Nr. 248.- 31. Jahrg. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Breis pränumerando: Vierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 R., wöchentlich 25 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Bfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage„ Die Neue Welt" 10 Pg. Bost 9( bonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in die Post- Zeitungs Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2,50 Marl, für das übrige Ausland 4 Mart pro Monat. Postabonnements nehmen an: Belgien, Dänemart, Solland, Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz. Ericheint täglich. Vorwärts Berliner Volksblaff. 5 Pfennig Die Infertions- Gebühr Beträgt für die sechsgespaltene Kolonel geile oder deren Raum 60 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Bereins. und Bersammlungs- Anzeigen 30 Pfg. ,, Kleine Anzeigen", das fettgedruckte Wort 20 Big.( zulässig 2 fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 10 Big. Stellengesuche und Schlafstellenan zeigen das erste Wort 10 Pfg., jedes. meitere Wort 5 Bfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 11hr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm- Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutfchlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt Morigplatz, Nr. 1983. Freitag, den 11. September 1914. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt Morikplatz, Mr. 1984. Erfolgreiche Angriffe auf die Bosition von Berdun. Die Ruffen in Ostpreußen geschlagen. Großes Hauptquartier, 10. September. 10 Uhr 44 Min.( W. T. B.) Der deutsche Kronprinz hat heute mit seiner Armee die befestigte feindliche Stellung südwestlich Verdun genommen. Teile der Armee greifen die südlich Verdun liegenden Sperrforts an. Die Forts werden seit gestern durch schwere Artillerie beschossen. General von Hindenburg hat mit dem Ostheer den linken Flügel der noch in Ostpreußen befindlichen russischen Armee geschlagen und sich dadurch den Zugang in den Rücken des Feindes geöffnet. Der Feind hat den Kampf aufgegeben und befindet sich in vollem Rückzug. Das Ostheer verfolgt ihn in nordöstlicher Richtung gegen den Njemen. Der Generalquartiermeister von Stein. deutschen Grenze vorgeschobenen Punkt des Festungsdreiecks die Befestigungen von Verdun und dem Sperrfortgürtel südVerdun Toul- Nancy. Diesem Festungsdreieck lich der Festung. Ob andere deutsche Armeen an anderen tommt jegt eine wesentlich andere Rolle zu, als sie ihm von Punkten des oben geschilderten Dreiecks im Stampfe stehen, den Franzosen bei der Erbauung zugeschrieben war. Stein geht aus der kurzen Meldung nicht hervor, ist aber anzuStaat Europas hat für den Ausbau der Festungen so schwere nehmen. Es hat sich nicht begnügt, Opfer gebracht wie Frankreich. Westlicher Kriegsschauplah. Eine Schlacht in der Nähe von Paris. Großes Hauptquartier, 10. September.( W.T.B.) Die östlich Paris in der Verfolgung an und über die Marne Verdun selbst ist eine Festung ersten Ranges. Jin norgedrungenen Heeresteile sind aus Paris und zwischen einzelne Grenzfestungen zu bauen, wie sie Deutschland an Westen und Often begleiten Höhenzüge das Tal der Maas, Meaux und Montmirail von überlegenen Kräften an- Meg, Diedenhofen und Straßburg besist, sondern es hat im Osten zieht sich ein wenige Stilometer breiter, meist begegriffen. Sie haben in schweren zweitägigen Kämpfen den ganze zusammenhängende Ketten von Lagerfestungen und waldeter Rücken hin, der nach der Ebene von Woëvre abfällt. Gegner aufgehalten und selbst Fortschritte gemacht; als der Sperrforts errichtet. Die nordöstliche Kette ist nach Fall der Dieser Rücken ist in der Front in zwei Linien durch mehrere Anmarsch neuer starker feindlicher Kolonnen gemeldet wurde, Feftung Maubeuge vollständig in den Händen der Deutschen. Forts und andere Befestigungsanlagen stark verschanzt. ist ihr Flügel zurüdgenommen worden. Der Feind Der wichtigste Teil der gesamten östlichen Befestigungslinie Auf den Höhen westlich von Verdun liegen im Norden folgte an teiner Stelle. Als Siegesbeute dieser Kämpfe sind wird aber dargestellt durch die Befestigungen an den Fluß- die starken Forts de Marne und des Bois Bourrus bisher fünfzig Geschütze und einige tausend Gefangene ge- läufen der oberen Mosel und der mittleren Maas. Hier sind und in der Mitte die Werke des Sartelles ausgebaut die beiden Gruppen Toul- Verdun- Nanch dem du Regret mit vorgeschobenen Batterien, im Süden deutschen Lothringen gegenüber, Belfort und Epinal die Forts de Landrecourt und de Dugny. Redouten dem Elsaß gegenüber. Dichte Ketten von Sperrforts ver und eingebaute Batterien, Infanterieunterstände usw. knüpfen diese Festungen untereinander und schließen jede füllen den Raum zwischen den einzelnen Werken. Auf die Bahn, jede Straße, jeden Uebergang. Von Toul geht diese zuletzt genannten Befestigungen dürfte der Angriff der kronSperrkette nach Osten vor und schließt Nanch ein, die große prinzlichen Armeen erfolgt sein. Auch die ganz im Süden Bahnlinie Straßburg- Paris deckend. Von Toul zieht nord- liegenden Forts de Houdainville und du Rozelliers dürfwärts eine zweite Linie von Sperrforts bis Verdun. Zwischen ten in den Angriff mit einbegriffen gewesen sein. Toul und Epinal ist eine Lüde von etwa 70 Kilometer Breite Zwischen Toul und Berdun umfaßt die Sperrfortkette offen gelassen. Südlich dieser Lücke verläuft dann von Epinal ungefähr zehn starke Ginzelwerke, die aber mit der Zeit das bis Belfort, das gegenüber Mülhausen liegt und das un- Schicksal der nordöstlichen Sperrforts erleiden dürften. mittelbare Ausfalltor nach Oberelsaß bildet, eine dritte Fortmeldet. Die westlich Verdun kämpfenden Heeresteile befinden sich in fortschreitendem Kampfe. In Lothringen und in den Vogesen ist die Lage Auf dem östlichen Kriegsschauplas hat der Kampf wieder begonnen. unverändert. Der Generalquartiermeister v. Steiu. Berlin, 10. September.( W. T. B.) Seine Königliche Hoheit Prinz Joachim von Preußen ist gestern durch einen Schrappnellschuß verwundet worden. Die Kugel ging durch den rechten Oberschenkel, ohne den Knochen zu verlegen. Der Prinz fette, die von Belfort südwärts über Montbéliard bis zur * * wurde, Die und war als Ordonnanzoffizier auf dem Gefechtsfelde tätig gewesen. Schweizer Grenze führt. Der strategische Gedanke der Nicht minder wichtig ist, was der Generalstab vom öst. Er ist in das nächstliegende Garnisonlazarett übergeführt worden. maßgebenden militaristischen Kreise Frankreichs ein lichen Kriegsschauplaze meldet. Wir ersehen daraus, Gedanke, der bor allem bon Jaurès bekämpft daß in Ostpreußen seit mehreren Tagen eine große Schlacht im ivar, geschützt durch diesen Fortgürtel Die Schlacht, die der Generalstab meldet, hat ungefähr die eigene Mobilisierung ungestört zu vollziehen. Gange war und daß es sich dabei um sehr starke russische Streit70 bis 80 Stilometer östlich von Paris stattgefunden und Rücke zwischen Epinal und Toul sollte die französische Offensiv von Hindenburg, der vielleicht in einem großen Flankenangriff kräfte gehandelt haben muß. Der Sieg des Generalobersten scheint sich auf einem verhältnismäßig breiten Raum abgespielt armee füllen. Das ergab nach der Meinung der Franzosen den linken russischen Flügel aufgerollt und geschlagen hat, bezu haben. Daß der deutsche Vorstoß angesichts starter feind eine Verteidigungsstellung, die kein deutsches Angriffsheer droht die Rückzugslinien des russischen Zentrums und rechten licher Streitkräfte zum Stehen gebracht wurde, hat für die durchstoßen konnte. Und in der Tat hat ein großer Teil der Kriegslage nur wenig zu bedeuten, zumal wenn man sich zu deutschen Streitkräfte den Umweg über Belgien genommen. Flügels und wird dadurch die ganze russische Armee zun Die Franzosen aber vollzogen programmmäßig ihre Dffensive aus dem Fortgürtel in Französisch- Lothringen und holten sich der Annahme berechtigt glaubt, daß gegen Paris zurzeit nur cinige Heeresteile der Armeen des deutschen rechten Flügels operieren. Der Hauptteil dieser Armeen dürfte nach vollzogener Schwenkung auf dem Lothringischen Opeihre Niederlagen. Die artilleristische Ueberlegenheit der deutschen InvasionsBurückgehen zwingen können. Allerdings läßt die überaus Rückschlüsse auf Beginn, Verlauf und Ausgang der Kämpfe in knappe Meldung des Generalquartiermeisters nur sehr wenig Ostpreußen zu. Bordeaux, 10. September. Ein gestern vormittag zurationsabschnitt eingesetzt werden, wo sich in armeen wird wohl auch dem Feitungsgürtel Verdun- Toulnächster Zeit der zweite der zweite Aft des Kampfes gegen Nancy- Epinal viel von seinem Verteidigungswert nehmen. Zeit Frankreichs letter Mannschaftserfah. Frankreich abspielen wird. Erst von dem Ausgange der wird der Stampf hier in dieser Gegend noch kosten. So schreibt Stämpfe in Lothringen dürfte der weitere Verlauf des Krieges heute General z. D. v. Blume:„ Aber immer aufs neue fammengetretener Mini sterrat unterbreitete dem Präsidenten abhängen. Erst wenn die französischen Armeen mit ihren muß daran erinnert werden, daß der Weg zum Ziele noch Boincaré zur Unterschrift einen Erlak, durch den diejenigen starten Stützpunkten Nancy, Toul, Epinal und Verdun aus weit ist, daß wir erst am Anfang der Opfer und Leiden stehen, Männer, die bisher dienstuntauglich oder zurückgestellt waren, Lothringen verdrängt sind, wird man mit einer großzügigen die wir noch zu tragen haben werden, damit das Ende des aufgefordert werden, sich einer neuen ärztlichen Untersuchung zu Einschließung von Paris rechnen können. Dann wird sich auch Strieges seinem Anfange entspreche. Die Gefahr, daß dies unterziehen. Diejenigen, die als diensttauglich befunden werden, entscheiden, ob daneben noch ein langwieriger Volks- und nicht genügend scharf im Auge behalten werde, ist besonders Erlaß nicht stellen, werden als diensttauglich angesehen werden. Stleinfrieg in Mittel- und Südfrankreich geführt werden muß. deshalb so groß, weil wir durch den ununterbrochenen Sieges. Daß wir solche Kriegsmöglichkeiten im Intereſſe des deutschen Tauf von 1870/71 verwöhnt sind. Wie sehr, das geht recht Pariser Vorbereitungen für die Belagerung. wie des französischen Volkes bedauern, haben wir schon mehr deutlich aus der vor kurzem vernommenen Klage hervor, es mals betont. Und wir können nur wiederholen, daß die sei doch bisher noch nicht gelungen, auch nur eine feindliche friedliche Stulturarbeit beider Nationen und nur durch diese Armee zur Rapitulation zu zwingen." fann das Glück und der Fortschritt der Völker gedeihen durch einen gegenseitigen Vernichtungskrieg auf Jahre hinaus Tahmgelegt wird. sollen unverzüglich ausgehoben werden, diejenigen, die sich nach dem Die Frankfurter 8tg." meldet aus Paris: Paris fährt fort, sich auf die Belagerung vorzubereiten. Fortwährend trifft frisches Vieh in Paris ein, das in den Parks auf die Weide geschickt wird. Auch werden große Mengen von Futtermitteln aufgestapelt. BeDas gestern abend um 1 Uhr eingetroffene Telegramm fondere Sorgfalt wenden die Behörden darauf, dem eingetretenen Der Name Nancy repräsentiert den Hauptpunkt auf des Generalquartiermeisters lüftet ein wenig den Schleier, Milchmangel abzuhelfen. Alle Personen, die sich auf Viehversorgen dem Lothringischen Operationsabschnitt. Dabei handelt es sich der bisher über den Kriegsereignissen im lothrin- und Welten verstehen, werden aufgefordert, sich zur Arbeit zu selbstverständlich nicht um die Stadt im engeren Sinne. gischen Operationsabschnitte hing. Wir erfahren melden. Sodann wurden zwei Millionen Kilo kanadisches und Nancy bildet den am weitesten nach Osten, also nach der daraus zunächst nur von Angriffen der Kronprinzen- Armee auf largentinisches Gefrierfleisch bezogen. Um die besonders große Not Die von der döutedien Heeresvcrwalf-ung ve> befangenen besdilagnahmfen Dum-Dum(beschösse. Tie obigen Abbildungen, die den Zeitungen zur Ver- fiigung gestellt wurden, zeigen die mörderischen Geschosse, über die wir in einem Artikel der gestrigen Nummer Näheres mitgeteilt haben. Abgesehen von der Völkerrechts- widrigen Anwendung dieser Geschosse und der damit ver- bundenen Barbarei, der sich kein Kulturvolk schuldig machen sollte, bedeutet die Verwendung derartig präparierter Patronen eine taktische Duimnheit. Man kann nicht recht verstehen, wie eine Heeresleitung, die doch genau weiß, daß solche Geschosse im Feuergefecht höchstens auf eine Ent- fernung von 800 Metern mit Aussicht auf Treffsicherheit verwendet werden können, ihren Truppen diese minderwertige Munition mitgibt. Denn im modernen Kriege muß das Jnfanteriegefccht nicht allein auf nahe Entfernungen (bis zu 800 Meter), sondern sehr häufig auch auf mittlere Entfernungen(bis zu 1200 Meter) durchgeführt werden; ganz zu schweigen von den großen Ent- fernungen über 1200 Meter, wenn große Ziele zu beschießen sind. Eine mit Dum-Dmn-Geschossen ausgerüstete Jnfan- terie würde also für den modernen Krieg einen recht zweifel- haften Wert haben. der geistigen Arbeiter jeder Art, denen alle Verdienstmöglichkeit ge- nommen ist, einigermaßen zu lindern, hat man für diese Kate- gorie eine Freispeisehalle mit Lesesaal eröffnet. Der Auszug der Regierung aus Paris erfolgte so schnell, daß ganze Kisten Akten vergessen wurden. Die Haupttore der Ministerien sind verschlossen. Einige wenige Beamte begeben sich aus Gewohnheit durch Neben- eingänge an ihre bisherige Arbeitsstätte, um nicht allein in den von ihren Familien verlassenen Wohnungen zu sitzen. Ein öeutsches Dementi. Amtlich. Berlin, 10. September.