Nr. 273.- 31. Jahrg. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Breis pranumerando: Bierteljährl. 3,30 M., monatl. 1,10 M., wöchentlich 25 Pig, frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags. mummer mit illustrierter Sonntags Beilage„ Die Neue Welt" 10 Pg. Boſt Abonnement: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in die Post Zeitungs. Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2,50 Mart, für das übrige Ausland Mark pro Monat. Postabonnements rehmen an: Belgien, Dänemark, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz Ericheint täglich. Vorwärts Berliner Volksblaff.qanlega 5 Pfennig Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Kolonelzeile oder deren Raum 60 Bfg., für politische und gewerkschaftliche Vereins. und Bersammlungs- Anzeigen 30 Bfg. ,, Kleine Hnzeigen", das fettgedruckte Wort 20 Pfg.( aulässig 2 fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 10 Big. Stellengesuche und Schlafftellenan zeigen das erste Wort 10 Pig., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buch staben zählen für zwei Worte. Inferate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet Telegramm- Adresse: " Sozialdemokrat Berlin" Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 68, Lindenstraße 3. Fernsprecher: Amt Moritzplak, Nr. 151 90-151 97. Dienstag, den 6. Oftober 1914. Expedition: SW. 68, Lindenstraße 3. Fernsprecher: Amt Morikplat, Nr. 151 90-151 97. Weitere Fortschritte vor Antwerpen. und großen intelligenter, pflichtAmtlich. Großes Hauptquartier, 5. Ok- sation, web terrängsfreudiger Straßte, wie fie fich für Minionen nach vierwöchiger Schlacht. treuer, Bei im übrigen ähnlicher Tüchtigkeit der beiderseitigen Heere tober, abends.( W. T. B.) Vor Antwerpen beere nur in einem auf hoher Stufe der Bildung und Gefittung sind die Forts Forts Kessel Kessel und Brochem zum stehenden Wolfe finden. Schweigen gebracht. Die Stadt Lierre und das Eisenbahnfort an der Bahn Mecheln- Antwerpen find genommen. Auf dem rechten Flügelin Frankreich wurden die Kämpfe erfolgreich fortgesetzt. In Polen gewannen die gegen die gegen die Weichsel vorgehenden deutschen Kräfte Fühlung mit den russischen Truppen. Westlicher Kriegsschauplah. Befestigung von Städten auf dem Wege nach Paris. und ihrer Führung aber gibt den Ausschlag in einer Entscheidungsschlacht der hier in Rede stehenden Art die überlegene physische und feelische Kraft der Truppen und ihrer Führer. In keinen anderen Lebensverhältniffen wird die Leistungs- und Widerstandsfähigkeit großer Menschenmassen auf so harte und andauernde Probe wie dort gestellt. Nach wochenlangem Ringen stellt sich unvermeidlich auf beiden Seiten Ermattung der Kräfte ein. Aber auf einer Seite wird sich der Wille zu siegen, schließlich doch stärker und nachhaltiger als auf der anderen erweisen, und ihr wird die Palme des Sieges aufallen, vielleicht, wie bei Mukden, infolge eines Teilerfolges, ber unter anderen Berhältnissen kaum Bedeutung gehabt hätte. Hierauf gründet sich unsere feste Zuversicht, daß wir troß der großen Vorteile, die unseren Gegnern die Kriegführung im eigenen Lande, besonders in der Nähe ihrer an Hilfsmitteln reichen Hauptstadt bietet, den Sieg erringen werden. 1 Bier Wochen währt jetzt schon die Schlacht in Frankreich nach ihrer Dauer wie ihrer Ausdehnung wohl ohnegleichen in der Weltgeschichte. Bier Wochen stehen sich jetzt schon die Hunderttausende auf beiden Seiten gegenüber, fast ununterbrochen kämpfend, ringend um jeden Fußbreit Erde. Wer von uns, die wir daheim hinter dem Ofen siten, vermag zu ermessen, was das bedeutet? Wohl schaudert uns, wenn draußen der Wind um die Eden pfeift und der Regen in großen Tropfen gegen das Fenster klatscht, und wenn dann unsere Gedanken hinschweifen zu denen, die dort draußen im Felde stehen. Aber wer fann auch nur halbwegs wirklich nachempfinden jenes Maß von Entbehrungen, Anstrengungen, Gefahren, denen unsere Kämpfer dort tatsächlich ausgesetzt sind und waren? Was wir über die Einzelheiten der Schlacht wissen, ist nicht so gar viel. Die knappen Meldungen des Generalstabs geben ja Ein deutscher Schüßengraben. nicht viel mehr als ein trockenes Aufzählen von Namen; was wir erfahren, ist allenfalls, wo dann und wann gefämpft wurde und Baris, 4. Oktober.( W. T. B.) Der Matin vom 1. Oktober mer in diesem Kampfe fiegreich blieb. Die Art dieser Kämpfe bringt einen Leitartikel zum Verständnis der Schlacht an der fennen wir nicht, noch wissen wir von dem Wetter, noch sehen Marne mit, dem Querschnittbild eines deutschen wir die Verluste, mit denen die Erfolge erfauft wurden. Wir Schüßengrabens und schreibt: Betrachtet genau dieses können nur mutmaßen und nach knappen, eiligen Sägen in Kopenhagen, 5. Oktober.( W. T. B.)„ Bolitiken" meldet aus Bild, und ihr werdet verstehen, warum die Schlacht an der Aisne ein paar Feldpostbriefen versuchen uns auszudenken, wieviel London: Der Gouverneur von Baris schlug Joffre noch anbauert. So fehen die deutschen Schüßengräben aus. Die Mut, wieviel Aufopferung, wieviel Entbehrungen hinter den vor, alle Städte in der Umgebung von Paris zu befestigen, die bei Infanterie richtet sich in richtigen fleinen Feftun trockenen Daten der Generalstabsberichte zu suchen ist. bem Borrücken der Deutschen widerstandslos in Feindes Hand gegen ein, geschützt vor dem Gesehenwerden und vor den Kugeln. In einem jener Feldpoftbriefe las man fürzlich eine Stelle, fallen sind. Die Befestigung soll so start wie möglich Das Regenwasser fließt in einen hinteren Abflußgraben hinein. gemacht werden, so daß die deutschen Truppen bei einem neuen Die Leute können siben und schlafen. Weder unsere Artillerie die etwa folgendermaßen lautete: Wenn einer uns vor dem Borstoß auf weit größere Hindernisse und stärkeren Widerstand noch unsere Infanterie kann die so eingegrabenen Deutschen sehen. Ariege vorausgesagt hätte, wir würden imftande sein, all das zu stoßen, als bei dem Vorrüden gegen Paris im Auguft und Sep- Die Granaten sind nur wirksam, wenn sie genau in den Graben ertragen, was wir jetzt tatsächlich durchmachen, tember. Mit Billigung Joffres werden folgende Städte befestigt: fallen. Hier wird der Angriff zur Jagd. Die Ge- im Felde geleistet wird, geht oft über das hinaus, was MenschenSenlis, Gisors, Saint- Magent, Montmorency, fahr wächst überall aus dem Boden heraus. Bevor man den Beauvais, Chantilly, Meleu, Mantos und Me aur. Feind besiegt, muß man ihn ausgraben. Bedenkt ferner, daß die Die Garnison dieser Städte wird aus den Rekruten des Jahr deutsche Artillerie ebensolche befestigte Stellungen hat, daß ganges 1914 fowie den Divisionen der Armee bestehen, die unter fie von Drahtverhauen umgeben ist und daß zwischen den GePaus Leitung in Südfrankreich gesammelt wurde. schüßen Maschinengewehre auf unsere Stürmer lauern, daß hinter In Creusot wird Tag und Nacht an der Herstellung den Feldgeschüßen schwere Artillerie steht, deren große Tragweiten schwerer Artillerie gearbeitet, die Mitte Oftober an die jeden Rüdzug mit einer Feuermauer deckt. Denkt an alles, und ihr werdet ermessen können, was es für Anstrengungen loftet, Front geführt werden soll. eine Armee, welche so Fuß gefaßt hat, aus ihren Stellungen zu vertreiben. Notiz des W. 2. B.: Aus dieser Meldung geht deutlich hervor, daß die Franzosen mit einem erfolgreichen Vordringen der Deutschen rechnen. Zur Charakteristik der Millionenschlacht. so hätten wir fräfte in normalen Beiten leisten fönnen. Nur der zäheste Wille, sich durchzusehen, nur die stärkste Entschiedenheit, nicht zu berzagen, fann das auf sich nehmen. Man muß ehrlich bewundern, was unsere Truppen draußen im Felde leiften! Bewundern aber auch das, was ihre Gegner daransezen, die trop des gewaltigen Kraftaufwandes der Unferen sich noch immer halten und den Kampf bis aufs äußerste führen. An dieser Stelle ist stets gewarnt worden vor einer Unterschätzung der feindlichen Macht. Und als gar nach den ersten furchtbaren Schlägen gegen Frankreich dort eine Regierung zustande fam, in der alle Parteien und Richtungen des Volkes ihre Vertretung fanden, da ist hier sofort darauf hingedeutet worden, daß dieser Vorgang die Kraft der Abwehr im französischen Volke ganz gewaltig stärken würde. An die Stelle des Regierungskrieges war Frankfurt a. M., 4. Oktober.( W. 2. B.) Die Frankfurter ein Bolkskrieg, der Verzweiflungskampf einer Nation getreten; T. Zeitung" meldet aus Genf: Aus Havre wird dem Journal de Genève" gemeldet, daß die Landung kanadischer Truppen bevorstehe. und was das heißt, das hat die Geschichte schon oft genug gelehrt. Offiziere fowie Unteroffiziere feien bereits im Norden Frankreichs Noch immer ist die endgültige Entscheidung der großen angelangt, um die Operationen zu organisieren. Der englische Schlacht in Frankreich nicht abzusehen. Immerhin, was wir bis Generalstab, der Havre als Operationsbasis gewählt habe, habe jetzt gesehen haben, gibt uns die Hoffnung, daß wir über kurz mehrere Gebäude zu diesem Zwed auf zwei Jahre gemietet. In oder lang doch die Sieger in dem blutigen Ringen sein werden. Havre selbst würden etwa fünftausend Mann einquartiert werden. Mehrere öffentliche Gebäude sowie der Regattapalast feien in Lazarette umgewandelt worden. Landung kanadischer Truppen bevorstehend. Bedrohung deutscher„ Spione". Aber wir müssen auch wieder damit rechnen, daß der Gegner nur Schritt vor Schritt zurückweicht, daß er neuen, zähen Widerstand an anderer Stelle vorbereiten wird, daß wir ihn zwar ichlagen, aber nicht bezwingen werden. Der Sieg würde so der Anfang neuer schwerer Strapazen und Kämpfe fein, um so schwerer, je mehr es in den Winter geht. Eine leise Hoffnung regt sich, daß doch aus dem entsetzGeneral v. Blume schreibt unterm 2. Oktober: Für das Verständnis einer großen neuzeitlichen Entscheidungsschlacht, wie solche seit dem 10. September in Frankreich tobt, sei in Ergiinzung des darüber bereits Gesagten noch folgendes angeführt. Bei Beginn jener Schlacht hatte das in südlicher Richtung einheitlich vorrückende deutsche Heer, an der Marne angelangt, eine Frontbreite von etwa 160 Kilometer. Im Verlaufe der Schlacht hat die Breite noch erheblich zugenommen. Am 30. September, wo unser rechter Flügel siegreich bei Albert focht, während der linke auf dem rechten Maasufer südlich von Verdun kämpfte, betrug fie fast 250 Kilometer. Die Zahl der Streiter fann auf beiden Seiten wohl auf je eine Million geschäßt werden. In einer unter solchen KraftBaris, 4. Oftober.( W. T. B.) Das Oberkommando hat in und Raumverhältnissen stattfindenden Schlacht zwischen einigermaßen ebenbürtigen Gegnern kann die Entscheidung nur langsam Versailles durch Maueranschlag bekanntgegeben: Jeder Deutsche, heranreifen. Die Handlung zerfällt naturgemäß in eine Reihe von welcher hinter der Front in 8ibil! leidung angetroffen räumlich und zeitlich getrennten Einzelschlachten und anderen Unter- wird, wird als Spion betrachtet. Wer die Zivilfleidung geliefert lichen Ringen bei den Franzosen der Wunsch nach Frieden nehmungen der Armeen, denen ihre Aufgaben seitens des not- bat und wer diese Tatsache kannte, ohne die Militärbehörde zu be- erwächst. Es ist für alle verantwortlichen Stellen bei uns, es wendigerweise fern von der ausgedehnten Front weilenden obersten nachrichtigen, wird als Helfershelfer betrachtet. Jeder Deutsche, ist ebenso auch für die Truppen, die für uns draußen im Felde Heerführers nach einheitlichem Plane gestellt werden. Die Ginzel- welcher nicht auf den ersten Anruf steht, wird erschossen. stehen, wohl selbstverständlich, daß Deutschland nur einen schlachten usw. aber verlaufen, hauptsächlich infolge der Vervoll- Jede Truppe von mehr als drei bewaffneten Deutschen hinter der ehrenvollen Frieden schließen kann. Aber ein für uns ehrengleich starter Truppenmassen früherer Zeiten. Und die in einer der- und erschossen. Jede Zivil- und Militärperson, welche des Diebstahls auf voller Friede braucht deshalb ja noch nicht ein Friede zu sein, der artigen Teilschlacht fallenden Entscheidungen pflanzen sich nicht, den Schlachtfeldern überführt ist, wird vor ein Kriegsgericht gestellt. Frankreich Unehre machen müßte, wenn Frankreich wirklich den Willen zeigt, sich von Rußland loszusagen und den Kampf gegen wie Entscheidungen in fleineren Verhältnissen, unmittelbar auf die anderen Zeile der breiten Front fort. Vielmehr kann eine von einer Die belgische Verteidigung Antwerpens. Deutschland einzustellen. Das Blut, das auf den Feldern FrankArmee heute erlittene Niederlage morgen durch geschicktes Ein- Amsterdam, 4. Oktober.( Privattelegramm des Bor- reichs von den Unseren vergoffen wurde, hat den Boden gut gegreifen der Nebenarmeen oder der Hauptreserve oder auch durch wärts".) Die belgische Gesandtschaft in London erhielt eine Ant- düngt. Gelingt es, wofür ja jebt so vieles spricht, die Masseneinen an anderer Stelle der Gesamtfront erzielten Erfolg wettgemacht werden. Zieht sich aber die Entscheidung schon aus diesen werpener Mitteilung, daß die Belgier östlich der Senne durch schlacht in Frankreich siegreich zu beenden, so wird Frankreic Gründen unvermeidlich in die Länge, so wird hierdurch Zeit und deutsche Artillerie gezwungen wurden, über die Nethe zurückzu- wohl erkennen müssen, daß es militärisch Deutschland nicht geGelegenheit zur Herstellung starker und ausgedehnter Befestigungs- gehen, wo jest das Heer in starter Stellung mit allen Kräften wachsen ist, selbst wenn England und Rußland ihm zur Seite anlagen im Gelände sowie zu Truppenverschiebungen großen Stils widerstehen wird. Die Nethe fließt hinter den eingenommenen stehen; daß es wohl imftande ist, die Verteidigung des Landes vielleicht unter Benußung der Eisenbahnen, geboten, Maßnah- vier füdöstlichen Forts. Die Meldung bekennt also die Einnahme ehrenvoll, durchhaltend bis zum äußersten, zu führen; daß es men, die geeignet sind, den Verlauf der Schlacht weiterhin wechsel- der Forts. aber kaum hoffen darf, die Deutschen noch wieder, ohne daß etwas voll und langwierig zu gestalten. Das Handelsblab" teilt ben Tegt der am Freitag von einer Unvorhergesehenes, Unberechenbares eintritt, über die Grenzen In dieser Weise fönnen fampftüchtige Heere wochenlang mit- Taube" verstreuten Flugblätter mit, in denen belgische Soldaten zu werfen. Das müßte dann doch bei unseren Gegnern eine einander ringen, ehe die Einbußen eines von ihnen so groß werden, aufgefordert werden, nicht weiter für die Intereffen russischer auf Verständigung, auf Entgegenkommen gerichtete Stimmung daß es sich zum Weichen veranlaßt sieht. Die Verluste an Toten, Fürsten und englischer Rapitalisten einzustehen. Bei der Be- schaffen, und das wäre der schönste Erfolg der bluVerwundeten und Kampfmaterial sowie die größere oder geringere Fähigkeit zur leberwindung der Schwierigkeiten, auf die die Er- fchießung fielen belgische Schrapnells auf Straßen und Häufer und tigen Schlacht. Das wäre der reichste Bohn jener Braven, nährung der Truppen, der Munitionserfaß, die Gesundheits-, Kran- töteten zwei Personen. die dort jetzt seit vier Wochen in Wind und Wetter, im Hagel ten- und Verwundetenpflege in einer Millionenschlacht stoßen, werden die Dauer der Widerstands- und Leistungsfähigkeit der Truppen Der Schutz der Antwerpener Kathedrale. der Geschoffe aushalten- dieſe nahe Aussicht, nach all dem Unben start beeinflussen. Die Größe dieser Schwierigkeiten weiß nur ber Christiania, den 5. Oktober. Auf dem Turm der ganz zu würdigen, der das Leben zahlreicher, eng bersammelter Truppenmassen im Felde und das gewaltige Getriebe hinter ihrer Stathedrale haben die Antwerpener das Flaggenzeichen der Front, besonders in Feindesland, aus eigener Erfahrung fennt. Wiener Konvention gehißt, um anzudeuten, daß es sich um Zu ihrer Ueberwindung bedarf es außer gediegener Heeresorgani- ein historisches Kunstwert handelt. geheuerlichen an Mühen und Entbehrungen wieder heimwärts ziehen zu können zu den Ihren, die sie so lange entbehrt haben, wenn fie natürlich, foll es so sein, auch entschlossen sind, noch lange weiter ihre Pflicht zu tun wie bisher, so lange, bis der Sieg endgültig unser ist! Gedrückte Stimmung in Antwerpen. London, 5. Oktober.