Nr. 276.- 31. Jahrg. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 R., wöchentlich 25 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags nummer mit illustrierter Sonntags Beilage„ Die Neue Welt" 10 Bia. Post Abonnement: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in die Post ZeitungsBreisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2,50 Mart, für das übrige Ausland Mark pro Monat. Postabonnements nehmen an: Belgien, Dänemart, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz Ericheint täglich. 10 Vorwärts Berliner Volksblaff. 5 Pfennig Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Kolonel, zeile oder deren Raum 60 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereinsund Versammlungs- Anzeigen 30 Pig. ,, Kleine Hnzeigen", das fettgedruckte Wort 20 Pfg.( zulässig 2 fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 10 Pig. Stellengesuche und Schlafstellenan zeigen das erste Wort 10 Pfg., jedes weitere Wort 5 Bfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm- Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin" Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: Sw. 68, Lindenstraße 3. Fernsprecher: Amt Moritplat, Nr. 151 90-151 97. Freitag, den 9. Oftober 1914. Expedition: SW. 68, Lindenstraße 3. Fernsprecher: Amt Moritzplatz, Nr. 151 90-151 97. Feuersbrunst und Panik in Antwerpen. Gespannte Kriegslage. General v. BIume schreibt vom 7. Oktober 1914: Nach der amtlichen Kundgebung aus unserem Großen Hauptquartier vom gestrigen Abend war bis zu dieser Zeit in unseren über die Linie Arras Albert- Roye geführten Gegenangriff gegen Die Umfassungsversuche der Franzosen noch keine Entscheidung ge= fallen. Auf der Schlachtfront zwischen Oise und Maas, bei Verdun und in Elsaß- Lothringen waren die Verhältnisse unverändert. Dort standen sich also die beiderseitigen Streitkräfte kampfbereit nahe gegenüber, hier und da wohl um Einzelvorteile kämpfend. Durch dieselbe telegraphische Mitteilung unseres Großen Hauptquartiers erhielten wir die erste deutsch- amtliche Kunde von einem unmittelbaren Zusammenwirken deutscher Streitkräfte mit der österreichisch- ungarischen Hauptmacht im südlichen Polen und in Galizien. Wir erinnern uns, daß die Armee unseres Bundesgenossen in Galizien nach fünftägiger blutiger Schlacht gegen weit überlegene russische Kräfte bei Lemberg sich am 13. September zum Rüdzuge in westlicher Richtung genötigt gesehen hat. Die Ruffen find mit ihrer Hauptmacht über den San, anscheinend bis an die Wislota, etwa 100 Kilometer östlich von Krakau, gefolgt. Ihre Ireichen bis in die Gegend von Lens und Labassée;] ihre Fortsetzung bilden Kavalleriemassen, die bis in die Gegend von Armentières miteinander kämpfen. Von der Front zwischen Somme und Maas ist nichts Neues zu melden. In Woevre versuchte der Feind von neuem, unsere Fortschritte aufzuhalten, aber seine Angriffe scheiterten wieder. Der Höhepunkt des Riefenkampfes. Kopenhagen, 8. Oktober.( W. T. B.) Nationaltidende" meldet aus London: Alle vorliegenden Nachrichten stimmen darin überein, daß die Riesenschlacht in Frantreich nun ihren Höhepunkt erreicht hat und noch in dieser Woche die Entscheidung fallen muß. Die Kämpfe auf dem linken Flügel werden mit einer selbst unter diesen blutigen Zusammenstößen bisher unbekannten Heftigkeit fortgesetzt. Die Deutschen suchen mit einer Hartnäckigkeit, von der man sich keine Vorstellung machen kann, sich der Eisenbahnlinie zu bemächtigen. Der Kampf nördlich von der Somme hat einen derart furchtbaren Charakter, daß er unmöglich lange anhalten kann. gleichzeitigen Versuche, über die Starpathen nach Ungarn vorzu- Eine italienische Stimme über die Kämpfe nommen. Und am 5. Oktober wurden gleichfalls von deutschen im äußersten Westen. dringen, sind nach österreichischen Nachrichten erfolglos geblieben. Nach der Bekanntgabe unseres Großen Hauptquartiers vom gestri gen Abend haben nun deutsche Truppen am 4. Oktober die russische Rom, 8. Oktober.( W. T. B.) Das„ Giornale Gardeschüßenbrigade aus einer befestigten Stellung zwischen d'Italia" schreibt in einem heutigen Situationsbericht Opatow und Ostrowiec- auf dem linten Weichſelufer, etwa 150 unter anderem: Ganz gewiß ist General oberst v. I ud Kilometer süblich von Warschau- vertrieben und ihr etwa 3000 der wahre Held dieses Krieges, weil ihm die Gefangene sowie mehrere Geschüße und Maschinengewehre abge- schwerste Aufgabe anvertraut ist, und er es verstanden hat, Truppen zweiundeinehalbe russische Kavalleriedivision sowie Teile fie mit einer Geschicklichkeit und Genialität zu lösen, die auch der Hauptreserve von Jwangorod bei Radom angegriffen und auf die Feinde anerkennen. Tatsächlich ist es ihm, der von überdie gedachte Weichselfestung zurückgeworfen. Vom österreichischen legenen feindlichen Kräften umzingelt werden sollte, gelungen, Generalstab wird endlich unterm 6. Oktober bekanntgegeben, daß vorgestern den Feind selbst mit Umzingelung zu bedrohen Die Russen bei ihrem Versuch, die Weichsel in der Richtung auf und ihn zu zwingen, an verschiedenen Punkten zurückzugehen. Opatow zu überschreiten, von den Verbündeten über den Fluß General Joffre ist sofort herbeigeeilt, um die Sache wieder zurückgeworfen worden sind, daß österreichische Truppen den gut zu machen und gestern ist das Gleichgewicht wieder herWeichsel- Brückenkopf bei Sandomir erobert haben, und daß auch gestellt worden. Es ist aber noch nicht gesagt, daß der die österreichische Armee in Galizien sich im Vorrüden befindet. Die österreichisch- ungarische Hauptmacht hat also im Verein mit deutsche tapfere General nicht noch Chancen habe, um die einer deutschen Streitmacht, über deren Stärke, Bujammensetzung Sicherheit des ihm gegenüberstehenden französischen Heeres in und Oberbefehl aus naheliegenden Gründen noch nichts verlautet, Frage zu stellen. die Offensive gegen die in Galizien eingedrungenen russischen Seeresmassen ergriffen, deren Stärke mit Sicherheit auf mehr als eine Million Streiter zu schätzen ist. Antwerpen bombardiert. Brüssel, 8. Oktober.( W. T. B.) Gemäß Artikel 26 des Haager Abkommens betreffend die Gesetze des Landkrieges Indien und England. den Krieg erklärte, wurde vielfach in liberalen Blättern die Als vor zwei Monaten England dem Deutschen Reich Ansicht ausgesprochen, die hinterlistige Kriegspolitik der Asquith und Grey könne leicht zu einem Verhängnis für die englische Herrschaft in Indien werden, denn die bald hier, bald dort in den indischen Provinzen ausbrechenden Unruhen bewiesen zur Genüge, wie überdrüssig die Inder der englischen Zwangsherrschaft seien. Zum mindesten würde aber das Eingreifen Englands in den großen Kampf wesentlich gelähmt werden; denn wolle England nicht eine Revolution in Indien heraufbeschwören, so müsse es dort eine bedeutende Anzahl europäischer Truppen unterhalten. Wie von so manchen anderen Voraussagungen, ist auch von dieser bisher wenig eingetroffen. Von größeren ernsten Unruhen- Kleine lokale Gelegenheitsrevolten gehören in einzelnen Teilen Indiens zu den Alltäglichkeiten ist bisher nichts Zuverläßliches bekannt geworden; dagegen hat England die einheimische Bevölkerung loszulassen, falls diese, des englischen Druckes müde, zum Aufruhr greifen sollte, es ist auch jüngst eine größere Masse( allem Anschein nach ungefähr 30 000 bis 40 000 Mann) indischer Truppen in Marseille eingetroffen, meist Gurkhas aus Nepal und Sikhs aus dem Benichab, alio Truppen, die als die Elite der indischen Armee nicht nur indische Truppen in Aegypten gelandet, um sie gegen gelten. Wie weit diese Truppen sich im modernen Feuergefecht bewähren werden, wie weit die Sikhs dem naffen kalten nordfranzösischen Winterklima standzuhalten vermögen, mag indischen Behörden, wenn sie die Einschiffung solcher Truppenhier unerörtert bleiben; sicher ist jedenfalls, daß die anglokontingente zulassen, die Lage in Indien keinesfalls als gefährlich ansehen müssen. Freilich soll, wie holländische Blätter melden, England vorher ntit Japan ein Abkommen getroffen haben, nach dem letzteres verpflichtet ist, die anglo- indische Regierung im Fall eines indischen Aufstandes durch Entsendung japanischer Truppenmassen nach den aufrührerischen Provinzen zu unterſtüßen. Auch der von den Russen wiederum unternommene Vormarsch gegen Ostpreußen ist im Gouvernement Suwalki zum Stehen gebracht, und bei Suwalfi wird der Feind seit gestern erfolgreich ließ General v. Beseler, der Befehlshaber der Be Erscheinungen in breitester Weise verallgemeinert und zu angegriffen. lagerungsarmee von Antwerpen, durch Vermittelung der in Nehmen wir hinzu, daß der Angriff auf Antwerpen in wenigen Brüssel beglaubigten Vertreter neutraler Staaten gestern nachTagen zur Ueberwindung der vorgeschobenen Fortlinie auf der mittag die Behörden Antwerpens von dem Bevorstehen der Südfront dieser berühmten Festung geführt hat und damit seinem Beschießung verständigen. Die Beschießung der Stadt Ziele sehr nahe gekommen ist, sg erkennen wir, daß wir einer ungewöhnlich gespannten Lage auf allen Teilen des großen europäi- hat um Mitternacht begonnen. schen Land- Kriegsschauplazes gegenüberstehen und in naher Zeit Entscheidungen von weittragender Bedeutung zu erwarten haben. Das charakteristische, erquidende und erfolgverheißende Merkmal dieser Lage aber ist, daß wir uns trotz der weit überlegenen Zahl unserer aus allen Grdteilen zusammengerafften Feinde überall in der Offensive und in feindlichen Landen befinden. Das große Hauptquartier über die Kriegslage. Kapitulation oder Verteidigung bis zum äußersten? Zweifellos gärt es in manchen Teilen Indiens, aber im ganzen wird die nationalistische Bewegung überschätzt. Es eben Schablone einzelne wenig berücksichtigt, daß Indien mit einer Bevölkerungszahl von ungefähr 300 Millionen Menschen eine Reihe der verschiedenartigsten Völkerschaften beherbergt, die durch ihren Glauben, ihre Sprache, ihre Sitten, ihre Wirtschaftsverhält nisse aufs weiteste voneinander getrennt sind, weit mehr als die Völker Europas. Schneebedeckte Höhenzüge wechseln mit heißen Flußtälern, dürre Sandwüsten mit feuchttrarmen, eine reine tropische Vegetation aufweisenden Küstenlandschaften. Und so verschieden wie Klima und Bodenbeschaffenheit sind Kopenhagen, 8. Oktober.( W. T. B.)." Politiken" meldet die Lebensverhältnisse. Neben dicht bevölkerten Gegenden, aus Antwerpen: Den Blättern zufolge hat die Regierung er- wie z. B. dem Vasallenstaat Cochin( nördlich vom Malabarwogen, der Stadt das Bombardement zu ersparen. Die distrikt), in dem beinahe 600 Einwohner auf den Quadratweiße Flagge sollte gehißt werden, sobald die zweite Festungs- filometer kommen, also ungefähr fünfmal so viel als durchlinie gefallen sei. Aber die Bevölkerung scheint die Verteidi- schnittlich in Deutschland, enthält Indien andere Gebiete, in gung der Stadt bis zum letzten Hause zu verlangen. Es denen nur 8-12 Menschen auf einen Quadratkilometer leben. fallen jetzt ziemlich viel Bomben von deutschen Flugzeugen auf ergibt sich schon daraus, daß nach dem Zensusbericht in Indien Wie bunt die indische Bevölkerung zusammengewürfelt ist, die Stadt. an 150 verschiedene Sprachen gesprochen werden. Feuersbrünste und Panik in Antwerpen. Daß unter solchen Verhältnissen von einem eigentlichen Köln, 8. Oktober.( W. T. B.) Der„ Kölnischen Zeitung" einheitlichen Nationalgefühl keine Rede sein kann, ist selbstBei Antwerpen ist das Fort Brochem in unserem wird von der holländischen Grenze aus Roosendaal gemeldet: von dem, was außer ihrem engen Bezirk vorgeht, wenig weiß nicht großen Masse, die Befizz. Der Angriff hat den Netheabschnitt über. Die Beschießung Antwerpens dauerte die ganze Nacht hindurch. und erfährt. Die sogen. indische Nationalpartei". die allerschritten und nähert sich dem inneren Fortsgürtel. Eine Das Feuer war so heftig, daß in Roosendaal die lei Geheimbünde unterhält, ist denn auch eine reine englische Brigade und die Belgier wurden zwischen äußerem und äufer zitterten. Tausende von Flüchtlingen sind an- Bartei der Intelligenz. Sie besteht größtenteils innerem Fortsgürtel auf Antwerpen zurückgeworfen. Vier gekommen oder werden noch erwartet. Während der ganzen aus Intellektuellen, meift solchen, die eine halbeuropäiſche schwere Batterien, zweiundfünfzig Feldgeschütze, viele Maschinen- Nacht konnte man hier die Feuers glut wahrnehmen. Bildung genossen haben; daneben in geringem Maße auch Die Petroleumbehälter des Hafens scheinen in aus indischen Kaufleuten und Unternehmern, die die englische Brand zu stehen. Der Südbahnhof brennt Konkurrrenz und das System der anglo- indischen Regierung, ebenfalls. Der Hauptbahnhof hat gleichfalls die englische Einfuhr auf Kosten der einheimischen industrielernstlich gelitten. Die Regierung hat befohlen, alle len Entwickelung zu begünstigen, in eine heftige Opposition getrieben hat. Aber diese nationale Partei ist nur eine ganz Amtlich. Großes Hauptquartier, 7. Oktober, abends. ( W. T. B.) Die Kämpfe auf dem rechten Heeresflügel in Frankreich haben noch zu keiner Entscheidung geführt. Borstöße der Franzosen in der Argonnen und aus der Nord. ost front von Verdun wurden zurüdgeworfen. gewehre, auch englische, wurden in freiem Felde genommen. Der Angriff der Russen im Gouvernement Suwalki ist abgewiesen. Die Russen verloren 2700 Gefangene und neun Maschinengewehre. In Polen wurden in kleinen erfolgreichen Gefechten weft. Eisenbahnzüge für die Beförderung von Verwundeten und Sünne Schicht, in der es überdies noch wieder verschiedene lich Jwangorod 4800 Gefangene gemacht. ( Wiederholt, weil nur in einem Teil der Auflage.) Westlicher Kriegsschauplah. Der französische Situationsbericht. Flüchtlingen bereit zu halten. Amsterdam, 8. Ottober.