Ar. 374.-31. Jahrg. BfionnemcnfS'Bcdingungcnt HJonnemcntä• Brei« pränumerando: Vierteljahr:. 3,30 Mk. monatl. 1,10 MI, wöchentlich 25 Pfg, frei inj Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- nummer mit illustrierter Sonntags- Beilage»Die Reue Well' 10 P'q. Post- Abonnement: 1,10 Marl pro Monat. Eingetragen in die Post- ZeitungS- Preisliste. Unter Kreuzband für Teutschland und Oesterreich- Ungarn 2.50 Marl, für das übrige Ausland 4 Marl pro Monat. PostabonnementS nehmen an: Belgien. Dänemarl, Holland. Italic», Luxemburg. Portugal. Siumätucn, Schweden und die Schweiz. CriditlDt täglich. ( 5 Pfennig) die TnfcrtionS'Gebüljr betrügt für die scchSgespaltene Kolnnel- Vevlinev VulKsblerft. "*._ Fg. „Kleine Mmeigcn", das fettgedrillkie Wort 20 Pfg.(zulässig 2 fettgcdrna'te Worte), jedes weitere Wort 10 Pfg Stellengesuche und Schlafstellenan- zeigen das erste Wort 10 Pfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über ISBuch- stabcn zählen für zwei Worte. Inserate slir die nächste Nummer»tüfsen bis k Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Erpeditioit ijt bis 7 Uhr abends geöffncl. Telegramm- Adresse: „SoziaMcmokrat Berlin". Zcntralorgan der fozialdemokratircben parte» Deutfchlands. Redaktion: EW. öS, Lindenstraße?. Kernsprecher t Amt Moripplap, Nr. 15190—15197. Mittwoch, den 7. Oktober 1914. Expedition: SM. öS, Linöenstraße?. Kernsprcchcr: Amt Moritzplat,, Nr. 151 90-151 97. erfolgreiche Kämpfe in Polen und Gallzien. Amtlich. Großes Hauptquartier. 6. Oktober abends. Die fortgesetzten Umfassungsversuche der Franzosen gegen unseren rechten Heeresflügel haben die Kampffront bis nördlich Arras ausgedehnt. Auch westlich Lille und westlich Lens trafen unsere Spitzen auf feindliche Kavallerie. 3n unserem Gegenangriff über die Linie Arras— Alberl— Aoye ist noch keine Entscheidung gefallen. Auf der Schlachtfront zwischen Oise und Maas, bei Verdun und in Elsaß-Lolhringen sind die Verhältnisse unverändert. Auch von Antwerpen ist heute nichts besonderes zu melden. Auf dem östlichen Kriegsschauplatz ist der russische Vormarsch gegen Ostpreußen im Gouvernement Suwalki zum Stehen gebracht. Bei Suwalki wird der Feind seit gestern erfolgreich angegriffen. 3n Russisch- Polen vertrieben deutsche Truppen am 4. Oktober die russische Gardeschützenbrigade aus einer befestigten Stellung zwischen Opatow und Ostrowiec und nahmen ihr etwa dreitausend Gefangene, mehrere Geschütze und Maschinengewehre ab. Am 5. Oktober wurden zweieinhalb russische Kavalleriedivisionen und Teile der Hauptreserve von Zwangorod bei Radom angegriffen und auf Zwangorod zurückgeworfen. Die Kriegslage. Noch immer hat die Entscheidung im Westen wie im Osten auf sich warten lassen. Nach den von uns wiederholt gemachten Darlegungen über den Charakter der Känipfe dieses Krieges kann der aufmerksame Beobachter auch nichts anderes erwartet haben. Im Nordwesten haben unsere Truppen die südliche Außenkettezder Antwerpener Forts in ihren Besitz gebracht. IzHr Bestreben wird nun dahin gehen, durch ein wirksames Bombardement der vorgeschobenen schweren Artillerie gegen die inneren Forts und die Stadt selbst den Widerstand der Besatzung zu brechen. Auf dem große n französischen Kriegsschau- Platz dauert der Kampf unentschieden fort. Doch haben die deutschen Truppen auf dem rechten Flügel sowohl wie in den Argonncn abermals an Boden gewonnen. Die französische Negierung gibt das Zurückweichen ihrer Truppen bei Rohe selbst zu.' Trotzdem niachten die verbündeten Armeen auf dem äußersten linken feindlichen falsa dem rechten deutschen) Flügel noch immer verzweifelte Anstrengungen, der deutschen Linie in den Rücken zu fallen. Die feindliche Umgehungsfront reicht nach französischen Meldungen bis Arras. Man darf jedoch mit Zuversicht hoffen, daß auch diese Flankenbewegung auf den nicht zu durchbrechenden Widerstand der deutschen Truppen stößt. Wenn überhaupt die französische Armecleitung verkünden läßt, daß sie in einigen Tagen einen neuen Hauptangriff gegen die ganze deutsche Linie beabsichtige, so dürfte sie wohl der gleichen Gegenabsicht des deutschen OberkonuuandoS bc- gegnen. Innerhalb einer Woche darf wohl das Ansetzen zum großen Entschcidungsringen auf dem französischen HauprkriegS- schauplatz erwartet werden. Möglich, daß sich dann aus großen neuen Turchbruchs- und Umklammcrungsversuchen die neue Schlachtlinie ergibt. � Der östliche Kriegsschauplatz zerfällt in zwei geographisch und strategisch streng gesonderte Teile: den nördlichen, durch die oft preußische Grenze gekennzeichneten Kriegs- schauplatz, und das südliche Operationsgebiet in S ü d p o l e n u n d G a l i z i c n. Gegen Ostpreußen rücken neue russische HecreSmaffcn vor. llcber den Erfolg dieser neuen russischen Offensive werden wir in den nächsten Tagen näheres erfahren. Welchen Ausgang hier aber auch die kriegerischen Ereignisse vorläufig nehmen werden: die Ergebniffe werden hier eine Episode bleiben und keinerlei gewichtigere Entscheidung bringen. Die Würfel werden im Süden fallen, wo deutsche Truppen gemeinsam mit der österreichischen Hauptarmee gegen die russische Hauptarmee operieren. Nach einer Meldung aus dem österreichischen Hauptquartier haben die Schulter an Schulter kämpfenden deutschen und österreichischen Truppen russische Heerestcile bei Opatow und Klimontow gegen die Weichsel zurückgeworfen. Die Bedeutung dieses Erfolges läßt sich nach der knappen österreichisch-amtlichen Meldung noch nicht überschauen. In jedem Falle aber handelt es sich nur um einen Teil- erfolg gegen den rechten Flügel der russischen Hauptarmee, deren Zentrum bei Przemysl steht und deren linker Flügel bis zu den Karpathen reicht. Auf alle Fälle stehen für die nächsten Wochen hoch- bedeutsame, vielleicht entscheidende Kämpfe sowohl im Westen wie im Osten bevor.__ vom osterreichisch-ruMchen Kriegsschauplatz. Die üeutsch-öfterreichische Offensive. Wien, tt. Oktober.Lhert, daß Ebr en�k�l �vesleitung nur genaue Nachrichten not. Eine einer Rubrik W!'""o, BDn Auszeichnungen. In SS L ,llLaE,-L£e Neuigkeiten wird von einer ntaroffamichcn Truppen durch Poincar« berichtet. ti�t VtrA"«„ber d t e Je l dpost werden nicht für unbereä,- tigt erklärt,.ieue ärztliche Untersuchungen der StellnngSpslich- Der Krieg und die Kolonien. Mißglückter Sturmangriff auf Kiautschou. 2500 Mann feindliche Verlnste. Beim ersten Sturm anf die Jnfanteriewerke douTsingtan wurden die vereinigten I a P a n e r> und Engländer mit einem Verlust von 2 300 Mann zurückgeschlagen. Die Wirkung der deutsche« Minen, Ecschütze und Maschinengewehre war vernichtend. Der rechte sflügel der Verbündeten wurde von dem österreichisch-ungarischen Äreuzcr„ Ä a i s e r i u E l i s a b eck h" und dem deutschen Kanonenboot„Jaguar" wirksam beschossen. Die deutschen Verlnste sollen gering sein. Die Japaner warten Verstärkungen ans Japan ab. An dein schlicstlichen Schicksal Kiautschous vermag dieser englisch-japanische Mißerfolg natürlich nichts zu ändern. Aber die Belagerer werden nunmehr begreifen, daß sie die Ein- nähme Kiautschous noch schwere Opfer kosten wird. Cnglißhe Schlappe in Süöweft. Berlin. 6. Oktober,(ffi. T. 23.) Bom südafrikanischen Kriegsschauplatz liegt eine Meldung vor, in der eine empfindliche Niederlage der britisch-südafrikanischen Truppen zugegeben wird..Daily News" berichtet: Colonel Grant telegraphiert, daß die Engländer bei einem Mißerfolg an der Grenze des Sandfontein« und W a r m b a d- Distrikte lK Tote, 43 Verwundete. 