( W. T. B.) Der Korrespondent der Times" in Antwerpen gibt folgendes Bild der belagerten Festung: In der Stadt selbst merkt man vorläufig nicht unmittelbar, daß der Feind nahe ist. Das Bombardement ist noch so entfernt, daß der Geschüßdonner nicht in Antwerpen hörbar ift. Aber abgesehen davon spürt man die Nähe des Feindes deutlich. Die Straßen sind den ganzen Tag gedrängt voll von ungeheuren Menschenmassen, die feine Ruhe finden können, um ihre Berufsarbeit fortzusehen. In den Hauptstraßen sind die Bürgersteige aufgerissen und die Steine zu Barrikaden aufgebaut. Militärautos und Wagen vom Roten Kreuz, lettere mit Verwundeten von den Außenforts, fahren unaufhörlich von und nach der Stadt. Sobald Wagen kommen, stürzt das Volt vor, um Neues von der Front zu hören. Scharen verkommener Flüchtlinge von Liere, Dueffel und anderen Städten der Umgegend langen an und bieten ein Bild tiefster Verzweiflung und Not. Gestlicher Kriegsschauplatz. Der Eindruck der Kriegsereignisse in Rußland. " Vom österreichisch- russischen Kriegsschauplatz. Der russische Rückzug aus Ungarn. Budapest, 5. Oktober.( W. T. B.) Der Obergespan des Marmaroser Komitats hat an die Szatmarer Behörden ein Telegramm gerichtet, in dem er die erfreuliche Nachricht mitteilt, daß sich die russischen Truppen im Rüdzuge befinden und keine Gefahr mehr vorhanden sei. Mangel an Munition seine Verteidigung einstellen, da zwei feind liche Schüsse den Laderaum getroffen hatten, in dem die Hälfte der Munition verstaut war. Um das Schiff nicht in feindliche Hände fallen zu lassen, wurde es durch 12 vorher angebrachte Spreng patronen und durch Deffnen der Lanzschieber versenkt. Die Bes sagung hatte sich eingebootet und wurde in dem spanischen Fort aufs beste aufgenommen. Sie befindet sich jetzt in Las Palmas auf den Kanarischen Inseln. Deutschland und England. Die österreichisch- ungarischen Truppen haben sich, nachdem sie Amtlich. Berlin, 5. Oftober.( W. T. B.) Die„ Nords Mamsziget geräumt hatten, in eine ausgezeichnete Position bei deutsche Allgemeine Zeitung" schreibt: Die von uns in Nr. 240 unterm 3. d. Mts. aus der„ Kopen= Heßzumszoe zurückgezogen und haben dort die von mehreren Seiten eintreffenden Hilfskräfte abgewartet. Sie gingen dann hagener Nationaltidende" wiedergegebenen Aeußerungen des zur Offensive über. Die Schlacht hat für die österreichisch- unga-| Staatssekretärs von Jagow über Englands Spiel mit der belgirischen Truppen günstig begonnen. schen Neutralität haben den britischen Unterstaatssekretär Acland zu einer durch Reuters Bureau mit folgendem Telegramm verbrei teten Erwiderung veranlaßt: Die Choleragefahr auf dem galizischen Kriegsschauplatz. T Wien, 4. Oktober.( W. T. B.) Vom Sanitätsdepartement des Kristiania, 5. Oktober.( W. T. B.) Im Morgen- Ministeriums des Innern wird mitgeteilt: Am 4. Oktober find in bladet" erzählt ein Norweger, der aus Petersburg mähren, in Bohrlis( Bezirk Auspis) und Neugasse bei Olmütz ebenso heimgekehrt ist, daß der Sieg des Generaloberst in Jägerndorf in Schlesien je ein Fall asiatischer Cholera von Hindenburg in Ostpreußen und die Nieder- bakteriologisch festgestellt worden. Es handelt sich um Personen, die lage der Russen einen lähmenden Eindruck in vom nördlichen Kriegsschauplatz eingetroffen find. Petersburg gemacht hätten. Nicht weniger groß sei die Trauer darüber, daß zwei Generale, auf die man die größten Vom österreichisch- serbischen Hoffnungen gesetzt habe, gefallen sind. Das Publikum sei vorbehaltlos über die Niederlage unterrichtet worden. Man habe zwar keine Einzelheiten angegeben, aber den Umfang und die Bedentung der Katastrophe anerkannt. Von dem. Kriegsschauplatz. Zusammenstöße in Neu- Serbien. Augenblick an habe sich die Kriegsbegeisterung in Petersburg Saloniti, 4. Oktober.( W. T. B.) In Jich tip kam es zwischen start abgekühlt. Die späteren Erfolge gegen Einwohnern und serbischen Gendarmen zu einem blutigen Zusammen Desterreich hätten nicht vermocht, dies ganz auszugleichen. Stoß, da die Einwohner sich weigerten, sich in die serbische Armee einreihen zu lassen. Zahlreiche Man sehe jedoch vertrauensvoll der Zukunft Familien fliehen nach Strumiza. entgegen und hoffe auf den Sieg, fürchte aber, daß das Heer zu wenig Offiziere haben werde. Japanische Hilfstruppen in Rußland? " Der Krieg und die Kolonien. Heftige Angriffe gegen Kiautschou. Nichtamtlich. Kopenhagen, 4. Oftober.( W. Z. B.) Politiken" erfährt von einem glaubwürdigen Dänen aus Dünaburg, daß dort London, 4. Oktober.( Nichtamtlich.)( W. T. B.) Aus Peking am 26. September sich mehrere Militärzüge mit japanischen Truppen wird gemeldet: Die englischen Streitkräfte unter General Barnardiston befanden. Eisenbahnbeamte erzählten ihm, daß bis zum 26. Sep- feßen mit großer Energie den Angriff auf Kiautschou fort. Die tember insgesamt 160 Büge zu je 35 Waggons von Wladiwostock deutschen Truppen zogen sich auf Tsingtau selbst zurück, dessen Forts angekommen seien. Russische Offiziere bestätigten diese Mitteilungen Tag und Nacht tätig sind. Das Feuer ist besonders gegen die und fügten hinzu, die Japaner feien für Wilna bestimmt, wo sich japanischen Stellungen gerichtet. Deutsche Aeroplane versuchten das russische Hauptquartier befinde. Nach Aussage der Offiziere wiederholt, die japanischen Kriegsschiffe durch Bomben zn zerstören. kommen bis auf weiteres täglich 15 Züge an; die Gesamtzahl der Die Engländer und Japaner treffen Vorbereitungen zu einem enterwarteten Japaner belaufe sich auf 150 000. scheidenden Borstoß gegen Tsingtau. Die Meldung flingt nicht gerade wahrscheinlich. Es ist sogar mehr als unwahrscheinlich, daß die Japaner ihren Feinden von morgen heute japanische Truppen als Der Seekrieg. Kanonenfutter für die europäischen Striegsschauplätze liefern Ueber das Gefecht zwischen dem deutschen sollten, da sie ihre militärischen Kräfte zur Behauptung ihrer Stellung in Ostasien selbst dringend ge- Hilfskreuzer„ Kaiser Wilhelm der Große" und brauchen können! Es müßte denn sein, daß sie ihre Soldaten gegen schweres Geld verkauften, um ihre schlechten Finanzen aufzubessern und anderweitige Rüstungen erfolgreicher betreiben zu können. Europäische Beispiele aus dem 18. Jahr hundert könnten sie ja dazu verleiten. Glaubhaft klingt darum aber die Nachricht noch keineswegs! Furcht in Warschau. Petersburg, 4. Oftober.( Meldung der Petersburger Tele graphen- Agentur.) Der Militärgouverneur von Warschau und Umgegend hat durch Anschlag folgendes bekannt gemacht: In letter Zeit ist die Bevölkerung durch absurde Gerüchte über eine mögliche Besetzung der Stadt aufgeregt worden. Auf Befehl des Armeekommandanten bringe ich zur öffentlichen Kenntnis, daß Warschan und seine Umgegend wie bisher von seiten des Feindes außerhalb jeder Gefahr sind. Ich bitte daher auch die Einwohner ruhig zu bleiben und ihren Geschäften wie im Frieden nachzugehen. Aus dem Tagebuch eines französischen Stabsarztes. Der Presse werden die nachstehenden Aufzeichnungen zur Berfügung gestellt. Sie stammen von dem Arzt der vierten Kompagnie des französischen 6. Pionierregi ments und sind auf einem Schlachtfelde in Nordfrankreich in die Hände der deutschen Truppen gefallen. Das Tagebuch beginnt mit der Abfahrt des zum 11. Armeedem englischen Kreuzer Highflyer" i " Jagow sagte: England hat Belgien zum Widerstand angesporni und hat damit zu verstehen gegeben, daß Belgien ohne, solches Anfeuern sich an Händen und Füßen hätte binden lassen. Es müsse genügen, zu sagen, daß solche Schmähreden gegen einen tapferen Feind zu unterlassen seien, aber eine offizielle Erklärung, die diese Woche von der belgischen Regierung erfolgt ist, flingt überzeugend genug dafür, daß Belgien keinerlei Anspornung Englands oder jemand anderes gebrauchte, um seine Rechte zu behaupten. Die Erklärung jagt: Seit der Krisis von Agadir habe Belgien nicht gezaudert, die fremden Gesandten zu informieren, daß kein Zweifel an der Absicht bestehen konnte, der Neutralität Belgiens mit allen Mitteln Achtung zu berschaffen. Jagow jagte ferner, Deutschland habe die belgische Neutralität nicht vor der Nacht vom 3. zum 4. August verletzt, während Grey bereits am 2. August dem französischen Botschafter die Unterstübung der britischen Flotte zugesagt habe für den Fall, daß die deutsche Flotte französische Küsten angriffe. Jagow ver schweigt die Tatsachen, daß Grey bereits am 31. Juli die fran= zösische und die deutsche Regierung befragte, ob sie bereit wären, die belgische Neutralität zu achten, und daß Frankreich unverzüglich die gewünschte Zusicherung gab. Jagow aber erwiderte am 31. Juli, er könne nicht antworten; schließlich hat die Antwort Nein gelautet. Jagow erklärte ferner, daß Grey am 1. Auguſt dem deutschen Botschafter gegenüber abgelehnt habe, die Neutralität Englands zu versprechen, falls Deutschland die Neutrali= tät Belgiens zusichere. Diese Anregung ging nicht von der deut= schen Regierung aus. Es genüge an die Rede Greys im Unters hause zu erinnern, worin er sagte: " Ich wünsche ein Wort hinzuzufügen über persönliche Ans regungen, die der Botschafter unabhängig von Mitteilun gen seiner Regierung machte. Der Botschafter wirkte für den Frieden, aber er, wie andere gleich ihm, besaß keine wirka liche Autorität in Berlin. Das ist eine Erklärung für die Erfolglosigkeit unserer Bemühungen für den Frieden." Der Unterstaatssekretär Acland geht in diesen Bemerkungen um die Hauptsache herum. Nicht für den Fall einer Verlegung der Neutralität Belgiens, auch nicht für den Fall eines deutschen Vorgebens auf Paris hatte der Staatssekretär Grey das Eingreifen Englands zur Unterstüßung Frankreichs in Aussicht gestellt, sondern lediglich für den Fall eines deutschen Angriffs gegen die Südküste des Kanals. Dieser Umstand ist von wesentlicher Bedeutung. Er bildet den Beweis dafür, daß Frankreich wie Belgien den britis schen Kanalintereffen geopfert werden. Acland behauptet, Belgien sei nicht von England angespornt worden. Wir verweisen ihn auf Attenstüde der englischen Regie wird jetzt eine amtliche Darstellung gegeben. Danach hat der rung. Nach Nr. 153 des englischen Weißbuches erbat die bela deutsche Hilfskreuzer am 26. August in dem spanischen Hafen Rio gische Regierung die diplomatische Intervention der englischen del Dro, etwa 2000 Meter vom Lande entfernt, aus zwei Stohlen- Regierung zum Schutz der Integrität Belgiens. Nach Nr. 155 antschiffen Kohlen übernommen. Als die Koblenbunker etwa zur Hälfte wortete England mit der Aufforderung, Belgien sollte sich mit allen gefüllt waren, tam mittags gegen 12 Uhr der englische Streuzer in Mitteln, über die es verfüge, etwaigen Versuchen Deutschlands Sicht und forderte den deutschen Hilfskreuzer durch Signale zweimal widersetzen, Belgien zur Preisgabe seiner Neutralität zu bewegen. auf, fich zu ergeben.„ Kaiser Wilhelm der Große" lehnte dies Gleichzeitig versprach England Hilfe. Damit ist die Anspornung furzerhand ab und ersuchte den englischen Kreuzer, die spanische Belgiens durch England erwiesen. Neutralität zu achten. Highflyer" antwortete, bei einer etwaigen Die Frage des Botschafters Fürsten Lichnowsky an Grey, Weigerung werde er sofort schießen, da„ Kaiser Wilhelm der Große" ob dieser die Neutralität Englands versprechen könne, falls Deutschin diesem Hafen zum zweiten Male Kohlen einnehme. Der deutsche land die Neutralität Belgiens zusichere, war eine dienstliche Frage. Hilfskreuzer erwiderte, er fohle hier zum ersten Male; im übrigen Die deutschen Botschafter find in solchen Fällen das Sprachrohr sei das eine spanische Angelegenheit. ihrer Regierung. Glaubte Grey, daß der Botschafter diese Frage Da der Kapitän des deutschen Kreuzers die weitere Auf- nur für seine Person stelle, so war es für den britischen Staatsforderung, sich zu ergeben, nicht beachtete, eröffnete um 1.16 Uhr sekretär, bei aufrichtigem Friedenswillen, um so leichter, eine ZuHighflyer" das Feuer, das„ Kaiser Wilhelm der Große" sofort er sicherung über Englands Neutralität zu geben. Grey ist aber dieser widerte. Nach etwa 1stündigem Gefecht mußte dieser aber, aus Zusicherung, auch in der unverfänglichen Form einer persönlichen falls von der Flucht der neben uns kämpfenden Nachbarkorps.