Jahrga tgp did bil is simiain Nr.246.- 31. Jahrg. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Preis pränumerando: Vierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 r., wöchentlich 25 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Bfg. Sonntags nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage„ Die Neue Welt" 10 B* a. Bost Abonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in die Bost Zeitungs Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2,50 Mart, für das übrige Ausland 4 Mart pro Monat. Postabonnements nehmen an: Belgien, Dänemark, Holland, Italien, Luxemburg, Bortugal Rumänien, Schweden und die Schweiz. Ericheint täglich. Vorwärts S Berliner Volksblaff. 5 Pfennig Die Infertions- Gebühr Beträgt für die sechsgespaltene Kolonel geile oder deren Raum 60 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereins. und Bersammlungs- Anzeigen 30 Pfg. Kleine Anzeigen", das fettgedruckte Wort 20 Pfg.( zulässig 2 fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 10 Pig. Stellengesuche und Schlafstellenan zeigen das erste Wort 10 Pig., jedes weitere Wort 5 Big. Borte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm- Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt Morigplak, Nr. 1983. Mittwoch, den 9. September 1914. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher; Amit Moritzplatz, Nr. 1984. Sieg schlesischer Landwehr über russische Garde. Maubeuge gefallen. Amtlich. Breslau, 8. September.( W. T. B.) Die„ Schlesische Zeitung" meldet: Vom hiesigen stellvertretenden Generalkommando wird uns mitgeteilt: Unsere Schlesische Landwehr hat gestern nach fiegreichem Gefecht 17 Offiziere und 1000 Mann vom russischen Gardekorps und dritten kaukasischen Korps zu Gefangenen gemacht. Vom westlichen Kriegsschauplah. träfte umſfaſſen, kann man jest noch nicht ſagen, ist aber ſehr eingreifen und damit die linke Flanke der französischen Streit. Die Pflicht der 4 wahrscheinlich. Ein anderer Teil der deutschen Armeen des Maubeuge gefallen. rechten Flügels wird in der Richtung Paris operieren, Großes Hauptquartier, 8. September.( W. Z. B.) während deutsche Kavalleriedivisionen auf den äußersten rechten T. Maubeuge hat gestern kapituliert. 40000 Kriegs- Flügel bis an die nordfranzösische Küste streifen dürften, vor gefangene, darunter vier Generale, 400 Gefchie allem mit der Absicht, das englische Hilfstorps von seinen und zahlreiches Kriegsgeräte find in unsere Hände Stützpunkten an der Küste abzuschneiden. gefallen. 01 Der Generalquartiermeister: v. Stein. StOmer هو peren Courtra Grammont Brüssel 003 Landen EN Aires by Lille BELGI Tamur Daheimgebliebenen. Grenzen des Reichs, die dort jetzt unter unfäglichen Mühen, Die Hunderttausende Proletarier, die hinauszogen an die unter schweren Opfern den Kampf führen, sie tragen ihr Leben gewiß nicht zu Markte, um den Interessen einer Durch die Zeitungen gehen allerlei Gerüchte bon einem kleinen Schicht zu dienen. Sie schlagen sich und nehmen russischen Hilfskorps, das über England nach Frankreich ge- Mühen, Entbehrungen sonder Zahl auf sich in der Hoffworfen werden soll. Db etwas Wahres an diesen Gerüchten nung, daß die Abwehr der Feinde, der Sieg in dem gewaltigen ift, läßt sich nicht feststellen. Ganz abenteuerlich klingt es Ringen dem Volts ganzen zugute kommt, daß er ihnen, aber, wenn man von 250 000 Russen spricht, die von dem sie dann im Frieden stärker und weniger gehemmt den den Massen der Arbeiter, den Boden schafft, auf Archangelst nach Frankreich transportiert werden. Wo will man je ihre Straft entfalten tönnen. denn die Transportmittel für eine solche Masse hernehmen? Ganz abgesehen von den Schwierigkeiten, die einem lange Zeit erfordernden Truppentransport durch die feindliche Flotte bereitet werden können. Die Dum- Dum- Geschosse. Im Augenblic ruht der Kampf der Parteien. Nebeneinander stehen im Felde Arbeiter und Unternehmersöhne; und auch daheim wirken vielfach Proletarier und Kapitalisten nebeneinander bei den Hilfsaktionen. Das ist durch die Lage der Dinge gegeben und um so eher möglich, als ja wenigstens die Sozialdemokratie stets gelehrt hat, daß der wirtschaftliche und politische Kampf nicht den Gegnern Großes Hauptquartier, 8. September.( W. T. B.) persönlich gilt, sondern ihnen als den Vertretern der wirtImmer wieder finden unsere Truppen auf der ganzen Front bei den schaftlichen und sozialen Interessen, die sie nach ihrer Klassengefangenen Franzosen und Engländern Dum Dum- Geschosse in zugehörigkeit vertreten müssen. Dies Nebeneinanderwirken in fabrikmäßiger Verpackung, so wie sie von der Heeresverwaltung ge- einer Zeit, da der Krieg das wirtschaftliche Leben ganz aus Stenay liefert sind. Diese bewußte grobe Berlegung der Genfer Konvention den normalen Bahnen geworfen hat, kann und wird aber durch Kulturvölker kann nicht scharf genug verurteilt werden. Das Vorgehen Frankreichs und Englands wird Deutschland fchließlich zwingen, die barbarische Kriegführung seiner Gegner mit gleichen Mitteln zu erwidern. Bethune Arras Douay Charlero Halcourt Chambra Amiens mme Peronit Maubeuge Avesnes Hirson St Quentin Mezieres fafere Laon Amagne Commegne Aisne Vouziers Senlis Laferte Milon Heims Contoise Marne Lager PARIS Meaux Chateau Epernay Thierry Vincennes Chalans- s.Marne Vitry le francois Revigny eauvais SDenis Karte zur Einnahme von Maubeuge Die Festung Maubeuge liegt ungefähr 10 Stilometer von der belgischen Grenze entfernt und beherrscht wichtige Eisenbahnlinien in Frankreich sowohl wie in Belgien.( ParisMons- Brüssel; Paris- Namur- Lüttich- Aachen.) Nach 1871 wurde die alte bastionierte Festung zu einem befestigten Lager ausgebaut. Auf den beherrschenden Höhen auf beiden Seiten # keinen, der in der Schule der Arbeiterbewegung denken gelernt hat, die Tatsache verkennen lassen, daß Gegensäze da sind und auch wieder zutage treten, sich in wirtschaftlichen und politischen Kämpfen entladen werden, sobald Berlin, 7. September.( W. Z. B.) Beim Kriegsministe- Gleise zurückgelentt. der Friede die wirtschaftliche Entwicklung wieder in die alten rium ging heute folgende Mitteilung des Armee Ober- Das Ziel, das Hunderttausende beseelt und aufrecht hält tommandos der fünften Armee ein:" Der Leutnant der Re- in den Stunden der Erschöpfung, anfeuert in den Stunden serve Bader, Führer der Feld- Fernsprechabteilung, Detachement des Kampfes, dieses Ziel ist sicherlich kein anderes als das: Kämpffer, hat hierher gemeldet, daß er bei Einrichtung Wir wollen Ruhe haben nach außen, freie Bahn unserer Enteiner Feldtelegraphen- Station in Longwy eine große wicklung im Innern, wollen zeigen, was die so oft mißMenge von angebohrten Infanteriegeschossen, die in Stiften achteten und mißhandelten Massen der Proletarier vermögen, beigefügt." Das Geschoß der beigefügten Patrone zeigt an gleiches Recht für alle, auf daß wir so den Boden berpackt waren, vorgefunden habe. Ein Stück ist wollen uns erringen, was man uns so lange vorenthielt, der Spike eine tiefe, von einer Maschine hergestellte Gin- ebnen, auf dem wir dann Abrechnung halten bohrung und ist somit ein sogenanntes Dum Dum- Geschoß. fönnen, falls man uns fürder unterdrüden Deutsche Eisenbahn- und Brückenbauten. und unseren wirtschaftlichen Aufstieg zu und Brückenbauten. hemmen suchen wollte. Der Kriegsberichterstatter der Kölnischen Zeitung" unternehmen sie Opfer und Entbehrungen auf sich, lassen sie ihr In diesem Glauben, dieser Hoffnung kämpfen sie, nahm eine 16 stündige Fahrt nach einzelnen franzöfifchen warmes Blut die fremde Erde düngen. Schlachtfeldern und fand in den Munitionskammern einzelner Garnisonen große Mengen Dum- Dum- Geschosse vor. Wer wollte bestreiten, das jenes Ziel, das sie vor Augen Bei Montmedy sehen, das beste und höchste ist, das einen Proletarier in Wiederaufräumung des Bahntunnels beschäftigt. Deutsche find französische Gefangene mit den Stampf geleiten kann? Gisenbahntruppen bauen an einer Umgehungsbahn. Bis wenn nicht auch die Daheimgebliebenen ihre Aber wir wissen auch, daß es nicht erreicht werden kann, Montmedy laufen deutsche Züge. Pflicht und Schuldigkeit tun; wenn nicht auch sie das Ihrige erfüllen, um fitr den späteren Stampf der Parteien und Klassen alles bereit zu halten. Während unsere Brüder draußen im Felde die Grenzen sichern, müssen wir, die wir Mit der Kapitulation von Maubeuge ist die letzte der Auseinandersetzungen, die mit oder ohne unseren Willen nordöstlichen Grenzbefestigungen Nordfrankreichs in deutsche tommen fönnen herausgeboren aus herausgeboren aus dem Zwang der Gewalt gekommen. Die Belagerung und die Einnahme dieser der schneidigen Tat des Führers des dritten EtappenflugDer Korrespondent der Kölnischen Zeitung" meldet von wirtschaftlichen Entwickelung, der Scheidung der Klassen. Festung hat auf den Gang der allgemeinen strategischen zeuges der dritten Armee, der in bekannten privaten Flugzeug- sation, Solidarität. Nur durch den Zusammenschluß, Dieses Rüstzeug aber heißt: Organi. Operationen feinen wesentlichen Einfluß gehabt. Die Armee depots bei Deperbussins 10 französische Doppeldecker, durch die Gemeinschaft werden die Besizlosen eine Macht. des Generaloberst v. Kluck ist nach dem Ueberschreiten der 20 Eindecker mit Benzin gefüllt und flugbereit, sowie zahl- Starke, vielbewunderte Drganisationen schuf sich das Probelgischen Grenze an ihr vorbeigeflutet und hat nur das zur reiche Motore vorfand. Hiermit ist der Hauptteil des großen letariat bereits in den vergangenen Friedenszeiten. Sorgen Beschießung nötige Material und die notwendigsten Truppen Militärflugzeugparts der Armee von Reims im wir dafür, daß sie nicht zerfallen! Daß sie auch in den Zeiten zurückgelaffen. Werte von einer Million Mark in deutsche Hände des Krieges durchhalten, ja, innerlich stärker und gefestigter werden! des Sambre- Flusses wurden starte Werke angelegt. Die wichtigsten davon sind auf dem Südufer die 3 Forts de Haumont, de Bourdieu, de Cerfontaine und die Werke de Rocq. Auf dem nördlichen Ufer liegen die Forts de Bonpois, de Salmagnes, des Sarts, de Leveau und die eingebauten Batterien de Greveau. Die Befestigungen, deren Umfang 30 Stilometer beträgt, waren, wie die Zahl der genommenen Geschüße beweist, gut mit Artillerie versehen, die der deutschen Belagerungsartillerie aber kaum gewachsen war. 1793 wurde die alte Feftung Maubeuge von den Desterreichern vergebens belagert, 1814 wurde sie unter dem Prinzen August von Preußen belagert und genommen. Bewunderung erregen überall die fortschreitenden Brückenbauten der deutschen Pioniere. Ein Teil des französischen Flugzeugparks zu Hause blieben, das Rüstzeug besorgen für die fünftigen genommen. Die Gesamtkriegslage ist jetzt derart, daß die rechten gefallen. deutschen Flügelarmeen durch Belgien hindurch ziemlich weitfoDie Die englischen Verluste. in Nordfrankreich vorgedrungen sind. Die mittleren Armeen Gewiß, es ist nicht leicht, in diesen Zeiten, da die Waffen sprechen, die Organisationen stark zu erhalten. Manche der Besten und Tüchtigsten sind der Mitarbeit entzogen, stehen dagegen haben in der Umgegend von Nancy noch starke, Die dritte englische Verlustliste bis zum 1. September enthält im Felde. Unter