Nr. 269.- 31. Jahrg. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Preis pränumerando: Vierteljährl. 3,30 ML., monatl. 1,10 M., wöchentlich 25 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Bfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags Beilage„ Die Neue Welt" 10 Pg. Post Abonnement: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in die Post- Zeitungs Breisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2,50 Mart, für das übrige Ausland 4 Mark pro Monat. Postabonnements nehmen an: Belgien, Dänemark, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz. Ericheint täglich. .naila Vorwärts Berliner Volksblaff. tus6 5 Pfennig Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Kolonel zeile oder deren Raum 60 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Bereins. und Bersammlungs- Anzeigen 30 fg. Kleine Hnzeigen", das fettgedruckte Wort 20 Big.( zulässig 2 fettgebrudte Worte), jedes weitere Wort 10 Big. Stellengesuche und Schlafitellenan zeigen das erste Bort 10 Bfg., jedes weitere Bort 5 Bfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 1hr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm- Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin" all at Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 68, Lindenstraße 3. Fernsprecher: Amt Moritplak, Nr. 151 90-151 97. 316 Freitag, den 2. Oftober 1914. Expedition: SW. 68, Lindenstraße 3. Fernsprecher: Amt Moritzplatz, Nr. 151 90-151 97. Erfolge bei Noyon und Verdun. Westlicher Kriegsschauplah. Amtlich. Großes Hauptquartier, 1. Oktober, abends.( W. T. B.) Am 30. Sep- 29. tember wurden die Höhen von Roye und Fresnoy( nordwestlich von Noyon) den Fran30sen entrissen. Paris in Erwartung des Ausgangs der Schlacht an der Aisne. Paris, 30. September.( Indirekt.) Ein Bulletin vom September, 11 Uhr abends, besagt nichts Neues. Während man in Paris das baldige unmittelbar bebor stehende Ende des Kampfes erwartete, überwiegt allmählich die Ueberzeugung, daß sich die Schlacht noch lange hinziehen tann. Alle Angriffe der Truppen und Truppenverschiebungen Südöstlich von St. Mihiel wurden am fonnten die Schlachtlinie nur ausdehnen, aber keine Ent1. Oktober Angriffe von Toul her zurück- fcheidung herbeiführen. Auch die Presse, die in den letzten gewiesen; die Franzosen hatten dabei Tagen fortwährend das bevorstehende Ende der Schlacht anschwere Verluste. Der Angriff auf Antwerpen schreitet erfolgreich fort. Auf dem östlichen Kriegsschau plate keine Veränderungen. gekündigt hat, bereitet das Volk jetzt auf eine noch längere Dauer vor. " Der Temps" stellt fest, daß die Rekorddauer der Schlacht von Mukden bereits geschlagen sei. In Woevre leiden die Kämpfe durch das schlechte Wetter. Alle von dorther zurückkehrenden Soldaten sind über und über mit Schlamm bedeckt. Viele Geschüße blieben in den Sümpfen Vom österreichisch- ruffischen Ein neuer Umgehungsversuch abgeschlagen. stecken. Seit Wochen bemüht sich der äußerste linke Flügel der verbündeten englisch- französischen Armeen den auf eine starke Stellung nördlich der Aisne gestüßten rechten deutschen Flügel der langen westlichen Stampfesfront durch Flankenangriffe und Umgebungsmanöver ins Wanken zu bringen. Kriegsschauplatz. Der neue deutsch- österreichische Vorstoß. Der Kriegsberichterstatter des„ Berl. Tagebl." meldet aus dem Die feindlichen Truppen operieren hier anscheinend in beträchtlicher Stärke westlich von Amiens. Wie die am Mittwochabend erschienene amtliche Meldung aus dem Großen Hauptquartier mitteilte, sind nördlich und füdlich von Desterreichisch ungarischen Kriegspresse quartier Albert vorgehende überlegene feindliche Streitfräfte von vom 1. Oftober: den deutschen Truppen unter schweren Verlusten zurüdgeschlagen worden. Auch aus London und Paris wird über eine große Schlacht bei Peronne gemeldet, einem Drt, der 20 Kilometer westlich von Albert liegt. Offenbar handelt es sich also hier um dieselben friegerischen Operationen, die mit einem neuen Mißerfolge der französischen Angreifer geendet haben. Die dritte Phase des Ringens auf galizischem Boden hat begonnen. In den letzten beiden Wochen konnte sich die öfterreichisch ungarische Armee unter dem Schuße ihrer starten neuen Pofitionen hinter der Sanlinie in Ruhe gründlich ver proviantieren, die Verluste, die bei einzelnen Regimentern ziemlich hohe Prozente betragen, durch frische Mannschaften ausgleichen und den Gesamtbestand durch große Dank ihrer Erschöpfung und MunitionsDa sich der Schauplak dieser Kämpfe 50-60 Stilometer Referven erhöhen. nordnordwestlich von Noyon befindet, der etwa das Ende der berausgabung famen die Ruffen während dessen nicht über die We deutschen Aisne- Linie darstellt, ergibt sich, wie weit die fegung der freiwillig überlassenen Gebietsteile Galiziens und der französisch- englischen Streitkräfte mit ihrer Flanken- und Nordbukowina und fleinere Plänkeleien hinaus. Ueberbies erschwerte Umgehungsbewegung ausgeholt haben, um die rückwärtige der wochenlange Regen, der die russischen Zufuhrgebiete aus Linie der deutschen Stellung zu bedrohen. Offenbar aber Siedlce und Podolien in Sümpfe verwandelte, die Nachsind von deutscher Seite genügende Truppen in diese von schübe und die Verproviantierung der russischen Armee. InfolgeNorden nach Süden gehende Kampfeslinie, die sich recht- dessen setzten die winklig an die deutsche Stellung bei Noyon anlehnt, gebracht das worden, um auch fünftig die feindlichen Umgebungsmanöver Truppen abweisen zu können. ber russischen Operationen gegen Heranziehen und den Aufmarsch der deutschen zu spät ein und blieben wirkungslos. Es reicht nunmehr die deutsche Armee ihre Hand verbündeten österreichisch- ungarischen Armee, die im Ver trauen darauf einen Monat lang den Stoß der gegen Die Befestigungen von Antwerpen. fie tonzentrierten numerisch weit überlegenen russischen Hauptmacht Im„ Handbuch für Seer und Flotte", Herausgeber ausgehalten und den geplanten Durchbruch zweimal v. Alten, wird u. a. folgendes über die Befestigungen Antwerpens bereitelt hat. Außerstande, diese für sie verhängnisvolle mitgeteilt: Die lange nordöstliche Linie wird parallel dem Durchstich zur Bereinigung im Nordwesten zu verhindern, suchten die Gradlegung des Flußlaufes und dem am rechten Ulfer herzustellen- Russen durch strategisch bisher bedeutungslose Einbrüche in die den, langgestredten Hafenbajjin liegen. Die alte Umwallung, die Karpathenpässe des Südostens Ungarn zu beunruhigen und eine man nach Abschluß des Jahres 1909 glaubte beseitigen zu fönnen, Sträftezersplitterung der österreichisch ungarischen Armee bildet den ersten Geniebezirt, während der zweite den nördlichen herbeizuführen. Nachdem auch dies mißglückt ist, sind sie durch die Teil der neuen Umwallung bis Fort 4, der dritte den südlichen Teil jetzt eingeleitete österreich- ungarisch- deutsche Offensive gezwungen, umfaßt. Der neue Fortgürtel wird in der Vervollständigung der den Kampf in dem von den Verbündeten vorgesehenen und vorjeit 1870 gebauten, weit vorgeschobenen Werke bestehen und sich im Norden auf 4, im Osten über 8, im Süden auf mehr als 12 Kilometer Entfernung von der neuen Umwallung halten, da er über die Flußläufe der Nethe und Rupel soweit übergreift, daß sie bereiteten Gelände aufzunehmen. Offenfibunternehmungen nicht hindern. Der nördliche Abſchnitt Der Krieg und die Kolonien. dehnt sich von der unteren Schelde bis zum Turnhoutkanal und umfaßt außer den Forts Starbroek, Ertbrand, Brasschaet und Schooten die Zwischenwerke Smoutaffer, Capellen und Drhhoek ( 4. Geniebezirk). Der fünfte Geniebezirk erstredt sich bis zur großen Zum Kampf um Kiautschou. Ropenhagen, 30. September.( W. T. B.) Der japanische GeNethe mit den Forts s'Gravenwezel, Deleghem, Broechen, Refsel sandte veröffentlicht ein Telegramm seiner Regierung, wonach die und den Zwischenwerken Andaen, Schilde und Massenhoven; der Japaner am 26. September nachmittags die Deutschen sechste Bezirk bis zur Dyle mit den Forts Lierre, Koninghoyd, angriffen, die eine vorgeschobene und hochgelegene Stellung Wavre, Ste Cathérine, Waelhem und den Zwischenwerken Tallaert, Boschbeck, Dorpveld und Duffel; der siebente bis zur oberen Schelde zwischen den Flüssen Paisha und Lizun besetzt hielten. Japanische Verluste. mit den Forts Willebroed, Liezele, Bornhem und den Zwischenwerken Letterheide und Puers. Auf dem linken Scheldeufer sollten zwischen Doel und Steendorp sechs Forts und fünf Zwischenwerke Nach einer Rotterdamer Meldung der„ B. 3. a. M." berichtet angelegt werden, um den Ring zu schließen. Vorläufig wird man sich mit den zwei Forts Steendorp und Haesdond, sowie den die" Daily Mail" aus Tokio, daß die Japaner in den ersten Zwischenwerken Lauwerdshoek und Landmolen begnügen, wodurch 4 Wochen der Kämpfe in Tsingtau 312 Tote und 9 Flugzeuge verallerdings eine breite Lüde entsteht, die den Zweck des absoluten loren haben. Schubes gegen Bombardements hinfällig macht. Diese Werke bilden mit den zurückliegenden Cruybeke, Zwyndrecht und der Deichbefestigung den achten Bezirk. Der neunte umfaßt die Forts St. Marie, la Perle, St. Philippe, Doel und Oudendyk sowie die alten Redouten de Orderen und de Berendrecht, also die Werke, die hauptsächlich der Sperrung der Schelde dienen. Der Umfang der ganzen Befestigungslinie beträgt etwas über 100 tiloEnglische Verluste in Südwestafrika. Prätoria, 1. Oktober.( W. T. B.) Nach einer amtlichen Bekanntmachung betrugen die englischen Verluste im Gefecht an der Grenze am 26. September 15 Tote, 41 Verwundete und 7 Vermikte. Vorsicht bei Greuelgeschichten. Schauergeschichten, wie sie in Striegszeiten nur allzu leicht ent. Wiederholt wurde an dieser Stelle gewarnt, allerlei stehen, gleich immer für bare Münze zu nehmen; wiederholt mußten wir feststellen, daß irgend woher gemeldete Greuel nichts als reine Erfindung seien. Das findet jetzt wieder einmal seine Bestätigung durch den nachfolgenden Brief. den der Stiftspropst Dr. Kaufmann in Aachen an die Köln. Volksztg." schrieb: Aachen, 28. September 1914. Geehrte Redaktion! Der Verlag der Kölnischen Volkszeitung" teilte mir unter dem 26. September d. J. das Folgende mit: In dem Bemühen, einzelnen Fällen von angeblichen Greueltaten nachzugehen, gestatten wir uns, folgende Bitte um Ausfunft an Sie zu richten. Einigen auf dem Kölner Hauptbahnhof tätigen Damen wurde ganz bestimmt erzählt, daß in einem Lazarett in Aachen ein ganzer Saal voll Verwundeter liege, denen sämtlich in Belgien die Augen ausgestochen worden seien. Wären Ew. Hochwürden vielleicht in der Lage, uns hierüber eine zuverlässige Mitteilung zugehen zu lassen, damit wir eintretendenfalls diesem Gerede entgegentreten könnten? Jmmerhin wäre es ja nicht unmöglich, daß mehrere derart Verstümmelte in Aachener Lazaretten sich befinden, weil ja durch den Geheimrat Rüttner von der Universität Breslau sieben solcher Unglücklicher erwähnt werden in der Notig: Ein photographisches Attenstück über Bestialität unserer Feinde. Ich erwidere Ihnen darauf mit der Bitte um Veröffentlichung das Folgende: Jeder Freund der Wahrheit und jeder gute Patriot wird das Bemühen, alle Fälle von Greueltaten unserer Feinde aftenmäßig und zeitig feststellen zu lassen, niit größter Freude begrüßen. Denn es besteht wohl kaum mehr ein Zweifel darüber, daß in den letzten Tagen eine Art von Geistesepidemie ausgebrochen ist, die höchst bedenkliche Folgen hat und haben wird. Wir, die in unmittelbarer Nähe der großen Kriegsereignisse des Westens leben, tönnen am besten darüber berichten, wie ganz unberbürgte schauerliche Nachrichten aller Art von Mund zu Mund erzähltwerden auch unter unseren Kriegern. Verallgemeinerungen einzelner Fälle sind an der Tagesordnung, und eine wilde Phantasie äußert sich mitunter in ganz tollen Fällen son Autosuggestion. So weiß ich von einem Soldaten, der berwundet hier liegt, daß er erzählte, er sei bei der Erschießung der Mönche von Löwen mit dabeigewesen, die in ihrem Keller deutsche Soldaten ermordet hätten. Als ihm geradezu vor den Kopf gesagt wurde, diese Erzählung über die Mönche in Löwen fei gar nicht wahr, wurde der Soldat kleinlaut und gab eine ausweichende Antwort. Es hat mich darum gar nicht gewundert, was Sie mir von den Gerüchten über den„ Saal in Aachen" schrieben, in dem alle Verivundeten mit ausgestochenen Augen liegen sollen. Ich wundere mich in dieser Hinsicht über gar nichts mehr, wenn ich auch andererseits auf das tiefste darüber betrübt bin, daß man mit solcher Leichtfertigkeit Nachrichten ausbreitet oder weiter. erzählt, die als Folge eine große Erregung des ganzen Volkes und auf die Soldaten haben müssen. Einer erzählt es dem anderen, jeder versichert es aufs nene, es wäre ihm als sicher" erzählt worden, und die Kreise ziehen sich immer weiter. Nächstens wird man wohl noch erzählen, das Augenausstechen bei den Aachener Verwundeten, die