Kr. 263.- 81. Jahrg. Bbonncments-Bcdlngungcn: aBonnemenlä• Preis pränumerando i Lierteljährl. 3,30 Mk, monatl, 1,10 SHIt, loöchentlickl 25 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer k Pfg. Sonntags- Nummer mit illusirierter Sonntags» Beilage»Die Neue Welt" 10 Pfg. Post» Wonnement: 1,10 Marl pro Monat, Eingetragen in die Post- Zeiwngs- Preisliste. Unter Kreuzband für Deutlibland und Oesterreich. Ungarn !iSO Marl, für das übrige Ausland t Marl pro Monat. PostabonncmentS nehmen an: Belgien, Dänemarl, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal. Rumänien, Schweden und die Schweis ClMjtint täglich, f 5 Pfennig) Die TnfertionS'Geböbr betrügt für die sechsgespaltenc Kolonel- geile oder deren Raum«0 Pfg., für politische und gewerlschafllichc Berems- und Bersammlungs-Anzeigen 30 Pfg, Nlelne Mnxeigen", das fettgedruckte 20 Pfg,(zulässig 2 fettgcdruckte jedes weitere Wort>0 Pfg, gefuche� und Schlafstellenan� osy Verlinev VollisblAkk. Wort Worte), Stellen zeigen häs erste Wort 10 Psg„ jedes weitere Wort 5 Pfg, Worte über 15 Buch. Naben zählen für zwei Worte, Inserate für die nächste Nummer müfjen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet, Telegramm- Adreffe! „SwIillldMkret RoW« Zentralorgan der Ibzialdemokratlfchen Partei Deutfchlands. Reöaktion: SW. öS, Linüenftraße Z. Fernsprecher: Amt Moritzplatz, Nr. ISl SV— läl S7. Expeüition: SV. öS, Linöenstraße 3. ZVrrnfprecher: Amt Moritzplatz, Nr. IZl Sv— IS1iS7. MW WM nliet Memen ni Oltende. vom westlichen Kriegsschauplatz. Ein Zeppelin über(Pftenüe. Lo«tdon, 25. September zustehen, skrupellosen Bittstellern zum Opfer gefallen. Das hat nun ' ein Ende." Ebenso optimistisch spricht sich Sembat über den allgemeinen Geist der Bevölkerung aus und spricht mit Begeisterung von General Galtieni, der„ein wahrer Chef sei", und alle die ihn umgäben, mit Zuverficht, Eifer und Pflichtbewußtsein erfülle. Schließlich sagt er über die Truppen:„Ich darf eS wohl sagen. Wir hatten erwartet, tapfere, aber ermüdete Truppen zu sehen. Aber ich kann es nicht genug wiederholen: Unsere Truppen sind ausgeruht, frisch und voll der schönsten Kampfbegier. Sie brennen darauf, vorwärts zu gehen. Der Verpflegungsdienst arbeitet bewunderungswürdig, die Zufuhren folgen einander-mit der größten Regelmäßigkeit." Mag in deu. vorstehenden Aeußerungen auch der offizielle Ministeroptimismus eine Rolle spielen, so zeigen sie doch immerhin, wie töricht das Gerede jener deutschen Preßorgane war, die den Franzosen höchstens die Tugend persönlicher Bravour zugestanden, aber ihren raschen Ruin infolge der administrativen und politischen Anarchie voraussahen. Zweifellos steht die Organisation der öffent- lichen Gemeinwesen in Frankreich der in Deuffchland sehr nach, aber der improvisatorische Geist des Volkes hat schon wiederholt Leistungen vollbracht, die manchem als das Monopol peinlichster Bureaukratie erscheinen. Und daß auch eine fast ungezügelte Frei- heit politischer Meinungen und Leidenschaften die Einheit der Nation in der Stunde der Gefahr nicht gefährdet, zeigt die jetzige Lage, wo wir Anarchisten und Syndikalisten unter den hitzigsten Vorkämpfern der Nationalverteidigung sehen. Jedenfalls hat sich die Erwartung auf eine revolutionäre Krise in Paris als durchaus unbegründet erwiesen.._. die Kriegsgefangenen. Die Frage der Behandlung der Kriegsgefangenen wird in diesem Kriege sicher ganz außerordentliche Schlvierigkeiten bereiten, schon wegen der gewattigen Menschenmassen, die hier in Frage kommen. Gleich bei Ausbruch des Krieges, ehe noch eine Schlacht ge- schlagen war, machte Deutschland ein paar russische Armeekorps zu Gefangenen, denn unter den Saisonarbeitern, die aus Rußland, hauptsächlich aus Rusfisch-Polen, nach Deuschland kommen, befanden sich weit über 190 000 Dienstpflichtige, die man als Kriegsgefangene zurückgehalten hat. So viel wir indessen wissen, hat man diese Leute"zum Teil auf den großen Gütern, auf denen sie beschäftigt waren, belasten und sie arbeiten weiter unter Bewachung. Im Winter, wo die Landwirte keine Verwendung für sie haben, wird man sie wohl in die Gefangenenlager bringen, Die Zahl der faltisch im Kriege zu Gefangenen gemachten wird jetzt bereits aus 360 000 geschätzt. 1870/71 wurden insgesamt 370 000 Mann und 12 000 Offiziere der französischen Armee ge- fangen genommen. Zieht man in Betracht, in welchem Verhältnis die Heere gewachsen sind, so sieht man, daß die Zahl der Gefangenen im jetzigen Kriege zwar bereits riesengroß ist, aber daß dies nur der Anfang ist. Man wird wahrscheinlich mft Millionenziffern zu rechnen haben.....,... Nach dem Völkerrecht können die Gefangenen zu Arbeiten heran- gezogen werden, damit sie ihren Unterhalt verdienen(nach den Satzungen der Konvention von 1907 soll der Verdienst über den notwendigen Unterhalt hinaus den Gefangenen zugute kommen). ES ist auch angebracht, sie arbeiten zu lassen, weil der Müßiggang demoralisierend wirkt. Da taucht aber die Frage auf, wie Arbeit beschafft werben, wo doch Hunderttausende deutscher Ar- beiter feiern müssen. Der einzige Ausweg könnte sein, daß Kultur- arbeiten in Angriff genommen werden im großen Stil, Wege- und Kanalbauten, Urbarmachung von Oedland. Auch hier stößt man indessen auf die Schwierigkeit, daß solche Arbeiten im Winter schwer auszuführen sind. waren! In' einem großen, fast einen halben Kilometer langen Schuppen lagerten allerhand von den Russen in Ostpreußen ge- stohlene Waren und auch Zollgüter.— Hinter W. trieben auf der Landstraße russische Soldaten unter Aufsicht deutscher Musketiere an 300 Stück Rindvieh wieder nach Deutschland zurück. Auch diesen Raub hatten die Russen, die sich nun in der Festung Kowno festgesetzt haben, nicht in Sicherheit bringen können. Nur einige Trümmer seiner stolzen Armee konnte General Rennenkampf retten— er, der sich schon als Herr in Ostpreußen fühlte, wie sich ja auch der Großfürst Nikolai Nikolajewitsch in Jnsterburg schon mit„Majestät" anreden ließ! Der Traum war kurz... Wilhelm Düwell» KriegSberichterst ttter XXII. Stallupönen, den 20. September 1914. „Wo erfahre ich, wo die Jäger find?"— Mit dieser Frag« lvandte sich an uns ein junger Mensch in Zivilkleidung. Es war ein schmächtiges Persönchen mit blassem Gesicht; weit Unter dem Kinn, fast am Halse, schössen ihm 2 bis 3 Zentimeter lange Flaum- haare hervor. In seinem kamelhaarsarbenen, zerrissenen, viel zu weiten Zwilchrock und den sehr lang geratenen, in allen Far- den schillernden Hose» sah er auf den ersten Blick nicht gerade sehr vertrauenerweckend aus. Aber Harmlosigkeit sprach aus seinen Augen und aus seiner schüchternen Fröhlichkeit über ein von ihm bestandenes Abenteuer. Aus unsere Frage, warum er das wissen wolle, erzählte er„Ich diene beim 2. Jägerbataillon und geriet in russische Gefangenschaft. Auf der Flucht dachten die Russen nur an ihre Sicherheit. Ich konnte ihnen entschlüpfen und ber- steckte mich. Ein russischer Arbeiter, der mich in seine Wohnung kommen ließ, gab mir diesen Anzug. So kam ich schnell wieder zurück und suche nun mein Bataillon."— Flingg heißt das flinke Kerlchen, in Graudenz auf dem Getreidemarkt war seine letzte Wohnung. Wir wiesen ihn an den Stadtkommandanten. Eil- fertig sprang der Jäger davon, um bald wieder in Uniform zu stecken. » Auf einer Straße sehen wir Pfützen, park mit Blut durch- setzt.— Es waren die Rückstände einer— Fleischbarrikade. Bei der Schlacht vor drei Tagen war sie erbaut worden. Die Deutschen mußten sie erstürmen, da die Russen damit' einest Zugaug versperrt hatten. Weiter und weiter mußten sie zurückweichen. Alle Versuche ihrer Offiziere, die Troppen zu halten, waren vergeblich. Bei den Deutschen ist es genau umgekehrt; die Mannschaften stür- men den Offizieren viel zu hitzig und oft, ehe das Kommando dazu ertönt. Mit ihrer Ungeduld erzwingen sie das Kommando zum Sturm. Diesen Sturmeifer sollte die Fleischbarrikade auf» halten. Die Russen holten gestohlene und eigene Pferde heran und erschossen sie auf der Straße— immer mehr und mehr, so daß sich ein Wall von toten Pferdekörpern erhob, eine Barrikade aus Fleisch. Eine mächtige Mauer, aus der in Strömen das Blut floß. Die Kugeln aus den Gewehren der heranflürmendcn Deut- sche» preßten den letzten Tropfen Blut aus den Pferdeleibern... Gefangene Russen mnßten nachher die Fleischmaucr abtragen und ein starker Regenschauer spült« den Blutbach fort. Nun sah man ®ic sollen die Gefangenen verpflegt werden? Die Menschlich- Mietet, daß die Gefangenen, die ja keine Verbrecher sind, lften§ vor Hunger und Kälte geschützt sind. Auch das eigene 'che erfordert das, denn Gefangene werden auf beiden Seiten A und es gilt für jeden Staat durch gute Behandlung der Ifen Gefangenen das gleiche für die eigenen Soldaten beim ' Zu erzielen. Es kommt hinzu, daß auch das weitere Interesse henommen werden sollte, gute Beziehungen der Völker nach Kriege anzubahnen. Die Männer, die jetzt in Gefangenschaft »erden nach Friedensschluß in die heimatlichen Städte und � zurückkehren und dort leben und wirken. Durch schlechte �idlung macht man sie sich zu Todfeinden für immer, durch Behandlung gewinnt man Sympathien. Und die Völker werden es wahrhaftig brauchen können, daß der Haß und flbitterung, die der Krieg unter allen Umständen erzeugen muß ws Maßlose steigen. f-ie Verpflegung der Gefangenen kostet natürlich Geld. Es * der Betrag von 60 Pf. pro Mann und Tag genannt. Bei �oooo Mann find das bereits 216 000 M. täglich und diese fe wird, wie gesagt, noch um ein Vielfaches steigen. Aber das «ichts. die Kosten müssen aufgebracht werden. Genügt nun ein " Satz? Man dürfte das bejahen können. Es kann bei der uiverpflegung für 60 Pf. ausreichende Kost gewährt werden.— »ie uns berichtet wird, soll hier und da die Sache derart ge- sein, daß die Verpflegung der Gefangenen privaten s r n e h m e r n überwiesen ist, denen jener Satz gezahlt wird. ist die strengste Kontrolle notwendig, damit diese Unternehmer -uf Kosten der Gefangenen sich bereichern. Das deutsche Volk fe Sicherheil haben, daß die Summen, die für die Gefangenen »endet werden, ihnen ungeschmälert zugute kommen. Denn "die Leute durch Schuld gewissenloser Unter- »er hungern, ist es das deutsche Volk,, das den Z.ernten wird. -»ch eines ist zu erwägen. Die Japaner haben während des � 1004/ 1905 eine sehr vernünftige Maßnahme getroffen: da �en. russischen Kriegsgefangenen ein großer Teil Analphabeten � so lehrte man sie während der Gefangenschaft in ihrer ,»spräche lesen und schreiben und versah sie mit Lesestoff. ?'ch waren es nicht gerade der russischen Regierung genehme ',en, die sie zu lesen bekamen und manch einer kam als Tod des zarischen Regimes auS der Gefangenschaft heim. "ne Kulturtat, wenn dieses System in Deutschland zur An- N käme.____ Keine Intervention Italiens. 2.',. September. Ein Mailänder Blatt hat die Nach �'gebracht, daß zwischen der italienischen und der 'iö fischen Regierung auf. Anregung der englischen ?ung Verhandlungen zun, Zwecke einer I nt e r v e n t i o n � uens in dem gegenwärtigen europäischen Kriege statt- � V Diese Nachricht ist, wie die„Agenzia Stefani" mitteilt, gps unbegründet. Deutschen-Verfolgung in Serbien. ? 25. September. Die Südslawische Korrespondenz meldet � Ploniki: Tic serbischen Behörden in Neuserbien behandeln � Unerhörtesten Weise die deutschen Landwirte, die feeri. in bew ehemals türkischen Gebieten angesiedelt sind, die einzigen Musterwirtschaften errichtet haben. Die deut- jlyJ'oÄlcr, die die serbische Staatsangehörigkeit nicht er- wollten, als diese Gebiete an Serbien fielen, und die fder türkischen Herrschaft eine Sonderstellung einnähmen, jetzt von den serbischen Behörden aufgefordert, das Land »c Besitzungen zu verlassen. Die Ausweisungen erfolgen brutalsten Form und unter Drohungen. Die deutschen schickten zunächst ihre Frauen und Kinder nach Saloniki, auf der Flucht von serbischem Militär angehalten und die mit Straßenschmutz und Regenwasser vermischten de. belästigt wurden. Auf Vcranlaffung des deutschen Gcneralkön- suis in Saloniki begab sich ein Beamter des hiesigen italienischen Konsulats nach Gewgeli, dem die Befreiung d e r �F r a u e n. und Kinder gelang. Die deutschen Ansiedler dürsten ihr ganzes Hab und Gut, verlieren. Ein englischer Neutralitätsbruch. Stettin, 25. September.(W. T. B.) Ueber einen Neutra� litätsbruch Englands gegenüber Hslland erfahren die „Stettiner Neuesten Nachrichtew' von durchaus zuverlässiger Seite: Der Dampfer.Batavier' und der Dampfer„Katwijk", der erste der Firma Müller, der zweite der Firma ErHardt u. Deklers, beide in Rotterdam, gehörig, welche mit schwedischen Eisenerzen von Narvik in Norwegen nach Rotterdam unterwegs waren, sind von englischen Kreuzern in der Nordsee gekapert und beide nach Middlesbrough geschleppt worden. In Middlesbrough befinden sich die größten Hochöfen Englands. Die Cholera. Wien, 23. September.(W. T. B.) Heute ist in B r ü n n ein Fall asiatischer Cholera bakteriologisch festgestellt worden. Die Erkrankung betrifft eine am 24. d. M. vom nördlichen Kriegsschauplatz eingetroffene und sofort in Spitai- behandlung gebrachte M i l i t ä r p e r s o n. ichicrwiiidt, einem der Orte direkt an der Grenze, hat »storung kein Haus verschont. Nur die Kirche blieb mibe- T An die Gotteshäuser wagte sich die russische Barbarei "krau. Alle Wilden Kaden eine unüberwindliche Scheu vor Orten und Gegenständen. EinS der zerstörten Hauser er- �sondere Aufmerksamkeit. Aus dem Hause soll geschossen ? sein. Nicht durch Inbrandsetzen, sondern durch Sprengung die Russen es dem Erdboden gleichmachen, isswei Spreng- wurden gelegt. Sie batten eine merk.vurdlge Wirkung. Zerschäben entstand nicht. Auf der einen Seite wurde das wff ungefähr ein Drittel seiner Länge fast vollständig fort- Nur das Dach blieb unbeschädigt. Es konnte sein eigenes ? aber nicht.mehr tragen, neigte sich, ohne abzureißen, .Und hängt nun in einem stumpfen Winkel über den ?wrh(iufen— aerade als wollte eS ihn bedecken und ichutzcn. '°'er Seite ist von der Einrichtung der Wohnungen nicht °wl zu sehen. Der Luftdruck hat sie sortgetrieben, nur noch Möbeln sieht man zwischen dem Schutt.. Aup der an- ll?kite ist nur auf 2 bis 3 Meter und bis:n die.yohe des �Werkes die Ecke des Hauses an der Vorderfront wcgge- "t worden. Darunter liegt Mauerwerk. Möbel lind um- worden, andere stehen an ihrem Platz, �n ein Zunmer M-reii Stöckwerkes schaut man ungehindert von der Straße Es sieht recht einladend aus/ Von der Recke hangt „".feiger Kronleuchter. In einer Eck--tehr unversehrt der °fe>, m der Mitte an der einen Wand ein ich, daraus "'d Geschirr und Stühle herum. Di.' Einwogner scheinen |> Mahlzeit aufgeschreckt worden zu jcin. Hier werden sie Mehr niederlassen... fer seine Erlebnisse als Gouverneur von Jnsterburg macht Bierfrcund uns Mitteilungen. Auf einer Autofahrt habe Epelleuz von Rennenkampf angebrüllt:„Tie verfluchten haben uns überall ihre Anlagen absichtlich zerztort, damit jfe'cht benutzen können; sie haben auch hier die Maichmen feüstehen gebracht und Dynamit gelegt, daS dl« Maschinen die Luft sprengen mußte..." Es handelt sich hier um i-plosion in, Elektrizitätswerk. Dazu erklärt Dr. Bierfreund. Hit vor dem ihnen angedrohten Tode haben die~eute ber- 'len Dieselmotor in Gang zu bringen. Es waren keine , fe sie haben wohl eiuen technischen Fehler begangen, der ir'feon zur Folge hatte. Der Unfall ist also daraus zurück- fe daß einige Beamte des Werks nicht da tvaren. Auch daß kschäftsleute, die Sauerstoff und Kohlensäure in ,s Guten zu viel war. Als sich nun der Mowr in Be- 'etzte, mußte er infolge des zu starken Drucks explodieren. fe'reund. der von Beruf praktischer Arzt ist, hat in der "Zeit der russischen Okkupation in musterhastcr Wei,e für � st der Bevölterung gesorgt. Mancher stadivafer mag stch ein Beispiel nehmen..,,,.. Wilhelm Duwell, Kriegsberichterstatter. politische Ueberstcht. Die Minister in Ostpreusten. Die Bereisung Ostpreuhchns durch den Landwirtschafts- minister Frhr. v. Schorlemer, de'U Finanzminister Dr. Lentze, den Untcrstaatssekretär Dr. Trews sowie den Vertreter des Handelsministers, Ministerialdirektor' Dönhoff, dauerte drei Tage, von Montag bis Mittwoch. Am ersteh Tage wurde, wie der„Lokalanzeiger" berichtet, der Negierungsd.'