(W. T. B.) Die „Times" vom 3. September schreiben im Bericht über Löwen, daß am 29. August in Lüttich 330 englische Gefangene er- schössen wurden, da sie Tum-Dum-Geschqsse besaßen.— Tie Nachricht ist erlogen. Ein russisches Dementi. London, 10. September.(W. T. B.) Der russische Bot- schafter in London dementiert die Nachricht, daß russische Trltppen in Frankreich an Land ge- setzt seien. vom österreichisch-russischen Kriegsschauplatz. Der Kampf um Lemberg. Ans dem österreichischen KrieoSp»essegnartier kommt die Meldung: Im Gebiet von Lemberg ge!� ver von österreichischer Seite mit größter Energie anfcs�vmmcne Offensivkampf gegen die dort konzentrierte russ? che Hanptarmce weiter. Nähere Mitteilungen werden vom' Hauptquartier vor der Entscheidung der Schlacht nicht ausgegeben. verunglückte Zlieger. Wien, 9. September.(W. T. B.) Die beiden Fliegeroffiziere, Oberleutnant Flassig und Leutnant Wolf haben auf dem nördlichen Kriegsschauplatz in Erfüllung ihres Fliegerberufes den Heldentod gefunden, Der Seekrieg. Die deutsche Ilotte in üer(dsisee. Berlin, 10. September. Ungehindert geht in der Ostsee die Schiffahrt au den deutscheu Küsten vor sich, und die deutscheu Kriegsschiffe stoßen bis iu den Bottuischeu Meer- busen vor. Dort haben sie einen russischen Handelsdampfer aufgebracht und versenkt. Die vorher au Bord genommeneu Passagiere und die Besatzung wurden in einem deutschen Hafen au Land gesetzt und soweit sie feindlicher Nationalität waren, als Kriegsgefangene festgehalten. Ein gesiranüeter englijcher Hilfskreuzer. Londo», 10. September. Nichtamtlich.(W. T. B.) Die Admiralität gibt bekannt: Der als Hilfskreuzer armierte Dampfer „O c e a n i c" von der White-Star-Linie hat gestern nahe der Nord- küste von Schottland Schiffbruch gelitten. Der Dampfer ist voll- ständig verloren. Alle Offiziere und Mannschaften wurden gerettet. Ein holländisches Schiff von den Engländern gekapert. Amsterdam, 9. September.(W. T. B.) Das„Handels- blad" meldet: Der Dampfer„Zuiderdyk" von der Holland-Amerika-Linie ist auf der Fahrt von Philadelphia nach Rotterdam von den Engländern aufgebracht und nach einem irischen Hafen geschafft worden. Der Krieg unö öle Kolonien. Die Walsischbai von Deutschen beseht. Deutsche Truppen besetzten die Walfischbai in Südwest- afrika. Tie britische Regierung bemerkt dazu, die Bai könne leicht wieder gewonnen werden, sobald die siidafri- kanische �Regierung ihre Vorbereitungen beendet hat, in Deutsch- �üdwestafrika einzufallen. Englische Verwaltung auf Samoa. Amtlich. B e r l i«, 10. September.(W. T. B.) I« Samoa haben die Engländer nach der am 29. August vollzogene« Besitz. ergreifung eine provisorische Berwaltung eingerichtet. Einzelheiten fehlen noch. ?apansvergeblicheRechtfertigungsverfuche. Die»Norddeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt: In einem Interview soll der japanische Botschaftsrat in Rom einem Vertreter der»Stampa* gegenüber erklärt haben, der Krieg zwischen Japan und Deutschland sei dadurch ent- standen, weil Deutschland der japanischen Regierung die— nicht in Form eines Ultimatums verlangte— Zusicherung verweigert habe, daß das deutsche Geschwader Frieden und Handel nicht durch kriegerische Operationen stören werde. Die Kriegserklärung Japans sei daher zum Schutze seiner Interessen und zur Verhinderung der Lahmlegung seines Handels nötig geworden. Dieser Versuch einer Rechtfertigung des japanischen Vorgehens gegen uns stellt die Wahrheit geradezu auf den Kopf. Bon japanischer Seite ist«in Verlangen, wie da? von dem japanischen Botschaftsrat behauptete, vor Ueberreichung des Ultimatums an Deutschland>i i cki t gestellt worden. Umgekehrt ist aber dem japanischen Geschäftsträger in Berlin gerade von deutscher Seite— und zwar vor Ueberreichung des japanischen Ultimatums— in Aussicht gestellt worden, daß das deutsche Ge- schwader in Ostasien Befehl erhalten werde, sich feindseliger Hand- lungen in den ostasiatischen Gewässern zu enthalten, falls Japan in dem deutsch-englischen Konflikt neutral bleibe. Hierauf ist von japanischer Seite eine Antwort überhaupt nicht erteilt worden. Hierdurw wird zugleich die nach englischen Meldungen von dem japanischen Minister des Aeußern, Kalo, in der außerordentlichen Sitzung des japanischen Parlaments vom K. d. M. aufgestellte Be- hauplung widerlegt, wonach es die Absicht Deutschlands gewesen sei. Kiauischou zur Basis seiner Kriegsoperationen im fernen Osten zu machen. Japanische Kriegskreöite. Tokio, 9. September.(W. T. B.) Das Oberhaus be- willigte einstimmig die Kriegskredite in Höhe von 53 M i 1 1 i o- nen Den(etwa 106 Millionen Mark). wie falsche /lnfchauungen ent- stehen. Der angebliche Neutralitätsbruch öelgiens. Offen hat der Kanzler in der Reichstagssitzung vom •i. August erklärt, daß»vir die belgische Neutralität verletzt hätten. Gewisse Leute aber können es nicht lassen, päpstlicher als der Papst zu sein, und entdecken immer von neuem, daß Belgien eigentlich schon vor uns wider das Völkerrecht gehandelt habe. So berichtete am letzten Sonntag der Schriftsteller Dr. Paul Grabein im„Berl. Tageblatt" in einem Aufsatz über die deutsche Militärverwaltung in Brüssel: „Noch etwas Bielbedeutsameres erfuhr ich in Brüssel. Ein Deutscher, der in den fraglichen Tagen sich in Brüssel aufhielt, und der- fünfzehn Jahre in Paris ansässig- das französische Mlitär in seinem Aussehen ganz genau kennt, versicherte mir folgendes, wa» er jederzeit zu vertreten bereit ist: Am Morgen dcS 3. August, also noch am Tage vor Ablauf des deutschen Ultimatums an Belgien. erzählten ihm Bekannte, daß sie früh am Südbahnhof in Brüssel französisches Militär gesehen hätten. Da ihn, dies ganz unglaublich vorkam, ging mein Gewährsmann nachmittags um 3 Uhr selbst dorthin und sah nun in der Tat, daß auf dem Platz vor dem Bahnhof zwei französische Jnfan terie- Rc- gimenter lagen. Und eine gleiche Wahrnehmung ist an ganz anderer Stelle Belgiens von einer jungen deutschen Gouvernante gemacht worden.... Ich kann die Namen und Adressen dieser beiden Zeugen init ibrer Einwilligung jederzeit namhaft macken. Diese beiden Bekundungen beweisen also klar, daß von belgischer Seite noch vor Ablauf unseres Ultiniatums die Neutralität tatsächlicb schon längst gebrochen war. indem man französische Truppen nach Belgien hatte einrücken lassen." Am Donnerstag sah sich inzwischen aber das„Berliner Tageblatt" genötigt, zwei Zuschriften Raum zu geben, die der Entdeckung des Herrn Dr. Paul Erabcin, die er mit so viel Pathos vortrug, ein geradezu komisches Aussehen geben. In der ersten wird festgestellt: „DaS deutsche Ultimatum ist Sonntag, 2. August, abends 7 Uhr belgischer Zeit, dem belgischen Auswärtige» Amt überreicht worden und verlangte eine Antwort bis Montag, 8. August, früh 7 U h r. Da die belgische An!- Wort Montag früh gegen 4 Uhr bereits in ablehnendem Sinne von Paul HeymanZ, dein neuen Minister, redigier! wurde, ist die Anwesenheit von französisckcm Militär am Montag, 3. Angnst, nachmittags, keine Tatsache, die den Beweis er- bringt, daß von französischer Seite die Neu- tralilät gebrochen wa r." Die zweite Zuschrift lautet: »Dr. Grabein muß von einigen Uebereifrigen und allzu Scharfsichtigen in seinem ehrlichen Bestreben, alle Umstände der französisch-belgistbcn Entente schon vor Ausbruch des Krieges fest- zustellen, irregeführt worden sein. Seine Zeugen für die Be- Häuptling, daß am 3. August auf dem Platze der Gare du midi in Brüssel französische Infanterie, sogar in Stärke von zwei Regimentern, gelagert habe, können das im- möglich selbst gesehen haben. Der Zufall hat es nämlich gewollt, daß ich auf der Flucht aus Paris am 2. August mich zerade unmittelbar neben diesem Platze in der Rur de Lrusse oder Pruhsen Straat, Nummer 6, einquartierte und bis um letzten Augenblick der Möglichkeit für einen Deutschen, lämlich Dienstag, 4. August, nachmittags, dort blieb. Am 3. August hatte ich von frühmorgens bis spät abends iortwährend bei Gängen zu Bekannten, bei Nachforschungen über nie Lage usw. den betreffenden Play zu passieren. Dieser, der auf einer Seite von Baugerüsten für Fortführung einer Art Ver- bindungsbahn aus Viadukten und auf der Boulevardlinie von einem JahnnarktSbudengewünmel völlig verstellt war, wurde am 3. August von den belgischen Remonte'ommissionen ganz in Anspruch genominen, die sich auf ihm die grotcskesten Gäule vorführeiz und sie in allen möglichen Gangarten ver- suchen ließen. Diesem Schauspiele ivohnte ich beim Vorüber- gehen zu verschiedenen Tageszeiten bei. Wenn da irgendwelche französischen Soldaten auch in geringfügigster Zahl gelagert hätten, wäre mir das sicherlich nicht entgangen, geschweige denn jzar in Stärke von zwei Regimentern. Auch bis zum 4. des Nachmittags waren dort, wie anderweitig in B r ü s s e l, keine französischen Uniformen zu erblickeu, wofür ich einstehen kann, da ich aus begreiflichen Gründen die ganze Stadt vom Bois de la Combre, dem Justiz- Palast, der Rue Haute bis zum Nordbahnhof durchstreiste." Diese Gegenüberstellungen lehren, wie vorsichtig man mit allen Beteuerungen, die sich auf militärische Fragen und Vor- gänge beziehen, sein muß— selbst wenn sie von Männern mit bekannten Namen kommen und so sicher auftreten, daß Widerspruch als Vermessenheit erscheinen möchte. Krieg unö Kultur. Man kann es keinem verdenken, wenn er auch während des Krieges bemüht ist, sich sein Einkommen zu sichern und Geschäfte zu seinem Vorteil zu machen. Unsere Zeit verlangt nun einmal dies Geschäftcmachen. Häßlich aber wird es, wenn der Krieg ausgenutzt werden soll, um Sonder- Profite herauszuschlagen und womöglich noch gerade auf Kosten derjenigen, denen der Krieg schon so- wieso die schwer st en Opfer auferlegt. Wenn gewisse Hausfrauen, deren Bezüge durch den Krieg nicht im geringsten geschädigt werden, jetzt Plötz- lich von ihren Dienstmädchen verlangen, sie sollen fortan umsonst arbeiten oder den Dienst verlassen, wenn Hutgeschäfte, wie es geschehen ist, auf Trauerhüte einen „Kriegszuschlag" von 10 Proz. ankündigen, oder die Verbands- stoffabrikanten gar auf ihre Waren einen Extraaufschlag von 30 Proz. legen, ohne daß dafür ein sachlicher Grund an- geführt werden könnte, so heißt das doch die Not der Zeit in einer Weise ausnutzen, die aufs schärfste gebrand- markt zu werden verdient. Nicht weniger häßlich freilich ist es, wenn das, was reine G e s ch ä f t s s a ch e ist, sich als besondere patriotische Leistung gebärdet. Die Reklame mit Selbstverständlichkeiten spielt auf dem Felde der Wohltätigkeit eine wenig erfreuliche Rolle. Und ebensowenig erfreulich itt es, wenn'ein Direktor der Firma Krupp sich hinstellt, um in einer Rede sein Geschäft, die Kanonenleistungen der Firma in dem gegenwärtigen Krieg als patriotische Tat zu feiern. Gewiß, die großen 42-Zentimeter-Geschütze wurden bei Krupp gebaut; aber sie wurden der Firma gewiß auch„ehrlich" be- zahlt; sicherlich, Krupps Kanonen helfen unseren Soldaten; aber Tausende wurden doch auch hingestreckt von Kugeln, die aus den Krupp- Kanonen der Feinde kamen. War schon die Rede des Herrn Direktors Hugenberg zu Ehren der Firma Krupp wenig am Platze, so erst recht die Lobeshymne, die Herr Maximilian Harden nicht unterlassen konnte. der Firma in der letzten Nummer seiner„Zukunft" anzustimmen; erinnert doch Herr Harden ausdrücklich an die„Affäre Krupp" vor einem Jahre und meint, nun„müsse manche Zunge Oeffentlicher Meinung" der Firma„allerlei böse Worte abbitten".„Wir wollen auf Krupp stolz sein. Wir dürfen. Den hat kein anderes Land. Den läßt Deutschlands Volk nie wieder verschreien."— Die Technik Krupps in allen Ehren. Die hat auch die Sozialdemokratie nie verleugnet. Aber die Methoden der Firma, um..ins Geschäft zu kommen", die kann kein Krieg und keine Kriegsbegeisterung reiner waschen, als sie es nach der gericht- lichen Feststellung nun einmal sind.» Anderen wieder erscheint der Krieg als gutesMlttel, lästige Konkurrenz loszuwerden; sie appellieren an den Patriotismus— besser wäre in diesem Falle schon: Chauvinismus— des Publikums und stacheln ihn auf, um damit ein Stückchen Geld zu verdienen. Dieses patriotische „Kauft nicht in ausländischen Geschäften!" wirkt um so grotesker, ivenn man es in Blättern findet, die— man nehme nur die„Deutsche Konfektion" zur Hand!