denen, die zurückblieben, herrscht oft furchtauf die große Lagerfestung Laon gestützte französische Streit- folgende Angaben: Getötet 9 Offiziere und 33 Soldaten, vermißt barste Not, so daß es kaum möglich erscheint, ein paar Pfennig Kräfte vor sich. Dort werden auch noch ernste und ent- 49 Offiziere und 4558 Soldaten. Mit beiden früheren Verlustlisten Beitrag zu opfern, die Zusammenfünfte zu besuchen. Hinzu scheidende Kämpfe zu erwarten sein. Ob hier Teile der rechten ergibt das eine Gesamtziffer von 15 141. Bon biefen werden nicht kommt die Unmöglichkeit, unter dem Belagerungszustand Flügelarmeen mit der Front nach Süden mit in den Kampf weniger als 18 648 vermißt. öffentliche Versammlungen abzuhalten und so zu agitieren, wie in normalen Zeiten. Aber trotzdem nein eben fragen und eine Ausweiskarte bei sich führen, beide ordnungsgemäß deshalb muß alle raft daran gefegt werden, gestempelt. Die Männer, die guten Willens und bereit sind diesen das Geschaffene zu sichern und auszubauen. Keiner darf Dienst zu übernehmen, werden dringend ersucht, heute nachmittag da zurückbleiben, von jedem muß erwartet werden, daß 4 Uhr auf dem Rathaus vorzusprechen. er feine Pflicht tut, heute mehr denn je. Und besonders gilt das noch von den Frauen, auf denen heute vor allem die Verantwortung ruht Der ernannte Bürgermeister, A. Nerincy. Arbetten wir so flir die Organiſation, rüften wir so nach Vom östlichen Kriegsfchauplah. Wortes! " Die Räumung Lembergs. DASAN Ein Augenzeuge, schildert im„ B. T." die Räumung Lembergs folgendermaßen: Auf die bevorstehende Räumung 2embergs war die Einwohnerschaft durchaus nicht vorbereitet, Noch einen Tag, bevor die Räumung: erfolgte, empfahlen einflußreiche Persönlichteiten der Bevölkering ruhig zu verharren, da keinerlei Gefahr bestehe. Erst als das bei Winniti, unmittelbar vor Lemberg fämpfende Militär auf dem Rückzug die Straßen der Stadt durchschritt und von deur Seranssiden der Russen berichtete, entschlossen sich Am Ausgang des Waldes fliegt frächzend eine thar Raben die bemittelteren Elemente zum Verlassen der Stadt. Man raffte auf Sie fommen: vom Mahl. Der Geruch verwest Radaver das Notwendigste zusammen und eilte zu Fuß nach dem entfernten macht den Atem des Waldes fremd. Wit stießen auf ffeinere und XIV. Sauptquartier der Oftarmee ,, 6. September. unferen Sträften für den Aufstieg des Proletariats ,, nachdem der Krieg zu Ende ist, so arbeiten wir damit zugleich im Sinne und im Interesse derer, die hinauszogen, so helfen wir ihnen das erfüllen, was sie in ihren Stämpfen befeelt. Darüber hinaus dürfen wir aber auch sagen, daß diese größere Bügel; es waren fitfche Grüber gefallener Strieger. Hier Bahnhof, da es feine Droschten mehr gab. Um abreisen zu tönnen, Arbeit wahrhaft dem Ganzen des Voltes gilt. Das Volt ist ragt ein einfaches fleines Streuz, dort ein abgebrochenes ewehr sollte sich jeder mit einem Paß der Kommandantur bersehen. Der deutlicher denn je erkennt man es heute jenes aus der aufgeworfenen Erdmasse. Manche lezte Ruhestätte der Andrang vor der Kommandantur war jedoch so groß, daß nur ein Millionenheer der Kleinen, der Besitlosen, der Enterbten.... Namenlofen hatte eines trenen Stameraden Hand mit einem grinen geringer Teil der Reiselustigen abgefertigt werden konnte. Die In ihrem Interesse arbeiten, das sichern und stärken, was 3weig geschmüdt oder mit einem Kranz aus Weiden. Angel Reifenden glaubten, Hab und Gut der Plünderung preisgegeben zu allein jenen Kleinen Macht und Erfolg geben kann, das ist mit der Montur, find die Toten versenkt worden ,, nur der Helm, haben. Glüdlicherweise lag es jedoch in der Absicht der Russen, menn er noch vorhanden war, liegt als Dentmal obenauf, Biele emberg au schonen. Um Plünderungen vorzubeugen, Volksarbeit, ist Kulturarbeit im schönsten Sinne des solcher Waldfriedhöfe gibt es nun, und viele mit Massengräbern. wurden, sofort nach dem Einmarsch der Ruffen vor allen größeren anung Auf einer Anhöhe, die sich einem herrlichen See bei dem Dörfchen Die Zeit ist ernst. Möchte ein jeder begreifen, was das Dorethen vorlagert; fab ich vier Gräber: in einer Flucht. Aureofchäfslokalen Wach posten aufgestellt. Die Lokalbehörden heißt. Nicht reden, handeln und alles tun, um zu Stäben und Kreuzchen las ich: 3 Musketiere", 18 Musketiere" hatten eine Beit gehabt, durch Anschlag die Bevölkerung von dem verhindern, daß die bisherige Arbeit des 12 Musfetiere", Offiziere". Ein paar Schritte weiter, auf der bevorstehenden Einzug der Ruffen zu benachrichtigen. Der BürgerProletariats umsonst getan ward! Chaussee an der anderen Seite, war ein Grabhügel unter Blumen meister Neumann, einer der Schöpfer der polnischen Regionen, verffect; ein Helm lag darauf und ein schlichtes Kreuz. Aus dem hatte ebenfalls die Stadt schleunigst verlaffen, da die Russen auf gegenüberliegenden Gasthaus Zum Seestrand" dringen die hei- feine Gefangennahme einen hohen Preis ausgesetzt hatten. Ebenso teren Klänge eines Musikautomaten. Auf dem Felde ist eine haben sich die autonomen Landesbehörden aus der Hauptstadt entMilitärschmiede und eine Küche in vollem Betrieb. Man béfchlägt Pferde, beffert Fahrzeuge aus; Vorbereitungen zu neuen Schlachten fernt und ihren Sih vorläufig in den Karpathenkurort Krynica werden getroffen. Fleisch haben wir reichlich", fagt ein Unter- belegt. Die Bahnverwaltung rpar von dem Ereignis ebenfalls offizier. Ganze Viertel werden verteilt, die Stüde abgewogen. überrascht worden. Sie war daher nicht in der Lage, die nötigen Sie verschwinden in dampfenden Sesseln; Bohnensuppe foll heute Verkehrungen zu treffen. Nur zwei Büge fonnte sie den Ab. Wenn es im deutſchett Heer Barbaren gibt, die ihre Uniform aufgetischt werden. Mein Kollege hält das bewegte Bild auf der reifenden zur Verfügung stellen.... Von den nach Lemberg geentehren, die Frauen und Kinber töten, muß man darum denten, photographischen Platte fest. Erfreut jagen einige Soldaten:" So flohenen Einwohnern der kleineren, durch die Russen bereits eindaß alle Deutschen Mörder und Ungeheuer feien? Daß das fran- erfahren unsere Angehörigen doch endlich etwas von uns!" genommenen Städte, wie Sotal, Rawa Ruska, Tarnopol, wurde zösische Heer tapfer ist, wissen wir alle. Müssen wir darum dem Artilleriefeuer hat im Dorf Grießlienen arg gebaut. Mehrere übereinstimmend berichtet, daß das Vordringen der Russen durch die Bolt weismachen, daß das preußische eine Bande Feiglinge ist?" Solahäuser sind bis auf den Grund niedergebrannt; nur die Spionage und den Verrat der russophilen ruthenischen Der Pariser Korrespondent der„ Tribuna" beklagt sich in der Schornsteine ragen noch einfam in die Zuft. Granaten haben Spionage und den Verrat der russophilen ruthenischen selben Nummer über die von der französischen Regierung geübte metertiefe Löcher in den Boden geschlagen und durch ihren Luftorud Bevölkerung begünstigt wurde. Kurz vor der Räumung LemVerheimlichung der Wahrheit. Alle Eisenbahnen, alle Hospitäler sonst unversehrt gebliebene Häuser abgedeckt. Ein Weißkopf, der bergs fanden denn auch daselbst zahlreiche Gretutionen feien voll mit Verwundeten, alle Felder in den Grenzgegenben feien Geige haben die Nussen mitgenommen, das Telephon haben sie Boftverwalter im nahen Dorf, erzählt uns Einzelheiten. Eine ruthenischer Hochperräter statt, Kirchhöfe. Aber Paris dürfe die Wahrheit nicht wissen. Sei diefe abgerissen, die Schränke erbrochen und auch den Geldfasten; aber Der Seekrieg. 0001 Mit dem Auge: Siege zu melden und dem Saß gegen die Preußen aufzu- Alten war ein pensionierter Schullehrer int Dorfe geblieben, den na stacheln. Was man den Journalisten mitteile, gleiche einem Polizei über die Vorfälle Bericht erstatten wollte. Fünf Tage später Hervé über die deutschen Soldaten. Man schreibt uns aus Amsterdam: Die römische Tribuna" gibt, wie wir dem Amsterdamer Sandelsblad entnehmen, aus einem Artifel Gustab Servée folgende Säge wieder: " ſo ſchredlich? Das Striegsbepartement habe mit afbet Dinge die abgeriffen, die Schränke et rotten verschont geblieben. · idt adsommet rapport: Berichte über Kleine Scharmützel ,, Greueltaten von Deutschen fand man ein Grab, auf einem Brettchen ſtand geschrieben: Sier Der Untergang des englischen Kreuzers und Gelbentaten franzöfifcher Fliegersen zwei Zivilisfen". Dorfſbelohner gruben, die Beichen autoPathfinder. London, 8. September.( W. Z. B.) Die Berluste des Kreuzers Pathfinder", der bei Tyme auf eine Mine stieß und unterging, betragen vier Sote, 13 Ber wundete und 243 Bermißte. der Lehrer und Bruder des Pfarrers. Dorffriedhof hat man die beiden begraben Aus Mülhausen i. E. Aus dem Mirchlein neben den zusammengeschossenen Häusern Wolffs Telegraphenbureau wird aus Mülhausen i. G. gefchallt Orgelton und Gesang. Der Pfarrer zelebriert ein Hochamt meldet: Die franzöfifche Militärbehörde hat unserer Stadt ein un- für die Toten. Wir trefen ein. Gine feierlich- wehmütige Stim Der englische Kreu ger Bathfinder" ist ein kleiner geschütter angenehmes Andenten hinterlassen. Zwar haben sich die Truppen mung umfängt uns. Der Geiffliche im reichen Ornat hat gerade hier keine Greueltaten und Grausamkeiten zuschulden kommen die Messe beendet:" Deo gratias!" Weihrauchwolken steigen auf, Kreuzer, der 1902 auf Stapel gelegt und 1905 in den Dienst gestellt laffen, wie einige auswärtige Zeitungen zu melden für gut fanden, der Duft des Weihrauchs und der Wachakerzen umfängt die Sinne, wurde. Er hatte einen Tonnengehalt von 2990 Tonnen und eine fte befleißigten sich im Gegenteil eines gutem Tones, um bei der schließt die Seelen gegen alles Aeußerliche ab und zwingt sie zur Geschwindigkeit von 25,3 Knoten in der Stunde. Seine Besagung Bevölkerung einen angenehmen Eindruck zu machen. Aber die Andacht. Nun niet der Pfarrer nieder und betet die Litanei von Militärbehörde machte bei verschiedenen Geschäftsleuten sowie in allen Heiligen vor. Seine Stimme iſt bewegt heiliger bestand aus 268 Mann. Armiert war er mit neun 10,2-3entimeterden Warenhäusern große Einfäufe, die sie zu bezahlen vergaß. So Sebastian!"- Bitte für uns!" antmortet die Gemeinde die ganze geschützen und zwei Torpedolancierrohren. wurden Wagen voll Hemden, Unterhosen, Soden, Bettdecken, vor Reihe der Heiligen hindurch, und nicht gedankenlos und mechanisch allem aber Schuhen erivorben, die den Soldaten zur Verfügung ge- wie jonft so oft, sondern andächtig und inbrünstig. Das gewaltige stellt wurden. Allgemein freute man sich, daß unsere Kauf- und Geschehen ändert und beseelt Gewohnheiten; nun der Pfarrer kann Geschäftsleute in dieser schweren Zeit, in der Handel und Banbel aus dem alten hythmus nicht ganz heraus in das una" der fast ganz daniederliegen, durch die Einfäufe ein gutes Geschäft Gemeinde flingt immer schon sein nächstes Heiliger" hinein. machten, da nicht lange gehandelt und geminrftet mube. Als es Auf dem Vorplas der Kirche sieht es ist aus. Russen haben dort aben ans Bezahlen ging, erhielten die Stäufer einfach Gutscheine gehauft. Bauern flagen uns ihre Verluste traurig, aber nicht ausgestellt, mit denen sie an die Stadtverwaltung verwiesen wuraßerfüut. isihelm Dimelt, Striegsberichterstatter. den. Unsere ohnehin schon arg mitgenommene Stadt wird somit wenigstens vorläufig für alle diese Antäufe, die zwischen 50 000 bis 60 000 Mart betragen, aufkommen müssen. Deutsche Truppen in Radom. Die Minengefahr. Frankfurt a. M., 8. September. Die Frankfurter 3tg." meldet aus Stockholm, daß der norwegische Dampfer Fri in den englichen Gewässern bei Blyth mehrfach schwimmende Minen gefehen habe; die Mannschaft erkläre, daß die Schifffahrt bei schlimmer. See und Nebel unmöglich sei. Der Krieg und die Kolonien. Samoa von den Engländern besetzt. worden. Die in Krakau erscheinende ,, Reforma" meldet über die Besetzung Löwen nicht gänzlich zerstört. von Radom: Die russischen Truppen haiten am 20. Auguft Radom Frankfurt a. M., 8. September.