Nr. 238.- 31. Jahrg. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 wt., monatl. 1,10 r., wöchentlich 25 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags. numiner mit illustrierter Sonntags. Beilage„ Die Neue Welt" 10 Big. PostAbonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in die Post Zeitungs. Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2,50 Mart, für das übrige Ausland 4 Mart pro Monat. Postabonnements nehmen an: Belgien, Dänemark, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz. Ericheint täglich. $ Vorwärts Berliner Volksblatt. 5 Pfennig Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Rolonel geile oder deren Raum 60 Pfg., füz politische und gewerkschaftliche Vereins. und Bersammlungs- Anzeigen 30 Big. ,, Kleine Anzeigen", das fettgedruckte Wort 20 Pfg.( zulässig 2 fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 10 Pig. Stellengesuche und Schlafstellenan zeigen das erste Wort 10 Pfg., jedes meitere Bort 5 Pfg. Worte über 15 Buch ftaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt Morizplak, Nr. 1983. Dienstag, den 1. September 1914. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt Morigplatz, Nr. 1984. Fortschritte im Westen.- Glänzende Siegesbilanz im Often. Festung Montmedy und Fort Les Ayvelles genommen. Großes Hauptquartier, 31. Auguft.( W. T. B.) Die Armee des Generaloberstenvon Kluck hat den durch schwache französische Kräfte unternommenen Verfuch eines Flankenangriffs in Gegend Combles durch ein Armeekorps zurückgeschlagen. Die Armee des Generalobersten von Bülow hat eine überlegene französische Armee bei St. Quentin vollständig geschlagen, nachdem sie im Vormarsch bereits ein englisches Infanteriebataillon gefangen genommen hatte. Die Armee des Generalobersten von Hausen hat den Gegner auf die Aisne bei Rethel zurückgedrängt. Die Armee des Herzogs von Württemberg hatte bei Fortsetzung des Ueberganges über die Maas den Feind zunächst mit Vortruppen überrannt, mußte aber beim Vorgehen stärkerer feindlicher Kräfte teilweise wieder über die Maas zurück. Die Armee hat dann die Maasübergänge wiedergewonnen und befindet sich im Vorgehen gegen die Aisne. Das Fort Les Ayvelles hinter dieser Armee ist gefallen. Die Armee des Deutschen Kronprinzen setzt den Vormarsch gegen und über die Maas fort. Nachdem der Kommandant von Montmed y mit der ganzen Besatzung der Festung bei einem Ausfall gefangen genommen war, ist die Festung gefallen. Die Armeen des Kronprinzen von Bayern und des Generalobersten von Heeringen stehen noch in fortgesetztem Kampfe in Französisch- Lothringen. Im Osten ist der gemeldete Sieg der Armee des Generalobersten von Hindenburg von weitaus größerer Bedeutung, als zuerst übersehen werden konnte. Trotzdem neue feindliche Kräfte über Neidenburg eingriffen, ist die Niederlage des Feindes eine vollständige geworden. Drei Armeekorps sind vernichtet, sechzigtausend Gefangene, darunter zwei komman dierende Generale, viele Geschütze und Feldzeichen sind in unsere Hände gefallen. Die noch im nördlichen Ostpreußen stehenden russischen Truppen haben den Rückzug angetreten. Fortdauer der polnischen Schlacht. Der 6. Tag. von Stein, Generalquartiermeiffer. Ein Monat Krieg. Die Mitteilung, die der Generalstab über den Fortgang der Operationen im Westen in der obenstehenden Depesche gibt, Tassen erkennen, daß der Vormarsch der deutschen Gesamtstreitfräfte erfolgreich fortgesetzt wird. Gleichzeitig geht aber auch Vor einem Monat war es, daß wir es als furchtbare Gewißheit erfuhren: der Krieg ist da! Eine kurze Spanne daraus hervor, daß dabei manche Widerstände zu überwinden Beit erst, und doch in ihr eine Fülle von Ereig. find, und daß die in urteilslosen Kreisen verbreitete Meinung, nissen! Ströme von Blut düngten den Boden, Riesenarmeen, die Franzosen befänden sich in panifartiger Flucht, durchaus Wien, 31. August.( W. T. B.) Der Kriegsberichterstatter wie sie die Weltgeschichte noch nicht gesehen, prallten aufeinirrig ist. Man muß im Gegenteil damit rechnen, daß die des Fremdenblattes" meldet vom 31. August, 9 Uhr vor für die Geschichte der europäischen Menschheit... ander, Taten geschahen, die von höchster Bedeutung sein können französischen Armeen in nächster Zeit zum Stehen kommen mittags: Heute ist der sechste Tag der großen Schlacht. Mit achtunggebietender Schnelligkeit stand, nachdem der und einen neuen deutschen Massenangriff in Front und Flanke abzuwehren versuchen werden. Unsere Truppen kämpfen mit bewundernswürdiger Ausdauer. Krieg einmal erklärt war, die deutsche Armee schlagbereit und Daß dabei führte ihre ersten wuchtigen Schläge. Der Angriff auf Bel. den deutschen Truppen der moralische Eindruck ihres Die Nachrichten aus der Gefechtslinie lauten für uns durch- gien, der dem Völkerrecht zuwider unternommen war, wurde ersten großen Sieges zustatten kommen wird, während wegs günstig. Rückkehrende Verwundete erzählen vom Helden- mit einer Kraft und Sicherheit durchgeführt, die innerhalb die Franzosen durch ihre bisherigen Mißerfolge deprimiert mute unserer Soldaten. Die Stimmung im Hauptquartier rüstete Land in deutschen Besitz brachte. Die französische weniger Wochen fast das ganze, freilich kaum hinreichend gesind, ist leicht begreiflich. Immerhin ist es töricht, die fran- ist gut. Offensive ward zugleich auf der ganzen Linie zurückgeschla zösische Verteidigung en bagatelle zu behandeln, wie es Der Kriegsberichterstatter der„ Neuen Freien Presse" gen, und die deutsche Offensive führte unsere Truppen unsere deutschen Schreib- und Biertischstrategen fun. Barnen unter erfolgreichen Kämpfen überraschend schnell auf doch selbst ernsthaft zu nehmende Militärs, wie z. B. General meldet von heute früh: Nachts find günstige Nach- französisches Gebiet, während gleichzeitig auch von Belgien her deutsche Armeekorps einrückten, den Gegner, verbündet Franzosen und Engländer, siegreich zurückschlagend. Im Osten sah man sich zwar nach den ersten erfolgreichen Das Resultat der dreitägigen Schlachtim Osten Gefechten genötigt, aus strategischen Gründen zurückzuweichen, ein Stück deutschen Landes dem Feind zu überlassen. Aber noch fann jetzt genauer überblickt werden. Aus der Meldung des In Besprechung der Siege von Krasnit stellen die Kriegs- war der erste Monat nicht abgelaufen, da gelang es auch hier, Generalstabes geht hervor, daß die russischen Armeen völlig forrespondenten der Blätter fest, die Bedeutung des Erfolges wenigstens die eine der beiden vordringenden russischen Armeen aufgelöst worden sind, und daß ganze große Armeeverbände der österreichisch- ungarischen Armee liege darin, daß die den auf der masurischen Seenplatte zu schlagen und aus dem preufich gefangen gegeben haben. Drei russische Armeekorps sind aus im Raume von Lublin versammelten russischen Streitkräften weiter füdlich die Oesterreicher schon seit Tagen zurzeit der russischen Streitmacht ausgeschaltet worden, denn außer den 60 000 Gefangenen( bei denen die gestern gemeldeten zugefügte Niederlage den rechten Flügel der russischen Haupt- noch unentschieden, aber nach ihren Berichten doch auch mit Aussicht auf Erfolg gegen die Ruffen, wie es scheint, gegen 30 000 sicher mit eingerechnet sind) werden noch Zehntausende kräfte kaum zu einem Eingreifen im weiteren Verlauf der Er- die Hauptmacht der zaristischen Streitkräfte.- Angesichts dieser bon Verwundeten und Toten in Anrechnung gebracht werden eignisse befähigen werde. Die nach dem Sieg von Krasnit er. Erfolge will es nicht viel besagen, wenn zur See unsere Streitmüssen. Wichtig ist auch, daß durch den deutschen Sieg südlich rungenen Vorteile der österreichisch- ungarischen Truppen verscheidende Zusammenstöße hier noch nirgends gehandelt hat. fräfte einige Verluste erlitten haben, zumal es sich um entbei Tannenberg usw. die noch in Ostpreußen stehenden russi vollständigen diesen Erfolg. schen Truppen zum Rückzug veranlaßt worden sind. 3. D. von Blume davor, die Zähigkeit des Gegners zu unterschätzen. richten über die Gesamtlage eingelaufen. Die Schlacht dauert fort. Man sieht dem weiteren Verlauf zuversichtlich entgegen. So darf man am Ende des ersten Kriegsmonats wohl sagen: Die Kriegsberichte stellen übereinstimmend die außerordent. Die Dinge stehen günstiger für die deutsche Heeresleitung, als es die meisten wahrscheinOb auf diesem Kriegsschauplatz in nächster Zeit noch liche Hartnäckigkeit und die Angriffslust der österreichisch- lich zu hoffen gewagt hatten. größere Aftionen zu erwarten sind, läßt sich heute noch nicht fagen. Das wird im wesentlichen davon abhängen, ob die Ruffen ungarischen Truppen feft, die nach bemerkenswerten Marschin absehbarer Zeit neue und starke Streitkräfte hier einsetzen leistungen die russischen Streitkräfte zum fluchtartigen Rückzug fönnen. awangen. Trozdem muß davor gewarnt werden, a II zusieges. sicher zu sein und dem Glauben zu verfallen: Was jetzt noch fommt, fann nur noch Kinderspiel sein. Die Neubildung des französischen Ministeriums, der Aufruf, den es erließ, Jreifeu darauf hin, daß dort in Frankreich der Krieg mehr denn irgendwo sonst inzwischen zu einem Volkskrieg geworden ist; man ist jetzt dort von dem Gefühl durchdrungen, daß der Kampf um die nationale Existenz geht. Die Geschichte lehrt, wie viel furchtbare Kraft aus diesem Gefühl ausströmt, wie machtvoll es die Heere beflügelt. Im Osten stehen feindliche Truppenteile noch immer auf deutschem Boden; und inan weiß, wie langsam Rußlands Mobilisation vor sich geht, welches Reservoir es hat für immer neue Massen, die es in die Front bringen kann, man kennt auch die Schwierigkeiten, die sich ergeben müssen, wenn es erst notwendig werden sollte, den Kampf auf russisches Gebiet zu tragen. Englands Flottenmacht ist noch ungeschwächt, und der Kampf bei Helgo- land hat gezeigt, daß sie Vorstöße versucht.— Es wäre auch unklug, sich über jene„Schwäch e" zu täuschen, von der Prof. Hans Delbrück im letzten Heft der„Preußischen Jahr- bücher" ausführlicher spricht.„Die Gefährlichkeit eines Krieges für uns," so schreibt er,„liegt nicht sowohl darin, daß wir Riederlagen erleiden könnten— die würden wir bald wieder ausgleichen—, sondern in der Möglichkeit einer langen Dauer. ... Bezüglich der Ernährung hat er für ein und selbst zwei Jähre keine Gefahr, aber die Rohstoffversorgung u n s e r e r I n d u st r i e ist eine nicht leicht zu nehmende Sache. Deutschland bedarf einer ungeheuren Zufuhr an Wolle, Baum- wolle, Seide, Flachs, Holz, Oelfrüchten, Kupfer, Blei, Zink, Leder, Kautschuk, wenn nicht ein großer Teil seiner Fabriken stillstehen soll... Die Engländer haben sich gehütet, unsere Häfen zu blockieren, weil sie, um die Blockade effektiv zu machen, zu nahe an unsere gefährlichen Minen, unsere Torpedo- und llnterseeboote herankommen müßten, aber der Zustand des See- Völkerrechts gibt ihnen andere Möglichkeiten, uns die Zu- fuhren abzuschneiden." Die Arbeitslosigkeit ist heute schon, und nicht nur aus den von Delbrück angeführten Gründen, zu einer Geißel für Hunderttausende, ja für Millionen geworden. Die „Kreuzzeitung" prägte bereits das Wort von der„inneren Gefahr". Gelingt es nicht, die Folgen dieser Beschäftigungs- losigkeit der Massen zu paralysieren, die Zurückgebliebenen vor dem Elend der Unterernährung zu bewahren, so würde das von nicht weniger weittragender Bedeutung sein als eine Riederlage unserer Armeen. Man hat in dankenswerten Er- lassen und durch die Bereitstellung von öffentlichen Mitteln den Kampf aufgenommen gegen das Gespenst der Arbeitslosig- keit, des Massenelends. Aber noch ist der Erfolg gering. Hier ist wohl der wundeste Punkt, der sich unS am Ende des ersten Kriegsmonats darbietet. Freude und Begeisterung über die ersten militärischen Erfolge,— gewiß, die wird man nach all den: verstehen können. Aber gegen jene Selbstsicherheit muß man sich wenden, die sich hier und dort auch schon breit macht, jene Ueberhebung, die eine anmaßliche Der- a ch t u n g aller Gegner, aller noch zu erwartenden Widerstände zur Schau trägt. Zu ihr haben wir weder Recht noch Anlaß. Besonders gefährlich aber wirkt sie. wenn sie nun allerlei Rachepläne schmiedet, in Greueln gegen die Feinde schwelgt und mit dem Mundwerk frisch drauflos die feindlichen Gebiete unserem Staate