- läufigen Hilfsaktion erforderlich seien. Das Ergebnis der Kon- ferenz war für alle Teile befriedigend. Die Konferenz bildete eine Art Vorbereitung gesetzgeberischer Maßnahmen, die voraussichtlich demnächst den Landtag beschästigen werden. Es heißt nach der Meldung einer Korrespondenz, daß eine Kreditvorlage von 1 Millionen Mark eingebracht werden soll. Im einzelnen wurde beschlossen, die schadhaften und zerstörten Häuser, soweit es möglich ist, durch Notbautcn zu ersetze», Lebensmittel, Saat- getreide, landwirtschaftliche Maschinen, deutsche Pferde, Geld- mittel usw. den' notleidenden Bewohnern schleunigst zuzuwenden und die Landes-Fcuer-Sozietät und die übrigen Verbände der Provinz zu stützen._ Unternehmer, Arbeiter«nd Behörden. Immer wieder werden Klagen laut, daß Firmen, die bei den Lieferungen für die Armee sehr gute Geschäfte machen, trotzdem ihre Arbeiter und Angestellten darben lassen. Ein D a n z i g e r großes Geschäftshaus soll nach den uns zu- gegangenen Mitteilungen, abgleich es mit Kriegs- auftragen stark beschäftigt i st, gleichwohl keine Scheu getragen haben, seinen Angestellten ein Zirkular zur An- crkennung zu unterbreitest, das von dem Ortsverbande der Detaillisten der Textilbranchc herausgegeben wurde und die Löhne stufemveise bis um 40 Proz.(bei mehr als 250 M. Monatsgehalt) kürzt. Es wäre doch dringend zu wünschen, daß die Behörden solchen verbitternden Maßnahmen entgegenwirkten! Ein Weg wird sich gewiß finden lassen. Ans Mainz wird folgendes gemeldet: Die Zivil schneider und Kleidcrfabrikcn hatten sich an die Militärbehörde wegen Ucbcrweisnilg von Anfertigung von Uniformen ge wandt. Sic erhielten Aufträge, an denen sie reichlich ver dienten, doch die L ö h n e, die sie zahlten, waren sehr karg. Die Gehilfen führten Beschwerde, worauf sich die M i l i t ä r- be h ö r d e mit der B ü r g c r m e i st e r e i ins Einvernehnien setzte. Diese hat jetzt die Angelegenheit dahin geordnet, daß die Militärbehörde ihre Aufträge direkt der Stadt er- teilt, worauf die Stadt den Schneidergehilfen die Arbeiten überträgt. �>urch diese vernünftige Anordnung ist der Per- dienst der Gehilfen bis zu 50 Proz. in die Höhe gegangen. Das steht in erfreulichem Gegensatz zu dem Verhalten I c n e r Stadtbehörde, die in den Zeitungen folgende Drohung erließ, weil einige Arbeiter vielleicht den Wunsch geäußert hatten, von den Mehreinnahmen gewisser Lieferanten auch eiste Kleinigkeit abzubekommen: ..In letzter Zeit sind der städtischen Armenberwaltung wiederholt Fälle mitgeteilt worden, daß kräftige Tagelöhner, die 4 M. täglich verdienen, ihren Arbeitgebern erklärt haben, sie arbeiteten nicht unter 5 M. täglich; in einem(!) Falle wurden sogar 6 M. Tägelohn verlangt. Alle Arbeitgeber, denen der- artige Forderungen gestellt werden, wollen die Namen der Ar- bester der städtischen Armenverwaltung sofort mitteilen, damit gegebenenfalls entsprechend ver- fahren werden kann." Wir wiederholen diese höchst merkwürdige und bedenkliche Bekanntmachung, die schon in Nr. 250 des„Vorwärts" mit- geteilt worden ist, weil sich bei der damaligen Wiedergabe ein leidiger Druckfehler eingeschlichen hatte: Nicht die Bremer Stadtbehördeii sind dafür verantwortlich, sondern die Bonner. Sie verkennen, wie noch einmal mit allem Nachdruck hervorgehoben zu werden verdient, durchaus die Aufgaben, oie ihnen gestellt sind, und deren Erfüllung in einer Zeit wie dieser wichtiger ist denn je. Ein sozialdemokratischer Redakteur vor dem Kriegs- gericht. Wie das Bochurncr„Volksblatt" erfährt, ivird sein verant- wortlicher Redakteur, Genosse Pierenkämper, vor das Kriegsgericht gestellt werden. Die Anklage steht im Zu- sammenhange mit dein auf einen Tag Gemessen gewesenen Verbot des Blattes. Das..Volksblatt" bemerkt dazu: Welche gesetz- lichen �Bestimmungen die Grundlage der Anklage bilden sollen, 'jt yfe ftoch nicht bekannt. Die Verurteilung halten wir für aus- geschlossen. Sozialdemokraten im Felde. Unsere bayerische Parteiorganisation hat statistische Fest- uellungen über die Zahl der zum Heerp eingeZogenne organisierten Sozialdemokraten getroffen. In Prozenten der Mitgliederzahl ausgeoruckt sind eingezogen aus den Wahlkreisen: Aichbach 28. Wasserburg 25. Weilbcim 40. Roscnhcim 35, Traustein 30. Lands- bfechch.. pfeife11?.' �affoii 35, Pfarrkirchen 2, Deggendorf 30, 30, Nemnarkt L O. 25, Neustadl a. SJ.-R. 90, Hof 40, BcchreuH 55, Forchhcim-Kulmbach 57, Kronach-LichtenfelS 30, Bamberg 40, Nürnberg 28, Erlangen-Fürth 40, A nSbach-Schwabach 36, Eichstätt-- Weißenburg 48, Dtntetsbühl-Ämizenhausen 50, Rothenburg o. T. 41, Aschaffenhurg' 40, Kitzingen 86, Lohr 35, Neustadt a. A. 20, Schweinfurt 70, Würzburg 38.— DaS sind rund 35 Prozent der organisierten bayerischen Parteigenossen; darunter befinden jüch 873 Vorstandsmitglieder und Funktionäre der Partei,_ Schwere Sühne. Vor dem Kriegsgericht in Kolnrar stand WesdrSÄge«kn Wkll zur Verhandlung, der anderen zur Warnung dienen muß. Währens eines Gefechts in Diedolshausen wollte ein Landwirt die Beschießung seines Hauses abwenden, indem er eine Flagge in Form eines weißen Tuches hißte. Wie er vor Gericht angab, hätten ihn früher dort im Quartier liegende französische Soldaten auf ein solches Ver- fahren aufmerksam gemacht. Da? Kriegsgericht erkannte auf 10 Jahre Zuchthaus; der Vertreter der Anklage- hatte IvJahre beantragt._ Aussicht auf Befrekuug der frauzSfksche« Gelfek»? Wie einem Sttaßburger Blatte mitgeteilt wird, find vom AuS» wärtigen Amt in Berlin Schritte unternommen worden, bannt die durch zurückgehendes französisches Militär aus Elsaß-Lothringen fortgeführten und in Frankreich festgehaltenen deutschen Zivil» personen unverzüglich entlassen werden und die-Erlaubnis«halfen in ihre Heimat zurückzukehren._ Fahrplankoufereuz. In Berlin fand eine Konferenz der beuksihen EffenlWjA» Verwaltungen statt, zu der auch Oesterreich, die Schweiz und Holland Vertreter entsandt hatten. Zweck der Konferenz war die Aufstellung eines neuen Eisenbahnfahrplanes, der ein« erhebliche Ausdehnung des Verkehrs vorsieht. Neben einer größeren Zahl von Schnell- und Eilzügen sollen auch wieder schnellfahrende Personen- züge eingerichtet werden. Die langsamen Militärlokalzüge kommen dann in Wegfall. Der neue Fahrplan wird im Laufe de« Oktober in Kraft treten. Gleichzeitig soll auch, da wieder genügend Wagen zur Verfügung stehen, der Güterverkehr iu größerem Umfang« ans- genommen werden._ Die sozialdemokratische« RekchstagStvahlerfokge in Schweden. Das Endergebnis der schwedischen Reichsratswahlen wird erst Mitte nächster Woche vorliegen, heute aber läßt sich schon feststellen, daß unsere schwedische Bruderpartei als Siegerin aus desselben hervorgeht. Von insgesamt 223 Mandaten ist für 488 oos Resultat schon bekannt. Es sind bis jetzt gewählt: 67 Sozi llldemok: raten, 75 Konservative und 46 Liberale. Unsere Partei gewinnt 11 und verliert ein Mandat, aber nur weil die Abgeordnetenzahl eines von ihr beherrschten Wahlkreises um dieses Mandat verringert wurde; sie hat also einen Reingewinn von 10 Mandaten, die Konservativen ge- Winnen 2 Mandate, die Liberalen verlieren 12 Mandate. Als einzige Partei hat die Sozialdemokratie einen Stimmen- Zuwachs zu verzeichnen, und zwar bisher von 27 000 Stimmen, während die �konservativen 19 000 und die Liberalen 40 000 Stimmen verloren haben. Da unsere Partei noch mindestens 1V Mandate behaupten und 3 bis 6 Mandate neu erobern wird, während die Konservativen höchstens noch 7 Mandate erringen können, wird unsere Partei mit 86 bis 90 Abgeord- neten die stärkste Fraktion der Zweiten Kammer sein. Die bürgerlichen Blätter erörtern auch schon die Frage» ob die schwedische Sozialdemokratie bereit fein wird, die Re- gierung ganz oder teilweise zu übernehmen. Der Führer der Liberalen Karl Staaff hat unsere Partei aufgefordert, dies zu tun und ihr die„wohlwollende Neutralität" der Libe- ralen zugesichert. Während Branting im �ocialdemo- fraf6.tr" meint, daß für eine Teilnahme der Sozialdemo- kraten cm der Regierung eine größere Garantie geboten werden müßte, als das Versprechen einer �vohlwollenden Neutralität", lehnt die gesamte übrige Parteipresse jeden Ge- danken an eine Uebernahme der Regierung jetzt unter allen Umständen ab. Die am Montag begonnenen TeWahlen für die Erl?« Kammer haben unserer Partei auch schon einen Erfolg ge- bracht, indem im Wahlkreise Kopparheng den Liberalen ein Mandat abgenommen wurde und dieser Wahlkreis jetzt in der Ersten Kammer durch 2 Sozialdemokraten und 1 Konservativen vertreten ist._ Die Verteilung der Nebesgaven auf«e ArmeekvrpS. Der stellvertretende Militär-Inspekteur der freiwilligen' Krankenpflege gibt folgendes bekannt: Es besteht vielfach die Auffassung, daß die Wnahmestelle« fSi freiwillige Gaben bei.den stellvertretenden Generalkommandos die bei ihnen eingegangenen Spenden ausschließlich den de« Abnahme- stellen entsprechenden Armeekorps zugehen lassen; also die Abnahme- stellen des stellvertretenden GeneralkoiirmandoS des Gardeiorps nur für das Gardekorps sorgen. Diese Auffassung ist nicht zutreffend. Don de« Wnechme» stellen gelangen die Liebesgaben an die ihnen zugewiesenen DepoK der Sainmelstationen, von hier in daS Depot am Etappenhanptort. Hier werden die Gaben unter Mitwirkung des Gtoppendel« der freiwilligen Krankenpflege auf die verschiedenen der zugewiesenen Armeekorps verteilt. Außerdem düffgiert der vertretende Militär-Inspekteur die Gaben-der Abnahm«stellen stets an die Punkte des jeweilig dringendsten Bedarfs, die ihnt vom Großen Hauptquartier durch den Kaiserlichen Kommissar mit- geteilt werden. Zurzeit gehen die Liebesgaben der Wnahmestellen in Berlin an die Armeekorps im Osten. Diese Mitteilung kann nicht abgeschlossen werden, ohne das Hinzufügen, daß die dnich Jrte jetzt eingerichteten direkten Krastwagen-Expeditionen zur Zu- führung von Liebesgaben an die Armee sehr stark gelichteten Ab- nahmestellen überall der Auffüllung bedürfen. DaS alte lateinische' Wort„bis ctat quis cito dat"(.dopelt gibt», wer schnell gibt)» kann zur Beherzigung empfohlen werden� Die neue Regierung AllmnktttS. Rom, 24. September.(W. T. B.) Die„Agenzka GfeswÄ' meldet aus Durazzo: Gestern versammelten sich 28 Senatoren die durch die Deputation Albaniens mit Ausnahme der Senatoren von Alesfio, Skutari und EpiruS vorgeschlagen worden waren, und wählten mit 16 Stimmen Mustafa Bei zum Präsidenten. Der S e n a t übernahm die Regierung von Albauie« bis zur Ernennung eines neuen Fürsten. Er wird Behörden für die ver- schiedenen Dienstzweige, Gouverneure und Beamte ernennen. Eine Einigung mit den anderen Disttikten von Albanien gilt als nahebe- vorstehend._ Die Sag« fit Mexfkv. Amsterdam, 25. September.(W. T. M ,�WMSblaatfe meldet aus London: Zwischen Carranza und Villa ist der lang erwartete Konflikt ausgebrochen. Villa hält sich zum 4®' Augsburg 35. Donauwörth 25; Dillingen 30, Jller- Marsch nach Mexiko bereit. Es iB'möglich daß unter diesen '-�ensburg 30, Kaufbcuren 30, Jnimenstadt 35, Amberg I Umständen amenkanische TrMxm in Veracrüz bleiben. © I w A.aandorft€ Spittelmarkt Belle-Alliancestr. Grosse Frankfurferstr. Brunnenstr. Kottbuser Gamm Wilmersdorfersfr. 'Billige Lebensmittel Wurst waren Nkh am ipi'.lelmarkt Verkauf nicht an Wieäervcrkäufer Zaccndnns aas cschiosren Obst und Gemüse Blaue Pilauinen 10 I Pfand Pf. Ii= Teewurst..................... �und t.is Mettwurst 1.10 Grobe Mettwurst........ Pfund Feine Leberwurst......... pfnnd 1.�0 Landleberwurst........... Pfand AZ«. Fleischwurst Rot- od. Zwiebelwurst.. pmad 53 Schinkenspeck............ pruni 1,15 Schinkenecken............. p/un JA Nussciinken................�1.30 Speck, fett................... pmnd IZ Pf . Pfand 75Pt i Speck, mager............... Pfand 1.0s pt Weintrauben......... Pfand 18f 23� Pfirsiche............... Pfund 15, 28 issblrnen.............♦........ Pfanu 15�-- Kochbirnm................3 Pfand 25� Essäpfei.................. 2 Pfund 25 p«. Koshäpfel.................... piund 1©?,. Tomatsn.........-............ Pfund 12?'- Blumenkohl........... koP< 15, 20 Grüne Bohnen............ 2 Pfund 15?,. Vtachsbohnen................ Pfand 10 fiot-, Weiss-, Wirsingkohl...... Kopf 5,8«- Mohrrüben................. 3 pfun-, 10«. Rassler Pfund Butter und Käse Moikerelbutter...Vs-p<»«d-f»ket GA p,. Schweizer Käse....ptund 88, 38� Holländer Käse............ pf-nd 75«. Landkäse................. 2 stach ZIp, Limburger Käse........... ptund 45«. Harzer Käse.............. 4 stach 10? Bratenschmalz............... Pfand 75� Kaffee frifch Kebra:int '/.-Pfand-Pnhet 53, SO, 63 pl- Kakao........................ p�nd A5?,. Zucker......................... Pfand 22 Kunsthonig..... 3 pfandousl.lO Haushalt-Sshokoiade..... Pfand 75pt Reis..................... pmn 20 28 Kartoffeln 26 Pf. Frisches F elsch Goulasch....... Schmorfleisch m ptund 85" Pfund 7 0 Pf' Pfund 75 Pf- Ptund 85 P>. Suppenfleisch.. Kalbskamm oder Bug Ciweinekoieleites.... Schwsinescliulterblatt'•& 88 p> Schweinekamm Pfund 75 p (Nicht am Kottbuser Damm) Pfund QO Pl Pfand 50 Pf Gehacktes......... Ohren unn Schnauzen Pfund 25 pf Pökelrippen...... p-und 65 p< Rückeufett....... ptund 70 Liesen................ pt»� 70 pi. ij Trikot-Hemden Räucherwaren Föttbückllngc........... 3 stach 20? Makrelen......................... stach 5?,. Aale geriacbert................. Pfund 1.15 L3ChS geräuchert........... V« Pfund 30?'• Lachsherinre................ stach 10 pt Salzheringe.................... stach 6". Sauerkohl................. 2 pmnd 15?,. irt n X $ «v v» r* tv Soldaten-Socken ».. 1.55 Damen-Schnürstiefel Schnür- Sdmhe m- �ackkappc, 36/42 �,35 Branne und schuarsc Damen-Sehnürstiejel, G�ße 36............, 3.45 Damen-Kanssehnhe, 1.95 Kerren-Sehnallenstieiel 4.95 Kerren-Sehnürstiefel e as mit Irfickkappe....... Ue»U Der Weg lohnt sich nach Sehuhhaus Runtze u Große Frankfurier Straße 83 nur Ecke MarsiliusstraCe. l'm ob jedem zu ermöglichen zn kommen. vergüte ich jedem KUnfer 20 Pf. Fahrgeld. H.