( W. T. B.), Der Sonder verlassen. Am 27. fehrten 2000 Mann Infanterie zurüd, auch etwas Berlin, 8. September.( W. Z. B.) Nach nunmehr Berichterstatter der Frankfurter Zeitung meldet aus Aachen: Bei Artillerie, bei denen eine Panit entstand, als sie härten, die Truppen eingehender Besichtigung von Löwen fonnte ich mich überzeugen, der Verbündeten seien im Anrüden. Sie flüchteten und wurden von eingetroffenen zuverlässigen Meldungen ist Samoa am 29. Auguft daß die Stadt zu Bierfünftel unversehrt ist. Die Anzahl der eigenen Artillerie für den Feind, gehalien und beschoffen. Es gab von den Engländern ohne Kampf besett der zerstörten Häuser überschreitet schwerlich einhundertundfünfzig. viele Tote und Verwundete. Am 28. und 29. besetzte das deutsche Vor allem das schöne, gotische Rathaus ,, das durch Baugerüste für Heer Radom. Nachdem ein Offizier der Feldarmee der polnischen die im Gang befindlichen Restaurationsarbeiten doppelt leicht ent- Freiwilligen den Kommandanten der deutschen Truppen darauf aufe zündbar schien, ist durch die Anstrengung der deutschen Soldatem merksam gemacht hatte, daß die Ruffen eine Anzahl von Häftlingen vollständig unbeschädigt erhalten worden. Man sprengte Sichtung in den Gefängnissen zurückgelassen hatten, befreite er achtzehn von gen in die angrenzenden Häuserblocks, um das Rathaus zur isp den Ruffen zu schwerer Arbeit in Sibirien verurteilte, Gefangene, lieren. Von der gegenüberliegenden Kathedrale ist, vom Flugfeuer darunter zwei Frauen. gulist angestedt, nue der Dachstuhl abgebrannt, das Innere ist bis auf Keine Verbindung mit den deutschen Kolonien. einige fleine Löcher in den Gewölbedecken unbeschädigt. Weber die Der russische Generalstab über die Nieder- Möglichkeit einer Boft- oder telegraphischen Berbindung mit lage bei Tannenberg. Berlin, 8. September.( W. Z. B.) Dem Reichsfolonialamt gehen täglich zahlreiche Anfragen über die 1mden Schutzgebieten und nach dem Schicksal der Ansiedler zu. Gemälde noch der Kirchenschanz haben gelitten. Während des Wie bereits von der Reichspostverwaltung bekanntgegeben ist, Brandes hatten die deutschen Offigiere Altargemälde von Divt de Bouts und von Rogier van Weyden und andere ins Rathaus ge- Petersburg, den 8. September.( Indirekt.) Der große Generals besteht zurzeit keinerlei Möglichkeit, mit einem bracht, wo sie sich jetzt befinden Bebauerlicherweise konnte die ftab gibt ein Communiqué über die Niederlage bei Tannenberg aus, der beutschen Schutzgebiete Afritas oder der ebenfalls durch Flugfeuer in Brand geratene Biblioth et nicht in dem zugegeben wird, daß die deutschen Truppen die Ruffen un- Südsee in Verbindung zu treten. Anfragen gerettet werden, aber das ist der einzige unenfeßliche Verlust. Die erwartet angegriffen und geschlagen haben. Der Hauptgrund des über das Befinden oder den Verbleib von Angehörigen in den zerstörten Häuser sind zum größten Teil moderne Bauten ohne deutschen Sieges wird in der raschen Zusammenziehung der deut- Schutzgebieten sind daher zurzeit zwecklos. fünstlerische und historische Bedeutung. Die gotischen Universitätsschen Truppen gesehen, die infolge des dichten deutschen Eisenbahnhallen sind äußerlich erhalten. Am stärksten betroffen ist die Bahn- nezes möglich war. Ferner erleichterte den Deutschen ihre schwere Hofstraße mit den Seitengäßchen, die Straße von Namur und Tirle- Artillerie den Sieg, die aus den deutschen Festungen auf den Kampfmont und andere. Man sieht überall, daß es sich nur um die Häuser handelte, aus denen geschossen wurde, denn in jeder Straße plak gebracht war. Besonders beklagt wird der Tod des Generals blieben Häuser stehen. Nach der Rückkehr fängt man an, sich wieder Marios, der als einer der besten Kenner des deutschen Heeres und dem gewohnten Leben hinzugeben. Im Einverständnis mit den der deutschen Taftit galt. Militärbehörden nimmt die Stadtverwaltung die Wiederherstellung der öffentlichen Dienste in Angriff. Ein Aufruf des neuen Löwener Bürgermeisters. of Kriegsbekanntmachungen. Feldpostsendungen genau adressieren! Berlin, 8. September.( W. T. B., amtlich.) Es liegt Veranlassung vor, darauf hinzuweisen, daß alle Feldpost. Vom österreichisch- russischenfendungen mit möglichst sorgfältigen Adressen versehen Kriegsschauplah. Schwierige Kriegführung. Wien, 8. September.(.. B. nichtamtlich.) Polnische Der jetzt diensthuende Bürgermeister von Löwen hat folgenden Aufruf in beiden Landessprachen anschlagen lassen: Vergebens haben wir nach unseren Gemeindevertretern gefucht. Blätter schildern die außerordentlichen Schwierigkeiten Gegen die barbarische Kriegsführung. Berlin, 8. September.( W. T. B.) Die„ Norddeutsche Der letzte unter ihnen, der Schöffe Schmit, der gefeßlich an der des Vormarsches der österreichischen Truppen Allgemeine Zeitung" veröffentlicht nachstehendes Telegramm, Ausübung seines Amtes verhindert war, hat am 30. August die in Russisch- Polen infolge der großen Geländeſchwierig das Seine Majestät ber Raiser an den Präsi Geschäfte der Gemeinde abgegeben. Ich halte es für meine Pflicht, feiten, welche namentlich das Vorgehen der Artillerie außer denten Biffon gerichtet hat: sie mit Hilfe einiger bekannter Bürger zu übernehmen, die bereit ordentlich erschweren. Jedes Geschüß mußte statt mit bier(?) sind, mir zur Seite zu stehen. Im Einvernehmen mit der deutschen mit zehn Pferden bespannt werden; dabei mußten Bretter Jch betrachte es als Meine Pflicht, Serr Präsident, Sie, als Militärbehörde ersuche ich die Einwohnter von Löwen, in die Stadt unter die Räder gelegt werden, um das Verfinfen der Ge- den hervorragendsten Bertreter der Grundsäße der Menschlichkeit, zurückzukehren und ihre gewohnte Beschäftigung wieder aufzuschütze zu verhindern. Die russische Infanterie schießt hinter zu benachrichtigen, daß nach der Einnahme der franzöfifchen bort Tausende Meine Truppen bon nehmen. Die von Herrn Colins ausgefertigten Befehle bleiben in starten, längst vorbereiteten, durch Lehm und Strohblenden Festung Longwy Kraft. Ich erinnere nantentlich an folgendes: 1. Es ist verboten, geschüßten Dechungen, welche nur durch Artilleriefeuer zerstört Dum Dum Geschossen entdeckt haben, die durch eine nach 7 Uhr abends( belgische Zeit) in der Stadt umherzugehen. werden fönnen. Befondere Regierungsverstätte hergestellt waren. Ebensolche 2. Wer Waffen oder Schießborrat befiht, muß fie unverzüglich auf Die als Landsturm einberufene Bauernschaft hat im Geschosse wurden bei bei getöteten und berwundeten Sol dem Rathaus abliefern. 3. Alles, was als feindselig für das deutsche Rücken der Russen derartige Schanzgräben zu bauen, so daß daten und Gefangenen, auch britischer Truppen, gefunden. Heer gelten kann, ist aufs sorgfältigfte zu vermeiden. Unter diesen die zurückgehenden Feinde fortgesezt Deckungen finden. Aus Bedingungen hat die deutsche Herresbehörde uns zugestanden, daß denselben schießen die Mussen, solange fie selbst geschüßt sind. Sie wissen, welche schrecklichen Wunden und Leiden diese Kugeln die Bevölkerung nicht mehr bedroht und belästigt werden soll. Wir Nach Eingreifen der Artillerie oder bei Sturmangriffen ver- verursachen, und daß ihre Anwendung durch die anerkannten Grundfind ernstlich darauf bedacht, von nun an den Dienst in der Ge- laffen die Russen häufig die Deckungen, werfen die Gewehre fäße des internationalen Rechts streng verboten ist. Ich richte daher meinde wiederherzustellen. Den Bolizeidienst verrichten tagsüber weg und erflehen Pardon, worauf es sich zeigt, daß ihre an Sie einen feierlichen Proteft gegen diese Art einige Freiwillige, die eine Armbinde in den Farben der Stadt Munition meist vollständig verschossen ist la aber Kriegführung, welche dank den Methoden unserer Ä:gn«r eine der öarbarischsten geworden ist, die man in der Geschichte kennt. Nicht nur haben sie diese grausamen Waffen angewendet, sondern die belgische Regierung hat die Teil« nähme der belgischen Zivilbevölkerung an dem Kampfe offen ennutigt und seit langem sorgfältig vorbereitet. Die selbst von Frauen und Geistlichen in diesem Guerillakrieg begangenen Grausamkeiten, auch an verwundeten Soldaten, Aerziepersonal und Pflegerinnen iAerzte wurden getötet, Lazarette durch Gewehrfeuer angegriffen), Ware» derartig, daß Meine Generale endlich gezwungen waren, die schärfsten Mittel zu ergreifen, um die Schuldigen zu bestrafen und die blutdürstige Bevölkerung von der Fortsetzung ihrer schimpflichen Mord- und Schandtaten abzuschrecken. Einige Dörfer und selbst die alte Stadt Löweu, mit Ausnahme des schönen Stadthauses, mußten in Selbstverteidigung und zum Schutze Meiner Truppen zerstört werden. Mein Herz blutet, wenn Ich sehe, daß solche Mahregeln mwermeidlich geworden sind, und wenn Ich an die zahllosen un- schuldigen Leute denke, die ihr Heim und Eigentum verloren haben, infolge des barbarischen Betragens jener Verbrecher. Die Kriegsanleihen. Nachdem die deutschen Heere mannigfache Erfolge er- rungen haben, hält es die Regierung an der Zeit, die am 4. August bewilligten Kriegskredite von 5 Milliarden zu re- olisieren, zumal die bei Kriegsausbruch bereiten Mittel der Regierung, durch die Kosten der Mobilisation und der ersten sechs Kriegswochen bald aufgezehrt sein dürften. Die Höhe der Emission ist nicht fest umgrenzt. Nach halbamtlicher Mitteilung werden aufgelegt 1 Milliarde Mark fünfbrozentige Reichsschatzamveisungen und ferner eine fünf- prozentige Reichsanleihe, unkündbar bis 1. Oktober 1924. Tie Schatzanweisungen haben durchschnittlich eine fünfjährige Laufzeit. Sie find in 5 Abschnitte von je 209 Mill. M. eingeteilt, die in der Zeit vom 1. Oktober 1918 bis zum 1. Oktober 1929 halbjährlich zur Tilgung ausgelost und in bar zum Nennwert zurückgezahlt werden. Die Reichs an leihe ist in ihrem Höchstbetrage nicht begrenzt. Es besteht zwar die Absicht, nur einen Teil des in der Reichs togssitzung vom 4. August dieses Jahres bewilligten Kredites von 5 Milliarden Mark flüssig zu machen. Durch Wegfall einer Begrenzung wird aber erreicht, daß die Zeich- wer mit Wahrscheinlichkeit erwarten können, den von ihnen gezeichneten Betrag der Reichsanleihe voll zugeteilt zu er- halten. Daraus wird sich die Folge ergeben, dag die bei früheren Anleihen bemerkten unsinnigen Ueberzeichnungen, die zu einem überwiegenden Teile aus Konzert-, Schein- und spekulativen Zeichnungen bestanden, diesmal unterbleiben. Im Jahre 1879 iah sich der Norddeutsche Bund genötigt, schon mn 26. Juli, 7 Tage nach der Kriegserklärung, mit einer Anleihe