einverleibt. Die Folge davon kann nur sein, daß der Kampf der Gegner immer er- bitterter wird, und daß auch bei den neutralen Staa- ten Antipathien und Befürchtungen gegen uns großgezogen werden, die man nicht unterschätzen soll. Wir sollen vielmehr vom östlichen Kriegsschauplatz. v. Hauptquartier Ost, den 27. August 1914. (Dieser Brief ist uns einen Tag später zugegangen als der am 26. August abgesandte.) Trotz der beruhigenden und zuversichtlichen Sprache hat die Veröffentlichung des Generalquartiermeisters und des stellver- tretenden Oberkommandos deS... Armeekorps über unangenehme strategische Möglichkeiten doch ein« etwas fiebrige Stimmung er- zeugt. Das Verhalten einiger wohlhabender Gutsbesitzer, Fabri- kanten usw. steigerte die Erregung. Sie nahmen ihre schnell zu- sammengerafften Kostbarkeiten mrt und verliehen in zwei- und vierspännigen Wagen oder im Automobil hastig ihren Wohnort. Trotzdem vollzieht sich die Räumung der alS bedroht angesehenen Gebiete ohne Panik. Thorn, Graudenz, Danzig und Königsberg bezeichnen die äußerste Grenze des eventuell von der Zivilbevölke- runa zu räumenden Gebietes. Eine neue Bekanntmachung des LanoratS von Marienwerder beruhigt die Gemüter in dtesem Kreise wieder ganz erheblich. Die Verordnung, daß daS Vieh und die Ernte über die Weichsel geschafft werden sollen, hat die Militär» behörde als durchaus überflüssig erklärt. Ueberhaupt scheint man die Lage jetzt wiK>er als viel günstiger zu betrachten. Die äußerste Gefahrlinie ist nach dem Osten verschoben worden, die Basis bleibt breit genug, um den Gegner auSeinanderzureißen und aufzu- reiben. Vielleicht war eS ein Fehler, die Bevölkerung nicht schon früher auf die Möglichkeit von unbequemen Zuständen vorzubereiten. Aber strategische Pläne dürfen nicht bekanntgegeben werden, sonst kann der Gegner sie erfahren und durchkreuzen. Selbstverständlich bätten tausend andere Strategen die ganze Sache von vornherein besser gemacht. Ein alter Rittmeister a. D. versicherte uns mit absoluter Sicherheit, er hätte keine Kosakennase über die Grenze riechen lassen! Mit geläufiger Zunge ließ er Schlachtenbilder vor unseren Augen aufziehen: Flieger im Aufklärungsdienst— leichte Artillerie im Angriff— Sturm der Infanterie— Kavallerie in der Flanke— Artillerie als Deckung— keine Pferdeschwanz wird gerettet, ein glänzender, in der Geschichte noch nie dagewesener Sieg heftet sich an unsere Fahnen! Stolz schaut der Alte um sich; er sieht die Augen staunender Bewunderer seiner Kühnheit auf seine Orden gerichtet. Der Hauswirt tritt herein und serviert das neueste Gericht:„Kosaken sind im Anmarsch auf..„Kosaken? Dann wirds Zeit, daß ich nach Dresden fahre und meine dort verheiratete Tochter beruhige!" Also sprach der Tapfere und rüstete zum Aufbruch. Ein junges Mädchen, da« soeben noch den kühnen Schlachtendenker bewundert hatte, sprach gelassen:„Nun gehe ich aber doch zu den Verwundeten aufs Schlachtfeld. Bisher wollte der Vater das nicht erlauben." Ein besonderer Anlaß brachte mkkh gestern nach D i r s ch a u. Hier herrscht ein ganz ungewöhnlich lebhaftes militärisches Leben und Treiben; Etappenkommandeure haben hier ihr Lager aufge- schlagen. Dirschau ist berühmt durch seine�etwa 2 Kilometer lange Wcichselbrücke, sein schlechtes Pflaster und seinen vorzüglichen Mist. Die Weichselbrücke wird scharf bewacht und ist natürlich gegen alle denkbaren Möglichkeiten gesichert.~ Im Vergleich mit dem Pflaster in Dirschau muß man ein Reibeisen beinahe als ge- hobelte Fläche betrachten. Ich glaube, diesem Pflaster verdankt Dirschau die Anwesenheit vieler spazierenfahrenden AutoS: für jeden Pflasterkopf ein Kraftwagen! Ein Auto, welches das Dir- schauer Pflaster übersteht, hat bewiesen, daß für seine Pneumatiks Hindernisse überhaupt nicht bestehen. In Dirschau sieht man aber nicht nur Autos aller Größen und Formen, nicht nur die Träger aller möglichen Uniformen im Auto hin- und herjagen, hier tauchen auch Regimenter von Postbeamten und die Scharen des Roten Krzuzes aus. der Welk beweisen, daß es uns wirklicß, wie man so vft bei Ausbruch des Krieges betonde, nur um die Sicherung unserer Grenzen, um die Gewähr ferneren Friedens zu tun ist, soll dort, wo sich ein zur Verständi- gung bereiter Gegner zeigt, so bald wie möglich einen für beide Teile ehrenvollen Frieden anstreben.— einen Frieden, wie er allein, weil er jedem Teile die nationale Frei- heit und Selbständigkeit sichert, die Gewähr der Dauer in sich trägt. Der erste Monat des Krieges hat unsere Kraft gezeigt. Jetzt gilt es zu beweisen, daß wir auch ein Herz hoben. Bloße Kraft ist Barbarei, erst Kraft und Herz zu- saymnen geben Kultur. Man hat es so oft in diesen Tagen gelesen, daß dieser Kampf für unser Volk eine Läuterung bedeute. Hier kann es sich beweisen. Was man schreibt und sagt von der neuen Einheit, die der Krieg geschmiedet haben soll, ist im Grunde doch nicht viel mehr denn ein fchöner Traum. Der Krieg hat den Parteikampf zum Schweigen gebracht, aus inneren und aus äußeren Gründen. Er wird wieder auf- leben, sobald das Wirtschaftsleben wieder seinen normalen Gang nimmt. Denn der Kampf der Klassen, der sich spiegelt im Kampf der polifischen Parteien, ist nicht willkürlichGe- m a cht e s, er wächst mit Notwendigkeit heraus aus diesem Wirt- schaftsleben, solange die kapitalistifche Gesellschaft es beherrscht. Wohl mag die ernste Zeit, in der wir leben, dieses und jenes Miß- Verständnis, das den Kampf bis dahin trübte, beseitigen; wohl mag es schwer werden, jene Erkenntnis noch einmal wieder irgend einem zu vertufchen, daß doch auch die Arbeiter etwas mehr sind als„vaterlandslose Gesellen", die man mit einem Achselzucken beiseite schieben kann, daß es sehr wohl möglich und letzten Endes auch eine Notwendigkeit ist, sie als gleichberech- tigte Staatsbürger zu behandeln, sie mögen organisiert sein wie sie wollen. Aber gewiß ist doch: Kein Krieg kann jene inneren Auseinandersetzungen endgültig Beseitigen, die naturgemäß erwachsen aus den verschiedenen wirtschaftlichen und politischen Interessen der einzelnen Klassen. Und man dürfte es auch kaum eine„Läuterung" nennen, vermöchte er sie aufzuhalten. Denn das bedeutet eine Verzögerung jener wichtigsten und größten„Läuterung": daß in dem Lande, dessen Grenzen sie heute verteidigen gegen äußere Bedrücker, die Massen sich auch wehren gegen innere Bedrückung und Ausbeutung und an die Stelle der Klassenherrschaft setzen die klaffen lose Ge- meinschast._ Westlicher Kriegsschauplatz. Frankreich und die Kriegslage. Die„Kölnische Zeitung" veröffentlicht eine Pariser Meldung ds-t„Amsterdamer Telegraph", wonach der fran- zösische Generalstab binnen einigen Tagen die völlige Ab- schließung von Paris zu erwarten scheint. Die Verbindung mit London wird gegenwärfig nur über Boulogne auftecht er- halten, auch die Verbindung nach Holland geht nur noch über Boulogne und Folkestone. Aus dem Ergebnis der Opera- tionen der deutschen Armee in Nordftankreich ist zu schließen, daß auch dieser Weg durch die vorrückenden deutschen Truppen abgesperrt sein wird. Eingeweihte wissen, daß die Lage höchst kritisch werden kann. Sobald die deutsche Armee sich Amiens> Der Bahnhof in Dirschau hat einen Riesenverkehr zu bewälti- gen. Nach dem Osten fahren nur noch wenige Züge, und diese mit viel Verspätung. Aus dem Osten jedoch schleppen die Lokomo- tiven lange Wagenreihen heran. Den geöffneten Wagen ent- steigen einige Flüchtlinge, Schwerverwundete werden von den immer bereitstehenden Sanitätskolonnen herausgetragen. Mit den Leichtverwundeten, dem großen Troß der Flüchtlinge uftd Ge- fangenen keucht die Lokomotive weiter. Da fährt ein anderer langgestreckter Zug»in. Lauter junge Burschen, hundert— zweihundert— tausend, immer noch mehr strömen heraus. Rekruten und ganz junge Kriegsfreiwillige aus dem Osten, die nach abge- kürzter Ausbildung nachgeschoben werden. Bald ist an 1866 Mann daS Mittagessen verabreicht. Da rückt schon wieder ein Trupp an, immer mehr kommen, der Bahnhof wimmelt von den angehenden Soldaten, die fröhlich, lachend, tanzend und springend den Schiach- ten entgegensehen. Heute rot, morgen tot. Wieviel von den leuchtenden Augen werden die Heimal wiedersehen, wie viele ihre Angehörigen? Im Abendsonnenschein steht die Marienburg. Blutsarben spiegelt sich die Sonne in ihren Fenstern. Soll das ein Zeichen fein? Wird zarische Barbarei etwa auch noäh die? herrliche Bau- werk vernichten, nachdem sie unendliche Verwüstungen an Gut und Leben angerichtet hat, für die keine Kriegsentschädigung Ersatz geben kann!... Wilhelm Düwsll, Kri egSberichterstatter. Mit öen Gesterreichern gegen Sie Rüsten. (Bericht aus dem KriegSpressequartier von Hugo Schulz- Wien.) ..... ,34. August 1914. Die bisher durchgängig erfolgreichen Kämpf« längs der galizi- schen Grenze östlich der Weichsel haben das Gespenst eines großzügigen russischen Reitereinfalles zum Zwecke der Störung oder wenigstens teilweisen Behinderung des Aufmarsches unserer Armee endgültig gebannt. Noch ist keine volle Uebersicht zu gewinnen, aber völlig außer Zweifel steht die Tatsache, daß der den Aufmarsch ver- schleiernde Grenzschutz in Abwehr und Angriff ganz Hervorragendes geleistet hat. Um diese Leistung richtig zu würdigen, muß man sich zunächst ihrer Schwierigkeit bewußt werden, die vor allem in der »ehr bedeutenden Ausdehnung der in Betracht kommenden Grenzen begründet sind. Das in der Strategie sonst verpönte Kordon- shstem ist in diesem Falle der selbstverständliche Notbehelf, und eS ist unvermeidlich, daß sich die Grenzschutztruppen in ganz kleinen, miteinander nur lose verbundenen Gruppen über die ungeheuer lange Front verteilen müssen. Die Hauptmasse der GrenzsicherungS- truppen bildet der aufgebotene Landsturm der nächstliegenden Gebiete; ihr Rückgrat bilden Gendarmerie- und Finanzwachabtei- lungen nebst kleineren Kavallerie- und Jnsanteriedetachements, die aus dem Aufmarschraum an die besonders bedrohten Punkte ge- sendet werden. Obgleich nun die Russen an mehreren Punkten sehr ernstliche Versuche gemacht haben, mit größeren Kavalleriekörpern auf galizischen Boden durchzubrechen, ist ihnen das nirgend so ge- glückt, daß sie wirklich Fuß fassen können. Besonders abgesehen hatten sie es auf das Gebiet von Sokal, dessen geographische Lage die besondere Anziehungskraft, die es auf die ruffischen Reiter- Massen übt, leicht erklärt. Dieser Grenzdistrikt bildet einen ausspringenden Winkel, der tief in daS Feindesland hineinragt und, soweit das Auge reicht, eine trostlose Ebene ohne den geringsten natürlichen Geländeschutz ist. Die Gegend ver- schwindet mit den angrenzenden feindlichen Gebieten förmlich in eines, und man hat wohl bei uns von vornherein damit gerechnet, daß wenigstens für einen Teil des Sokalbczirkes die russische Ka- vallerieinvafion unvermeidlich sein werde. Dennoch haben die vor- handxnen schwachen Kräfte hingereicht, hie bereits eingedrungenes genähert hat, ist die Absperrung von Paris auf der Nordseite eine vollzogene Tatsache. Nach Schweizer Zeitungen schrieb die„ H u m a n i t s" am 26. August: „Wovor wir gewarnt, auch nachdem der edelste Franzose der Revolverkugel eines Mörders zum Opfer gefallen war, das be- ginnt langsam, aber unabwendbar zu reife». Die Deutschen sind auf französischem Boden, und keine englische und keine belgische Bundeshilfe hat sie aufhalten können. Noch vertrauen wir auf den endlichen Sieg unseres tapferen Heeres, aber es war nicht nötig, uns mit unrichtigen Siegesdepeschen abzufüttern, als der Rückzug der Franzosen bereits feststand." Lille von den Zranzosen geräumt? Aus Antwerpen wird der„Köln. Ztg." gemeldet: Die französische. Besatzung von Lille, ungefähr 56 000 Mann stark, hat die Stadt verlassen, um sich weiter südlich nach der Ostfront zu wenden. Die Behörden von Lille haben dieselben Maßregeln ge- troffen, wie vorige Woche die Brüsseler Stadtverwaltung, nachdem die eigenen Truppen die Hauptstadt verlassen hatten. Der Präfekt des Norddepartements hat sich nach Dünkirchen zurückgezogen. Auf Befehl des Bürgermeisters von Lille ist die Polizei entwaffnet worden; die Bevölkerung wird durch einen Aufruf zur Ruhe ermahnt. Englische Stimmen über die Kriegslage. Von der holländischen Grenze wird der„Kölnischen