— sich nicht scheuen, in der gleichen Nummer seitenlang Inserate st an- zösischer und belgischer Geschäfte zu bringen Die Absicht, unter dem Mantel des Patriotismus' nur selbst Geschäfte zu machen, lvird um so aufdringlicher, wenn sich der Appell gegen bestimmte, namentlich genannte Firmen richtet, wobei dann womöglich noch— große ZeitungSinserate bürgerlicher Blätter legen in diesen Tagen Zeugnis dafür ab— ein langer Kampf darum entbrennt, ob eine Firma, deutsche Tochtergesellschaft eines englischen Unternehmens, wirklich als„feindlich" zu bezeichnen ist oder nicht. Das Kapital hat sich, solange es Frieden und ihm prositlich war, stets mit Entrüstung ge- wehrt gegen die Auferlegung irgendwelcher nationaler Schranken; auch das deutsche! Es hat stets und gerne Zins und Dividende im Ausland gesucht. Jetzt plötzlich wird es„national". Denn jetzt ist das profitlicher.... Mag man die patriotischen Aufrufe gegen auswärtige großkapitalistische Firmen immerhin noch mit einem gewissen Humor betrachten, so muß es schmerzen, wenn sie � sich gegen Kleine und Kleinste richten. Der„Vorwärts hat bereits berichtet von dem Boykottbeschluß, den eine An- zahl Theaterleute gegen ein paar ihrer Kollegen faßte, weil diese, arme Choristen und Choristinnen, russischer Abstammung sind. Zu gleicher Zeit ging durch die bürgerliche Presse die Mitteilung, daß der„Verein Berliner Schnittblunienhändler" eine patriotisch- entrüstete Eingabe an den Magistrat gerichtet habe mit der Forderung, er möchte fünf armen Blumen- Händlern sofort ihre Stände in der Markthalle kündigen, die- weil jene Händler, zun, Teil seit 25 Jahren Mieter ihrer Plätze in den städtischen Markthallen, vergaßen, sich bei uns naturalisieren zu lassen. Alle Einwände nützten den armen Teufeln nichts, und sie„mußten sich schließlich", so schreiben die Blätter,„damit zufrieden geben, daß die Markthallen- direktion nicht sofort von ihrem Hausrecht Gebrauch ge- macht hatte... Nur wenige werden sich Wohl verhehlen, daß der Kon- kurrenzneid die letzte Triebfeder der Blumenhändlerein- gäbe war. Aber angenommen auch, bei diesem und jenem, der sie unterzeichnete, hätte wirklich die Erregung über die fremde Nationalität der Konkurrenten den Ausschlag gegeben,— wie eng und kurzsichtig auch das! Denn was können wohl jene armen Blumenhändler oder auch jene paar Choristen und Choristinnen dafür, daß die Russen, Franzosen oder Belgier mit uns in Krieg geraten sind! Was verbrachen sie, das sie jetzt mit ihrer Existenz biißen sollen? freilich, jene aufgeregten Theaterleutchen und Blumen- Verkäufer, die ihre patriotische Entrüstung wider die Konkurrenz schickten, hatten ja Vorbilder unter jenen, die sich zur geisti- gen Elite unseres Volkes zählen. Auch Professoren haben ja geglaubt, den; Vaterlande zu dienen, indem sie Hals über Kopf der Wissenschast des Auslandes den Stuhl vor die Türe setzten. Wir führen den Kampf fiir die deutsche Kultur — die Arbeiterklasse wenigstens ist nicht gewillt, ihr Blut für anderes zu opfern—: Und unterdessen erniedrigen gewisse Träger dieser Kultur sie so zum bloßen Hand- Werkszeug einer beschränkten Verärgerung s- Politik!... Leider machen staatliche Institutionen mit. Nicht nur, daß man die Ausländer genötigt hat, ihr Studium auf den deutschen Hochschulen aufzugeben. Nach einer Notiz des «Berliner Lokalanzeigers" ist auch den Schülern der Gym- nasien und Realschulen das weitere Verbleiben dort verboten worden. Selbst Sechs- und Siebenjährige müssen es also schon büßen, daß ihre„Vaterländer" mit Deutschland im Kampfe stehen. In dem verlästerten Belgien— der„Vor- wärts" berichtete kürzlich davon— demonstriert man den Kindern anders, was Bildung heißt. Schlimmer als alles aber scheint eS uns noch, wenn man drauf und dran ist, unsere Bildungsanstasten grundsätzlich für immer Ausländern zu sperren, auch wenn der Krieg längst vorüber ist.„Als ob es nicht eine innere Not- w e n d i g k e i t für den Deutschen wäre, andere Völler und Länder an seinen geistigen Fortschritten, an den Segnungen seiner Zivilisation, seinen Erfindungen und Werten teilnehmen zu lassen, sie in den Bereich seines vielgestalteten Handels zu ziehen, der Lehrmeister der Welt zu werden in Kultur und Sitte! Der Gedanke ist doch unfaßlich, daß wir jemals uns hermetisch abschließen, wie durch eine chinesische Mauer, und ersticken an unserer eigenen Fülle!..." Diese Worte, die kürz- lich ein rechtsstehender Politiker, der Geh. Admiralitäts- rat Dr. S ch r a m e i e r, gegenüber der Japanerhetze schrieb, gelten für unsere Beziehungen zu allen Völkern. Nur indem wir nach den hier gegebenen Nicht- linien handeln, können wir beweisen, daß wir e i n Kulturvolk Und. Immer wieder lesen wir in der bürgerlichen Presse von der„Läuterung durch den Krieg". Hier ist der Punkt, wo die Läuterung vielleicht am n ö t i g st e n einsetzen müßte. Sorgen wir dafür, daß die begreifliche Erregung gegen unsere Feinde uns nicht zu Barbaren macht— weder in unserer Kriegsführung noch in unserem Verhalten daheim! politische Uebersicht. Eine falsche Auffassung. Ein Teil der bürgerlichen Presse sucht die Erklärung des Partcivorstandes über den Aufruf der Internationale dahin zu mißdeuten, daß damit die Internationale sich für ab- schbare Zeit unmöglich gemacht habe. Das ist eine sehr falsche Auslegung. Die deutsche Partei hat das Be- ivußtsein, daß der internationale Zusammenschluß des Pro- letariats unmittelbar aus seiner Klassenlage entspringt, und sie hat dieses Bewußtsein unaufhörlich gepflegt. Und nie war diese Ueberzcugung lebendiger als angesichts dieser furchtbaren Katastrophe, die nicht hätte eintreten können, wenn das inter- nationale Proletariat stärker gewesen wäre. Der Parteivorstand hat. wie allgemein bekannt ist. seder- zeit in diesem Sinne die internationale Solidarität aufrechtzu- erhalten sich bemüht. Zeitungsverbote. In Köln wurde die Zensur seit jeher mit großer Schärfe gehandhabt. Die Uebcrwachung ist noch strenger geworden. seitdem vor einigen Tagen der bisherige Gouverneur von Wandel durch den General v o n H e l d ersetzt worden ist. Einer seine ersten Amtshandlungen war die Sperre der ersten Morgenausgabe der„Kölnischen Zeitung" für zivei Tage, weil das Blatt eine nicht genehme kurze militärische Notiz wiedergegeben hatte. Am Dienstag erhielt dann auch unser Kölner Parteiblatt, die„Rheinische Zeitung", folgendes Schreiben: In Nr. 203 vom 8. September 1914 der„Rheinischen Zeitung" findet fick ein Aussatz mit der Auischrift„Unser Triumph". Dieser Artikel mutz als eine Herausforderung der sogeuannten „bürgerlichen" Parteien betrachtet werden. Das Vorgehen der „Rheinischen Zeitung" kann nur die notwendige Einigkeit des deutschen Volkes stören und ist daher aufs schärfste zu verurteilen. Die„Rheinische Zeitung" wird daher für zwei Tage sDienSiag, 8.. und Mittwoch, 9. September) gesperrt. Der Artikel„Unser Triumph" entstanimte der„Wiener Arbeiterzeitung", die doch schon unter einer sehr scharfen Präventivzensur erscheint, und war von der Redaktion der „Rheinischen Zeitung" noch obendrein so gemildert worden, daß sich schwer begreifen läßt, wie er die von dem Kölner Gouverneur befürchteten Wirkungen hätte habeu sollen. An dem Vorgehen ändert wenig, daß der Gouverneur nachträglich das Verbot auf einen Tag eingeschränkt hat. Eine derartige Behandlung der Presse ist wohl erst recht nicht geeignet, die Einigkeit des deutschen Volkes aufrechtzuerhalten. Sparerlah eines ostpreuhischen Laudrats. Nach dem Geiste des Gesetzes über die Unterstützung von Familien der Kriegsteilnehmer sollten die Behörden reichlich Unter st ützungen gewähren. Leider richten sich manche Behörden danach nicht, und der Landrat des Kreises F i s ch h a u s e n in Ostpreußen geht sogar so weit, die Magistrate und Gemeindevorsteher seines Kreises an- zuweisen, die größte Sparsamkeit>v alten zu lassen. So hat er in Nr. 73 des Fischhausener Kreis- blattes vom 5. September 1914 folgende Verfügung erlassen: Bekanntmachung Nr. Sil. ES haben Personen, obwohl bei ihnen keine Bedürftigkeit vorliegt, Familienunterstützung auf Grund des Gesetzes vom 28. Februar 1888 und 4. August 1914 beantragt und sich bei dem Ortsvorstand Bescheinigungen über ihre angebliche Hilfsbedürfrigkeit ausstellen lasten. Nur wirklich hilfsbedürftige Personen, d. h. solche, welche sich ohne staaMche Unterstützung die zum not- wendig st en Lebensunterhalt erforderlichen Lebensmittel nicht beschaffen können, haben Anspruch auf Unterstiitzung. Jeder, der sich aus eigener Kraft, wenn auch nur unter größter Anstrengung nur notdürftig seinen Lebensunterhalt zu verschaffen vermag, trete zurück und laste die geringen zur Verfügung stehenden Mittel den wirklich Armen. Ich weise die Magistrate, die Herren GutS- und Gemeinde- Vorsteher au, bei Beurteilung der Hilföbcdürftigkeit einen scharfen Maßstab anzulegen. Es werden Zeiten kommen, wo bei Kälte und Arbeitsmangel die allgemeine Not bedeutend größer sein wird, als in den jetzigen Tagen der guten Jahreszeit. Für die komm ende it schweren Tage des WinterS müssen die vorhai, deneit Nüttel aufgespart iv erden. Es ist Pflicht der Ortsvorstände, durch scharfe Prüfung bei Ausstellung der Bescheinigung über die Hilssbedürfligkeit mit dazu beizutragen, dotz im jetzigen Augenblick keine Verschwendung der öffentlichen Mittel getncben werde. Zuwiderhandlungen hiergegen müßten geahndet werden. Tie Hsmn Gutsvorstehcr und Magistrate werden ersucht, vorstehende Bekanntmachung zur weitesten Kenntnis zu bringen. Fischhausen, den 3. September lSl4. Der Landrat. Diese Bekanntmachung steht im schroffen Widerspruch zu dem Geiste des Gesetzes und zu den Verfügungen des Staats- Ministeriums. Hoffentlich wird der Landrat veranlaßt, seine Verfügung wieder zurückzunehmen. Städtische Arbeitslosenunterstützung zu Halle a. S. Eine Magistratsvorlage auf Einführung einer Arbeits- losen unter st ützung aus städtischen Mitteln haben dieser Tage auch die Stadtverordneten von Halle a. S. verabschiedet. Die Unterstützung wird vom 16. September ab gezahlt, zunächst bis Ende Februar, an alle Arbeitslosen, die ein Jahr lang ununterbrochen in Halle gewohnt haben. Sie wird in Form eines Zuschlages zur gewerkschaftlichen Arbeitslosenuntcr- st ü tz u ii g gegeben. Der§ 3 des Regulativs lautet: I. Die städtische Unterstützung wird denjenigen gewährt, welche gleichzeitig eine nichtöffentliche Unterstützung(z. B. von Arbeiter- und Angestellten-Beruisvereinen, Arbeitgebern) bezieben. II. Beträgt die letztere wöchentlich für den Mann bis ein- ichlietzlich 4 M., io gewährt die Stadt ein« Unterstützung in Höhe von >90 Proz., beträgt die private Unterstützung bis emschlietzlich 6 M., io gewährt die Stadt 59 Proz., beträgt sie mehr als G M.. so werden durch die Stadt 25 Proz. Zuschlag gewährt, mit der Matz- gäbe, daß die Lffeniktche und private Unterstützung im zweiten Falle mindestens zusammen 8 M. betragen, im dritten Falle mindestens 9 M. III. Für weibliche Arbeitslose ohne Ernährer sausgeschloffen Dienstboten) beträgt die städtische Unterstützung wöchentlich 4 M IV. Für jedes Kind(unter 15 Jahren) des männlichen und weiblichen Unterstützten wird außerdem wöchentlich 1 M. gezahlt. V. Diejenigen Arbeitslosen, welche eine nichtöffentliche Unter- stützung nur aus dem Grunde nicht beziehen, weil die für den Bezug der letzteren vorgesehene Wartezeit noch nicht erfüllt ist tNichtvczugSberechiigte), oder weil die zulässige Unterstützungsdauer bereits überschritten� ist(Ausgestmierte), erhalten cme städtische Unterstützung in Höhe von Ivo Proz. der nicht öffent« lichen Unterstützung, die sie beziehen würden, wenn die vorbezeich- neten Voraussetzungen nichtvorlägen. VI. Die Summe der nicht öffentlichen und der städtischen Unterstützungen darf nicht mehr als wöchentlich 12 M. betragen. Die städtische Unterstützung wird um den Mehrbetrag gekürzt bezw. fällt ganz fort. Auch die Nichtorganisierten erhalten eine Unterstützung: ihre töhe wird nach den für die Armcnverwaltung vorgeschriebenen rundsätzcn festgesetzt. Die Höchstgrenze von 12 M. �ist nur fingiert. Denn im Regulativ ist ivciter bestimmt:„Soweit die Unterstützungen, die aus nichtöffentlichen Mitteln und seitens der Stadt ge- währt werden, zusammen nur so viel betragen, daß sie nach den Grundsätzen der Armenvcrwaltung(Mndestunterstützungs- sätze für eine vierköpfige Familie 16 Mark wöchent- l i ch) unzureichend sind, kann eine entsprechende Ergänzung seitens der Armenverwaltung erfolaen." Ferner wurde vom Magistrat zugesagt, daß auch an Arbeiter, die infolge ver- kürzter Arbeitszeit nicht mehr so viel verdienen, daß sie ihre Existenz fristen können, einmalige Unterstützungen, Miet- zuschüssc usw. von der Stadt gezahlt werden. Keine Arbeitslosen- oder Notstands- unter st ützung während der Kriegszeit soll als Armen