herauszukommen. Das Resultat war ein Miß- erfolg, weil die allgemeine Beunruhigung, die durch den Kriegsausbruch hervorgerufen war, damals noch die weitesten Kreise beherrschte und von der Zeichnung der Anleihe abhielt. Der Kurs der sllnfprozentigen Anleihen betrug 97,59 Proz. (97,30 Proz. für Schuldbuchzeichnungen mit Sperrverpflich- tungen bis zum 15. April 1915). Die effektive Verzinsung der Schatzanwei- s u n g e n beträgt 5,13 Proz. Berücksichtigt man, daß die Schatzanweisungen nach 5 Jahren zum Nennwert, also mit «inen: weiteren Vorteil von% Proz. für das Jahr, zurück- gezahlt werden, so ergibt sich eine Gesamtrentabilität von 5.63 Proz. auf Fahre. Die Reichsanleihe bietet ihren Erwerbern eine Verzinsung von 5,13 Proz. Zieht man dabei W Betracht, daß das Reich, wenn es nach 19 Jahren die fünf- prozentige Verzinsung nicht mehr gewähren will, die Anleihe zum Nennwert voll zurückzahlen muß. so ergibt sich ein weiterer Vorteil von 2*4 Proz. oder von% Proz, für ein Jahr, mithin eine Gesamtrentabilrtät von 5,38 Proz. auf 19 Jahre. Als Zeichenstelle ist die Reichsbank mit ihren fast 599 Filialen bezeichnet. Sämtliche deutschen Banken, Bankhäuser, öffentliche Sparkassen(Stadt-, Kreissparkassen usw.) und Lebensversicherungsgesellschaften sind dazu berufen, die Zeichnungen ihres Kundenkreises entgegenzunehmen und an öie Reichsbank zu übermitteln. Die Reichsbank erklärt sich bereit, die Stücke bei ihrem Kontor für Wertpapiere in Berlin bis zum 1. Oktober 1915 kostenfrei aufzubewahren. Diese Zeichnet werden von der Reichsbank Depotscheine erhalten, welche, z. B. im Lombard- verkehr, an die Stelle der Stücke treten. Mit dieser Nieder- legnng bei der Reichsbank ist keine Sperre verbunden, viel- mehr können die Niederleger ihre Stücke auch während des Jahres jederzeit zurücknehmen. Die Zahlung des Preises für die zugeteilten Anleihe- betrüge ist so geordnet, daß die Vollzahlung von der Zu- teilung an jederzeit erfolgen darf, und daß gezahlt werden Müssen: 49 Proz. spätestens am 5. Oktober, 39 Proz. spätestens am 26. Oktober und die letzten 39 Proz. spätestens am 25. November dieses Jahres. Die belgische Negierung über den Iranktireurkrieg. Die spanische Botschaft in Rom teilt der dortigen Presto mit, daß die belgische Regierung durch die Vermittlung der spanischen Botschaft in Berlin an Deutschland eine Protestnote gerichtet habe. Der Inhalt der Protestnote wird in den italienischen Blättern wie folgt wiedergegeben: »Belgien, das den Frieden wollte, ist von Deutsch- land gezwungen worden, zu den Waffen zu greifen, und gegen einen durch keinerlei Handlungen gerechtfertigten Angriff, der den feierlichen Verpflichtungen der Verträge zuwiderläuft, sich in der Notwehr zu schützen. Belgien ehrt sich selbst, indem cS loyal mit Beachtung aller Regeln des Völkerrecbts und des Krieges(!!) kämpft, Nach dem Eindringen deutscher Truppen auf sein Gebiet hat Belgien durch seine Regierung in allen Gegenden M a u e r a n s ch l ä g e erlassen und täglich auch in den Zeitungen Verfügungen bekannt gemacht, die den nicht am Kampfe beteiligten Bürgern verbieten, feindselige Hand- lungen gegen die in das Land eindringenden Truppen zu unter- nehmen. Die belgische Regierung erhebt lebhaften Einspruch gegen die von der deutschen Regierung zur Begründung ihrer odiösen Unterdrückungsmahnabmen verbreitete falsche Darstellung. Wenn einige den Kriegsregeln zuwiderlaufende Handlungen nachzuweisen sind, so muß man vor ihrer Beurteilung die gerechte Entrüstung in Rechnung stellen, die die von den deutschen Sol- daten begangenen Grausamkeiten im belgischen Volke hervor- gerufen haben. DaZ belgische Volk sei außerordentlich friedlich gesinnt, aber zur Verteidigung seiner Rechte entschlossen und in »er Achtung vor der Menschlichkeit gleichermaßen energisch.' - Die belgische Note zählt fodanu eine Reihe von Ausschreitun-- gen auf, die angeblich bis zum 20. August von deutschen Truppen in Belgien begangen worden sein sollen. Die Note schließt dann mit den Worten:.Diese Tatsachen umfassen die Niedermetzelung unbewaffneter Bauern, Vergewaltigungen von Frauen und Mäd- chen, Brandlegung von Dörfern und einzelnen Häusern, aus denen lein Widerstand geleistet worden war, und zahllose Dieb- stähle. Viele dieser Handlungen wurden von deutschen Soldaten in Gegenwart ihrer Offiziere und oft sogar auf deren Per- anlassung verübt. Es ist offenbar, daß der Zweck der deutschen Behörde der ist, die belgische Bevölkerung zu terrorisieren." Keine allgemeine Mobilisierung in Italien. Rom. 7. September.(W. T. B.) Nach dem„Corriere d'Jtalia" hat Ministerpräsident Salandra erklärt, die gegenwärtig vorhandenen Truppen genügten zur Gewähr- l e i st u n g der Neutralität. Eine allgemeine Mobilmachung werde nicht erfolgen. verbot ües Sranntweinverkaufs in Rußlauö. Petersburg, 7. September.(W. T. 33.) Der Verkauf von Spirituosen in Rußland. ist für die ganze Dauer des Krieges verboten worden. Rusilsihe vorwürfe. Petersburg, 6. September.(SS. T. B.) Der amtliche Monitenr veröffentlicht eine lange Liste von Fällen vou Grausamkeit, welche die Bevölkerung und die Behörden in Deutschland gegen russische Untertanen sich zuschulden kommen ließen, welche sich im Augenblick der Kriegserklärung auf deutschem Boden be- fanden. Die Mitteilung wendet sich an die öffentliche Meinung aller zivilisierten Länder, welche das Verhalten Deutschlands nach Gebühr würdigen werde, das uns an die dunkelste Epoche des Mittelalters erinnere. Die Mitteilung sagt, daß die deutschen Staatsangehörigen in Rußland keinerlei derartigen Grausamkeiten ausgesetzt seien, Dazu bemerkt das Wolfffche Bureau: Der spanische Botschafter, dem die Wahrung der Interessen der im Deutschen Reich befindlichen Russen anvertraut ist, hat bezeugt, daß seine Schutzbefohlenen über ihre Lage unter Beiücksichtigung der mit dem Kriegsausbruch em« getretenen Umstände, nicht zu klagen haben. Die deutsiben Behörden haben auch russischen Staatsangehörigen gegenüber ihre Pflichten ersüllt. Schwere Schädigungen oder Totschläge, wie sie in Rußland an Deutschen begangen sind, haben sich in Deutschland gegen Russen nicht ereignet. Die Erklärimg des russischen Amtsblattes ist eine dreiste Verleumdung. Sie steht auf der Höhe der Versicherungen„auf Offiziersparole' amtlicher russischer Persönlichkeiten. Die Russen möchten den Eindruck der unter Duldung der Behörden ins Werk gesetzten Mordbrennern gegen die deutsche Botschaft in St. Petersburg und der von russischen Truppen verübten Schandtaten in Ostpreußen abschwächen. Griechenlanö und öie Türkei. Wien, 7. September, sW. T, B.) Die.Südslawische Korrespondenz' meldet, ihr Konstaminopeler Vertreter habe gemäß Auftrages des Großveziers eine Erklärung erhallen, nach welcher die in den letzten Tagen mit einer gewissen Abfichtlichleil verbreiteten Nachrichten über eine bedenkliche. Wendung im Verhältnis der Türkei zu Griechenland grundlos sind. Verhandlungen mit Griechenland find in günstiger Weise eingeleitet worden und werden von Halil Bei mit den griechischen Delegierten mit Aussicht ans Erfolg fortgesetzt. Es ist falsch, wenn man be- hauptet, daß die Türkei gegen Griechenland rüstet. Mit Griechen- land wünscht die Türkei sich in Frieden über die I n s e l f r a g e zu einigen und glaubt an die gleichen Intentionen in Athen. politische Ueberstcht. Nachklänge zu der„Marine-Konferenz". Wie die Blätter verschiedener anderer Parteien, so der- urteilt auch die„Nationalliberale Korrefpon- denz", daS offizielle Organ der nationalliberalen Partei, jene verunglückte Konferenz von Vertretern der bürgerlichen Parteien, in der man sich über eine Verstärkung unserer Flotte unterhielt. Das ist umso bedeutsamer, als es neben dem Allerwclts-Erzbcrger der geschäfttge Herr P a a s ch e. der Führer der Nationalliberalen, war, der jene Konferenz i n Szene setzte. In sehr deutlicher Form rückt die Partei jetzt von Herrn Paasch? ab:„Wir haben", schreibt die Korrespondenz,„bei hier anwesenden Mitgliedern der nationalliberalen R ei ch st a gs fra kti o n Erkundigungen eingezogen, ob es sich dabei mn eine Maßnahme der Fraktion handelt. Das Er- gebnis unserer Nachfrage bestätigt unsere Vermutung, daß nur eine private Vorbesprechung einzelner Reichstags- abgeordneter stattgefunden hat, von der den Mitgliedern unserer Fraktion, außer demjenigen Herrn, der an der Vorbesprechung teilnahm, nichts bekannt war. Wie ein Bericht über diese Vorbesprechung in die Presse gelangen konnte, ist nicht recht verständlich.' Mit diesen Erörterungen ist die Affäre beendet, da auch die zunächst angekündigte Konferenz von Vertretern aller Parteien nicht st a t t f i n d e n wird. Konflikt im konservativen Lager. Zwischen dem Professor Dr. Theodor Schiemann, dem langjährigen„Wochenschau". Schreiber der„Kreuz- z e i t u n g", und diesem Blatte ist ein Zwist ausgebrochen. Ja. man darf sogar weiter sagen: es ist ein Zwist zwischen Prof. Schiemann und der ganzen rechtsstehenden Presse. Denn im Verein mit der„Kreuzzeitung" und sogar schon vor ihr hat die„Deutsche Tageszeitung" den Professor Schiemann angegriffen, und der Herr Professor hat sich bereits genötigt gesehen, zu der linksliberalen Presse seine Zuflucht zu nehmen, um seinen Standpunkt gegenüber den konservativen Blättern zu vertreten. Der Konflikt nahm seinen Ausgang darin, daß Prof. Dr. Schiemann in seiner letzten„Wochenschau" der Ansicht Aus- druck verlieh, die heutige Regierung Englands täuschte das Volk über die Wirklichkeit der drohenden Gefahren.„Sind erst Grey und Churchill gefallen, so kann der Weg zu einer Verständigung auf neuer Grundlage mit England ge- ebnet werden." Gegen diese Bemerkungen erschien eine mit E. R. gezeichnete Polemik in der„Deutschen Tages- z e i t u n g". Es sei nicht angebracht, hieß es darin, dem eng- tischen Volke den Wunsch nach einer Verständigung zum Aus- druck zu bringen, da man daraus nur auf deutsche Angst vor einer langen Kriegsdauer schließen werde. Die„Kreuz- z e i t u n g' übernahm einen Teil dieser gegen Prof. Schiemann gerichtetem Kritik sowie eine in demselben Sinne gehaltene Zu- schrift eines Lesers an die„Deutsche Tageszeitung" und fügte eine redaktionelle Notiz hinzu, worin sie ausd-xücklich� ihre j) u« st i m m n n g zu der Kritik zu erkennen gab..Herr Prof. Schie- mann sandte daraufhin der„KreuMitung" evie längere Erklärung, doch verweigerte die Redaktion deren voll- inhaltliche Aufnahm e. Sie hat jetzt in der«Voss» Zeitung" ihre Aufnahme geftindm. Prof. Schiemann protestiert darin gegen die„Unter- stellung", er fei der Meinung, daß man ini jetzigen Kriege nicht „unter allen Umständen durchhalten" müsse: „Was ich gesagt habe, bringt falgenckN Gedamanggng: England hofft den Krieg gegen uns, für welchen es die halbe Wiflt mobilisiert hat, ins Endlose hinauszuzichen, und dabei seine Rechnung zu finden, wie es sie nach Abschluß des Krieges gegen den ersten Napoleon schließlich fand. Hilter Juteresse ist, den Krieg zum Wschluß durch einen Frieden zu bringen, den wir erzwingen, und nach Niederwerfung unserew Feinde auf neuer Grundlage den Weg zu einer Verständigung zu ebene». Ich wüßte nicht, wie ein besonnen denkender Politzer sich ein anderes fiel stellen kann. Unsere Kriegftibrung verfolgt, indem sie dw einde zwingt, uns ihre Waffen zu Füßen zu-legen, ohne Zweifel dieses Ziel. Jede Vernichtungsschlacht arbeitet für den künftigen Frieden, und ein höheres Ziel, als ihn auf neuer Grundlage zu sichern, gibt es nicht. Welches diese GruMagen sein sogen, darüber habe ich sehr absichtlich kein Wort gesagt, und ich über- lasse jedem, sich darüber seine Gedanken zu machen." Gleichzeitig mit dieser Erklärung Schiemanns hat der militärische Mitarbefter der„Deutschen Tageszeitung", Herr E. Reventlow, übrigens von neuem das Schwert gezogen, um gegen seinen Kollegen Schiemann loszuschlagen, der als, „akademisch hochgebildete Friedenstaube" an- gesprochen, wird. Herr Rcventlow wälzt im Gegensatz zu allen Friedenstauben wieder eindzal große Eroderungspläne. Dauach möchte es- scheinen, als ob es dca Politikern feines- Schlages wirklich mehr auf Eroberungen ankommt, als auf eine Sicherung des Friedens für die Zukunft, selbst wenn das mit wenig durchschlagenden Sätzen zurückgewiesen wird. Herr Schiemann schrieb in seiner Entgegnung in der„Voss. Zeitung":„In den Ausfijh- rungen von E. R. finde ich nichts als schädliche, weil irreführende Phrasen." Parlamentarier als Opfer des.Krieges. Nicht nur in Ludwig Frank hat den Krieg eiven Parlamentarier zum Opfer gefordert. Im Kampf ge-hen Frankreich ist auch der bayerische Landtags abgeordnete Marlin L o i b I kchwer verwundel/ worden und am 6. September in eimun deutschem Lazarett seine» Wunden erlegen. Er war Landlvebrhauptman». Als Zentrums,- abgeordlieler vertrat er den Wahlkreis Neuburg seit 18l>o im bayerischen Landtage.