Zeitung" depeschiert, daß der militärische Mitarbeiter der „Times" schlimme Dinge zugeben muß. was die Lage in Nord« Frankreich angeht und zwar, bevor die Zurückwerfung des britischen Hilfskorps bei St. Ouentin bekannt war., W e st m i n st e r Gazette" schreibt:„Wir dürfen offen bekennen, daß wir nicht fähig find, aus dem uns vorliegenden Material über die Schlachten im Nordwesten eine haltbare Theorie aufzustellen. Von den deutschen Truppenbewegungen läßt sich nur sagen, daß sie kühn und rasch erscheinen, auf den ersten Blick allen geltenden Regeln der Kriegs- führung widersprechend. Die Gegner dürsten mit ihnen, weil sie sie für unmöglich hielten, nicht gerechnet haben." Ma öer Gstgrenze. Eine Proklamation des Gouverneurs von Königsberg. Zu meinem lebhaften Bedauern haben sich die Bewohner in meinem Befehlsbereich durch das Vor- gehen einiger feindlicher Kavallerie-Pa- trouillen veranlaßt gesehen, ihren Wohnort zu ver- lassen. Ich erblicke darin einen Mangel an Vertrauen zu den Truppen der Festungsbesatzung. Ich ersuche die Bevölkerung dringend, in ihre Wohnstätten, ganz besonders auch nördlich des Pregels bis zur Deime, zurückzukehren, ihre Felder zu bestellen und ihren sonstigen Geschäften nachzugehen. Ich hoffe, daß dieser Hinweis genügen wird, um die Ruhe und Besonnenheit, welche stets die Preußen aus- gezeichnet haben, wieder zu gewinnen, und größeres Zutrauen zu dem Erfolg unserer Waffen zu haben. Die Herren Bürgermeister, Gemeindevorsteher usw. ersuche ich mit gutem Beispiele voranzugehen und ihren ganzen Ein- fluß auszuüben, die Bevölkerung in meinem Befehlsbereiche zur Rückkehr in ihre Heimatsorte zu veranlassen. russischen Kavalleriekörper, die dort ein ideales Feld der Betätigung zu haben schienen, wieder hinauszuwerfen. Es geschah das ins- besondere durch daS sehr ernste Gefecht bei Kamionka-Strumilowa, das am 21. August stattfand. Es war eine vollständige russische Kavalleriedivision, die in breiter Front gegen den Raum Kamionka« Turhnka anritt. Den ersten Widerstand organisierte der zufällig in Kamionka anwesende Hauptmann Gebauer, indem er die Mann- schaft einer Trainkolonne, etwa 100 Mann, und eine kleine Land- sturmabteilung um sich versammelte. Diese winzige Schar impro- visierte in aller Eile eine Verteidigungsstellung, die sie in hitzigem Feuergefecht von 6 Uhr früh bis Mittag gegen ein ganzes russisches Kavallerieregiment hielt. Die kleine Gruppe erwies eine ganz ordentliche Widerstandskraft und behauptete sich noch zähe, als be- reits jeder dritte Mann tot oder verwundet den Rasen bedeckte. Die Russen verloren im Kampfe mit diesen opfermutigen Helden acht Offiziere und mindestens 160 Mann. Als eben das zweite Regi« ment dieser russischen Kavalleriebrigade in Sicht kam, erhielten auch! die Verteidiger von Kamionka die ersehnte Unterstützung durch Kavallerie, Landsturm und Ulanen. Die letzteren attackierten sofort den Gegner, und die Russen, die schon vom Jnfanteriefeuer genug zu haben schienen, hielten nun nicht lange stand. Nun wandten sich unsere Truppen im raschen Tempo ostwärts gen Turhnka, von wo inzwischen das Eintreffen der anderen russischen Kavalleriebrigade gemeldet worden war. Sie räumte nach kurzem Gefechte unter Zurücklassung vieler Toter, Verwundeter und Gefangener in wilder Flucht das Kampffeld. Wie groß die Verluste der Russen gewesen sein müssen, geht daraus hervor, daß ihre beiden Brigadegenerale fielen. Der eine, Generalmajor Wannowski, Sohn eine? früheren russischen Kriegsministers, lebte noch, als man ihn auflas. Er wurde rasch nach Lemberg gebracht und operiert, starb aber wenige Stunden später. In diesem Kampfe, aber auch in allen anderen Grcnzgefechten hatte sich der Landsturm besonders hervorgetan und drastische Beweise geliefert, wie wenig die Entwöhnung vom Kasernendrill der Wehrkraft eines Volkes Eintrag tut, wenn ein starker Milizengeist in ihm lebendig ist. Sehr rühmend hervorgehoben werden auch die Leistungen un- serer Kavallerie, die an vielen Stellen westlich der Weichsel bereits tief in das Feindesland eingedrungen ist und deren Aktionen, waS den Erfolg betrifft, das umgekehrte Bild der russischen bieten. Die Landwebrkavalleristen sollen dabei an Schneid und Initiative in keiner Weise zurückstehen. Bei einem der Aufilärungskämpfe in Kongreßpolen, an denen auch ein kleines Detachement der Deutsch- meister teilnahm, fiel Oberst Holzhausen, der seine Leute inS Gefecht begleitet hatte. Ter Weg führte durch waldiges Gelände, das die Deutschmeister scherzend und singend durchstreiften. AuS einem Verhau fielen Schüsse. Oberst Holzhausen meinte weg- werfend:„Ach was, die Kerle treffen ohnehin nicht!" und blieb zu Pferde. Da traf ihn ein Schuß in die Kehle und er starb binnen wenigen Minuten. In ihrer Aufklärungsarbeit wird die Kavallerie von der Luftschiffahrt und A v i a t i k mit überraschend günstigem Erfolge unterstützt. Besonders wichtige Ergebnisse soll die bereit? gemeldete zwölfftündige Fahrt des Schütte-Lantz gehabt Hadem Der Ballon hatte eine Anzahl deutscher Offiziere an Bord, die scharf auslugten und kaltblütig durch das feindliche Feuer steuerten. In der Gegend von Lublin geriet der Ballon in ein förmliches Kreuzfeuer von Infanterie und Artillerie. Die Ar» tilleriegeschosse schienen insgesamt in weiter Ferne zu explodieren, dennoch wurde später in der Gondel ein Sprengstück gefunden. Bon den Jnfanteriegeschossen traf etwa ein Viertelhundert und durchschlugen einige der Hinteren Zellen. Auch an die Gondel schlugen einige Geschosse, aber kaum noch mit der Kraft, mit der Erbsen auf die Tenne fallen. Immerhin ist eS merkwürdig, daß Jnfanteriegeschosse 3000 Meter hoch gehen können. Der Schaden, den sie angerichtet hatten, wurde übrigens zum Teil noch während der Fahrt ausgebessert, und der Ballon kam mit geringem Gas- Verlust im österreichischen Hauptquartier an, um am nächsten Morgen sein« Rückfahrt nach Schlesien fortzusetzen. Die vom südlichen Kriegsschauplatze in Ostpreußen vor- liegenden Nachrichten bestätigen, daß die Bevölkerung meines Befehlsbereiches durchaus ruhig in die Zukunft blicken kann. Königsberg, den 28.- August 1914. Der Gouverneur gez. v. Papp ritz. vom österreichlsch.-rusjlschen Kriegsschauplatz. die Riesenfthlacht zwischen Weichsel und dniester. (Von unserem Kriegsberichterstatter im Kriegspressequartier.) 28. August,%11 Uhr vorm. Die Riesenschlacht zwischen den Millionenheeren, die sich im ganzen großen Gebiet zwischen der Weichsel und dem Tniestr entwickelt hat, ist seit dem 26. August im Gange. Gleichzeitig mit der Offensive in Ostpreußen haben an diesen. Tage die russischen Truppen auch die Offensive gegen Golizien anfgenomrnen. Von drei Mittelpunkten aus sollte der Hauptschlag gegen Galizien geführt werden. Von K o w n o, das 199 Kilometer nordöstlich der öfter- reichischen Grenzstadt Brody liegt, und von K o w e I, das etwa 199 Kilometer von Brody liegt, stürzten sie gegen Brvdy los. Zu gleicher Zeit unternahmen sie von Kiew aus einen Sturm gegen die Zbrutsch, der die Grenze zwischen Ost- galizien und Rußland bildet und sich in die Dnjestr ergießt. Ter äußerste rechte Flügel der russischen gegen Oesterreich gerichteten Armee, der zwischen der Weichsel und dem Bug steht, kam aus der Richtung von Lublin. Dem Angriff dieses Teils des russischen Heeres kamen wir n�t der Schlacht bei K r a s n i k zuvor, die mit einem glänzenden Siege unserer Truppen geendet hat. Die Mittelgruppe, die sich gegen Brody bewegte, drang bis in die Linie Rawaruska-Zloczow vor. Rawaruska liegt nordwestlich von Lemberg sehr nahe der russischen Grenze, Z l o c z o w östlich von Lemberg, es liegt der russischen Grenze näher als der galizischen Haupt- stadt. Die in großer Kraft aufgebotenen österreichischen Truppen reichten aus, um diesem russischen Angriff bald Halt Zu gebieten. Mittwoch mittag begannen auch hier, wie am Zbrutsch, deftige Kämpfe. Unser linker Flüge! treib! die Russen zwischen Weichsel und Bug vor sich her. Auch die Lemberger Krastgruppe dringt mit dem linken Flügel mit namhaften Erfolgen gegen die aus Rowes und Kowel nach Galizien gekommenen Russen vor. Auch unsere Ostgruppe an Zbrutsch befindet sich in einer äußerst günstigen Verteidigungslage und unterstützt durch ihre zähe Ausdauer unser» an den anderen Punkten vor- dringenden Truppen. 28. August, y<£. Uhr nachmittags. Aus den weiter einlaufenden Berichten erkennt man, daß rie Kämpfe zjwischen Weichsel und Dnjester eine der größten schlachten der Weltgeschichte sind. Di die Front eine so riesige Ausdehnung hat, wird die Schlacht noch lange dauern. Das Wetter ist der Schlacht sehr günstig. Es ist heiter Und nicht zu warm. Unsere Osttruppe, die am Zbrutsch kämpft, hat für die Ver- ieidigung sehr günstige Bedingungen. Parallel laufende, tief- eingeschnittene Flußläufe hindern die russische Vorrückung und gestatten eine weite Ausdehnung der Front, ohne daß die Ge- fahr besteht, daß die Russen sie durchbrechen könnten. Man kann von einem stehenden Kampf sprechen. Der Kampf nördlich und nordwestlich von Lencherg, in der Anie Rawaruska— Zloczow, trägt sehr den Charakter einer Begegnungsschlacht. Die Bedingungen sind für unseren An- griff günstig, und unsere Truppen dringen nördlich von Lemberg auf der breiten Linie zwischen Rawaruska— Kamionka und darüber hinaus vor. der Seekrieg. öeutsiher Hilfskreuzer von einem englischen Kreuzer an öer weftafrikanischen Küfte zum Sinken gebracht. B e r l i u, 31. August. fW. T. B.) Nach einer Meldung aus Las Palmas ist der als Hilfskreuzer ausgerüstete Schnell- b-mpfer des Norddeutschen Lloyd„Kaiser Wilhelm der Große" von dem englischen Kreuzer„High Flyer" zum Siukeu gebracht worden, als er in den neutralen Gewässern der spanischen Kolonie Rio bei Oro vor Anker lag. Gegen diese, jedem Völkerrecht widersprechende Ver- Atzung der Reutralitätsgesetze muß Protest erhoben werden. f�oßbritannm« hat durch die Mißachtung der stets von allen Nationen theoretisch und praktisch anerkannte« Unverletzlich- ststt neutraler Hoheitsgewässer gezeigt, daß es sich nicht scheut, ''ber die Hoheitsrechte neutraler Staate« hinwegzugehe». Die spanische Kolonie Rio del Oro heißt nach dem gleichnamigen Fluß und liegt an der Nordwesiküste Afrikas. ungefähr in der Höhe des Wendekreises. An der Mündung bes Rio del Oro ist eine kleine Halbinsel der Küste vor- gelagert und bildet einen geschützten Ankerplatz für Schiffe. Hier hatte sich„Kaiser Wilhelm der Große" vor Anker ge- �gt und wurde am 28. August von dem englischen Kreuzer überrascht, während er Kohlen nahm.„, . Nach and«en Depeschen ist der größte Teil der Besatzung »ss„Kaiser Wilhelm der Große" gerettet.„High Flyer" hatte �Nen Toten und acht Verwundete. japanische Angriff auf Kiautschou. Die.Kölnische Zeitung' gibt folgende über New Aork uus Tsingtau eingetroffene Reutermeldung wieder: Die Deupchen baben alle großen Gebäude, die emer angreifenden Flolte dadurch bätten von Nutzen werden können, daß sie für sie Zielpunkte ab- g�ben, mit Dynamit niedergelegt. Die Eisenbahnbrucken an der Frenze de« Schutzgebiets find ebenfalls zerstört worden; auch die wtnesischen Dörfer im Gebiete hat man dem Boden gleich gemacht. Dt« Bewohner der Dörfer sind zum Teil entschädigt worden, safai der Krieg unö Sie Kolonien. Samoa von den Englänöern genommen? Dem„Berliner Lokal-Anzeiger" wird aus Rotterdam ge- meldet: Der englische Kolonialminister erhielt eine Depesche des Gouverneurs aus Neuseeland mit der Mitteilung, daß Apia in Dentsch-Samoa nach Belagerung durch eine englische Ex- pedition am 29. August kapituliert hat. Die Engländer und Franzosen in Togo. Nach Reutermeldungen haben am 26. August die verbündeten englisch-französischen Streitkräfte nach Ueberwindung der kleinen deutschen Polizeitruppe und der wenigen mit dieser kämpfenden Deutschen die Kolonie vollständig besetzt. Franzosen und Engländer hatten verhältnismäßig hohe Verluste: 2 französische und 1 englischer Offizier gefallen, 1 englischer Leutnant, 2 französische Unteroffiziere lebensgefährlich, 1 englischer Leutnant schwer, 1 englischer Feldwebel leicht verwundet, dazu kommen an eingeborenen Soldaten 14 Tote auf französischer und 12 auf englischer Seite bezw. 15 Schwer- verwundete usw. Zwei der französischen find inzwischen ihren Wunden erlegen. Ein Franzose wird vermißt. kriegsbekcmntmachungen. Der Hesundheitszuftanö des Heeres. Amtlich. Berlin, 31. August.