M. 271.-31. Jahrg. flfionnemeRtS'Bcdingungcn: HSonnomcniä• Vrois pränumerando! Wierieljäbrl. äßO TO., monatl. 1,10 MI, wöchentlich 25 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer ö Pfg. Sonntags- nunlnier mil illustrierter Sonntags- Beilage»Die Neue Wein 10 P°q, Post- Zlbonnement: 1,10 Mark pro Monat. Einsctragen in die Post- Zeiwngs- Breisliste. Unter Kreuzband sür Teutschland und Oesterreich- Ungarn 2.50 Mar!, sür das übrige Ausland 4 Marl pro Monat. Postabonnemcnts nehmen an: Belgien, Dänemark, Holland. Italien, Luxemburg. Portugal, Rumänien. Schweden und die Schweiz. Critftcin! Izglich. Verlinev Volksblcltt. die snsettionz-Ledllhr betrügt für die sechsgespaltene Kolonel- zeile oder deren Raum 00 Pfg., sür politische und gewerkschastliche Vereins- und Persaminlungs-Anzeigen 30 Psg. „Kleine Anreizen", das fettgedruckte Wort 20 Psg.(zulässig 2 fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 10 Pfg. Stellengesuche und Cchlafstellcuan- zeigen das erste Wort 10 Pfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über löBuch- staben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nununcr inüssen bis k» Uhr nachmittags i» der Expedistan abgegeben werden. Tie Expeditton ist bis 7 Uhr abends geöffnet, Telegramm- Adresse: „SdzialitcinoKrat Bsrlia". Zentralorgan der Ibzialdem okr ati fchen Parte» Deutfcblands. Neüaktion: EW. öS, Lwüenstraße Z. Fernsprecher: Amt Moristplap, Nr. 13» Sv— 1,?» 97. Expedition: EW. HS, Einüenstraße Z. Fernsprecher: Amt Moritzplatz, Nr.»3» 99—13» 97. Line neue Lücke im sortgllrtel jinwerpens. Amtlich. Großes Hauptquartier, 3. Oktober, abends.(W. T. B.) Auf dem französischen Kriegsschauplatz sind heute keine wesentlichen Aenderungen eingetreten. Zm Angriff auf Antwerpen fielen auch die Forts: Lierre, Waelhem, Koenigshookl und die dazwischenliegenden Äedouten. In den Zwischen- stellungen wurden 30 Geschütze erobert. Die in den äußern Fortsgürtel gebrochene Lücke gestattet, den Angriff gegen die innere Forlslinie und die Stadt vorzutragen. Im Osten sind das 3. sibirische und Teile des 22. Armeekorps, welche sich auf dem linken Flügel der über den Njemen vordringenden russischen Armeen befanden, nach zweitägigem Kampf bei Augustow geschlagen worden. Aeber 2000 unverwundete Gefangene, eine Anzahl Geschütze und Maschinengewehre wurden erbeutet. Westlicher Kriegssthaupiatz. Erfolge in Selgien unö Frankreich. Großes Hauptquartier, 2. Oktober, abends.(W. T. B.) Sor dem westliche» Armeeflügel wurden erneute Um- fassungsversuchc der Franzosen abgewiesen. Süd- lich Rotze sind die Franzosen aus ihren Stellungen gc- w o r f e n. In der Mitte der Schlachtfront blieb die Lage unverändert. Tie in den Argonnen vordringenden Truppen erkämpften im Borschreiten nach Süden wesentliche Borteile. Oestlich der Maas unternahmen die Franzose» aus Toul energische nächtliche B o r st ö st e, die unter schweren Ber- lüften für sie zurückgeworfen wurden. Bor Antwerpen sind das Fort Wavre-St. Catherine und die Rcdoutc Dorpweldt mit Zwischenwerkcn gestern nach- mittag S Uhr e r st ü r m t, das Fort Waelhem ist eingeschlossen, der westlich herausgeschobene wichtige Schultrrpunkt Termonde be- findet sich in u n s e r e m B e s i tz. Aus dem östlichen Kriegsschauplatz scheint der Bormarsch rufst- scher Kräfte über den Njemen gegen das Gouvernement Suwalki bevorzustehen. (Wiederholt, weil nur in einem Teil der Auflage enthalten.) Eine französische und belgische Lesart. Amsterdam, 2. Oktober.(Privat-Telegramm des „Vorwärts Ein sranzösiches Communiqus meldet heftiges günstiges Gefecht bei Roye, einige Fortschritte in den Argonncn, sonst nichts Besonderes. Der allgemeine Zustand sei befriedigend. Die belgische Gesandtschaft meldet, daß die Antwerpener Forts im Süden nnd Südosten seit dem 27. September mit schwerem Geschütz bombardiert würden. Sie leisteten kräftigen Widerstand. Die deutschen Aussichten. Kristiania, 2. Oktober.(W. T. B.) Ter Militärmitarbciier der„A f t e n p o st e n" schreibt heute, Deutschland besäße gc- waltige Hilfsquellen, um die Belagerung von Antwerpen und an- deren großen Festungen durchführen zu können. Wenn erst einmal der äußere Fortgürtel im Besitz der Deutschen sei, so sei es un- wahrscheinlich, daß die innere Fortkette widerstehe. Die deutschen könnten dann über die innere Fortkette hinweg die -.H dt bombardieren, so daß eS kaum wahrscheinlich sei, daß die Äi.egier die Verteidigung dann fortsetzen würden. Es sei zu er- Ovarien, daß die Feindseligkeiten überhaupt zwischen Belgien und Deutschland eingestellt werden, sobald die äußeren Forts genommen seien, da alsdann keine Aussicht mehr sei, das Schrcckbild der Ver- bünd'eten auszuführen, englische Territorialsoldaten in Antwerpen zu landen, ganz davon abgesehen, daß diese erst nach Monaten Kriegswert erlangten. Mit der Einnahme von Antwerpen würde die Lage der Deutschen noch ganz bedeutend gebessert. iT Reliefkarte von Antwerpen. Gestlicher Kriegsschauplatz. Das Sombaröement von Reims. «ondon, 2. Oktober. lW. T. B.)„Dailh Telegraph" meldet aus Paris: Das Bombardement von Reims dauert nun schon neun Tage an. Fast alle Einwohner der- ließen die Stadt. Tie letzten Tage mußten sie»n den Kellern *ubmg?«. Die russische Heeressiärke. Das..Militärwochenblatt" weiß über Stärke und Gliederung des russischen Heeres noch folgende ergänzende Mitteilungen zu machen: „Die russische Kricgsgliederung klärt sich immer mehr. Die Anfang September geschlagene N a r e w» A r m e e soll aus den Armeekorps I, VI, VIII, XVI und XXIIl bestanden haben, wäh- rend die kurz darauf südwestlich Jnsterburg geschlagene Njemen- Armee nach den neuesten Nachrichten des Generals v. Hinden- bürg aus dem II., III., IV., XX., XXIL, dem 3. sibirischen Armeekorps, der 1. und 5. Schützen-Brigade, der 53., 54., 56., 57., 72., 76. Reserve-Division und der 1. und 2. Garde-Kavallerie-Divi- sion bestanden hat. Diese Armeen waren also erheblich stärker als man anfänglich angenommen hat.... Außer dieser Njemen-Armce wurde auch noch die Gr o d- nower Reservearmee, bestehend aus Teilen des 6. und 3. sibirischen Armeekorps bei L y ck geschlagen. Im Gouvernement Suwalki erlitt außerdem am 7. und 9. September das 12. russische Armeekorps eine Niederlage. Unter Zugrundelegung der vorstehen- den zuverlässigen Angaben kann man somit feststellen, daß gegen Ostpreußen eingesetzt waren: a) beim Narew-Heer 5 Armeekorps, und die schon in einem früheren Aufsatz erwähnte 3. Gardedivision, b) beim Niemen-Heer ü'A Armeekorps, 6 Reservcdivisionen. Rußland hat voraussichtlich gegen die deutsch-österreichischen Grenzen im ganzen eingesetzt: 32 aktive Korps und 32 Reserve- divisionen. Durch die hohen Nummern der Reservcdivisionen, deren letzte wahrscheinlich die 84. Reservedivision ist, darf man sich nicht täuschen lassen. Es scheint, als wenn die Nummerbczeichnung der Reservedivision sich an die höchste Divisionsnummcr der aktiven Armee(Jnf.-Tiv. Nr. 52 beim 3. Kaukasischen Armeekorps) an- schließt, so daß die Reserve-Divisioncn die Nummern 53 bis 84 führen. Rechnet man von diesen die obenerwähnten gegen Ostpreußen eingesetzten Streitkräfte ab, so befinden sich in G a l i z i e n den Oesterreichern gegenüber 20 aktive Armeekorps und eine große Zahl von Reservedivisionen. Di« Zahl der letzteren läßt sich nicht einmal schätzungsweise angeben, da nicht zu übersehen ist, wieviele dieser Divisionen sich noch in Polen oder im Innern des Reiches zur Niederhaltung innerer Unruhen be- finden oder mit der Narew-Armee geschlagen wurden. Zur Kriegslage selbst sei bemerkt: Am 17. September wurde die finnländische Schützenbrigade bei Augustow geschlagen, beim Vorgehen gegen Ossowiecz wurden Grajewo und Szczuczhn nach kurzem Kampf genommen. Nach russischen Nachrichten soll der Angriff auf die Festung Ossowiecz am 28. September begonnen haben. Das kürzlich irgend- wo geäußerte Urteil, daß Ossowiecz eine minderwertige Festung sei, ist insofern nicht zutreffend, als die Verteidigung dieses Platzes durch ausgedehntes, nordwestlich vorgelagertes Sumpfgebiet sehr de- günstigt wird. Die Wiener„Rundschcku" Nr. 123 schreibt:„Tie Festung Ossowiecz am Bober bildet einen permanenten doppelten Brückenkopf, der ursprünglich aus zwei Forts mit Doppelwall, zwei Forts mit einfachem Wall, drei Batterien und Anschlußlinien be- stand. In den letzten Jahren wurden diese Werke modernisiert und verstärkt, namentlich die Artilleriestellungen in die Intervalle verlegt und bombensichere Unterkünfte geschaffen. Die Armierung und Besatzung des Platzes dürfte etwa 399 Geschütze und 19 999 Mann betragen." Die Festung Ossowiecz liegt an der Bahn Lyck-Bialosto? und sperrt diese. Mit dem Falle von Ossowiecz würde die Besetzung der an der großen Strecke Wilna-Warschau belegenen Station Bialostok diese wichtige Bahn in unsere Hand geben und damit der Verkehr mit Warschau auch an dieser Stelle unterbunden werden. vom österreichisch-rusilschen Kriegsschauplatz. Der Vormarsch üer Kriegsberichterstatter. Wien, 3. Oktober.(W. T. B.) Aus dein Kriegspresscquarticr wird amtlich gemeldet: Das K r i e g s p r e s s e q u a r t i e r hat in mehreren Gruppen den Vormarsch angetreten um Zeuge der Vorgänge in der F r o n t zu sein. Die Russen aus Ungarn zurückgetrieben. So tapferen Widerstand in Kiautschou unsere Landtruppen und Marinemannschaften auch leisten werden, so zweifellos ist Wien, 2. Oktober.( W. T. B.) Die Neue Freie es, daß sie der ungeheuren Uebermacht der Gegner zu Land und Presse" meldet aus Budapest: Der Adjutant des Rom- zur See schließlich doch erliegen müssen. Der Fall von Kiautschou mandierenden Generals der gegen die in Uszok eingefallenen fann deshalb nur eine Frage der Zeit fein. Sein Zeitpunkt Russen entsandten Truppen teilte einem Zeitungsberichterstatter hängt einzig von den Anstrengungen der Gegner ab. mit, daß die Russen über Uszok hinaus zurück- Von irgendwelchem Einfluß auf den Gang der Kriegsgetrieben worden seien. Der Kampf wurde gestern beendet. ereignisse ist die ostasiatische Episode ebensowenig wie der koloDie Russen dürften anderthalb Brigaden stark gewesen sein. niale Kleinkrieg in unseren übrigen Kolonien. Sie verfügten über 16 Geschüße. Die Verluste der Russen sind sehr schwer. Budapest, 2. Oktober.( W. T. B.) Das Ungarische Korrespondenz- Bureau meldet aus Nyiregy Haza: Nach einer vom Obergespan des Komitats Maramaros eingegangenen Meldung haben unsere Truppen in der Gegend von Oeförmezö in siegreicher Schlacht die in Maramaros eingebrochenen Russen geschlagen. Der Feind zog sich in Unordnung nach der Grenze zurück. In Deförmezö und seiner Umgebung herrscht Ordnung, und der Verkehr ist wiederhergestellt. Unsere in der Umgebung von Körösmezö versammelten Truppen haben gleichfalls den Kampf mit den Ruffen aufgenommen, deren Verjagung binnen furzem erfolgen wird. Oesterreich verwahrt sich gegen DumDum- Anschuldigungen. Vom österreichisch- serbischen Kriegsschauplatz. Für die Hinterbliebenen der Gefallenen. für die Hinterbliebenen der im Kriege Ge Berlin, 3. Dttober.( B. T. B.) Der Nationalstiftung fallenen sind durch die Sammlungen der deutschen Reichspost bis jetzt über 1 Million Mart überwiesen worden. Weitere Spenden find bringend erforderlich. Es werden auch gute Staatspapiere und Obligationen entgegengenommen. Die Geschäftsräume der Nationalstiftung befinden sich Berlin NW 40, Alsenstr. 11. Kaninchenfelle für unsere Krieger. Unruhen in Indien. Die Kaiserin regte beim Empfang des Vorstandes des Kriegsausschusses für warme Unterkleidung an, möglichst viel ErsatzMassenerhebung in Neu- Serbien? stoffe für Wolle zu benußen. Der Kriegsausschuß hat daraufhin beschlossen, für die Herstellung von Leibbinden KaninchenKonstantinopel, 2. Oktober.( W. T. B.), Der Osmanische felle zu verwenden. Um möglichst bald und recht viel derartige 21 hod veröffentlicht Mitteilungen eines in Dedeagatsch einge- Leibbinden, die von den Sachverständigen als äußerst zweckmäßig troffenen muselmanischen Notabeln, nach denen die Muselmanen anerkannt wurden, den Truppen zugehen lassen zu können, ist in Dichakowa, Jpek, Prizrend, Uestüb und Katschanik die Waffen bereits eine große Anzahl von Kaninchenfellen als Liebesgaben von gegen die Serben erhoben und drei Divisionen gebildet den Züchtern gespendet worden und weitere Spenden werden drinhätten. Die Serben hatten den etwa 90 000 Mann starken Alba- gend erbeten. Sofern die Liebesgaben nicht ausreichen, sollen nesen drei Bataillone entgegengesandt; dieſe feien von den Alba- Kaninchenfelle roh oder gegerbt auch angekauft werden. nejen umzingelt und zwei Bataillone aufgerieben worden. Ein Die Felle sind an die Sammelstelle Berlin, DirdjenAlbancjenführer sei mit 20 000 Mann gegen Uestüb gezogen und straße, Stadtbahnbogen 103, einzuliefern. Anfragen und Behabe die Stadt zur Uebergabe aufgefordert. Die Albanesen in nachrichtigung über die Absendung der Felle, sowie Angebote von Monastir hätten sich eng mit den Bulgaren von Monoftir und verkäuflichen Fellen sind an die Zentral- Melde- und Auskun Rezna, die von dem Bandenchef Petkow geführt würden, verbündet. stelle des Roten Kreuzes, Berlin, Reichstag, zu richten. Die bulgarischen Banden hätten den Belgischta- Baß besetzt, um Wien, 2. Oktober.( W. T. B.) Die österreichische Re- den Durchmarsch der Epiroten nach Mazedonien zu verhindern. gierung hat, wie die Politische Korrespondenz erfährt, den Re- Gelegentlich einer serbenfeindlichen Versammlung in Monastir sei gierungen der neutralen Staaten eine Verbalnote folgenden es zu einem Zusammenstoß gekommen, bei welchem 12 serbische Inhalts zukommen lassen: Das Preßbureau in Nisch hat eine Mit- Gendarmen getötet worden seien. teilung verbreiten lassen, daß den Berichten aller serbischen Kom Es bleibt abzuwarten, ob diese türkischen Pressemeldungen mandanten zufolge das österreichische Heer auf allen Fronten Er- zuverlässiger sind, als die Nachrichten über revolutionäre Erplosibkugeln verwende. Die ersten zehn Salven der Ma- hebungen in Odessa und im Kaukasus, die sich inzwischen als schinengewehre erfolgten immer mit Explosivfugeln, und alle öfter- Märchen herausgestellt haben. reichisch- ungarischen Soldaten hätten in ihrer Munition 20 Proz. Explosivpatronen. Die österreichisch- ungarischen Kommandanten hätten die strengsten Befehle erteilt, um zu verhüten, daß diese Munition in serbische Hände falle. Desgleichen sei von diesen Kommandanten streng angeordnet worden, bei den österreichischungarischen Verwundeten und Toten nach Explosivkugeln, die fie bei sich haben könnten, zu suchen. Die österreichisch- ungarische Redie durchaus verleumderische Beschuldigungen sind, mit Entrüstung zurück und erhebt den kategorischsten Protest gegen dieses Vorgehen Serbiens, das auf eine Täuschung der öffentlichen Meinung abzielt. Der Krieg Kriegsbekanntmachungen. Die Beförderung von Privatpaketen. und die Kolonien. Beimat fein unangemessener Gebrauch von the gemacht, so soll das Die Kämpfe um Kiautschou. Nach einer Uebersicht, die über die Kämpfe um Riautschou, zum Teil nach englischen Meldungen, gegeben wird, verliefen die bisherigen Angriffe der Gegner in folgender Weise: ,, Vereinigte japanische und englische Streit träfte gelangten Sonntag, den 27. September, nach unbedentenden Scharmügeln mit vorgeschobenen deutschen Streitkräften bis an den Litsunfluß. Hier wurde ihr rechter Flügel vom Innern der Bucht aus durch drei deutsche Schiffe beschossen, bis japanische Flieger eingriffen. Die Flieger wurden dabei beschädigt. Der Gesamtverlust des Gegners betrug 150 Tote. Die deutschen Berlufte sind un Während der Kämpfe hat ein deutsches Kanonenboot die deutschen Landtruppen in vorzüglicher Weise unterftübt. Das Kanonenboot wurde von der japanischen Flotte angegriffen, scheint aber unbeschädigt ge blieben zu sein. bekannt. Am 28, September, während Tsingtau zu Lande ganz ab= geschlossen wurde, beschoffen die Japaner mit einer Linienschiffsdivision awei beutiche Küsten batterien, die kräftig antworteten. Das Ergebnis ist unbekannt. Am folgenden Tage begann die Heeresmacht der Berbündeten einen Angriff auf die vorgeschobenen deutschen Stellungen, vier englische Meilen vor der deutschen Hauptverteidigungslinie. Bon deutscher Seite wurde unter Einsatz aller Kräfte geantwortet." Ein französisches Kriegstagebuch Gin in einem Feldlagarett tätiger Stabsarzt hat der„ National zeitung" das nachstehende Tagebuch eines eingelieferten französischen Korporals, der im Zivilleben Schullehrer ist, zur Verfügung gestellt: Kriegstagebuch. 