— Auch Staatsrat Dr. O u a r ck, der bis zum Juni b. I. nationalliberaler Vertreter von Koburg war, ist als Landwehrmann in den Kämpfen an der Weh'grenze schwer v er- w u n d e t worden. Dr. Ouarck hat tm Felolazarett bei Straßhnrg Aufnahme gefunden._ Der Brannttveinausschank völlt-ig verboten l Im Bezirke der Stadt Bielefeld ist der Aussig ank von Branntwein jeglicher Art zum alslsaldigeu Genuß verboten. Auch der Bmnntweinverkauf übetvdie Straße ist ganz wesentlich eingeschränkt worden. Es ist mit der Verkauf von Spirituosen in versiegelten oder verkapselten Flaschen zu- lässig, wenn diese Flaschen mindestens einen Liter Infi alt haben und der Literpreis wenigstens 1,'W M. beträgt. In den Schankräumen solvie in den mit diesitzu unmittelbar verbundenen Räumen dünfen Branntwein und Branntiveiu- gläser nicht aufbewahrt werden. Zuwide, Handlungen ziehen außer Bestrafung sofortigeSchließmngder Geschäfts- räume noch sich. Es handelt sich hier um ein Experiment, dessen Wirftmg man mit großem Interesse verfolgen wird. Es würde natiir- lich von Bedeutung sein, wenn hie Bevölkerung sich mit diesem Vorgehen befreundete und eine d q u e r n d e Ein- fchränknng des verderblichen Branntweinkonsums erfolgte. Die Bolksgesundheft 5önnte ungeheuren Vorteil daraus ziehen.__ Der Wehrbeitrag f* Württemberg. Die Veranlagung zum Wehrbeiftag für Württemberg ist nun- mehr im wesentlichen beendet. Das Gesamtaufkommen in Württem» berg beträgt, wie der„Staatsavzeiggr" meldet, nach den Wehrbei- tragslisten rund 33 Millionen._ Zensurmaflnckhmen. Jv Magdeburg und jetzt auch in Koblenz hat das Generalkommando angeordnet, daß alle Erörterungen Üh«r die belgische Frage und über die Zukunft Belgien? in den Zeitungen znunterbleibenhätte». Soweit dadurch gegenüber jenen Leuten, die sich an einer Lnnektions- und Eroberungspolitik: berauschen, die Antwort erschlvert wird, wird man derartige Verbote bedauern müssen. Papft unö Zevtrumsftrett. KSl», 8. September. Der römische Berichterstatter der „Kölnischen BotkSzeitung" wurde vom Papst empfangen, der zu ihm sagte, daß hoffentlich„nunmebr der unselige Streit zwischen Berliner und Kolner Richtung beendet sei." Gelegentlich der Audienz einer oberitalieni- scheu Priestergruppe habe der Papst ferner gesagt: Ich will nichts mehr von JntegraliSmuS und EpiSkopalis- m u s hören, ich will die Vereinigung aller Katho- l i k e n. Letzte Nachrichten. Die französische Kammer geschlossen.> Nichtamtlich. Pari», S. September.(W. T. B.) Im Minister- rat am 8. September in Bordeaux berichtete Millerand über die militärische Lage. Dann wurde eine Reihe von Fragen beraten, besonders über die Lebensmittelzufuhr. Die Session der Kammer ist geschlossen. Viviani weist in einem diesbezüglichen Brief an den Präsi« deuten der Kammer darauf hin, daß zahlreiche Abgeordnete im Felde stehen und daß die Nöte, welche Frankreich drücken und die sich täglich häuften, der Kammer die Möglichkeit de» Zusammen- tritts nähmen. Ferner sei Frankreich durch höhere Gewalt und die Ereignisse gezwungen gewesen, den Sitz der Regierung zu verlegen, um den Widerstand de» Landes zu verstärken und auszudehnen. Gerettete vom Pathfinder. London» 8. Sept.(W. T. B.)(Meldung des Reuterfchen Bureaus.) Der Kapitain und fünfzig bis sechzig Mann vom Kreuzer Pathfinder sollen gerettet worden sein. 21. Verlustliste. 21. Inf.- Div.( Frankfurt a. M.) Stab: verw. 1 Mann. tot 1 Mann. 76 Mann; verm. 44 Mann. Brig.- Erf.- Bat. 80( Bonn): tot 5 Mann; verw. 3 Off., 13 Unteroff, Inf.- Reg. 82 Göttingen): tot 6 Off., 4 Unteroff, 35 Mann; verw. 4 Off., 9 Unteroff., 34 Mann; verm. 1 Unteroff., 3 Mann. Inf. Reg. 83( Hanau): tot 4 Off, 1 Unteroff., 22 Mann; verw. 4 Off., 14 Unteroff., 159 Mann; berm. 3 Unteroff. 41 Mann. Ref.- Inf.- Reg. 93( Berlin): verw. 1 Off.; verm. 2 Mann. Inf.- Neg. 97( Saarburg): tot 1 Unteroff., 5 Mann; verw. 4 Off., 9 Unteroff., 65 Mann; verm. 10 Mann. Inf. Reg. 114( Konstanz): tot 3 Unteroff., 13 Mann; verw. 7 lnteroff., 20 Mann; verm. 2 Unteroff., 64 Mann. Inf.- Reg. 145( Met): tot 1 Unteroff., 14 Mann; verw. 2 Off., 8 Unteroff., 79 Mann; berm. 2 Unteroff., 2 Mann. Inf. Reg. 149( Schneidemühl): verm. 1 Mann. Landft.- Inf.- Bat.( Osterode II): tot 2 Mann; verw. Ref.- Gardeschüßen- Bat.( Berlin- Lichterfelde): verw. Erf.- Bat. Inf.Reg. 112( Mülhausen i. E.): tot 1 Mann. " Die Nachricht von dem Tode unseres teuren Freundes Frank hat uns tief ergriffen, Schlachtfeld verblutete, verliert die Mit Frant, der wie tausend andere unserer Brüder auf dem Sozialdemokratie einen ihrer Besten. Seine Begabung und Tatfraft berechtigten zu den größten Hoffnungen. Der Sozialdemotratie Badens, die von dem Verlust am schwersten betroffen wird, übermitteln wir unser herzlichstes Beileid. Zur Ermordung von Jean Jaurès. erhielt einen Schuß in die linke Schläfe. Anderthalb Tage war es 130 Prozent fordern. Die Fabrikanten begründen den Preisnicht möglich, die Leiche Dr. Franks aus der Schußlinie zu bringen. aufschlag mit der Angabe, die Materialpreise und die Löhne Grst am Sonnabend gelang es zwei Mannheimer Landwehrleuten, feien gestiegen. Das legtere iſt unwahr. Eine Lohnerhöhung feine Leiche aufzufinden. Dr. Frank wurde unter den üblichen für die Militäreffeftenarbeiter der Metallbranche ist seit dem Jahre 2. Garde- Ref.- Reg. Berlin: verw. 1 Off., 1 Unteroff., 2 Mann; militärischen Ehren bei Baccarat in der Nähe von Lunéville für die Militäreffektenarbeiter der Metallbranche ist seit dem Jahre 1911 nicht eingetreten. Der Tarifvertrag, welcher einen Grundlohn berm. 1 Unteroff., 1 Mann. Gren.- Reg. 6( Pofen): tot 4 Off., beerdigt. von 60 Pf. pro Stunde vorsah, ist seit kurzem abgelaufen. Die 8 Unteroff., 56 Mann; verw. 3 Off., 26 Unteroff., 176 Mann; verm. 1 Unteroff., 25 Mann.- Brig.- Erf.- Bat. 28( Düſſeldorf): verw. Der Parteivorstand sandte anläßlich des Todes des Genossen Unternehmer hatten ihn gekündigt und die Arbeiter glaubten, 2 Unteroff. Landw.- Ink- Reg. 36( Altenburg, S.-A.): tot 1 Unter- Grant folgendes Beileidstelegramm an den Landesvorstand der sie würden auch ohne Tarif eine etwaige Lohnherabsetzung Sozialdemokratie Badens: verhindern können. Aber ehe sie etwas unternehmen konnten, off., 1 Mann; verw. 1 Off., 2 Unteroff., 7 Mann; berm. 1 Mann. brach der Krieg aus, wodurch die gewerkschaftliche Tätigkeit Inf. Reg. 50( Rawitsch und Liffa): tot 8 Off., 22 Unteroff., 137 unterbunden wurde. Die Fabrikanten aber glaubten, die Mann; verw. 19 Off., 40 Unteroff., 316 Mann; verm. 7 Unteroff., 121 Mann. Inf. Reg. 59( Deutsch- Ehlau): tot 1 Off.; verw. 1 Off. Gelegenheit zu einer Verschlechterung der Arbeitsbedingungen Inf.- Reg. 66( Magdeburg): tot 1 Unteroff.; verw. 1 Off., 2 Unterbenußen zu können. Der Unternehmerverband erließ eine off., 18 Mann. Verfügung, wonach der im abgelaufenen Tarif festgesetzte Inf. Reg. 75( Bremen und Stade): tot 2 UnterZuschlag für Ueberstunden von 25 auf 15 roz. und der off., 21 Mann; verw. 4 Off., 14 Unteroff., 154 Mann; verm. 1 UnterZuschlag für Sonntagsarbeit von 50 auf 25 Proz. herabgesezt off., 4 Mann. Refruten- Dep. 2, Ers.- Bat. Inf.- Reg. 75( Bremen): werden soll. Das wurde den Arbeitern durch Anschlag in den Landw.- Inf.- Reg. 75( Bremen): tot 1 Mann. Der Mörder des Genossen Jaurès wurde, wie wir der Fabriken bekanntgegeben. Die Arbeiter nahmen in den Sumanité" entnehmen, am 19. August vor dem Untersuchungs- einzelnen Betrieben dazu Stellung und beschlossen, Uebers richter vernommen. das entjeßliche Attentat, dem der Führer der Sozialisten Frank- falls nicht der bisher übliche Zuschlag weitergezahlt reichs am 31. Juli im„ Café Croiffant" zum Opfer fiel, mit größter würde. Sie halten diese Abwehrmaßnahme schon deshalb für Kaltblütigkeit, staunenswerter Gedächtniskraft und genauer Angabe aller Details vor dem Untersuchungsrichter ausgejagt. Villain notwendig, weil sie fürchten, im anderen Falle würden die hat die Tat mit einem Revolver begangen, den er in den folgen- Fabrikanten der Herabſegung des Ueberstundenzuschlages bei den Tagen seinem Vater zurückbringen sollte. Attentats halte er sich den„ Temps" gekauft, deſſen geftüre ihn in lassen. Der Widerstand gegen jebe Verschlechterung der Ar Am Abend des passender Gelegenheit eine allgemeine Lohnfürzung folgen 3orn gebracht haben soll, weil das Blatt eine Lifte von Vor- beitsbedingungen ist auch deshalb notwendig, weil ein größerer bereitungen enthielt, die Deutschland für den Kriegsfall getroffen Betrieb, welcher der Unternehmerorganisation nicht angehört, baben sollte. Nach 7 Uhr ſpeiſte Villain in einem italienischen die bisherigen Ueberstundenzuschläge weiterzahlt, was natürlich Restaurant, gab zwei Ansichtskarten, darunter eine an seinen aufhören würde, wenn die Arbeiter in den anderen Betrieben Vater, auf der Post auf und ging dann spazieren. In der Rue Drout traf er einen Zeitungsjungen, der die„ Liberté" ausschrie, dem Verlangen der Unternehmer nachgeben. Die Versammlung beschloß, daß in den Betrieben, wo die die Mobilmachung(?) anfündigte. Dadurch will Villain in einen überreizten Zustand versetzt worden sein. Er begab sich nach die alten Zuschläge 25 Proz. für Ueberstunden und 50 Proz der Rue Montmartre, wo er vor dem Gebäude, in dem sich die für Sonntagsarbeit nicht bezahlt werden, keine leberSumanité" befindet, auf und abging mit der Absicht, Jaurès auf stunden- und Sonntagsarbeit geleistet wird. der Straße niederzuschießen. Als Jaurès nicht fam, erkundigte fich Villain beim Portier des Hauses nach ihm und erhielt zur Antwort, daß die Herren noch in der Kammer jeien. Im Begriff, nach den Boulevards zurüdzugehen, kam Villain auf die Idee, nach dem Restaurant Croissant zu gehen, wo er am Abend vorher Jaurès überhaupt zum ersten Male gesehen hatte. Gin Arbeiter hatte ihn auf den Führer des französischen Proletariats aufmerk Der Ausweis des Handelsamts für den Monat Auguft Als Villain nun am folgenden Abend vor dem sam gemacht. Restaurant antam, jah er Jaurès fizen, und zwar zunächst verdeckt zeigt bei der Einfuhr eine Abnahme von über 1312 Mill. durch die Gardine und den bedienenden Kellner. Billain will dann Pfund Sterling, bei der Ausfuhr eine Abnahme von in eine heftige Aufregung geraten sein, sowohl gegen sich selber, beinahe 20 Millionen Pfund Sterling gegenüber dem Jahre weil er in der Entscheidung schwankte, und dann gegen Jaurès, 1913. Das Handelsamt weist darauf hin, daß die Abnahme weil dieser sein Vaterland verraten und alles getan habe, um der Ausfuhr zum großen Teil auf den Umstand zurückzuführen ihm zu schaden". Dann näherte sich Villain plößlich dem Fenster, ist, daß bestimmte Arten von Exportartikeln während der schob mit einem Ruck die Gardine zurück und gab aus jeinem Striegszeit nicht ausgeführt werden dürfen. Revolver die beiden Schüsse ab, die Jaurès sofort die Besinnung raubten und ihn tödlich verlebten. Als der Attentäter sich anschickte, wegzugehen, wurde er alsbald verhaftet. Auf wiederholtes Fragen beharrte Villain darauf, daß er an dem Tage, an dem er das Verbrechen beging, allein gewesen sei, und daß er keine Komjei, und plicen gehabt habe. 1 Mann. 1 Off., 2 Mann. Jäger- Bat. 2( Sulm): tot 1 Mann; verw. 2 Mann. Drag.