8 Vermißte und 35 Gefangene verloren hätten. Die Gefangenen würden von den Deutschen gut behandelt. General Lukin telegraphiert, den Colonel Grant treffe keine Schuld an dem Unglück. Seine Leute hätten tapfer gefochten. Ein weiteres Telegramm sagt, die deutschen Gefangenen seien gegen Ehrenwort entlassen worden, da man äugen- scheinlich mit Wasser und Nahrung sparen will. Die vereinigten Staaten für den frieden. In den Vorcinigten Staaten, die ja wirtschaftlich unter dem europäischen Krieg schwer leiden, hat eine intensive Agitation eingesetzt, um die Regierung zu vermittelnden Schritten anzuregen. Präsident Wilson selbst steht dieser Agitation sympathisch gegenüber und hat wiederholt erklärt, jede günstige Gelegenheit ergreifen zu wollen, um für den Frieden zu wirken. Neuerdings berichtet ein Telegramm: New Dork, ö. Oktober. sW. T. B.) Staatssekretär B r y a n sagte gestern in einer Versammlung zugunsten des Friedens, daß Präsident Wilson mit Ungeduld die Ge- legenhcit erwarte, neue Schritte bei den Mächten zutun. durch welche die kriegführenden Nationen zum Frieden gebracht werden könnten. Gestern waren alle Kirchen und Synagogen dicht gefüllt und heute füllen die Morgenblätlcr ihre Spalten mit den Friedens predigten des Erzbischofs von New Dork, Kardinals Farlcy, und der Pastoren, Priester und Rabbiner. Versammlungen zu dem gleichen Zwecke haben auch in anderen Teilen de» Landes stattgefunden. Das Marmara-Meer als türkisches Meer erklärt. Konstantinopel, b. Oktober.(23. T. 23.) In einer an die auswärtigen Missionen gerichteten Zirkularnote legt die Pforte dar, daß die Ausdehnung der otto- manischen Territorialgewässer vom militärischen Standpunkt aus durch eine in einer Entfernung von sechs Seemeilen von der Küste angenommene Linie bestimmt wird. Das Marmara-Meer gehört als B i n n e n m e e r in seiner Gesamtheit zu den territorialen Gewässern. Bezüglich des äußern Eingangs in die Dardanellen und den Bosporus wird die Kreisfläche mit einem Durchmesser von sechs Meilen, die ihren Mittelpunkt in der Linie Kum tigen, die schon zurückgestellt wurden, werden angekündigt. Dann wird über russische Erfolge berichtet und endlich werden den Soldaten ärztliche Ratschläge erteilt. .Eine weitere Abteilung der Zeitung enthält noch offszielle Nachrichten. Hieraus wird ein Brief des Elsässcrs Hansst der bekanntlich wegen Hochverrats von den deutschen Behörden gesucht wird, veröffentlicht; ihm war eine Zeichnung beigefügt, die auf der vierten �Seite des Blattes veröffentlicht wird. Zwei Dritteile der dritten Seite werden mit Nachrichten aus Frankreich und aus dem A u s l a n d e genillt. Ueber das Leben in Paris, über Vorträge über die Ursachen des Krieges, über die Enzyklika des Papstes, über die Anwesenheit des deutschen Kaisers vor Nancy, über die Verwundung des Prinzen Joachim, über deutsche Gefangene, über die Getreidepreise in Deutschland, über die Schließung deutscher schulen in Rußland, über den Bürgermeister von Brüssel, über die Kosaken, über die Ueberführung des Bürger- Meisters von Lille nach Magdeburg, über den Wiedereintritt des Romanschriftstellers Pierre Loti in die Armee, über einen Lütticher Professor in Bordeaux usw. finden sich da im allgemeinen ziemlich ruhig gehaltene Notizen. Ein weiterer Abschnitt beißt RubmeStaten, er schildert die Leistungen zweier französischer Soldaten. Auf der letzten Seite wird der obere Teil von einem Bilde ausgefüllt, das der schon erwähnte Hansi, der sich als Korporal- fchüler der Infanterie unterschreibt, gezeichnet hat. Ein etwas karikierter preußischer Leutnant kommandiert zwei preußische Sol- daten, von denen einer ein Kinderfähnlein in französischen Farben in der Hand hält. Zwischen den beiden«oldaten marschieren ein vierjähriger Knabe, der eine Kinderkanone zieht, und ein drer- jähriges Mädckcn, das zwei Puppen, einen französischen Soldaten und einen Turko in der Hand hält. Diese am Sedanstage lull gefertigte Zeichnung enthält als Text eine angebliche deutiche SicgeSdepeschc. deren Wortlaut uns fremd ist:„Mit Hilfe �des Allmächtigen hol unsere unvergleichliche Armee einen großen--zieg im Oberelsaß davongetragen. Unsere Helden habende inen General und zahlreiche Soldaten zu Gefangenen gemacht. �>-ie haben dem Feinde eine, Fahne und eine Kanone entrissen." Vermutlich tmrd diese Zeichnung und vor allem der Text zu ihr, den franzost,chen Soldaten etwas lächerlich erscheinen in einer Zeit,»n der ihnen der Ernst der deutschen Waffen so schmerzhaft m Ewcheinung tritt. Sluf der letzten Seite befindet sich dann eme Sammlung �von Mitteilungen mit der Ueberschrift:„An die Familien der«ol- daten" die über mancherlei Hilfsaktionen berichtet. �__ Den Schluß bildet eine Sammlung von Presseauherungen; acht französische, zwei englische und eine italienische Zeitung werden in einigen Sätzen autgesührt.. �iese Zeitungsnummer ist sicherlich ein interessantes«tuck zur Benrlcilung der Stimmungsmache in Frankreich. Wir glauben aber daß auch dem gläubigsten Soldaten die Tatsachen deS Krieges mehr sagen, als die klug zusammengestellte Zeitung des fran- zösischen Generalsiabs. Kalessi- Sedil- Bahr beziehungsweise Anadoli- Feuer und Rumeli-Feuer hat, als absolute Verbotszone erklärt. Tie Note bezeichnet noch andere verbotene Zonen und erklärt, daß fremden Kriegsschiffen bei Tag und bei Nacht die Einfahrt in die verbotenen Zonen formell untersagt wird. Mannschafts-Seurlaubungen in Rumänien. Wir», 6. Okt.(23. T. 23.) Die»Südslawische Korrespondenz" meldet aus Bukarest: Den Blättern zuiolge wird' der Kriegsminisier einen Teil der einberufenen Mannschaften demnächst beurlauben. Die russischen Armenier unö öer Krieg. Das einflußreichste Organ der armenischen Bourgecnsie in Rußland„Mschak" schreibt aus Anlaß des drohenden Krieges mit der Türkei: »Wir erachten es als unsere Pflicht, zu erklären, es sei un- bedingt notwendig, daß alle Verbände. Organe und Parteien, die bisher in der armenischen Oeffentlichkeit sätig gewesen sind, sich zur gemeinsamen?lrbeit vereinigen, und dies um so mehr, als es zu einem Kriege mit der Türkei kommen kann. Andererseits muß das gesamte armenische Volk im jetzigen Krieg die russischen Waffen moralisch und materiell unterstützen." Diese russenfreundliche Stellung der ehemals revolutionären armenischen Bourgeoisie ist nicht neu. Sic datiert bereits aus der Zeit des Balkankricges, wo die armenische Bourgeoisie den Lockungen der russischen Regierung erlag, um durch die Unter- stützung der russischen Annexionsgelüste in Türkifch-Armenien einen größeren Einfluß im Kaukasus zu gewinnen. Die portugiesischen Sozialisien für Sie Neutralität. Mailand, 6. Okt.(W. T. B.) Wie die Blätter aus Lissabon melden, haben die Radikalen und Sozialisten der portugiesischen Cortcs eine gemeinsame Kundgebung erlassen. Das Manifest fordert zur strengsten Neutralität Portugals in dem europäischen Kriege auf. Englische Phantasien. Amtlich. Berlin, 6. Oktober. Vorstmid. SozialflemokratiscberWablverein Köpenick. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Genosse Otto ttarriekausen am 6. Oktober gestorben ist. Ehre seinem Andenke«: Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 8. Oktober, nach- mittags 4 Uhr, von der Leichen- Halle des Friedhoses aus statt. 203/12 Der Borstand. Deutseber Transportarbeiter-yerband. Bezlrksvorwaltung QroB-Berlln. Xnchi'nf. Ten Mitgliedern zur Nach- richt, daß unser Kollege, der Droschkensührer Ltepkaa Kusior im Mter von 60 Jahren verstorben ist._ Den Mitgliedern serner zur Nachricht, daß unser Kollege, der Arbeiter ködert /Nsue Im Mter von SS Jahren verstorben ist. Ehre ihrem Andenke«: 67/19 Die Bezirksvarwaltung Nach kurzem, schwerem Leiden verschied meine Frau �srxsrete �scdule geb. W i ch m a n n im Alter von 27 Jahren. Die Beerdigung findet am Mitt- woch,'/zS Uhr, von der Halle des Reinickendorfer Gemeinde-Fried. hose« auS statt. 1826 Die« zeigt tiefbetrübt an Otto Zichule nebst Kindern. Georg Wichmann und Frau. Berlm. Koloniestr. 77 IV. DeutseberHetallarbeiter-yerbani! Verwaltungsstelle Berlin. Den Kollegen zur Nachricht. daß unser Mitglied, der Mechaniker Otto Ktinkenberg Straiauer Allee 26, am 1. Oktober gestorben ist. Die Einäscherung findet am Miliwoch, den 7. Oktober, vor- mittags 11 Uhr, im Kreinaiorium in Treptow statt. Ferner starb der Rohrleger unser Mitglied, Rni8t Feige Palisadenslraße 71, an Schlagansall. am 4. Okt. Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 7. Oktober, nach- mittags 4 Uhr, von der Leichen- halle des Auferstehungs-Ktrch- böses in Wcißcnscc, Lichtcnbcrger Straße, aus statt. Ferner starb unser Mitglied, der Schlosser Wilii Schilde Neukölln, Richardstr. 101, am 4. Oktober an Lungenleidcn. Die Beerdigung findet ain Donnerstag, den 8. Oktober, nachmiilag« 3 Uhr, von Leichen- Halle des Gemeinde- Friedhoses in Neukölln, Mariendorser Weg, aus statt. Ehre ihrem Andenke«: Rege Beteiligung erwartet 125/17 Die Ortsverwaltung. Deutscher Holzarbeiterrerband. Zahlstelle Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Mechanik- arbeiicr Walle Jenner Neukölln, Pionierstr. 25, im Alter von 24 Jahren aus dem Schlacht- selbe in Frankreich gesellen ist. Ehre seinem Andenke»! 92/7 Die Ortsverwaltung. Am 15. September starb im Felde in treuer Pflichtersüllung unser Schristsührer Otto Wünsche. Wir werden seiner Pflichttreue stets gedenken. 148A Sparverein Frohsinn. Ring- u, Sportklub„Adler 1905". M. d. A.-A.-B. D. Allen Sportskollegcn und Freunden zur Nachricht, daß unser Vercinskollege Fraaz Fleischauer Jns.-Regt. Nr. 14 verstorben ist, 183b Er starb den Hcldeniod jürs Vaterland in Frankreich. Ehre seinem Andenken: vor- Vorstand. Am 22. September starb auf dem Felde der Ehre unser hoff- nungsvollcr, guter und einziger Sohn 8l>A Paul Duphe Gefreiter der Landw., 2. San.-K. Im tiefsten Schmerz id'anillio Dnnlrs, Berlin-Wilmersoors. Auf dem Felde der Ehre sand am 16. September den Helden- tod fürs Vaterland mein lieber Kollege und Freund, der Tischler Alex Albrechi Ehre seinem Andenken 1 Karl Brttlke, A Weidenweg 52. Am 28. August verstarb aus dem Kriegs chauplatz im Osten unser lieber Sohn und Bruder, der Glasmacher 135A Ulbert Schiewe Im 24. Lebensjahre. Im tiefsten Schmerz: Die trauernden Eltern und Sdstvester. Lichtenberg, Kantstr. 32. Verband der Brauerei- u. Wien- arbeiteru. verw.Beruisgenossen Ortsverwaltung Berlin. Den Mitgliedern diene zur Nachricht, daß unser Kollege der Invalide Otto Heider (Schultheiß-Brauerei, Abteilung I) verstorben ist Ehre seinem Andenken: Die Beerdigung ersolgt heute, nachmittags 3 Uhr, aus dem Segens- Kuchbos in Wclßensee. Gustav-Adols-Str. 67—74. 44/1 Rege Beteiligung erwartet Die Ortsverwaltung. I>aaltsa|£on£. Für die vielen Beweise herz« sicher Teilnahme und Kranz- spende» bei der Beetdigung unseres lieben Bruders Max ßarlehen Lhmstraße 8, sagen wir allen Be- tciligtcn aus diesem Wege unseren herzinnigsten Dank. 184b Georg und Rudolf Barleben. Nach kurzem Krankenlager ver- ichied heute früh mein lieber guter Mann, unser treuer Vater und Schwiegervater, der srübere Schneidermeister und Schirm- sabrikant Otto Harriehausen. Um stille Teilnahme bilten Frau Käthe iiarrlehausen, gcb. Lange, nebst Kindern und Schwiegersohn. Die Beerdigung findet morgen Donnerstag, den 8. d. M.. nach. mittags 4 Uhr, von der Leichen- halle aus statt. 14521 Kövenick. 6. Oktober 1914._ Am 5. Oktober, nachmittags 61/, Uhr, verschied nach lurzem, schwerem Leiden mein lieber Mann, linier guter lreusorgender Vater. Sohn, Bruder, Sibwager und Schwiegervater, der Gastwirt Ernsi Handke Roslocker Straße 29 nach vollendetem 48. Lebensjahre. Die Beerdigung findet morgen Donnerstag, nachmittags 3 Uhr, vom Trauerbausc aus nach dem Hcilands-Kirchhof, Plötzcnsec, statt. Xrsnken- und Sierbe- ZuschuBkasse der Schneider u. verwandten Berufsgenossen Berlins. Sonnabend. den 10. Oktober, abends 9 Uhr, Adalbertftr. VI, im Kaffenlokal: AnBcrordcntliche General-Versammlung. Tagesordnung: 1. Statutenberatung.§§ 15 und 18 des Nachtrages 2. 2. Diskussion. Ilm zahlreiches Erscheinen bittet 236/15 vor Vor»teln. A. Wolgast. Wattsiraße 9. H. Ftschcr. BaManfirase� � 6. Karl Mars, Greijenhagener Str.22. I. Hönisch. Mulleriir. 3ta. H. Bogel. Lorsingstr. 37.«. Die«. Jnvalibenstr. 124. Salomo» Joseph. Wilhelmshavener Str. 48. 8W. G. Schmidt. Bärwaldsir 42. Dach». Hagelberger Sir. 27 8. St. Art«, Prinzen str. 31. H. Lehmann. Kottbuter Damm 8. 8«. Paul Böhm. Lanfitzer Platz 14/15. P. H-rich. Eiigeluser Ib. -kdlcrslivk. Karl Schwarzloic, Bismarckstr. 28. linnrnscliiiIensreA. H. Hornig, Marientbaler Str. 13, I. BorsigTi aide. Paul Kienaft, Räuichstr. 10. Cliarluttenbnrg. Gustav Scharnbcrg, seienbeimer«tr. 1. l�riedrlcliiiliiijrcn. Ernst Werkmann, Aopemcker Str. 13. ssriinan. Ztzranz Klein, Friedrichstr. 10. •lolianiiinthal. Max Gonschur, Parlstr. 23. I4arl«li«rsit. Richard Küter, Rödeistr. 9, II. liiipenicle. Emil Wistler. Kietzersir. 6. Laden. I-lehtenberx. Cito Settel, Wartenberg str. 1. Kiedcr-SchUnewcide. Wilb. Unruh. Brück enstr. 10. XonawcB. Wilhelm Jappe, Lulherstr. 2. Dker.dicllvnevretde. Alfred Bader, Wilheimmenhosstr. 1/, �aden. I'anlrc«. Otto Ristman«, Mühtenstr. 30. llclnlcliendork. P. Gursch. Provinzstr. 56. Laden. � Xcustvlln. M. Heinrich, Neckarstt. 2. Conrad, Hervtamiitr. 50. C. Rohr, Siegsriedstr. 28/29. Bnmmeifsknrtr. A. Rosenkranz, All-Boxhagen v6� «ctiiinekcrx. Wilhelm Bäumler. Marttn-Luther-sir. 69 im.»den. hlpandsn. Kovven. Breiteilr. 64. Srejxlit». H. Berniee. Aijenstr. 5. Deinpcldct. Joh. Arohn, Borussiaftr. 62. Trcpt««. Robert Gramenz. Kreibolzstr. 412. Laden. tztz'eiven»ee. 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Iandors u. Ca. Belle-Allianceflraße 1/2. DK ___________«»/19* Belle-Alllancestrane 1/2.» Berantw. Redakt.: Alkred Wielrp». Neukölln. Inseratenteil verantw. Th. Glocke. Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdr. u. Verlagsansiall Paul SingerScCo.. Berlin LW, Hierzu 1 Beilage u. UnterhattungöKk lt. 274. 31. Iahrglmz. LtilU Ks„Wwöck" Dnlim AlksdlM M«-�7«ttuwm Verlustlisten. Die Verlustliste Nr. 43 der preußischen Zlrmee end öalt Verlust« folgender Truppen: Gencoaltommando« dei\. Armeekorps: 1. Res.,Armeekorp» 4. R«s..Urw««korpS; Jnf.-Etabtwache; S. und 38. Jns.»Div>iio>r Stod; 18. Jns.-Vrig..«lab; 83. Landw.'Znf.,Brig..«lab; SS. Ins. S?rtg„ Stab. 'Sarde.Gren.�fes. Nr. 5; Aren., Reg. Nr. l; Landlv..Jnf. Regimenter Rr. S. 4. S; Vren..Res. Nr. 7; Lanbw..Jnf..Reß. Rr. S Gren.-Reg. Nr. 0; Vrig.Ers.-Bal. Nr. 9; Res.-Jnf..Reg. Nr. 10, Brq..Srs..Bat. Nr. 10; Landiv..Ins..Res. Nr. 11: Snf..Reg St. 88; R«s..Jnf..R«g. Nr. 22; Landw.-Ins.-Reg. Nr. 22; Res.»yns.> Reg. Nr. 23; Brig.-Ers.-Balaillone Nr. 23. 24. 26. 27; Jnf.-Reg. Nr. 30; Brig.-Crs..Bot. Rr. 32; stüs.-Reg. Nr. 34; Brig.-Trs. Bataillone Nr. 38, 37; Res.-Ini.-Reg. Nr. 33; Landw.-Jns.-Reg. Nr. 3V; Küs.-Reg. Nr. 39; Aes.-Inf..R«g. Nr.«0; Lanbw.>Inf..Reg Nr. 40; Jnf.-Regimenter Nr. 4g. 48, 50; Brig.-Srs.-Bat. Nr. SO Res.-Jnf.-Rcg. Nr. Sl; Landw..Jnf..Reg. Nr. Sl; Jnf,-R«g. Nr. SS Landw.-Inf.-Regimenter Nr. 80. 81; Inf.-Reg. Nr. 66; Res.-Jnf. Regimenter Nr. 86. 70. 76; Jns..Regim«nter Nr. 77. 79; Res..Jnf.> Reg. Nr. 80; Landw.-Jnf.-Reg. Nr. 80; Inf.-Regimenter Nr. 8Z. SS; Res.,Ans.-R«gim«ntcr 5!r. 88, 93; Inf..Resiment«r Nr. 0», 185. 140. 14,. 146. 147, 150. 181. 152, 156; Landft..Bataill-ne SÄ. nigtberg 2, Lätzen 1 und S. Creuzburg O.�Schl.; 1. Res.-Jäger-Bnt.; Res.-Iäger-Bal. Nr. 14; Nestungs.ZVoschinengomehr.stormation de« 20. Armeesorp». Garde-Aav.-Did., Viub; 1. Gard«-Drag.»Reg.; Res.-Garde Drag.-Reg.; 3. Garde-Ukanen-Rcg.; 3. Garde-Landw.-Tökndron; Rür.,Reg. Rr. 8; Drag.-Regimenter Nr. 1. 4. 9, 10, 16; Leib-Drag. Reg. Rr. 20; Hus.'Regimenter Rr. 8. 4. 7, 8; Ulanen-Reg. Rr. 8 R«s..UlankN'R«g. Nr. 3; Ulanen- Regimenter Nr. 7. 10, 16; Jäger Regimenter»u Pferd« Nr. 2. 4. 6. 5. und 8; st«ldart.,Vria.. Gtob; 1. Garde-Ref.-Aesdart.-Reg. 2. Gurde.Feldart.'Reg.; Res., Neldart.. Regimenter Rr. 5. 6; Aeld art.�Regimenter Rr. 11. 16; Res..Felbart..Rcg. Nr. 1«; fleldart.» Regimenter Nr. 17. 83.»4.?1> 74; S. Landw.-Bat. de« 20. Armee» korp«. Res.'Kußart.'Rey. Nr. 10; Fußart-Regimenter Nr. 18. 18. 1.Ers.»Aowp. der Gard«-Ers.»Div.; Pion.-Bat. Rr. 2; 2. Pion-Bataillone Nr. 4. 6; Pion.,Bat. Rr. 6; Z. Pion.-Vat Nr. 7; Bion.-Batsillone Nr. 9. 11, 16; Pion.'Reg. Nr. 19; Pipn.» Reg. Nr. 31; S. Garde-Pion.