einen ganzen Saal füllten, sei durch belgische Geistliche geschehen. Es ist unverantwortlich, daß jemand in unseren erregten Zeiten Gerüchte verbreitet, von deren unbedingter Sicherheit er sich nicht überzeugt hat. Die Behörden haben mit allem Recht an gedroht, daß sie die Verbreiter falscher Alarmnachrichten ohne Nachficht verfolgen werden. Möchte man nur in allen Fällen gleich zugreifen. Was nun das von Ihnen erwähnte Gerede angeht, so kann; ich Ihnen mitteilen, daß ich mich sofort mit amtlichen Stellen in Verbindung gesezt habe. Ich teile: Ihnen das Zeugnis des Chefarztes eines hiesigen Lazaretts, cines berühmten Augenarztes, mit, den ich gerade, weil er Augenarzt ist, auch be= fragte. Er schreibt mir: Es gibt in feinem der Aachener Lazarette einen Saal, der mit Verwundeten gefüllt ist, denen die Augen ausgestochen worden sind. Meines Wissens ist überhaupt fein derarti. ger Fall hier in Aachen beobachtet worden. Es wird im allgemeinen Interesse sein, wenn Sie diesen Fall, der für mich typisch ist, feststellen und auch in Zukunft allen Gerüchten, die an ihrer Stirn den Stempel der Verallgemeinerung und Uebertreibung tragen, gründlich nachgehen. Dr. Kaufmann, Stiftspropft. Die„ Norddeutsche Allgemeine Zeitung" druckt diesen ein Zeichen, wie wenig auch die verantwortlichen Brief ab Stellen der Regierung erbaut sind von der Leichtfertigkeit, mit der vielfach erfundene Schauermären verbreitet und geglaubt werden. Wappne sich jeder mit Vorsicht, wenn er derartige Geschichten hört, und glaube er möglichst nicht mehr als das, was ausdrücklich amtlich verbürgt und verbreitet wird. Kriegsgreuel gibt es, furchtbare Roheiten werden zweifellos berübt; aber sicher ist auch, daß viel übertrieben und dazuerfunden wird. Das schafft aber nur unnötige schädliche Ver bitterung und dient nicht unserem Ruf in der Welt. einn Der Seekrieg. In dem Manifest heißt es u. a.:„ Die Regierung hat alle politischen| neigtheit erklärt, der Türkei eine gewisse Genugtuung zuzugestehen Parteien eingeladen, fich zu einer Kampagne zu vereinigen, die ihr unter der ausdrücklichen Bedingung, daß die von ihr angefochtenen die für den europäischen Strieg nötigen Refruten sichern soll. Die Inseln auch in Zukunft in genau derselben Weise besett, reDie Sprengkraft der deutschen Torpedos. British Socialist Party hat, während sie beharrlich für den Frieden giert und verwaltet werden würden, wie die übrigen Provinzen Von sachverständiger Seite wird den„ Basler Nachwirkte, immer das Recht der Nationen auf Verteidigung ihrer natio- bes Königreidjes. Venizelos sprach darauf von der in richten" zur Leistung des„ U 9" noch geschrieben: Die nalen Griftena, wenn nötig auch durch Waffengewalt, vertreten. An- Bukarest, dieser gastfreien Stadt, abgehaltenen Konferens, Nachricht, daß ein einziges älteres deutsches Unterseeboot die erkennend, daß die nationale Freiheit und Unabhängigkeit unferes beren nach ihrer Meinung durch die europäische Lage und innere drei großen englischen Panzerfreuzer bernichtet hat, erstaunt Vaterlandes bedroht find, wünscht die Partei natürlich, daß die Gründe des Reiches begründete Vertagung die Türkei gefordert wohl alle Welt; am erstauntesten aber dürften die nicht ein- Fortführung des Krieges zu einem schnellen und erfolgreichen Ende habe. geweihten Fachleute sein. Denn hier enthüllt sich ein neues führen möge...." Auf den gegenwärtigen Konflikt kommend, erinnerte Venizelos Geheimnis, das an Bedeutung dem der 42 Zentimeter- Mörser Nachdem das Manifest sich u. a. über die Rekrutierung und über an die Erklärung der Regierung, daß Griechenland neutral nicht nachsteht: die gewaltige Sprengkraft der deutschen die zur sozialen Fürsorge während des Krieges notwendigen Maß bleiben würde, verheimlichte aber nicht, daß Griechenland Bündnis Torpedos. Mit einem einzigen Treffer glaubte man bisher nahmen ausgesprochen hat, fährt es fort:„ Die Regierung appelliert verpflichtungen mit Serbien eingegangen sei. Griechenland wünsche höchstens einen kleinen Kreuzer von 2 bis 3000 Tonnen ver- an die Hilfe des Bolles in einem Striege zur Aufrechterhaltung der in der Tat, daß der Europa verheerende Brand nicht auch auf die senten zu können; für große Schiffe hielt man mindestens unabhängigkeit und der Selbständigkeit der freien Staaten Europas. Baltanhalbinsel übergreife, deren Völker nach den jüngsten drei gut sigende Schüsse für nötig. Vor neun Jahren Wenn dem io ift, mag fie erflären, daß fie an einem Radbefrieg Ariegen das Bedürfnis nach Ruhe hätten. Jedenfalls könne man haben russische, durch Granaten schon schwer be- gegen das deutsche Volt nicht teilnehmen will und daß fie sobald sicher sein, daß der Brand nicht auf Veranlassung schädigte Schiffe sich nach 6 bis 7 Torpedotreffern als möglich nach einem vernünftigen und ehrenvollen Frieden streben Griechenlands sich ausdehnen werde. noch stundenlang über Wasser gehalten; die englischen Kreuzer Zum Schluß heißt es dann:„ Wir streden, erfüllt von Freundschaft aber sind nach Einzeltreffern binnen drei bis fünf Minuten gefunken! Dies schten bereits nach den ersten Meldungen so und Eintracht, unseren Kameraden in Desterreich und Deutschland und ist jetzt zweifellos. Vielleicht sind die englischen Torpedos unsere Hände entgegen, ebenso wie denen in Belgien, Frankreich ebensogut; der Untergang der Kleinen„ Hela" spricht jedoch und Rußland, indem wir anerkennen, daß fie für die Tragödie nicht nicht dafür die ganze Bejagung fonnte sich retten bis auf berantwortlich sind, in welcher fie jest Gut und Blut opfern müssen. vier Mann, die vermutlich durch den Torpedoschuß selbst um Wenn diefer brudermörderische Strieg vorbei fein wird, fo hoffen und kamen. Da die Unterseeboote im russisch- japanischen und im vertrauen wir, daß dann für die internationale Sozialdemokratie Balfankriege versagt haben, gehört der Ruhm des ersten die Zeit und Gelegenheit kommen wird, den europäischen Frieden Treffers im Kriege dem deutschen Boot U 21", das den wirklich und endgültig zu sichern. englischen Kreuzer Pathfinder" vor dem Hauptkriegshafen Rosyth in Grund bohrte. gehalten; bie englischen strelliger Die Sperrung der Dardanellen. Konstantinopel, 1. Oktober.( W. T. B.) Auf Grund von Nachrichten, die bei der Pforte eingelaufen sind, verlautet, daß die englische und die französische Flotte infolge der Maßnahmen der Pforte die Dardanellen nun mehr verlassen haben. Sie sollen sich aber noch in den Gewässern von Tenedos befinden. will.. Wenn Vertreter der Partei eingeladen werden, an der all gemeinen Kampagne für die Rekrutierung teilzunehmen, so rät die Partei ihnen, diese Einladung anzunehmen und von der gemeinsamen Tribüne aus im Sinne des Parteiprogramms und der oben erörterten Bolitik zu wirken." Die Dauer des Krieges. Die rumänischen Sozialisten für die Neutralität. Wien, 1. Oktober.( W. T. B.) Nach Blättermeldungen aus Bukarest haben die dortigen Sozialisten in einer großen Brotestversammlung einen Beschluß angenommen, in welchem sie jede Möglichkeit eines Krieges verdammen, da ein solcher die Interessen der arbeitenden Klassen schädigen müsse. Der Beschluß fordert loyale und definitive Neutralität. Die italienischen Liberalen für die Neutralität. Rom, 1. Oktober.( W. T. B.) Eine Versammlung von libe ralen Deputierten, die unter dem Vorsitz des Vizepräsidenten Der Pariser Korrespondent des Manch. Guardian" jagt der Klammer Grippo tagte, hat folgende Beschlußfaffung anmit Bezug auf die Behauptung englischer Politiker, daß eine genommen: Die liberalen Deputierten erkennen die Rechtmäßig jahrelange Dauer des Krieges möglich sei, unter anderem: beim Ausbruch des Strieges abgab, an und verfichern von neuem, feit der Neutralitätserklärung, welche die Regierung Was Frankreich betrifft, kann hiervon gar nicht die Rede sein. Für Frankreich ist es materiell unmöglich, einen daß sie volles Vertrauen zur Regierung haben, bon der Macdonald über die Friedensdie Friedens- febt hier jeder ein, was auch manche Zeitungen fagen mögen. Krieg wie diesen zwei oder drei Jahre lang zu führen. Das fie annehmen, daß fie sich ihrer hohen Pflichten und ihrer großen steht hier jeder ein, was auch manche Zeitungen jagen mögen. bak die Regierung mit Vorbedacht und Tatkraft die obersten natio Verantwortlichkeit gegenüber Italien bewußt ist. Sie vertrauen, Das französische Wolf hat keine Lust, sich selbst vollkommen zu nalen Interessen wahrzunehmen wissen wird. Nach Schluß der daß bedingungen. entfräften, um Deutschland zu vernichten.( 1) Gut unterrichtete Leute erklären, daß die französischen Verluste jetzt Bersammlung begab sich eine Abordnung zum Ministerpräsidenten Der Führer der englischen Arbeiterpartei, Ramsay Macdo bereits 300 000 Mann betragen. Und es sind erst sieben Salandra, um ihm diesen Beschluß zu überreichen. nald, hat vor einigen Tagen gemeinsam mit dem des Strieges Wochen feit der Mobilisierung vergangen. Und wären es Der Sieg der schwedischen Sozialdemokratie. wegen aus dem Ministerium ausgeschiebenen ehemaligen Unterstaats- felbst nur 200 000, und nehmen wir an, daß die Verluste auf sekretärs Charles Trevelyan und den bekannten rabilal- liberalen dieser Höhe bleiben, so würden sie innerhalb eines Sabres Politikern Norman Angell, E. D. Morel und Artur Pon- 1500 000 Mann betragen. Es ist wohl kaum nötig, die Frage aufzuwerfen, ob irgendein Land solche Verluste ertragen son by an die englische Presse eine Erklärung verfandt, in der könnte, von den ökonomischen Folgen des Krieges, die bereits Grundsäge für die Beendigung des Krieges for- traurig genug sind, gar nicht zu sprechen. Ein Strieg selbst nur von der Dauer eines Jahres würde Frankreich ruinieren." muliert werden. Sie lauten: 1. Seine Proving foll von einer Regierung an eine andere abStocholm, 1. Oktober.( W. T. B.) Die Wahlen zur Bweiten Kammer sind heute beendet worden. Es wurden gewählt: 97 Sozialisten, 86 Mitglieder der Verteidigungspartei, 57 Liberale. Die Sozialisten werden also zum erstenmal die stärkste Partei in der neuen Kammer fein, in der sich bis jetzt 73 Sozialisten, 86 Mitglieder der Verteidigungspartei und 71 Liberale befanden. getreten werden, ohne baß zubor burch eine Bolts abstimmung Afghanistan gegen Rußland und England. Die Gesundheitsverhältnisse in Ostpreußen. Konstantinopel, 1. Oktober.( W. T. B.) Ein hiesiges Blatt gibt. der Wille der Bevölkerung festgestellt wäre. 2. Kein Vertrag und kein Abkommen darf im Namen von die Meldung des offiziösen afghanischen Organs„ Aradjulah Berlin, 1. Oktober.( W. T. B.) Im Auftrage des Großbritannien eingegangen werden ohne Zustimmung des Barulafghan" wieder, wonad der Emir von Afghanistan eine Ministers des Innern haben sich Ministerialdirektor Dr. Parlaments. Ce find geeignete Maßregeln zu treffen, um eine Streitmacht von etwa vierhunderttausend Mann regulärer Truppen Stirchner, Geheimer Medizinalrat Dr. Krohne und demokratische Kontrolle der auswärtigen Politit unter dem Oberbefehl seines Bruders Nasr- Ullah Khan mit dem Regierungsrat von Stries nach Ostpreußen begeben, Auftrage entsandt habe, die Stadt Peshawar, den Schlüssel um sich über die Folgewirtungen der Schlachten zu garantieren. bestehende afghanische Streitmacht unter dem Befehl des Thron- 8iehung an Ort und Stelle zu unterrichten und gegen einIndiens, zu besetzen. Eine andere aus dreihunderttausend Mann und der Besetzung durch die Russen in sanitärer Befolgers marschiere gegen Rußland. getretene Mißstände geeignete Abhilfsmaßregeln vorzubereiten. Die Choleragefahr. 3. Die auswärtige Politik Großbritanniens soll nicht auf die Echaffung von Bündnissen zur Aufrechterhaltung des Gleichgewichts gerichtet sein, sondern soll die Errichtung eines europäischen Konzerts zum Ziel haben, dessen Beratungen und Entscheidungen öffentlich sein müssen. Die Bevölkerung Afghanistans wird auf vier Millionen geschäßt; die Kriegsstärke der Armee auf 70-80 000 Mann, 4. Als einen Teil der Friedensbedingungen soll Großbritannien zu der sich noch eine große Zahl irregulärer Truppen gesellt. Die einen Plan für eine gründliche Beschränkung berüstungen Bahlenangaben der Konstantinopler Depesche sind also außerordenton Choleratranten aus Galizien und Serbien, sowie zur vorlegen, ber die Zustimmung aller friegführenden Mächte erhalten lich übertrieben. muß. Um diefe Politik zu erleichtern, soll die allgemeine Berstaatlichung der Rüstungsindustrie und die Verhinderung der Ausfuhr von Rüstungsgegenständen von einem Lande zum andern angestrebt werden. Die British Socialist Party hat am 15. September ein Manifest über die englische Refrutierung herausgegeben. Aus dem Lande des Schreckens. III. Die Haltung Griechenlands. Budapest, 30. September. Zur Verhütung der Einschleppung Abwendung der Erfranfungen wurden in den Grensstationen der Um gegend von Budapest Bar a denspitäler errichtet, in denen die obligatorische Untersuchung aller mit der Eisenbahn eintreffenden Reisenden und sofortige Abführung franker Soldaten und Bivil personen erfolgt. ( Frif. 8tg.) „ Gruß eines deutschen Fliegers". leutnants v. d. Deden übermitteln römischen Messagero" über den Flug des deutschen Flieger Der Berliner Botal- Anzeiger" läßt sich folgende Nachricht des Athen, 1. Oktober.