& P. Uder,"Zlun": Verkäufe. Zeb» Prozent Rabatt Borwärts- leiern. 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Versuche, die Jugend in Vereinen zu sammeln, wurden in de'- Arbeiterschaft schon früher unternommen. Diese Vereine, d'� Erwachsenen gegründet waren und einen Bildungszwcck kamen indessen über den Kreis eines Lesezirkels n� Wnö;tgüünfe' hatten keinen dauernden Bcitand. Er,t als di-, langte kapitalistische Großindustrie m Jugendliche in die Fabr'kn gezogen und die Banden patriarchalischen Lehr- Verhältnisses gciockert.?atte, C|j, wirlschaftlichs Vürvidingung rur eine Masienbciveguno jungen Arbeiterschaft gegeben. Von dem geistigen Einfluß �er moderiien Arbciterhemegu: g erfaßt, reifte auch in den Kop'� Jugendlichen der Gedanke der Selbsthilfe zur Tat. Die uon den Jugendlichen geschaffene Organisation, die der CIch>tfcnbcn Jugend Wollen und Fühlen zum Ausdruck brachte, Zeigte. daß die ureigensten Interessen der arbeitendcn Jugend"die wirtschaftlichen sind. Schutz vor Ausbeutung und unwürdiger "Behandlung durch Vorgesetzte war das erste Verlangen der fügend- wichen Arbeiter und Arbeiterinnen. Tcn�änßcren Anlaß zur Gründung der Berliner Jugendsektion bot der Selbstmord eines Sch-losscrlehrliugs. Er war ein Symptom kür die bedrängte Lage der Lehrlinge im allgemeinen, dem die gc- ifamte Oeffentlichkeit verständnislos gegenüberstand. Int„Reuen lMontagsblatt", einer damals vom Genossen E d u a r d B e r n st e i n cherausgegebenen Montagszeitung, schrieb tresfend der Mitarbeiter Dr. Broh:..Die Oeffentlichkeit ist auf kurze Zeit wieder aufgeregt und im Lehrlingsjanimcr bleibt alles beim alten. Das wirksamste Gegenmittel wäre die Gründung von Lehrlingsvereincn."'Es schien, als sollte die Anregung unbeachtet bleiben. Nach mehreren Wochen, als die Oeffentlichkeit sich längst wieder bernhigt hatte, meldete sich ein Lehrling, der in naiver Weise seiner Verwunderung Ausdruck gab, warum man mit derGründung eines Lchrliligsvereins zögere. Dieser Ruf eines Lehrlings nach Organisation entfesselte in den Spalten des„Neuen Montagsblattes" eine„ Diskussion, die sich hauptsächlich um die Frage drehte, ob Jugendabteilungen in den Gewerkschaften oder selbständige Jugendvereinc die b.'fte Form der Organisierung der Lehrlinge seien. Ans pädagogischen und auch aus gesetzlichen Gründen entschied man sich, vor allem die Lehr- linge, für die Gründung eines selbständigen Lehrlingsvereins. Nickt für, sondern von der Jugend sollte die Jugendorganisation gc- schaffen werden. Als Aufgabe des Vereins wurde bezeichnet, die wirtschaftlichen, geistigen und rcw.achcn Interessen der Lehrlinge, jugendliche» Ar- lbeiter und Arbeiterinnen zu wahren. Seine Zwecke wollte er er- reichen durch Erteilung von Rat, Rechtsschutz und Unterstütznng, Errichtung eines Stellennachweises, Sorge für fachgemäße Aus- dildung der Lehrlinge, Verbreitung von Schriften. Einrichtung einer Bibliothek und eines Lehrlingsheims. Veranstaltung von Unter- richtskurscn, Vomägeu, geselligen Zusammenkünften und Aus- flügen. Die wirtschaftliche Interessenvertretung der Jugend würde als Sie Hauptaufgabe.des Vereins angesehen, erst in zweiter Linie folgte der Bildungszweck, der Pflege von Leibesübungen wurde mit Rücksicht auf die vorhandenen Arbeiterturn- und Sportvereine wenig Beachtung gesck)enkt. Der Kampf gegen Alkohol, und Tabakgenuß galt als die vornehmste Ausgabe. In politischen und religiösen Fragen wollte der Verein strenge Neutralität bewahren, und zwar nicht nur aus gesetzlichem Grunde idas damals herrschende preußi- iche Vereinsgesetz verbot Lehrlingen die Beteiligung an politischen Vereinen, dagegen dursten sie an öffentlichen politi'chen Verünnm- lungcn teilnehmen), sondern die Jugendlichen zeigten für politische Fragen im allgemeinen kein Interesse und die crn achscncn Berater des Vereins waren der Meinung, daß die Jugendlichen lediglich in das gesellschaftliche Leben einzuführe» seien; das pol'lischc Be- kenntnis zu einer Partei müsse die persönliche Eu.�ckließnng eines jeden einzelnen bleiben. In der offiziellen Ankündigung der Beeeinsg-.ündnnq wurde hervorgehoben, daß der Verein auf dem Boden der modernen Ar- bcitcrbewcgung stehe und daß„die Jugendlichen ihre Angelegen- Heiken selbst in die Hand nehmen sollen, frei von der Bevormundung durch Trwachle�". Die Erwachsenen im Verein sollten nur die Veralcr der Jugend sein, das Recht der Beschlutzsaffung stehe ledig- lich den Jugendlichen zu. Anwendung dieses modernen Erziehungsgrundsatzes durch Gründung der Jugendorganisation war eine Tat, die zunächst uberachl nur Widerstand fand, selbst in Arbeiterkreisen wurde ibr �rsk allmählich Verständnis entgegengebracht. Tic Reaktionäre und Philister aller Schattierungen, insbesondere auch die prosefsionicrten Jugenderziehcr, die den Bankrott ihrer Erziehung vollendet sahen. gerieten ans dem Häuschen,«ie alle wußten nur ein Mittel zur Erziehung der Jugend: Verbot, Untchtdrückung, im günstigsten Falle Verspottung. Bald forderte die„Norddeutsche Allgemeine Zeiung" die kommunalen Behörden aus, gegen die Jugcndorgani- sation scharfe Maßnahmen zu ergreifen. Verleumdungen der Bc- strebungen des Vereins spielten in der Hetze gegen die junge Ar- beiterschaft die Hauptrolle. Die„Germania" propbczeite, daß die Wirkung des Vereins„sich zunächst in einer zunehmenden Ver- rohung manifestieren werde". Tic„Deutsche Tischlcrzcitung", ein Meisterorgan, schrieb: „Der Boden zur Verwirklichung des Lehrlingsorganisations- gedankens will vorbereitet sei»; diese Idee kann nur auf dem Sumpfboden der G'roßstadt Blüten treiben; in Sem Milien der Zuhälter, Schnapssäufer und ähnlicher Ehrenmänner sind ihr die besten Perspektiven gegeben." Das Wutgeschrei der reaktionären Presse hatte den Erfolg, daß eine starke Bekämpfung der Organisation und eine furchtbare Drangsalierung ihrer Mitglieder einsetzte. Die christlichen Jüng- lingsvereine mit dem allen Sioccker an der Spitze, gaben den von ihnen angekündigten„Kampf bis anks Messer" bald aus. Die Innungen der Handwerksmeister empfahlen als wirksamstes Mitte! gegen die Organisationslust der Lehrlinge den Prügel. Durch Lehrvertrag wurde vielfach den Lchrlingcw der Beitritt zu Vereinen oder Organisationen,„welche die Wahrnehmung der Interessen(!) minderjähriger Arbeiter bezwecken", verboten. Die Behörden be- fteißigten sich, die Veranstaltungen des Vereins zu inhibieren. Während der Herrschast des preußischen Vereinsgesetzes wurde jede, auch die kleinste, Zusammenkunft polizeilich überwacht. Allein in einem Jahre>1907) wurden 8 Versammlungen polizeilich verboten und 1 1 ausgelöst. Selbst in Arbeiterkreisen hatten die organisierten Lehrlinge einen starken Widerstand z» überwinden. Die Organisierung der Lehrlinge winde int allgemeinen als eine Anmaßung der Lehrlinge angesehen, die den Herren spielen möchten und nichts tun wollte». Daß Gesellen ihren Lehrlingen, selbst Arbeitcrväter ihren Söhnen, den Organisationsgedanken auszupnigeln suchten, kam in der ersten Zeit des Bestehens der Jugendorganisation des öfteren vor. Es bedurfte eines eifrigen Bemühens der Gcwcrkschastsleilungen, diesen Irrungen organisierter Arbeiter zu steuern. Die Jugendlichen indessen waren viel zu stark mit ihrer Organisation verbunden, als daß sie von ihr lassen konnten. Sie war ein Stück ihres eigenen Jck?s. Allen Verfolgungen zum Trotz entwickelte sich die Jugendorganisation zu einer ungeahnten Stärke. Mit 24 Mitgliedern gegründet, zählte der Verein bereits nach drei Monaten öllO Anhänger und fühlte sich stark genug, eine nionailiche Vereinszcitung zu schasseu. Sie erschien vom 1. Januar 1992 bis Anfang 1999 unter dem Titel„Arbeitende Jugend". Vom Jahre 1999 ab, als auch in anderen Orten Norddeutschlands Jugend- vereine nach Berliner Muster eutstaiiden. wurde es das„Organ der freien Jugendorganisationen Norddeutschlernds". Tic Zeitung schenite der wirtschaftlichen Lage der Jugend, den Gegnern und der ausländischen Jugendbewegung besondere Aufmerksamkeit. Die meisten Aufsätze rührten von Jugendlichen oder jungen Genossen her. Ein häusiger Mitarbeiter war Otto K r i l l e, damals ein tätiges Mitglied der Berliner Jugeiidorganisatiou, dem die„Ar- beitende Jugend" manches schöne Gedicht verdankte. Das erste proletarische Jugendheim, das im Ottober 1999 in Berlin gegründet wurde, ist cbeusalls ganz und gar von Jugend- lichen geschaffen worden. Die vollständige Jnileueiurichtuiig hatten Handwcrkslehrliugc und junge Gesellen hergerichtet. Als die Organisation ihren höchsten Stand erreicht hatte, sie 2999 Mitglieder zählte, wurde sie durch Beschluß des preußischen Oberwerwaltungsgerickts am 14. Oktober 1919 aufgelöst. Die neue Bewegung, getragen vom alten Geiste, hat seitdem noch bedeutenderc Fortscbrittc gemacht als vordem. Gegenwärtig zählt die proletarische Jngendbewegilug in Eroß-Berlin 19 999 Anhänger und 21 Jugendheime. Der Erfolg in den letzten fünf Jahren ist allerdings zu einem Teile der gesamte» organisierten erwachsenen Arbeiterschaft zuzuschreiben, deren Anerkeninlng und llntörstützung sich die pro- Ictarische Jugend allmählich errungen Hai. Die Bedeutung der proletarischen Jugendbewegung ist in- zwischen aber auch allen Arbeitergegnern zum Bewußtsein gckom- mcn. sie umschmeicheln jevt die jungen Arbeiter und Arbeiterinnen, die sie chcdcin verhöhnt und verleumdet haben. Die nachhinkenden „Erzieher", die sich nun bemühen, die in der proletarischen Jugend- beivcgung zum Ausdruck gekommene Kraft der Jugend durch eine sogenannte Jugendpflege zu lähmen, sind indessen zu spät gekommen. Ter Gedanke der proletarischen Zusammengehörigkeit hat die jungen Arbeiter und Arbeiterinnen in ganz Deutschland zu fest ersaßt, als daß er von der„Jugendpflege" erstickt werden könnte. 24. Verlustliste. Amtlich. Gcncral-Kommando 18. Armeekorps Frankfurt a. M. Stab: Venn. 1 Mann.— 2. Gardc-Reservc-Negimeiit Berlin: bcrw. 1 Mann.— 3. Gardc-Rcgimciit Berlin, 2. Bataillon: tot 1 Unter- ossizier, 9 Mann; vcrw. l Off., 7 Unteroff., 37 Mann.— 4. Garde- Regiment Berlin, 2. u. Füsilier-Bataillon: tot 2 Unteroff., 19 Mann; vcrw. 3 Off., 7 Unteroff., 88 Mann; Venn. 8 Mann.— Gardc- Brigadc-Ersab-Bateillon Nr. 5 Spandau: tot 1 Mann; vcrw. 1 Untcrosf.. 11 Mann; verm. 2 Mann.— Landwehr- Infanterie- Regiment Nr. 4 Tilsit, 1. Bataillon: vcrw. 2 Off., 1 Untcrosf., 23 Mann; verm. 12 Manu.— Grenadier-Regiment Nr. 5, Tanzig: 1. Bataillon: tot l Oss., 3 Unteroff., 29 Mann; vcrw. 3 Off., 19 Unterofs., 126 Mann; verm. 19 Unteroff., l48 Mailn.— Grenadier-Regiment Nr.(i, Posen: vcrw. 1 Off.. 1 Mann.— Grenadier- Regiment Nr. 9, Stargard i. Pommern, Füsilier-Bataillon: tot 4 Unteroff., 21 Mann; vcrw. 1 Off., 6 Untcrosf., 62 Mann; Venn. 7 Mann.— Brigadc-Ersah-Bataitton Nr. 9, Cüstrin: tot 6 Mann, verw. 6 Off., 7 Unteroff,, 22 Mann; verm. 4 Untcrosf., 79 Mann.— Brigadc-Ersall-Bataiilon Nr. 10, Eottlms: tot 1 Unteroff., 6 Mann, vcrw. 2 Off., 4 Unterofs., 41 Mann; verm. 4 Unterofs., 57 Mann.— Brigade-Ersatz-Bataillon Nr. 11, Brandenburg a. H.: tot 1 Unteroffiziere, 6 Mann; verw. 3 O ff., 12 Unterofs., 89 Mann; verm. I Unteroff., 147 Mann.— Brigade-Ersatz-Bataillon Nr. 12, Nru- Ruppi«: tot 1 Mann; verw. 2 Off., 4 Unterofs., 49 Mann; verm. 19 Mann.-— Landwchr-Fnfantcric-Ncgimcnt Nr. 26, Magdeburg, 3. Bataillon: tot 2 Unterofs., 2 Mann; verw. 1 Oft., 16 Mann; verm. 1 Untcrosf., 9 Mann.— Infanterie-Regiment Nr. 27, Halberstadt: tot 1 Off., 7 Unteroft., 26 Mann; vcrw. 2 Off.. 19 Unteroff., 24 Mann; verm. 1 Unteroft., 32 Mann.— Landwehr-Jnfanteric- Regiment Nr. 39, Saarlouis, 2. Bataillon: tot 3 Mann; verw. 2 Off., 3 Unteroft., 21 Mann; Venn. 7 Mann.— Resrrve-Jn- fanteric-Rcgimcnt Nr. 32, Brandenburg a. H.: tot 4 Mann; vcrw. 1 Off., 3 Unteroff., 29 Mann; verm. 1 Oft., 1 Unteroft., 23 Mann. — Füsilier-Regiment Nr. 37, Krotoschin, 3. Batailloli: vcrw. 1 Mann.— Füsilier-Regiment Nr. 38,©(atz, 1. Bataillon: tot 2 Off., 14 Unteroff., 49 Mann; verlv. 2 Oft., 17 Uiitcroft., 129 Mann; verm. 68 Mann.— Füsilier-Regimnit Nr. 39, Dusseldm?, 3. Bataillon: tot 2 Oft., 29 Mann; vcrw. 2 Oss., 19 Unterofs., 199 Mann; Venn. 39 Mann.— Brigade-Ersatz- Bataillon, Nr. 42, Mainz: tot 3 Unteroft.; verw. 4 Off., 23 Unterofs., 139 Man«; verm. 3 Unteroff, 199 Mann.— Nescrvc-Jnfanteric-Rcgimcnt Nr. 48, 3. Bataillon, Frankfurt a. O.: tot 3 Off., 4 Unteroff., 21 Mann; verw. 3 Oft., 6 Unterofs.. 57 Mann; verm. 1 Unterofs., 13 Mann.— Landwehr-Jnfanterir-Rrgiment Nr. 48, Küstrin- Rngcrmündc, 2. BatailloK: tot 1 Unteross., 11 Mann; verw. 11 Unterofs., 62 Mann; venu. 6 Mann.— Jnfantcrie-Regimcnt Nr. 2», Rawitsch inid Lissa: tot 2 Unterofs. 12 Mann; verw. 1 Off., 2 Unteroffiziere. 95 Mann; verm. 29 Mann.— Infanterie-Regiment Nr. 55, 1. Bataillon, Höxter: veno. 1 Off., 1 Untcrosf., 1 Manu.-- Rcscrve-Jnfantrrie-Regiment Nr. 57, 1. u. 2. Bataillon Düsseldorf- Lennep: tot 1 Oss., 6 Unterofs., 16 Mann; verw. 3 Oft„ 7 Untcrosf., 58 Mann.— Jnfantcric-Rczlmcnt Nr. 63, Stab und 1. Bataillon, Oppeln: tot 4 Oft.. 16 Unteroft.. 49 Mann; vcrw. 16 Off.. 41 Uirftn vssizierck, 251 Mann; verm. 2 Untcrosf.. 71 Mann.— Infanterie- Regiment Nr. 64, Prcnzlau u. Anger münde, 2.». 3. Bataillon: tot l Oft.. 2 Unteroft.. 17 Mann; vcrw. 3 Oft., II Unterofs, 79 Mann. — Jnsanterie-llikgiment Nr. 67, Moli, l. u. 2, Bataillon: tot 2 Oft., 3 Unteroff., 33 Mann; veno. 11 Off., 29 Unteroff.. 262 Mann: verm. 2 Off.. 4 Unteroff.. 167 Manu.— Jnsaittcnc-Rcgiiiicnt m der Zlucht aus Frankreich. Wir geben hiermit den Brief eines Parteigenossen wieder, der lange Zeit in T o u l o u s e gelebt und gearbeitet hat und bei Kriegs- auSbruch mit seiner Familie nach Spanien flüchten mußte. Barcelona, 19. September 1914. Liebe Eltern, liebe Schwester! In der Erwartung, daß dieser Brief, den ich einer nach Italien reisenden Dame mitzugeben beabsichtige, daniit diese ihn dort weiter erpediere, in Eure Hände gelangt, teile ich Euch meine und unsere Erlebnisse mit. Am Freitag vor der Kriegserklärung schrieb ich an Euch und Onkel Paul. Ob diese Briese Euch je erreicht haben, weiß ich nicht, denn bis zur Stunde habe ich keine Ahnung, was Ihr macht und ob Ihr noch am Leben seid. Jedenfalls glaubte ich in dem Augenblicke, als ick mich zum Schreiben niedersetzte, noch nicht, daß wirklich der Krieg ausbrechen würde, wenngleich die Stimmung gewittcrsckwcr war...... Ich teilte Euch meine Befürchtung mit, eventuell schon am Sonnabend entlassen zu werden, da die Firma wahrscheinlich schließen werde. Diese meine Vermutung erfüllte sich. Am Sonnabend abend mußten wir fünf Deutsche die Fabrik verlassen, l Dettmanug. Krelschmar, Slopck, Kramer und ich. Am Sonntag früh erfolgte die Mobilisierung in Frankreich und am gleichen Tage las ich, daß die Kriegserklärung erfolgt sei. Am selben �Sonntag ivurde�bckanntgegcbcn, daß ab- reisende Ausländer die Erlaubnis der Stadtverwaltung und des Regicrungsvertretcrs einholen müßten. Ich schrieb sofort an den Präscktcn und bat um die Erlaubnis, nach der Schweiz abreisen zu dürfen. Als ich bis zum Dienstag noch keinen Bescheid hatte. wiederholte ich mein Verlangen; diesmal indessen um die Er- laubnis einkommend, nach Spanien reisen zu dürfen. Inzwischen war es Mittwoch geworden; ich hatte schließlich meinen mit Bild versehenen„lai-ser pa?se"(Reisepaß), aber immer noch nicht die Erlaubnis des Präfckten, und ohne diese war es mir verwehrt. den Bahnhos zu betreten. Toni hatte indessen eingepqckt und das Entbehrlichste verschenkt. Jeder bekam etwas. Frau Caborde die gesamte Küchengarnitur, das übrige Frau Riont. Franz Paillon, wein Kollege usw. Wir wohnten und atzen bei Labordes, die lieb waren, wie Eltern nur sein können und denen wir es zu danken haben, wenn wir schließlich doch alle wieder hier in Barcelona vereint sind. Auch Kramers wohnten bei Labordes und haben alle Möbel und Sachen bei ihnen, ebenso wie wir noch unsere Bücher und Effekten bei ihnen haben.