Nr. S49.- 31. Jahrg. Rbonnements-Bcdingungcn: Abonnements- VreiZ pränumerando: Bierteljährl. 3A> Ml., monatl. 1,10 M!., wöchentlich 2ö Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer ö Pfg. Sonntags- Nummer mit illustrierter Sonntags- Beilage»Die Neue Well� tv P°q. Post- Abonnement: l.ll) Marl pro Monat. Eingetragen in die Post- Zeitungs- Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und» Oesterreich- Ungarn 2.a0 Marl, für das übrige Ausland 4 Marl pro Monat. Postabonnemems nehmen an: Belgien, Dänemark, Holland. Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz. Crtdiclnt täglldj. NO Verlinev ( 5 Pfennig) Die Merfions-GebOftr Betragt für die sechsgespaltene Kolonel- zcile oder deren Raum M Pfg., für politische und gewerlschaftliche Vereins- und Versninmlungs-Anzeigen 30 Pfg, „Ateine Anzeigen", das fettgedruckte Wort 20 Pfg.(zulässig 2 fettgedruckte Wortes, jedes weitere Wort lll Pfg, Stellengesuche und Schlasstellenan- zeigen das erste Wort lo Pfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über ll> Buch. ftaben zählen für zwei Worte, Inserate für die nächste Nummer müssen bis » Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet, Telegramm- Adresse: .„ZwiaWemMral Berlin". Zentralorgan der fbzlaldemokratlfcben Partei Deutfcblands. Redaktion: SRI. 68, Ltndcnstraasc 69. Fernsprecher: Amt Moripplatf, Nr. 1382. Sonnabend, den 1Ä. September 1914. Expedition: SRI. 68» binden Strasse 69. Fernsprecher: Amt Morihplatz, Nr. 1981. Amtlich. S erlin, 11. September,(w. T. S.) Das 22. ruPjche Armeekorps �innlanö) hat ver- sucht, über Zyd in üen Kampf in Ostpreußen ein- zugreifen; es ist bei Ipck geschlagen worüen. Das 17. Armeekorps. Dem„Berliner Lokalanzeiger" wird aus D a n z i g g e- meldet: Das Generalkommando gibt bekannt:„An den gegen- wärtigen Kämpfen nimint auch das 17. Korps unter Führung des Kommandeurs v. Mackensen hervorragenden Anteil. v. Hindenburg. Russisthe Großfürsten gefallen. Paris, 11. September.(W. T. B.s Dem„New Dork Herald' zufolge sind in der S ch l a ch t b e i G u m b i n n e n, in der das russische Gardekorps grohe Verluste hatte, die G r 0 h- sürsten Johann und Oleg Konstantinowitsch ge- fallen. westlicher Kriegsschauplatz. Die Tätigkeit ües englischen Expeditionskorps. Berlin, den 11. September. Der„London Gazette' vom 3. September entnehmen wir die nachfolgende, vom Feld- Marschall French herrührende Darstellung der bisherigen Operationen des englischen Expeditionsheeres: Die Engländer nahmen am 22. August eine Stellung von Ath über Möns bis Binche ein. Nach den_ Mitteilungen des französischen Hauptquartiers»ahm ich an, daß ich höchstens zwei deutsche Armeekorps vor meiner Front hatte. Unsere Stellung war vorzüglich. Am Abend des 23. August erhielt ich von General I 0 f f r e die unerwartete Meldung, daß drei deutsche Armeekorps gegen meine Front vorgingen Und'ein weiteres Korps eine Umgehungsbewegung von Tournay aus ausführte. General Joffre teilte ferner mit. dasi die französische Armee. die zur Rechten der Engländer stand, sich zurückziehe. Infolgedessen entschloß ich mich, auf eine vorher rekognoszierte Stellung zurück- zugeben, die sich von Maubeuge westlich nack Jnlem und südöstlich von Valenciennes ausdehnte. Die ganze Nacht hindurch fanden auf der gesamten Linie Kämpfe statt. Der Rückzug wurde am 24./8. unter fortwährenden Gefechten erfolgreich aus- geführt. Da die französischen Truppen� noch immer zurück- gingen, hatte ich abgesehen von der Festung Maubeuge keine Unterstützung, und die entschlosienen Versuche des Feindes, meine linle Flanke zu umgehen, überzeugten mich, daß der Feind die Absicht hatte, mich gegen Maubeuge zu drängen und mich zu umzingeln. Ich glaubte leinen Augenblick verlieren zu dürfen. mich aus eine andere Stellung zurückzuziehen. Diese Bewegung war gefahrvoll und schwierig, nicht nur wegen der überlegenen Kräfte vor meiner Front, sondern auch infolge der Erschöpfung meiner Truppen. Der Rückzug begann am 25. August früh nach einer Stellung nahe Le Cateau. Obwohl die Truppen Befehl hatten, Cambrai, Cateau und Landrecies zu besetzen und die Stellung am 25. August in aller Eile vorbereitet und verschanzt worden war. hatte ich doch ernste Zweifel, ob es klug sei, dgrt stehen zu bleiben und zu kämpfen, da ich Mitteilung von der standig wachsenden Stärke des Feindes erhallen hatte. Ueberdies dauerte der Rückzug der Franzosen auf meiner Rechten an. Ich entschloß mich daher, weiter zurückzugehen, bis ,ch ein ge- wichtiges Hindernis, wie die Somme oder Oise, zwijchen die briti- scheu Truppen an den Feind bringen und meinen Truppen Gelegen- heit zum Ausruhen und zur Reorganisation geben könnte. Ich wies daher die Korpsbefehlshaber an. so bald nls möglich auf dte L,me Vermond— St. Ouentin— Ribemont zurückzugehen. Am 25. August wurden wir auf dem Marjche den ganzen Tag über vom Heinde bedrängt, der seine Angriffe ans die erschöpften englischen Soldaten noch spät in der Nacht fortletzte. Während der Kämpfe am 23. und 24. August ersuchte tch den General Sorbet, der drei französische Kavallerledivisionen be- fehligte. um Unterstützung. Sorbet leistete zwar wertvolle Hilfe, war aber am 26. August, dem kritischen �Tage, infolge der Erschöpfung seiner Pferde nicht mehr imstande, uns zu Unterstützen. Am 26. August wurde er bei Tagesanbruch offenbar, daß der Feind feine Hauptkraft gegen den linken Fluge Unserer Stellung richtete, der von unserem Armeekorps gebildet wurde, und General Smith Dornen meldete, daß er sich unter einem solchen Angriff nicht zurückziehen könne, wie ihm befohlen worden war. Es war unmöglich sür mich,«mith Dornen zu Unterstützen. Aber die Truppen zeigten eine prachtvolle Haltung gegenüber dem schrecklichen Feuer. Endlich wurde es offenbar, daß, loenn eine vollständige Vernichtung vermieden werden tollte, der Rückzug versuchi werden mußte und es wurde um /z4 Uhr nachmittags der Befehl gegeben, ihn zu beginnen. Die Bewegung wurde durch die hingebcndste Unerschrockcnheit und Entichloffenheit seitens der Artillerie, welche selbst ziemlich gelitten halte, gedeckt Und das schöne Eingreifen der Kavallerie leistete wesentliche Hilfe bei der Vollendung der sehr schwierigen und gefährlichen Operation. Glücklicherweise hatte der Feind selbst zu schwer gelitten, um die Verfolgung energisch durchzuführen. Ich kann diesen kurzen Bericht über dte ruhmvolle Haltung der britischen Truppen nicht schließen, ohne hohe Anerkennung den wertvollen Diensten Smith Dorriens zu zollen, der den linken Flügel der Armee am 26. August rettete. Die französifthe Negierung über öie Dum-Dum-Geschosse. � Der„Kölnischen Zeitung" wird von der holländischen Grenze gemeldet, daß die französische Regierung die schwere Anschuldigung zu entkräften sucht, daß sie ihren Soldaten Pakete mit Dum-Dum- Geschossen zugesteckt habe. Ein höherer Offizier soll erklärt haben, daß ein Stabsoffizier von Longwy sich mit der Untersuchung über die Herstellung einer neuen Art von Patronen beschäftigt habe; auch hätten in einer Rumpelkammer der Festung noch einige Kisten mit Patronen mit angebohrter Spitze aus der Zeit sich befunden, bevor die Haager Konvention die Verwendung solcher Geschosse verboten habe. Man habe später versucht, durch maschinelles Umfeilen die Geschoffe wieder brauchbar zu machen. In Wirklichkeit sei Munition dieser Art zum Gebrauch gegen den Feind nicht ausgegeben worden. Daß die französischen Soldaten nur mit erlaubten Patronen aus- gerüstet seien, könne man aus jeder Untersuchung von deutschen Ver- mundeten beweisen. Möglich ist, daß, einige Schachteln mit ver- botenen Patronen unbeabsichtigt an französische Infanteristen ver- teilt worden seien. Auch au? allen Rechnungen des Kriegs- Ministeriums über Lieserungen von Pinntiion ergebe sich mir voller Sicherheit, daß seit 16 Fahren keine Rede davon sein könne von einer regelmäßigen Anfertigung von Dum-Dum-Geschoffen. vom österreichisth-rußißhen Kriegsschauplatz. Die zwe«t< Schlacht bei Lemberg. Telegramme der Kriegsberichterstatter aus dem Kriegsprcffc» quartier melden übereinstimmend, daß die Kämpfe um Lemberg mit unvcrmiudcrter Heftigkeit fortdauern. Die Offensive der Ssterreichisch- ungarischen Truppen mache große Fortschritte. Die Lage werde zu- versichtlich beurteilt. vom österreichisch-ferbifchen Kriegsschauplatz. versuchter Einfall öer Serben in Slawonien. Trotz der von den Oesterreichern gemeldeten Niederlage bei Mitrowitza versuchten die Serben am Dienstag an anderer Stelle einen Einbruch nach Ungarn. Dabei kain es zwischen G r a b o w i t s ch und Nertkowitz zu Kämpfen, bei denen die aus Peterwardein verstärkten Truppen nach Meldung österreich-ungarischer Blätter einen glänzenden Sieg erfochten. Im Laufe der letzten zwei Tage sind mehr als 6000 Gefangene nach Ungarn gebracht worden. Ein Einbruch der serbischen Truppen ins slawonische Gebiet wurde mit einer Beschießung voni serbischen Ufer aus eingeleitet, worauf die Monitore von Semlin aus Belgrad mit stärkeren! Erfolge bombardierten. Der Krieg und öie Kolonien. Kämpfe in Kamerun unü Deutsch-tdftaftika. Berlin, 11. September. iW. T. B.) Nach englischen Nachrichten hat in der Nähe des Songwe-Flusses, an der Grenze von Deutsch- O st afrika und B r i t i s ch- N j a s s a l a n d, Zwischen deutschen und englischen Truppen