N Nr. 44. Erscheint täglich außer Montags. Preis pränumerando: Viertei jährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 mt, wöchentlich 28 Big fret in's Haus. Einzelne Nummer 6 Pfg. Sonntags= Nummer mit illuftr. Sonntags: Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Boft- Abonnement: 3,30 Mt.pro Quartal. Unter Kreuz band: Deutschland u. Deiterreichs Ungarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3 Mt.pr.Monat. Einger. in der Boit Zeitungs- Preisliste fr 1894 unter Nr. 6919. Pindar oblinan 11. Jahrg. Vorwärts Infertions- Gebühr beträgt für die fünfgeipaltene Betitzeile oder deren Raum 40 Big., für Vereins- und Berfammlungs Anzeigen 20 Pfg Inferate für die nächite Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in Der Ervedition abgegeben werden. Die Erpedition in an Wochentagen bis 7 Ubr Abends, an Sonnund Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt I, 1508. Telegramm- Adresse: " Sozialdemokrat Berlin! Berliner Volksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Donnerstag, den 22 Februar 1894. Expedition: SW. 19, Benth- Straße 3. Bur Gesinde- Ordnung. gedrückt hat. werden könne. den -Bürgers zweiter Klasse sein reichsgesetzliches Jnsiegel auf- der landwirthschaftlichen Arbeiter und der Dienstboten mit den gewerblichen Arbeitern und Beseitigung der GestudeIII. Allerdings am 20. Dezember 1873 vor nun mehr Ordnungen. vor nun mehr Ordnungen." Vielleicht wäre es von Vortheil, wenn gerade Zu einer einheitlichen Regelung dieser vielgestaltigen als 20 Jahren wurde die Reichsverfassung dahin aus- jetzt, wo die junterlichen Dickwänste, Schlemmer und Brasser ( wenn auch inhaltlich im Wesentlichen übereinstimmenden) gedehnt, daß der Reichsgesetzgebung fortan auch die gemein- über ihre Nothlage flagen, die Fraktion einen ferneren Gesetze über die Rechte und Pflichten ländlicher Arbeiter fame Gesetzgebung über das gesammte bürgerliche Recht" Schritt zur Verwirklichung des Programmpunktes und der und des Gefindes haben die reaktionären Gesetzgebungs- unterliegen solle. einstimmigen Parteitagsbeschlüsse auf Beseitigung der Getörper Preußens sich nicht verstanden. Die Verhandlungen Seit dem Sommer 1874 sind- Juristen thätig, um einen finde- Ordnungen durch Einbringung eines Gesezentwurfs des Abgeordnetenhauses und des Herrenhauses, insbesondere Entwurf eines bürgerlichen Gesetzbuchs für das Deutsche unternähme, der etwa folgenden Wortlaut hätte: aus den Jahren 1854, 1878 und 1879/80 zeigen, daß die Reich" auf Reichskosten zusammen zu schmieden. Bei Gesetz betr. Aufhebung der Ausnahmegesetze gegen länd Vertretungskörper für die Interessen des Besitzes bestrebt dieser Arbeit hat die Gesetzbuchs Kommission auch den liche Arbeiter und gegen das Gesinde. sind, diese feudalen Zustände zu konserviren und zu ver- Gesindevertrag in den Kreis ihrer Erwägung gezogen. Bei§ 1. Sämmtliche landesgesetzlichen Sonderbestimmungen schärfen. Einer einheitlichen Regelung des Gesindeverhält ihren diesbezüglichen Berathungen hat sie sich, wie bei ihren über das Rechtsverhältniß ländlicher Arbeiter und des Genisses widerstreben sie, weil es ihnen durchaus zu- Arbeiten überhaupt in dem Mittelpunkt der Wissenschaft, findes zu ihren Arbeitgebern werden aufgehoben.. sagt, wenn die Rechtsunsicherheit der ländlichen Ar- der Praxis, sozialer Erkenntniß und des Kulturfortschritts Jusbesondere sind die sogenannten Gesinde- Ordnungen beiter und des Gesindes sich infolge der Verschieden befunden das heißt, sie hat sich in den Mittelpunkt eines und die Gesetze und Verordnungen, welche Straf artigkeit der Rechtsformen in verschiedenen Kreises gestellt, auf dessen Peripherie also überall gleich bestimmungen wegen Ungehorsam oder Widerspenstigkeit des Landestheilen erhöht: Der Unterwürfige soll das Gefühl weit von ihr entfernt sich Wissenschaft, praktisches Be Gefindes betreffen, oder das Koalitionsrecht ländlicher Arder Rechtsunsicherheit, der Rechtlosigkeit haben. Hinzu tritt dürfniß, soziale Erkenntniß und Kulturfortschritt befinden. beiter oder des Gesindes beschränken, außer Kraft zu setzen. die Besorgniß, daß bei einheitlicher Regelung dieser VerDas Ergebniß ihrer Berathung ist auch danach: sie§ 2. Die Verträge zwischen. ländlichen Arbeitern oder hältnisse möglicher Weise dem Zuge der fortschreitenden macht eine devote Verbeugung vor den Junkern des preußi- dem Gesinde und ihren Arbeitgebern sind Gegenstand freier Entwickelung nicht mehr hinreichender Widerstand geleistet schen Herrenhauses und erklärt schlankweg: eine Regelung Vereinbarung und unterliegen lediglich den allgemeinen des Gefinderechts durch Reichsgesetz ist unausführbar." gesetzlichen Vorschriften über Dienstverträge( Verträge über Hatte doch gar selbst die Konferenz der ländlichen( S. 166 des Entwurfs eines Einführungsgesetzes zum Bürgerl. Handlungen, Lohnverträge, Arbeitsverträge). Arbeit geber im Mai 1872 einen Maximalarbeitstag für Gesetzbuch.) § 3. Die Bestimmungen der SS 105 bis 105 i, 107, ländliche Arbeiter in Anregung gebracht! Während die Ein besseres Zeugniß ihrer Unfähigkeit konnte die 113-119, 120, 125, 134a- 152 finden auf Arbeitgeber und Einleitung zur Gesinde- Ordnung von 1810 mit Recht be- Rommission sich nicht ausstellen, sollte man meinen. Und Arbeiter der Hauswirthschaft und des ländlichen Betriebes tonte, daß ein Anlaß zu verschiedenartiger Gestaltung des doch sie hat sich selbst übertroffen. Es erscheint ihr entsprechende Anwendung. Gesindedienstverhältnisses in den verschiedenen Theilen nämlich mit Recht als wegen Widerspruchs mit den guten Preußens nach Aufhebung der„ Unterthänigkeit" nicht mehr Sitten und der öffentlichen Ordnung in hohem Grade bebestehe, schützt man nun gegen die einheitliche Gestaltung denklich", daß Dienstverträge auf ungemessene Zeit, auf des Gesinderechts vor: es liege kein praktisches Bedürfniß Lebenszeit geschlossen werden. Sie schlägt deshalb vor, für eine solche Regelung vor... sie würde bei der ver solch unglücklichen Stlaven, dessen vertragliche Fesseln ihn Aus dem Reichstage. Der Reichstag hat mit seinen schiedenen Gestaltung der Verhältnisse zwischen Herrschaft auf länger als 10 Jahre binden, die Sklaverei nach Juitiativanträgen wirklich Bech. In der Regel zieht sich und Gesinde in den verschiedenen Landestheilen auf unüber Ablauf von 10 Jahren unter Einhaltung einer sechsmonat- die Verhandlung über dieselben so lange hin, daß überwindliche Schwierigkeiten stoßen!" Die„ unüberwindlichen lichen Kündigungsfrist zu lösen(§ 564 des Entwurfs). haupt nichts danach kommt, wenn aber einmal einer dieser Echwierigkeiten" bestehen darin, daß weder die konservativ- Nachdem sie diesen Gipfel sozialpolitischer Fürsicht und Anträge bis zur Abstimmung reif wird, dann erweist sich ultramontanen Vampyre, noch die sich liberal nennenden echten Arbeiterschutzes erklommen, fühlt sie sich allerdings das Haus als nicht beschlußfähig. Fledermäuse der preußischen Reaktion ihre Zustimmung wiederum veranlaßt, den Landesgesetzgebungen ausdrücklich So erging es heute dem Antrage Schröder auf Regezur Beseitigung des sie nicht drückenden Sklavenjochs geben das Recht einzuräumen, nicht nur den Dienstvertrag und dessen lung der Kündigungsfristen im Handelsgewerbe. Der wollen. Inhalt zu regeln, sondern auch den Begriff des Ge- Tendenz des Antrages wurde allseitig zugestimmt, über die Nicht nur in Preußen, sondern auch in den übrigen sind es festzustellen und so vielleicht auch gar gewerbliche von Singer beantragte Einführung einer Minimaldeutschen Staaten herrschen antediluvianische Rechszustände Arbeiter durch eine I andesrechtliche Thüre unter den Kündigungsfrist gingen aber die Meinungen auseinander. bezüglich der ländlichen Arbeiter und des Gesindes. Was Begriff des Gesindes zu bringen.( Art. 46 des Einführungs- Ge- Die Entscheidung mußte per Hammelsprung herbeigeführt hat das Reich zur Aufhebung dieses ausnahmegesetzlichen fetes.) Nun, das Gebräu der„ bürgerlichen Gesetzgebungs- Rom- werden und dieser ergab, daß nur 194 Abgeordnete Zustandes, dem mehr als 20 Millionen seiner Angehörigen( ein- mission" wird wohl den gesetzlich erforderlichen Aichstrich anwesend waren. Es fehlten also fünf Mann zur absoluten schließlich der Familienmitglieder) unterworfen sind, ge- nicht erhalten. Mehrheit. Von den Abstimmenden hatten 87 mit ja für den Antrag Singer und 107 gegen denselben votirt. Sie stellt Morgen fällt die Plenarsizung aus, um den Fraktionen Zeit zu Erörterungen über den russischen Handelsvertrag zu verlangenden Forderungen auf: Die rechtliche Gleichstellung geben. Am Freitag Fortsetzung der Etatsberathung. than? Nichts weiter, als daß es durch den Ausschluß Eine Besserung der Lage der ländlichen Arbeiter strebt des Gesindes vom Amte eines Schöffen heute allein die sozialdemokratische Partei an. oder Geschworenen(§§ 33 Biffer 5 und 85 Gerichts- bekanntlich in ihrem Programm als eine der zunächst zu verfassungs- Gesetzes) der Stellung des Dienstboten als eines Feuilleton. Nachdruck verboten.] Helene. ( Alle Rechte vorbehalten [ 49 Roman in zwei Bänden von Minna Kautsky. Sie wurde gewöhnlich die Tante" genannt, obwohl fie's nicht gerne hörte; aber ihr Mann hatte in Zürich den Namen gewechselt, und da die alten Genossen, die ihn besuchten, nicht seinen neuen, und die jüngeren nicht seinen alten fannten, so hieß er kurzweg der Dukel", oder der rothe Postmeister". Er trat soeben herein. Er wollte sich überzeugen, ob genügende Hilfskräfte vorhanden seien und die Adressen geschrieben würden. " Politische Lebericht. Berlin. den 21. Februar. angewendete Schliche und Wege erfinden ließ, um das in spöttelte ein junger Berliner und eifriger Parteigenosse, der Deutschland verbotene Parteiorgan daselbst einzuschwärzen. vorübergehend in Zürich weilte. Genosse Ebner hatte Mitunter nahm seine Phantasie einen gar zu fühnen Flug. Ihnen wohl viel zu erzählen wie? hat Direktiven mitSo plante er einen unterirdischen Tunnel unter dem Boden- gebracht, eh?" fee begnügte sich aber einstweilen, seinen Sozialdemo- Konrad Ebner ist hier?" fragte Helene und sah von frat" über den See zu befördern. der Arbeit auf, Der Postmeister war zornig in die Höhe gefahren. " Ein Klatschnest, dieses Zürich, ein unausstehliches Klatschnest! Wenn da Einer nur in unsere Bude hineinguckt, ehe er sich niedergesetzt hat, weiß es die ganze Stadt. Diese Sendungen waren offenkundig. Die. deutsche Polizei wußte ganz genau, daß allwöchentlich einige Ballen Sozialdemokrat" über die Grenze gebracht wurden, und doch gelang es ihr nur ausnahmsweise, sie abzufassen und zu foufisziren. " Sobald er eine Sendung abgelassen hatte, verfiel der Was fümmert Sie Genosse Ebner? Oder belieben rothe Posimeister, der eine Art Feldpostdienst organisirt hatte, Sie, im Solde des Herrn von Madai zu stehen?" in eine gallige nervöse Uuruhe, aber sobald er die Meldung Der junge Mann, dessen Verläßlichkeit außer Zweifel erhielt, daß das Manöver gelungen sei, fühlte er sich wieder stand, lachte. leicht und elastisch und seine Brust hob sich höher, in dem Wenn Sie mich so anzurempeln belieben, dann sollte unsäglichen Triumph, seinen Auspassern wieder ein Schnipp- ich wohl beleidigt thun und mich drücken?- fällt mir Er war ein zartgebauter, magerer Mann, wenig über chen geschlagen zu haben. aber nicht ein ich freue mich zu sehr, daß Ebner da die Dreißig, mit schwarzem Haar und gelblicher Haut, die Seine Frau aber schlug die schönen Augen gen Himmel, ist. Ich sage Ihnen, meine Damen, das ist„ Einer", etwas Bergamentartiges hatte. Er besaß kaum Mittelgröße, und sagte in ihrer phlegmatischen Art:" Gott sei dant, daß und wenn er auch nicht an unsere Päpste heranreicht, die scharfblickenden Augen und ein starter Schnurrbart, der sie draußen sind, jetzt wird er doch wieder essen!" St. Augustus und St. Wilhelmus, so hat er doch auch den in einer langen Spize fühn nach aufwärts gedreht war, Der rothe Postmeister, die Hände in die Taschen ge- Teufel im Leibe. gaben indeß seinem hageren Gesichte einen martialischen Zug. steckt, ging in der Stube auf und nieder, wobei er seinen" Hat soeben eine Agitationsreise durch ganz DeutschSeine lange Gefängnißhaft hatte seine Gesundheit an- biegsamen Oberkörper zur Seite neigte, wie ein Segel im land gemacht, trotz der Sozialistenhay besitzt einen Eingegriffen, aber seinen Wig hatte sie ihm gelassen, wie seine Winde. fluß auf die Arbeiter- ungeheuer!- Versteht es, ihren Schrullen. In Parteisachen von strenger Disziplin, zeigte Ju einer halben Stunde muß ich die Adressen haben gejuntenen Muth wieder zu heben das thut jetzt vor er sich oft starrföpfig im persönlichen Verkehr, und wenn alle alle!" rief er mit seiner etwas hohen und allem noth- und dabei läßt er sich nicht erwischen da nicht geschah, was er wollte, nahm er eine leidende Miene scharfen Stimme. das ist die Hauptsache. Aber wir müssen trachten, ihn an und sprach von Unterdrückung. " Dann arbeiten Sie hübsch mit, und gehen Sie nicht wieder nach Berlin zu kriegen wir werden ihn in den wie ein Sklavenhalter zwischen uns herum," sagte Rina. Reichstag wählen, die richtige Schnute hat er, reden " Glauben Sie, daß ich nichts anderes zu thun habe? tann er" . und die Vorbereitungen die Verpackungen wer" Nicht so wie Sie," unterbrach der rothe Postmeister, macht denn die? Meine Damen, es gilt eine Hochwohl bissig lächelnd, Sie müßten wir eigentlich darin habenweise zu überlisten, und wenn wir auch den Bismarck'schen da käme tein anderer zum Wort." Schnapphähnen über sind es bleibt immer eine verdammte Arbeit." Ging ihm alles nach Wunsch, dann war er der Jovialsten Einer, der sich auf seine Schneidigkeit etwas zu Gute that. Man lachte über seine Ausfälle, die niemand wehe thaten, denn er war eine edle, grundgütige Natur. Was diesen rothen Postmeister aber vor allem aus zeichnete, das war sein Muth und ein schier unerschöpflicher Reichthum an Phantasie, der ihn immer neue, bisher nie " Dann kommen Besuche man giebt Audienzen," Bassen Sie' mal uff, das kommt noch... Aber jetzt erzählen Sie doch schnell, lieber Onkel, weshalb Ebner hierher fam." Zur Sonntagsruhe in der chemischen Industrie. Verbrecher und Großer Mann. Die Leiche gangen werden um so mehr, je mehr Lärm gemacht Am 27. d. M. werden die Verhandlungen von Kommissarien Pizarro's, des berühmten Groberers von Peru, wurde, worden das ist eine alte Geschichte und jedem Frrenarzt aus dem Reichsamt des Innern und dem Handelsministerium nachdem sie 350 Jahre lang in der Kathedrale von Lima und Kriminalisten bekannt. mit Arbeitgeber- und Arbeitnehmer- Vertretern der chemischen geruht, kürzlich ausgegraben und untersucht. Sie war zur Also darüber brauchen wir kein Wort zu ver Industrie über den für diesen Gewerbezweig ausgearbeiteten Mumie vertrocknet und sehr wohl erhalten. Die Unter- lieren. Das Einzige was auffallen fann, ist: wie Entwurf von Ausnahmebestimmungen, betr. die Sonntagsruhe, fuchung ergab, daß der Schädel des großen Mannes den erlangen so viele Menschen die zur Herstellung derbeginnen. vollendetsten Verbrechertypus hatte, alle Merkmale artiger Attentats vorrichtungen nöthigen Kenntnisse, die Graf Caprivi wird verfolgungssichtig wie der Mann der Habsucht und Grausamkeit Eigenschaften, die im Durchschnitt doch nur im Besize sehr Weniger sind. Und des alten Kurses. Er hat sich nicht bewegen lassen, den Pizarro ja auch im Leben bewiesen hat. Wir glauben, diese Frage wollen wir beantworten. Gerade in Paris von Männern der Wissenschaft und Kunst abgesehen, hatte man- vor etwa 10 Jahren gegründet einen Strafantrag gegen den Freiherrn von Thüngen zurückzu- würden die meisten der sogenannten Großen Männer der öffentlichen Unterrichtskursus für die Ausübung Geschichtslegende als Verbrecher erkannt werden. der Attentatskunst vermittelst Sprengvorrichtungen. Jahres same Lehrmeister, oder richtiger die Lehrmeisterin war die Lang wurden dort die eingehendsten Regeln, Vorschriften, Rezepte und Verhaltungsanweisungen gegeben war be nehmen.Löwenkühn ist zwar nicht die Kreuzzeitung", aber ein in ihr spukender Klopfgeist. Er meint, die Auflösung des Reichstags sei ein Schreckgespenst für Kinder. Die Junker könnten es darauf ankommen lassen, die Regierung brauche sie doch. Nun die Kreuzzeitung" fann's ja probiren. Gewiß, hätten die Herren Junker eine Partei hinter sich, so könnten sie es wohl wagen. Sie haben aber Nichts und Niemand hinter sich, wenn die Regierung fie fallen läßt; und für jeden rebellischen Junker findet die Regierung zehn tonservative Bedienten, die gern seinen Platz einnehmen. Ein horchendes Langohr. Der feinhörige Herr, der auf den Auflösungsleim ging und uns andichtete, wir würden, um die Auflösung zu erwirken, gegen den russischen Handelsvertrag stimmen, läßt verbreiten, er heiße Winkelmann". Er ist ein Winkelmann"- gewiß, ste d't auch hinter einem Winkelmann buchstabirt sich aber B u. s. w. " Den Antrag auf Besteuerung der Margarine, der Butter des armen Mannes", wollen die Konservativen nach Erledigung des deutsch russischen Handelsvertrages stellen. befugt. von Ueber dasselbe wird von Wolff's Telegraphenbureau die Das Urtheil im Omladina Prozeß ist gesprochen. folgende Depesche mitgetheilt: heilige Hermandad alias Polizei. Der Die Führer Ziegloser, Cizek, Waigert, Sticha, Synacek, Hradec, Pospischil, Runes, Schulz, Redakteur Hain, Dr. Rafin, Polizeichef Andrieux hat selber die Sache erzählt und Sokol und Holzbach wurden theils wegen Hochverraths, die Summen hergezählt. Und unsere Leser haben durch Majeftätsbeleidigung, Ruheftörung und Geheimbündelei, theils Freund Gallus in Paris Näheres über diesen Unternur wegen Rubeftörung zu 8 Jahren schwerem, an jedem richtskursus erfahren. 