-Bqt. �ernsprtch.Abt. de» 1. Armeekorp«; Fernsprech.Abt. de« 8. Re» serbecorp«: Feldsliegertrupp«. R«s.-Jnf.-Munition«solonne Rr. 21 de« 9. Reservekorp«. «an.-Komp. Nr. 3 des 2. Armeekorps; Res.-San.-Komp. Nr. 8 de« 8. ReservekorpS; Lan.-Komp. Nr. 2 des 17. Armeekorps. Korpsbrückentram de« 16. Armeekorps; Feldlazarett Nr. 11 des Garde-Rcsrrvrkorp«! Proviantkokonn« Nr. 6 de« 7. Armee kprpS; Aes.-Fuhrpark-Kolonn« Rr. 3 de« 4. ReserpekyrpS. Di« Verlustlist« Rr. 20 der bäuerischen Armee enthält Verlust« de« 19. Ins.-Reg.. de« 1.. 2. und 3. Fuhart.»Reg. soloi« der R«i.»Kustart.»R«gim«nt«r Rr. 1. 2 und 3. Die Verlustliste Rr. 23 der s ä ch s is ch« n Armee bringt ver» kuite de» Aeldgendarmerietrupp» 19. de» Landw.'Jnf.>Aeg. Nr. 100, de» Grenadier-Reg. Nr. 101, de« Landw.»Ins.,Reg. Nr. 102, de« Ins..Rea. Nr. 104. de» Inf.-Reg. Nr. 182. de» Rcs.-Ul«n-n,Reg.. de» Res..yeldart..Vat. Nr. 13. der San.-Kompagnie Rr. 8, de? S. mobilen San.-.Kompagnie. Di« VerluWft« Nr. 80. der württembergischen Arme« enthält Verlust« de» Res.-Fnf.-Reg. Nr. 119. de» Füs.-Rea. Nr. 122. de» Drag.-Reg. Nr. 26, der Ulanen-Regimenter Rr. lv und 20, der Aeldart.-Regimenter Nr. 13 und 20 sowie de Landst.»Batt«ri«. /lrbeitslosenstirsorge unö Sie Lanöesverficherungsanstalt Serlln. Durch all« Blätter lief di, Kunde, die Landetpersicherungs. anstali Verlin Hab« al» Erst« für Zwecke der Linderung der Not unter den zurückgebliebenen Arbeitslosen d«n Betrag von 6 Milli» onen Mark bereit gestellt. Dchon dawal». bei der Bewilligung durch den Ausschuß der Landesversicherungtanstalt. tauchten Stimmen auf, die da forderten, die Landesversicherungsanstalt Berlin möge in Gemeinschaft mit der Stadtgemeind« Berlin und den Vorortgemeinden di« Summ« zur Verteilung bringen. Der einfachste Wog wäre gewesen, den Betrag den einzelnen Gemeinden zu überweisen mit dem verlangen, daß nach Pflichtgemäßem Er» messen der Betrag Verwendung finden soll. Da» ist aber nicht ge» schehen, weil man wünscht«, daß die Tätigkeit der Landet- Versicherungsanstalt Berlin auch nach außen bei den Versicherten dadurch in di« Erscheinung treten müsse, daß den Versicherten durch die Auszahlung der Summen allwöchentlich vor Augen geführt wird, daß sie den Betrag auf Grund gezahlter Beiträge erhalten. Man fand sich aber damit ab. um so mehr, al» der Vorsitzende der LondeSversicherungSanstalt Verlin, Herr LandeSrat Dr. Freund, in mehrfachen Kommissiontsitzungen erklärt«, daß bei Festsetzung der Unterstützungen loyal versahren werden sollte. E« wurde weiter erklärt, daß di« Landesversicherungsanstalt Berlin den Löwenanteil der zu unterstützenden Arbeit!los«n übernehmen würbe, der Stadt» gemeinde Berlin nur di« Unterstützung der Ledigen und der Klein» gewerbetreibenden obliegen würde. Herr Dr. Freund wollte mit den Mitteln der Landetverfiche- rvngtanstalt die Stadtgemeind« entlasten. S« find nun drei Wochen seit der Aufnahm« der Tätigkeit der Landesversicherungsanstalt in« Land gegangen. Di« Klagen über di« Ablehnung von Ansprüchen sind jedoch schon hundertfach vorhanden. Au» den Reihen unserer Leser sind un» mannigfache Beschwerden über die Art der Erlebigung der Anträge durch di« Landesversicherungsanstalt zugegangen. Nicht nur. wie uns au» den städtischen Kommissionen von einzelnen Mitgliedern berichtet wird, daß von diesen Kommissionen der Anstalt überwiesene An» träge noch nicht«rkebigt sind, Antragsteller noch keinen Pfennig Gelb erhalten haben, sondern auch, baß anscheinend rein schematisch bei der Ablehnung verfahren wird. Sind Fragebogen statt mit Nein oder mit Ja mit einem Strich ausgefüllt, werben st« zurück» gesandt, obwohl bekannt sein dürste, daß auch in der Reichßstatifttk Striche in den Fragebogen Nein bedeuten. So wird un« berichtet. daß allein au» einer Kommission in den letzten Tagen 128 Auf» nahmebogen zurückgesandt wurden, wobei bemerkt wurde, daß die Landesversicherungsanstalt Unterstützung ablehne, di« Antragsteller jedoch der städtischen Fürsorge empsehle. Besonders hart scheint man bei der Ablehnung von Anträgen einzeln stehender Versonen. die für krank« Anverwandte zu sargen haben, zu verfahren. Auf Heller und Psennig muß angegeben werden, welchen Betrag An». tragsteller den Angehörigen als Unterstützung zahlte. Genügte der angegebene Betrag nicht, um daraus konstruieren zu können, daß Antragsteller..ganz oder überwiegend" den Lebensunterhalt von Angehörigen bestritten hat, so erfolgte prompt und sicher Abweisung. Weiter sind un« ein« Reihe von Fällen bekannt geworden, wo neben der gewerkschaftlichen Unterstützung plus städtischen Zu- schlag von der Landesversicherungsanstalt 1 Mk., in Worten: eine Mark, pro Woche als Unterstützung zugebilligt worden ist. Wenn man bedenkt, daß der so Beglückte für diese Mark noch«inen be- sonderen Weg zur Abholung zu machen hat, so kann man die Mark als anständigen Botenlohn bezeichnen. Herr Dr. Freund hat in den Hitzungen erklärt, daß die Prüfung der Verhältnisse durch di« Gewerkschaften einerseits, durch die städtischen Kommissionen andererseits völlig genügen, und daß der Vorstand sich nur vorbehalte, den Satz der Unterstützungen fest- zulegen. Statt dessen scheint jeder einzelne Fall nachgeprüft zu werden, wodurch die Mitwirkung der in den städtischen Kommis- sionen arbeitenden, ehrenamtlich tätigen Mitglieder der Landes- Versicherungsanstalt in Mißkredit gebracht wird. Auch die Anzahl der Marken sollte nicht ausschlaggebend sein Als Grundbedingung der Gewährung der Unterstützung wurden neben den anderen Voraussetzungen 26 Marken angesehen, und in den Fragevoge» heißt es auch, daß als Versicherter derjenige gelten soll, der weniger als 26 Wochen belegen kann, aber die vorher gehenden Jahre überwiegend in Berlin gearbeitet hat. So wird uns ein Fall unterbreitet, wonach Antragsteller 21 Marken der Anstakt Berlin und 10 der Anstalt Westfalen geklebt hat. Der Antrag wurde zu übernehmen abgelehnt. Hat jemand geringe Ersparnisse, so wird gleichfall» die Unter stützung abgelehnt. Hat wirklich ein Arbeiter oder eine Arbeiterin wenig« Mark Ersparnisse, so sollte man ihnen nicht zumuten, diese anzugreifen, respektive diese erst aufzubrauchen; wissen wir dock all«, daß jeder Arbeiter, der von der Landesversicherungsanstalt Unterstützung erhalt, selbst wenn er Ersparnisse hatte, dies« an. greifen müßte, um sich über Wasser halten zu können. Alle» in allem genommen laßt die Behandlung der Unter stützungsanträge durch die Landesversicherungsanstalt Berlin den großangelegten sozialen Zug vermissen. Nack) den bisherigen Erklärungen de» Vorsitzenden der Landes» Versicherungsanstalt Berlin ist nicht anzunehmen, daß die bisherig« Art der Unterstützungserledigung den anfänglich festgestellten Grundsätzen entspricht, und eS ist zu hoffen, daß di- ausführenden Organe hierauf hingewiesen werden. Jim Groß-Serlin. und AortbildungSschulwesen. Nach dem CrfSstatut Vom 13, fymuar 1913»nterlieaen alle mannlichen Arbeiter(Lehrlinge. Gehilfen, Arbeittbttrschen, Laufburschen usw.). welch« in einem gewerblichen oder kauf mö>, Nischen Betriebe im Weichbilde der Stadt Berlin beschöf igt werden und nicht mehr volkSichulpflichtia sind, der Vor- vslichtung. die von der Ttadt Berlin eingerichtete Pflichtforb nldungSschule zu besuchen. Tiefe Pflicht besteht auch für die Zeit ihrer Arbeitslosigkeit. Dt» Verpflichtung zum Schulbesuch dauert bis zum Schluff« de» Hchulhalbjahre«. in welchem die Schüler da§ Oebensiahr vollendet haben, für diejenigen Schüler, welche bi» dahin da» Ziel der Schule nicht erreicht haben, bi« zum vollendeten 18. Lebensjahre. Ob diese VorauSsetzunq zutrifft. sntscheidet>m cinzelnen Falle die Deputation für die städti schen Fach» und Fortbildungsschulen. Ausgenommen von dieser Verpflichtung sind: Lehrlinge und Gehilsen in Apotheken. Angehörige eine» Betriebes der Fischerei oder Ichisferei, der advokatorischen und Notariats pra�i». des Gewerbebetriebes der AuswanderungSunterneh mer und AuSwanderungsagenten, der