31. Juli. Abfahrt in Joinville. 20 Uhr 11 abends Empfang am Gare de l'Est. Teilweise Mobilisation. Von Chalon s. Marne ab Reservisten. Bahnhofseindrücke: in Toul: Durcheinander; in Ranch: Lebhaftes Treiben; in Epinal: Tränen. 2. Auguft. 5 Uhr. Allgemeine Mobilisation. Hoffnung und Niedergeschlagenheit. 2. Auguft. Abfahrt nach Robache. Biwak. Gegen Mitternacht Alarm.( Falscher Alarm, Abfahrt zum Quartier.) 3. August. Plünderung eines Magazins von(? nicht lesbar) gewöhnliche Abscheulichkeit.( Provision.) Schlachtenlärm. Man teilt uns mit, daß die Deutschen zurüdgeworfen sind. Zurüd nach Robache. Die Laufgräben ausgehoben. 7. Auguft. Nichts. Kalte Nacht unter einer Scheune. Alpbrücken. Wecken; um 2% Uhr werden die Laufgräben besetzt. Neue höhere Laufgräben. Lärm von außen. Ein belgischer Sieg in Belgien( 8000 Tote). Am Abend neue Lagerung. 10. August. Am: Morgen: Ruhe. Um 11 Uhr Alarm. Die Ulanen gehen vor in der Richtung von Col de?( nicht lesbar). Wir kommen in der Straße an. Man wartet nach einem schweren Marsch unter brennender Sonne. Wir halten im Wald von Beulah über der Petite Foffe. Abmarsch in einen Wald zur Rechten. 4 Uhr, 5 Uhr, 6 Uhr. Bombardement von?( nicht lesbar). Die Kugeln zischen über unsern Köpfen. 13. August. Wecken um 3 Uhr. Das Bataillon muß nochmals in 1. Linic des Vormarsches sein. Die Sektion ist zur Bahnhofswache abfommandiert. Ueberwachung des Bahnhofsvorstandes. Die deutschen Grenzpfähle werden berbrannt. Die telegraphischen und telephonischen Apparate werden zerstört im Bahnhof und in der Post. Tote Pferde. Um 3 Uhr Kanonenlärm. Eine Refognofzierung wird ausgesandt. Die Familie des Bahnhofsvorstehers. Sechs Kinder. Sein Bureau wird zerstört. Was dieselben leiden müssen. Armselige Situation. Abscheulichkeiten des Krieges. Der Mensch wird Opfer seiner Gelüfte. 15. Auguft. Wir stehen um 5 Uhr auf. Um 6 Uhr treffen wir mit dem Bataillon zusammen. Man teilt uns mit, daß die London, 3. Oktober. Das Reutersche Bureau meldet aus Kalkutta vom 2. Oktober: Heute fand ein zusammenstoß zwischen sindus und der bewaffneten Macht statt. Die Hindus, die nach Britisch- Kolumbien auswandern wollten, aber in Kanada nicht zugelassen worden waren, waren zurückgekehrt und sollten sich nach Bai- Bai bei Kalkutta begeben. Die Auswanderer glaubten infolge eines Mißverständnisses, daß sie nicht direkt in die Heimat befördert werden sollten und weigerten sich, in Bandschab den bereitstehenden Zug zu besteigen. Sie beschlossen, zu Fuß nach Kalkutta zu ziehen, worauf Polizei und Truppen sterium hat beim Generalquartiermeister die versuchsweise schoffen mit Revolvern und töteten und verwundeten Amtlich. Berlin, 3. Oktober.( W. T. B.) Das Kriegsmini- ausgesandt wurden, um dies zu verhindern. Die Auswanderer bon Privatpaketen mit Aus- mehrere Polizisten. Bei dem Kampfe wurden 16 Ausrüstungs- und Bekleidungsstüden im Gewichte bis zu wanderer getötet und die übrigen gefangen genommen. 5 Kilogramm erwirkt. Zunächst ist für die Auflieferung solcher Batete die Zeit vom 19. bis 25. Oktober in Aussicht genommen. eKeine Neutralitätsverlegung währt sich diese Einrichtung, und wird von den Angehörigen in der Skandinaviens. Verfahren von Zeit zu Zeit wiederholt werden. Die zwischen dem Stockholm, 3. Oktober.( W. T. B.) Die britische Kriegsministerium und dem Reichspostamt getroffenen Vereinbarungen über den Versand dieser Palete werden demnächst bekannt Gesandtschaft teilt mit, sie sei ermächtigt zu erklären, gegeben werden. Es wird darauf hingewiesen, daß ich were daß das in den skandinavischen Ländern verbreitete Gerücht, Erfaßtruppenteilen zu übersenden sind, welche deren Weiterleitung Dänemart oder Norwegen zu errichten, vollständig un Batete nach wie vor gemäß§ 23 der Feldpost- Dienstordnung den Großbritannien beabsichtige eine Flottenbasis in veranlassen. Auf richtige Adressierung aller Postsendungen wird begründet sei. Sie müsse entschieden in Abrede stellen, erneut hingewiesen. Bei Prüfung der Beschwerden über nichtangekommene daß Großbritannien irgend eine derartige Absicht gegenüber Briefe usw. ist festgestellt worden, daß in zahllosen Fällen irgend einem der drei skandinavischen Länder habe. die Angaben auf den Adressen unrichtig waren. Es muß einDie rumänischen Sozialisten gegen leuchten, daß ein Brief mit Adresse: An den Reservisten X. des nicht ankommen kann, da das Reserveregiment zu einer Reserve6. Reserve- Infanterie- Regiments Nr. 7, 9. Division, 5. Armeekorps, division und diese zu einem Reserveforps gehört. Andererseits fann aus der Eigenschaft des Adressaten als Reservist nicht ohne hat einen Aufruf beröffentlicht, in dem es heißt: Die rumänische sozialistische Parteileitung weiteres als selbstverständlich angenommen werden, daß er nun zu einem Reserveregiment einer Referbedivision gehört. Denn auch Wir sind verpflichtet, die Aufmerksamkeit auf die Gefahr in den Reihen der aktiven Truppenteile stehen viele Reservisten. zu lenken, welche für unser Land in der russischen PropaDa die Kavalleriedivisionen in der Heeresgliederung ihre 3uge ganda liegt, die seit einiger Zeit gemacht wird. bei den Adressen an Angehörige der Kavalleriedivisionen die An hörigkeit zu größeren Truppenverbänden vielfach wechseln, genügt Sogenannte unabhängige Organe, an deren Spiße Adeverul, gabe: rtes Kavallerieregiment, 3. Estabron, 3- te Kavalleriedivision. Dimineata, Facla, treiben eine schamlose Propaganda, um neben Einige Pakete sind an das Kriegsministerium mit der Bitte um den Spionen des Zarismus russophile Stimmung zu er Weitersendung an die Erfaßtruppenteile adressiert worden. Zur zeugen, unter dem Vorwand, daß sie für Frankreich, für die franzöErfüllung dieser Aufgabe fehlt dem Kriegsministerium das Personal. Beugen, unter dem Vorwand, daß sie für Frankreich, für die franzöWenn im Felde stehende Heeresangehörige trotz der an sie ergan- fische Demokratie und Zivilisation seien. Dieser infamen, antidemo genen Weisungen die Adresse ihres Grsabtruppenteiles noch nicht kratischen und antinationalen Handlung schließt sich die Presse Take ihren Angehörigen in der Heimat mitgeteilt haben sollten, und diese Jonescus an. Wir haben Gründe, zu behaupten, daß diese darüber im Zweifel sind, so wenden sie sich zweckmäßigerweise mit einer Anfrage an das betreffende stellvertretende Generalfommando, Propaganda, welche unser Berhängnis sein kann, nicht das darüber Auskunft geben wird. Man sende aber auch an dieses interesselos ist. Sie gefährdet felbft unsere Neutralität, für nicht die Pakete zur Weiterbeförderung. welche der Form nach diese verkaufte Presse eintritt. Sie führt den Krieg. wehr- und Geschüßfeuer. Wir graben Laufgräben. Deutschen die Brüde von Fonday über die Bruche ge-| 20. Auguft, 5% Uhr. Mitternacht. Alarm. Nichts. 4 Uhr. Ge sprengt haben. Den ganzen Morgen einzelnes Feuer. Menschenjagd nach denen, welche zurüdgeblieben sind. In der Ferne Stanonendonner. Ein deutscher Aeroplan überfliegt um 9 Uhr unsere Linien. Vorbeimarsch an Gefangenen und Verwundeten. Nachrichten von außen: Italien ist in Oesterreich eingedrungen. 18. Auguft. Um Mitternacht wird aufgebrochen. Um 1 Uhr Abmarsch auf dem Weg zum Donon. Es regnet in Strömen. Berfluchtes Schicksal, welches uns zwingt, ohne Ruhe auf den Straßen zu laufen. Es scheint, daß mein Geist getrübt wird in diesem furchtbaren Sturm. Am Donon finden wir die 21er Jäger. Abstieg auf einem langen geschlängelten Weg. Steile Berge. Schroffe Schluchten. Bergströme. Der Rebel hebt sich, und vor uns entwickelt sich eine immense Landschaft. Zwei Stunden Marsch. 8. Uhr. Kaffeestunde. Vor uns, auf Luneville zu, hören wir Kanonendonner. Die Müdigkeit wird immer stärker. Der Himmel ist klar, und es ist heiß. Immer dieser nie endbare Abstieg; zwischen zwei Bergen ohne Absaz, nur ein Neb. Mittag. Ich muß mich anstrengen, um zu laufen. 1 Uhr. Wo geht es hin? 3½ Uhr. Ein Dorf, Halberschweiler. Jedoch kein Quartier. In kleinen Trupps muß die Kompagnie sich auf den naheliegenden Kamm poftieren. Vor und breitet fich Flachland aus. Dies ist wahrscheinlich das Loch zwischen Nanch und Luneville. Die Kanonen tönen ganz in der Nähe. Eindrücke: Wahrhaftig, wir leiden zuviel und es wird eine übermenschliche Arbeit von uns verlangt. Ist denn der Krieg so naturwidrig, daß, wenn er nicht tötet oder verlegt, er die Geister niederdrückt? Und dieser Kanonendonner beschwört bei mir Geister her. auf, welche den zerfetzten Körpern entrissen sind. Ab scheuliche Visionen. Da liegen Familienbäter, arme junge Beute, welche noch nichts von dem Leben fennen, und unter welchen sich vielleicht spätere Genies be finden. Kinder, Frauen und Eltern erwarten dieselben und dieje liegen hier, von einer Kugel oder Granate getroffen, in einem einsamen Grabe in unbetanntem Bande, und keiner der Ihrigen weiß ihre lette Wohnung, und feiner kann auf ihrem Grabe knien. 21. Sie sterben allein, und diejenigen, welche dahinten in ihrem Vaterlande bleiben, werden lange leiden. Ohne Hoffnung werden diese im Elend und Kummer bleiben. Doch fort mit diesen Visionen. Uebrigens denke ich an nichts mehr. Mein Herz ist ganz durcheinander, zu müde. Ich sehe alles nur mehr in einem Traume in einem Schredbild, und doch zu natürlich. 7 Uhr. Ringsum tönen die am Abhang aufge stellten französischen Geschüße. Die deutschen Kanonen schweigen. In der Ferne ein Fesselballon. 11 Uhr. Wir verlassen den Kamm unter Geschützfeuer. Wir poftieren uns an dem Wald, wo unser Biwat lag. Gegen Mittag regnen die Granaten wieder. Eine fällt mitten in die Kompagnie und verwundet:( es folgen Namen). Panit. Ich trete einen Moment in den Wald. Dann komme ich zur Kompagnie zurüd, welche einen Laufgraben gemacht hat. Der Feind hat denselben bemerkt und es regnet Granaten. Angstvolle Minute. Wir bleiben. Jedoch der Herr Leutnant B... wird von einem Sprengstüd am Kopf getroffen. Wir gehen zurüd, mit den Verwundeten. Wir treten in das Dorf. Beim Wiederaufstieg des Rammes um 4 Uhr werde ich verwundet. Eine Kugel in der Hüfte. 6 Uhr. Das Gefecht beginnt von neuem. Das Feuer, welches anfangs nach links abzuweichen schien, fommt näher. Die Deutschen sind im Dorf. Was machen? Die Franzosen ziehen sich zurück. Wir müssen fort, oder fallen den Feinden in die Hände. Die Franzosen versuchen jedoch einen Gegenangriff, welcher bemerkt wird auf dem Kamme. Die Deutschen haben ihn bemerkt und fegen den Kamm mit einem Granaten- und Kugelregen. Ich höre dieselben neben mir pfeifen und plaßen. Was machen? Verwundet lege ich mich mit einem Kameraden vom 31. Regiment, welcher gleichfalls verwundet ist, einen Moment hin. Die Nacht tommt, und es gelingt mir unter 1000 Schwierigkeiten und sehr großen Schmerzen, bis zur Waldeslichtung zu kommen, wo die 149er auf Vorpoften find. Man weist mich nach der Mitte des Waldes zurück, nahe an ein Observatorium, welches zerstört ist, und von wo aus ein Weg zu einem Hofe geht, wo die Verwundeten aufgenommen werden. Ich habe das Glück, hier Krantenwärter zu treffen, welche auf ihrer Tragbahre zwei Verwundete, einen Sergeanten und einen Feldwebel haben, wo man uns verbindet und wo ich mit Herzlichkeit aufgenommen merbe. Auguft. Die Nacht war gut, aber seit dem frühesten Morgen ist das Feuer im Gange. Und es ist erst 6 Uhr, als man uns mitteilt, daß die Deutschen vorrüden und Terrain gewinnen. In Wirklichkeit hört man sie bald. Das Gefürchtete wird Wirklichkeit. Sie sind da. Die Gefangennahme beginnt. Und der Hunger zerreißt mich. Faft nichts zu effen. Die Deutschen sind sehr gut, beforgen uns gut, und behandeln uns mit Ride uns direkt zum Kriege. Wir rufen die Aufmerksamkeit der arbeitenden Klassen, der aufrichtigen und ehrlichen Demokratie des ganzen Volkes auf diese unglückliche und systematische Kampagne, welche das Zusammengehen mit dem' Zaren bedeutet, die Besiegung der Demokratie, die. Unterdrückung der Volksfreiheiten, die Reaktion. Wir müssen uns gegen diese Strömung und gegen den" Rubel, der rollt" stellen. Unsere Devise: weder mit Rußland noch mit Oesterreich, muß überall verbreitet und zur Wirksamkeit werden. Aber das rumänische Volt muß wissen, die russische Gefahr war und ist immer die allergrößte." Keine Durchfuhr von russischem Kriegsmaterial durch Bulgarien. Sofia, 2. Oktober.( W. T. B.) Die offiziöse„ Narodni Prawa" teilt mit, daß der russische Gesandte Ssawinski bei der bulgarischen Regierung um die Bewilligung zur Durchfuhr von Kriegsmaterial aus Rußland nach Serbien nachgesucht habe. Der Ministerpräsident RadosIa wow habe auf Beschluß des Ministerrats unter Berufung auf Artikel 2 der Haager Konvention und die strenge Neutralität Bulgariens das Ersuchen abgewiesen. Die Lage der deutschen Gefangenen in Frankreich. Paris, 3. Oktober.( Indirekt T.