( W. T. B.) In der Kammer warf Minister. präsident Venizelos einen Rückblick auf die Ereignisse seit der Unterbrechung der Arbeiten der Kammer. Bezüglich der Inseln versicherte Venizelos, die Regierung betrachte die Frage als vom Ein Manifest der British Socialist Party. durch die Verträge von London und Athen, sondern auch durch den internationalen Standpunkt endgültig geregelt nicht nur Schiedsspruch der Großmächte, der auf den erwähnten Verträgen begründet sei. Die Regierung habe nichtsdestoweniger ihre Ge" Seine Taube erschien in großer Höhe über dem Montmartre und strebte zum Eiffelturm, dessen gewaltige Spike das NebelJetzt ist Rufe in die Stadt eingefehrt, wozu natürlich die starke| belgisches und französisches Blut getrunken hat. Dann aber stehen militärische Besetzung nicht wenig beiträgt. Am Bahnhof sind zwei wir noch einmal lange, stumm, in tiefen Gedanken, auf dem falt eroberte Geschüße aufgefahren. In dem einen zeigt uns der Posten bestreuten Kirchplatz von Tamines. Sein Boden ist besät mit die Granate. An den Straßenecken fleben allenthalben Verfügun- deutschen Patronenhülsen, die uns anmuten wie gebrochene Augen. gen des deutschen Kommandanten. So ein strenges Verbot des Altoholausschantes und die Drohung, daß derjenige füfiliert und umfämpften Namur. Freilich ist die ganze Place d'Armes ein Verhältnismäßig gering find die Zerstörungen in dem heiß sein Haus in Brand gesteckt wird, bei dem noch Waffen vorge wirrer Trümmerhaufen. Von dem prächtigen Rathause stehen funden werden. Eine Bekanntmachung des Bürgermeisters ber nur noch wenige Mauern mit ausgebrannten Fensterhöhlen. Bor Gin düsteres Kapitel. Es handelt bon nächtlichen Straßen- tündet, daß jeder Einwohner über zehn Jahre täglich auf 400 Gramm den Treppenstufen zum Haupteingang wühlen wir im Schutt halbtämpfen im Scheine brennender Häuser, vom Berröcheln standrecht- Brot und jedes Kind unter zehn Jahren auf 200 Gramm Brot verkohlte Alien auf. Neben dem bayrischen Landsturmmann, der lich Erschossener, von Werzweiflungsschreien der Witben und Waisen, Anspruch hat. Der Preis für das Brot ist auf 30 Pf. für das Neugierige fernhält, fauert ein frierendes, abgemageries Sündchen. von Trümmerhaufen, wo einst Städte und Dörfer standen, von der Stilo festgesetzt. Die Not ist bei der allgemeinen Arbeitslosigkeit Der Posten erzählt uns, daß das Tier sich ihm seit Tagen angegraufigen Not der burch die furchtbaren Folgen des Frankiireur- groß. Gin Führer der Arbeiterbewegung teilt uns mit, daß im schloffen hat. Strömender Regen, eisige Windböen und aus ge frieges Heimatlos Gewordenen. Wir gingen in das Land des Bezirk Charleroi wohl an 30 000 Arbeitslose vorhanden seien. Nur wissen Gründen an diesem Tage erlassene strengere militärische Gahredens, nicht um zu urteilen über das, was vorgegangen, son- in wenigen Zechen wird gearbeitet, obwohl ein Anschlag des Kom. Vorschriften hindern uns am Durchstreifen der nächsten Umgegend dern, um zu sehen und zu berichten. Furchtbare Anklagen, gräß- mandanten auffordert, allenthalben die Arbeit wieder aufzunehmen. der gefallenen Festung. Auch das im Maastal aufwärts liegende liche Verwünschungen hörten wir von belgischen Lippen gegen das Ein anderer Maueranschlag sagt, daß die deutschen Soldaten nur Dinant bleibt uns unerreichbar. Aber wir wissen: dieses Kleinod deutsche Heer. Wir hielten ihnen entgegen, daß die deutsche Seeres- gegen bares Geld Einkäufe machen dürfen. Von zehn Millionen inmitten landschaftlicher Schönheit liegt in Trümmern, und wir leitung aus ihrem Bebauern über die Art des Kampfes fein Seht Striegskontribution, die der Stadt auferlegt wurden, sind erst zwei senden dem versunkenen Städtchen im Gedenken an frohe Wandergemacht habe, aber auf die Notwendigkeit der harten Maßnahmen Millionen bezahlt. Auch in anderen Etädten konnte erst ein ge- tage in friedlichen Zeiten einen stillen Gruß. hinweise, durch die allein der mörderische Franttireurfrieg ge- ringer Teil der Kriegssteuer beglichen werden. brochen werden könne. Es hieße verzweifeln nicht nur an der Zwischen Charleroi und Namur liegt das Städtchen Ta mines; tal hinab. Zehn Kilometer vor Suh jehen wir links vom SchienenIn einem langen Zug mit Verwundeten fahren wir das MaasZucht unseres Heeres, sondern an der Zivilisation des zwanzigsten oder richtiger: es la g da. Von einigen hundert Häusern sind nur ſtrang ein weitläufiges, fast vollkommen zerstörtes Dorf. Der Zug Jahrhunderts, wenn man den Belgiern in der Behauptung zu ganz wenige der Zerstörung entgangen. Sier wurde zwischen hält nicht, aber wir müssen heraus. Die Rudfäde fliegen auf den stimmen wollte, unsere Truppen hätten grundlos dieses Strafgericht Franzosen und Deutschen gekämpft. Auf einer den Ort beherrschen Bahnbamm, und wir stolvern hinterher. Wir sind in Seilles. über das unglückliche Land ergehen lassen. Daran wird in Deutsch- den Höhe standen französische Maschinengewehre; vor ihnen, tiefer an denne. land niemand glauben. Die Belgier müssen sich vergegen gelagert, feuerte französische Infanterie in Schüßengräben. Unsere Namur lieg., wurde von Belgiern und Deutschen blutig gekämpft. Um den Ort, der in der Verteidigungslinie von wärtigen, daß nach übereinstimmenden Berichten auf franzöfifchem Truppen gingen vom Bahnhof aus gegen diese Stellungen vor und Wir gehen die von ben Belgiern angelegten Schüßenlinien entlang Boben Strafgerichte von dem Umfang, wie in Belgien, sich nirgends wurden dabei im Orte aus den Häusern beschoffen. Auf der er deren Boden besät ist mit Champagner- und Rotweinflaschen. Da notwendig gemacht haben. Und Vergnügen hatte unser Seer, als prächtigen Corten acht beutsche Offiziere und 46 Interoffiziere en bäter auch Deutsche an dieſen Schüßenaräben kämpften, läßt sich ganzes genommen, an dieſer Vernichtungsarbeit sicher nicht. Wit prächtigen Garten acht beutsche Offisiere und 46 Unteroffiziere ge- nicht feststellen, welche Truppe fich den Wein schmecken ließ. Ver Lieber drei meinsam begraben. Nicht weit davon entfernt, in einem großen lassen liegt die ausgebrannte Dorfstraße da. Auf einem TrümmerSchlachten, als noch einmal eine einzige Stunde in einer solchen Wassengrabe Gunberte gefallener Mannschaften. Unten am Flusse, haufen sist klagend eine fast verhungerte Kage. Sie stirbt da, wo auf einem tablen Blah zwischen Brücke und Kirche, find Hunderte das zerstörte Haus gestanden. In der Türe einer Ruine steht In Charleroi ist die Unterstadt ganz unversehrt geblieben. Ginwohner als Frankiireure unter dem Knattern der Standrechts- eine bleiche junge Frau. Wir fragen nach dem Mann. Ein TränenDagegen beiben Seiten lange Reihen ausgebrannter Häuſer. Zum Teil auf bente ber die Samen bon Bater un buen den mit die Paas zu einer Stelle am Ufer, die vor wenigen Wochen eines der Rue de la Montagne und am Boulevard Audent sind auf frischen Gräber. Mit den vielen, vielen gleichartigen Holzkreuzen, Veteran bor 1870, der seit Jahrzehnten in Belgien wohnt, über ben sie nur noch hohe Trümmerhaufen. Am Justizpalast steht den weltenden Blumensträußen auf den feuchten Gräbern, mit den der furchtbarsten Standgerichte dieses entjehlichen Strieges jah. Bor ahlreiche Spuren von Gewehrkugeln, und auch die großen weinenden Frauen und timber an der Stirchenmauer, iſt dieſer einer langgestreckten Badsteinmauer zwei große Maffengräber, bie Bronzelöwen vor dem Sauptportal sind von Projektilen durch Friedhof ein ergreifendes Bild unendlichen Leibs. Als wir durch die dem Tobe Geweihten sich selber schaufeln mußten, ehe das töb Brons war ein mörderischer Straßenkampf, der auch unseren den zerstörten Ort, gefolgt von Reugierigen, weitergehen nach liche Blei sie niebermähte. Won Hundert standrechtlich Grschoffenen Truppen große Verluste brachte. Wir zählten hundert zerstörte aliolle, bas fich bas niche Gefchid bereitet hat, hallen unſere ſpricht eine Proklamation des Kommandanten von Lüttich, die bas gleiche Säuser, und erfuhren dann, daß 163 Säuser, und war wohl Schritte in den ausgebrannten Säuferreihen wider wie in Mata Schidjal vor Seilles- Andennes han habender Bürger, dem Schreckenstage zum Opfer gefallen find. tomben. Schauernd durcheilen mir die Glueck Ste todernsten Augen sagte uns ein Landwehrmann: Nacht." meer überragte. Er umkreiste ihn vorsichtig und flog in der Rich tung zum Trocadero weiter. Dort warf er die erste Bombe. Sie fiel in die Rue Freycinet gerade vor dem Palast des Fürsten von Monaco und tötete einen Greis von 70 Jahren. Seiner Enfelin wurden beide, Beine zer= schmettert. Dann warf er Bomben in die Rue de la Rompe und die Rue Veneuse du Gesims. Dort wurde ein unbewohntes Haus zerstört. Endlich ließ der Flieger eine Bombe auf den Rennplatz von Auteuil fallen, die eine Kuh tötete. Darauf ließ er seine an einer Flagge befestigte Visitenkarte herunterfallen mit der Aufschrift: Pariser empfangt den Gruß eine& deutschen Fliegers. Beutnant v. d. Deden." Paris ist eine Festung und seine Bevölkerung muß mit den Schrecken und Gefahren einer Belagerung rechnen. Trotzdem wird es jeder Deutsche mit tiefem Schmerz empfinden, wenn statt der feindlichen Befestigungen und des feindlichen Militärs wehrlose Zivilpersonen getötet oder verwundet werden. Kriegsbekanntmachungen. Zensur von Vorträgen. Bekanntmachung. Für das Gebiet der Stadt Berlin und der Provinz Brandenburg ordne ich hiermit an: Deffentliche Vorträge, in welchen Angelegenheiten des Heeres oder der Flotte erörtert oder erwähnt werden, bedürfen der Genehmigung, die wenigstens 48 Stunden vor Beginn des Vortrages bei der Polizeibehörde Die Vorträge sind vor Nachsuchung der polizeilichen Genehmigung der zuständigen Militärbehörde oder dem Reichsmarineamt zur Zensur vorzulegen. Berlin, den 1. Oftober 1914. nachzusuchen ist. Der Oberbefehlshaber in den Marken v. Kessel, Generaloberst. Die Herausgabe von Zeitungen. Bekanntmachung. Die durch Bekanntmachung vom 28. August 1914 erteilte Genehmigung zur Herausgabe bon Beitungen und zum Straßenhandel mit Zeitungen an Sonn tagen wird bis auf weiteres verlängert. Der Oberbefehlshaber in den Marken. von Kessel, Generaloberst. Die Rückführung Gefallener. Berlin, 1. Oftober.( W. Z. B.) Uns wird amtlich mitgeteilt In legter Zeit sind zahlreiche Gesuche um Südführung Ge fallener gestellt worden. Das Aufsuchen, Ausgraben und leber führen Gefallener aus dem Bereich der vordersten Linie ist überhaupt unausführbar. Aber auch sonst wird die Rückführung auf fo große Schwierigkeiten, wie z. B. Mangel an Transportmitteln stoßen, daß nur dringend davon abgeraten werden fann. Für den Soldaten ist das Schlachtfeld das schönste und ehrenvollste Grab. Uniform für Aerzte. Politische Uebersicht. Landtagsabgeordneter Hasenclever gefallen. Die Wattenscheider Zeitung" meldet, daß nach amtlich be stätigten Mitteilungen der Landtagsabgeordnete für Gelsenkirchen, Assessor Hasenclever von der Gelsenkirchener Bergwertsaktiengesellschaft am 19. September in Frankreich gefallen ist. Der Verstorbene, der dem preußischen Landtag seit 1913 angehörte, war Mitglied der nationalliberalen Fraktion. Deutschlands Viehbestand. Die Viehzählung in Deutschland vom 1. Dezember 1913, deren endgültige Ergebnisse jezt veröffentlicht werden, ergab für alle Vieharten mit Ausnahme der Schafe gegen das Vorjahr eine gute Entwicklung. Der Rückgang der letzten Jahre ist damit überwunden. Der Rindviehbestand stieg im Reich in der Zeit vom 1. Dezember 1912 bis zum 1. Dezember 1913 um 800 000 Stück. Er betrug am 1. Dezember v. J. 20 994 344 Stüd gegen 20 182 021 im Vorjahr. Die Zahl der Schweine stieg von 21 928 707 auf 25 659 140 Stüd, alfo um faft 3,7 Millionen Stüd. Die am 1. Dezember 1913 erreichte Ziffer ist die höchste bei den Schweinen bisher überhaupt festgestellte. Gegen 1873 ist die Zahl um das Dreieinhalbfache gestiegen. Biegen Die durch den Tod des Genossen Dr. Frant notwendig gab es zu demselben Datum 3548 384 gegen 8410 396 im Jahre zuvor. Schafe waren 5 520 887 gegen 5 803 445 vorhanden. Die gewordene Reichstags- Ersatzwahl im Wahlkreis Mann- Bahl der Pferde fonnte für das ganze Reich nicht festgestellt werden, heim ist auf den 17. November angesetzt. Es ist nicht aus= da die Angaben aus Bayern und aus Elsaß- Lothringen fehlen. Doch geschlossen, daß die bürgerlichen Parteien auf einen Wahlkampf läßt sich aus dem Ergebnisse der übrigen Staaten auch hier ein Anverzichten. wachsen des Bestandes mit Sicherheit vermuten. 