( W. T. B.) Das„ Handelsblaad" meldet: Das heftige Schießen während der letzten Nacht hat in Antwerpen eine starke Panit verursacht, besonders unter den niederen Klassen der Bevölkerung. Die Bahnhöfe wurden gestürmt, die Züge nach Holland sind mit Flüchtlingen überfüllt. Die Deutschen haben den UeberDie Strömungen oder Richtungen gibt. Die große Masse hat andere Sorgen. Leben doch nicht nur der Kuli, sondern auch der Kleinbauer bezw. Kleinpächter und der Kleinhandwerker durchweg in den allerelendesten Verhältnissen- leicht erklärlich, da in manchen Gegenden, vor allem im stark bevölkerten Bengalen, die kleinen Bachtstücke selten mehr als 1 bis 2, höchstens 3 Heftar umfaffen. Wenn diese Schichten revol tieren, geschieht es aus Hunger. Tatsächlich sind die Unruhen, den, nichts anderes als Hungerrevolten. Paris, 8. Dktober.( W. T. B.) Das amtliche Com- gang über die Nethe erzwungen; Lier und sie bald aus diesem bald aus jenem Distrikt gemeldet wer muniqué von gestern nachmittag 3 Uhr besagt: Auf unserem Contich wurden in Brand geschossen. linken Flügel dauert die Schlacht mit großer Deutschen dringen durch die Lücke zwischen Contich und VieurHeftigteit an; die einander gegenüberstehenden Heere dieu vor und beschießen die innere Fortslinie. Trotzdem auch in Indien die industrielle Entwickelung eingesetzt hat, ist diese englische Kolonie doch noch ein fast reiner Agrarstaat. Von einer Bevölkerungszahl von 300 Millionen dürfte nur höchstens eine halbe Million in großindustriellen Betrieben( meist Jute- und BaumwollOestlicher Kriegsschauplah. je ein Fall von asiatischer Cholera in Wien und Graz, zwei Fälle in Mähren in Groß- Niemtschis( Bezirk Auspig), in Schlesien je ein Fall in Jägerndorf und Teschen, i Galizien zwei Fälle, in Piattowa ( Bezirk Neu- Sandec) bakteriologisa ermittelt. In Wien, Graz und spinnereien sowie Webereien) beschäftigt sein. Dem entspricht Rußlands Bericht über die Kriegslage. die Kriegslage. Jägerndorf sowie bei einer Erkrankung in Groß- Niemtſchiz handelt denn auch die Produktion und die Ausfuhr. Hauptartikel der Petersburg, 7. Oftober.( W. Z. B.) Der Große Generalstab es sich um Personen, die vom nördlichen Kriegsschauplatz eingetroffen Ausfuhr, die sich im letzten Rechnungsjahr( 1913/14) auf 3314 teilt mit: An der Grenze von Ostpreußen segen die sind. Ferner wurden nach einem am 6. Oftober eingelangten Bericht Millionen Mark belaufen hat, sind Rohbaumwolle und Roh- Deutschen, welche Verstärkungen von Königsberg her er in Gorlice( Galizien) 20 Fälle bei Militärpersonen durch bakteriojute, deren Wert sich allein auf 978 Millionen Mark stellte, halten haben, ihren hartnädigen Widerstand in einer Linie logische Untersuchung feſtgeſtellt. Engpässe ferner vornehmlich Reis, Samen, Tee, Weizen, Ovium, Säute zwiſchen Wladislawow und Ratichti fort, indem fie die Gnapäe Vom österreichisch- serbischen und Felle. Die Ausfuhr von Industrieprodukten besteht vor zwischen den Seen und Sümpfen im Flußgebiet der Tschernogansha nehmlich in roben Jutewaren( meist grober Juteleinwand) und Baumwollgarnen. ausnügen. Jenseits der Weichsel werden Vorhutgefechte aus der Gegend von Opatow und Sandomir gemeldet. Diese Masse der im Elend verkommenden Hindu- Kleinpächter und Kleinhandwerfer hat für den sich in bestimmten In den Starpathen wurde westlich vom Flusse Sanot eine Kreisen der Gebildeten regenden jogen. Nationalismus recht österreichische Abteilung gefchlagen und ihr Mawenig Verständnis. Sie verfolgt keine politischen Zwecke, schinengewehre und Gefangene abgenommen. Bei Szolyva, zwanzig sondern wird nur dann sich an einem Aufstand beteiligen, Kilometer nordwestlich von Munkacs, haben wir zahlreiche wagenwenn sie der Hunger treibt. Anders steht es um die mohammedanische Bevölkerung Nordwestindiens, die nicht nur ein viel größeres Selbstbewußtsein und Zusammengehörigkeitsgefühl befügt, sondern sich auch durch ihre Religion mit den Sunniten Afghanistans und Vorderasiens verbunden fühlt. Sie ist ein viel unruhigeres, zum Widerstand neigendes Element, als die Hindus. Die folonnen genommen. Vom österreichisch- russischen Kriegsschauplatz. Kriegsschauplah. Uebersiedelung der serbischen Regierung. Budapest, 8. Oktober.( W. T. B.) Die Budapester Korrespondenz meldet: Die serbische Regierung ist von Nisch nach Ueskue b übergesiedelt. Der Seekrieg. Verlust eines Torpedobootes. Gefahr, die von dieser Seite ihrer Herrschaft in Indien droht, Russische Angriffe gegen Przemysl blutig Torpedoboot„ S. 116" während des Vorpostendienſtes in der ſtützt. abgewiesen. bohrte. Wie mitgeteilt wird, ist am 6. d. Mts., nachmittags, das ist denn auch der englischen Regierung recht wohl bekannt. Nordsee durch den Torpedoschuß eines englischen UnterseeSeit Jahrzehnten befolgt sie die Politik, durch Begünstigung bootes verloren gegangen. Fast die ganze Besagung konnte der Mohammedaner auf Kosten der brahminischen Hindus die Wien, 7. Oktober.( W. T. B.) Amtlich wird mittags mitgerettet werden. Zuneigung der ersteren zu gewinnen. Besonders werden die geteilt: Unsere Offensive erreichte auch gestern da und dort unter Das von dem englischen Unterseeboot in den Grund geschossene einheimischen mohammedanischen Fürsten in jeder Weise be- fleineren Gefechten überall ihre Ziele. Laut Meldung eines in vorzugt, mit Auszeichnungen, Gnadengehältern und Geld fühnem Fluge aus Przemysl zurückgekehrten Generalstab soffiziers deutsche Torpedoboot S. 116" ist ein älteres Fahrzeug aus dem geschenken überhäuft und stets bei ihren inneren Swiftigkeiten wird die Berteidigung der Festung von der kampfbegeisterten Be- Jahre 1902 von 420 Tonnen Wafserverdrängung und 60 Many Bemit ihren lieben Untertanen von England energisch unter- fassung mit größter Tätigkeit und Umsicht geführt. Mehrere Aus- jayung, das bereits ersatpflichtig ist. Die Ueberlebenden konnten von Dadurch hat England tatsächlich sich eine gewisse fälle drängten die feindlichen Linien zurück und brachten zahlreiche deutschen Streitkräften aufgenommen werden. Das englische UnterseeSympathie unter den Mohammedanern erworben wenn Gefangene ein. Alle Angriffe der Russen brachen unter boot„ E. 9" ist dasselbe, das den Tender Hela" in den Grund auch viel weniger unter den mohammedanischen Volksschichten furchtbaren Berlusten im Feuer der Festungswerte als unter den Herrschenden und ihrem höfischen Anhang. zusammen. In den Karpathen steht westlich des Wyszkower Gekaperte feindliche Kohlensendung. Aber wenn die mohammedanische Welt außerhalb Indiens in Satteles kein Feind mehr. Bei Marmaros Sziget wurde der einden Weltkrieg hineingezogen wird, wenn Afghanistan in die gebrochene Gegner geschlagen; die Stadt gelangte in der vergangenen richten" erfahren aus absolut zuverläffiger Quelle: ihm einst abgenommmenen Nordgebiete Indiens einrüdt und Nacht wieder in unserem Besit. in Aegypten und Vorderasien die Flammen der Empörung gegen Englands Druck emporzüngeln, dann ist es sehr zweifelhaft, ob sich die nordindischen Mohammedaner durch die Sympathien ihrer Oberen für England und für englisches Gold davon abhalten lassen werden, gegen die englische Herrschaft die Waffen zu ergreifen. Noch ist es nicht so weit, aber immer hin ist es ein recht gefährliches Spiel, das England jetzt im Orient treibt. Flucht der Regierung aus Antwerpen. Amsterdam, 7. Oktober.( Privattelegramm des, Vorwärts".) Nachdem der deutsche Befehlshaber die Beschichtung Antwerpens ankündigte, ging die Regierung mittags nach Ostende. König blieb. Die Beschießung sollte 12 Uhr, nach anderer Meldung 3 Uhr nachts beginnen. Es brach eine Panit aus. Zahllose Flücht linge retteten sich nach Holland. Die Deutschen forcierten die Nethe mit schwerem Geschüß. Lier und Kontich brennen. Die zwischen Vieng und Dieu vorgedrungenen Deutschen beschießen die zweite Fortlinie seit gestern. Englisches Schiffgeschütz wirft beim Stampfe mit. „ Daily Expreß" fündigt an, daß heute die lebersiedelung der französischen Regierung nach Paris stattfinde. Abreise des diplomatischen Korps Entwaffnung der Bürgergarde. Amsterdam, 8. Oktober.( W. T. B.)„ Telegraaf" meldet aus Rosendaal von gestern: Das biplomatische Korps hat Antwerpen verlassen und sich auf einem Regierungsdampfer nach Ditende begeben. Die Bürgergarde wurde entwaffnet. Roosendaal gleicht einem großen Flüchtlingslager. Den ganzen Tag fiber famen Züge aus Antiverpen an. Bis nach Mitternacht waren schägungsweise 18 000 Belgier, namentlich Frauen und Kinder, eingetroffen, die in Kirchen, Lichtbildtheatern, Eisenbahnschuppen und Privathäusern untergebracht wurden. Vom östlichen Kriegsschauplatz. XXX. 5. Oftober 1914. Deutsche Disziplin und russische Unwiffenheit. Der Stellvertreter des Generalstabes v. Hoefer, Generalmajor, Die Kämpfe vor Przemysl. Stettin, 7. Dftober.( W. T. B.) Die Stettiner Neuesten NachHeute vormittag hat ein deutsches Torpedoboot den norwegischen Dampfer Modig", der ungefähr 1800 Tonnen Kohlen an Bord hat und auf der Reise von England nach Rußland begriffen war, in der Ostsee aufgebracht und nach Swinemünde geschleppt. Kriegsbekanntmachungen. Gewalttätigkeiten gegen Deutsche. Wien, 8. Oktober.( W. T. B.) Amtlich wird verlautbart: 8. Oktober mittags. Im weiteren Vordringen unserer Truppen wurde gestern der Feind an der Chauffee nach Przemysl bei Barycz( westlich Dynow) geworfen und auch Amtlich. Berlin, 8. Dktober.( W. T. V.) Der Ge Rieszow wurde wiedergewonnen, wo Geschüße erbeutet wuriäftsfreis des mit der Erörterung belgischer Gewalttätigkeiten den. Im Weichsel- San- Winkel nahmen wir den flüchtenden gegen Deutsche betrauten Reichskommissars, Ministerialdirektors a. D. Just, ist dahin erweitert worden, daß er auch die in den Ruffen viele Gefangene und Fuhrwerke ab. Erneute heftige An- übrigen feindlichen Ländern gegen deutsche Zivilpersonen verübten Gewalttätigkeiten zu erörtern hat. Er führt jetzt die Bezeichnung griffe auf Brzelmysl wurden glänzend abgeschlagen. beutsche Zivilperionen in Feindesland". Seine Geschäftsstelle ist Reichskommissar zur Erörterung von Gewalttätigkeiten gegen wie bisher im Reichsamt des Innern, Berlin W 8, Wilhelmftraße 74. In den siegreichen Kämpfen bei Marmaros- Sziget wetteiferten der ungarische und der oftgalizische Landsturm sowie die polnischen Legionäre an Tapferkeit. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. von Hoefer, Generalmajor. Ein Kriegsgefangenen- Brief aus England. Von einem Parteigenossen, wird uns der Brief seines Bruders Russische Disziplin in Ungarn. zur Verfügung gestellt, der als Feuerwerksmaat auf S. M. S. Marmaros Sziget während der Invasion der Ruffen feinen bei Selgoland mitmachte, babei verwundet wurde und in Budapest, 8. Oftober.( W. T. B.) Nach Blättermeldungen hat Maina" diente, mit diesem Schiff das bekannte Seegefecht besonderen Schaden gelitten. Die Russen hielten auf Der Brief ist ant trenge Disziplin. Es war den Roialen verboten, au plündern. englische Gefangenschaft geriet. Offenbar wollten die Russen die Sympathien der rumänischen und 2. September abgesandt, aber erst Ende des Monats in die Hände ruthenischen Bevölkerung gewinnen, die sich jedoch in ihrem Patrio- des Empfängers gelangt. Er hat die englische 3ensur tismus nicht wankend machen ließ, sondern bemüht war, die passiert und trägt den Stempel des„ Generalprofoßassistenten" des österreichisch- ungarischen Truppen durch Rauch- und Feuersignale zu Thames- und Medway- Schutzes: unterstützen. Zurzeit befinden sich nur noch unbedeutende Gruppen ruffifcher Truppen im Beizterczer Komitat. Sie versuchen, unbemerkt über die Grenze zu gelangen. Die Cholera auf dem galizischen Kriegsschauplah. Wien, 8. Oktober.( W. T. B.) Vom Sanitätsdepartement des Ministeriums des Innern wird mitgeteilt: Am 7. Oftober wurden Assistant Provost Marshal Thames and Medway Defences Der Brief, furz und knapp nach Soldatenart, lautet: Chatam, Engl., d. 2. 9. 