-U.) Der amerikanische Bot schafter in Paris hat französischen Blättern zufolge die Gefan genenlager in Flers( Departement Orne) und Blaye im Departement Gironde besucht, wo die deutschen Gefangenen unter gebracht sind. Der Botschafter soll sich dahin ausgesprochen haben, daß sowohl die Verpflegung wie die Behandlung der Gefangenen angemessen seien und daß sich die Gefangenen über ihr Schicksal in anbetracht der Umstände nicht zu beklagen über ihr Schicksal in anbetracht der Umstände nicht zu beklagen hätten. Widerrufene Verleumdungen. Der Genfer Schriftsteller Albert Malsch, der gegen die deutsche Heeresführung die Anklage erhoben hatte, in Belgien feien Einwohnern die Augen ausgestochen, vielen die Hände abgeschlagen worden, die Opfer dieser deutschen Grausamkeiten seien im Spital St. Julien bei Genf zu Hunderten zu sehen, gesteht in der„ Gazette de Lausanne" zu, daß seine Gewährsmänner ihn getäuscht hätten. Die Erfundigungen und Feststellungen des deutschen Konsulats in Genf seien in dieser Hinsicht einwandfrei; er bedauert seinen Irrtum und bittet die Beitungen, die seine unbegründeten Borwürfe nachdruckten, auch seine Berichtigung zu veröffentlichen. V Eine Mahnung des Roten Kreuz. Wien, 2. Oktober. Im Hinblick auf Meldungen über flagrante Verlegungen der Genfer Konvention seitens einiger Mächte richtete die Bundesleitung der österreich ungarischen Gesellschaft vom Roten Kreuz an das Internationale Genfer Komitee vom Roten Kreuz die Bitte, es möge an alle friegführenden Staaten die dringende Mahnung richten, die Genfer Insbesondere sollten die Regierungen der kriegführenden Staaten an Artikel 25 der Genfer Konvention erinnert werden, wonach die Höchstkommandierenden der Armeen für die Durchführung der einzelnen Bestimmungen Konvention zu achten. Politische Uebersicht. 1während die Ausharrenden, welche die Raften der preußischen und russischen Einquartierungen auf sich genommen hätten, vergessen würden. Ein Kriegsgerichtsurteil. Die Militärverwaltung gegen Lohndrückerei. Das Bekleidungsamt des 4. Armeekorps in Magdeburg hat einer Konfektionsfirma in Halle, der militärische Aufträge überwiesen worden waren, geschrieben: Noch einmal: Das Friedensziel. Weiter gibt das genannte Blatt die Aeußerungen eines Der im Vorwärts" ausführlich zitierte Artikel des Ber- Ostpreußen wieder, der vom 22. August bis zum 15. SeptemTiner Universitätsprofessors Delbrück hat nicht nur, worauf ber täglich mitten unter Russen, Polen, Kosaken und Kalwir schon hinwiesen, in der Deutschen Tageszeitung" heftigen müden habe weilen müssen. Er rät jedem, bei einem etwaigen Widerspruch gefunden, ein Widerspruch übrigens, der in der nochmaligen Einbruch der Russen auf seinem Pla nalaz Sonnabendnummer des Blattes noch einmal in längeren Aus- standhaft auszuharren. Wo sich beherzte Männer führungen unterstrichen wird. Auch die" Post" und die„ Täg gefunden hätten, sei dem Brennen und Plündern der Russen liche Rundschau". haben sich energisch gegen ihn gewandt. Die Einhalt getan worden. " Post" schreibt: Unsere Diplomatie fügt sich allenthalben den unverschämten Ansprüchen unserer Freunde" und der Deutsche wird auf der Der Selterwafferfabrikant Bowien in Tilsit hat den Russen, als ganzen Welt mißachtet und verlacht. Das war das bestehende fie die Stadt besetzt hatten, den Standort der deutschen Autos anGleichgewicht, und das soll nach dem Kriege wieder weiter herr- gegeben, die sich noch in Tilsit befanden. Dafür wurde er vom schen! Wir danken für eine solche Geschichtsphilosophie und für Kriegsgericht zu fünfzehn Jahren Zuchthaus verurteilt. eine solche Politik. Das europäische Gleichgewicht ist eine Redensart zur Verdeckung des Uebergewichts unserer Feinde. Nur einige Geschichtsprofessoren und die deutsche Diplomatie vor dem Kriege haben an diesen Popanz geglaubt und ihm Opfer gebracht. Wir haben keine Lust, uns weiter durch diese Redensart betören zu lassen und im europäischen Gleichgewicht die Rolle des Prügelfnaben weiterzuspielen." Die Tägliche Rundschau" nennt Delbrücks Darlegungen ein wässeriges Lied von dem Segen der politischen Mäßigung", fie spricht von der Windelweichheit" seiner Ausführungen, einem„ elementaren Fehler im geschichtlichen Denken", das ihnen zugrunde liege, sie wirft dem Schreiber vor, daß er dem notgedrungenen, von unseren Feinden erzwungenen deutschen Gang in der Weltgeschichte schon heute Steine in den Weg werfen wolle", fie scheut nicht vor dem Ausdruck Verbrechen an der deutschen Sache" zurück, weil Delbrück den Eindruck erwecke, daß unsere politischen Leiter eine bonapartistische Politik beabDeutschen Tageszeitung" anflang, hier wird es mit aller fichtigen könnten. Was schon in den Ausführungen der Deutlichkeit gesagt:„ Herr Professor Delbrück dient in einer überhaupt unerlaubten, in dieser Stunde aber schlechthin berwerflichen Weise dem Interesse des feindlichen Auslandes"; er soll nämlich den Eindruck erwecken, als ob der Chauvinismus bei uns Orgien feiere. " " " Die Tägliche Rundschau" stellt den Ausführungen Delbrüde einige Säge gegenüber, die vor 44 Jahren, während des deutsch- französischen Krieges von 1870, der Vorgänger Delbrücs, Prof. Treitschte, in den gleichen Preußischen Jahrbüchern" schrieb. Dabei tritt klar zutage, daß die Lägl. Rundschau" diesen Krieg nicht beendet wissen will ohne Landeroberungen Deutschlands, ohne eine Verstärkung unserer Grenzen", wie Treitschke es ausdrückte. Und der Preis" des Ringens müsse heute, so meint das Blatt, höher gegriffen werden als vor 44 Jahren. Man scheint in der„ Täglichen Rundschau" und in den gleichgerichteten Blättern ganz zu übersehen, daß Prof. Del briid, wenn er in ruhigem Ernst die Möglichkeit des Friedens erörterte und dabei eine verständige politische Mäßigung, als 3iel des Kampfes schließlich die Erhaltung des bestehenden politischen Gleichgewichts auf dem Lande und die Eroberung des Gleichgewichts auf der See" forderte, im Grunde nichte anderes verlangte, als was bei Ausbruch des Krieges schon aller Artikel der Konvention zu sorgen haben. ausdrücklich Kaiser Wilhelm proflamierte. In seiner ThronDas Internationale Genfer Komitee richtete rede vom 4 August fagte er: Uns treibt nicht robe. daraufhin an die Regierungen aller triegführenden Mächte ein in rungsluft; uns befeelt der unbeugiame Wille, den Plab diesem Sinne gehaltenes Schreiben, worin erklärt wird, die Be- 3u bewahren, auf den Gott uns gestellt hat, für uns und schuldigungen, die von einer oder der anderen Seite er- alle kommenden Geschlechter." Man braucht hoben und durch die Presse wiedergegeben werden, scheinen zu es wurde hier schon einmal betont zeigen, daß die Anordnungen bezüglich der Achtung, welche man nicht mit allem einverstanden zu sein, was Prof. Delbrück Verwundeten und Kranten ohne Unterschied der Natio- vorschlug. Auch wir meinen, daß über die Einzelheiten eines nalität schuldet, und bezüglich des Schutzes des Personals und Friedensschlusses im Augenblick noch nicht gesprochen werden Materials der staatlichen Sanitätsanstalten und der Gesellschaft kann. Aber der Grundgedanke Delbrüde, der Grundbom Roten Kreuz nicht genügend beachtet werden. Die gedanke auch der Thronrede vom 4. August, muß heute so wie Ausdehnung des Schlachtfeldes und die Mächtigkeit der heutigen ie und immer unser Leitstern sein: feine Eroberungslust! Heere erschwerten zweifellos manchmal die Ueberwachung, allein Weise Mäßigung, die feine Erbitterung bei den andern wedt das Genfer Komitee jei überzeugt, daß, sobald von den Komman- und so die Gewähr eines Friedens von Dauer, einer später dierenden der Armeen nur genaue Anweisungen gegeben würden, sich wieder anbahnenden Verständigung zwischen den Völkern die Genfer Konvention immer und überall zum höchsten Heile der gibt. Diesem Gedanken wieder einmal Ausdruck verliehen zu Kriegführenden werde eingehalten werden. haben, ist ein Verdienst. Prof. Delbrücks. ficht. Die Unsern sind schon seit Morgen fort, und ein Mönch hat uns die Lossprechung vor dem Abgang gegeben. Der Tag geht so borbei; lang und schmerz voll. Um uns nichts als ein Vorbeidefilieren von deutschen Verwundeten, welche fortwährend herbeigeschafft werden; die Klagen der Verwundeten. Arme Einwohner. Auch ihr müßt leiden. Ich danke euch aus tiefstem Herzensgrunde, denn ihr seid sehr liebenswürdig gegen uns gewesen, sehr offen; ihr habt alles getan, was ihr gekonnt habt. 23. August. Gute Nacht. Wir werden gut aufgenommen. Sehr viel Rücksicht für die Verwundeten. 2 Tote. • 15 Uhr. Der Vorbeimarsch der Verwundeten. Ah! Der Krieg ist doch traurig. Ein Arm weg, Bein oder Arm zerschossen. Die einen im Todeskampf. Nachrichten von außen: Das 13. Korps ist geschlagen und mußte sich zurückziehen. Frankreich ist überschwemmt. 24. August. Hospital. Die Betten in der Reihenfolge. Verbinden der Wunden. Die brennende Sonne. Ich kann mein Bein fast nicht mehr gebrauchen. Erhalte die Großmütigkeit eines jungen Elsässers. 24. Auguft. Nichts ändert sich. Es scheint mir, daß mein Zustand sich bessert. Die Nachrichten von außen scheinen ficherer zu sein. Man bringt nur deutsche Verwundete zu uns, was mir beweist, daß wir nicht mehr zurückgehen. Eine große Schlacht sei im Gange. Die Russen sind in Deutschland vorgedrungen. Ein Elsässer behauptet, daß der Krieg lange dauern wird, da jede Nation bis zum Aeußersten ringen wird. 26. Auguft. Man teilt uns mit, daß wir Vallerystal verlassen werden, um ins Hospital nach Straßburg zu gehen. Wir warten auf den Kais bis 3 Uhr nachmittags.( Der Rest in Klammern nicht lesbar.) Der Kanonendonner scheint näher zu kommen. Abfahrt 5% Uhr. Zuerst über das Schlachtfeld von Saarburg. Trümmer. Granatspuren. Biwakreste. Deutsche Laufgräben. In Saarburg bietet man uns zu essen an. In Straßburg halten wir nicht. In Bühl???? Karlsruhe Pforzheim- Ludwigsburg und endlich Stuttgart. Es ist 21 Uhr. Uebrigens: Wie wollen die genannten Zeitungen die Angriffe auf Prof. Delbrück mit der Forderung einer Wahrung des Burgfriedens" in Einklang bringen? Zur Staatssteuerveranlagung in Preußen. Das Amt erfährt durch die dortige Handwerkskammer, daß die dortigen Konfektionsfirmen als Macherlohn für Hosen 2 M. und 2,25 M. zahlen, während das Amt 3,50 M. gewährt. Der Gewinn ist rechnerisch groß und in einer Zeit der Not als berwerflich und empörend zu bezeichnen. Sollte Ihre Firma fich dieser schmuzigen Handlungsweise fchuldig gemacht haben, so sieht sich das Amt genötigt, weitere Vergebung von Arbeiten an Sie einzustellen. Die Bestimmungen der Einlage müssen genau befolgt werden. Sollten irgendwelche Klagen nochmals nach hier gelangen, so wird Ihnen unnachsichtlich keine weitere Arbeit zugeteilt. Als ,, angemessenen" Unternehmergewinn bezeichnet das und 15 Broz., wenn der Unternehmer in eigener Werkſtatt Bekleidungsamt 10 Proz. bei Anfertigung durch Heimarbeiter, arbeiten läßt. Die übrigen 90 refp. 85 Proz. seien den Arbeitern unverkürzt zu zahlen. Unter Staatsaufsicht. Mehrere mit teilweise auswärtigem Kapital arbeitende bedentende Firmen wurden in den letzten Tagen wieder unter Staats aufsicht gestellt. So die Jasmagi und Batschari- 3igaretten Fabriten. Die Ulsterfrage. Frankfurt a. M., 2. Oktober.( W. T. B.) Die Frankfurter Beitung" meldet aus London: Sir Edward Carson sagte in einer Versammlung des UIsterrates, daß er nach dem Striege fofort beantragen werde, Homerule für Ulster außer Straft zu sehen, und daß die Ulsterfreiwilligen, die sich jetzt dem Kriege weiben, für die Durchführung seines Vorschlages forgen würden. der frühere Minister Long fandte dem Ulsterrate einen Brief, in dem es heißt, die liberale Presse werfe den Unionisten vor, daß fie beständig von einer verräterischen Saltung der Regierung sprächen. Die englische Regierung sei, wie die eigenen Landesgenoffen zugäben, verräterisch; fie sei es auch in der äußeren Politik gewesen und in der Homerulejache habe sie nicht Wort ge halten. 07 Ein russisch- amerikanischer Schiedsgerichtsvertrag. Washington, 2. Oftober.( W. T. B.) Der Staatssekretär des Auswärtigen, Bryan, und der russische Botschafter Bachmetjet unterzeichneten einen Schiedsgerichtsvertrag zwischen den Bereinigten Staaten und Rußland. Letzte Nachrichten. Holländische Darstellung der letzten Kriegsvorgänge. Amsterdam, 3. Oktober.( Privattelegramm des Borwärts") Das„ Handelsblab" meldet aus Antwerpen, daß ein Angriff auf Dendermonde Freitag nachmittag abgeschlagen wurde. Die belgischen Truppen sprengten eine Brücke. In Antwerpen kamen englische Kanonen an. Die englischen Blätter bea schreiben den begeisterten Empfang von Hindus in Marseille. Ein französisches Communiqué meldet: Aus Arras debouchierende Franzosen mußten im Norden und Osten etwas zurückweichen, bei Albert rüdten wir vor. Nördlich der Somme zwischen Roye und Laffigny schlugen wir heftige Angriffe ab. Auf dem linken Maasufer bei Saint Mihiel stehen keine deutschen Truppen mehr. Die französische Gesandtschaft dementiert die Franktireur greuel von Orchies. Am 15. Oftober d. J. erfolgt die Aufnahme des Personenstandes für die Zwecke der Staatssteuerveranlagung. Van den Vor fizenden der Veranlagungskommissionen wird nun darauf aufmertfam gemacht, daß die infolge der Mobilmachung in den Heeresdienst eingetretenen Personen, soweit sie ihre Wohnung beibehalten haben, in das Personenverzeichnis aufzunehmen sind. Sie sind wie die „ aus anderen Gründen Abwesenden" einzuschäzen. Hierbei ist nach Aus Bordeaux wird gemeldet, die Finanzen seien befriedigend, Lage des Einzelfalles zu prüfen, ob ein Wegfall oder eine wesent es fei augenblicklich keine Notwendigkeit für eine Anleihe vorausliche Aenderung der Einkommenquelle vorliegt, so daß nicht mit dem Ergebnis des letzten Jahres, sondern mit dem mutmaßlichen Ertrage für das Steuerjahr 1915 zu rechnen ist. Eine einfache Bugrundelegung der diesjährigen Einkommensmerkmale erscheine nicht an gängig. Die Voreinschätzungsarbeiten für die kommende Veranlagung find in üblicher Weise einzuleiten. Ostpreußisches.. In der Zeitung des Vereins deutscher Eisenbahnver waltungen" erzählt Ministerialdirektor Offenbarg über die von den Russen in Ostpreußen begangenen Verwüstungen: " In Tapiau liegt das alte gotische Ordensschloß in Trümmern. Auch Altenberg hat unter dem Artilleriefeuer schwer gelitten. Besonders traurig erschien die Ruine der schönen, alten gotischen Ordenskirche, deren Turm von den Russen gesprengt war. Der weitere Weg führte nach Friedland, wo sowohl die Straßen wie die Eisenbahnbrüden gesprengt waren. Schrecklich hat Gerdauen gelitten. Mehr als die Hälfte der Stadt liegt vollständig in Trümmern. Sie war von den Russen besetzt und mußte daher von unserer eigenen Artillerie beschossen werden. Auch die schöne gotische Kirche aus der Ordenszeit fonnte nicht geschont werden, da der russische Befehlshaber sie zu. einem Beobachtungsposten ausersehen hatte. Der Eisenbahnfreuzungspunkt forschen hatte von unseren eigenen Truppen durch Zerstörung der Weichen und Stellwerte gebrauchsunfähig gemacht werden müssen. Die später eindringenden Russen ließen ihrer Zerstörungswut freien Lauf; sie jezten die Bahnhofs- und Postgebäude, die Kohlenbansen in Brand und sprengten alle drei Wassertürme." nicht vor 27. Auguft. Geographisches: Der Boden scheint nicht reich zu sein. Sehr viel Blumen. Goldwaren in dem Tale von Pforzheim. Linoleum, Schuhwaren. Vom Bahnhof Ein Geistlicher, der nicht vor den in Ostpreußen