3 Reichstagserfahwahl in Mannheim. Jft Wetterlé noch Reichstagsabgeordneter? Die Verlustliste Nr. 39 Die Frage, ob der Abbé Wetterlé noch Reichstagsabgeordneter ist, hat hier und dort die Gemüter erregt. Rechtlich dürfte die Sache so liegen, daß Wetterlé allerdings zureit noch im Besibe feines Mandats ist, obgleich der preußischen Armee enthält Verluste folgender Truppen: er sich selbst in Erklärungen französischer Zeitungen als„ Ex- 1. Garde- Inf.- Brig., 29. Inf.- Brig., Stab; Garde- Schüßendéputé" bezeichnet hat. Den Mandatsverlust könnte nur Bataillon; Gren.- Reg. Nr. 2; Inf- Reg. Nr. 17; Brig.- Grs.- Bat. eine förmliche Verzichterklärung, wie sie bis- Nr. 17; Res.- Inf.- Reg. Nr. 20; Inf.- Reg. Nr. 23; Ref.- Inf- Reg. lang noch nicht vorliegt, nach sich ziehen. Allerdings dürfte Nr. 24, 25; Landwehr- Inf.- Reg. Nr. 25; Brig.- Ers.- Bat. Nr. 34; Nr. 36; Brig. Ers.- Bat. Nr. 38; Füs.- Reg. Nr. 39; Inf. auch wohl für hinreichend betrachtet werden, wenn ein gericht- Regimenter Nr. 40, 44, 47, 51, 62, 63, 66, 67, 70; Brig- Gri.- Bat. liches Urteil etwa dem Abg. Wetterlé die bürgerlichen Ehren- Nr. 76; Landwehr- Inf.- Regimenter Nr. 78, 81; Brig.- Erf.- Bat. rechte, die für die Wahl eines Abgeordneten als Voraus- Nr. 81; Ref.- Inf.- Reg. Nr. 82; Inf. Reg. Nr. 93, 94, 95, 96, 113, fchung gelten, aberkennen sollte. Das kann geschehen, da 181, 150, 152, 156, 157, 168, 170, 171; Jäger- Bataillone Nr. 4, 6; Wetterle wegen Landesverrats angeklagt ist und wohl auch. Ref.- Jäger- Bat. Nr. 8. ohne daß er sich stellt, verurteilt werden dürfte. Sollte Wetterlés Mandat auf diese Weise ungültig werden, würde natürlich in dem Kreise Rappoltsweiler, den er im Reichstag vertritt, zu einer Nachwahl zu schreiten sein. Erledigt sind außerdem zurzeit bekanntlich noch die Mandate von Heidelberg, Mannheim und Aurich- Wittmund. Die deutsche Verwaltung in Russisch- Polen. Der preußische Landrat Wellenkamp ist zum Chef des Kreises Bendzin, an der Grenze Oberschlefiens, ernannt worden und sagt in einer Belanntmachung: " 1. Garde- Drag.- Reg.; 2. Garde- Ulanen- Reg.; Res.- Hus.- Reg. Nr. 9; Ulanen- Reg. Nr. 1; Jäger- Reg. zu Pferde Nr. 12. Abt. des Feldart.- Reg. Nr. 76; Feldart.- Regimenter Nr. 34, 37. Feldart.- Reg. Nr. 8; Feldart.- Reg. Nr. 29; Erf.- Reg., Ers.1. Garde- Fußart.- Reg.; Res.- Fußart.- Reg. Nr. 1; Fußart.- Reg. 2. Pionier- Bat. Nr. 1; Pionier- Bataillone Nr. 8, 10; 2. Pionier- Bat. Nr. 17; Pionier- Reg. Nr. 25.1 Nr. 18. * * Die Verlustliste Nr. 18 der sächsischen Armee bringt Verlufte des Infanterie- Regiments Nr. 102, des Referbe- Jäger- Bataillons Nr. 18, der Brigade- Erfaz- Bataillone Nr. 46 und 47, der KavallerieGriaz- Abteilung der 19. Eriaz- Division, der mobilen Ersatz- Abteilung des Feld- Artillerie- Regiments Nr. 48. Der Siz der Zivilverwaltung befindet sich im Kreishause zu Bendzin. Meine Aufgabe ist, für Ruhe und Ordnung zu sorgen, die Wiederaufnahme der friedlichen Berufe zu fördern und insbesondere der Bieberbelebung von Handel und Gewerbe, Induſtrie und Land- enthält Verluste des Reserve- Infanterie- Regiments Nr. 120, der Die Verlustliste Nr. 23 der württembergischen Armee wirtschaft die Wege zu ebnen. Ich erwarte von allen Behörden und Landwehr- Infanterie- Regimenter Nr. 120 und 124. meinen Anordnungen unbedingt und unweigerlich Folge leisten, nur lufte des 22. Infanterie- Regiments. allen Einwohnern, daß fie mich in diesem Bestreben unterstüßen und Die Verlustliste Nr. 16 der bayerischen Armee bringt Berio fönnen die Härten der gegenwärtigen schweren Kriegszeit gemildert werden." Der Landrat von Lüden in Bellerfeld hat seinen Streisanfäffigen in einer Bekanntmachung mitgeteilt, daß auch er in die Verwaltung der offupierten Teile Russisch- Polens berufen worden sei und nach Breslau übersiedele. Ein sozialdemokratischer Redakteur vor dem Kriegs. gericht. Die Verlustliste Nr. 19 der sächsischen Armee enthält Verlufte der Feld- Intendantur des XIX. Armeekorps, der Brigades Ersatz- Bataillone Nr. 46, 48 und 64, des Infanterie- Regiments Nr. 102, des Reserve- Infanterie- Regiments Nr. 103, des InfanterieRegiments Nr. 105, des Ulanen- Regiments Nr. 18, des Reserves Feld- Artillerie- Regiments Nr. 24, der mobilent Ersatz- Abteilung FeldArtillerie- Regiments Nr. 48, der Feld- Flieger- Abteilung Nr. 21, der Infanterie- Munitionsfolonne des XIX. Armeetorps, der Schweren Reserve Proviantfolonne I des XIX. Armeekorps. 1. Die Verlustliste Nr. 24 der württembergischen Armee bringt Verluste des Landwehr- Infanterie- Regiments Nr. 125. Die Verlustliste Nr. 17 der bayerischen Armee enthält Verluste des 8. Infanterie- Regiments und des Reserve Infanteries Regiments Nr. 6. Amtlich. Berlin, 1. Oftober.( W. T. B.) Es hat sich das Bedürfnis herausgestellt, die zur Dienstleistung bei mobilen und immobilen Formationen vertraglich verpflichteten, nichtgedienten Zivilärzte als zum Heere gehörig besonders fenntlich zu machen. Der verantwortliche Redakteur unseres Breslauer Parteiblattes, Für diese Aerzte wird daber folgende Uniform vorgeschrieben: Genoffe Förster, hatte sich vor dem Breslauer Kriegsgericht wegen Graue Joppe nach Art der Litewka, an Stelle der( bei Sanitäts- Verstoßes gegen Anordnungen der Militärbehörde zu verantworten. offizieren) blauen Spiegel beiderseits ein Bestulapstab, ohne Dienst In der Druderei war nämlich im Drange der Arbeit und in Abgradabzeichen, am Arm die weiße Binde mit dem roten Kreuz. vefenheit des Angeklagten die Ausmerzung einer von der Militär Kopfbedeckung: Müge der Sanitätsoffiziere. Lange oder Stiefel- behörde beanstandeten Stelle eines Artitels vergessen worden, so daß Die Verlustliste Nr. 25 der württembergischen Armee beinkleider( Wahl freigestellt). Als Waffe wird die Mauser- Selbst biefe Stelle mit veröffentlicht wurde. Der Vertreter der Anklage bringt Verluste des Landwehr- Infanterie- Regiments Nr. 120, der ladepistole 7,63 Millimeter gestattet. Diese Bestimmungen gelten behörde beantragte wegen diefes Verstoßes drei Wochen Ge Infanterie- Regimenter Nr. 121 und 124, der Eriaz- Abteilung des auch für die landsturmpflichtigen Aerzte ohne Rücksicht auf ihren fängnis, da seiner Ansicht nach auch eine fahrlässige Uebertretung Feld- Artillerie- Regiments Nr. 13 und der 2. Landwehr- PionierDienstgrad, foweit sie nicht zum Tragen einer Sanitätsoffizieruniform strafbar fei. Das Gericht glaubte dem Angeklagten, daß er alles Kompagnie. berechtigt sind. getan habe, um für eine gewissenhafte Vertretung während seiner Die Verlustliste Nr. 26 der württembergischen Armee Pakete an Kriegsteilnehmer. Abwesenheit au forgen. Wenn trozdem das in der Eile unterlaufene enthält Verluste des Brigade- Ersatz- Bataillons Nr. 52, der ReservePakete, welche für im Felde stehende Angehörige bestimmt sind, Berseben passiert sei, so sei er dafür nicht verantwortlich zu Infanterie- Regimenter Nr. 119 und 121, des Füfilier- Regiments werden nicht durch die Kriegs- Betleidungsämter zur machen. Es erkannte daher auf Freisprechung und legte die Nr. 122, der Landwehr- Infanterie- Regimenter Nr. 122 und 124. Weiterbeförderung gegeben, sondern durch die Ersastruppen- Rosten der Staatstaffe auf. Die Verlustliste Nr. 20 der fächsischen Armee enthält Berteile der betreffenden Feldformationen. Die Pakete find daher lufte des Stabes der 48. Infanterie- Brigade, des Brigade- Ersatzan die Ersatztruppenteile zu senden. Nach§ 23 der Feldpost- Dienst Bataillons Nr. 89, des Referve- Infanterie- Regiments Nr. 101, des ordnung haben diese die Pakete anzunehmen und als Militärgut Infanterie- Regiments Nr. 104, der Maschinengewehr- Abteilung Nr. 8, weiterzubefördern. Nr. 23 und 24, der Felbartillerie- Regimenter Nr. 68 und 78, bes des Husaren- Regiments Nr. 19, der Reserve- Feldartillerie- Regimenter Fußartillerie- Regiments Nr. 19 und des Pionier- Bataillons Nr. 22. Keine Photographen auf den Schlachtfeldern. Dem stellvertretenden Generalstab find, wie amtlich mitgeteilt wird, eine so große Anzahl Gesuche um gulassung zum Kriegsichau plaz als Maler und Berichterstatter sowie von Photographen zur Anfertigung photographischer und linematographischer Aufnahmen zugegangen, daß weitere Gefuche feine Berücksichtigung finden können. Neue Anträge sind zwecklos und können nicht beantwortet werden. gebliebenen, die mit uns an der Mauer stehen. Starr hängen unsere Blide an den Ziegelsteinen, die noch jetzt gräßliche Spuren der blutigen Vergeltung tragen. Eine Falschmeldung. Zur Aufhebung des Verbots des Vorwärts" bemerkt die Bossische Zeitung" nach Wiedergabe des Schreibens des Obertommandos: Der Inhalt des Schreibens deutet auf Unstimmigkeiten innerhalb der Redaktion, die an dem Verbat des„ Vorwärts" schuld waren. Wir möchten dazu nur feststellen, daß diese Bemerkung jeder Grundlage entbehrt. ville" Letzte Nachrichten. Die Taten der Emden". um Brot. Als wir einen Proletarier fragen, wieviele ungefähr London, 1. Oktober.( W. T. B.) Jm" Daily Telegraph" schreibt arbeitslos find, zudte er traurig die Schultern und meint:" Toute la Archibald urd über den Kreuzer Emden": Das Schiff Die ganze Stadt. Der Bahnhof ist umlagert von einem fand ein ideales Feld für seine Operationen, weil dort eine große Du Kirchplaß von Tamines und du Mauer von Andenne, nie schreienden Gewirr von Händlern und Händlerinnen. Kinder und Anzahl von Schiffen passiert, und weil die„ Emden" viele Buchten wird euch vergessen, wer euch in diesen blutigen Wochen sah! Greise nebeneinander suchen ihre Waren an die deutschen Soldaten Hinter Andenne sagt uns der letzte Doppelposten warnend, daß und Eisenbahner, als bem zahlungsfähigsten Bublifum in Lüttich, benugen und sich vor britischen Kreuzern berbergen kann. Außer die etwa drei Stunden lange Landstraße bis Suh nicht militärisch loszuwerden. Vor dem Gouvernement stehen wohl fünfhundert dem hat die" Emben" den großen Vorteil der Schnelligkeit und geschützt jei Sollen wir uns wieder der Marter eines bollge Männer und Frauen mit allerlei Anliegen, die sich meist auf Unter- fann stets, wenn sie in Gefahr ist, flüchten. Ihre Leistungen erpfropften Transportzuges anvertrauen? Ein Blid auf den tief- ftübungen zu beziehen scheinen. Mitten in der aufgeregten Menschen füllen uns mit Bewunderung. Wir dürfen den Rapitän blauen Herbsthimmel und auf die in der Sonne strahlende herr- woge in ruhiger Kraft ein hochgewachsener deutscher Offizier, der von Müller au seinem Unternehmungsgeist beglückwünschen, liche Maaslandschaft gibt uns die Antwort. Wir wandern. Zu- mit bewundern werter Höflichkeit und in elegantem Französisch weil er nicht nur mit Menschlichkeit, sondern auch mit Rücksicht nächst gehen wir mit entsichertem Revolver in der Tasche auf beiden die vielen Bittsteller an die richtige Stelle weist. gegen die britische Mannschaft verfährt. Dieser Secoffizier muß Ueber die Zerstörungen in Lüttich ist genügend bekannt ge- als de Wet des Meeres bezeichnet werden. Seine Politik ist ganz Seiten der Landstraße. Aber schon im ersten Dorf, wo die Einwohner friedlich plaudernd vor den Türen stehen, schämen wir uns worden. Noch immer liegen am Universitätsplatz die Trümmerder Waffe und entladen sie. Wir hatten es nicht zu bereuen. Nie- haufen, noch immer spiegeln sich am Kai ausgebrannte Säuser einzigartig. In keinem Seekriege der alten und neuen Zeit bermand sah uns auch nur scheel an, und die einzige Gefahr, die reihen in der Maas, und da und dort stößt man im Straßen- folgte ein feindliches Schiff die Taktik des berühmten Guerilla uns drohte, kam von deutschen Automobilen, deren rasende Fahrt pflaster oder an den Häusern auf die Spuren des Bombardements. führers zu Lande, nämlich, von der Beute zu leben und die Geuns in den Chauffeegraben trieb. Gelegentlich hörten wir in einem Als wir in den Parc d'Avron einbiegen, find Arbeiter gerade damit fangenen freizulassen. Gerade der Erfolg der„ Emden" macht es Dorfe aus dem Getuschel hinter uns, daß wir den Belgiern des beschäftigt, amet riesige Löcher in den Rasenflächen zuzuwerfen. schwer, sie zur Strede zu bringen. In diesem Falle wird es nichts eclaireurs allemands" find, und als wir bedeckten Hauptes an einer Wir fragen, ob hier sich Granaten eingewühlt haben. Nein. An nutzen, verdächtige Kohlenschiffe zu verfolgen, die„ Emden" kann offenen Kirchentüre vorübergehen, stellt ein Geistlicher fest:" Pas diefen beiden Stellen waren die 42-8entimeter- Mörser eingegraben, bie Stohlen umsonst bekommen. Sie nimmt natürlich soviel sie die von hier die Herrlichkeit der Lütticher Festungswerte in Trümmer führen fann. Wir beherrschen die Meere, aber nicht jede Quadratdes catholiques", womit er durchaus im Rechte ist. In Buy gilt unser erster Gang der funstvollen gotischen schossen. Je mehr der Tag fortschritt, desto lebendiger wird die Stadt. meile der Meere. Wir benutzen die Herrschaft zur See, um die Kollegiatfirche aus dem 14. Jahrhundert. Auf den alten Bänken fnien deutsche Soldaten neben Belgiern und Belgierinnen im Gebet, Aber es ist nicht sehr geschäftige Regfamfeit. Die Scharen der Bufuhr an Lebensmitteln und Rohstoffen zu sichern, sowie zur fort und durch das dämmrige Kirchenschiff summen leise französische Beschäftigungslosen ergießen sich in die Straßen. 