- Was haben die Leute für Uns gelitten! Tie Franzosen wollten Labordes das Haus anzünden, weil sie uns beherbergt hatten, und Genosse Rieux, der Bürgermeister von Toulouse, mußte seine Polizei zum Schutze Labordes entsenden. Was Labordes uns Liebes an- getan, ist nicht möglich, zu schildern; nun, wir haben Freude au den beide» Leutchen und werden ihrer nicht vergessen. Doch lvill ich auf den Mittwoch zurückkommen, an dem ich die„laissex passe" erhielt. Es war am 5. August. Kramers und ich waren imterwegs, »M Besorgungen zu erledigen; wir trennten uns schlichlich abends Degen 6 Uhr. KramerS wollten noch eine Deutsche besuchen, während ich mich aufmachte, einen organisierten Kameraden auszusuchen, um mir von demselben meine Vcrbandsbücher in Ordnung bringen z» lassen. Der betreffende Kollege war eingezogen worden und sollte am nächsten Morgen fort; ein Grund mehr für mich, mich zu beeilen. Ich traf in St. Cyprien, Ivo er wohnte, nur seine Schwiegcrniuttcr, die mir erklärte, ihr Schwiegersohn käme erst in einer halben Stunde. Ich begab mich in ein Eafe, nm dort bei einer Flasche Bier zu warten. Kaum niedergelassen, wurde ick von einem Schutzmann gefragt, was ich hier mache, und aus- gefordert, mit zur Wache zu kommen. Dort augelangt, zeigte ich meine Papiere vor- und bat an den Beigeordnete» des Bürger- meisters. den Genossen Deltoii. zu telephoniereu, damit dieser meine Freilassung betoirke. Der Bescheid kam, mich sofort gehen zu lassen, nur konnte ich nicht fort, da die Wache bereits von Tausenden belagert war, die stürmisch danach verlangten, mich z» töten. Ich war den Beamten von einer Frau, aus der Fabrik wahrscheinlich, als Deutscher und als Spion denunziert worden; daher die Erregung der Menge. Außerdem befand ich mich in einem von Zigeunern und anderen wenig angenehmen Personen bewohnten Viertel, andernfalls wäre vielleicht nicht passiert, was sich eine Stunde später zutrug. Es» blieb mir also nichts weiter übrig, als aus der Wache zu bleiben und abzuwarten. Inzwischen verlangte der Kommissar Verstärkung, die auch eiickraf und auch sehr nötig war. da die wild gewordenen Menschen Miene machten, die Wache zu stürmen. Man gab Wasser auf die Masse, indessen vergebens. Endlich gelang es, eine Droschke durchznbringcn. nach- dem die erste bereit angehalten war. Ich sprang hinein, rechts und links zwei Polizisten auf dem Trittbrett. Von Soldaten und Polizisten war schließlich die Straße gesäubert ivordcu und fort giugs. Als die Beamten mich sicher glaubten, sprangen sie ab. Ter Kutscher indessen, sei es aus Absicht oder aus Unkenntnis, nahm einen falschen Weg und ein paar Minuten später war ich inmitten der wütenden Menge. Man demolierte die Droschke und versuchte, mich hcrauszuzicben. Ich wehrte mich so gut es ging. konnte aber doch nicht verhindern, daß ich einen Messerstich in den rechten U n t c r a r in, einen kräftigeren in d�c n rechten Oberschenkel bekam. Ein Schlag mit einer Syphonflasche verletzte mich über dem rechten Auge und ein fürchterlicher Fauslschlag bewirkte, daß dasselbe schwarz unterlief und sofort zuschwoll. Inzwischen war wieder Polizei zur Stelle, die mich verzweifelt verteidigte kich halte unter den Beamten einen speziellen Bekannten, der ebenfalls verletzt wurde und dem die Uniform zerrissen ivurde), aber doch nicht verhindern konnte, daß Fausthiebe,' Fußtritte und Stock- schlüge nur so aus meinen Kopf herabhageltcn. Kurz vor der Wache riß man mir noch einen Teil meines Vollbartes ab. An Kleidungsstücken hatte ich nur noch meine Hose und vom Jackett noch die Brusttasche mit meinen Papieren, sonst war mir alles abgefetzt toorden. Blutüberströmt und halb bcwuhtos langte ich endlich auf der Wache an. Ich weiß nicht, ob ich dort lange ge- legen habe, jedenfalls sprach man mich plötzlich auf deutsch an und fragte, ob ich französisch spräche. Ich bejahte und sah vor mir einen älteren Herrn, wahrscheinlich einen höheren Beamten. Gleich darauf erschien der kommandierende General Mr. Baillond, der mit der Truppe erschienen war, um die noch immer tobende Masse zu ineistcru. Es war ein schreckliches Gewitter ausgebrochen und der Regen strömte nur so hernieder; die Menschen aber wichen nicht von der stelle.� Ter General und der schon genannte Herr machten mir Vorwürfe, ivaruin ich nicht vorsichtiger gewesen sei. sahen aber schließlich doch wohl ein, daß init der Vorsicht in diesem Falle nicht alles getan sei. Endlich war es dein General gelungen, die wütenden Menschen zu bc- ruhigen und er selbst führte mich mit einem Sergeanten zur Droschke, die uns zum Militärgcfängnis brachte. Tort angelangt, lieh mir der General seinen Degen zum Stütz e n und lvar, wie übrigens sämtliche Militärs dort im Gc- fängnis, liebevoll bemüht, die nr i r angetane Unbill v c r gc s s e n zu machen. Ich wurde zwar unter- sucht, ob ich Waffen hätte, ich soll nämlich bei meiner Ver- teidigung einen Soldaten getötet haben, ein leeres Geschwätz, man fand aber nicht einmal ein Taschenmesser. Sofort nach meiner Ankunft sandte man einen Soldaten zu Toni, um sie von dein Vorgefallenen zu benachrichtigen; mir selbst holte man auf meinen Wunsch eine Limonade, und wurde ich dann in eine Zelle gebracht. Tie Tür blieb indessen aus, außerdem brachte man mir Decken und sorgte für die Behandlung meiner Wunden. Toni schlief schon, als der Soldat Frau Riont und diese wieder Labordes be- nachrichtigte, da Toni noch bei nns war, während ich mit Bubi bei Labordes zu übernachten pflegte. Erst am nächsten Morgen erfuhr Toni von dem Vorgefallenen und kam sofort mit Mr. La- bordc. mick zu sehen. Zur gleichen Zeit kam der Militärarzt, der mir Verbände anlegte und erklärte, die Münden seinen glück- licherweise nicht gefährlich. Zwei Tage blieb ich im Gesänguis, inzwischen ging Freund Laborde zum Bürgermeister, dem Ge- .. rr___ �13 i......... K. f i S,»,\*)»»«* i*f-\ rt t t■*»*».-fi»»,-e ztveier Polizisten. Im Gefängnis hatte ich mir den Vollbart abnehmen lassen und den Schnurrbart beschneiden lassen, um eventuell einem Wiedererkennen vorzubeugen. Dort im Hospital war ich aufs Beste verpflegt, und während 14 Tage, die ich dort zubrachte, von Labordes und Frau Riont nack besteili Können besucht worden.- Was haben mir die lieben Menschen nicht alles angebracht, um mick zu erfreuen, einer wetteiferte immer mit dem andern. Toni hatte inzwischen die Erlaubnis bekommeil/ abreisen zu köinien, und durch den Genossen Rieux und Delton wurde ihr auch�cine Beihilfe von 119 Frank aus- gchändigt. Am gleichen Sonnabend meiner Einlieferung reiste Toni mit Franz und Bubi ab, wir waren getrennt. Genosse Rieux hatte Toni mitgeteilt, daß ich jedenfalls während der Tauer des Krieges werde in Toulouse bleiben müssen; stellt Euch vor, mit welchen Gefühlen Toni von mir schied. Den Bemühungen Labordes. der unermüdlich für mich auf den Beinen War, gelang es schließlich, uftch frei zu bekommen. Eigentlich war es Genosse Rieux und der Genosse Delton, die meine Freilassung erwirkten, aber Labordes waren doch der Anstoß. Endlich, leidlich geheilt, folgte ich Toni 14 Tage später, eben- falls a» einem Sonnabend früh nach Barcelona. Nach 26stündiger Reise, auch Toni hatte diese Zeit benötigt, langte ich 97r. 77,(scllk, Z. Nataillon: tot S Nuteroff.,'49 Mann; bcrw 2 Cff., 8 Unterofs., 68 Mann; verm. 1 Unteroffv 23 Mann.- Mcscrvc-Jnfanterie-Regiment Nr. 84, Kirl: verw. 1 Mann.— In fanterrr Regiment Nr. 8S, 1.«. S. Bataillon, RcndSliur«: tot 1 O's.. 2 llnteroff., 12 Mann; verw. 2 Off., 9 Unteroff., 56 Mann; verm 11 Mann.— Infanterie-Regiment Nr. 99, Zabern u. Pfalzburg � tot 9 Offiziere, 11 Unteroff., 98 Mann; verw. 21 Off., 34 Unteroff.� 479 Mann; verm. 1 Off., 6 Unteroff., 171 Mann.— Leib-Grenadier Regiment Nr. 199, Karlsruhe: tot 5 Off., 20 Unteroff., 113 Mann verw. 75 Off., 59 Unteroff., 529 Mann; verm. 2 Unteroff., 74 Mann - Grenadier-Regiment Nr. 110, Mannheim u. Heidelberg: tot 2 Untcroff., 9 Mann; verw. 5 Unteroff., 55 Mann.— Infanterie Regiment Nr. III, Rastatt: tot 6 Off., 18 Unteroff., 63 Mann; verw 17 Off., 33 Unteroff., 328 Mann; verm. 5 Unteroff., 193 Mann.— Lcibgardc-Jnfanterie-Regiment Rr. 115, Tarmstadt: tot 13 Oft., 11 Unteroff., 75 Mann; verw. 10 Off., 37 Unteroff., 338 Mann; vermißt 1 Off., 3 Unteroff., 91 Mann.— Infanterie-Regiment Nr. 129, Grandenz, L u. 3. Bataillon: tot 6 Off., 21 Unteroff., 43 Mann; verw. 9 Off., 26 Unteroff., 244 Mann; verm. 7 Unteroff., 175 Mann.— Infanterie-Regiment Nr. 141, 3. Bataillon, Strasburg i. W.-Pr.: tot 4 Off., 3 Unteroff., 16 Mann; verw. 8 Unteroff., 63 Mann; verm. 2 Off., 3 Unteroff., 90 Mann.— Infanterie-Regiment Nr. 151, Maschinengewehr-Kompagnie Sensburg: verwundet 1 Mann. Jnfanterie-Regiment Nr. 162 1. Bataillon Lübeck: tot 1 llnteroff., 7 Mann; verw. 1 Unteroff., 23 Mann; verm. 1 Unteroff., 11 Mann.— Infanterie-Regiment Nr. 164, 3. Bataillon Holzminden: tot 1 Off., 1 Nnteroff., 21 Mann; verw. 5 Off., 22 Untero.ff., 190 Maim; verm. 1 Unteroff., 26 Mann.— Jnfan- terie-Regiment Rr. 169, 1. Bataillon Lahr: tot 4 Unteroff., 3 Mann; verw. 2 Off., 8 Unteroff., 68 Mann; verm. 20 Mann.— Infan- trrir-Rcgiment Nr. 176 Thorn: tok 4 Off., 16 Unteroff., 53 Mann; verw. 21 Off., 81 Unteroff., 399 Mann. Landsturm-Bataillon I Med: tot 1 Mann.— Landsturm-Bataillon Montjoie: tot 3 Mann; verm. 1 Mann.— Landsturm-Bataillon Neustrelib: verw. 1 Mann; verm. 2 Off. Jögrr-Bataillon Nr. 1, Ersahabteilung Ortelsburg: tot 1 Unter offizier, 2 Mann; verw. 2 Unteroff., 8 Mann; verm. 3 Mann.— Referve-Jiiger-Bataillo» Nr. 7 Bückeburg: tot 1 Unteroff., 2 Mann; verw. 1 Manu; verm. 1 Mann.— Refervc-Iäger-Bataillon Nr. 9 Natzeburg: verw. 2 Off., 5 Mann; verm. 1 Mann.— Rcferve- Jäger-Bataillon Rr. 14 Colmar i. E.: tot 3 Off., 4 Unteroff., 29 Mann; verw. 9 Off., 20 Unteroff., 161 Mann; verm. 1 Unteroff., 23 Mann. FestungS-Mafchinengewehr-Abteilung, zugeteilt dem Landwehr- Jnfanterie-Regiment Nr. 24: tot 1 Mann; verw. 1 Off., 1 Mann. Höherer Kavallerie-kommandeur 2 Stettin: verw. 2 Unteroff. -— Dragoner-Regiment Nr. 6 Mainz: tot 1 Unterofs., 7 Mann; verw. 1 Off., 2 Unteroff., 24 Mann; verm. 1 Unteroff, 2 Mann.— Dragoner-Regiment Nr. 19 Oldenburg: tot 2 Unteroff., 8 Mann; verw. 21 Mann; verm. 20 Mann.— Ulanen-Regiment Nr. 1, Ostrowo-Militsch: tot 1 Unteroff.; verw. 1 Unteroff., 2 Manu; verm. 1 Mann.— Ulanen-Regiment Nr. 5 Düsseldorf: tot 2 Mann; verw. 2 Mann: verm. 16 Mann.— Jäger-Regiment zu Pferde Nr. 12, St. Avold: tot 1 Off.; verw. 2 Off., 3 Mann; verm. 2 Mann. Feld-Artillerie-Regiment Rr. 5, 1. Abt. Sprottau: tot 7 Mann; verw. 3 Off., 4 Unteroff., 42 Mann; verm. 2 Mann.— Feld-Art- Regiment Rr. 19, Hannover: tot 3 Off., 3 Unteroff., 16 Mann; verw. 2 Off., 10 Unteroff., 69 Mann; verm. 2 Untcroff., 15 Mann. Reserve-Feldart.-Regiment Rr. 17 Lockftedter Lager: tot 1 Off., 6 Mann; verw. 6 Off., 4 Unteroff., 15 Mann; verm. 2 Mann.— .Feldart.-Resiment Nr. 18 Frankfurt a. O. Erfahabtrilung: verw. 1 Off., 1 Mann.— Feldart.-Regiment Nr. 22 Münster, 2. Abteilung: tot 1 Off., 1 Unteroff., 3 Mann; verw. 5 Off., 2 Unteroff., 8 Man». t* Feldart-Regiment Rr. 33 Meh, 1. Abteilung: tot 1 Untcroff.; verw. 3 Off., 2 Unteroff., 37 Mann.— Feldart.-Regiment Nr. 35 Deutfch-Eylau: tot 5 Mann; verw. 3 Off., 1 Unteroff., 10 Mann.— Feldart.-Regiment Rr. 39 Berleberg Erfahabtrilung: tot 3 ZNann; verw. 1 Off., 2 Unteroff., 22 Mann; verm. 3 Mann.— Feldart.- Regiment Rr. 30 Karlsruhe 2. Abteilung: verw. 1 Unteroff., 1 Mann. Feldart.-Regiment Nr. 66 Lahr 2. Abteilung: tot 2 Mann; verw. 2 Mann.— Feldart.-Regiment Rr. 67 Hagenau und Bifchwriler: tot 3 Unteroff., 3 Mann; verw. 14 Mann.— Fcldart.-Regment Nr. 71 Grandenz: tot 1 Mann; verw. 1 llnteroff., 2 Mann.—• Feldart.-Regiment Nr. 83 Bonn 1, Abteilung: tot 8 Mann; verw. 5 Unteroff., 22 Mann. 2. Munitiondkolonnen-Bbteilung des 18. Armeekorps Mainz: toi 1 Unteroff. Garde-Pionier-Bataillon Berlin: tot 1 Unteroff., 1 Mann; verw. 1 Untcroff., 6 Mann; verm. 2 Unteroff., 2 Mann.— Pionier-Bataillon Rr. 7 Köln: tot 1 Unteroff., 2 Man»; verw. 1 Off., 1 Unteroff., 6 Mann.— Pionier-B-taillon Nr. 8 Coblenz: tot 1 Unteroff., 1 Mann; verw. 1 Off., 4 Unteroff., 22 Mann; verm. in dem schönen Barcelona an. Ich wußte nur, wo Toni die erste» öwci Tage abgestiegen war, aber nickt, wo sie nun war. Mein erster Gang war zum Deutschen Klub, und hier teilte man mir mit, daß Toni wahrscheinlich schon nach Italien abgefahren sei oder bald abfahren werde. Denkt Euch meinen Schreck. Schnell gingS mit einem Herrn zum Hafen, und da sagte man mir, Toni sei in der„Deutschen Schübe" und reise nicht ab, da Franz nicht mitkönne. Es werden nämlich alle wehrpflichtigen Männer von 1. 45 Jahren unterwegs angehalten und in Gefangenschast 'eftihrt. Leute, die schon über 45 Jahre waren und nach Italien fahr». wollten, sind sogar in Marseille als Kriegsgefangene ein- gesteckt" worden. Rwr Frauen und Kinder sind sicher, durchzn- tomme».' ich �uch militärpflichtig bin, und Franz eventuell auch auSst'�ben tvewde»: könnte, sind wir genötigt, hier zu bleiben. Daher sind wir jetzt beisammen, sonst wären die Meinen vielleicht schon bei Ev'ch und ich allein hier. Wir sind hier wie Hunderte von deutschen Flüchtlingen in der Deutschen Schule untergebracht, wir schlafen atvi Ma.tr wtzen auf der Erde und haben Decken zum Zudecken. Das.Lagcw ist nicht sehr bequem, aber es ist doch; besser wie gar Uinef*_ Die Verpflegung ist kräftig und r e i ch l ich. Toai, Bubi und ich haben einen Salon mit Terrasse für uns, wähl end die meisten, so auch Franz, zusammen schlafen, Frauen und Mäirner natürlich getrennnt. Wer Arbeit findet, geht arbeiten und bezahlt eine Kleinigkeit, wer keine findet, bezahlt eben nichts. Es ist das Konsulat im Verein mit dem deutschen Hilfsko mitee, welches den Landsleuten in anerkennenswerter Weisse deifpringt. Andere Landeleute liegen auch auf dem deutschen Dannpfer„Düsseldorf". Mir ist es noch nicht gelungen, Arbeit zu rinden, nach dem.Kriege habe ich mehr Aus- ficht. Franz aber isr.als Lehrling untergekommen und verdient 7,50 Pesetas, gleich 6 M., wovon er 5 Peseta abgeben wird. Kramers waren auch lvwhaftet worden, aber nur, um zu ihrer Sicherheit in ein Hotel gebracht zu werden. Sie waren noch vor Toni abgereist. Sie� haben nicht das Geringste mitnehmen können, während Toni doöh nock> die meisten Kleider hat; auch wir anderen haben leidlich zum Anziehen. Kramer bat 4 Wochen gearbeitet, jetzt ist auch er ohne Beschäftigung. K. wohnen möbliert. Ich habe mich an verschiedene Firmen gewandt, indessen ohne jeden Erfolg; bis jetzt werden wir sehen, was werden wird. Natürlich sind wir so ziemlich abgebrannt, und selbst wenn der Krieg vorbei ist. langt es nicht mehr zur Rückreise. Nun, wir werden abwarten. �_,.