einins Hospital, bedeckten Straßenbahnwagen. Die Neu- dringenden Russen floh, schreibt dem konservativen Reichsgierigen am Hospital. Im Hospital in Stuttgart. boten", nach seiner Ueberzeugung trage gerade das Flücht Gute Pflege. Angenehme Aufnahme. Sorgfältige Iingswesen mit Schuld an den Notständen in OstPflege. Die deutschen Nachrichten: Namur ist gefallen. preußen. Das altpreußische Pflichtgefühl, auszuharren, bis Longwy belagert. Desterreich siegt auf einer Front von die Obrigkeit abberufe", habe auch bei manchen Beamten, 70 Kilometern über die Russen. Geistlichen und Lehrern versagt. Die Folge sei nun, daß man die Flüchtlinge wie Märtyrer bedauere und unterstige, zusehen. Holland beabsichtigt eine zweite Ausgabe von Schatscheinen in Höhe von 50 Millionen Gulden. Dubreuilh teilte den Holländern mit, daß das Manifest an die Internationale nicht vom Bureau, sondern von den Franzosen und den belgischen Mitgliedern der Exekutive unterzeichnet set. Maßnahmen des deutschen Generalgouvernements in Belgien. Rotterdam, 3. Oktober. Der Nieuwe Rotterdamschen Cou rant" wird aus Maastricht der Wortlaut nachfolgender Vera fündung der deutschen Militärbehörde zugesandt. Es ist anzu nehmen, daß diese Verkündung an vielen Orten Belgiens angeschlagen worden ist: ,, Am Abend des 29. September sind ein Gleis und eine Telegraphenleitung auf der Bahnstrede zwischen Lovenjoul und Vertrijd mutmaßlich durch Bewohner der Gegend zerstört worden. Infolgedessen sind anliegende Dörfer bestraft worden und mußten Geifeln stellen. Um in Zukunft solchen Anschlägen zuvor zukommen, werden vom 1. Oftober an weitere Geiseln aus allen größeren Gemeinden längs der Linie Lüttich- Löwen- Brüssel ( französische Grenze) genommen. Es wird zur Kenntnis der Einwohner gebracht, daß die Geifeln unerbittlich getötet werden, falls der geringste Zerstörungsverfuch in der Nacht gegen Eisenbahnen, Telegraphen- und Fernsprechlinien in der Nähe dieser Gegenden unternommen wird. Auf Befehl des Generalgouver nements: Die Kommandantur." Es sind, wie der Berichterstatter meldet, tatsächlich zahlreiche Geiseln festgehalten worden. Die Strafe für die in Frage kommenden Dörfer besteht darin, daß eine Anzahl Häuser niedergebrannt worden sind. Erdbeben in Bayern. Ingolstadt, 3. Oktober. Hier wurden vorgestern awischen 6½ und 11% Uhr abends fünf Grbstöße verspürt. Der heftigste Stoß erfolgte um 9% hr CA.WERTHEIM G. m. b. H. Leipziger Straße Königstraße In dieser Woche: Rosenthaler Straße Moritzplatz Großer Verkauf zu Extra- Preisen Porzellan Tafel- u. Kaffeegeschirr Tafelgeschirr, Adria' Meißn. Zwiebelmuster von Speisetell, tief 5755 Pf. Dessertteller... 38 40 Pt. Bratenschüss. 80.3 M. Kart.- Näpfe v. 1.50 b. 3.85 Komp.- Schüss.451.95 Saucieren.... 1.75 2.20 Zuckerdosen 70 Pf. bis 1.30 Kaffeekann. v.1.15 b.2.70 Tassen.. 60 63 Pf. Tafel- u. Kaffeegeschirr weiß Speisetellertief od flach 18 Pf. Dessertteller..... 10 Pf. Brat.- Schüss.val 276.95 Pf. Kartoffelnäpfe.... 78 Pf. Saucieren 55, Terrin.98 Pf. Kaffeekannen 28, 45 Pf. Tass. 12, Zuck.- Dos. 15 Pf. Salatschüss. OD 16 bis 68 Pf. blaues Band und Goldlinien. Speiseteller tief od. flach 48 Pf. Dessertteller...... 38 PL. 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In einem Flugblatt, in welchem sich die Arbeiterschaft der Josetti- Fabrik gegen die Antitrustvereinigung wendet, wird meine Firma einem Angriff unterzogen, welcher der Wahrheit zuwiderläuft. Die Vertrauensleute sämtlicher Abteilungen haben in Gegenwart einwandfreier Zeugen die Erklärungen abgegeben: 1. Es ist unwahr, daß in unserem Betriebe deutsche Arbeiter durch unorganisierte Ausländer ersetzt worden sind. 2. Es ist unwahr, daß die Firma Garbáty neben ihren Spenden und Liebesgaben für unsere im Heere stehenden Brüder die Interessen ihrer eigenen Arbeiter vernachlässigt! Wahr ist vielmehr, daß in der hochherzigsten Weise Unterstützungen der ins Feld ziehenden Männer und zurückgebliebenen Frauen und Kinder gezahlt werden. Cigaretten- Fabrik J. Garbáty Berlin- Pankow. Levantw. Rebatt: Alfred Wielepp, Rentälle. Inferatenteil verantw. Th. Gløde, Berlin. Drud u. Berlag: Borwärts Buchdr. u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 2 Beilagen u. Unterhaltungsb *ai-" 1 Keikgt des Jinirts" Knliier lilteklitl Die Schwierigkeiten üer Jelöpoft. Daß die Beförderung der Feldpostsendungen mit großen Schwierigkeiten zu kämpfen hat, wurde schon mehrfach, auch an dieser Stelle betont; wie groß diese Schwierigkeiten sind, das geht deutlich aus Mitteilungen des Reichspostamts hervor, in denen die Tätigkeit der Feldpost im einzelnen geschildert wird. Nicht eine allzu sparsame Verwendung von Personal, heißt es da. ist schuld an den vielen Verzögerungen; sie liegen in den Dingen selbst. Ehe die Militärbehörden die„F e I d p o st ü b e r s i ch t" mit den Adressen der verschiedenen Truppenteile verfertigt und der Feldpost als Grundlage für ihre Tätigkeit zugestellt hatten, war bereits der IS. August herangekommen(in Bayern erfolgte die Fertigstellung sogar noch später!). Bis die ersten Sendungen auf Grund dieser Uebersicht dann an Ort und Stelle gelangt waren, vergingen zum mindesten noch einmal acht Tage.— so daß i n d e n ersten drei Wochen die Feldpost schon deshalb den Soldaten überhaupt nichts zustellen konnte. Aber auch seither hat die Feldpost für die Beförderung der Sendungen oft lange Zeit gebraucht. Das lag und liegt einmal an der Masse der Neuformationen im Heere, den vielfachen Aenderungen in der Zuteilung von Pionier- und Fuß- artillerietruppen an die verschiedenen Divisionen, dem Hinüber- wechseln von Reserve- und Ersatztruppenteilen von einem zum anderen Armeekorps. Dazu kommen mannigfache Truppen- Verschiebungen, nicht selten in aller Heimlichkeit, die Unge- wißheit des Aufenthalts vieler Divisionen überhaupt; ist es doch vorgekommen, daß einzelne Divisionen 22 Tage hindurch ständig in Gefechten. Schlachten oder auf Eilmärschen waren! Groß war auch wiederholt die Verzögerung dadurch daß Sem- düngen auf Anordnung des obersten Befehlshabers absichtlich zurückgehalten werden mußten, damit der Aufmarsch nicht verraten wurde; diese Briefsperre erstreckte sich mitunter auf drei Wochen und legte die Feldposttätigkeit dann natürlich völlig lahm. Naturgemäß hat die Feldpost auch stets mit Beförde- rungsschwierigkeiten zu kämpfen gehabt. Manche Eisenbahnstrecken waren oft mit Militärtrans- Porten so belastet, daß die Postwagen und Postzüge lange zurück- stehen und schließlich womöglich auf weitere Strecken umgeleitet werden mußten. Das war und ist besonders bei den nach oder über Belgien gehenden Sendungen der Fall. Dazu die Schwie- rigkeiten dort, wo der Eisenbahnverkehr aufhört!.Obwohl aus- gerüstet mit allen Beförderungsmitteln, war es der Feldpost in- folge der Gestaltung der Kriegslage zunächst nicht möglich, ausschließlich mit ihren Fahrzeugen dieriesigen Mengen von Feldpostsäcken, die am Anfang der Etappen- straßen auf sie übergingen, unvcrzögert den Feldpost- anstalten entgegenzuführen. Die Feldpost-Dienstord- nung berücksichtigt zwar auch solche außergewöhnlichen Verhältnisse, indem der militärische Etappenkommandeur, dem der Betrieb auf der Etappenstraße ausschließlich unterstellt ist, in solchen Fällen der Feldpost auS seinem militärischen Fuhrpark die nötigen Aus- Hilfsfahrzeuge zur Verfügung stellen soll. Tatsächlich waren jedoch die Transportleistungen, die den Etappenbehörden unmittelbar nach unseren ersten Siegen zu rein militärischen Zwecken oblagen, so außerordentlich groß, daß es in der Hauptsache bei dem guten Willen der Etappenbehörden, der Feldpost aus- zuhelfen, verbleiben mußte. Die ReichS-Postverwaltung brachte nunmehr aus der Heimat eine weitere und seitdem dauernd ver- mehrte Zahl an Fahrzeugen heran, in erster Linie zahlreiche Kraft- wagen. Allein über 250 Kraftfahrzeuge, die die Reichs-Postver- waltung, um die militärischen Etappenbehörden von PosttranS- Porten zu entlasten, ins Feld sandte, nehmen jetzt am Postbeförde- rungsdienst mit teil. Der Kraftwagen ist jedoch für die Feldpost auch nicht das Hilfsmittel, das sie über alle Hindernisse hinweg- bringt.' Auch er ist vom Zustande der Straßen und Brücken und von der Sicherheit der Gegend abhängig; denn er fährt durch Feindesland, stößt aus unpassierbare, well durch Artillerie stark beschädigte Wege und zerstörte Brücken, oder er darf überhaupt nicht verkehren, weil die Etappenstraße unterbrochen oder sogar durch feindliche Truppen in ihrem Rücken gefährdet ist. Postkrast- wagen sind bereits im Kriege mit großer Ladung(800 schwere Briefsäcke) verbrannt oder auch vom Feinde überfallen worden, wobei die Mannschaft erschossen wurde."— Auch wurden schon zahlreiche Feldpostanstalten unter feindliches Feuer genommen und von feindlichen Fliegern mit Bomben be- w o r f en. Im Osten störte besonders der Einbruch der Russen in Ostpreußen die Feldposttätigkeit: Vieles wurde vernichtet, aus- geplündert, versteckt, um erst nach dem Abzug der Russen wieder ans Tageslicht gezogen zu werden u. s. f. Großen Schwierigkeiten begegnet natürlich auch ständig die Auslieferung und Auflieferung der Po st fachen im Felde. Die Feldpostanstalten befinden sich bei den Divisions- stäben. Die Sendungen sind bataillonsweise zusammengepackt und werden durch Ordonnanzen abgeholt. „Nun denke man dabei einnial an solche Truppen» die auf Vor- post'en stehen, oder die als Kavalleristen Erkundigungs- ritte ausführen, oder man vergegenwärtige sich das Schicksal so mancher von den Truppenteilen noch nicht ausgegebenen Feldpost- briefe, wenn plötzlich Alarm geblasen wird und alles zu den G«- wehren eilt. Nach der Vorschrift sollen die Truppenteile die Post stets pünktlich abholen. Aber wie läßt sich eine solche Vorschrift dann durchführen, wenn einzelne Truppenteile, wie Fuhrpark- und Bäckereikolonnen sowie namentlich die Lazarette, 50 Kilometer und mehr von der Feldpostanstalt entfernt liegen, oder wenn diese Truppenteile bei dem unaufhaltsamen Vorwärtsgehen der Stäbe und Generalkommandos» wie es in diesem Kriege bis vor kurzem die Regel gebildet hat. den Stand des Divisionsstabes zeitweilig überhaupt nicht ermitteln können? Dann müssen eben die Feld- Posten bei der Feldpostanstalt so lange lagern, bis die Truppenteile Zeit und Möglichkeit haben, sie abzuholen. Nicht minder groß sind die Verzögerungen in der Aushändigung der Feldpost, wenn ein Gefecht stattfindet; dann ruht die Postausgabe überhaupt, �enn im Rücken der kämpfenden Truppen gehören die Straßen aus- schließlich dem Meldeverkehr, dem Munitions- und Verpslegungs- Nachschub sowie der schleunigen Rückbeförderung der Verwundeten. Jedes Fahrzeug der Feldpostanstalt hat 20 bis 30 Kilometer hinter der Schlachtlinie zu halten, well es di« Kmegs- Handlung empfindlich stören würde. Die Feldpost kann hier nur insofern sich in Dienst l*t fechtenden Trupp, stellen, als reitende F e l d p o st i l l i o n e. mit großen Tasthcn vcriehen. oft selbstverständlich unter Lebensgefahr, versuchen, wahrend ciucx Pause des Gefechts unter-den Truppen Feldpostkarten zur Ab- sendung einzusammeln. Nach der Schlacht ist der erste Ruhetag, den die Truppen haben, für die Sell�sta�w� die b,s dahin von früh bis spät mitmarschiert war, dieselben �Entbehrungen mit den Truppen geteilt hatte, und die immer erst spät abends, zumeist im Biwak, ihre eigentliche Arbeit aufnehmen konnte, ein Tag ganz besonderer Anstrengung. Jetzt strömen an die Feld- Postansialt alle die von den Truppen vor der Schlacht noch nicht ausgegebenen Postsendungen zurück an inzwischen Gefallene, Verwundete oder Vermißte. Welche Irr- fahrten stehen zahlreichen der Sendungen an Verwundete nunmehr bevor, weil niemand der Feldpostanstalt sagen kann, wo der Emp- fänger verblieben ist..." Eine gewaltige Erschwerung der Feldpost bietet schließlich abei auch— das wird immer wieder hervorgehoben— die schlechte Adressierung und Verpackung vieler Sendungen. Man behalte im Auge, daß bei der Berliner Postsammelstelle täglich etwa Vt Million Sendungen einläuft. S0000 davon sind mindestens stets falsch oder unvoll st ändig adres- siert.„Der grundsätzliche Unterschied zwischen Linien-, Reserve-, Ersatz-, Landwehr- und Landsturmtruppenteilen wird vielfach völlig unbeachtet gelassen. Auch geben die Absender oft in der Adresse, obwohl sie' bestimmt wissen, daß sich der Empfänger in der Heimat an einem festen Standorte befindet, den Bestimmungsort nicht an, so daß die Sendungen dann erst auf die Postsammelstelle geleitet werden müssen und dadurch um Tage in der Ueberkunft verzögern. Ungewöhnlich groß ist die Zahl der mangelhaften Adressen bei den Feldpostsendungen, deren Empfänger sich bei selbständigen, also nicht im Regimentsverbande stehenden Kolonnen befinden(Stäbe, Munitions-, Etappen-, Magazin- kolonnen). Diese Sendungen tragen überwiegend in der Adresse auch noch die Angabe des Regiments(Bataillons und der Eska- dron), von dem der Empfänger zur Kolonne abkommandiert ist. Da aber hier die eine Bezeichnung die andere aus- schließt, ist damit die postalische Leitung der Sendung nach dem richtigen Zielpunkt gefährdet. Aehnliche Doppeladressen kommen in Unmenge bei den Feldpostbriefen an Angehörige von Ersatz- bataillonen vor, indem noch das Regiment mitangegeben wird, in dessen Kaserne der Landwehrmann zufällig eingekleidet worden ist.