17. August durch Fasten, Dunkelfammer und hartes Lager Die sozialistischen Pariser Zeitungen haben dieser Tage verschärften Kerker bis herab zu 13 Monaten schweren Kerfer einige der Rezepte abgedruckt und nachgewiesen, daß verurtheilt. Eine Reihe weiterer Angeklagter erhielten wegen Ravachol, Baillant und Henry gewissenRuheftörungsverbrechen und anderer Bergehen 18 bis herab zu haft nach den Polizeivorschriften ver 7 Monaten schweren, durch Fasten verschärften Kerfer, die übrigen Angeklagten sechswöchentlichen bis vierzehntägigen fahren sind. Arrest wegen Uebertretungen. Von den 76 Angeklagten wurden Die Lehrer können also auf ihre Schüler stolz sein. nur zwei freigesprochen. Durch umfassende behördliche Schutz- Die französischen Getreidezölle. Gemäß einem von vorkehrungen war für Ruhe und Ordnung vor und in dem der Regierung kundgegebenen Wunsche beschloß heute die Gerichtsgebäude gesorgt worden. Den in Haft befindlichen Angeklagten war infolge Disziplinarurtheils die Anwesenheit Bollkommission der Deputirtenkammer, den Getreidezoll bei der Urtheilspublikation nicht gestattet. von 8 Franks fallen zu lassen und einen Zoll von 7 Franks Erwägt man, daß die Argeklagten zum größten Theile festzusehen. halbwüchsige Burschen waren, daß die Verhandlungen ge- Die Finanzlage Italiens ist eine erschreckliche. heim geführt und die Rechte der Vertheidigung in einer Rein Staat ist dem Bankrott näher wie Italien. Das eise, die einzig dasteht, beschnitten wurden, und daß die Defizit für 1894/95 beträgt 177 Millionen Franken. Regierung zur Begründung des über Prag und Umgebung Die schwebende Schuld bei Banken beträgt 500 Millionen. verhängten Ausnahmezustandes ein drakonisches Urtheil un 100 Millionen bedingt nöthig hatte, so ist zu gewärtigen, daß die Gefügig- Den Binsfuß für die Anleihen will man erniedrigen, keit und Strebsamkeit der österreichischen Richter von ihren den Getreidezoll von 5 auf 7 Franken pro Zentner erhöhen. Vorgesetzten reichlich vergolten werden wird. Das ganze Und daher ist diese offizielle Darstellung taum zivilisirte Europa wird aber die Führung dieses Prozesses frei von Schönfärberei. Crispi wird es nicht so leicht wer und die verhängten Strafen als ein Echandmal für die den, dem Unmuthe des Volkes Stand zu halten. österreichische Justiz bezeichnen. Die geftrige Sihung der italienischen Kammer In der französischen Kammer operiren unsere Geneue Steuern werden vorgeschlagen. V Konservative Parteiorganisation. Am Sonnabend wurden von einer zur Vorberathung der Angelegenheit eingesetzten wurden von einer zur Borberathung der Angelegenheit eingesetzten Kommission die Grundlagen für die Neubildung des konservativen Parteivorstandes festgesetzt. Demgemäß wird der Parteivorstand bezw. der Vorstand der deutschen Konservativen in Bukunft aus 53 Mitgliedern, von denen 29 durch die Parteigenossen im Lande und 24 von den parlamentarischen Körperschaften belegirt werden sollen, bestehen. Die Dauer der Mandate für die Voorstandsmitglieder aus dem Lande beträgt fünf Jahre. Die Mandate der von den Parlamentsfraktionen gewählten Herren gelten für die Dauer der Legislatur periode. Die Wahl der erfterwähnten 29 Vorstandsmitglieder noffen mit großem Geschick. Der Antrag der Agrarier auf war sehr stürmisch. Die Sozialisten und Radikalen interfindet auf Provinzial bezw. Landesparteitagen statt; fonservative Erhöhung der Getreidezölle hat zu mehrtägigen, noch nicht pellirten die Regierung wegen der Borkommniffe in Sizilien Vereine als solche sind gemäß den gesetzlichen Bestimmungen beendeten Debatten Anlaß gegeben, in die unsere Genossen und dem übrigen Italien, and es kam zu sehr leidenschaftüber das Vereinswesen zur Vornahme dieser Wahlen nicht glücklich eingegriffen haben. Jaurè 3 befürwortete in lichen Szenen. Die Bossische Zeitung", die feit einiger Die Auswahl der neunundzwanzig Borstandsmitglieder aus wirksamfter Weise den unseren Lesern schon bekannten An- Beit vom Anarchisten Roller erfaßt ist, spricht von„ TollDie Auswahl der neunundzwanzig Vorstandsmitglieder aus dem Lande ist den Parteigenossen anheimgestellt; es wird ertrag auf Verwerfung der Kornzölle und lebernahme häuslerlärm". Thatsächlich haben die Interpellanten blos wartet werden müssen, daß hierbei thunlichst die verschiedenen des Getreibehandels durch den Staat und dasselbe gethan, was weiland die Partei der Voffischen Berufsklaffen berücksichtigt werden. Die Einberufung der Partei- demonstrirte, aus den Fenstern der Kammer hinaus redend, Beitung" in der Konfliktszeit gegen den Junker Bismarck tage, die gleichzeitig auch zur Belebung und Befestigung der den Bauern ad oculos- recht anschaulich, daß die gethan hat. Damals nannte die Tante Voß das nicht Tollhäuslerlärm". Aber die Zeiten haben sich geändert, engeren Organisation der Partei auszunuben sein werden, ist Sozialisten die einzige Partei find, die ehrlich etwas für bie deutsche Fortschrittspartei ist den Weg alles Fleisches ungefäumt zu veranlaffen. Aufforderungen hierzu sind an die den Bauern thun. Und nachdem Jaurès die Frage praktisch gegangen, und der Fortschritt" der Tante Voß auch. bezüglichen Stellen bereits ergangen. behandelt hatte, ergriff Jules Guesde, der zum Beiläufig nehmen wir von diesem Wuthausbruch auftrat, das Wort, um Die eingetragenen Berufsvereine und Herr von ersten Mal theoretisch eines tollgewordenen Hammels" blos deshalb Akt, weil er Stumm. In der ersten Sigung der Reichstags- Kommission den Nachweis zut Liefern, wie Freihandel und zur Berathung der Initiativanträge der Zentrums- und Schutzoll bloß zwei verschiedene Formen desselben Aus- ein Gradmesser ist für die politische Verkommenheit unseres Bürgerthums. freifinnigen Partei über die eingetragenen Berufsvereine beutungssystems find. Den Protektionisten sagte er, daß Crispi wich der sofortigen Beantwortung der Interschlug König Stumm u. a. vor im§ 9 zu bestimmen, daß gerade sie, und nicht die Sozialisten es sind, die an die ge- pellationen aus, und erwirkte auch, daß diese erst am Frei" nur" durch die dort angegebenen Unterstüßungen und Ein- meinsten Instinkte der Habsucht und Begehrlichkeit sich tag zur Verhandlung kommen sollen. daß der richtungen die Zwecke der Berufsvereine sollten verfolgt wenden; und die Freihändler belehrte er, Die Verlegung des Finanzplans der Regierung würde werden dürfen, und aus der Zahl der zulässigen Unter- Anarchismus, über den sie jest so zetern, nichts anderes - heute vertagt. stützungen die Unterstügung bei Arbeits- ift, als die Konsequenz, die Ausgeburt der Grund- auf die nächste Sigung Dieses Vertagen der Interpellation und des Finanz ausständen und Arbeitsausschlüssen aus anschauungen des Freihandels. des Freihandels. Jedenfalls wird diese drücklich auszuschließen. Debatte die besten propagandistischen Folgen haben. Der plans zeugt nicht von Kraftbewußtsein der Regierung. Sehr bedenklich ist es, daß der bisherige RammerUnser Sozialreformer geht aber noch weiter, er will Antrag Jaurès wurde mit 481 gegen 52 Stimmen abbei den Berufsvereinen, die die berufliche Bildung durch gelehnt. Im weiteren Verlaufe der Sigung wurde mit 401 präsident 3 anardelli sein Amt niedergelegt hat, weil Vorträge Diskussionen u. 1. w. fördern, bezügliche gegen 103 Stimmen die Festsegung eines stufenweise steigen- er mit Crispi nichts zu thun haben will. Beschlußfassungen", die im Entwurf natürlich den Getreidezolles abgelehnt. Méline hatte einen solchen auch beiont sind, von der Zuständigkeit der Berufsvereine Boll befürwortet, die Regierung hatte sich jedoch dagegen ausschließen, er will ferner die Errichtung von ausgesprochen. Schieds- und Einigungsämtern diesen Vereinen nicht ge- Lehrer und Schüler. In Paris knallt es fortstatten, sondern nur dort, wo solche Aemter schon bestehen, während bald ist's ein Kochtopf, bald eine Sardinendie Vertretung der Rechte und Interessen der Mitglieder büchse, bald eine Fleischtanne, bald sonst etwas bald. bei denselben zulassen. Endlich will Herr von Stumm dem find es Abgeordnete, bald Dienstmädchen, bald Zimmerverbetr.§ 9 noch den Absatz hinzugefügt haben:" Politische mietherinnen, die durch den Knall erschreckt und verwundet Angelegenheiten dürfen nicht zum Gegenstand der Vereins- werden. Es ist eine wirkliche Epidemie die als solche thätigkeit gemacht werden." ja gar nichts Auffälliges hat. Daß wenn einem Narren oder Verbrecher ein besonders origineller und Aufsehen erregender Narren- oder Verbrecherstreich gelingt, das Beis spiel sofort Nachahmung findet, und daß sofort Dugende und Duzende ähnlicher Narren- und Verbrecherstreiche be" Daß damit diese Vereine für die Arbeiter werthlos, zu einen Messer ohne Seft und Klinge werden, das ist die Arbeitsfreiheit, welche König Stumm den Arbeitern gnädiglichst gewähren will! # „ Er wird einen Vortrag halten-" Jm Café Reßler, das weiß ich schon." Das wiffen Sie auch schon! Dann lassen Sie mich Dann lassen Sie mich ungeschoren." dem Onkel recht viel Nachsicht haben, Tantchen," er sagte es so herzlich, als ob er für sich selbst etwas er bitten würde... bitten würde... Es geht dem Manne so viel im Kopfe herum." Sie nickte. Natürlich, ich sage ja immer, er macht sich " Lassen Sie nur erst den Kongreß vorüber sein, dann wird es schon besser." Aber weiter-" " Da giebt's fein weiter, die Geschicht' ist aus. Em- frank." pfehle mich allerfeits." Und sich flott auf die Seite legend, segelte er aus der Stube hinaus. " Ihr Mann ist heute recht borftig, liebe Tante," be merkte Rina in ihrer trockenen Weise. Die schöne Blondine seufzte mit einer Duldermiene. Wem sagen Sie das? Als ob ich nicht die erste wäre, die das verspürte. Heute ist Konzert in der Tonhalle. aber er thut nicht dergleichen und ich habe mich schon so gefreut." „ Er wird schon gehen," tröstete Rina, die Tantes Vorlie be für die Tonhalle tannte. " Der, der! Da kennen Sie ihn schlecht ich habe alle Hoffnung schon aufgegeben." Vielleicht doch nicht so ganz," bemerkte der junge Berliner schelmisch, da Sie Ihre reizenden Stirnlöckchen noch immer in Papilotten tragen." Sie machte einen Ruck mit dem Oberkörper von ihm „ Ach- gar laßt mich hinweg. mir gerade." Alle lachten. " Eure Wize, das paßt Na, nicht böse sein, Tantchen," schmeichelte er machte ein kleines Mündchen. und " Ihre Taute zu sein, das wäre so mein Pläsir, wie Sie wieder aussehen." . " Was meinen Sie?" " Nun, ich meine den geheimen Parteikongreß." Na, der wird lange geheim sein, wenn Sie d'rum wissen." " 1 Daß ein Kongreß abgehalten wird, weiß Jeder, es hat ja im Sozialdemokrat" gestanden, aber Keiner weiß wo." Ja, das ist meines Mannes Geheimniß," sagte die Tante stolz, und er weiß es zu wahren." Tas soll er auch," versetzte der junge Mann ernst, dann wieder in seinen leichten scherzhaften Ton zurückverfallend. Wenn ich nur erfahren könnte, ob Ebner des Kongresses wegen hierher tai, Sie sollten das wissen, Tantchen." Was frage ich danach; ich habe ihn gefragt, ob er nicht heute in die Tonhalle kommen würde, dann ginge mein Mann auch." " " Und was hat er gesagt?" " Raum," hat er gesagt, und gelacht hat er dazu, , aber wer weiß, wenn Sie ihm ein Bischen zureden wollten, vielleicht ginge er doch. Bitte thun Sie's, er tommt hierher, er hat mir's versprochen, er wird gleich da sein." Kurz, das parlamentarische Wetterglas Jtaliens deutet auf Sturm. Das Wolf'sche Bureau bringt über die geftrige Sigung folgenden Bericht: Rom, 20. Februar. Deputirtenkammer. Das Haus ist gut befucht; es herrscht lebhafte Bewegung. Bizepräsident Billa verlas ein Schreiben Banardelli's, in welchem derselbe auf seine Demission als Präsident der Rammer besteht. Die Rammer beschloß alsdann am Donnerstag die Präsidentenwahl vorzunehmen. Das Verlangen zur Ermächtigung des gerichtlichen Einschreitens gegen De Felice wurde eingebracht. Crispi erfuchte das Finanzexposé auf die morgige Tagesordnung zu fegen, indem er bemertte, es würden Maßnahmen zur Erzielung von Ersparnissen und Erhöhung der Einnahmen vorgelegt werden; des Weiteren verlangte Crispi eine Festsetzung des Tages für die Begründung der Interpellationen hören, und nun hatte der Gedanke, ihm jeßt, ihm hier zu begegnen, etwas Verwirrendes für sie, das fast dem Schrecken glich. Sie wollte ihm eine Zeile schreiben, und ihn bitten, sie zu besuchen; gewiß das war besser, als dem Manne, der ihr jetzt in so ernster Bedeutung erschien, zu ungelegener Stunde in den Weg zu treten. Sie belächelte selbst ihre Eilfertigkeit, die einer Flucht glich, aber schon hatte sie ihren Hut aufgefeßt, grüßte und ging hinaus... " Nun, ist sie wirklich drüben?" fragte Ebner, der im Bureau vor einem der großen Schreibtische saß und eine Broschüre durchblätterte, den rückte hrenden Ontel, indem er gespannt zu ihm aufblickte. Natürlich, ich sagte es Dir ja. Ich hatte Frau Röder bemerkt, als sie ins Haus trat; jetzt schreibt sie mit den Anderen Adressen." „ Steht sie in Verbindung mit der Partei?" fragte Ron rad weiter, und sah dabei sehr interesfirt aus. " Eigentlich nicht. Die Russen haben sie vollständig in Beschlag genommen, sie schleppen sie in alle ihre Versammlungen, und kommt sie einmal zu uns, geschieht es nur in ihrer Begleitung." „ Go, so, ganz russisizirt also," Ronrad runzelte die Brauen. " Wir müssen Sie uns gewinnen," versetzte der Onkel. Sie hat eine gewandte Feder, wir fönnen fie brauchen." Konrad warf die Broschüre bei Seite. Ich muß sie sehen!" Ihr seid alte Bekannte?" " Ich bin fertig," sagte Helene, schob ihr letztes" Ich habe sie gekannt, als sie noch ein Kind war, wir " Ich habe auch niemanden, der mich schön machte.. Kouvert von sich und langte nach ihrem Hute: Kouvert von sich und langte nach ihrem Hute:" Ich wohnten in einem Hause, dann hat sie geheirathet, ist eine nicht reißen Tantchen, meine Kravatte hängt an dem letzten muß fort." Dame geworden und seitdem" Er machte eine Bewegung Faden!" Sie hatte sich wiederholt danach gesehut, Konrad mit der Hand, als ob seitdem zwischen ihnen Alles zu Ende D'rum will ich sie ja haben, geben Sie sie her, ich wiederzusehen und sich mit ihm auszusprechen. Es däuchte wäre. werde sie Ihnen ausbessern." ihr, als sei sie ihm in Bielem näher gekommen, als Die Dame hat fie so ziemlich an den Nagel gehängt," " Sie sind ein Engel! Deshalb müssen Sie auch mit hätte sie ihm viel zu sagen und mehr noch von ihm zu meinte der Onkel. ( Fortsegung folgt.) betreffs der Vorgänge in der letzten Periode. Hierauf folgte die Verlesung der angemeldeten Interpellationen und Anfragen. Crispi schlug die Begründung derselben vor. Jmbriani beantragte, in die sofortige Verhandlung einzutreten. was mit allen gegen die Stimmen der äußerüen Linken ab- gelehnt wurde. Der Vorschlag Crispi's wurde mit gleicher Majorität angenommen. Infolge eines lebhaften Zwischen- falles zwischen Jmbriani. der sofort sprechen wollte, und dem Vizepräsidenten wurde die Sitzung suspendirt. Nach Wieder- aufnähme derselben wurde die Berathung der Anfragen und Interpellationen einem abgeänderten Antrage Crispi's ent- sprechend aus Freilag anberaumt und alsdann mit großer Majorität die sofortige Veröffentlichung der Akten der parla- mentarischen Enquelekommission über die Emissionsbanken be- schlössen.— In Rumänien wollten zahlreiche Offiziere wegen unpopulärer Maßnahmen des Kriegsministers streiken. Als die Regierung aber den Offizieren den Abschied bewilligen wollte, zog ein großer Theil der Helden ihre Austritts- erk lärungen zurück.— VArletlnenksvisttzes. Die Budgetkommifsion hielt bisher jeden Tag in dieser Woche ihre Sitzung ab. Am Montag bildete den Hauptgegen- stand der Verhandlung die Forlsetzung der Debatte über die Reisekosten und Tagegelder. Von seilen der Regierungsvertreter gab man sich die größte Mühe, die Höhe der Ersparniffe bei einer Aenderung als nicht erheblich und die Regulirung auf neuer Basis als äußerst schwierig darzustellen, aber die Kom- Mission war den gehörten Gründen unzugänglich. Sämmt- liche Abgeordnete stimmten darin überein. daß eine Aenderung de? Systems im Sinne erheblicher Ersparungen, mit der Ausnahme, daß die Tagegelder für die unteren Rangklassen, die schon jetzt zu niedrig'eien. erhöht würden, eintreten müsse. An der Debatte betheiuglen sich die Abgg. Prinz v. Arenberg. Bebel. Bürklin. Enneccerus, Gröber, v. Podbielsky. Richter und Singer, und fand schließlich ein Antrag des Abg. Gröber Annahme, wonach der Reichskanzler ersucht wurde, einen Gesetzentwurf vorzulegen, der Tagegelder und Reisekosten aus grund der in der Debatte zum Ausdruck ge- kommenen Gesichtspunkte festsetze. Des weiteren wurde eine Resolution des Abg. Gröber angenommen, welche die Regierungen ersucht, für die Hinterbliebenen solcher Personen des aktiven Dienstes und des Beurlaubtenstandes eine entsprechende Fürsorge zu treffen, die infolge der bei Friedensübungen er- littenen Beschädigungen verstorben sind. In der Sitzung am Dienstag erklärte Herr v. Massow im Namen seiner Freunde, daß sie übereingekommen seien, am Militäretat möglichst hohe Ersparungen vorzunehmen und daß sie deshalb alle erstmaligen Forderungen für Neubauten streichen würden, andere Raten aber nur in der Höhe bewilligen würde». als angenommen werden dürfe, daß die Gelder im Laufe des Baujahres auch wirklich zur Verwendung kämen. Die Abag. Richter und Gröber erklärten. daß sie diesen Grundsätze» zu- stimulten. Infolge dieser Erklärungen wurde eine Anzahl Forderungen abgelehnt. In der heuligen Sitzung setzte die Kommission ihr löbliches Thun fort. Abermals fielen eine Reihe größerer Forderungen dem Sparsamkeitsteufel zum Opfer. Der Kriegsininifter war darüber so erregt, daß er erklärte, es mache aus ihn einen höchst deprimirenden Eindruck, daß gerade bei seiner Verwaltung diese Abstriche erfolgten; die Militärverwallung hätte sich in ihren orderungen schon auf das Aeußerste eingeschränkt. Aber die ommission war unerbittlich und strich weiter. Nächste Sitzung Freitag. sPAvkeinsrftvickken. Die Freuden eines sozialdemokratischen Redakteurs sind gar vielseitiger und eigenartiger Natur. Besonders sorgen die Herren Staatsanwälte stets für allerhand Ueberraschungen Unsere Genossen Hülle und Güldenberg, die Redakteure der„Thüring. Tribüne" zu Erfurt, sind in letzter Zeit nament- lich sehr von jener Seite bedacht worden. Dem genannten Parteiblatt entnehmen wir darüber folgende Einzelheiten:„Die Gesäugnißthürcn haben sich gestern hinter Genossen Hülle wiederum aus einige Wochen geschloffen, nachdem ein Gesuch des letzteren um Ausschub des Strasantrittes bis zum LS. d. von der Staatsanwalt- schaft unbeantwortet geblieben. Am 2L. ds. Mts. stehen vor der Strafkammer nicht weniger als acht Strafsachen gegen die ver- antwoitliche» Redakteure unserer Zeitung zur Verhandlung. Hiervon entfallen aus Genossen Hülle sechs Anklagen. Unter diesen befindet sich auch die Kortüm'sche Gehaltserhöhungs-An- gelegenheit. Die weiteren zwei Sttassachen betreffen den Genossen Güldenberg. Herr Rechtsanwalt Dr. Harmening-Jena wird an genanntem Tage die Vercheidigung in sämmtlichen acht Preß- Prozessen übernehmen.