- Reg. 1( Tilfit): tot 1 Off., 4 Mann; verw. 1 Unteroff, Drag.- Reg. 14( Kolmar i. E.): verm. Jäger- Reg. zu Pferde 2: verw. 1 Unteroff., 1 Mann; verm. 2 Mann. 2 Unteroff., 42 Mann. 5 Mann; verm. 2 Mann. 3. Garde- Ref.- Felbart.- Neg: verw. 1 Off., 4 Mann. GardeRef.- Korps- Mun.- Kol., 4. Art.- Mun.- Kol. und 3. Jnf.- Mun.- Kol. ( Berlin), 6. Art.- Mun.- Kol.( Botsdam): verw. 4 Mann. Feldart.Reg. 11( Friglar): tot 1 Unteroff. Feldart. Reg. 19, 2. Abt.: Felbart.- Reg. 24( Güstrow): tot 1 Mann; verw. tot 1 Mann. 1. Off., 5 Unteroff., 10 Mann. 1. Garde- Fußart.- Reg., 2. Batt.( Jüterbog): verm. 1 Unteroff. Ref.- Fußart.- Reg. 4 Magdeburg): tot 1 Mann. Pion.- Bat. 11( Hann. Münden): tot 4 Mann; verw. 6 Mann; verm. 2 Mann. Div.- Brückentrain 22( Hann. Münden): tot ein Mann. Div.- Brückentrain 38( Hann. Münden): tot 1 Mann. Eisenbahnbau- Komp. 18( Hanau): tot 1 Mann. Feldflieger- Abt.: verw. 1 Off.; verm. 2 Off. * Ferner bringt der Reichsanzeiger" die Verluftliste Nr. 10 und Die Vernehmung Villains hat also ergeben, daß der Mörder 11 der württembergischen Armee. Sie enthalten Verluste durch jene chauvinistische Heze stark beeinflußt war, die die frander Landw.- Inf.- Reg. 119, 123; des Inf.- Reg. 180 und des Wanen- öfifchen Nationalisten seit Jahren gegen den Führer der franzöder Landw.- Inf. Reg. 119, 123; des Inf.- Reg. 180 und des Wanen- fischen Sozialisten trieben, weil dieser unermüdlich den Militaris Reg. 19. In derfelben Nummer ist auch die Verlustliste Nr. 3 der mus bekämpft und für die Verständigung der Völker gewirkt hat. Marine enthalten, bie über 200 Namen aufweist. Aus der Partei. " Zum Tode Franks. gsmitsoek Der Mannheimer Volfsstimme" wird von zwei Augenzeugen tber den Tod des Genossen Dr. Frant berichtet: Am 31. Auguſt rüdte Dr. Frant mit seinem Ersazbataillon ins Feld. Am 3. September traf er an der lothringischen Grenze im Biwak ein, und zwar bei Blamont. Am 4. September kam das Regiment, dem Dr. Frank als Flügelmann der ersten Stompagnie angehörte, ins Gefecht. Nach einem zweistündigen Schießen tam um 2 Uhr nachmittags der Befehl zum Sturmangriff auf die feindlichen Stellungen. Dr. Frant eilte als Flügelmann feiner Kompagnie einige Schritte voraus und URANIA Taubenstr. 4 Uhr: 48/49. Lüttich und das belgische Land. ( Kleine Preise.) 8 Uhr: Prof. Dr. Eucken: Todes- Anzeigen Sozialdemokratischer Wahlverein Unsere gerechte Sache. 1. d. 6. Berl. Reichstagswahlkreis. Walhalla- Theater. Täglich abends Große Vorstellung. 8 Uhr: Zum Besten der Angebörigen unserer Truppen vor dem Feind. Rose- Theater. 8 Uhr: Deutschland über alles. Reichshallen-Theater. Stettiner Sänger! Glänzendes Programm Anfang 8 Uhr. Sonntags7, Uhr Für Militär. personen und deren Augehörigen völlig freier Zutritt zu d. Stettiner Sängern und Theater. Spezialarzt Dr. med. Wockenfuß, Friedrichstr. 125,( Oranienb. Tor). für Syphilis, Harn- u. Frauenleiden Ehrlich- Hata- Kur( Dauer 12 Tage) Blutuntersuchung, Schnelle, sichere schmerzlose Hailung ohne Berufsstörung. Teilzahlung. Spr. vorm. 9- Nm. 8, Sonnt. 9-11 Haben Sie Stoff? Ich fertige davon Anzug od. Paletot nach Mass, schick. dauerh. Zutaten von 25 Mark an. Moritz Laband, Nene Promenade 8.11.( Stadtb. Bors.) 14. Abt. Bez. 694. Am Dienstag, den 8. September, verstarb unser Genosse, der Schloffer am Wilhelm Trick Berlichingenstr. 5. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Freitag, den 11. September, nach mittags 4%, Uhr, von der Leichenhalle des Philippus- Apostel- Kirchhofes aus auf dem städtischen Friedhofe in der Müllerstraße, Ede Seestraße, statt. Um rege Beteiligung ersucht Der Vorstand. Zentralverband der Steinarbeiter Deutschlands. Zahlstelle Berlin. Am 7. b. M. starb unser Kollege, der Sandsteinmet Max Handschuh im 63. Lebensjahre an Asthma. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Freitag, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des SimeonsKirchhofes in Brik, Tempelhofer Weg, aus statt. Bahlreiche Beteiligung erwartet Die Ortsverwaltung. Danksagung. Für die Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung meines unvergeßlichen Mannes Franz Timm Heines Werkelage ich allen Stollegen meinen herz3 Bände 4 Mart Buchhandlung Vorwärts lichsten Dant. 134A Ernestine Timm nebit Kindern. Gewerkschaftliches. Erhöhung der Fabrikatpreise Kürzung der Löhne! wie Aus Industrie und Handel. Englands Handel im ersten Kriegsmonat. Preiserhöhungen in der Eisenindustrie. Jm laufenden Monat stehen laut Kölnischer Voltszeitung" eine Reihe von Breiserhöhungen bei den Verbänden der Eisen industrie bevor. Aus den Kreisen der Hochofenwerke verlautet, daß im Roheisenberband eine Echöhung der Roheisenpreise um 4 bis 5 M. pro Tonne geplant wird. Beim Stahlwerts. verbande soll eine Erhöhung der Preise für Halbzeug und Form eisen beabsichtigt werden. Briefkasten der Redaktion. Die juristische Sprechstunde findet Lindenstraße 69, vorn vier Treppen Fahrstuhl, wochentäglich am Montag bis Freitag von 3 bis 6 Uhr, am Sonnabend von 5 bis 6 Uhr, statt. Jeder für den Brieftasten be Die Militäreffettenfabriken find seit dem Ausbruch des stimmten Anfrage ist ein Buchstabe und eine Zahl als Mertzeichen beizu fügen. Briefliche Antwort wird nicht erteilt. Anfragen, denen keine Krieges natürlich sehr start beschäftigt. Sie haben Abonnementsquittung beigefügt ist, werden nicht beantwortet. Eilige Behrend vom Metallarbeiterverband am Montag in einer Fragen trage man in der Sprechstunde vor. Versammlung der Berliner Militäreffektenarbeiter ausführte die günstige Konjunktur gleich nach zwei Richtungen zu ihrem Vorteil ausgenugt, indem sie die Fabrikatpreise erhöhten und die üblichen Zuschläge für Ueberstunden herabsetzten. Nach Angabe des Redners sind die Preise um 20 Prozent erhöht worden, ein Fabrikant soll sogar eine Erhöhung von Allen Freunden, Bekannten und Berwandten die traurige Nach richt, daß mein lieber Mann Max Bergemann bei einem Gefecht am 26: August in Belgien gefallen ist. Die trauernden Hinterbliebenen Wwe.Marie Bergemann Kopernitusstr. 9. Vater, Schwestern und Schwager. Nachruf. Allen Freunden und Bekannten die tieftraurige Nachricht, daß unser einziger, herzensguter, hoffmungsvoller Sohn und Bruder, Schwager, Dntel, Neffe und Cousin Fritz Salomon im Felde am 22. August 1914 gefallen ist. Dies zeigen schmerzerfüllt an Richard Salomon u. Frau Martha Risch, geb. Salomon, Weißensee, Streustraße 15, Wilhelm Risch, zurzeit im Felde. Am 7. September entschlief nach langen schweren Leiden meine liebe Frau, unsere gute Mutter, Schwieger- und Großs mutter Karoline Britzke. Dies zeigen tiefbetrübt an Wilhelm Britzke nebst Kindern, Manteuffelstr. 80. Die Beerdigung findet Donners tag, nachmittags 4 Uhr, auf dem Thomastirchhof statt. Danksagung. 110a Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und zahlreichen Kranz spenden bei der Beerdigung meiner lieben Frau Agnes fage allen meinen herzlichsten Dank. Paul Bartsch, Huffitenstraße 14. Für die Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung meiner lieben Frau Anna Merting fage ich allen meinen innigsten Dant. Karl Merting. 133A Westmann Berlin W., Mohrenstraße 37a ( Kolonnaden), Berlin NO., Große Frankfurter Straße 115( nahe Andreasstr.) Bis Sonnabend: 25%% Ermäßigung für neueste Herbst- und Wintermodelle. 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Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und die zahlreichen Kranz penden bei der Beerdigung meiner lieben Frau und unserer guten Mutter Auguste Nieter fagen wir allen Freunden, Belannten und Berwandten, insbesondere den Genossen und Genossinnen des vierten Wahlkreises( 304. Bezirt) sowie den Sängern unseren herzlichen Dant. Otto Nieter und Kinder, Friedrichsfelder Str. 35. 134 Danksagung. Für die Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung unseres teueren Entschlafenen sagen wir allen Freunden und Bekannten, den Mite gliedern des Wahlvereins und Holz. arbeiter Verbandes Friedrichshagen unsern herzlichsten Dank. 186 Wilhelmine Puhlmann nebst Kindern. :: Erstklassige Briketts:: flicke M.8.50 f. 1000 Stück, Riesenformat 7, Halbsteine M. 0.73 f. 1 Zentner, feinst. Brennholz billigst. Michel- Brikett- Vertrieb Neukölln, Knesebeckstr. 148. Telephone: 1610 u. 21833. Stempelfabrik PATCH HECHT BERL Robert Hecht, Inh.: Alfr. 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Kommunalwahlbezirk eine Ersatzwahl statt für den Genossen Dr. Arons, der sein Mandat niedergelegt hat. Diese Ersatzwahl fällt in die Kriegszeit, in eine Zeit, in der der Kampf der Parteien eine gewisse Ruhepause hat. Von einem Wahlkamps ist daher wenig die Rede. Sclbstverständ- lich aber ist, daß die Partei, die bisher im Besitz eines Man- dates war, dasselbe auch erhalten will. Unsere Genossen haben sich darauf beschränkt, in einem kurzen Flugblatt die Wichtigkeit der Kommunalwahl darzutun und nach- zuweisen, daß die erwerbstätige Bevölkerung ihre Jnter- essen nur durch die Wahl eines sozialdemokratischen Kandidaten zum Ausdruck bringen mutz. Es mutz unter allen Umständen dahin gewirkt werden, daß die dritte Abteilung im Besitze sozialdemokratischer Vertreter bleibt. Dahin zu wirken, ist Sache unserer Parteifreunde, welche die kurze Zeit bis zum Sonntag benutzen wollen. Das ist um so notwendiger, als viele Parteigenossen und Wähler ihre Pflicht im Felde erfüllen und bei der Wahl nicht in Betracht kommen. Um so mehr müssen die Daheimgebliebenen ihre staatsbürgerliche Wicht erfüllen! Ms Groß-öerlin. Rotes Kreuz und freie Krankenschwester«. Bekanntlich hat das Rote Kreuz das Monopol der Verwun- detenpslege und es sind grohe Mittel, die dem Zentralkomitee zur Verfügung stehen. Die Kräfte, die benötigt werden, sind nicht geringe; es werden eine große Zahl von Helferinnen ausgebildet, die aus ihrer Tasche das Lehrgeld zahlen müssen. Grohes Be» fremden und große Mißstimmung hat es aber in weiten Kreisen ausgelöst, daß freie Schwestern vom Roten Kreuz zurückgewiesen worden sind. Dem„Berliner Tageblatt" wird hierüber geschrieben: „Am Anfang des Krieges waren an vielen Stellen Zettel zu sehen mit der Aufforderung, daß sich ausgebildete Schwestern zur Kricgskrankenpflege melden sollten. Es sollen sich, laut Mit- teilung des Zentralkomitees vom Roten Kreuz, r2 des Wahloiwetn� Schmargendorf. Heute Mittw ochabend'/A Uhr: Zahlabend im Restaurant Goctsch, Warneinünder Str. 14/15. Röntgental-Zepernick-Buch. Am Donnerstag, den 10. September, abends 8'/, Uhr, im Lokal von August Lange: Gemeinsamer Zahlabend. Bericht über die in der Gemeindevertretung gefaßten Beschlüsse. Frauen von Genossen, die im Feldzug sind, werden ersucht, zu erscheinen. Spandau. Der Zahlabend für den Bezirk Siemensstadt findet heut« Mittwoch bei Kant, Siemensstr. 