14. Liebe Angehörige! Liege verwundet durch trepierende Granate im hiesigen Hospital. Linte Seite ist unklar. Vielleicht könnt Ihr mir im Brief einen Zeitungsausschnitt von der Maing" schicken. Wir erfahren jetzt nichts mehr. " Springen, Niederwerfen und Kriechen. So mußte der Feldwebel| zurückbringen. Dann hatte er sich zu melden zum Arrest! den betäubten Gefreiten mitreißen. Man kam an eine Reihe in Solche Disziplin wird heilsam wirken. Einzelne Menschen dürfen offener Bauweise errichteter Häuser. Der Feldwebel bemerkte, nicht durch Ausschreitungen ein schlechtes Licht auf die deutschen daß unmittelbar vor den Hausecken Tote lagen. Anscheinend hatten Soldaten werfen. Wer gegen Barbarei fämpft, muß sich unter die Ruffen die Eden als Ziel genommen. Kurz vor einem Haufen allen Umständen als Kulturmensch betragen. Toter warf der Feldwebel sich zu Boden und riß auch den Gefrei den Kameraden hinweg. Das wiederholte sich an jeder Hausece. ten mit. Richtig, da ging auch schon die Kugel über ihn und Unverwundet kamen die beiden zu ihrer Truppe, aber der Gefreite mit einem Nervenchok, der seine Aufnahme ins Lazarett nötig forgt, einen tollkühnen Menschen, dem alles glückt, oder sonst Fast jede Kompagnie hat einen Wizzbold, der für Heiterkeit heurer Munitionsverschwendung und trotz des Vorschiebens der ments ist es der Infanterist Buschinski. In der Kaserne war er machte. Der Durchbruchsversuch der Russen wurde trop unge- irgendeinen Tausendsassa. In der 9. Kompagnie des gten Regiwilden Sibirier abgewiesen. Sie ließen Tausende von Toten und das Schreckensfind. Ein Streich löste bei ihm den andern ab. Ward Verwundeten zurüd. Held Buschini. Bei den letzten Kämpfen zwischen Suwalfi und Filipowo sowie bei Prostfen standen auf russischer Seite frische Truppen aus Sibirien im Feuer. Sie gingen manchmal unter Urrah"-Rufen stürmisch, aber regellos vor. Vielleicht zum erstenmal lernten fie Artilleriefeuer kennen; Taufende von ihnen werden in kein zweites Artilleriefeuer mehr hineinfommen. Die deutschen Schrapnells haben furchtbar unter ihnen aufgeräumt. Etagenweise lagen die Toten auf dem Schlachtfelde, Berge von zerschoffenen und auseiner ertappt, dann schien sein Armsündergesicht zu sagen:" Ich kann andergerissenen Menschenkörpern häuften sich unter dem Feuer der ja nicht bis drei zählen!" Puschinski mußte fich öfter zu beschaudeutschen Maschinengewehre. Bis auf 600 Meter hatte man bei Boll Empörung sind unsere aus Rußland zurückommenden licher Einsamkeit zurückziehen. Er war kein Bösewicht, sondern Augustowo die Russen herankommen lassen; dann begann die ge- Soldaten. Sie haben die dortige Bevölkerung mit Schonung be- ein loser Vogel. Zur Strafe für seine Ausflüge in das Reich des schossespeiende Maschine ihre Arbeit. Reihenweise, wie vom Blik handelt, nichts zerstört, teinerlei Gewalttaten verübt. Lebensmittel militärisch Verbotenen durfte er nicht mit dem Regiment hinaus, getroffen, sanken die überraschten Menschen zu Boden. Am zweiten mußten sie teuer bezahlen, Quartiere gab es nicht oder sie waren als der Strieg erklärt wurde. Man wies ihn einem Ersazbataillon Tage war der Mut und die Angriffsluft der an Zahl vielfach über derartig, daß man gern auf sie verzichtete. Die deutsche Verwal- zu. Das kränkte ihn, er sann auf Flucht. Und richtig eines legenen Russen anscheinend gelähmt. Die deutsche Artillerie flößt tung ließ die verschlossenen und trotz der Aufforderung, zu öffnen, Tages stellt sich Buschinski bei der Kompagnie ein, auf einem Rade ihnen furchtbaren Schrecken ein, und gegen unsere Infanterie verschlossen gehaltenen Läden zwar öffnen, aber sie durften nicht thronend. Mensch, wo kommen Sie her?" schreit ihn der Feldfämpfen fie faft nur aus Schüßengräben. Bei Begegnungsgefech geplündert werden. Die Waren wurden zum Verwaltungsgebäude webel an." Ich konnte es nicht mehr aushalten dahinten, ich ten geben fie fich gefangen, wenn Flucht nicht möglich ist. Bei Fi- gebracht, genau verzeichnet, und zu den gleichen Preisen an die muß in der Front sein."" Sind Sie ausgerüdt?"" Ja, Herr Buschinski blieb. Als Radlipowo hatte die 9. und 11. Kompagnie des... Regiments einen Soldaten und an die einheimische Bevölkerung verkauft. In der Feldwebel, lassen Sie mich hier." schweren Strauß auszufechten. Sie marschierten gegen einen Heimat sahen die Zurückgekehrten Landstürmer bekommen sogar fahrer begleitet er die Kompagnie. Schon das Rad war wunderWald und wurden von Infanteriefeuer begrüßt. Im Sturm gings bis zu acht Tagen Urlaub berwüstete Dörfer, ausgeraubte Läden bar. Bald sah es sehr neu aus, dann wieder recht alt. Heute fuhr vorwärts. Wildes Geschrei der Sibirier tönte der Infanterie ent- und Wohnungen, sie vernahmen, daß das Vieh weggetrieben war, Buschinski mit zwei Vorderrädern, morgen begnügte er sich damit, gegen. Bis zum Waldesrand kam der Feind vor, heraus aber und hörten von der Mihhandlung der Zivilbevölkerung, von den sein Rad aus zwei Hinterrädern zusammengestellt zu haben. Einwagte er sich nicht. Trotz der gewaltigen llebermacht der Rufsen, Gewalttätigkeiten gegen Frauen und Kinder! Das erklärt ihre mal raste er einen Berg hinab, ohne Kugellager, nur mit der Achse die unsere Truppen leicht hätten überrennen fönnen, wäre man Erbitterung, die sich manchmal in der Forderung entlädt, die ge- im Lager. Buschinsti fonnte nicht bis drei zählen, aber er ist weiter gestürmt, aber die Unseren bekamen auch von beiden Sei- fangenen Russen zu erschießen. So auch gestern bei der Ankunft Kunstfahrer und Kunstmonteur. Und ein Teufelskerl dazu. Die ten feindliches Feuer. In Schüßengräben, aus denen der Feind gefangener Sibirier. Ein Gefreiter, der das hörte, rief den Leu- Kompagnie liegt im Feuer, der Leutnant hat eine wichtige Melvertrieben worden war, mußten sich die Kompagnien zurüdziehen. fen zu:„ Schämt Such, das sind doch auch Menschen, unwissende dung zum andern Flügel. Der Weg führt durch die Feuerlinie, es " Wir haben Frauen und geht auf Tod und Leben. Ihr Feuer und das der Artillerie riß breite Lüden in die Reihen Menschen, die auf Befehl handeln." Der Leutnant fragt: Wer will die der Russen. Der Wald lag voller Toter. Die von Geschossen bliz- Kinder, fie wurden beraubt, fie mußten flüchten", warf jemand Meldung überbringen?" Natürlich meldet sich Buschinski. artig gefällten Bäume zermalmten im Niederstürzen Tote, Ver- ein. Deshalb können wir doch keine gemeinen Mörder werden," zeigt ihm, wie er rutschend und triechend Deckung suchen soll. wundete und Gesunde. Plötzlich bemerkten unsere Leute in den entgegnete der Gefreite; ich bin auch verheiratet, habe zwei Kin Buschinski lacht, schwingt sich aufs Rad und heidi davon. Sofort Gräben, daß fie infolge der Bewegungen des Feindes, denen unsere ber; als ich fortging, bat mich meine Frau, schone Frauen und nimmt ihn der Feind aufs Korn. Die Kugeln pfeifen, treffen sein Artillerie folgte, von deren Feuer bedroht wurden. Nur ein Feld- Kinder, bleibe Mensch!" Und ich will Mensch bleiben, ich kann Rad, reißen ihm die Müße vom Kopf. Man ruft ihm zu:" Puwebel, ein Gefreiter und ein Reservemann am Ende eines Gra- nicht morden." Niemand sagte noch ein Wort, still gingen die schinski, herunter vom Rad, Sie werden erschossen!" Lachend, vor bens hatten nichts bemerkt. Auf einmal sah der Feldwebel, daß eute weg. Hoffentlich gibt es viele Soldaten mit solcher Ge- Freude jauchzend, schreit Buschinski: Mich trifft teine Rugel!" jein Nebenmann mit dem Gewehr im Anschlag tot und hinter ihm finnung! und radelt weiter. Wie toll feuern die Russen, aber Buschinski die Reihe leer war. Was nun? Die Russen hatten freies Schußtommt richtig hinüber, erstattet die Meldung und fährt den gefährfeld. Kugeln und Schrapnellschüsse fegten über den Graben weg. Als ein Trupp Sibirier mit hohen Belzmüßen auf dem Kopf lichen Weg zurück, obgleich er keine Gegenmeldung hatte und ruhig linaufhörlich zischte und pfiff es den beiden um die Ohren. Troß- vorbeizog, gelüftete es einen Artilleristen nach dem Besitz einer am andern Flügel bleiben konnte. Nochmals knallen seinetwegen es mußte gewagt werden. Der Feldwebel sprang hinaus solchen Mühe. Er nahm sie einem Gefangenen vom Haupte. Der Hunderte von Schüssen, aber Puschinski lacht und kommt wohlund warf sich zu Boden. Auf sein Rufen tam der Gefreite nach. wollte fie festhalten. Mit Gewalt entriß sie ihm der Artillerist. behalten zurüd. Vorhaltungen darüber, daß er so waghalsig und Er schien etwas jinnverwirrt zu sein, in aufrechter Haltung tau- Ein Hohnlachen schallte dem Barhäuptigen nach. Mehrere Offi- unnüß sein Leben aufs Spiel feze, beantwortet Buschinsti lakomelte er vorwärts. Der Feldivebel riß ihn zu Boden. Kugeln ziere hatten den Vorgang bemerkt. Ein Hauptmann rief den fort- nisch: Mich trifft teine Kugel." Fast scheint er gefeit zu sein. priffen über sie hinweg und an ihnen vorbei. Borwärts nun, im leilenden Artilleristen zurüd, die Müße mußte er dem Eigentümer Bei einem andern Gefecht steht der Feind auf oder hinter eiger Dem 1 " " Man Die Aufnahme und Behandlung ist sehr gut.| besonders die priester nicht vergessen, daß man das allgemeine Die glühendste Phantasie ist Kinderspiel gegen das, was wir am 28. 8. erlebt haben. Adresse ist prisoner of war E. M Informationsbureau London W. C., Wellingtonstreet 49. Die Poſt geht erit nach London zur Revision. Mit Heil und Sieg den deutschen Waffen! Der Brief beweist erfreulicherweise, daß die bei den Engländern befindlichen Kriegsgefangenen nicht zu Teiden brauchen. Er ist auch ein schönes Zeugnis für die Stimmung, die Euer Emil. bei den in Feindesland Gefangenen herrscht. Das Bezeichnendste aber ist wohl, daß die englische Zensur die Worte Heil und Sieg den deutschen Waffen!" zugelassen hat. Diese Weitherzigkeit macht den englischen Behörden alle Ehre und darf unser Vertrauen bestärken, daß es die Gefangenen in England im allgemeinen nicht schlecht haben dürften. Erfahwahl in Czarnikan- Colmar. Interesse der Kirche und der Menschlichkeit immer über das berechtigte Durch den von uns bereits gemeldeten Tod des konservativen Streben der Vaterlandsliebe stellen müsse. Diese Grundsäße müßten Abgeordneten Ritter ist im Wahlkreis Czarnikau- Colmar( 1. Bromsie sich insbesondere stets bei der Ausübung ihres Amtes und bei berger Wahlkreis) eine Neuwahl nötig geworden. Bei der letzten Ansprachen an das Volf gegenwärtig halten und über den an sich Hauptwahl erhielt Ritter von insgesamt 27 174 abgegebenen berechtigten Wunsch nach einem Sieg für ihr Land den weit mensch Stimmen 12 148. Auf Graf Bnin Bninski( Pole) entfielen 7052, licheren und christlicheren eines allgemeinen Friedens stellen. auf den Nationalliberalen Ehrenberg 5184, auf unseren Genossen Daher dürften sie auch gegen ihre Feinde nicht Worte der Verachtung Schulz 2754 Stimmen. Bei der Stichwahl wurde Ritter mit 16 917 und des Haffes gebrauchen, sondern eine Sprache, wie sie die Nächsten gegen 8406 Stimmen, die auf den Polen fielen, gewählt. Es waren liebe eingebe. Das entführte Unterseeboot. Wien, 8. Dftober.( W. T. B.) Die„ Neue Freie Presse" meldet aus Mailand: Die nach Spezia zurückgekehrten beiden Teilnehmer an der Fahrt des entführten Untersee bootes, der zweite Kommandant Ingenieur Rocchi und der Elektriker Vasallo, Noch etwas über die deutschen Gefangenen find verhaftet worden. in England. Freilassung von Deutschen. Politische Uebersicht. Der Reichsetat für 1915. Zur Verfügung gestellt wird uns auch die Reproduktion eines Saloniti, 8. Oktober.( W. T. B.) Die bisher von den Serben Bildes, das einer französischen Beitschrift( Le in Gewgheli gefangen gehaltenen deutschen Landwirte find Miroir") entstammt; es zeigt ein Gefangenenlager in freigelassen worden und in Saloniti eingetroffen. England: einen Hof, auf dem sich eine Anzahl Menschen befindet, dazu auf einer Brücke, die in den Hof hineingebaut ist, einen englischen Soldaten mit geschultertem Gewehr. Die Unterschrift des Bildes lautet:„ Eine Schildwache hält Wacht, bereit, bei dem geringsten Ausbruchversuch Feuer zu geben." Dann weiter:„ Mehrere tausend Gefangene sind in Dorchester angekommen, wo strenge Maß nahmen zu ihrer Bewachung getroffen sind. Großbritannien legt viel zu viel Wert darauf, ein zivilisiertes Land zu sein, als daß es sie nicht mit Menschlichkeit behandeln sollte, aber es hält sich nicht mit leeren Gefühlserwägungen auf. Auf einem improvisierten Beobachtungsbau stehen Schildwachen Bosten mit geladenem Gewehr, bereit, Feuer Feuer zu geben. Die Deutschen werden behandelt wie Gefangene nach gemeinem Recht( prisonniers de droit commun) und angehalten, bei Strafe des Hungers zu arbeiten." Eine Widerlegung der Tatsache, daß es den deutschen Gefangenen in England im allgemeinen nicht übel ergeht( soweit man bei Gefangenen überhaupt davon sprechen fann), enthält dieses Bild an sich nicht. Militärisch bewacht werden die Kriegsgefangenen überall, frei herumgehen dürfen sie auch bei uns nicht und ein Arbeitszwang ist völkerrechtlich zulässig und wird auch Was gegenüber den bei uns Gefangenen geübt. in der Unterschrift mit dem gemeinen Recht" und mit den leeren Gefühlserwägungen" gesagt werden soll, ist nicht ganz flar. Fast möchte man glauben, es handelt sich um ein paar Nedensarten, bei denen sich der Textverfertiger für das Bild Le Miroir" ist ein ganz unpolitisches illustriertes Unterhaltungsblatt felbst nicht viel gedacht hat. Der Ausdruck ,, droit commun" läßt allerdings auch die Deutung zu, daß England zwischen Kriegsgefangenen und Straf gefangenen feinen Unterschied macht. Das würde natürlich dem Völkerrecht wiedersprechen. Die photographische Aufnahme selbst bietet keinen Beweis dafür. Es wäre sehr zu wünschen, daß hierüber volle Klarheit geschafft würde, damit eventuelle Schritte gegen eine solche Gefangenenbehandlung unternommen werden Tönnten. Eine franzosenfreundliche Kundgebung Wie die„ Berliner Politischen Nachrichten" mitteilen, wird dem Reichstage, schon um den verfassungsmäßigen Vorschriften zu genügen, rechtzeitig ein Etat für 1915 vorgelegt werden. Die Korrespondenz sagt darüber: 32 558 Wahlberechtigte vorhanden. Der Landtag in Schwarzburg- Rudolstadt. Bekämpfung der Arbeitslosigkeit zur Verfügung. Der Schwarzburg- Rudolstädter