ein Kampf stattgefnnden, bei dem auf beiden Seiten mehrere Europäer gefallen sind. Aus gleicher Quelle wird auch von Toten und Verwundeten in Kamerun berichtet. Eine amtliche Bestätigung liegt bisher nicht vor. der Seekrieg. Kreuzerkrieg im Stillen(dzean. Aus Holland wird der„Voss. Ztg." gemeldet: Das Kabel, das Kanada und Australien verbindet, wurde zwischen British-Columbia und Fanning-Jsland durchschnitten; die Engländer vermuten durch den Kreuzer„N ü r n» berg", der von der„Australia", dem Flaggschiff der austra» lischen Marine« einem 18 M-Tpnnen-Kreuzer« verfolgt wurde. Unwahre Gerüchte. Zu Beginn des Krieges war die bürgerliche Presse mit augenscheinlich übertriebenen- Berichten über belgische'Greuel- taten gefüllt. schon damals stellten wir diesen Darstellungen Schilderungen von Augenzeugen gegenüber, die sich größerer Objektivität befleißigten, so konnten wir die Nachricht von der Ermordung des Hoteliers Weber in Antwerpen als unrichtig zurückweisen. Damals reagierte die bürgerliche Presse darauf nicht. Jetzt sieht sich das„Berliner Tageblatt" genötigt, mitzuteilen, daß in einer Berliner Versammlung der aus Belgien gestobenen Deutschen ausdrücklich die Ermordung Webers als unbestätigtes Gerücht bezeichnet wurde. Die übrige bürgerliche Presse, die damals sogar grausig ausgeschmückte Einzelheiten brachte, schweigt auch heute noch. In der„Kölnischen Volkszeitung" wendet sich Dr. Karl Sonnenschein gegen ein anderes weit verbreitetes, aber nichts desto weniger ebenso unwahres Gerücht. Angeblich� sollten in Löwen gerade Studenten und Geistliche an Schießereien gegen deutsche Soldaten teilgenommen haben. Gegenüber derartigen Meldungen von Kriegsberichterstattern, die während der erwähnten Vorgänge ja auch nicht in Löwen waren, stellt Dr. Sonnenschein-fest: V.Wns uns außerordentlich interessierte und worüber wir uns bei hochachtbaren Und ernsthaften Persönlichkeiten erkundigten, war die Haltung des Klerus und des Lehrkörpers der Universität in den letzten Tagen. Von einer Anteilnahme der S t u- dentenschaft am Kampfe kann keine Rede sein, da sich die Studenten in Ferien befanden. Ein großer Teil derselben steht im aktiven Heere. Von etiler Teilnahme der U n i v e r s i t ä t s- Professoren am Kampfe ist nichts bekannt geworden.' Da- gegen traf ich eine ganze Anzahl derselben, die, ebenso wie ihre Frauen, während der ganzen Zeit aus das eifrig st e im Dienste des Roteil Kreuzes(auch für deutsche Verwundete) gearbeitet haben. Viele der Löwcncr Universitätsprofcssoren haben zu Deutschland stets in den besten und regsten wissenschaftlichen Beziehungen gestanden. Manche pflegten mit Freunden in Teutschland herzlichen Verkehr. Viele haben in unserem Vaterlande studiert und nie aus ihrer Shm» pathie für dasselbe ein Hehl gemacht. Allen voran hat in den harten Tagen der letzten Wochen der Löwener Klerus in seiner Gesamtheit getan, was er konnte, he- ruhigend und tätig seine Friedcnspflicht zu erfüllen. Alle Geist- lichen, die ich traf, hatten Truppen im Quartier und taten für sie ihr Bestes. In sämtlicheil Kirchen ist nicht nur die Verfügung des Erzbischofs von Mecheln, Ruhe zu halten, verlesen, sondern ans das ernsteste besprochen und empfohlen worden. Wer konnte, stellte sich in den Dienst der Krankenpflege. Die Ordensschwestern haben unermüdlich auch unsere Verwundeten gepflegt. Die anti» klerikalen Panschalverdächtigungen, wie sie unter anderem in der Generalanzeigerpresse Grabein erhebt, fusicn auf jenen obcrfläch- lichen Gerüchten, die in Kriegszeiten mit besonderer Gefährlich- keit aufzutreten pflegen, und schlagen der Wirklichkeit der Dinge ins Gesicht. In keiner Kirche von Löwen sind Gewehre irgendwelcher Art gefunden worden. Von keiner Kirche und keinem Kirchturme aus wurde geschossen. Sollten irgendwo ein- zelne Personen, die eine Soutane, trugen tGeistliche oder Semi- naristen) in den Kampf verwickelt sein, so wird durch diese Einzeltatsache die eben ausgesprochene allgemeine These nicht auf das geringste beeinträchtigt." Das allgemeine Urteil Sonnenscheins über„oberflächliche Kriegsgerüchte" kann nicht dick genug unterstrichen werden. Unter der Ueberschrift„Der Wahrheit die Ebre" entnimmt die„Nordd. Allg. Ztg." einem Zentrumsblatt folgende weitere Richtigstellung: „Wie berichtet wurde, hatte der„Dortmunder General- anzeiger" die Schauermär verbreitet, daß in Löwen 50 deutsche Soldaten von katholischen Ordensbrüdern ermordet und die Leichen im Klosterkeller versteckt worden seien. Der Vorsitzende des Augnstiniis-Vereins zur Pflege der katholischen Presse, Herr Verleger L. Lensing(Dortmund), wandte sich am 31. August, gleich als die Nachricht austemchte, beschwerdeführend an das Generalkommando des 7. Armeekorps in Münster i. W. und erhielt jetzt folgende Antwort: Auf Ihre an mich gerichtete Beschwerde vom 31. v. M. er» widere ich Ihnen ergebenst, daß der von Ihnen angegebene Artikel über angebliche Mordtaten von Ordensbrüdern an deutschen Sol- daten in Löwen im Hinblick auf seine vagen Unterlagen als durchaus unstatthaft bezeichnet werden muß.— Ich habe die Zeitungen im Bereich des VlI. Armeekorps erneut und nach- drücklich darauf hingewiesen, daß Artikel, die geeignet erscheinen. konfessionelle oder parteipolitische Gegensätze zu verschärfen, ver- boten sind. Der kommandierende General. Frist, von Vissing." die Gpfer öer Seeminen. London, lt. September.(Meldung des„Reuterschen Bureaus.") In der Nordsee ist das Wrack des Dampfers.Ottawa" aufgefunden worden, der vermutlich auf eine Mine aufgelaufen ist. * Die„Daily C h r o n i c l e" veröffentlicht in ihrer Ausgabe vom 4. September folgenden Bericht des englischen offiziellen Preß- bureaus:„Eine Meldung von dem kommandierenden Offizier H. M. S.„Speed h" berichtet, daß der Dampfer„L i n S d e l l" am Donnerstagmorgen auf eine Mine gestoßen und ge. funken ist. Eine Viertelstunde später stieß auch die„Speedh" auf eine Mine und sank, etwa Ztl Meilen von der Ostküste entfernt. Die „Speedy" war ein Kriegssahrzcug, das zum Zweck des Fischerei- fchutzeS in der Nordsee diente und 1833 gebaut war. Bei dem Unter- gang der beiden Schiffe sind mehrere Personen umgekommen und verwundet worden. Die Schnelligkeit öer deutschen Kreuzer. London, 11. September.(W. T. B.) Unter der Spitz- marke„Schnelligkeit, Schnelligkeit" schreibt der„Daily Telegraph": Die Nachricht, daß fünf schnelle deutsche Kreuzer ihre Arbeit, britische Handelsschiffe zum Sinken zu bringen, im atlantischen Ozean noch fortsetzen, trotzdem sie von 24 englischen Kreuzern und außerdem von zahlreichen fron- zösischen Schiffen verfolgt werden, beweist den Wert der Schnelligkeit. Viele Jahre lang hat Deutschland schnelle Kreuzer gebaut und es besitzt jetzt neun, die eine Schnelligkeit von über 27 Knoten haben. Seit Ersparnisse in der britischen Marine gemacht wer- den mußten, um eine Parlamentsmehrheit zu befriedigen, hat sich fcae Admiralität so gut wie möglich mit älteren und langsameren Schiffen behelfen müssen. Sie datieren von einer Zeit vor der Erfindung der Schiffsturbine. Der Krieg bat uns daher wohl mit einer starken Ueberlegenheit von Kreuzern gefunden, aber kaum einer läuft schnellstens als 25 Knoten, die meisten langsamer. Es gibt keinen englischen Kreuzer im Atlantischen Ozean, dem die deutschen Kreuzer nicht entfliehen könnten. Unsere Geschäftsleute müssen nun unter diesem Mangel leiden. Der englifthe Kaperkrieg. Kopenhagen, 11. September.m ganzen waren S Mann gefallen und 7 verwundet. Ein eigentümliches Gefühl beschlich einen, als man die Kugeln pfeifen hörte. Di« Gedanken flogen doch zu denen, die man lieb hat und für dt« man bisher gelebt hat. Die Russen sind nun fort, und heute trafen Leute ein, Mc berichteten, haß die Russen sich'« vollkommenem Rückzüge ständeü, Uebergriffen einzelner Personen, Brandmarkung von unter der Maske patriotischer Gesinnung betriebener Lebens- mittelspekulationen wurde wieder und wieder gestrichen. Das alles von der M i l i t ä r z e n s u r. Neben ihr wirkte aber stets in Kattowitz auch noch eine Zensur der Zivil- behörden mit einem Polizeizensor. Was die Militär- behörde allenfalls noch durchließ, erregte hier Anstoß und ward gestrichen. Diese Zensur ging soweit, daß eine amtliche Nachricht und der Bericht einer öffentlichen Ge- richtsverhandlung gegen einen Kattowitzer Polizei- kommissar beanstandet wurden. Das führte zu einer Beschwerde beim Bezirkskommando. Das Bezirkskominando verfügte, daß die Polizei als eine der Militärgewalt untergeordnete Behörde kein Recht zur Streichung der von der Militärzensur genehmigten Artikel habe. Eine dahingehende Mitteilung der Redaktion an die Polizei wurde aber nur damit beantwortet, daß— ein Zeitungs- verbot angedroht wurde. Natürlich ist nun wieder dagegen Beschwerde erhoben worden. Es wird abzuwarten sein, welchen Erfolg sie haben wird. Es ist schwer vorstellbar, daß die oberen Instanzen ein Vorgehen, wie es dort in Kattowitz gegen unser Parteiorgan beliebt wird, billigen werden. Es widerspricht we- nigstens vollkommen dem, was der Augen- blick erfordert!