8wed schreitenden militärischen Mobilisierung. Die Leistungen der Chorgesänge. Hoch über der Stadt uy ragt fast unversehrt die und ziellos mit seltsam suchenden Bliden bewegen fie fich, und es Emben" fönnen den Verlauf und den Charakter des Strieges nicht in den Fele gesprengte Zitadelle. Von der Höhe hinab sehen wir scheint uns als schlummern Hoffnungen in ihnen, die feine Erändern, fie bleiben eine Episode. zwei zum Teil zerstörte Maasbrüden. Von der einen neigen sich füllung finden können. Am Theaterplay und am Bahnhof stehen ,, Manchester Guardian" schäßt den Schaden, den der Eisenbahnwagen in den Fluß, die andere ist von unseren Truppen Maschinengewehre, und auf dem Pflaster stampfen die Kolonnen Kreuzer„ Emben" der englischen Schiffahrt im Indischen Ozean längst für den Berkehr wieder hergerichtet. Auf dem Wege durch bahrischen Landsturms. Der deutschen Grenze zu! In dem Landstrich, der die ersten aufügte, auf eine Million Pfund Sterling. Das Blatt die von Spaziergängern belebte Stadt men wir durch die Rue des Jardins, wo nach einem nächtlichen blutigen Zusammenstöße zwischen Deutschen und Belgiern fah, rühmt den Kapitän der„ Emden", der die Bemannung der KaufKampfe achtzehn Häuser von unseren Truppen niedergebrannt gleitet unser Blid noch über manches zerschossene oder nieder- fahrer schonte und bemerkt, die englische Marine habe in den worden sind. Ein seltsamer Gegensatz: diese Ruinenstraße und im gebrannte Haus. Wenn man dereinst die Geschichte des belgischen asiatischen Gewässern kaum sechs Kreuzer, die an Schnelligkeit der Hintergrund der moderne; schön gegliederte Bahnhofsbau, auf dem Franttireurtrieges schreibt, werden viele Namen in Blut getaucht Emben" gleichkommen. und in Schreden gehüllt sein. die deutsche Flagge sich im Winde wiegt. Im deutschen Grenzort Herbesthal verlassen wir ben Zug, dessen Das deutsch- amerikanische Kabel durchschnitten. Lüttich! Der Name ist für immer verknüpft mit der ersten deutschen Waffentat im Bölferringen von 1914. Wir steigen in Schnedentembo unserer Unruhe nicht genügt. Durch den regen. Amsterdam, 1. Oktober.( W. T. B.) Das„ Handelsblad" machte einem Arbeiterborort aus. Gleich zeigt sich uns, was wir wäh- frischen Aachener Wald wandern wir der alten Kaiserstadt zu. Aus in Soerabaya( Java) den Versuch, über Amerika Nachrichten überall Gruppen arbeitsloser Männer. Je mehr wir in die bürger- Vor einem Hauſe ſpielt eine junge Mutter mit ihren jauchzenden ba die Engländer das deutsch- amerikanische Rabel lichen Quartiere fommen, desto zahlreicher werden die verlassenen Kindern, und aus den offen Fenstern einer Schule schallt laut das " Deutschland, Deutschland über alles, über alles in der burchschnitten. England befekte die Insel gap, Häufer. Die Wohlhabenden sind vor dem Kriege geflüchtet. Das Bieb: onry Subanhmal merben mir von Welt". Wir aber ftiegen mit schweren Schritten hinunter zur wo das deutsch- holländische Kabel mündet, so daß der gesamte Te= Tearanhennerfehr auf das Reutersche Bureau angewiesen ist. fom= es ist Sonntag Kleine Nachrichten. Ausbruchsversuch russischer Kriegsgefangener. vordersten Gefangenen fielen, ist der Ausbruch sofort auf-| von einer kleinen Gruppe, die des Zwanges des Lagerlebens übergegeben worden. Von den Russen wurden drei getötet, acht drüssig waren, vorbereitet worden war, auch soll der Wind vorher schwer und mehrere leicht verletzt. Von einer abirren- benutzt worden sein, um Zettel zur gegenseitigen Verständigung Wie das Wolffsche Bureau aus Krossen a. D. meldet, benutten den Kugel wurde der Garnisonverwaltungsinspektor a. D. Schulz nach den anderen Baraden zu übermitteln. Der eine der getöteten im dortigen Lager russischer Gefangener vor einigen Tagen etwa in die Lunge getroffen, außerdem wurde ein Posten der Landsturm- Ausbrecher war dicht an den Gewehrpyramiden zusammengestürzt. 200 untergebrachte Russen den Augenblick eines schweren Unwetters leute durch eine Kugel im linken Unterarm leicht verletzt. Aerztmit heftigem Sturm und Regen zu einem Ausbruchsversuch. Sie liche Hilfe war sofort zur Stelle. Infolge der Vorfälle wurde dann stürmten aus den nahe der Kantine gelegenen Baracken auf den noch eine Kompagnie des Landsturms alarmiert und zur VerSchweres Unglück in einem Kalischacht. Blah zu, auf dem die Gewehrpyramiden der wachthabenden Kom- stärkung des Wachtkommandos herangezogen. Es trat aber bald Auf dem Kalischacht Preußen der Deutschen Kaliwerke pagnie aufgestellt waren. Der Posten eröffnete sofort das Feuer wieder Ruhe und Ordnung ein. Die scharfen Schüsse, die weithin in Bernterode wurden Donnerstagmittag durch ein herabauf die Ausbrecher und alarmierte damit das Wachkommando, das hörbar waren, hatten große Aufregung in der Stadt verursacht. stürzendes Salzlager drei Bergleute getötet und einer zum Teil nun ebenfalls von der Waffe Gebrauch machte. Als die Die Untersuchung soll ergeben haben, daß der Ausbruch tatsächlich verletzt. Theater für Freitag, 2. Oktober: Deutsches Opernhaus, Charlottenb. Feldprediger. Sozialdemokratischer Wahlverein Achtung! Sängerheim. Achtung! Hierdurch zeige ich allen Freunden und Genossen sowie den geehrten Gewerkschaften und Vereinen an, daß ich das alte Deutscher Feeder für den 6. Berliner Reichstagswahlkreis. Sängertheim. Wagnerft. 1, 3eutralfriedhof Friedrichsfelde, 7% U. Der Kaufmann von Venedig Kammerspiele 8 Uhr: Jedermann. Deutsches Künstler- Th. Sonnabend, 3. Oktober, 7%, Uhr: Gewonnene Herzen. Gebr. Herrnfeld- Theater & Uhr: Er kommt wieder. Zwei leuchtende Punkte. Dienstag, den 6. Dienstag, den 6. Oftober 1914, abends 8½½ Uhr: 4 Mitglieder- Versammlungen in folgenden Lokalen: Puhlmanns Theater, Schönhauser Allee 147| Pharus- Säle, Müllerstraße 142 Payenhofer Brauerei, Turmstraße 25/26. Ende gut- alles gut! Frankes Festsäle, Badstraße 19 Komödienhaus 8 Tagesordnung: Uhr: Es braust ein Ruf! Die sozialen Aufgaben während des Krieges. Lessing- Theater 8- Uhr: Mein Leopold. Laisen- Theater Referenten: Georg Ledebour, Emil Eichhorn, Eduard Bernstein, Rudolf Breitscheid. 8 U.: Eroder Er. Der heilige Krieg. 231/ 6* Sonntag, 3%, U.: Die Anna- Lise. Lustspielhaus 81. U.: Graf Pepi. Residenz- Theater 8 Uhr: Der Kaiser rief... Schiller- Theater 0. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. Der Vorstand, Zentralverband der Zimmerer Zahlstelle Berlin und Umgegend. Gemäß den Bestimmungen des Tarifvertrages erhöht sich vom Zopf und Schwert. 1. Oktober d. J. ab der Stundenlohn der Zimmerer Berlins und der Schiller- Th. Charlottenbg. Vororte von 82 Pf. auf 84 Pf. 8 Uhr: Grüne Ostern. Desgleichen tritt laut Vertrag vom Sonnabend, den 10. Oktober, Theater am Nollendorfpl. ab die achtstündige Arbeitszeit in Kraft. 8 Uhr: Immer feste druff! Volksbühne Unternehmer, die diese Bestimmungen nicht respektieren, sind sofort dem Verbandsbureau, Engelufer 15, mitzuteilen. Montis Operettentheater( Neues. Th.) 8, U.: Minna von Barnhelm 254/14 URANIA Taubenstr. 4 Uhr: 48/49. Lüttich und das belgische Land. ( Kleine Preise.) 8 Uhr: Geh. Reg.- Rat Prof. Dr. Roethe: Vom Tode fürs Vaterland. Walhalla- Theater. Sonnabend, 3. Oktober, zum 1. Male: Berlin im Felde. Voigt- Theater. Badstr. 58. D Badstr. 58. Freitag, den 2. Ditober: Aus Deutschlands großen Tagen. Boltsstüd mit Gesang in 3 Aften von Hugo Müller. Musik von Bial. Stasjeneröffnung 7 Uhr. Anf. 84, Uhr. Theater Folies- Caprice 8 Possen- Theater Täglich: 8% Blinkfeuer. Landwehrleute. Fest steht und treu Leonhard Hastel, Martin Stetiner a. G. Reichshallen- Theater. Stettiner Sänger ,, Nun woll'n wir fie verdreschen!" Militär. Genrebild von Mehsel. Anfang 8 Uhr. Für Militärpers. u. deren Angehör. vollkomm. freien Zutritt zum Theater. Rose- Theater. 8 Uhr: Königin Luise. Casino- Theater. Lothringer Straße 37. Täglich 8 Uhr. Kriegsbilder- Spezialitätenteil usw. 3. Schluß das neue Kriegs- Volksstück: " Mein Leben dem Vaterland". Loge 1,25, Seffel 1,10, Parkett 80 Pj. Rang 50, Stuhl 30, Sonnt. fl. Aufschi. Sonntag, 4. Dftober, nachm. 4 Uhr: Kriegers Heimkehr. 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Ehre seinem Andenken! 206/17 Der Vorstand. Sozialdemokratischer Wahlverein Niederbarnim. Bezirk Lichtenberg, Nachruf. Den Genossen zur Nachricht, daß unser Mitglied 13/9 Paul Winkelmann Wartenbergstr. 52 am 27. September verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Zentralverband der Zimmerer Deutschlands. Zahlstelle Berlin und Umgegend. Nachruf. Den Berufsgenossen zur Nachricht, daß unser Mitglied Gustav Schurich am 27. September verstorben ist. Die Beerdigung fand gestern nachmittag 5 1hr auf dem HeiligenKreuz- Kirchhof in Mariendorf statt. Ehre seinem Andenken! 254/13 Der Vorstand. Arbeiter Gesundheits- Bibliothek Jedes Heft 20 Rrg. Fern von der Heimat starb am 30. Auguft auf dem westlichen Kriegsschauplat unser unvergeßlicher Sohn, Bruder und Bräutigam Alfons Seikel. Unseren Schmerz um den lieben Verstorbenen werden die verstehen, die ihn gekannt. 1506 Berlin- Lichtenberg, den 2. Oftober 1914. Beerdigungsverein Familie Otto Seikel. Hedwig Krumm. der Zimmerleute Groß- Berlins. Herausgefüttert Nachruf. Am Freitag, den 25. September, verschied nach langem Leiden unser Mitglied, der Kamerad Wilhelm Buhlei Beteranenstraße 8 im 81. Lebensjahre. Ehre seinem Andenken! Der Vorstand. 1495 Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung unseres lieben Bruders, Schwagers und Dntels Franz Drömert fagen wir allen Bekannten und Bereinen, insbesondere der Charlottenburger Liedertafel unseren besten Dank. 120A Die trauernden Hinterblieben en. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung meines lieben Mannes Emil Metzgen jage ich allen Freunden, Bekannten und Verwandten, sowie dem Wahlverein Neukölln, dem Verband der freien Gastwirte, dem Zentral- Raucherbund und dem Rauchklub„ Starte Raucher" meinen innigsten Dank. Witwe Auguste Metzgen nebst Kindern. 146A Spezialarzt Dr. med. Wockenfuß, Friedrichstr. 125,( Oranienb. Tor). für Syphilis. Harn- u. 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Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Borwärts Buchdr. u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Sierau 1 Beilage u Unterhaltun Nr. 269. 31. Jahrgang. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Feldpoft- Abonnements. In Ergänzung unserer Notiz in Nr. 239 vom 2. September weisen wir unsere Leser darauf hin, daß unsere jämtlichen Filialspeditionen wie die Hauptexpedition Feldpost- Abonnements auf den„ Vorwärts" zum Preise von 1,10 Mark monatlich entgegennehmen. Die Zeitung wird den im Felde Stehenden von unserer Hauptexpedition als Feldpostbrief täglich nachgesandt. freitag, 2. Oktober 1914. Vorortgemeinden Berlins wohnhaften Mit- männischen Beruf zu ergreifen beabsichtigen, Gelegenheit zu einer gliedern weiter Unterstützung aus den Mitteln der Organisation zuteil werden kann. Die Gewerkschaftskommission wurde beauftragt, den in Frage tommenden Kommunen diese Resolution zur Kenntnis zu bringen. Das ist inzwischen geschehen. Aus Groß- Berlin. Die Bürgerspeisehallen. " gründlichen theoretischen Ausbildung geben. In den Selekten der Schulen werden Absolventinnen höherer Mädchenschulen für den Beruf vorbereitet. Um auch den schon tätigen kaufmännischen Angestellten Gelegenheit zur Weiterbildung zu geben, sind Fortbildungskurse eingerichtet worden. Auf die Schreibmaschinenschule und die neuerdings eingerichteten Verkäuferinnenkurse sei noch bc= sonders hingewiesen. Der Besuch der Mädchenhandelsschule der Korporation der Kaufmannschaft befreit vom dreijährigen Pflichtschulbesuch. Weitere Auskunft wird erteilt im Amtszimmer der Schulen und im Bureau, Börse, Burgstr. 25, zwischen 9-3 Uhr. Als in der ersten Zeit des Kriegszustandes das„ Rote Kreuz" an die Errichtung von Bürgerspeisehallen" héranging, um der notleidenden Bevölkerung die Möglichkeit zu geben, gegen geringe Bezahlung sich ein nahrhaftes Mittagbrot zu Bei Bestellung des Abonnements ist genau anzugeben, beschaffen, waren bei Eröffnung der Hallen die Besucher des monatlich 1082 M., die Zuschüsse für Arbeitslose 385 M., hierzu welchem Armeekorps, Division, Brigade, Regiment, Bataillon, Lobes voll über diese Einrichtung. Nach ganz furzer Zeit Kompagnie usw. der Empfänger angehört. wurden aber gegen dir Gesellschaft, der die Lieferung des Essens übertragen wurde, Klagen laut, daß das Essen an Qualität zu wünschen übrig lasse und daß die Quantität unzureichend sei. Persönliche Prüfung überzeugte mich so schreibt man uns aus Gewerkschaftskreisen бав die Klagen nicht Arbeitslosenfürsorge und Vorortgemeinden. on an vier verschiedenen Lagen entnommenen Speisen soll in Form eines Gutscheins gewährt werden, ben der beMit dieser Frage beschäftigte sich eine von der Berliner Gewerkschaftskommission einberufene Versammlung der Vorstände der freien, Hirsch Dunderschen und christlichen Gewerkschaften, zu der auch Vertreter der verschiedenen Angestelltenverbände erschienen waren. Im Auftrage des Ausschusses referierte der Stadtverordnete Brüd ner. Er wies auf die am 24. September auf Veranlassung des Oberbürgermeisters Wermuth abgehaltene Konferenz von Vertretern der Vorortgemeinden hin, die zu der einheitlichen Durchführung der Arbeitslosenfürsorge Stellung nahm.