Landtag stellte 200 000 M. zur Der Staatsregierung wurde die Ermächtigung erteilt, in dringenden Fällen auch über die im Etat bewilligten Summen hinausgehen zu dürfen. Ende dieses Jahres hätten die Neuwahlen im Fürstentum stattfinden müssen; man tam überein, die Wahlen zu verschieben und erteilte der Regierung die Ermächtigung, im Notfall die Ausgaben weiterhin nach Maßgabe des letzten Etats zu machen. Preußischer Eisenbahnverkehr in Polen. Nach einer Mitteilung der Linienkommandantur L, Transportabteilung Kattowig, ist am 6. Oftober auf den vormals russischen Streden Sosnowig- Tichenstochau und Preußisch- Herby- Tichenstochau der Personen, Gepäck und beschränkte Güterverfehr aufgenommen worden. Zivilpersonen werden nur dann befördert, wenn sie einen von der Militärbehörde ausgestellten Passierschein vorzeigen können. Kriegstod eines badischen Landtagsabgeordneten. Der nationalliberale badische Landtagsabgeordnete für Donaus eschingen, Forstrat Dr. Wagner, der als Oberleutnant gegen Frankreich im Felde stand, stürzte bei Mez vom Pferde und starb an seinen Verletzungen. Der fünftige Etat fann naturgemäß einen Anspruch auf Richtigkeit nicht erheben, da gegenwärtig die Dauer des Krieges nicht abzusehen ist und infolgedessen über den Wiedereintritt normaler Verhältnisse in Einnahmen und Ausgaben keinerlei Vermutung möglich ist. Man wird sich daher darauf beschränken, bei den Ausgaben im wesentlichen diefelben Etats- Der sozialdemokratische Wahlfieg in Schweden. posten wieder einzustellen, die der lezte Etat enthielt, Dem großen Mandatzuwachs unserer Partei entspricht unter Verzicht auf alle Neuforderungen. Bei den Eins nahmen, auf deren Gestaltung die Striegsdauer von ent- auch der Stimmengewinn der Sozialdemokraten bei scheidendem Einfluß ist, fann man mangels jeglichen Voranschlages den jüngsten Reichsratswahlen in Schweden. Es erhielten nur die Säße des vorigen Etats einstellen. Der Etat bietet mit Stimmen: Sept. 1914 April 1914 hin im wesentlichen nur die gesetzliche Grundlage für spätere Nachtragsetats, deren Aufgabe es sein wird, der aus der Ent- Sozialdemokraten 207 954 widelung der Dinge auf den Striegsschauplägen sich ergebenden Liberale Lage Rechnung zu tragen. Ueber den Zeitpunkt der Einbringung Konservative des Etats im Reichstage sind endgültige Entschließungen noch nicht gefaßt; es ist möglich, daß er erst nach Neujahr zur Vorlage gelangt." Der Reichstag ist bis zum 24. November vertagt; man rechnet aber damit, daß er erst im Dezember zu einigen Sigungen zusammentreten wird. Keine Verschiebung der Stadtverordnetenwahlen in Preußen. Wolffs Telegraphenbureau gibt bekannt: Wie wir hören, ist im Schoße der Staatsregierung erwogen worden, ob es mit Rücksicht auf den Kriegszustand geboten sei, durch ein Gesetz die für den November des Jahres bevorstehenden Ergänzungswahlen zu den StadtverordnetenversammIungen um ein Jahr zu verschieben. Das fonnte in in Portugal. Frage kommen, um den Interessen der vielen Wähler zu entLissabon, 8. Oftober.( W. Z. B.) Der französische sprechen, die wegen ihrer Einberufung zum Heere tatiaid lich Panzerfreuzer Dupetit- Thouars", welcher an der Jahresfeier außerstande sind, ihr Wahlrecht auszuüben, noch mehr aber, um der Broklamation der Republik teilnehmen soll, ist hier eingetroffen; zu vermeiden, daß die Gemeindewahlen Anlaß zu Parteifämpfen die Besayung wurde von der Bevölkerung begeistert begeben, die in dieser Zeit einmütiger Erhebung für des Batergrüßt. Der Minister des Aeußern hat den franzöfifchen Gesandten landes Macht und Bestehen hinter dem, was allen Deutschen ersucht, seiner Regierung den Dank für diese Sympathiekundgebung gemeinsam ist, weit zurücktreten sollten. Die Staatsregierung zu übermitteln. Der Papst und der Krieg. Rom, 8. Oftober.( W. T. B.) Osservatore Romano" hebt in einem Leitartikel hervor, daß der Heilige Stuhl in den Streitig leiten der Menschen und den blutigen Konflikten, die sich aus ihnen ergeben, stets vollständigste und unbedingteste Unparteiliteit beobachten wolle, weil er seine Mission des Friedens und der nächsten liebe unter allen Bölfern der Erde ohne Unterschied der Rasse und der Religion über jedes andere Interesse stelle. Deshalb dürften Anhöhe. Die 9. Kompagnie ist in Schüßengräben gedeckt. In der Feuerlinie, am Abhang des Hügels, weiden einige Mühe. Buschinsti aber schleicht, nun ohne Rad, zu den Kühen, meltt seine Müze voll Milch und kommt zur Kompagnie zurüd. Die Russen haben den verwegenen Streich nicht bemerkt. Bei dem letzten Gefecht ließen die Radfahrer, als man in einem Augenblick des Kampfes zurückweichen mußte, die Räder in den Schüßengräben stehen. Nur Puschinski nicht. Er lettert mit seinem Rade aus dem Graben, schiebt es auf einem Kartoffelfeld vor sich her und fümmert sich weder um die Kugeln, die um seine Ohren sausen, noch darum, daß der Feind immer näher kommt. Ungefähr zwanzig Nussen, die im Laufen fortgesetzt auf ihn feuern, haben Buschinski fast erreicht, da hat er eine Anhöhe gewonnen, auf der anderen Seite ist Weideland. Da schwingt sich Puschinski aufs Rad, jagt davon, schaut sich unt, reißt seine Müße vom Stopf, schwingt sie in der Luft und verhöhnt die Verfolger! Dergleichen Streiche hat Buschinski schon Dutzende vollführt. Der Deserteur wird bald die Tressen bekommen. ** Zweifellos . 1911 136 288 197 955 164 712 180 787 163 077 203 354 248 210 230 427 über 40 Prozent gestiegen. Seit 1911 ist also die sozialdemokratische Stimmenzahl um . Die Bagdadbahn. Bagdad, 8. Oktober.( W. T. B.) Gestern tourde die Teil. strecke von Istabulat nach Samarra dem Verkehr übergeben. Die durchgehende Verbindung von Bagdad nach der durch ihre großartigen Ruinen berühmten ehemaligen Ralifenstadt Samarra ist hierdurch auf eine Länge von 120 Kilometer hergestellt worden. Letzte Nachrichten. Die Flucht aus Antwerpen. Amsterdam, 8. Oftober.( Privattelegramm des Vorwärts".) Die Deutschen forcierten am Dienstag unter großen Opfern die Nethe bei Boom. Hierauf nahmen sie das & ort von Puers. Ein besonders blutiger Kampf entspann sich bei dem Fort Rupelmonde, wo die Belgier und Enghat jedoch, wie wir weiter erfahren, nach Prüfung der Verhäft- länder heftigen Widerstand leisteten. Die. zweite Fortlinie wurde nisse in den einzelnen Landesteilen von einem auf Berschiebung durch englische Schiffstanonen, sowie französische Schnellfeuerder Gemeindewahlen gerichteten Schritt Ab stand ge- und Automobilbatterien verstärkt. Punkt Mitternacht begann nommen und wird den bevorstehenden Wahlen freien Lauf das Bombardement der Stadt. Als ein Betroleumtant lassen. Sie hat sich nicht davon überzeugen können, bei Hoboken in Brand geschossen wurde, ließ man alle Tanks daß der Wunsch nach Verschiebung der Wahlen bei den beteiligten auslaufen. Hinter dem Justizpalast wurden viele Häuser verStädten etwa ein allgemeiner oder auch nur weitverbreiteter ist, und sie hat das feste Vertrauen zu dem in großer, nichtet, die angeblich von einem Zeppelin aus bombardiert ernſter Zeit gefestigten Sinn der Wähler, daß durch wurden. Besonders litten die Stadtviertel Borgehout und städtische Wahlen die Einigkeit der Bürger auch Berchem. Die Flucht der Bevölkerung aus der Stadt dauert nicht einmal vorübergehend gestört werden wird, vielmehr dürfte dieser Sinn, wie das Beispiel einiger Städte erwarten läßt, gerade zur Verhütung von Wahlagitationen und zur Herbeiführung von Kompromissen führen. Kanalbauten. immer noch an. Rotterdam und Amsterdam sind von Flüchtlingen geradezu überschwemmt. An der Grenzstation Roozenda al zogen gestern etwa 60 000 Flüchtlinge durch. Für Holland, das jetzt selbst eine Wirtschaftskrise durchzumachen hat, bedeutet dieser Zustrom eine wahre Katastrophe. Hunderte von belgischen Soldaten, die durch die Deutschen auf holländisches Gebiet abgedrängt wurden, sind interniert worden. Der Kampf um den Nethe- Uebergang. Wie die Bost" mitteilt, find neben Arbeiten am Rhein Hannover Kanal noch eine ganze Anzahl von Kanälen in Angriff genommen worden, die zur Entlastung der Eisenbahnen dienen und bei Kriegstransporten nugbringend wirken sollen. Die entsprechenden Beträge sind von der Staatsregierung bereits zur Amsterdam, 8. Oktober.( W. T. B.) Der Telegraaf Verfügung gestellt. Die bedeutendste Arbeit besteht in der Her- meldet aus Rosendaal: Der Uebergang über die Nethe gelang stellung des Rippefeitentanals, der die Streden am Dienstag, nachdem die Artillerie ein lang andauerndes hefWesel- Datteln und Hamm- Lippstadt betrifft. Es ist dies ein tiges Gefecht gegen die Fortifikation Buers geliefert hatte. Die Projekt von etwa 80 Millionen. Ferner handelt es sich um Hoch- Deutschen operierten in dem Dreieck Lier- Buers- Antwerpen wasserregulierungsarbeiten an der Elbe. Dann und ließen Pionierabteilungen schwimmend das andere Ufer ersoll die Oder beschleunigt auf der Strecke von Annaberg bis reichen. Es gelang nach wiederholten Versuchen unter großen Koblau ausgebaut werden. Weiter soll noch der Plauer Verlusten. Kanalbau möglichst beschleunigt werden. " Er vermißt dort den Bau des und nennt sein Fehlen etwas„ Un" " Desterreichs Erfolge gegen die Serben. Wer ist für die russischen Schandtaten verantwortlich? Sobald der Uebergang über die Nethe hergestellt war, Mit einem Stabsoffizier sprach ich über das Verhalten der Ein Streit hat sich entsponnen über die Frage, ob die Arbeits- wurde auf dem andern Ufer schwere Artillerie aufRussen.„ Es sind Barbaren darunter, Bestien, aber auch gute losen und Kriegsgefangenen auch den Bau des Mittelland gestellt und in Tätigkeit gesetzt. Wütende Infanterieangriffe Leute." Kommt es nicht sehr auf die Führung an?"" Ja, wenn die Offiziere Disziplin halten, dann hüten sich die Leute vor fanals durchführen sollen. Nachdem zunächst das Berl. folgten auf die Kanonade zugleich mit Flankenangriffen auf Ausschreitungen. Ich weiß, daß in einer Ortschaft nicht das ge- Tageblatt" diefe Forderung vertreten hatte, ist inzwischen auch das Fort Puers. Der Kampf wurde gestern abend fortgeringite vorgekommen ist. Es wurde nichts geraubt, feine Gewalt der nationalliberale Abgeordnete Schiffer dafür eingetreten. In setzt. Die Belgier sprengten mehrere Male die über die tätigkeit verübt. Aber es wurde auch strenge Zucht gehalten. Das einem Aufsatz der„ Juristen- Zeitung" hat er den Erlaß der Reichs- Nethe gelegten Brücken, aber mit Todesverachtung schlugen Schnapstrinten war den Russen verboten. Auf dem Gut lag ein regierung über die Möglichkeit einer beschleunigten Enteignung die Pioniere neue starke Uebergänge über den Fluß. Faß Schnaps. Ein Russe nahm von dem Schnaps und trant. Als der Offizier das erfuhr, ließ er den Soldaten wegen Verlegung untersucht und dabei auch die dort aufgezählten, zunächst projektierten Arbeiten besprochen. des Trinfverbots und Diebstahls sofort erschießen." tommt der größte Teil der Schuld für die begangenen Untaten auf Hannover- Elbe- Kanals das Konto der Heeresleitung. Sie ist verantwortlich für das Ver- begreifliches". Dies unterstreicht jetzt die Magde- Wien, 8. Oktober.( W. T. B.) Amtlich wird verlautbart: halten der Truppen. Daß sie den Krieg nach barbarischen Metho- burgische Zeitung":" Es wäre zu wünschen", schreibt sie, 8. Oktober. Die Säuberungsaktion in Bosnien macht weitere den führt, dafür kann man heute augenscheinliche, nicht umzu-„ daß der in kurzem zu einer Kriegs: agung zusammentretende Land- Fortschritte. Zu dem bereits gemeldeten gegen die montenegrideutende Tatsachen anführen. Sie reden eine deutliche Sprache, tag feiner Initiative folgend die Bauprojekte durch Aufnahme des nischen Truppen erzielten Erfolge gefellt sich nun ein entscheidender mag man noch, soriel Entschuldigungsgründe gelten lassen: Die Ausbaues des Mittellandfanals vervollständigte." Schlag gegen die über Bisegrad kampflos eingedrungenen serbiRussen brechen in Ostpreußen ein. Alsbald brannten Dörfer und Städte. Die Russen mußten flüchten. Noch mehr Dörfer gingen Dagegen wie gegen die Durchführung des Mittellandkanals ichen Kräfte. Ihre nördliche Kolonne ist von Srebrenica gegen in Flammen auf. Was nicht verbrannte, wurde verwüstet oder überhaupt hat sich aber schon vor einigen Tagen mit großem Nach- Bajna- Bafta bereits über die Drina zurüdgeworfen, wobei ihr mitgeschleppt. Und nun rüdten die Deutschen in Rußland ein, druck der freitonservative Abgeordnete v. Bedlig der Train und die Munitionskolonne abgenommen wurde. Die das Bild ihrer verwüsteten und ausgeraubten Städte und Dörfer und Neukirch im roten Tag" ausgesprochen. Unter Berufung auf die Romania- Plamina vorgegangene Hauptkraft unter dem vor Augen. Aber sie raubten und sengten nicht. Man schonte auf die Interessen gewisser Industriefreise ist er dem Plan mit Kommando des gewefenen Kriegsministers General Mylos BojaMenschen und Eigentum, und dort, wo deutsche Truppen vorüber aller Entschiedenheit entgegengetreten. novic wurde von unseren Kräften in einem zweitägigen Kampfe gehend russischer Uebermacht wieder weichen mußten, ließen sie Die Geschichte des Mittellandkanals ist bekannt. Das Projekt, für vollständig geschlagen und entging nur durch eilige Flucht der feine verbrannten und ausgeplünderten Ortschaften zurück. Sowie aber russisches Militär wieder ein kurzes Stüd über die deutsche das sich der Kaiser selbst eingesetzt hatte, scheiterte, weil die Parteien geplanten Gefangennahme. Ein Bataillon des 11. Regiments des zweiten Aufgebots wurde gefangen genommen. Mehrere Grenze eindringen konnte, schlugen auch schon wieder die Flammen der Rechten es ablehnten. brennender Häuser empor! Das ist Beweis genug. Schnellfeuergeschüße wurden erobert. Potioret, Belbzeugmeister. Düwell, Kriegsberichterstatter. Es scheint, als ob auch der Krieg nicht imftande gewesen wäre, die alten, hier bestehenden Gegensäge zu überbrüden. Verlustlisten. Die Verlust liste Nr. 45 der preußischen Armee enthält Verluste folgender Truppen: Stab. 1. Garde- Juf.