_ Gemeinheiten gegen Gefangene. Einigen unter den Hetzblättern gegen die Gefangenen beginnt es, jetzt, wo sie die Früchte ihrer Hetze sehen, doch selbst bange zu werden. Hallesche Blätter brachten folgenden erbaulichen Bericht: „In letzter Zeit wurde von allen Seiten da? allzu fieundliche Benebmen der�deutschen Frauen gegen verwundete und gefangene Franzosen gerügt. Deshalb ist es aber durchaus nicht notwendig, daß man hier in Halle auf das Gegenteil verfällt und die V e r« wundetenin g efährlicher Weise bedroht. Als am Montagabend die Transporte einliefen und die Verwundeten in den Straßenbahnwagen nach den Krankenhäusern befördert wurden, drohte am Riebeckplatz das Publikum, die Wagen zu stürmen und die Fe n st er einzuschlagen. Wie die Furien rannten die Weiber den Wagen nach und bedrohten die Verwundeten, die doch auch für ihr Vaterland gekämpft haben und größtenteils wider ihren Willen in den Krieg geschickt sind. Soll es etwa später heißen, daß die Deutschen, genau so wie der belgische Pöbel, das Rote Kreuz nicht geachtet und die Verwundeten angegriffen hätten?" Es muß wirklich ein skandalöses Verhalten gewesen sein, das gewiffe Bevölkerungskreise Halles dort an den Tag legten. Ein Augenzeuge weiß im Halleschen„Volksblatt" noch folgende näheren Mitteilungen zu machen: Besonders wären es einige besser gekleidete„Damen" gewesen, die sich auffallend und roh benommen hätten. Die eine hätte andauernd vor den gefangenen Franzosen ausgespuckt, eine andere nach den„Erbfeinden" getreten und dabei sogar einen am Bein verletzten Franzosen getroffen. Eine dritte„Heldin" hätte die Unverschämtheit besessen, einem Franzosen das Käppi vom Kopfe zu schlagen und nach ihm zu spucken, wofür sie erfreulicherweise von einem Angehörigen des Roten Kreuzes mit einer derben Ohrfeige ausgezeichnet worden sei. Der Gewährsmann versichert: das Treiben der Weiber sei ekel- Haft gewesen. Es mögen hier und dort hysterische Weiber in ihrer Fremdenverhimmelung wenig erfreulich gewirkt haben. Die Roheiten gegen Gefangene, wie sie sich in letzter Zeit hier und dort gezeigt haben, sind aber doch ganz unverhältnismäßig viel v e r d a m m e n s w e rt e r. Sie sind nicht nur scheußlich und gemein, sondern auch ge- fährlich. Sie bedrohen, wie an dieser Stelle schon sehr oft betont wurde, unser Ansehen als Kulturvolk und müssen dahin wirken, daß im Auslande Vergeltungsmaßnahmen an den gefangenen Deutschen geübt werden. Es ist im höchsten Grade unverständlich und schädlich, wenn einzelne Blätter— auch Berliner— unbekümmert fortfahren, die Be- völkerung weiterhin gegen die Gefangenen aufzustacheln. Auch ein Beitrag zu der Gefangenenhetze. Aus Stuttgart wird bürgerlichen Blättern gemeldet: Die in einem hiesigen Gefangenendepot befindlichen französischen Gefangenen haben aus freien Stücken unter sich eine Sammlung zu- gunsten des deutschen Roten Kreuzes veranstaltet, um ihre Dank« b a r k e i t für die den Berwundeten gewordene Hilfe zum Ausdruck befinden. Es wäre nur gut, daß dies« Leute für immer daS Land verlassen hätten, denn man muß eS sehen, wie sie gehaust haben. ES ist unbeschreiblich. Mit eigenen Augen habe ich Wohnungen ge- sehen, in denen nicht ein Gegenstand ganz geblieben ist. Alles, was genießbar, war aufgegessen oder ausgetrunken, was nicht genossen werden konnte, vernichtet. Sämtliche Möbelstücke waren erbrochen, der Inhalt herausgerissen und durcheinandergeworfen, natürlich alles zerbrochen und zerrissen. Stühle. Schränke usw. alles demo- liert.— Seit Sonntag leben wir nun in voller Ruhe. Die Brücken, die wir teilweise gesprengt hatten, sind von den Russen abgebrannt worden, und eS wird in aller Eile alles wieder aufgebaut. Ich hoffe, daß in wenigen Tagen die Eisenbahn wieder gehen wird und daß die Post ihren Dienst wieder aufnimmt. Ich werde dann sofort telegraphieren. Mein Dienst ist verhältnismäßig leicht, nur müssen wir Feldwachen anfltellen, da diese von Offizier-Diensttuern besetzt werden, so kommen wir ziemlich oft heran. D« heißt es denn 24 Stunden im Freien setn. Die Nächte sind jetzt schon ziemlich kalt. Wundervoll ist es, in der Nacht das Leben im Walde zu beob- achten. Wie anders sehen die Bäume bei Nacht als bei Tage aus. Tierstimmen jeder Art unterbrechen das Schweigen der Nacht, und wie schön ist das Erwachen der Natur am Morgenl Jedenfalls fieut man sich, feststellen zu können, daß man die Entbehrungen und Anstrengungen des Feldzuges leicht erträgt. Von L. habe ich auch nicht« weiter gehört. Wer weiß, wie eS dort aussehen mag?!— d. 4. g. 14. Zwei Tage sind wieder verflossen, ohne daß die Verbindung hergestellt ist. Wer weiß, wie lange es noch dauern wird, ehe ich wieder etwas von Dir höre. Infolge der veränderten Kriegslage, die sich hier für uns günstig entwickelt, hoffen wir alle, daß auch in den nächsten Tagen Post und Eisenbahn funktionieren werden. Gestern wurden Kosaken und Infanterie aus I. herausgedrängt. Zum erstenmal sahen wir auch aktive Truppen, die hier durch- rückten, um die Russen, die noch bei A. sein sollen, zu fangen. Gestern sprach ich einen Postboten; dieser erzählt«, daß bei L. die ganze Bagage der Russen erbeutet worden sei. Dabei hätten sich Geschäftsbücher von B. befunden. Daraus ist zu entnehmen, daß die Kerle auch in unserem Hause gehaust haben. Allgemein wird erzählt, daß die Horden nur dort plündern, wo niemand zu Hause ist. Bei B. ist die? wohl der Fall gewesen, und so dürste der arme Kerl einen großen Schaden erlitten haben. Hoffentlich wird eS bei unS besser gewesen sein, denn ich hoffe, daß unsere Leute auf dem Posten geblieben sein werden. Seit einigen Tagen ist weniger gutes Wetter, und da finden sich bei den Leuten allerlei Erkältun» gen ein. Dieses ist nicht besonders wunderbar, da die Bekleidung der alten Leute ungenügend ist.— Soeben erfahre ich, daß der Dampfer Briese nach L. mitnimmt. Bon dort sollen die Briefe durch einen Flieger zur nächsten Bahnstation mitgenommen werden. Also auf gut Wück sende«ch Dir dies« Zeil«»». zu bringen. Das Generalkommando des Württembergischen Armeekorps hat die Annahme der gesammelten Geldbeträge, die sich auf 82,56 Franken und auf 10.50 M. belaufen, genehmigt mit der aus- drücklichen Bestimmung, daß das Geld für die in Stuttgart befind- lichen französischen Verwundeten zu verwenden ist. Einberufung des preußischen Landtages. Nach Mitteilungen aus Zentrumskreisen besteht die Ab- ficht, dem preußischen Landtage im Spätherbst Vorlagen zur Durchführung von Notstandsarbciten vorzulegen. Ueber den Zeitpunkt der Einberufung des Landtages schweben Ver- Handlungen._ Kriegsnnterstiitzungen. AuS Hamburg wird gemeldet: Der sozialdemokratische Antrag über die Zuschüsse zur Reichs- Unterstützung für die Familien der Feldzugsteilnehmer, dem vor einiger Zeit schon die Hamburger Bürgerschaft zustimmte, hat jetzt auch die Billigung des Senats gefunden. Die Unterstützungen, die danach in Hamburg gezahlt werden, gehen zum Teil nicht unbe- trächtlich über das hinaus, was von den meisten Kommunen ge- währt wird. Der Hamburger Beschluß lautet: Den nach dem Reichsgesetz vom 28. Februar 1888 unter- stützungsbcrechtigten Angehörigen der Kriegsteilnehmer, soweit sie bedürftig sind, werden in Zukunft Unterstützungen nach fol- aenden Sätzen gewährt, unbeschadet des Rechts, über diese Sätze hinauszugehen, falls die Verhältnisse dies er- fordern: O 1. für alleinstehende Männer monatlich 40 Mark; 2. für alleinstehende Frauen monatlich 35 Mark; 3. für Kinder, die sich nicht in der Pflege eines unterstützungs- berechtigten Angehörigen des Kriegsteilnehmers befinden, monatlich 15 Mark; 4. für ein kinderloses Ehepaar monatlich 55 Mark; 5. für eine Frau mit einem Kind monatlich 50 Mark; 6. für eine Frau mit zwei Kindern monatlich 62 Mark; 7. für eine Frau mit drei Kindern monatlich 72 Mark; 8. für eine Frau mit vier Kindern monatlich 80 Mark; 0. für eine Frau mit fünf Kindern monatlich 87 Mark; 10. für eine Frau mit sechs Kindern monatlich 93 Mark; 11. für jedes weitere Kind monatlich 6 Mark. Unterstützungsberechtigte Erwachsene in der Familie werden wie Kinder gezählt. Ein Anspruch des Vertreters der Grundeigentümer, von den Unterstützungen die Miete abzuziehen und diese direkt an die Hausbesitzer zu zahlen, wurde von der ausführenden Kommission abgelehnt mit der Begründung, daß man zu den Frauen der Kriegsteilnehmer daS Vertrauen haben müsse, daß sie die Miete freiwillig zahlen werden, sofern sie dazu in der Lage sind. Im übrigen tritt für in Not geratene Familien noch die auS Organisationen aller Parteien gebildete Kriegshilfe ein, deren Mittel nun allerdings hauptsächlich den durch den Krieg arbeitslos gewordenen Einwohnern zugute kommen sollen. �Die Zahl der Arbeitslosen in Hamburg beträgt nach einer Schätzung des Ge- Werkschaftskartells 25 000. Es sind Notstandsarbeiten in Angriff genommen. Me Stadt Magdeburg gewährte den Familien der einbc- rufenen städtischen Arbeiter zunächst auf 14 Tage von der Einbe- rufung an den Lohn weiter. Nunmehr beschloß die Stadtverord- netenversammlung im Einvernehmen mit dem Magistrat, die w c i- t e r e Unterstützung dahin zu regeln, daß allgemein 25 Proz. deS Lohnes für die Ehefrau und 6 Proz. für jedes Kind unter 15 Iah- ren neben der staatlichen Unterstützung gewährt werden sollen. Eine Frau mit zwei Kindern, deren Ernährer einen Wochenlohn von 30 M. hatte, würde danach beispielsweise eine Gesamtunterstützung von monatlich 69 M. erhalten usw. Gleichzeitig wurde beschlösse� die Kosten der Familienhilfe bei der städtischen