| stirbt unterwegs. So kommen wir in Attigny**) an, wo wir ein Unsere arme, verlassene Pionierkompagnie erhält den Befehl, den Relais der Ambulanz vorfinden, dem wir unsere Verwundeten Rüdzug" zu decken. übergeben. Das Schauspiel in Attigny ist widerwärtig, es ist die In aller Eile, mitten in der Nacht, bei eifig faltem Nebel- Verrücktheit, die Flucht, und außerdem, was das Beschämendste wetter, heben wir Stellungen, Schüßengräben aus. Aber sie werden ist, die Plünderung***). Die Soldaten erbrechen die Türen, bald wieder aufgegeben. Es gibt keine Ordnung und Disziplin trinten allen Wein, allen Alkohol, den sie finden und mehr. Die Generale, Stabsoffiziere sind vollständig kopflos, sie plündern sogar die Juwelierläden. Unser Haupthaben nichts vorgesehen. Wir verbringen die Nacht, ohne ein mann läßt einen Sappeur festnehmen, der gerade dabei war, sich Auge zu schließen, mit dem Gedanken, daß wir jeden Augenblick eine goldene Kette einzusteden. Seine Sache ist klar: Kriegsgericht, geopfert werden können. Dies ist wirklich eine Nacht, an die ich erschossen! Das sind keine Menschen mehr, das sind mein ganzes Leben denken werde. Man fühlt den Zusammen- wildgewordene Tiere. bruch. Es ist beinahe eine:„ Rette sich wer kann!" Ein Infanterist vom 17. Korps, das überall feig floh, ohne zu kämpfen brüstet sich damit, daß er Sonntag, 23. August. Der Rückzug dauert immer noch einen verwundeten Deutschen durch Fußtritte gea zu haben scheint. Ein Divisionsgeneral beschäftigt sich auf der andere festhielt. Da er feine Kraft mehr hatte," erzählt er uns, Marschstraße damit, die Rotten aufschließen zu lassen, damit man bersetzte ich ihm 2 oder 3 Fußtritte." Es ist widerwärtig. Und schneller vorwärts käme.. Eigentlich ist das eine Gefreitenfunktion! dort ist ein anderer, der mit seinem Feindesmantel paradiert! So tommen wir nach Aufos, wo wir halt machen. Es gibt In einem Augenblick behauptet einer, 3 Ulanen gesehen zu haben. keinen Ausdruck für diesen Zusammenbruch. Unendlich viel Fehler Sofort ergreift das ganze Biwat die Flucht, und dabei steht hier sollen gemacht worden sein. Die Offiziere und Soldaten haben sehr starke Schüßengräben mit dem Bajonett angegriffen, und die Verluste sollen enorm sein. forps( General Eydour) gehörenden Truppenteiles von Paris über an auf Befehl des Hauptquartiers, das völlig den Kopf verloren tötet habe. Er wollte ihm seinen Mantel nehmen, den der Reims nach dem Grenzgebiet an den Ardennen. Der Verfasser schildert, wie dem Eisenbahntransport tagelang Märsche in großer Size folgten, wobei viele Unteroffiziere und Mannschaften marode werden. Ueberall wittert man Spione, und natürlich findet man auch, was man sucht: Kundschafter in französischer Verkleidung und im Mönchsgewande. Einige werden erschossen- als Opfer der schon jest beginnenden Nervosität. Am 21. Auguft überschreitet das 11. Armeekorps die belgische Grenze. Zur Schilderung der darauffolgenden Ereignisse mag das Tagebuch selbst sprechen. Samstag, 22. Auguft. Abmarsch um 4 Uhr. Wir marschieren nach Paliseul*). Heute ist der große Tag. Wir bernehmen schon bald Kanonendonner. Je weiter wir marschieren, um so deutlicher hören wir die Musik der Geschütze. Es ist hier übrigens. ein Fehler gemacht worden. Man hatte uns schon am Vorabend näher an das Schlachtfeld heranführen müssen. In Paliseul fommen wir halbtot vor Hunger und reichlich müde an; mit außer ordentlicher Begeisterung werden wir empfangen, die Einwohner bringen alle ihre Lebensmittel, um unseren Hunger zu stillen. Am Nachmittag gehen die Deutschen gegen Maiffin zurüd. Wir glaubten, dies sei der Sieg! Dagegen scheinen sie einen Gegenschlag zu führen, denn die Verwundeten strömen in großer Anzahl zurüd. Plöblich, gegen 6 1hr, sehen wir Artillerie und Kavallerie zurüdgehen. Was geht vor? fragt sich jeder. Dann kommt der Befehl zur Räumung der Stellung und zum Rückzug. Was nun tam, ist fürchterlich. Sämtliche Kolonnen des ganzen Armeekorps, Truppen aller Waffengattungen vom Korps, alles strömte auf derselben Straße ab, ohne Ordnung, ohne zu wissen wohin, noch warum. Alle find vor den Kopf geschlagen und können nicht begreifen, wie bics möglich ist. Unglüdsbotschaften schwirren herum: Ganze das wäre Infanterieregimenter seien buchstäblich aufgerieben und man spricht ebendie vollständige Bernichtung des 11. Korps 1 Es scheint, daß man allzu zuversichtlich war und glaubte, die Deutschen müssen Fersengeld geben, wenn sie uns nur sähen, da man bei uns auch nicht im mindesten an die Sicherung einer Rüdzugslinie gedacht hatte. erkannt worden. fast ein ganzes Armeekorps. Wirklich, wer nicht solche Zage miterlebt hat, kann sich keinen Begriff machen, bis zu welchem Punkte sich Menschen erniedrigen fönnen. In aller Eile nimmt der Hauptmann seine Kompagnie zusammen und marschiert ab. Auf dem Marsche sehen wir wenigstens dieses Schauspiel nicht mehr. Ruhige Nacht. Sonntag, 30. Auguft. Aufbruch bei einem diden kalten Die Schüßengräben waren auch nicht einmal von der Kavallerie Nebel und ohne etwas gegessen zu haben! Wir sind zu sehr entmutigt, um an Essen zu denken. Und während der Nacht schen Freitag, 28. Auguft. Wir quartierten in Maisoncelle, wir auf allen Seiten Verrätersignale der Spione, die uns unt ein Teil von uns in den Schüßengräben, ein Teil in einer Scheune. geben und alle unsere Bewegungen signalisieren. Der Zeutnant mittag passierten in unaufhörlicher Reihenfolge Verwundete die Der Spion trug französische Uniform! Im übrigen sagt man, Die Infanterie ist gekommen, uns ordentlich zu helfen. Am Nach- Coffen mit einer Patrouille entdeckt einen solchen in einem Hause. Straße. Man fragt sich wirklich, wozu die Sanitätswagen der und selbst seine eigenen Stabsoffiziere, daß Eydour verrückt oder an Division und Korpsambulanzen eigentlich da find. Die Verwunde- Deutschland verkauft sein müsse, um uns so zu führen, wie er es tut, ten sind meistens, und das ist das Empörendste, von 2 oder 3 Montag, 31. August. Ich erwache und fühle mich total Kameraden begleitet, die nicht mehr und nicht weniger sind als zerschlagen. Ich kann nicht mehr. Deshalb mache ich einen Teil elende Drückeberger. Es sind Soldaten aus dem Süden. Sie der Tagesmärsche im Wagen. Ich tue das zum erstenmal, denn Brunette, faft ohne zu kämpfen, und find glüdlich, einen ich gebe ungern ein schlechtes Beispiel; aber wahrhaftig, ich fann Verwundeten zurückbringen zu können, um einen Vorwand für ihr Ausreißen zu haben. Nichtsdestoweniger bleiben, sie Großmäuler und rühmen sich ihrer schönen Aufführung. nicht mehr. Hier bricht das Tagebuch ab. **) An der Aisne 63 Kilometer füdwestlich von Paliseul in Belgien, wo das erste Gefecht stattfand. Samstag, 29. August. Heute erhielten wir den ersten Gruß aus der Höhe von einem deutschen Flieger. Er warf fünf Bomben, aber die erste saß. Er tötete 10 Mann und verlebte 20.***) Die Plünderung und Verwüstung eines Teiles der An Wunden gibt's ganz schredliche Reißlöcher, abgetrennte Häuser von Attigny wird durch die Berichte von Offizieren einer Gliedmaßen und daneben auch fleine Rißwunden und Schrammen deutschen Kommandobehörde bestätigt. Die Offiziere famen mit von geringer Bedeutung. Im Wagen, den ich zurücgeleite, hört Automobilen nach Attigny zu einer Zeit, wo noch kein deutscher endlich ein armer Kerl, dem der rechte Fuß glatt amputiert war, Soldat den Ort betreten hatte. Einwohner erzählten ihnen, haß *) An der Heerstraße, die nordöstlich von Sedan über die mit der Blutung auf. Ich lege ihm einen Verband auf, den mein die französischen Truppen wie Bandalen gehaust hätten. Gic jeien Sollege als vedios bezeichnet hatte, Ein anderer mit Bruftschuß froh, daß mit den Deutschen geordnete Berhältnisse einzögen. belgische Grange führt, und fast bixalt metlich on Reujdjatean. Rüdäußerung auf eine persönliche Frage, ausgewichen. Er wollte sein. Das einzige, was bisweilen Schwierigkeit gemacht hat, war teidigung der russischen Grenze großartig sei, daß die Schwierig jich nach keiner Seite binden; es fehlte ihm auch der Wille zum der Transport vom Schlachtfeid zur Etappe. Es sind aber für diesen feiten eines ruffischen Vormarsches ungeheure seien, daß die russische energischen Handeln, vor allem zu einer ernstlichen Einwirkung 3wed bereits weitere Transportmittel in großer Zahl beschafft; Artillerie der deutschen sehr unterlegen sei; so befürchte man in auf Rußland. Diese absichtliche Unentschlossenheit in der Haltung unsere Berliner Autobusse bewähren sich am besten; von diesen London, daß der russische Angriff wenig Aussicht auf Erfolg biete. Mit Soige sieht man auch der Haltung der Türkei entgegen. Zwar Englands ist für den Ausbruch des Krieges verantwortlich, nicht ein hatte ich schon 75 bei Ausbruch des Krieges mitgenommen. Jetzt sei die englische Diplomatie in Konstantinopel in letzter Zeit etwas Mangel an Friedenswillen bei der deutschen Politit, geschweige haben auch einzelne andere Städte ihren Park uns gesandt. Und vorsichtiger geworden, man fürchtet aber dennoch eine Entscheidung eine deutsche Militärpartei, an die englische Minister nur auf Grund da nun auch der Nachschub von Verbandmaterial und Arzneien der Türkei für Deutschland und fürchtet die Folgen dieser Entschei= ihrer gänzlichen Unkenntnis deutscher Verhältnisse glauben können. regelmäßig erfolgt, fönnen wir zufrieden sein." dung in den englischen Kolonien, besonders in Aegypten. So ist die Stimmung in London recht wenig zuversichtlich. * Nach einer Londoner Meldung hat der britische Premierminister Asquith in einer Ansprache in Cardiff erklärt:„ Unsere Regierung richtete 1912 eine Mitteilung an die deutsche Regierung über unsere fünftigen Beziehungen zu Deutschland. In dieser Mitteilung wurde erklärt, daß England Deutschland nicht angreifen, noch emen Angriff auf Deutschland unterstüßen werde, den Deutschland nicht herausfordere. Dies genügte er deutschen Politit nicht. Deutschland wünschte, daß wir noch weitergehen und uns zur Wahrung strengster Neutralität verpflichten sollten, für den Fall, daß Deutschland sich in einem Kriege befände. Auf dieses Ersuchen konnte nur eine Antwort erfolgen, und die englische Regierung gab sie." “ Diese Enthüllung" des Herrn Asquith ist zeitgemäß. EngLands Beteiligung an dem gegenwärtigen Kriege, der nicht von Deutschland, sondern von Rußland provoziert worden ist, beweist, wie richtig die deutsche Regierung den Wert englischer 3usicherungen einſchäßte, indem sie die damalige Erklärung der englischen Regierung als ungenügend ansah. Die Aeußerung des engliſchen Premierminiſters wirft aber auch wieder ein bezeichnendes Licht auf die Behauptung englischen Regierung, daß lediglich die Verlegung der belgischen Neutralität durch Deutschland das Eingreifen Englands in den Krieg herbeigeführt habe. Wenn, nach den bekannten Erklärungen Sir E. Greys im Unterhause und dem Fürsten Lichnowsky gegenüber, Zweifel in diesem Punkt überhaupt noch bestehen konnten, so erfährt nunmehr die Welt auch noch aus dem Munde der kompetentesten Persönlichkeit in England, daß die englische Regierung schon im Jahre 1912 entschlossen war, an einem europäischen Kriege an der Seite der Gegner Deutschlands unter allen Umständen teilzunehmen. Ruffiche und finnische Zensur. Spionage. Thorn, 5. Oktober.( T. 11.) Eine größere Anzahl von Bes wohnern der russischen Kreisstadt Rypin wurden unter starfer militärischer Bedeckung dem hiesigen Landespolizeigewahrsam eingeliefert. Sie sind beschuldigt, dem Feinde Spionagedienst e geleistet und auf die deutschen Besatzungstruppen vom Hinterhalt aus geschossen zu haben. Die Verhafteten bestreiten zunächst jede Schuld. Nach einem Bericht von„ Stockholms Dagbladet" mußte der Chefredakteur des Petersburger, Djen" 10 000 Rubel Strafe zahlen wegen der Veröffentlichung eines Artikels, der nicht der Zenjur vorgelegen hatte. Das und Das Helsingforser„ Hufvudstadsbladet" mußte jüngst 6000 M. zahlen, weil es aus einer schwedischen Zeitung einen zusaminen fassenden Bericht über die Ereignisse im ersten Monat des Krieges nachgedruckt hatte. Auf Befehl des finnländischen Generalgouverneurs ist die in leaborg herauskommende sozialdemokratische Zeitung " Kansan Tahto" für die Dauer des Krieges eingezogen worden. Russisch- japanische Verbrüderung. Die Tätigkeit des Roten Kreuz. Berlin, 3. Oktober.( W. T. B.) Seit Ausbruch des Krieges jind vom Deutschen Roten Kreuz aus eigenen Mitteln und Sammelgeldern 24 Vereinslazarettzüge aufgestellt worden, 10 vom Zentral- Komitec in Berlin, die übrigen von den Landesvereinen vom Roten Kreuz Bayern, Württemberg und Baden, vom Vor einigen Tagen trafen die Mitglieder der früheren Berliner Roten Kreuz von Berlin, vom RotenKreuz Schöneberg- WilmersBei anderen Landesvereinen wird die Aufstellung japanischen Gesandtschaft in Petersburg ein, um sich von dort über dorf usw. Sibirien nach ihrer Heimat zu begeben. Ihr Beiuch findet in der weiterer Vereinslazarettzüge vorbereitet. Die Materialausstattung russischen Presse aufmerksame Beachtung und unterstreicht die jetzt eines Zuges hat einen Wert von durchschnittlich etwa 50- bis eingeleitete Waffenbrüderimaft Sagang 19 glaubt, die der 60,000 Wt. Die bei Berwendung der ersten Züge gemachten Grfahrungen wurden sogleich zu Verbesserungen verwertet. einem Jahrzehnt als Todfeinde gegenüberstanden. Züge sind oder werden jetzt auch mit Küchen- oder Speisewagen Petersburger Meldungen ist die vollständige ausgestattet und entsprechen in ärztlicher Beziehung hohen AnMobilisation der japanischen Flotte angeordnet worden. Wie sprüchen. Jeder Vereinslagarettzug ist zum Transport von übrigens ein russischer Reisender im„ Charbiner Anzeiger" 320 liegenden Kranten eingerichtet und verfügt über 4 Aerzte, mitteilt, wurde die japanische Flotte bereits beim Ausbruch des 4 Pflegerinnen, 36 Pfleger, 1 Rechnungsführer, 1 Schlosser, Diener. europäischen Krieges mobilisiert. Das gesamte Personal ist vom Roten Kreuz gestellt, die Aerzte und Rechnungsführer werden auch von ihm besoldet. Die vorgenannten 24 Züge sind mit Ausnahme weniger im Betrieb und haben bereits vortreffliche Dienste geleistet. Der alte Kurs in Rußland. " Politische Uebersicht. Ale Paris, 4. Oktober. Guerre sociale" veröffentlicht einen Brief eines politischen Gefangenen in Rußland. In diesem erzählt der Schreiber, daß die Behandlung der Gefangenen seit dem Kriegsausbrud) in ganz Rußland unmenschlich geworden sei, daß Knuten hiebe und Der Nachfolger Franks in seinem Reichstagswahlkreis. Quälereien an der Tagesordnung seien. Der Brief Die in Mannheim tagende sozialdemokratische Wahlkreisschließzt: Wir wünschen, daß durch den Krieg allen fonferenz für den 11. badischen Reichstagswahlkreis stellte für Der Generalstabsarzt der Armee und Chef des Feldjanitäts- ölfern Freiheit, Unabhängigkeit und Ge- den im Felde gefallenen Genossen Ludwig Frank den rechtigteit geschenkt wird. Die Organisation der Kriegskrankenpflege. ivejens v. Schjerning, der seit Beginn des Krieges im Großen Hauptquartier den Feldsanitätsdienst leitet, nimmt dauernd GeTegenheit, sich vomWirken der Organisation der Kriegsfrankenpflege an Ort und Stelle zu überzeugen. Die„ Norddeutsche Allgemeine Beitung" ist ermächtigt, aus seinen Beobachtungen folgendes mit auteilen: Rußland und Persien. " Redakteur der Mannheimer Voltsstimme", den Genossen Oskar Ged als Kandidaten auf. Der Wahlkreis Mannheim- Weinheim ist unserer Partei sicher. Bei der letzten Wahl Konstantinopel, 5. Oftober.