— Die Erfurter Slraskammer hat den 22. Februar als besonderen Verhandlungstag für die„Thüringer Tribüne" eingelegt. Eine Statistik über das Älter seiner Mitglieder hat vor kurzem der sozialdemokratische Wahlverein des l. Hamburger Wahlkreises vorgenommen. Das auch für weitere Kreise nicht uninteressante Ergebniß der Untersuchung war folgendes: Es wurden gezählt im Alter bis zu 20 Jahren 101, von 20 bis 25 Jahren 507, 26 bis 20 Jahren 873, 30 bis 40 Jahren 1298, 40 bis 60 Jahren 574, 60 bis 60 Jahren 176, 60 bis 70 Jahren 24 und über 70 Jahren 2 Mitglieder. Es waren also nur i/e der Mitglieder unter 26, V« dagegen über 26, 2/3 sogar über 30 Jahre alt.— Das sind also die„grünen Jungen" des be- kannten sächsischen Junkers Frege.— Ein vorsichtiger Mann scheint der Gemeindevorsteher zu Gütterlitz bei Weimar zu sein. Der Anmelder einer Volksversammlung erhielt von ihm folgendes Schreiben: Geehrter Herr......! Nach genauer Prüfung Ihres Briefes theile ich hierdurch mit. das ich nicht in der Lage bin. Ihnen die Bescheinigung zur Erlaubnis der Volksversammlung auszustellen Da jetzt kein Grund liegt Versammlungen abzuhalten und mir scheint, daß der p. Fischer aus Weimar ein Agitator der Sozialdemokratie ist. Gütterlitz, den 13. Februar 1894. Der Gemeindevorstand. Sörgel. Gütterlitz wäre also diesmal noch glücklich der Gesabr entronnen. den p. F i s ch e r aus Weimar, der nack Herr» Sörgel„ein Agitator der Sozialdemokratie zu sein scheint", in seinen Mauern zu bergen. Vielleicht dürfte später doch einmal „Grund vorliegen", eine Versammlung abzuhalten, denn auf die Dauer wird es die Gemeinde wohl nicht ihrem Vorsteher aNein überlassen, darüber zu entscheiden. Militärschnüffelei i« Sachsen. Unserein Chemnitzer Partei-Organ hat der Zufall, der ja bekanntlich Sozialdeiuolraten überhaupt sehr günstig ist, ein sogenanntes„vertrauliches Alten- stück" zugeweht. Dasselbe hat folgenden Wortlaut: Geheim I Hierdurch erhalten Sie Befehl, Erörterungen darüber anzu. stellen, ob in den Landgemeinden Ihres Distrikts unter den dies- jährigen Rekruten sich Personen befinden, welche bereits eine ge- wisse Führerrolle in der sozialdemokratischen Partei eingenommen haben oder wenigstens als eifrige und zielbewußte Verlreter ihrer Lehren gellen. Der Er>lg ist wegen des Anfang Juli 1890 stattfindenden Ober- Ersatzgeschätfs spätestens bis zum 21. Juni 1890 anher anzeigen. Im Uebrigen ist auch Anzeige jedesmal dann ander zu erstatten, sobald Ihnen noch nach der Aushebung weitere Personen der gedachten Art bekannt werden sollten. Annaberg, den 6. Juni>890. Königliche Amtshauptmannschaft. An Herrn Gendarm in..... Das Schriftstück stammt aus dem Jahre 1890, kommt also etwas spät. Nichldestoweniger immer noch früh genug, um zu zeigen, wie schon seit langer Zeit die Praxis besteht, die jungen Leute, die zur Armee treten, aus ihre politische Gesinnung hin zu prüfen. Diese Bekämpfung der Sozialdemokratie durch die Behörden ist nur ein Beweis, welch große Bedeutung unserer Bewegung beigemessen wird. « Die WahlrechtSbewegnng in Oesterreich wird nicht nur von unseren Genoffen in Wien, sondern auch in der Provinz in engster Weise betrieben. Die steiermärkis che Landesorganisation veranstaltete am vergangenen Sonnlage in 16 der größten Städte des Landes Versammlungen. Das gleiche geschieht in Böhmen. Die Tagesordnung in allen diesen Ver- sammlungen ist: Das allgemeine Wahlrecht und der Acht- stundeutag. » Polizeiliches. Gerichtliches ,e. — In Elberfeld wurden in der Buchdruckerei des Genossen Grimpe die zwei Lieder:„Der letzte Generalmarsch" und„Der freie Sänger" auf Antrag des Slaalsanwatts zu Magdeburg beschlagnahmt, am nächsten Tage aber bereits wieder freigegeben. Sozial» ZUelrerfittzl. Achtung! Textilarbeiter! In der Fabrik von Gebr. Naundorf in Großenhain(Sachsen) ist ein Streik sämmtlicher Weber und Weberinnen ausgebrochen. Die Löhne, die jetzt nur 8 Mark pro Woche für viele Arbeiter betragen, versuchte der Unternehmer noch um 20 pCt. zu kürzen. Das konnten selbst die„zufriedenen" bedi.rfnißlosen Weber sich nicht bieten lassen, sie beschlossen einstimmig, den Kampf aufzu- nehmen. Zuzug ist strengstens fern zu halten. Alle Zusendungen sind zu richten an Richard Richter, Augustus- Allee 669 Großenhain. Alle arbeitersreundlichen Blätter werden um Abdruck gebeten! Schule und Paster. Ein Pastor H i n z l e r war von der Kreisregierung in Speyer als Direktor einer höheren Töchter- schule beanstandet worden, weil er es ablehnte, einem Lehramts- examen sich zu unterwerfen. Vom bayrischen Kultusminister hin- gegen ist er bestätigt worden, ohne daß er zuvor den Nachweis führte, ob er auch als„Seelsorger" die pädagogische Be- fähigung für den Tireklorposten einer Bildungsanstalt besitzt. Steht das Ministerium auf dem Standpunkt, daß das Erstere einfach das Zweite in sich schließe? In Lehrerkreise» soll diese Entscheidung, die für die Bedeutung, welche man der Schule bei uns beimißt, äußerst charakleristisch ist, allgemeines Kopsschntteln hervorgerufen haben. Die Lehrer mögen sich nur beruhigen; hat man in einer Festung in Preußen es für richtig befunden, die Erziehung der J> gend einem gewesenen Wochtmeifler anzuvertrauen, so wird in Bayern wohl auch ein Pastor gut genug hierzu sein. Auch eine Begründung. Der Gemeinderath von A m st e r- dam lehnte die Forderung. 7000 Mark zur Speisung von Schul- lindern zu bewilligen, mit großer Majorität ab, weil man mit der Annahme dieses Antrages einen gefährlichen(!) Präjudiz- soll für die sozialdemokratischen Forderungen schaffe. Tort giebi man wenigstens den Nolhstand zu, will nur vermeiden den sozial- demokratischen Antragstellern Konzessionen zu machen. Hier in Deutschland ist man noch praktischer, hier existirt keiner, wenigstens nicht in den Parlamenten. Eine städtische Arbeitsvermittelung soll bekanntlich in trankfurt a. M. errichtet werden. Der Magistrat hat nun dieser age ein 11 Paragraphen umfaffendes Regulativ zu derselben dem Gemeinderalhe zur Genehmigung vorgelegt. Der Etat ist darin wie folgt aufgestellt: Gehalt des Geschäftsführers und des etwaigen männlichen und weiblichen Hilfspersonals 4000 M., Miethe 2000 M., desgleichen für die Wohnung des Geschäits- führers 400 M.. Drucksachen 200 M., Heizung, Beleuchtung, Reinigung. Verschiedenes 700 M., zusammen 7300 M. Tie Be- rathung soll beschleunigt werden, um das Arbeitsamt baldmöglichst ins Leben rufen zu können. Geheuchelte Entrüstung. Die„Fränkische Tagespost", unser Nürnberger Partei-Organ, brachte den von uns s. Z. veröffentlichten Artikel:„Ein Appell an den Magen", zum Ab- druck. In diesem wurden auf grund statistischer Erhebungen die sanitätswidrige» Zustände in den W i e n e r Bäckereien gegeißelt. Darüber gerielhen die Nür, berget Bäckermeister so in Ausregung, daß sie einen förmliche» Entrüstungsrummel veranstalteten. Und zwar ganz mit Unrecht, denn wie sich nun herausstellt, hat die Polizei die Entdeckung gemacht, daß Einer der entrüsteten Meister zwei mit der K r ä tz e beHaftel« Lehrjungen sogar beim Teig- kneten beschäitigl. Man steht, wie nolhwendig beim Bäcker- gewerbe polizeiliche Visitationen sind, damit das Publikum sein Brot mit Appetit effen kann. Anständige Meister wrrd dieselbe so wenig inkommodiren wie die Besitzer anderer Betriebe, die der Inspektion unterworfen sind, und rücksichtslosen Ausbeutern wird dadurch das Handwerk gelegt. Die Bevölkerung Frankreichs weist nach dem neuesten Bericht des„Journal offiziell" über den Stand derselben im Jahre 1892 wrederum einen Rückgang aus. Die Zahl der Todes- fälle überwiegt die der Geburten um 20 041. Dieses ungünstige Ergebniß wird— und wir glauben nicht mit Unrecht— zum großen Theil aus die Kriegsjahre 1870/71 zurückgeführt. In diesen Jahren haben infolge der zerrütteten Zustände nur wenige Geburten slattgesnnden, sodaß es letzt an heirathsfähiaen jungen Leuten fehlt.— Das sind die Errungenschaften des Kriegshand- werks. die noch Jahrzehnte lang nachwirken. Fabrikinspektion in England. In einer Audienz, welche im Laufe voriger Woche die Abgeordneten Jodn Burns, Wilson und F e n w i ck beim Minister des Innern, Asquith, hallen, erklärte dieser, daß er im vorigen Jahre 16 neue Fa. brikinspektoren ernannt bade. Seine Wahl sei auf praktische Arbeiter gefallen, welche bis jetzt in Werk- stätten thälig gewesen; gerade dort aber blühe das Schweiß- system. Der Diinister erklärte schließlich, daß er die Genehmi- gütig des Schatzkanzlers zur Ernennung von zehn weiteren Fa- brikinspektoren und zwei Jnspeklorinnen erhallen habe. Er hoffe, auck die Docks und Werften bald unter staatliche Beaufsichtigung bringen zu können. Das Vorgehen der englischen Behörden in Sachen des Achtstundentages wirkt auch aus die Privalindustrien bereits zurück. In vier großen Privalsadriken ist fetzt der acht- stündige Arbeitstag eingeführt worden. 16 000 Arbetter in chemi- .fchen Fabriken arbeiten jetzt nur 50 statt 66 Stunden.— Wie lange werden unsere Abgeordneten noch vergeblich die Forderung stellen muffen. Arbeiter als Fabrikinspektoren und weibliche In- spektoren»u stellen? Für Deritschland empfehlenSwerth ist die Bestimmung der englischen Regierung in Irland. Dieselbe hat verfügt, dag in Zukunft die Re�ierungs-Truckarbeiten nur an solche Finnen vergeben werden, welche rhren Arbeitern einen anständigen Lohn und eine vernünftige Arbeitszeit gewähren. Sind diese Begriffe auch etwa» dehnbar, so ist nicht zu vergeffen. daß man in England unter vernünftiger Arbeuszett und Lohn doch noch etwas ganz anderes versteht, als in Deutschland. Verla unnlungen: Etne gntbesuchte Volksversammlung tagte am 20. Febr. im Saale der Norddeutschen Brauerei; das Lokal war polizeilich abgesperrt. Aus der Tagesordnung stand:„Fortsetzung der Diskusston aus der Volksversammlung vom 14. Februar über das Thema: Staatsreligion und Sozialdemo- k r a t i e." Als erste Rednerin sprach Frau Henrich-Wilbelmi. Sie wandte sich gegen den unter der Spitzmarte:„Freireligiöser Gewiffenszwang" m Nummer 42 des„Vorwärts" abgedruckten Loknlartikel, welchen sie als eine Verhöhnung und Lächerlich- machung der Besucher jener Volksversammlung vom 14. dieses Monats wie der augenblicklich tagenden be- zeichnete. Sie bemerkte, daß es ihr und ihren Meinungs- freunden in der Sozialdemokratie nicht einfalle, wie es nach dem Artikel scheinen könne, religiös veranlagte Partei- genossen zur A b l e g u n g ihrer Religiosität zwingen zu wollen. Sie und ihre Freunde betrachteten es nur als ihre Auf- gäbe, in geistigem Streite die Parteigenossen, welche mit allen religiösen Jrrlhumern gebrochen haben, von der Nothwen- digkeit zu überzeugen, auch äußerlich mit der betreffenden Religionsgemeinschaft zu brechen. Außerdem wäre ihre Ansicht, entgegen der im angeführten Artikel zum Ausdruck kommenden, daß der Programmpunkt:„Erklärung der Religion zur Privat- fache", nicht zu verstehen sei, als solle am„religiösen Wahn" großer Volksschichten nicht gerüttelt werden. Stellte sich die Sozialdemokratie auf diesen sonderbarer Weise von manchem Sozialdemokraten vertretenen Standpunkt, dann bedeutele es einen Rückschritt im Kampfe gegen das Bestehende. Wie wolle man die Riesenarbeit vollbringen, wirthschafts- poli- tische Umwälzungen im Sinne der sozialdemokratischen Theorie herbeiführen und das Geschaffene zu erhalten, ohne Freidenker im besten Sinne des Wortes, sittlich freie und geistig in jede r Beziehung selbständige Menschen zu erziehen, soviel wie möglickz. Wirthfchastspolitische und freidenkerisch- naturwissenschasllic'hi Ausklärung müffe Hand in Hand geben. Das Nichterfchew.en der eingeladenen Reichstagsabgeordneten, welche noch mcht aus ihrer Religionsgemeinschaft geschieden sind, miß- billigt die Rednerin. Sie meint, dieselben hätten nicht davor zurückschrecken sollen, ihre Meinung in öffentlicher Vol'ks- Versammlung auszusprechen, und verwahrt die Versammlung da- gegen, ein Ketzergericht sein zu wollen. Die Versammlung und die Einladung der Abgeordneten habe nur die Herbeifubr ung eines freien Meinungsaustausches über einen der dehnbarsten Programmpunkte zum Zwecke gehabt. Nach der Refer entin sprachen Frau Pötting-Jänick«, Köhn, Adolf t o f s m a n n(Pankow), Tapezirer Feder, Frl. W a b n i tz. ars, Dornbusch, Domschack, LandS, Frau W i l h e l m i und Dr. Bruno Wille. Hoffmann wendet sich, wie fast alle Redner, gegen den Artikel:„Religiöser Ge- wiffenszwang" und außerdem noch speziell gegen den Bericht über die letzte Volksversammlung im„Vorwärts". Es werde, führt er aus, immer von„unabhängigen Quängeleien" im Zentral- organ gesprochen, sowie Genoffen mal das sozialdemokratische Prinzip der freien Meinungsäußerung erproben wollten und öffentlich Ueberzeugungen aussprächen, die nicht die der Redaktion sind. Es komme ihm das beinahe vor, als wolle man bei den fönst Gleichgiltigen der Großstadt und den Genossen der Provinz eine gewisse Voreingenommenheit gegen die Arrangeure. Be- suchet und Redner betreffender Versammlungen erzeugen. wenigstens habe es diesmal den Anschein. In dem Beschluß, daß VolkSversamnilungen der Genehmigung der Vertrauensleute bedürfen, erblickt Redner eine polizeilichere als polizeiliche Be- schrävkung des Vereins- undBersammlungsrechts. Nochmals aufden Bericht über die vorige Versammlung im„Vorwärts" zurückkommend, erklärt er, obgleich ei sonst die DenunziationSwuth des„Intelligenz- Blattes" verurtheile und sie auch betreffs seiner zu kosten be- kommen habe, müsse er doch deffen Bericht über jene Versamm» lung als besser und vor allem objektiver als den des„Vorwärts" bezeichnen. Im übrigen giebt Redner der Referentin Recht und behauptet, während achtjähriger Agitation aus dem Lande gerade infolge steter Berücksichtigung religiöser Fragen große Erfolge erzielt zu haben.— Das Nichterscheinen der eingeladenen Ab- geordneten wurde mit Ausnahme Dornbus ch's von alleir Rednern mißbilligt, die darauf eingingen. Der Auffaffung des Arlikelschreibers im„Vorwärts" von dem:„Religion ist Privab- fache", oder richtiger:„Erklärung der Religion zur Privad- fache", wurde von Niemandem zugestimmt. Bruno WiCe bemerkte betreffs des letztgenannten, im sozialdemokratische'.r Programm enthaltenen Satzes, er könne nichts anderes bedeutt'a, als daß Religion bislang nicht Privatsache sei. sondern erst zu einer solchen gemacht werden folle, was wiederum bedeute, die Einmischung des Staats in religiöse Dinge solle abgeschafft werden. Durch Reichstags-Beschlüffe werde die Religion geroiß nicht zur Privatsache gemacht werden, dagegen sträube sich natür- lich der heutige Staat mit Händen und Füßen. So bleibe nur vorläufig übrig, durch private Handlungen den Austritt auS der Kirche, Religion zur Privatsache zu machen. Aber nur der Maffenanaustritt trage dann gute Früchte. Will« giebt der aus Sozialdemokraten bestehenden großen Mehrheit der Versamm- lung den Rath, sofern sie ihrem Fühlen und Denken nach zur Partei gehöre, einzelnen als Mißstände empfundenen Umständen gegenüber sich nicht passiv zu verhalten oder gar sich ganz zurückzuziehen aus Unlust, sondern kräftig für ihre Ansichten zu wirken und sie in der Partei zum Durch- bruch zu bringen.— Folgende Resolution fand Annahme: „Die Versammlung protestirt auf das Energischste gegen den heutigen Artikel des„Vorwärts"(Freireligiöser Gewissenszwang). Sie betrachtet denselben als einen Schlag ins Gesicht der denken- den Arbeiter. Sie verwahrt sich dagegen, ein Ketzergericht zu sein: sie findet dasselbe vielmehr auf seilen der Redaktion des „Vorwärts". Die Versammlung unterschreibt voll und ganz die Ausführungen der Frau Wilhelmi, sowie des Genossen Hoffmann über den Satz des Parteiprogramms: Erklärung der Religion zur Privatsache, und über das Ausbleiben der eingeladenen ReichStags-Abgeordneten. Sie erwartet vom„Vorwärts", daß er die Verbandlungen der Versammlung ausführlich bringt." Beschlossen wurde noch, in nächster Zeit die Versammlung fortzusetzen. (Wir haben vorstehendem Bericht nur die Bemerkung beizu- fügen, daß wir weder in dem Vortrage der Frau Wilhelmi noch in den Reden der übrigen Sprecher etwas gefunden haben, was uns zu einer Aenderung unseres Urtbeils bestimmen könnte. Wir lassen Jedermann innerhalb der Partei nacb seiner Fagon selig werden, und halten nach wie vor jeden Versuch Glaubens- zwang zu üben und die religiöse Frage in den Vordergrund zu schieben, für reaktionär, oder mindestens für einen Beweis rückständiger politischer Bildung. R.d.V.) Der sozialdemokratische Wahlverein für den S. Ber- liuer ReichstagSwahlkreiS ehrte in seiner am 20. d. M. im Schönhauser Bezirk(Berliner Prater) abgehaltenen zahlreich be- suchten Milgliederversammlung das Andenken des verstorbenen Vereinsmitgliedes Genossen Preuß durch einmttthiges Erheben von den Plätzen und nahm sodann einen Vortrag des Genossen N ä t h e r über den russischen Handelsvertrag und die Stellung der Parteien zu demselben mit Beifall entgegen. Ohne Diskusston wurde in den Punkt„Vereinsangelegenheiten" eingetreten und einstimmig der Antrag genehmigt, aus der Bereinskaffe der Ar- beiter-Bildungsschule 100 M. zu bewilligen. Auch wurde den- Genossen nahe gelegt, für den Verein und für den„Vorwärts" eifrigst zu agitiren. Nach Erledigung des Punktes„Verschiedenes" erfolgte der Schluß der Versammlung. Für den Inhalt der Jnierate über nimmt die Redaktion dem Vublikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Donnerstag, den 22. Februar. Opernhaus. Die Medici. Schauspielhaus. Die Minnekönigin. Verbotene Früchte. Leffing- Theater. Ohne Geläut. Deutsches Theater. Faust. Berliner Theater. Aus eignem Recht. Wallner- Theater. Heimath. Friedrich- Wilhelmädt. Theater. Die Brautjagd. Residenz- Theater. Der Maskenball. Neues Theater. A Basso porto. Central Theater. Ein Bligmädel. Kaufmann's Variété Am Stadtbahnhof Alexanderplatz. Täglich: Spezialitäten- Vorstellung und Konzert von nur Künstlern 1. Ranges. Auftreten der Elite ParterreAkrobaten u. Pantomimentruppe Hermandez. Ein Liebesabenteuer. Komische Orig. Pantomime. Fräulein Berkany, Kostüm- Soubrette. The Willon's, Dopp.- Jongleure. Geschw. Gläser, Gesang- u. Instrument. Quettisten. G. Cordes, Gesangs- Humorist. Anfang: Wochentags 8 Uhr. Sonntags 6 Uhr. Entree Wochentags 50 Pf. A. Zimmermann. Arbeiter- Radfahrer- Verein " Berlin". 463/9 Donnerstag, den 22. d. M., Abends Achtung! Rixdorf! 7903 81/2 Uhr, Versammlung im Zotale des Gr. öffentliche Wanderversammlung des Frauen- und MädchenBildungsvereins Berlins und Umgegend Donnerstag, den 22. februar, Abends 8 Uhr, im Lokale des Herrn Runge( früher Hoffmann), Bergstraße Nr. 133. Tages Ordnung: Herrn Wilke, Andreasstr. 