unter st ützung gelten. Die Unter- stützung der Arbeitslosen beginnt vom 7. Tage der Arbeits- losigkeit ab. Die Kontrolle der Arbeitslosen erfolgt durch die Gewerkschaften. Oberbürgermeister Dr. R i v e, sonst ein scharfer Gegner der modernen Arbeiterbewegung, erklärte: deren Feststellungen seien sorgfältig und unbedingt zuverlässig! Die Auszahlung geschieht am städtischen Arbeitsnachweis. Der Magistrat rechnet auf Grund des gegenwärtigen Standes der Arbeitslosigkeit mit einer Mindeftausgabe von 30000 m monatlich für die Zwecks der ArbeftSkofenunter- stützung._ Gegen Hausbesitzer-Rigorositäten. In Königsberg haben, wie auch anderswo, die Hauswirte massenhaft den Familien der Kriegsteilnehmer Aufforderungen zur Mietezahlung geschickt unter Androhung, bei Nichtzahlung Exmission folgen zu lassen. Dem tritt folgende amtliche Bc- kanntmachung entgegen: Die in den letzten Tagen in weitem Umfange erfolgte Mahnung der Hauswirte um Zahlung der rückständigen Miete bei gleichzeitigem Drohen, die Mieter a uS den Wohnungen hinauszuwerfen, oder Drohe ir mit Pfändung der Möbel und Absperren des Wassers trifft zweifellos die Frauen und Kinder der Kriegs- teil nehm er auf das härteste. Zu der Sorge um daS Leben des Ernährers, zu der Sorge um Beschaffung der Lebens« mittel kommt dann noch die Sorge um die Wohnung, die die Betroffenen nur kopflos macht nnd oft der Ver- zweiflungnahebringt. Denjenigen Hausbesitzern, die vor solchen Härten nicht zurück- geschreckt sind, sollte doch bekannt sein, daß sie nicht berechtigt sind. Zwangsmatzregeln gegen die Frauen der Kriegsteilnehmer ohne iveiteres vorzunehmen. Sie dürfen die Familien weder ohne Iveiteres heraussetzen, noch ihnen ihre Möbel ein behalten. Einer Klage auf Exmission dürften die Richter auf Grund des Notgesetzes vom 4. August d. I. vor- läufig doch wohl nicht stattgeben. Und eine Grausamkeit ist es. wenn manche Hauswirte, wie glaubhaft berichtet wird, durch Drohung und peinigende Maßnahmen gegen die Frauen der Kriegsteil« nehmer versuchen, ihre bisher ganz oder zum Teil un- bezahlt gebliebenen Mieten einzubekommen. Es ist sehr erfreulich, wenn hier wieder einmal die Bc- Hörden unsere Presse in dem Kampf gegen rücksichtslose Haus- besitzer unterstützen. Es wird damit zugleich daS große V e r d i e n st anerkannt, das unsere Partciblätter sich dadurch erwerben, daß sie besonders rigorose Fälle öffentlich festnageln. Es wäre sehr zu wünschen, daß die Behörden überall in diesem Sinne wirkten. Aufgehobener Militärboykott. Das Militärverbot gegen den Volkspark zu Halle a. G„ da» merkwürbtgerweise noch durchgeführt wurde, als das Lokal vom Mklitärftskuö als Lazarett gemietet und eingerichtet war, ist jetzt aufgehoben worden._ Schwere Strafe für Verbreitung falscher Gerüchte. Ein Bergmann in Beuthen hatte erzählt, die Kosaken seien in Oberschlesien eingedrungen, hätten alle Fcrnsprcchleitungen zerstört und das Land verwüstet und dieses Gerücht hätte sich natürlich schnell verbreitet und große Aufregung verursacht. Der Schwätzer hatte sich dicserhalb vor dem Kriegsgericht in Ratibor zu verant- Worten und wurde wogen der Gefährlichkeit seiner Handlungsweise zu der schweren Strafe von einem Jahre Gefängnis ver- urteilt. Gesangenenbcschästigung. DaS bayerische Kriegsmini st erium hat angeordnet, daß die eingebrachten kriegögefangenen Franzosen dem königlichen Remontedepot zugeteilt werden, um die Moor- gebiete unter Bewachung in der Loisach-Gegend zu kulti» vieren. Auch andere Moorgebiete in Bayern sollen durch die ein- gebrachten Gefangenen kultiviert werden. Fälschlich totgesagt. Der Tod des bayeriichen LandragSabgeordneten Loibl erweist sich als ein I r r t n m. Abg. Loibl ist nur verletzt und befindet sich in der chnurgischen Klinik in Slraßburg. Diese Talsache hat er in einem Briese selbst seinen Verwandten mitgeteilt. Der Tabaktrust unter staatlicher Kontrolle. Die deutschen Unternehmungen und Fabriken des TabaktrusteS wurden, wie der„Deutsche Kurier" erfährt, am 7. Sevlember in Gemäßheit der letzten BundesralSverfügung der deutschen Staats- kontrolle unterstellt._ Der gegenwärtige Paketverkchr nach dem verbündeten oder neutralen Ausland. Der Paketverkehr nach dem neutralen Auslände ist bekannt- lich seit Anfang September wieder eingerichtet, lieber den Umfang dieses Verkehrs bestehen aber vielfach unklare Vorstellungen, so daß den Postanstalten häufig Pakete vorgelegt werden, die nicht zur Absendung gelangen können. Zugelassen sind zurzeit Pakete aus Deutschland nach den Niederlanden, Dänemark, Schweden, Norwegen, Oesterroich-Ungarn, Schweiz und Luxemburg. Nach dem übrigen neutralen Ausland können sie auf dem Wege über die Schweiz und die Niederlande ohne Berührung feindlichen Aus- landes befördert werden. Natürlich gelten für die Pakete auch die allgemeinen AusfubÄieschränkungen, die seit dem Ausbruch des Krieges eingeführt sind. Pakete nach Oesterreich sind einstweilen nur bis zum Gewicht von 19 Kilogramm ohne Beschränkung der Ausdehnung zugelassen. Vorläufig werden aber Pakete für Ga- ligien, Bukowina, Dalmatien und Bosnien-Herzegowina nicht an- Scnommen. Nachnahmepakete sind unzulässig. Für Pakete nach ingarn beträgt das Meistgewicht ebenfalls 19 Kilogramm. Die Höchstausdchnung in irgendeiner Richtung ist auf 69 Zentimeter festgesetzt. Nachnahme-, Eilboten-, dringende Pakete sowie Pakete mit Bücher und Drucksacheninhalt sind ausgeschlossen. Zum Paket- verkehr sind vorläufig nur Budapest und Fiume sowie die Orte in 29 von den 71 Kvmitaten zugelassen, darunter in Etztergom, Fejer, Gyoer, Komarom, Lipto, Pozsony, Sopron, Szepes, Vas, Vehprem, Zala, Zagrab usw. Lette Nachrichten. Beileid der badischen Regierung zum Tode Dr. Franks. Karlsruhe» 10. September. Wie der Karlsruher„Volks- freund" heute mitteilt, erschien gestern vormittag auf seiner Redak- ttan der Rinrster des Innern Freiher von Bodman, um in seinem Namen sowie rm Auftrage des Staatsministeriums dem Abgeord- neten Kalb als dem Vorsitzenden der sozialdemokratischen Landtags- fraktion das Beileid aus Anlaß des HinscheidenS des Abgeordneten Dr. Frank auszusprechen. Minister von Bodman bezeichnete den Tod Dr. Franks als einen herben Verlust nicht nur für die Partei, sondern auch für unser Vaterland. Frank hätte bei der nach dem Kriege notwendig werdenden Neuformation der Verhältnisse Großes leisten können. Ein zweiter Prinz von Sachsen-Meiningen gefallen. Meiningcn» 19. September.(W. T. B.) Nach einer Mitteilung des Hsfmarschallamts in Meiningen hat Seine Majestät der Kaiser Seiner Hoheit dem Herzog von Sachsen-Meiningen heute telegra- phisch mitgeteilt, daß Prinz Ernst von Sachsen-Meiningen, der Sohn des vor Namur gefallenen Prinzen Friedrich von Sachsen-Mei- ningen, Bruder der Großherzogin von Sachsen, gefallen ist. Er ist in Maubeuge bereits am 29. August mit militärischen Ehren be- graben worden. Aus Industrie und Handel. Amerika als Nußnießer des Krieges. in Aus Nom wird uns geschrieben: Der Londoner Korrespondent des Genueser„ Lavoro" behandelt zwei Artikeln, die das Datum des 17. und 18. August tragen, die Maßnahmen, die die englische Regierung für die bevorstehenden Kriegszeiten trifft. Das Wesentliche all dieser Vorbereitungen sieht der Korrespondent in der ganz unbewußten Uebernahme sozialistischer Forderungen in das augenblickliche Programm der liberal- radikalen Regierung Englands. Gerichtszeitung. Was ist unpfändbar? Bei der Fülle von Prozessen, die Vermieter gegen Mieter leider anstrengen, interessiert weite Kreise, welche Gegenstände dem Zurückbehaltungsrecht des Vermieters nicht unterliegen. Es unterliegen dem Zurückbehaltungsrecht nicht die unpfändbaren Gegenstände. Unpfändbar sind insbesondere folgende Sachen: 1. Kleidungsstücke, Betten, Wäsche, Haus- und Küchengerät, insbesondere die Heiz- und Kochöfen, soweit diese Gegenstände für den Bedarf des Schuldners oder zur Erhaltung eines angemessenen Hausstandes unentbehrlich find; bfaz erflärt fi qus den Betriebseinschränkungen, die viele Fabriken][ ostate Organisation ft unter allgemeiner Buftimmung vorgenommen haben, und aus dem Wegfall des Exports. Der an ihre Stelle getreten." So bringt der Krieg hier etwas zur Reife, Konsum wird sich noch mehr vermindern, wenn schließlich, was uns das mit seinem Ende nicht enden wird und nicht enden soll. ausbleiblich ist, verschiedene Hochöfen wegen Mangel un Erz ausEs mehren sich die Anzeichen dafür, daß die Tertilfabrikanten geblasen werden. Es wäre nicht nur dringend zu wünschen, daß ber Vereinigten Staaten bemüht sind, die bisherigen Absahgebiete dieses vermieden, sondern auch neue Arbeit geschaffen würde, vor ihrer europäischen Wettbewerber zu erobern. Stickereien, die bis allem durch die Kommunen. Davon ist aber nichts zu spüren. vor wenigen Jahren ausschließlich von Europa bezogen wurden, fertigt man jet in bedeutenden Mengen in den Vereinigten Staaten England in Kriegszeiten. an; infolge der guten Nachfrage für diese Waren sollen zahlreiche neue Stickmaschinen aufgestellt werden. Eine außerordentlich rege Tätigkeit entwickelt die" National Association of Cotton Manufac turers" für die Eroberung von Absatzgebieten in Südamerika und Afrika, selbst Exportverbindungen nach dem Orient bemüht man sich anzufnüpfen. Schon in früheren Jahren ist der Versuch unter nommen worden, amerikanische Teppiche nach Europa auszuführen; diese Versuche will man jetzt erneuern. Da die Seidenindustrie, ebenso die Fabrikation von Wollwaren in den Vereinigten Staaten Mindestens eben so drohend, wie die Finanzpanik war die in den letzten Jahren ungemein erstarkt ist, sollen alle Anstrengungen Panit auf dem Lebensmittelmarkte. Gleich nach der 2. die für den Schuldner, seine Familie und sein Gesinde auf gemacht werden, für diese Artikel sich die bisherigen Abfazgebiete Kriegserklärung nahm diese Panik geradezu brutale Formen an. vier Wochen erforderlichen Nahrungs-, Feuerungs- und Beleuch der Europäer zu sichern. Nur in bezug auf Wirk- und Leinenwaren Lange Reihen von Automobile standen vor den Geschäften und tungsmittel oder, soweit solche Vorräte nicht vorhanden und ihre scheint man noch eine gewisse Zurückhaltung zu üben. Dagegen drohten in wenigen Stunden den ganzen Vorrat zu erschöpfen. Beschaffung für diesen Zeitraum auf anderem Wege nicht gesichert soll für die Ausfuhr von Bekleidungsstücken für Männer und Frauen Eine Dame machte für 1600 Schilling Einkäufe, darunter für 250 ist, der zur Beschaffung erforderliche Geldbetrag; die Tätigkeit der Exporteure ebenfalls eingesetzt haben. Schilling Tee! Die Lebensmittelpreise schnellten empor. Sie wur- 3. bei Künstlern, Handwerkern, gewerblichen Arbeitern und den durch ein Regierungskomitee für die Nahrungsversorgung auf anderen Personen, welche aus Handarbeit oder sonstigen persön= ein normales Maß herabgedrüdt. Die Regierung gab bekannt, daß lichen Leistungen ihren Erwerb ziehen, die zur persönlichen Fortder Kornborrat für fünf Monate hinlangte, der Viehbestand für setzung der Erwerbstätigkeit unentbehrlichen Gegenstände; 60 Proz. des Normalkonsums hinreicht, daß große Kornsendungen 4. die in Gebrauch genommenen Haushaltungs- und Geschäftsund Schiffsladungen von Gefrierfleisch unterwegs find. Gleich- bücher, die Familienpapiere sowie die Trauringe, Orden und Ehrenzeitig wurde von den in England bekanntlich sehr einflußreichen zeichen; Kanzeln der Kirchen gegen jeden Lurus in der Ernährung gepredigt. Die Folgen waren parador: das Wildpret wurde wegen mangelnder Nachfrage billiger als das Rindfleisch, die wilden Kaninchen toften wenige Benny das Kilo, Ananas und Bananen find so billig, wie man das nie zuvor erlebt hat. Es entsteht auch dadurch ein momentaner Ueberfluß, daß Schiffsladungen, die nach Hamburg bestimmt waren, jest nach London gelangen. Kriegswollbedarf- A.- G. Um den Verkehr und die Verteilung derjenigen Wollsorten zu regeln, die für Militärtuchfabrikation dienen, hat sich auf Anregung des Kriegsministeriums die Kriegswollbedarf Attiengesellschaft gebildet. Die Gesellschaft ist keine Erwerbsgesellschaft und darf weder Dividenden noch Liquidationsgewinne berteilen. Ihr Aktienkapital beträgt 4 250 000 Mart und ist mit 25 Broz. eingezahlt. Ihre Geschäftsabschlüsse werden von einer Abschäzungs- und Verteilungskommission kontrolliert. Aufsichtsrat und Vorstand arbeiten ehrenamtlich und unentgeltlich. 3med und Organisation der Kriegswollbedarf- A.- G. entsprechen denen der Metallbedarf- A.