- Div., Stab; 19. Res.- Div., Stab; 36. Inf.- Div., 1. Garde- Reg.; 1. Garde- Rej.- Reg.; Garde- Gren.- Reg. Alerander und Augusta; Res.- Inf.- Reg. Nr, 1; Landw.- Inf.- Reg. Nr. 2; Gren.- Reg. Nr. 3, 8; Res- Inf.- Reg. Nr. 8; Gren.- Reg. Nr. 9; Landw.- Inf.- Reg. Nr. 9; Gren.- Reg. Nr. 12; Inf.- Reg. Nr. 16; Ref.- Inf.- Reg. Nr. 17; Brig.- Ers.- Bat. Nr. 21; Inf.- Reg. Nr. 23; Füs.- Reg. Nr. 33, 38; Juf.- Reg. Nr. 41, 45; Res. Inf.- Reg. Nr. 48, 49; Brig.- Ers.- Bat. Nr. 49; Landw.- Inf.- Reg. Nr. 52; Res.- Inf.Reg. Nr. 60, 61, 65; Inf.- Reg. Nr. 67; Res.- Inf.- Reg. Nr. 80; Inf.- Reg. Nr. 91, 92, 94, 96, 97; Rej.- Juf.- Reg. Nr. 109; Jnf.Reg. Nr. 117, 156, 160, 164, 168. Landst.- Bat., Bartenstein; 1. Radfahrer- Komp., Königsberg in Preußen; Jäger- Bat. Nr. 10. Leib- Kür.- Reg. Nr. 1; Kür.-- Reg. Nr. 3, 5; Drag.- Reg. Nr. 14; Garde- Drag.- Reg. Nr. 23; Huf.- Reg. Nr. 3, 10, 12; Ref.- UI.- Reg. Nr. 5; UI.- Reg. Nr. 8, 14; Jäger- Reg. zu Pferde Nr. 3; Landw.Kav.- Reg. Nr. 2; 2. Landw.- Est. des 14. Armeekorps. 3. Garde- Res- Feldart.- Reg.; Feldart.- Reg. Nr. 2, 7, 11, 17, 34, 38, 47, 57, 60. 2. Garde- Res.- Fußart.- Reg.; Fußart.- Reg. Nr. 5, 10. 1. Pion.- Bat. Nr. 2; Pion.- Bat. Nr. 6; 2. Pion.- Bat. Nr. 9; Bion.- Bat. Nr. 16; Pion.- Reg. Nr. 20; 2. Pion.- Bat. Nr. 21; 1. Landw.- Pion.- Komp. des 8. Armeforps. Feldfliegertruppe. 2. Mun.- ol.- Abt. des Gardekorps. * * ** Die Verlustliste Nr. 32 der württembergischen Armee bringt Verluste des Stabes der 54. Infanterie- Brigade, des BrigadeErsatz- Bataillons Nr. 53, des Landwehr- Infanterie- Regiments Nr. 128, des Landwehr- Infanterie- Bataillons Leonberg und des Ulanen- Regiments Nr. 20. Die Verlustliste Nr. 25 der sächsischen Armee enthält Verluste der Brigade- Ersatz- Bataillone Nr. 63, Nr. 88 und Nr. 89, des Infanterie- Regiments Nr. 104, der Infanterie- Regimenter Nr. 106 und Nr. 107, des Schüßen- Regiments Nr. 108, der InfanterieRegimenter Nr. 133 und Nr. 134. Dem Undenten unserer auf dem Kriegsschauplaz gefallenen Genossen! Am 15. September fiel bei den Kämpfen im Osten unser Genosse, der Metallarbeiter Otto Wünsche Lübbener Straße 24( Bezirk 196 III). 216/2 Sozialdemokratischer Wahlverein f. d. 4.Berliner Reichstagswahlkreis Folgende Genossen sind im Felde gefallen: 238/17 Otto Heinig Kohlenhändler, Steinmegstr. 77( 21. Bezirk). Paul Schacht Klempner, Hermannstr. 22( 24. Bezirk). Sozialdemokratischer Wahlverein Neukölln. Sozialdemokratischer Wahlverein f. d. 6. Berl. Reichstagswahlkreis. Am Dienstag, den 6. Oktober, verstarb unser Genosse, der Arbeiter HermannJohn Müllerstraße 29. am Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Freitag, den 9. d. Mts., nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Nazareth Kirchhofes in Reinickendovj- West, Kögelstraße, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht Der Vorstand. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Zeilnahme und die Kranzspenden bei der Beerdigung meines lieben Mannes Dimitraki Tscherkes sage ich allen Beteiligten auf diesem Bege meinen herzinnigsten Dant. 1966 Hedwig Tscherkes. Zentral- Kranken- u. Sterhekasse der deutschen Wagenbauer. Neukölln I. Am 1. Oktober fiel auf dem Schlachtfelde im Westen unſer Otto Heinig. Ehre seinem Andenken! 258/6 Die Ortsverwaltung. Fern vor der Heimat fiel am 20. September auf dem Schlachtfelde im Westen unser lieber Stollege, der Schriftseher Wilhelm Prippenow Gefreiter, im Inf.- Reg. Nr. 24. Ein ehrendes Andenken werden ihm bewahren 1935 Die Kollegen der ,, Deutsch. Tageszeitung". Westmann Mohrenstraße 37 a( Kolonnaden). Große Frankfurter Str. 115( nahe Andreasstr). Große Ersparnis in Kriegszeiten! Auf meine äußerst kalkulierten Preise gebe ich folgenden Rabatt: 25% Rabatt 20% Rabatt Echte Pelz- und Plüschmäntel 250,-, 188,-, 120,-, 72,-, 39, 15% Rabatt Fescbe Ulster, beste Stoffe 62,-, 45,-, 31,-, 19.-, 8,75 Elegante Kostüme 116,-, 93 ,, 54,-, 32.-, 18, 10% Rabatt Beste schwarze Konfektion 93, 71, 49,-, 27,-, 14, Sommerk onfektion zu jedem annehmbaren Preise. Sonntags 12-2 geöffnet. Trauermagazin. o, and Soziales. Kriegsversicherung. Rechnungsstelle der Boltsfürsorge eingezahlt und die gahl der zu Versichernden mitgeteilt werden. Von dem Zeitpunkt der Einzahlung ab ist die Versicherung rechtsträftig. Die Namen und notwendigen Personalien der zu Versichernden Am 27. September konnten wir mitteilen, daß die Volksfürsorge- und der für den Anteilschein und die zur Auszahlung gelangende Summe bestimmten Empfangsberechtigten, wie sie auf den Antrags Kriegsversicherungskasse behördlich genehmigt und in Kraft ge- farten zu ersehen sind, können dann nachgeliefert werden. Durch diese 0 treten ist. Auf den Namen des Kriegsteilnehmers werden Anteilscheine zu Vereinfachung kann der Versicherungsbeginn beschleunigt werden. Das je 5 M. ausgegeben. Für einen zu Versichernden können bis ist bei den großen Verlusten im Felde von größter Bedeutung. 20 Anteilscheine erworben werden. Bei den großen Opfern, die der Krieg täglich Die Versicherung bezieht sich auf die im Kriege Gefallenen und auf die innerhalb drei Monate fordert, ist Beschleunigung der Entschließung und nach dem Kriege infolge einer während der Kriegsleistung erlittenen der Einzahlung wichtig. Die Volksfürsorge und deren Funktionäre haben keinerlei VorVerlegung, Verunglückung oder Erkrankung verstorbenen Kriegs- teil von dieser Stasse, Gewerkschaften und Genossenschaften stellen ihre teilnehmer. Die Höhe der an die Hinterbliebenen zu zahlenden Summen Organisationen unentgeltlich in den Dienst der Sache. Die ganze richtet sich nach der Summe der Gesamteinzahlungen bei Beendigung eingehende Summe wird restlos zugunsten der Andes Krieges, nach der Anzahl der Verstorbenen und der auf diese gehörigen der Gefallenen aufgeteilt. gelösten Anteilscheine. So wird die Möglichkeit geschaffen, alsbald nach Schluß des Krieges den Hinterbliebenen der Gefallenen eine größere Summe baren Geldes zu sichern, mit der sie sich etwas besser helfen können, als mit den beschränkten täglichen Unterstützungen. Die Volks fürsorge Kriegsversicherungstasie gibt auch zahlreichen Organisationen Gelegenheit, nicht nur ihren am Kriege teilnehmenden Angestellten, sondern auch ihren Mitgliedern durch Eintauf bei der Kriegsversicherungskasse die Beruhigung zu geben, daß in der Heimat für ihre Angehörigen gesorgt wird. Genossenschaftliche und private Betriebe können für ihre am Krieg beteiligten Angestellten Anteilscheine kaufen. Wenn eine Organisation das Glück hätte, daß ihre Versicherten alle wiederkehrten, würde sie sich darüber nicht weniger freuen als darüber, daß ihre aufgewendeten Mittel dazu dienen, den Gefallenen für das Opfer ihres Lebens zu danken durch die Linderung der Not und der Trauer ihrer Angehörigen. Kontrollversammlungen. Der§ 616 des B. G.-B., der in seinem ersten Absatz vor schreibt: Der zur Dienstleistung Verpflichtete wird des Anspruchs auf die Vergütung nicht dadurch verlustig, daß er für eine verhältnisDarüber hinaus werden aber in vielen Konsumbereinen die mäßig nicht erhebliche Zeit durch einen in seiner Person liegenden Mitglieder ihrem Vorstand gern die Mittel bewilligen, damit er für Grund ohne sein Verschulden an der Dienstleistung verhindert wird", die im Felde stehenden Mitglieder des Vereins Anteilscheine erscheint immer noch nicht allen Arbeitgebern bekannt zu sein. wirbt. Der Verzicht auf höchstens bis 1 Broz. Das zeigte eine gestern vor dem Gewerbegericht verhandelte Klage. der nächsten Dividenden wird überall aus= reichen, den Familien derer, die für uns alle ihr Leben einsehen, diese Wohltat zu erweisen. Einzelne gewerkschaftliche Verbände werden durch einmalige Aufwendung einer größeren Summe Anteilscheine für ihre ausmarschierten Kollegen faufen. Gewerkschaftliche Lokalorganisationen, politische Gesamt oder Bezirksvereine, gesellige Vereine aller Art können ihre Mitglieder versichern. Ist die Zahl der Ausmarschierten festgestellt, ist beschlossen, wie viel Anteilscheine gekauft werden sollen, so muß fofort das Geld bei der Hauptverwaltung( Postiched- Konto Nr. 7058) oder bei einer Danksagung. Für die innige Teilnahme bei der Einäscherung unseres lieben Sohnes und Bruders, meines lieben Bräutigams Otto Klinkenberg sprechen wir hiermit allen Verwandten, Freunden und Bekannten unseren herzlichsten Dank aus. Berlin, den 8. Oftober 1914. Familie Klinkenberg, Köln Poll, zurzeit Berlin. Anna Richter, als Braut. Hutformen €€€€*&* 99999 Unserm lieben Kollegen Karl Lehmann nebst Frau zu ihrem 25 jährigen Ehejubiläum die herzlichsten Glid wünsche. 54A Die Lagerhalter des Bez. Berlin Spezialarzt Dr. med. Wockenfuß, Friedrichstr. 125,( Oranienb. Tor). für Syphilis. Harn- u. 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G.-B. findet auch auf die Fälle Anwendung, in denen jemand eingezogen, aber bald beurlaubt Ein Ausschluß des§ 616 B. G.-B. oder entlassen wird. widerspricht, sofern der Jahreslohn 1500 M. nicht übersteigt, dem Lohnbeschlagnahmegesetz(§ 2) und ist deshalb nichtig. Verkäufe. Unterricht. an Teppich- Thomas, Dranieuſtr. 44 Unterricht in der englischen spottbillig farbfehlerhafte Teppiche, Sprache. Für Anfänger und FortGardinen. Vorwärtslejern 5 Prozent geschrittene, einzeln oder im Zirkel, Extrarabatt. 10* wird englischer Unterricht erteilt. Taschenbuch für Gartenfreunde. Auch werden Uebersetzungen G. Swienty= Liebknecht ,. Ein Ratgeber für die Pflege und gefertigt. jachgemäße Bewirtschaftung des häus- Charlottenburg, Stuttgarterplay 9, lichen Bier, Gemüse- und Obst- Gartenhaus III. gartens von Mar Hesdörfer. Zweite vermehrte Auflage. Mit 137 Tertabbildungen. Preis 3,50 Mart. Erpedition Vorwärts, Lindenstraße 3. Riesenvorteile. Herrenstoffe, Damenstoffe, Maßanfertigung. 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Pflicht aller Kollegen ist es, pünktlich zu erscheinen. Jalousiearbeiter. Sonntag, den 11. Oktober, nachm. 5 Uhr, im Gewerkschaftshause, Engelufer 15( Saal III): Branchen- Versammlung aller in der Jalousiefabrikation beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen. Tagesordnung: 1. Die Kulturbest rebungen der Gewerkschaften und die gegen: wärtigen Verhältnisse. Referent: Stadtverordneter Genosse Eugen Brückner. 2. Verbandsangelegenheiten. Kollegen! Die gegenwärtigen Verhältnisse verlangen eine allgemeine Aussprache und erwartet die Kommission, daß jeder Kollege mit seiner Frau anwesend ist. Achtung! Holzarbeiter. palett Herrenanzüge. Winter paletots. Winterjoppen. Belzftolas. Uhren. Schmucksachen. Spottbillig! Leihhaus Warschauerstraße 7. In Freien Stunden. Wochenschrift für das arbeitende Volt. Romane und Orzählungen. Abonnements wöchentlich 10 Pf. nehmen alle Ausgabestellen des Vorwärts" entgegenProbehefte gratis. 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Oktober 1914. eine werden sie noch schwächer werden und im kommenden Frost letzten Jahren schon Kriegsausbruch erst recht nicht erhebliche Besserung erfahren Stadtverordnetenversammlung. auch den lezten Hauch von Wärme einbüßen. Die Felder haben, feineswegs besonders aussichtsreich sind. Es ist so schnell Wunden zu heilen, die der Krieg schlägt, sind die Ge- find zum größten Teile abgeerntet; wo noch vor Wochen gold- alio jest nach Kriegsausbruch erst recht reifes Getreide schwer und voll im Winde schwankte, grüßen Ersat für das zum Kriegsdienst eingezogene Personal meinden bemüht. An der Hilfstätigkeit deutscher Städte für uns jetzt weite Stoppelfelder in trostloser Dede. Wild auf zu beschaffen gewesen. In der Not hat daher die Deputation für das schwer heimgesuchte Ostpreußen will Berlin sich mit einer gelöstem Herenhaar gleich, treiben in der Frühe und des die städtische Frrenpflege zu dem bereits früher wiederholt angeSpende von einer Viertelmillion beteiligen, deren Bewilligung Abends zerrissene Nebelschwaden am Waldrande hin, näher regten Hilfsmittel greifen müssen, wenigstens den Versuch mit weibgestern die Stadtverordneten einstimmig beschlossen. Auch dem und näher dringt der heisere Schrei ewig hungriger Krähen lichem Pflegepersonal neben männlichem auf Männerstationen zu Desterreichisch- Ungarischen Hilfsverein in Berlin wurde eine machen. Das soll sich bis jetzt durchaus bewährt haben. zu den menschlichen Wohnungen. Beihilfe gewährt. Als Lazarett soll die neue Frrenanstalt in diese Einrichtung nach Beendigung des Krieges in beschränktem UmBuch verivendet werden, doch wird zuvor ein Ausschuß, dem fange beibehalten läßt, kann natürlich noch nicht übersehen werden. die Vorlage überwiesen wurde, allgemein die in dieser Hinsicht Diejenigen Jrrenpfleger, welche aus dem Kriege dienstfähig zurüdan die Stadt etwa zu stellenden Forderungen prüfen. fehren, müssen das erste Anrecht auf Wiedereinstellung haben. Ueber die gestrige Sigung unterrichtet der nachfolgende Bericht: 29. Sigung vom Donnerstag, den 8. Oktober 1914, nachmittags 5 Uhr. Die Sigung beginnt unter dem Vorsiz des Vorstehers Michelet nach 5% Uhr mit der feierlichen Einführung und Berpflichtung der neugewählten Mitglieder Kaufmann Mar Sedeljohn.