— Der Postverwaltung liegt es fern, das Vorkommen ungezählter Feldpostbriefe mit mangelhaften Adressen allein auf die Absender zurückzuschieben. Es kann jedoch auch wieder kein Zweifel darüber obwalten, daß sehr viele Absender von Feldpost- briefen die Mängel der Adresse gar nicht ahnen, zu- mal wenn sie ihnen von ihren Angehörigen im Felde selbst in dieser Form mitgeteilt worden ist. Die Truppenbezeich- nungen unserer Feldarmee sind nun einmal so über- aus mannigfaltig und der Allgemeinheit teilweife noch so fremd, daß auch Heeresangehörigen bisher bei Mittei- lung ihrer Adresse nach der Heimat vielfach Fehler unter- laufen sind. Die Militärverwaltung hat deshalb kürzlich erneut allgemein anordnen müssen, daß die T r u p p e n im Felde genau über die Adresse, die sie ihren Angehörigen anzugeben haben. belehrt werden." In den ersten Wochen nach der Mobilmachung haben die Post- sammelstellen zweifelhast adressierte Sendungen, soweit sich nach ihrer Ansicht vielleicht doch die Möglichkeit einer Aushändigung an die gemeinten Empfänger bot, an die Feldpostanstalten noch ab- gesandt. Das geschieht seit kurzem nicht mehr, weil die Feldpostanstalten außerstande find, bei ihren schwierigen Dienstverhältnissen auch noch zweifelhafte Briefadressen in großen Mengen zu enträtseln. Seitdem werden alle Sendungen dieser Art an den Absender unter Angabe des Grundes wieder zurückgesandt. Neben den Klagen über die mangelhafte Adressierung stehen die über mangelhafte Verpackung:„Aus zahlreichen Meldungen der Feldpostanstalten aus den rückliegenden Wochen geht hervor, daß Fcldpost-Schachtel- und-Kartenbriefe dort dauernd in großer Zahl so beschädigt eingegangen sind, daß sich Umschlag und Inhalt überhaupt nicht mehr zusammenbringen ließen. Die S e n d u n- gen waren einfach zu Abfällen geworden. Eine bayerische Feldpostanstalt hat seit Beginn ihrer Tätigkeit nicht weniger als 12 Säcke im Gesamtgewicht von 60 Kilogramm, die nur mit derartigem Inhalt gefüllt waren, wieder heimwärts schicken müssen. Das waren alle? Feldpostbriefe, die nach der felsenfesten Ueberzeugung der Absender durch Bummelei bei der Feldpost ver- loren gegangen sind, während nur Nachlässigkeit der Absender es verschuldet hat, daß diese Tausende von Sendungen ihren Empfän- ger nicht erreichen konnten. Das Publikum macht sich eben nicht hinreichend klar, daß Sendungen, die nach dem Felde gehen, ungleich haltbarer verpackt werden müssen, als wenn sie im Inlands verbleiben." Es liegt auf der Hand— die Reichspostverwaltung leugnet es selbst nicht—, daß auch von den Feldpostbeamten Fehler gemacht werden; man darf wohl hinzufügen, daß auch in der Organisation dieses und jenes besser sein könnte. Aber andererseits wird man ohne weiteres zugeben müssen: die Schwierigkeiten der Feldpost— zumal in diesem Kriege nach zwei so ausgedehnten Fronten— sind ungeheuer, und das Publikum ist an manchen Beschwerden selbst mit schuld. Man darf aber hoffen, daß alle Teile in Zukunft mehr noch als bisher das ihrige tun, um die Feldpost zu einer schnell und sicher funktionierenden Einrichtung auszubauen. Wie wich- ti g das ist, braucht nicht noch einmal erörtert zu werden. Mil- lionen Stunden qualvoller Pein können dadurch gelindert, viele heiße Tränen getrocknet werden. Das ist ein Ziel, des Schweißes wert...» Verlustlisten. Die Verlustliste Nr. 41 der preußischen Arme« enthält Verluste folgender Truppen: 1. Armeekorps, Stabswache; 2. und 4. Armeekorps, Stab. 8. Jnf.-Div., Stab; 12. u. 22. Res.-Dw., Stab; 3.. 7.. IS. u. 20. Jnf.-Brig., Stab; 22. Res.-Jnf.-Brig., Stab; 30., 43. u. 86. Inf.- Brig., Stab; 1. Garde-Res.-Reg.; Brig.-Ers.-Bataillone 2., 3., 4., Garde, Berlin, der 1. gemischten Garde-Ers.-Brig.; Reft-Jnf.-Reg. Nr. 2; Gren.-Reg. Nr. 6; Brig.-Ers.-Bat. Nr. 7; Gren.-Reg. Nr. 10; Nes.-Jnf.-Reg. Nr. 10; Gren.-Regimenter Nr. 11, 12; Res.-Jnf.-Reg. Nr. 12; Jnf.-Reg. Nr. 18; Res.-Kif.-Reg. Nr. 19; Jnf--Reg. Nr. 21; Res.-Jnf.-Reqimenter Nr. 21, 22, 23; Brig.-Ers.-Bat. Nr. 24; Inf.- Regimenter Nr. 29, 30, 31, 32; Res.-Jnf.-Reg. Nr. 32; Landwehr- Jnf.-Reg. Nr. 32; Res.-Jnf.-Reg. NA 35; Brig.-Ers--Bat. Nr. 43; Jnf.-Reg. Nr. 44; Res.-Jnf.-Reg. Nr 48; Landwehr-Jnf-Reg. Rr. 48; Res.-Jnf.-Reg. Nr. 60; Jnf.-Regimenter Nr. 61, 63; Füs.-Reg. Nr. 73; Brig.-Ers.-Bat.?tr. 80; Jnf.-Reg. Nr. 82; Res.-Jnf.-Reg. Nr. 82; Landtvehr-Jnf.-Reg. Nr. 83; Ref.- Jnf.-Reg. Nr. 87; Jnf.- Reg. Rr. 128; Res.-Jnf.-Reg. Nr. 130; Jnf.-Regimenter Nr. 135, 146, 147, 148, 149, 156, 169, 175; Landsturm-Bataillon Offenburg, Neuwied; Jäger-Bot. Nr. 8; Festungs-Maschinengewehr-Abt. Nr, 12. Drag..Reg. Nr. 19; Res.-Hus.-Megimenter Nr. 2, S; Ulanen» Reg. Nr. 15; Jäger-Regimenter zu Pferde Nr. 7, 10; 2. Landsturm- Eskadron 2. Armeekorps. Rcs.-Feldart.-Reg. Nr. 11; Feldart.-Regimenter Nr. 19, 37, 38; 41, 55, 67. 75; Div.-Art.-Reg. der 4. Landwehr.Division. Res.-Fußart.-Regimenter Nr. 14, 15. Pionier-Bataillone Nr. 2, 3, 4, 5; 2. Pionier-Bat. Nr. 14; Kombiniertes Pionier-Bat. Nr. 15; 1. Pionier-Bat. Nr. 16; Pionier- Bataillon Nr. 17; Pionier-Ers.-Bat. Nr. 17; Pionier-Reg. Nr. 19; Pionier-Bat. Nr. 26; Ers.-Pionierkomp. des 6. Landwehr-Korps. Armee-Telegraphen-Abt. Nr. 2; Leichte Funkenstation der 6. Kav.-Div.; Nachrichten-Abt. der 6. Kav.-Div. Sanitäts-Komp. Nr. 1 des Gardekorps; Sanitäts-Komp. Nr. 1 des Garde-Res.-Korps; Sanitäts-Komp. Nr. 2 des 2. Armeekorps; Sanitäts-Komp. Nr. 2 des 16. Armeekorps. Garde-Divisions-Brücken-Train Nr. 3; Pionier-Belagerungs- Train vom Pionier-Reg. Nr. 19; Schwere Reserve-Proviantkolonnc Nr. 17 des 7. Res.-Armeekorps. ** * Die Verlustliste Nr. 18 der bayerischen Armee enthält Verluste des Reserveinfanterie-Regiments Nr. 6 und des Stabes der bayerischen Ersatzdivision München. Die Verlustliste Nr. 21 der sächsischen Armee bringt Ver- luste des Stabes der Reservedivision Nr. 23, des Brigade-Ersatz- bataillons Nr. 89, des Landwehr-Jnfanterieregiments Nr. 102, der Reserve-Jnfanterieregimenter Nr. 106 und 133. Die Verlustliste Nr. 29 der württembergischcn Armee enthält Verluste des Infanterieregiments Nr. 121, der Landwehr- Jnfanterieregimenter Nr. 122 und 123, des Fcldartillericregiments Nr. 49 und des Pionierbataillons Nr. 13. Mus der Partei. Der gestörte„Burgfrieden". Die Redaktion unseres Anhalter Parteiblattes erhielt folgendes Schreiben: . In Nr. 229 des„Volksblaties für Anhalt" befindet sich auf Seite 3 unter„Dessau" ein Artikel, welcher an eine Mitteilung des Magistrats über die Mietszahlung während der Kriegszeit anknüpft. Die dieser offiziellen Kundgebung angefügte Kritik ist während der gegenwärtigen Kriegszeit unzulässig, da sie geeignet ist, die einheitliche Stimmung in der Bürger- s ch a f t zu stören. Wir weisen darauf hin, daß bei Wiederholung eines der- artigen Artikels— abgesehen von etwaigen Strafen— das Erscheinen der Zeitung zeitweise untersagt werden müßte. Dessau, den 1. Oktober 1914. DaS Garnison-Kommando. Die Polizeiverwaltung. I. A.: Hoffelt._ Dr. Ebeling. Ein sozialdemokratischer Redakteur vor dem Kriegsgericht. DaS außerordentliche Kriegsgericht in Münster hat unseren Ge- nassen Pierenkämper vom..Bochumer Volksblatt" zu einer Woche Gefängnis verurteilt. Die eine Woche Untersuchungs- Haft wurde nicht angerechnet, die Strafe mutzte sofort angetreten werden. Die Bestrafung erfolgte nicht etwa wegen irgendeines Artikels, sondern weil der Vertreter des erkrankten Gc- schäftSführers versäumt hatte, das Pflichtexemplar beim Generalkommando einzureichen. Gewerkschaftliches. verlin unS Umgegenö. Klagen aus der Berliner Militärbäckerel. Vom Bäckerverband wird uns eine Reihe von Klagen über- mittelt, die sich auf die Arbeitsverhältnisse in der Militär- b ä ck e r e i, Köpenicker Straße, beziehen. Dort sind neben einer Anzahl Militärpflichtigen, die zum Dienst eingezogen wurden, darunter mehreren Bäckermeistern, auch etwa 30 Zivilbäcker beschäftigt. Die Klagen beziehen sich wesentlich auf die Ar- b e i t s z e i t. Diese beträgt— von der Zwiebackbäckerei abge- sehen— täglich 12 Stunden, am Sonnabend sogar, unr den Schichtwechsel zu erreichen, 18 Stunden, und außerdem muß an sieben Tagen bzw. Nächten in jeder Woche gearbeitet werden. In der heutigen Zeit der ungemein großen Arbeitslosigkeit müßte es doch möglich sein, den Achtstundentag in der Militär- bäckerei zur Einführung zu bringen, der ja so oft in der letzten Zeit in ministeriellen Veröffentlichungen gewünscht wurde. Daß die Durchführung des Achtstundentages technisch möglich ist, be- weist das Beispiel einer ganzen Reihe größerer Bäckereien, die seine Durchführung mit gutem Erfolg und anerkannt besseren und höheren Leistungen versucht haben. Der Achtstundentag ist umsomehr auch in der Militärbäckerei angebracht, als dort die modernsten Maschinen und Oefen in Betrieb sind. Der Gesund- heitszustand der Beschäftigen ist ein außerordentlich wichtiger Faktor, und er kann bei einer zwölfstündigen täglichen Arbeitszeit unmöglich der beste sein. In d� Zwiebackbäckerei hat man, wie bereits angedeutet, auf den Zwölfstundentag verzichtet und den Achtstundentag ge- wählt. Aber hier fehlt es an der in allen anderen Bäckereien als selbstverständlich geltenden Essensvause von 20 Mi- nuten oder einer halben Stunde. Dazu kommt, daß die Leute, nachdem sie acht Stunden pausenlos gearbeitet haben, noch eine Stunde Kasernendienst verrichten müssen. Das wird von vielen als besonders drückend empfunden. Während die Zivilbäcker eine Löhnung von 60 Pf. für die Stunde bekommen, erhalten die Militärbäcker nur 2,50 M. alle zehn Tage. Eine Kriegszulage wurde ihnen zwar wieder- holt in Aussicht gestellt, aber bislang nicht gewährt. Vielleicht ließe sich das doch zur Durchführung bringen. Eine große Erleichterung und Annehmlichkeit würde für viele der Eingezogenen auch geschaffen werden, wenn sie nicht gezwungen würden, in einer bestimmten K a s e r n e zu schlafen, da ein Teil von ihnen Familie und Wohnung am Orte hat. Natürlich würde es dann notwendig sein, den Betreffenden einen bestimmten Verpflegungssatz zu gewähren. Zu klagen ist auch darüber, daß die Militärbehörden beim Bezug der Zivilbäcker ausschließlich den Arbeitsnachweis der Bäckerzwangsinnung in Anspruch nehmen, wäh- rend der größte Arbeitsnachweis der Bäcker in Berlin, der unter städtischer Aufsicht stehende„Paritätische Arbeitsnachweis für Bäcker", Rückerstr. 9, unberücksichtigt blieb. lieber die Arbeitszeit wurde bereits dem Oberkommando in den Marken eine Beschwerde übergeben. Tie Antwort steht noch aus. Es ist aber wohl zu hoffen, daß die Militärbehörden die Angelegenheit wohlwollend prüfen und den Beschwerden, soweit sie berechtigt find, Abhilfe schaffen. Gerichtszeitung. Aus dem Schwurgericht. fund schaft standen. Die Maschinisten und Heizer flagen darüber, daß die Landes-| ling vermindert. Sie betrugen 35 681 283 Pfund Sterling.| Leute, die ein halbes Menschenalter im Dienste der Gesellbersicherungsanstalt bei Bewilligung und Auszahlung von Unter- Die Einkünfte der letzten 9 Monate gingen um 2 730 731 Der Gesellschafter Marold, der das Unternehmen in der Verstüßungen große Schwierigkeiten bereite. Die Verbandsstatuten Sterling zurüd. handlung vertrat, erklärte dazu, daß die meisten Entlassungen in mußten, wie bei anderen Gewerkschaften, geändert und die Unterder Zwischenzeit zurkdgenommen worden seien, die Maßnahme jei jrüßungssäge zum Teil gekürzt oder ganz aufgehoben werden. überhaupt nur im ersten Schred" getroffen worden. In WirklichEs wurden auch sogenannte Striegsmarken" au 25 Bf. eingeführt, feit befindet sich aber unter den definitiv Entlaffenen u. a. auch um einen Fonds zur Unterstützung besonders bedürftiger Mitglieder zu sammeln. Alle diese Maßnahmen mußten getroffen ein faft Siebzigjähriger, der Jahrzehnte dem Haufe treu gedient, und der dem Gerichtshof als Zeuge mit zitternder Stimme sein werden, um die Leistungsfähigkeit der Gewerkschaft über den Krieg Der ehemalige Postschaffner Karl Boentendorf Schidial schildert. Der Kläger in dem zur Verhandlung stehenden hinaus zu sichern. Im September wurde auch an die besonders bedürftigen Angehörigen von Kriegsteilnehmern eine Extraunter- hatte sich gestern vor dem Schwurgericht wegen Mordver Brozesse, der Buchhalter W., war auch von der Entlassung betroffen worden, obgleich er zum Militär einberufen war. Wie der tüßung ausgezahlt, zu der der Hauptvorstand die Hälfte zuge- fuchs zu verantworten. schoffen hat. Eine zweite Unterstüßung dieser Art ist für Oktober Am 15. Dezember hatte er vor dem Postami 25 Am Königs Kläger behauptet, habe der Chef auf seine Bitte, ihn mit seiner vorgesehen, die aus dem Kriegsfonds und der Lokalkasse bestritten graben auf seinen Vorgesehten, den Rechnungsrat Rennhad, mit Frau in dieser schweren Zeit doch nicht im Stich zu lassen, erwidert: werden soll, da der Hauptvorstand nichts mehr hinzusteuern kann. Sen Worten:„ Du verfluchter Hund!" drei Schüsse abgefeuert. Von Gut, Sie bekommen noch 250 M. und die zahle ich Ihrer Frau In einer Zahlstellenversammlung kam zum Ausdruck, daß diesen zersplitterte einer den Mittelhandknochen. Der Angeklagte in monatlichen Raten von 25 M. aus." Von diesem Versprechen man die Familien der Krieger unterſtüßen müsse, wenngleich die feuerte dem Fliehenden noch einen Schuß nach und wurde dann wollte der Gesellschafter M. nichts mehr wissen, es wurde aber durch finanzielle Schwierigkeit dieser Frage nicht verfannt werde. festgenommen. Die Geschworenen verneinten die Hauptfrage und den 70jährigen Zeugen, der bei der Unterredung zugegen war, bererseits wiesen einzelne Redner aber auch auf die überaus große bejahten die Frage, ob gefährliche Körperverlegung vorliege. Der bestätigt. Not der Arbeitslosen hin, die es vielfach weit nötiger hätten, unter- Angeklagte wurde darauf zu zwei Jahren Gefängnis unter Anrechstützt zu werden. nung von sechs Monaten der Untersuchungshaft verurteilt. An= Der Hauptvorfizende Scheffel erklärte, man solle die Frage der Unterstützung der Kriegerfamilien nicht allein nach dem Gefühl, sondern auch nach dem Verstande beurteilen. In erster Linie sei es Pflicht des Staates und der Gemeinden, für die Familien der Krieger zu sorgen. Der Verband habe vor einer schwierigen Lösung gestanden, denn die Arbeitslosen seien ja auch Opfer des Krieges und hätten von feiner anderen Seite Hilfe zu erwarten, mindestens fönnte man nicht voraussehen, ob die Gemeinden etwas für fie tun würden. Im übrigen legte Redner nochmals die Gründe dar, die den Vorstand zu seinen Maßnahmen veranlaßten. Soziales. Krankengeld an Verwundete? Unter der Ueberschrift ,, Verkennung sozialer Pflichten" wird mitgeteilt, die Hamborner Ortsfranfenfasse weigere sich, verwundeten Kriegsteilnehmern das Krankengeld zu zahlen, troßdem sich diese Mitglieder freiwillig weiter versichert hätten. Zulegt wurde folgender Antrag der Ortsverwaltung einEs wird folgender Einzelfall mitgeteilt: Der Bürger- und stimmig angenommen: " Für den Monat Oktober wird den Familien der ein- Arbeiter- Konsumverein„ Eintracht“-Essen hatte sofort nach Kriegsberufenen Mitglieder nochmals 5,- Mt. gezahlt. Familien von beginn einen eingezogenen Lagerhalter abgemeldet. Dann aber beEinberufenen, die sich in besonderer Notlage befinden, müssen schloß er, als es bekannt wurde, daß die Krankenkassen auch für die einen Antrag stellen. Zu dieser Unterstüßung wird nach Bedarf als freiwillige Mitglieder anzumelden und die gesamten Beiträge einen Antrag stellen. Zu dieser Unterstützung wird nach Bedarf Kriegsfolgen ihre Leistungen gewähren müssen, die Einberufenen der Ertrag der Kriegsmarken benut." zu entrichten. In einem Schreiben vom 21. August teilte er dies den Krankenkassen es fonimen ca. 20 in Betrachtmit, die sich ohne weiteres damit einverstanden erklärten. Von der Hamborner Krankenkasse ging feine Antwort ein, es wurde jedoch als selbstverständlich angenommen, daß die Weiterversicherung erfolgt jei. In der zweiten Hälfte des September kam nun der Lagerhalter als krant aus dem Felde zurück und wünschte einen Krankenschein. Dieser wurde ihm jedoch mit der Begründung verweigert, der Konsumverein„ Eintracht" hat als Arbeitgeber nicht das Recht, Angestellte als freiwillige Mitglieder anzumelden. Dieses Recht könne der Angestellte nur selbst ausüben. Aus Industrie und Handel. Die deutsche Landwirtschaft. Nach dem Saatenstandsbericht des Deutschen Landwirtschaftsrats haben die Landwirte diesmal bei der Herbstbestellung mit mancherlei