Versicherunasunterneh» wer, sowcU es sich nicht uin die Uebernahm« von Versicherun» gen gegen Prämie handelt, und der Eisenbahnunternehmun- qen. ferner eines Bctrieb-S de» Reichs oder eine» der deut- chen Bundesstaaten(8 L des Ortsstatutt, 8 6 der Reichsge» werltordnung). Die Arbeitgeber haben ihre fortbildungSschulPslichtigen Arbeiter usw. spätesten« ani sechsten Tage nach der Annahme anzumelden und, nachdem sie dieselben aus der Arbeit ent- lassen haben, spätestens am dritten Tage wieder abzumelden. lleldepflichtig sind grundsätzlich alle an sich fortbildungsschnl» .»flichtigen Personen, also auch diejenigen, welche eine der als Ersatz anerkannten Fach- oder Fortbildungsschulen besuchen «ollen. Di« sortbildungsschulpslichtigen Schüler dieser Schulen müssen im Besitze einer bei dein zuständigen Direktor der Pslichtfortbildungsschula zu beantragenden Befreiungs- karte sein. Für die Mädchen bestehen die gleichen Äc- timmungen. Kriegsfursorgr i» Schöneberg. Di« Schöneberger Stadtverordneienversammluiig beschloß am Montag, den nichtschulpflichtigen Kindern in den Tagesheinzsiötten in der Schul« Apostel-Paulus-Itraße und bei» Räumen der Gasanstalt warmes Frühstück zu gewähren. Ferner sollen die durch den Krieg «riverbSlo» und hilfsbedürftig gewordenen Einwohner»vöhrend de» Kriege» Unterstützungen zum LebenSunIerhoU erhalten. Die Höchstsätze betragen wöchentlich für eine» alleinstehenden Mann 7 Sl, für «in» Frau 6.60 M.. für ein kinderloses Ehepaar 8|». und sed» weiter zu unterstützend« Perlon unier 18 Jahren 1,60 M.. über l8 Jahr« 2, SO M. bi« zum Höchstbetrog« von H b,zw. 16 M. Die llnterftützungsberechtigung hängt von folgenden Bestimmungen ab; Jeder Empfänger hat sich mindestens jeden zweiten Tag auf dem Arbeitsamt zu melden. Di» Unterstützung wird nicht gewährt, sobald Arbeit, hie das Arbeitsamt für passend erkennt und nachgewiesen hat. nicht angenommen worden ist. Für di« Unter- tiitzimg nicht in Betracht kommen die Familien mobiler Mann- ichasten, Personen, die sich in der Fürsorge der Armenverlvaltung be« inde», sowie Personen, die nicht seit dem 1. Juni Ivtt ununter» krochen in Schöneberg wohnen. Arbeiter und Angestellte, die von hrer Berufsorganisation Arbeitslosenunterstützung erhalten, wird die iädtisch» Unterstützung als Zuschuß angerechnet. Die Arbeits« losenversicherung fällt während der K-iegsdauer aus. Di» Bamnterstützungen werden zweiwöchentlich ausgezahlt. Unser« Genossen wünschten de» Hilfesuchend«« gegenüber mehr Entgegenkomme». Besonders wurde darauf hingewiesen, daß jetzt für das«rwachlene Kind 1,76 M. pro Woche gezahlt werde,»ach den neuen Bestimmungen wolle man jedoch nur 1.60 M. festsetzen. Di« Zu» chüsi« müßten entschieden höhere sein. Kämmerer Machowicz be» merkte, daß annähernd 4000 UnterstlltzungSfäll« in Frag» kämen, wofür bis End« März nächsten Jahres etwa«ine Million Mark Ausgabe entstehen dürften. Die vorliegenden Anträge wurden auf Beschluß der Liberalen erneut dem AuSschusie überwiesen. a Zum unbesoldeten Stadtrat wurde mit 38 Stimmen Kausinann Jakobs gewählt. Aus unseren Genossen Bernstein entfielen elf Stimmen._ Mietunterstutzunfi für die Kriegsteilnehmer. Die Anordnung des Berliner Magistrats, wonach bestimmt be» niesten- Mietunrerstützungen für di« Angehörigt« d«r Kriegsteilnehmer zu zahlen sind, ist jetzt in Wirksamkeit getreten und in voller Handhabung. Dies« Unterstützungen worden denjenigen Klassen der Ilnierstützten gewährt, bei denen die Reichs» Unterstützung und der hundertprozentige Zuschlag der Gemeinde zusammen 18 M.. 30 M. oder 42 M. ausmachen, also bei linder» losen Frauen, bei Frauen mit einem Kinde und Frauen mit zwei Kindern. Nack, den neuesten Ermittelungen beträgt die Gesamtzahl der von Berlin uiitcrsiiitzte» Angehörigen von Kriegsteilnehmern zurzeit 64 168. Darunter befinden sich 16036 kinderlose Frauen. 19 234 Frauen mit einem Kinde und 13 001 Frauen mit zwei Kindern. Die Zahl der Familien, denen die vom Magistrat be» schlösse»« besondere über den hunderlprozentigen Gemeindezuschlag hinausgehende Mietunterstützung zugul« komme», beläuft sich mithin ans drei Viertel oller Familien der Kriegsteilnebmer. Der lOOproz. Gemeindezuschlag wird sich auf etwa 16 Millionen Mark im Jahr« stellc». Die Mchraufwendung für Mieiuntcrstützung. welche der Stadt Berlin über de» 100 proz. Gemeindezuschlag hmaus erwächst, wird etwa 4— ö Millionen Mark im Jahr betragen. In« dem dieser letztere Betrog direkt dem Vermieter zugeführt wird. dient er gleichzeitig zu einer wesentlichen Unierstütznng des Haus» besitzcrs und z» einer Emlastiing unserer Krieger vor drückendtn Mielschulden. Einheitliche Mietelnigungßämter. Das Nachrichtenamt des Berliner Mogistrais teilt mit: Um mit den Vororten bei der Orgamsalion von Mietrintauvgs» ä in 1 c r n tunlichst Hand in Hand zu gehen, hat der Magistrat von Berlin diejenigen Vororte, welche an den bisherigen Beratungen beteiligt waren, nämlich Eharloiienburg. Wilmersdorf. Schöneberg, Neukölln und Lichtenberg, sowie die Kreise Teltow und Niederbarnim zu einer Besprechung auf Sonnabend, den 10. Oktober, nach dem Berliner Ralhause eingeladen. � Warnung vor Taschendieben! An der Kriegsakademie in dee Dorothecnstraße finden sich tagtäglich Hunderte von Frauen ein. um die an beide» Fronten des Gebäudes in der Dorotheen- und Neuen Wilhelmstraße angeklebten Verlustlisten durchzusehen, oder sick im Gebäude selbst an der Auskunftsstclle nach Angehörigen im Felde zu erkundigen. Diese Ansammlungen auf der Straß« und im Gc» bäude haben auch bereit» die Ausmerkiamkeit von Taschendieben männlichen und weiblichen Geschlecht» erreg». Immer häufiger werden die Anzeigen über Taschendiebstähle, die an dieser Stelle verübt worden sind. Di« Frauen werden daher guttun, stets auf ihr« Umgebung zu achten und namentlich den Geschlechtsgenossinnen, die sich mit ausfallendem Klagen und Jammern an sie herandrängen. nicht allzu viel Vertrauen entgegenzubringen. Denn es ist wieder« holt vorgekommen, daß Diebinnen in der Maske von solchen Leid« tragenden aufiroien und di« Frauen, die ahnungslos ihr» Klage« sich vortragen ließen, bcstahlen. Tie Aufnahme des Personenstandes. Die durch da« Gesetz vom 18. Juni 1007 abgeänderte Fassung de» ß 23 des Einkommensteuergesetzes legt den Besitzern bewohnter Grundstücke bezw. deren Stellvertretern dt« Pflicht auf, der mit der Personenstandsaufvahme betrauten Behörde— in Berlin dtcf Sieucrdeputation de» Magistrats, Abteilung II— di« aus dem Grundstück« vorhandenen Personen mit Namen, Berufs» oder Er-» werbsart, Geburtsort, Geburtstag und Religionsbekenntnis, für Arbeiter, Dienstboten und Gewervegehilfen auch den Arbeitgeber und di, Arbeitsstätte anzugeben. Die gleich« Verpflichtung liegt den Haushaltung»- vorständen ob hinsichllich der zu ihrem Hausstand« gehörigen Personen einschließlich der Unter» und Schlasstellenmieter. Im Hm» blick auf die am 16. d. M. statistndende Personenstandsaufnahm« für das Veraiilagungsjahr 1916 wird erneut aus dies« aesetzlicha Vorschrift hingewiesen und darauf aufmerksam gemacht, daß 8 74 de« Sinkommensteuergesctzes die Nichideachtung obiger Bestimmung mit einer Geldstrafe bis 800 M. bedroht. Abendsuppen in den Blirgertüchen uud Kindervoltsktichen- Ab Dienstag, den 6. Oktober, werden in den SL Küchen de» Berein« für KmdervolkStllchen und Kinderhorte in jeder Küche 260 bi» 800 Liier nahrhaft« Suppe zubereitet und zum Preis« von 10 Pf. pro Liter verabreicht. Durch dies« mit Beginn der kälteren Jahreszeit vom Berein getroffen« Neueinrichtung soll die ärmer« Bevölkerung in den Stand gesetzt werden, für«in geringes Entgelt täglich 12 000 bis 16 000 Liter gute Abendsupp» sich zu vtrschaffen. «inen Fontane- Abend veranstaltet der Arbeiter» Wanderbund „Nalurfreunde" am Freitagabend 8'/, Uhr im Gewerlschaftshaus. Arbeitslosigkeit hat den 6t Jahr« alten Arbetter Wilhelm Noack an» der Fehrbelliner Straße 97 in den Tod getrieben. Der Mann halte schon feit zwei Monaten keine Beschäftigung mehr und wurde seit acht Tagen verniißt. Die Befürchtung seiner Familie, daß er sich in der Verzweiflung da« Leben genommen habe, hat sich letzt leider besiäilgt. Der Vermißte wurde gestern an der Monbisau- brücke als Leiche au« der Spree gelandet. Zwei tödliche Straßenunfölle. Zwischen zwei Straßenbahnwagen totgcqnelschr wurde gestern nachmittag die 70 Jahre alte Rentnerin Anna Schönbern« au« der Grohbeerenstr. 