Krankenkasse, die infolge der Einderusung eigentlich verfallen ist, auf die Stadt zu übernebmen, damit die Familien der Einberufenen in Krankheit«- fällen Unterstützung erhalten. Den Familien der einberufenen städtischen Angestellten wurde für die ersten vier Wochen das volle Gehalt ausgezahlt. Für die darüber hinausgehende Zeit sollen sie 60 Proz. des Gehalt? als Beihilfe erhalten. Wie der Zar weiter gegen das russische Volk wütet. Der Pariser„Humanitö" vom 27. August entnehmen wir fol- gende Mitteilungen: Die russische öffentliche Meinung verlangt«, erwartet« und erhoffte eine Amnestie für polittsch« Vergehen. Die Regierung des Zaren bietet ihr aber Haussuchungen, Verhaftun- gen und Verfolgungen. In folgendem einige schwerwiegende Handlungen der Ochrana, welche die russischen Zeitungen melden: In Petersburg hält man die sozialdemokratischen Schriftsteller P. Massioff, F. Gurviffch und den sozialistisch- revolutionären Schriftsteller Bhkowsky fest. In M o s k a u hat man den sozialistischen Kandidaten bei den letzten Dumawahlen, den Rechtsanwalt A. Nikitine, der'die Arbeiter von der Lena in ihrem Prozeß gegen ihr» Mörder ver- teidigt hat, gefangen gesetzt. In Samara unterdrückt man die letzte sozial demokra- tische russische Zeitung„Saria Povoljia"(Morgenröte der Wolga-GegendZ und man löst eine Gruppe von Arbeiterstudenten aus. Jn Kharkoff wurden zahlreiche Untersuchungen gegen Jour. nalisten der Opposition vorgenommen. Kurz, die Regierung scheint ihr« Ochrana gegen alle„Ucbcl- denkenden" losgelassen zu haben, ganz wie zu den Zeiten der schlimmsten Konterrevolution. Da? ist die Art der Regierung, zu antworten auf die einmütige Begeisterung des Lande? gegen den „deutschen Angriff". Man hat einen Freiheitskrieg proklamiert, aber man läßt ihn im Innern begleitet sein von einer Verstärkung der Herrschaft der Verdächtigung. Gibt es denn niemand in den Bureaus der russischen Regierung, der Verständnis dafür hat, daß alle diese Repressalien die nationale Einheit zu zerstören drohen? Und welchen Glauiben kann man den liberalen Versprechungen der Regierung beimessen, welche so ungeniert und frivol den seit den ersten Tagen der Krise proklamierten nationalen Waffenstillstand bricht? Kriegsfitzung des Deutschen Handelstages. Der Präsident des Deutschen Handelstages, ReichstagSpräsident Dr. Kaempf, beruft den Ausschuß deS Deutschen HandelStageS für Dienstag, den 15. September, zu einer Sitzung nach Berlin. In erster Linie soll, wie das„Verl. Tagebl." erfährt, Beschluß gefaßt werden über eine Anregung, vielleicht zusammen mit anderen Körperschaften, eine Kundgebung zu veranstalten, daß die Vertreter des deutschen Wirtschaftslebens auch angesichts der englischen Drohung einer Hinausziehung deS Krieges entschlossen seien, den Krieg„bis zum vollen Siege durchzuhalten". Ferner dürfte in der Sitzung auch über andere auf den Krieg bezügliche Angelegenheiten beraten werden._ Letzte Nachrichten. Ein norwegischer Dampfer gestrandet. Frankfurt a. M., 10. September. Die„Frankfurter Zeitung" meldet an? Kristiania: Der norwegische Dampfer„John Christie" fft zwei Seemeilen südlich von Hoch Island gestrandet. v DANDORF � Tnllnarrn z. Unterziehen, vcr- 1 lUll|JdNC schiedene Ausführungen...... V©PJ. 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Hofe, Aufgang linker Seitenflügel Fahrstuhl— paternosterwerk— dauernd im Setrieb); Expedition, Anzeigenannahme und Sortimentsbuchhandlung vorn an der Straße im Laden.— Telephon für den gesamten Vorwärtsbetrieb: /lmt Moritzplatz Nr. 151 151 97. 22. Verlustliste. Scrli», 9. September.(W. T. B., amttich.) G«n.-Kom. IX, Rcs.-Korps(Altona) Stab: verw. 7. Off., 4 Unteroff., 17 Mann; verm. 2 Mann.— Jnf.-Brig. 65(MSrchingen) Stab: tot 1 Off., 1 Mann; verw. 1 Off., 1 Unteroff., 1 Männ.— Res.-Jnf.-Brig. 69 (Graudenz) Stab: verw. 1 Off.; verm. 1 Mann.— Landw.-Jns.- Reg. 6(Ölcgau): tot 1 Mann; verw. 1 Mann.— Leib.-Gren.-Rcg. 8 Frankfurt a. O.): tot 2 Mann; verw. 1 Off., 4 Mann.— Jnf.- Ncg. 30(SaarlouiS) 3. Bat.: verw. 1 Off.— Landw.-Jnf.-Reg. 30 (Saarloui»): verw. 2 Mann.— Jnf.-Reg. 31 Altona) 2. Bat.: tot 2 Mann; verw. 18 Mann; verm. 4 Mann.— Landw.-Jnf.-Neg. 34 (Bromberg): verw. 1 Mann.— Landw.-Jnf.-Reg. 37(Posen) 2. Bat.: dcrw. 5 Mann.— Füs.-Reg. 38(Glatz) 2. Bat.: tot 4 Off., 5 Unteroff., 28 Mann; verw. B Off., 13 Unteroff., 125 Mann; verm. 5 Unteroff., 158 Mann.— Kiis.-Rcg. 40 Rastatt) 1. Bat.: tot 3 Unteroff., 23 Mann; verw. 6 Off., 11 Untcroff., 97 Mann; verm. 3 Unteroff., 24 Mann.— Jnf.-Reg. 46(Posen) 2. Bat.: tot 1 Unteroff., 6 Mann.; derw. 3 Off., 2 Unteroff., 56 Mann; verm. 1 Unteroff., 22 Mann.— Res.-Jnf.-Rcg. 52(Krossen): tot 5 Off., 2 Unteroff., 5 Mann; verw. 1 Off., 1 Unteroff., 31 Mann; verm. 7 Mann.— Res.-Jnf.-Reg. 64 (Berlin) Z!?at.: tot 1 Unteroff., 1 Mann; derw. 2 Off., 10 Mann; verm. 6 Mann.— Jnf.-Rrg. 71(Sonderdhansen): verw. 1 Mann.— Jnf.-Reg. 75(premen) 1. Bat.: tot 4 Unterosf., 12 Mann; verw. 8 Unteroff., 41 Mann.— Jnf.-Reg. 76(Hamburg) 1. Bat.: tot sechs Mann; verw. 1 Off., 5 Unteroff., 34 Mann; verm. 8 Mann.— Brig.-(?rs.-Bat. 77(Ostrowo): tot 1 Mann; verw. 1 Mann.— Fiis.-Reg. 80(Wiesbaden und Homburg-Höhe): tot 3 Mann; verw. 2 Unteroff., 15 Mann.— Jnf.-Reg. 82(Gottingen): tot 1 Unteroff., 3 Mann; verw. 2 Unteroff., 8 Mann; verm. 1 Unteroff., 8 Mann.— Jnf.-Reg. 83(Arolsen): tot 2 Mann; verw. 1 Unteroff., 6 Mann.— Fiif.-Rcg. 86(Flensburg) 2 Bat.: tot 1 Mann; verw. 2 Unteroff., 10 Mann; verm. 1 Unteroff., 2 Mann.— Füs.-Reg. 90(Rostock) 3. Bat.: tot 1 Unteroff., 4 Mann; verw. 1 Unteroff., 23 Mann; verm. 2 Mann.— Jnf.-Reg. 93(gerbst) 2 Bat.: tot 1 Unteroff., 11 Mann; verw. 4 Off., 12 Unteroff., 94 Mann; verm. 1 Unteroff., 13 Mann.— Jnf.-Reg. 96(Gera) 2. Bat.: tot 1 Mann; verw. 1 Unteroff., 2 Mann; verm. 5 Mann.— Jnf.-Reg. 131(Mörchingen): tot 6 Off., 4 Unteroff., 48 Mann; verw. 8 Off., 13 Unteroff., 108 Mann; verm. 1 Off., 2 Untcroff., 76 Mann.— Jnf.-Reg. 147(Lhck) 1. Bat.: tor 3 Unteroff., 11 Mann; verw. 1 Off., B Unteroff., 61 Mann; renn. 1 Mann.— Jnf.-Reg. 172(Reubreisach) 1. Bat.: tot 1 Off., 7 Mann; verw. 1 Off., 2 Unteroff., 38 Mann; verm. 85 Mann. Gardesch iiben-Bat.(Bcrlin-Lichterfelde): tot 3 Off., 1 Mann; verw. 1 Off., 1 Unteroff., 8 Mann; verm. 2 Mann. Gardejäger-Bat.(Potsdam): tot 1 Mann; verw. 3 Mann.— Ref.-Jögerbat. 2(Tulm): tot 4 Mann; verw. 3 Unteroff., IS Mann; verm. 6 Mann.— Jügerba». 11(Marburg): tot 3 Mann; verw. 2 Off., 1 Unteroff., 8 Mann; verm. 1 Mann.— Jägerbat. 14 (Colmar i.&.): tot 1 Off., 2 Unteroff., 18 Mann; verw. 1 Off., 8 Unteroff., 48 Mann; verm. 1 Mann. Garde-M afchinengew.-Abt. I(Potsdam): tot 1 Mann; verw. 1 Unteroff., 1 Mann; verm. 1 Mann.— Festungs-Mafchinengew.- Abt. 14(Metz): tot 1 Mann; verw. 1 Unteroff., 2 Mann; verm. 2 Unteroff., 9 Mann. Garde-Kav.-Div.(Berlin) Stab: verw. 1 Off.— Kav.-Div. 7 (Straßburg i. E.) Pion.-Abt.: verm. 1 Off.— Reg. Garde-du- Corps(Potsdam): tot 2 Mann; verw. 1 Unteroff., 5 Mann; verm. 1 Mann.— Garde-Kür.-Reg.(Berlin): tot 2 Mann; verw. 1 Unter- off., 3 Mann; verm. 2 Untcroff., 8 Mann.— Gardc-Drag.-Reg. 1 (Berlin): tot 1 Untcroff., 4 Mann; verw. 1 Off., 7 Mann; verm. 10 Mann.— Garde-Ul.-Reg. 1(Potsdam): tot 2 Mann; verw. 1 Mann; verm. 1 Mann.— Garde-Ul.-Reg. 3«Potsdam): tot 7 Mann; verw. 1 Unteroff., 3 Mann; verm. 1 Off., 3 Mann.— Garde-Res.-Ul.-Reg.(Potsdam): verw. 1 Mann; verm. 1 Unteroff., 3 Mann.— Hufaren-Reg. 14(Cassel): tot 1 Off., 3 Mann; verw. 2 Off., 1 Untcroff., 28 Mann; verm. 8 Mann.— Ul.-Reg. 4(Thorn): tot 4 Mann; verm. 1 Off., 3 Unteroff.. 25 Mann.— Ul.-Reg. 14 (St. Avold und Mörchingen): tot 1 Off., 1 Mann; verw. 3 Unter- off., 9 Mann; verm. 1 Mann.— Jägcr-Reg. zu Pferde 9(Jnstcr- bürg): tot 1 Off., 4 Mann; verw. 5 Mann; Venn. 21 Mann. Fcldart.-Rr«. 20«Posen) Stab: tot 1 Unteroff.; verw. 1 Off., 1 Mann.— Feldart.-Reg. 27«Mainz) Ers.-Abt.: tot 1 Off.— Frldart.-Rrg. 33(Metz): verw. 1 Mann.— Feldart.-Reg. 34«Metz) 1. Abt.: verw. 2 Off., 5 Mann.— Feldart.-Reg. 43(Rendsburg) 1. Abt.: tot 2 Mann.— Feldart.-Reg. 47(Fulda) Crf.-Abt.: tot 4 Mann; verw. 3 Unteroff., 13 Mann.— Feldart.-Reg. 60 (Schwerin) l. Mun.-Kol. 2(F.): tot 1 Mann; verw. 4 Mann.— Feldart.-Reg. 66(Lahr): tot 1 Unteroff.— Feldart.-Reg. 69(St. Avold) Erf.-Abt.: tot 1 Unteroff., 1 Mann; verw. 2 Off., 2 Unteroff., 8 Mann; verm. 1 Mann.— Feldart.-Reg. 74(Torgau) 1. Abt.: tot 2 Unteroff., 6 Mann; verw. 3 Off., 2 Unteroff., 25 Man»; verm. 1 Mann.— Feldart.-Reg. 80(Truppen-Ueb.-Pl. Oberhofen i. E.): verw. 4 Mann.— Feldart.-Reg. 83(Truppen-Neb.-Pl. Friedrichs- feld b. Wefrl): verw. 1 Off.. 4 Mann.— Otarde-Fußart.-Reg. (Spandau) L. Bat. Z. Mun.-Kol.: verw. 2 Unterosf.. 1 Mann; verm. 2 Mann.— Fußart.-Reg. 10(Straßbur�i.<£.): tot 8 Mann; verw. 1 Unteroff., 3 Mann.— Fußart.-Reg. 16(Metz): verw. 1 Mann.— Fußart.-Reg. 18(Fußart.-Schießpl. Wahn) 1. Bat.: tot 1 Mann; derw. 2 Mann; verm. 2 Mann.— Garde-Ncs.-Corps 7(Jüterbog) Art.-Mun.-Kol.: tot 1 Mann.— 11- Div. 4. Jnf.-Mun.-Kol.(Reu- stobt):»erw. 1 Mann. Pion.-Sat. 2(Stettin): verw. 6 Mann.— Pion.-Bat. 15 (Straßburg i. E.): tot 1 Off., 2 Unteroff., 1 Mann; derw. 3 Unter- off., 8 Mann; verm. 1 Mann.— Pion.-Rcg. 24(Cöln) 4. Feldkomp.: tot 2 Mann; verm. 2 Mann.— Pion.-Bat. 27(Trier): verw. 4 Mann.— Eifrnbahn-Reg. 3(Hanau) Eisenbahnkomp. 21: tot 1 Mann. Fliegerabt.