Schwierigkeiten zu kämpfen. Am meisten fühlbar macht sich der Mangel an Gespannen, auch geeignete Arbeitsfräfte sind nicht überall genügend vorhanden, dazu tommt, daß es häufig noch immer an fünstlichem Dünger fehlt. Trotz aller dieser Schwierigkeiten und trotz der Verzögerung durch die bis weit in den September hinein andauernde Trockenheit ist die Herbstbestellung schon ziemlich weit vorgeschritten, und man fann nach den vorliegenden Berichten mit Genugtuung feststellen, daß es gelingen wird, den Anbau in vollem Umfange so schwer heimgesuchte Proving Ostpreußen, wo voraussichtlich durchzuführen. Eine Ausnahme bildet nur die durch den Krieg eine große Fläche unbestellt bleiben wird. Beim Aufnehmen der Spätkartoffel zeigt sich erfreulicherweise häufig, daß der Ertrag besser ausfällt, als man bisher angenommen hatte, so daß im Durchschnitt wohl mit einer Mittelernte gerechnet werden kann. Befriedigende Ergebnisse werden namentlich aus West- und Süddeutschland gemeldet, während in Brandenburg, Schlesien und Posen stellenweise sehr geringe Erträge vorkommen. Die Rüben sind nach den Niederschlägen der letzten Wochen noch gewachsen und lassen im Durchschnitt eine gute Mittelernte erwarten. " Nachdem die Beklagte einen vom Gericht gemachten Vergleichsvorschlag ablehnte, verurteilte das Kaufmannsgericht die Aktiengesellschaft zur Zahlung der beantragten Klagesumme. Die Ausjage des Zeugen erscheine dem Gericht durchaus glaubhaft. Kleine Nachrichten. Eine Friedensprozeffion. in Trauerkleidern. ,, Eine merkwürdige, ergreifende Prozession zog jüngst durch die „ Die Fifth Straßen New Yorks," so berichtet die„ Aftenposten". Avenue hinunter zur Union Square bewegte sich ein Zug von Frauen Die Prozession bestand etwa aus Menschen hatten sich als Zuschauer angesammelt. Un der Spizze des 1500 Frauen; fie machte einen tiefen Eindrud, und Tausende von Zuges war feine Musif, man hörte nur den dumpfen Klang von Schweigend standen die Zuschauer florumwundenen Trommeln. längs der Straßen. Hier und da sah man eine begeisterte junge Frau den Vorüberziehenden zuwinken und in die Hände flatschen, doch sonst war alles still... die Welt hatte ja Trauer. Das war der Protest der Frauen gegen den Krieg und ihre Auf ihrer großen Fahne stand in Demonstration für den Frieden. goldenen Buchstaben das eine Wort: Peace. Die Fahnenträgerinnen waren weiß gekleidet, mit schwarzem Band um den Arm. Madame Yorsta führte eine Schar von Flüchtlingen. In einem Der dürre Wortlaut der Sabungen spricht für die Auffaffung Automobil fuhr eine Indianerin und eine Chinesin, beide in der Krantentaffe, nicht aber der Umstand, daß während der Mobil- Nationaltracht. Fast alle Nationalitäten waren vertreten. Eine Abmachung den Einberufenen wohl nicht möglich war, die Weiterverteilung junger Mädchen trug eine Fahne mit der Inschrift: sicherung zu beantragen, und daß der Verein als Vertreter des Ginberufenen anzusehen ist. Wegen dieses Falles ist beim Versiche- Wir find Weltbürger“ und„ Laßt uns Frieden haben". Auch viele rungsamt in Hamborn Beschwerde erhoben. Das Amt wird auch die Kinder waren mit im Zuge, etliche von ihnen noch auf dem Arm Felde Stehenden gegen die Staffe nicht während des Krieges ruhen. im Zuge. recht zweifelhafte Frage zu prüfen haben, ob die Rechte der im der Mutter. 20 Negerinnen nahmen teil, 300 Bolinnen waren mit Die Frage, ob Verwundete Krankengeld beziehen können, bermögen wir nicht zu bejahen. Anders steht es mit ben aus dem Militärberhältnis Entlassenen. Kriegsmaßnahmen einer Aktiengesellschaft. " Zu dieser Prozession hatte der Präsident seine spezielle 3 u ftimmung gegeben. Jeder religiöse, soziale, politische Unter schied war daraus entfernt. Sozialistenführerinnen, Damen der Gesellschaft, Mitglieder von Frauentlubs marschierten Seite an Seite unter dem gemeinsamen Motto: Frieben!" Unter dem Kriegsrecht. Eine merkwürdige Wirkung hatte der Kriegsausbruch bei der Berliner Aktiengesellschaft Emil Marold, einer Metallknopffabrik, wie in der legten Sigung vor der 3. Kammer des Wie das Wolffsche Bureau aus Bordeaug meldet, wurde Berliner Kaufmannsgerichts festgestellt wurde. Die Firma am Freitag ein Soldat der Disziplinarkompagnie, der am 10. SepEnglands Finanzen und der Krieg. Englands Staats- sprach nämlich sofort nach Ausbruch des Krieges die Ent⚫tember zum Tode verurteilt worden war, weil er einen einfünfte haben sich in den letzten drei Monaten gegenüber lassung fast des gesamten Personals aus, Borgefekten beschimpft und geschlagen hatte, in Gegenwart der dem gleichen Zeitraum des Jahres 1913 um 6 750 516 Pfund Ster- worunter fich eine ganze Anzahl Familienväter befanden, Truppen der Garnison erschossen. 35.25 Eine aussergewöhnlich vorzu- liche Ware. Sehr apart kariert in blaugrünen Farben und mit dem hochmodernen Volant- Schnitt Die 25.00 Schönheit dieses aus feiner dunkel-karierter Ware gefertigten Paletots liegt in seinem eleganten, kleiðsamen Gürtelschnitt. 16.00 Ein neues Beispiel unserer Leistungsfähigkeit Trotz des frappant nieOrigen Preises ist der Paletot aus guter wunderbar karierter Ware. Elegant verarbeitet und streng modern. Die neue Mode! 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Sozialdemokratischer Wahlverein B8, Bekanntmachung! 1. Berliner Reichstagswahlkreis. für den 6. Berliner Reichstagswahlkreis. Milo Dienstag, den 6. Oktober 1914, abends 81, Uhr, in den Corona- Prachtsälen, Kommandantenstr. 72: Dienstag, den 6. Oktober 1914, abends 82 Uhr: Mitglieder- Verſammlung. 4 Mitglieder- Versammlungen Tagesordnung: Die sozialen Aufgaben während des Krieges. Referent: Reichstagsabgeordneter Wolfgang Heine. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. Zahlreichen Besuch erwartet Der Vorstand. Sozialdemokratischer Wahlverein für den 2. Berliner Reichstagswahlkreis. Dienstag, den 6. Oktober 1914, abends 8%, Uhr, im Hofjäger- Palast, Hasenheide: in folgenden Lokalen: Puhlmanns Theater, Schönhauser Allee 147| Pharus- Säle, Müllerstraße 142 Frankes Festsäle, Badstraße 19 Pazenhofer Brauerei, Turmstraße 25/26. Tagesordnung: Die sozialen Aufgaben während des Krieges. Referenten: Georg Ledebour, Emil Eichhorn, Eduard Bernstein, Rudolf Breitscheid. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. 231/ 6* Der Vorstand, Milo Schnupftabat heißt son heute ab Deutscher dreimal Gesundheitstabak derselbe wird in Berlin die Woche frisch hergestellt und ist in Bäckchen und Dosen durch den Zigarrenhandel a 10 Pf. zu beziehen. Milo ist das beste Mittel gegen Schnupfen, wirkt ers frischend und belebend. teppdecken für Krankenpflege billigst. Fabrik: Wallstr. 72. Bernhard Strohmandel. Mitglieder- Versammlung. Verein f. frauen u. Mädchen Verband der Sattler und Portefeuiller. Tagesordnung: 206/ 18* 1. Vortrag. Referent: Reichstagsabgeordneter Richard Fischer. 2. Vereinsangelegenheiten. De Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. Der Vorstand. Deutscher Holzarbeiter- Verband Verwaltung Berlin. Die Bibliothek ist wieder eröffnet. Die Ausgabe der Bücher erfolgt während der Dauer des Krieges in der Zeit von 9-1 Uhr vormittags und von 4-7 Uhr nachmittags. Rahmenmacher. Montag, den 5. Oktober, abends 5½ Uhr, bei Wählisch, Stalizerstr. 22: Branchen- Versammlung. der Arbeiterklasse. Montag, den 5. Oktober, abends 8, Uhr, in der Neuen Philharmonie, Köpenicker Sir. 96/97: Kultur und Nationen". Referent: Rechtsanwalt Wolfgang Heine. Gäfte, Männer und Frauen, willkommen. Ortsverwaltung Berlin. Branchen- Versammlungen *. 52/13 Geschirr- Branche: Wittwoch, den 7. Oktober, abends 8 Uhr, im Der Vorstand. Wahlverein Charlottenburg. Dienstag, den 6. Defer. 38½ be, im Bolkshaufe, Mitglieder- Versammlung. Rosinenftr. 3: Tagesordnung: 1. Krieg und Sozialpolitik. Referent: Landtagsabgeordneter Genoffe Paul Hirsch. 2. Bereinsangelegenheiten und Berschiedenes. Wir bitten um zahlreichen Besuch. 251/3 Der Vorstand. Modell- und Fabriktischler. Deutscher Kürschner- Verband Mittwoch, den 7. Oktober, abends 8 Uhr, bei Waldt, Pflugstr. 5: Vertrauensmänner- Versammlung. 92/5 Vereinshaus Südost", Melchiorfir. 15. Portefeuilles- u Reiseartikel- Branche: Mittwoch, ben 7 Otober, Graumann, Naunynstr. 27. abends 8 Uhr, bei Militär- Branche: twoch, den 7. Oftober, abends 8%, Uhr, in den finoleumleger und Teppichnäher: asenos 6%, Uhr, Prachtfälen Alt- Berlin, Blumenstr. 10. bei Weihnacht, Grünstr. 21. 8, Wagen- Branche: Mittwoch, den 7. Oktober, abends 8%, Uhr, in Gewerkschaftshause, Engelufer 15. Das Erscheinen aller Mitglieder in diesen Versammlungen ist bringend notwendig. 157/7 Die Branchenleitungen. Kleingärten der Stadt Berlin in Heinersdorf bei Teltow am Bahnhof Teltow der Anhalter Eisenbahn. Auskunft über die Verpachtung erteilt die Gutsverwaltung Osdorf, Ort und Stelle Herr Gastwirt Scholz, am Bahnhof Teltow. Fili le Berlin. Brasil. Burb Post Berlin- Marienfelde, oder an 9-1 u. 3-7 Uhr. Fernsp.: Rgst. 6789. Arbisnachw. nur vorm. Montag, den 5. Oktober 1914, ahends 8, Uhr, in ben Musiker Sälen, Kaiser Wilhelm Straße Nr. 31: Knopf- und Perlmutterarbeiter. Sektions- Versammlung der Pelz- Branche Donnerstag, den 8. Oktober, abends 7 Uhr, im Gewerkschaftshaus, Engelufer 15, Saal 5: Branchen- Versammlung. Deutscher Arbeiter- Wanderbund ,, Die Naturfreunde"( Ortsgruppe Berlin.) Freitag, den 9. Oktober cr., abends 8%, Uhr, im großen Saale des Gewerkschaftshauses": Theodor Fontane- Abend. Genoffin Walli Kussel wird aus den Gedichten" und Wanderungen lesen. Bahlreiches Erscheinen, auch von Richtmitgliedern, erwünscht. Eintritt frei. Der Vorstand. Im Dktober finden an jedem Sonntag mehrere billige Wanderungen statt, die durch die herbstliche Farbenpracht unserer Umgebung führen. Näheres im Wanderfreund" oder für den Norben bei Helse, Boyenstraße 19, für den Süden in der Geschäftsstelle Fr. Kruse, Mariannen ftraße 11. Gäste willkommen. 1/16 Verband der Schneider, Schneiderinnen und Wäschearbeiter Deutschlands. Sebaftianstraße 37/38. Filiale Berlin. Tel. Amt Morigpl. 9737. Achtung! Herren- Konfektion Achtung! Montag, den 5. Oftober 1914, abends 8%, Uhr, bei Schulz, Königsgraben 2: Mitglieder- Verfammlung. Tagesordnung: 1. Die Arbeitsverhältniffe ir der Branche und wie werben die Tetten Vereinbarungen von den Arbeitgebern ausgelegt? 2. Mit teilungen der Kommission. 3. Verschiedenes. Vollzähliges Erscheinen, auch der PhantasiewestenBranche, wird bestimmt erwartet. Mitgliedsbuch oder Karte legitimiert. Achtung! Die Kommission. Zuschneider. Achtung! Dienstag, den 6. Oktober 1914, abends 8%, 1hr, bei Schulz, Rönigsgraben 2: Sitzung. Um vollzähliges Erscheinen ersucht Die Kommission. Achtung! Kostüm schneider Achtung! und Kostümschneiderinnen und der Kollegen und Kolleginnen der Musterkonfektion der Zentrumgeschäfte. Dienstag, den 6. Oktober, abends pünktlich 7 Uhr, bei Wegener, Seydelstr. 30: Mitglieder- Verfammlung. Tagesordnung: Besprechung unserer fehlgen Lohn- und Srbeltsbedingungen. Tagesordnung: Spezialarzt Dr. med. Wockenfuß, Friedrichstr. 125,( Oranienb. Tor). für Syphills. Harn- u. 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Oktober 1914 eine Lohnerhöhung von 2 Pf. für alle Kategorien der Arbeitnehmer ein. Vom 1. Oftober 1914 müssen demnach folgende Stundenlöhne gezahlt werden: Für Maurer Für gewöhnliche geübte Bauarbeiter, sofern fie fich als solche ausweisen . 84 Pf. 59" Für ungeübte, noch nicht im Baugewerbe beschäftigt gewesene Arbeiter 561/2" Für Kaltschläger, für Arbeiter bei umfangreichen Arbeiten mit hydraulischem Kalt usw. " GARBÁTY CIGARETTEN • • Für das ausschließliche Tragen von Steinen und Kalk ale ständige Tagesleistung Für Zementierer und Flechter Für Einschaler • 64 79" 8212 74 82%" nigut si it " Unternehmer, die den Lohn nicht zahlen, mögen die Kollegen im VerbandsBureau, Engelufer 15, melden. 144/13 Der Vorstand des Deutschen Bauarbeiter- Verbandes, Zweigverein Berlin. 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Oktober 1914. Mus Groß-Serlin. Geffentliche Speifungen. Der Kriegsausbruch hat auf den verschiedensten Gebieten zu Matznahmen geführt, welche bestimmt sind, die Not zu lindern. Eine sehr nützliche Einrichtung ist die, für billiges Geld oder auch unentgeltlich warmes Mittagbrot zu ge währen. Leider herrscht auf diesem Gebiete eine grotze Zer rissenheit, die darauf zurückzuführen ist, datz verschiedene auf der freien Liebestätigkeit aufgebaute Vereine auf eigene Faust vorgehen. Da ist zunächst das Rote Kreuz von Berlin. Es hat bis jetzt drei Speisegelegenheiten eingerichtet, wo warmes Mittagessen abgegeben wird: am Moritzplatz, in der Bötzow- brauerei und im Londesausstellungspark. Die letztgenannte Speisehalle wird in Kürze nach der Patzenhofbrauerei in der Turmstratze verlegt werden. Der Verein Berliner Volks küchen von 1866 verfolgt das gleiche Ziel und hat bereits mehrere Küchen eröffnet. Schlietzlich ist auch der Verein Bev liner Kindervolksküchen auf dem Plan erschienen, der adtzer den Kindervolksküchen sogenannte Bürgerküchen errichtet hat, in denen ebenfalls Erwachsene gespeist werden. Diese Vereine setzen sich wiederum mit anderen Vereinen in Verbindung und treffen Abmachungen über Entnahme der Speisemarken. Teils werden die Etzmarken, wie die vom Roten Kreuz, für 16 Pf. durch Arbeiterorganisationen verkauft, teils werden Speise- marken vom Nationalen Frauendienst und anderen Vereinen an Bedürftige unentgeltlich abgegeben. Das trifft auch auf die Kinderspeisung zu. Neben diesen Organisationen sind auch konfessionelle Vereine tätig, die sich auch mit der Abgabe von Brot beschästigen. Schlietzlich kommen�noch gewerbliche Unternehmungen, wie die Volkskaffee- und Speisehallengesell- schaft hinzu, welche sich die Herstellung und Abgabe von billigem Mistagessen zum Ziel gesetzt haben. Autzerdem be- stehen in Berlin noch drei Armenspeisungsanstalten, in denen vornehmlich Essen für diejenigen abgegeben wird, welche die Hilfe der Gemeinde in Anspruch nehmen müssen. Diese Küchen sind aber nur in den Wintermonaten im Betrieb und sind jetzt geschlossen, obwohl auch unter den Armen und Almosenemp- fängern der Krieg die Not vergrößert hat. So nützlich es ist, wenn dem allgemeinen Notstand abzu- helfen versucht wird, so würde ein einheitliches Vorgehen auf diesem Gebiete viel wirksamer sein, da auf die einzelnen Gegenden der Stadt mehr Rücksicht genommen werden könnte, als das heute leider der Fall ist. Die juriMche Sprechstunde wird vom Montag ab nicht mehr dritter Hof vier Treppen, sondern vierter Hof, rechs, parterre, in den jetzt fertiggestellten Räumen von 3 bis 6 Uhr nachmittags(am Sonnabend von S bis 6 Uhr) abgehalten._ Kriegsunterstützung und Umzug. Wie uns aus unserem Leserkreise mitgeteilt Sird, ist Frauen von Kriegsteilnehmern, die von Berlin nach einem Vorort verzogen sind, der bisher gezahlte Gemeindezuschutz entzogen worden. In der neuen Gemeinde wird aber auch kein Zuschuß gezahlt, wodurch diese