( W. T. B.) Das hier erscheinende wurden 57 214 Stimmen abgegeben. Davon erhielten Sozialperiische Blatt Haver"( Orient) enthält folgende Mel- demotrat 31 560, Nationalliberaler 16 316, Zentrum 8842, Voraussichtlich werden die bürgerlichen dungen: Persien hat Rußland eine neuerliche Note über Stonservativer 624. reicht, wegen der noch Verhandlungen zwischen den beiden Parteien sich an der Wahl überhaupt nicht beteiligen. GeRegierungen fortdauern. Infolge der Schritte Berfiens haben die nosse Dstar Ged, ein naher Verwandter Adolf Gecks, ist Russen den Häuptling des Stammes Magu Jibal es Saltane und 47 Jahre alt. Die Redaktion der„ Voltsstimme" übernahm dessen Sohn wieder freigelassen. Beide sind in Teheran einge- er im Jahre 1901. Er wirkt auch als Stadtverordneter troffen. Der hervorragende perfische General Salar ed Dauleh ist Mannheims. mit einer Menge Waffen und Munition Eine Ersatzwahl ohne Wahlkampf. Hastyschirin eingetroffen, um Rußland Verlegenheiten zu Die Nationalliberale Partei in Karlsruhe bereiten. Die persische Regierung hat den belgischen Generalichag meister Mornard und alle anderen in persischen Diensten stehenden beschloß, für die durch den Tod des Genossen Dr. Franf im Belgier abgesetzt. Es wurde eine Kommission zur Prüfung der 41. badischen Landtagswahlfreis Karlsruhe- Ost notRechnungen Mornards gebildet. Amtlichen Nachrichten zufolge hat wendig gewordene Erjagwahl feinen eigenen andr der Striegsminister den Provinzbehörden und allen Stammeshäuptern dat e n aufzustellen, sondern den Wählern Stimmenthaltung befohlen, eine beträchtliche Streitkraft zu sammeln. Der zu empfehlen. Auch das Zentrum beabsichtigt, feinen hah hat die schleunige Wiedereröffnung des Parlaments ange Standidaten aufzustellen. Das Mandat des Genossen ordnet, und eine Liste aller Beamten, die russische Parteigänger Frank wird demnach ohne Stampf an den Genossen Rechtsfind, abverlangt. Diese Beamten werden wahrscheinlich abgefest anwalt Marum übergehen. in der Grenzstadt " Im Westen nur über diesen kann ich aus eigener Anschauung urteilen hat sich Organisation und Material durchaus bewährt. Es ist zu bedenken, daß zunächst in Belgien die Armee ohne Train und ohne Sanitätseinrichtungen borschreiten mußte. Die Verwundeten um 2üttich mußten behelfsmäßig, wo es ging, untergebracht werden. Sodann folgte der überaus schnelle Vormarsch, einstweilen noch ohne Ausbau der Etappenstraße. Darauf begannen die großen und fleinen Schlachten mit bedeutenden Verlusten und auf weit ausgedehnten Streden. Täglich gab es viele Verwundete. Die Länge und Heftigkeit des Artilleriekampfes gestattete nicht das Betreten gewiffer Bezirke des Schlachtfeldes. Tagelang herrschte an einzelnen Buntten wütendes Granatfcuer. Die Aerzte und Krankenträger mußten sich der militärischen Notwendigkeit fügen. Es gab Stunden, wo jedes Silfebringen Wahnsinn gewesen wäre. Im all. gemeinen aber hat die erste Hilfe nach jeder Richtung hin gesichert werden können. Alle Verwundeten sind auf dem Echlachtfeld ordnungsmäßig verbunden worden, und so Eine Friedensmahnung Jaurès. ficher und gut, daß oft, ja meist, der erste Verband auf dem ganzen Die Humanité" veröffentlicht, wie dem Berl. Tageblatt" aus Transport liegen bleiben konnte. Die Schwerkranken sind sogleich in die Feld- und dann in die Kriegslagarette gebracht. Bei dem Kopenhagen telegraphiert wird, einen Artikel Jaurès, der unter schnellen Vorrücken beanspruchten die Truppen bald ihre Feld- seinen hinterlassenen Papieren gefunden wurde. Der Artikel, der lazarette wieder, und der Uebergang in die Kriegslazarette war Ende Juli geschrieben wurde, enthält einen Aufruf an die nötig. Alles aber ist mit Schonung erfolgt. Die Leichtverwundeten französische Nation, den europäischen Frieden zu bewahren, sind von den Sammelplätzen zu den Etappenhauptorten gebracht, um dem Weltdiama zu entgehen. werden. Die badische Regierung gegen den Brotwucher. Das badische Ministerium des Innern teilt mit, daß es im Hinblick auf das stete Steigen der Getreidepreise und die erneute Erhöhung der Mehlpreise in den letzten Wochen Veranlassung genommen habe, beim Reichsamt des Innern sich dafür auszusprechen, daß unter Führung der Reichsleitung durch die Bundesregierungen Höchstpreise für Ge. treide und Mühlenerzeugnisse festgesetzt werden. Gleichzeitig sollen die zutreffenden Maßnahmen ergänzt Bezirksbehörden. zu Wagen, mit Auto und zu Fuß. Alles was Munition und Nah. Ausweisung von Deutschen aus Indochina. werden durch Festsetzung von Höchstpreisen für Brote durch die Amsterdam, 5. Oktober.( W. T. B.) Die Deutschen sind aus Saigon ausgewiesen worden. Sie finden auf Java liebreiche Aufnahme. Jn Buitenzorg hat sich zu dem Zweck ein Ausschuß gebildet, der zwei Häuser zur Aufnahme der Deutschen eingerichtet hat. rung brachte, ist mit Verwundeten zurückgekehrt. In einer Woche gab es 40 000 bis 50 000 eichtverwundete. Und diese haben wir in die Heimat geschickt. Alle Züge mit Munition wurden leer gemacht und mit den Verwundeten gefüllt. Die eigentlichen Lazarettund Hilfslazarettzüge tamen nur selten bis nach vorn. Wir mußten Güterzüge benußen, weil wir die vielen Verwundeten nicht angeHäuft lassen konnten, um das Auftreten von Epidemien zu verEin französisches Urteil über Japan. hüten. Das ist gelungen, der Gesundheitszustand des Heeres ist sehr gut, die Darmtatarrhe- einzelne leichte Ruhrfälle Die Teilnahme Japans am Strieg scheint in Frankreich nicht mit find im Abnehmen, die Typhuserfrankungen sind ver- ungemischter Freude aufgenommen worden zu sein. Das zeigt sich einzelt. Natürlich ist der Transport in den Güterwagen nicht immer in den Bemerkungen, die Francis Charmes, der Direktor des bequem gewesen. Aber es war besser, wir hatten die Leichtberwun- Revue des Deux Mondes" in seiner politischen Chronit im ersten deten daheim in guter Pflege und Obhut, als daß sie draußen in Septemberbeft über diesen Gegenstand macht. Er sagt:„ Man darf berfallenen Häusern lagen und oft mit mangelhafter Verpflegung annehmen, daß sich Japan sehr wenig um unsere europäischen Konausfommen mußten. Ja betone: der Transport ist gut geflifte fümmert und daß die uns so teuere Sache des Rechts und der gangen, die Goldaten sind fast auf allen Stationen verpflegt Unabhängigkeit der Nationen für dieses Land etwas weniger Interworden; ich selbst habe 30 000 Verwundete in Koblenz, in Lüttich, in esse hat als für uns. Obzwar es mit England verbündet ist, ist es Namur, in Sedan, in Monimedy und sonst in der vorderen Linie zweifelhaft, ob es in seinem Vertrag mit ihm den Hauptgrund seines gesehen, und ich habe keinen gefunden, der nicht ordnungsmäßig Entschlusses gefunden hat, und zweifelhaft ist es auch, ob England berpflegt war. Der Dienst auf dem Schlachtfelde und der Dienst viel darauf gedrungen hat, es zu diesem Entschlußz kommen zu lassen auf dem Stappenhauptort war der schwerste. Aerzte und Kranken- Um die Wahrheit zu sagen, fann uns Japan feine nüzliche Hilfe pfleger haben Tag und Nacht mit Aufbictung aller ihrer Kräfte bringen, und dies ist wahrscheinlich auch nicht das Ziel, das es an gearbeitet und haben zu meiner Freude die größte Anerkennung strebt. Es verfolgt nur sein eigenes Intereffe. Aber das ist sein des Kaisers und der Kommandostellen gefunden. Die hohe Zahl gutes Recht.. Eiserner Kreuze, die an die Militärärzte gefallen sind, sind mir ein sprechender Beweis für die Würdigung ihrer aufopferungsbollen Arbeit! ber= Das Ultimatum, das es in Periin gestellt hat, ist ein Meisterwert von unverschämtbeit. Die japa nische Initiative macht eine große Zahl von Fragen lebendig, die wir in diesem Augenblick hier nicht behandeln fönnen; wir wollen nur bemerken, mit welcher Meisterschaft sich Deutschland Feindschaften in der Welt zu schaffen gewußt hat." Man merkt, daß der Eifer Japans, am Kreuzzug für die Unabhängigkeit der fleinen Nationen teilzunehmen, bei den Herren von Tonting und Amur mit einigem Unbehagen betrachtet wird. Englische Stimmungen. Hanji" bleibt verurteilt. Das Reichsgericht verwarf die Revision des Kunstmalers Johann Jakob Walz, genannt Hanji, der bekanntlich am 25. März vom Landgericht Kolmar i. Els. wegen Beleidigung der Offiziere der Garnison Kolmar zu drei Monaten Gefängnis verurteilt worden war. Er hatte in einem Theatertaffee einen Stuhl „ aue geräuchert", auf dem ein deutscher Offizier gesessen hatte. Nach seiner Verurteilung hatte Walt es dann, wie erinnerlich, vorgezogen, den Staub der Heimat von seinen Füßen zu schütteln und war nach Frankreich geflohen. Elfäffische Landesflüchtige. Vom Kaiserlichen Kommandanturgericht in Straßburg tourbe der Arzt Dr. Pierre Bucher, bisher in Straßburg, jetzt unbefannten Aufenthalts" für fahnenflüchtig erklärt und des Kriegsverrates beschuldigt. Sein Vermögen wurde mit Beschlag belegt. Dr. Bucher war bekannt als Herausgeber der„ Revue Aliacienne Juustrée" und der„ Cahiers Alfaciens", sowie als eifriger Förderer der„ Idée Française" im Lande. Aus dem Kreise der Revue Alfacienne" wurden u. a. auch die alljährlichen Vors träge französischer Redner in Straßburg veranstaltet. Ferner hat das außerordentliche Striegsgericht in Straßburg gegen den früheren Bürgermeister Blumenthal nunmehr auch daß einen Sted brief erlassen, nachdem schon am 12. September begegen ihn die Untersuchungshaft fannt gegeben wurde, wegen Hochverrats verhängt und sein Vermögen beschlagnahmt worden ist. Natürlich ist es einem oder dem anderen Verwundeten nicht nach Wunsch gegangen, und insbesondere die Angehörigen fönnen Noch einmal die Löhne in einer Zeltfabrik. fich in vieles nicht finden. Der Krieg von heute ist rüdWie uns geichrieben wird, fönnen die Feststellungen der Konsichtslos. Töten doch unsere Gegner selbst die Verwundeten in stanzer Armenfommission, mit denen die Firma Strohmeyer der Gefangenschaft und ermorden die Aerzte und Krantenpfleger. u. Co. den Nachweis erbringen wollte, daß ihre Löhne durchaus Aber es wäre traurig, einzelne Fälle zu Es stehen zureichend seien, schon deshalb nicht viel beweisen, weil das allgemeinern, wie es bisweilen geschieht. Mailand, 4. Oktober. Ein Londoner Aufsatz im Giornale Beichäft erst nachträglich, wahrscheinlich unter dem Einfluß der 9000 Serate im Felde. Wie viele sind in der Heimat- und Auch die d'Italia" äußert sich über die Aussichten der Franzoien im Westen öffentlichen Kritit gewisse Heimarbeiterinnenlöhne aufbesserte. wer ist für das Feld geeignet und gewillt? Heimat braucht Chirurgen, und da wir den Schwerpunkt der sehr pessimistisch. Man hält in Londoner militärischen Streifen trot Gleichzeitig werden uns darüber nähere Angaben gemacht. ZuBehandlung durch den Transport in die Heimat verlegt haben, so des französiiven Heldenmutes einen großen französischen Erfolg für eist bekamen die Näherinnen für die Herstellung und Ausnähung erkelit ohne weiteres, daß auch Herzte und vor allem Pflegerinnen nuwahrscheinlich. Auch daran zweifelt man, daß die Franzosen noch von 32 Knopflöchern unter Einlage einer Stordel, die Anbringung recht sehr in der Heimat gebraucht werden. Viele Pflegerinnen lange Widerstand werden leisten können. Wenn aber auch Frank von acht Riegeln, die Befestigung von 32 Doppelknöpfen und die reich unterliege, so werde dics auf die Haltung Englands feinen Selbststellung des erforderlichen Fadens nur 70 bis 75 Pf. Jezt önnen hier draußen gar keine Tätigkeit finden. Auf dem Schlacht- Einfluß haben. England sei entschlossen, alles, bis zum wird allein für das Ausnähen der 32 Knopflöcher der Betrag von anzuiegen, um eine deutsche Vorherrschaft 60 Pf. gezahlt. Das zeigt, wie angebracht zunächst die Kritik felde sie zu verwenden, ist bei den heutigen Schlachtverhältnissen nde, In bezug auf die dieser Firma war, die an den Kriegslieferungen so gut verdient, verhindern. zu und den furchtbaren Artilleriewirkungen ganz unmöglich. man macht London fich Kriegsereignisse es zeigt aber auch, wie selbst jezt noch die Bezahlung eine Ueberall find unter dem Zeichen des Roten Kreuzes liebevolle nächsten Sände bereit, zu helfen und zu sorgen. Wir können ganz beruhigt durchaus teine Illusionen. Man wisse, daß die deutsche Ber: Kritik vertragen fann in Europa Raucher! Lasst Euch nicht täuschen! Die Ausschaltung der Trustmarken bedeutet Keine Arbeitslosigkeit, wie die 60 Zigarettenarbeiter der Berliner Trustfirma Josetti befürchten. Die trustfreien Zigarettenfabriken arbeiten infolge der gewaltigen Kriegslieferungen mit Hochdruck. Dort können die paar Arbeiter jederzeit lohnende Arbeit finden. Firmen, die ihre Arbeiter jetzt schlechter stellen als im Frieden, sind von Heereslieferungen ausgeschlossen. Sind, Joselli-Fabrikate deutsche Fabrikate?-Nein! Als Trustfirma ist sie von den Heereslieferungen überhaupt ausgeschlossen und ist, zusammen mit den Firmen Jasmatzi Akt.- Ges. und Batschari, die ebenfalls Tochtergesellschaften des in London ansässigen Tabaktrustes sind, unter Staatsaufsicht gestellt. Eine deutsche oder auch nur neutralen Ausländern gehörige Firma würde von unserer Regierung solchen Massnahmen nicht unterworfen sein. Der Löwenanteil des Gewinnes der Trustfirmen fliesst nach England. Unwidersprochen meldeten alle englischen Zeitungen, dass die Gross- Aktionäre des Tabaktrustes eine halbe Million für den englischen Kriegsfonds stifteten. Darum ist und bleibt es unumstösslich wahr: Wer Trust- Zigaretten raucht, trägt Geld in das Cand unserer schlimmsten Feinde, der Engländer! Auf der letzten Generalversammlung der Jasmatzi Akt.