32, statt.— Für die übrigen Spandauer Bezirke ist der Zahlabcnd erst am Mittwoch, den 16. September. Wetterausfichte« kür das mittlere Norddeutschland biS Donnerstagmittag: Etwas wärmer, größtenteils beiter und trocken. später im Westen vorübergehend stärkere Bewölkung und vereinzelt Gewitter. Ik 178.- 1914. Unterhaltungsblatt ües vorwärts Mittwoch. 9. Zeptembtt. Das Naschinengetvehr. Wir lagen auf Posten.—— Still war öke Welt, Hoch ülsv uns glänzte üas Sternenzelt. vom Posten üa drüben meldet ein Manu: „Achtung, Kam'raöen, der 5eind rückt an!" Sin großer Hänfen kam gegen uns her. „�tif!"— �vorwärts!"—„fin's Maschinengewehr!" Ein Schuß!--- Es stammten die Scheinwerfer auf. Tausend Mann stürmten das 5eld herauf. Wie ein Gespenst saust ein Reiter daher-- Springt ab,-- tritt ans Maßhinengewehr. Mit Grauen sah ich beim blendenden Schein Sein dürres, bleiches stnochengebein. Kalt lächelnd und zpntsth grinst er umher Die Knochenhand am Maschinengewehr. Jetzt zieht er!-- Die Kugeln zischten hinaus.- viel blühendes Leben löschte«ns. Hinweg saust der Reiter vom Lekchenfelö. Schmerzensschreie durchgellen die Welt! Die Tapferen waren in finstrer Nacht In wenig Seknnden umgebracht. Achthundert liegen verstümmelt und tot. --- Langsam steigt drüben das Morgenrot. Es grüßt ste der junge Tag nimmermehr--- Jim Wald steht das Maschinengewehr, Und auf seinem menjchenmoröenüen Stahl Zlimmett ein blutiger Sonnenstrahl. Leopold t. Kunstrverke im Kriege. Ein Artikel des Florentiner..Marzocco", weist darauf hin. daß Italien an Beschädigungen von Kunstwerken in Kriegs» zeiten noch ganz anders gelitten hat, als das, was heute aus Belgien berichtet wird. „Jeder Palast, er mag so groß und so berühmt sein wie er will, zählt im Kriege als Nützlichkeitsobjekt nur nach der Anzahl der verfügbaren Räume, wie der Ntensch, wer er auch immer sei, nur nach den Gradzeichen, die er adf dem Acrmel seines Rockes hat, eingeschätzt wird. Und es ist nur natürlich, daß die Dinge so sind. Das Kastell 5ant' Angela in Florenz wandelte sich zu einer Festung, und zur Feit der Belagerung wurde Cellini, der in ihr eingeschloffen war, aus einem Bildhauer ein Bombardier: Das Ge» bäude und der Mensch unterlagen, wie man sieht, dem gleichen Schicksalswandel. Während der Belagerung von Florenz war die Basilika von San Miniato zum Mittelpunkt der Verteidigung er» wählt worden. Der Glockenturm, den Bardo d'Agnolo noch nicht hatte beenden können, gab den Feinden ein wundervolles Ziel. Noch heute trägt er die damals erlittenen glorreichen Wunden. und er verdankt seine Rettung nur den klugen Plänen Michelau» geloS. Dieser zerbrach sich den Kopf, um ihn zu retten, aber nur des- halb, weil er, massiv und solide, wie er war, einen ausgezeichneten Standplatz für die Artillerie bildete. Und man erzählt, daß zwei Geschütze, die dort aufgestellt waren, gegen die Kaiserlichen wahre Wunder verrichteten. Bei derselben Belagerung hatte ein anderes Monument noch ein ungleich traurigeres Schicksal. Die Wahrnehmung, daß die Umgebung der Stadtmauer in der Hand des Feinde? ein bedeutungsvoller Stützpunkt werden könnte, führte dazu, daß alles, Ivas dem heranziehenden Feind Zuflucht hätte bieten können, erbarmungslos vernichtet wurde. So wurden denn die herrlichsten Bauwerke zerstört, und weder Kirchen noch Klöster wurden geschonh Außerhalb von Porta San Gallo lag ein Städtchen gleichen Namens, das durch seine vielen sckstmen Bauwerke berühmt war. Unter diesen war das berühmteste das große Kloster, das Lorcnzo der Prächtige für die Eremiten des Ordens des Heiligen Augustinus hatte errichten lasten. Nach dem Jahre 1530 sab man von dem Hause, von der Kirche und dem Kloster nicht mehr den Schatten einer Spur. Dasselbe Schicksal suchte das Kloster San Saldi heim, und nicht besser ging es dem Kloster bei Gesuati außerhalb des Stadttores in Pinti, das in künstlerischer Beziehung das wertvollste war. Enthielt es doch Werke des Ghirlandaio Benedetto da Maiano und eine große Zahl von Bildern des Pietro Perugino, des Lehrers Raffaels. Von ihnen allen blieb nichts als Schutt und Staub übrig. Benedetto da Rovezzano hatte seine große Kapelle und das Grabtfcal des San Gi�danni Gualberl» nahezu Völlens* t und war im Begriff, es nach Santa Trinita zu überführen. Er hatte zehn Jahre mit Unterstützung einer Menge von Gehilfen an dem Kunst- werk gearbeitet, als er von der Belagerung überrascht wurde; der Ort wurde von der Soldateska gestürmt, die alles vernichtete und zugleich auch das erwähnte Kunstwerk in jenen fragnientarischen Zustand versetzte, in dem wir es noch heute im Museum del Bardello sehen. Es erübrigt sich, weitere Beispiele anzuführen. Jede Belage- rung und jeder Sturm, den Rom oder Mantua, Turin oder Wien erlitten, hat dergleichen beklagenswerte Episoden gezeitigt.... Der Krieg... bedeutet, wenigstens für die große Menge, einen Zu- stand von seelischer Trunkenheit. Er gleicht darin dem des Spie- lers, das Gleichgewicht der Zusammenhänge zwischen den verschie- denen Lebenswerten erleidet eine gewaltige Störung. Was be- deuten denn auch 10 Lire, wenn Hunderte und Tausende auf dem Spiels stehen! Und was bedeutet dem, der am Morgen dem Feinde den Kopf einschlägt, und der am Abend einem anderen das Bajo- nett in den Leib rennt, was bedeutet ihm irgend eine Statue in einer Kirchennische, die jeden Tag bis in die Ewigkeit regungslos an derselben Stelle steht!" Kleines Ieuiileton. . Sle waren in Rußlanö gefangen". Ob es bcn_ Heineschen Grenadieren vor hundert Jahren in Rußland auch so gut ging wie jetzt den deutschen Gefangenen? Falls man nämlich folgender Schilderung der„Nowoje Wremja" trauen darf: „Nicht nur unsere verwundeten Krieger, sondern auch unsere Feinde werden überall in gastfreundlichster Weise, voll Sorgfalt und Wohlwollen behandelt. Die Leiden machen alle gleich, und die deutsche Herzlosigkeit und Bosheit ist bei uns unbekannt. Gewiß, die unseren stehen uns näher, ihnen geben wir die ersten Plätze, aber auch unsere Feinde lassen wir nicht ohne Hilfe, wir vcr- mehren nicht ihre Leiden, wie es unsere Gegner unseren Ver- wundsten gegenüber tun. Das ist eben der charakteristische Zug der von Liebe überströmenden slawischen Natur. Möge dies unseren Feinden als Vorbild christlicher Liebe und Wohltätigkeit dienen. In der Tat ist es außerordentlich wirksam. Wir sahen es an einigen Dutzenden deutscher Gefangener. Als st« zu unZ kamen,„wußten sie nicht, was sie taten. Ihre Vor- stellungen von den russischen Verhältnissen waren geradezu monströs und töricht. Einer der Verwundeten gestand offen, daß er während des ganzen Transportes vom Bahnhof zum Spital größere Angst ausstand, als je auf dem Schlachtfelde.„Ich glaubte — bemerkt« er—, daß man mich in den Fluß werfen oder auf das Pflaster legen werde, wo man mich mit den Füßen zertreten wird." Im Spital beobachteten die deutschen Verwundeten heute noch jede Bewegung des Arztes oder des Personals mit gespannter und ängstlicher Aufmerksamkeit. Einer von ihnen litt furchtbare Schmerzen; er wand sich förmlich und biß steh in den Finger, um seine Schmerzen zu verbergen. Als aber der Arzt dies bemerkte und ihm Morphium einspritzen wollt«, hob er flehentlich die Hände empor und wollte den Eingriff unter keinen Umständen zulassen. Die ihnen vorgesetzte Nahrung betrachteten die Verwundeten höchst mißtrauisch und rühren sie nicht früher an, bis die russischen Patienten zu essen beginnen. Sie sind im allgemeinen höchst miß- iranisch und hören nicht auf, sich darüber zu wundern, daß die „russischen Barbaren" sie nicht in die andere Welt befördert haben. Ihre Btzßiehungen zu den russischen Leidensgenossen sind sehr ver- schieden. Manche benehmen sich unfreundlich und kehren den unseren den Rücken. Andere bestreben sich im Gegenteil, ein gutes Verhältnis mit den russischen Leidensgenossen anzuknüpfen. Die unseren hingegen sind stets sehr freundlich und trachten jenen, die sie vor kurzem bekämpften, in jeder Weise hilfreich zu sein. Die Deutschen gewöhnen sich an unser Essen, nur das Schwarz- brot mögen sie nicht. Sie beklagen sich darüber, daß man ihnen keinen Kaffee gibt; Tee trinken sie nicht. Sie sind traurig, manche von ihnen vergießen Tränen." Russische Kriegskontribution. Den belgischen und französischen Städten werden von den deutschen Truppen schwere Kontribulioicen in Geld auferlegt. Die Russen haben in Allenstein Naturalien verlangt, die sb. obendrein bezahlen wollten— woran sie allerdings durch die Notwendigkeit der Flucht gehindert wurden. Die„Allcnsteiner Zeitung" schreibt darüber: „Die Rassen verlangten ungeheuere Lieferungen,»ämlich: t 20 000 Kilogramm Brot. 6000 Kilogramm Zucker. 5000 Kilogramm Salz, 3000 Kilogramm Tee, 16 OOÖ Kilogramm Grütze oder Reis und 160 Kilogramm Pfeffer. Diese ungeheueren Mengen sollten von unserer Stadt bis Freitag früh um 8 Uhr geliefert werden. Unter Drohungen, zu requirieren, forderten die Russen, daß alle? pünktlich abgeliefert werde. Da viele Geschäftsleute ihre Läden ab- geschlossen hatten und geflüchtet waren, so mußte die Stadt die Läden, in denen ficb Lebensmittel befanden, gewaltsam öffnen lassen, um die verlangten SJorräte entnehmen zu können. In der Nacht zum Freitag ist in Allenuein in allen fcäckereien im Schnellbetrieb gebacken worden. Mehrere Bäcker waren am Sonnlag oder Montag geflohen und hatten ihre Bäckereien geschlossen. Die ver- schlossenen Bäckereien mußten deshalb gewaltsam geöffnet werden. Alle hiesigen Bäcker. viele Bürger, vor allem Frauen und Mädchen, stellten ihre Dienste zur Verfügung und so wurden denn Unmengen Brot gebacken. Gleichzeitig liefen Frauen die ganze Nachr hindurch von HauS zn Haus, von Wohnung zu Wohnung nnd baten überall um Brot. Jeder gab, was er hatte. Der Oberbürger- Meister Zütch halte hier, wie überall, die Leitung persönlich über» nommen. Ihm nnd dem Bürgermeister Schwarz gebührt das Verdienst, durch ihr kluges Verhalten, durch ihren unermüdlichen Eifer wesentlich dazu beigetragen zu haben, daß die 24stündige Russen« Herrschaft nicht noch unertreulichere Folgen in Allenstein gehabt bat. Tatsächlich sind den Russen geliefert worden: 26 096 Kilo- grrnnm Brot, 3676 Kilogramm Zucker. 