„,.„,, So habt Ihr nun gedrangt eme Neberstcht nnierer Erlebnige, hoffentlich erfährt Ihr fie. Die Franzosen haben mir böse mitgespielt, dennoch bin ich ihnen nicht gram. Ich habe doch auch wieder brave Menschen unter ihnen gefunden, und schließlich, wenn die 'Leidenschaften aufgewühlt sind, gehen sie mit den Menschen durch, das wird wohl überall das Gleiche sein. Jedenfalls bin ich genötigt, soweit meine Erfahrungen, nicht»klein meine persön- licken in Frage?ommen> ssrt Sehsrven, den militärischen wie den Zivilbehörden, meine An. erkcnnung auszusprechen. Man darf Franzosen u k f r a n A ö s i � che n fr u qX ch**** 4 Mann.— Pionier-Bataillon Nr. 13 Strahburg i. Elf.: tot 1 Off., 1 Untcroff., 10 Mann; verw. 1 Off., 7 Unteroff., 43 Mann; verm. 7 Mann.— 2. Pionier-Bataillon Nr. 16 Meli: tot 6 Mann; verw. 1 Off., 4 Untcroff., 37 Mann; verm. 3 Mann.— Pionier-Regiment Nr. 24 Köln, 3. Fcldkompagnic: verw. 2 Untcroff., verm. 2 Unterofs. Fortifikation Mcb-Ost: tot 2 Mann; verm. L Mann. Etappcn-Kraftwagcn-Kolonnc Rr. 23 Berlin: verw. 1 Mann; verm. 1 Mann. Sanitätskomp. Nr. 1 des Gardc-Refcrvc-Korps Berlin: verw. 1 Mann. »» * Der p r e u ß i s ch e n Verlustliste Nc. 33 sind noch beigefügt: die sächsische Verlustliste Nr. 15. Sie enthält Verluste des Generalkommandos des 12. Reserve-Armeekorps, des Infanterie- Regiments Nr. 106 und deö Reserve-Feldartillerie-Regimenls Rr. 24; die württembergische Verlustliste Nr. 20 mit Verlusten der 52. Reserve-Jnsanterie-Brigade, des Brigade- Ersatz- Bataillons Nr. 52, des Landwehr-Infanterie- Regiments Nr. 12t, des Infanterie- Regiments Nr. 180, des Feldartillerie-Regiments Nr. 29. Außer der Verlustliste Nr. V4 der preußische» Armee wurden noch veröffentlicht: die Verlustliste Nr. 14 der bayrischen Armee mit Verlusten de» 12. Jnfanterie-Regiments; die Verlustliste Nr. 16 der sächsische n Armee mit Verlusten des Stabes der 19. Ersatz- Division, der Brigade- Ersatz-Bataillone Nr. 45, 46 und 48 und des Jnfanterie-Regiments Nr. 181; die Verlustliste Nr. 21 der w ü r t t c m b e r g i s ch e u Armee mit Verluste» des Jnfanterie-Regiments Nr. 126. des Infanterie- Regiments Nr. 180, des Ulanen- Regiments Nr. 19 und der 1. und 2. Landwehr-Pionier-Kompagnie. Verlustliste 5 der Kaiserlichen Nlarine. 1. Matrosendiviston: 2 Off. verm.; Kapitulanten: 2 Unteroff. Verm. l. A b t e i l u n g: 8 Mann verm. 3. A b t e i l u n g, 8. K o m- Pag nie: 1 Deckoff., 3 Unteroff verm. 2. Matrosendiviston: 11 Off., 1 Marineftabsarzt, 1 Marineassistenzarzt verm.— Kapitulanten: 1 Unteroff., 3 Mann tot; 1 Deckoff. 17 Unteroff., 12 Mann verm. 1. Abteilung: 10 Mann tot, 130 Mann verm. 2. Abteilung: 2 Mann verm. 3. Ab- teilung, 7. Kompagnie: 1 Deckoff., 4 Unteroff., 1 Mann verm. 8. Kompagnie: 1 Unteroff. tot, 1 Depoff., 5 Untcroff., 9 Mann verm. 1. Wcrstdivision: 1 Marinestabsiiigenieur, 2 Marineingenieure, 1 Deckoff., 2 Unteroff. verm. 2. Wcrstdivision: 1 MarinestabSingenieur tot, 1 Marine- oberzahlmeister verm. 1. Abteilung: 4 Unterofs., 1 Mann tot; 11 Deckoff., 36 Unteroff, 11 Mann verm, 1. Kompagnie: 13 Mann verm. 2. Kompagnie: 4 Mann tot, 118 Mann verm. Kompagnie: 16 Mann verm. 4. Kompagnie: 1 Unteroff. tot; 5 Untcroff., 3 Mann verm. 5 Kompagnie; 3 Unteroff, 11 Mann verm. 2. Torpedodivision: 1. Kompagnie: 2 Unteroff., 12 Mann vermitzl. 4. Kompagnie: 1 Deckoff. verm. Minenabtcilung: 2 Untcroff., 6 Mann verm. Mus Industrie und Handel- Tas endgültige Ergebnis der Kriegsanleihe. Amtlich. Berlin, 2ä. September.(W. T. B.) Durch recht- zeitig abgesandte, aber verspätet eingegangene Zeichnungen auf die Kriegsanleihen hat sich das Resultat noch irrn rund 70 Millionen Mark erhöht. Es sind also gezeichnet; Reichsa ii leihet 121 001 300 M., darunter mit Schuld- bucheintragung und Sperre bis 13. April l013 1 108 987 700 M., Reich sschatzanweisungen 1 339 727 000 M., zusammen 4 460 728 900 M. Unter den Zeichnungen auf Tchatzanweisungen befinden sich 582,9 Millionen Mark Wahlzeichnungen, deren Zeichner für den Fall der Ueberzeichnmig der Schatzanweisungcn erklärt haben, daß sie bereit seien, sich statt derselben auch Rcichsanleihe zu- teilen zu lassen. Die Zeichnung ist nunmehr geschlossen und sind vorstehende Ziffern daher als endgültig zn betrachten. Festsetzung der Höchstpreise für Getreide. Tie„Frankfurter Zeitung" meldet aus Bertin: Bei der Regierung vesteht die ernste Absicht, Höchstpreise festzusetzen und zwar möglichst für Weizen, Roggen und Gerste. Die Frage wird in erforderlicher Weise nach allen Richtungen geprüft. Wann diese Verhandlungen zum Ab» chluß kommen, ist»och nicht zu sagen, doch kann es sich nur um eine Woche oder wenig mehr handeln. Tie Interessenten müssen darauf gesaßt sein, daß die Höchstpreise unzweifelhaft unter die heutigen Börsennotieruugen zu stehen kommen, ferner darauf, daß nach der ganzen Konstruklion des Gesetzes vom 4. August solche Abschlüsse, die vor Erlaß der Höchstpreise gemacht wurden, nickt aufgehoben werden. Ferner ist in Erwägung gezogen, für Mehl ein Mindestausbeuteverhältnis vorzuschreiben. Gewerkschaftliches. Gelbe Praktiken auch jetzt! Durch die gesteigerte Herstellung von Kriegsbedarf ist die Nach- frage nach Arbeitskräften in einigen Berufen der Metallindustrie sDreher, Schmiede, Werkzeugmacher) ziemlich stark, so daß sich ein klein wenig Arbeitermangel in diesen Berufen bemerkbar»rächt. Andere Berufe der Metallindustrie allerdings leiden nach wie vor unter großer Arbeitslosigkeit. Zu den Firmen, die Dreher, Schmiede, Werkzeugmacher forder», gehört auch die Firma Siemens u. Halske. Man sollte glauben, daß jetzt, wo eS etwas mit Schwierigkeiten verknüpft ist, brauchbare Kräfte au Drehern, Werkzeugmachern usw. z» erhalten, die Finna ihre gelben Künste einstellen würde. Weit gefehlt! Selbst jetzt versucht die Firma Siemens u. HalSke diejenigen Ar- beiter, die sie einstellt, noch für ihren gelben Verein einzufangcn. Sie sucht, da in Berlin aus den genannten Berufen nicht genügend törichte Leute zu finden sind, die auf die gelben Bedingungen ein- gehen, auswärts Arbeitskräfte, und hofft, diese dann mit ihrer gelben Liebe beglücken zu können. Da die Firma Siemens selbst durch die gegenwärtige Situation sich nicht veranlaßt sieht, von ihren gelben Bestrebungen Abstand zu nehmen, kann man eS der Arbeiterorganisation wohl nicht verdenken, wenn auch sie in diesem Falle jede Rücksicht fallen läßt. Der Metall- arbeiterverband fZahlstelle Berlin) warnt daher jeden Ar« beiter, sich aus ein Arbeitsverhältnis bei der Firma Siemens einzulassen, wenn dem betreffenden Arbeiter etwa? daran liegt, frei von jedem gelben Verdacht zu bleiben. Wohl ist es möglich, daß, wie daS ja manchmal schon vor- gekommen ist, die Firma Siemens, wenn sie wegen Arbeitskräften in Bedrängnis ist, im Augenblick vom linterschreiben des gelben Reverses Abstand nimmt, sobald aber einige Zeit verflosim ist, versuchen die Beauftragten der Unternehmer bei den Arbeitern ihre gelben Künste. Darum ist Vorsicht am Platze. _____,____.__________ bcit nickt zur gegebenen Zeit remönftriert. HßWMtWprtsicher Redasteur; Msre» Wictepp, Neukölln. Für Peg Inseratenteil verantw.: Th.Gl»ckr, Berlin. Druck u-verlagiPorwärt» Buchdruckerei u. Verlagsanftalt Paul Singer& Co, verlin SW. In der gegenwärtigen Zeit, in der jeder irgendwie leistungS» fähige Dreher, Werkzeugmacher und Schirrmeister leicht Arbeit findet, die auch zum mindesten so gut bezahlt wird wie bei der Firma Siemens, hat es niemand nötig, irgendwelche Angebote der Firma Siemens u. Halske oder Siemens-Schuckert anzunehmen. So lange die Firmen Siemens u. HalSke und SiemenS-Schuckert bei ihrer gelben Praxis bleiben, tun die Metallarbeiter gut, sich ander- w e i t i g Stellung zu beschaffen und die Arbeitsangebote der Firma nicht zu beachten. DaS entspricht ja auch dem Wunsche der Firma Siemens u. Halske, die durch ihre gelben Agitatoren des öfteren erklären läßt. „wir zwingen niemand, gelb zu worden, aber wer unserem gelben llnterstützungspercin nicht beitreten will, kann nicht bei unS arbeiten".__ Deutsches Reich. Tic Sattler und der Krieg. Am 1. Juli d. I. zählte der Verband der Sattlet und Poric- feuiller 13 526 männliche und 1000 weibliche Mitglieder. Es schien, als ob die wirtschaftliche Krise— unter der vor allem die Leder- waren- und Reiseartikelindustrie stark zu leiden hatte— überwunden sei und einem besseren Geschäftsgang weichen sollte. Doch der Plötz- lichc Kriegsausbruch machte alle Erwartungen zunichte. Tic auf den Außenhandel angewiesene Lederwareninduftric, für die in erster Linie Englang als Absatzgebiet in Frage kommt, wurde zum gänz- lichen Stillstand gebrackt! In ihrer criren Bestürzung, von der sich die meisten beut noch nicht erholt haben, haben Lcderwarewfabri- kanten in Berlin, Erlangen, Leipzig, Lffcndach und Stuttgart ihre Betriebe geschlossen, vom Werkmeister bis zum jüngsten Lehrling herab alle Arbeiter entlassen, das kaufmännische Personal zum 1. September gekündigt, oder es soll bis zum l. Oktober bei halbem Gehalt weiter beschäfligt werden. Diese Maßnahmen beruhen auf einem Beschluß der Offenbacher Lederwarenfabrikariten-Vercinigung. Nur ganz vereinzelt wurde der Betrieb bei lvdeuiend verkürzter Arbeitszeit aufrechterhalten. Dadurch ist der Verband der Sattler und Portefeuiller in außerordentlichem Maße in Mitleidenschaft gezogen, obgleich die Sattler in den Militäramsriistungsfabriken stark beschäftigt sind und sich hier ein Mangel an geübten Arbeitern bemerkbar macht. Eine von der Verbands leitung veranstaltete Erhebung ergab, daß bei Beginn dieses Monats die Mitgliederzahl von 14 526 am 1. Juli auf 10 939 herabgegangen ist. 2058 Verheiratete und 1131 Ledige waren zum Krieg einberufen abgemeldet. Durch Emde- rufuug des Landsturms wird die Zahl der Mitglieder weiter herab- gehen, andererseits sind aus den Mililäreffcktenfabriken zahlrcicbe Aufnahmen gemeldet. Als völlig arbeitslos wurden- 3782 Mit- gliedcr, fast ausschließlich Portefeuiller, ermittelt, wozu noch 897 kommen, die herab bis zu drei Stunden täglich arbeiten. 5988 Mit- gliedcr arbeiten in Militärwcrkstätten und Automobilfabrikcn. In Berlin waren 895 Mitglieder r= 25,6 Proz., in Offenbach 2139— 68,2 Proz., in Nürnberg und Erlangen 498= 76,6 Proz. aller Mitglieder am Orte arbeitslos. Die statntenimäßige Arbeits- loseirunterftützung erfordert eine wöchentliche Ausgabe von rund 20 000 M. Um den Ausgesteuerten und eventuell den notleidenden Angehörigen der zum Kriegsdienst Einberufenen eine einmalige Ertraunterstützung gewähren zu können, hat der Hauptvorstand eine Listensammlung unter den in Arbeit stehenden Mitglieder» ausgeschrieben, auf die bis zum 19. September über 27 000 M. ein, gegangen waren._ Busland. Tie Seeleute und der Krieg. Infolge des Krieges sind zahlreiche Seeleute in fremden Häfen festgehalten. Die Reedereien der kriegführenden Mächte haben bei Ausbruch des Krieges ihren Kapitänen Anweisung gc- geben, in neutralen Häfen liegen zu bleiben oder aber — wenn die schiffe unterwegs waren— sie drahrlos nach neutralen Häfen dirigiert. Lagen diese Häfen so, daß die SXann* schatten mit der Eisenbahn die Heimal erreichen konnten, so bc- fanden sie sich in einer verhältnismäßig günstigen Lage. Sie fanden dann wenigstens zum Teil Aufnahme in der Marine, cbenio wie die Besatzungen der schifffe, welche den Heimathafen erreichen konnten oder darin festgehalten wurden. Anders die Seeleute, welch: durch den Ozean von der Heimat getrennt find. Tic Per- bände der Seeleute können nicht alle diese Notleidenden unter- stützen und die Frage taucht auf, wie mau hier Abhilfe schaffe» kann. Pastor Edward H. T e e m s von der Seemaniiskirche in New fyork sagt, daß die Schlaf räume der Kirche mit obdack" losen Seeleuten überfüllt sind und daß die Bibliothek des See Malmsheims in Hoboken in einen Schlafraum umgewandelt wurde- Die Cunardlinie hat mehrere Hundert Mann entlassen. Viele kleine Fahrzeuge liegen im New Yorker"Hafen und die ganze Besatzung, mit Ausnahme von einigen Mann, wurde ebenfalls cn>- lasse». Ter Paffagicrvcrkehr und die Frachtbcfördcrung liegt brach» so daß die traurigen Folgen fiir die Scclcutc kaum abzusehen sind. — Die Eiiiwandcrungsbchörde New£)orI» hat nun die Aufgabe. die entlassenen Angestellten zu infvizicren. Das amerikanische Einwanderungsgesctz schreibt vor, daß Seeleute von ausländischen Dampfern, die abgemustert werden, sich der Einwandcrungsbchörde zu stellen traben, um festzustellen, ob sie im Lande derbleiben oder mit der nächsten Reisegelegenkeit in die Heimat zurückkehren wolle». Solche, die im Lande bleiben wollen, sind dem Einwanderungsgesctz i unterworfen. Diejenigen, welche in die Heimat zurückkehre» wollen, sind von der Inspektion und Kopfsteuer befreit. Da s'� in New?)ork Dutzende von Tampfern befinden, die es vorziehe». im neutralen Hafen zu bleiben, so babeu die Gesellschaften bei dcc Einlvandcrungsbehörde angefragt, ob sie für die entlassenen A»' gestellten die Kopfsteuer zu bezahlen haben werden. Die Ei»'- wanderungSbehörde auf Ellis Island war der Anficht, daß n»� für solche, die in Amerika bleiben wollen, die Kopfftencr zu cnt' richten sei. In Washington ist man jedoch anderer Ansicht, de»» es wird angenommen, daß diejenigen, die in die Heimat zurück' zukehren gedenken, keine Gelegenheit dazu haben»»- unter diesen Ilmständen keine Garantie vorbanden ist, daß fie nick' permanent in Amerika bleiben. Soziales. Schiebungen auf städtischen Bauten? Das Zwischenunternehmerwcscn auf städti' scheu Bauten scheint trotz der entgegenstehenden Tcpiltotione' beschlüsse zum Schaden der Arbeiter noch sehr in Blüte stehen. Gestern stand wiederum ein solcher Fall zur Lei' Handlung vor dein Gewcrbcgericht. Verklagt war die Putzfirma Gcbr. Koppen. Eine Putzcr' kolonne forvcrtc 70,85 Mi. Restlohn für geleistete Arbeiten. Ber' cinbart war Akkordlohn bei wöchentlicher Alsicklagszahlung. DE klägcrische Kolonne hatte den angegebenen Ileberfchuß erarbeite und sollte nun eine zu niedrig veranschlagte Pntzarbett mit übet nehmen, nachdem sich die anderen geweigert hatte» es zu tun. D»'' aufhin erfolgte ihre Entlassung. Tic beklagte Firma wendete avc- in erster Linie ein, sie habe die gesamten Putzarbeiten ihrersem einem gewissen Henkel übertragen. Sie sei demnach nicht � richtige Beklagte.. Auf diesen Einwand hin sind die Kläger leider abgewieic» Sie hatten allerdings gegen die Perschiebung der 20' Nr. 263. 31. Zakrgaug. 2. Knlqe jfä..üfiPirta" Knlim Ncksdlalt. Zonnabend. 