Familien in arge Be- drängnis geraten. Berlin hat in seinem Unterstützungsaus- schütz beschlossen, die bisher gezahlte Unterstützung auch beim Verzug fortzuzahlen, auch den Gemeindezuschutz. Sollte in einzelnen Fällen der Gemeindezuschutz fortgefallen sein, so wäre das nur möglich, wenn der Wohnsitz dauernd aufgegeben worden ist. Aber auch in solchen Fällen sollte der Gemeinde- zuschutz weitergezahlt werden. Dieser Zuschuß wird doch nur gewährt im Hinblick auf die Bedürftigkeit und dann deshalb, weil die zu unterstützende Familie durch die bisherige Tätig- keit des Eingezogenen«inen Anspruch an die Gemeinde hat, nicht aber an die Gemeinde, in die jetzt die Familie ihren Wohnsitz verlegt hat. Auf keinen Fall darf eine Familie nur deshalb schlechter gestellt werden, weil sie ihren Wohnsitz ver- legt. Wie wir hören, ist eine Beschwerde beim Oberkommando wegen dieser Benachteiligung eingereicht worden. Soweit Grotz-Berlin in Frage kommt, ließe sich unter den Gemeinden, die 166 Prozent Zuschlag zahlen, bei Der- legung des Wohnsitzes von einer Gemeinde zur anderen ohne jede Schwierigkeit eine Vereinbarung treffen. Der Magistrat und das Ausland. Der Magistrat von Berlin läßt es sich seit einiger Zeit angelegen sein, der deutschen Sache im Auslande dadurch zu nützen, datz er die Gemeindebehörden des neutralen Auslandes mit Aufklärungsschriften über den Krieg und fortlaufend mit den verschiedensten Zeitungen unserer Tagespresse versieht. In einem in deutscher Sprache und der Sprache des betreffen- den Landes gehaltenen Anschreiben an die einzelnen Stadt- Verwaltungen rechtfertigt der Magistrat eindringlich sein Vor- gehen und bittet die Stadtverwaltungen unter Anrufung ihres Gerechtigkeitssinns, die Schriften und Zeitungen steund- lichst anzunehmen und sie unter anderem auch der dortigen Presse und der Bürgerschaft unmittelbar, etwa durch Aus- legung in Lesehallen oder in sonst geeigneter Weise, zugänglich zu machen. Es werden täglich mit solchen Nachrichten im ganzen 96 Städte in 13 Ländern versehen. Die Stadt hat für dieses Unternehmen bei unserer Berliner Presse eine über- aus dankenswerte Hilfsbereitschaft gefunden. Von den städtischen Badeanstalten. Die städtischen Badeanstalten sind bis aus weiteres wieder bis 8 Uhr abends geöffnet. Um auch den in Geschäften tätigen weiblichen Personen Gelegenheit zu einem Schwimmbade zu geben, sind die Schwimmhallen der städtischen Badeanstalten Dennewitzstratze am Montag, Gerichtstraße am Dienstag und Bärwaldstratze am Mittwoch nachmittags, statt von 2 bis 4 Uhr fortan von 6 bis 8 Uhr für weibliche Personen geöffnet. Völlig mistverstanden. Bei manchen Firmeninhabern, die mit militärischen Aufträgen versehen sind, scheint ein arges Mißverständnis gegenüber der Militärbehörde obzuwalten. Es versteht sich von selbst, datz oie Militärbehörde bei der Vergebung von Arbeiten ein dringendes Interesse daran hat, die Aufträge so schnell als möglich ausgeführt zu sehen. Allgemein bekannt ist aber auch, datz dieselbe Behörde wiederholt sich für angemessene Entlohnung der mit diesen Auf- trägen beschäftigten Arbeitskräfte ausgesprochen hat. Dieser Wunsch der Militärbehörde scheint z. B, der Firma Andree u. Co., I Tempelhof, Ringbahnstratze, noch nicht zur Kenntnis gekommen zu sein. Dieselbe beschäftigt zurzeit neben 50 Gesellen und Arbeitern ca. TO Lehrlinge, deren Arbeitszeit abzüglich der Pausen 9H Stunden beträgt. Die Lehrlinge erhalten in den ersten zwei Jahren 2,50 M., im dritten Jahre 3,50 M. und im vierten Jahre 4,50 M. als Entschädigung. Als vor einiger Zeit die Firma Militär- aufträge erhielt, wurde für 30 Lehrlinge, die je zur Hälfte in einer Tag- und Nachtschicht arbeiten, die Arbeitszeit aus 11 Stunden ver- längert. Diese Maßnahme begründete die Firma durch einen in den Werkstätten angebrachten Zettel, auf welchem der Wunsch der Militärbehörde, mit aller Beschleunigung durch Tag-, Nacht- und Sonntagsarbeit usw. die Arbeiten fertigzustellen, bekanntgegeben wird. Die Dauer der Tagschicht währt von morgens 7 Uhr bis abends 7 Uhr mit je Z4stündiger Frühstücks- und Mittagspause. Die Nachtschicht beginnt abends 7 Uhr und endet morgens 7 Uhr mit den gleichen Pausen. Wie uns nun mitgeteilt wird, gewährt die Firma den Lehrlingen weder eine Vergütung der Ueberftunden noch eine solche für die Nachtarbeit. Uns scheint, datz die Firma Andree u. Co. dem Wunsche der Militärbehörde auf Beschleunigung der Arbeiten eine nicht im Interesse der letzteren liegende und auch gar nicht gewollte Aus- legung gibt. Datz sie trotz erhöhter Arbeitsleistung und verlängerter Ar- beitSzeit den jungen, im besten Wachstum befindlichen Leuten keinerlei Entschädigung zahlt, wird, dessen sind wir sicher, von der Militärverwaltung nicht gebilligt. Im übrigen eine Frage: Ist es der Firma nicht möglich, durch eine Verkürzung des Schichtwechsels mit zur Minderung des Heeres der Arbeitslosen beizutragen, wie das in verschiedenen größeren Betrieben bereits geschehen ist? Vo« der Wirksamkeit des Nationalen Frauendienstes. Der Rationale Frauendienst, dessen 23 freiwillige Hilst- kommisfionen über ganz Berlin verbreitet find und im engsten An- schlutz an die städtischen Unterstützungskommissionen und Ge- schäftsstellen für Arbeitslosenfürsorge arbeiten, gibt uns in folgender statistischer Ausstellung ein Bild von seiner Tätigkeit. Es wurde in der Woche vom 21. bis 27. September Rat und Auskunft erteilt: in Kommission I Poststr. 17... an 354 Personen , m H Gitschinerstr. 97/103„196 „, III Kursürstenstr. 166.„ 763, .. IV A Askanischer Platz 3.„ 788, ,. IVB Johannit�rstr. 3.„ 662„ .. VA Köpenicker Str. 74.. 1171. ., VB Mariannenplatz 27/28, 2199 „„ VI Kommandantenstr. 14„855 „ VII A Blumenftr. 97.., 721 ,. VIIB Bromberger Str. 13/14... 1714 „. VBC Petersburger Str. 4., 1140 , VIII A Georgenkirchplatz... 565 VniB Elbinger Str. 4... 1159 ., IX Rosenthaler ♦ Straße 40/41.. 751 „. XA Weißenburger Str. 4 a. 1564„ „„ XB Greifenhagener Strotz» 58/59.«, 3478, „„ XC Schönbauser Allee 134a... 1120 XI Wattstr. 16..... 1684 .. XII A Alt-Moabit 11..., 464 .. XII B Gerhardtftr. 5...„ 277 , XnC Turmstr. 44...., 1127 XOIA Plantagenstr. 16..„ 1161 XIIIB Pankstr. 34....„ 1990 Die großen Unterschiede zwischen den verschiedenen Kom- Missionen erNären sich zum Teil aus dem verschiedenen Um- fange der Bezirke, zum anderen Teil daraus, daß einzelne Stadt- gegenden besonders stark von der unbegüterten Bevölkerung be wohnt sind. Die Aufnahme des Personenstandes. Am 13. Oktober erfolgt wie alljährlich die Aufnahme des Personenstandes zum Zwecke der Steuerveranlagung. ES sei bemerkt, daß in die Listen auch alle Personen eingetragen werden müssen, die ihren Wohnsitz hier behalten haben, auch wenn sie zum Heeresdienst eingezogen worden sind. Die Schulkinder bei der Eicheln- und Kastanienernte. Wenn man jetzt in den Parkanlagen oder in den Groß Berliner Forsten spazieren geht, kann man Tausende von Schulkindern fleißig bei der Arbeit beobachten. Sie sammeln Eicheln und Kastanien. Wohl in keinem Jahre haben sich die Kleinen dieser Arbeit mit so vielem Fleitze hingegeben, als gerade in diesem Herbst. In Scharen sieht man die Schul- linder an den steien Nachmittagen hinaus in die Wälder ziehen, um auf die Suche nach Eicheln und Kastanien zu gehen. Und da der Ertrag diesmal ein recht ergiebiger ist, so ist auch die Ernte der Kleinen sehr erheblich. Mit großen Vorräten bepackt, treten sie die Heimfahrt wieder an. Auch klassenweise hat man in den letzten Tagen das Einernten von Eicheln und Kastanien vorgenommen. So ist es denn zu ermöglichen, daß ganz ungewöhnliche Vorräte von diesen Früchten zur Fütterung des Viehes weiter befördert werden konnten._ Ein tödlicher Automobilunfall hat sich in Schöneberg ereignet. Vor dem Hause Martin-Luthcr- Straße 26 lief der dreijährige Rudolf Glawacki, der mit andern Kindern auf der Straße spielte, kurz vor einem herannahenden Automobil, daS die Nummer H. H. 1795 trug, auf den Fahrdamm. Der Chauffeur vermochte bei der kurzen Entfernung trotz aller Be- mühungen nicht mehr den Wagen rechtzeitig zum Stehen zu bringen. Der Kleine wurde umgerissen und überfahren und erlitt so schwere Verletzungen, daß er alsbald starb. Mariendorfer Notstandsarbeiten. Die„Nordd. Allg. Ztg." brachte in der Morgenausgabc vom 1. Oktober die Mitteilung einer Korrespondenz, wonach in Marien- darf von 300. arbeitslosen Arbeitern sich nur 50 zur Verrichtung von Notstandsarbeiten bereit erklärt hätten. Die Notstandsarbeiten bestanden darin, datz die Gemeinde mehrere verkehrsarme Straßen vom Graswuchs befreien lassen wollte. Für diese Arbeit wurden bei achtstündiger Arbeitszeit pro Tag 2 M. Lohn gezahlt, so daß ein Arbeiter die Woche höchstens 12 M. verdienen konnte. Hierzu wird uns nun geschrieben, daß die Gemeinde für die Arbeitslosen einen Fonds gegründet habe, aus dem jedem Arbeits- losen bis zu 40 M. Darlehen gewährt werden kann. Stellt jedoch jemand einen Darlehnsantrag, so erhält er die Mitteilung, daß er sich zur Verrichtung von Rotstandsarbeiten(GraSzupfen) bereit erklären soll. Bei Ablehnung dieser Arbeiten erhält er weder Darlehen noch Unterstützung. Die Weigerung der Unterstützung- nachsuchenden, Notstandsarbeiten zu verrichten, ist nun darauf zurückzuführen, daß die Ablehnenden zu> einem erheblichen Teil dem graphischen Gewerbe angehören und schon durch ihre beruf- liche Tätigkeit zu dieser Arbeit sich nicht recht eignen. Diese Leute müssen sich täglich im Arbeitsnachweis ihres Gewerbes zur Kon» trolle melden, um ihre fortlaufende Nummer nicht zu verlieren und um eventuell Arbeitslosenunterstützung zu erhalten. Bei Uebernahme von Gemeindearbeiten laufen sie Gefahr, im Arbeits- Nachweis gestrichen zu werden, und werden damit der Möglichkeit beraubt, tn absehbarer Zeit wieder lohnende Beschäftigung zu er» halten. Daraus den Schluß zu ziehen, die Arbeitslosen wollten sich vor etwaigen Arbeiten drücken, ist vollkommen irrig. Im Gegenteil ist daraus ersichtlich, daß das Bestreben vorherrscht, recht bald wieder in ordentliche Erwerbsverhältnisse zu kommen. Das Vorgehen der Gemeinde berührt eigenartig, wenn man berücksichtigt, daß für die im Arbeitsnachweis eingetragenen Att beitslosen gar nicht genügend Notstandsarbeiten vorhanden sind. Kommunale Fürsorge in Reinickendorf. Die Reinickendorfer Gemeindevertretung beschloß in ihrer letzten Sitzung die Unterstützung der Arbeitslosen in folgender Weise �zu regeln: Für das Familienhaupt vder eine alleinstehende Person soll wöchentlich 7 M., für jedes weiter Familienglied wöchentlich 3,80 M. gezahlt werden. Der Höchstbetrag darf jedoch 20 M. in der Woche nicht übersteigen. Diese Sätze sind Regelleistungen. In Anrechnung gelangen jedoch diejenigen Unterstützungen, die von Organisationen(Gewerkschaften usw.s geleistet werden. Tie Unter- stützung wird gewährt denen, die seit dem 1. Juni 1914 am Orte wohnen und seit mindestens 14 Tagen arbeitslos sind, doch soll im Interesse derjenigen, die durch verringerte Arbeitsmöglichkeit in wirtschaftliche Not geraten sind, von der letzten Bedingung ab- gesehen werden können. Außer der Arbeitslosenunterstützung kann im Bedürfnisfalle nicht nur an Arbeitslose eine Mietsunterstützung bis zu 50 Proz. der zu zahlenden Miete, nicht aber über 30 M. pro Monat gewährt werden. Die Zahlung dieser Unterstützung erfolgt immer am Schlüsse eines jeden Monats. Als erster für die Unterstützung in Betracht kommender Monat soll der September gelten. Die Anträge auf Arbeitslosen- sowie Mieisunterstützung sind im Rathause, Zimmer 11, persönlich zu stellen. Die Kontrolle der Arbeitslosen erfolgt durch wöchentlich mindestens zweimalige Meldung beim Zentralarbeitsnachweis in der Gormannstrahe oder bei dem am Orte bestehenden öffentlichen Arbeitsnachweis. Mit» glieder der Gewerkschaften sind von dieser Kontrolle befreit, wenn sie beim Arbeitsnachweis ihres Verbandes oder beim paritätischen Arbeitsnachweis ebenfalls mindestens zweimal wöchentlich kontrol» liert werden und sich durch Vorzeigung einer abgestempelten Kon» trollkarte hierüber ausweisen können. Die Auszahlung der Ar» beitslosenunterstützung erfolgt wöchentlich. Die Unterstützung kann in geeigneten Fällen in Naturalien gewährt werden. Zur Durchführung dieser Matznahmen beschloß die Gemeinde» Vertretung die Aufnahme einer Anleihe von 300 000 M., für die die Verzinsung inkl. der Provisionen 8 Proz. beträgt. Die Anleihe soll, wenn möglich, nach einem Jahre wieder zurückgezahlt werden. Zur Unterstützung der ostpreußischen Flüchtlinge beschloß die Ge- meindevertretung 500 M. zu bewilligen. Feststellung der Arbeitslosigkeit in Nowawes. Zur Feststellung, in welchem Umfange zurzeit in der Gemeinde die' Arbeitslosigkeit besteht, erläßt der Gemeindevorstand eine Aufforderung an alle Arbeitslosen beider Geschlechter, die bereits am 1. Juni 1914 ihren Wohnsitz am Ort hatten und keiner Organisation oder Vereinigung angehören, für welche ein eigener Arbeitsnachweis by- steht, sich am Donnerstag, den 8. Oktober 1914 und Freitag, den 9. Oktober 1914 im hiesigen Arbeitsnachweis» Linden» strahe 56, zu melden. Vergiftet hat sich das 23 Jahre alte Dienstmädchen Ida Rauhut aus der Landsberger Straße. Das Mädchen, das dort in einer Schankwirtschaft beschäftigt war, lernte vor 4 Wochen einen Ge» schäftsreiscnden kennen, der sich hier auf der Durchreise aufhielt, Freitagabend feiette sie Abschied von ihm, weil dieser wieder weiter» reisen mutzte. Kurz nachdem sich der Geliebte entfernt hatte, nahm das Mädchen eine Kleesalzlösung zu sich. Als die Wirtin sie später auffand, war die Lebensmüde schon tot. Ihre Leiche wurde be» schlagnahmt und nach dem Schauhause gebracht. Autodiebstahl. Ein Automobil im Werte von 14000 M. ist gestern der Photochemie G. m. b. H. in der Stolpischenstraße 37 ge- stöhlen worden. Der mutmaßliche Täter ist der Chauffeur der Ge- fellschast, der 25 Jahre alte Kraftwagenlenker Friedrich Schulze. Er hatte den Auftrag, das wertvolle Automobil nach der Garage zu bringen, ist dort mit dem Wagen aber nicht erschienen. Auch hat er sich seitdem nicht mehr sehen lassen. Es handelt sich um einen sechssitzigen Benzwagen, der schwarz lackiert und mit grauem Stoff ausgeschlagen ist. Er trägt die Nummer I. A. 3204. Berliner Asyl-Bercin für Obdachlose. Im Monat Sep- tember nächtigten im Männer-Asyl 14 133 Personen, im Frauen-Asyl 2213 Personen. Arbeitsnachweis wird erbeten für Männer und Frauen Wiesenstr. 