26. Tagesordnung: Besprechung über die Einberufung eines Kongresses zwecks Grün- am dung eines Radfahrerbundes über ganz Deutschland, Diskussion und Verschie denes. Gäste, insbesondere solche, die 1. Vortrag über:" Die Nothwendigkeit der Anstellung weiblicher Fabriksich für unsere Bestrebungen intereſſiren, Inspektoren". Referentin Genoffin Frau Rohrlack. 2. Diskussion. werden hiermit eingel. Der Vorstand. 3. Aufnahme neuer Mitglieder. Allen Freunden und Bekannten zur Versammlung erscheinen. Männer als Gäste willkommen. Nachricht, daß ich ein PorzellanGlas- u. Seifengeschäft 460/14 Es wird zur Pflicht gemacht, daß namentlich alle Frauen in dieser Der Vorstand. eröffnet habe u. bitte um regen Zuspruch. Augufte Schneider, Georgenkirch ftraße 17. Fuhrgeschäft ist anderweitiger Unternehmung halber im Ganzen oder Adolphe: De Baib' ,, Sanssouci", Graupe, validenſte. 147, Bazar. Zante. Vorher: Bajazzi. Viktoria Theater. Die Kinder des Kapitän Grant. Alexanderplah Theater. Charley's Tante. Vorher: Bajazzi. Hierauf: Der Teufel in Berlin. National Theater. Nathan der Weise. American Theater. Lumpen= Susanne, oder Die Obdachlosen von Berlin. Theater Unter den Linden. Der Obersteiger. Wintergarten. Spezialitäten- Vorstellung. Reichshallen- Theater.SpezialitätenVorstellung. Apollo Theater. Vorstellung. Kottbuserstr. 4 a. Donnerstag, den 22. Februar cr.: Stettiner Sänger Anfang 8 Uhr. Kunden- Tischlerei mit gut. Kundschaft ist Umstände halber sof. o. später au vert. Berlin- Schöneberg, Raiser 1882b Friedrichstraße 3. M. Krüger's Speise- Leinöl Handlungsgehilfen! Große öffentliche Versammlung für Handlungsgehilfen und-Gehilfinnen Donnerstag, den 22. Februar, Abends 8% Uhr, in den Festfälen des Industriegebäudes, Beuthstr. 20. Tagesordnung: = 1. Die Ausdehnung der Gewerbegerichte auf die Handlungsgehilfen. Referent Reichstags Abgeordneter Paul Singer. 2. Die Antwort des Berliner Magistrats betr. die Verkürzung der Sonntagsarbeit. 3. Der Antrag Singer betreffend die vierwöchentliche Minimal- Kündigungsfrist im Handels189/19 In Anbetracht der wichtigen Zagesordnung bittet um zahlreiches Der Vertrauensmann. gewerbe. 4. Diskussion. Entree 50 Pfist das anerkannt beste. Fabrik- Lager Erscheinen Jim Vorverkauf Staligerstr. 105. 40 Pf. ( siehe Plakate). Großes ULKProgramm. Zum Schluß: 17176 Empfehle den Genossen mein reichhaltiges Lager in 55729* Bildern, Rahmen und Büsten. Besonders empfehlenswerth: Spezialitäten. Auf dem Maskenball. Der 1. Mai, Lassalle, Marx u. a. Kaufmann's Variété. 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Künstlern. Spezialitäten allgemeinverständliche Erklärungen Alte Jakobftraße 30. Bum 2. Male: 1. Ranges. Mr. Kauning, Concertmaler. Ein Blitzmädel. Derfelbe wird innerhalb 15 Minuten Posse in 4 Atten von Karl Cofta. Mufit von C. Millöcker. Anfang der Vorstellung 71/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Adolph Ernst- Theater. Charley's Tante. ein Delgemälde malen, welches nach Schluß der Vorstellung gratis verloost wird. Sonntags Anf. 5 Uhr. Entree 30 Pf. 3 Kegelbahnen. 6 Billards, pro Stunde 60 Bf. C. Koch, fr. Gambrinus. Säle für Versammlungen und Festlichkeiten Schwant in 3 Att. v. Brandon Thomas. sind noch an verschiedenen Tagen Vorher: Die Bajazzi. Parodistische Pofje mit Gefang in 1 Aft von Ed. Jacobson u. Benno Jacobsen. Musik von Franz Roth. In Szene gesetzt von Adolph Ernst. Anfang 71/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. American- Theater. Dresdener- Straße 55. Jeden Abend 81/2 Uhr: Lumpensusanne oder: Die Obdachlosen von Berlin. 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Wiederverkäufern entsprechenden Rabatt. Auf 120 Seiten Großoktav wird in Tert und zahlreichen Tabellen der ziffernmäßige Nachweis für die elende und traurige Lage der Tabatarbeiter erbracht, deren Nothlage der Reich 3= schafetretär v. Posadowsky in der Reichstagssigung vom 11. Januar schlankweg mit der Behauptung wegdiskutirte, die Lebenslage der Arbeiter sei in den lezten Jahren durch die allseits gestiegenen Löhne wesentlich gehoben worden. Da das Material nach einzelnen Provinzen und Städten geordnet ist, Wochen- und Affordlöhne gesondert aufgeführt und daneben ausführliche Angaben über Wohnungsmiethe, Bahl und Beschaffenheit der verfügbaren Räume, Ernährung. turz über alle Lebensverhältnisse der Tabatarbeiter mitgetheilt sind, so bietet die Broschüre gerade jetzt für die Beurtheilung der Za batsteuer. Vorlage und deren Folgen, für die soziale Lage der Tabatarbeiter das fachkundigste Material. Daneben ist sie aber auch ein werthvoller Beleg zur Frage der sozialen Lebenslage der Arbeiter überhaupt. Zahlreichen Bestellungen sieht entgegen Buchhandlung des„, Vorwärts". Berliner Bock- Brauerei Tempelhofer 55. Bock- Saison. Tempelhofer 1888b Berg. Täglich: Grosses Militär- Konzert. Berg. Altenberg's färberei, Wäscherei, Garderob.- Reinig.- Anst., I. Neue Jakobstr. 17, Brunnenstr. 162, Andreasstr. 54, Fruchtstr. 36, Potsdamerstr. No. 57/58, Alte Schönhauserstr. 2, empf. f. 3. Färb. u. Reinig. v. Garderob. jed. Art, Spizen, Gard., Möbelft. gef. 1 mt. p. Pfd., Bettdeck. gef. 1,25 Mr. p. Stück. Herren- Anzug gereinigt, gebügelt von 2,50 k. an. Reparaturen billigst. Neu! Glanzentfernung von blankgetragenen Rammgarn- Garderoben. Metzner's Korbwaaren- Fabrik, Ecke Friedrich- und Behren- Strasse. Nur noch turze Zeit: Märchen- Cyclus. Circus Renz, ( Karlstraße.) Donnerstag, den 22. Februar er., Abends 714 Uhr: Norddeutsch. Sänger Auf auf zur fröhlichen Jagd! Anfang 8 Uhr. Entree 30 Pf. 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Am Tische des Bundesraths: v. Bötticher. Die zweite Berathung des Antrags Schröder auf Abänderung des Handelsgesetzbuchs in betreff der Kündigungsfristen für Handlungsgehilfen wird fortgesetzt. Abg. Singer( Soz.) hat den angekündigten Antrag eingebracht, wonach eine Minimal- Kündigungsfrist von einem Monat festgesetzt werden soll, die Kündigung auch auf den ersten jedes Kalendermonats zu stellen ist. monats. 11. Jahrg. gehilfen ein Ende zu machen. Sie erweisen damit den Hand- I sich unsere Prinzipien verändert haben, ist durchaus irrig. Wi lungs- Gehilfen einen Dienst, aber auch den rechtlichen, an- stehen immer auf demselben Boden, d. h. wir geben uns Mühe. ständigen und ehrlichen Kaufleuten. Wenn Sie die Bestimmung innerhalb der heutigen Gesellschaft dasjenige für die arbeitende treffen, daß die vierwöchentliche Minimal- Kündigungsfrist ein Klasse zu erreichen, was möglich ist. Die Auffassung, daß es sich geführt wird, so reinigen Sie den Handelsstand von allen den hier nur um eine norddeutsche Erscheinung handelt, ist gänzlich jenigen unlauteren und zweifelhaften Elementen, die Verträge falsch, wie ich es schon vorhin Ihnen bewiesen habe. Daß in schließen, wie der von uns vorgelegte, die nach meiner Ansicht kleineren Städten etwas andere Verhältnisse herrschen, als in eine Schande für die deutsche Handelswelt sind. den großen, haben wir nicht bestritten, aber deshalb, weil in den Abg. von Buchka( dt.): Es ist festgestellt, daß die ökono- kleinen Städten die Verhältnisse nicht ganz so schlimm sind, mische Uebermacht der Prinzipale vielfach in einer Weise den fann man doch die Verbesserung der Verhältnisse in den Angestellten gegenüber gemißbraucht wird, daß Abhilfe durch ein großen Städten nicht unterlassen. Der Abg. von Buchka hat sich Spezialgefet zu schaffen nothwendig erscheint. Die Vorschrift, namentlich dagegen gewendet, daß die Kündigungsfrist auf den daß die Kündigungsfristen für beide Theile gleich sein sollen, Ersten gestellt werden soll und hat namentlich auf die aus würde dazu sehr geeignet und außerdem derjenigen ähnlich sein, Krankenhäusern, oder aus dem Militär Entlassenen verwiesen, die Dem steht auch welche für die Gewerbegehilfen durch die Gewerbe- Ordnung zu einem andern Termin eintreten können. bereits statuirt ist. Bis zum Erlaß eines bürgerlichen Gesez durchaus nichts im Wege, aber wir wünschen, daß eine feste buches können wir damit nicht warten, wenn ich auch nicht glaube, Praxis in dieser Beziehung eingeführt wird. Auch wird eine daß es damit so lange dauern wird, wie der Abg. Schmidt- fürzere Kündigungsfrist, die bei Inventuren 2c. wohl nothwendig Frankfurt in der Konturskommission prophezeihte, wo er den werden kann, durch die von mir vorgeschlagene Fassung nicht Ausspruch that, es werde, wenn das bürgerliche Gesetzbuch verschränkt. Durch den zweiten Sah des Antrages von Buchfa fertig sei, mit der bürgerlichen Gesellschaft vorbei sein. wird aber gerade das wieder aufgehoben, was man durch den Die Vertragsfreiheit darf aber nicht unnüß zu weit eingeschränkt ersten erreichen will. Ich wünsche lebhaft, daß diesen durchaus werden. Auf Verträge, die für eine bestimmte Dauer geschlossen berechtigten Klagen dudurch ein Ende gemacht wird, daß sind, kann ohnehin diese Vorschrift keine Annahme finden. Für sich die Gesetzgebung dazu versteht, endlich einmal das Untereine Minimalkündigungsfrist sind wir aus praktischen Gründen nehmerthum hierbei unschädlich zu machen. ebenfalls, halten aber die Beschränkung der Kündigungs aus fchließlich auf den Ersten jedes Monats nicht für praktisch und können dem entsprechenden Vorschlage im Antrage Singer nicht zustimmen. Abg. Fuchs( 3) empfiehlt als faufmännischer Sachverständiger den Antrag Singer zur Annahme. Einer dringenden und sehr berechtigten Forderung der Handlungsgehilfen werde damit endlich genüge gethan. Abg. Lenzmann: Mir scheint doch die Hauptsache, daß vermieden wird, daß zur Umgebung der Minimalkündigungsfrist Verträge auf ganz kurze Dauer abgeschlossen werden. Zu diesem Zwecke muß auch hinsichtlich der Beschränkung der Vertragsdauer eine Bestimmung getroffen werden, welche ich mir für die Die Kündigung auf den Ersten zu dritte Lesung vorbehalte. Damit schließt die Diskussion. In der Abstimmung wird der Antrag Lenzmann zum Antrage Singer mit großer Mehrheit angenommen; bei der Abstimmung über den Antrag Singer selbst stellt sich die Beschlußunfähigkeit des Hauses heraus. Es sind nur 194 Mitglieder anwesend, von welchen für den Antrag Singer 87, gegen denselben 107 stimmen. Die Sigung muß abgebrochen werden. Schluß 3/44 Uhr. Nächste Sigung Freitag 1 Uhr.( Wahlprüfungen und Fortsetzung der Etatsberathung.) Abgeordnetenhans. 20. Sigung vom 21. Februar. Vormittags 11 Uhr. Am Ministertisch: Miquel, von Heyden, Thielen. Nach der Vereidigung derjenigen Mitglieder, welche den verfassungsmäßigen Eid noch nicht geleistet haben, folgt die Berathung des Antrags Bandelow( fons.) und Genossen: Die fönigliche Staatsregierung zu ersuchen, die Entscheidung über Beibehaltung oder Aufhebung der Staffeltarife für Getreide und Mühlenfabrikate bis nach der Entscheidung über den deutschrussischen Handelsvertrag auszusehen," und des Antrags der Abgg. Baensch Schmidtlein und Genossen: " Abg. Lenzmann will dieser Faffung einen Zusatz geben, wonach eine solche Minimalfrist nicht anwendbar sein soll auf Dienstverhältniffe, die ihrer Natur nach weniger als einen Monat dauern. Abg. v. Buchka( dk.) beantragt ebenfalls eine monatliche Kündigungsfrist, indeß ohne die Einschränkung der Zulässigkeit der Kündigung ausschließlich auf den Ersten jedes Kalender Abg Singer: Wer die Hausstlaven in Afrika verwirft, darf auch die Haus- und Geschäftsstlaven in Europa nicht bei behalten. Erfreulicher Weise ist der Reichstag darin einig, daß die Vertragsfreiheit nicht in eine Vertragsunfreiheit und Hörig feit der Betroffenen ausarte. Die ökonomische Uebermacht der Unternehmer und Prinzipale hat die Handlungsgehilfen gezwungen, sich willenlos noch so ungerechten und unmoralischen Vertragsbedingungen zu unterwerfen, um wenigstens für den Augenblick vor Hunger geschüßt zu fein. Mein Antrag stellt Abg. Lenzmann( Freis. Vp.): Wie alle übrigen Parteien gleiche Kündigungsfristen für beide kontrahirenden Theile und treten auch wir für die Tendenz der Anträge ein; es handelt eine Minimal- Kündigungsfrist fest und regelt die Frage des fich hier um hilflose ohnmächtige Mitglieder des Handelsstandes, stellen, halte ich für verfehlt, weil dadurch am Ersten des Unterhalts bei Erkrankungen. Ich habe in der vorigen Woche für welche die Gesetzgebung mit ihrem Schuße einspringen muß. Monats alle Gehilfen auf einmal auf denselben Markt geworfen bereits nachgewiesen, wie ungünstig die Kündigungsfristen für Die Bestimmung, die Kündigung nur auf den Ersten jedes werden. Wer Stabilität in der Vertragsdauer will, muß gerade die Angestellten sich allmälig gestaltet haben. Seitdem hat sich Monats zu stellen, geht uns aber zu weit; wir sind in dieser den Antrag v. Buchka annehmen. weiteres Material gehäuft. Die Firma„ Zum Propheten" in Hinsicht der Meinung des Abg. v. Buchka. Für meinen Unter- Abg. Schmidt Warburg( 3.) erklärt sich für den Antrag Berlin, Welthaus für fertige Herren- und Knaben- Garderobe, antrag brauchen Gründe wohl nicht besonders angeführt zu v. Buchka. nimmt nach der mir vorliegenden Geschäftsordnung für werden. Abg. Werner( Antisemit) erklärt sich für den Antrag sich das Recht in Anspruch, ihre jungen Leute mit Abg. Bassermann( nil.) spricht sich für den Antrag und Singer; der fonfervative Antrag sei nicht annehmbar, weil die achttägiger Kündigungsfrist zu entlassen, während sie für den Antrag v. Buchta aus, soweit dieser die Verträge, welche Kündigung nicht auf den Ersten des Kalendermonats gestellt sei. ihnen eine 14 tägige Kündigungsfrist auferlegt. In dem Han- auf eine bestimmte Dauer abgeschlossen sind, ausnehmen will. Letzteres erscheine seiner Partei ebenso wesentlich, wie die delzangestellten", dem Organ der hiesigen Freien Vereinigung Redner erkennt auch die Nothwendigkeit gesetzgeberischen Ein- Minimal- Kündigungsfrist von einem Monat selbst. Auch der junger Kaufleute, welches sich die löbliche Aufgabe stellt, solche schreitens gegen die Vertragsklauseln, welche Konventionalstrafen Antrag Lenzmann fei akzeptabel. Bedauerlicherweise schweige Mißbräuche schonungelos vor die Deffentlichkeit zu bringen, ist vorschreiben, durchweg an. Ueber den Einwand, daß die Feit die Regierung, die doch alle Veranlassung habe, endlich einmal der Vertrag der Gebrüder Oppenheimer in Göttingen mit einem fegung einer Minimal- Kündigungsfrist die Angestellten verhindern ihre Ohren den Klagen der Handlungsgehilfen zu öffnen. Angestellten abgedruckt, wonach die Firma das Recht hat, den tönnte, von günstigen Konjunkturen auf dem Markte Gebrauch N. N. jeder Zeit während der Vertragszeit gegen 4wöchentliche zu machen, tomme man wohl sehr leicht hinweg. Der Antrag Kündigung zu entlassen, während der N. N. an eine Vertrags- Buchta sei abzuweisen, weil er fein bestimmtes Prinzip fest zeit von drei Jahren gebunden ist. Weit schlimmer ist der Ver- fezze, sondern blos allgemein eine vierwöchentliche Frist zulasje. trag einer bayerischen Firma. Sie hat einen Handlungsreisen- Abg. Schröder: In der Sache herrscht eine sehr erfreuliche den gegen ein Monatsgehalt von 100 M. und 3,331/ 3 M. täg- Uebereinstimmung. Um so weniger hatte Herr Singer nöthig, lichen Reisespesen und 61/2 pCt. Provision engagirt. Kann der Misbräuche der Vertragsfreiheit hier vorzuführen, welche von Reisende während eines Monats nicht einen Umfaß von 3000 m. unferm Antrage gar nicht getroffen werden. Die Uebertreibungen erzielen, so fann er sofort ohne Kündigung und ohne Anspruch der Sozialdemokraten kann den Handlungsgehilfen nur schaden; auf Gehalt und Spesen entlassen worden. Außerdem darf er diese Uebertreibungen sind überhaupt nur dann verständlich, fünf Jahre nach seinem freiwilligen oder unfreiwilligen wenn man, wie es die Herren ja allerdings thun, das ganze Austritt sich nicht in einer gleichen Branche etabliren Arbeiterverhältniß als ein Stlavenverhältniß betrachten. oder in einem Konkurrenzgeschäft Stellung nehmen oder im Für die Erweiterung, welche mein Antrag erfahren soll, ist in fold es vertreten. In diesem Falle zahlt er eine Konventional der Debatte überzeugendes Material nach meiner Meinung nicht firafe von 5000 M.