( Siche Bericht Nr. 259/262, vom 25. September 1914.) Vom Redner wurde der Beschluß einer Reihe Vorortgemeinden, die ein Zusammenwirken mit den Gewerkschaften ablehnten und sich vorbehielten, in jedem Einzelfall die Bedürfnisfrage zu prüfen, scharf kritisiert. Während vom Reichsamt des Innern der Beschluß der Stadt Berlin allen Bundesstaaten zur Nachahmung empfohlen wird, sehen sich die Vorortgemeinden direkt zu dem Gegenteil veranlaßt. Die Gewerkschaften, die alle verfügbaren Mittel für die Arbeitslosenunterstüßung aufwenden, sollen hier völlig ausgeschaltet werden. Als unhaltbar wurde es bezeichnet, daß die Kommunen die von den Gewerkschaften gezahlten Unterstübungen zum Teil oder voll in Anrechnung bringen wollen, da durch diese Maßnahmen der organisierte Arbeiter wegen seiner Zugehörigkeit zur Organisation bestraft werden würde. Der Provinziallandtag, der einstimmig beschlossen habe, 50 Proz. der von den Gemeinden aufgewendeten Mittel als Bufchuß zu zahlen, hat diesen Zuschuß nicht von der Bedürfnisfrage abhängig gemacht und auch nicht zur Bedingung gestellt, daß die Vororte nicht mit den Gewerkschaften gemeinsam im Sinne des Beschlusses der Stadt Berlin die Unterstüßung regeln dürfen. Erst dem Ausschuß des Provinziallandtages blieb es vorbehalten, in den Ausführungsbestimmungen eine Ginengung vorzunehmen, die die Ausschaltung der Gewerkschaften bedeutete. TOVAISTA Redner ist der Ansicht, daß die Kommunen sich nicht hieran zu fehren brauchen, da diese Bestimmungen nicht im Einklang mit dem Beschluß des Provinziallandtages stehen. In der sich an diese Darlegungen anschließenden lebhaften Disfussion äußerte sich der Vertreter der Hirsch- Dunderfchen Gewerkschaften, Herr Neustatt, in gleichem Sinne und verwahrte sich entschieden gegen die Absicht einzelner Kommunen, die Gewerkschaftsmitglieder schlechter stellen zu wollen, als die Unorganisierten. Kriegs- und Notstandsbeihilfen in Tegel. Ueber die Höhe der Kriegsunterſtüßung in Tegel lagen der Dem lebten Gemeindevertretersizung vorläufige Angaben vor. nach betragen die Mietszuschüsse für Kriegsteilnehmer bis jetzt zuschuß bis zum sogenannten Gristenzminimum von 25 resp. 35 M. kommen noch zirka 900 M. für unerledigte Anträge. Für Familiensind 114 M., für reine Arbeitslosenunterstüßung 856 M. ausge geben. Der Gemeindevorstand schäßt hiernach den monatlichen Bedarf auf rund 5000 M., während einige Vertreter gar 10-15.000 Mark erwarten. Die Vertretung beschloß, einen Ueberschuß über jene 35 M. Eristenzminimum nicht auf den Mietszuschuß von 50 Proz.( bis höchstens 30 M.) anzurechnen. Der Mietszuschuß treffende Hausbesitzer später bei Berichtigung seiner eigenen Steuern der Gemeindekasse vorlegen kann. Bei dieser Gelegenheit betonten unsere Genossen mit Nachdruck, daß die von der Gemeinde gewährte Teilmiete die Hauswirte veranlassen müßte, nun ihrerfeits gegen etwaige weitere Mietsschuldner nicht etwa mit Repres salien vorzugehen; in diesem Falle würden sie beantragen, feine Standpunti veranlagte die Hausbefizer zu heftigem Proteft, fie Mietsbeihilfen mehr zu gewähren. Dieser selbstverständliche fonnten indes nicht verhindern, daß sich außer dem Gemeindevorstand noch eine Mehrheit fand, die gleichfalls der Ansicht unserer Genossen war. Als Gegenantrag glaubte ein Hausbesitzer sogar 5 Proz. Erlaß bei der Grundsteuer fordern zu können, natürlich ohne Erfolg. Der ferneren Gewährung von Arbeitslojenunterftübung wurde ebenfalls zugestimmt mit dem Vorbehalt der eventuellen Rüdforderung. Anträge auf Mietszuschuß für Oktober sollen ohne erneuten Antrag behandelt werden. Unterstüßung an Arbeitslose wird nur dann gewährt, wenn diese seit 1. Juni in 1. April. Ein Einschreiten gegen Mietsrestanten, für die die Ges Tegel ansässig sind, nicht wie in voriger Sizung beschlossen, seit meinde Zuschuß geleistet hat, soll nur unter Zustimmung der Gemeindebehörde ermöglicht werden. Zur Regelung der Arbeitslosenunterstübung ähnlich wie in Berlin unter Berücksichtigung gewerfschaftlicher Beihilfen usw. wurde eine Kommission eingefeßt. Vorläufig werden hier 50 Proz. der Gewerkschaftsunterstützung mitwaren zwei Gerichte in bezug auf Geschmack und Zubereitung tadellos. Zwei andere Gerichte waren aber nichts weniger als gut. Von Kohlrüben mit Schweinefleisch war das Fleisch gut, die Rüben alle hart, resp. holzig. Wohl weiß jede Hausfrau, daß Rüben einmal holzig ausfallen. Wenn aber ein Quantum Rüben, wie es zur Herstellung von 12 000 Portionen Essen notwendig ist, durchweg holzig ist, so ist wohl anzunehmen, daß minderwertige Ware gekauft wurde. Das zweite zu beanstandende Gericht war Reissuppe, wozu fein voller guter Reis, sondern Reisbruch verwendet war. Die Klage der sich dort Verpflegenden richtet sich aber ganz allgemein gegen die Quantität. Die Zubereitung der Speisen und ihre Schmackhaftigkeit ist in der Tat weniger zu beanstanden. Wenn die Portion, zu der eine Scheibe Brot gereicht wird, mit den vom Verzehrer bezahlten 10 Bf. überHaupt bezahlt wäre, so könnte billigerweise niemand etwas dagegen einwenden. Das„ Rote Kreuz" zahlt aber zu jeder Portion 15 Pf. zu. Wenn man bedenkt, daß bei einer Massenherstellung von fäglich 12000 Portionen sich der Preis für die einzelne Portion erheblich reduziert, wenn man weiter bedenkt, daß an den Verpflegungsstellen Damen in freier Liebestätigkeit das Ausgeben der Speisen( die sich die Gäste selbst holen) und angerechnet. das Abräumen des Geschirrs besorgen, so muß doch die Möglichkeit bestehen, die Portionen so zu bemessen, daß ein normaler Esser auch satt wird. Bei einer Herstellung von 12 000 Portionen täglich, à Portion mit 0,25 M. bezahlt, ist das sehr wohl möglich. Zur Wohnungskalamität. Volkskunstabende. Am 27. d. Mts. führten wir unter dieser Ueberschrift zur Erhärtung der Tatsache, daß das Zurüdbehaltungsrecht des Vermieters zu bekämpfen ist, an, daß einer Witwe Dombrowski gegenüber, deren drei Söhne im Felde stehen und die sich durch Vermieten zu Auf eine Interpellation an einflußreicher Stelle wurde ernähren suchte, das Retentionsrecht für alles, was sie in die Wohversichert, das Rote Kreuz habe die Erklärung abgegeben, daß nung eingebracht hat, geltend gemacht ist und schilderten kurz den die Aschinger- Gesellschaft ein größeres Quantum verabfolgen gegen die Witwe geführten Räumungsprozeß. Der Hauseigentümer wolle. Der Zustand ist aber immer noch der gleiche. Nach Apotheker Pollack schickte uns eine längere, diefe Angelegenheit bewie vor wird ein Suppenteller kleinen Formats knapp gefüllt mietern seines Hauses freiwillig Räumung gewährt hat, weil er sich treffende Mitteilung. Ihr entnehmen wir, daß Herr Bollad sieben berausgabt. Die Frequenz scheint deshalb nachzulassen, so bon ibrer Notlage überzeugt hatte, während er gegen Frau Domdaß, da das Uebrigbleibende doch verwendet werden muß, browsti am 16. September die Klage erheben zu müssen glaubte, auch einmal Speisenauswahl zu verzeichnen ist. An dem weil er annahm, die Frau habe alle Räumlichkeiten an Aftermieter Tage, als holzige Kohlrüben Tagesgericht waren, wurde da- vermietet und sei auch in der Lage, die Miete zu zahlen und habe neben noch vom vorigen Tage Lungenhaschee verkauft. Drohungen gegen ihn ausgestoßen. Unser Artifel betraf nicht die Hier tut Abhilfe dringend not. Jetzt gewinnt bei jedem, der Berion des Hauseigentümers, sondern die Wirkung des Zurüdsehen will, die Ueberzeugung Raum, daß die Arbeiter und Arbeibehaltungsrechts. Tatsächlich befand sich die Frau D. in mißlicherer terinnen, die dort speisen, tatsächlich nicht viel mehr bekommen als age, als der Eigentümer annahm. Tatsächlich hat sie auch Sachen aus der Wohnung entfernt. sie mit 10 Pf. bezahlen und die 15 Pf. des Noten Streuzes" fallen der Aschinger- Gesellschaft als Geschäftsgewinn zu. Zu erwägen Im Auftrage der christlichen Gewerkschaften erklärte wäre, ob denn nur die Aschinger- Gesellschaft oder nicht auch Charlottenburg. Sonnabend. 3. Dftober, abends 8 1hr, findet in Herr Becker seine Zustimmung mit den Ausführungen des Refe- andere derartige Betriebe mit der Herstellung der Speisen der Aula des Schiller Realgymnasiums, Schillerstr. 26, der renten. Besonders scharf wurde die Rede Brückners noch von dem beauftragt werden können. Der Wettbewerb hat noch nie zweite Boltstunstabend des Verbandes der Volksbühnen statt. Bertreter des Verbandes der technisch- indu- zum Schaden der Leistungsfähigkeit gewirkt. Dringend müßte sonjumgenossenschaft und den anderen mit Blafaten belegten Stellen, sowie Breis 10 Bi werden in den Berkaufsstellen der striellen Beamten unterstrichen. aber davor gewarnt werden, etwa die Qualität der Speisen von 18 Uhr ab an der Saallaffe ausgegeben. Cohen, der Vertreter des Metallarbeiterverbandes, wies an mit Rücksicht auf die zu erhöhende Quantität herabzusetzen. Neukölln. Sonnabend, 3. Oftober, abends 8 Uhr, findet in der Aula der einigen Beispielen nach, in welch hohem Maße die Gewerkschaften Das Volk hat ein Recht zu verlangen, daß in dieser schweren mit ihren Unterstübungen die Kommunen entlasten. So erhalten Zeit die ihm im Wege der Massenherstellung zu billigen nach seiner Aufstellung zum Beispiel 12 Organisierte vom Preisen verabfolgten Speisen von solcher Beschaffenheit sind, Verbande eine Unterstützung pro Woche von 85,50 M., der Zuschuß daß durch diese Ernährung die Erhaltung seiner Arbeitskraft der Gemeinde beträgt hierfür 27,25 M., entsprechend den von Berlin gesichert ist. Es ist nur ein Gebot der Zeit, wenn die gezahlten Säßen. Für 12 Unorganisierte hätte die Ge- liefernde Gesellschaft verpflichtet wird, nach diesem Grundsay meinde jedoch 54 M. unter den gleichen Bedingungen zu zahlen, zu handeln. so daß sie an den organisierten Unterstüßungsbedürftigen 26,25 M. sparen würde. Bei der großen Zahl der arbeitslosen Organifierten und den großen Summen, welche die Gewerkschaften für sie zahlen, bedeutet das aber eine sehr starke Entlastung für die ein zelnen Kommunen. Als Ergebnis der Versammlung gelangte folgende Resolution zur einstimmigen Annahme: Einigungsämter in Mietsfragen. Eintrittskarten Die Realschule in der Boddin straße der nächste Kunſtabend des Verbandes der Freien Volfsbühnen statt. Die Eintrittskarten kosten 10 Pf. Außer in den Bablabendstellen ersichtlich sind, werden auch Starten im Rathause und beim bisher bekanntgegebenen Verkaufsstellen, die auf allen Blakaten in den Buchhändler Bergwald, Berliner Str. 56, verkauft. Schöneberg. Der zweite Kunstabend findet am Sonnabend, den 3. Oftober, abends 8 Uhr, in der Aula der Hohenzollernschule, Belziger Straße( Ece Eisenacher Straße) statt. Eintrittstarten pro Stüd 10 Pf. werden verausgabt in der Spedition, Martin- Luther- Str. 69; Restaurant Jürgens, Barbarossastr. 5a; Konsumgenossenjchaft, Apostel Paulus- Str. 40, und Herter, Grunewaldstr. 30. Ebenfalls bei dem Schuldiener. い Wir haben gestern mitgeteilt, daß der Magistrat bestimmte Grundsäge aufgestellt hat, nad) denen Frauen von Kriegsteilnehmern Mietsbeihilfen gewährt werden sollen. Schulentlassungsfeier in Adlershof. Sonntag, den 4. Oktober, nachmittags 5 Uhr, findet im Arbeiter Jugendheim, Bismardstr. 