(Dbbrritz): tot 1 Unteroff. S. SanitätSkomp.(P-fen): ver«.» Mann; Venn. Z Mann.-- ItiMowett I(«affel) U. Armeekorps- verw. 9 Mann. Berlin, 11. September.(W. T. B., amtlich.) Kaiserliche Marine- Berlustlistc Rr. 4: 1. Matr.-Div.: toi 3 Off., 1 Einj. freiw. Arzt; 2. Abt.: tot 1 Mann.— 2. Matr.-Div. 1. Komp.: tot 2 Mann; verm. 3 Mann; 2. Komp.: verm. 4 Mann; 3. Komp.: verm. 1 Mann; 4. Komp.: verm. 2 Mann; 5. Komp.: tot 1 Mann, verm. 1 Mann; 6. Komp.: verm. 1 Mann.— 1. Wcrft-Div. 1. Abt.: tot 1 Unteroff.; 2. Abt.: verm. 2 Mann; 3. Abt.: lcichtverw. 1 Unteroff.— 2. Wcrft- Div.: in engl. Gefangensch. 1 Marine-Obering.; 1. Abt.: tot 1 Unter- off.; 2. Komp.: tot 2 Mann.— 1. Torp.-Div. 1. Abt.: verm. 1 Unteroff.; 1 Komp.: tot 2 Mann. 2 Unteroff., schwerv. 1 Mann, verm. 3 Mann, leichtverw. 1 Mann; 2. Komp.: tot ß Unteroff., 11 Mann, verm. 4 Unteroff., 25 Mann, schwerv. 1 Mann, leichtverw. 3 Unteroff., 6 Mann; 3. Komp.: tot 2 Deckoff., 4 Unteroff., 16 Mann, schwer- verw. 1 Unteroff., 3 Mann, leichtv. 1 Unteroff., 11 Mann; 4. Komp.: tot 1 Mann, verm. 2 Mann, schwerv. 1 Unteroff., leichtv. 1 Mann; 5. Komp.: tot 1 Deckoff., 2 Mann, verm. 3 Mann, schwerv. 2 Mann; 6. Komp.: tot 1 Deckoff.— 8. Matr.-Art.-Abt. 3. Komp.: verm. 3 Mann.— 1. See-Bat.: 2 Mann tot.— Marinc-Fliegcrabt.: 1 Off., 1 Fähntich im neutr.alen Holland zurückgehalten. Ferner durch Krankheit verstorben: 9 Mann Außerdem vermißt: 1. Zivilkapitän und 1 Lotse. ** * Außer der Verlustliste Nr. 22 der preußischen Armee wird auch die Verlustliste Nr. 6 der bayerischen Armee veröffentlicht. Sic enthält Verluste des Stabes der 4. Jnfanlerie-Divifion, des 4. und des 7. Infanterieregiments. Die gleichzeitig veröffentlichte Verlustliste Nr. 7 der sächsi- scheu Armee bringt Verluste des Infanterieregiments Nr. 105. /tos Groß-öerlin. Kriegshilfe. In der Gemischten Deputation zur Regelung genereller Unter- stützungsfragen für die Angehörigen der Kriegsteilnehmer kam erneut zur Sprache, daß der Stadtrat Venzkh in den von ihm geleiteten Unterstützungskommissionen nach wie vor den Schwerpunkt legt auf die von einzelnen Firmen geleisteten Zuwendungen und von diesem Gesichtspunkte aus die UnterstützungSmöglichfeit beurteilt. Er handelt damit direkt gesetzwidrig und steht auch in Berlin unerreicht da. Kürzlich hat er in einer ganzen Reihe von Fällen durch Ab- stimmungen sich eine Abfuhr durch die Bezirksvorsteher geholt, die in der Mehrheit seinen Standpunkt nicht teilten. Trotzdem ließ Herr Venzkh immer wieder Abstimmungen herbeiführen- Dies« Abstimmungen sind ab«r Zusa llsa bsti mmung eu und führen zur reinen Willkür. Viele Familien sind durch diese Erledigung ihrer Anträge zu Unrecht benachteiligt worden, während in gleichen Fällen in anderen Kommisfionen den Anträgen stattgegeben wurde. In der gestrigen Sitzung wurde der Standpunkt des Stadtrats Venzkh als den von der Deputation aufgestellten Unterstützungsgrundsätzen direkt zuwiderlaufend festgestellt. Da aber auch eine ganze Reihe Fälle vorliegen, die in direkt ungesetzlicher Weise ablehnend erledigt worden sind, die Entscheidungen der Kommission aber als endgültig angesehen werden, wurde die Frage erörtert, wie den zu Unrecht Abgewiesenen geholfen werden könne. Es ist in Aussicht genommen, falls die Venzkyfche Kommission ihren rückschrittlichen Standpunkt aufrecht- erhält, einen Fond» aus SammlungSmiiteln abzuzweigen und aus diesen Mitteln den abgewiesenen Familien zu helfen. Unseres Erachtens ist es die Pflicht des Oberbürgermeisters, einem Bor- sitzenden ein Dezernat abzunehmen, daS entgegen allen gesotzliche» Anforderungen und Beschlüssen der städtischen Körperschaften ver- waltet wird. Wir ratm allen zu Unrecht Abgewiesenen, erneut ent- weder ihre Anträge zu wiederholen oder sich beschwerdeführend an den Oberbürgermeister zu wenden. Soweit es sich um die Gewährung von Exlraunterstützungen handelt, wurde nach den vorliegenden Uebersichten festgestellt, daß in diesem Falle sehr gekargt worden ist. Obwohl noch rr- hebliche Mittel vorhanden sind, haben die Kommissionen recht geknausert. Der Deputation soll in einer der nächsten Sitzungen eine Uebersicht der Verwendung der freiwilligen Mittel nach Kom- Missionen geordnet vorgelegt werden. Gestern war nur ersichtlich, daß einzelne Kommissionen den Extrafonds nur sehr wenig in An- spruch genommen haben. Ueberwiesen sind den Komolifsionen 500 000 M., die aber nicht im entferntesten verbraucht sind. Vor- Händen sind noch 720 000 M., die sich durch neue Sammlungen fortgesetzt erhöhen. Da liegt nun das Geld und wird sorglältlg gehütet, während unzählige Familien vom Hauswirt exmittiert werden, weil sie keine Miete zahlen können. ES soll den Kommissionen ans- drücklich mitgeteilt werden, daß sie in den Fällen, in denen Hilfe nottut, auch wirtlich Helsen sollen, zumal jetzt der zur Verfügung stehende Fonds aus freiwilligen Mitteln durch Einführung der Arbeitslosen« Unterstützung vollkommen frei geworden ist. Einem Antrage des Nationalen FrauendiensteS, Vertreter zu de» Sitzungen der Deputation als ZuHörerinnen zuzulassen, konnte bei aller Anerkennung de« guten Dienstes der Frauen nicht stattgegeben werden; einmal gestatte dies die Städteordnung nicht, dann aber könne man die vorfitzenden der Kommissionen und auch die Bezirks- Vorsteher nicht ausschließen, alle aper zuzuziehen, wäre unmöglich. Im übrigen seien ja nur die Beschlüsse der Deputation maßgebend. Tie Notstandsunterstütz.'zng wird mit dem Inkrafttreten der Arbeitslosenunterstützung von den Bezirksvorstehern nicht mehr gezahlt, Auch sind Anträge dieser Art nicht mehr beim Bezirksvorsteher anzubringen, sondern sie werden entweder für organisierte Arbeiter und Arbeiterinnen von den Gewerkschaften gezahlt oder aber an den Stellen, die wir gestern mitgeteilt haben. Es wäre erwünscht, wenn vor den Türen der Bezirks- Vorsteher ein Schild angebracht würde, auf dem auf die nächste zuständige Stelle hingewiesen würde, damit beide Teile, Bezirksvorsteher wie Unterstützungssuchende, nicht unnötigerweise sich die Zeit rauben. Der Magistrat sollte den Bezirks- Vorstehern gedruckte Plakate zur Verfügung stellen. Die Bezirksvorsteher werden nunmehr nur mit den Kriegsunterstützungen mit den gesetzlichen zuzüglich des Ge- meindezuschusses und mit de.n freiwilligen Extraunterstützungen für die Familien Einberufener zu tun haben. Der zum Zweck der Notuntcrstützung den Bezirksvorstehern zugewiesene eiserne Fonds ist zurückgezogen Wörden und wird frei für die Extra- unterstützungen der Familien zum Heere Eingezogener. Zum Zweck der Prüfung der Gesuche um Arbeitslosenunterstützung sind im Anschluß an die 23 Unterstützungskommissionen be- sondere Kommissionen abgezweigt, die sich in Unterkommissionerr für die Stadtbezirke teilen._ Oeffentlicher Aushang der Preise für Backware«. Das Oberkommando in den Marken macht bekannt: Für! die Städte Berlin, Charlottenburg, Berlin-Lichtenberg, Neu- kölln, Berlin-Schöneberg, Spandau, Berlin-Wilmersdorf und für die Landgemeinden Adlershof, Berlin-Britz, Berlin-Buch- holz, Cöpenick, Berlin-Friedenau, Berlin-Friedrichsfelde, Friedrichshagen, Berlin-Grunewald, Mrlin-Hohenschönhausen, Berlin-Heinersdorf, Berlin-Johannisiyal, Berlin-Lankwitz, Berlin-Lichter-felde, Berlin-Mariendorf, Berlin-Marienfclde� Berlin-Niederschöneweide, Bcrlin-Niederschönhausen, Berlin- Oberfchöneweide, Berlin-Pankow, Berlin-Reinickendorf, Berlin- Rosenthal, Berlin-Schmargendorf, Berlin-Steglitz, Berlin- Stralau, Berlin-Tegel, Berlin-Tenipelhof, Berlin-Treptow. Berlin-Weißensee, Berlin-Wittenau, Zehlendorf und für die Gutsbezirke Berlin-Dahlem und Plötzensee bestimme ich hiermit: In den gewerblichen Verkaufsstellen von Backwaren sind während der Dauer des Kriegszustandes die Preise und daSi Gewicht des zum Verkauf gestellten über 1 Kilogramm wiegenden ortsüblichen Roggenbrotes, der Schrippen und der Knüppel durch einen deutlich sichtbaren, sowohl im Schaufenster als auch im Laden angebracht« Aushang zur öffentlichen Kentnis zu bringen. 1 In der Verkaufsstelle ist eine Wage mit de» erforderlichen geeichten Gewichten aufzustellen, deren Benutzung den Käufern zum Nachwiegen der gekauften Backware freisteht. Als Verkaufsstellen im Sinne dieser Vorschrift gelten auch die Verkaufsständc für Backwaren auf den Wochmmärkten irnd m den Markthalle». Verkaufsstellen, deren Inhaber diesen Bestimmungen zu- widerhandeln, sind von der Polizeibehörde zu schließen. Diese Bestimmung tritt mit ihrer Verkündung mit det Maßgabe in Kraft, daß der Aushang der Preise und die Auf- stellung der Wage spätestens nach Ablauf von drei Tagen be- wirkt sein muß. Sofern von einzelnen Gemeinden bereits kvcitergehende polizeiliche Anordnungen über den Aushang der Preise für Backwaren getroffen sind, behält es bei diesen sein Bewenden. Die Ortspolizeibehörde kann nach örtlichem Bedürfnis den Preisaushang auch auf andere als die oben genannten Back- waren ausdehnen._ Für die notleidenden Ostpreußen hat der Vorstand des Deutschen Städtetages einen Auftuf zu Sammknngen erlassen. Der Magistrat von Berlin hat beschlossen, 250000 Mark zu spenden._ Wochenkörbe statt Freitische. Den von uns kürzlich mitgeteilten Bedenken gegen die Einrichtung von Freitischen für.Kinder, schließt sich jetzt auch daS Rote Kreuz cm, indem es ebenfalls auf diese Mißstände hinweist und ersucht an Stelle dieser Freitische Wochenkörbe einzurichten. Diese Wochenkörbe sollen darin bestehen, daß die Spenderinnen notleidende Mütter am Sonnabend zu sich kommen lassen und ihnen in einen« mitzubringenden Korbe die notwendigsten Lebensmittel für die nächste Woche aus- händigen. Die Zentral-Melde- und Auskunftstelle des Roten Kreuzes, Reichstagsgebände, Portal V, Kuppelhalle, Tisch 17, nimmt schriftliche und mündliche Bereiterklärungen(mit Angabe der Abholungszeit) von Hausfrauen, die solche Wochpnkörbe aus- teilen wollen, entgegen und ist auch in der Lage, solchen Hmisfrauen lvirklich bedürftige Familien nachzuweisen. Berlegnng des Charlottenburger Fischmarktes. Der bisher in den Räumen deS stÜdiischen Fleischschauamtcs, Spree« straße, betriebene Charlottenburger Fischmarlt ist nach dem Haus« Schisserstr. 