- Ges., der Inhaberin der Firma Josetti( Meier& Peter sind schon längst nicht mehr Inhaber) musste zugegeben werden, dass die Engländer die erdrückende Majorität der Aktien in ihrer Hand haben. Ein Beschluss, diesen englischen Einfluss auszuschalten, ist nicht gefasst worden und konnte auch gar nicht gefasst werden. Um sich über die Zeit des Krieges hinwegzuhelfen, hat der Aufsichtsrat nur eine andere Frisur bekommen; man hat den Vizepräsidenten des Deutschen Reichstages, Herrn Geheimrat Paasche, für einen Aufsichtratsposten gewonnen. Nach dem Kriege wird es aber heissen: Der Mohr hat seine Schuldigkeit getan, der Mohr kann gehen. In einer neuen Generalversammlung werden die Engländer ihre Macht schon zu gebrauchen wissen. Zum Schaden werden sie dann auch noch den Spott fügen, dass es ihnen gelungen ist, einen der höchsten Ehrenposten, den das deutsche Volk zu vergeben hat, für ihre Geschäftszwecke gemissbraucht zu haben. Es ist nicht wahr, dass die Trustfabriken allein die besten Lohn- und Arbeitsbedingungen haben. Wie fast in jeder Industrie, so sind auch in der Zigarettenindustrie die Verhältnisse verschieden. Darüber kann aber jetzt nicht gestritten werden. Das ganze deutsche Volk kämpft heute um seine Existenz. England versucht in heimtückischster Weise, unsere ganze Volkswirtschaft von Grund auf zu ruinieren durch Massnahmen, die die Existenz von Millionen deutscher Arbeiter aufs schwerste bedrohen. Die Pflicht der Selbsterhaltung gebietet uns allen, uns mit aller Gewalt zu wehren und Wiedervergeltung zu üben. Wir dürfen jetzt nicht unser Geld in das uns feindliche Ausland gehen lassen. Der Gewinn der trustfreien Zigarettenindustrie bleibt in unserem Lande und kommt unserer Volkswirtschaft zu gute. Deswegen: Nur wer trustfreie Zigaretten raucht, unterstützt in Wirklichkeit unsere Arbeiterschaft! Büro zur Bekämpfung des Tabakirusies in Groß- Berlin. Die Josettiarbeiter behaupten, der Trust bringe den Arbeiterforderungen ein soziales Verständnis entgegen. Nur so lange, wie der Trust noch nicht die Macht hat, zeigt er sich arbeiterfreundlich und versteht es oft, sogar sich von den Arbeitern Vorspanndienste leisten zu lassen. Wie es in Wahrheit damit aussieht, dafür einige Beispiele aus einigen für Arbeiter gewiss einwandsfreien Quellen: 9 Der ,, Tabakarbeiter", das Organ der freien Tabakarbeitergewerkschaft, bringt in seiner Nr. 29 vom 19. Juli 1914 einen Bericht des Präsidenten Perkiens vom amerikanischen Zigarrenmacherverband. Perkiens sagt dort unter anderem: Vor 16 Jahren, als Portoriko von den Vereinigten Staaten übernommen wurde, habe ich erklärt, dass der Tobacco Trust in Portoriko dominieren würde, die ganze Tabak- und Zigarrenindustrie in seine Hand bekommen würde, zum Schaden der Tabakarbeiter in den Vereinigten Staaten. Unsere Befürchtungen wurden abgewiesen, man sagte uns, wir wären unnötigerweise alamiert worden. Die Tatsachen beweisen aber, dass unsere Befürchtungen zu der Zeit berechtigt waren. Kurz vor der amerikanischen Besetzung der Insel erhielten die Zigarrenarbeiter, die in den kleinen Fabriken arbeiteten, Wochenlöhne von 3-4 Dollar. Gegenwärtig erhalten die Zigarrenmacher in den kleinen Fabriken Wochenlöhne von 2 Dollar 50 Cents bis 3 Dollar 50 Cents. In den grösseren Fabriken erhielten die Zigarrenarbeiter vor der Besetzung 8-10 Dollar wöchentlich, gegenwärtig erhalten sie in den grösseren Fabriken 5-12 Dollar Wochenlöhne. Es wird behauptet, dass seit der Besetzung der Insel durch die Vereinigten Staaten die Kosten für den Lebenshalt der Arbeiter um 100 Proz. gestiegen sind, speziell für Wohnungsmieten. Ich glaube, dass dieses vollständig auf Wahrheit beruht. Gegenwärtig sind in der Tabak- und Zigarrenindustrie eine grössere Zahl Frauen und Kinder beschäftigt. Der Trust, die amerikanische Tobacco Company, befolgt in Portoriko dieselben Methoden wie in den Vereinigten Staaten. Zuerst werden Frauen und Kinder eingestellt unter dem System des Wickelmachens und Rollens; dann beginnt das alte Spiel, indem man die Fassons ändert, um so allmählich die alten Lohnsätze zu verringern. Gegenwärtig ist ein grosser Teil unserer Mitglieder im Streik begriffen gegen die Porto Rican American Tobacco Company, den Trust. Sie verlangen eine menschlichere Behandlung, gute Arbeitsverhältnisse und höheren Lohn. Vor meiner Ankunft auf der Insel verweigerte der Trust überhaupt mit unsern Vertretern zu unterhandeln... Die ganze Frage wurde aufgerollt und durchdiskutiert. Die Vertreter des Trusts sagten, dass sie wirkliche Uebelstände und Beschwerden beseitigen würden, aber zu irgendwelchen Zugeständnissen waren sie nicht zu bewegen. Sie gebrauchten die alte Drohung, dass, wenn sie nicht in Ruhe hier produzieren lassen könnten, sie ihre Maschinen einfach wieder nach den Vereinigten Staaten schicken würden". Die ,, Dresdener Volkszeitung" brachte im April einen Artikel über den Stahltrust. Darin heisst es: Der Trust hat in seinen Stahlwerken die vordem einflussreiche Gewerkschaft der Metallarbeiter fast völlig unterdrückt, die früher geltenden Tarifverträge gewaltsam annulliert und ein autokratisches Regiment aufgerichtet. Mit Hilfe von massenhaft, vorzüglich aus slawischen und romanischen Ländern importierten ungelernten Arbeitern( es befinden sich darunter sogar zahlreiche Syrier!) hat der Trust den Widerstand der organisierten Einheimischen gegen die Arbeitszeitverlängerung und das von den Betriebsleitern selbstherrlich ausgeübte 99 Akkordsystem gebrochen. Statt der vor der Trustgründung in den Stahlwerken meistens üblichen Achtstundenschicht und der sechstägigen Arbeitswoche wurde die Zwölfstundenschicht und die siebentägige Arbeitswoche eingeführt. Die importierten Arbeiter wurden massenhaft in Werkswohnungen untergebracht und werden hier durch Vogte mit Polizeibefugnissen vor jeder Berührung mit den Agitatoren der gewerkschaftlichen Organisation behütet. Die Erfahrungen mit dem Stahltrust müssen den Arbeitern in Deutschland, denen von interessierter Seite die Syndizierung und Vertrustung der Industrie als auch im Interesse der Lohnarbeiter liegend gepriesen wird, zur Warnung dienen. Es hat sich in Amerika gezeigt, dass gegenüber dem vertrusteten Riesenkapital die Arbeiter nur in seltenen Ausnahmefällen ihre Forderungen durchsetzen können. Auszuhungern sind die Trustmagnaten natürlich auch durch den andauerndsten Massenstreik nicht, sie verfügen über gewaltige Reservefonds. Ausserdem erlaubt ihnen die umfassende Betriebskombination, deren vollständige Lahmlegung durch eine Arbeitseinstellung wegen der glatten Unmöglichkeit, die heterogensten Arbeiterelemente unter einen Hut zu bringen, sehr unwahrscheinlich ist, die dringendste Erzeugung aufrechtzuerhalten, wenn man überhaupt bei diesem Grade der Vertrustung der Produktion noch von einem Recht der Verbraucher auf Erfüllung des Lieferungsvertrags reden kann. Durch die( übrigens auch seitens der deutschen Werkssydikate) in den Lieferungsverträgen eingefügte Streikklausel haben sich die Trustherren vor Konventionalstrafen gesichert." Besanti, Rebalt.: Alfred Wielepp, Reufälla. Inseratenteil verantw. Th. Glede, Berlin. Drudu. Berlag: Borwärts Buchdr. u. Berlagsanstalt Baul Singer& Co., Berlin SW Ginvest s Nr. 273. 31. Jahrgang. Verlustlisten. Beilage des Vorwärts" Berliner Volksblatt Die Verlust liste Nr. 42 der preußischen Armee enthält Verluste folgender Truppen: 33. Inf.- Division, Stab; Brig.- Ers.- Bat. 6, Garde, Berlin, der 1. gemischten Garde- Ers.- Brig.; Ref.- Inf.- Reg. Nr. 7; Landw. Inf.- Reg. Nr. 7; Res.- Inf.- Reg. Nr. 8; Gren.- Reg. Nr. 10; Ref.Inf. Reg. Nr. 11; Inf.- Regimenter Nr. 16, 22; Res.- Inf.- Reg. Nr. 22; Inf.- Reg. Nr. 26; Ref.- Inf.- Reg. Nr. 39; Inf.- Regimenter Nr. 44, 45; Res- Inf. Reg. Nr. 49; Jnf.- Regimenter Nr. 67, 74, 76; Brig. Grf.- Bat. Nr. 77; Inf- Reg. Nr. 82; Res.- Inf. Reg. Nr. 82; Inf.- Regimenter Nr. 84, 85; Grenad.- Reg. Nr. 89; Res. Inf.- Regimenter Nr. 99, 111; Inf.- Regimenter Nr. 113, 116, 128, 129, 151, 158, 167, 173; Landst.- Bataillone Neusalz, Thorn; Maschinengewehr- Abt. Nr. 4. Kürajjier- Reg. Nr. 8; Res.- Dragoner- Reg. Nr. 5; DragonerReg. Nr. 9; Ulanen- Reg. Nr. 5; Res.- Ulanen- Reg. Nr. 6; KönigsUlanen- Reg. Nr. 13; Jäger- Reg. zu Pferde Nr. 3; 2. LandsturmEskadron des V. Armeekorps. 1. Landw.- Batterie der 53. Landw.- Inf.- Brig. Garde Pionier- Bat; 2. Pionier- Bat. Nr. 2. Feldfliegertruppe. Sanitäts- Komp. Nr. 2 des IV. Armeekorps. * * * Neben diesem Saal befindet sich die Auskunftstelle für die Lazarette Groß- Berlins und Umgegend, wohin alle diejenigen verwiesen werden, die wissen möchten, wo und in welchem Ba3arett fich der im Felde verwundete Angehörige befindet. So herricht denn ein unausgesettes Rommen und Gehen. Wir empfinden es, daß das gewaltige Drama auf den Schlacht. feldern auch in diesem Gebäude seine Wirkungen auslöst. Dienstag, 6. Oktober 1914. Saß bisher nichts über den Angehörigen gemeldet sei. In gegangen. Die Behörde hat in allen diesen Fällen durch ihre iegterem Falle wird den Anverwandten anheimgestellt, nach drei Außenbeamten persönlich mitteilen lassen, daß eine Ermäßibis vier Tagen wieder vorzusprechen. Und unter den Fragern gibt gung leider nicht erfolgen könne, da die Gebührentare durch es zuweilen solche, die bereits einen nahen Anverwandten ber- Gefeß festgelegt ist. Die Ermäßigung wäre daher nur durch loren, die aber noch weitere Angehörigen in Feindesland haben. ein Notgesetz des Reichstages möglich. Eigenmächtig die ErTränen quillen aus ihren Augen, uni einen seelischen Ausgleich mäßigung zu bewilligen und nachträglich Indemnität nachzu suchen für den erlittenen schmerzlichen Verlust. zusuchen, dazu will sich das Reichspostamt nicht verstehen. Es ist jedoch in den letzten Wochen weitestes Entgegenkommen bei der sofortigen Auflösung von Fernsprechanschlüssen gezeigt worden. Nur innerhalb des Berliner Fernsprechnetes sind seit dem 1. Oftober rund 10 000 Fernsprechan schlüsse weniger, wovon beispielsweise auf das Anit Morigplag über 1000 entfallen. Bereitwilligst wird auch die Umwandlung in einen Zählapparat mit der Grundgebühr von nur 100 M. borgenommen, wobei freilich die Beibehaltung der bisherigen Nummer aus technischen Gründen nicht möglich ist. Viele Geschäftsfirmen haben von mehreren Anschlüssen nur noch einen behalten. Schlimmer daran sind die kleinen Ge schäftsleute, die nur einen Anschluß haben, diesen meist nicht aut entbehren können und nun die volle Gebühr zahlen müssen. Stundung der Gebührenzahlung wird auf Ansuchen aller dings gewährt. Die Ausfälle der Postverwaltung durch die sich stetig mehrenden Abbrüche von Leitungen dürften größer sein als die vorübergehnden Verluste, die durch Ermäßigung entstanden wären. In weiten Kreisen wird gewünscht, daß der Reichstag bei seinem Wiederzusammentritt noch nachträglich ein Ermäßigungsnotgesetz mit rückwirkender Straft erläßt. Ein tödlicher Straßenunfall Die Freie Volksbühne in Kriegszeit. Der Gedanke, für Arbeiter regelmäßig Theater zu spielen, und dazu noch Theater der allerbesten Art, schien vor einem Menschenalter tollfühn. Daß man aber gar zu Striegszeiten für die Masse der arbeitenden Bevölkerung gute Theatervorstellun gen veranstalten fönne, hätte feinem in den Kopf gewollt, und das mag auch noch unmittelbar vor dem Ausbruch des gegen wärtigen Krieges manchem als etwas ganz unwahrscheinliches Die Verlustliste Nr. 19 der bayerischen Armee bringt erschienen sein. Die Macht der Organisation hat aber auch dieses Verluste des 1. Jäger- Bat., des 1. und des 9. Feldartillerie- Reg., Kunststück zuwege gebracht, und wir sehen jetzt die Freie Boltsder 3. Sanitätstomp. des I. Armeekorps, der 1., 2. und 3. Sanitäts- bühne trot Weltkrieg ihr fulturförderndes Werk mutig fortsegen. tomp. des II. Armeekorps und der 1. und 5. Sanitätskomp. des Kunstgenuß, zumal zu den bescheidenen Preisen, zu denen I. Reserveforps. ihn die Freie Bolfsbühne bietet, ist kein Zurus, sondern ein Kulturbedürfnis. Wer also die 1,10 Mt. monatlich aufbringen fann, um an einem Sonntagnachmittag oder an einem Abend m Monat in der Welt des schönen Scheins von der traurigen Wirtlichkeit Erholung zu suchen, der mag es sich unbedenklich leisten. Dazu kommt noch ein wichtiges soziales Montent. Auch die Künstler haben ein Recht zu leben; die alten Mitglieder der Volksbühne verdanken ihnen viele schöne Stunden, fie tun ein damit die Künstler nicht arbeitslos werden. unb Die Verlustliste Nr. 22 der sächsischen Armee bringt VerDie Verlustliste Nr. 22 der sächsischen Armee bringt VerIuste des Inf.- Reg. Nr. 133, des Res.- Inf.Reg. Nr. 133, des Inf. Reg. Nr. 181, des Garde- Reiter- Reg., des Karabinier- Neg., des 1lanen- Reg. Nr. 17, bes Res.- Feldartillerie- Reg. Nr. 23, des Feldartillerie- Reg. Nr. 68, des Pionier- Bat. Nr. 22, der leichten Funtenstation Nr. 16 und der schweren Funkenstation Nr. 25 bei der 8. Kavallerie- Division. Frauen von Kriegsteilnehmern dürfen Berk sozialer Solidarität, wenn sie das Ihre dazu beitragen, nicht exmittiert werden. Wiederholt haben wir im Gegensatz zu einigen Urteilen diesen Satz als Rechtsgrundsatz aus dem Notgesetz vom 4. August 1914 abgeleitet. Die Nichtigkeit unserer Darstellung bestätigte auch der Justizminister durch seine den Gerichtsvollziehern am 26. September erteilte Weisung, ein auf Räumung lautendes Urteil gegen die Ehefrau eines Kriegsteilnehmers nicht anzu nehmen, es sei denn, daß das Vollstreckungsgericht eine dahin gehende Anweisung auf Beschwerde erteilt. Eine solche Anweisung verlangte ein Hausbefizer Berthold gegenüber der Weigerung des Gerichtsvollziehers Riese, das im Räumungsprozeß gegen die Frau eines Kriegsteilnehmers lautende Anerkenntnisurteil zu vollstrecken. Das Vollstreckungsgericht hat diesen Antrag des Hausbesikers auf dessen Kosten zurückgewiesen. Wie sich aus dem bei den aften 13. C. 1537/14. befindlichen Mietvertrag ergibt, haben die Eheleute Dühre gemeinsam eine Wohnung im Hause des Gläubigers gemietet. Zu diesem Zweck gilt es nicht nur der Volksbühne treu zu bleiben, sondern auch für den Ausfall an Mitgliedern, der durch den Krieg entstanden ist, nach Kräften Ersatz zu schaffen. Wer mithilft, die Volksbühne auch in Kriegszeit stark und leistungsfähig zu erhalten, tut ein gutes Werf an der ganzen Arbeiterbewegung. Der Verband der Freien Volfsbühnen spielt im Oktober und November in folgenden Theatern: Deutsches Opernhaus( Frei schütz, Martha) Lessingtheater( Erbförster, Biliom), Deutsches Theater( Was ihr wollt), Schillertheater Charlottenburg( Weh' dem, der lügt) und Montis Operettentheater( Minna von Barnhelm, Wenn der junge Wein blüht und Eulenbergs Hauptmann von Streith). Anfang Dezember werden die Vorstellungen im Neubau der Freien Volksbühne am Bülowplatz aufgenommen werden. Anmeldung erfolgt in den über ganz Berlin verteilten Bahlstellen oder in der Hauptgeschäftsstelle Berlin C. 25, Linienstraße 227 vart. hat sich am gestrigen Montagvormittag gegen 7 Uhr im Norden zuVor dem Hause Müllerstraße 12 B versuchte ein Herr getragen. August Hoffmann den Hinterperron eines Straßenbahnwagens der Linie 28 während der Fahrt zu besteigen. H. glitt jedoch ab und wurde von dem Beiwagen umgestoßen. Er erlitt eine schwere Kopfwunde und innere Verlegungen, an deren Folgen er auf dem Transport nach dem Virchow- Krankenhaus starb. Der frühere Oberbürgermeister von Görlik, Herr Büchte. mann, der mehrere Jahre in Wilmersdorf Stadtverordneter war, ist gestorben. Herr Büchtemann hat auch dem preußischen Landtag als Abgeordneter angehört. Arbeitslosenunterstützung in Stralau. Die Gemeindevertretung beschloß in ihrer legten Sigung folgende Unterstügungen an bedürftige Arbeitslose zu zahlen: für Ledige wöchentlich 4 M., an kinderlose Eheleute 6 M. und für Kinder unter 15 Jahren 1,75 M., über 15 Jahren 2,50 M. Den Arbeitslofen, die von einer Gewerkschaft Unterstützung bekommen, wird ein Zuschlag von 50 Broz. gewährt, bis zur Höchstgrenze von insgesamt 15 M. Die geleisteten Unterstüßungen sollen nicht als Armenunterstügung betrachtet werden. Die Gemeindevertretung nahm dann noch eine Vorlage an, die Mittel bereit stellt zur Beschaffung von Schulbüchern an bedürftige Schulkinder.