26. Zeptrmdtt 19l�. na öen Pranger. Wiederholt haben wir einzelne Hauswirte als solche ge- l kennzeichnet, die an den Pranger gestellt zu werden oerdienen, weil sie in dieser schweren Zeit gegen Kamilien uon Kriegs- tcilnehmern in einer durchaus zu mißbilligenden Weise vor- gehen. Wir würden diese Fälle verhundertfachen tonnen, haben aber von der Veröffentlichung nicht nur aus Raum- Mangel, sondern auch deshalb Abstand genommen, weil wir stcher glaubten annehmen zu dürfen, daß endlich etwas zum H Schutze der durch den Krieg so schwer in Mitleidenschaft ge- i zcgcnen Mieter(Familien von Kriegsteilnehmern, Ilrbeits- r losen und kleinen Gewerbetreibenden) geschehen miirde. Unsere � Hoffnung hat sich nicht erfüllt. Wie die von. uns in der letzten Ruuuncr wiedergegebene Wolffsche Tcpcsche»cigt, scheinen einflußreiche Kreise die Meinung verbreitet zu haben, die de- stehenden Mittel reichten aus, um jeder Härte«mtgeg nzu- treten. W i r bedauern das im Interesse von Tausenden und aber Tausenden schwer- leibender M i.e t e r. Tie Ausbeutung der durcki den Krieg naturgemäß hervor- gerufenen wirtschaftlichen.Kalamität durch Hausbesitzer wider- l spricht der Absicht des Gesetzes, nicht minder dem Verlangen � der Reichstagsmitglicder ohne Unterschied der Parteien nach ;■ Schutz der Kriegsteilnehmer und sicherlich auch den Tendenzen der Reichsregierung sowie der Heeresleitung. Und dennoch erfolgt sie. Wir hoffen, die irrige Ansicht, es bestehen keine Härten, durch Schilderung von einigen Einzelfällen zu wider- legen, und wir erhoffen ferner, daß trotz der u n g e- heitren Gegenarbeit von Hausbesitzern und Hypothekenbanken, von den zuständigen In- stanzen b a l d i g st V e r o r d n u n g e u ergehen, die e�s unmöglich machen, Tausenden u n d a b c r Tausenden den Glauben einzuimpfen, unsere Behörden seien ohnmächtig gegen eine n F u st and, der sich kurz dahin charakterisieren läßt: : der ins Feld gezogene?lrbciter und Kleingewerbetreibende wird für die Erfüllung seiner Pflicht mit Beunruhigung und Ermission seiner Familie sowie Vernichtung seiner Wirtschaft- lichen Existenz bestraft. Für heute aus etwa 20 uns heute vorgetragenen Fällen nur zwei: 1. Ter plakatlustige Hauswirt. Ter Hauseigentümer und Pfandlciker Fr. H. Knoch. in Berlin, Triescncr Ltraße 4 wohnhaft, hat mit dem in das Feld ge- rufcuen Friseur Ernst Tommisch im März tüIZ einen Miets- dertrag über Wohn- und Geschäftsräume im Hause Tncsene: Straße! geschlossen. Tie Frau hat den Vertrag nicht unter- schrieben. Der Vertrag läuft bis zum I. April l9lS. Als der Mann eingezogen war. verlangte der Wirt von ihm die Unter- schritt unter ein Stundungsgesuch. Tas lehnte der Mann mit Recht ab. Am 6. August zog der Mann in den Krieg. Die Frau bat. die Monatsmiete von 5V M. auf 25 M. herabzusetzen. Da? lehnte der Eigentümer ab, wiewohl die Ehefrau überhaupt nicht zur Mietszahlung verpflichtet ist. Nunmehr klagte der H a u s c i g c n t Ü m c r durch eine n Anwalt gegen die Ehefrau ans R ä'n m n n g d c r Wohnung. Er meint.: in der Klage, da der in den Krieg gezogene Ehemann nicht pünktlich am Monatscrsten gezahlt habe, so könne„der Vermieter die sofortige Räumung der Mictssache verlangen. Da hiernach der Mieter sein Wohnungsrecht verwirkt hat, sio wohnt auch die Betlagte als bisherige Hausgcnossin des Mieters seit Erlöschen des Rechts des Letzteren ohiic Rcchtsgrund in den Mietsräumen." Das Verfahren wurde nicht von Amts wegen, dem Gesetz vom 4. August entsprechend,.unterbrochen, sondern Termin auf den 7. September vor dem.Amtsgericht B e r l i n- M i t t e. Ab- i c i l u n g 12, anberaumt. Unter dem 3. September beantragte die Beklagte schriftlich, das Verfahren zu unterbrechen. B i 8 heute hat sie keine Antwort. In dem Termin verstand die Beklagte den Richter, einen Assessor Caro, dahin, sie müsse den Anspruch des Klägers anerkennen und um Räumungsfrist bitten. Sic tat das leider. Darauf wurde ein Anerkenntnis- urteil, auf Räumung lautend, erlassen. Tie Be- klagte glaubte erst, es sei ein Versäumnisurtcil, versuchte Einspruch einzulegen, wurde aber belehrt, daß dem nicht so ist; sie bc- antragtc dann wiederholt Unterbrechung des Verfahrens. Ihre Anträge sind noch nicht an das Landgcricht gediehen. . Am 2 2. September erschien der G e r i ch t s v o l l- Zichcr b e i der Beklagten und pfändete ihre Sachen wegen 26,70 Mark K o st e n, die für den Rechtsanwalt des Klägers Wilhelm Walther für die Wahrnehmung der Rechte des Klägers ent- standen seien. Der Gerichtsvollzieher teilte ferner mit. er würde am Mittwoch, morgens um Z Uhr, sie exmittieren, wenn sie nicht vorher selbst gehe. Da der Frau in der kurzen Zeit Hilfe nicht werden konnte, zog sie am Mittwochmorgcn aus, um nicht gewaltsam exmittiert zu werden. Darauf befestigte der Vfandlcihcr und Hauseigentümer Knoch an dem nun mictcrlccrcn .Laden ein Plakat folgenden Wortlauts: Frau Tom misch ist exmittiert worden, weil sie sich . weigerte, den Mietsvertrag zu unterschreiben. , Obwohl der Mann erst am 6. August eingezogen wurde, ict--' weigerte e r jede Zahlung der Miete und>ü bis zum heultgcu Tage kein Pfennig bezahlt worden. Mein humanes Anerbieten, ein Schreiben untenstehenden Inhalts zu unterzeichnen, wurde ganz' entschieden abgelehnt. Dci dem nach wie vor guten Geschäftsgänge Vittc Miete bezahlt werden können. Eventuell in Abschlagszahlungen, Im Bei- sein des GcrichsvollziehcrS am 23. September diefeb Fahre? müchic ich der Frau den gütl. Vorschlag. Sie erklärte, für nichts zu haften und wies mir zur Antwort noch die Tür. Tie Dolgen ihrer Handlungen hat sie sich selbst zuz'.fchrcioen. Zur weiteren Auskunft jederzeit gern bereit, in der Pfandleihe, Seitenflügel ? Treppen. Ich bin zum Militärdienst eingezogen, kan?. infolget essen die Miete für August und aui die Taster der Kriegsdauer nndt bezahlen und bitte urn Stundung. Fch verpflichte mich, die schuldige Miete ratenweise abzuzahlen 3. 8. 1914. Ties Plakat mußte der Wirt auf Anordnung der Polizei, die die Frau anrief, entfernen. Freilich wird ja der Wirt aus Einräumung der Wohnung Und auf vollen Schadenersatz verklagt werden. Aber was nützt das? Hindert das, daß ähnliche Fälle wieder vorkommen? Ist das der Schutz, den die Regierung und der Reichstag einmütig für die Kriegsteilnehmer verlangten? 2. Tas Asyl als Obdach stir T i e Eigentümerin Clara J z st m«I N zig.' j d o r f c r Str. 2, wobnhaft, besitzt das Hans WcidSiiweg 73, � hat sie eine Wohnung an den am 6. August in den Krieg gKzSqenen HckrN Dillenbetg im November 1912 vermietet. Der Mietsvertrckg läuft noch bis zum l. April>915, Ter Mietsvertrag ist, wie üblich. von der Ehefrau unterschrieben, damit der Wirt für den Fall, daß der Mann die Miete nicht zahlt, sich auch an den Sachen der Frau halten kann. Tic Frau hat reine Arbeit und empfängt i n s g e s a m t 18 M. Unter st ü tz u n g. Trotzdem hat die Frau >0 M. auf die Monatsmiete gezahlt.— Weil der am l. Z4ptember fällige Betrag nicht voll entrichtet wurde, beantragte daraus die Eigenthümcrin durch Klage, die Räumung der Wohnung auszusprechen. Vergeblich wies auch in diesem Fall die Frau den Richter— eS handelt sich wiederum um Berlin-Mitte, Abteilung 12— darauf hin, daß das Verfahren unterbrochen werden müsse. Einen Bescheid auf ihren?l n t r a g er- hielt sie überhaupt nicht. Ter Richter, Amtsgcrichtsrat Spciöwinkrl, verurteilte st- am 19. Trplcmber zur Räumung der Wohnung. Tic Begründung des Urteils hat die Frau bis heute noch nicht erhalten. Am Donnerstag abend erschien der Gerichts- Vollzieher und erklärte, wenn die Frau nicht frei- willig gehe, s o in ü s s e er sie exmittieren. Vergeblich wandte die Frau sich an die P o I i z c!. Ihr wurde da erklärt, wenn sie die Sachen auf der Straße stehen lasse, so kämen die Sachen nach dem Asnl und auch sie komme dahin, wenn sie keine Wohnung habe. Sic möge sich an den?l rmcN Vorsteher wenden. Das .tat die Frau. Der schickte sie zur Dteuerkasse. Die Steuer- kasse sagte wieder, sie müsse zum blrmcnvorftcher. Die Frau hat sich schließlich an das Gericht und den Obcrbcschlshaber gewendet. Mag sein, daß ihr noch geholfen werden kann, blber wenn wirklich in dem einen Fall geholfen wird: jeden Augenblick droht bei dieser Praxis, die freilich nur von einem verschwindenden Teil der Richter geübt wird, jedem in den Krieg eingezogenen Famlicnvater als Belohnung für seine Dienste um die nationale Selbständigkeit Deutschlands die Exmission seiner Familie. Dringend erforderlich ist, daß endlich das Reich, der Bundes- rat und die prcußiiche Regierung gegen die Möglichkeit der Wieder- holung solcher Fälle einschreitet. Wir dürfen die Zuversicht der in den Krieg Gezogenen, daß das Vaterland für ihre Familien daheim sorgen werde, nicht täuschen. Das wäre ein Verbrechen. Ms Groß-öerlin. Niedrige Arbeitslöhne als Gejchäftsreklame. Das durch die gegenwärtige Kriegslage daniederliegende Er- werbsleben hat bereits so mancherlei Erscheinungen gMcitigt. ES verdient gewiß Anerkennung, wenn Firmen selbst unter den im- günstigsten Geschäftsvcrhältnissen ihre Betriebe und sei es auch bei vermindertem Verdienst ihrer Arbeiter und Angestellten auf- recht zu erhalten suchen. Airdererseiis muß leider gesagt werden, daß große, leistungsfähige Unternehmer, die gegenwärtig sogar namhafte Staatsaufträgc haben, die ungünstige Lage des Arbeits- Marktes ausnutzen und ohne ersichtlichen Grund eine erhebliche Kürzung der Einkomrsten ihrer Angestellten und Arbeiter vor- nehmen. Und daneben gibt' es solche Prinzipale, die sofort bei Ausbruch des Krieges die �Arbeitszeit und damit natürlich auch den Verdienst ihrer Ängcftcllten erheblich verkürzten, deren Gc- schüft aber sich im Laufe der Ictzicu Wochen wieder so erfreulich hob, daß sie die Jtrbeitszcit wieder verlängern konnten. Leider vergessen verschiedene Unternehmer, demenlsprechend auch die Ge- hälter und Löhne ihrer'Angestellten wieder zu erhöhen. Die Namen zahlreicher Unternehmer liegen uns vor, wie die Klagen über un- angemessene Verdiensteinschränkungen überhaupt einen ungeheuren Umfang annehmen. Daneben scheinen Firmen auS der jetzigen Zeit niedriger?lr- bcitSlöhnc noch einen besonderen geschäftlichen Vorteil ziehen zu wollen, wie aus folgendem Brief einer in der Leipziger Straße domizilierenden feinen Pelz- und Modewaren-Firma hervorgeht: Euer Hochwohlgcborcn! Die Pclzmodc für die kommende Herbst- und Wintersaison weist gegen die früheren Jahre nicht unwesentliche Abweichun- gen hinsichtlich Forin und Verarbeitung aus. ES empfiehlt sich daher, die vorhandenen Gegenstände recht- zeitig durchzusehen, ob etwaige der Mode entsprechende Aende- rungen vorzunehmen sind. Sämtliche neuen Modelle für nächsten Herbst und Winter sind bereits fertig und laden wir zur Besichtigung derselben ergcbensi ein. Fachmännische Ratschläge. Prcisberechnungei»» Skizzen usw. jederzeit bereitwilligst und kostenlos ohne irgendwelche Verbind- lichkeit. Besonders bitten wir zu berücksichtigen, daß wir während der jetzigen Zeit niedrigere Arbeitslöhne berechnen können und daß, bei rechtzeitiger Erteilung Ihres werten Auftrages, die betr. Gegenstände bei Eintritt kälteren Wetters bereit sind. Selbst die kleinste Arbeit auch an nicht von unö gekauften Gegenständen wird sorgfältigst ausgeführt. Hochachtungsvoll C. A. Hotpich Söhne. Daß genannte Firma auch auf den Verkauf ihrer Ware an militärische Kreise spekuliert, beweist folgender auf die Geschäfts- offcrtc besonders aufgeklebter Vermerk: Offiziervelze„unsere Spezialität", gutsitzend auch ohne Anprobe.— P c l z u nt c r h o s c n, P« l z w c st c n, F e l d- uniformen, vorschriftsmäßig, schnell und preiswert. Es ist wahrlich ein betrübendes Zeichen der Zeit, daß eine Firma, die ihre Waren in besseren Kreisen abzusetzen sucht, die ge- drückten Arbeitslöhne als geeignetes Propagandamittcl wählt. stockte er einen Aiigenblick—„einer ist schon gefallenT„Wir alle müssen das e'.lragcn", fügte er leiser hinzu. Dann diltierle er mit fester Stimme das Protokoll und schloß:„Das Verfahren wird ausgesetzt." Kläger wird sich nun mit seinen Miete-- i..' rungen und ExmiisionSgeliistsn bis zur Rückkehr des Mannes «dulden müssen. Der alte Hepr Wehnert schien das Urteil un- begrchsiich M ü-'d-n. Vcrkchesver�sseruttczen bei der Ttrahcnbahn» Die Große Berliner Strassic'.'bahn teilt uns mit, daß vom 27. d. M. ab weitere Betrnhsversiarknngen durch Verdichtung de-- Fahrabstandes, aus den Linien 11. 32. 45. 49, o3, 00, G, H und O durckacsüklrt werden. Die Linien 50 und'X werden wieder m Betrleb> acsetzt. Gleichzeitig wird den Fahrplänen allgemein eine höhere Fclhrgeschwindigleit' zugrunde gelegt, wodurch CI"C besserültg der Verkchrsvcrhältuisse erzielt wird, weitere--.etueb«- vcrstärküng!» sind in Aussicht genommen. Ter Vorentwurf zum Neubau eiuert�pnteindedoppclschulc ncbst p�klorcumohiiuiig in der Straße 26u, östlich vom Bahnhof L'cLi�bcrgcr Alice, wurde � in der gcslngcn Magistralsfitzung genehmigt. Die Gesamtkosten betrogen 870000 M._____ £cc wasserspcrrende Hauswirt. In Neukölln hatte der Eigentümer des Hause» Stein-- mctzstraßc 44, der Stadtverordnete schniiedameister Deter,- einer Hausbewohnerin wegen einer Miecschuld den Wasserlcitungs- hahn abgeschraubt. Sie wandte sich an die Polizei, und aus r cren Rat erstattete sie gegen den Hauswirt Deter eine-Strafanzeige. wegen versuchter Nötigung. Auf imscre Mitcilungeu über dia Wassersperre(„Vorwärts", Nr. 252 und 253) antwortete uns Herr' Deter, von einer solchen Anzeige gegen ihn sei ihm nichts bekannt,. das Wasser aber sei und bleibe abgesperrt, da or es ja auch nicht geschenkt erhalte. Und es blieb in der Tai weiter abgesperrt! Als Herr Deter uns diesen Brief schrieb, Haie die s taa t s a nw a I i- ichast bereits Uber die ihui nicht bekannte Anzeige entschiedeii. Der Erste Staatsanwalt beim Landgericht Berlin II gab folgenden Bescheid:. „Auf die Strafanzeige vom 4. September 1914 gegen den Hauswirt Otto Deter wegen versuchter Nötigung teiie ich Ihne" mit daß ich z» einem Eiuschreecil nicht in der Lage bin. Sie selbst baden die Khnen obliegende Verpflichtung zur Mictezahluiig ' nicht erfüllt. Ter Beschuldigte mag sich daher sur berechtigt go halten haben, auch seinerseits die ihm obliegende Verpflichtung. zur Gestattung der Wasserentnahme nicht zu erfüllen, zumal er selbst da? Wasser, das er Ihnen liefern würde, bezahlen muß. Das Bewußtsein der KechlSwidrigkeit und die Absicht, hierdurch einen Druck zwecks Zahlung der Miete auszuüben, läßt sich dem Beschuldigten nicht nachwciien." .Öcrr Deter kann froh sein, daß die Siaatsaiiwaltjchast bei ihm diesen Bewußtseins- und A.bsichtsmongel voraussetzt. Ob sie ihn selber darüber vernommen hat, iit aus ihrem Bescheid nicht zu zu ersehen. Was sagt man aber im Rathaus dazu, daß ein Hauseigentümer- der Stadtverordneter iit,_ ersten eine Miete» 'chuldncrin eine Wasseriperrc für zulässig hält? Ilm das Porträt de-- Herrn Deter zu vervollstöndigen, wollen wir noch den solgcnden Brief wiedergeben, den er an die Miete- schuldncrin geschrieben hat. Tas Schreiben lautet wort- und buch- stabeugctre»: Von Rechtswegen! Eine MietezahlungS« und Räumungsklage war gegen die Ehefrau eines zu den Fahnen cinberusenen Mieters. deS einem Arckiilektcn Wehnen gehörenden Hauses Weblaucr Str. 3 an- gestrengt worden. Die Frau halte bisher zu dein Einkoniincn ihres Mannes etwa» dazu verdien!: i» dieser KriegSzeii aber bat auch sie mit ihren zwei Kindern unier der Minderung der ErwcrbSgclcgcn- heit zu leiden. Vor dem Amtsgericht Vcrliii-Mitle stellte der die Klage vertretende Vater des Hauseigentümers die Behauptung auf. die Arau wolle ja gor nicht arbeiten. Sie wies diesen Vorwurf entrüstet zurück. Gegenüber ihrei» Antrag auf Aussetzung des Verfahrens forderte er die Durchführmig. obwohl der Richter ihn bc- lehrte, daß gegen die Ehefrau des im Felde st ehe»den Mannes die E x ni i>' s i o n nicht vollstreckt werde» könnte.