(W. T. B.)' U rt» il d e S Ch e fs d e S F e l d s a nitätS w esen S über den Gesund» heitSzustand des Heeres. Der Gesundheitszustand aller Teile unseres im Felde stehenden Heeres ist gut. Seuchen find bis- her nicht aufgetreten. Freilich stehen unsere Truppen in Feindesland, das sich bis dahin keiner so guten hygienische« Ausficht erfreute wir unsere Heimat, und dessen Bevölkerung manche Träger der Keime an- steckender Krankheiten i» sich birgt. Doch waltet auch gegen diese llebelstände weitgehende Borsicht im deutschen Heere. Die Pockenschutzimpfung ist streng durchge- führt und wird im Notfälle auch bei der feindlichen Bevölkerung durchgesetzt. Typhus-, Cholera-, Ruhruntersuchungs- gerate und Schutzimpfungsstoffr werde» mitgeführt. Sachverständig« Hygieniker befinden sich in den Reihen«nserer Militärärzte. Leider wurde auch von ihnen schon einer bei vorsorgender Brnnnenunter- suchung hinterrücks von Einwohnern erschossen. Im I n l a n d e sind nennenswerte Häufungen ülertragdarer Krankheiten ebenfalls nicht zu verzeichnen. I» dieser Hinsicht werden besonders scharf die Kriegsgefangenen überwacht. Die von regelrechten HeereSgeschossen gesetzten Wunden zeigen durchwegs gutes Heilungsbestreben. Das deutsche Brrbandsverfahren, insbesondere die Anwendung der deutschen BerbandSpäckchen, dewährte sich. In den vordersten Linien angelegte Verbände saßen auch noch zur Zeit des ferneren Rücktransports der Verwundeten gut. Ein großer Teil der zurückbeförderten Berwundeteo ist bereits in Genesung und drängt wieder nach der Front zurück. Wohl aber find bereits zahlreiche Beweise dafür gesammelt, daß die feindlichen Einwohner und die Truppen des englischen sogenannte» Kulturvolkes Dumdnm- Geschosse, das heißt Geschosse ohne Bollmantcl mit Einschnitten, de- nutzen, deren Fetzen im Körper grausame Verletzungen reißen. Es find Schritte getan, um diese« alle» völkerrechtlichen Abmachungen hohnsprechende Borgeheu zur Kenntnis der gesitteten Welt z» bringen. Der Generalquartiermeister». Stein. Die Verlustlifte«. Berli«, 31. August.(W. T. B.) Trotz der Bekannt- machungen im„Reichs- und Staatsanzeiger" scheint über die Bekanntgabe und den Bezug der Verlust- listen des Heeres und der Flotte im Publikum noch Unklarheit zu herrschen. ES sei daher nochmals folgendes festgestellt: Die Verlu st listen werden als Anlagen des„Deutschen Reichsanzeigers und Königlich Preußischen Staatsanzeigers" veröffentlicht. Außerdem wird jeder Stelle, welche das „Armeeverordnungsblatt" erhält, ein Exemplar der Verlustliste überwiesen. Den Landräten wird eine Anzahl von Exemplaren der Verlustlisten übersandt werden, um dieselben in ihren Bureaus und in den Städten ihres Bezirks öffentlich aus- zulegen. In den Stadtkreisen erhalten sowohl die Magistrate als auch die etwa vorhandenen königlichen Polizeiverwaltungen Verlustlisten zur öffentlichen Auslegung, namentlich in den P olizeirevierbureaus. In allen Kreisen(Land- und Stadtkreisen) werden die Namen derjenigen Toten und Verwundeten, welche den de- treffenden Kreisen angehören, ausgezogen werden. Diese Aus- züge sind neben den allgemeinen Verlustlisten öffentlich aus- zulegen und den Redaktionen der Kreisblätter sowie der übrigen im Kreise erscheinenden Tageszeitungen behufs Ver- öffentlichung mitzuteilen. Außerdem tonnen die Verlustlisten im P o st-( E i n z e l-) Abonnement bezogen werden. Der Bezugspreis de- trägt monatlich 60 Pf., vierteljährlich 1,80 M., ohne Bestell- gebühr. Die Bestellungen auf dieses Abonnement nehmen sämtliche Postanstalten des Reichs entgegen. Die zu de- stellenden Listen führen die Bezeichnung„Deutsche Verlust- listen". Sie enthalten die Verluste der gesamte» deutschen Armee und der deutschen Flotte. Der Einzelbezug der Verlustliste bei der Expedition des „Reichs- und Staatsanzeigers" hört mit Einführung des Postabonnements aus. Von der Expedition des„Reichs- und Staatsanzeigers" werden die Verlustlisten also fortan nur an die Abonnenten des amtlichen Blattes mit diesem zusammen ab- gegeben. Zum Minlsterwechsel in Zrankreich. Die„Wiener Arbeiterzeitung' schreibt über den Eintritt unserer Genossen Sembat und Guesde in das französische Ministerium: .Und deshalb regt sich schüchtern die Hoffnung, daß der Ein- tritt der zwei Sozialisten in die Regierung, diese un- mittelbare Verantwortlichkeit für die Geschicke des Landes, die das Proletariat da auf sich nimmt, der Menschheit, die heute auf blutiger Walstatt ringt, zum Heile gereichen könnte. Sie ist heute die Vereinigung zum Schutze deS Vaterlandes, die Verewigung aller Kräfte, um des gewaltigen Anpralls der deutschen Waffen Herr zu bleiben; aber wohl kann sie im Angesicht der Aussichtslosigkeit, dem Gegner den Sieg noch zu entreißen, auch zu dem Entschluß führen, chneller als es die militärische Defensive vermag, die Gefahr für Frankreich durch einm Friedensschluß zu beschwören. Wir sehen noch nichts, was die Verständigung zwischen den beiden Kultur- Nationen ankündigt, wir sehen nur noch Krieg und Krieg. Aber der Hoffnung, daß mit dem Eintritt der Sozialisten in die Regierung diese Möglichkeit näherrückt, dieser ganz leise aufkeimenden Hoffnung soll doch Raum gegönnt werden." /lnnexion französischen Hebiets? Bisher hat die bürgerliche Presse nur ihrem Wunsch nach der dauernden Besitzergreifung Belgiens Ausdruck gegeben. Jetzt scheut man sich nicht— obgleich doch erst ein geringer Teil französischen Bodens besetzt ist— auch bereits die Annexion französischer Gebietsteile zu fordern. Die Industriegebiete Ostfrankreichs erregen den Appetit gewisser Kreise Deutschlands und die„Post", die ja noch vor wenigen Wochen den Krieg mit Oesterreich gegen Rußland als eine Dummheit bezeichnet hat, verlangt ohne Ilmschweife die Einverleibung Französisch-Lothringens, des französischen Ruhr- bezirks. Der Bezirk von Longwy, etwa von Nancy bis Montmsdy, ist bekanntlich der Hauptsitz der französischen Eisenindustrie. Auch die Kanonenfirma Creuzot-Schneider liegt in diesem Bezirk, der sich durch außerordentlich wertvolle Eisenerz- CMinstte) Felder auszeichnet. Die Minette- felder haben einey höheren Eisengehalt, als die dcutsch-loth- ringischen Felder und können fast überall noch im Tagebau gewonnen werden. Die„Post" will nun die wirtschaftliche Schwächung Frankreichs an seiner empfindlichsten Stelle, weil Deutschland dadurch einen Zuwachs an zahlreichen Hütten- werken, reichen Elsenerzfeldern, kurz eine außerordentliche wirt- schaftliche Stärkung erführe. Auch die Lostrennung Luxem- burgs von der unmittelbaren Grenznachbarschaft mit Frank- reich erscheint der„Post" wünschenswert. Daß die Behandlung der sranzösisch-lothringischen Be- völkerung in dem neuen Gebiet schwierig sein würde, trübt selbst der„Post" den schönen Plan, aber sie tröstet sich rasch damit, daß„die deutsche Rechtlichkeit und Ordnung" sich gegen die Widerstrebenden doch durchsetzen werde. Wir haben schon wiederholt betont, daß solche Aus- führungen wie die der„Post" nur geeignet sind, Deutschland im Auslande zu diskreditieren und daß man auch von inner- politischen Rücksichten aus gegen solche Annexionsgelüste Stellung nehmen muß. Die deutsche Verwaltung in Delgien. Aus Sachsen sind 400, aus dem Bezirk der Eisenbahn- direktion Frankfurt a. M. 300 Eisenbahnbeamte nach Belgien beordert worden, um im Betrieb der belgischen Eisenbahnen verwendet zu werden.— Der Frankfurter Staatsanwalt Dr. Bluhme ist zum Generalstaatsanwalt in Brüssel ernannt worden. Die Deutschen in England. Unier der Spitzmarke.Das schamlose England" veröffentlicht eine hiesige Zeitung ein Telegramm ihres Stockholmer Bericht- erstatters aus Hull, dem absolut zuverlässig gemeldet wird, daß in England alle Deutschen unter 40 Jahren in Haft gesetzt werden. Dazu wird uns geschrieben: .Nach den mir zur Verfügung stehenden direkten Londoner brief- lichen und telegraphischen Nachrichten, die bis zu den letzten Tagen reichen und die viele deutsche Reichsangehörige unter 40 Jahren betreffen, kann festgestellt werden, daß alle nicht nur nicht verhaftet, sondern vollständig unbehelligt ihrem Erwerbe nachgehen können, höflichst behandelt werden usw. In mehreren Fällen wird auch mitgeteilt, daß Deutsche, ebenfalls unter 46 Jahren, die sich Studiums halber in London usw. befinden, dieses ruhig fortsetzen dürfen I Den Engländern in Deutschland ist solches nicht mehr möglich."_ politische Leberflcht. Kriegsgefangenen- Lager. Neben den Truppenübungsplätzen scheinen auch besondere Lager für die Kriegsgefangenen hergerichtet werden zu sollen. Nach der .Vossischen Zeitung" hat das Kriegsministerium durch einige Offiziere der Stadtverwaltung des pommerschen Städtchens Bütow milteilen lassen, daß innerhalb der nächsten zwei Monate 3060 Kriegsgefangene in Bütow untergebracht werden würden. Eine Ballgesellschaft wurde bereits angewiesen, Baracken aufzustellen. Ein Bataillon Landsturm, 1000 Mann stark, soll zur Bewachung der Gefangenen nach Bütow beordert werden, so daß die„Einquartierung" rund 10 000 Mann betragen wird, etwas mehr, als unser Bütow überhaupt Einwohner hat.__ Fremde dürfen das Reichsgebiet verlassen. Die„Nordderztsche Allgemeine Zeitung" schreibt:.Nachdem die Eisenbahnen in weiterem Umfange für den allgemeinen Verkehr wieder frei geworden sind, wird den in Deutschland sich aufhaltenden Angehörigen der feindlichen Staaten das Verlasien des Reichs- gebiets gestattet, soweit in ihrem Heimatlande den Deutschen gleich- falls die Erlaubnis zur Abreise erteilt wird. Diese Voraussetzung trifft in beschränktem Umfange für die Deutschen in Rußland zu, da nach einer Erklärung des hiesigen spanischen Botschafters die nicht im wehrpflichtigen Alter stehenden Deutschen Rußland verlassen können. Mit derselben Einschränkung dürfen daher auch die Russen in Deutschland abreisen; die Reise wird voraussichtlich über Däne- mark und Schweden erfolgen und deutscherseits tunlichst erleichtert werden." Staatskassenzahlungen an Ostpreussen. Um den Verhältnissen derjenigen E in w o h n er der Provinz O st Preußen Rechnung zu tragen, die Forderungen an die Staatskasse haben, sind im Hinblick auf die infolge des Kriegszustandes notwendig gewordene zeitweise Verlegung der Regierungshauptkassen und der Mehrzahl der übrigen staatlichen Kassen in der Provinz Ostpreußen die Kasse der Ministerial-, Militär- und Baukommission in Berlin und alle Regierungs- Hauptkassen sowie die Kreis-, Forst- und Zollkassen und die Kassen der Königlichen Polizeiuerwaltungen in den Provinzen zur Zahlungsleistung an die Empfangsberechtigten ermächtigt worden. Die Berechtigten können sich danach mit ihren Forderungen an jede ihnen zunächst liegende derartige Kasse wenden, wo ihnen gegen Vorlegung der behördlichen Benachrichtigungs- oder Festsetzung!» Verfügungen oder sonstiger einwandfreier, die Berechtigung ihrer Forderungen nachweisender Papiere bei genügender persönlicher Legitimation Zahlung geleistet werden wird. Letzte Nachrichten. Weitere Mobilisierung in Frankreich. Genf, 31. August. Ter frauzösische Kriegsininister be- schloß, die Jcchresklasse 1914, die Reserve des aktiven Heeres sowie die älteren Klassen der Territorialarmee einzuberufen« die stüriausig zMSgsMt wMN. e finanziellen Verhältnisse der kriegführenden Staaten.balten, wobei es seine Wechsel immer wieder prolongieren mußte. ſtehen kommen. Bum Kriegführen gehört bekanntlich vor allem Geld, Geld und hmals Geld. Insbesondere trifft dies für einen modernen Krieg t feinen gewaltigen Armeen und ungeheuerlich fostspieligen affen zu. Im Nu werden Millionen und aber Millionen verlungen. Rechnet man fnapp 10 Mark pro Tag und Mann, so ellen sich die Kosten eines Fünfmillionenheeres auf 50 Millionen to Tag und auf 1,5 Milliarden pro Monat. Wie die kriegführenden Staaten dieses Geld aufbringen werden, it borläufig noch nicht bekannt. Das Deutsche Reich hat bechlossen, eine Anleihe von 5 Milliarden zu machen, sowie 300 Millioten aus dem Kriegsfonds zu entnehmen. Wie diese Anleihe aber bergeben, welche Summen sie effeftiv einbringen wird, ist noch unbekannt. England hat ebenfalls eine Zweimilliardenanleihe beschlossen. Am 22. August sind davon 15 Millionen Pfund( 300 Millionen Mart) Schazanweisungen mit sechsmonatlicher Frist vergeben worden, die fast dreifach gezeichnet wurde. Wahrscheinlich werden auch die anderen Staaten denselben Weg beschreiten und sich bemühen, innere Anleihen aufzunehmen. In welchem Maße dies ihnen aber gelingen wird, läßt sich im voraus nicht sagen. Denn die meisten Staaten sind schon auch ohnehin mit hohen Schulden belastet. So stellt sich die Staatsschuld Frankreichs auf 26 750 Millionen Marf, die Rußlands auf 19 150, Japans auf 5238, Desterreich- Ungarns auf( 1912) 7400 Millionen Mart und Belgiens auf 2992 Millionen Mark. Es handelt sich also um riesige Summen, die im hohen Maße das Budget dieser Staaten belasten. Frankreich hat jährlich für Schuldendienst nicht weniger als 1062,5 Millionen, Rußland 871, Japan 300,3, England 394,2 und Belgien 132,0 Milliomen aufzubringen. Am schlimmsten liegen wohl die Verhältnisse in OesterreichURANIA Taubenstraße 48/49. 