80, Ecke Sesenheimer Straße, Verlegt worden, wo ihm eigene große Geschäftsräume zur Verfügung stehen. Der Markt wird an» Heuligen Sonnabend, den 12. d. M., eröffnet; der Verkauf findet täglich außer Sonntags von 8 Uhr morgens bis 8 Uhr abends statt. Außer frischen Seefischen werden auch Heringe, Salz- fische und andere billige Fischnahrungsmittel verkauft. Ein Fünfundsiebzigjöhriger. Am heutigen Sonnabend begeht Genosse Wilhelm B a r t e l t, der seit ihrer Gründung der Partei angehört, seinem 75. Geburtstag. Noch als Siebzigjähriger stand Bartelt eifrig in den Reihen der Genossen, um an den Arbeiten der Partei lebhaften Anteil zu nehmen. Au dieser Tätigkeit für unsere Sache wurde indessen der Brave durch daS zunehmende Alter mehr und mehr gehindert. Dir Genossen bringen dem Jubilar heute die herzlichsten Glückwünsche dar. Möge es dem alten Kämpfer ver- gönnt sein, noch lange in geistiger Frische unter unS zu weilen. Ein tidlicher Straßenunsall ereignete sich vorgestern abend in der Beuffelstraße. Beim Ueberschreiten des Fahrdammes geriet dort der 64 Jahre alte Invalide, frühere Schloffer Ludwig Wenzlaff, unter einen mit einer Dampfwalze beladenen Transportwagen. Deffen linkes Hinterrad ging über die Beine des Bedauernswerten hinlveg und verletzte ihn so schwer, daß er schon auf dem Wege nach dem Krankenhause Moabit verstarb. Seine Leiche wurde be- schlagnahmt und nach dem Schauhause gebracht. Eine Schießerei spielte sich gester» an der Stichkanalbrücke de« Görlitz« Bahn ab. Gleich in den ersten Tagen.der Mobilmachung schvh der Militärposten aus der Brücke auf einen Bahnarbeiter, der auf seinen Haltruf nickt sofort stond� Glücklicherweise haben damals die drei scharfen Schüsse keinen Schaden angerichtet. Diesmal ging dem Zivilposten unter der Brücke beim Abnehmen das un- gesicherte Gewehr los und traf unglücklicherweise gerade den anderen aus der gegenüberliegenden Kanalseite stehenden Posten. Der Schust ging diesem in der Hüftengegend durch die Weichteile. Die Ver- letzung scheint jedoch nicht allzu schwer zu sein. Angestelltenvcrsicherung. Die Kriegslage hat auch bei der Angestelltenversicherung mancherlei Bestimmungen in Kraft treten lassen, über die so- wohl bei den Versicherten wie bei ihren Arbeitgebern noch vielfach Zweifel herrscht. Es sei deshalb darauf hingewiesen. daß der Berliner Ortsausschuß der Ver- trauensmänner, der sich aus den von den Ver- sicherten und ihren Arbeitgebern gewählten Vertrauenspersoncn zusammensetzt, seine Geschäftsstelle F l o t t w e l l st r. 4 I, nach wie vor geöffnet hält und in der Sprechzeit— täglich 1— 3 Uhr— über alle die An- gestelltenversicherung betreffend� Fragen Auskunft erteilt. Tic lebhafte Inanspruchnahme der Geschäftsstelle, die in den wenigen Monaten ihres Bestehens— seit dem März dieses Jahres— bereits weit mehr als 50O Auskünfte erteilt hat. beweist, daß sie das Vertrauen der interessierten Kreise genießt.___ Rechtssuskunst und Hilfe beim Oktoberumzug. Johannisthal. Für die?liigchörlgen der im Felde Stehenden hat der jozialdcmolralilch« Wahlvcrein eine Sommelslcllc sür Rechtsauskunft beim Gen. Hermann Dühring, Köpcnicker Str. 3. abends 8— S Uhr, eingerichtet.„, Tic cventl. Ansertigung von Schriftstücken an Behörden ufw. werden von dort aus kostenfrei erledigt. ' Die Frauen im Felde stehender Kenoffen, die sich vor dem Umzug de- finden, wenden sich aii den Gen. Gotlsr. Winkellau, Fricdrichstr. 31. Sie erhalten unentgeltliche Hilfe beim Umzug. lieber all- Angelegcnbcitcn. die Hilfsaktion der proletarischen Frauen betreffend, gibt die Genos» Luise Gonschur. Parkstr. 23. Auskunst. Adlershof. Am Sannlag. den 13. September, vormittags 9'/, Uhr, findet im Lokal von Ziege, Bismarckftr. 27, eine Besprechung der beim bc- vorstehenden Oklober-WohnungSumzug niithelscndcn Genossen statt. Da ein großes Stück Arbeit zu leisten ist, werden alle arbeitslosen oder ver- kürzt arbeitenden Kollegen dringend ersucht, zu erscheinen. Etwaige Aus- .träge werden in dieser Sitzung noch entgegengenommen. Alt-Wlienicte. Rechtsuchende, speziell Frauen im Felde stehender Männer, die über Fragen, welche mit dem Kriegszustand im Zusammen- hang stehen, im unklaren sind, können unentgeltlich Auskunst erhalten am Sonntag, den.13. September, vormittags von 10— 12 Uhr, im Jugendheim (Terrassen-Rcstauranl), Rudower Str. 54. Erforderliche Schriftstücke an Behörden usw. werden unentgeltlich an- gefertigt. Etwaige Papiere, welche aus die anzugebende Sache Bezug haben, sind mitzubringen.' Familien, welchen infolge Arbeitslosigkeit oder Einberufung dcS Mannes zum Kriegsdienst die Mittel sür die Bewältigung des OltobcrumzugeS lehlcn, können sich um kostenlose Hilsc an die Genossen Max Winkelmann lKonsum-Geschästsslelle), Rudowcr' Straße, Ecke Köpcnicker Straße, oder Wilhelm Dürre, Grünauer Str. 60, wenden. Arbeitslose, die sich an dieser Hilssaktion beteiligen wollen, werden gebeten, ihre Adresse bei den oben- genannten Genossen abzugeben. Reue Geschäftsräume des Roten Kreuzes. Im Irrtümer zu ver- meiden, macht das.Rote Kreuz von Berlin" ausdrücklich darauf aufmerksam, daß lediglich die Geschäftsstelle des Roten Kreuzes von Berlin von der Jägerstr. 22 nach Markgrafenstr. 40 verlegt worden ist. Das Zentralkomitee vom Roten Kreuz befindet sich nach wie vor im Reichstagsgebäude Portal V. Mit Leuchtgas vergiftet haben sich in der Bornholmer Str. 91 und Jmmanuelkirchstr. 15 zwei Personen. Alle Versuche der Sa- Mariler der Feuerwehr, sie zu retten, waren vergeblich. Eine Schwindlerin treibt gegenwärtig bei Frauen, deren Männer im Felde stehen, ihr Unwesen. Die Galincriu sucht diese Frauen auf und stellt sich ihnen als Beauftragte der Eisenbahn- Verwaltung vor. Sie gibt an, Toilettenfrau bei der Eisenbahn zu sein und noch mehrere solcher Stellen offen zu haben. Natürlich er- klären sich die Frauen gern bereit, ihr nach einem Bahnhof zu folgen. Hier läßt sich dann die Schwindlerin einige Mark geben, damit sie für sie einige Bedarfsgegenstände kaufe, die sie selbst an- schaffen müsse. Nach Erhalt des Geldes verschwindet sie dann auf Nimmerwiedersehen. Eine Hilfsstelle für Berufsmusikcr ist jetzt in Berlin gegründet Morden. Sie will mährend der Dauer des Krieges allen hilfs- bedürftigen Berussmusikern, ganz gleich, ob organisierten oder nicht- organisierten,' mit Rat zur Seite stehen und nach Möglichkeit auch praktische Unterstützung sArbeitsvermittlung. Verteilung von Speise- marken, Zuweisung von Wohngelegeuheit und dergleichen) gewähren. Ferner will die HÜfsstelle staatlichen und städtischen Behörden gegen- über die beruflichen und wirtsckaftlichen Interessen der Musiker wahren, im Bedarfsfalle auch juristischen Rat erteilen. Die Hilfsstelle ist täglich von 9—10 Uhr geöffnet im Hause des Allgemeinen Deutschen Musiker-Verbandes, Berlin. Bernburger Straße 3l I. Gesuchstellende haben den Nachweis de« MusikerbenifeS zu er- bringen. Zuwendungen an Geld und Lebensmitteln, Wohnungs» angebote. Arbeitsnachweis jeder Art(Unterrichtsstunden. Musikaufträge und jede sonsttge Aushilfsarbeit) werden dringend erbeten und an gleicher Stelle entgegengenommen. Auskunst verlangt. Der Kupferschmied Adolf Walter, zuletzt in Riga, Antonienstr. 5, Quartier 2, hat seit dem 2«. Juli keinerlei Nachricht von sich hören lasse». Diejenigen, die über den Genannten etwas wissen, ersuchen wir, etwaige Mitteilungen an Frau Walter, früher Pankftr. 6, jetzt Müllerstr. 