31, eine Ueber die Fälle der Fürsorge für die Striegerfamilien Schulentlassungsfeier, bestehend aus Gesangsvorträgen, Rezitationen und hinausgehend, beabsichtigt nun der Wagistrat eine gene- Feitrede statt, hierzu sind die Eltern mit ihren schulentlassenen Stindern Die am 28. September 1914 tagende Versammlung der Vor- relle Regelung in der Frage der Mietsins- reunimit einem Mittwoch, den 7. Dttober, ein Mädchenabend statt. freundlichst eingeladen. stände der freien, christlichen und Hirsch- under- zahlung. In erster Linie sollen Einigungsämter Die jugendlichen Mädchen werden ersucht, sich daran zu beteiligen. findet am ichen Gewerkschaften, sowie die der Angestelltenverbände Ber- eingerichtet werden, die berufen sind, zwischen dem Vermieter fins und Umgegend, nehmen von den Verhandlungen der Vor- und Mieter zu vermitteln und eine Grundlage zu schaffen, die ortsvertreter in der Konferenz am 24. September im Berliner den Interessen beider Teile gerecht wird. Rathause Kenntnis. der Vorortvertreter, in der Arbeitslosenfürsorge mit den Arbeiterwollen. liste! Eine Familientragödie ereignete sich in der Nacht zum Donnerstag in der Grunewaldstraße 86. Dort wohnt der 48 Jahre alte Maurer Reinhold Selle mit seiner Frau Emma und einem vier jährigen Enfeltinde. Die Frau war in der letzten Zeit sehr niederdiente, gefallen ist. Dazu kam, daß ihr Mann sie schlecht behandelte. geschlagen, weil ihr 22 Jahre alter Sohn, der bei den Franzern Nach einer erneuten Mißhandlung beschloß die Frau ihrem Leben ein Ende zu bereiten und das Entelkind mit in den Tod zu nehmen. Sie öffnete in der Küche die Gashähne und erwartete, mit dem Kinde auf dem Sofa ſizend, den Tod. Gestern früh fiel Nachbarn der starte Gasgeruch auf. Beim Oeffnen der Tür wurden Mutter und Enkelkind bereits besinnungslos aufgefunden. Den Bemühungen der Feuerwehr gelang es jedoch, die Frau wieder ins Leben Krankenhaus gebracht. Das Kind war bereits gestorben, die Leiche wurde beschlagnahmi. zurüdzurufen. Die Schwerkranke wurde nach dem Schöneberger Die Versammlung bedauert, den ablehnenden Standpunkt Einsichtnahme in die Lichtenberger Wählerliste. Von heute Freitag, den 2. Ottober bis einschließlich und Angestelltenorganisationen Hand in Hand arbeiten zu 16. Oftober liegt die Liste der stimmfähigen Bürger im Stadthause, Ganz energisch müssen sich die Vorstände dagegen verwahren, Türrschmidtstr. 25, Zimmer 6, Erdgeschoß, aus. Die Einsichtnahme daß die Gemeinden den Betrag, den die Arbeiter- und Ange- hat während der Zeit von vormittags 8 Uhr bis nachmittags 3 Uhr stelltenorganisationen an ihre Mitglieder zahlen, beim etwaigen an den Wochentagen und vormittags 9 Uhr bis mittags 12 Uhr an Bezug einer Gemeindeunterstüßung ganz anrechnen, außerdem den Sonnagen zu erfolgen. Die Nachwahlen für das ausgeloste aber noch die Frage der Bedürftigkeit geprüft werden soll. Da- Drittel der Stadtverordnetenversammlung finden in wenigen durch würde der zu Unterstützende schlechter gestellt werden als der Unorganisierte, der den vollen Unterſtüßungssatz der Ge- Wochen statt, deshalb: Nehmt Einsicht in die Wähler meinde erhält und für den dieselbe größere Aufivendungen zu machen hätte. Die Organisationen haben bisher- teilweise ihre Die Volks- Kaffee- und Speischallen- Gesellschaft will, daß die Kräfte weit übersteigend die durch den Krieg arbeitslos Gewordenen unterstützt. Pflicht des Staates und der Kommunen hausung zugänglich gemacht werden. Zu diesem Zwecke jind„ Neu Erwacht“ und„ Männerchor Olympia" am gefochten, warmen Mahlzeiten auch Familien in ihrer Be- Gesangskonzerte bei Verwundeten hielten die Gesangbereine ist es, einzugreifen und nicht den Organisationen die Lasten wärmedichte Speiseträger beschafft worden, die gegen ein Pfand Sonntag ab. Ersterer tonzertierte unter seinem Dirigenten Chorallein tragen zu lassen. Um einen Ausgleich herbeizuführen, kann eine sozial und leibweise abgegeben werden, sofern nicht eigene Beschaffung oder meister Herrn Heinr. Bleil in der Klinit des Prof. Dr. Joseph ant Anfertigung vorgezogen wird. Vorläufig müssen die Koffer und Mariannenufer und im Krankenhaus Bethanien, letterer im Vergerecht empfindende Gemeindevertretung keinen anderen Weg Gefäße von den Abnehmern jelbst abgeholt und für die Entnahme einslazarett Siemensstadt unter Leitung des Chormeisters Herrn gehen, als er in dem Beschluß der Stadtgemeinde Berlin zum der Speisen gereinigt mitgebracht werden. Die Kober sind reich- Müller. Den Vereinen wurde allenthalben von den leitenden BerDie Bersammlung richtet daher an alle Vorottgemeinden lich groß für den Bedarf einer Familie und halten die Speisen sonen der Lazarette für ihre Mühewaltung und ihr Bestreben, den den dringenden Wunsch, sich dem Vorgehen der Stadtgemeinde längere Zeit warm, sodaß Brennmaterial und Arbeit für Her. Verwundeten einige frohe Stunden zu bereiten, herzlicher Dant Berlin anzuschließen und ein Abkommen mit den Angestellten- viele Wahlzeiten in den Speisehallen abgeholt. und Arbeiterverbänden treffen zu wollen. Ausdrud kommt. stellung und Wärmen der Speisen gespart wird. Bereits jetzt werden zu teil. bergangenen Sollten die Gemeinden diesem berechtigten Die Mädchen- Handelsschulen der Korporation der Berliner Die Vereine Männerchor Ost" und„ Sängerchor Wedding" Verlangen nicht stattgeben, verpflichten sich Kaufmannschaft, Weinmeisterstr. 16/17, Wilhelmshavenerstr. 2/5, werden am Sonntagnachmittag 5 Uhr den Verwundeten im die Borstände, in ihren Organisationen in Gr- Schöneberg, Feurigftr. 57, beginnen am 8. Oftober ihr Winter Friedrichshain ihre Lage durch gesangliche Darbietungen vergessen. wägungen darüber einzutreten, ob den in den femefter. Die Schulen wollen Frauen und Mädchen, die den kauf- madhjen, t Uhr mit Kette enthielt. Berlin und Umgegend. Das Gericht verurteilte den Angeklagten nach dem Antrage des Staatsanwalts Dr. Lehmann zu 2 Jahren 6 Monaten Gefängnis und 5 Jahren Ehrverlust. Aeußere Heilighaltung der Sonn- und Feiertage. Handtaschenmarber treiben in den Warenhäusern und Spezialgeschäften wieder ihr Unwesen. Besonders in Hutgeschäften machen fie reiche Beute. Lassen die Damen beim Anprobieren neuer Hüte Die Arbeitslosigkeit unter den Metallbrüdern ist mit dem einmal einen Augenblick ihre Tasche auf einem Nebentisch liegen, Kriegsausbruch gewaltig angewachsen, nachdem sich eben erst eine so sezen sich diese Marder in den Besitz der Handtaschen und suchen Hebung der Konjunktur nach langem, schwerem Daniederliegen damit das Weite. Wenn die Bestohlene das Verschwinden der gezeigt hatte. Von 58 Arbeitslosen Ende Juli schnellte die Zahl Die für die Provinz Schleswig- Holstein vom Oberpräsidenten Tasche entdeckt, sind die Diebe längst wieder weg. Gestern wurde Anfang August auf 270 empor. Jetzt ist zwar eine geringe Abnahme erlassene Polizeiverordnung über die äußere Heilighaltung der Sonneiner Dame eine dunkelblaue lederne Handtasche gestohlen, die nicht zu beobachten, aber es dürften von 900 Branchenangehörigen und Feiertage bestimmt, daß während der ganzen Karwoche einnur 100 m. bares Geld, sondern auch noch eine wertvolle goldene dennoch kaum 200 beschäftigt sein, und auch diese nur zum größten schließlich des Palmsonntags weder öffentliche noch private TanzTeil mit sehr großen Beschränkungen. In einer Branchenversamm- luftbarkeiten veranstaltet werden dürfen. Im Tiergarten erschossen hat sich Mittwochabend ein noch un- lung wurde vor allem ganz energisch die Bekämpfung des Ueber- Das Kammergericht erklärte im Gegensatz zum Amtsgericht bekannter Mann von etwa 40 Jahren. In der Nähe des Gold- ſtundenunwesens verlangt. Es müsse ferner je de Vermittelung die Verfügung in vollem Umfange mit folgender Begründung für sischteichs wurde der Lebensmüde von einem Schuhmann mit einer von Arbeitskräften unter allen Umständen durch den Arbeits- gültig: Für die größeren firchlichen Feiertage, die eines besonSchußwunde in der rechten Schläfe aufgefunden und nach der nachweis des Deutschen Metallarbeiter- Verbandes bewirkt werden. Seren Schutzes bedürfen, fönnten auch private Tanzluftbarkeiten Charité gebracht, wo nur noch sein Tod festgestellt werden konnte. Die Leiche wurde nach dem Schauhause gebracht. Der unbekannte Tote ist 1,73 Meter groß, hat schwarzes, hochstehendes Kopfhaar, einen englisch gestuzten Schnurrbart, ein rundes, volles Gesicht und über dem rechten Auge eine 6 Zentimeter lange Narbe und trug einen schwarzen Gehrock, einen braunen Regenmantel, einen grauen, weichen Hut und schwarze Schnürstiefel. Seine Wäsche ist P. S., sein Trauring J. M. gezeichnet. Arbeiter- Samariter- Bund, Kolonne Köpenick. Anfang Oktober beginnt ein neuer Lehrkursus über„ Erste Hilfe bei Unglüdsfällen". Der Sursusbeitrag beträgt 2 M. Meldungen nimmt entgegen: Frau Hoffmann, Stopenid, Spreestr. 1. Alles Nähere wird den Kursusteilnehmern bekanntgegeben. Aus der Partei. Die Groß- Berliner Parteiorganisation im Heere. Achtung! Militärarbeiten! Bereinbarung über die Löhne mit den Arbeitgebern der Herrenmaßbranche. Landsturm- Uniformen sind folgende Preise von den Arbeitgebern zu Für die von der Militärverwaltung in Auftrag gegebenen zahlen: Litewka Mantel Hoſe • 6,45 M. 6,30 2,85 " " Die Nähzutaten werden von den Arbeitgebern unentgeltlich geliefert. Wir bitten unsere Mitglieder, sich nach diesen Breifen zu richten und in Fällen, wo ihnen diese Preise nicht gezahlt werden, Nachricht an uns gelangen zu lassen. Verband der Schneider und Schneiderinnen. Die Ortsverwaltung. Deutsches Reich. verboten werden. Aus dem vorbeugenden Charakter der Verordnung folge, daß sie Handlungen verbiete, die in der Regel die äußere Heilighaltung verletzten. Es komme deshalb nicht darauf an, ob im gegebenen Einzelfalle wirklich eine Störung eintrete. Der Angeklagte sei mit Recht verurteilt worden. Soziales. Ausgleichsquittung. nicht als gültig. Es handelt sich jedoch nicht um eine Befehrung zu unserer Auffassung, daß Schlußquittungen auf Grund des Lohnbeschlagnahmegesetzes überhaupt rechtsungültig sind, sondern es führte lediglich die tertliche Fassung Das Gewerbegericht erachtet eine Ausgleichsquittung des Verzichts zu dieſer Stellung des Gerichtserliche Ein Artistenpaar klagte gegen den Varietédirektor Ruflär auf bierzehntägige Gehaltsentschädigung. Die Kläger waren für den halben Monat August engagiert, wurden aber nur einen Tag be= schäftigt, weil das Varieté infolge des Kriegsausbruchs zunächſt geschlossen ward. Als die Aufführungen nach wenigen Tagen wieder begannen, sind die Kläger nicht wieder zugelassen worden. Der Ausbruch des Krieges hat, wie nicht anders möglich, Zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit im Holzgewerbe. auch die Reihen der Groß- Berliner Parteigenossen stark ge- Weitere gemeinschaftliche Arbeit zwischen Unternehmer- und lichtet. Biele Tausende mußten den Arbeitskittel mit der Arbeiterorganisation zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit hat der Der Beklagte legte eine Ausgleichsquittung vor, worin sie beschei Uniform vertauschen, ein nicht geringer Prozentsak der Ber- Holzarbeiterverband durch Verhandlungen mit dem Rheinischnigen, einen bestimmten Betrag... ohne irgendwelche Ansprüche liner Genossen steht in Ost und West in der Front. Nach einer Es tam dabei zu einem gleichen praktischen Resultat, wie vor län- Ansprüchen gesprochen wird, sah das Gericht in ihm keinen GeneralWestfälischen Innungsverband in die Wege geleitet. erhalten zu haben". Da in diesem Passus nicht von weiteren" Statistik der Wahlvereinsvorstände waren Mitte September gerer Zeit in Verhandlungen mit dem Arbeitgeberschusverband verzicht. Darauf erledigte sich der Streitfall durch Vergleich. 16,3 Proz. der politisch organisierten Arbeiter zum Heere ein- für das deutsche Holzgewerbe. berufen. In den einzelnen Kreisen Groß- Berlins- vom Am 24. September tagte in Essen eine Sigung von UnterBruchgeld. 3. Kreis liegen genaue Zahlen nicht vor ist der Prozentsaz nehmer- und Arbeitervertretern, die sich auf folgende Vereinbarun- 317,38 M. Bruchgeld wollte ein Oberkellner vom Excelsior- Hotel der Einberufenen sehr verschieden. Während der 1. und gen einigten: zurückerstattet haben. In diesem Hotel wurden, wie in vielen ande= 2. Wahlkreis je 12 Proz. Einberufene ermittelten, steigt der 1. Die geschäftsführenden Zentralvorstände des Rheinisch- ren, die Trinkgelder in einem Fonds aufgesammelt und nach verProzentsatz in Teltow- Beeskow auf 24. Der 4. Wahlkreis Westfälischen Tischler- Innungsverbandes und der Holzarbeiter einbarten Anteilen an die Kellner ausgezahlt. Diese Beträge stellen mußte 18 Proz., der 5. 15 Proz., der 6. 17 Proz. und Niederverbände beschließen, ungefäumt Maßnahmen zur Linderung die Entlohnung dieses Personals dar. Vor etwa Jahresfrist verder Arbeitslosigkeit im Tischlergewerbe einzuleiten. langte die Direktion, daß aus dem Fonds regelmäßig jeden Monat barnim 16 Proz. seiner Mitglieder an das Heer abgeben. 5 Proz. als Bruchgeld an sie abgeführt werde. Der Oberkellner Dementsprechend ist auch die Zahl der einberufenen Vorprotestierte gegen diesen Abzug, ließ aber seinen Einspruch zunächst standsmitglieder und sonstigen Funktionäre der Wahlkreisfallen, als er vor die Alternative gestellt wurde, seine Stellung organisationen eine recht erhebliche. Nicht weniger als 1043 eventi. aufzugeben. Inzwischen ist nun, auf seine Anteile beBarteifunktionäre mußten infolge des Krieges ihre ihnen rechnet, ein Betrag in der oben angeführten Höhe aufgelaufen. liebgewordene Parteitätigkeit zeitweilig unterbrechen. Diesen flagte er jetzt nach seinem Ausscheiden ein. Mit erfreulicher Präzision wurden die durch den Krieg in die Organisationen gerissenen Lücken ausgefüllt, andere Genossen traten an die Stelle derer, die bis dahin in mühevoller Kleinarbeit die politischen Interessen der Berliner Arbeiterschaft vertreten und gefördert hatten. Möge der Gedanke der Solidarität auch im weiteren Verlaufe des Krieges das leitende Motiv sein, damit die nach dem Friedensschluß in unsere Reihen zurückkehrenden Genossen erkennen, daß die von ihnen vor Ausbruch des Krieges geleistete Parteiarbeit nicht vernachlässigt oder erschlafft ist. Gewerkschaftliches. Arbeitslosenzählungen im August. 