55/59. Dem Berliner Aquarium sind unmittelbar vor Anbruch des Krieges aus Neukamerun zwei mächtige Giftschlangen geschenkt worden. Diese beiden, im Verhältnis zu ihrer Länge geradezu un- heimlich dicken, sogenannten Gabun-Vipern zeichnen sich be- sonders durch zwei klein« Schuppenhörnchen über den Naslöchern aus. Sic sind trotz ihrer großen Giftigkeit nicht besonders gefürchtet, da sie sich als überaus ruhige Tiere nur bei der härtesten Bedrängnis zur Wehre setzen. Die seltenen und auffallenden Schaustücke bewohnen im Verein mit anderen Giftschlangen das Terrarium Nr. 18, Im Zoologischen Garten kostet au diesem Sonntag, dem ersten im Monat Oktober, der Eintritt während des ganzen Tage? mir 25 Pf. die Person, für Erwachsene und Kinder. Von 4 Uhr nach- mittags bis 10 Uhr abends findet großes Konzert des Berliner Sinfonie-Orchestcrs unter Leitung seines Dirigenten, des Kapell, meisterS Maximilian Fischer, statt. Der wahre Jacob, der sich in seinen Ausgaben jetzt vorwiegend mit dem Krieg beschästigt, geht den Abonnenten am Dienstag zu. Die Aus- gäbe für Kolvorteurc und Händler erfolgt von den bekannten Stellen. Die .Vorwärts".Expedition. Lindenstr. 3, IV. Hos, gibt den.Wahren Jacob" in der Nacht vom Montag zum Dienstag von 1 Uhr ab, au Wiedcrverkäuscr aus. parteweranstaltungen. Charlottenburg. Dienstag, den S. Ottober, findet eine Mit- gliederversamn, lunq des Wahlvereins statt. Landtags, abgeordneter Genosse Hirsch wird über»Krieg und Sozialpolitik" sprechen._ Zrauen-Leseabenüe. Pankow. In beiden Bezirke» wird ein Bortrag gcbalten. Steglitz. Montag, den 5. Oktober, abends llß Uhr, bei Mocckah Florastr. 4. Vortrag des Genossen Döring. Wilmersdorf. Der Leseabend findet nicht Montag, sondern Dicns- tag, den 6. Oktober, abends ü'/i Uhr, bei Schilling, Lauenburgcr Str. 21, statt.. Briefkasten der Redaktion. Die furistische Sprechstunde findet Lindenstraße 3, vierter Hof, rechts, parterre, am Montag bis Freitag von 3 bis 6 Uhr, am Sonnabend von 5 bis 6 Uhr statt. Jeder für den Briefkasten bestimmten Anfrage ist ein Buchstabe und eine Zahl als Mertzeichen beizufügen. Briefliche Antwort wird nicht erteilt. Anfragen, denen feine Abonnementsquittung beigefügt ist, werden nicht beantwortet. Eilige Fragen trage man in der Sprechstunde vor. R. G. 15. Das hängt von dem Gutachten der einzelnen Unterstüßungsstellen ab. 5. F. 62. Wegen chronischer Krankheiten der Atmungsorgane werden Sie voraussichtlich für untauglich erflärt werden. - B. 5. 1. Menden Sie sich an das österreichische Kriegsministerium. 2. Außereheliche Kinder erhalten 6 M. monatliche Kriegsunterſtügung, in fofern die Verpflichtung des Einberufenen als Bater zur Gewährung des Unterhalts festgestellt ist. R. R. 14. 1. und 2. Während des Krieges find nur die Regelleistungen von der Kasse zu leisten. Welche das sind, ist ausführlich im Vorwärts" vom 12. August dargelegt. 3. Nein. " Verband der Freien Volksbühnen Karl Blaurock, Elfaſſerſtr. 1. Sonntag, 4. Oktober 1914: Nachm. 2, Uhr: Deutsches Theater: Was ihr wollt. Nachm. 3 Uhr: Montis Operetten- Th.: Minna von Barnhelm. Deutsches Opernhaus: Der Freischütz. Heute: Musikalische Unterhaltung. Kunstabend Sonntag, 4. Oktober 1914 Schiller- Th. Charl.: Weh' dem der lügt. i. Gewerkschaftshaus Lessing- Th.: Der Erbförster. Abends 8 Uhr: Montis Operetten- Th.: Minna von Barnhelm. Abends 8, Uhr: Montag bis Sonnabend: Minna von Barnhelm. Engelufer 15. Beginn des Konzerts um 6 Uhr und der Vorträge 7 Uhr. Mitwirkende: Fri. Hanna Buttkuẞ Frl. Elfriede Bilma( Rezitation) Herr Ernst Eckhof( Tenor) Frl. Mia Schäfer( Lieder z. Laute) Theater für Sonntag, 4. Oktober: Fri. Elli Prager( Gesang). Deutsches Opernhaus, Charlottenb. 3 Uhr: Freischütz. 8 Uhr: Der Troubadour. Deutsches Theater 7 U. Was ihr wollt. Kammerspiele 8 Uhr: Jedermann. Deutsches Künstler- Th. S Uhr: Gewonn. Herzen. Gebr. Herrnfeld- Theater 8 Uhr: Er kommt wieder. Zwei leuchtende Punkte. Ende gut- alles gut! Komödienhaus 8 Uhr: Es braust ein Ruf! Lessing- Theater 3 Uhr: Der Erbförster. 8 Uhr: Mein Leopold. Luisen- Theater 34, U.: Die Anna- Lise. 8% U.: Eroder Er. Der heilige Krieg. Lustspielhaus 817, U. Graf Pepi. Residenz- Theater 8 Uhr: Der Kaiser rief... Rose- Theater 3 Uhr: Am Altar. 8 Uhr: Die Waffen her. Schiller- Theater 0. 8 Uhr: Das Glück im Winkel. Schiller- Th. Charlottenbg. 3 Uhr: Weh' dem, der lügt. 8 Uhr: Grüne Ostern. Theater am Nollendorfpl. 8 Uhr: Immer feste druff! Volksbühne Montis Operettentheater( Neues Th.) 8, U.: Minna von Barnhelm 3 Uhr: Minna von Barnhelm Walhalla- Theater 8 Uhr: Berlin im Felde. URANIA Taubenstr. 48/49. Sonntag 4 Uhr: Lüttich und das belgische Land. ( Halbe Preise.) 8 Uhr: Die Weichsel u. die masurischen Seen. Montag 4 Uhr( Halbe Preise): Lüttich und das belgische Land. 8 Uhr: Geh. Reg.- Rat Prof. Dr. Kaufmann- Breslau: Rußland und England. Der tiefere Grund ihres Angriffes und eine notwendige Folge für ihre Zukunft. Eintritt gegen Entnahme eines Programms für 10 Pf. Mittags- Menu à 1,- Mark. Mocturtlesuppe Bouillon mit Mark Hecht grün Rhein. Rüben m. Rauchfleisch Rehragout Roastbeef engl. Hammelrücken Spießerkeule Kompott oder Salat Käse oder Torte. Kredit. Haus ALLE TAGE ANDERS Grösst. Haus a. Nettelbeckpl. regenüber d. Bhf. Wedding Möbel aut Kredit Grössie Auswahl in komplett. Schlafzimmern, Küchen etc. sowie Lieferung ganzer Wohnungs- Einrichtungen von uen allerbilligs.en bis zu d. elegant. Sachen 1 Zimmer 95 Mark Anz, M. 10, wöch. M. 1.2 Zimmer 150 Mark Anz. M. 15, wöch. M. 1.50 2 Zimmer 220 Mark Anz. M. 25, wöch, M. 2 1 2 Zimmer 350 Mark Anz.. 35, wöch. M. 2.50 Poisterwaren eigen. Fabr kat Waren- u. Möbel- Kredit- Haus ALLE TAGE ANDERS Pank-, Gerich.- und Reinickendorfer Str. Ecke A Flamme" Feuerbestattung mit allem Zubehör und Gebühren von 105 M. an. Voigt- Theater. Institut: Manteuffelstr. 111 Badstr. 58. Badstr. 58. Sonntag, den 4. Ottober: Aus Deutschlands großen Tagen. Kaffeneröffnung 7 Uhr. Anf. 8 Uhr. Vorverkauf vorm. 10-2 Uhr. Ab Montag, den 5. Oktober: Die Jüdin von Toledo. Theater Folies- Caprice 8% Possen- Theater Täglich: 81 Blinkfeuer: Landwehrleute. Fest steht und treu Leonhard Hasfel, Martin Kettner a. G. Reichshallen- Theater. Stettiner Sänger Anfang 8 Uhr. Sonnt. 7 Uhr. Casino- Theater. Lothringer Straße 37. Täglich 8 Uhr. Kriegsbilder Spezialitätenteil usw. 8. Schluß das neue Striegs- Volksstück: Mein Leben dem Vaterland. Loge 1,25, Sejjel 1,10, Parkett 80 Pf. Rang 50, Stubl 30, Sonnt. fl. Aufschl. Sonntag, 4. Oktober, nachm. 4 Uhr: Kriegers Heimkehr. Fernspr. Moritzpl. 5582 Broschüre gratis. Erstfl. Bezugsquelle f. Gardinen Teppiche etc.: Gardinenhaus Bernhard Schwartz Wallstr. 13( Spindlershof). Kataloge gratis u. franko Pelzwaren von Fabrik und Lager Stolas, Krawatten, Pelzhüten, Pelzjacken, Muffen, Pelzen, Kindergarnituren usw. Nur reelle Ware, von der einfachsten bis zur elegantesten. Tausende Sachen auf Lager. Auch Einzelverkauf zu billigen Preisen. Sonntags geöffnet. F. Kalmann, Kürschnermeister, nur Kommandantenst.15 1. Etage, b. d. Beuthstraße. Tel.: Zentrum 3917. Gegr. 1894 Art. 100. Die Unterstützung muß Ihnen werden. E. T. Ja. Köhler. Herzfrant. M. S. 11. 1. Nein. 2. und 3. Wer dort aus zuzahlen hat, tönnen wir ohne Kenntnis des Testaments nicht wissen, Benden Sie sich an das Gericht oder an den etwa eingesetzten Testaments vollstrecker. A. B. 54. 1. In der Regel von 1200 M. ab. 2. Ja. 3. Sie müßten an das Gericht einen Antrag stellen und dann den Austritt vor dem Gericht erklären. Austrittsformulare erhalten Sie an den bekannten Stellen. P. 2. 11. Wegen Herzfehler voraussichtlich nur landsturmpflichtig. 5. B. 932. Ja. D. Friedrichshagen 65. Leider nein. Amtlicher Marktbericht der städtischen Marktballen- Direktion über den Großhandel in den Zentral- Markthallen.( Ohne Verbindlichkeit.) Sonnabend, den 3. Oftober. Fleisch: Rindfleisch per 50 kg, Ochsenfleisch Ia 74-83, do. Ila 68-72, do. IIIa 56-66; Bullenfleisch la 70-73, bo. IIa 60-66; Kühe, fett 50-60, do. mager 45-50, Fresser 60-68, do. holl. 50-58, Bullen, dän. 58-66. Kalbfleisch: Doppellender 110-120; Mastfälber Ia 75-85, do. IIa 60-74; Stälber ger. gen. Hammelfleisch: Mastlämmer 83-86; Hammel Ia 77-82, bo. IIa 73-76; Schafe 70-81. Schweinefleisch 60-70. Todes- Anzeigen Sozialdemokratischer Wahlverein f. d. 1. Berl. Reichstagswahlkreis. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser treues Mitglied Ernst Markert bei den Kämpfen im Westen ge fallen ist. 204/4 Ehre seinem Andenken! Der Vorstand. Sozialdemokratischer Wahlverein f. d. 2. Berl. Reichstagswahlkreis. Bezirk 133. Am Donnerstag, den 1. Dttober, verstarb unser Genoffe Richard Malonn Dieffenbachstr. 37. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Montag, den 5. Oktober, nachmittags 4, Uhr, von der Leichen halle des Heilig- Kreuz- Kirchhofes in Mariendorf, Eisenacher Straße, aus statt. Um rege Beteiligung bittet 206/19 Der Vorstand. Verband d. Brauerei- u. Mühlenarbeiter u. verw. Berufsgenossen. Zahlstelle Berlin. Den Mitgliedern diene zur Nach richt, daß unser Kollege Richard Malonn Bergschloßbrauerei, nach lurzer Krankheit verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Montagnachmittag 25 Uhr auf dem Heiligkreuz- Kirchhof, Mariendorf, Eisenacher Str. 62, statt. am Rege Beteiligung erwartet 43/20 Die Ortsverwaltung. Sozialdemokratischer Wahlverein 1. d. 3. Berl. Reichstags- Wahlkreis. Nachruf. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Genosse Karl Dornick im Felde verwundet wurde und am 29. Auguft im Lazarett gestorben ist. Ehre seinem Andenken! 208/18 Der Vorstand. Sozialdemokratischer Wahlverein f. d. 4. Berl. Reichstagswahlkreis. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß folgende Genoffen im Felde gefallen find. Paul Weimann Schlosser, Lebuser Str. 15; Otto Lange Buchbinder, Weidenweg 59; Franz Schlegel Tischler, Goßlerstr. 20. Ferner verstarb auf der Fahrt zum Feftungsbau Friedrich Voigt Maurer, Stalizer Str. 59 a. Ehre ihrem Andenken! Der Vorstand. 216/1 Allen Genoffen, Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß unser lieber Sohn und Bruder, der Konsumangestellte 1675 Alwin Beier in Köln, früher bier in der Großeinkaufsgesellschaft beschäftigt ge wesen, am 2. Oftober im Alter von 24 Jahren verstorben ist. Um stilles Beileid bittet Bichard Beier nebst Frau und Tochter, Müllerstr. 153. Die Beerdigung findet Montag, den 5. Oftober, nachm. 3 Uhr, von der Leichenhalle der Nazarethgemeinde in Reinidendorf, Kögel straße, aus statt. Freie Turnerschaft Lichtenberg ( Mitgl. d. Arbeiter- Turnerbundes.) Unseren Mitgliedern die traurige Nachricht, daß unser Turngenosse Alfons Seikel am 30. August auf dem westlichen Kriegsschauplatz gefallen ist. Wir verlieren in ihm einen unserer Besten und werden wir sein Andenken stets in Ehren halten. 186/9 Der Vorstand. Am 29. August fiel auf dem Felde der Ehre im Alter von 24 Jahren unser lieber Sohn, Bruder, Schwager und Bräutigam Gustav Markwadt Unteroffizier des Reserve Infanterie- Regiments 150. 9 Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Johannes Markwadt und Frau Geschwister und Schwager Elife Knüppel als Braut Familie Knüppel. Lichtenberg- Rummelsburg. Am 20. September starb auf dem Kriegsschauplatz im Westen mein innigitgeliebter Mann, Sohn Schwiegersohn, Bruder, Schwager und Onkel, der Straftwagenführer Wilhelm Hoffmann im 32. Lebensjahre. Im tiefsten Schmerz die trauernde Battin Anna Hoffmann geb. Leu. Weißensee, Lehderstr. 65, part. Allen Freunden und Bekannten hiermit die traurige Mitteilung, daß mein innigftgeliebter Mann, unser treusorgender, zärtlich geliebter Vater, Schwiegersohn und der Gefreite Schwager, Reserve der Gemüse, inländisches: Kartoffeln, Dabersche 50 kg 3,25-3,75; weiß Kaiserkronen 3.25-3,50; Magnum bonum 3,25-3,50; Borree, Schod 0,60-0,80; Sellerie, Schock 3-7,00; Spinat 50 kg 8,00-10,00 Mohrrüben 2,25-2,50; Bohnen 50 kg 15,00-20,00; Wachsbohnen 50 kg 15,00-20,00; Kohlrabi Schod 0,70-1,00; Wirsingkohl Schot 4,00-8,00; Weißfohl Schod 3,00-7,00, Rottohl, Schod 4,00-8; Kohlrüber Schod 3-5,00; Teltower Rüben 5-12; Blumento bl. Erfurter, 100 1 6,00-16,00, Rosenkohl 50 kg 22-25, Meerrettich Schod 7,00-12,00, Petersilien wurzel Schodbund 1.00-3,00; Radieschen Schockbund 0,70-1,00; Sala Schod 1,50-2,50; 8wiebeln, 50 kg 5,00-5,50; Tomaten 50 kg 9,00-14,00 Biefferlinge 50 kg 30-35;( Surfen, Schod 1,25 2,50; Senjgurfen, Schod 7,00-10,00; Einlegegurten, Schod 0,60-1,50. Stürbis 50 kg 1,50-3,00. Wetteraussichten für das mittlere Norddeutschland bis Montagmittag: Ziemlich fühl, anfangs größtenteils trübe mit weitverbreiteten, besonders im Küstengebiete stärkeren Regenfällen. Später oftwärts fortschreitende langsame Aufheiterung. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung unseres lieben Baters und Schwagers Spezialarzt 1. Hants, Harn, Frauenleiden, nerv. Schwäche, Beinfranke jeder Art, Ehrlich Hata Kuren in u. Co. fonz. Laborat. j Bluts Max Swiderek Dr. Homeyer sagen wir allen Bekannten und untersuchung., Fäden i. Harn usw. Bereinen, insbesondere dem Gesang Friedrichstr. 81, gegenüber berein Dant Solidarität" unsern besten 47A Die trauernden Hinterbliebenen. Für die uns zu Teil gewordene Ch rung zu unserer Silberhochzeit, sagen wir allen Verwandten, Freunden und insbesondere den Kollegen der D.-K. se der Stadt Berlin, unseren her lichsten Dank. Alb. Brucksch und Frau Graunstr. 19. Banoptikum Spr. 10-2, 5-9, Sonnt. 11-2. 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Du kämpftest sorgend für Dein junges Leben, In unfren Herzen stirbst Du nie. Am 15. September starb im Felde unser Genosse Otto Wünsch. Ehre seinem Andenken! Die Genossen des Bezirks 196 III, IV. Kreis. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung meiner lieben Frau Marie Rundmann age ich hiermit allen lieben Verwandten und Bekannten, i..sbesondere dem Wahlverein 4. Kreis, 37. Abteilung, sowie Herrn Teschfe für feine trostreichen Worte herzlichen Dant. Der trauernde Gatte Hans Rundmann. Aus Verkauf nahmsweiser sehr billiger hocheleganter Anzüge oder Paletots von Prima- Stoffen u. Zutaten nach Mass in künstlerischer Passform 55 Mark Kein Zwang zur Abnahme, wenn die Garderobe nicht tadellos sitzt J. Kurzberg& Co Rosenthaler Str.36 I Treppe. A Ein Posten Ein Posten Ein Posten Ein Posten Ein Posten für das Alter von 2-4 Jahren, 400 jetzt Kittel- Anzüge früher 8.00 M. M. M. Jünglings- Anzüge Alter v.9-14.J., fr.12.50 jetzt 2reih. 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Kindermilch aus eigener Kuhhaltung, roh Kefyr, Dr. Axelrods Joghurt. Beide gewonnen unter dauernder tierärztlicher Aufsicht Süße Sahne, saure Sahne, Schlagsahne, prima Butter. Buttermilch, Medizinal- Buttermilch. Käse: Neufchâteler, Frühstückskäse, Kümmelkäse, frischer weißer Käse( Quark), Harzer Käse, Camembert, Kaiserkäse. Bienenhonig, Apfelmilch. Erzeugnisse der Bolleschen Obst- u. Gemüse- Anlagen im Sommer frisch zugeführt, im Winter konserviert. Gelees. Marmeladen. Verschiedene Früchte in Zucker. Diverse Gemüse. Säfte und Fruchtweine. Sämtliche Erzeugnisse sind hergestellt unter Verwendung reinster Raffinade und unter Vermeidung irgendwelcher schädlicher Konservierungsmittel. Man verlange Preisliste. Trinkkuren von Milch, Sahne, Joghurt in unserem Laden Alt- Moabit 100, gegenüber dem Kleinen Tiergarten werden angelegentlichst empfohlen.