8 Uhr: Lüttich und das belgische Land. Gartenbühne Rose- Theater Franti. St.132 Konzert u. Vorstellung. Eintr. frei. Mittwoch, 2. September, im Theater: Deutschland über alles. Reichshallen- Theater. Stettiner Sänger! Glänzendes Programim. Anfang 8 Uhr. Sonntags7, Uhr Für Militärpersonen und deren. Angehörigen völlig freier Zutritt zu d. Stettiner Sängern und Theater. Todes- Anzeigen Deutscher Metallarbeiter- Verhand Verwaltungsstelle Berlin. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Schleifer Walter Lietz Zehdenicker Str. 19 am 28. Auguft an Lungenleiden gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Dienstag, nachmittags 4 Uhr, ZionsDanksagung. Allen Freunden und Bekannten sowie dem Wahlverein, dem Volfschor Tempelhof- Mariendorf, dem Berein der freien Gastwirte in Schöneberg und der Kranken- und Sterbekasse der Metallarbeiter jage ich für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung meines Mannes meinen besten Dank. 54A Witwe Elise Becker nebst Tochter. Danksagung. Sage biermit dem 6. Wahlkreis, Ungarn und in Rußland. Oesterreich- Ungarns Finanzen bon 1266,5 Millionen en im Jahre 1904/05 auf 2228,3 Millionen sind völlig zerrüttet; es fonnte schon seit einigen Jahren Geld nur im Jahre 1908/09 und auf 2493,97 Millionen Yen im Jahre 1912/13. durch Ausgabe von furzfristigen, hochverzinslichen Schatzscheinen er-| Sein neuerliches Abenteuer wird ihm auf jeden Fall nicht billig au Unter allen Staaten. macht England insofern eine Ausnahme, A u BI and hat umgekehrt zu Anfang dieſes Jahres einen Barbestand von 500 Millionen Rubel( über eine Milliarde Mark) be- als es in den letzten Jahren, bedeutende Beträge seiner Schuld sessen, von dem wohl sehr viel während der Börsentrise in Papieren abgetragen hat. Der englische Markt wird wohl die neue Staatsfestgelegt ist, die jetzt so gut wie wertlos sind. Die russische Regie- schuld auch am leichtesten aufnehmen können. Dagegen rief die rung hat nämlich während der letzten Börsentrise den Banken letzte Emission in Frankreich einen heftigen Kurssturz hervor, was 100 Millionen Rubel zur Verfügung gestellt, die sie nun wohl im auf die Versteifung des französischen Geldmarktes hindeutet. Die Börsenspiel ganz verloren hat; auf jeden Fall jetzt nicht mehr flüssig Tatsache, daß die Bank von Frankreich Ausweise nicht mehr vermachen kann. Ein sehr großer Teil des Barbestandes befindet sich öffentlicht und Wechsel zu dem für Frankreich hohen Disfentiaz im Auslande zur Zahlung von Zinsen, so daß auch dieser nicht für von 5 Proz. diskontiert, zeigt ebenfalls, daß Frankreich mit Geldden Krieg verwendbar ist. Wahrscheinlich wird Rußland zur Papier- schwierigkeiten zu kämpfen haben wird. geldpresse Zuflucht nehmen. Die russische Staatsbank hat wie alle anderen Zettelbanken die Einlösung der Kreditbilletts eingestellt. Ferner wurde ihr gestattet, 1,2 Milliarden Rubel nicht gedeckte Noten auszugeben. Bis jetzt durfte sie nur 300 Millionen solcher Noten ausgeben. Da die russische Staatsbant gegen Ende Juli den gesamten Notenumlauf in der Höhe von 1,6 Millarden Rubel durch Gold gedeckt hielt, so vermag sie der Regierung mindestens eine Milliarde Rubel zur Verfügung stellen. Daß diese Summe nicht reichen wird, um die Kosten des Krieges zu decken, zeigt schon das Beispiel des ostasiatischen Krieges, der doch noch als ein Kinderspiel gegenüber dem jezigen zu betrachten ist. Der Krieg von 1904/5 hat die Staatsschuld um rund zwei Milliarden Rubel vermehrt. Gleichzeitig wurde der freie Barbestand von 381 Millionen Rubel gänzlich aufgezehrt. Hat aber Rußland selbst in den relativ guten Jahren 1907 bis 1913 mit den gewöhnlichen Staatseinnahmen nicht auskommen fönnen und seine Schuld noch bedeutend erhöhen müssen, wo wird es jetzt die Mittel zu einem langen; europäischen Krieg hernehmen, wenn es nicht die Staatsbant zu weiteren Notenausgaben zwingt? Sehr start ist auch die japanische Staatsschuld angewachsen, In Deutschland scheint der Geldmarkt allmählich in normale Bahnen gelangt zu sein. Möglich aber, daß die Verabsehung des Zinsfuẞes bloß eine Folge der allgemeinen Geschäftsstodung ist. Beachtenswert ist ferner der normale Kriegsetat der Staaten, d. H. jene Mittel, die den Kriegführenden jetzt ohne weiteres zur Verfügung stehen. Diese betragen in Deutschland 2245,6 Millionen Mart, in Rußland 1835 Millionen, in England 1640,9, in Franfreich 1289, in Desterreich- Ungarn 726,6 und in Japan 395,9 Millionen Mark. Deutschland verfügt also, zusammen mit den neuen Krediten, über 7,5 Milliarden Mark, die für fünf bis sechs Monate Kriegsführung reichen können. Frauen- Leseabende. Steglit. Mittwoch, den 2. September, abends 29 Uhr, bei Schell hase, Ahornstraße 15a, Zentralverband der Fleischer. Mittwoch, den 2. September, abends 9 Uhr: Mitgliederversammlung in den„ Musikerfälen", Kaiser Wilhelm Straße 31. Bortrag des Kollegen P. Bergmann über:" Rechtsverhältnisse und Strieg". Deutscher Metallarbeiter- Verband, Verband der Brauerei- und Mühlenarbeiter Verwaltungsstelle Berlin. N 54, Linienstr. 83-85. Telephon: Amt Norden 1987, 1239, 9714, 185. Bureau geöffnet von 9-1 Uhr und von 4-7 Uhr. Achtung! Bauanschläger. Achtung! Donnerstag, den 3. September 1914, abends 8 Uhr: und Verwandt er Berufsgenossen. Zahlstelle Berlin. Geschäftsstelle: C 54, Mulackstr. 101. Fernspr.: Amt Norden 4518. Diejenigen ausgesteuerten sowie die noch nicht unterstützungsberechtigten Mitglieder unserer Zahlstelle, welche seit bem 1. Juni 1914 im Stadtkreis Berlin wohnen, werden ersucht, sich zwecks Erlangung der von der Stadt Berlin bes willigten Arbeitslosenunterstüßung in unserer Geschäftsstelle, Muladstr. 10, zur Arbeitslosenkontrolle zu melden. bem Rauchlub Apfelblüte unb ber Branchen- Versammlung 43/17 felbftändigen Schuhmacher InnungGef. sowie allen Beteiligten bei der Beerdigung meines lieben Mannes meinen besten Dank. Witwe Helene Rößler nebst Kindern. Spezialarzt A Dr. med. Wockenfuß, Friedrichstr. 125,( Oranienb. Tor) für Syphilis, Harn- u. Frauenleiden Ehrlich- Hata- Kur( Dauer 12 Tage). Blutuntersuchung, Schnelle, sichere schmerzlose Hailung ohne Berufsstörung Teilzahlung. Spr. vorm. 9- Nm. 8, Sonnt. 9-11. Spezialarzt f. Haut, Harn, Frauenleiden, nerv. Schwäche, Beinkranke jeder Art, Ehrlich Hata Kuren in u. Co. konz. Laborat. j Bluts untersuchung., Fäden i. Harn usw. Dr. Homeyer Friedrichstr. 81, gegenüber Panoptikum Spr. 10-2, 5-9, Sonnt. 11-2. Honorar mäßig, auch Teilzahl. Separates Damenzimmer. Arbeiter von der Reichenhalle bes Bufen Gesundheits- Bibliothek Kirchhofes in NiederschönhausenNordend aus statt. Rege Beteiligung erwartet Die Ortsverwaltung. Jedes Heft 20 Prg. Verband der Maler, Lackierer, Anstreicher etc. Bureau: Melchiorstr. 28, part. Arb. Nachw.:Gormannst.13 Fernſpr.: Amt morispl., 27. Filiale Berlin. pr. Robben 379117 Donnerstag, den 3. September 1914, abends 8½ Uhr: Sektionsversammlung der Lackierer zeit. im Gewerkschaftshaus, Engelufer 15. Tagesordnung: 1. Die Maßnahmen unserer Organisation während der Kriegs. 2. Diskussion. Zahlreiches Erscheinen erwartet Frauen Begräbniskaffe der = in Schriftgießereien beschäftigten Arbeiter Berlins. Am Donnerstag, den 3. September, abends 6 Uhr, findet bei P. Zimmermann, 2ilhelmftr. 2, eine Außerordentliche General- Versammlung ftatt. Tagesordnung: 29765 1. Wahl eines ersten Vorsitzenden. 2. Verschiedenes. Es liegt im Interesse aller Mitglieder, zu dieser Versammlung zahlreich und pünktlich zu erscheinen. Der Vorstand. 137/13 Die Sektionsleitung. im Gewerkschaftshause, Engelufer 15, Saal 3: Tagesordnung: 1. Verbandsangelegenheiten.- 2. Wahl zur Ergänzung der Agitations. tommission. 3. Verschiedenes. Mitgliedsbuch legitimiert. In Anbetracht der äußerst wichtigen Tagesordnung ist das Erscheinen aller Kollegen dringend notwendig. 124/12 Die Agitationskommission. Buchhandlung Vorwärts Lindenstraße 69. SPE Die Ortsverwaltung. 3. A.: 2. Hodapp. Kleine Anzeigen. Verkäufe. Taschenbuch für Gartenfreunde Ein Ratgeber für die Pflege und sachgemäße Bewirtschaftung des haus. lichen Bier, Gemüse- und Obit. gartens Zweite bérmehrte Deutsch- Französisch- Russische Beete Ruflage, Rit 187 TestKriegskarte Maßstab 1: 2 000 000. Format 88 X 71 cm. Karte Preis 1 Mk. der Deutsch- Französischen Grenzlande Maßstab 1: 1 000 000. Format 75 X 55 cm. Karte Preis 80 Pt. der Deutsch- Russischen Grenzlande Maßstab 1: 2 000 000. Format 55 X 82 cm.. Preis 1 Mk. Karte von Europa Maßstab 1: 9 350 000. Format 88 X 71 cm. Preis 1,50 Mk. Feldbrief- Mappe 5 vorschriftsmäßig bedruckte Feldpost- Briefumschläge nebst Briefbogen sowie 5 Feld- Postkarten 10 Pf. Berlin SO. 16, abbildungen. Preis 3,50 Mart. Erpe. dition Vorwärts, Lindenstr. 69. Möbel. Möbelhandlung Mariannen ftrage 25, billige Preise. Teilzahlung gestattet. Borwärts" lejer 3 Prozent Nabait. 8908* Möbel! 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Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion feine Verantwortung. Schnüght Goldfarbe. Infund hoitetabock! die beste daher verbreitetste Marke Deutschlands. Berantw. Redakt.: Alfred Wielepp, Neukölln. Inseratenteil verantw. Th. Glode, Berlin. Drudu. Verlag: Borwärts Buchdr. u. Berlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 1 Beilage u. Unterhaltungsbl. 8. Nr. 238. 31. Jahrgang. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. 14. Verlustliste. 8. Infanterie- Brigade: 1 Offizier tot. Grenadier- Regiment 1: 2 Mann verwundet. Grenadier- Regiment 2: 1 Mann verwundet. Landwehr- Infanterie- Regiment 4: 1 Unteroffizier verwundet, 2 Mann tot, 11 Mann verwundet, 24 Mann vermißt. Grenadier- Regiment 5: 1 Unteroffizier verwundet, 4 Mann tot, 14 Mann verwundet. Grenadier- Regiment 6: 1 Mann verwundet. Grenadier- Regiment 7: 4 Mann verwundet. Grenadier- Regiment 8: 1 Offizier verwundet, 1 Mann tot, 2 Mann verwundet. Reserve- Infanterie- Regiment 8: 1 Mann verwundet. Infanterie- Regiment 21: 3 Mann verwundet. Infanterie- Regiment 22: 2 Offiziere verwundet, 1 Mann verwundet. Infanterie- Regiment 23: 1 Mann verwundet. Infanterie- Regiment 25: 2 Offiziere verwundet, 14 Unteroffiziere verwundet, 3 Mann tot, 105 Mann verwundet. Landwehr- Infanterie- Regiment 30: 1 Unteroffizier tot, 4 Mann tot, 1 Mann verwundet, 3 Mann vermißt. Infanterie- Regiment 31: 1 Offizier verwundet, 2 Unteroffiziere tot, Unteroffiziere verwundet, 7 Mann tot, 43 Mann verwundet, 8 Mann vermißt. verwundet, 5 Mann verwundet. Infanterie- Regiment 38: 1 Offizier verwundet, 3 Unteroffiziere Infanterie- Regiment 42: 1 Unteroffizier verwundet, 2 Mann Infanterie- Regiment 42: 1 Unteroffizier verwundet, 2 Mann tot, 13 Mann verwundet, 2 Mann vermißt. Infanterie- Regiment 43: 1 Offizier verwundet, 1 Unteroffizier tot, 3 Unteroffiziere verwundet, 11 Mann tot, 27 Mann verwundet, Reserve- Fußartillerie- Regiment Nr. 3: 1 Mann verwundet. Fußartillerie- Regiment 4: 1 Mann verwundet. Fußartillerie- Regiment 11: 1 Mann verwundet. Pionier- Bataillon 11: 1 Mann tot. Dienstag, 1 September 1914. beranlaßt, die Herren Bezirksvorsteher auf die Beobachtung unserer Verfügung vom 13. August nachdrücklist hinzu. weisen. Danach sind die Herren Bezirksvorsteher ermächtigt, in Notfällen, ohne das Ergebnis von Recher. Pionier- Bataillon 15: 1 Offizier verwundet, 2 Unteroffiziere chen