2. Sie richten an alle öffentlichen Behörden sowie an Pribate die dringliche Bitte, begonnene Bruten fortzuführen, beschlossene Neubauten zur Vergebung zu bringen und die hierfür nötigen Tischlerarbeiten und Wohnungseinrichtungen tunlichst sofort in Auftrag zu geben. 3. Den örtlichen Organisationen wird empfohlen, unter Berücksichtigung der schon eingeleiteten Schritte gemeinsam bei den in Frage kommenden Behörden und in der Oeffentlichkeit auf die Vergebung von Aufträgen hinzuwirken. Hierbei ist auf eine möglichst gleichmäßige Verteilung der Aufträge eventuell durch Vergebung an Arbeitsgemeinschaften des Tischlergewerbes zu achten. Im Intereffe der Unterbringung recht vieler Arbeitsloser ist eine möglichst einheitliche Einschränkung der Arbeitszeit in allen Betrieben vorzusehen. 4. Auf alle Fälle sollen die bestehenden Arbeitsverträge ihre volle Gültigkeit behalten und in jeder Beziehung eingehalten werden. 5. An Private wie an die Behörden wird die dringliche Bitte gerichtet, bei der Preisbemessung für erteilte Aufträge die gegen wärtige Notlage des Tischlergewerbes nicht auszunuzen, sondern durch Gewährung von Preisen, die die Selbstkosten decken, es in den Stand zu sehen, die in den Arbeitsverträgen gesicherten Löhne auch weiterhin zahlen zu können. Der Kläger wurde mit seinem Anspruch abgewiesen. Das Gericht sah die Vereinbarung als nicht gegen die guten Sitten verstoßend an, so daß sie rechtlich nicht angreifbar sei. Es sprach da gegen dem Kläger weitere geforderte 60 M. zu. Bei diesen handelte es sich um die Kosten eines NachmittagsZees, den eine Mistreß Brown gegeben, aber zu bezahlen vergessen hatte und für welchen Betrag der Oberkellner nach Meinung der Direktion haftbar sei. Hierin folgte ihr das Gericht jedoch nicht. Parteiveranstaltungen. tober, findet eine Bartie nach Tegel- Hohenschöpping- hoben. Jugendfektion des 1. und 5. Kreises. Am Sonntag, den 4. DINeuendorf statt. Fahrgeld 40 Pf. Treffpuntt 7, Uhr Alexanderplatz. Veranstaltungen. Vortrag findet am Montag, den 5. Dftober, 8%, Ubr, in der„ Neuen PhilVerein für Frauen und Mädchen der Arbeiterklasse. Der erste barmonie", Köpenider Str. 96/97, statt. Thema:„ Kultur und Nationen". Referent:' Rechtsanwalt Wolfgang Heine. Gäste, Männer und Frauen Jugendveranstaltungen. Brit- Buckow. Sonntag, den 4. Dktober: Spielpartie. Treffpunkt sie bereits in vielen Orten mit den Mitgliedern des Arbeitgeber- 2 Uhr vor den Idealbauten. Die Bibliothekausgabe findet fortan alle schutzverbandes vereinbart ist. Im übrigen spricht aus dem vor 14 Tage und zwar Sonnabend von 8-10 Uhr statt.( Nächste Ausgabe stehenden Wortlaut der Vereinbarungen das Bestreben heraus, in 3. Oktober.) Sonntag, den 11. Oftober: Ausflug nach Lantwik.( Besuch gemeinsamer Arbeit allen Teilen des Gewerbes zu nüßen. Soffen der Arbeiterjugend.) Um festzustellen, wieviel sich an diesem Ausflug be wir, daß die Bemühungen der Zentralvorstände bei den örtlichen teiligen, werden Fragebog en herumgehen. Instanzen richtig gewürdigt und befolgt werden. Gerichtszeitung. Schieber. Briefkasten der Redaktion. Sch. 7. Ein solcher Antrag fann beim Bezirksvorsteher eingebracht Es soll demnach von an allen Orten gemeinsam zu bildenden Ausschüssen oder auch von den VorWenn auch bei den gewerkschaftlichen Arbeitslosen- ständen der bestehenden beiderseitigen Organizählungen nur die Zahl der organisierten Arbeitslosen festationen zu der gegenwärtig im Solagewerbe Herrschenden Ar- willkommen. gestellt wird, so hat man doch wertvolle Anhaltspunkte, um beitslosigkeit Stellung genommen werden, um geeignete Maßdie Arbeitslage in den einzelnen Industrien und Gewerben nahmen zu deren Bekämpfung zu treffen. Dabei muß in erster während des Krieges zu beurteilen. An diesen Zählungen Linie an eine Einschränkung der Arbeitszeit gedacht werden, wie beteiligten sich im Monat August 1914 34 Organisationen, die zusammen 1501 920 Mitglieder umfassen, von denen jedoch nur 1269 373 bei den Erhebungen erfaßt worden sind. 18 Organisationen, darunter die Verbände der Holzarbeiter, Tapezierer, Buchdruckereihilfsarbeiter und Friseure, die sonst regelmäßig berichten, haben sich diesmal nicht daran beteiligt. In den berichtenden Organisationen waren am 29. August, dem Stichtage des Monats, 268059 Personen arbeitslos am Orte und 2254 auf der Reise, also insgesamt 270 313 Personen als arbeitslos gemeldet, das sind 21,3 Proz. der befragten Mitglieder. Die wirkliche Zahl der Arbeitslosen ist jedoch bedeutend höher, da speziell die fehlenden Organisationen durch den Krieg sehr in Mitleidenschaft gezogen worden sind. So hatte der Holzarbeiterverband allein bei einer am 19. September vorgenommene Zählung 39457 Arbeitslose gleich 24 Pro 3. der Mitglieder. Im Vergleich mit den Ergebnissen des Monats August 1913, wo 54 639 Arbeitslose ermittelt wurden, hat die Zahl der organisierten Arbeitslosen am Ort und auf der Reise um 215 674 oder 395 Proz. zugeDie Anflage führte eine ganze Musterkarte solcher Ehrennommen. Den Durchschnittssak( 21,3 Broz.) überschreiten männer dunkelster Herkunft auf, die bei solchen Schiebungen immer 14 Verbände. An erster Stelle stehen die Hutmacher; in dieser wieder ihre Hand im Spiele haben und zumeist schon schwer beOrganisation waren 6817 gleich 62,2 Proz., also beinahe straft sind. Der jezige Angeklagte hat sich früher sein Brot als zwei Drittel der noch vorhandenen Mitglieder arbeitslos. Arbeiter, dann als Ringkämpfer, später als Kellner verdient, bis Dann folgen der Reihe nach die Steindrucker und Litho- er plöblich ein großes kaufmännisches Genie in sich entdeckte. Da mietete er im Februar 1913 in der Rosenthaler Str. 4 eine leergraphen mit 54,8, die Porzellanarbeiter mit 54,0, die stehende Wohnung für 1000 M. und beglückte die Welt mit einem Glasarbeiter mit 49,7, die Buchdrucker mit 41,2, die Engrosgeschäft aller Branchen". Auf seinen Briefbogen und in Buchbinder mit 39,9, die Schuhmacher mit 35,7, ferner den von ihm veröffentlichten Annoncen firmierte er:„ Engros- nicht eintritt. die Sattler und Portefeuiller mit 34,6, die Tabakarbeiter Export, billigste Bezugsquelle für Warenhäuser". Sein Personal mit 32,5, die Textilarbeiter mit 28,2, die christlichen bestand aus einer Kontoristin und einer Aufwärterin. Als SpeBuchdrucker mit 28,0, die Hirsch- Dunckerschen Maschinen- zialabteilungen" bezeichnete er eine solche für Konfektion und für bauer mit 26, 1, die Lederarbeiter mit 22,8 und die Metall- Lebensmittel, auch prangte der Name einer hiesigen Bank auf den arbeiter mit 21,5 Proz. Arbeitslosen. Unter dem Durch auf Geschäftsreisen durch Rußland, Dänemark und Ungarn geBriefbogen als„ Bankkonto"-Stelle. Er behauptete, Geldersparnisse Amtlicher Marktbericht der städtischen Marktballen- Direktion über schnitt blieben 20 Verbände, von denen nur 6 Verbände unter macht zu haben. In Wahrheit hat er aber wohl nur Reisen durch 10 Proz. der Mitglieder an Arbeitslosen zählten. Es sind dies die Nachtlokale der Halbwelt gemacht, mit der er in engem VerFleisch: Rindfleisch per 50 kg, Dchfen do. IIa 68-72, do. IIIa 56-66; Bullenfleisch die Organisationen der Gärtner, Textilarbeiter( Hirsch- tehr stand. Ia 70-73, do. IIa 60-66; Stübe, fett 50-60, do. mager 45-50, Dunder), Bäcker, Kupferschmiede, Gemeindearbeiter und Bahllose Lieferanten find mit ihm in Verbindung getreten, Freffer 60-68, do. holl. 50-58, Bullen, dän. 55-65. Kalbfleisch: Brauereiarbeiter. Aeußerst ungünstig liegen auch die Dinge denen er durch falsche Auskünfte über seine Berſon Vertrauen in Doppellender 110-120; Matfälber la 75-85, bo. IIa 60-74; Stälber ger. gen. 50-59. Hammelfleisch: Maftlämmer 83-86; für die weiblichen Mitglieder. Von diesen waren nicht weniger seine Solidität einzuflößen verstand. Auch für solche Auskünfte la 77-82, bo. IIa 73-76; Schafe 70-81. Schweinefleisch 60-70. als 48 278 gleich 31,9 Proz. arbeitslos. Diese größere Ar. besteht ein ganzer Ning, deffen Mitglieder die Anflage namentlich Gemüse, inländisches: Kartoffeln, Dabersche 50 kg 3,00-3,50; meike beitslosigkeit bei den weiblichen Mitgliedern wurde von faft aufführen konnte. Als Referenzen für den Angeklagten figurierten Raiserfronen 3,00-3,50; Magnum bonum 3,00-3,50; Borree, Schod Spinat 50 kg 8,00-10,00; allen berichtenden Verbänden, mit Ausnahme der Verbände der nach vielfachen Wandlungen ere, beren jebiger Chemann, 0.60-0,90; Sellerie, od 750; ein„ Goldwarengeschäft en gros" Mohrrüben 2,25-2,50; betreibt, ferner ein mehrfach vorbestrafter Kreditschwindler, ein 50 kg 15,00-20,00; Kohlrabi Schod 0,70-1,00; Birsingkohl Schod Bohnen 50 kg 15,00-20,00; Wachsbohnen 4,00 8,00; Beigfobi Schod 3,00-7,00, Rotfohl, Schod 4,00-8; Stohlrüben Die juristische Sprechstunde findet Lindenstraße 3, dritter Hof, vier Treppen Fahrstuhl am Montag bis Freitag von 3 bis 6 Uhr, am Sonnabend von 5 bis 6 Uhr statt. Jeder für den Briefkasten bestimmten Anfrage ist ein Buchstabe und eine Zahl als Merkzeichen beizufügen. Briefliche Antwort wird nicht erteilt. Anfragen, denen feine Lehrreiche Einblicke in das Treiben der Berliner Kre- Abonnementsquittung beigefügt ist, werden nicht beantwortet. Gilige ditch windler gewährte eine gestern vor einer hiesigen Fragen trage man in der Sprechstunde vor. Strafkammer verhandelte Anklage gegen den Kaufmann werden. Indessen ist, wie Sie aus dem„ Borwärts" vom 1. Oftober Georg Trung. Aus der Verhandlung ergab sich, daß eine ersehen haben werden, eine Mietsunterſtügung, und auch nur in ſehr beganze Gesellschaft von geschäftlichen Schiebern" besteht, die scheidenem Maße, nur für Frauen von Striegsteilnehmern zurzeit ein sich gegenseitig in die Hände arbeiten und zahllose Lieferanten gerichtet. w. 73. Die Amnestie für Zivilpersonen bezieht sich auf be in der Provinz und auch in Berlin um große Beträge zu schästimmte Delifte. Der Wortlaut der Amnestie ist im„ Vorwärts" vom digen verstehen. 6. August wiedergegeben. 3. 16. Eine in Berlin geschlossene Ehe zieht nicht Gütergemeinschaft nach sich. Ihre Frau haftet nicht für Ihre Schulden. R. R. 7. 1., 2. und 4. Ja. 8. Sie tonnen auf Herausgabe event. auf Schadenersak flagen. M. W. 9. Ja. E. J. 1. Es genügt, wenn Sie alle zwei Jahre mindestens zwanzig Vorteilhafter ist, mehr zu leben. Marken fleben. 2. Es genügt die Vorteilhafter ist auch hier wegen der Höhe der Altersniedrigere Marke. tente die höhere Marke. 3. Nein. 4. Sie laffen sich eine neue Karte geben. nicht entschieden; der Einwand iit jedenfalls zu erheben. 5. Die Polizei hat damit nichts zu tun. Ks. 5. Die Frage ist noch sonst nur der Antrag stellen, das Gericht möge eine Stundungsfrist ge Leider läßt sich währen und anordnen, daß die Räumung wegen Nichtzahlung der Miete F. H. K. Die Witwe fann bis spätestens am 3. Dttober zum 1. Januar 1915 den länger dauernden Bertrag fündigen. Mariendorf 30. Der Wirt könnte klagen. Wird nachgewiesen, daß er die von hnen mitgeteilte Redewendung gebraucht hat, so würde seine Klage ab" zuweisen sein. den Großhandel in den Sentral- Martthallen.( Ohne Berbindlichkeit.) Donnerstag, den 1. Oftober. fleisch la 74-83, Hammel Ungeheure Summen müssen unsere deutschen Gewerk- früherer Buchdrucker, der jezt glücklicher Besizer eines Import Schod 8-5,00; Teltower Rüben 8-15; Blumentobl, Erfurter, 100 St. Ichaften best für ihre Arbeitslosen ausgeben; allein die weten zieligaft auf Gegenſeitigkeit" bilbeten. In ganz Deutſch- 6.00-15.00, Rojenfobi 50 kg 22-25, Meerrettich Schod 7,00-12.00, Weſterfilien Deilich Mart. Was für und lindert. Man soll und darf das aber auch nicht ganz den Kaufleute und Fabrikanten ins Garn gegangen und um erhebliche bis 11,00; Gurten, Schod 1,25 2,50; Senfgurten, Schod 7,00-10,00; Regierungen und Gemeinden sollte es sein, schieber, von denen der Angeflagte einen festen Kundenstamm be- Zonna be nomittag: Biemlich fühl, im Stüftengebiete und im öftlichen Gewerkschaften überlassen. Die höchste Pflicht der Summen geschädigt worden. Die billigste Einkaufsquelle für Einlegegurfen, Schod 0,60-1,50. Sturbis 50 kg 1,50-3,00. mehr als dies bis ickt geschehen, einzugreifaß. An sie wurde die ergaunerte Ware schleunigst verrascht, sie Binnenlande vorherrschend trübe mit öfter wiederholten stellenwetie er fen, damit auch alle Arbeitslosen einen 3u begaunerten aber ihn dann wieder und sind ihm im ganzen 15 700 giebigen Regenfällen; in den übrigen Gegenden veränderliche Bewölkung fchuß aus öffentlichen Mitteln erhalten. Warenhäuser" war lediglich eine Einkaufsquelle für WarenMark schuldig geblieben. Wetteraussichten für das mittlere Norddeutschland bis