86. Di« betagte grau besuchte Bekannte in Pankow und fuhr mit der städtischen Straßen« bahn nach der Mittelstraße zurück. Als dort der Wagenführer di» Sperrtür umgestellt hatte, stieg sie statt hinten vor» ab. ohne zu beachte», daß sie so auf da« Nebengleise geriet. Zum Unglück kam aus diesem Gleise gerade ein anderer Wagen gefahren und klemmte di, Frau«in. Di« Verunglück«« starb schon auf dem Woge nach der Klinik in der Zieaelstraße an schweren Brustquetschungen. In der Eberiystrgße«pielt« der zehnjährige Willi Schlüter vor dem eller- licken Hause mit anderen Knaben. Während de« Spiels lief er mit ihnen über den Damm und tibersah dabei eine herannahend« Kraft» droichie. Der Kleine kam unmittelbar vor dem Auto zu Fall, die Räder de» Gefährts gingen über ihn hinweg und töteten ihn auf der Stelle. Das Opfer eines StraßenbohnunfalleS wurde gestern di« Gattin deö kaminandierenden General« von Einem. Dieselbe befand fand sich abends in einer Auiodroschk«, die«mein Möbelwagen aus» zuw-ichen suchte, dabei schleudert« da« Automobil auf dem Asphalt» Pflaster und prallt« mit solcher Gewalt gegen einen Straßenbahn» wagen, daß dieser au« den Schienen gehaben uud der vorder» Teil der Kraftdroschke völlig zertriimmert wurde. Sowohl der Kraft» Wagenführer wie Frau von Einem erlitten erheblich« innere Per« letzungen. Dos gestohsene Auto Hai sich wieder angefunden. Der Chauffeur, der des Diebstahls bezichtigt wurde, hat das Auto in einer der drei Garagen untergebracht und hat der Firma am Sonnabendmittag davon Mitteilung gemacht. Der Garagenbesitzer soll aber vorher nicht die richtige Auskunft erteilt haben, wodurch der Irrtum»nl« tanden ist. Der Jahrmarkt wird vom 7. vi« 10. Oktober am Irconavlatz und den angrenzenden Straßen abgehalten. 9et Gesangverein»Eharlottenvurge« Liedertafel« sM. b. A»S.-B.) hat seine durch de« Krieg unterbrochenen Ucdungsstunden wieder ausgenommen. Der Männer, und Frauenchor übt gemeinsam jeden Freitag von 8—11 Uhr im BolkshauS, Rosincnstr. 3. Straßensperrung. Wegen Straßenbaues ist die Triftstraße von der Tegeler bis zur Genter Straße bis auf weiteres für Fuhrwerke und Reiter gesperrt._ Gewerkschaftliches. Verlin und Umgegend. Die Kürschner und die Kriegsarbeit. Am Montag fand eine Sektionsversammlung der Pelzbranche statt, die sich mit der Frage beschäftigte: Wie regeln wir die Bezäh lung der Militärarbeit am besten? Fritze referierte und zeigte welche Gewinne die Unternehmer bei der Kriegsarbeit erzielen Tie Hausindustriellcn selbst waren gezwungen, sich unter diesen Umständen an die Bekleidungsämter zu wenden. die denn auch eingriffen und Remedur schafften. Eine kleine Aendcrung habe allerdings allein schon die Ankündigung der Versammlung bewirkt, indem in einzelnen Betrieben daraufhin Zulagen erfolgt sind. Andere Unternehmer verfangen dagegen von Akkordarbeitcrn schon die Lieferung des Garnes, und zwar müsse die? in den Betrieben selbst getauft werden zu Preisen, bei denen der Unternehmer' auch noch verdient. Um die Lohnreduktion leichter durchführen zu können, wurde die über S0 Jahre, bestehende Lohnarbeit beseitigt und Akkordarbeit eingeführt. Angesichts dieser Tatsachen erachten die Versammelten es für angebracht, an die Arbeitgeber das berechtigte Verlangen zu stellen, jetzt die Löhne zu zahlen, die vor dem Kriege üblich waren. Dieses Verlangen ist um so mehr gerechtfertigt, weil nach Fertigstellung der Militär- arbeit mit einer langen Arbeitslosigkeit zu rechnen ist. Wo nicht Wochenlohn gezahlt wird, sondern auf Akkord gearbeitet werden muß, ist die Arbeit nach folgenden Akkordsätzen zu bezahlen: Für Gesellen pro Pelz iSchneiden und Zwecken i 4,50 M., für Maschinennäherinnen 1,50 M., für Mamsells(bei einseitiger Bcriemelung 3 M., für Mamsells(bei zweimaliger Beriemelungi 5 M. Die Versammelten verpflichten sich, diese Lohnsätze überall zur Durchführung zu bringen. In der Diskussion führte ein Hausindustrieller aus, daß der Arbeitslohn von Hausindustriellen, die selbst nur 12 M. erhalten, nicht gezahlt werden könne.� Seitens des Vorstände? wurde dem- gegenüber erklärt, daß die Sätze, die in der Resolution aufgestellt sind, das Resultat langer und reiflicher Ausarbeitung und nicht zu hoch bemessen seien. Es werde weiter nichts verlangt, als daß Lohnarbeit eingeführt und die Lölme gezahlt werden, die vor dem Kriege üblich waren, oder aber, daß die Unternehmer die gefor dcrten Akkordpreise bewilligen. Deutsches Reich. Angriffe au? die gewerkschaftlichen Erfolge. Eine erfreuliche Erscheinung in diese» Kriegstagen war die entschiedene Haltung, die unsere Militärbehörden gegen Maßrege- lungen von Arbeitern bei Lohndiffercnzen usw. zeigte. Die Äe- deutung der Gewerkschaftsarbeit für die Wehrhaftigkeit unseres Volkes hat damit zweifellos eine nachträgliche Würdigung erfahren. So beruhigend diese Stellungnahme auf unsere inS Feld gezogenen Kampfgenossen zu wirken geeignet war, um so heftiger müssen sie Ansichten beunruhigen, die letzten Endes auf eine Vernichtung der Gewerkschaftsarbeit hinauslaufen. Vor einiger Zeit berichtet? die Dortmunder„Arbeiter-Zeitung" aus Münster i. W., daß dort ein von dem Magistrat und den Stadtverordneten unterzeichneter Aufruf erschienen sei, wonach Arbeiterentlassungen möglichst zu vermeiden seien, daß sich Unternehmer und Arbeiter vielmehr auf der Grundlage geringeren Lohnes einigen sollten. Da man darin eine Gefährdung der bestehenden Lohn- tarife erblickte, wurde eine Deputation von Arbeitern und -Unternehmern des Baugewerbes beim lDverbürger, meister vorstellig. Dieser Herr erklärte: „Tic Arbeitslöhne, besonder? im Bau- gewerbe, sind horrend hoch, sie sind mit die Ursache, daß in der Privatbautätigkeit eine Stagnation eingetreten ist; empfehlen Sie den Leuten, in ihren Ansprüchen etwas herunterzugehen, und es wird wieder mehr ge- baut werden." Tann folgte der bekannte Vergleich zwischen dem Maurer und dem Gcrichtsassessor und weiter: „M. H.! Ich weiß, daß ich Sie nicht überzeugen werde, aber meine feste Ueberzeugung ist eS, und i ch stehe keineswegs allein da mit. Ich bin so sehr von der Richtigkeit dieser Anschauung überzeugt. daß ich Sie ermächtige, in der O e f f e n t l i chk e i t Gebrauch von meinen Worten zu machen." Jedes Wort der Kritik würde diese im gegenwärtigen Augen- blick doppelt sonderbaren Ausführungen nur abschwächen; sie seien für spätere Zeiten festgehalten. Daß der Herr Oberbürgermeister von Münster mit der Ansicht, baß die Arbeiter mit ihren Ansprüchen heruntergehen sollten, nicht allein steht, dafür nach demselben Blatt gleich einige weitere Belege. In einer Besprechung der Tätigkeit der ReckitSauSkunftS- stelle's!) des katholischen Frauenbundes in Münster schreibt der „Wests. Merkur" iNr. 462): „Die vielfach als lästig empfundenen großen An- spräche unserer Dienstmädchen waren ein natür- lichcs Ergebnis des so überrasch erfolgten Aufschwunges der letzten Jahrzehnte. Bei der jetzigen starken, w'ctschaftlichen Anspannung unseres Volkes steht aber eine Rückkehr zur aalten Einfachheit und Bescheidenheit mit Sicherheit zu erwarten. Wird der Umschwung auch nicht von heute auf morgen erfolgen, so doch voraussichtlich in absehbarer Zeit." Auf denselben Ton gestimmt war ein Vortrag des Paters E l p i d i u s über die Bedeutung des Krieges für die sittliche Hebung des Volkes:> „Als nicht zu unterschätzendes Gut hat uns der Krieg die Einfachheit des deutschen Volkes zurückgebracht. Wir sind durch die lange Friedenszeit üppig geworden. Wir haben eS zu gut gehabt. Selbst den'Arbeitern, besonders in den Jndustriekreisen, war am Zahltage das Teuer st e in den Delikateß. gesch ästen geradegut genu g." („Wests. Merkur", Nr. 469.) Diese bedenklichen Wünsche und Erwartungen sehen alles Heil in der„Rückkehr zur alten Einfachheit". Das hört sich sehr schön an; wir möchten aber bezweifeln, daß unser Land jene achtungß- gebietende Zahl von Soldaten ins Feld schicken könnte, tvenn sich die Masse des Volkes bei 14— I6stündiger schwerer körperlicher Arbeit nur von Brot und Mehlsupve genährt hätte. Inzwischen setzen sich diese Ansichten in Münster auch in die Praxis um. Zwei Kaufhäuser, die Militärlieferungen hatten und haben, kürzten ihren Angestellten die Gehälter um 10 bis 30 Prozent! Eine Verkäuferin, die 40 M. MonatSlohn hatte, wurde auf 30 M. gesetzt!