( Soz.), Fabrikant Obersky und Kaufmann Wustrau ( Liberale). Zur Tagesordnung ist ein Nachtrag eingegangen, wonach der Beschluß der Versammlung vom 13. August betreffend die wechselseitige Unterstübung der in Berlin und Wien befindlichen Angehörigen von österreichisch- ungarischen bziv. deutschen Wehrpflichtigen wegen der der Durchführung entgegenstehenden Schwierigkeiten aufgehoben werden und dafür der hiesige österreichisch ungarische Hilfsverein eine Zuwendung von 40 000 M. erhalten soll. Im Etat für 1914 find 40 000 m. für den in Aussicht genommen gewesenen Empfang der Wiener Gemeindevertreter ausgeworfen; die Summe Die Nachtragsvorlage wird am Schluß der Tagesordnung erledigt. Dem Aufruf des Deutschen Städtetages und des Reichsverbandes der deutschen Städte unter 25 000 Einwohnern zur Linderung des durch den Krieg in Ost= preußen verursachten Not standes will der Magistrat durch eine Spende Berlins im Betrage von 250 000 M. entsprechen, die an den Deutschen Städtetag eingezahlt werden soll, dessen Vorstand die Verwendung vorbehalten wird. Oberbürgermeister Wermuth: Die Schadloshaltung, welche das Baterland dem hart heimgesuchten Osten schuldet, können und sollen die Städte als solche nicht leisten; aber wir können und wollen bezeugen, daß wir Treue um Treue halten. Wir haben den ostpreußischen Flüchtlingen die Einrichtungen und bor handenen Mittel der Stadt bereits zur Verfügung gestellt; durch edelmütige Geber wurden wir zu weiterer Silfeleistung in den Stand gesetzt. Dann hat auf den Aufruf des Deutschen Städtetages und des Reichsverbandes deutscher Städte eine beträchtliche Zahl städtischer Gemeinwesen auch dazu beigesteuert, Ostpreußen Geldbeträge zuzuführen, welche die erste Not lindern sollen. Unserer Gemeinde glauben wir ein größeres Opfer zumuten zu dürfen, und wir bitten Sie, dies freudig zu bringen. Aus dem Westen, aus Elsaß- Lothringen, ist der Ruf nach Hilfe ebenso ergangen; der Magistrat ist sicher, daß in der Reichshauptstadt dieser Ruf ebenfalls Widerhall finden wird. Wie unseren tapferen Heere in West und Ost das ganze Volt als tatendurstige Reserve hinter sich haben, wollen wir auch den durch den Feind geschädigten LandsLeuten durch die Tat beweisen, daß wir alle für einen Mann stehen ( Lebhafter Beifall), und die nachher zur Beratung kommende Vorlage, welche dem hiesigen österreichisch- ungarischen Hilfsverein die Fürsorge für die Angehörigen der Wehrpflichtigen erleichtern will, soll die gleiche brüderliche Einigkeit auch mit unseren treuen Bundesgenossen zum Ausdruck bringen.( Wiederholter lebhafter Beifall.) Eine Diskussion findet nicht statt. Die Bewilligung der 250 000 M. erfolgt einstimmig. Auch in der Großstadt zeigt sich der Wechsel der Natur dem Beobachter. Durch die Blätterkronen der Straßenbäume strich schon längst mit leisen Fittichen der Tod, in den Parks und besonders im Tiergarten prangte das Grün bis zuletzt noch in satter Frische. Nun aber breitet sich das große Sterben über die gesamte Natur. Die Bäume stoßen nach und nach ihre Laubzierde ab, müde, ins Herz getroffen, sinkt Blatt um Blatt auf die Erde. Zuweilen kommt dann der Wind urplötzlich von irgendwo her und treibt Laub, Papier, Stroh und was er sonst noch in der Eile erhaschen kann, in lustigem Gemisch durch die Straßen. Die Kinderspielpläge sind meist verlassen, nur in sonnigen Stunden finden sich die Kleinsten und Allerkleinsten noch ein, um Kuchen zu baden und Schlösser von Sand zu bauen. Rieselt und nieſelt es jedoch in unerträglicher Dauer vom grauen Himmel herab, so bleiben sie in der Stube oder stehen wie berjagte Hühner in den Höfen und Hausgängen umher, still und fröstelnd der Sonne harrend. Herbstwehen! Ueber die Blumenbretter an den Fenstern und die Balkone schreitet auch der herbstliche Zerstörer. Wohl leuchtets hier und da noch bunt auf und zärtliche Hände sind bemüht, den Tod von den Blümchen noch fernzuhalten. Doch unerbittlich fordert die Natur ihr Recht. Es knickt und welft und bleicht in all den Töpfen und Kästen bald kommen mit eisigem Hauch die Nachtfröste und räumen endgültig auf unter den Kindern Floras. Auch die Laubengelände rüsten sich zur Winterruhe. Früher noch wie in sonstigen Jahren ist das fröhliche Treiben hier verstummt. Der Krieg hat mit rauber Hand hineingegriffen da und dort, überall hat er Familien- und und Freundschaftsbande zerrissen und die auf Halbmast gebißten Flaggen reden eine erschütternde Sprache. Bald wird völlige Stille und Ruhe hier eintreten, die da den Sommer über ihre freie Zeit verbrachten, werden beim Schein der Lampe fißen und sprechen und sinnen von denen, die nicht unter ihnen weilen. Jede Jahreszeit hat ihre besonderen Reize. Bei gesicherter Eristenz, im warmen, molligen Heim können„ Winterabende hold und schön" sein, wie Goethe in seinem Faust sagt. Noch sind wir nicht so weit. Aber die Herbststürme wehen schon heulend um die Dächer, blutrot leuchtet der Wein, blutrot das Laub der Eichen und die Strahlen der Sonne werden so matt, so kraftlos. Unsere Gedanken aber eilen zu denen, die jetzt im Herbststurm und Herbstregen im Felde stehen! Die Gefahr der Verschleppung von Gepäckstücken ist jetzt, während der Zugverkehr auf den Eisenbahnen unter dem Einflusse des Kriegszustandes steht, naturgemäß eine wesentlich größere als im Frieden. Reisende, die ihr Gepäck gegen Unregelmäßigkeiten tunlichst schüßen wollen, handeln zweck mäßig, wenn sie auf den zur Beförderung aufzuliefernden Gepäckstücken ihren Namen und den Namen der Zielstation haltbar anbringen. Von der Eisenbahnverwaltung ist angeordnet worden, daß die Eisenbahndienststellen dies den Reisenden bei der Aufgabe von Gepäck dringend empfehlen. Die in Buch belegene und im Bau begriffene 4. Berliner städtische rrenanstalt, deren Eröffnung zum 1. September 1915 beabsichtigt war, hat der Magistrat als Lazarett einWeitere Kriegsmaßnahmen in Wilmersdorf gerichtet, nachdem das Sanitätsamt des Gardekorps dies mit Rücksicht auf den großen Bedarf an Betten für Verwundete als dringend wurden am Mittwoch von der Stadtverordnetenversammlung benotwendig bezeichnet hatte. Dabei ist die Belegungsziffer von 1550 schlossen für die Haus befizer und fleinen Gewerbe auf 1800 erhöht worden. treibenden. Den vorgenannten Bevölkerungsfreisen ist zwar Die Bestimmung der Anstalt zum Lazarett hat über die früher bewilligte Summe von 133 725 m. jetzt schon die Möglichkeit gegeben, die städtische Darlehnstasse in hinaus die Mehrbeschaffung einer großen Menge von Bekleidungs- Anspruch zu nehmen; da aber von dieser die Leistung einer Sicherund Lagerungsgegenständen erfordert. Dadurch und durch die Er- heit verlangt wird, ist es den Hausbefizern resp. Gewerbetreibenden, höhung der Belegungsziffer sowie durch die in der jetzigen Kriegs- deren Grundstücke bezw. Geschäfte start verschuldet sind, nicht möglich, zeit eingetretene Preiserhöhung von 10 bis 20 Proz. find Mehr von dort Hilfe zu erlangen. In diesen Fällen wird nunmehr die ausgaben von 95 000 M., durch die sonstige Einrichtung Mehrkosten Stadt die Bürgschaft übernehmen und zwar für Personen, die bis zu 4000 M. Gesamteinkommen haben. Hausbesiger mit mehr als im Betrage von 73 000 m. entstanden. Der Magistrat ersucht um die nachträgliche Genehmigung der Hergabe des Neubaues als 4000 M. Einkommen sollen aber nicht ausgeschlossen sein, sondern Lazarett, um nachträgliche Bewilligung der vorerwähnten 168 000 hier soll die Prüfung der Bedürftigkeit, die von einer besonderen DeMark sowie endlich um die Bewilligung eines Kredits zum Be- putation vorgenommen wird, strenger gehandhabt werden. Zur Durchführung dieser Maßnahmen verlangte der Magistrat triebe des Lazaretts für vorläufig drei Monate in Höhe von die vorläufige Bereitstellung von 300 000 M. Die Vorlage wurde 200 000 M. Bon diesem Monatsbetrage werden rund 160 000 m. einstimmig angenommen. für die Verpflegung der Kranten und Verwundeten beim Militärfistus liquidiert und von diesem später erstattet werden. Die Wilmersdorfer Stadtverordnetenwahlen werden vollzogen Stadtv. Mommsen( Fr. Fr.): Wir haben fachlich gegen die für die III. Abteilung am Sonntag, den 8. November von 12-6 Vorlage teine Bedenken, haben aber den dringenden Wunsch, die Uhr, für die II. Abteilung am Montag, den 9. November, und für Pflichterfüllung der Stadt nach dieser Richtung einmal in einem die I. Abteilung am Dienstag, den 10. November. Im ganzen sind Ausschuffe prinzipiell ausführlich zu erörtern. Es ist doch not- 24 Mandate zu bejegen, wovon 9( 4 Mieter und 5 Hausbefizer) auf wendig, daß wir als Stadtverordnete uns ein Bild davon machen, die III. Abteilung entfallen. Zu wählen sind im I., II., V., VI. und wie weit an die Stadt Ansprüche nach dieser Rechtung gestellt IX. Bezirk je ein Hausbefizer, im VI. und IX. Bezirk je ein Mieter, werden und wie weit und in welcher Art die Stadt bereit und ge- im VII. Bezirk zivei Mieter. neigt ist, sie zu erfüllen. Stadtv. Dr. Weyl( Soz.): Auch wir haben sachlich gegen die Der Benzinverkauf freigegeben. Db sich Das Polizeipräsidium teilt mit: Die Beschlagnahme der Benzinlager und-Vorräte sind aufgehoben worden. Der Handel mit Benzin ist freigegeben. Die Neue Welt", das illustrierte Unterhaltungsblatt des Vorwärts" wird unseren Abonnenten von Sonntag, den 18. Oktober, ab wieder regelmäßig zugestellt. Die Landesversicherungsanstalt und die Arbeitslosenunterstützung. Zu diesem Thema mag noch darauf hingewiesen werden, daß die Vertreter der Versicherungsanstalt in einer Unterstützungsfommission selbst erklärten, sie wüßten nicht mehr, wer denn noch unterstützt werden solle, wenn Gesuche zurückgegeben würden, woo es sich um einzelne Frauen und Männer mit Kindern handle, die einen eigenen Hausstand hatten und die nötige Zahl Marken geflebt sei. In einem Falle handelte es sich um eine Frau mit sechs Kindern, wo die Unterstützung ohne Angabe der Gründe verweigert wurde. In der betreffenden Kommission sind von 900 Gesuchen, welche von dem Arbeitgeber und Arbeitnehmer der Landesversicherung unterzeichnet und als geeignet angesehen wurden, über 600 zurüdgegeben. In dem Anschreiben heißt es: „ Urschriftlich zurück, daß wir nur solchen Versicherten eine Unterstüßung gewähren können, welche den Unterhalt von Angehörigen ganz oder überwiegend bestritten haben. Da der Beweis nicht erbracht, müssen wir die Unterstützung ablehnen." Die Berichte der Rechercheure haben in vielen Fällen dies ausdrücklich festgestellt und begründet, und trotzdem sind die Gesuche zum zweiten Male zurückgesandt. Daß unter diesen Umständen den Mitarbeitern in den Unterſtüßungskommissionen die Lust vergeht, weiter mitzutun, ist selbstredend. Für die Arbeitslosen aber bedeutet diese Art der Verschleppung in Anbetracht ihrer Bedürftigkeit die größte Rücksichtslosigkeit. Viele solcher Gesuche sind nun von der Stadt zur schnellen Grledigung übernommen und zur Auszahlung angewiesen. Der Berliner Arbeiterschachklub ist durch den Krieg arg dezimiert worden. Um den Mitgliedern der aufgelösten Abteilungen Gelegenheit zum Schachspiel geben zu können, wird vom Sonntag, den 11. Oftober, ab im Restaurant" Zum kleinen Gewerkschaftshaus", eingerichtet. Spielzeit von 10-1 Uhr. Die Schachipiele ſtehen in An der Stralauer Brücke 3, ein freier Schachverkehr für jedermann der angegebenen Zeit für jeden zur unentgeltlichen Benußung. Für diejenigen, welche das Schachspiel erlernen möchten, find Personen bereit, fostenlos Unterricht zu erteilen. Der Verein der Berliner Volksküchen von 1866 hat in den drei größten Notstandsküchen: Behrenstraße 48( Café Kerkau), Genthiner Straße 11( Klindworth- Scharwenka- Konservatorium) und Kaiserstraße 3 die Speisezeit von 12 bis 2 Uhr festgesetzt, um den Besuchern, deren Mittagspause so verschieden ist, Gelegenheit zu geben, in diesen behaglich ausgestatteten Räumen in Ruhe das Mittagbrot einzunehmen und auch für 5 Pf. Kaffee zu trinken. Auf der Speisetarte stehen zur Auswahl zwei bis drei Gerichte in reichlicher Menge Die Preise der Portionen und in schmackhaftester Form gekocht. sind: 30, 20 und 10 Pf. Unentgeltliche Rechtsauskunftsstelle des Berliner Anwaltvereins. Für alle Personen, die infolge des Krieges der unentgeltlichen Rechtsberatung bedürftig geworden sind, hat der Verein im Stadthaus, Bimmer 42 u. 43( Eingang Klosterstr.) eine Auskunftsstelle eingerichtet. Dort wird täglich von 1-4 Uhr von einem Rechtsanwalt Rat erteilt. Jm Bedarfsfalle werden die Ratsuchenden an Anwälte oder an Mitglieder des Vereins„ Recht und Wirtschaft" zur weiteren Bearbeitung und auch zur Rechtsvertretung gewiesen. Wie in einer zahlreich besuchten Vereinsversammlung berichtet wurde, hat die Ausfunftsstelle bei den Anwälten lebhafte Unterstüßung und beim Bublifum großen Anklang gefunden. Vom 7. bis 24. September haben sich 455 Personen ihrer