- G. Sie entspricht offenbar der Furcht einzelner Industrieller, sie könnten bei der Vergebung der Heereslieferungen zu kurz kommen. Daher tuen sich alle Interessenten zusammen, und gewählte Kommissionen schäßen die Vorräte ab und berteilen die Lieferungen. Der Arbeitsmarkt im Ruhrrevier. Die Lage des Arbeitsmarktes im Ruhrrevier wird in einem Rundschreiben des Verbandes westfälischer Arbeitsnachweise( E. V.) als eine im ganzen zufriedenstellende" bezeichnet. Wir wissen nicht, auf welche Berichte sich der Verband stügt. Jedenfalls standen ihm nur die Zahlen der gemeindlichen Nachweise zur Verfügung. Das würde aber bedeuten, daß seine Feststellungen von vornherein auf einer mangelhaften Unterlage fußen, da in den gewerkschaftlichen Nachweisen noch sehr viele Arbeitslose verzeichnet sind. Aber wenn auch die Arbeitslosigkeit vielleicht nicht so fraß in Erscheinung treten sollte, wie in Berlin und anderen Drten, so fann trog alledem die Lage des Arbeitsmarktes nicht als zufriedenstellend bezeichnet werden. Das Gros der dortigen Arbeiterschaft besteht in Berg- und Metallarbeitern. Soweit die letzteren in der Schwerindustrie tätig sind, ist allerdings eine lebhaftere Beschäftigung nach dem Kriegsausbruch wieder eingetreten. Im so schlimmer machen sich die Kriegswirkungen in der Nachbarschaft bei der fast ausschließlich für den Export ar beitenden Kleinindustrie bemerkbar. Diese stagnierte teilweise fo wie so schon seit längerer Zeit; es ist nicht ausgeschlossen, daß ihr ein länger dauernder Krieg den Todesstoß versetzt. Die Beschäftigung im Bergbau ist nicht besser, eher schlechter geworden. Der Monat August 1914 dürfte die meisten Feierschichten feit langer Zeit aufweisen. Einzelne Zechen sind bis auf 7 Feier. schichten gekommen, was eine Lohnverminderung um mehr als 20 Broz. ausmacht. Dabei ist noch unberücksichtigt, daß die Hauer Jöhne zurückgegangen sind. Der Mangel an Transportmitteln ist behoben, gegen Ende August und Anfang September fonnte die Eisenbahn die angeforderten Wagen sämtlich stellen. Der geringere Sozialdemokratischer Wahlverein Neukölln. Am 8. September verstarb unser Barteigenoffe Otto Schultze Biethenstraße 11 19. Bezirk. Ehre seinem Andenken! Die Einäscherung findet am Sonnabend, den 12. d. M., nachmittags 5 Uhr, im Krematorium zu Treptow, Kiefholzstraße, statt. Um rege Beteiligung ersucht 238/9 Der Vorstand. Volks- Feuerbestattungs- Verein Groß- Berlin. Am 9. d. Mts. starb unser Mitglieb und Mitbegründer unseres Bereins, Herr Otto Schultze Neuköln, Ziethenftr. 11. Die Einäscherung findet am Sonnabend, den 12. September, nachmittag 5 Uhr, im Treptower Strematorium statt. Rege Beteiligung erwartet 288/5 Der Vorstand. Verband d. Brauerei- u. Mühlenarbeiter u. verw. Berufsgenossen. Zahlstelle Berlin. Den Mitgliedern diene zur Nachricht, daß unser Kollege, der Brauer Hans Schmidt ( Ribed Brauerei) geftorben ist. = am Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Sonnabend, den 12. September, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des städtischen Friedhofes in Friedrichsfelde aus statt. Um rege Beteiligung wird ersucht. Die Ortsverwaltung. Deutscher Transportarbeiter- Verband. Bezirksverwaltung Groß- Berlin. Den Mitgliedern zur Nach richt, daß unser Kollege, der Droschkenführer Ferdinand Kind am 8. d. M. im Alter von 66 Jahren verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Freitag, den 11. d. Mits., nach mittags 4, 1hr, von der Leichen halle des Elisabeth Kirchhofes, Aderstraße, aus statt. # 67/17 Die Bezirksverwaltung. Helft dem Roten durch Abnahme von Losen! Ziehung 30. Septbr. u. folg, Tage 19. Preuss. Rote Kreuz Geld- Lotterie 424 000 Lose. 15 997 Geldgewinne. Die Hauptgewinne sind Mk: 100000 50000 25000 # 15000 # 10000 kleinster Gewinn 15 Mk. Rote Kreuz Geld- Lose zumemtl, Preis& USW. M.3.30 Porto und Liste extra 30 Pt. empfiehlt u. versendet Bankgeschäft Lud. Müller& Co Berlin W., Werderscher Markt 10. Telegr. Adr. Glücksmaller. 5. Künstliche Gliedmaßen, Brillen und andere wegen förperlicher Gebrechen notwendige Hilfsmittel, soweit sie zum Gebrauche des Schuldners und seiner Familie bestimmt sind. In Berlin gelten nach der Gerichtspraxis als unentbehrlich im Sinne der Biffer 1: ein Sonntags-, ein Werktagsanzug sowie ein gleichen eine Uhr, ein Spiegel, ein verschließbarer Gegenstand, eine Sommer und ein Winterüberzieher( K.G.B.2. 1898 S. 98), des. Nähmaschine, ein Sofa( Rsp. 7 S. 306), die Bettstellen, die zum Freilich hat dieser momentane Ueberfluß keinen anderen Vor- Schlafen dienenden Sofas und Kinderwagen nebst Bettdecken. Zum teil als den, die Panit zu beseitigen. Um jeder Spekulation vor- Hausstande gehören die mit dem Schuldner zusammenwohnenden zubeugen, wurde am 10. August ein Geses angenommen, daß die Familienmitglieder vorübergehender Aufenthalt reicht nicht aus Expropriierung jeder beliebigen Menge von Nahrungsmitteln er- sowie diejenigen, deren Unterhalt dem. Mieter aus irgend einem laubt, die dem Markt entzogen worden sind. Gleichzeitig erbot sich rechtlichen oder sittlichen Grunde obliegt, z. B. Pflegekinder die Regierung, jeden mit Lebensmitteln befrachteten Dampfer für( Goltd. 48 S. 437). In den Klammern sind die entsprechenden Entseinen vollen Wert zu versichern, um den Transport ungeschmälert scheidungen der höchsten Gerichte zitiert. zu erhalten. Der Trompeter von Garde- du- Corps. Neben der Aufrechterhaltung des Kredits und der Nahrungs- Die mit einer Flucht nach Amerika verbundene Liebesmittelversorgung gibt es aber ein anderes Problem zu lösen, das auch im Frieden besteht, aber im Striege durch seine riesige Ausaffäre eines Trompeters spielte in eine Gerichtsverhandlung dehnung und durch andere Ursachen sich Beachtung erzwingt: das hinein, welche die Ferienstrafkammer des Landgerichts III beschäftigte. Problem der Arbeitslosigkeit. Angeklagt wegen Unterschlagung war der Musiker Mar Und das der Staatsunternehmung sonst so abgeneigte Eng- Neuendorf aus Neukölln. Der Angeklagte war vom Schöffen land, das in diesen Tagen ohne ein Wort des Widerspruchs die gericht Charlottenburg zu 3 Monaten und 1 Woche Gefängnis verVerstaatlichung all seiner Eisenbahnen durchgeführt hat, den Staat urteilt worden und hatte gegen dieses Urteil Berufung eingelegt.zum Garanten des Kredits und zum Versicherungsagenten gemacht Der Angeklagte war früher Trompeter in dem Regiment Gardehat, hat sofort 100 Millionen zum Bau von Arbeiter woh- du- Corps. Als er in einem hiesigen Konzertgarten als Solobläser nungen ausgeworfen und läßt jezt Entwürfe für die Aus- auftrat, verliebte sich in ihn die Frau Regierungssekretär Besch. beutung der ausgedehnten und zum Teil brachliegenden Staats- Der Trompeter wurde in ihr Haus eingeladen, wo er dann häufig domänen ausarbeiten. Auch die Großgrundbesizer, die um ihrer sich jedoch nicht mit seinem Dienst; er wurde bummelig und erhielt Solokonzerte gab. Diese anstrengende Nebenbeschäftigung vertrug Jagden willen so viel Land unbestellt laffen, dürften, wenn nicht schließlich seinen Abschied. The er eine Anstellung bei der Winterzur Expropriierung, so doch zur Bestellung ihrer Ländereien ge- gartentapelle fand, wohnte er bei den Eheleuten Pesch. Als P. zwungen werden. Die Losung ist, nicht die üblichen Notstands eines Tages nach Hause fam, war seine Gattin in Begleitung ihres arbeiten zu organisieren, die nur eine unrationelle Form von Geliebten verschwunden. Es stellte sich dann heraus, daß beide, ehe Almofen find, sondern für die Gesamtheit nühliche Arbeit sie die Fahrt nach Amerita angetreten hatten, von dem Bankkonto leisten zu lassen. Man schreitet so der Nationalisierung der Ar- des P. 1340 M. abgehoben hatten. Außerdem hatte N. eine Uhr beitslosenfürsorge entgegen. Heute, wo es gilt, mit den Kräften und Kleidungsstücke des B. mitgenommen. der Nation Haus zu halten, zeigt sich den praktischen Engländern, Frau P. ist jetzt die Gattin des Angeklagten, der sie in Amerika Die Ehe des P. wurde später geschieden und die ehemalige trop all ihres Individualismus, die Nationalisierung, die Ueber- geheiratet hat. Die Verhandlung tonnte nicht zu Ende geführt nahme durch die Gesamtheit, als das Rationellste. Die gewiß nicht werden, da es sich herausstellte, daß der Angeklagte der Militärsozialisten freundlichen Daily News" schreiben:„ Die Gesellschaft gerichtsbarkeit unterstand. Die Atten werden deshalb der Militärvon gestern, die wir tannten, ist plöblich zerfallen und eine neue behörde überwiesen werden. Berliner Konzerthaus Verband der Steinsetzer, Pflasterer und Mauerstr. 82. 145 Heute: Heute: Zimmerstr. 90/91. Orchester Franz v. Blon. Patriotische Gesänge, ausgeführt vom Terzett ,, Vaterland". Anfang 8 Uhr. Eintritt 20 Pf. Anfang 8 Uhr. Deutscher Metallarbeiter- Verband. Verwaltungsstelle Berlin. N 54, Linienstr. 83-85. Telephon: Amt Norden 1987, 1239, 9714, 185. Bureau geöffnet von 9-1 Uhr und von 4-7 Uhr. Sonntag, den 13. September, vormittags 10 Uhr, im Englischen Hof", Alexanderstr. 27c: Branchen- Versammlung aller in den Eisenkonstruktions- Werkstätten beschäftigten Arbeiter sowie Fahrstuhlmouteure und Helfer. Tagesordnung: 1. Bericht der Agitationskommission. Verschiedenes. 124/20 2. Diskussion und Mitgliedsbuch legitimiert. Pünktliches und zahlreiches Erscheinen wird erwartet. Berufsgenossen Deutschlands. Tarifbezirk Groß- Berlin. Sonntag, den 13. September 1914, vormittags 10 1hr, in den " Sophien- Sälen"( großer Saal), Sophienstr. 18: Allgemeine Versammlung der im Tarifbezirk Groß- Berlin beschäftigten Arbeiter. Tagesordnung: 1. Bericht über die Verhandlungen in der paritätischen Kommission 2. Beschlußfaffung über den zu zahlenden Extrabeitrag. Zahlreichen und pünktlichen Besuch erwartet 175/15 Die Schlichtungskommission. Steinarbeiter. Die Auszahlung der Arbeitslosenunterstützung erfolgt für die in Berlin wohnenden Kollegen Sonnabend, vormittags von 9-12 Uhr; für die in den Vororten wohnenden Kollegen Sonnabend, nach mittags von 2-4 Uhr. 172/ 16* Zentralverband der Steinarbeiter. Ortsverwaltung Berlin. Engelufer 15 I. Achtung, Töpfer! A bis N nur des Freitags, Die Auszahlung der Arbeitslosen sowie Ausgesteuerten- UnterUnsere Mitglieder machen wir darauf aufmerksam, daß stüsung erfolgt für die in der Stadt Berlin wohnenden Kollegen mit von der Verwaltung für die Unterstützung der ausgesteuerten den Anfangsbuchflaben Mitglieder sowie der Familien der zum Heeresdienst eingezogenen Mitglieder, wenn eine besondere Notlage vorhanden für die mit den Anfangsbuchstaben ist, Sammelliften herausgegeben sind. Die Listen sind im im Filialbureau, Gugelufer 15. Bureau und bei den Bezirkskassierern zu haben. O bis Z nur des Sonnabends 192/14 Die Auszahlung des Zuschusses der Stadt Berlin erfolgt ebenfalls in Für die außerhalb Berlins wohnenden Kollegen erfolgt die Auszahlung Die Verbandsleitung. Wir eesuchen unsere Mitglieder, sich nach bestem Können der oben angeführten Weise. an den Sammlungen zu beteiligen und wenn irgend möglich wie bisher. 10 Proz. ihres Verdienstes wöchentlich abzuliefern. Die Ortsverwaltung. ArbeiterDeutscher Holzarbeiter- Verband. Gandhi- Bibliothek Verwaltung Berlin. Heute Freitag, Verwaltungssitzung. abends 8, Uhr: 91/20 Die Ortsverwaltung. Jedes Heft 20 Pg. Der neue CUDELL- VERGASER vergast SPIRITUS; Umbau anderer CUDELL- VERGASER möglich. Berlin N. 65., Reinickendorferstr. 46( Tel. Hansa 742). Spezialarzt Dr. med. Wockenfuß, Friedrichstr. 125,( Oranienb. Tor). für Syphilis. Harn- u. FrauenleidenEhrlich- Hata- Kur( Dauer 12 Tage) Blutuntersuchung, Schnelle, sichere schmerzlose Heilung ohne Berufsstörung. Teilzahlung. Spr. vorm. 9- Nm. 8, Sonnt. 9-11. Verantw. Redakt: Alfred Wiefepy, Neukölln. Inseratenteil verantw. Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Borwärts Buchdr. u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 1 Beilage u. Unterhaltungsbl Nr. 248. 31. Jahrgang. Beilage des Vorwärts" Berliner Volksblatt. Freitag, 11. September 1914. Zur Beachtung für unsere Leser! Vom Sonntag, den 13. September ab, befinden sich Redaktion, Expedition, Verlag und Buchdruckerei des„ Vorwärts" Lindenstraße 3 dauernd im Betrieb); Expedition, und zwar Redaktion, Verlag und Buchdruckerei im 4. Hofe, Aufgang linker Seitenflügel( Fahrstuhl Paternosterwerk Anzeigenannahme und Sortimentsbuchhandlung vorn an der Straße im Laden.- Telephon für den gesamten Vorwärtsbetrieb: Amt Moritzplatz Nr. 15190-15 197 Die Ersatzwahl im 42. Kommunalwahlbezirk. Allee 166a, Stadtbezirte 242-248 in der 213. Gemeindeschule, und Hausbesitzer und kennt die Not des Volkes nicht ge Chriſtburger Str. 14, Stadtbezirke 249-254 in der 200./214. Genügend. Verständige, von sozialem Empfinden beseelte Vormeindeschule, Oderberger Str. 57, Stadtbezirke 255-268, 272 278 figende von Unterstügungskommissionen tönnen durch geeignete in der 111./186. Gemeindeschule, Pflugstr. 12, Stadtbezirke 279 bis 283, 297-304 in der 242. Gemeindeschule, Wiclefftr. 53/54, Stadt Belehrungen der Bezirksvorsteher dazu beitragen, daß in der Am kommenden Sonntag, den 13. September, in der Stadtbezirke 291-296, 309 in der 82./90. Gemeindeschule, Turm- gewährt wird. Leider fehlt in dieser Beziehung noch sehr Am kommenden Sonntag, den 13. September, in der bezirke 284-290 in der 199./205. Gemeindeschule, Levebowstr. 