12, gelangen zu lassen. Ein tödlicher Straßeubahnunfall hat sich am gestrigen Freitag nachmittag im Nordosten ereignet. Vor dem Hause Prenzlauer Allee 232 lies die fünfjährige Elisa Zarcmba, die mit anderen Kindern auf der Straße spielte, kurz vor einem berannahenden Straßenbahn- wagen der Linie 72 auf das Gleis. Obwohl der Führer mit aller Kraft bremste, war es ihm dock nicht möglich, den Wagen rechtzeitig zum Halten zu bringen. Die Kleine wurde umgestoßen und geriet unter den Schutzrahmen. Innerhalb weniger Minuten wurde das bedauernswerte Kind befreit; es hatte schwere innere und äußere Verletzungen davongeirogen. In einem Krankenwagen der Feuer- wehr wurde daS verunglückle Mädchen nach dem Krankenhaus Friedrichshain gebracht. Dort konnte jedoch nur der ans dem TranS- port bereits eingetretene Tod festgestellt werden. Die juristische Sprechstunde findet heute von 5—6 Uhr abeuds statt. Am Montag muß die Sprechstunde wegen des Umzuges ausfallen. Gewerkschaftliches. Alilitärarbeit in üer Wetychebremche. Ein Ausschuß für Konfektionsarbcit ist vor einigen Tagen mit einem Aufruf an den Plakatsäulen in die Qefscntlickkeit getreten. Die Tätigkeit dieses Ausschusses beurteilte Genosse K u n z e vom Schncidcrverband am Donnerstag in einer Versammlung der Wäschcarbeiter und-arbcitcrinnen folgendermaßen: Tie Lieferungen an Militärbekleidung haben nicht den Umfang angenommen, der erwartet wurde. Bei der Vergebung der Liese- rungcn hat sich gezeigt, daß Leute, die mit dem Bekleidungsgewerbe jn gar keiner Beziehung stehen, sich an die Militärbehörden heran- gedrängt und große Lieferungen übernommen haben, die sie dann an Unternehmer der Bekleidungsindustrie weitergegeben und dabei sür sich ansehnliche Gewinne erzielt haben. Dadurch wurden die Arbeitslöhne natürlich gedrückt. Wir haben mit Hilfe des Gewerbe- gerichtS versucht, eine Regelung in der Verteilung der Militär� arbeiten und der Arbeitslöhne herbeizuführen. Tic Verhandlungen sind noch nicht abgeschlossen, aber es mutz gesagt werden, daß wir bei den Unternehmcrverbänden der Wäsche- und Bekleidungsindustrie mit Ausnahme des Arbcitgeberverbandes in der Herren-.Matzbranche Entgegenkommen gefunden haben. — Jetzt hat sich nun ein Ausschutz gebildet, der Konfektionsnotarbcit verteilen will. Der Ausschntz hat von Militärbehörden Lieferungen von Lazarett- und Militärwäsche erhalten. Der Ausschuß hat die gewiß gut gemeinte Absicht, sich in der Wohlfahrtspflege zu be- tätigen, aber der Erfolg seiner Tätigkeit ist ein anderer. Richtiger. wäre es gewesen, wenn die Militärbehörden die betreffenden Ar- beiten an große Unternehmer vergeben hätten, die ihre Arbeite- rinnen, für die sie jetzt nichts zu tun haben, hätten beschäftigen können. Das erste, womit der Ausschuß für Konsektionsnotarbeit an die Oeffcntlichkcit trat, war ein Plakat an den Litfaßsäulen, wodurch Arbeitskräfte gesucht wurden. Ehe das geschah, hatte ich den Ausschuß ersucht, er möge sich an den Arbeitsnachweis wenden, da- mit nicht durch Inserate und Plakate Massen von Arbeitslosen auf die Straße gelockt würden, wodurch nicht die Arbeitslosen, sondern die Polizei etwas zu tun bekäme. Der Ausschuß hat auf unsere Eingabe gar nicht geantwortet. Nachdem das Plakat des Aus- schusicS erschienen war, drängten sich in der Rosenstratze und auf dem Neuen Markt 7—8000 Arbeitsuchende, während— so sagt Kunze— vielleicht nur für 70 bis 80 Personen Arbeit vorhanden war. Eine derartige Vermittelung von Arbeit trifft völlig daneben. Es ist Unsinn, wenn man, wie es der Ausschuß tut, an die Ver- gebung von Arbeit Bedingungen über die Familienverhältnisse der Arbeitsuchenden knüpft. Bedingung sollte nur sein, daß die Be- treffenden in den Arbeiten, die sie auszuführen haben, bewandert sind. Das Gardekorps hat dem Ausschuß alle Wäschearbeiten über- tragen. Es hat sich schon gezeigt, daß der Ausschutz an der Unzn- länglichkcit seiner Einrichtungen scheitert. Es handelt sich um die Herstellung großer Posten. Da kann man die Stücke nicht einzeln zuschneiden, sondern sie müssen mit der Maschine zugeschnitten werden. Da der Ausschuß keine Zuschneidemaschinen hat, mutz er die Sachen durch Unternehmer zuschneiden lassen. So haben wir also auch hier das von uns stets beklagte System der Zwischenunter- nchmer, durch das die Arbeitslöhne natürlich gekürzt werden müssen. Der Erfolg ist also der, daß die gut gemeinten Wahlfahrtseinrich- tungen auf den Lohn drücken, sie mögen es wollen oder nicht. Der Berein der Heimarbeiterinnen, der angeblich für die Jnter- essen der Arbeiterinnen wirken will, hat ebenfalls Militärarbeitcn. Er zahlt für Drillichsachen 50 Pf. Arbeitslohn, für die das Bcklci- dungsamt, wie es heißt, 1,80 M. zahlt.— Alle diese Mißstände sind darauf zurückzuführen, daß für die einheitliche Vermittelung der Arbeiten keine Organisation vorhanden ist. Das beste wäre ge- Wesen, daß die Behörden die Arbeiten direkt an Unternehmer ver- gehen hätten, welche die Arbeiten selbst ausführen lassen.— Wir haben vergebens versucht, von den hiesigen Beklcidungsämtern Ar- beit sür die Wäschebranche zu bekommen. Wir werden es jetzt bei den auswärtigen BckleidungSämtern versuchen.— Häusig kommt es vor, daß Militärbehörden die am Ort vorhandenen Jndustricunter- nehmungen übergehen und ihre Arbeiten nach anderen Orten ver- geben, wo Unternehmungen des betreffenden Zweiges gar nicht vor- banden sind. So hat stch in Spandau ein Kaufmann an die Militär- behörde herangedrängt und ihr vorgespiegelt, daß er selbst die Ar- beiten anfertigen läßt. Der Kaufmann hat auch 10 000 Röcke in Auftrag bekommen, die er in den Konfektionsbetrieben von M.-Gladbach anfertigen ließ. Ein Unternehmer in Hannover hat große Lieferungen von Unterzeug und Strickware übernommen, die er nach Fabriken in Chemnitz und Annaberg weitergab, wobei er natürlich, ebenso wie der Spandauer Kaufmann, einen hübschen Verdienst sür seine Vermittlertätigkeit eingesteckt hat. Wenn Leute in solcher Weise die Militärbehörden zum Schaden der Arbeiter täu- schen, so muß das entschieden verurteilt werden. Wir verlangen nicht, daß Sachen, für die in Berlin keine Industrie besteht, hier ge- macht werden. Aber die Industriezweige, die in Berlin bestehen, sollen nicht durch gewissenlose Zwischenunternehmer ausgeschaltet werden.— Auch die Wohlfahrtseinrichtungen arten nachgerade zu einem Unftig aus und erreichen das Gegenteil von dem, Was sie beabsichtigen. Eue, der SektionSleiter der Wäschebranche machte eine Reihe von Mitteilungen auS einzelnen Betrieben. Jn der Fabrik von Ritter werden Brotbeutel angefertigt. Die Näharbeit wird mit 1 M. für 100 Stück bezahlt. Damit verdienen die Arbeiterinnen in elfstündiger Tagesarbeit 1—1,25 M. Eine Näherin, jedenfalls eine besonders geübte, hat es auf 2,50 M. pro Tag gebracht. Der Lohn ist jetzt von 1 M. auf 80 Pf. für 100 Stück herabgesetzt.— Die Firma v a n L a a k läßt Militär-Drillichsachen anfertigen. Während ein Teil der Arbeiterinnen dieser Firma seit Beginn des Krieges feiern, machen die Beschäftigten Ueberstnnden und arbeiten Sonn- tags bis 2 Uhr.. Die Arbeiten werden ungleichmäßig verteilt. Manche Arbeiterinnen sind nicht voll beschäftigt, während andere nach Feierabend noch zu Hause arbeiten. Für Drillichhosen zahlt die Firma den Näherinnen 37)4 Pf., für Hosen mit 5 Taschen 60 Pf., für Halsbinden 6 Pf., sür große Bettbezüge 20 Pf., für Laken 15 Pf. Tie Heimarbeiterinnen bekommen für Drillichhosen 50 Pf., für Drillichjacken 50 Pf., für Unteroffizierjacken IM.— Die Firma Wolfs u. Glaserfeld zahlt für Offizier-Oberhemden den Zu- schneiderinnen 25 Pf. pro Dutzend, den Näherinnen 2.60 M. pro Dutzend. Nach den Tariflöhnen, die sonst für derartige Arbeiten gezahlt werden, müßte die Näherin 4,50 M. sür das Dutzend be- kommen.— Die Altwäschereigesellschaft, Pappel- allee 23, wäscht Lazarcttsachen. Für 100 Handtücher zu legen be- kommen die Arbeiterinnen 6 Pf., sonst gav es für dieselbe Arbeit 14 Pf. Der Wochenverdienst ist deshalb von 11— 13 M. auf 6— 7 M. gesunken.— Die Firma Otto L e v h hat die Gehälter des kauf- männischen Personals um 20 bis 30 Proz. gekürzt, den Lohn der Zuschneider von 33 auf 24 M. herabgesetzt, die Arbeitszeit aber um eine Stunde täglich verlängert und den Tarif außer Kraft gesetzt. Weiter bemerkt« der Redner, daß der Verband der Wäsche- fabrikanten bei Ausbruch des Krieges 15000 M. zur Unterstützung der Arbeitslosen gestiftet hat. Davon sollten hauptsächlich Speisen beschafft werden. Jetzt hat sich aber herausgestellt, daß die Erlan- gung der Speisemarken mit den größten Schwierigkeiten verknüpft ist. Die Ausgabe der Marten wird für ganz Berlin von einer Firma im Norden der Stadt besorgt und von den Bewerbern werden so umständliche Nachweise der Bedürftigkeit verlangt, daß eine Anzahl beschäftigungsloser Arbeiterinnen sich vergeben? um Speise- marken bemüht haben. Man setzt nach diesen Erfahrungen wenig Hoffnung auf den WohltötigkeitSfondS der Fabrikanten. Deutsches Kelch. Der Fabrikarbehervervand hat iv der Woche vom 23. bis 30. August 97 000 M. für Arbeitslosenunterstützung ausgeben müssen. Soziales. Der Druck mit der Ausgleichsquittung. Kommt es zwischen Angestellten und Prinzipal zu Plötz- licher Auflösung des Dienstverhältnisses, so wird leider immer noch allzu häusig von letzterem mit dem verdienten Gelialt bis zum Tage der Tätigkeit ein durchaus unzulässiger Druck aus- geübt, indem der Gehilse vor die Alternative gestellt wird: Entweder du unterschreibst die Ausgleichsguittung oder du be- kommst gar nichts. Das Verfahren ist in den jetzigen Zeiten wirtschaftlicher Notlage doppelt verwerflich. Denn mancher Ge- Hilfe verzichtet nur unter dem Drucke seiner Not schweren Herzens auf die ihm zustellenden Rechte. Seine späteren Ein- reden vor Gericht nutzen ihm meist sehr wenig, denn die Ausgleichsquittung wird leider in den seltensten Fällen für ungültig angesehen. In einem vor der 5. Kammer des Berliner KausmannsgerichtS verhandelten Falle sollte der Kläger Z., der Verkäufer bei be- klagtcm Kaufmaun W. war, beim Ausscheiden 50 M. erhalten, wenn er Ausgleichsquittung gebe. Ter Verkäufer aber, der 120 M. zu fordern hatte, ließ sich nicht darauf ein, sondern erhob Klage. AlS der Beklagte sah, daß er verurteilt werden würde, bcaniragte er. daß dem Kläger ein angemessener Teil der Kosten des Prozesses auferlegt