bedient. Schriftliche Auskünfte können nicht erteilt werden. Als Vorboten des Winters find die wilden Gänse wieder eingetroffen. Die ersten Vorposten erschienen bereits vor 14 Tagen. Ihnen folgten Vortrupps, die von Tag zu Tag stärker werden. Die großen Scharen fehlen noch, aber auch jetzt schon hört man in der Umgebung der großen Gewässer, wie des Müggelsees, abends und morgens das Geschrei der Wintergäste. " " Das Reuterdenkmal auf dem Wildenbruchplatz in Neukölln wird in den nächsten Tagen der Stadt übergeben werden. Das Denkmal Ein Flugblatt des Vereins„ Kinderhilfe" spielte in der Ver- besteht aus einem Brunnen mit dem Relief des bekannten und beliebten plattdeutschen Dichters. Außerdem zieren den Brunnen Borlage nichts einzuwenden, möchten aber die Ausschußberatung ſammlung des Hausbefizervereins der Schönhauser und der an- awei anmutige Figuren, die die Zwillinge Minning und Linning als willkommene Gelegenheit benutzen, um alle Fragen, die mit grenzenden Stadtteile eine Rolle. In der Einleitung des Flug- aus Reuters Stromtid" anschaulich darstellen. Das Brunnender ärztlichen Fürsorge nicht nur für die Kriegsteilnehmer, sondern blattes heißt es:„ Wer an Nachmittagen durch die grauen Straßen denkmal ist ein Wert des Professors Mißfeldt. Eine feierliche lieberauch für die gesamte Zivilbevölkerung in Beziehung stehen, ein- im Osten und Norden von Berlin gegangen ist, dem werden die gabe des Denkmals findet infolge des Kriegszustandes nicht statt. gehend zu prüfen. Alle diese Fragen wurden bisher von einer vielen Straßenkinder nicht entgangen sein, die ohne Fürsorge sich Meisterabende veranstaltet das Komitee von Ernst und Scherz Magistratsmitgliedern und höheren Beamten besteht, in der aber selbst überlassen sind. Das Schlechteste vom Schlechten ist dort die in großer Zeit" in der Philharmonie unter Mitwirkung einer Anjogenannten Sanitätstommission erledigt, die bloß aus geistige Nahrung für dieſe Menschenseelen." dieje Sanitätskommission auf eine breitere Basis gestellt sehen. Die wurden in der Versammlung als eine Verunglimpfung der beiden gefagt Marianne Arndt- Ober, Erna Denera, Melanie Kurt, Emmi Krantenhausbeputation hat beschlossen, den Magistrat zu bitten, Stadtteile aufgefaßt, um die man einen großen Bogen mache, und Leisner, Heinz Arensen, Kornelius Bronsgeest, Ludwig Fulda, diese Kommission durch drei Stadtverordnete und einen ärztlichen entschieden Protest gegen den Verein Kinderhilfe" und dessen Hermann Gura, Hans Hermann, Ernst Lissauer, Paul Knüpfer, Direktor zu ergänzen. Ich hoffe, daß der Magistrat diesen Beschluß Leiterin erhoben. Wir glauben, daß diese Absicht dem Verein Mag Pohl, Rudolf Presber und Otto Sommerstorff. Die Preise gutheißen wird, und hoffe ferner, daß, wenn im Ausschuß die Ver- Kinderhilfe", von Fräulein von Knobelsdorff geleitet bewegen sich von 0,50 bis 2 M. Es handelt sich um Der erste Abend findet bereits am Sonnabend, den hältnisse flargelegt werden, welche zu Unstimmigkeiten geführt wird, ferngelegen hat. Tatsache, 10. Oftober, im großen Saale der Philharmonie statt. Vorverkauf haben, alle diese Fragen in rascherem Tempo einer gedeihlichen, daß viele Kinder sich selbst überlassen sind und um die Notwendig bei A. Wertheim, Bote u. Bock, Invalidendank. Der Ertrag ist für Lösung entgegengeführt werden, welche allen beteiligten Faftoren, teit, für diese Kinder zu sorgen. In den Kriegs- Kinderhorten der den Verein für Kriegszufluchtsstätten beſtimmt. nicht nur der Militärverwaltung, zu ihrem Recht verhilft. Stadtv. Caffel( A. L.): Auch wir stehen der Vorlage sympathisch Kinderschutzkommission der Arbeiterschaft geschieht das. 3000 Kinder gegenüber, stimmen aber dem Antrag Mommsen zu, um möglichst fommen hier täglich zusammen und werden angeleitet und beauf Schwester Sophie betroffen worden. Die junge Dame wollte gestern bojitive Grundlagen für die Dotation dieses Lazaretts zu erhalten. Wir wünschen Ausschußberatung auch deshalb, weil die Krankenhausdeputation nicht gefragt ist. Die Vorlage geht an einen Ausschuß. Aus Groß- Berlin. Herbstwetter. Immer fürzer werden die Tage und immer länger die Nächte. Die Strahlen der Sonne sind bereits matt, bald fichtigt. der die Frrenpflegerinnen auf Männerftationen. Infolge des Krieges ist auch bei den Berliner städtischen Frren anstalten ein fühlbarer Mangel an männlichem Pflegepersonal eingetreten. Von manchen Stationen wurde die Hälfte der männlichen Pfleger zum Kriegsdienst eingezogen. Bekanntlich ist es schon immer schwer gewesen, männliches Pflegepersonal in hinreichender Zahl zu erhalten; die Gründe waren verschiedener Natur. Auch war alljährlich der Wechſel nach anderen Anstalten und anderen Berufen ehr bedeutend, da die Anstellungsverhältnisse, wenn sie auch in den Von einem Unfall ist die am Krankenhaus Bethanien tätige bormittag in der Leipziger Straße einen Straßenbahnwagen der Linie 91 besteigen, kam dabei aber zu Fall und geriet unter den Borderperron des Beiwagens. Die Schwester erlitt einen Bruch des rechten Oberschenkels, sowie eine Kopfberlegung. Die Verunglückte fand im Krankenhaus Bethanien Aufnahme. Parteiveranstaltungen. Wilmersdorf. Freitag, den 9. Oktober, abends 8%, Uhr: Mitgliederbersammlung im Restaurant, Bittoriagarten", Wilhelmsaue 114/115. Bora trag des Reichstagsabgeordneten Gen. Schöpflin. Stellungnahme zu der im November stattfindenden Stadtverordnetenwahl Gewerkschaftliches. Kriegshilfe durch Streikentschädigungskaffen. nun fein Intereffe mehr, die Zivilsachen, auf welche sich die der gezeichneten Summe, und 636 Millionen Mark oder 14,26 Proz. Vereinbarung bezieht und die jetzt erst in Arbeit gegeben mehr, als zum 5. Oktober fällig war. Die tatsächlich eingezahlten werden, zu herabgefeßten Löhnen anzufertigen. Sie sind um so Beträge sind noch höher, weil von einem Teil der entfernter geweniger bazu geneigt, als es sich bei dieſen Arbeiten um verhältnis legenen Reichsbankanstalten die Aufgaben noch nicht in Berlin einmäßig fleine Bosten handelt, die nur vorübergehende Arbeitsgelegenheit gewähren. Mit Rücksicht auf diese Sachlage bieten getroffen sind. Es dürfte dies die größte Zahlung sein, die jemals Als bei Ausbruch des Krieges die Gelverkschaften durch mehrere Firmen jest wieder die höheren tarifmäßigen Löhne für von einem Volfe in so furzer Zeit geleistet worden sind. die betreffenden Arbeiter, fönnen aber trotzdem nicht genügend Arbeitsumfangreiche Unterstüßungsaktionen einen großen Teil ihrer träfte befommen, denn die Arbeiter auf bessere Konfektion sind jetzt Die englische Zuckerversorgung. Cardiff, 8. Oktober. verfügbaren Mittel zur Kriegsfürsorge bereitstellten und da in der Militärbranche beschäftigt. Die erwähnte Vereinbarung( W. T. B.) Das Blatt„ Western Mail" erfährt, daß die Regierung mit die zur Hebung der Wirtschaftslage ihrer Mitglieder auf- bezog sich auch auf die Löhne der Tagschneider und Zu aus Anlaß des Mangels an 3uder 900 000 Tonnen Rohgesammelten Gelder gewissermaßen nationalen Zwecken zu schneider. Wie angegeben wird, haben verschiedene Unternehmer guder zum Preise von 20 Pfund Sterling pro Tonne angekauft führten, da tauchte wohl hier und da der Gedanke auf: Was die Vereinbarung dadurch umgangen, daß sie ihre alten Tag- hat. Dieser Zuder kommt von Java, Mauritius, Demerara und wird zu geringeren anderen Stellen. mit den Streifentschädigungskassen schneider und Zuschneider entlassen und neue der Arbeitgeber. Diese Frage war um deswillen nicht Löhnen eingestellt haben. Hierüber sollen noch nähere Feststellungen ohne Interesse, weil vorauszusehen war, daß durch den Riesen- gemacht und die betreffenden Firmen zur Beachtung der Vereinbarungen angehalten werden. aufwand der gewerkschaftlichen Kriegshilfe naturgemäß eine In der Versammlung wurde noch darauf aufmerksam gemacht, Schwächung der Aktionsfähigkeit nach Beendigung des daß der paritätische Arbeitsnachweis von den Arbeitern nicht geKrieges eintreten müßte, eine Schwächung, die um so schwerer nügend berücksichtigt und immer noch der Arbeitsmarkt der Zeitungen ins Gewicht fiele, wenn die Arbeitgeberverbände auf die in Anspruch genommen wird. Infolgedessen ist es nicht selten vorDauer mit den Mitteln ihrer Streifentschädigungskasse zurück- gekommen, daß Arbeitslose die städtische Unterstützung nicht erhalten halten. Das dadurch entstehende Mißverhältnis in der konnten, weil sie sich nicht zur Kontrolle auf dem Arbeitsnachweis Schlagkraft beider Parteien bei Eintritt des Friedens müßte meldeten. Ohne diese Kontrolle gibt es teine Unterstügung. Immerhin einige Beachtung seitens der Gewerkschaften hervorrufen. Der Krieg, die Berliner Rechtsanwälte und ihre Angestellten. Jezt ist nun der Fall eingetreten, daß ein Arbeitgeberverband sich gezwungen sieht, die Mittel seiner Streifentschädigungskasse für die Kriegsfürsorge seiner Mitglieder flüssig zu machen. Der Allgemeine Deutsche Arbeitgeberverband für das Schneidergewerbe beruft für den 19. Oktober eine Bertreter bersammlung für seine Streit. entschädigungstasse ein, der folgende Anträge zur Beschlußfassung unterbreitet werden sollen: I. Fürsorge während des Krieges. 1. Jedem Mitgliede, das im Kriege verwundet worden ist, werden sämtliche in die Streifentschädigungsfasse gezahlten Bei träge zurüdvergütet; ebenso werden den Hinterbliebenen gefallener Mitglieder die von tiefen an die Streifentschädigungskaffen geleisteten Einzahlungen erstattet. 2. Jedem zur Armee einberufenen Mitgliede werden im Falle der durch seine Abwesenheit herbeigeführten Stillegung seines Geschäfts für jeden versicherten Arbeiter pro Woche 6 M., für jede versicherte Arbeiterin pro Woche 3 M. bis auf weiteres bezahlt. Die unter 1 und 2 vorgesehenen Fürsorgebestimmungen 4. Der Aufsichtsrat der Streifentschädigungskasse wird er mächtigt, Fürsorgebestimmungen für solche Mitglieder zu treffen, deren Betriebe und Geschäfte infolge des Krieges nachgewiesenermaßen stillgelegt worden find. fönnen nebeneinander Anwendung finden. 5. Die unter 1 vorgesehene Rückerstattung soll rüdwirkend vom Tage des Kriegsbeginns, die unter 2 getroffene Fürsorgebestimmung vom 1. September an und alle übrigen Anordnungen vom 1. Oktober in Straft treten. Ein Rechtsanspruch wird nicht zugestanden." Der Punkt II der Anträge handelt vom" Beitrags. erlaß während des Krieges". Nach diesem soll die Beitragspflicht für alle Mitglieder ruhen, welche zum Heeresdienst einberufen worden sind, und ihre Geschäfte hierdurch stillgelegt wurden. Ferner kann auf Antrag innerhalb acht Tagen denjenigen Geschäftsinhabern, bei denen nur eine teilweise Stillegung der Betriebe eingetreten ist, eine Beitragsleistung für eine verminderte Arbeiterzahl zuerkannt werden. Gerichtszeitung. Räumungsklagen. Recht eindringlich führte kürzlich ein Richter des Breslauer Amtsgerichts einem Hauswirt zu Gemüte, daß eine Räumungsflage gegen die Frau eines Kriegsteilnehmers abzuweisen ist. Der Hauswirt H. beantragte vor dem Amtsrichter, die Kriegerfrau B. zur Räumung der Wohnung zu verurteilen. Der Richter fragt den Kläger, ob er denn nicht weiß, daß die Kriegerfrauen nicht verurteilt werden können, ob er nicht weiß, daß der Mann der Frau im Felde stehe.„ Ja“, sagt der Kläger, aber ich fann doch den Mann nicht verflagen, und wie foll ich zu meinem Recht kommen?" So", meint der Richter, " Sie wissen also, daß die Frau nicht verurteilt werden fann, Sie wiffen, daß der Mann der Frau im Felde ist, und trotzdem flagen Sie! Na, das zeigt ja wenig patriotisches Gefühl. Meinen Sie, wenn der Mann für uns im Felde blutet, die Frau auf die Straße gefegt werden soll?" " ,, Bleiben Sie bei dem Klageantrag?" fragt der Richter. Ein furzes Ja ist die Antwort. So, da wollen wir furzen Prozes machen. Beschlossen und verkündet: läger wird mit der Iage abgewiefen und verurteilt, die Kosten des Rechtsstreits zu tragen. Sie werden sich noch viele Kosten machen, wenn Sie so weiter handeln." Die Regierung legt bekanntlich großes Gewicht auf die Er haltung einer einheitlichen Stimmung in der Bevölkerung. Und immer wieder wird die große Opferwilligkeit des gesamten Voltes anläßlich des gegenwärtigen Krieges gerühmt, und diese Opfer willigkeit bedeutet natürlich ganz besonders viel bei den Arbeitern und Angestellten. Eine sehr eigentümliche Auffassung von den nationalen Pflichten während des Krieges scheinen aber eine ganze Anzahl Berliner Rechtsanwälte zu haben. Sie haben Maßnahmen gegenüber ihren Angestellten ergriffen, die außerordentliche Beunruhigung hervor rufen mußten. Sofort nach Beginn des Krieges, che sich überhaupt übersehen ließ, ob nennenswerte Einschränkungen in der Praris der Rechtsanwälte eintreten würden, sind diese Serren, die um großen Teil schwer reich sind und eine große Braris haben, hergekommen und haben einen erheblichen Teil ihres Personals entlassen. Andere haben neben diesen Entlassungen, oder statt beren, Gehaltsfürzungen bis au 50 Proz. und darüber vorgenommen. Mit diesen Gehaltstürzungen und Entlassungen ist aber nicht etwa auch eine Verkürzung der Arbeitszeit verbunden, sondern länger( oft bis 10 Uhr abends) und auch Sonntags arbeiten. gerade in diesen Bureaus müssen die übriggebliebenen Angestellten Verband der Bureauangestellten einberufene Versammlung der leutnants Schmidt und v. Winterfeldt ab. Beide Mit diesen Vorgängen beschäftigte sich am Dienstag eine vom stürzten bei der Fliegerstation 2awica bei Posen die FliegerAnwaltsangestellten, in welcher Verbandsvorsitzender, Reichstags- waren tot. abgeordneter Giebel, referierte. rufen begleiteten Vortrag mit lebhaftem Beifall auf und nahm Die Versammlung nahm den oft von austimmenden Zwischenrufen begleiteten Vortrag mit lebhaftem Beifall auf und nahm dann einstimmig eine Resolution an, in der es heißt: Die versammelten Anwaltsangestellten ersuchen die Anwaltskammer und den Berliner Anwaltsverein, feine Mitglieder von solchem Vorgehen gegen die Angestellten abzuhalten und schlagen hierfür folgende Normen vor: 1. Entlassungen von Arbeitskräften sollen nach Kräften unterbleiben. Kleine Nachrichten. Absturz zweier Militärflieger. Nach einer Meldung aus Landsberg a. M. vom 7. Oktober Ein durchgegangener Pfadfinder. In Dresden wurde ein etwa 12 Jahre alter Schulfnabe aus Dessau festgenommen, der im Wartesaal des Hauptbahnhofes Auffehen erregte, da er in der Kleidung eines Pfadfinders mit Buft büchse, Spaten, Beil, Seitengewehr, Sporen und eitpeitiche ausgerüstet war. Er gab an, daß er im Auftrage nach dem Kriegsschauplag begeben solle, um Munition dahin zu des preußischen Kriegsministeriums fich mit anderen Pfadfindern befördern. Diese Angaben waren natürlich Schwindel. Es stellte 2. Wo Entlassungen unvermeidlich werden, sollen solche sich heraus, daß das Bürschchen seinen Eltern in Dessau unter MitKriegswirkungen nicht auf einige Angestellten abgewälatnahme eines Fahrrades entlaufen war, fich herumgetrieben hatte und werden; vielmehr empfiehlt es sich, alle Angestellten des dabei auch nach Zwidau gekommen war, wo der Junge einen Bureaus bei verkürzter Arbeitszeit und zu dementsprechend Schankwirt, einem Bekannten seiner Eltern, aus dem Schranke etwa reduzierten Behältern weiter zu beschäftigen. rabes bas eite gesucht hatte. 