- Mitgeteilt wurde noch, daß auch die Gemeinde Speisemarken ausgebe, die von der Berliner Speisewirtfchaft Lichtenberg, Neue Bahnhofstraße, gegen Verabfolgung von Mittagessen eingelöst werden. Die Potsdamer Stadtverordnetenversammlung beschäftigte sich in ihrer letzten Sizung mit einer Vorlage des Magistrats, die 260 000 m. forderte zum Ankauf eines Vorrates geAuf die Räumungsklage ist die Ehefrau Dühre ihrem An- Die Volkskunstabende der Freien Bolfsbühne in Steg- räucherter Fleisch- und Wurstwaren. Die Vorlage wurde von den gegen den Ehemann, da er zu dem mobilen Truppenteil gehört, 3 est, 2. Gemeindeschule, Auguste- Viktoria- Allee 95/96, finden ber lebhaften Befürwortung durch den Bürgermeister gelang es nicht, erkenntnis gemäß zur Räumung verurteilt worden, während lit, Lyzeum I, Rothenburgstraße, und Reinidendorf- meisten Stadtverordneten energisch bekämpft mit der Motivierung, daß die Stadt ein zu großes Risiko dabei eingehen müßte. Trozz nichts beranlagt worden ist. Selbst wenn die Ehefrau für ihre bereits am Mittwoch, den 7. Oktober, statt. Person den Anspruch anerkannt hat und zur Räumung berdie Vorlage zur Annahme zu bringen. Eine Dringlichkeitsvorlage urteilt ist, so kann sie trotzdem als Ehefrau ihres im Felde berlangte 60 000 M. zur Anfertigung von Strümpfen, Pulswärmern An unsere Leser in den Vororten! stehenden Mannes, dem gegenüber das Verfahren unterbrochen für die im Felde stehenden Soldaten der Potsdamer Garnison. Die ist und der somit zur Benuzung der Räume weiterhin berechtigt Infolge der durch den Krieg veranlaßten Benzinsperre Arbeiten sollen von arbeitslosen Frauen und Mädchen gegen Entgelt bleibt, nicht zwangsweise aus der Wohnung entfernt werden." find die Lastwagenbesiger gezwungen, geringere Qualitäten angefertigt werden. Diese Borlage wurde angenommen. Hoffentlich werden nun endlich die Versuche von Haus- dieses Brennstoffes, die nicht vom Militärfiskus beschlagRegelung des Brotpreises in Nowawes. befizern aufhören, Familien von Kriegsteilnehmern durch nahmt sind, zum Betriebe der Autos zu verwenden. Darunter Wie in der letzten Gemeindevertretersigung mitgeteilt wurde, Räumungsandrohungen zu ängstigen. Die Drohung gegen- leidet natürlich die Maschine des Wagens und diese seht zum hat die Kriegstommission mit den Bädermeistern wegen Festlegung über der Frau eines Kriegsteilnehmers, falls Mietzahlung Leidwesen des Führers öfter aus. Auch unsere Wagen haben eines einheitlichen Preises und Gewichts des Brotes mehrmals unternicht erfolgt, würde Räumung erfolgen, fann einen durch unter dieserkalamität zu leiden. Wir bitten daher unsere Leser handelt. Das Resultat war, daß sich die Bäckermeister verpflichteten, § 253 des Strafgesetzbuches mit Gefängnisstrafe und Ehr- wegen der gestrigen Verspätung um Nachsicht. Wir sind um verlust bedrohten Erpressungsversuch darstellen. Nochmals so mehr auf die Nachsicht angewiesen, als wir auf Ersuchen möchten wir aber dringend die Ehefrauen von Kriegsteilnehmern warnen, in gegen sie von Hausbefizern gerichteten Klagen ein Anerkenntnis abzugeben. Die Rechts lage wird dadurch für sie erschwert. Es ist undenkbar, daß ein höheres preußisches Gericht anders als auf Abweisung des auf Räumung der Wohnung gerichteten Begehrs erfennt. Der Gesetzgeber hat den im Felde Stehenden nicht für Ausübung seiner Pflicht mit Ermission seiner Familie bestrafen, sondern er hat ihn und seine Familie vor Zugriffen von Gläubigern und gegen Ermissionen schüßen wollen. Aus Groß- Berlin. In der Auskunftsstelle über Gefallene und Verwundete. Das rote Gebäude der Kriegsakademie, Ede Dorotheenund Neue- Wilhelm- Straße, ist jetzt täglich das Biel Tausender. Schon aus einiger Entfernung kommt dem Passanten zum Bewußtsein, daß diefer stattliche Bau in der gegenwärtigen Zeit noch besonderen Zwecken dient. An dem Marmo 1ockel des Gebäudes prangen die preußischen Verlustlisten der legion Beit, um zahlreichen Personen Einblick zu gewähren. Und im Innern der Kriegsakademie selbst hat das preußische Kriegsministerium für die Dauer des Krieges für die preußische Armee ein Zentralnach weisbureau errichtet. Es erteilt schriftliche und mündliche Aus funft über alle verwundeten, gefallenen, vermißten und in Lazaretten behandelten Personen der eigenen Armee. Viele Taufende, denen weder die bisher erschienenen Verlustlisten noch irgendein Lebenszeichen Auskunft über das Schicksal ihrer im Felde stehenden Anverwandten und Freunde gegeben, strömen daher hier zusammen, um Näheres zu erfahren. Ein am Portal hängendes Blakat verweist die um Auskunft Ersuchenden nach dem 1. Stock. Dort angelangt, betritt man einen geräumigen Saal, in dem zahlreiche Beamte die Wünsche der Fragenden entgegennehmen. der Militärverwaltung einen unserer drei Autowagen für die Beförderung der Liebesgaben der Franzer" nach Frankreich zur Verfügung gestellt haben, wodurch wir natürlich bei vorkommenden Störungen mehr als bisher in Verlegenheit kommen. Wir sind nach wie vor bestrebt, die Zeitung pünktlich an unsere Abonnenten abzuliefern. Hauptexpedition des Vorwärts". das Pfund ausgebackenes Roggenbrot mit 15 Pf., Weizenbrot mit 25 Bf. zu verkaufen. Auf den Einwand eines fozialdemokratischen Bertreters, daß die Bäckermeister bei steigenden Mehlpreisen das ge gebene Versprechen sicherlich nicht halten würden oder fönnten, wurde in Aussicht gestellt, daß in diesem Falle die Bäckereien gezwungen würden, Preis und Gewicht des Brotes durch Aushang bekannt zu geben. Ein anderer Vorschlag unseres Vertreters, die Gemeinde solle wegen der zu erwartenden Preissteigerung in Mehl und Hülfenfrüchten eigene Einkäufe machen oder sich an dem gemeinsamen Be zug von Lebensmitteln der Gemeinden Groß- Berlins beteiligen, wurde von den bürgerlichen Vertretern als nicht angängig bezeichnet. Die Berliner Brotpreise beim Kriegsansbruch. Vom Gemeindevorstand wurde mitgeteilt, daß die Kriegskommission Das Statistische Amt der Stadt Berlin hat jetzt aus dem für den Ankauf von Lebensmitteln 10 000 m. bereitgestellt habe und nötigenfalls das Geld auch für diesen Zweck verwenden werde. Monat August das Ergebnis der Brotpreisermittelungen ber- Bur Linderung der Kriegsnot in Ostpreußen bes öffentlicht. Noch Mitte Juli war aus den vorgenommenen Ver- willigte die Gemeindevertretung die Summe von 1000 m. Für wiegungen der zu diesem Zwecke in 40 Bäckereien Berlins ange- die geichnung der Kriegsanleihe sollen 60 000 m. aus fauften Backwaren der Durchschnittspreis für das Kilogramm den vorhandenen Legaten und Stiftungen entnommen werden. Roggenbrot auf 28,40 f. berechnet worden. Am 5. August Die Angehörigen derjenigen Striegsteilnehmer, die in der Ge dagegen stellte sich der berechnete Durchschnittspreis auf 33,47 Pfennig, das bedeutet gegenüber dem Preis von Mitte Juli ein Mehr von ziemlich 18 Proz. Der Rückgang, der nach dieser jähen Preissteigerung bald wieder einsette, vollzog sich langfam. Ermittelt wurde als Durchschnittspreis ant 20. August noch 33,10 Pfennig, am 2. September noch 32,14 f. Den Durchschnitt für den ganzen Monat August berechnet das Statistische Amt auf 32,95 Pf., gegenüber 29,65 Pf. für Juli dieses Jahres und 28,94 Bf. bzw. 29,09 Pf. für August und Juli vorigen Jahres. Beim Weizenbrot( Schrippen) zeigte sich eine ähnliche Breisbewegung. Nach dem Ergebnis der vorgenommenen Verwiegungen fostete durchschnittlich das Kilogramm um Mitte Juli dieses Jahres 53,09 Pf., dagegen am 5. August 59,59 Pf., reich lich 12 Broz. mehr. Der Durchschnittspreis ermäßigte sich dann bis 20. August auf 59,55 Pf., bis 2. September auf 58,23 Pf. Für den ganzen Monat August war der Durchschnitt 59,23 Pf., gegenüber 55,06 Pf. für Juli dieses Jahres und 58,89 Pf. bzw. 54,62 Pf. für August und Juli vorigen Jahres. Frrenanstalten als Lazarette. Die neue Frrenanstalt der Stadt Berlin in Buch, die jekt bezogen werden sollte, soll für Lazarettzwecke in Anspruch genommen werden. Der Magistrat verlangt zu diesen Bwed von der Stadtverordnetenversammlung Wittel in Höhe von 600 000 22. meinde privatdienstrechtlich angestellt sind, zu denen auch die Gemeindearbeiter zählen, sollen an Stelle der bisher gezahlten Befol dung 100 Proz. der Staatsunterstützung erhalten. Gesangsaufführungen bei den Verwundeten. Die Gesangsaufführungen der beiden Vereine Männerchor Dst" und Sängerchor Wedding" unter Zeitung ihres be währten Dirigenten Herrn Emil Thilo im großen Saal der Brauerei Friedrichshain wurden von den dort verpflegten Verwundeten mit lebhaftem Interesse verfolgt und mit begeistertem Beifall aufgenommen. Zum Vortrag famen„ Weihe des Gefanges"," Bu Straß burg auf der langen Brück""," Walter von der Vogelweide", Lord Folefon" und" Süßows wilde Jagd". Mit ebenso großem Beifall wurden die von dem Nezitator Emil Sühne vom Residenz- Theater vorgetragenen Dichtungen und auch Lieder zur Laute aufgenommen. von der Lazarettverwaltung wurde den Vortragenden im Namen der Verwundeten herzlichst gedankt und um eine Wiederholung gea beten. Schwindlerin im Alter von 35 bis 40 Jahren, die in den Häufern Kriegsschwindler. Für verwundete Krieger sammelt eine umhergeht und den Leuten vorspiegelt, sie sei beauftragt mit Sammlungen, deren Ertrag der Verwundetenpflege zugute fommen solle. Die Sammlerin ist gut gekleidet und tritt sehr gewandt auf. Sie findet überall Entgegenkommen, und manche hochherzige Spende fließt ihr für den guten Zwed aus mildtätiger Hand zu. Die Schindlerin suchte bisher die westlichen Vororte heim und ist jetzt bis nach Steglik gekommen. Sie ist mittelgroß und spricht sächsische Mundart. Liefer Ernst und zuweilen innere Wehmut spricht zu uns, wenn wir in das Antlig diefer zahlreichen, hier harrenden Menschen schauen. Das Gros der Auskunftsuchenden hat längere Beit von dem im Felde stehenden Anverwandten nichts erfahren. Die„ Neue Welt", unser Sonntagsunterhaltungsblatt, Sie wissen nicht, ob sie gefallen, verletzt oder gefangen sind. Oft ist von unsern Lesern und Leserinnen sehr vermißt worden. ist es den Beamten, die sich dem Publikum gegenüber überaus Bei der Fernsprechverwaltung Groß- Berlins sind seit Es schweben jezt Verhandlungen darüber, das Wiederhöflich und zuvorkommend erweisen, möglich, befriedigende Aus- Kriegsbeginn außerordentlich viele Gesuche um Ermäßigung erscheinen der Neuen Welt" in Bälde zu ermöglichen und fumft zu erteilen; in vielen Fällen lautet indessen die Antwort, der Fernsprechgebühren mit Rücksicht auf die Kriegslage ein- I die entstandenen Hindernisse au beseitigen. Keine Ermäßigung der Fernsprechgebühren. In der Fachschule für Schuhmacher, Linienftr. 162, beginnen sind von den Eingezogenen etwa zwei Drittel. Die Zahl der die noch höher sein würde, wenn nicht schon seit mehr als vier die Kurse für Meister und Gesellen im Winterhalbjahr am Don- tatsächlich Eingezogenen dürfte wesentlich höher sein, denn bei Wochen die beiderseitigen Organisationsleitungen rastlos bemüht auf Modellschneiden, Warenkunde, Schäfte- und Leistenanfertigung, Mitglieder von der Erhebung erfaßt. Die absolute Zahl der arbeit die Arbeitslosigkeit einzudämmen. In den Wochen nach nerstag, den 8. Oktober, abens 7 Uhr. Der Unterricht erstreckt sich dem Verband der Fabrikarbeiter sind z. B. nur 69,5 Proz. der wären, durch Beschaffung von Arbeitsgelegenheit, Durchsetzung von Buchführung und Bodenarbeit. Anmeldungen Donnerstag, den Mitglieder von der Erhebung erfaßt. Die absolute Bahl der Arbeitszeitverkürzung, Verbot aller Ueberstunden- und Sonntags8. Oftober, abends 7 Uhr, im Schulhaus, Linienstr. 162, of 1 Tr. zum Kriegsdienst eingezogenen Mitglieder betrug in den Ver- Mitte Oktober wird jedoch trok all dieser Maßnahmen die Arbeitsbänden der Metallarbeiter 131 891, Bauarbeiter 109 000, Trans- gelegenheit sehr stark zurückgehen, obwohl Malerarbeiten auch im Aus der Selbstmordchronik. Zahlungsschwierigkeiten haben den 43 Jahre alten Uhrmacher Rudolf Duhl aus der Gartenstraße 8 in portarbeiter 61 247, Fabritarbeiter 44 429, Solzarbeiter 44 060, Winter sehr wohl ausgeführt werden könnten. Der Verband der Maler hat an die Frauen seiner zum Kriegsa den Tod getrieben. Duhl betrieb eine kleine Handlung in Berbin- Bergarbeiter 25 446, Bimmerer 19 776, Gemeindearbeiter 13 856, dung mit einer Ausbesserungswerkstatt. Seine Geschäfte gingen Buchdrucker 12 714, Tertilarbeiter 12 165, Brauerei und dienst eingezogenen Mitglieder eine einmalige Unterstüßung in nach und nach soweit zurück, daß er die Waren nicht mehr bezahlen Mühlenarbeiter 11 594, Schneider 10 823, Maler 9781, Bäcker Höhe von 5 bis 8 M. gezahlt. Ferner hat er die Arbeitslosenkonnte und auch die Miete schuldig bleiben mußte. Weil er feinen und Konditoren 8211, Steinarbeiter 6705, Schuhmacher 6500, unterstüßung eingeführt. Es wurde zunächst festgesetzt, daß jeder Arbeitslose unter gewissen Voraussetzungen vier Wochen Anspruch Ausweg aus den Schwierigkeiten mehr sah, öffnete er in seinem Maschinisten und Heizer 6421, Glasarbeiter 3383, Fleischer 3634, auf Arbeitslosenunterstüßung haben sollte. Da jedoch die Arbeitsverschlossenen Baden alle Hähne und vergiftete sich mit Gas. Als Randarbeiter 3354, Lithographen und Steindrucker 3454, Leder- losigkeit zunächst nicht so verheerend auftrat, wie erst befürchtet man ihn auffand, war er schon tot. Auf einem Stuhl im Laden lag arbeiter und Handschuhmacher 3190, Sattler und Bortefeuiller werden mußte, und weil die Mitglieder im allgemeinen bisher er= 3189, Gastwirtsgehilfen 2871, Kaufmann Paul Würfel aus der Tile- Wardenbergstraße 13 zum binder 2701, Dachdecker 2584, Steinfeger 2505, Tapezierer 2493, stand des Malerverbandes bereits die eingeführte Inter= Selbstmord. In der durchschneiden und erhängte sich dann. Töpfer 2476, Gärtner 2040, Böttcher 1925, Handlungsgehilfen vier Wochen bezogene Unterstützung als außerordentliche stützung dahin erweitern, daß jetzt die in den ersten Im Walhalla- Theater ging am Sonnabend ein von Bordes- 1705, Tabatarbeiter 1589, Kupferschmiede 1421, Sutmacher Not stands unterstübung betrachtet, also als ArMilo und Herm. Frey verfaßtes Kriegsstück: Berlin im Felde" 1220, Glaser 1277, Buchdruckereihilfsarbeiter 1100, Bureauange- beitslosenunterstübung nicht in Anrechnung geüber die Bretter, das viel beklatscht wurde; einige Couplets, zu denen stellte 1013, Schiffszimmerer 945, Bildhauer 760, Kürschner bracht wird. Somit bekommen auch die bereits ausgesteuerten Fris Redl eine einschmeichelnde Musik geliefert hatte, waren ganz 495, Zivilmufifer 370, Friseure 359, Asphalteure 244, Xylo- Mitglieder erneut vier Wochen Unterstübung. annehmbar. Sehr stark faritiert waren die Typen der feindlichen graphen 72, Notenstecher 67. Truppen, die da vorgeführt wurden und die nur eine Unterschäßung des Gegners hervorrufen können. Um die Darstellung machten sich Ludwig von dem Bruch, Mar Tobien, Nessy Winter und Ida Perry besonders verdient. Aus der Partei. Ein allzeit Getreuer. werden. In den nächsten Wochen sollen