( Hört! hört! links.) Aehnlich ist der Ver- beigebracht worden, so besonders nicht für die gesetzliche Minimaltrag der Firma Kürschner u. Bernard in Dresden. Für jeden fündigungsfrist, für welche auch die Freunde Ausnahmen für einzelnen Zuwiderhandlungsfall wird eine Konventionalstraje Probe- und Aushilfe- Engagements verlangt haben. von 10 000 m. vereinbart. Einem solchen unerhörten Treiben muß ein Riegel vorgeschoben werden; das ist ein Krebsschaden, den wir nicht länger wuchern lassen dürfen. Ein einwandsfreier Zeuge versichert mir, daß sein Sohn vertragsmäßig verpflichtet war, mit Angestellten eines Ront rrenzgeschäftes nicht einmal zu Abg. von Stumm( Np.) tritt dem Antrage entschieden entverkehren. Dieser Zeuge wurde entlassen, weil er in einem gegen. Die Einräumung der gleichen Kündigungsfrist werde den Wirthshause mit einem Angestellten eines ähnlichen Geschäfts Prinzipalen zu schwerem Nachtheil gereichen, gegen welchen er sich verkehrte. In meinem Antrage ist von der Konventionalstrafe entweder durch die Abschließung ganz kurzer Verträge oder aber zunächst noch keine Rede. Das Reichsgericht hat entschieden, durch die Vereinbarung hoher Kautionen und Konventionalstrafen daß allerdings infolge der Vertragsfreiheit es Niemand verwehrt schüßen müsse. Man müsse doch gegen den Kontraktbruch der werden könne, solche Verträge abzuschließen, daß diese Verträge aber Angestellten irgendwelche Schuhwehr besitzen. Der Reichstag lofal und zeitlich begrenzt sein müssen. Es darf doch solchen Angestellten möge doch sich erinnern, daß seiner Zeit bei der Berathung der nicht die Gristenz auch an anderen Orten und in ähnlicher Gewerbenovelle die Sozialdemokraten beantragten, die Kündigung Branche unmöglich gemacht worden. Ich möchte die verbündeten überhaupt abzuschaffen. Nehme der Reichstag die Anträge an, so Eisenbahnminister Thielen verliest folgende Erklärung: Die Hegierungen, welche mit einer Enquete bezüglich des Handels- werde hoffentlich die Reichsregierung durch Ablehnung derselben vielfach erörterte und sehr verschieden beantwortete Frage des gewerbes beschäftigt find, bitten auch in dieser Richtung den diese Schädigung der Prinzipale verhindern. wirthschaftlichen Einflusses der ain 1. September 1891 in Form Uebelständen abzuhelfen. Der deutsche Verband tauf Abg. Kröber( freis. Bp.) empfiehlt die Anträge Singer- einer fallenden Stala eingeführten Tarifermäßigung für Getreide, männischer Vereine, der 35 Vereine mit 12 381 Prinzipalen und Lenzmann. Hülsenfrüchte und Mühlenfabrifate( Staffeltarife), hat neuerdings 64 720 Gehilfen und Lehrlinge umfaßt, hat dem Reichskanzler Abg. Singer( Soz.): Unser Antrag auf Beseitigung der im Hinblick auf den Abschluß des rusischen Handelsvertrages geantwortet, der Vorschlag, betreffend die Einführung einer vier Kündigungsfrist bei der Gewerbe- Ordnung war nur durch die und den im Bundesrath eingebrachten Gefeßentwurf betr. die wöchentlichen Minimaltündigungsfrist entspreche durchaus den Bestimmung über die Lohneinbehaltung provozirt worden. Gegen Aufhebung des Identitätsnachweises bei der Ausfuhr von GeBeschlüssen des Kölner Verbandstages von 1892. Dieser große über der Gefahr, daß der Unternehmer die Arbeiter durch Ein- treide eine erhöhte Bedeutung gewonnen. Während im AαVerband ist also auch mit der Minimalkündigungsfrist einver- behaltung vom Lohn schädigen fann, wollten wir auf die gemeinen die Landwirthschaft, das Mühlengewerbe und der standen. Der Verein von Handlungsgehilfen und Gehilfinnen Kündigungsfrist verzichten und die Frage des Kontraktbruchs Getreidehandel in den öftlichen Landestheilen für die Beiin Berlin hat sich ebenfalls in einer Petition an den Reichstag dadurch aus der Welt schaffen, daß bei der Kündigungsfrist von behaltung dieser Tarife eintreten und hierin, sowie in der Aufund die Reichsregierung für die unbedingte Einführung einer einem Rontrattbruch nicht mehr die Rede sein kann. Hätten hebung des Identitätsnachweises vielfach einen Ausgleich für Minimalfündigungsfrist ausgesprochen und wünscht zugleich, es möge damals die Herren, namentlich die unter der Führung des Frei die befürchteten nachtheiligen Folgen des russischen Handelseine gefeßliche Bestimmung erlaffen werden, wonach jeder Prinzipal herrn v. Stumm, diese Bestimmung, die nichts weiter als das vertrages erblicken, überwiegt in den mittleren und weftlichen verpflichtet ist, für den Fall einer Kündigung dem betreffen- einseitige fapitalistische Unternehmer- Interesse vertrat, nicht in Theilen des Landes die Auffassung, daß im Falle der den Handlungsgehilfen innerhalb einer bestimmten Zeit, jeden die Gewerbe- Ordnung hineingebracht, so hätten wir teine Ver- Genehmigung des russischen Handelsvertrages unter Aufbebung Zag einen oder mehrere Stunden zu gewähren zur Aufsuchung anlaffung gehabt, uns für die Aufhebung der Kündigungs- des Identitätsnachweises die angeblich schon jetzt infolge der eines anderen Engagements. Es ist charakteristisch, daß die Erfüllung frist in der Gewerbe- Ordnung zu erklären. Jedenfalls Eisenbahn Tarifermäßigungen eingetretenen Schädigungen der dieser Forderung, die dem elementarsten Anstandsgefühl ent- ist es unberechtigt, diese Verhältnisse hier in Vergleich dortigen landwirthschaftlichen Müllerei, sowie des Getreidespricht, erst bei der gefeßgebenden Körperschaft erbeten werden zu ziehen, weil sie ganz andere find. Wenn Herr v. Stumm handels einen bedrohlichen Charakter annehmen könnten. Wenn muß. Drastischer gegen das Manchesterprinzip fann nichts feine letzte Hoffnung darauf feßt, daß die Regierung der An auch die Staatsregierung daran festhält, daß die Bildung der fprechen, als diefe Klagen eines Standes, die in der That zu nahme unseres Antrages die Zustimmung versagt, so begreife ich Eisenbahn- Gütertarife nach Säßen, die mit der wachsenden Enteinem Rothschrei geworden sind, so daß alle Parteien des Reichs das von Herrn v. Stumm, weil wir daran gewöhnt sind, daß fernung fallen, im Allgemeinen auf wirthschaftlich richtigen tages in der Frage der vierwöchentlichen Minimalfündigungs die Regierung fozialpolitische Einrichtungen nicht eher trifft, als Grundsägen beruht, so hat sie sich doch Angesichts der frist einig sind. Die Anregung, daß man jede Kündigung auf bis es Herr v. Stumm erlaubt hat.( Sehr gut! links.) Aber erlebten Thatsachen für verpflichtet erachtet, unverweilt den Ersten eines Monats bestellen soll, halte ich für sehr dankens das einstimmige Votum des Reichstages wird doch wohl bei der in eine erneute gründliche Untersuchung des wirthschaftlichen werth. Neben der wöchentlichen Minimal- Kündigungsfrist würde Regierung ein größeres Gewicht haben als die eine Stimme des Einflusses der Staffeltarife vom 1. September 1891 einzutreten; eine solche Bestimmung dazu beitragen, daß sich der Prinzipal Herrn v. Stumm. Interessant und lehrreich ist es, wie die und die Frage, ob und bezw. durch welche Maßnahmen ein Aus. die Kündigung etwas überlegt. Nach 8-14 Zagen hält der Herren v. Stumm und Schröder brüderlich zusammen für die gleich der verschiedenen, von diesen Tarifen berührten Interessen Brinzipal vielleicht das Bergehen des Angestellten nicht mehr so Beibehaltung der Vertragsfreiheit stimmen. Das ist charakte zu ermöglichen ist, mit dem in kürzester Zeit zu berufenden Die Staatsregierung wird fchlimm. Für den jungen Mann ist es auch in wirthschaftlicher ristisch für die Auffassung, die in beiden Parteien über den Schuß der Landes- Eisenbahnrath zu erörtern. Beziehung viel werth, wenn ein für alle Mal festgestellt ist: Arbeiterinteressen und der wirthschaftlich Schwachen herrscht. Einfach nicht ermangeln, den Landtagen der Monarchie von dem Ergebniß die Kündigung findet statt vom Ersten zum Ersten, so daß in ist der Antrag Schröder allerdings, weil er sich hübsch anhört und dieser Erörterungen und den von ihr in dieser Angelegenheit der ganzen Handelswelt ein festes Prinzip in dieser Beziehung praktisch gar keine Bedeutung hat. Eine gleiche Kündigungs- demnächst zu fassenden Beschlüssen baldthunlichst Mittheilung zu fich geltend macht. Das wird zur Beseitigung einer Reihe von frist für beide Theile wäre ja ein Fortschritt, aber sie hat keinen machen. Meine Herren! Ich kann dieser Erklärung die MitSchwierigkeiten unbedingt beitragen. Ich vermag nicht zu ent- Werth, wenn nicht gleichzeitig eine Minimal- Kündigungsfrist theilung hinzufügen, daß der Landes- Eisenbahnrath auf den scheiden, wieso eine Verschlechterung der Position des Unternehmers eingeführt wird, denn diefelbe Nothlage der Angestellten, welche 6. März und der Ausschuß des Landes- Eisenbahnrathes auf den wie des Handlungsgehilfen darin gefunden werden kann, wenn man der Unternehmer jegt zur Erreichung ungleicher Kündigungs- 3. März berufen ist. am Ersten eines Monats fündigen muß. Die Gehälter werden fristen ausgenugt, würde er auch weiter dazu ausnuten, daß die in den weitaus meisten Fällen in monatlichen Raten gezahlt, Sandlungsgehilfen in ganz furze Fristen willigen. Was Herr das Haus mit großer Majorität gegen die Stimmen der Frei Echon aus diesem Umfande ist es zweckmäßig, die Kündigungs- Schröder will, hilft also dem Uebelstand nicht ab. Das von mir sinnigen die Absetzung der Anträge von der Tagesordnung. Das Haus erledigt darauf eine Reihe von Petitionen frift auf den Ersten zu bestellen. Dazu ist es für den jungen heute vorgelegte Material spricht nicht allein für die Beseitigung Mann fd wieriger, in der Mitte eines Monats Stellung zu be- der Ungleichheit der Kündigungsfrist, sondern auch für die Be- von meist nur persönlichem Interesse. fommen. Ob die Bestimmung angenommen wird oder nicht, feitigung der kurzen Kündigungsfrist. Wenn wir auch auf dem verhindern läßt es sich nicht, daß entsprechend dem bestehenden Boden der heutigen Gesellschaftsordnung Verbesserungsvorschläge Gebrauch die meisten Kündigungen vom Ersten zum Ersten ge- machen, so geben wir damit auch nicht ein Atom unserer prinzipiellen schehen. Gegen den Antrag Lenzmann habe ich nichts einzu- Forderungen auf. So lange wir uns hier an den parlamenwenden, aber an dem thatsächlichen Zustand wird dadurch nichts tarischen Arbeiten betheiligen, haben wir immer betont, daß wir, durch die sozialpolitischen Ausgaben erheblich belastet sei, sodaß geändert. Die Möglichkeit eines Engagements auf bestimmte ohne ein Atom unserer prinzipiellen Forderungen aufzugeben, der Ueberschuß der Bergwerte erheblich herabgedrückt werde. furze Zeit wird dadurch ausgeschlossen. Es ist ein dringendes die Arbeits- und Lebensbedingungen der arbeitenden Klaffen und Redner empfiehlt die Oberharzer dem Wohlwollen der Regierung, Erforderniß, daß der Reichstag ernsthaft daran geht, der un der wirthschaftlich Schwachen auch auf dem Boden der heutigen weil in der Budgetkommission von der Einstellung des Silberverantwortlichen Ausbeutung der Nothlage der Handlungs: Gesellschaftsordnung verbessern wollen. Die Vermuthung, daß bergbaues gesprochen sei. Die fönigliche Staatsregierung zu ersuchen, die Entscheidung über Beibehaltung oder Aufhebung der mit ermäßigten Streckenfäßen für Getreide und Mühlenfabrikate eingeführten Tarife auszusetzen, bis Seitens der Königlichen Staatsregierung über die zur Beseitigung bezw. Milderung des landwirthschaftlichen Nothstandes zu ergreifenden Maßregeln Beschluß gefaßt und dem Landtage entsprechende Mittheilung gemacht sein wird." G Nach einer langwierigen Geschäftsordnungs- Debatte beschließt Es folgt die Berathung des Spezialetats der BergHütten und Salinenverwaltung. Bei den Einnahmen:" Für Produkte 86 292 430 M." weist Abg. Schult- Bochum( ntl.) darauf hin, daß der Bergbau Minister v. Berlepich: Nach den Abfichten der Staats- 1 müffen, daß es überhaupt nur sehr wenigen vergönnt ist, andere Jahre 1842: 75,19, 1892 nur 50,00 pet. von 300-600 M. eg ierung fann von einer Einstellung des Betriebes des Ober- als Elementarschulen zu besuchen. In Berlin z. B. waren Ende 1842: 14,69, 1992: 26,18 pG., von 600-1200 W. 7,19 und harzer Silberbergbaues keine Rede sein; ich habe nur von den des Jahres 1892 unter rund 225 000 Schülern und Schülerinnen 13,28 pt., 1200-3000 M. 2,56 und 8,00 pet. und über Schwierigkeiten der Aufrechterhaltung dieses Bergbaues aus Anlaß nicht viel weniger als 200 000, welche nur Gemeinde- oder 3000 M. 0,58 und 2,53 pet. Der Antheil der billigsten Klasse ver Silberentwerthung gesprochen; derselbe muß so lange als andere Glementarschulen besuchten.) Bei denjenigen Zuchthaus ist also von 3/4 auf ½ der Gesammtzahl gesunken, der der möglich aufrecht erhalten werden. Gefangenen, die nur eine Elementarbildung erhalten haben, fällt theuersten auf beinahe das 5fache gestiegen. Der Bauwerth der Abg. Dasbach( 3.) verweist auf die vom Abgeordnetenhause sofort die geringe Bahl der Gefangenen mit vollständiger und Grundstücke( Feuerkaffenwerth) betrug 1842: 293,5 mill., 1892: beschlossene, vom Herrenhause aber abgelehnte Resolution wegen die hohe Zahl derjenigen mit mangelhafter Schulbildung auf. 3218,4 Mill. M., der Bodenwerth 1842: 119,0 Mill., 1892: Revision des Knappschaftswesens, namentlich Einführung der ge- Was hierbei unter„ mangelhaft" verstanden wird, ist aus dem 2999,5 Mill., der Ertragswerth( der 22,2fache Betrag der Nettoheimen Wahl der Arbeitervertreter und fragt, ob eine Vorlage Jahrbuch" leider nicht zu ersehen. Aber sicherlich wird man miethen nach Abzug der Lasten) 1842: 379,0, 1892: 5676,7 noch in dieser Session zu erwarten sei. nicht schon das als eine mangelhafte Elementarbildung ansehen, Mil. M. Der Bauwerth ist also seit 30 Jahren auf das Minister v. Berlepich: Gine Revision des Knappschafts- wenn es einer nicht bis zur obersten Klasse der Volksschule 11fache, der Bodenwerth auf das 25fache und der Ertragswerth wesens ist in Vorbereitung; eine Vorwegnahme der Regelung gebracht hat. Wahrscheinlich ist ein Bildungs- oder vielmehr auf das 15fache gestiegen. Der Werth des ländlichen Grundder Wahlfrage nur in Oberschlesien besteht die geheime Wahl Unbildungsgrad gemeint, der von dem Analphabetismus( man- befizes der vier nordöstlichen Provinzen Ostpreußen, Westpreußen, noch nicht ist um so weniger bringlich, weil auch verschiedene geinde Fähigkeit des Lesens und Schreibens) nicht allzu weit Pommern und Posen beträgt, nach dem 60fachen Betrage des Meinungen darüber beftchen, wie die Verhandlungen im Herren- entfernt ist. Auf alle Fälle aber rekrutiren fich die Gefangenen Grundsteuer- Reinertrages festgestellt, 5528,4 Millionen Mark, hause gezeigt haben. Ich kann also eine baldige Vorlegung eines des Moabiter Buchthauses nach der obigen Tabelle vorwiegend alfo 148 Millionen Mark weniger als der des Berliner GrundGefeßentwurfes nicht zusagen. aus denjenigen Voltsschichten, die eine, fei es in dem einen, sei besitzes. Die Belastung der hiesigen Grundstücke ist in demt Die Einnahmen werden bewilligt. es in dem anderen Sinne mangelhafte Schulbildung ge- 50jährigen Zeitraume von 201,98 auf 3830,67 Millionen Mark, noffen haben. Neben der Noth und Verzweiflung treibt die also auf das 15fache gestiegen. Die Belastung machte im Jahre Unwiffenheit zu Gefeßesübertretungen, die ja in den meisten 1842: 63,70, 1892: 64,38 pCt. des Werthes aus. Wie schauerlich Fällen auch nur eine Folge der, einen regelrechten und mag in den lezten Jahren mit den angeführten Riesensummen erfolgreichen Schulbesuch nicht gestaltenden wirthschaftlichen Noth geschwindelt worden sein! ist. Hierbei ist besonders zu beachten, daß die allermeisten Gefangenen des Moabiter Zuchthauses nicht etwa aus Ost- und Anstalt Berlin hat, nach dem jetzt veröffentlichten JahresDie Kasse der Invaliditäts- und AltersversicherungsWestpreußen oder Pommern kommen. In diesem Falle würde Anstalt Berlin hat, nach dem jeht veröffentlichten Jahresabschluß, im Jahre 1892 für verkaufte Beitragsmarten man die hohe Bahl der Gefangenen mit mangelhafter Elementar: 4 738 215 M. eingenommen. Nach Abzug von 127 752 M. für bildung zum Theil daraus erklären müssen, daß in den genannten wieder vernichtete Beitragsmarken bleibt immer noch eine JahresProvinzen, wie bekannt, unter dem Regiment der Junker die einnahme von 4 610 463 M. An Renten wurden dagegen nur Volksschule besonders darniederliegt. Die meisten Gefangenen 185 192 M. gezahlt, und zwar famen auf Invalidenrenten kommen aus der Provinz Brandenburg und besonders aus Berlin. 10 335 M., auf Altersrenten 174 857 M. Die VerwaltungsVon den 2291 Verurtheilten, welche in den neun Jahren neu tosten beliefen sich auf 107 119 M., wovon allein 61 601 M. für aufgenommen wurden, hatten 1961 ihren Wohnort in Branden- Gehälter und Remunerationen von Beamten und 2111 M. für burg, darunter 1021 in Berlin. Man darf annehmen, daß ein beträchtlicher Theil davon auch in der Provinz Brandenburg Vergütungen( Tagegelder, Reisekosten 2c.) gezahlt wurden. Also bezw. Berlin geboren worden ist und die Schule besucht hat. auch hier das bekannte Ergebniß, daß für die an der Kasse beschäftigten Beamten verhältnißmäßig viel, für die alt und Dann würde man es, da hier die Volksschulen verhältnißmäßig invalide gewordenen Arbeiter herzlich wenig abfällt. besser sind, auch verstehen, daß sich unter diesen Gefangenen eine so geringe Zahl von solchen befindet, die nur Lesen können oder überhaupt feine Schulbildung genoffen haben. Die Ermittelunden in den Zuchthäusern des östlichen Theiles der preußischen Monarchie dürften dagegen andere Resultate ergeben haben. Welchen Grund hat da eigentlich der vornehmere" und" gebildetere", weil mehr besitzende Theil der Gesellschaft, sich über die Zunahme der Verbrechen zu entrüften? Bei den Ausgaben bezeichnet Abg. Gothein( frf. Vgg.) es als nothwendig, die Bergrevier- Beamten im Gehalt beffer zu stellen, damit sie den ihnen im Range gleichstehenden Wertsdirektoren und Fabrikinspektoren auch im Gehalte nicht nach stehen. Dabei tönnte man auch eine andere Eintheilung der Reviere eintreten lassen; denn jetzt gebe es Reviere, die einen geringen Umfang haben, andere aber, die so ausgedehnt sind eder so zahlreiche Betriebe haben, daß der Revierbeamte fast nur bei Unfällen die einzelnen Betriebe besuchen kann. Die Ausgaben werden bewilligt. Bei den emmaligen Ausgaben weist Abg. Gothein( frf. Vgg.) darauf hin, daß in Oberschlesien für den Bau von Arbeiterwohnungen fefte Pläne aufgefiellt werden müßten, damit nicht zur Erhaltung des Baugrundes große Kohlenpfeiler stehen gelassen werden müssen. Die Bauprämien haben sich in Oberschlesien nicht bewährt; die Privatwerke haben meistens auf eigene Kosten gebaut und haben dadurch dem moralisch verderb. lichen Schlaf- und Koftgängerwesen ein Ende gemacht. Der Fiskus sollte ebenso verfahren. Minister von Berlepich hält es doch für bedenklich, ein System als das allein richtige und beste zu bezeichnen. Das System der Bauprämien ist in Oberschlesien nicht viel benutzt worden, weil die Oberschlesier sich nicht gern den Bedingungen fügen, die gestellt werden. Ein General Bebauungsplan ist nicht möglich, denn das Bauen ist nicht Sache der Bergwerke, sondern der Grundbefizer. Uebrigens hat sich die Bebauungsweise ziem lich regelmäßig gestaltet. Abg. Gothein: Das ist dort geschehen, wo die Kohlenwerke auch dein Grundbesitzer gehörten; an anderen Stellen aber haben sich die Grundbesizer zum Schaden der Kohlenwerte geweigert, feste Bebauungspläne aufzustellen. Ein muthiger zwölfjähriger Knabe hat heute Morgen, wie berichtet wird, das scheu gewordene Pferd eines Privatfuhrwerkes aufgehalten und zum Stehen gebracht. Der Knabe war, von Moabit her fommend, im Begriff, die Charlottenburger Chaussee hinter dem Großen Stern zu freuzen, als das durchgehende Thier mit den offenen Gefährt, in dem eine ältere Dame faß, vom Thiergarten her herangesaust tam. Der Kutscher, dem die Leine gerissen, hatte alle Gewalt über das Thier verloren. Der Knabe, die Gefahr bemerkend, warf seine Schulmappe fort, ftellte sich dem Pferd muthig in den Weg und warf sich dem Thier direkt an den Hals, so daß es zu Falle fam. Der Knabe wollte sich nun schleunigst entfernen, doch die Dame, die sich von ihrer Angst kaum erholt hatte, wollte ihm ein größeres In welchem Jahrhundert lebt Herr Chr. Schmidt? Bei dem Instrumentenmacher und Bandagisten Hrn. Chr. Schmidt, Biegelstr. 