8110 Kilogramm Salz, 110 Kilogramm Tee, 4210 Kilogramm Reis und Grütze. 460 Kilogramm Erbsen, kein Pfeffer. Diese große Liest- rung, die Allenstein den Russell liefern mutzte, sollt« von ihnen bar bezahlt werden. Beim Abzug der Russe» ist die Bezahlung unterblieben. Es wurde jedoch von den siegreichen deutschen Truppen eine russische KriegSkasse eingebracht, deren Inhalt sick aus 18 0 0 0 0 Rubel beziffern soll. Die Bezahlung für die Liefe- rung wird die Stadt also schon bekommen. Die Ruffen benahme« sich auch in der Nackt zum Freitag manierlich. Am Freitag srüb hatte« sie offenbar großen Hunger. In einigen Gastwirt« schasien machten sich russische Soldaten über die Weinkeller und di« Sveiienvorräte her. Es geschah das zweifellos gegen den Willen der Offiziere."__ Humor und Satire. Auch dieser Weltkrieg, in dem Deutschland jetzt um sein Dasein kämpfen muß, ist eine Züchtigung für unser Volk. Ohne Frage! Kriege sind die Zornesrutcn unseres Gottes. Aber trügt nicht alles, so ist dieser Krieg für uns nicht ein Ausfluß seines richterlichen Zornes, sondern eine väterliche Heimsuchung, dadurch er uns wohl« tun, uns reichen Segen zuwenden möchte. Es ging ja nicht s« weiter wie bisher. Immer größer wurde in deutschen Landen der Unglaube, die Ablehr von Gottes Wort und damit der verderbliche Dienst der Welt und Sünde. Maßlos machte sich Unzucht und Leichtfertigkeit, maßlos die parteipolitische und sozial« Verhetzung in der Preffe, im öffentlichen Leben Deutschlands breit. Hätte Galt uns verderben wollen, so brauchte er es nnr so weiter gehen lassen, Wohl bald hätten wir unS mit dem Tanz ums goldene Kalb in die Revolution, bald mit Unzucht und um sich greifender Geburtenbeschränkung in physische und politische Ohnmacht hineingearbeitet. Den Feinden wäre es ein leichte« gewesen, uns dann völlig zu verderben. Im ersten Kapitel des Römcrbriefes führt der Apostel Paulus aus, wie Gott die damalig« Heidenwelt um ihrer Undanlbarkeit und ihres Götzendienstes willen in Selbstverblendung und sittliche Verwilderung dahingegeben habe. Das ist sei« richterlicher Zorn, Er gibt sie dahin, läßt sie weitermachen auf ihren verderblichen Wegen, Und nun dieser lln« dank unseres deutschen Voltes, diese Unzufriedenheit, dieser Unglaube, diese Weltseligkeit! Wir hätten verzweifeln müssen, denken müssen. Gott habe uns aufgegeben, wenn er nicht endlich eingriff. Denn wen der Herr lieb hat, den züchtigt er, Dat ist fem väterlicher Zorn, der seinen Kindern strafend in den Weg tritt. (AuS dem.Reichsvoten".) Notize». — Di« Röntgen st rahlen im Kriegsdirnfi wird als zeitgemäßes Thema Professor Dr. Donath in der Urania, Taubenstraße, am Donnerstag behandeln. Der Bortrag wird durchaus gemeinverständlich gehalten sein und neben erläuternden Lichtbildern eine groß« Reihe von Versuchen und Demonstrationen bringen. Am Sonnabend wird er wiederholt. —„Die Funkentelegraphit im Kriege zu Lande, zu Wasser und in der Luft" wird in der Treptow-Sternwarte am Mittwochabend 8 Uhr von Herrn Dozent W. Pauck unter Borführung zahlreicher Lichtbilder behandelt werden.— Herr Dr. Archenhold hat den„Kriegskometen" photographiert und seine Helligkeit in bezug auf die Nachbarstern« bestimmt. Der Komet wird jetzt allabendlich neben Mond und Jupiter mit dem großen Fernrohr gezeigt. — Theaterchronik. In den Kammerspiele« de« Deutschen Theaters gehen am Donnerstag Goethe».Geschwister' neueinstudiert in Szene. Den Abend beschließt der Vortrag Vater- ländischer Dichtungen. — Die Nobelpreise sollen wie immer verteilt werden. Nur die Friedensprämie hat man zurückgestellt, einstweilen bis zum 1. Juni 1915. Wir finden aber, man hätte fie Mischen den sozial- demokratischen Fraklionrn der rusfischrn Duma und der serbischen Skupschtina teilen sollen. dem ruPsch-japanischen Kriege. 2] Von W. Weressajew. Wir fuhren über den Ural. Ringshemm sah man nichts als Steppen. Die Staffeln folgten einander wie Schnecken. An den Stationen gab es überall nicht endenwollenden Auf- enthalt. In 84 Stunden legten wir nicht mehr als 160 bis 200 Werft zurück. Bei allen Staffelabteilungen herrschte die gleiche Sauferei wie bei der unfern. Die Soldaten waren wie rdsend und schlugen die Büfetts tu den Bahnhöfen und Dörfern in Stücke. Es war nur wenig Disziplin vorhanden, und dies« aufrecht zu erhalten, war nicht leicht. Sie beruhte allein auf der Fjurcht; aber die Leute wußten, daß sie in den Tod gingen. Womit konnte man ihnen dann Furcht ein» flößen? Der Tod erwartete sie sowieso, eine andere Be- strafuug, welche es auch sein mochte, war immerhin besser als der Tod. Deswegen ereigneten sich Szenen wie diese. Der Chef des Kommandos begibt sich zu den neben dem Zuge in Front aufgestellten Truppen. Auf dem Flügel steht ein Unteroffizier und raucht eine Zigarette. ..Was ist das? Du— Unteroffizier'. Weißt Du nicht, daß das Rauchen in der Front verboten ift?" „Warum... pff... Pff.... warum soll ich denn nicht rauchen?" fragt der Unteroffizier, ruhig weiterpaffend. Es war klar, daß er damit nichts anderes wollte, als vor Gericht gestellt zu werden.— Wir führten in unserem Wagen ein eintöniges, streng geordnetes Leben. Wir. die vier jüngsten� Aerzte, fuhren in zwei benachbarten Kupees: der älteste Ordinator Gretschichin und die jüngeren Ordinatoren Seljukoff, Schanzer und ich. Da alle sympathische Leute warxm, hatten wir uns rasch mit» einander befreundet. Wir lasen, disputierten, spielten Karten und Schach. Zuweilen kam auch unser Oberarzt Davidoff aus seinem Einzelkupee zu uns. Er erzählte uns gerne und viel von den Obliegenheiten eineS Militärarztes, bon der bei der Militärverwaltung herrschenden Unordnung, von seinen Kollisionen mit den Vorgesetzten und von seinem vor- nehmen, unabhängigen Verhalten ihnen gegenüber. In feinen Erzählungen fiel unwillkürlich eine gewisse Prahlerei auf und das Bestreben, sich unsern Ansichten anzupassen. Er hatte mir wenig Intelligenz, feine Späße waren zynischer Art und seine Meinungen abgeschmackt und trivial. Mit unS fuhren noch ein Apotheker, ein Pop«(Pfarrer), zwei Unterbeamte und vier barmherzige Schwestern. Diese waren einfache, wenig intelligente Mädchen. Sie sagten „Kollidor" statt Korridor, entsetzten sich über unsere un- säpildigen Witze und lachten etwas verlegen über die zwei- deutigen Späße des Oberarztes. An einer großen Stafion holte uns eine Staffelabteilung ein, in der ein zweites Lazarett unserer Division fuhr. Aus dem Wagen trat mit seinem schönen, sich nachlässig wiegenden Gang der stattliche Dr. Sultanoff, ein elegant gekleidetes. vornehmes Fräulein am Arm führend. Sie war, wie man erzählte,— seine Nichte. Die andern Schwestern waren eben- falls elegant aiigezv?m. sprachen französisch und waren von Stabsoffizieren umschwärmt, die ihnen den Hof machten. Um sein Lazarett bekümmerte sich Dr. Sultanoff wenig. Seine Leute hungerten, ebenso mich die Pferde. Eines Morgens früh fuhr mein Chefarzt toahrend eines Aufent- Haltes in ein« Stadt, nm Heu und Hafer zu kaufen. Das Futer wurde auf die Stafion gebracht nnd auf dem Perron zwischen unsenn Detachement und demjenigen Dr. Sultan off? abgeladen. Dieser, eben erwacht, schaute miZ dem Fenster. lieber den Perron ging eilig Davidoff hin. Sultanoff zeigte ihm schmunzelnd die Furage. „Wer was für einen Haufen Hafer ich da habe!" sagte er. .So-0-o—<1" erwiderte Davidoff spöttisch. „Und sehen Sie, auch Heu!" „Auch Heu? Ausgezeichnet?-- Nun werde ich alles sogleich in meinen eigenen Wagen verladen lassen." „Wieso denn?" „Weil ich es gekaust habe." „A— a— al Ich dachte, mein Verwalter..." Gulta- noff gähnte lange und sagte dann zu der neb«, ihm stehenden Nickte:„Nun gehen wir in den Bahnhof, um unfern Kaffee zu trinken!" Hunderte und Hundert« von Werst folgte««inander. Sowest man sieht, ift alles flach wie ein Tisch. Da und dort zeigen sich kleine Wälder und Gebüsche. Äckerfelder gibt eS fast keine; überall nur Wiesen, grüne Wiesen mit großen und kleinen sich aus der Ferne dunkel abhebenden Heuschobern. Die meisten Wiesen sind jedoch nicht abgemäht. Das gelbe, bis zur Wurzel dürr gewordene Gras beugt sich unter dem Winde sind es rauschen und knistern die Samen in ihren trockenen Kapseln. Auf eine Station kam ein Bauernvorsteher gefahren und er- zählte, daß keine Arbeiter mehr zu bekommen seien, da alle Er- wochsenen, die Landwehrmänner inbegriffen, in den Krieg ge- trieben würden und das Gras auf den Wiesen wegen Mangels an Arbeitern zugrunde gehe.— EineS Abends schrillte plötzlich unweit der Stadt KainSk die Alarmpfeife und sogleich blieb unser Zug mitten auf dem Felde stehen. Ein Offiziersbursche kam herbeigeeilt und er- zählte in großer Austegung, daß wir beinahe mit einem unS entgegenfahrenden Zuge zusammengestoßen wären. Aehnliche Ereignisse waren durchaus nicht selten. Die ZugSbeamten waren weit über ihre Kräfte ermüdet, und weggehen durften sie nicht, da sie fürchten mußten, vors Kriegsgericht gestellt zu werden. 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September 1914, abends 8 Uhr, in Schmidts Festfälen, Prinzenallee 33: Versammlung Tagesordnung: Verbandsangelegenheiten. Das Erscheinen aller Mitglieder ist erforderlich. eukölln No E. Groß, Pflügerstr. 57Bäck., Kondit. B.Jaenichen, Bäckerei, Hermannstr. 45. Holubar, Bäcker- u. Konditorei, Niemetzstr.3 K. Karpmann, Pap., Schrbw., Emserst. 103 R. Kerstian Bergstr. 122. Fourage Spez.: Geflügelfutter. C.Kampfer, Bergst.137, Uhr., Gldw. Hermannst.52.Eck. Herrfurth Str. Kaufhaus Felix Levy Nchfl. Kaiser& Roxlau, Maßschn., Gust.Ad.St.17 Otto Obst, Fl. u.Wurstw.Elsaßstr. 70 TARKE CarlGahl, Schlächterei, Edelweißstr.36. J.Laschinski, Bäck., Edelweißst.11. P.Megow, Milchgsch. Lindenallee12 A.Trenner, Uhren u.Goldw., Hauptstr.12 Wendler& Ruthenberg, Kolonw.Hauptst.20 R.Wolsdorf, Kolonialw., Hauptstr.8 Wilhelmsruh Krause, Kais.Friedr.St.79Schweineschossen E.Kegel, Kais Friedr.Str.80 Bäckerei Matel, Treptowerst.14Schweineschl Butterhandlung Monopol Fr. Panneck, Bergst 135, Ledery. E. 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Es ist die Pflicht aller Stollegen und Kolleginnen ter 2äsche und Strawattenbranche, diese wichtige Versammlung zu besuchen. Die Kommission. 164/8 103/5 Die falte Jahreszeit rückt heran, denkt Gurer Angehörigen im Felde! Wir offerieren in wirklich bester Qualität: Normalhemden u. Hosen, von. 1,50 an Leibbinden 1,50 Kniewärmer " " 9 1,35 " Lungenschützer " " 0,90 " Strümpfe, Pulswärmer M 0,50 TY außerdem Handschuhe Fußlappen usto. dazu gehörige Feldberpadung gratis. Bis 50 Gramm frei, bis 250 Gramm 20ẞf. Porto. Feldpalete nun nach jest. Standorten. Aufträge werden prompt ins Haus geliefert, auf Wunsch auch Muster vorgelegt. ,, Versandhaus für Unterbekleidung", Neukölln. Zigarrengeschäfte Kopenhagener ftraße 2, Swinemünderstraße 89, straße 11, Rostoderstraße 8, Rostoderstraße 40. Ich schließe die Geschäfte Kunden und Genossen für ihre treue Steglitz. H. Berusee, Aljenstr. 5. Unterstüßung meinen besten Dant. Tempelhof. Joh. Krohn, Boruffiaftr. 62. . Riet. +51 Treptow. 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