weitere Feststellungen über den Die Prozentzahl der zum Kriegsdienst eingezogenen Mitglieder Prozentual gestaltet sich das Ergebnis wesentlich anders. Stand der Berufs- und Organisationsverhältnisse vorgenommen betrug in den Verbänden der Fleischer 56,5, Bauarbeiter 39,0, Einschränkung der Konkurrenz für Musiker. Fabrikarbeiter 35,2, Zimmerer 35,1, Bäder 33,6, Dachdecker Kürzlich erging ein Verbot des Mufizierens durch Beamte, fo< 30,4, Glaser 29,8, Transportarbeiter 29,6, Lederarbeiter 28,5, weit es sich um Musizieren gegen Entlohnung oder anderweitige Gärtner 28,3, Steinfeger 27,4, Metallarbeiter 27,4, Brauerei- Bergütung handelt. Dieses Verbot ist jetzt auch auf die Beamten arbeiter 27,4, Schneider 27,2, Schiffszimmerer 26,6, Gemeinde- und Angestellten, der Marine ausgedehnt worden. Es erstreckt sich arbeiter 26,2, Kupferschmiede 25,6, Töpfer 25,6, Gastwirts- jedoch nur auf die Dauer des Kriegszustandes. Berlin und Umgegend. Aus Industrie und Handel. Mehr Papiergeld. Das Dahrlehnskassengesetz vom 4. Auguft erteilt dem Bundesrat die Ermächtigung, über den Betrag von 1500 Millionen Mark hinaus Darlehnskassenscheine auszugeben. Von dieser Ermächti= gung hat der Bundesrat jest Gebrauch gemacht, indem er den Betrag auf 3000 Millionen Mark erhöhte. An kleinen Scheinen im Werte von 5, 2 und 1 Mark werden jest wöchentlich bis zu 18 Millionen Mark in den Verkehr gebracht. In Forst i. 2. vollendete am Sonntag unser Genosse Arbeiter- gehilfen 25,4, Bergarbeiter 25,0, Tapezierer 25,0, Maschinisten sekretär Heinrich abert sein 60. Lebensjahr. Durch 37 lange 24,4, Maler 24,3, Holzarbeiter 23,9, Sattler und Portefeuiller sekretär Heinrich abert sein 60. Lebensjahr. Durch 37 lange Jahre hat Tabert auch unter den schwierigsten Verhältnissen der 23,0, Böttcher 22,3, Steinarbeiter 22,2, Hutmacher 22,1, PorBartei unentwegt Treue gehalten. Den älteren Berliner Genoffen Bellanarbeiter 22,1, Glasarbeiter 21,8, Bildhauer 21,2, Lithoist unser Veteran durch seine Tätigkeit im 4. Berliner Reichstags- graphen 21,2, Asphalteure 19,1, Kürschner 19,1, Buchdrucker 18,4, wahlkreise bekannt. Dort war er in den Jahren 1884-86 Vor- Schuhmacher 18,2, Friseure 18,0, Zivilmusiker 17,7, Landarbeiter fizender des Sozialdemokratischen Bezirksvereins für den Osten 17,2, Xylographen 17,1, Bureauangestellte 16,1, Buchbinder 16,1, Berlins. Als Vorfißender leitete er auch am 2. Februar 1886 die Handlungsgehilfen 15,4, Notenstecher 15,2, Buchdruckereihilfs Versammlung in der Andreasstraße, in der der berüchtigte Ihring. arbeiter 14,9, Tertilarbeiter 14,5 und Tabafarbeiter 11,3. Mahlow entlarvt wurde. Im Verlaufe des Jhring- MahlowProzesses wurde auch Taber tam 6. Juli 1886 ausgewiesen. 1888 gründete Tabert mit mehreren Genossen in Luckenwalde einen sozialdemokratischen Verein und rief gewerkschaftliche Organisationen ins Leben. Als 1905 die Luckenwalder Arbeiter ein Arbeiterfetretariat errichteten, war es Tabert, dem sie das Amt übertrugen. Im Jahre 1907 erkoren ihn dann die Genossen in Halle zu ihrem Barteisekretär. Von dort aus holten ihn die Kottbuser Genossen als Arbeitersekretär, bis ihn die Genossen in Forst auf den gleichen Poften beriefen. Und dort wirkt er bis heute in den wirtschaftlichen und politischen Organisationen des Proletariats. Seit 1910 ist er feine Veränderungen eingetreten. Keine neuen Aufträge sind der summe auf 30 957 000 Rubel; das bedeutet eine Verringerung von der 1. Vorsitzende des Wahlvereins, seit 1913 einer unserer Vertreter in der Stadtverordnetenversammlung. Ein Opfer des Krieges. Unser Parteigenosse Richard Brenner, Redakteur vom Braunschweiger Volksfreund", ist auf dem Schlachtfeld gefallen, Gewerkschaftliches. [ Gewerkschaftsmitglieder im Kriegsdienst. In interessanten Einzeldarstellungen konnte schon von unseren Gewerkschaften und von einzelnen sozialdemokratischen Parteiorganisationen die Zahl der einberufenen Mitglieder zum Heeresdienst angegeben werden. Die gewerkschaftlichen Zentralverbände, die der Generalfommission angeschlossen sind, haben sich sofort bemüht, durch Erhebungen bei den örtlichen Verbandsfilialen die genauen Zahlen aller zum jezigen Heeresdienst einberufenen Mitglieder festzustellen. Am 17. Auguft wurde der erste Versuch gemacht, der aber ein zu lückenhaftes Resultat er gab, das zur Veröffentlichung nicht geeignet war, da nur 33 Verbände von den 47 der Generalfommission angeschlossenen Gewerkschaften Angaben machen konnten. Die Umfrage wurde im September wiederholt und als Erhebungsdatum der 7. September angefekt. Auch jetzt konnten noch nicht alle Verbände Angaben machen. Es fehlen meistenteils aus den Zweigvereinen ier Grenzbezirke die Berichte. Und da gerade in diesen B- zirfen bei Ausbruch des Krieges alle Militärpflichtigen zum Heere eingezogen wurden, so ist der Prozentsaz der einberufenen Mitglieder sicher bei den meisten Verbänden noch höher als angegeben. Bei der Prozentberechnung ist die Zahl der weiblichen Mitglieder vom Gesamtmitgliederbestande in Abrechnung gebracht worden. Der Berliner Arbeitsmarkt Der Berliner Arbeitsmarkt wurde in der letzten Zeit etwas entlastet durch die Aufträge für Militärbedarf resp. Baradenbau, Bau von Tragbahren, Feldküchen usw. Ferner wurden Arbeitsfräfte für Umzugs- und Kohlentransporte gebraucht. In der Metallindustrie herrscht Mangel an gewissen Gruppen qualifizierter Arbeitskräfte. Die Automobilindustrie weist eine geringe Besserung auf, während die Betriebe der Elektrotechnit statt neunstündige nur ſechsstündige Arbeitszeit haben. Im übrigen sind Solzindustrie zugegangen, so daß sich die Lage, besonders ber Tischler, nicht verbessert hat. Dasselbe gilt von der Eisenbetonindustrie. Was die chemische Industrie betrifft, so ist bei der Herstellung pharmazeutischer Artikel und Säuren die Beschäftigung schwach. Der Stillstand der Glasindustrie hat den Absah von Glaubersalz eingeschränkt. Die Nachfrage nach Tapezierer hat sich etwas gehoben. Die Schneider find gut beschäftigt, während für Schneiderinnen die Situation noch ungünstig ist. In der Wäschefabrikation hat die schwache Besserung angehalten. Wenn auch neue Aufträge nur in geringem Umfange eingingen, wurden sistierte Aufträge wieder beftelt. In der Schirmfabrikation hatte das schlechte Wetter eine Belebung zur Folge. Gut beschäftigt ist das Speditionsgewerbe. " Rußlands Handel und der Krieg. Welchen überwältigenden Veränderungen der Warenumsah in den kriegführenden Ländern unterworfen ist, beweist unter anderem ein Artikel der größten südrussischen Zeitung„ Odesskij Listok", der folgendes berichtet: In der Woche vom 22. bis 29. Juli betrug die Ausfuhr russischer Waren über europäische, kaukasische, russisch- finnische Grenzen und die Grenzen des Schwarzen Meeres 16 152 000 Rubel. In der entsprechenden Woche des vorigen Jahres belief sich die Ausfuhr14 805 000 Rubel. Sehr gering ift die Ausfuhr über die europäische Landesgrenze; sie betrug im ganzen in dieser Woche 52 000 Rubel. Die Einfuhr über die vorgenannten Grenzen belief sich in der Woche vom 22. bis 29. Juli auf 8 304 000 Rubel gegen 27 957 000 Rubel in der entsprechenden Woche des vorigen Jahres. Der Import hat also prozentual in weit höherem Grad abgenommen als der Export. Bom Beginn des Jahres bis zum 29. Juli gerechnet, betrug die Ausfuhr in diesem Jahre 29 418 000 Rubel weniger als die infuhr. Während derselben Zeit des vorigen Jahres über stieg dagegen die Ausfuhr den Wert der eingeführten Waren um 12 084 000 Rubel." Englands Mangel an Farbstoffen. Ein Artikel im„ Manch. Eine starte Arbeitslosigkeit herrscht bei den Technikern und Guard." beschäftigt sich mit dem Mangel an deutschen Farbstoffen Handlungsgehilfen; bei diesen kommt indessen die steigende Kauf-| in englischen Webereien, die vier Fünftel ihrer Grundstoffe que lust in einer leichten Besserung der Nachfrage zum Ausdruck, die Deutschland zu beziehen pflegten. Die Schwierigkeiten, welche die auch die weiblichen Angestellten umfaßt. Schaffung einer britischen Produktion von Farbstoffen mit sich Jm Ganzen wurden von den wichtigeren öffentlichen Ar- bringen würde, einer Produktion, die genügend Material erzeugte, beitsnachweisen Groß- Berlins 4000 Stellen für männliche und um den Bedürfnissen der britischen Webereien zu genügen, hält 3600 für weibliche Personen vermittelt; die Zahl der offenen Stel- der Berichterstatter für faum zu überwinden. len belief sich für diese auf 4400, für jerte auf 4900, während 7600 männliche und 5700 weibliche Stellensuchende eingeschrieben wurden. Die Besserung des Arbeitsmarktes gegenüber der VorWoche fündigt sich deutlich in der Vermehrung der offenen Stellen, sowie in der Verminderung der Stellensuchenden an. Deutsches Reich. Politische und gewerkschaftliche Erziehung. Berliner Holzarbeiters, in dem es heißt: Die Holzarbeiter- Beitung" veröffentlicht den Feldpoftbrief eines Tilfit, den 18. September. Soziales. Neberarbeit. Im Zweifelsfalle muß ftets ein angemessener Lohn für Ueberarbeit gezahlt werden. So entschied gestern wieder die Kammer 6 des Gewerbegerichts. Die Firma Kolb u. Co. ist Lieferantin für Militär- und Probiantämter. Ihre Spezialität ist Massenverpflegung. Während .. Von mir persönlich fann ich mitteilen, daß ich wohl- eines Uebungsschießens in Garb war ihr die Verpflegung der auf bin und an der Eroberung Tilsits teilgenommen habe. Viele Mann'ch iften und Offiziere übertragen worden. Dort war auch gute Kameraden find an meiner Seite gefallen, unter anderen ein Angestellter tätig, der in Berlin bei 8% stündiger Arbeitszeit eines unserer Mitglieder, der Kollege Grassow aus Weißenfee. einen Wochenlohn von 25 M. erhielt. Dieser Angestellte forderte Der Kollege Otto Opig, Klaviermacher, ist schwer verwundet. Nach nun für die Dauer jener Uebung( für 33 Tage) eine Lohnvielen Entbehrungen in den vorangegangenen Wochen haben wir nachzahlung in Höhe von 437 M. Seiner Klagebehauptung nach jezt ein gutes Duartier und werden in der liebenswürdigsten Weise habe er täglich 13½ Stunden Ueberzeit geleistet und berechnete von der Bevölkerung Tilsits verpflegt. Wenn ich heil nach Hause diese mit 1 M. pro Stunde. Die Beklagte bestritt die Dauer der Der Prozentsatz der zum Kriegsdienst eingezogenen Mit- tomme, werde ich manches berichten können. Das eine fann ich täglichen Arbeitszeit. Der Kläger habe allerdings für die Mannglieder ist in den einzelnen Verbänden außerordentlich ver- aber jezt schon sagen: Der Einfluß der politischen und gewerkschaft bereits um 6 Uhr früh den Kaffee fertiggestellt, habe also schieden. Während er bei den Tabafarbeitern 11,3 Broz. beträgt, schaftlichen Erziehung hat sich auch im Felde gezeigt. Unsere etwa 1½ Stunden vorher in der Küche sein müssen. Seine Arbeit wäre aber abends bereits um 7 Uhr beendet gewefen. Richtig sei, Partei und Gewerkschaftsgenossen haben sich steigt er bei den Fleischern auf 56,6. Es wäre jedoch verfehlt, aus diesen Prozentfäßen Schlüsse auf die förperliche Qualifidurch vernünftiges und braves Verhalten aus- daß der Kläger um 9 oder 10 Uhr abends noch die Kessel anheizen gezeichnet. Darauf fönnen wir stolz sein. mußte, damit morgens das Kaffeewasser rechtzeitig zum sieden fation der betreffenden Berufsangehörigen für den Kriegsdienst Freundlichen Gruß W. G. fam. Für diese Weberarbeit sei der Kläger aber dadurch genügend zu ziehen. Nur vereinzelt wird ein solches Urteil am Blaze sein, entlohnt, daß er wöchentlich 30 M., freie Beföftigung und Schlafweil die Heranziehung der Militärdienstpflichtigen in den einDas Malergewerbe während der Kriegszeit. gelegenheit erhielt. zelnen Landesteilen nicht in gleichem Umfange erfolgte, so daß Dem Malerverband waren zahlenmäßige Feststellungen über Organisationen, die in Bezirken eine große Mitgliederzahl die Wirkungen des Krieges auf das Gewerbe ganz außerordentlich haben, in denen nur einzelne Jahrgänge der Kriegsdienstpflich beg bestie, nach wiederholten Ermittelungen, lassen sich in tigen eingezogen wurden, einen geringeren Prozentsatz Einge- des bestimmte Angaben machen. Danach wurden von 142 befragten Filialen des Verbandes, zogener stellen, als er sich ergeben würde, wenn die Anforderun- die 253 Orte umfassen, von 47 033 organisierten Malern und gen der Militärverwaltung in allen Bezirken die gleichen wären. Lackierern bis anfangs September 10 414 oder 22,1 Proz. zum Auch die Berufsart dürfte in der Sache von Einfluß sein. Je Militär einberufen; davon find 6034 oder 57,9 Proz. verheiratet. nachdem ein Beruf den Zwecken der Heeresverwaltung mehr Da sich manche, besonders jüngere Mitglieder, die in den ersten oder weniger dienstbar gemacht werden kann, wird die Heran gemäß abmeldeten, dürfte die Zahl der tatsächlich Einberufenen Frankfurt a. M., Redlinghausen, Göttingen und Hildesheim um Tagen bei ihrem Truppenteil eintreffen mußten, nicht ordnungs- Es handelt sich in einer Reihe von Innungsstreitsachen aus ziehung er betreffenden Arbeiter zur Leistung der Dienstpflicht noch etwas höher sein. Arbeitslos wurden von 33 769 befragten die Frage: Hat der Regierungspräsident oder hat der Bezirkserfolgen. Nach den Angaben der Verbandsvorstände sind Berufsangehörigen 12 536 ermittelt; davon waren im Verband ausschuß in der Beschwerdeinstanz gegen eine Ordnungsstrafver589755 Gewerkschaftsmitglieder bis Anfang der Maler unterstüßungsberechtigt 5977. Das ist in der jeßigen fügung zu entscheiden? Der Jnnungsvorstand hatte seine Kollegen September zum Heere eingezogen. Verheiratet Zeit, der besten Saison dieses Gewerbes, eine äußerst hohe Biffer, mit„ Ordnungsstrafe" belegt. Diese hatten teils mit, teils ohne Das Gericht entschied zugunsten des Klägers. Es setzte jedoch durch Urteil eine Nachzahlung von 25 M. pro Woche, insgesamt 125 M., als angemessen fest, Oberverwaltungsgericht gegen Handelsminister. Ein für Innungsvorstände und Innungsmitglieder wichtiger Kompetenzkonflikt ist jetzt vom Oberverwaltungsgericht in einer der Ansicht des Handelsministers widersprechender Weise entschieden. illustriert Der Weltkrieg 1914 jedes Heft 24 Seiten stark nur 15 Pf. Feldgrauen bewegen, finden Aufnahme. Für jeden Deutschen, welcher zu Hause mit Spannung die Ers eignisse auf den Kriegsschauplägen verfolgt, wo seine Berwandten und Freunde Brust an Brust mit unseren Stammesbrüdern für unser deutsches Vaterland tämpfen, gibt es nichts Erhebenderes, als die illustrierten Berichte in Durch alle Welt Weltkrieg 1914" zu lefen. Diese Hefte werden auch das schönste Geschent für den heimkehrenden Krieger, der ja nur persönlich Erlebtes fennen lernt, sein. Ferner bringt„ Durch alle Welt" Tagesberichte von bekannten Offizieren, Erläuteschaften, sowie Reisebeschreibungen der verschiedenen Länder und endlich, um die Ereignisse auf dem ganzen Erdenrund verfolgen zu können, in Lieferungen einen Den Lesern teilen wir ergebenst mit, daß wir unter bem Titel„ Durch alle Welt Weltkrieg 1914" bie Kriegserlebnisse von befannten militärischen Schriftstellern und Mitkämpfern dieses Krieges mit Driginalbildern von ersten Künstlern bringen. Die Schrifts leitung ruht in den Händen des bekannten Schriftund Jesto ftellers früheren Artillerie- Offiziers von Buttkamer, dessen drei Söhne ebenfalls auf den Kriegsschauplägen in Dst und Best aktiv mitwirken. Ein großer Stab von Mitarbeitern ist gesichert. So wohl ernite als beitere Episoden aus dem uns auf gezwungenen Weltkrieg, die das Leben unserer liebenrungen über die heutigen kriegstechnischen Errungen- Belt", Berlin- Schöneberg, Am Part 11. -AWAY großen Handatlas gratis. 