_ Busland. Laudarbeiterstrcitigkeite» in Italien. „Giornale' d'Jtalia" meldet aus Bologna: Heute vormittag fand in der Rähc von Molinella ein Streit zwischen organisierten und Nichtorganisierten Landarbeitern statt. Zweitausend organisierte Arbeiter griffen angeblich die andern an, von denen mehrere getötet und etwa zwanzig verwundet worden seien. Einige Schwadronen Kavallerie sind an Ort und Stelle entsandt worden. Soziales. Rcichsversiche 9 zum Preise Vnfallvcrhütungsvorschrifte». Die vom Roichsversicherungsamt herausgegebene Zusammen- stellung der Jahresberichte der gewerblichen Berufsgenossenschaften über die Durchführung der Unfallverhütungsvorschriften für das Jähr 1913 ist jüngst veröffentlicht worden. DaS mit zusammenfassenden Tabellen über die Ueberwachungs- tätigkeit der einzelnen technischen Aufsichtsbeamtcn und über die Handhabung der Strafbefugnis der Berufsgenoffenschaften aus- gestattete Werk, dem ein ausführliches Sachregister beigegeben ist, ist als 1. Beiheft zu den Amtlichen Ilachrickten des rungsamts 1914 bei Behrend u. Eo. in Berlin JB. von 18 M. erschienen._ Gerichtszeitung. Kriegswirkungen. Ter Krieg hat einige Behörden veranlaßt, auf politischem Gebiete liegende Eingriffe gegen Organisationen und gegen einzelne zurückzunehmen. Von diesen Fällen seien nach stehend zwei mitgeteilt: 1. Der Deutsche Händlerverband Berlin war als vermeintlich politischer Verein von der Polizei angesehen und deshalb der Vor sitzende des Vereins zur Einreichung der Satzungen aufgefordert. Dieser beschritt hiergegen den Klageweg. Nunmehr hat der Polizei Präsident dem Vorsitzenden folgende Verfügung zugchen lassen: „DeS Krieges wegen ziehe ich hiermit meine Verfügung vom 16. Dezember v. I.— 2708. VIT. 4/13—, durch welche Sie auf Grund des Z 3 ReichsvereinSgesetzeS zur Einreichung der Satzungen und des VorstandSmitgliederverzeichniffes des von Ihnen gelei teten Verbandes aufgefordert worden sind, zurück." 2. Am 12. September teilten wir mit, daß ein Wärter der Pravinzial-Jrrenanstalt zu Ncu-Ruppin, der zurzeit sich im Felde befindet, wegen Verbreitung seines Verbandsorgans„Sanitäts- warte" aus dem Dienst entlassen war. Gegen den diese Entlassung billigenden Beschluß des Bezirksausschusses hatte der Wärter Klage erhoben. Dem Anwalt de? Wärters ist nun vom Landcsdirektor folgende Zuschrift zugegangen: „Auf die mir im Auftrage des früheren JrrenwärterS zugestellte Klageschrift vom 5. d. M. erwidere ich, daß ich die LandeSrrrenanstalt Neu-Ruppin heute angewiesen habe, an Ihren Mandanten 131,46 M. nebst 4 Proz. Zinsen seit dem 13. Oktober 1913 zu zahlen. Der Grund hierfür liegt nicht etwa darin, daß der Provinzialverband eine rechtliche Verpflichtung zu dieser Zahlung für gegeben hält, vielmehr habe ich die Auszahlung an- geordnet, weil die jetzige Zeit, welche die Einmütigkeit aller poli- tischen Parteien in der Erreichung eines großen Zieles in er- hebender Weise kundtat, nicht dazu angetan ist, vor den Gerichten einen Rechtsstreit der vorliegenden Art auszutragen." Boykott und§ 153 der Gewerbeordnung. Zwei wichtige Urteile in Boykottfragen fällte dieser Tage das Oberlandesgericht Kassel. In beiden wurde anerkannt, daß ein Boykott zur Erzwingung einer Rechtspflicht nicht unter die Strafbeftimmung des§ 153 der Gewerbeordnung fällt. Die Urteile betrafen folgende Fälle: 1. Im März d. I. kam es zwischen dem Inhaber der Kilians- brauerci zu Kassel und den Arbeitern der Brauerei zu Streitig- leiten, da die Brauerei mehrere Arbeiter entlassen hatte. Dsr Aufforderung des Verbandes der Brauerei- und Mühlenarbeiter, die entlassenen Arbeiter wieder einzustellen, leistete die Brauerei keine Folge. Auch bei der einige Monate später erfolgten Ein- itellung neuer Arbeiter wurden die entlassenen Arbeiter nicht be- rücksichtigt. Die Arbeiterschaft erblickte hierin eine Verletzung des zwischen der Brauerei und dem Verband geschlossenen Tarif- Vertrages, der vorschreibt, daß neue Arbeitsstellen zunächst mit den wegen einer früheren Einschränkung des Betriebs entlassenen Arbeitern zu besetzen sind. Das GewerkschafiSkartell verhängte auf Grund dieses Sachverhalts den Boykott über die Brauerei und veröffentlichle im„Boiksblatt" in Kassel da? folgende Inserat: „DaS KilianSbier ist boykottiert. Arbeiter und Bürger, meidet dasselbe. In Kassel und Umgebung kommt eS noch in nachstehenden Geschäften zum Vertrieb:.... Ehrenpflicht eines jeden Arbeiters und mit der Arbeiterschaft sympathisierenden Bürgers ist eS, kein Kiliansbier zu trinken." In diesem Inserat fand die Straf- kammcr in Kassrl ein Vergehen gegen K 163 der Gewerbeordnung und verurteilte den Verfasser des Inserats, den Vorsitzenden de» Gewerkschaftskartells und den verantwortlichen Redakteur des .Volksblatts" zu je eine Woche Gefängnis. Di? Drohung wurde darin gefunden, daß die Wirte, zu deren Kenntnis das Inserat notwendig kommen muhte, darin die Ankündigung sehen sollten, daß Arbeiter und Bürger solange ihre Wirtschaften nicht besuchen würden, als nicht der Vertrieb von Kiliansbier eingestellt werde. Gegen dieses Urteil legten die Angeklagten Revision ein. Das Oberlandesgcricht Kassel schloß sich im wesentlichen den von dem Verteidiger der Angeklagten, Rechtsanwalt Hcincmann, geltend gemachten Gründen an. Es führte aus: Es sei allerdings entgegen den Ausführungen des Reichsgerichtsrats Kiehl in Gruchots Beiträgen, sowie Heinemanns in der Zeitschrift für die gesamte StrasrcchtSwissenschast und auch des Kammergerichts in GoltdammerS Archiv Bd. 45. S. 447 in einem Streik, dessen Ziel die Wiedereinstellung entlassener Arbeiter sei, an und für sich eine Verabredung zur Erlangung günstiger Lohn- und Arbeitsbedin- gungen zu finden. Dies sei jedoch dann nicht der Fall, wenn, wie von den Beklagten behauptet werde und nicht widerlegt sei, die Wiedereinstellung der entlassenen Arbeiter eine Rechtspflicht des Unternehmers gegenüber den Arbeitern darstelle. Eine solche aber sei vorbanden, wenn der Tarifvertrag die von den Angeklagten bchauvtete Vorschrift enthalte. Bestehe dieser Anspruch, so entfalle jede Möglichkeit der Anwendung des Z 153 der Gewerbeordnung. — Diese Strafvorschrift könne aber auch dann nickt in Kraft treten, wenn der tarisvertragsmäßige Anspruch zwar nicht eristiere, aber die Arbeiter, die den Anspruch der Entlassenen auf Wieder- einstellung durchzusetzen suchten, in der irrigen Annahme des Be- stehenS des Anspruchs handelten. Denn dann befanden sich, wie Heinemann in der erwähnten Abhandlung in der Zeitschrift für die StrafrechtSwisscnschaft zutreffend ausgeführt habe, die Ange- klagten in einem die Verurteilung auSsckiießenden Tatirrtum. Weiter komme noch folgendes in Betracht: Die Gewerbe- ordnung gestatte die Lohnkämpfe und damit auch den Boykott als Mittel des wirtschaftlichen KamvfeS, also erst recht das schwächere Mittel der Androhung des Boykotts an die Wirtschaft- lichen Gegner. Der Inhalt des Inserats würde hiernach straflos sein, wenn es auf den Willen des wirtschaftlichen Gegners der koalierten Arbeiter, hier also der Brauerei, dahin einzuwirken be- stimmt wäre, daß diese die entlassenen Arbeiter