3, ist etwas abnormes geschehen. Schaurig aber wahr, feine Arbeiter streifen. Das ist ein Ereigniß, welches Herrn Schmidt aufs schauderhafteste erregt haben muß, denn er giebt Schluß 14 Uhr. Nächste Sigung Freitag 11 Uhr( Etat den nach seiner Ansicht geradezu schauerlichen Thatbestand seinen Geldstück in die Hand drücken. Dies lehnte der Knabe und Novelle zum Berggefeg) Kollegen in einem fein säuberlich auf seine Kosten gedruckten a b, worauf die Dame sich seine Adresse geben ließ. Die einmaligen Ausgaben werden bewilligt. Tokales. Arfenik! Der Polizei- Präsident erläßt folgende Bekannt: machung: Obwohl es den Fortschritten. der Chemie gelungen ift, arsenik- und andere gifthaltige Farben durch giftfreie uns schädliche Farben zu erfeßen, gelangen insbesondere arfenithaltige Farben noch immer häufig zur Verwendung, so zur Herstellung grüner Tapeten, zum Bemalen der Zimmerwände, geringwerthiger Fenstervorhänge, Färben von Kleiderstoffen, fünftlichen Blättern und Blumen und dergleichen mehr. Früher schon ist befonders darauf hingewiefen worden, daß Tapezirer zur Befeitigung des Haus Ungeziefer3 dem Zapetentleister Schweinfurter Grün( Schwabenpulver) hinzufügen, wodurch die Gesundheit der Bewohner solcher Zimmer ebenso gefährdet wird, wie die Gesundheit derjenigen, welche in Zimmern mit arsenitfarbenen Wänden wohnen, oder die obenbezeichneten Gebrauchs- Gegenstände benugen. Das Publikum wird wiederholt auf die Gefahren aufmerksam gemacht, welche der Gesundheit und dem Leben durch die Verwendung gift, besonders arsenhaltiger Farben drohen, und vor der Benugung solcher Gegenstände, beziv. dem Bewohnen von Näumen, deren Wände mit arsenhaltigen Farben bemalt sind, ernstlich gewarnt. Die Gewerbetreibenden, welche derartige Farben zu vorgedachten Zwecken verwenden oder in den Verkehr bringen, werden auf die Bestimmungen der§§ 824 und 326 des Strafgesehbuches hingewiefen. Zirkular auf eine Manier zu erkennen, die in der Straßensperrung. Die Lehrterstraße von der Perlebergerorganisirten Arbeiterschaft Berlins gewiß ungetheilte Heiterfeit bis zur Kruppstraße wird behufs Umpflasterung vom 26. d. M. erwecken wird. Herr Chr. Schmidt schreibt seinen werthen Herrn Kollegen" folgendes:„ Ein durch Arbeitseinstellung feitene ab bis auf weiteres für den durchgehenden Wagenverkehr und ber bei mir beschäftigten Bandagisten in meiner Fabrit statt für Reiter gesperrt. gehabter Zwischenfall dürfte vielleicht auch schon Ihnen Zu dem Attentat gegen den Raufmann Friedländer in der Der Ausschuß der Stadtverordneten- Versammlung zur zu Ohren gekommen sein, denn die, fich der Ordnung und Neuen Wilhelmstraße, dessen Erzieherin zugleich mit dem kleinen Regulirung der Gehälter der städtischen Bureau- Unterbeamten Rechtlichkeit widersetzt habenden Arbeiter( stilvolles Deutsch!) Sohn durch eine Art Höllenmaschine verletzt wurde, wird be= und Lehrer nach dem System der Dienstalterszulagen hat in haben sich nicht gescheut, den Weg der Deffentlichkeit zu richtet, daß jezt ein Lehrling Friedländer's, ein erst 17 jähriger seiner Sigung am Dienstag seine Berathungen über die Gehalts- beschreiten( Schauerlich). Ich halte es daher für meine Pflicht, Mensch, verhaftet worden ist. verhältnisse der verschiedenen Beamten- und Lehrerkategorien fämmtliche Herren Kollegen gegenüber den sachlichen Thatbestand Der Ehrenrath der Anwaltskammer im Bezirke des und über die allgemeinen Grundsäge zu Ende geführt. Die in hier in Kürze klarzulegen, um jedem Gelegenheit zu geben, fich Kammergerichts hatte sich fürzlich wieder mit zwei Anwälten den früheren und in der letzten Sigung gestellten Abänderungs- ein eigenes Urtheil zu bilden und die Art und Weise, mit der vorschläge gegenüber der Magistratsvorlage werden gedruckt und die Arbeiter, auf ihre Solidarität fußend, etwas zu erzwingen au beschäftigen, gegen welche inbezug auf ihre Amtsführung Bein der nächste Woche stattfindenden Schlußßizung zur Abstimmung suchen, richtig zu würdigen. In meiner Fabrik ist es Gebrauch, schwerden eingelaufen waren. In dem einen Falle wurde nur gelangen. daß am Montag 1 Stunde früher als sonst geschloffen auf einen Beriveis, in dem anderen Falle neben einem Verweise Die üblichen polizeilichen Gewichtsrevisionen sollen wird, also nur 9 Stunden gearbeitet werden. Deffenun noch auf 1500 M. Geldstrafe erkannt. geachtet habe ich es stets so gehalten, daß ich trot Todt aufgefunden wurde in ihrer Wafferthorstr. 10/11 bevom 2. April an wieder vorgenommen werden. neunstündiger Arbeitszeit den vollen Zag, alfo 10 Stunden, als legenen Wohnung die 68 Jahre alte Handelsfrau Friederike Lohn auszahlen ließ. Der erste Montag im Jahre 1894 war Rickert. Sie pflegte die Markthalle VII in der Dresdenerstraße der Neujahrstag, ein gefeßlicher Feiertag, den ich laut bei mir zu befuchen und hielt sich Abends nach gethaner Arbeit ost in und( von wem?) eingeführter genehmigter der Familie eines Drechslers Niemann auf, die in demselben Am Dienstag Abend hatte sie fance berechtigt bin, vom Wochenlohn in Abzug zu bringen. Hause mit ihr wohnt. Selbst verständlich() wurde den Bandagisten dieser wiederum dort zu Abend gegessen und sich dann in ihre im arbeitslose Montag als ein gefeßlicher Feiertag voll gekürzt. Keller belegene Wohnung begeben. Seitdem ist sie lebend nicht Nach Auszahlung des Lohnes kam der Zuschneider ins Komtoir mehr gesehen worden. Heute Morgen fiel Mitbewohnern des und erklärte in denkbar unbescheidenftem Zone, ohne daß hierüber Hauses auf, daß eine Lampe in der Wohnung der Greifin brannte. vorher eine Verhandlung stattgefunden hätte: Da Sie uns für Da Frau Rickert schon in aller Frühe ihren Stand in der Halle den Montag 10 Stunden gekürzt haben, trozdem wir nur neun zu beziehen pflegte, so vermuthete man ein Unglück und ver Stunden Arbeitszeit haben, so fündige ich hiermit im Namen schaffte sich durch Aufbrechen der Thür Zugang. Die alte Frau aller Bandagisten." Die dreiste Art und Weise des Austretens lag angekleidet auf der Kante ihres Bettes und war schon todt. ließ natürlich feine Erwiderung zu und die Kündigung wurde Bur Feststellung der Todesursache wurde die Leiche dem Schaudemnach fofort angenommen. Es liegt klar auf der Hand, daß hause übergeben. ich, wenn ich bei 9stündiger Arbeitszeit am Montag für zehn Stunden Lohn bezahle, auch vollauf berechtigt bin, 10 Stunden abzuziehen. Dessenungeachtet hätte ich mich bei bescheidenem und anständigem Ersuchen in Rüdsicht auf die voran gegangenen Weihnachtsfeiertage dazu bestimmen lassen, auch diese gefürzte Stunde nachträglich zu bewilligen, wie ich es meinen Instrumentenmachern gegenüber gethan habe, als dieselben bei Von Herrn Verner, Brunnenstr. 112, geht uns zu der Beginn der nächsten Woche in höflicher Form unter Klarlegung der Gründe durch den Werkführer darum bitten ließen.( Hübsche Notiz, die wir gestern veröffentlichten, eine Mittheilung zu, welche Leute!) Wohl aus Merger darüber, daß ich die Bandagisten die betreffende Angelegenheit in einem wesentlich anderen Lichte ohne Sang und Klang entließ, haben dieselben sich an ihren erscheinen läßt. Danach sah sich Herr Berner zu der betreffenden Fachverein gewandt und dieser hat jest tommt etwas Maßregel veranlaßt, weil der Stepper Hunner regelmäßig, trotz a um Glaubliches ohne mich zu hören oder auch nur des entgegenstehenden Verbots in den Wohnungsräumlichkeiten um Auskunft in dieser Affäre zu ersuchen auf Antrag der und nicht in der dazu bestimmten Waschküche, nicht allein die Entlaffenen in einer öffentlichen Versammlung meine Werfftatt eigene, sondern auch fremde Wäsche gewaschen habe. gesperrt. Als Gründe wurden Lohndifferenzen und schlechte Ferner hat Herr Berner dringenden Verdacht, daß die Behandlung angegeben. Daß erftere nicht stattgefunden haben, schon vielfach und u. a. zweimal wegen Ruppelei bestrafte Frau ist in Vorstehendem widerlegt worden; gegen die angebliche. verdächtige Personen bei sich aufgenommen habe. Herr B. schlechte Behandlung spricht allein schon der Umstand, daß die hat seiner Versicherung zufolge ferner das gesammte Mobiliar Entlassenen zum Theil an 20 Jahre bei mir in Stellung waren. belaffen und die Miether vom 1. April cr. ab völlig von dem Ich glaube nicht, dem Gesagten noch etwas binzufügen zu bis zum 1. Oftober laufenden Kontraft entbunden, da er froh brauchen und bin gern bereit, Jedem der Herren Kollegen die gewesen sei, als die Familie Hunner seine Wohnung geräumt habe. entlaffenen Arbeiter namhaft zu machen, falls sich derselbe event. bei Engagements hierfür intereffirt." Zu der Errichtung eines Kreis Krankenhauses bei Bris haben die Krantentassen Vorstände des Teltower Kreises am 18. d. M. eine zustimmende Resolution gefaßt, in der gleich falls dem unter den Betheiligten in Lichterfelde und Steglit gehegten Wunsche auf Errichtung eines zweiten Krankenhauses in einem der westlichen Vororte Ausdruck gegeben wurde. # Zur Frage nach den Ursachen der Verbrechen, die Sanitätsrath Bär türzlich durch Schädelmessungen an Blößen feer" Gefangenen zu beleuchten gesucht hat( vergl. Vorwärts" Nr. 43) liefern einen intereffanten Beitrag. Die Feststellungen über die Schulbildung der Zuchthaus Gefangenen, die feit einer Reihe von Jahren in der Neuen Strafanstalt Moabit" gemacht worden. Das Ergebnis dieser Feststellungen bis zum Etatsjahr 1891/92 möge man aus der folgenden, aus den letzten Jahrgängen des„ Statistischen Jahrbuches der Stadt Berlin" zusammengestellten Tabelle ersehen: 1883/84 1885/86 1887/88 1888/89 1889/90 16/ 068I 1891/92 Wir sind überzeugt, daß die streifenden Arbeiter des Herrn Schmidt ihm dankbar dafür sind, daß er sich bemüht, wenigstens ihren Lachmuskeln Beschäftigung zu geben. Herr Schmidt, der nach obigem Entrüftungsschrei zu rechnen, wenig von den Verhältnissen der leidigen Gegenwart zu fennen scheint, verdient, nach dieser Kraftleistung Innungsmeister zu werden, wenn er es nicht schon ift. Zugang v. Gefangenen 259 266 209 169 250 287 289 332 280 2291 Magiftratsvorlage betreffend die Reorganisation des ärztlichen beren Schulbildung: höhere als Elementar 4 5 9 1 2 8 08 5 84 Beim Statspiel war am Dienstag Nachmittag der 28 Jahr alte Arbeiter Otto Rabelmann aus der Pantstr. 4a mit seinem Spielgenoffen anläßlich eines Streitfalles derartig in Harnisch gerathen, daß er sein Meffer zog und einen seiner Mitspieler in die mange stach. Der Verletzte wurde nach der Charitee be= fördert. Eine Schlafstellendiebin, die sich als Bertha Krüger aus. Rönigsberg, Anna Kühne oder Anna Schmidt aus Stettin, Helene Meckib.- St. bezeichnet, bat zahlreiche Vermietherinnen geschädigt. Kroll aus Breitenstein und als Anna Schramm aus Stargard in Sie ift 27 Jahre alt, blond, hat schwarze Oberzähne und spricht oftpreußischen Dialekt. Mittheilungen zu den Atten 280 IV 16/94. Bolizeibericht. Am 20. d. M. Vormittags wurde auf dem Hofe des Hauses Liezmannstr. 20 im Mülltaften die Leiche eines neugeborenen Kindes mit Verlegungen am Kopfe und am Arme Die Stadtverordneten- Kommission zur Vorberathung der aufgefunden. Vor dem Grunditud Müllerstr. 22b wurde ein etwa 35 Jahre alter, bewnßtloser Manu mit einer, Dienfies an unseren städtischen Krankenhäusern hat folgende Beschweren Verlegung am Kopfe aufgefunden und nach Anschlüsse gefaßt: Den Antrag des Magistrats, einen dem Direktor legung eines Verbandes nach der Charitee gebracht. In der untergeordneten Oberarzt für die innere Abtheilung an den Wilhelmshavenerstraße wurde ein Handelsmann durch einen großen vollständige Elementar: 23 24 18 9 20 9 10 15 6 129 Krankenhäusern Friedrichshain, Moabit und Am Urban, sowie eines und niedergestoßen. Gerli eine erhebliche Verlegung am Schien mangelhafte Glementar. 225 288 188 159 226 210 274 818 264 2092 drei Krankenhäuser anzustellen, abzulehnen, dagegen die Anstellung straße 181 durch einen Poftwagen überfahren und innerlich anberaffistenzarztes für die chirurgische Abtheilung an jedem der bein.-W. Atags wurde ein Hausdiener vor dem Hauſe Friedrichnur Lesen 118 eines britten felbftändig dirigirenden Arztes für innerliche Kranke scheinend so erheblich verlegt, daß seine Ueberführung nach der zu empfehlen. Dieser Arzt soll in seiner Praxis nicht beschränkt Charitee erforderlich wurde. Vor dem Haufe Alt- Moabit 50 131029 2 1 4 28 fein und auch nicht im Krankenhaufe wohnen. Diejenigen, Aerzte, sprang Nachmittags ein Arbeiter von einem in der Fahrt beVon denjenigen Zuchthaus- Gefangenen, die eine höhere als welche eine spezialistische Vorbildung befizen, sollen vorzugsweise findlichen Müllwagen, gerieth unter die Räder und wurde am Elementarbildung erhalten haben, also Mittelschulen, Bürgerschulen, berücksichtigt werden. Der neue dirigirende Arzt in Moabit fou Fuße verlegt.- An der Ede des Mariannenplatzes und der Realschulen, Realgymnasien, Gymnasien, Universitäten, u. f. w. ein erprobter Bakteriologe fein. In betreff der chirurgischen Ab- Wrangelstraße wurde ein vierjähriges Mädchen durch einen besucht haben, wollen wir absehen. Aus den betreffenden Bahlen- theilung soll jede derselben einen dem ärztlichen Direktor unter Geschäftswagen überfahren und an der Hand und am Fuße angaben lassen sich nicht gut Schlüffe ziehen, da bei so niedrigen geordneten Oberarzt erhalten. schwer verletzt. Im Laufe des Tages fanden fünf 3iffern etwaige Zufälle zu schwer ins Gewicht fallen müffen Brände statt. ohne Schulbildung 6 1 1 0 0 1 3 0 und das Ergebniß geradezu fälschen können.( Daß bei dieser Die Zahl der Berliner Wohnungen betrug im Jahre Gruppe von Gefangenen die Zahlen so außerordentlich niedrig 1842: 63 551, 1892 dagegen 421 240, und zwar entfielen auf find, wird man zum größten Theile aus dem Umstande erklären Wohnungen mit einem Mietpreise von unter 300 m. im ffievidifs-Betlttna. Zu der Verhandlung Wege« Beleidigung des Ministers t>> Berlepsch gehen durch die Presse verschiedene Mitlheilungen, zu deren Ergänzung wir in folgendem einen genauen Bericht über die Beweisaufnahme geben. In der Darstellung, welche der „Vorwärts" der Janrow'schen Broschüre„Sozialliberal" ent nommen hatte, bezeichnete die Staatsanwaltschaft zwei Behaue tun gen als thalsächlich unrichtig: l. daß die Unterschrift des Handelsministers unter dem Steueraushebungs-Gesetzentwurs ans irgend welchen in der Person liegenden Gründen gefehlt habe (eine Behauptung, die widerlegt werden sollte, obgleich sie gar nicht einmal aufgestellt war); und 2. daß die Ab- zweigung der Bergwerke vom Arbeitsministerium zum Handelsministerium im Jahre 1890 auf Anlaß des gegenwärtigen Handelsministers erfolgt sei. Als Zeuge mar von der Staatsanwaltschaft der Geheime Oberbergrath Dr. Fuerst geladen. Auf die Frage, ob es ständige Verwaltungspraxis sei, daß jede Vorlage von einem bestimmten Minister gegengezeichnet sein müsse, erklärte der Zeuge nicht mit einem einfachen Ja oder Nein antworten zu können. Es werde vielmehr von Fall zu Fall entschieden, welcher Minister eine Vorlage unterzeichnen solle. Er kenne«ine Reihe von Fällen, in denen„neben dem lertenden Minister der Fachminister" unterzeichnet habe; aber er kenne auch andere Fälle, in denen es anders gehalten worden sein. In bezug auf die Stellung der Bergwerks-Abgaben im Steneraushebungs- Gesetz sei von Anfang an angenommen worden, die Aushebung der Steuer als Finanzangelegcnheit zu betrachten. Die Vorlage an den König sei von mehr Ministern unterzeichnet gewesen, als die an den Landlag. Uebrigens sei der Gedanke, die Bergwerksabgaben herabzumindern oder zu erlassen nicht neu. Er habe schon in der Gesetzgebung der SOer und 60er Jahr« eine Rolle gespielt, sei von den Jnter- essenlen fortgesetzt betont, und auch sckon die Minister Maybach und Scholz hätten dahingehende Absichten der Regierung be- kündet.— Mit Bezugnahme auf die erwähnte ältere Gesetz. gebung verlas Rechtsanwalt Dr. Eduard Friedmann den Schluß. satz der Gesetze vom 12. Mai 1851 und vom 22. Mai 1361 be- treffend die Bergwerksabgaben, welcher lautet:„Mit der Aus- führung des gegenwärtigen Gesetzes wird der Minister für Handel, Gewerbe und öffentliche Arbeiten beaustragt." Darauf erklärte der Zeuge, daß entsprechend diesem Gesetze die Erhebung und Verwaltung der Bergwerksabgaben immer zum Ressort des Handelsministers gerechnet worden sei. Befragt, ob also der Handelsniinister nicht Ressortminisier für die Bergwerksabgaben sei, erklärte Zeuge, daß er den Begriff des Ressortministers in diesem Sinne in der Verwaltungspraxis überhaupt nicht kenne. Er kenne hierfür nur Artikel 44 der Veriassung:„Alle Regierungsakte des Königs bedürfen zu ihrer Giltigkeit der Gegenzeichnung des Ministers."— Dr. Jastrow schlug daraus vor, zum Zwecke der Verständigung unter Ressort- minister denjenigen Minister verstehen zu wollen, der in einem Gesetze mit der Ausführung desselben beauftragt sei, und fragte den Zeugen, ob nicht in dieiem Sinne der Handelsminister Ressort- minister für die Bergwerksabgaben zu nennen sei. Der Zeuge ant- wartete, daß dies zutreffe, insofern es sich um die Ausführung der Gesetze von 18SI und 1861, d h. um die Erhebung der Abgaben handle. In dem vorliegenden Falle aber habe es sich um die gänzliche Aufhebung der Steuer gehandelt(diese sei in dem ursprünglichen Entwurf- vorgeschlagen worden), und diese sei als Finanzan- gelegenheit betrachtet worden. Die weitere Frage, ob ihm be- kannt sei, daß es eine zwar sehr alte, aber doch niemals auf- gehobene Verordnung gebe, welche speziell für Gesetzentwürie vorschriebe, daß jedesmal derjenige Minister gegenzeichnen solle,„in dessen Departement die Sache gehöret"(ein Satz, der zwischen Ausführungszeichen zitirt in dem Jastrow'scken Buche enthalten war), bejahte dersZeuge, fügte jedoch hinzu, daß ihm kein Fall aus der Praxis bekannt sei, in welchem man siw auf diese Verordnung berufen habe; und jedenfalls sei dies in den letzten 20 oder 60 Jahren nicht mehr geschehen.".Die beiden Fragen, ob ihm bekannt sei, daß diese Verordnung, obgleich aus dem Jahre 1719 Herrühre, dennoch in Rönne's preußischem Staatsrecht als noch heute neben jenem Bersassungsarlikel zu Recht bestehend angeführt werde, und daß dieselbe der Einleitung zum Allgemeinen Landrecht als giltig vor schwebe, wurde vom Zeugen verneint.