26, gegenwärtigen schweren Zeit schnell und durchgreifend Hilfe Zeit von vormittags 10 Uhr bis 6 Uhr nachmittags findet im straße 75, Stadtbezirke 305-308, 310-314 in der 183./196. Ge- biel. Natürlich müssen auch weit mehr Mittel den Bezirks42. Kommunalwahlbezirk die Ersazwahl an Stelle des Gemeindeschule, Müllerstr. 158/159, Stadtbezirke 315-326 in der vorstehern zur Verfügung gestellt werden, damit sie auch in nossen Dr. Arons statt. Es ist Pflicht aller daheimgebliebenen XVIII. Hilfsschule, Gothenburger Str. der Lage sind, helfen zu können. Wähler, von ihrem staatsbürgerlichen Recht der Wahl Gebrauch zu machen. john. Kandidat ist der Kaufmann Mar SeckelDer 42. Kommunalwahlbezirk gehört zum ReichstagswabItreis VI, umfaßt die Stadtbezirke 305, 308A, 308B, 3080, 308D, 308E, ist zerlegt in vier Zeile, mit vier 23 abllotalen. 1. Teil, Stadtbezirt 305: Fennstr. 4a- 61, Müllerstr. 169 bis 185, Am Nordhafen 1-8, Rordufer von Ringbahn bis Nordhajen, Seller Straße, Tegeler Str. 1-7 und 55-56. Wahllokal: Fichte- Realschule, Stephanstr. 2. 2. Teil, Stadtbezirte 308 A und 3080 Burgsdorfstr. 3 bis Ende, Lynarstraße von Müllerstraße bis Tegeler Straße( ohne die Eden der Tegeler Straße), Müllerstr. 163a- 168, Sparrplas, Sparrstr. 1-13 und 14-29( Haus 13a gehört zum 3. Teil), Sprengelstr. 1-7 und 43 bis Ende, Willdenowstr. 1-5 und 20-23. Wahllokal: Gemeindeschule, Müllerstr. 158/159( auch Eingang Willdenowstr. 11). Aus Groß- Berlin. Der Bezirksvorsteher. Unseres Erachtens gehörten in die Unterstütungstommissionen Leute aus der Arbeiterschaft hinein, die Verständnis für die Not der Zeit haben. Hoffentlich wird die Organisation über die Arbeitslosenunterstützung mit größerem sozialen Verständnis gewappnet. Stadtverordnetenversammlung. In der jetzigen Unterstügungsaktion bildet der Bezirksborsteher einen wichtigen Faktor. Wer und was ist der Die Berliner Stadtverordneten hatten gestern eine Sigung Bezirksvorsteher? Eigentlich besagt es das Wort: Borsteher von taum zu überbietender Kürze. Wieder war zu beschließen eines Bezirks und zwar eines Stadtbezirks. Berlin hat den Gemeindebezirk in Kommunalwahlbezirke und Die Befizer nachstelliger Hypotheken sollen jetzt nicht auf Roſen Die Stadt über eine Hilfsaktion, die durch den Krieg nötig geworden ist. in Stadtbezirke zerlegt. Eine bestimmte Anzahl Stadtbezirke gebettet sein. Dem Magistratsantrag auf Beteiligung der bilden den Kommunalwahlbezirk. Wir haben in Berlin rund Stadt an einer für solche Hypothekenbesizer zu schaffenden 400 Stadtbezirke, also auch soviel Bezirksvorsteher. Beleihungskasse wurde debattelos zugestimmt. Diese Amtsperson soll sich um ihren Bezirk kümmern, Unter den Eingängen befand sich der von der Versamm3. Teil, Stadtbezirle 308B und 308E: Antwerpener foll möglichst Personenkenntnis haben, um in geeigneten Fällen Lung mit allgemeiner Heiterkeit aufgenommene Vorschlag eines Straße 24-28, Burgsdorfstr. 1-2, Genter Str. 28-38, Quremburger Auskünfte geben zu können. Dem Bezirksvorsteher sind eine Dr. phil., den slawischen Namen„ Berlin" durch HohenStraße 35, Müllerstr. 153-163, Samoaſtraße von Triftstraße bis Sprengel- ganze Reihe Funktionen aufgehalst, die in Wirklichkeit aber zollern" zu ersetzen. straße( ohne die Eden der Sprengelstraße), Sparrstr. 13a, Triftstr. 1-56 und nur selten ausgeübt zu werden brauchen. 59-73, Willdenowstr. 6-19. Die Aufgaben der Wahllokal: Gemeindeschule, Ostender Str. 39. Bezirksvorsteher beschränken sich vornehmlich auf Recherchen Die Volkskunstabende. in Stiftungssachen, auf gutachtliche Anfragen auf bestimmte Anträge, insbesondere bei Befreiungen von bestimmten Lasten Verbande der Freien Voltsbühnen veranstalteten Volkskunstabende in Heute Freitag, abends 8 Uhr, finden zum dritten Male die vom ( Befreiung von der Hundesteuer und anderes), Begutachtung den folgenden Schulaulen statt: W, Stegliger Str. 8a; NW, von Entschädigungsansprüchen an die Gemeinde und so fort. Bochumer Str. 8, Albrechtstr. 27; N, Pantstr. 19; O, KoppenDie Arbeit der Bezirksvorsteher ist teine allzu erhebliche ftraße 75; S, Dresdener Str. 113. Jn jeder Aula wird ein neues und läuft in der Hauptsache mehr auf eine repräsentative Programm geboten. Eintrittspreis für jedermann 10 Pf.( auch für Tätigkeit hinaus. Um mit den Verhältnissen im Bezirt genau Nichtmitglieder der Volksbühnen). Beginn des Kartenverkaufs an Armenkommissionen Stadtbezirks. 4. Teil, Stadt bezitt 308D: Siautichoustraße, Lynarstraße von Tegeler Straße bis Nordufer, Nordufer von Ringbahn bis Torfstraße, Betingplak, Samoaſtraße von Nordufer bis Sprengelstraße( mit den Eden der Sprengelstraße), Sprengelstr. 8-42, Tegeler Str. 8-54, Torjstr. 9-16, Wahllokal: Gemeindeschule, Tegeler Str. 18/20. Triftstr. 57/58. zu Arbeitslosenfürsorge der Stadt vertraut at fein, ift der Beartsvorsteher zugleich Mitglied den Abendkassen 7 Uhr. In der neuen, durch die Verhältniſſe geBerlin. schaffenen form erfährt das Bildungswesen der Arbeiterschaft seine Jegt plöglich hat der Bezirksvorsteher sehr ver- Fortführung, bis die Bedingungen für die Rückkehr zur früheren antwortungsvolle Aufgaben übertragen erhalten: die Prüfung Organisation wieder gegeben sind. Die Kunstabende sind also von Anträge auf Gewährung der Arbeitslosenunterſtüßung der Unterſtüßungsanträge. Man wollte die Mitglieder der den durch die Arbeiterschaft mit diesen Aufgaben betrauten Instanzen werden von Montag, den 14. September d. I. ab, in be- Armenkommissionen absichtlich zu dieser Tätigkeit nicht heranziehen, eingerichtet, was sie von anderen Veranstaltungen ähnlicher Art, die sonderen Geschäftsstellen des Magistrats engegengenommen. weil die Gefahr nahe lag, daß sonst die Prüfung zu sehr vom jetzt zahlreich getroffen werden, unterscheidet. fommt. ge= einen faum es ja Bei den Bezirksvorstehern und sonstigen städtischen armenrechtlichen Gesichtspunkte erfolgen fönne. So nahm man Ehrenbeamten tönnen Anträge auf Arbeitslosenunterstüßung die Bezirksvorsteher. Daß man deswegen besser gefahren ist, as Verwundetenfürsorge in Berlin. nicht mehr angebracht werden, ebenso werden von ihnen Aus- fann nicht ohne weiteres behauptet werden. Es gibt neben sehr verständigen Bezirksvorstehern auch nicht wenige, die zahlungen und Unterstüßungen nicht mehr geleistet. Nicht bloß die großen Krankenhäuser Berlins, sondern Auch in den Geschäftsstellen finden keinerlei Auszahlungen für die ihnen zugewiesenen Aufgaben nicht genügend Ver- auch die zahlreichen Privatkliniken und Sanatorien sind von statt, vielmehr erhält der Arbeitslose nach Prüfung seines ständnis befizen. Die Bezirksvorsteher haben verschiedene der Militärverwaltung in weitgehendstem Maße zur UnterGesuches eine schriftliche Benachrichtigung, ob die Unter- Aufgaben. Sie sollen die bei der Steuertasse gestellten An- bringung der Verwundeten in Anspruch genommen worden. stüßung gewährt ist und eventuell, wo sie zur Auszahlung träge auf Striegsunterſtüßung prüfen. Hierin werden sie durch lungen tagten, sind in Lazarette umgewandelt worden. Das Die großen Säle, in denen sonst unsere Massenversammiden„ Nationalen Frauendienst" gut und schlecht je nach- alles währt, welche seit dem 1. Junid. J. ununterbrochen zirksvorsteher einen Antrag stellen anf Bewilligung oder auf Ab- deshalb auf dem Tempelhofer Felde eine ganze BarackenArbeitslosenunterstützung wird nur solchen Personen ge- dem unterstützt. Auf Grund der Recherche muß der Be- alles dürfte aber nicht ausreichen, um der großen Zahl Verwundeter Unterkunft zu bieten. Die Militärverwaltung hat ihren Aufenthalt in Berlin haben und minde- lehnung des Gesuchs. Hierbei kommt es nun sehr darauf an, kolonie aufbauen lassen, die mit dem Tempelhofer Bahnhof stens 14 age arbeitslos sind. wer der vorsitzende Stadtrat in der Kommission ist, ob der durch ein eignes Gleise verbunden ist, so daß die Züge mit Mitglieder von Arbeiterorganisationen, Mann engherzig oder weitherzig ist. Im ersteren Falle welche eine Arbeitslosenunterstügung eingeführt haben, und werden auch die Bezirksvorsteher leichter geneigt sein, eher und Verwundeten direkt in das Lager fahren können. Die Baracken, reichlicher zu und geben mit denen der Magistrat ein entsprechendes Abkommen die auch im Winter benutzt werden können, sind natürlich durchgreifender zu helfen troffen hat, beziehen ihre Unterstützungen lediglich durch die als in letzterem Falle, obwohl die Frage der Be- ganz modern eingerichtet, selbst das elektrische Licht fehlt nicht. für dürftigkeit Vermittelung ihrer Organisationen. Anträge solcher Personen verständigen Menschen In der Eile geschaffene Gartenanlagen, sollen den Ver werden in den städtischen Geschäftsstellen nicht entgegen erleben müssen, daß in den Kommissionen 5a und 5b, in denen demnächst fertig sein. Auf dem Truppenübungsplak Döberit zweifelhaft sein sollte. Aber wir haben wundeten den Aufenthalt im Freien angenehm machen. Etwa 200 der für je 30 Verwundete berechneten Baracken werden genommen. Arbeitslosenunterstützung erhalten nur solche Personen, der Stadtrat Venzky vorsigt, die Bedürftigkeit verneint wurde, demnächst fertig sein. Auf dem Truppenübungsplatz Döberit Sie haben sich weil die zurückgebliebenen Familien von einer Firma wöchentlich Baracken noch 100 Holzbaraden für je 90 Verwundete erwerden neben den dort befindlichen großen Wellblechwelche arbeitsfähig und arbeitswillig sind. einer fortgesetzten Kontrolle durch ihre Arbeitsnachweise zu 6-8 Mart Unterstügung erhielten, eine Auslegung, die ganz unterwerfen und werden von der Arbeitslosenunterstügung ungeseklich ist und dazu führt, daß eine Anzahl Firmen errichtet. Außerdem sind auf dem Tempelhofer Feld bereits ausgeschlossen, falls sie die ihnen gebotene Arbeit ausschlagen. Klären, in diesem Falle von Zuwendungen abfehen zu müssen. große Baraden in Angriff genommen, die zur Aufnahme der Ausgeschlossen von der städtischen Unterstützung sind alle Wie wir hören, sucht Herr Venzky die Verantwortung für die Gefangenen bestimmt sind. Renten- und Strankengeldempfänger, Personen, welche sich in ungefeßlichen Beschlüsse, durch welche eine Reihe von Familien der Fürsorge der Armenverwaltung befinden usw. in die Not dirett hineingetrieben werden, auf die BezirksNotstandsfürsorge in Friedenau. Ein Hilfskomitee zur Unterstügung der Angehörigen der KriegsUnterstützungen werden ferner gewährt an fleinere Ge- borsteher abzuwälzen, die doch die Beschlüsse faßten, während werbetreibende und Angehörige freier Berufe, die unter der andererseits die Bezirksvorsteher sich auf den vorsitzenden teilnehmer und der Arbeitslosen hat sich auch in Friedenau gebildet. gegenwärtigen Wirtschaftslage außerstande sind, sich und ihre Stadtrat Venzky beziehen, der doch die Grundsäge genau kennen Die Gründung desselben ist von den verschiedenen Vereinen in GeFamilien zu ernähren. müßte. Es ist aber bezeichnend, daß von anderen Stommiffionen, meinschaft mit der Gemeindebehörde unter dem Namen„ Zentralstelle Die Unterstügung beträgt für Personen, welche Kinder in denen liberale Stadträte vorfißen, gerechter verfahren wird. für vaterländische Hilfe" vor sich gegangen. Die Geschäftsstelle des zu unterhalten haben, 5 Mart, für die übrigen 4 Mart pro Noch wichtiger ist aber das Verfahren bei der Ertraunter- Komitees befindet sich Königin- Luisenschule, Goßlerstr. 18/15, und ist Woche. stützung. Bekanntlich kann außer der Kriegsunterstützung auf geöffnet an den Werktagen von 8-8 und Sonntags von 12-1 Uhr. Es wird darauf aufmerksam gemacht, daß falsche Angaben Antrag eine Unterſtügung aus freiwilligen Mitteln gewährt Das Komitee hat zur Erledigung der Spezialfragen zehn Untervor den Geschäftsstellen und den recherchierenden Beamten der werden. Diese Anträge fönnen ebenfalls auf der Steuertasse ausschüsse eingesetzt, in denen zum Teil unsere Genossen mitwirken. Stadt unnachsichtlich zur gerichtlichen Verfolgung wegen Be- gestellt werden, es ist aber auch zulässig und auch besser, sie Stinder der Rotleidenden bei den Wohlhabenden zur Mittagsspeisung Die amilien und Kinderfürsorge bemüht sich, die beim„ Nationalen Frauendienst" anzubringen. truges gebracht werden. Die Geschäftsstellen zur Annahme der Anträge sind von Anträge prüfen und der Unterstüßungskommission zur Be- unterzubringen. Ein Teil dieser Kinder sind auch für den ganzen Montag, den 14. September, ab in der Zeit von 8-12 Uhr schlußfassung vorlegen. Leider kommt es vor, daß Leute Tag in Pflege genommen worden. Auch unentgeltliche Wöchnerinnenvormittags geöffnet. Sonnabends findet eine Annahme von abgewiesen werden, ohne den Antrag überhaupt auf- bilfe wird von diesem Ausschuß beschafft. Der Ausschuß für Lebensmittelbeschaffung hat die Unterſtügunganträgen nicht statt, vielmehr werden an diesem zunehmen, das ist unzulässig. Die gewährten Unterſtügungen Borarbeiten für die Errichtung einer Bürgerspeisehalle erledigt. reichen nicht im aus unterhalts, am allerwenigsten zur Zahlung der Miete. Und Dieselbe soll am Montag, den 14. September, in der Turnhalle der wohnen müssen doch die Leute. Am schlimmsten sind eigentlich Gemeindeschule in der Rheingaustraße( Eingang auch von der Goßlerbefinden sich für die Stadtbezirke 1-14, 143, 144 in der 130. Ge- so seltsam sich das anhören mag die Frauen daran, die Straße) eröffnet werden. Der Preis des Mittagessens beträgt für meindeschule, Niederwallstr. 