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Als hierüber der Bezirksausschuß der Anklage der Zuhälterei wurde J. freigesprochen. als Verwaltungsrichter entscheiden wollte, erhob der Handelsminister den Konflikt. Nach seiner von uns schon früher bekämpften Ansicht hatte darüber der Regierungspräsident zu entscheiden. Das Oberverwaltungsgericht stellte sich nun in der Konfliktsentscheidung im Gegensatz zum Handelsminister und seinem Vertreter auf den Standpunkt, daß der zweite Absatz des§ 125 des Zuständigkeitsgesetzes die Fälle aus§ 92c der Gewerbeordnung mit umfasse, daß also die sogenannte weitere" Beschwerde als Klage zu behandeln und vom zuständigen Bezirksausschuß als präfidenten. Kleine Nachrichten. Erdbebenkatastrophe in Kleinasien. Freiburger ins Feld rücken mußte und sein Freund zur fran= zösischen Fahne als Landwehrmann einberufen war. Raum 14 Tage waren nach der Mobilmachung der beiden Heere ins Land gegangen, als der Freiburger, der, im Stationsdienst verivendet, in einem oberbadischen Städtchen einen Zug mit gefangenen Franzosen in die Station einfahren und dort halten sah. Ohne weiteres Interesse glitt sein Auge die lange Wagentette entlang, als er plötzlich bemerkte, daß aus einem Wagenfenster einer der Kriegsgefangenen lebhaft gestikulierte und ihm zuwinkte. Er trat näher und erkannte seinen treuen Freund, der ihm frohbewegt zurief: Starle, schau, jie henn mi schol Wenn Dü uf Bafl kumsch, fags au miner Fräu, daß die au e Pläfir hett!" Parteiveranstaltungen. Jugendabteilung, 2. Kreis. Donnerstag, den 8. Oktober, abends 2500 Menschen umgekommen. Konstantinopel, 5. Oktober. Nach amtlichen Telegrammen Berwaltungsrichter zu entscheiden sei, und nicht vom Regierungs- trat gestern gegen Mitternacht in Bundur und Sparta ( Wilajet Konia, Kleinasien) ein sehr heftiges ErdDer für dienstuntauglich erklärte Einberufene. beben auf. Weitere leichte Erdstöße erfolgten im Laufe des Ein Kölner Handlungsgehilfe hatte bei Erhalt der Ein- Sonntags. Besonders stark war das Beben in Bundur und Umgebung. Die genaue Zahl der Opfer ist noch nicht beberufungsorder sich mit seiner Firma derart auseinander- kannt, doch glaubt man, daß etwa 2500 Menschen 8%, br, findet im Lokal von R. Böhmchen, Kreuzbergstr. 12, ein Disgesetzt, daß er gegen Aushändigung des Gehalts bis zum ums Leben gekommen sind. Die Regierung und der fussionsabend statt. Lage der Tätigkeit auf alle weiteren Ansprüche verzichtete. Rote Halbmond haben ein Hilfswerk eingeleitet. Wenige Tage nach Antritt beim Militär wurde er jedoch als dienstuntauglich entlassen. Die Folge davon war, daß der Gehilfe jest wieder seine alte Tätigkeit im Geschäft aufnehmen wollte. Der Prinzipal weigerte sich indessen, ihn wieder einzustellen, indem er sich auf die vom Angestellten ausgestellte Ausgleichsquittung berief. Der Angestellte focht die Ausgleichsquittung vermittels der Alage wegen Irrtums als ungültig an, und das Kaufmannsgericht erkannte auch die Anfechtung als berechtigt an. Der Prinzipal wurde zur Wiedereinstellung des Handlungsgehilfen mit folgender Begründung verurteilt: Nach§ 119 des Bürgerlichen Gesetzbuches fönne Kläger feine Willenserklärung anfechten, da er bei Abgabe derselben sich in einem Irrtum befunden hat. Kläger würde eine derartige Erklärung, die einem Verzicht auf alle seine Rechte gleichfommt, sicherlich nicht abgegeben haben, wenn er Kenntnis von der Sachlage gehabt und den Fall verständig gewürdigt hätte. Gerichtszeitung. Ein Rechtsanwalt als Angeklagter. Mit einer eigenartigen Anklage, die unter Ausschluß der Deffentlichkeit verhandelt wurde, war die 1. Straffammer des Landgerichts I in einer Tagessibung beschäftigt. Der Zuhälterei, Verführung Minderjähriger und Bedrohung war der Rechtsanwalt Karl Jabkowski aus Neukölln angeklagt. Er wurde beschuldigt, zwei in seinem Bureau angestellte 15jährige Schreibmaschinistinnen verführt und zu eigensüchtigen Zwecken die Bekanntschaft eines dieser Mädchen mit gutfituierten Herren vermittelt zu haben. Die Bedrohung soll darin liegen, daß Jabkowski dem Mädchen drohte, daß er zwei Kugeln habe, wenn er angezeigt werden und Schwierigkeiten mit der Anwaltskammer haben sollte. Theater für Dienstag, 6. Oktober: Theater Folies Caprice Deutsches, Künstler- Th. 8 Uhr: Gewonn. Herzen. Deutsches Opernhaus, Charlottenb. 8 Uhr: Martha. Deutsches Theater 7 U.: 1914( Szen. Prolog) Wallensteins Lager. Kammerspiele 8 Uhr: Gespenster. ota Gebr. Herrnfeld- Theater Til 8 Uhr: Er kommt wieder. Zwei leuchtende Punkte. Ende gut- alles gut! Kleines Theater. Mittwoch, den 7. Oktober, 8 Uhr: Der Hexenkessel. Gastsp.H.Walden. Komödienhaus 8 Possen- Theater Täglich: 8% Blinkfeuer. Landwehrleute. Fest steht und treu Leonhard Haskel, Martin Kettner a. G. Der Flieger Stiefvater abgestürzt. der bekannte Pilot Stiefvater, der jetzt Heeresdienste leistet und erst kürzlich zum Leutnant befördert worden ist, bei Janowit ( Posen) mit seinem Apparat abgestürzt. In seiner Begleitung befand sich noch ein Offizier namens Pappe. Beide Flieger waren sofort tot. Stiefvater gehörte infolge seiner imposanten Flugleistungen, die er auch noch in diesem Sommer aufweisen konnte, zu den erfolgreichsten deutschen Fliegern. Wie uns ein Telegramm aus Posen meldet, ist am Montag Das ist der Krieg! Wie rauh der Krieg in das Schicksal des Menschen eingreift, beweist eine Karte, die an ein in Alfeld bedienstetes junges Mädchen gelangt ist. Die Feldpostkarte ist nach dem„ Thüringer Volksfreund" unterm 14. September wie folgt beschrieben: „ Liebes Annchen! Heute ist der Tag, wo Du wieder ein Jahr älter wirst, und es vereinigen sich sehr viele Glückwünsche um Dich. Auch sind wir heute zwei Jahre verlobt." Darunter ist mit anderer Handschrift folgendes geschrieben: Sehr geehrtes Fräulein! Ich bin ein Kamerad von Elze. Vorhin schrieb er noch diese Karte. Leider muß ich Ihnen mitteilen, daß Elze vor einer halben Stunde den Heldentod fürs Vaterland gestorben ist. Ulrich. Seien Sie start und ertragen Sie die Mitteilung." So ist der Geburtstagsglückwunsch gleichzeitig zum letzten Gruß an die Braut geworden. Feinde. Potsdam. Die Wahlvereinsversammlung findet am Mittwochabend bei Hausmann in der Kaiser- Wilhelm- Straße statt. Frauen- Leseabende. 8 Uhr, im Lokal von Hiemke, Wallstr. 55. Nowawes. Frauenleseabend Dienstag, den 6. Oktober, abends Auf der Tagesordnung steht u. a. ein aktueller Vortrag des Genossen Dsmer. Die Frauen werden um zahlreiches und pünktliches Erscheinen ersucht. Briefkasten der Redaktion. Die juristische Sprechstunde findet Lindenstraße 3, vierter Hof, rechts, parterre, am Montag bis Freitag von 3 bis 6 Uhr, am Sonnabend von 5 bis 6 Uhr statt. Jeder für den Briefkasten bestimmten Anfrage ist ein Buchstabe und eine Zahl als Merkzeichen beizufügen. Briefliche Antwort wird nicht erteilt. Anfragen, denen feine Abonnements quittung beigefügt ist, werden nicht beantwortet. Eilige Fragen trage man in der Sprechstunde vor. Städtische Arbeit 10. Wenden Sie sich an Theodor Glocke, Lindenstraße 3, der Mitglied der Hochbaudeputation ist. R. H. Nr. 114. Strauß. Bei der HamburgFragen Sie bei der Kasse selbst an. F. M. 100. Sie müssen sich Amerika- Linie, Unter den Linden 8. schon die Listen nachbesorgen. W. T. Kaiser- Wilhelm- Straße. Nein. Eingegangene Druckschriften. Akademische Rundschau. 11. und 12. Heft. Herausgegeben von W. Baum und F. Schulze. Erscheint monatlich. Biertelj. 3 M. K. F. Köhler, Leipzig. Die finanzielle Rüftung der kriegführenden Staaten. Von H. Hartung. 50 Pf. F. Fontane u. Co., Berlin- Grunewald. für Wetteraussichten das mittlere Norddeutschland Mitwochmittag: Ueberall ziemlich fühl. Zunächst vorwiegend trübe mit weitverbreiteten, vielfach ergiebigen Regenfällen. Später im Westen zeitVor dem Ausbruch des Krieges, so erzählt der Freiburger Bote", war ein Freiburger mit einem Baseler, den er wegen seines weise aufklarend. bis Berliner Konzerthaus Sozialdemokratischer Wahlverein Mauerstr. 82. Zimmerstr. 90/91. Heute: Orchester Franz v. Blon. Anfang 8 Uhr. Eintritt 20 Pf. Anfang 8 Uhr. Kriegs- u. Vaterlandslieder. Leit.: Ludolf Waldmann. Reichshallen-Theater. An allen Wochentagen: Gr. Nachm.- Konzert bei freiem Eintritt. Berlin SO. 16, Stettiner H.& P. Uder, Engel- Ufer 5. Tabak- Großhandlung und Tabaktabrik. Spezialität: Nordhäuser Kautabak von Sänger. Hanewacker, Grimm& Triepel. Anfang 8 Uhr. Sonnt. 7, Uhr. 8 Uhr: Es braust ein Ruf! Casino- Theater. Lessing- Theater 8 Uhr: Mein Leopold. Luisen- Theater 8 Uhr: Gastspiel Hartenstein: Eroder Er. Der heilige Krieg. Lustspielhaus 84 U.: Graf Pepi. Residenz- Theater 8 Uhr: Der Kaiser rief... Rose- Theater 8 Uhr: Die Waffen her. Schiller- Theater 0. 8 Uhr: Fröschweiler. Schiller- Th. Charlottenbg. 8 Uhr: Die Hermannsschlacht. Thalia- Theater 8 Uhr: Kam'rad Männe. Theater am Nollendorfpl. 8 Uhr: Immer feste druff! Volksbühne Montis Operettentheater( Neues Th.) 8 U.: Minna von Barnhelm Walhalla- Theater 8 Uhr: Lothringer Straße 37. Täglich 8 Uhr. Kriegsbilder Spezialitätenteil usw. 3. Schluß das neue Kriegs- Volksstüd: " Mein Leben dem Vaterland". Loge 1,25, Seffel 1,10, Parkett 80 Bf. Rang 50, Stuhl 30, Sonnt. l. Aufschl. Spezialarzt % f. Haut, Harn, Frauenleiden, nerv. Schwäche, Beinkranke jeder Art, Ehrlich Hata Kuren in u. Co. fonz. Laborat. Blut untersuchung., Fäden i. Harnust. Dr. Homeyer Friedrichstr. 81, gegenüber Panoptikum Spr. 10-2, 5-9, Sonnt. 11-2. 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URANIA Taubenstraße 48/49. 4 Uhr: Lüttich und das belgische Land. 8 Uhr: 4 Heute Dienstag, den 6. Oktober 1914, abends 8%, Uhr: Mitglieder- Versammlungen in folgenden Lokalen: Puhlmanns Theater, Schönhauser Allee 147| Pharus- Säle, Müllerstraße 142 Pazenhofer Brauerei, Turmstraße 25/26. Die Weichsel u. d. masurisch. Seen. Frantes Festfäle, Badstraße 19 Tagesordnung: Voigt- Theater. Die sozialen Aufgaben während des Krieges. Badstr. 58. Badstr. 58. Heute Dienstag, den 6. Dktober: Die Jüdin von Toledo Anf. 8 Uhr. Saffeneröffnung 7 Uhr. Borverkauf vorm. 10-2 Uhr. Referenten: Georg Ledebour, Emil Eichhorn, Eduard Bernstein, Rudolf. Breitscheid. 231/ 6* Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. Der Vorstand, für den 1. Berliner Reichstagswahlkreis. Heute Dienstag, den 6. Oktober 1914, abends 812 Uhr, in den Corona- Prachtsälen, Kommandantenstr. 72: Mitglieder- Versammlung. Tagesordnung: 204/5 Die sozialen Aufgaben während des Krieges. Referent: Reichstagsabgeordneter Wolfgang Heine. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. D Besuch erwartet Der Vorstand. Sozialdemokratischer Wahlverein für den 2. Berliner Reichstagswahlkreis. Heute Dienstag, den 6. Oktober 1914, abends 81%, Uhr, im Hofjäger- Palast, Hasenheide 52: Mitglieder- Versammlung. Tagesordnung: 206/ 18* 1. Vortrag. Referent: Reichstagsabgeordneter Richard Fischer. 2. Vereinsangelegenheiten. F Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. Der Vorstand. Deutscher Holzarbeiter- Verband Verwaltung Berlin. Bezirk Ober- Schöneweide. Hente Dienstag, den 6. Oktober, abends 8%, Uhr, bei Warnecke, Wilhelminenstr. 18: Mitgliederversammlung Tagesordnung: 1. Unsere Rage in der jezigen Beit. 2. Verbandsangelegenheiten. Alle Kollegen von Ober- und Nieder- Schöneweide, Johannis92/6 thal und Baumschulenweg müssen anwesend sein. Die Ortsverwaltung. Feldpostpakete mit Lebensmitteln in praktischer Zusammenstellung für unsere Krieger im Felde zum Preise von Mark 3.-, 6.-, 12.einschließlich Porto und Verpackung! 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Goldstempeldekor. 39 Pf. 39 Pf. 39 Pf. reichem Golddekor 4 Milchtöpfe mit 39 Pf. 1 Butterdose mit 4 Kaffeetassen mit Goldband 39 PL 2 Weinblätter mit Delft39 PE 1 Paar Handschuhe für Kinder 2 Druckknöpfe, Zwirn, farbig 1 Paar Handschuhe für Herren, 1 Druckknopf, Zwirn, imitiert Schweden, farbig oder gelb Herren- Artikel 1 Kaffeelot 1 und Linie... oder Golddekor.. mit Delftod. Golddekor Zusammen.. 1 Teesieb 39 Pf. 6 Kaffeetassen mit 39 39 39 Pf. Pf. 39 Pt. Unterlassen... viereckig Pf. 1 Postkarten- Album für 200 Karten Selfen 3 Stücke Lilienmilchseife 39 PL. 3 Pak. Salmiak- Terpentin Seifenpulver 6 Pakete Blitz- Blank...... 39 Pf. 1 Flasche Mundwasser... 39 Pf. 1 Flasche Brillantine...... 39 P PI, 39 PL 1 Flasche Bay- Rum........ 39 1 zelluloid Golddekor..... Pf. 2 Speiseteller mit reichem Galanterie 1 Herren- oder Knaben- Mütze 1 Markttasche ca. 30 cm...... aus gemustertem Stoff 1 Matrosenmütze......... 39 Pf. für mit 1 Schöpflöffel Delft 39PL oder Golddekor.... mit 1 Schaumlöffel Delftoder Golddekor.... 39P 1 Fischheber Del 39PL. mit oder Golddekor.... mit 1 Fleischklopfer Delft- 39PM. oder Golddekor ZZZZZZ Diamant6 Likörgläser muster, 39f. mit Goldband.. Satz Schüsseln 3 oder 4 Stück... zum Unter39PT. 1 Tullpasse ehen, 39PT. mit Stehkragen.... 39 pri Zahnbürstenständer zeleted 39 1 moderne Weste Pf. 39 39 Pl. 1 Mädchentasche............ 39 39 Pf. 1 Wandbild..... 1 Paar Hosenträger Knaben 39 Pt. 1 Wandspiegel oder Herren, aus gutem Gummi.... 1 Selbstbinder oder Regatt moderne Muster. für 39 1 Stehumlegekragen Herren 39 PL 1 Serviteur weich oder steif.... Lampen 1 Küchenlampe 6 Gaszylinder 2 Glühstrümpfe 39 Pf. 39 Pl. 39 Pf. 39 Pf. ca. 25 30 cm.. Schuhwaren 27-35 od. Herren 1 Paar Kinder- Pantoffel 39 1 Paar Gummi- Absätze für Damen 39 Pl. 6 Dosen Schuhcreme...... 39 39 PL 2 grosse Dosen Schuhcreme 39 Pl. 2 Paar Filz- Einlegesohlen 39 PL Baumwollwaren Züchen Kissenbreite..... Einheitspreis Hemdenbarchent gestreift für Louisianatuch Leibwasche Renforce ca. 80 cm breit... Hemdentuch ca. 80 cm breit Meter 39 Pfennig weiss, für Damen oder Herren Kurzwaren 12 Dutzend Druckknöpfe 39 PL 1 Stück Bettlitze zusammen 2 Garnituren Senkel 39P 1 Paar Strumpfhalter Damen Pf. 39 Pf. mit Schillerkragen 39Pt. 1 Sentgefäss, 1 Salz- u. Pfeffermenage dekor, zusammen Porzellan, m. Gold- 39 Pf. zusammen ca. 21 2 Paar Schleifensenkel.. 39 PL 2 Blumenvasen book. 39 dekoriert