— Dr. Jastrow verlas eine Stelle aus dem Stenographischen Bericht über eine Rede des Biinisters v. Berlepsch in der Sitzung des Abgeordneten Hauses vom 6. Februar 1332, aus welcher hervorgeht, daß noch damals Herr v. Berlepsch selbst sich als den Hauptminister der gesetzgeberischen Behandlung der Bergwerksabgaben betrachtet habe, und den Finauzminister nur als den mitbetheiligten Neben- minister, und befragte den Zeugen, od nicht dementsprechend das Ressortverhältniß auizufassen sei. Geheimrath F u e r st erwiderte darauf— unter allseitiger Zustimmung—, daß er als Zeuge nicht zur Begutachtung in staatsrechtlichen Fragen sondern nur zur Bekundung von Thatsachen berufen fei; und als Thatsache habe er zu bekunden, daß von dem Augenblick an, wo es sich um den beim Landtage einzubringenden „Entwurf eines Gesetzes wegen Aufhebung direkter Staatssteuern' gehandelt habe, von vornherein auch die Aufhebung der Berg werksabgaben als Angelegenheit des Finanzministers behandelt worden sei. Ter Zeuge zeigte ein Exemplar des Gesetzentwurfs vor und machte darauf aufmerksam, daß die Ermächtigung für alle drei Sleuergesetze gleichzeitig in einem Schriftstück erlheilt worden sei. Wenn da alle Minister, die irgend eine Beziehung zu einem der behandelten Gegei stände hätten, auch hätten unterschreiben wollen, so wären noch eine ganze An zahl anderer Beziehungen inbetracht gekommen: so zunächst nochmals der Handelsminister wegen der Gewerbesteuer, sodann der Landwirihschaslsminister wegen der Grundsteuer, an der er ja ein sehr großes Interesse habe, u. a. m. Er könne nur wiederholen, daß solche Fragen stets von Fall zu Fall, und in dem vorltegenden Falle in dem Sinne entschieden worden seien, daß die Aushebung der Bergwerksabgaben als Sache des Finanzministers belrachlet worden fei. In bezug auf den zweiten Punkt(Älbzweignng der Btttz werksan gelegen Heiken im Jahre 1890) überreichte der Zeuge ein amtliches Schreiben, in welchem nach den Protokollen des Staats- niinisieriums bescheinigt wurde, daß in der Sitzung vom 31. Januar 1890 beschlossen worden sei. die Abzweigung vor» zuschlagen, zu einer Zeit, als der heutig« Handelsminister fein Amt noch nicht angetreten halte, und zwar auf Antrag des Ministers v. Maybach, der bereits bei semer Er ncnnung im Jahre 1879 die Entlastung von den Berg� werksangelegenheiten gewünscht habe(am 31. Januar 1890 war Herr von Berlepsch bereits zum Handelsminister ernannt, aber in Berlin noch nicht eingetroffen). Zu dieser Auslage wurde bemerkt, daß der dem Landtage vorgelegte Geseyenlivurs, be treffend die Abzweigung der Bergwerksangelegenheilen, die Unter- schnfl des Ministers v. Berlepsch neben der Unterschrift May bachs ausweise, und daß in den Motiven in einer bereits wörtlich zu den Akten gegebenen Stelle ausdrücklich auf den neu ernannten Handelsminister hingeiviesen sei. Auch jener Be- schluß des Slaatsministermms mmmt auf die bereits geschehene Ernennung eines besonderen Handelsministers Bezug. Wir haben die vorstehenden Aussagen im Zusammenhang wiedergegeben, um zu zeigen, daß auch der aus-ührlichste Bericht an den Thatsachen, welche wir dem Jastrow'schen Buche ent- nommen haben, nichts ändert. Die Verkündung des Urtheils hat sich auch in keiner Beziehung auf thatsächliche Unrichtigkeiten gestützt. Das Loch im ReferendarShnt. Auf sonderbare Weise ist der betagte Rleiderbewahrer in der königlichen Bibliothek, Hilscher, zu einer Anklage wegen Sachbeschädigung gelangt, die ihn gestern vor die ISO. Abtheilung des Schöffengerichts führte. Der Referendar G. besuchte eines Tages die königliche Bibliothek. Als er dieselbe nach mehreren Stunden wieder verlieb und in der Garderobe seinen Hut zurück erhielt, bemerkte er. daß sich in demselben ein Loch befand. Da ihm schon früher in gleicher Weise ein Hut verdorben worden war, so glaubte er, daß ihm absichtlich ein Schabernack zugefügt werden solle. Er erstattete dem Bibliothekar Dr. Krause Anzeige und nun nahm die Geschickte von dem durchlöcherten Hut den Weg bis zum Ministerium, welches dem Kleiderbewabrer zunächst einen Verweis ertheilte. Er erhielt dann noch obige Anklage. Im Termine bestritt der Beschuldigte, die Absicht ge habt zu haben, den Hut zu beschädigen. Der Haken, aus den er die Kopfbedeckung gehängt, fei des Porzellanknopses ver- lustig gegangen und nun habe die Metallspitze sich durch den Hut gebohrt. Man könne ihn, höchstens den Vorwurf der Fahr- lässigkeit machen, weil er den fehlenden Knopf nicht sofort durch eine» anderen ersetzt habe. Der Staatsanwalt glaubte dennoch annehmen zu sollen, daß der Angeklagte vorsätzlich gehandelt habe und beantragte gegen ihn eine Geldstrafe von 30 M. Der Gerichtshof hielt den Angeklagten aber für glaubwürdig und fällte ein freisprechendes Erkenntniß. Modernes Ranbritterthum. Wie schnell man mit einigem guten Willen pleite machen kann, hat der Kaufmann und jetzige Grundstücksmakler Max L ö b r a m aus Breslau— gegenwärtig in Berlin wohnhaft— bewiesen, der gestern wegen Bankrotts vor der zweiten Straskamnier am Landgericht II stand. Der An- geklagte hat sich von seinem Bruder 2000 M. geliehen und damit am 1. Juli v. I. in Schöneberg einen großen Laden gemiethet. um ein Modewaaren- Geschält zu etabliren. Am 1. Oklober wurde das Geschäft eröffnet, im November ließ bereits der Haus- wirth das Waarenlager pfänden und im Februar brach der Kon- kurs offiziell aus. Es waren etwa 25 000 M. Passiva vorhanden. das Waarenlager war ziemlich geräumt und der Verbleib von 18 000 M. ließ sich buchmäßig nicht nachweisen. Von der An klage, übermäßigen Auswand zum Nachtheile seiner Gläubiger getrieben zu haben, mußte er mangels ausreichender Beweise sreigesprochen werden; doch wurde er überlührt, einen Gläubiger begünstigt zu haben, indem er eine Forderung mit gepfändete» Kleiderstoffen beglich und außerdem seiner Braut gepfändete Stoffe geschenkt zu haben, wodurch er sich der Pfand- Verstrickung schuldig gemacht hatte. Das Urtheil lautete auf sechs Wochen Gefängniß. Die Gläubiger sind ganz leer aus- gegangen. Der große Waldbrand im Köpnicker Forst beschäftigte beute die erste Straskammer am Landgericht II. Der fahrlässigen Brand- stiftung war der Kutscher Eduard P ö r z t u s angeklagt, der aus dem Moabiter Zellengefängnisse vorgeführt wurde, wo derselbe gegenwärtig eine ihm am 27. November vom Schwurgerichte am Landgericht 1! zudiklirte zweijährige Zuchthausstrafe wegen Siltlickkeitsverbrechens verbüßt. Der Angeklagte war im vorigen Jahre bei dem Töpfermeister Gilow in Köpnick angestellt und halte am 21. Juli Lehm aus einer im Köpnicker Forst belegenen Lehmgrube zu holen. In der Nähe der Grube will er sich eine Zigarre angezündet habe» und durch das fortgeworfene Streichholz soll sich das Feuer angezündet haben. Ein kleiner Knabe, den der Angeklagte mitgenommen hatte, hat sedoch gesehen, daß der An geklagte gar keine Zigarre besaß, sondern das brennende Streich- holz direkt an einen Haidekraulbusch herauhielt, der sofort brannte und das Feuer weiier trug. Er hat zwar sofort Versuche ge- mackt, das Feuer mit einem Stück Brett auszuschlagen, nachdem er sich dabei aber selbst erheblich verbräm« hatte, mußte er die an sich nutzlosen Versuche aufgeben. Es sind sieben Hektar alter Waldbestand abgebrannt, wodurch ein Schaden von 1750 Mark entstanden ist, außerdem hat die Pflege des stark angebrannten Brandstifters 300 Mark Kur- kosten verursacht, welche aus öffentlichen Mitteln gedeckt werden mußten. Die Straskammer würde wegen vorsätzlicher Brandstiftung verlircheilt haben, wenn aus den Löschversuche» des Angeklagten nicht der Schluß gezogen werden mußre, daß er den Waldbrand ernstlich nichl geivolli hat. Das Urlheil lautete auf Znsatzstrafe von 10 Monaten Gefängniß, die in sechs Mo- nate Zuchthaus umgewandelt wurden. AlS eine« äußerst gefährlichen HeirathSschwi«dler be zeichnete gestern der Staatsanwalt den Photagravden Johannes Döring, welcher sich wegen Betruges und Unlerschlaguug vor der II. Slraskammer des Landgerichts I zu verantworten halte. Der Angeklagte ist allerdings ein sehr kecker Don Juan. Wie die Verbandlung ergab, schlängelte er sich auf der Straße oder in Restaurationslokalen an junge und alte Damen heran, die ibm nach den Freuden und Leiden des Ehestandes zu schmachten schienen, schmeichelte sich in ihr Vertrauen ein. machte ihnen Ebeversprechungen und fand immer Gelegenheit, ihnen Werlhgegenstände abzunehmen. Eine biedere Köcbi», die er in den Zelten kennen gelernt und dann wieder- holt zu gemeinschastlichen Spaziergängen abgeholt hatte, be- schwatzte er. ihm ihre Uhr anzuvertrauen und machte sich dann mit dieser aus dem Staube. Eine Frau, die eben von eincni Ehescheidungslermiu auf dem Kammergericht kam, sprach er aus der Straße an, geleitete sie galant nach Hause und sprach viel von dem Glücke der Ehe. Wie zum Spaß setzte er sich dann den Trauring auf, der der Frau so viel Unglück gebracht hatte. vergaß aber nicht nur die Rückgabe des Ringes, sondern das Wiederkommen überhaupt. Am grausamsten ist der An- geklagte einer dritten Z-ugin gegenüber ausgetreten, welcher er ihr gesammtes Vermöge» in Höhe von c a. 6000 M. abgenommen hat. In demselben photographischen Atelier, in welchem der Angeklagte arbeitete, war das junge Mädchen als Elevin beschäftigt. Beide traten sich näher und der Angeklagte versprach, das Mädchen zu heirathen. Er brandschatzte das letzter« zunächst nm kleinere Summen, die immer größer wurden, da der Angeklagte vorgab. Reisen machen zu müssen, um ei» passendes pholographisches Geschäft zu erstehen. Von Köln aus schrieb er, daß er ein solches gefunden habe. Er veranlaßt« das Mädchen, ein Dokument über 6000 M. hier bei einem gewissen Leldert für 5100 Mark zu verkaufen und ihm das Geld zu übersenden. Von dem Augenblick an ließ der Angeklagte nichts mehr von sich hören. Erst als er den letzten Groschen verpraßt hatte, wurde er in Stettin verhastet, wo er bereits wieder einig« heirathslustige Mädchen aufs Korn genommen halte. Die Betrogene weinte gestern ihrem so leicht- ,erttg forigegebenen Vermögen bittere Thränen nach. Der Siaatsanwalt beantragte wegen der Gemeingefährlichkeit de? Angeklaglen gegen ihn eine Gesängnißstrafe von 5 Jahren. Der Gerichrshos erkannte auf 3 Jahre 6 SRonate Gefängniß, 5 Jahre Ehrverlust und 500 M. Geldbuße. Kläger." so heißt eS in den betreffenden Entscheidungsgründen, „nimmt das Recht auf vorzugsweise Befriedigung aus dem Er- löse der Pfandscheine einmal deshalb in Anspruch, weil dieselben an die Stelle der in die gemietheten Räume inserirten Waaren getreten und damit dem Vermielder-Pfandreckt unterworfen seien. Indessen ist, wie schon im ersten Urlheil zutreffend ausgeführt, nur ein Theil der verpfändeten Waaren wirklich inferirt worden, nämlich nur die auf die beiden Pfandscheine vom 11. und >3. Oktober 1892 versetzten 18 Stück Knabenanznge und 4 Stück Parchend. Aber auch bezüglich dieser Pfandscheine kann der Ansicht des Klägers nicht beigetreten werden. Das Pfandrecht des Vermietbers an den Jllaten des Miethers bleibt nur dann auch nach der Fortschaffung derselben aus der MiethSwohnung besiehe», wenn diese heimlich oder wider Willen des Vermiethers geschieht. Dagegen erlischt es, wenn im regelmäßigen Geschäfts- betriebe Waaren, die zu diesem Zwecke vom Mielher mitgebracht sind, verkauft und fortgeschafft, also auch, wenn sie lombardirt werden. Daß Beklagter beabsichtigt hat, etwa die Waaren dem Kläger zu entziehen, hat dieser nicht behauptet; hierauf kann er seinen Anspruch also nicht stützen. Er behauptet indessen ferner, daß ihm schon deswegen ein Pfandrecht an den Pfandscheinen zustehe, weil sie als Jnhaberpapiere an sich zu den Jllaten des Miethers gehörten. Aber auch diese Ausführung ist rechtsirrthüm-- lich. Das Vermietherpfandrecht bezieht sich gemäß§ 395 Allg. L.-R. I, 2l nur aus„Sachen und Effekten". Zu diesen werdeifc freilich von der Theorie und Praxis außer den körperliche.« Sachen auch Werthpopiere und besonders Jnhaberpapiere gerechnet, nicht jedoch sonstige Pnpiere des gewöhnlichen Geschäftsverkehrs, welche blas zum Beweise des in ihnen verbrieften Rechts dienen s ollen, nichl aber„Träger" desselben sind. Die Pfandsck eine sind nnn keineswegs Jnhaberpapiere, sondern Papiere der letzterwähnten Art. Wenn im§ 17 des Gesetzes vom 17. März 1831 bestim mt 'st, daß„der Inhaber des Pfandscheins dritten Personen, ins- besondere dem Pfandleiher gegenüber, zur Ausübung der Reöhte des Verpfänders berechtigt ist, ohne die Uebertragung dieser Rechte nachweisen zu müssen", so geht gerade aus diesem Wort- laut hervor, daß das Gesetz die Pfandscheiu« nicht als Inhaber- papiere angesehen wissen wollte. Der Besitzer des Jnhaberpapi eres nämlich übt sein eigenes Recht aus, ba der Anssieller sich jedem Inhaber als solchem verpflichten wollte; der Besitzer des Pfand- scheins dagegen soll nur die„Rechte des Verpfänders" ausüben. Ihm gegenüber sind also Einreden aus der Person des letzteren zulässig, gerade als wenn ihm von diesem zedirt worden wäre; die einzige Erleichterung, die ihm durch das erwähnte Gesetz gewährt ist, ist die, daß ec jene Zession nicht nachzuweisen braucht.— Ueberdies geht auch aus den Motiven des Gesetzes und den Verhandlungen über dasselbe im Herrenhause zur Genüge hervor, daß man den Verkehr mit Pfandscheinen zwar nicht erschweren wollte, es aber doch ausdrücklich abgelehnt hat, den Pfandschein zum Inhaber- papier zu machen. Ist aber der Pfandschein kein Inhaber-, sondern ein bloßes Legilimationspapier, so ist er dem Pfand- und Retentionsrechte des Vermiethers ebenso wenig unterworfen. wie etwa ein Wechsel,(cir. Niendorff, das Preußische Mieths- recht, 3. Auflage, Seile 208, 209.) Damit fällt die gap�e Klage in sich zusammen." Verlcinrntlungen. Ge- des statt. Der gerettete Pfandschein. Dem gesetzlichen Pfandrechte des Hauswtrthes ist das geiammle Hab und Gut eines Miethers unlerworsen. Nackt und bloß muß er von bannen ziehen und im städtischen Obdach eine Zustuchlsstätte suchen, sofern es die Humanllät eines HauSwirihes verlangt und dieser sein gesetz. liches Pfandrecht gellend macht. Derartige Fälle gehören nicht mehr zu den Sellenhenen. Wie eine wunderbar« Legende klingt daher die Botlchaft, welch« die„Blätter für Rechlspsiege" der taunenden Welt verkünden, nämlich daß es ein gewisses Elwas giebr, welches gegenüber den hauswirthlichen Relenlivnsgelüsten mit dem Zauber eines„Rühr-mich-nicht-an" umgeben ist. ein ge- Wistes EtivaS, was besonders ,n proletarischen Kreüen häufig anzutreffen ist, und dieses gewisse Etwas ist— ein Pfandschein! Die zweite Zivilkammer des Landgerichts I iZerlin hat zum großen Leidwesen unserer HauepaschaS in einem Berufungs- Urlheil vom 18. September 1893 diese überraschende Thatsache tonstatirt, und es erscheint nichl uninteressant, die grundlegenden Erwögungen kennen zu lernen. welche das Landgericht zu diesem Erkenntniß geführt haben.„Der Am S. Februar fand eine außerordentliche n era l v er s am ml un d der Berliner Filiale Allgemeinen deutschen Tapeziervereins Nachdem wichtige Vereinsangelegenheilen ihre Erledigung ge- funden hatten, wurden in die Ortsverwaltung gewählt die Kol- legen Wels als erster, Pönicke als zweiter Vorsitzender; Tobias als erster, M o s k o p f als zweiter Kassirer; L. S ch m i d t als Schriftführer und die Kollegen Richard Pönicke und Sander zu Beisitzern. ?n der am 19. Februar stattgehabten Mit glieder- a m m l u n g hielt der Genosse Sassenbach einen sehr interessanten Vortrag über den„sozialen Staat der Jesuiten in Paraguay". Beim Punkt Verschiedenes wurde die von Kollegen Scharnewski angeregte Angelegen- heit mir Kollegen Kirchner verhandelt, wozu die Kollegen der son'fchen Werkstelle eingeladen waren; trotz längerer Diskussion wurde Klarheit nicht geschaffen. Der Verband aller iu der Metallindustrie teschästigte« Arbeiter Berlins und Umgegend hielt am Montag, den 19. Februar, Abends, in den„Arnimhallen" eine außer- ordentliche Generalversammlung ab, um die von letzter Bersamm- lung zurückgestellte Tagesordnung zu erledigen. Zunächst handelte sich um die Aenderung der§§ 3 und 1 des Statuts, welche vom Kollege» N äst h e r beantragt worden war. Hiernach sollten auch Arbeiterinnen Verbandsmitglieder werden können. Kol- lege Näther führt« aus. daß es unbedingt nothwendig sei, die weiblichen Personen, welche fast beinahe in allen Metall- industrien beschäftigt würden, mit in den Verband aufzunehmen, würde dieses nicht geschehen, dann hätten es stch die Arbeiter selbst zuzuschreiben, wenn sie sich dadurch, bei eventuell ausbrechenden Differenzen, die Streikbrecherinnen selbst erzögen, überdies sei auch eine Kontrolle über die Arbeiterinnen bei solcher Gelegenheit eine Unmöglichkeit. Der„Deutsche Metall- arbeiter-Vernand" wie auch andere Organisationen nähmen bereits Arreiierinnen in ihre Reihen auf, darum solle der Berliner Verband auch nicht zurückstehen. Wenn auch von anderer Seite vielfach gesagt würde, daß hierdurch der Behörde Gelegenheit gegeben werde, mit Maßregeln gegen den Verband vorzugehen, weil gegen Z 8 des Bereinsgesetzes verstoßen würde, so müsse er sich gegen derartige Ansichten aus- sprechen, da der Verband keine politische, sondern nur eine gewerkschaftliche Vereinigung sei. Redner empfiehlt die Annahme der Statutenänderung. Die Kollegen Hausen und Lange sprachen sich in demselben Sinne aus. Kollege Hartmann sprach sich dagegen aus und meint, daß bei Annahme dieses Antrages die Metallarbeiter verpflichtet seien, sich der allgemeinen Zentralisation anzuschließen, H. schlägt vor, man möge für die Arbeilerinnen der Meiallindustrie eine eigene Organisation gründen, im Verband könne man diese nicht mit aufnehmen, wegen der Dehnbarkeit des Vereins« gesetzes, die Existenz der Vereinigung würde hierdurch in Frage gestellt werden. Kollege Neumann führt den Mitgliedern die Zahlen der organisirten Arbeiterinnen in der„Zentralisation der Melallarbeiter" vor Augen, und zieht hieraus den Schluß, daß die Frauen wohl wenig Bedürsniß fühlen, sich gewerkschaftlich zu organistren. Redner bekämpft energisch den von Näther gestellten Antrag, welcher ein zweifelbaftes Experiment sei, zum Versuchsseld möge man den Verband nicht mache»; auch er sei der Ansicht, daß man der Behörde Gelegen- heit gebe, wenn es ihr gerade als die richtige Zeit erscheine, gegen den Verband vorzugeben und schließlich aufzulösen, er warne deswegen vor Annahme des Antrages. Nachdem Kollege Schröder noch einige statistische Zusammen- stellungen über die Organisationslust der Frauen in anderen Gewerben angeführt und sich ebenfalls gegen die Statuten- anderung ausgesprochen, wird der Antrag Näther mit großer Mazorilat abgelehnt. Zur Aenderung des§ 6 des Statuts, theilt Kollege Petzold mit, daß sich die Rechtschuykommission aufgelöst habe, da nur Klagen vordem Gewerbeschiedsgericht verhandelt werden. In Berusungs- fachen könne diese Funktion der Vorstand übernehmen. Die Aenderung des Slatuts wurde angenommen. Zur Aenderung des§ 7 Abs. a in wurde beschlossen, die Revision beim seinem vorletzten Theil, Rendanten alle drei Monate, statt wie bisher zwei Monate, stattfinden zu lassen, " Zitania, Cuvryitr. 48 bei Tielsch. Morgenroth 4 in Köpenick, Arion 2, Hierauf wurde über anderweitige Regelung der Streifunter- Schulz- Brüderlichkeit, Bücklerstr. 49 bei Stabernack. Gefang-, Turn- und gefellige Vereine. Donnerstag. Männer auch wurde das Wort unvermuthet" aus dem Statut gestrichen,| Breußer. Arbetter- Gefangverein Spandau Neumeifterftr. 5 bei Radte. Afrobaten u. f. 1. Auch der ruffische Rommissar für das jedoch bezieht sich dieses nur auf die Revision beim Vorwärts 2 Echönhauser Allee 28 bei Kuhlmen. yra 2, Char: Unterrichtswesen betrachtete sich diese Karten. Er sagte dann: Rendanten. lottenburg, Wallstr. 