6/7, Stadtbezirke 15-30 in der allein dastehen. Sie erhalten monatlich 18 Marf. Davon Erwachsene 30 Pf., im Falle der Bedürftigkeit 10 Pf. Auch Frei131./169. Gemeindeschule, Tempelhofer Ufer 2, Stadtbezirke 31 bis tönnen sie nicht einmal leben, geschweige Miete zahlen. wird verabreicht von 12-2 Uhr. Von der Familienfürsorge ist eine farten werden bei besonderen Notfällen ausgegeben. Das Essen 49 in der 22. Gemeindeschule, Pallasstr. 15, Stadtbezirke 50-66 in Sie müssen den Weg zum Bezirksvorsteher oder zum der 108./110. Gemeindeschule, Hagelberger Str. 34, Stadtbezirke 67 Tage in den Geschäftsstellen die Kontrollkarten nachgeprüft. Die Geschäftsstellen Er soll diese bis 78 in der 60./236. Gemeindeschule, Bergmannstr. 60/65, Stadt-" Nationalen Frauendienſt" antreten und einen Antrag stellen. Belleidungsstelle eingerichtet, dort werden getragene und neue bezirke 79-97, 137-142 in der 163. Gemeindeschule, Dieffenbach- Endlich hat der Bezirksvorsteher einen Fonds von 200 m. Kleidungsstücke, Schuhe usw. ausgegeben. Die Arbeitslosen des straße 51, Stadtbezirke 98-113 in der 114. Gemeindeschule, Röpe- zur Verfügung gestellt erhalten, aus dem er Leuten, die aus Drtes werden ersucht, sich zivecs Feststellung des Umfangs der nider Str. 2, Stadtbezirke 114-136 in der 62. Gemeindeschule, Anlaß des Krieges in Not geraten, Unterstützung Arbeitslosigkeit im Nachweis der Zentralstelle zu melden. Auskunft trabe 51. 2, Schmidstr. 38, Stadtbezirke 145-165 in der 38. Gemeindeschule, bewilligen kann. In dringenden Fällen fann er sofort 5 bis in allen diesen Fragen erteilen die Genossen Tolle, Handjerh Krautftr. 43, Stadtbezirke 166–177 in der 256./287. Gemeinde- 10 M. geben, im übrigen soll er den Antrag aufnehmen, straße 60/61, und Hagen, Kaiserallee 115. Außerdem wird im Lokal schule, Memeler Str. 24/25, Stadtbezirke 178–181 in der 3. Geprüfen lassen, um der Unterstügungskommission die Entschei von Alabe, Handjernstraße 60/61, Mittwochs und Sonnabends, meindeschule, Petersburger Str. 4, Stadtbezirke 182-188, 189a, bung darüber zu überlassen. Gerade auf diesem Gebiete abends von 8 Uhr an, unentgeltlich Rat und Auskunft erteilt. 189D, 189F, 194-201 in der 257./294. Gemeindeschule, Bötzopstraße 40, Stadtbezirte 189B, 189C, 189F, 190-193 in der kann ein verständiger, sozial empfindender Bezirksvorsteher 279. Gemeindeschule, Pasteurstr. 5, Stadtbezirke 202-217, 269-271 biel Elend lindern; ein engherziger Mann fann aber auch in der 24. Gemeindeschule, Hinter der Garnisontirche 2, Stadt- biel Erbitterung durch unberechtigte Abweisungen schaffen. bezirke 218-241 in der 110. Gemeindeschule, Schönhauser! Eine große Anzahl von Bezirksvorstehern sind Rentner Der Andrang zu der Arbeitsausgabeftelle für Arbeiterinnen in der Rosenstraße war auch gestern ein sehr starter. Während für die Annahme der Probearbeiten eine besondere Annahmestelle Eingang Kaiser-Wilhelm-Siraße errichtet worden ist, stellten die Arbeit suchenden sich wieder in der Rosenstratze auf. wo sie wieder stunden« lang warten mußten. Der Andrang zeigt, lvie groß die Not unter den arbeitslosen Arbeiterinnen ist. Kriegsunterstützung und Mietezahlung. Wir berichteten in Nr. 246, daß in Berlin im Hause Dölzig er Straße 6 die Frau des Verwalters Geier im Auftrage des Hauswirtes an die Frau eines als Reservist eingezogenen Mieters wegen einer Mieteschuld ein Schreiben gerichtet halte, das einen Abzug von der Kricgsunterstützung ankündigte. Das Schreiben sagte, der Wirt sei„von der Behörde aufgefordert ivorden, sämtliche Mieter, deren Männer im Felde stehen und die Augustmiete schulden, namhaft zu machen", und es solle«ihnen die Miete von der Unter- stützung in Abzug gebracht werden, wenn dieselben es nicht vor- ziehen, die Wohnung zu räumen." Frau Geier, deren Mann selber im Felde steht, legt Wert darauf, durch unser Blatt festgestellt zu sehen, daß sie nur eine An- ordnung des Hauswirts befolgt hat. Einer solchen Feststellung bedarf es eigeullich nicht mehr, da ja schon aus ihrem von uns wörtlich mitgeteilten Brief zu erkennen war, daß sie— der Brief hob das zweimal hervor—«im Namen des Wirtes" und«im Austrage des Wirtes" handelte. Daß der Hauseigentümer tatsächlich meint, es könne den Frauen der KriegSteil- „ehmer von der ihnen gewährten Unterstützung eine etwaige Mieleschuld durch Vermittelung der Behörden abgezogen werden, lehrt eine chon der Verwaltersrau uns als Beweisstück vorgelebte Zuschrift des Hauseigentümers, die er ihr mit Bezug auf eine andere Mieteschuldncrm übersandt hatte. Der Schluß dieser Zu- schrift lautet wörtlich so: .Die Grundbesitzer haben von der Behörde Bescheid erhalten wer von den ins Feld gezogenen Mäimern die Miete nicht zahlt, soll Anzeige erstatten und die Behörde wird dann von der Unter- stützung die rückständigen Mieten in Abzug bringen! denn wenn die Behörde keine Steuern bekommt, kann der Staat und die Kommune auch keine Unterstützung gewähren. Jeder muß dazu beitragen, daß er seinen Verpflichtungen nachkommt. Hochachtungsvoll Wilhelm Richter." Die Ansicht des Hauseigentümers Wilhelm Richter ist— wir sagten das schon in Nr. 246 und wiederholen es— durchaus falsch, mindestens für Berlin und hinsichtlich der von Staat und Geineinde zugebilligten Kriegsunterstützung. Was für ein Bescheid mag das sein, durch den die Behörde nach der Auffassung deS Herrn Richter— den Grundbesitzern gesagt haben soll, daß sie von den Kriegsunter st ützungen die Mieteschul d.en abziehen werde?_ Ja, so ein Geschäft bringt noch was ein! Von dem Kriegsprofit, den jetzt so mancher Unlernebmer ein- heiinst, erzählten wir in Nr. 240. Wir fanden es auffällig, daß z. B. in der Konfektionsindustrie bei Lieferungen für das Militär verschiedene Zwischenmeister dieselbe Arbeit den Heimarbeiterinneu sehr verschieden bezahlten. Zu der von uns mitgeteilten Probe, daß Soldaten- Proviantbeutel pro 100 Stück bei dem einen mit 75 Pfennig, bei dem andern mit nur 55 Pfennig entlohnt wurden, warfen wir die Frage auf, wie hoch wohl bei solchen Arbeitgebern der eigene Profit sein möge. Jetzt teilt eine Näherin uns mit, daß sie Proviantbeutel in HKmarbeit zunächst für eine Frau Kühn lZionskirchstratze 54) gegen einen Lohn von nur 55 Pfennig pro 100 Stück angefertigt habe, ein paar Tage später aber durch den Zcntralarbeilsnachwets(Gormannstraße) einen Auftrag aus.Proviantbeutel derselben Art und Größe zu 1.50 M. pro 75 Stück erhalten habe, was pro 100 Stück 2 M. macht. Tie Arbeiterin versichert, tn beiden Fällen sei an den Beuteln völlig gleiche Arbeit zu leisten gewesen, doch habe man bei Frau K. noch das Garn dazu geben müssen, während der Arbeits- Nachweis es geliefert habe. Wir glauben, zum Besten aller Heim- orbeiterinncn zu handeln, wenn wir öffentlich bekanntgeben, mit wie ungleichen Löhnen dieselbe Arbeit dort von einer privaten Arbeitgeberin und hier bei einem amtlichen Arbeitsnachweis bezahlt wurde._ Verkehrst! erslärkuug auf dem Nordring. Vom nächsten Montag. den 14. d. M., ab, werden während des Berufsverkehrs(6'/z bis 8>/z Uhr früh und 3 JiiS 5 Uhr nachmittags) je sieben weitere Zug- paare zwischen den Stationen Westend— Stralau-NummelSburg und Westend— Weißensee des Nordrings eingelegt werden. Ei» tödlicher Betriebsunfall hat sich vorgestern in Reinickendorf er- eignet. In einer dortigen größeren Fabrik war der 16jährige Schlosserlchrling Willi Barchniin an einer Schmirgelmaschine be- schästigt, als plötzlich die Schmirgelscheibe platzte. Ein Stück der Scheibe flog dem B. gegen den. Kopf, so daß der Getroffene einen Schädelbruch erlitt und sofort blutüberströmt und besinnungslos zu- sammenbrach. Der Verunglückte wurde nach dem Verbandskranken- Hause gebracht, wo er bald nach seiner Aufnähme starb. Bon einem Jäger angeschossen wurde der Gendarmeriewacht- meister Schein aus Schulzendorf. Der Rentier Schulze hatte auf seiner Besitzung in Bohnsdorf eine Jagd auf Rebhühner veran- staltet» an dem mehrere Bekannte auS Berlin teilnahmen. Schein kam auf einem Patroüillengang an dem Gelände vorüber und blieb einen Augenblick ain Wege stehen. In diesem Augenblick gab Schulze einen Schuß ab, von dem der Beamte getroffen wurde. Mehrere Schrotkörner trafen die rechte Hand, eine Dchrotkugel drang in das rechte Auge. Der Verletzte wurde zum nächsten Arzt und dann nach einer Klinik gebracht. Tödlich abgestürzt ist gestern beim Fensterputzen in Friedenau, Rheinstraße 27, der 28jährige Fensterputzer Karl Häberling auS Schmargendorf. Derselbe hatte die Leiter zu hoch geschoben und nicht genügend befestigt. Er glitt dadurch ab und stürzte zur Erde, wobei er einen Schädelbruch erlitt und auf der Stelle tot war. H. ist verheiratet und hinterläßt Frau und ein Kind. Weltkrieg und Bibliotheksbenutzung. Seit dem ersten Mobil- machungstage haben zahlreiche Leser der Oeffentlichen Bibliothek und Lesehalle, SO., Adalbertstr. 41, ihre Lesekarten zurückgegeben und sind ins Feld gezogen.�. Die Be- Nutzung des Instituts ist daher im Monat August erheMch zurück- gegangen. Während in demselben Monat des Vorjahfts 10 698 Besucher gezählt wurden, sind im August dieses Jahres Bibliothek und Lesehalle nur in 8932 Fällen in Anspruch genommen worden. Der Rückgang der Buchausleihe(4465 gegen 5199 Bände) ist stärker gewesen als die Verringerung des Besuches der Lesehalle, m welcher viele neue Leser sich einfanden, um ihren Nachrichten- Hunger über die Vorgänge auf den Kriegsschauplätzen zu be- friedigen. Der größte Teil der aufliegenden 621 Zeitungen und Zeitschriften ist bisher regelmäßig weiter erschienen. Die Kriegszeit bringt es mit sich, daß das Interesse der Leser sich vielfach kriegsgeschichtlichen und militärwissenschaftlichen Werken zuwendet. Von den Unterhaltunasschriften werden besonders die bekannten Kriegsromane von Zola, Viebig, Fontane, Liliencron, Bleibtrcu, Suttner, Alexis, ArminiuS usw. bevorzugt. Die Biblis- thek besitzt aber auch sehr umfangreich« Literaturbestände, die über die Geschichte, die Volkskunde sowie über die wirtschaftlichen Zu» stände der am Kriege beteiligten Mächte und ihrer kolonialen Gebiete unterrichten. Die Ausleihe findet vollkommen k o st e n l o S statt, und zwar in den Abendstunden von 5(4— 9J4 Uhr und Sonntags vormittags von 9—1 Uhr. Im Lesesaal liegen auch die amt- lichen deutschen Verlustlisten und zuverlässige Karten der Kriegs. schauplätze auS._ Parteiveranstaltungen. Jugendabteilung 2. Kreis. Am Sonntag, den 1Z. September. findet eine Badcpartie nach dem Müggelsee statt. Treffpunkt 7 Uhr vor dem Görlitzer Bahnhos. Fahrpreis insgesamt 30 Pf.. Mariendorser BolkS-Kunstabenb. Am Sonnabend, chen 12. Sept., abends 8 Uhr, findet der erste Volks-Kunstabend in der Aula des Resorm- Realgymnasiums, Kaiserstr. 17—20, statt. Eintrittspreis 10 Pf. Die Frauen der im Felde stehenden Genossen erhalten Freikarten vom Wahloerein. Verkanssstellen: Konsumverein i Reicherdt. Kaiserstraße 34. vorn III• Eberlein, Ringstraße 82, vorn II; Konsitürcngeschäst, Chaufseestraße 305; Benscheck, Chausseestraße 27; Pieper, Bergstraße 35. Jugendveranstaltunge». Neukölln. DaS Arbeiter- Jugendheim I, Fuldastraße 55/56(Ideal- Passage). 1. Hof, Ausgang 4. ist während der Dauer des Krieges für alle arbeitslosen Jugendlichen, männlichen und weiblichen Geschlechts, MontagZ, Mittwochs und Freitags, nachmittags von'/.2— 5 Uhr geöffnet. Weißensee. Am Sonnlag, den 13. September i Spielpartie»ach Buch. Abmarsch 8 Uhr Antonplatz. Fahrgeld sür die Rücksahrt 20 Pf.— Wir ersuchen alle Eltern, ihre erwachsenen Söhne und Töchter daraus aus- merksam zu machen. Britz-Buckow. Sonntag, den 13. Septeinbcr i Skizzierausflug. Treff- Punkt g Uhr vormittags Hermanustraße, Ecke RungiuSstraße. Nachmittags Spielpartie. Treffpunkt 2 Ubr ebenfalls Hermannstraße, Ecke RrmgiuS- straße. Mittwoch, den 16. September, abends S Uhr: Leseabend in der Wohnung des Herrn Stiller, Rungiusstr. 3Tb. Die Bibliothekausgabe 'findet alle Freitage in der Wohnung des Kollegen Kunze, Werderslr. 