wieder einstelle. Strafbar könne das Flugblatt nur sein, sofern es auf andere als den wirtschaftlichen Gegner behufs Unterstützung der koalierten Arbeiter in ihrem Kampfe Wirten solle. Der Wortlaut des Flug- blatts wendet sich aber nicht an solche Dritte, insbesondere nicht an die Wirte und Händler, sondern es ist für die Öeffenllichkeit bestimmt und richtet sich allgemein an die Bürger und Arbeiter, die es auffordert, daS Kiliansbier zu meiden. DaS Flugblatt vermeidet also gerade die unmittelbare Aufforderung an die Wirte und Händler, um den Maschen des Gesetzes zu entgeben. Alle diese Mängel müßten zur Aufhebung dcS Urteils führen. ES betonte das Oberlondesgericht noch, daß auch das Delikt deS groben Unfugs nicht gegeben fei. 2. Dem zweiten vom Oberlandesgericht Kassel an demselben Tage gefällten Urteil lag der folgende Sachverhalt zugrunde: Im !913'''n Teil der Arbeiter der Mühle Ritz bei Kassel in den Streik. Das Gewerkschaftskariell Kassel ließ hierauf ein Flugblatt verbreiten, das die Namen der Bäcker enthielt, die von der Firma Ritz Produkte bezogen. Daran wurdx die Ausforderung geknüpft, alle Produkte der Firma und alle durch sie hergestellten Waren zu meiden. Tie Strastammer Kassel verurteilte den Vor- sitzenden des Brauerei- und Mühlenarbeiterverbandes, Zahlstelle Kassel, als Verfasser des Flugblatts, und ferner dessen Verbreiter zu je 2 Wochen Gefängnis. Den Einwand der Angeklagten, daß den streikenden Arbeitern die von ihnen erstrebte Lobnerhöhung zugestanden habe, hielt das Gericht für den Tatbestand des ß 153 oer Gewerbeordnung ohne Belang. Auf die Revision der Ange- klagten hob das Obcrlandcsgericht Kassel auch dieics Urteil auf. indem es sich auch hier auf den Standpunkt stellte, daß§ 153 niemals zur Anwendung kommen kann, wenn die Verabredung der Arbeiter den Zweck verfolgt, die Erfüllung rechtlich schon bestehender Ansprüche zu sichern oder zu erreichen, oder wenn auch nur die Arbeiter, wenn auch irrtümlich, glaubten, einen Rechtsanspruch auf die Lohnerhöhung zu haben. Auch in dieser Sache wurde vom Oberlandesgericht betont, daß ein sich an jedermann wendendes Flugblatt, keine boykottierte Waren zu kaufen, aus den oben ange- gebenen Gründen die Anwendung des Z 153 nicht rechtfertigen kann. Bus Industrie und Handel. Deutsche Währung in Belgien. Brüssel, 6. Oktober.(W. T. B.) Eine Verordnung des General- gouverneurs für die besetzten Gebiete Belglens bestimmt die Ännahmepflicht deutschen Geldes in Belgien und setzt für die Marl einen M>» d e st k u r s von 1,25 Frank fest. Durch die einmarschierenden Truppen war viel deutsches Geld nach Belgien gekommen, dos die Bevöllerung in Franl umzutauschen suchte. Hierdurch entstand eine starke Nachfrage nach Frank, die um so ickwerer be- friedigt werden konnte, als die belgische Nationalbanl. die ihre Noteiipresse nach Antwerpen gebracht batle, in Brüssel erst nach langer Zwischenzeit Noten herausgeben konnte. Auch i» Deutschland entstand eine starke Nachfrage»ach belgischen Frank, vornehmlich in- folge des Bedarfs der nach Belgien ziehenden Truppen und der starken industriellen Bezüge aus Belgien. So ergab sich das eigen- tümliche Resultat, daß der belgische Frank der Mark gegenüber einen vorher nie erreichten H o ch k u r s erhielt, und die» zu einer Zeit, in der die belgische Nationalbank in eine kritische Situation geraten war. Um den durch voiübergchcnde Momente veranlaßten. den tatsächlichen dauernden Verhältnissen aber nicht entsprechenden Kurssland zu regulieren, hat der General- gouverneur die Ännahmepflicht der Mark in Belgien erklärt und eine Mindestrelation zwischen Frank und Mark geschaffen, da eine ieste Relation wegen der sich rasch ändernden Berbältniffe nickt an- gebracht erschien. Es wird somit der deutschen Industrie und dem deutschen Handel möglich sein, ihre Bezüge aus Belgien in Mark zu bezahlen, was vor ollem sür das Rheinland und Westfalen von großer Bedeutung ist._ Kleine Nachrichten. Die Crübebenkatastrophe in Kleinasien. Ergänzende amtliche Meldungen über daS Erdbeben in Klein- asien besagen, daß in Sparta eine große Anzahl von Häusern voll- ständig zerstört wurde. Die Amtsräume der Militärverwaltung. daS Telegrophenbureau und Wohltätigkeilsanstaiten sind teilweise eingestürzt. 248 Personen sind umS Leben gekommen. Vermutlich sind noch Leichen weiterer Verunglückter unter den Trümmern. Nach dem Erdbeben äscherte eine F e u e r s b r u n st 18 Häuser und Läden ein. Auch wurde in der Umgegend von Sparta durch das Erdbeben Schaden angerichtet und Menschenopfer ge- fordert. In Budur sind einige Stadtviertel voll- ständig zerstört worden. DaS Regierungsgebäude und die Gesängnisie litten jedoch keinen Schaden. Die Zahl der Menschen» opser beziffert sich in Burdur auf etwa 2000 Personen. Außerdem wurden viele Personen verletzt. Auch in E g h e r d i r wurde einiger Schaden angerichtet, ohne daß indessen Menschen ver- unglücktcn. In Uluburlu sind 4 Personen getötet und 5 verletzt worden._ Parteiveranstaltungen. Neukölln. Heule, abends 8'/, Uhr. findet bei Barisch, Hermann- straße 48, die Vcisommlung der Jugendsettion statt. Aus der Tages- ordnung siebt der letzte Vortrag des föenosscn Dr. Hermann Duncker über das Wesen des Kapitalismus. Ln demselben Lokale findet am Sonnabend, den 10. Oktober eine Rckruten-Abschiedsscicr statt. Zahlreiche Beteiligung erbeten. C1>arlottcnb«rg. Die J u g e n d sc l t i o n hält am Donnerstag- abend 9'/, Ubr im Volksbaule, Rofincnftr. 3, eine Versammlung mit Vortrag und anschließender Disluision ab. Eingegangene Druckschriften. Ukraina und die Ukrainer. Von Dr. St. Rudnyckyj. 2 Kronen. .Ukrainisches Korrespoiidcnzblattft Wien 8. öriefkaften üer Redaktion. Die juristische Sprechstunde findet Lindenstrahe 3, vierler Hof, rechts, parterre, am Montag bis Freitag von 3 bis 6 Ubr, am Sonnabend von» biö K Udr statt. Jeder für den Briefkasten be- stimmte« Anfrage ist ein Bu chstabe und eine Zahl als Merkzeichen bei- zufügen. Briefliche Anlwort wird nicht ericilt. Anfragen, denen keine AbonnemenlsguitluNg beigesügl ist. werden nicht beantwortet. Eilige Fragen trage man in der Sprechstunde vor. B. W. 33. 1. In Frankreich. 2. und 3. Ja. 4. In der Regel nein. ö. Nein.— D> t'i. Beantragen Sie beim Gericht, den Zablungsbesebl, mit Vollstreckun�sklansel oersehen. Ihnen zu übersenden.— Olk. 99, 1. Die 8 ffl. müssen Sie gegen den Wut einklagen. Ein Grund zum Brechen des Vertrages liegt in der Nichtzabtuug nicht 2 Ja.— R. 40. 87. K. St. Klagen sie Ihr(Schall beim Kauimaniiigcricht ein. — B. R. 110. Sic sind zunächst wegen Herzfehlers zum Landsturm ausgeschrieben und dann sür dienauntauglich erklärt.— Al«r Abonnent 4O0. Die Frage wegen der sreien Hllsskasse muß beanlivortct werden.— Hohenstein. Klagen Sie aus vollen SchadenSersav.— R. Ps. Wäblcrtstr. Die Rellamalion hätte keine Aussicht aus Ersolg. Zuständig wäre das Regiment.— M. W. 767. 1. und 2. Nein. — G.®. 24. Wegen chronischen Unlertcibsleiden zurückzeslelll.— I. M. Wegen asthmatischer Beschwerden nur noch landiwrmsädig.— W. H. 33. 1. Nach der Depesche des Generalquarliermeiilers vom 27. August ja. 2. Die Art der Löhnung ist außerordentlich mannigsallig. Wir haben diese aus Grund osfizieller Angaben mitgclcilt; welche Löhnung im ein« zelnen Fall zutrifft, weiß wohl nur ein Jnlcndanturbeamtcr, 3. Er hat sür die Arbeiter gelämpst.—-Dt. Z., P. Z. 40 und t. Sch. 100. Wegen asthmatischer Beschwerden geringen Grades ungcnerweiterungen oder dergleichen) werden Sie wahrscheinlich land- swrmtauglich geschrieben werden.— 8. II. Wegen Feblcrn an Glied» maßen nur noch sür Landsturm tauglich.— 8. 10. Wegen Herzkrank- beitcn voraussichtlich nur landswrmvflichtig.— P. L. 79. 1. Ja 2. Sie verlieren im Fallt der Krankheit Ihre Rechte gegen die Krankenkasse nicht, auch wen« der Arbeitgeber zu Unrecht die Anmeldung unlerlasien hat. Mitglied der Krankenkasse wird man trast Gesetzes insolge oer Beschäsiigung. —>sng zi? y' kalt.