abzuwarten: verwundet, 1 Mann verwundet, 3 Mann vermißt. Feld- Gendarmerie: 1 Unteroffizier verwundet. Feld- Lazarett 10, 1. Armeekorps: 1 Unteroffizier verwundet. Bezirks- Kommando Allenstein: 1 Mann verwundet. Landsturm- Bataillon Hirschberg: 1 Mann verwundet. Landsturm- Bataillon Memel: 1 Mann tot. Landsturm- Bataillon 3 Tilsit: 1 Mann tot, 1 Mann verwundet An Krankheit gestorben: Füsilier Regiment 39: 1 Unters offizier; Infanterie- Regiment 175: 1 Mann; JägerBataillon 1: 1 Mann; II. 2andsturm InfanterieBataillon Mosbach: 1 Mann. Dazu kommen noch die Verlustlisten Nr. 3 der bayerischen und der württembergischen Armee. Aus Groß- Berlin. Kriegshilfe der Berliner Fach- und Fortbildungsschulen. Die Lehrförper aller Berliner Fach- und Fortbildungsschulen haben sich zusamengeschlossen, um nach einem von dem Herrn Dr. Grundscheid, entworfenen Blane in gemeinDirektor des gesamten Fach- und Fortbildungsschulwesens, ſamer Arbeit mit den Schülern und Schülerinnen die Not lindern zu helfen, die durch den Krieg entsteht. lindern zu helfen, die durch den Krieg entsteht. In den vom Minister für Handel und Gewerbe bestimmten Grenzen Mädchen- Fortbildungsschulen werden die Schülerinnen in den für die im Felde stehenden Soldaten Strümpfe, Pulswärmer usw. herstellen. Diese Arbeiten werden im engsten Anschluß an die Berliner Organisation des Vaterländischen Frauen bereins ausgeführt; er hat die Muster geliefert und erhält die fertigen Sachen zur Weitergabe an die Truppen. Den Infanterie- Regiment 55: 1 Offizier verwundet, 6 Mann ver- Frauen und den älteren Schülerinnen in den Klassen für Brigade- Ersatz- Bataillon 56: 1 Offizier verwundet, 3 Unter- Weißnäherinnen wird Gelegenheit geboten, für im Felde offiziere tot, 4 Unteroffiziere verwundet, 8 Unteroffiziere vermißt, 1 Mann vermißt. Infanterie- Regiment 49: 2 Mann tot. Infanterie- Regiment 53: 2 Offiziere verwundet, 10 Unteroffiziere verwundet, 152 Mann verwundet.. wundet. 9 Mann tot, 48 verwundet, 66 bermißt. Infanterie- Regiment 58: 1 Mann verwundet. Ersatz- Bataillon Infanterie- Regiment 58: 2 Unteroffiziere verlich abgegeben werden. Die Empfänger sind bisher mit Hilfe wundet, 2 Mann verwundet. Jufanterie- Regiment 59: 2 Mann verwundet. Reserve- Infanterie- Regiment 60: 4 Mann verwundet. Landwehr- Infanterie- Regiment 66: 1 Offizier verwundet, 1 Unteroffizier tot, 1 Mann verwundet. Infanterie- Regiment 72: 5 Mann verwundet. Reserve- Infanterie- Regiment 72: 2 Offiziere verwundet, 2 Mann Reserve- Infanterie- Regiment 72: 2 Offiziere verwundet, 2 Mann Füfilier- Regiment 73: 4 Offiziere verwundet, 1 Unteroffizier berwundet. berwundet, 31 Mann verwundet. Infanterie- Regiment 84, Maschinengewehr- Kompagnie: ein Mann tot. Ersatz- Bataillon Infanterie- Regiment 841 Unteroffizier ber wundet, 5 Mann verwundet. berwundet, 2 Mann vermißt. Infanterie- Regiment 140: 2 Mann tot. Jufanterie- Regiment 147: 3 Mann tot, 9 Mann verwundet. Infanterie- Regiment 149: 1 Unteroffizier tot. Reserve- Infanterie- Regiment 169: 2 Mann verwundet. Infanterie- Regiment 172: 8 Mann verwundet. Garde- Jäger- Bataillon: 1 Mann verwundet. stehende Angehörige Wäsche und Unterkleider anzufertigen. In den Schulfüchen wird von den Schülerinnen nur noch für notleidende Personen gekocht. Es konnten bereits wöchentlich 1750 Portionen fräftiges, schmackhaftes Essen unentgeltder Armenkommissionen ausgewählt worden; künftig geschieht es gemeinsam mit dem Nationalen Frauendienst. Lehrer und Lehrerinnen, die von ihren Schülern hören, wo Notstände bestehen, haben sich bereit erklärt, die Familien aufzusuchen und ihnen mit Rat und Tat beizustehen. An jeder Mädchen- Fortbildungsschule hält sich eine Gruppe von Lehrerinnen und Schülerinnen zu jeder Dienstleistung bereit, die bei der Verpflegung durchziehender Truppen nötig wird. Zur Beschaffung von Geldmitteln wird in den Schulen gesammelt. Die Gelder werden an die Sammelstelle der Berliner Stadtkasse abgeführt. Bis jetzt sind bereits 4900 Mart eingegangen. Ehrenamtliche Helfer gesucht. Aus dem Zweckverband. 1. an Familien von Kriegsteilnehmern im Einverständnis mit dem Herrn Vorsitzenden ihrer Unterſtüßungsfommission auch vor der Beschlußfassung durch lettere jofortige Unterstüßungen auszuzahlen, 2. an Personen, die durch den Krieg in Not geraten find, ohne daß ein Mitglied. ihrer Familie ins Feld gegangen ist, aus dem allen Herren Bezirksvorsteherit überwiesenen sogenannten eisernen Fonds von 200 m. auf eigene Verantwortung eine sofortige Unterstützung von je 5 bis 10. Mark auszuzahlen. Sobald von diesem eisernen Fonds etwa 150 Marf ausgegeben sind, ist seine Ergänzung auf 200 Mart bei unserem Generalbureau schleunigst zu beantragen. Namentlich von der leztgenannten Ermächtigung zugunsten der Nichtkombattanten wird dem Vernehmen nach vielfach nicht genügend Gebrauch gemacht. II. Es ist ferner bei uns Klage darüber geführt worden, daß einige Herren Bezirksvorsteher nicht täglich ihre Sprechstunden abhalten. Wir ersuchen aufs drin der jezigen ersten Zeit, in der die unbemittelten Kreiſe viel gendste, dies zu ändern, wo es etwa der Fall sein sollte. In fach so hart betroffen werden, darf unter feinen Umständen eine Verzögerung der eingegangenen Unterstüßungsgesuche eintreten. Wir vertrauen, daß die Herren Bezirksvorsteher bestrebt sein werden, ihrer verantwortlichen und wie wir gerne aner kennen, oft nicht leichten Aufgabe auch in diesem Punkte im Interesse des Vaterlandes vollauf zu genügen. III. Aus Anlaß eines mir vorgetragenen Wunsches des Roten Kreuzes werden die Herren Bezirksvorsteher ersucht, Bedürftige in keinem Falle an das Rote Kreuz im Reichstag zu schicken, da dort keinerlei Unterstügungen irgendwelcher Art mehr verabfolgt werden." Freigabe von Benzin. Das Polizeipräsidium teilt mit: Die Freigabe von Benzin, Benzol und sonstigen leicht siedenden Petroleum- und Teeröl- Destillaten, die für den Betrieb von Explosionsmotoren geeignet sind, kann im Interesse der Heeresversorgung nur in beschränktem Umfange an Privatpersonen stattfinden. Für den Landespolizeibezirk Berlin fommen hauptsächlich Krankenhäuser und Aerzte in Frage, sowie Fabriken und sonstige Betriebe, die Heereslieferungen auszuführen haben und hierfür müssen mit Begründung versehen sein und sind an das zuBenzin oder Benzol nicht entbehren fönnen. Freigabegesuche ständige Polizeirevier zu richten, welches die Weitergabe an die entscheidende Militärdienststelle( Inspektion des MilitärLuft- und Kraftfahrwesens Berlin- Schöneberg) veranlaßt. Die Verkaufsstellen werden hierdurch angewiesen, ant Sonnabend jeder Woche die Freigabescheine, die vom Verkäufer bei Abgabe des Benzins einzubehalten sind, an das Polize bezirksamt Berlin- Mitte, Moltenmarkt 1, einzusenden. Infanterie- Regiment 85: 4 Offiziere verwundet, 6 Unteroffiziere Aus Anlaß der Drganisation der von der Stadt Berlin berwundet, 1 Mann tot, 47 Mann verwundet, 7 Mann vermißt. in die Wege geleiteten Arbeitslosenfürsorge werden im AnInfanterie- Regiment 112: 1 Offizier tot, 1 Unteroffizier verschluß an die bestehenden Kommissionen für die Festsetzung von Die Fürsorge für Arbeitslose in Charlottenburg. mißt, 1 Mann tot, 3 Mann verwundet, 4 Mann vermißt. Unterſtügungen an die Angehörigen der Kriegsteilnehmer neue Vom städtischen Pressedienst wird folgendes mitgeteilt: Seit Ersatz- Bataillon Infanterie- Regiment 112: 1 Mann tot, 1 Mann Drgane gebildet werden. Ausbruch des Krieges bis zum 26. August sind in Charlottenburg Aufforderungen, an diesem Dienst für die Arbeitslosen in 5180 Fällen Unterstübungen gewährt, deren Gesamthöhe 147 268 mitzuwirken, werden in den nächsten Tagen an die Ehren- Mart beträgt. Diese Unterstützungen sind nicht nur den Angebeamten der Stadt ergehen. Der Magistrat spricht im hörigen bedürftiger Kriegsteilnehmer zugute gekommen, sondern Vertrauen auf die so oft bewährte Arbeitsfreudigkeit der auch solchen Personen, die unmittelbar durch den Krieg, namentlich Ehrenbeamten die Erwartung aus, daß sie auch der Mit- infolge Erwerbslosigkeit, in Not geraten sind. Die Stadt Char. arbeit in dieser sozialen Fürsorge für die Arbeiter sich nicht lottenburg hat von der Zahlung besonderer, ihrem Betrage nach entziehen werden. feststehender Arbeitslosenunterstützungen, wie sie die Stadt Berlin Jäger- Bataillon Nr. 2: 1 Unteroffizier tot, 1 Mann tot. eingeführt hat, abgesehen. Sie unterstützt vielmehr im EinverJäger- Bataillon 6: 1 Offizier tot, 5 Unteroffiziere tot, 6 Unternehmen und unter Beihilfe des Charlottenburger Hauptausschusses offiziere verwundet, 11 Mann tot, 41 verwundet, 7 vermißt. Den Ausschuß des Zweckverbandes hatte sich gestern mit für vaterländische Hilfsarbeit während des Krieges die Arbeitslosen Kürassier- Regiment 1: 1 Mann verwundet. dem Antrage der Großen Berliner Straßenbahn zu beschäf- nach Maßgabe der Eigenart jedes Einzelfalles. Die Unterstützung Kürassier- Regiment 4: 1 Unteroffizier verwundet, 1 Mann vertigen, den Straßenbahnverfehr nach 12 Uhr nachts derart ein- wird von den für die Kriegsunterstüßung zuständigen Kommissionen zuschränken, daß zwischen 12 und 1 Uhr nur auf einigen be- festgesezt und trägt nicht den Charakter der Armenunterstützung. stimmten Linien Wagenzüge laufen sollten und auf anderen Gine mit Rücksicht auf die Beschlüsse der städtischen Körperschaften Linien den Nachtbetrieb zu beschränken. Der Verbandsaus- in Berlin erfolgte erneute Erörterung der Angelegenheit in der schuß lehnte mit aller Entschiedenheit ab, brachte vielmehr Deputation zur Beratung über die auf dem Gebiete der städtischen zum Ausdruck, daß der Verkehr auf Straßenbahn wie Arbeitslosenfürsorge getroffenen Maßnahmen hat keine Veranlas Untergrundbahn den gestellten Anforderungen nicht gerecht sung gegeben, den bisherigen Standpunkt zu ändern. werde. Die Straßenbahn ist zeitweise derart besetzt, daß eine Einschränkung des Verkehrs durchaus ungerechtfertigt ist. Die Untergrundbahn hat sogar einen Eingang geschlossen und Ulanen- Regiment 7: 1 Unteroffizier tot, 1 verwundet, 1 Mann weibliches Personal an die Stelle gestellt, an der früher männliche Personen gestanden haben. wundet. Dragoner- Regiment 10: 6 Mann tot, 1 Offizier verwundet, 2 Mann vertvundet, 6 Mann vermißt. Dragoner- Regiment 13: 2 Mann verwundet. Dragoner- Regiment 14, Ersatz- Eskadron: 1 Mann tot. Dragoner- Regiment 23: 1 Mann verwundet. Reserve- Husaren- Regiment 2: 1 Unteroffizier tot, 5 Mann berwundet. Ulanen- Regiment 1: 1 Mann verwundet. Ulanen- Regiment 6: 2 Mann tot, 3 verwundet, 2 vermißt. bermißt. Ulanen- Regiment 8: 1 Unteroffizier verwundet, 1 Offizier vermißt, 6 Mann verwundet, 1 Mann vermißt. Ulanen- Regiment 11: 1 Mann verwundet. Ulancu- Regiment 14: 1. Offizier verwundet, 1 Unteroffizier tot, 1 verwundet, 5 Mann verwundet, 1 vermißt. Regiment Jäger zu Pferde 7: 1 Unteroffizier verwundet, 3 Mann verwundet. Schweres Reserve- Reiter- Regiment 3: 1 Unteroffizier tot, 1 verSavallerie- Grjay- Abteilung: 1 Mann tot, 1 verwundet, 5 vermißt, 1 Unteroffizier vermißt. wundet, 5 Mann tot, 5 verwundet. 