250 Mart gestohlen und damit unter Zurüdlassung des Fahr3. Gehaltstürzungen müssen unterbleiben, folange die Angestellten ohne berkürzte tägliche Arbeitszeit beschäftigt werden." Von besonderem Interesse ist folgender Abschnitt 5, der wörtlich lautet: " Im Falle der Beitrags befreiung entfällt Achtung, Schuhmacher! Hiermit zur Kenntnis, daß den jedwelche Verpflichtung des Arbeitgeber Frauen der zum Heere eingezogenen Kollegen aus der Sofaltasse berbandes der Streitentschädigungskasse im eine einmalige Unterstützung von 5 M. gewährt wird. Die UnterFalle von Lohntdifferenzen mit den Arbeitern; im Falle der süßung ist, soweit sie noch nicht abgehoben ist, vormittags von 10 Beitragsverringerung tritt die Verpflichtung bis 12 Uhr in unserem Verbandsbureau, Engelufer 14, in der Streifentschädigungstasse nur für die Empfang zu nehmen. Noch nicht abgelieferte Verbandsbücher sind verminderte Zahl der Bersicherten im Falle mitzubringen. bon Lohndifferenzen in Wittsamfeit." Um eine weitere Unterstügung zu ermöglichen, gibt die Berwaltung auf Beschluß der Vertrauensmänner Sammelfarten heraus, welche bei diesen und den Kassierern zu haben find. Wir bitten die Kollegenschaft, nach besten Kräften sich an dieser Samma lung zu beteiligen. Zentralverband der Schuhmacher Deutschlands, Ortsverwaltung Berlin. Deutsches Reich. Wie man sieht, hat man sich bei diesen Vorschlägen die Formen der gewerkschaftlichen Striegshilfe zum Muster genommen, das heißt, man zahlt eine Art Arbeitslosen unterstützung im Falle der Stillegung eines Geschäfts an dessen Inhaber, ferner will man die Beitragsbefreiung für die Kriegs teilnehmer einführen, und will gleich den Gewerkschaften statutarische Unterstügungsansprüche außer Strnft setzen, dadurch, daß man denjenigen Das Kartell der freien Gewerkschaften in Köln Arbeitgebern, die den Beitragserlaß beantragt und bewilligt zählte am 1. Juli 1914 rund 30 000 männliche Mitglieder. Davon erhalten haben, bei Lohndifferenzen den Unter- find eingezogen 8750 oder 29 Proz. Ueber den Familienstand stügungsanspruch an die Streifentschädigungskasse aufhebt wurde nicht von allen Gewerkschaften berichtet. Soweit es geschah. oder fürzt. Von Interesse ist auch die Begründung, die der Vorstand des Arbeitgeberverbandes seinen Anträgen mit auf den Weg gibt. Es heißt da u. a.: Briefkasten der Redaktion. Die juristische Sprechstunde findet Lindenstraße 3, vierter of rechts, parterre, am Montag bis Freitag von 3 bis 6 Uhr, am Sonnabend von 5 bis 6 Uhr statt. Jeder für den Briefkasten beſtimmten Anfrage ist ein Buchstabe und eine Zahl als Mertzeichen beizujügen. Briefliche Antwort wird nicht erteilt. Anfragen, denen teine Eilige Abonnementsquittung beigefügt ist, werden nicht beantwortet. Fragen trage man in der Sprechstunde vor. Verträge, Schriftstücke und dergleichen bringe man in die Sprechstunde mit. 5. 14. Das Urteil ist noch vollstrecbar. 2. D. 700. 1. Sa. 2. Nein. 3. Der Antrag ist niat pöllig aussichtslos. H. W. 1. Die Art der Verwendung hängt von dem weiteren Verlauf des Feldzuges ab. 2. und 3 Beides ist unrichtig. St. 6. 1. Eine Verpflichtung des Wirtes nach den von Ihnen angedeuteten Richtungen hin besteht nicht. 2. Inwie weit einzelnen Mietern ein Recht auf den Schlüssel zusteht, muß sich aus dem Vertrage ergeben, der uns unbekannt ist.. 1. 1. Brivilegien hat der Betreffende nicht. 2. Eine vorzeitige Entlassung hat der Betreffende Es wird voraussichtlich angeordnet werden, nicht zu beanspruchen. daß für die Berechnung des Verbleibens in der Reserve oder Landwehr die Kriegsjahre doppelt zählen. m. M. N. 888. Nein -W B. III. 1. Nein. 2. Nein, M. H. Tomatentonserve zu Suppen und Saucen, Die gewaschenen Früchte werden zerbrochen und in einem säurebeständigen wurden 4045 Verheiratete mit 7144 Rindern unter 14 Jahren etwa eine halbe Stunde lang gefocht. Dann rührt man sie durch ein Sieb. Stochtopf aus Thon, Aluminium oder unversehrter Emaille im eigenen Sajt gezählt. Arbeitslose Gewerkschaftsmitglieder sind zurzeit 2718 Sorgfältig gereinigte Flaschen, die nicht mehr als die für eine Portion vorhanden. nötige Menge Tomatenbrei faffen, werden mit der durchgetriebenen Masse Unter den Eingezogenen sind 92 Vorstandsmitglieder und 18 bis zum Anjang des Flaschenhalfes gefüllt, verforft und im Wasserbad eine halbe Stunde( vom Beginn des Stochens an gerechnet) gefocht. Unsere Streifentschädigungskaffe ist allerdings gegründet Startellbelegierte. Gewerkschaftsangestellte sind 18 eingezogen. Die Versicherungskasse gegen Arbeitslosigkeit in Köln, die in Schulz- Bech. Die unebelichen Stinder des ins Feld gezogenen Baters worden, um unsere Mitglieder zu unterſtügen, wenn ihre Ges Friebenszeiten vielfach als vorbildlich galt, hat mit dem Kriegs- haben einen Anspruch auf Unterstützung gegen die Lieferungsverbände, inschäfte durch Streit oder Aussperrung gestört oder stillgelegt beginn jagungsgemäß ihre Tätigkeit eingestellt. Es wurde dann sofern die Berpflichtung des Baters zur Gewährung des Unterhalts feftwerden. Die Absicht ihrer Gründer war der Wunsch, in Friedens die Unterstützung der Arbeitslosen den Armenpflegern überwiesen. gestellt ist. Das liegt in Sfrem Ball bor, gumial ber Bater sur Alimenten, zeiten Mittel zu sammeln, um sie in Stampfzeiten zur Unter- Die sehr geringen Beträge, die die Armenverwaltung zahlt, Lieferungsverband( Stadt oder Kreis), zahlung verurteilt ist. Zuständig zur Auszahlung der Unterstügung ist der flügung der Kollegen verwenden zu können. Heute fann von innerhalb deffen das Kind einem Kampf auf sozialem Gebiete feine Rede sein; es to bt gelten als Vorschuß", angeblich, damit der Unterstüßte seine poli- zur Zeit des Beginns des Unterstützungsanspruches ſeinen gewöhnlichen der Krieg um Sein oder Nichtfein einer Ration, einen Schuldschein unterschreiben, daß sie den„ Vorschuß" zurück- spruch auf Steuernachlas liegt in Ihrem Falle nicht vor. Zurück 55. Ein Antischen Rechte nicht verliert. Die Unterstüßungsbedürftigen müssen Aufenthalt hat, also der Streis Dfthavelland. 1914 Forster für welche Arbeitgeber und Arbeitnehmer Seite zahlen, sobald sie es können. Nach den bisherigen Erfahrungen straße. Sie haben vollen Anspruch auf Bezahlung Ihrer Arbeit und an Seite streiten und alle Opfer bringen." Ferner wird noch darauf hingewiesen, daß die Gewerk- öln ist nicht ausgeschlossen, daß sie später bei einigermaßen augerbem, falls nichts anderes vereinbart ist, Anspruch auf vierzehntägige ausreichendem Verdienst Lohnarreste und Pfändungen zu gewärtigen beim Gewerbegericht, Simmersti. 90/91. ständigung bezw. auf Lohnzahlung innerhalb dieſer Zeit, Klagen Gie schaft der Schneider, Schneider, Schneiderinnen und haben. Zahlreiche Arbeitslose verzichten daher lieber auf den indessen gegen die Berwaltungspraris fann man sich lediglich durch Be Wäschearbeiter bis Mitte September bereits Borschuß, ehe fie den Schuldschein unterschreiben. Das Kölner schwerde bei der Landesversicherungsanstalt fchüßen. 3. Trust oder 126784 Mart an Kriegsunterstützung an ihre Mitglieder Gewerkschaftskartell hat nun unter Hinweis auf andere Städte Eröft; beide Aussprachen sind gebräuchlich, Tröft ist zutreffender. geleistet habe, was als vorbildlich hingestellt wird. einen Antrag auf Einführung einer regelrechten Arbeitslosen. G. 35. Der Wirt hat Anspruch auf Zahlung und fann zu einem Ver gleich nicht gezwungen werden. Im Fall einer Stlage würde der Richter unterstüßung an den Oberbürgermeister gestellt. lediglich das Recht baben, Ihnen bis 3 Monate Zahlungsfrist zu geben. Db die Kündigung zu Recht besteht, ist aus Ihrem Brief nicht zu ersehen. Ihr Lohn ist, soweit er 125 W. monatlich nicht übersteigt, nicht beschlagnahmefähig. Sie würden gut tun, mit dem Vertrag und dem etwaigen Stünbigungsschreiben in der Sprechstunde vorzusprechen. 2. 75. Plattfuß. Boraussichtlich landsturn.pflichtig. 3. 76. 1. Soweit ersichtlich, hat Thre Schwester nicht zu zahlen, weil 3hr Schwager den Vertrag geschlossen hat. 2. Ohne Einsicht in die Klage und ohne Stenntnis der entsprechenden Daten nicht zu beantworten. Sprechen Sie in beiden Fällen in der Sprechstunde mit den Berträgen und dergleichen vor... 1870. Zurüdgestellt wegen Blutadern an Unterschenkeln oder dergleichen. D. S. 32. Asthmatische Beschwerden geringen Grades( Lungenerweiterung oder der Die Gesamtzeichnung von 4 460 701 400 2. besteht aus gleichen); landsturmpflichtig. P. B. 16. Wegen Nervenleiden voraus 1 177 235 Einzelzeichnungen. Hiervon entfallen auf sichtlich nur landsturmpflichtig. 2. U. 100. Leider milssen Sie vor Die Herrenkonfektionsschneider hatten in der ersten Zeit nach Einzelbeträge von 100 bis 2000 M. 926 059 Zeichnungen mit einer läufig zahlen, können aber später die Zurüdzahlung verlangen. bem Ausbruch des Krieges und unter dem Eindruck der Abiaz: Summe von 733 776 400 M. und auf Einzelbeträge von 2100 bis eren Sie sich. Aehnliche Fälle haben wir schon häufig rügen müssen. stockung in der Konfettion mit den Unternehmern vereinbart, daß die damals vorhandenen zugeschnittenen Sachen zu herabgefeßten 20 000 M. 233 842 Zeichnungen mit einer Summe bon 1 336 738 700 Zöhnen angefertigt werden, weil die Unternehmer angaben, daß sie Mart. Der Rest besteht aus Beichnungen von über 20 000 m. nur unter diefer Voraussetzung die Möglichkeit hätten, die Arbeiten Das deutsche Volt wird aus diesen Ziffern mit Freude erzu herabgefeßten Breifen loszuschlagen. Der Vereinbarung gemäß sehen, wie die Zeichnung sich auf alle Schichten der Bevölkerung sollten die betreffenden Sachen damals sogleich in Arbeit gegeben gleichmäßig verteilt und wie Reiche und Arme, jeder nach seinen werden. Das ist aber, wie am Montag in einer Versammlung der Sträften, dazu beigetragen haben, den über alle Maßen glänzenden Herrenkonfettionsschneider mitgeteilt wurde, nicht geschehen. Die meisten der für die Bereinbarung in Frage kommenden Firmen Erfolg der Kriegsanleihen zustande zu bringen. Die baren Ginzahlungen auf die Kriegsanleihen haben haben sich inzwischen auf Militärarbeit verlegt. Auch die Stonfettionsschneider sind zum großen Teil zur Militärarbeit über nach den bis heute vormittag vorliegenden Nachweisungen den Begegangen, haben sich in dieser Branche eingearbeitet und haben! trag von 2420 Millionen Mart erreicht, das find 54,26 Broz. Alles in allem ist diese Hilfsaktion des Arbeit geberberbandes für das Schneidergewerbe ein Beweis dafür, welche schweren wirtschaftlichen Schädi gungen der Krieg auch unter den Eristenzen des gewerblichen Mittelstandes hervorgerufen hat, so daß die Unternehmerorganisation fich, wenn auch vielleicht mit schwerem Herzen, gezwungen sieht, ihre so sorgsam gehüteten Kampfmittel der Streifentschädigungstaffe zur Kriegsunterstügung flüssig 34 machen. Berlin und Umgegend. Aus Industrie und Handel. Die Kriegsanleihe. Berlin, 8. Oktober.( W. T. B.) Das Ergebnis der Zeichnungen auf die Kriegsanleihen läßt sich nunmehr im einzelnen übersehen. Eingegangene Druckschriften. BeKrieg und Frieden. Von 2. Neuner. 80 Pf. Thüringische Verlagsanstalt, Hildburghausen. Lichtstrahlen- Kalender. 1915. Wien 6. 20 Heller. J. Brandt u. Co., Wetteraussichten für das mittlere Norddeutschland bis Sonnabendmittag: Ziemlich fühl. Im westlichen Binnenlande troden und zeitweise heiter, in den übrigen Gegenden meist troden ober nebelig mit geringen Niederschlägen.