3g, on 8—'1,10 Uhr statt. Gewerkschaftliches. Unternehmer unü Arbeiter in öer Holzindustrie. Um über Mittel und Wege zu beraten, der in der Holz- industrie besonders empfindlichen Not zu steuern, sind am 8. September die Z e n t r a l v o r st ä n d e der Organisationen in der Holzindustrie zu einer Sitzung zusammengetreten. Ver- treten waren der Arbeitgeber-Schlitzverband fiir das deutsche Holzgewerbe, der Deutsche H o l z a'r b e i t e r- verband, der Hirsch-Dunckersche Gewerkverein der Holz- arbeiter'und der christliche Holzarbeiterverband. Es wurde be- schlössen, einen gemeinsamen Aufruf an die örtlichen Organisationen der Arbeitgeber und der Arbeiter zu richten, in welchem diese ersucht werden, unverzüglich zu gemein- samen Sitzungen zusammenzutreten und zu prüfen, auf welche Weise der durch den Krieg erzeugten Notlage, insbesondere der herrschenden Arbeitslosigkeit, entgegenzuwirken ist. In erster Linie wird den örtlichen Organisationen einp- fohlen, auf die Schaffung und Erhaltung möglichst dauernder Arbeitsgelegenheit bedacht zu sein. Deshalb ist auf die Arbeitgeber, die ihre Betriebe eingeschränkt oder stillgelegt haben, einzuwirken, soweit als möglich die Tätigkeit wieder aufzunehmen oder fortzusetzen. Weiter wird den ort- lichen Organisationen geraten, gemeinsame Eingaben an die Behörden und öffentliche Aufforderungen an Private zu richten, die Bauten fortzuführen und die nötigen Tischler- arbeiten, ebenso Wohnungseinrichtungen, tunlichst in Auftrag zu geben. Besondere Aufmerksamkeit ist auf die V e r k ü r z u n g d e r A r b e i t s z e i t zu richten, die in allen Betrieben möglichst ein- heitlich eingeschränkt werden soll, sei es durch Einlegung von Feierschichten oder Verkürzung der Arbeitszeit ans höchstens 6bis 7 Stunden täglich. Arbeiterentlass ungen sollten nicht erfolgen, ehe nicht die Arbeitszeit entsprechend ver- kürzt wurde. Soweit eilige Aufträge für die Heeresverwaltung oder anderer Art vorliegen, sollten keine Uebcrstunden gemacht werden, sondern Doppelschichten eingelegt werden. Ausdrücklich wird in der Kundgebung darauf hingewiesen, daß durch die empfohlene Einschränkung der Arbeitszeit die bestehenden Tarifverträge nicht berührt werden. Diese müssen auch über die Zeit des Krieges hinaus ihre volle Gültigkeit behalten und in jeder Beziehung geschützt und eingehalten werden. Zu den Verhandlungen, bzw. der Frage der Kündigung oder Fortsetzung der im nächsten Früh- jähr ablaufenden Verträge, werden die Zcntralvorstände Ende Oktober oder Anfang November Stellung nehmen. Bei den Verhandlungen der Zentralvorständc, die zur Ver- einbarung des vorstehend skizzierten Aufrufs führten, waren alle Teilnehmer von der Ucberzeugung durchdrungen, daß in der gegenwärtigen Zeit die natürlichen Gegensätze zwischen Unternehmer und Arbeiter schweigen müssen. Beide Teile muffen jetzt offen und ohne Hintergedanken zusammenarbeiten, um den durch den Krieg heraufbeschworenen Notstand im Ge- werbe zu lindern. Es wäre zu wünschen, daß sich die örtlichen Vertreter der Organisationen, welche die maßgebenden Be- schlüsse zu fassen haben, von gleichem Geiste leiten lassen. Wenn überall im Sinne der Ratschläge der Zentralvorstände be- schlössen und auch gehandelt wird, dann könnte der in der Holz- industrie herrschende Notstand immerhin einigermaßen ge- mildert werden. deutsches Neich. Von den Münchener freien Gewerkschaften, die in 46 Organ!» sationen 48 902 männliche Mitglieder zählen, wurden bis zum 15. August 10 509 und bis zum 29. August 12 620 Mitglieder(das ist mehr als der vierte Teil des Gesamtbestandes) zum Kriegsdienst einberufen. Entsprechend ihrer Mitgliederzahl sind hieran am stärksten beteiligt die Verbände der Metallarbeiter mit 2764, Bau» arbeiter 2000. Transportarbeiter 1903, Holzarbeiter 901, Fabrik- arbeiter 895, Brauerei- und Mühlenabeiter 700, Buchdrucker ßOO, Schneider 450, Gemeindearbeiter 403, Bäcker und Konditoren 400, Zimmerer 346, Maler und Lackierer 250. Zu der großen Zahl der zum Kriegsdienst einberufenen Mitglieder kommt eine sehr er- heblich« und leider immer noch anwachsende Zahl an arbeitslosen Mitgliedern. Diese Ziffer ist von 5942 am 15. August auf 6702 am 29. August gestiegen, und zwar entfallen hiervon 4535 auf die männ- lichen und 2167 auf die weiblichen Mitglieder. Die Gesamtzahl der weiblichen Mitglieder bezifferte sich am 1. August auf 9748, es sind hievvon also bereits nahezu der vierte Teil ohne Beschäftigung. Soziales. Lohnkürzung. Die Firma E b b m e y e r, die es schon fertig bekommen hat, ihren Lehrlingen die durch den Besuch der Pflicht- fortbildungsschule verursachte Zeitversäumnis vom Lohn zu kürzen, stand jetzt wieder vor dem Gewerbegericht. Kläger waren zwei Arbcitsburschcn. Eingestellt mit 9 M. bzw. 12 M. Wochenlohn, leisteten sie angeblich nach achttägiger Beschäf- tigung nicht genug und sollten deshalb im Akkord beschäftigt werden. Als ihnen das angeboten wurde, äußerten sie sich dazu zunächst weder in zustimmendem noch ablehnendem Sinne. Nachdem sie aber hörten, welche Preise die Firma zu zahlen gedachte, prote- stierten sie. Bei der nächsten Lohnzahlung erhielten sie 3 M. bzw. 4.20 M. weniger, als der ursprünglich vereinbarte Wochenlohn ausmachte. Die Differenz bildet« nun den Gegenstand ihrer Klage. Da» Gericht sprach de» Kläger« ihre Forderung zu. Beleidigung durP etneit Kunden. Bei Beleidigung eines Ange st eilten durch einen Kunden der Firma darf dem Angestellten eine weitere Tätigkeit für diesen Kunden nicht zugemutet werden. Auf diesen Standpunkt stellte sich mit Recht Kammer 8 des Gewerbegerichts. Einein Fensterputzer der Firma Schössow u. Wille war von dem Geschäftsführer einer„Salamander"-Filiale— wie sich erwiesen hat, unberechtigt— vorgeworfen worden, er habe ein Paar Schuhe gestohlen. Taraufhin unterbrach er sofort die Arbeit. Sein Chef hat ihm kein« andere Arbeit nachgewiesen, verlangte vielmehr die Beendigung der angefangenen. Tvs verweigerte der Kläger, betrachtete nunmehr da? Arbeitsverhältnis für gelöst und forderte Bezahlung der an dem Tage bereits geleisteten Arbeit mit 1,50 M. Der Beklagte dagegen machte einen Schadenersatzanspruch in Höhe von 3,50 M. geltend. Er bezahlte jedoch vergleichsweise den ge- forderten Betrag, nachdem das Gericht seinen oben dargelegten Standpunkt zu erkennen gegeben hatte. Rentenzahlungen an die Angehörigen der zum Kriegsdienst Einberufenen. Es ist nicht ausgeschlossen, daß sich unter den zum Kriegsdienst Einberufenen vereinzelt Empfänger von Renten aus der gesetz- lichen Arbciterversichcrung befinden. Diese werden in der Regel an der persönlichen Empfangnahme der Renten verhindert sein und müssen deshalb, wenn die Renten den Angehörigen gezahlt werden sollen, diesen Vollmacht zur Abhebung erteilen. Die Renten werden dann weiter gezahlt, bis die Vollmacht widerrufen oder der Tod vrs Empfängers den Rentenzahlstellen bekannt wird. Zur Durchführung einer geordneten Rentenzahlung an die Angehörigen ist angeordnet, daß die Dienststellen: 1. durch Umfrage die Rentenempfänger ermitteln und sie, so- weit dies noch nicht vor der Einberufung geschehen ist, zur schleunigen Uebersendung einer Vollmacht an die Angehörigen veranlassen; 2. die Benachrichtigung der Rentenzahlstellen(Postanstalten) von dem Tode usw. der Empfänger übernehmen. Es genügt, folgende einfache Vollmacht, die auch die Frau ihrem im Felde stehenden Mann zur Unterschrift zusenden kann: Bollmacht. Ich erteile hiermit meiner Ehefrau(anderen Angehörigen, sonstigen Personen) Anna geb. S................. in .......... Vollmacht, meine..........-Rente zu erheben ......... Ort, Datum............ Unterschrift(Vor- und Zunamen). Tariffrriheit. Ein AuShilfsarbeiter forderte gestern vor dem Gcwerbegericht von � der Transportgesellschaft Beck u. Co. Entschädigung für 11 Stunden entgangenen Arbeitsverdienst. Er war am 1. Sep- tember einige Stunden zum Lohnsatz von 50 Pf. beschäftigt worden. Am Abend wurde ihm gesagt, er könne am nächsten Morgen wiederkommen. ES war auch Arbeit vorhanden. Da mit dem 1. September der Tarifvertrag abgelaufen war» suchte die Firma die Situation auszunutzen und wollte dem Kläger nur noch 40 Pf. Stundenlohn zahlen. Darauf ging dieser nicht ein und wurde darum nicht beschäftigt. Auf diesen Sachverhalt gründete er nun seinen Klageanspruch. TaS Clericht gab der Klage statt mit der Begründung, es hätte dem Kläger am Abend bereits mitgeteilt werden müssen, daß er am nächsten Tage zu einem verminderten Lohn arbeiten solle. Eingegangene Druckschristen. Illustrierte Geschichte deS Weltkrieges IS14. Hest 1. Jed« Woche erscheint ein Hest. 25 Ps.— Union, Deutsche DerlazSgesellschaft, Stuttgart._ Sriefkasten der Redaktion. Die juristische Sprechstunde findet Lindcnstraße 63, vorn vier Treppen — Fahrstuhl—, wochentäglich am Montag bis Freitag von 3 bis 6 Uhr, am Donnabend von 5 bis 6 Uhr, statt. Jeder für den Brieflasten be- stimruten Anfrage ist ein Buchstabe und eine Zahl als Merkzeichen beizu- fügen. Brieflich« Antwort wird nicht erteilt. Anftagcn, denen keine i-lbonnementsqulttung beigefügt ist, werden nicht beantwortet. Eilige Fragen trage man in der Sprechstunde vor. — I. 320. Der NirterftühungSwohnsitz wäre Ihr letzter Dahnfitz. Wenden Sie sich an Ihr Bczirtskommando, um zu erfahren, ob Sie nickt bald ein- berufen werden.— C. Sch. 100. Die Nottrauung findet aus dem Standesamt statt und hat dieselbe Wirkung wie eine andere Trauung. Wenden Sie sich an den StindeSbeamIcn. AIS Militärperson müßten Sie außerdem die Zulassung bei dem BczirkSkommando nachsuchen.— A. B. 70- Die VersicherungSvflicht liegt nicht vor.— R. 32. Der Eigentümer könnte auf Herausgabe klagen. Schauen Sie Ihren Vertrag ein, ob der Wirt nicht unter der Angabe, Sie haben falsche Angaben über die Eigentums- verbtltnisse ihm gemacht, wegen Betrugs Anzeige erstatien könnte.— — Spandau. Eine Klage auf Haftung wäre mit Rücksicht auf die Be- stimmungen der§8617 und 618 des Bürgerlichen Gesetzbuches nicht aussichtslos.— E. P. lk48ö. Der Wirt könnte aus Zahlung klagen. Die unentbehrlichen Möbel sind nicht psändbar. Der Lohn ist nur Pfändbar, sofern er 1500 M. jährlich übersteigt.— M. G. 100. Da eine Kündigung nicht erfolgt ist, ist da« Gebalt weiter zu zahlen.— Reber. Klagen Sie gegen den Wirt. Ihre Auffassung irlsft zu.— St. K. 17. Wenn Ihr Vertrag nicht« Gegenteiliges enihält, ist die Kündigung zum 1. Januar zulässig.— III Max. Ihre Eingabe genügt.— G. W. 100. 1. Ja. 2. Kommen Sic aus Niederschlagung oder Stundung der Steuern ein.— — C. H. 1001. 1. Zur Unterslützung ist diejenige Gemeinde verpflichtet, innerhalb deren der UnterstützungSbedurslige(in Ihrem Falle also da« außeieheliche.Kind, nicht dessen Vater) zur Zeit der Einziehung seinen ge- wohnlichen Ansentbalt hatte. 2. Herzfehler.— S. 42. Die Sieuerbehörde ist im Recht.— M. 7. Wenden Sie sich an das BezirtSlommando: unseres Wissens besieht keine Beschränkung.— F. B. 34. Unter diesen Umständen würde Ihre Schwester recht tun, nicht zu zahlen. Zur Räumung kann sie nicht gezwungen werden. Die Sachlage ist ausführlich im .Vorwärts" dargelegt.— A. S. 00. Mit einer Klage würden sie nicht durchdringen, e« bleibt Ihnen nur die Kündigung.— A. K. 74. Leider ist die Kasse im Recht; während de; Kriege« besteht nur ein Anspruch aus die Regelleistungen.— E. B. 35. 1. Ja. 2. Nein.— A. M. 25. 1. Ja. 2. Nein." 3. Ja.— G. 8. Nein, vorausgesetzt, daß nicht mündlich eine längere MielSzeit vereinbart oder eine Vierteljahres- oder Jahresmiele verabredet Ist.— Ziffer 2. Leider nein.— Br. 101. l. Beantragen Sie beim Gcwerbegericht Anberaumung eine« Termins. 2. Krankenkassen können Stillprämicn gewähren, wäbrend der Kriegszesi ist die dahin gerichtete Stawtenoorschrtst aber ausgehoben.— Karl. Leider nein. Amtlicher Marktbericht der städtttchen Markthallen-Direktlon über den Großhandel in den Zenlrai-Martlballen.(Ohne Verbindlichleit.) Donnerstag, 10. September. Fleisch: Rindfleisch per 50 kjf, Ochscnslcisch: fleisch la 76-85, do. Ha 70—74, do. Iva 58-68; Bullenfleisch la 72—78, do. IIa 64— 70; Kühe, fett 50—62, do. mager 44— 50, Fresser 65—74, Bullen, dün. 60—68. Kalbfleisch: Doppcllender 100— 115; Mastkälber la 85—95, do. IIa70— 84; Kälber oer. gen. 55—68. Hammelfleisch: Mastlömmer90— 35: tammclla 85—30. do. IIa 80—85; Schase85— 32. Schweinefleisch 54-60.— i e m ü s e, inländische»: Kartoffeln, weiße 50 kg 3,50—4,00; weiße Kaiserkronen 3.25— 3,75: Magnum bonum 3,50— 4,00; Porree. Schock 0,60-0,80; Sellerie, Schock 3—7,50; Spinat 50 kg 6,00—9,00; Mohrrüben 2,00—2,50; Bohnen 50 kg 6,00—12,00; Wachsbohnen 50 kg 6,00—15,00; Kohlrabi Schock 0,60—0,90; Wirsingkohl Schock 4,00—10,00; Weißkohl Schock 3,00-8,00, Rotkohl, Schock 3,60—9; Kohlrüben Schock 8—5,00; Blumentohl. Ersurker, 100 El. 8,00—18,00, Meerrettich Schock 7,00—12.30, do, 50 kg 00, CO; Petersilienwurzei Tchockbund 1.00 bis 3,00; Radieschen Echockonnd 0,70— 1,00; Salat Schock 1,50- 2,00; Zwiebeln. 50 kg 2,50—3,00; Tomaten 50 kg 7,00—9,00; Pfefferlmge 60 kg 32,00—40,00; Steinpilze 60 kg 00,00-00,00; Gurken Schock 1,75-2,50. Senfgurken Schock 6,00— 10,00 M.; Einlegegurken Schock 1,50 bis 1,80. Kürbis 50 kg 2,60—3,50. WettcrauSlichten für daS mittlere Norddeutschlaub biS Tonnabcndmittag: Am Tage warm, nachts ziemlich kühl, nur zettwetse etwas neblig, sonst überall vorwiegend heiter und trocken.