54.- Gefangverein der Kürschner, Landsbergerstr. 31 Der Redner bei Seehaufen. Glodenrein( gemischter Chor) Raftanien- Allee 95/96. Ich will nichts mehr sehen, ich schäme mich!" Vom Vorstand wurde beantragt und von der Versammlung| Sänger runde, Kottbuferftr. 6 bei Braun. Frohsinn 2, Friedrichs- schilderte auch einige Einzelheiten der Unterrichts- Ausstellung. beschlossen am Sonnabend, den 7. Juli, in Wilhelminenbos gebuferstr. 5 bei Nemig.- Brüderschaft Stallschreiberstraße 29" Bum Ueberall zeigte es sich, daß Deutschland fast die ganze Welt berg Lichtenberg, Frankfurter Chauffee bei Müller. Treu und Fest, ein Sommernachtsfest zu veranstalten, die Kosten würden sich eichenen Stab".- Freundestreue( gem. Chor), Sandsbergerstr. 31 bei mit Lehrmitteln versorgt. Sehr reichhaltig war die Sammauf höchstens 60 Pf. pro Person intl. Tanz belaufen. Die weitere Seehausen. Eintracht 2, Neu- Glienice, Rudowerstraße bei Hasdorf. lung der naturwissenschaftlichen Apparate. Der Vortragende Regelung bleibt dem Vorstand überlassen. Waldesgrün( gem. Chor) Böckhir. 8 bei A. Moewes. Arbeiter- GesangEin verein Dranienburger Vorstadt, Hochstr. 32a bei Wife. Liberté 1, Punkt 4 der Tagesordnung: glaubt, daß wir fast zu viel auf diesem Gebiete thun. Die Stellung der Drgani- Guvryftr. 24 bei bei Thielich.- Flöter fer Gefangverein, koppen: Berg von Abiturienten- Arbeiten und Schülerheften bildete das fation zum 1. Mai." Kollege Pezold führte hierzu aus, daß der fir. 43 c bei Lorenz.- Eintracht 3, Eberswalde, Eisenbahnstr. 77 bei Düball. wichtigste zur Beurtheilung einer Schule: die Leistungen der Grundgedanke der Feier des 1. Mai wohl ein sehr guter sei, müggelheimerstr. 4 bei Seld.- Alpenrose, Forsterftr. 22. aber bei der heutigen wirthschaftlichen Krise und der enormen Chorinerftraße 27 bei Hailand. Schüler selbst. Es waren nicht weniger als 80 000 Hefte und zwar bessere, mittlere und schlechte Arbeiten. Man war voll des Arbeitslosigkeit an eine allgemeine Arbeitsruhe nicht zu denken Sund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend. Lobes über die Leistungen der deutschen Lehrer in der Korrektur. sein könne, es sei unter den jetzt herrschenden Verhältnissen un- Bergman, 14, of 2 27. poffers Bergnügungsverein rubet: Die meisten Ausstellungsgegenstände werden wir wieder zurückAlle Zuschriften den Bund betreffend find richten an: Pentel, durchführbar, deshalb beantrage er, daß die Organisation bund, Andreasfir. 3 bei Noll. Rauchflub Graue Wolte, Krautstr. 48. bekommen um die Schülerhefte rissen sich die pädagogischen von einer allgemeinen Arbeitsruhe Abstand nehmen möge und einem Verein Grüne Eiche( vor dem Halle'schen Thor), Solmsstr. 1 bei Razorte. Bibliotheken, Museen, Universitäten. Für den Bau eines Schuljeden, welcher an diesem Tage feiert, die Konsequenzen seiner Hand- Bergnügungsverein Jugend lust, Ohmgaſſe 2 bei Krebs. Rauchflub lung selbst tragen zu laffen", eine Verantwortlichkeit für die krautstraße 36 bei Infinger. Frisch auf, Koppenftr. 43 bei Lorenz. Rauchflub Dezimalwaage, museums hat man nämlich drüben 1 200 000 m. ausgegeben. Kollegen übernimmt der Verband" in diesem Falle nicht. Rauchklub Erholung, Wienerfir. 13 bei Die Fehler unserer Quartaner werden nun zu ewigem Ge Drieschner. Rauchtlub Elvira, Abends 9 Uhr bei Bringborn, Madai: dächtniß aufbewahrt werden. Die Hefte bilden nämlich ein Der Antrag wurde einstimmig angenommen. straße Nr. 12. Humuristischer Klub universum, Veteranenstr. 18, bei interessantes Material der Vergleichung. Eine der ersten Fragen war immer: Wo ist das Buch, nach welchem Sie stügung" verhandelt. Ueber den bei Willing u. Violet" statt- Gefangverein Alt- Dessau, Abends 9 Uhr, bei Kind, Wrangelstr. 91. gefundenen Streik wurde berichtet, daß derselbe dem Verbande Befanasabtheilung des sozialdemokratischen, arbeitervereins fürlernen, wie die Methode?" Man begegnete nämlich häufig der Weißensee und Umgegend. Sonnabends Donneritags und 9485,50 M. Roften bis jekt verursacht habe, nach der Streitauf- bei Müller( Pfeifenmüller), Königs Chauffee. Abend; Ueberzeugung, daß man in ganz Deutschland nach einem einzigen Männer Gefangverein bestimmten Syftem unterrichte. Die Amerikaner hatten zuerst die hebung bereits 2033 M., zu unterstützen sind noch 7 Kollegen mit Tyrolienne, Abends 9 Uhr bei Faufmann, Reichenbergeritr. 73a. Absicht: ganze Klaffen lebendig vorzuführen. Das ging nicht so pro Woche 97 M. Weiter wurde mitgetheilt, daß 8 Kollegen Gefangverein Glodenrein, gemischter Chor, Abends von 9 na gut; aber verschiedene Schulen halfen sich da: die Klassen wurden 5,60 M. an den Verband Beiträge entrichtet, dafür 3270 M. Abends 8 Uhr bei Trieschmann, Jüdenſtr. 55. bei Snapp, Kastanien- Allee 95/96. Mufit Dilettantenverein 2ohengrin während des Unterrichts möglichst groß photographirt, Rede und Unterstügung erhalten, 20-25 Kollegen jeder ca. 80 Pf., Theaterverein Fideler Geist 2, Abends 9 Uhr, Große Frankfurter: Antwort stenographirt und mit dem Phonographen aufgenommen. eingezahlt Diese haben ebenfalls Unterstüßung erhalten, ftraße 99 bei Martini.- Theaterverein Freundestreis 9 Uhr im Restau: So brauchte man sich nur auf einen Seffel zu sehen, das Bild rant Bräuer, Solmsftr. 47.- Theaterverein Crescendo bei Maißner, aber teine Beiträge weiter entrichtet, sechs bis acht Gartenfir. 162. Theaterverein Maiglöden, Englischer Hof, Neue vor sich zu nehmen, die Hörschläuche des Phonographen in die Kollegen hatten à 40 Pf. eingezahlt und dafür 540, 480, Roßitr. 3. Theater- Gesellschaft Harmonie, Donnerstag Abends 9% Uhr, Ohren zu stecken und man war plöhlich mitten im amerikaniſchen 420, 360, 320. Unterstützungsgelder aus der Verbandskaffe Chortnerstr. 55. Geselliger Klub Blau: Beilchen, Abends Uhr, bei Schönwälder, Unterricht. Verein ehem. 22. Gemeindeschüler, punft Wir haben zu Vorstehendem einige Bemerkungen zu Hieraus sei zu ersehen, daß die Kollegen den Verband zum uhr bei Schröder, Stegligerstr. 18. Bfropfenverein Wedding, Abends machen. Der Triumph des deutschen Schulwesens war lange Theil nur dann aufsuchen, wenn es gilt, diesen ausnutzen; ge: Abende im Restaurant Göß, Dranienftr. 155. 8 Uhr, bei Helterhoff, Antonftr. 5.- Bergnügungs- Verein Renata 9 Uhr, rade die indifferente Masse verstehe dieses am Besten, wie aus( gem. Chor) Abd. 9 Uhr, Uebungsstunde b. Möwes, Böchftr. 8. Gefangverein Proletariat nicht so groß, als der Herr Vortragende behauptete. Das Einzige, worin die Deutschen den Amerikanern voran sind, ist die Durch den angeführten Einzahlungen zu ersehen sei, höre die Unter- Gefelliger Berein univerfum, Sigung mit Damen Abends 9 Uhr führung des Schulzwangs, der in den meisten amerikanischen bei Hagemann, Lothringerstraße 81. Borträge, Fidelitas. Geselliger ftügung auf, dann existire für diese auch die Organisation nicht verein univerfum, Sigung Abends 9% Uhr, im Restaurant Neumann, Staaten zwar besteht, aber nicht so gründlich durchgeführt ist, mehr. Diesen Umständen gegenüber müsse die Streikunterstüßung intenstr. 19: Borträge, Fidelitas. Berein Gemüthlichkeit und klub wie in Deutschland. Die Schulen selbst sind in Amerika durchin anderer Weise geregelt werden, damit den Kollegen, Humor, Abends 9% Uhr, Lothringerfir. 105: Geselliges Beiſammensein mit, schnittlich weit beffer als in Deutschland- und hier sprechen wir welche aus Prinzip organisirt, bie von den Männergesangverein Sangesfreunde, namentlich von den Volksschulen. Ein Damen, Fidelitas und Tanz. Und was die Lehrmittel richtungen bisher nie etwas genoffen, die Garantie geboten bens 9-11 Uhr, Bazenhofer Ausschant, Sandsbergerſtraße Nr. 82. Geselliger Verein Hertha", Donnerstag, Sigung bei Roll, Adalbertstr. 21, betrifft, so mögen sie zum Theil für die Amerikaner werden könne, daß, wenn sie in die Lage fämen, den Verband abends 9 Uhr. Berein Wanderflub( Norben), Sigung jeden in Deutschland angefertigt sein, allein dann sind wir in der in Anspruch nehmen zu müssen, einen Fonds vorhanden fänden. Donnerstag von 9 Uhr Abends im Restaurant C. Baatsch, Hennigsdorferstr. 24.wenig beneidenswerthen Lage, daß wir den amerikanischen Es wurde daraufhin beschlossen:„ Bei ausbrechenden Streits die Bitbetting Gleim beit,? Uhr abends, bet§. Neimann, Alte Schön Kindern Vortheile bieten, die unsere eigenen Kinder Waldesgrün, Abends 9 Uhr Sigung bei Nebelin, Langestraße 108. Unterstützungen erst von der zweiten Woche an zu zahlen, für bauferfir. 42. Gefelliger Club der Alten Moabiter: Jeden Donnerstag nicht haben. Denn in Amerika werden alle Lehrmittel, bei Beginn eines Ausstandes nicht vollberechtigt gewesene Mit- bend von 9-10 und jeden Donnerstag nach dem 15. Sigung mit Damen ig und zwar von der besten Qualität, den Kindern der Emdenerstr. 47 bei Schirmer. Geselliger Arbeiterverein Hoffnung glieder hört die Unterstützung vom Tage der Beendigung des bei Gittier, Mariannenstraße 48. unentgeltlich geliefert. Außerdem ist es auch nur ein betr. Streits auf." Rauchtlub Kollegia, Abends 9 Uhr, bet Hermann Rohr, Naunyn: Theil der Lehrmittel, der von Deutschland- natürlich für straße 78. Rauchttub Rauchflub Waldesgrün, Abends 8% Uhr, Restaurant geliefert wird. Die Schulbücher gehören uhr, bei Jakob, Boedbfir. 21. A. Gašpar, Reichenbergerstr. 113a. Rauchflub Ohnesorge, Abends gutes Geld Rauchtlub ernipige, Abends nicht dazu, und sie find durchweg auf stärkstes Papier gedruckt 8 Uhr, bei 2. Böhl, Rüdersdorferstr. 8. Rauchtlub Arabi Basa, und aufs Festeste eingebunden bei weitem beffer als es in Abends 9 Uhr, b. Reftaurateur Schröder, Stephanstr. 45. Klub Onestreit Süd- West, Abends 9 Uhr, Simeonstr. 33 bei Flict. Abends 9 Uhr Springstubbe's Restaurant, Manteuffelstr. 67. Rauchtlub Deutschland geschieht. gezogen. Betreffs der Kranzniederlegung bei Beerdigung von Mitgliedern wurde beschlossen, da verschiedentlich Unzuträglichkeiten bei früheren Fällen mit Anverwandten der Verstorbenen stattgefunden, wenn von Verwandten Verstorbener gegen die rothe Schleife protestirt wird, in solchen Fällen von der Niederlegung eines Kranzes gänzlich Abstand zu nehmen. Ferner wurde der Antrag angenommen, für die Mitglieder weitere Urania- Vorstellungen" zu veranstalten, und zwar sollen die Billets zum Preise von à 50 Pf. abgegeben werden. Der Verband der Sattler und Tapezirer hielt am 17. Februar eine Sigung ab. Genosse Pinn hielt einen Vortrag über das Thenta: Der schwarze Tod". Nach Erledigung des Geschäftlichen erfolgte Schluß um 12 Uhr. Oranienftr. 135. -Rauchflub Brüder: Itch feit, von 9 bis 11 Uhr bei Stabernad, Bücklerstraße 49. Rauch: Rauchklub lub Nordstern, jeben Donnerstag nach dem 15. im Monat bei E. Seinicke, Friedrich Karlstraße 11, Friedrichsberg. Fidelio, Abends 8 Uhr im Restaurant Heine, Eisenbahnstr. 23. Rauchflub Pfeifendedet, Sigung Abends 8 Uhr, bei Jeratsch, Langetraße 24. Borwärts, Donnerstag bet Salomo, Oppelnerstr. 29. bgus 1, Abends 9 Uhr, bet F. Nawroot, Martusstr. 25. Stattlub Tournee, Abends 8% Uhr, bei Ullrich, Wrangelftr. 84.-- Stat flub Rüd wärts, Abends 8% Uhr bei Arndt Pallisadenſtr. 47.-- Stat: tlub Gordischer Knoten Abends 9 Uhr, bei Schilling. Schießtlub Tell, Abends 8 Uhr bei Nagel, Schwebterstr. 23. um 9 Uhr Sozialdemokratischer Wahlverein für den 3. Serliner Reichstags- ambour- Berein Einigkeit bei Haupt, Staligerstr. 102. Wahlkreis. Donnerstag, den 23 Februar, Abends 8% Uhr, in Prochnow's Uebungsstunde, nach derselben Sizung. Aufnahme neuer Witglieder. Salon, Sebaftianstr. 39, Bersammlung. Vortrag des Reichstags- Abgeordneten ausgabe bends 6%-10 Uhr. Sonntag 10-12 Uhr bet Stramm, Nitter Fachverein der Klempner Berlins und Umgegend. Arbeits: Herbert- Stettin. Der Bonentarif, Verein für Eisenbahareform. Donnerstag, den 22. Februar, Abends 8% Uhr, im Restaurant Th. Bolz, Alte Jakobftr. 75: GeneralVersaminlung. Neuwahl des Vorstandes. Vortrag des Herrn Dr. Engel über die neuesten Ergebnisse des ungarischen Borentarifs. Theater- Gesellschaft ,, Philharmonie". Alle Donnerstag Manteuffelstraße 9 bei Nowad: Sigung mit Damen. Arbeiter- Bildungsschule. Donnerstag, Abends 8%-10% Uhr: Nord= Schule, Müllerftr. 179a; Unterricht in Deutsch( unt.) Ost- Schule, Martusfir. 31: Erste Hilfe bet Unglüdsfällen. Südostschule, Reichen bergerftr. 133: Unterricht in Kaufmännischem Rechnen, Korrespondenz und Bei allen Unterrichtsfächern können Schüler und Schülerinnen auch jetzt gar, Diskutirklubs. Donnerstag. Die gen, Abends s½ Uhr, Geschichte( alt). im Laufe des Semesters, eintreten. " ftraße 123. Vermischtes. bei Auffäßen u. s. w. Auch sind die Leistungen der amerikanischen Volksschule, die zu selbständigem Denken und Handeln erzieht, wie wir aus eigener Erfahrung wissen, entschieden weit über denen der deutschen Volksschule. Cholera. Lüttich, den 20. Februar. In Baur tamen gestern zwei weitere Todesfälle an Cholera vor. Die Polizei verbot den Schülern aus den infizirten Orten, nach Lüttich in die Schuler zu kommen. Gekreuzigt. In Rekesely bei Temesvar wurde die Kurpfuscherin Therese Kleitsch von Bauern als Here getreuzigt. Die Thäter sind noch unbekannt. New- York, 21. Februar. Der Dampfer Millard", Eigenthum der Nicaragua Navigation Company, ist an der Küste von Nicaragua untergegangen. Die ganze Bemannung von 60 Matrofen ist ertrunken. Briefkaffen der Redaktion. Bigarrenfabrik. Natürlich müssen Sie einen Auszug der bundesräthlichen Bestimmungen aushängen. Zu bekommen find diese bei jedem Buchbinder. . 100. Nein. gefl. das Kouvert und den Katalog. stunde. Deutsches Schulwesen im Vergleich mit dem ameri fanischen. Ueber das deutsche Schulwefen auf der 28 elt ausstellung in Chitago machte der Direktor der Elisabethschule, Profeffor Dr. Wähold, Kommissar der preußischen Scherer. Da wir die Phrasen und banalen Schimpfwörter Unterrichtsverwaltung in Chikago, im Berliner Lehrerverein interessante Mittheilungen. An der deutschen Unterrichts- Ausgestrichen haben, begreifen wir Ihre Erregung. Wollen Sie uns bei Schröder, Wiesenstr. 39.- Neue Zeit, Abends 8% Uhr, Boyenstr. 40, bei Gieshott.Süd- Ost, bei Zoltsdorf, Gorauer- und Görligerstraßen Ecte. stellung war außer Preußen nur noch Württemberg( mit einer aber in Zukunft mit Ihren Flegeleien verschonen! Iub ber Freunde bet Gnadt, Eminemünderstraße 120. Sammlung) nennenswerth betheiligt. Die Amerikaner waren H. H. B. Sprechen Sie zwischen 71/2 bis 82 Uhr Safene lever, Abends 8½ Uhr, Restaurant Bischof, Baumschulenweg über diese deutsche Abtheilung sehr erstaunt und hatten nur ein Abends vor. Treptow. Sozialistischer Lese- und Distutirtlub Abends 8 Uhr, Reichenbergerstr. 157, Sigung. Distutivtlub3eitgeist jeden Urtheil: das der Anerkennung. Allerdings schien es, als ob die Die Durchfeuchten in der Oberlausit. Senden Sie uns Donnerstag nach dem 1. und 15. des Monats bei Tempel, Langeftr. 65, Abends Amerikaner in zwei Punkten den deutschen über" wären: im 8% Uhr. Diskutirklub" Gleichheit"( Weißenfee) bet flebs, Char: Beichnen und in der Selbständigkeit des Gebrauches der Sprache F. P. Sch. Kommen Sie mit dem Vertrag in die Sprech lottenburger- und Noeltestraßen Ede, Abends 8% Uhr.- August Geib Sie waren außerordentlich ver Abends 9 Uhr im Restaurant Zubeil. Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. Alle Menderungen im wundert darüber, daß mit dem Wachsthum Berlins auch D. 3. 31. Die Sprechstunde ist jeden Abend von 712 bis Bereinskalender find zu richten an Friedr. Kortum, Manteuffelftr. 49, D. 2 Er die Fürsorge für das Gemeindeschulwesen Hand in Hand 81/2 11hr. Donnerstag. Uebungsstunde Abends 9 Uhr. Aufnahmej neuer Mitglieder. St. Urban, Annenftr. 9, bei Prog.- kornblume, Gr. Frankfurterstr. 133 gegangen ist. In Chikago dagegen sind aus Mange I an Seppl. 1. Ja. 2. Nein. b. Gold. Frühlingsluft, Bülowstr. 59, bei Werner. Brezelfclub, Schulen und Lehrern heute noch etwa 60 000 Kinder ungeschult! Annenfir. 16, bet Ehrenberg.- Weiße Rofe. Reinickendorf, Seeschlößchen bei Große Bewunderung entlockte den Amerikanern die Karte über Böttcher.--Morgenroth 1, Rummelsburg, Berlinerstraße 9, bei Friesede. die Erfüllung der Schulpflicht. Diese Karte weist nach, daß 1871 Dorf glödlein, Wilmersdorf, Berliner- und Auguftftr.- Ecke bei Schulz. Einigkeit( Sutmadier), Pappel- Allee 3/4. b. A. Meinhardt.- Harmonie, 4464 906 Kinder, und daß im Jahre 1891 5 401 566 Kinder in Tempelhof, Dorfstr. 10, bei Gerth. Ost- und Westpreußischer Männer= Gefangverein, Neue Königstr. 73, bei Sahn.-Edelweiß 2, Potsdami Preußen die Schule besuchten. Während vor 23 Jahren noch Der Gesammtauflage der heutigen Nummer liegt ein Brandenburger Kommunitation 16 bei Glaser. Borax, Reichenberger- 10 783 Rinder dem Unterricht widerrechtlich entzogen waren, sind firaße 134 bet Schult. Freie Sänger, Krautstraße 6, bei Rudolf. es im Jahre 1891 von den ganzen 5 401 566 Kindern nur 945 Zirkular der Firma J. H. W. Die in Stuttgart über Butunft 3, Belten, bei W. Grunow. Kreuzberger Har Kinder gewesen. Man mache sich die Bedeutung dieser That nene Verlagsunternehmungen dieses rührigen Verlages, monie, Hafenhaide 52-53, Kurth's Salon. Morgengrauen,( Bäcker), 4-5 Uhr Nachm, Röntgstr. 73 bei Hahn. Steinfeger- Sängerch or fache flar: es ist einem Staate gelungen, die allgemeine SchulRuftanten Allee Mr. 28 bei Matwald. Stedes Gho, Reichenberger: pflicht so durchgreifend zu gestalten, daß durch die Maschen dieses so über die Neuauflage von Liebknecht's Fremdwörterbuch ftraße Nr. 24 bei Tauschte. Borwärts Charlottenburg, Bismard- Neges fast niemand mehr schlüpfen kann; die wenigen, denen es und über die illustrirte Ausgabe von Lifsagaray's GeStraße 80. Abendroth in Deutsch Wilmersdorf bei Mölter. Gesangverein der Studateure Berlins und Umgegend, Seydelftr. 30 bei gelingt, sind meist Kinder von Flußschiffern, umher ziehenden schichte der Kommune, bei. Die neue Religion. 1 Begründung und Entwurf einer Religion der Zukunft. Von einem Ungenannten. Preis 50 Pf. 2. Auflage. Soeben im Verlage von Gebr. Harz, Altona( Elbe) erschienen. Jeder, der Interesse an der Neugestaltung unseres religiösen und wirthschaftlichen Lebens hat, sollte es als eine Ehrenfache betrachten, diesem Buche Beachtung und Verbreitung zu verschaffen. Buchhandlung des Vorwärts" Berlin SW., Beuthstr. 2. Neu erschienen: Internationales aus dem„ Volksstaat" Bon Friedrich Engels. 72 Seiten 8° Prris 30 Pf.- Wiederverkäufer Rabatt. Die Broschüre enthält u. 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