2. Landwehr- Eskadron: 1 Unteroffizier tot. Feld- Artillerie- Regiment 5: 3 Mann verwundet, Feld- Artillerie- Regiment 8: 1 Unteroffizier verwundet, 9 Mann berwundet. Feld- Artillerie- Regiment 11: 1 Offizier verwundet, 1 Unteroffizier berwundet, 6 Mann verwundet, 1 Mann vermißt. Feld- Artillerie- Regiment 15: 8 Mann verwundet. Feld- Artillerie- Regiment 16: 11 Mann verwundet. Feld- Artillerie- Regiment 24: 1 Mann verwundet. Feld- Artillerie- Regiment 35: 1 Offizier verwundet, 1 Mann verwundet. Feld- Artillerie- Regiment 36: 1 Mann tot. Feld- Artillerie- Regiment 37, II. Abt.: 1 Unteroffizier verwundet, 1 Mann verwundet. Feld- Artillerie- Regiment 51: 1 Mann verwundet. Feld- Artillerie- Regiment 71: 1 Mann tot. Feld- Artillerie- Regiment 72: 2 Unteroffiziere verwundet, 2 Mann tot, 4 verwundet. Landwehr- Feldartillerie- Abteilung: 13 Mann tot, 3 Offiziere berwundet, 9 Unteroffiziere verwundet, 45 Mann verwundet, 4 Mann bermißt. Von der Großen Berliner Straßenbahn wird uns hierzu mitgeteilt: Der heute vom Zweckverbandsausschuß beratene Die Gemeindevertretung von Bohnsdorf beschäftigte sich mit einem Antrage unserer Genossen auf Gewährung von Arbeits. losen unterstützung. Einstimmig wurde ein Antrag ange= nommen wonach verheiratete Arbeitslose 6 M. und unverheiratete 4 M. pro Woche erhalten sollen. Unterstützt wird vom 1. Sepember jeder, der länger als 14 Tage arbeitslos und älter als 18 Jahre ist. Die Adlershofer Gemeindevertretung behandelte in ihrer letzten Antrag auf Einschränkung des Nachtverkehrs von 12 und Ein- Sihung den von unseren Genossen gestellten Antrag auf Unterstellung von 1 Uhr ab ist in der Erwartung gestellt worden, stügung der Arbeitslosen. Da den Bürgerlichen die Grörterung des daß wegen des Landsturmaufgebots eine Einschränkung der Antrages in öffentlicher Sigung unangenehm war, so wurde der Gesamtbetriebsleistungen notwendig werden würde. Wie selbe in geheimer Sizung behandelt. Das Resultat war, daß ein bereits mitgeteilt, steht jedoch zu erwarten, daß mit Rücksicht endgültiger Beschluß erst nach 14 Tagen gefaßt werden soll. Bis auf die inzwischen erfolgten Neuanstellungen eine solche Ein- dahin ist dr Gemeindevorstand an den Unterstützungsanträge zu schränkung nicht erforderlich werden wird. Dadurch wurde der richten sind ermächtigt, nach Ermessen eine Unterstützung zu Antrag gegenstandslos. Die städtische Straßenbahn hat wie uns mitgeteilt wird von der weiteren Einstellung von Frauen zum Schaffnerdienst abgesehen. Ein Speisefonds für die Arbeitslosen. Die vom Kaiser dem Oberbürgermeister zur Fürsorge für die Arbeitslosen Berlins überwiesenen 50 000 m. follen einem neu zu bildenden Hilfsfonds für die Zwecke der Speisung Arbeitsloser zugeführt werden. Für den gleichen Zweck haben die Allgemeine ElektrizitätsGesellschaft und die Berliner Elektrizitätswerke, welche gemeinfam bereits zugunsten der durch den Krieg in Not geratenen Familien einen Beitrag von 50 000 m. geleistet haben, weitere 30 000 M. der Stadthauptkasse überweisen. Kriegsunterstützung und Bezirksvorsteher. An die Bezirksvorsteher hat der Magistrat folgendes 3ir. fular erlassen: An sämtliche Herren Bezirksvorsteher. Betrifft: Kriegsunterſtüßungen. I. Infolge wiederholter Mißverständnisse sehen wir uns zahlen. Die Gemeindevertretung in Betershagen bei Fredersdorf er klärte sich bereit, Angehörigen der im Felde Befindlichen, sofern eine Bedürftigkeit vorliegt, wie auch den arbeitslos Gewordenen materielle Hilfe zu gewähren, ohne daß diese als Armenunter. Stübung angerechnet werden soll. Bur Prüfung der Ansprüche wurde eine Kommission gewählt. Hilfesuchende und Mittagspause. Ueber die Beratung und Hilfe vom Roten Kreuz im Reichstagsgebäude werden uns Mitteilungen gemacht, die auf einen Mangel an jeberzeitiger Hilfsbereitschaft schließen lassen. Es wird als libel empfunden, daß von 12 Uhr mittags bis 8 Uhr nachmittags eine Pause stattfindet. Während dieser Zeit werden die Hilfesuchenden von Reichtagsdienern abgewiesen, mit dem Bemerken, daß sie um 3 Uhr wiederkommen müßten, da die Damen ihre Mittagszeit hätten. Nicht, daß die Damen ihre Mittagszeit halten ist es, als den Hilfesuchenden unangenehm empfunden wird, sondern, daß während dieser Zeit niemand da ist, der sich der Aermiten annimmt. Eine alte Frau 3. B., die angab, hinbestellt worden zu sein, um sich Speisemarten abzuholen, mußte unverrichteter Sache von dannen gehen. bon ?cr fycürct scheint un-Z darin �n liegen, daß die Damen ihre Täligkeit ehrenainilich au-üben, aber aus ihre reguläre Millags» 'uhe nicht gern verzichten möchten. Wäre eZ nicht besser, wenn von en zahlreichen erwerbslosen weiblichen Personen für diese Tätigkeit geeignete Kräfte gegen entsprechende Bezahlung herangezogen würden, damit den Hilfesuchenden zu jeder Zeit Beistand geleistet iverden könnte? In einer Zeit, wie der gegenwärtigen muß die Not immer bereite Hände vorfinden. Der Vorstand der Walderholungsstätten vom Roten Kreuz tnlt uns mit, daß seine Stätten: Eichkamp,«jchonholz, Sa- dotva, Jungfernheide und Friedrichshagen bis Anfang No- vember d. I. geöffnet sein werden und daß dank der Unter- stützung durch die Abteilung Kriegswohlfahrtspflege des Zen- tralkomitees vom Roten Kreuz bedürftige Familien- angehörigederKriegeruirdder Arbeitslosen dort bei Tagcsaufenthalt unentgeltlich kräftige Verpflegung in stärkender Waldluft finden können. Meldungen i»l Bureau der Walderholungsstätten vom Roten Kreuz, SW., Friedrich- straße 207, werktäglich geöffnet von 10 bis 2 Uhr. „Gut deutsch!" So nennt der«Deutsche Kurier" ein Schriftstück des Friedenauer Gcmeiudeverordneten Kommissionsrats Sachs, der dieser Tage zwei japanische Orden an die Berliner Botschaft mit folgendem Begleit- schreiben zurückschickte: Berlin-Friedenau, im August 1S24. Kaiserl. Japan. Botschaft, Berlin. Anbei empfangen Sie zwei Auszeichnungen lOrden), welche ich von Ihrem Lande nach dem Russisch-japanischen Krieg erhielt, zurück. Auszeichnungen eines gemeinen Räuber- und Lumpen- Packs beschmutzen die Brust eines Deutschen und passen nicht neben einem Preuh. Roten Adler-Orden. Wie mit anderer hinter- listiger Verbrecherbande abgerechnet loird, so kommt sehr bald die Zeit der Vergeltung für euch Gesindel mit der ewig lächelnden viehischen gelben Fresse. Heinrich Sachs, Kgl. KommissionSrat. Daß das Schreiben nach Form und Inhalt„gut deutschen" Ein- druck erweckt, können wir nicht finden. Uns scheint vielmehr, daß der deutschen Bildung durch die Art, wie der Kgl. KommissionSrat seine bisher sicherlich mit aufgeblasenem Stolz getragenen Kriegs auszeichnungen abzuschütteln sucht, erheblich Abbruch getan wird. Das Rote Kreuz. In ganz Groß-Berlin sind jetzt die Helferinnen des Roten Kreuzes eifrig bemüht, milde Gaben für Notleidende zu sammeln. Dadurch wird der Eindruck erweckt, daß diese Spenden auch über Groß-Berlin zur Verteilung gelangen. Dem ist aber nicht so. Die gesammelten Gelder werden nur für den Stadtkreis Berlin der- ivendet, so daß die Vororte dabei leer ausgehen. DaS wird sicher nicht mit Zustimmung der Spender geschehen. Nachdem nun Berlin mir den darum gelagerten Vororten ein einheitliches Wirtschafts- gebilde darstellt, muß auch die Verteilung der Gaben gleichmäßig mit der Einsammlung vor sich gehen. Schließung des Arbeiter-Jugendheims in Rosenthal. Schon seit längerer Zeit erfreut sich unser in einer Gastwirtschaft errichtetes Jugendheim der Aufmerksamkeit der Behörde». So wurde ein Jugendlicher mehrmals aufgefordert, Satzungen sowie das Ver- zeichnis der Vorstandsmitglieder des bestehenden Vereins einzureichen. Da nun ein solcher Verein nicht bestand, konnten die verlangen Mitteilungen nicht gegeben werden, was zur Folge hatte, daß die Vcrhängung einer Geldstrafe von 60 M. angedroht wurde. Die da- 4ftgen eingelegte Beschwerde ist zurückgewiesen worden, die Ver- waltungsgerichre werden sich nun mit dieser Maßnahme zu be- fchäftigen haben. Am Sonnabend, den 22. d. Mts., hat sich nun die Behörde zu weileren Schritten veranlaßt gesehen. Kurz vor Schluß des Heims erschien ein Gendarm und reille eine Anordnung des Landrats mit, daß während des Krieges die Zusammenkünfte verboten sind. Wir können keinen zwingenden Grund finden, der die Behörde veranlaßte, die Zusammenkünfte zu verbieten. Wir glauben auch nicht, daß hier den Wünschen der höheren Stellen entsprochen ivorden und haben deshalb die Hoffnung, daß das Verbot rückgängig gemacht werde._ Für die Familien der Kriegsteilnehmer haben die Deutschen Telephon werke, Zcughosstr. 6—8, folgende Unterstützungen festgesetzt. Die Frauen erhalten pro Woche 5 M., außerdem für jedes Kind 1 M. Die Dauer der zu gewährenden Unterstützungen richtet sick, danach, wie lange der zu den Fahnen Gerufene im Be- triebe beschäftigt war. War derselbe z. B. 16 Monate in den Werken beschäftigt, so erhält die Familie 10 Wochen Unterstützung usw. Frauen, die im Betrieb arbeiten wollen, erhalten keine Unter- stützung. Aus dem Fenster gestürzt hat sich der 31 jährige Kuufmann Fr. Wintermeyer aus Neukölln, der nach einer Irrenanstalt über- geführt werden sollte. Schwer verletzt und besinnungslos wurde er nach dem Krankenhause in Buckow gebracht. Die Eröffnung des vierten Kinderheims in Reinickcndorf-Lst erfolgt heme. Es ist in den Räumen des Arbeiter-Jugend- Heims, Hoppestr. 32. untergebracht und täglich von 6 Uhr früh bis 7 Uhr abends geöffnet. Zur Beaufsichtigung der Kinder, zur Verrichtung der notwendigen Arbeilen haben sich eine Anzahl Genossinnen bereitwilligst zür Verfügung gestellt. Die Mittel zur Unierhaltung fließen aus Sammlungen und Zuschüssen der Gemeinde. Die Bereinigung für Frauenwohnungen ersucht um Angebote unentgeltlicher Wohngelegenheit für Frauen, die durch den Krieg in Not geraten sind. Erwünscht sind besonders möblierte Einzelzimmer und kleine leere Wohnungen mit Küche oder Kochgelegenheit. Meldungen erbeten an die Geschäftsstelle der Vereinigung Motz- straße 38 I, Zimmer 8, täglich 5—7 Uhr. Sttzungstage der Stadt-«nd Gemeindevertretungen. Lichtenberg. Donnerstag, den 3. September, S Uhr, im Rathaus e. Nieder> Schönhausen. Heute Dienstag, nachmittags 6 Uhr, im Rathause. Roscnthal. Donnerstag, den 3. September, abends k Uhr, in der Aula der Gcmeindeschule, Schillerstraße. Diese Sitzungen sind öffentlich. Jeder Gemeindeangehörige ist be- rechiigt, ihnen als Zuhörer beizuwohnen. Gewerkschaftliches. Gegen öie Ueberstunüen. In einer am Sonntag abgehaltenen Versammlung der Berliner Eisen-, Metall- und Revolverdrcher führte der Dranchenleiter Müller aus, daß die Arbeitslosigkeit unter den Drehern zurzeit eine ungewöhnlich große ist. Während in der Woche vom 27. Juli bis 1. August, also unmittelbar vor dem Ausbruch des Krieges, 521 arbeitslose Dreher festgestellt wurden, stieg die Zahl derselben in der folgenden Woche ans 786 und hat jetzt die Höhe von 838 erreicht. Soviele Arbeitslose hatten die Dreher noch nie. Selbst in der schweren Krise des Jahre? 1313 betrug die Höchstzaht der arbeitS- losen Dreher nur 700. Vor dem Ausbruch des Krieges waren 6,1 Proz. aller Dreher arbeitslos, jetzt sind es 10,3 Proz. Die 1 Arbeitslosen gebären zum größten Teil der Gelbmekallindustrie an, die infolge des Krieges sehr stark zurückgegangen ist. Die in der Eisenbranche beschäftigten Dreher haben weniger unter der Arbeits losigkeit zu leiden. Tie Großbetriebe dieses Industriezweiges, die für den Heeresbedarf arbeiten, haben jetzt einen sehr flotten Ge- schäftsgang. Trotzdem, und obgleich von den Mitgliedern des Metall- arbeiterverbandcs rund 18 000, darunter etwa 1300 Dreher, zum Heere eingezogen sind, herrscht gegenwärtig eine so außerordentlich große Arbeitslosigkeit unter den Drehern sowie auch bei anderen Metallarbeitern. Die Zahl der Arbeitslosen könnte erheblich vermindert werden. Insbesondere wäre es auch möglich, Dreher aus der Gelbmetall- industrie in den Betrieben der Eisenindustrie unterzubringen, welche für den Heeresbedarf stark beschäftigt sind. Aber das geschieht leider nicht, sondern die belreffenden Betriebe glauben den an sie ge- stellten Anforderungen dadurch zu genügen, daß sie Ueberstunden machen lassen. Bei B o r s i g in Tegel, wo sonst die achtstündige Schicht üblich war, wird jetzt 11 bis 12 Stunden gearbeitet. Noch ärger ist es bei I a ch m a n n in Borsigwalde, wo die Arbeiter beim Schichtwechsel zwei Schichten hintereinander arbeiten. Bei Hasse u. W r e d e werden ebenfalls Ueberstunden gemacht und Frauen an Revolverbänken beschäftigt. Diese Firma sucht Arbeitskräfte durch Zeitungsinserate in Chemnitz und anderen Orten Sachsens, sie hat aber Berliner Arbeiter, die sich ihr anboten, zurückgewiesen. Bei Schütte u. Deichen, wo Ueberstunden verlangt wurden, weiger- ten sich die Dreher, Ueberstunden zu wa.chen. Sie würbe n deshalb entlassen und nun stehen 30 Bänke leer. Ferner sind noch folgende Firmen festgestellt, wo regelmäßig Ueberstunden gemacht werden: N. A. G. in Oberschöneweide, Ludwig Löwe. C. P. G o e r z, M. Hasse u. Co., Lindower Straße, Berlin- Anhaltische Maschinenfabrik, Zwietusch, Lorenz, Elisabethufer, D i t t m a n n in Wittenau, Fritz Werner, Lützowstrahe, Max W i e d e ck, Koppenstraße, Dr. Max L e v y, Müllerstraße, 2 u f 1 Verkehrsgesellschaft in Johannisthal, Froitzheim u. Rudert in Weißenfee, Gast in Lichtenberg, Kühlstein in Charlottenburg. Der Referent betonte, daß es unverantwortlich ist, wenn jetzt, wo so viele Arbeitslose vorhanden find, Ueberstunden gemacht wev den, die sich ganz gut vermeiden lassen, wenn in den stark beschäfi {igten Betrieben alle verfügbaren Arbeitsplätze besetzt werden und in drei Achtstundenschichten gearbeitet wird.