würde. Denn pr habe ihm ja 50 M.. also fast die Hälfte der ganzen Forderung angeboten. DaS Kaufmiinnsgericht legte indessen dem Beklagten die gesamten Kosten dcS Prozeffrs auf. W. habe zwar dem Kläger das Gehalt bis zum Tage der Tätigkeit angeboten, aber nur unter Bedingungen, die der Kläger nicht anzu- nehmen brauchte. Beklagter hatte nichr das Recht, die Zahlung der 50 M. von dem Empfange einer Ausgleichsquittung abhängig zu machen, er konnte nur«rne einfach« Quittung über die 50 M. verlangen. Schadenersatz für Kriegsgefangenschaft? Zwei Maurer waren von der Gesellschaft Wiesen- grund in Petersburg beschäftigt worden. Am Freitag, den 31. Juli, verlangten sie, abreisen zu dürfen. Sic wurden aber von dem Vertreter der Firma beruhigt und, als am Sonnabend die Kriegserklärung erfolgte, von den russischen Behörden für Gefangene erklärt. Acht Tage später gelang es ihnen nach Finnland und pon dort über Schweden nach Deutsch- land zu kommen, wo sie am 1. August eintrafen. Sie verlangten nun gestern vor dem Gewerbegericht außer de» direkten Reisekosten Entschädigung für die Dauer der Rückreise» entsprechend ihrem Lohnsatz zuzüglich Landzulage. Das Gericht billigte ihnen nur einen Tagelohn und die Summe, die die Reisekosten normalerweise betragen hätten. Tie Firma könne nicht dafür verantwortlich gemacht werden, daß die Kläger durch„höhere Gewalt" an der Rückreise verhindert wurden. Gerichtszeitung. Bestrafte Wahrnehmung eines StaatSbürgerrechtS. Der Wärter H. war in der Provinzial-Jrrenanstait zu Neu« ruppin zuletzt gegen ein monatliche? Gehalt von 34 M. und freier Station angestellt. Im Oktober y. I. fand in Ncuruppin eine Ve»< sammlung des Verbandes der Gemeinde- und StaatSarbeiter statt und am Schluß derselben soll H. eine Nummer der„Sanitätswarte". des Organs dieses Verbandes, unter seinen Kollegen verteilt haben. Tarauf wurde er von dem Direktor der Ncuruppiner Landesirren- anstalt, Dr. Sellc, sofort ohne Kündigung entlassen. Auf die Klage H.s wegen de? Gehalts»nd des Unterhalts fisr 6 Wochen wandte der Provinziakverband der Provinz Brandenburg unter deren Verwal« tung die Landesirrenanstalt steht, ein, H. habe-dnrch die Verteilung der„Sanitätswarte" die Bestrebungen und Ziele der sozialdemo« kratischcn Partei gefördert. Dies sei mit den Pflichten eines Be- amten unvereinbar und deshalb seine sofortige Entlassung berech« tigt. Der Bezirksausschuß zu Potsdam billigte dies durch Beschluß vom 4. August d. I. Er sieht jn der Verteilung der„SanitätS- warte" eine„aushetzerische agitatorische Tätigkeit", auch den»n- erlaubten Versuch, der Bildung einer Organisation Vorschub zu leisten. Ter Wärter, gegen den diese sofortige Entlassung ausgesprochen wurde, steht als Soldat in der Front und muß bereit sein, für den Staat, der dies Urteil gesprochen, sein Leben zu lassen. Gegen den Beschluß des Bezirksausschusses ist die Klage bei dem ordentlichen Gericht erhoben. Es wird von Interesse sein, zu erfahren, ob auch nach der Meinung des ordentlichen Gerichts cS mit den Pflichten eines Beamten, der 34 M. monatlich Gehalt bc- zieht, inivereinbar ist und seine sofortige 6ntlassung begründet, wenn er außerhalb des Dienstes nach einer Versammlung seines Ver- bandes unter seinen Kollegen das Fachblatt einer freien Gcwerk« schast verteilt, welche von den Behörden als sozialdemokratisch an- gesehen wird. Parteiveranstaltungen. Eharlottenbnrg. Die Helferinnen werden ersucht, beule obcnd 7 Uhr im BoltShause, Rosinenstr. 3, zur Besprechung und Kontrolle zu er- scheinen._ Sriefkaften der Redaktion. Sich. 13. Sie können aus Zahlung der Miete klagen. Keineswegs braucht mit derselben eine Räumungsklage verbunden zu werden. Die Artikel im.Vorwärts- sind nicht einseitig. ES ist daraus bingcwicscn. dag und welche Rechte auch die Vermieter den Hypothekengläubigern gegenüber haben.— F. R. IVO. 1. WaS Sie wollen. 2. Zuchthaus. 3. Das ist möglich. 4. Ja, aber in der Regel hat das keinen Nüven.— G. W- 100. 1. Ja. 2. Beantragen Sic bei der Veranlagungstommission Nieder» schlagung der Steuern, eventuell Herabsetzung oder Stundung.— 9t. L. 100. Den Vertrag behalten Sie. Bewahren Sie sich eine Abschrist Ihrer Briese aus und beantragen Sie sür den Fall einer Klage Abweisung des Vermieters. Zum Zuziehen sind Sic nicht verpflichtet.,— K. 42. Der Wirt würde berechtigt sein, nachzufordern und die Möbel cinzubchalten. Bleiben Sie in der Wohnung und zahlen nichts. Sollte eine Klage kommen, kommen Sic in die juristische Sprechstunde. Vielleicht wird der Wirt dann nach ein paar Monaten einsehen, dag Ihr Vorschlag, Sie vom Vertrag zu entbinden, sür beide Teile der verständigste ivar. Lüttich-Kischcl. Melden Sie den Anspruch beim Auswärtigen Amt an.— A. 40. 1. Weivitliche Zahntehler. 2. Sie leben nutzer Gütergemeinschasl. 3. Keineswegs.— BS. M. 4. 1. und 2. Nein Fretreltgiökc Stemetnde. Sonntag, den 13. September, vorm. S Uhr» Pappelallce 15—17; Neukölln..Jdcalpaffage": Tegel. Bähnhosstr. 15, und Obcr-Schöneweide, Klarastr. 2: Freireligiöse Vorlesung.— Vormittags 11 Uhr, Kleine Franksnrter Straße 5: Bortrag von Herrn A. Fischer: „Ueber die Seelcnsähigkeit."— Gedächtnis, Phantasie und Sprache. Jugendveranftaltui>ge»„ Neukölln. Sonntag, den t3. September: Grunewald» Wanderung. Abfahrt 6.41 Uhr Bahnhos Neukölln bis Zehlendorf, Fahrgeld 40 Pf. Nachzügler 2 Ubr nachmittags beim Wen Freund aus Pichelswcrdcr.— Die Spiele aus dem städtischen Platz an der Grcnzallcc finden nur noch Sonntags, nachmittags 3 Uhr, statt. Wilmersdorf. Am Sonntag, de« 13. September, im Jugendheim, Mannheimer Straße 51: UnterhaltungSabend mit Rezitation und Muflk. Anschließend fröhliches Beisammensein. Die Eltern sind hierzu eingeladen. IlgsmelR-Depfchledenes Truftreie Gigareitsnia&riH. GAQBATY wigammmMw Erscheint 2 mal wöchentlich. | Bezugsiiuei8en"¥epz®5ch»iiss| Untenstehende Geschäfte empfehlen sich b. Einkauf. Manoli-Zigaretten Dandy3Pf Jetzt auch mit und | ohne Mundstück K. Clgaretten Überall erhältlich BQti Sehira _ Cigaretten._ MAL-KAU l il Company Bl Berlin N. 20 Pankstr. 63. Ntaratfii- Cigsratten �rowalka M Ciqar�ii«** f für a«n %/■v-'r-virt/inlerA RaixcHör neixA Ai5 8GH8P' u. condüoreien Fri£ Eidiler, Bastianstr. 18. W. Ernst, Pftcklorstr. 42. Carl Feist, Frledenstr. 101. EmanncI Flögeh, Mirbachstr. 25. Paul Freitag, Stuttgarterstr. 13. E. Freyer, BInmenstr. 72. E.Marknsatr. Br. Friedrick, Eisenbahnstr. 31. R. Friedrick, Weidenweg 7. HelnrichFristerjPankow�Florast.BO Hob. Gebier, Wildenbnichstr.68. F. George, WilhelmshaTencrstr. 23. Fritz Glauner, Chausseestr. 80. Wilb. Godt, Eradenerstr. 59. O. Görtz.Wies? nitr.3 1 ,br.a.graoo Rbm. E. GroSbcmdt, Witistookerstr.?. Hugo Groth, hfimou Dach-Str. 1. Große-RhodeKeinickeiidorferst.95 Groß-Backerei„Berolina" i.Wcst. A.Großkinsky, BoxhagenerBt.27. PauIGrisard, Pankow, Florastr.10 i Paul Gärtner, Treskowstr. 44 A. Günther, Gr. Frankfurterstr.79 slüWW 75 QescHHftc in allen Stadtteilen Berlins sowie in Neukölln u. Treptow -, Gsnr�det?L32. ß2n?e?ertr'�?jledits Zlariendargersl.? R. Baude. Eynarstr. 4. RarlHeidenreicb, Aunebnerst. 44 Bari Hennig, Steinmetrstr. 74 Oust. Heintschel, Ilmlbernergtr. 25 G.Henning, Schmidtstr. 8 Otto Hoff, Cborinerstr. 13. Job. Hildebrandt, Rykestr. 32 P.HusgenjIIerfQrth�E.LiPkienraderät. L. Ihle, Gorichtsstr. 53. Paul Jarrascb, Sprengelstr. 33 Jcudroyko, Immanuelkirchstr. 10 Fr. Jendreyko, Ohrastr. 9. O. Jeske, Libauerstr. 1 Fr. Jung, Elbostr. G Neukölln B. Hantbak, Licbtenbergerstr. 21 A. Kelb, Rostockerstr. 31. F. Kiese weiter, Schivelbeiacrstr. 16. R. Klinke, Weißens., Lehderst.120. J.Kiuck, Residenzst.155, Beinicksnd. !Sö[kfeiei.Conilitofgiai�h° �ierDrauerei., Bisrtiülg. BrauereiBiiizoiit empfiehlt IHmere » ersten Ranges. Akt.-Brauor.Potsdam.Eig.Niedsrl. Berlin SW, Tcmpclhofcr-Üfer. 15 BrandcnbBrfia.II.,Wilhclinsdorfersl.llO Spez. Potsd. Stangenbier = Berliner----- Bock-Brauerei empfiehlt anerkannt worz3t!l.Biepe Berliner Bierbrauerei- ! Goselischaft m. b. H.: Auuclit. Krn:ine::r.lr,:t. Kast.nieitlle, 63. |Ösw. Berliner Ur-Borliner. hell und dunkel Gskar A Doli, W?ißb. Seit.. Brause, Gräfesir. 8 Hempel. E., Müllerstr. 133 d. Lnlscnbrauerei Weißensee. Carl RicEiiePschfnwÄto. G roter jan Malzbier, Prin�n-All"« 78/80. 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Erit«Xr9Pl.JDAmpfvMch.JReid9kam|r.2l Fortsetzung siehe nächste Seite. Emil Getzlaff,.T Wilh. Gelsler, Weil B. Glersck, Lortzinstr. 15 O. Gering, Greifswalderstr. 168 WlllyGericke,Pctersburger8tr.31 Albert Golz, Frankf. Allee 121 Fr. Geriach, Tauroggeuemr. 1 a. K. Germann, Schreinerstr. 22 M.Grunwald,Kopenhftgenei*st.68. F. Gntsdimiedt, Koloniestr. 82. E. Harzbecher M/« Rudolf Hamann, Ackerstr. 62 G. Herrmann, Lichtnbg.,Odcr8t.4 P. Hindemith, Cadinerstr. 14 A. Hönisch, Kniprodeatr. 18 R. Hoffmann, Petersburgorstr, 74 R. Holzhütter, Putbusserstr. 46. V. Hubalovsky, Zellerstr. 10 Hubrick, Ramlerstr. 25. Fr. Jaite, Bornbolraerstr. 79. Janik, C. KTrnic6ker" Fr.Jentsch>Kotib3.Damm3l,F]eiKcb,Wirft. H. Junge, Pasteurstr. 13 R. luat, Memelerstr. 6. Robert Kauer, Weinbergsweg 6 W. Kessner, Czarnickauer3tr.22. G Kieschke, Kreuzbergstr. 18. Th. Klapper, Ackerstr. 107. R. Klötzer, fr.tig. Jiieh«,0ranienatr.207 Emst Kolbe, 0. 113. Weichselstr.lS H. Köpke, Haumerstr. 80. 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