„Auch von mir sind drei Söhne im Kriege", warf Herr Wehnert ei», wie wenn dos ein mildernder Umstand für das Bor- gehen gegen die Frau«meS Kriegsteilnehmers wäre. Der Richter wehrt« ab:.Ach, ich habe auch zwei Söhn« im Felde und"— hier Ihrem Beistand loß in diesem Blatte, denn ich habe von meinen sieben Häusern keine Wohnung, mehr" zu vermieten und bei mir sind leere Wohnungen eine Seltenheit, aber solch Pöpel, welche Anhänger dieses Hetzblattes sind, wohnen in meinen Häusern fast gar nicht, darum habe ich auch in sämtlichen Häusern nur gute Mieter und werde sehr darüber beneidet. Und seien Sie versichert in Nr. 44 wohnt noch einer und es wird nicht mehr lange dauern, dann ist er verschwunden und Zeugnisse werden folgen und dann ist auch dieses Haus rci». Also bitte nochmal recht viel ähnlicher Artiekel in diesem Blatte. Otto Deter." Weil.Herr Deter sich so sehr darüber freu i, tun wir ihm den Gefallen gern. In dem Wilh.(stutzeitschen Hause Murti- Opitz-Strasse 24 hatte, wie wir in Nr. 258 berichteten, der Verwalter Kählerk die Frau eines zur Landwehr einberufenen Mietens an die Zahlung der rückständigen Miete gemahnt mit der sinnlosen Drohung,� er sei..widrigenfalls beauftragt worden, die Militärbelorde und unsere Gemeinde Berlin davon in Kenntnis zu setzen", und er werde„die Miete von den beiresfendcn Behörden einziehen". Hierzu teilt man uns jetzt mit, daß der Verwalter nicht von Herrn Wilh. Gutzeit, der seit Anfang August selber im Felde steht, zu solchem Vorgehen beauftragt worden ist. Unsere Notiz hatte' das auch gar nicht bc- hauptct, sondern nur das Schreiben des Verwalters Kählcrt wieder- gegeben. Auch Herr Kählcrt äußert sich und schreibt uns, nickt Zhn treffe die Schuld. Er sei von dem Nutznießer(das ist, nebenbei bemerkt. nicht Herr Gutzeit) beauftragt worden, scharf vorzugeben. Von anderer Seite hören ivir, daß auch das nicht richtig sei. Nicht der Nutznießer selber, sondern wieder eine andere Person habe Herrn Kählcrt beaustragt. Mögen die Beteiligten untereinander aus- machen, wer der Schuldige ist. Uns aber wolle man mit weitercil Zuschriften hierüber verschonen. Trotz Kriegszustand gehen Hauseigentümer gegen Mieteschuldner mit Klagen vor, sogar gegen Frauen von Kriegsteilnehmern. Und sie glauben der Hilfe des Gerichtes sicher zu sein, trotz Kriegszustand. In Lichten- berg hat die Grundstücks-VerwcriuugSgcscllschaft Jcksten" in ihrem Hanse K r o s s e» e r Str. 35 einem Mieter, der schbn in der ersten Woche des August als Landivehnnanq eingezogen wurde und eine Frau mit Kindern zurückließ, Mitte September wegen Mieteschuld mit Klage gedroht. Ein vom Geschäftsführer unterzeichnetes Schreiben mit dem Ersuchen um unigehende Zahlung der Miete für August und September, das nicht an die Frau, sondern noch an den Mann selber adressiert ist. stellt in Aussicht, daß andernfalls„die Hilfe deS Gerichts in Anspruch genommen werden müßte". DaS Schreiben fügt hinzu, daß diese der Gesellschaft„auch trotz des Kriegszustandes sicher iverden muß". Selbst wenn der verklagte Mann im Kriege ist? Da dürste der Geschäftsführer der Gesellschaft„Osten" sich arg verrechnen l Aber vielleicht versucht ecks, wie das ja jetzt so viele Hanswirte tun, mit einer Klage gegen die Frau allein? Hoffentlich gerät er da an einen Richter, der auch in diesem Falle die Aus« setzung des Veifahrcns bis zur Rückkehr des Mannes als notwendig erkennt. lieber zu frühes Schließe« der städtischen Schwimmanstalten wird neuerdings ivicdcr lebhaft Klage geführt. Während sonst die Anstalten bis abends 8 Uhr geöffnet lvarcn, ist dies seit einiger Zeit nur noch bis 7 Uhr der Fall. Dadurch ist cS den dem> Schwimmsport huldigende» Vereinen sowie zahlreichen Arbeitern und Angestellten, die um diese Zeit noch beschäftigt sind, unmög- lich, die Hallen zu benutzen. Gründe über da? frühe Schließen derselben sind bisher nicht bekannt geworden. Ucber Mangel an Personal kann in Anbetracht der gegenwärtigen großen Arbeits- lofigfctt doch sicher nicht Kiagc aefüsirk werden'. Z7n8 eS wäre auch' eine Sparsamkeit an falscher Stelle, wollte der Magistrat einen dem Wohle der Allgemeinheit dienenden Betrieb in Ermangelung ausreichenden Bedienungspersonals schließen, während er für Ar- bcitslose Mittel zu Unterstutzungszwecken zur Verfügung stellen muß._ Arbeitslosenfürsorge in Wilmersdorf. Dem Beispiel anderer Gemeinden Groß-Berlins folgend, hat auch Wilmersdorf am Mittwoch beschlossen. Erwerbsloscnsürsorge einzuführen. Berücksichtigt sollen dabei nicht nur erwerbslose Arbeiter, Angestellte und Beamte werden, sondern auch selbständige Hand- werler, Pensionatsinhaber, Künstler usw. Als Unterstützung soll gewährt werden: Bei A r b e i t e r n dem Familienhaupte 5 M., der Frau t,S0 M. und für jedes Kind 1,S0 M. pro Woche? bei An- gestellten und Beamten(Handlungsgehilfen, Techniker usw.): 30 M. für daS Familienhaupt, 10 M. für die Frau und 10 M. für jedes Kind pro Monat. Hiervon wird die Hälfte der gewerkschaftlichen Unterstützung in Abzug gebracht. In besonderen Fällen kann auch Mietsunterstützung gewährt werden. Bei der Durchführung der Erwerbslosenfürsorge soll mit den Arbeiterorganisationen Hand in Hand gearbeitet werden. Zur Deckung der Kosten verlangte der Magistrat die Bewilligung von 500 000 M. Die Stadtperordneten stimmten der Vorlage einstimmig zu. In der Gemeinde Weißens« faßte die Kriegshilfskommission in ihrer Sitzung folgende Beschlüsse: 1. Einstellung weiterer 40—50 Personen bei den Aplierungsarbeiten und der Feldbestellung in Birkholz; diejenigen, welche trotz Meldung die Arbeit aus nichtigen Gründen nicht antreten, sollen ferner nicht unterstützt werden. 2. Einrichtung einer Betriebswerkstatt für zirka 80—100 Frauen und Töchter Arbeitsloser zur Herstellung von Wäsche und Unterkleidung, zum Teil auf Bestellung und Lager. Auch soll der Bedarf deS Säuglings- Krankenhauses sowie des Augusta-Viktoria-Kranlenhauses aus die nächsten vier bis fünf Jahre gedeckt werden. Die Arbeit soll schon am Montag begonnen werden. 3. Ankauf von 500 000 Preßkohlen, 300 000 Zentner Kartoffeln, so- wie 200 Zentner Schmalz, Speck, Reis unter Heranziehung Weißen- seer Lieferanten. 4. Dem eingereichten Entwurf einer Arbeitslosen- barunterstützung nach den Beschlüssen des Berliner Musters, aber unter Veränderung der Sätze und durch Heranziehung der GeWerk- schasten, wurde zugestimmt und vom Vorsitzenden versprochen, diesen Beschluß beim Kreisausschuß zur Durchführung zu vertreten, unter Beibehaltung des Bcdürftigkeilsnachweises. Der Leiter des Wohlfahrtsamtes sagte eine Umänderung der Art der Suppenverteilung zu, so daß versuchweise, wenigere, aber mehrwertigere Marken für ein kräftigeres Essen verwendet werden sollen.— Das Projekt des Feuerwehrgebäudes liegt ferner der nächsten HochbaukommissionSsitzung vor., Arbeitslosenunterstützung in Nieder-Tchönhauscn. Die Gemeindevertretung beschloß in ihrer letzten Sitzung für die Erwerbslosen Unterstützung zu geivähren. Diese soll je nach der Bedürftigkeit betragen: für den Haushaltungsvorstand und für Alleinstehende bis zu 1 M. und für jedes weitere HauShallungs- mitglied bis zu 60 Pf. pro Tag. Die Gcsamtaufwendungen hierfür sind auf etwa 3—10 000 M. bemessen. Mit der Prüfung der Ge- suche wurde eine besondere Kommission gewählt, der auch unsere Genossen Hellrich und Hiege angehören. Mietszuschüsse an Arbeitslose und Familien der Kriegsteilnehmer sollen nach einem Beschluß bis 50 Proz. der zu zahlenden Miete, abcrr nicht mehr als 30 M. pro Monat gewährt werden. Die für diese Zwecke benötigten Mittel von 250 000 M. werden durch eine Anleihe bei der Mitteldeutschen Kreditbank ausgenommen. Der Zinsfuß beträgt für die Zeit bis zum 1. Oktober 1015 ß'/o Proz. Da alle ctatS- mäßigen Arbeiten fertiggestellt sind, wurde' als Notstandsarbeit die Ausbesserung der Bürgersteige beschlossen und die hierfür erforder- lichen Mutet in Höhe von 5000 M. bewilligt. Von unseren Ge- nassen wurde die Regulierung der Schönholzer Heide angeregt, die bekanntlich vom Zweckverband angeregt ist und als Park hergcrichlcl werden soll. Leider sind die Verhandlungen in dieser Frage noch nicht zum Abschluß gekommen. Mietshilfe in Schöneberg. Sowohl die Kommission für die Unterstützung von Familien mobiler Mannschaften als auch der Unterausschuß für die Unterstützung Kriegshilfsbedürftiger haben aus ihrer bisherigen Arbeit die Uebcrzeugung gewonnen, daß die von ihnen gewährten Unterstützungen bei einem erheblichen Teil der Beihilfsbedürftigcn zu einer auch nur teilweisen Bezahlung der Wohnungsmicte nicht ausreichen. Ten gleichen Eindruck hat die städtische Wohnungspflege und Wohnungsaufsicht ge- Wonnen. Der Magistrat hat deshalb eine Summe von 150000 Mark zur Verfügung gestellt, die fiir die Unterstützung solcher Hilfsbedürftiger, die der Armenvcrwaltung nicht zur Last fallen sollen, verwendet werden soll. Kosten der Neuköllner KriegsnotstandShilfe. Der Magistrat teilt mit: Die von den städtischen.Körperschaft tcn eingerichtete Kriegsnotstandshilsc, welche die Unterstützung der Angehörigen der ini Felde befindlichen Truppen, die Sorge für die Erwerbs- und Arbeitslosen, die Volkscrnährung, die Kinder- bewahrung und die erforderlichen hygienischen Maßnahmen in sich schließt, erfordert in Neukölln außerordentlich hohe finanzielle Auf- Wendungen der Stadtgcmeinde. Nach einem in der letzten Sibung der Kricgsnotstandskoinlnission erstatteten Kassenbericht sind bisher für diese Zwecke seit Ausbruch des Krieges bis Mitte September rund 730 000 M. ausgegeben worden, von welcher Summe nur derjenige Betrag zur Erstattung kommt, welcher auf die Reichs- Unterstützung für die Familien der Militärpflichtigen entfällt. Tritt zu diesen Ausgaben noch die in Aussicht genommene Aktion für dyn notleidenden Hausbcsitz in Form von Mictsunterstützungcn hinzu, so ergibt sich bei längerer Tauer des 5triegcs eine Belastung, welche in Verbindung mit der Schwierigkeit der Geldbeschaffung und den zu erwartenden Steucrausfällen die wirtschaftliche Lei- stungsfäbigteit der Gemeinde ernstlich beeinträchtigen muß. In der Kommission wurde daher dem dringenden Wunsche Ausdruck gegeben, daß die größeren Verbände, insbesondere Staat und Provinz, zu der Frage der Zuschußleistung für die durch den Kriegsnotstand in besonderem Maße in Anspruch genommenen Ge- meinden Stellung nehmen, wie dies in Berlin durch die gemein- same Aktion der Stadt und der LandeSOersicherungsanstalt bereits der Fall ist._ Berhaftnng einer weisen Frau. Zu dieser Notiz wird unS von der Inhaberin de-Z Konsitüren- geschäfts in der Schliemannstraße 14. Frl. Gertrud Jankowski(nicht wie behauptet Frau Helene) mitgeteilt, �daß die behaupteten Tatsachen nicht der Wahrheit entsprechen. Sie ist weder verhaftet, noch hat sie sich sonst strafbar gemacht. Wir halten die Meldung einem sonst zuverlässigen Korresvondenzbureau entnommen und bedauern danach die Aufnahme derselben. Bei der Arbeit tödlich verunglückt ist der Apparatesübrer Albert Mill aus der Winterfeldtstr. SOa. Der Mann war seit 17 Jahren bei der Spritbank Aktiengesellschaft in der Hertzbergstr. 43—45 zu Lichtenberg als Apparaleführer tälig. Donnerslag war er mit einem Kollegen zusammen damit beschäfligt, im Maichinenramn Teile der Maschinen zu streichen. Er stand dabei auf einer ungefähr 4 Meter hohen Leilcr. Bei der Arbeit verlor er plötzlich das Gleich- gewicht und fiel auf den Steinboden, und zwar so unglücklich, daß er sich einen Schädelbruch zuzog, an deffcn Folgen er auf den, Transport nach den, Krankenhaus am Friedrichshain verstarb. Ter Verunglückte war verheiratet und Vater von drei Kindern. Lichtenberg.— Umzugshilfe. Die Frauen der eingezogenen Parteigenossen, welche zum bevorstehenden Umzug Hilfe benöligen, wollen sich an einer der folgenden Stellen melden: Alfred Joim,(Aäitncrftr. 33; HanS BanSmec, Finowflr. 8: Franz Stimming, Oderstrahe 4; Fritz Kaßlcr, Eitclstr. 35? Paul Melitz, Wagncrftr. 6; Rudolf Werner, TaSdorfcr Straße 57. Ter Mminer-Gesangverei«-Lorbeerkranz 1879" wird unter Leitung feines ChormeisterS Herrn O. Kowalski am Sonntagr.achmittag 4 Uhr— nach der Besuchszeit— den in der»Neuen Wcltft stalioiiicrte» Verwundeten ein GcsangSlonzert geben. Zhcatcr. URANIA Tu,]sT«.tr- 4 Uhr: Web M das delMe Lantl. (Kleine Preise.) 8 Uhr: Die ffeielisel und die inam. Seen. Kose- Theater. 8 Uhr: Die Waffen her! Walhalla-Theater. Heute sowie täglich 8 Uhr: Teutschland über alles. Sonntagnachm.:!-/zU.: Die Räuber. Casino-Theater. Lothringer Straße 37. Täglich 8 Uhr. Großer Erfolg I Stürmisch. Beifall! KriegSbUder— Spezialitätenteil usw. g. Schluß das neue ffriegs-Volksstück: .Mein Leben dem Vaterland". Eintrittspreise von 30 Pf. bis 1,25 M, Sonntags: von 50 Pf. bis 2 M. Sonntag, 4. Oktober, nachm. 4 Uhr: Kriegern Heimkehr. V oigt-Tlieater. Badstrf 58. Badstr. 58. Morg. Sonntag, den 27. September: Di» leste Büro ist unser Gott. Volksstäck in 5 Aufzügen von Artur Müller, Kaffeneröffnung 7 Uhr, Anf. 8'/, Uhr. Ab Montag, den 23. September 1914: Aus Teutschlands großen Tagen. Tketrtcp Folios Caprice 57t tosxn-Theater S'/i Hellte M erjltu Mate: Blinkfeuer. Landwehrleute. Fest steht und treu... Leonhard Hostel, Martin Kellner a, G, Relehshallen- Theater. Stettin« Sänger. Glänzendes Programm. Anfang 8 Uhr. SonntagS70«Uhr Auf dem Felde der Ehre in Frankreich fiel am 31. August mein unvergeßlicher Sohn, unser guter Bruder, Schwager und Onkel, der Polizeiwachtmeister 127A Bruno Grahlmann f rcirdigiSfc Gemeinde !Xn tiefer Trauer Willi Grahlmann. Familie Spinberg. Pionier-Feldwebcl. c-Mloweoci. Emil Grahlmann und Frau. Familie Krühuc. Marie Grahlmann □ □ SozialileniokratisclierWahWereiii Niedertiarnini. Bezirk WelBcnnee. Am Donnerstag, den 24, Seh- tcmbcr, verstarb unser Mitglied, der Eigentümer Otto Freniz an Magenkrankheit. Ehre seinem Andenken: Die Einäscherung findet am Montag, den 28. d. Mts., nach. mittags 3 Uhr, im Krematorium, G-richtftratzc 37/38, statt. 18,10 Um zahlreiche Beteiligung bittet Der Vorstand. Berlin-Weikensee. Am Donnerstag, den 24. Sep- tcmber, verstarb unser Kollege, der Eigentümer 0\\o Frentz an Magenleiden. Wir verlieren In ihm einen Mitarbeiter, der bestrebt war, den Posten, an den er gestellt wurde, nach bestem Kömicn aus- zufüllen, und werden sein An- denken stets in Ehren halten. Bio sozialdemokratische Fraktion der Gemeindevertretung Berlin- WeiBensee. Allen Freunden, Parteigenossen und Kollegen die liestraurige Nachricht, daß mein lieber, treu- iorgender Mann und guter Vater, der Maurer Atlolk Altmann im Felde in Ostpreußen gefallen ist und dort seine letzte Ruhe ge- sunden hat. 144?l Dies zeigen tiefbetrübt hiermit Frau Witwe Altmann nebst Kindern. Ruöer-Yereln Vorwärts. Slm Mittwoch, den 23. September 1914, oerstarb unsere Sportsgenossüi Anna Rklux im 24. Lebensjahre. Die Beerdigung findet heute Sounabend, den 26, d, MtS,, nach- mittags 3 Uhr, aus dem Fried- Hose der Stadt Lichtenberg, Lück- straße, statt. Um regeBeteiligung wird ersucht. Gleichzeitig erfüllen wir die traurige Pflicht, den Mitgliedern von dem Tode unseres Sports- genossen ¥r\tz Seile der in den Kämpfen in Belgien gesallen ist, Kenntnis zu geben. Ehre ihrem Andenken k 288/10_ Per Vomtand. Deutscher MetallarbEiter-Vertianii Verwaltungsstelle Berlin. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Schmied Willi I�sckkunst Gitschiner Straße 68 am 24. d. MtS. an Halsleiden gestorben ist. 12S/1t Ehre feinem Andenken: Die Beerdigung findet am M ontag, den 28. September, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle hes Simeons« Kirch- hoscS in Neukölln, Marien dorjer Weg, aus statt. Rege Beteiligung erwartet Pie Ortavcrwaltung. □ □ Jugendweihe der Kinder von]VlitgUedem der freireligiösen Gemeinde am Sonntag, den Ä7. September, vormittag«»<>% Im Berliner Stadthaun, Eingang nur jüdenstraße(an der btralauer btraße). Festrede Herr K. Däiniiig: deine jnngen Tage-4. Harmonium, Violine. Cello; Adagio(Beethoven). Auftreten des Kinderchors. Kintrittsprel» ÄO Pf., Kinder 10 Pf. jeden Sonntag, vorm. 11 Uhr, in der Kleinen Frankfurter StraBe 6; Vortrag. 4. Oktober: Harmonium: Am Moer(Schubert).. Herr E. Koutor:„Zwang und Freiheit in der Erziehung. 11. Okiober: Harmonium: Volkslieder. Herr Dr. A. Bernstein:„Wandlungen in der Volksseele. 18. Oktober: Harmoninm; Aus„Siegfried1'(Wagner). ............ e Wo Herr Dr. B. Wille:„Heldenhafte Weltanschauung11. 29. Oktober: Harmonium: Vorspiel„Faust14(Gounod). Herr Dr. M. Brio;„Fichte, ein deutscher Philosoph1* 54/18 Beenügungsverein def Ziramerleute Croß-Berlins. Nachruf. Ten Mitgliedern zur Nachricht, daß unser langjähriges Mitglied, der Kamerad Gustav Heibig Thaerstraße 7 am Sonnabend, den 19. Sep< tembcr, nachmittags 5'/, Uhr, nach langjährigem Leiden vcr- starben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung hat am Mitt- woch, den 23, d. Mts., aus dem Kirchhos in Buch staltgcsmidcn. 109b Der Lorftand. Krieg und Frieden. ::(naturwissenschastlich betrachtet.) Bon K-ndwig Xruner. Preis 80 Pf. fianko. ThUring.Verlagsanst. Hildburghausen Am Mittwoch, 23. September, nachmittags 1'/« Uhr, entschium« mcrte sanft nach kurzem Krankenlager untere liebe, treue und fürsorgliche Mutter, Schwieger- mutier und Großmutter Ms. Albertine Kath � im 73. Lebensjahre, ES bitten um stilles Beileid Tic Hinterbliebenen Kinder. Die Beerdigung findet heute Sonnabend, den 26, September, nachm. 5 Uhr, von der Leichen- Halle des Freireligiösen Fried- böses in Berlin, Pappclallee, aus statt. 110b Mim Ksutiiis Mauerstr. 82. Zimmerstr. 90,91. Heute: Orchenter Kranz v. Plön. Anfang 8 Uhr. Eintritt 20 Ff. Anfang 8 Uhr, Kriegs- n. Vatcrlandülicdcr. Leit.: Lndolt Waldmann. An allen Wochentagen: Or.\Tachm.-Konzert bei freiem Eintritt, Möbel Beiser 6= Lothringer Str. 67 liefert auf bequeme Teilzahlung komplette von«00 bis 10 OOO Park sowie moderne Sehlal-, Wohn-, Speise- und Beprenzimmer in jeder gewünschten Holz- und Stilart. :: Sfoderne Küchen In groOcr Aaswahl:: «yti-Lvie/r» �e/iK/itAlitUo-fäilUdhths cUw 2$ Spezialarzt Pr. med, WockcntuiS. Friedrich str. 125,(Oranienb. Tor). IBr Syphilis. Harn- u. Frauenleiden— Ehrllch-Hata-Kur(Dauer 12 Tage) Bluluntersuchung, Schnelle, sichere schmerzlose Heilung ohne Berufs- stSrung. Teilzahlung. Spr. vorm. 9— Nm. 8, Sonnt. 9— 11 Höchste Heizkraft! Billig! Out! Mt«vtwori|ich«r RetzgkteüT:«ljred Wlclcpp, NeuMv. Für tzeg Jnieratentetl vevanuv.i Ttz. Giacke. Berlin.»uqdruiter« VcrtagSanjtalt Paul Singer u. So.. Berit» k Nr. 263. 31. Jahrg. KeMs-KeiiW des Amrls" fiil 5ii>cii-Weß� 23. September 1914. volkstunstabenöe. Neukölln. Die Volkskunstabende des Verbandes der Freien Volksbühnen finden in Neukölln in der Aula der Realschule in der Boddinstraste statt. Die erste Veranstaltung— Deklamationen, Musik- und GesanpSbortröge— ist h e u t e Sonnabend, den 2g. d. Mts., abends 8 Uhr. Eintrillskarten sind in den„VorwürtS*-Expeditioiie» Ncckarstr. 3, Siegfriedstr. 28/29 sowie in den Lokalen: Bartsch, Hermannstr. 49; Gcmmecker, Kaiser- Friedrich-, Ecke Tellstrasie; Rlincke, Erlanger Str. IS; Richter. Prinz Handjerystr. 3; Pfeiffer, Herrfurthstr. 9, zum Preise von 19 Pf. zu habe». Abendkasse findet nicht statt. » Schöncberg. Heute Sonnabend, den 26. d. MtS., abends 8 Uhr, findet in der Aula der Hohenzollernschule, Belziger, Ecke Eisenacher Strohe, der e r st e Volksbühnenabend statt. Eintritts- karten zum Preise von 19 Pf. sind abends an der Kasse zu haben sowie in den Verkautsläden der Konsumgenossenschaft, auherdein in der Spedition Martin-Luther-Str. 69, Restaurant Zettlitz, Sedan- strahe 69, Jürgens, Barbarossastr. Sa und Genossen Herta, Grüne- waldstr. 39. * Lichterfelde. Ter erste Volkskunst abend findet heute abend, pünktlich gffz Uhr. in der Aula der Oberreolichule, Ring- strahe 2, statt. Eintrittskarten sind in den Verkaufsstellen, die samt- lich an den Lichterselder Plakatsäulen bekannt gemacht wurden, nur noch na chmittags zu haben. Die Abendlasse verkauft nur die aus den Zahlstellen zurückgenommene» Eintrittskarten. Das Programm ist erstklassig, ein guter Besuch sichert für die Zukunft gleiche Kunst- abende.__ Gerichtszeitung. Autorascrei. Gin entsetzliches Automobilunglück, welches durch Mut- willen und Leichtsinn eines Krastwagenfiihrers entstanden ist, lag einer Anklage wegen fahrlässiger Tötung zu- gründe, welche die 1. Strafkammer des Landgerichts III be- fchäftigte. Angeklagt war der Krastwagenführer Wilhelm Lösche. Der Angeklagte war bei dcr Automobilbetriebsgefellschaft angestellt ge- wcscn, toelche für ein hiesiges Warenhaus die Gcsckstiftsautomobile stellt. Am 22. April d. I. Iiatte L. Waren nach Werneuchen zu expedieren. Auf der Rückfahrt suchte er mit seinem Mitfahrer Svnncntcil mehrere Schankwirtschaftcn auf. In übermütiger Stimmung nahmen sie in Blumberg zwei in Berlin wohnhafte junge Mädchen mit auf den Wagen. Als sein Mitfahrer mit den beiden Mäochcn zu schäkern begann, ärgerte sich der Angeklagte darüber, das; er sich nicht daran beteiligen konnte, da er ja das Steuerrad des Wagens nicht loslassen durfte. Um das Techtcl- mechtcl zu stören machte L. mit dem Wagen alle möglichen Ka- priolcn, fuhr in Schlangenlinien die Chaussee entlang und machte sich den Spaß, über die aufgestapelten Steinhaufen am Chaussee- rande Hinwcgzusahrc». Dieser sträfliche Unfug führte schließlich auch zu einer Katastrophe. Der Wagen sauste mit großer Ge- schwinoigkeit gegen einen Baum, überschlug sich und begrub die Insassen unter sich. Während der Angeklagte und die beiden Mädchen mit leichteren Verletzungen davonkamen, wurde der Mit- fahrer Sonncntcil gegen einen Baum geschleudert, wo er mit zcr- schmcttcrtem Kopf tot liegen blieb. Mit Rücksicht auf die unge- hcure Leichtfertigkeit des Angeklagten erkannte die Strafkammer dem Antrage des Staatsanwalts gemäß auf 6 Monate Gefängnis. Jiigendveranstaltunge». Briti-Buckow. Alorgen Sonntag, den 27. September: Splelpartte. Treffpunkt 2 Uhr nachmiltags vor den Jdralbauten.— Mittwoch, den 30. September, abends 8 Uhr, bei Wcychta, Lürgerftr. 4: Vortrag des Herrn Jitiian Berchardt. Briefkasten üer Redaktion. Die juristische Sprechstunde findet Lindenstrahe 3, dritter Hof, vier Treppen— Fatirstnhl—, am Montag bis Freitag von 3 bis 6 Uhr, am Sonnabend von 5 bis 6 Uhr statt. Jeder für den Brieskasten be- stimmten Anfrage ist ein Buchstabe und eine Zahl als Merkzeichen bei- zufügen. Bricslichc Antwort wird nicht erteilt. Anfragen, denen keine Abomicmcntsquittung beigcsügt ist, werden nicht beantwortet. Eilige Fragen trage man in der Sprechstunde vor. F. 3. 39. 1. und 3. Da wird weiteres wohl nicht erfolgen. 2. Selbst- verständlich können Sie mit IL M. monatlicher Unterstützung nicht Essen und Bekleiden besorgen und gar noch 35 M. Miete zahlen. Sie brauchen keine Miete zu zahlen. Der Wirt bat sich an den Mann zu wenden. Das Versahrcn wird dann unterbrochen. Wenn der Wirt aus die Hälfte der Miele verzichtet, wird möglicherweise die Gemeinde die andere Hälfte für Ihren Mann zahlen. Exmittiere» kam: der Wirt Sie nicht. Sollte eine «tage anhängig gemacht werden, sprechen Sie in der juristischen Sprech- stunde vor.— F-r. Jäger. Leider bleibt i.'ur ein Antrag an die Gemeinde übrig.— K. G. 86. Die Police besteht nach wie vor zu Recht.— A. P. 74. 1. und 2. Ja. 3. Sic müssen alles angeben.— C. T. Ü3. Zur Herausgabc sind Sie verpflichtet.— H. B. Wenden Sie sich eventuell beschwerdeführend an das PcrsicherungSamt.— B. T. 100. Die Warnung in den Zeitungen wäre nutzlos. Wollen Sie die Schlüsselgewalt Ihrer Frau ausbcbeii, so müssen Sie an das Amtsgericht schreiben:.Das Recht meiner Ehefrau, mich in häuslichen Angelegenheiten zu vertreten, beschränke ich dahin, daß meine Frau nicht befugt ist, Waren zu borgen. Ich be- antrage, diese Beschränkung i» das Güterrcchtsregistcr einzutragen.� Ihre Unterschrift mutz notariell oder gerichtlich beglaubigt sein.— 31. C. III. Leider bleibt Ihnen nur übrig, wenn der Wirt aus eine Einigung nicht eingeht, beim Gericht zu beantragen, Ihnen aus drei Monate Zahlungsfrist zu geben und gleichzeitig das Recht aus Räumung nuszuheben.— G. 3. 20. Rein. Kommen Sic bei der Stcucrdeputation um Niederschlagung oder Aushebung ein.— P. H. 59. 1. Sie können Strasantrag bei der Staatsamvaliichast stellen. 2. Derartiges gibt es in trassachcn nicht. 3. Rein.— P. 100. Wegen Nnterleibsbruch unbrauchbar.— P. M. 7965. 1. Keineswegs. 2. Eine Klage würde nicht aussichtslos sein. 3. Diese Klage hätte keine Aussicht aus Ersolg. Viel- leicht geben Sie Näbcrcs an, damit möglicherweise Veröffentlichung solgt. - II. 16. Wegen Epilepsie untauglich.— S. F. 26. Sprechen Sie mit dem Vertrage in der Sprechstunde vor. Aus dem Klagcwegc scheint wenig auszurichicn zu sein.— P. 1000. Leider können Sie beim Gericht nur Stundung aus drei Molinie beantragen. Die Möbel hasten sür die Miete. —«t. 3. 175. Wenn in der Tat 120 M. vom Arbeitgeber bezahlt werde», liegt ein Recht aus Unterstützung nicht vor.— Martpa 1914. Leider ja.— R. 3. 100. Schreiben Sie an das Gericht, welche Strase und wann Sie dieselbe erlitten haben und beantragen Sie, sie nicht öffent- lich bekannt zu geben. Jeder verständige Richter ersüllt diese Bitte.— C. Q. 21. I. Ja. 2. Aufforderung ist crsorderlich. 3. Geben Sie der Firma eine Frist zur Licserung der Kohlen und teilen Sie ihr mit, wenn sie dennoch bis Ablairs der Frist die Kohlen nicht licsert, würden Sie aus ihre Kosten sich anderwärts Kohlen beschaffen. Später klagen Sie.-- F. W. 100. Liegt die Kenntnis von dem Vorfall sechs Monate zurück, so ist die Klage in Ihrem Falle nicht mehr zulässig. Auch kann der von Ihnen angesührte Umstand zur Ablehnung der Klage führen.— o-n. 4 M.— G. Westcrmann, Braunjchweig. Erobert oder erräubcrt 7 Geschichtlicher Nachweis, wie Englanl Ostindien nabm. Von E. Scholl. IM.— Handels-Druckcrei, Bamberg. Der Krieg. Hest 2. Jllustr. Chronik des Krieges 1914. 30 Ps. Franckh, Stuttgart. Wirtschaftliches Berhalten in Kriegszeiten. Von Dr. K. Prlbram 30 Heller.— Wiener Volksbildungsverein, Wien 1. 'Deutsche Kriegslieder. Herausgegeben von Anna de Lagarde uni Mathilde Berger. 50 Ps.— W. Heims, Leipzig. Ter deutsche Zorn in Viersen und Liedern. Von M. Hlldc, brandt. 10 Ps.— ßchriststeller-Genossenschast. Charlottenburg, Windscheid- straß? 35. Ter gröstte Verbrecher an der Menschheit im 20. Jahr hundert, König Eduard Vll. von England. Von R. Wagner 50 Ps — K. Curtius, Berlin W. 35. Universal-Bibltothck. 5705. Die Xorganer Heide. Schauspiel von O. Ludimg. 20 Pf.— Ph. Reclam, Leipzig. Der Weltkrieg 1914. Heft 1 und 2. von E. F. MakkvwSkh 10 Ps.— Enßlili u. Laiblin, Reutlingen. Kricgskarte für das westliche Rußland. 80 Pf.— 0- Eulitz, Lissa i. P. Kriegökarte von Frankreich. 1 M.— C. Flemming, Berlin V. 50 Tie russische Tyiiastte Romanow ans der Slnklagebank bei Weltgeschichte. Dargestellt von H. Friedländer. 10 Ps.— H. Sklarz B»rlin 80 16. Kommentar zur Moratorinmsderorduiing, Von Dr. M. Zalmamr 2,40 Kr., geb. 3,40 Kr.— Manz, Wien. Reue Erfindungen und Erfahrungen. Herausgegeben von Dr.£ Vanino. 10. Heft. 70 Pf.— A. Hartleben, Wien I. lieber den wahrhaften Krieg. Rede von W. Wundt. 40 A. Kröncr, Leivzig. Soldateulicder, nen gedruckt im Krtegsjahr 4944. 1 M. A. Juncker, Berlin-Cbarlottcnburg. Krieg. Gedichte von A. Petzold. 50 Pf. Sufchitzkv, Wien. Karte von Kiautschou. 85 Ps. Freytag u. Berndt. Wien 7. Reliefkarte der deutsch- französische» Grenzgebiete. L5 Ps Franckh, Stuttgart., Generalkarte des östliche» Kriegsschauplatzes»ebst Serbien. IM— Kapte zum dentsch-englischen 3ce- und Kolonialkrieg. 1,20 M.— Generalkarte des westlichen Kriegsschauplatzes. 80 Pf — Pläne der belgischen Festungen Lüttich, Antwerpen, Namur 50 Pf. H. Wagner n. E. Debcs, Leipzig. Ehemische Desinfektion deS lebenden Körpers. Medizinal-Studii von St. von Kvaffay. 96 Seilen. Jnduitrie, Wien 7. Unser Tanitätsweseu und das Rote Kreuz im Weltkrieg 1944, Von Dr. Blau und Frau Dr. Lehr. 40 Ps.— Unsere Pionieie. Ihr« Ausbildung und Kainpscswcise. Von Major Tocpser. 45 Pf.— Weltkarte zur Ilebersicht der überseeische» Krigsereigniffe 4914. Von C.Opitz 60 Pf. I. J. Arnd, Leipzig. Gesetz betreffend die Unterstützung von Familien in den Dienst eingetretener Mannschaften. Mit Erläuterungen von A. Licbrecht. 20 E. Geh. 60 Pf. F. Bahlen, Berlin W 9. Krieg und Volksernährung. Von Dr. M. Winckcl. 28 S. Geh. 80 Pf. C. Gerber, München. Westrussische Kriegsschauplätze. Karte 71 X 190 cm groß. 2 M G. Frclstag u. Berndt, Wien 7. Billige und gesunde Ernährung in teuren Zeiten. Von einem Arzt. 10 Ps. Der Reinertrag wird zum Besten des Sioten Kreuzes vcr- wendet. O. Gmelin, München. Warum es der Deutsche Krieg ist! Don Dr. P. Aohrbach. 59 Ps.— Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart. WetierauSfichten für daS mittlere Rorddeuifchland bis 3onntagmittag: Ziemlich mild, im Binncnlande zellweise neblig, ionst vorwiegend heiter und trocken; im Küstengebiete veränderliche Bewölkung, dagegen keine erheblichen Niederschläge. Zeitungs-Msgabestellen und Inseraten-Annahme. «enti-,,11,; Albert Habnisch. Ackcrstr. 174, am Koppenplatz. Geöffnet 2. �»klkrvl«: 6.0unV&W.:U» u st-v Schmidt. Bärwaldstr. 42, cn der Gnciienallitratze. Geöffnet von 9—2 und von 4-7 Uhr 3. Walilkrei«: Sl. Fritz, Prmzenstr. 31, Hos uchlS pari. Geöffnet 4 Wahlkrel�O�e n'�ob�AB enget«, Markusstr, 36. Geöffnet von 9-2 m.d von 4-7 Ubr.- Petersburgerplatz 4(Laden). Geöffnet 4. IVahTllrcUri n Vau! Böhm. Laufitzerplatz 14/15. 3. Ilrrelli� Leo� Z u'ch Jmmänuelkirchstr. 12(Hos). Geöffnet von 11— Iff, und von 4>/,— 7 Ubr. O.>VahlkreiN«Moabit): Salomon Joseph. Wilhclmshavenei Stiaste 48. Geöffnet von 9—2 und von 4— 7 Uhr... W clding: I. H öniich. Müllerstr. 34a. Ecke Utrechter Str.. 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