— Dieselbe Ansicht ver traten auch die Diskussionsredner. Erwähnt wurde noch, daß auch die Militärwerkstätten in Spandau 11 bis 12 Stunden arbeiten lassen. Der Ortsverwaltung des MetallabbeiterverbandeS wurden aus der Versammlung Vorwürfe gemacht, weil sie die Mft� glieder nicht veranlasse, die Ueberstunden zu verringern. Cohen, der zu diesen Ausführungen das Wort nahm, sagte unter anderem: Selbstverständlich ist die Ortsverwaltung hinsichtlich des Ueberstundenunwesens derselben Meinung, wie die Kollegen. Es muß ganz entschieden verurteilt werden, daß man von den Arbeitern Ueberstunden verlangt, solange noch Arbeitslose vorhanden sind, die eingestellt werden können. An den Sammlungen, die jetzt veraw staltet werden, um den Notleidenden zu helfen, beteiligen sich auch manche Inhaber großer Betriebe, die Gemeinden werfen Mittel zu denselben Zwecken auZ und man ist überall bemüht, durch Geld Unterstützungen den Notleidenden zu helfen. Man vergißt aber dabei, daß diese Wohltätigkeit nicht viel helfen kann und daß die einzig wirksame Hilfe die Beschaffung von Ar- d e i t s g e l e g e» he i t ist. In dieser Weise die Not lindern zu helfen ist eine soziale Pflicht.— Jetzt, wo der Belagerungszustand herrscht, kann es sehr schwerwiegende Folgen für die Organisation haben, wenn sie von ihren Mitgliedern, die für den Heeresbedarf arbeiten, verlangen würde, die Ueberstunden zu verweigern. Die Ortsverwaltung hat deshalb getan, was unter den gegenwärtigen Umständen in Betracht kommt: Sie hat vor etwa anderthalb Wochen eine Eingäbe an den Kriegsminister gemacht nnd darin ausein- andergesetzt, daß die Leistungsfähigkeit der Betriebe durch lange Arbeitszeit keineswegs erhöht wird, da sich ja die Arbeitsleiswng des einzelnen, wenn er Wochen und Monate hindurch täglich 11 bis 12 Stunden arbeitet, unbedingt vermindern mutz und daß die Be- schäftigung der Arbeitslosen im Interesse einer Herabminderung des Notstandes geboten erscheint. Das Kriegsministerium wird deshalb ersucht, anzuordnen, daß in den staatlichen Militärwerk- statten zu Spandau so viel wie möglich neue Arbeitskräfte einge- stellt werden, und wenn das wegen Mangel an Arbeitsplätzen nicht mehr möglich ist, möge man täglich drei Schichten zu je 3 Stunden arbeiten lassen. In derselben Weise möge das Kricgsministerium seinen Einfluß auf diejenigen Privatbetriebe geltend machen, welche für den Heeresbedarf arbeiten.— Eine Antwort auf diese Eingabe ist bis jtzt nicht eingegangen. Die Orisverwaltung wird nun an das Reichsamt deS Innern das Ersuchen richten, es möge durch eine allgemeine Regelung der Arbeitszeit dafür gesorgt werden, daß mög- lichst viele Arbeitslose Beschäftigung erhalten.— Es wird nun ab- zuwarten sein, welchen Erfolg diese Eingabe haben wird. Nach Schluß der Versammlung konnte festgestellt werden, daß einzelneBetriebe.die bis indie letzte Zeit Ueber- stunden machen ließen, jetzt wieder zur normalen Arbeitszeit zurückgekehrt find. » Die Branche der Maschinenschlosser beklagte in einer Versammlung, die zu derselben Zeit wie die der Dreher stattfand, dieselben Mängel. In einzelnen Betrieben werden zur Ueberarbeit sogar Lehrlinge herangezogen. Bei der Firma Hasse wurde Ar- beitern gesagt, wenn sie Sonntags nicht arbeiten wollten, müßten sie aufhören. Bei den Schlossern gab S i e r i n g dieselben Er- klärungen ab wie Cohen in der Versammlung der Dreher. ES sei dem Verband gelungen, die Behörden zum Eingreifen zu ver- anlassen und diese haben auch schon teilweise Remedur geschafft. Weitere Erfolge sind zu erwarten. Ja, sogar die Sechsstunden- schicht wäre zu erwägen, da in diesem Falle 4 Schichten Arbeiter beschäftigt«erden könnten, auch wenn dabei einzelne Arbeiter etwas weniger verdienen würden als sonst. Jetzt gelte es, für die Allgemeinheit zu sorgen, da könne auf eine kleinere Schädigung einzelner keine Rücksicht genommen werden. Pflicht sei, daß jeder Arbeiter die Ueberarbeit ablehne und der Verbandsleitung sofort Mitteilung mache. SerUn unö Umgegenö. Achtung, Schuhmacher! Der Lohnabzug der Schuhmacher bei der Firma Leiser, Inhaber Julius Klausner(Schuhwarenhaus), beruht auf einem Irrtum. Die Firma hat den abgezogenen Lohn zurückgezahlt und ausdrücklich erklärt, den bisherigen Lohn weiter- zuzahlen. Desgleichen sollen die Frauen sämtlicher zur Fahne einberufenen Arbeiter sechs Mark und für jedes Kind eine Mark wöchentlich an Unterstützung erhalten. Zentralverband der Schuhmacher Deutschlands, .Geschäftsstelle Berlin. Deutsches Kelch. Drohende Arbeitslosigkeit in der Rheinschiffahrt. Für den Rkieinstrom besteht eine Verordnung, die die Be- inannungszifser der Fahrzeuge regelt. Es handelt� sich um den ji 10 der Untersuchungsordnung für deutsche Rheinschijfe. Durch eine am 3. August erlassene Bekanntmachung wurde, da angeblich ein Mangel an Personal vorhanden, die vorgeschriebene Be- mannung wesentlich verringert. Wohl ist es bisher auch schon vor- gekommen, daß die Bemannung der Fahrzeuge nicht vollständig war, dann mutzte aber, da bei den oberrheinischen Firmen ein Tarifvertrag für das Personal besteht, der Lohn des Fehlenden zu zwei Dritteln an die übrige Mannschaft bezahlt werden. Seit der Bekanntmachung glauben nun die Unternehmer es nicht mehr nötig zu haben, diese Vergütung zu zahlen. Die Verringerung der Bemannung brachte also den Unternehmern finanzielle Vor- teile, während das Personal an Land stehen konnte. Das zuzu- lassen, war doch nicht die Absicht der Regierung bei Abänderung der Verordnung. Laut Zeitungsnachricht soll der Landsturm in der Schiffahrt nicht eingezogen werden, um dem Mangels an Personal zu be- gegnen. Eine der größten Mannheimer Schiffahrtssirmen wird wegen Mangel an Beschäftigung ihren Betrieb zur Hauptsache still- legen, teilweise lag der Betrieb schon still; die zur Instandhaltung der Schiffe an Bord verbleibenden wenigen Leute werden auf ein- tägige Kündigung gesetzt. Andere Firmen werden jedenfalls bald nachfolgen. Da kann von einem Personalmangel nicht mehr die Rede sein. Wir bedauern, daß die Arbeiterorganisationen nicht gefragt werden beim Erlaß derartiger Verordnungen; diese hätten schon genügend Personal nachgewiesen und so hätten die Verordnungen gespart werden können. Tie arbeitslosen Rheinschisfer wünschen dringend die Aufhebung der Verordnung und die Wiederherstellung des§ 10 der Untersuchungsordnung für deutsche Rheinschiffe. Ms Jnöuftrie unö yanöel. Ter Krieg und Englands Handel. Der Vertreter eines großen Hause» in Amsterdam gibt eine interessante Schilderung über die Lage des englischen Handels und die Haltung der Vereinigten Staaten aus ihm aus London zu- gegangenen Berichten. Danach sind fast alle Fabriken in Manchester, Birmingham, Glasgow und Liverpool geschlossen. Die Industrie sieht infolge des Niederliegens deS Export» und der Einberufung der Arbeiter still. Die GrotzbankierS können die Lage aushalten. Der kleine Kredit jedoch und die kleine Industrie leide ungeheuer- Der Hauptschaden sei dadurch verursacht, daß der transatlantische Export nicht mehr existiere. Soziales. Buchführen! Buch zu führen ist auch für den Arbeiter vorteilhaft. Tai bestätigte gestern eine Verhandlung vor dem Jnnungs- schiedsgericht. Ein Tischler forderte von dem Meister Grob 47,25 M. Lohnrest. Er hatte seit Monaten nie den vollen Lohnbctrag erhalten. Eben- sowenig war eine glatte Abrechnung erfolgt, ans der der reftierende Betrag hätte ersehen werden können. Der Kläger war vorsichtig genug, genaue Aufzeichnungen zu machen über die erhaltenen Be- träge und seine tatsächlichen Forderungen. Der Meister aber be- gnügte sich mit flüchtigen Notizen auf einem Stück Brett. Daher war auch nicht verwunderlich, daß beim Abgange des Klägers Meinungsverschiedenheiten auftauchten über den zu zahlenden Rest. Der Beklagte wollte nur 10 M. zugestehen. Er beguemle sich schließlich, 30 M. zu zahlen. Damit war der Kläger cinvcr- standen, um weitere Termine zu vermeiden. Aus der städtischen Bauverwaltung. Eine Kollektivilage von acht Zimmerleuten richtete sich gestern vor dem Gewerbegericht gegen die bekannte Firma Reincke u. Co. Der Firma waren von der städtischen Bauverwaltung Arbeiten an den Schutneubauten in der Carmen-Shlva- und Badstraße über- tragen worden. Den städtischen Behörden gegenüber wurde ein Baumeister Meltz als Bauführer ausgegeben. Auch die Kläger hielten ihn dafür, zumal ihnen bekannt war, daß die Stadt Berlin in ihren Verträgen Zwischenmeifter ausschließt. Sie bemertten ihren Irrtum, als sie an mehreren Zahltagen den verdienten Lohn durch Meltz nicht ausgezahlt erhielten und nun von der Firma Reincke u. Co. Bezahlung forderten. Es wurde ihnen eröffnet, daß Meltz ihr Arbeitgeber und die Klage auf Restlohn für drei Wochen gegen ihn zu richten sei. Die Kläger hielten sich jedoch an Reincke ». Co. Die Beklagte legte im Termin die mit Meltz getroffenen Vereinbarungen vor und destritt ihre Passivlegitimation. Aus dem Vertrag ging hervor, daß an Meltz die Arbeiten formell weiter ver- geben wurden. Die Beklagte erbot sich, vergleichsweise ein Drittel der Forderungen zu zahlen, wenn die Kläger auch auf ihre An- sprüche gegen Meltz verzichten würden. DaS lehnten sie ent- schieden ab. Das Gericht wicS die Klagen ab, weil Reincke u. Co. nicht die richtige Beklagte sei. Ter Sachverhalt bedürfte einer eingebenden Nachprüfung seitens der städtischen Bauverwaltung. Auf alle Mlle muß verlangt werden, daß bei städtischen Bauten nicht sogenannte Schiebungen vorkommen�_ Eingegangene Druckschristen. Grfter Unterricht i« der Krankenpflege. Bon Dr. I. Fetzier. 1.25 M., geb. 2 M.— Katechismus für Helferinnen vom Roten Kreuz. Von Dr. Eschle. 70 Ps., geb. 1,26 M.— Aerztliche Rundschau, München. Tie gesamten Vorschriften betr. llnterftüünng.Beihilsennnd itns- Wandsentschädigungen für die im Reichsheer, in der Marine oder in den Schutztruppe« eingestellten Mannschafte» respektive deren Familien. Von C. Mathes. Kartonniert 1,80 M.—®. Braunjche Hosbuchdruckerei, Karlsruhe. Rordost-Frankreich«nd Belgien. 70:100 Zentimeter. S M.— ®. Freytag u. Berndt, Wien 7. Illustrierte Chronik deS Weltkrieges. 1. Heft.»Der Krieg' (Franckhfche Verlagsbuchhandlung, Stuttgart, 30 Pf.), Deutsche Rundschau für Geographie. Herausgegeben von Pros. Dr. H. Hasfinger. Heft 12. A. Hartlebens Verlag in Wien. Jährlich 12 Hefte zu 1,15 W._ Amtlicher Marktbericht der städtilchen Martthallen-Tireltion über den Großhandel in den Zentral-Martthallen.(Ohne Verbindlichleit.) Montag. 31. August. Fleisch: Rindfleisch per 50 kp Mark: Ochsen- fleisch In 78-89, do. IIa 73-77, do. lila 60-70; Bullensleifch I» 71—80, do. IIa 66— 72; Kühe, fett 52—64, do. mager 46—52, greiser 67—70, Lullen. dän. 60—70. Kalbfleisch: Doppellender 100—115; Maslkälber la 05—70, do. IIa 50—60; Kälber ger. gen. 35— 45. Hammelfleisch: Mastlämmer 82—90; Hammel la 75—81, do. IIa 73-79; Schaft 70—80. Schweinefleisch 60—58.- Gemüse, inländisches: Kartoffeln, weiße Magdeburger 50 kg 2,75—3,51', blaue Magdeburger 2.75— 4,00, weiße Koiftrlronen 2,75— 3,50; Roftn- 2,75—3,50; Porree. Schock 0,60-0,80; Sellerie. Schock 3-7.50; Spinat 50 k« 6,00—9.00: Schoten 50 kg 18,00— 25,00; Mohrrüben 2,00-2,50; Bohnen 50 kx 5,00-6,00; Wachsbohnen 50 kg 10,00—15,00; Puffbohnen 50 kg 10,00-15,00. Kohlrabi Schock 0,60—1,00; Wirsingkohl Schock 3,00-7,00; Weißkohl Schock 2,50—7,00, Rottohl, Schock 3,50—9; Kohlrüben Schock 3—4,50; Blumentohl, Ersurter, 100 St. 6,00—16.00. Meerrettich Schock 7,00-12,00, do. 50 kg 00,00; Petersilienwurzel Schockbund 1.00— 3,00: Radieschen Schockbund 0,70—1,00; Salat Schock 1,50 61» 2,50; Zwiebeln. 50 kg 8,00—4,00: Tomaten 50 kg 10,00—13,00; Pftfftrünge 50 kg 14,00—23,00; Steinpilze 50 kg 15,00-25,00; Gurken Schock 2,00-3,00. Sensgurken Schock 10,00— 18, W M.__ Wetteraussichten für das mittlere Rorddeutschland vis Mittwochmittag: Ziemlich kühl, veränderlicht Bewölkung, westlich der Oder meist trocken, im Osten in vielen Orten geringe Regensälle. EiMtm: aifecfc Wietcxp. NeuWv. Mk des Lujeratenteil UergiUaJ Th. Glocke, Berlin. Druck tl.Verlag:VorwärtsBuchdruck-rei u. Berlagsansta'.t Paul Singer& Co, Verlin SW."