Nr. 278.- 31. Jahrg. Abonnements- Bedingungen: bonnements Breis pränumerando: Bierteljährl 3,30 m, monatl. 1,10 wöchentlich 25 Bfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Bfg. Sonntags nummer mit illustrierter Sonntags Beilage„ Die Neue Welt" 10 B'q. Bost Abonnement: 1,10 Marf pro Monat. Eingetragen in die Bost Zeitungs Breisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2.50 Mart, für das übrige Ausland Mark pro Monat. Postabonnements nehmen an: Belgien, Dänemart, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz. Cricheint täglich. Vorwärts Berliner Volksblaff. 5 Pfennig Die Infertions- Gebühr Beträgt für die sechsgespaltene Stolonelgeile pder deren Raum 60 fg., für politische und gewerkschaftliche Vereinsund Bersammlungs- Anzeigen 80 Big. ,, Kleine Anzeigen", das fettgedrucie Wort 20 Pig.( zulässig 2 fettgedruckte Borte), jebes weitere Wort 10 Pig. Stellengejuche und Schlafftellenan zeigen das erste Wort 10 Bfg., jedes weitere Bort 5 Big. Worte über 15 Buchstaben zählen für abet Worte. Inferate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Erpedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berila", Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutfchlands. Redaktion: SW. 68, Lindenstraße 3. Fernsprecher: Amt Moritzplatz, Nr. 151 90-151 97. Sonntag, den 11. Oftober 1914. Expedition: SW. 68) Lindenstraße 3. Ferniprecher: Amt Morigplat, Ny. 15190+ 151.97 Der Fall Antwerpens. Amtlich.( W. T. B.) Großes Hauptquartier, 10. Okfober, abends. Nach nur zwölftägiger Belagerung ist Antwerpen in unsere Hände gefallen. Am 28. September fiel der erste Schuß gegen die Forts der äußeren Linie, am 1. Oktober wurden die ersten Forts erstürmt, am 6. und 7. Oktober der starke, angeffaute, meist 400 Meter breite Nethe- Abschnitt von unserer Infanterie und Artillerie überwunden. Am 7. Oktober wurde entsprechend dem Haager Abkommen die Beschießung der Stadfangekündigt. Da der Kommandant erklärte, die Berantwortung für die Beschießung übernehmen zu wollen, begann Mitternachts vom 7. und 8. Oktober die Beschießzung der Stadt. Zu gleicher Zeit setzte der Angriff gegen die innere Fortslinie an. Schon am 9. Oktober früh waren zwei Forts der inneren Linie genommen und am 9. Okfober nachmittags konnte die Stadt ohne ernsthaften Widerstand besetzt werden. Die vermutlich sehr starke Besayung hatte sich anfänglich tapfer verteidigt. Da sie sich jedoch dem Ansturme unserer Infanterie und der Marinedivision sowie der Wirkung unserer gewaltigen Artillerie schließlich nicht gewachsen fühlte, war sie in voller Auflösung geflohen. launde Unter der Besatzung befand sich auch eine unlängst eingetroffene englische Marine brigade. Sie sollte nach englischen Zeitungsberichten das Rückgrat der Verteidigung sein. Der Grad der Auflösung der englischen und belgischen Truppen wird durch die Tatsache bezeichnet, daß die Uebergabeverhandlungen mit dem Bürgermeister geführt werden mußten, da keine militärische Behörde aufzufinden war. Die vollzogene Uebergabe wurde am 10. Okfober vom Chef des Stabes des bisherigen Gouvernements von Antwerpen bestätigt, die lehten noch nicht übergebenen Forts wurden von unseren Truppen befeht. Die Zahl der Gefangenen läßt sich noch nicht übersehen. Viele belgische und englische Soldaten sind na ch Holland entflohen, wo sie inferniert werden. Gewaltige Vorräte aller Art sind erbeufet. Die letzte belgische Festung, das uneinnehmbare" Antwerpen, ist bezwungen. Die Angriffstruppen haben eine außerordentliche Leiflung vollbracht, die von Seiner Majestät damit belohnt wurde, daß ihrem Führer, dem General der Infanterie von Beseler, der Orden pour le merite verliehen wurde. erzwungen. Nach elftägigen erbitterten Kämpfen ist Antwerpen mit anderen im Westen stehenden belgischen, englischen und viel Der deutsche Uebergang über die Scheld: sämtlichen Forts in die Hände der Deutschen gefallen. Der leicht auch französischen Truppen herbeizuführen vermöchte, Erfolg ist neben der heldenmütigen Tapferkeit der deutschen ist der strategische Erfolg der Einnahme Antwerpens ein beTruppen vor allem der überlegenen schweren Artillerie der trächtlicher. Die deutschen Truppen in Belgien fönnen iekt Deutschen zuzuschreiben. Die 21, 30- und 42-3entimeter- eine geschlossene Front gegen Westen bilden und gemeinsam Mörser der Deutschen haben allem Anschein nach ein furcht mit den Truppenteilen operieren, die eine Abwehrfront von bares Zerstörungswerk verrichtet. Nachdem in wenigen Roye, Albert, Arras, Tournai bis gegen Gent hin bilden. Tagen eine ganze Anzahl Forts der äußeren Befestigungs- Inwieweit auf diesem ausgedehnten Flügel und auch auf linie zerstört und genommen waren, konnte, nach Erzwingung dem sich rechtwinklig an diese Linie anlehnenden Zentrum des Nethe- Ueberganges und Zurückwerfung der Bejazungs- nach dem Fall Antwerpens und dem Freiwerden eines guten armee, das schwere Geschütz soweit vorgeschoben werden, daß es nicht nur den inneren Fortgürtel, sondern auch die Stadt Antwerpen selbst unter ein vernichtendes Bombardement nehmen konnte, das den Mut der Bevölkerung und der Verteidigungsarmee in furzer Zeit völlig brach. Die deutschen Truppen drangen in die Stadt ein und die legten Forts wurden nach wenigen Stunden gleichfalls genommen. London, 10. Oktober.( W. Z. B.) In einem Bericht des Sorrespondenten der Daily News" in Gent über die Kämpfe an der Scheldelinie heißt es: Ich habe Furchtbares erlebt. Drei lange Tage und einen großen Teil der Nächte donnerten die Geschüße von einem Ufer zum anderen an dem 15 Meilen langen Kanal. Zwischen Termonde und Wetteren hatten die belgischen Truppen große AnstrenTeils der deutschen Belagerungstruppen, zu denen übrigens gungen auszuhalten. In tiefen Laufgräben liegend, waren Die auch eine aus Marinemannschaften gebildete Division gehört, fie oft stundenlang dem Schrapnellfeuer ausgesezt. nunmehr eine wirksamere deutschen Offensive möglich ist, läßt Ambulanzen hatten täglich viel Arbeit. Besonders gro Die sich heute noch nicht im cinzelnen feststellen. Immerhin ist ist die Zahl der gefallenen Offiziere. anzunehmen, daß die jetzt freigewordene starke Belagerungs- Nerven der Soldaten wurden bis zum äußersten angespannt. artillerie in den nächsten Wochen an anderen Stellen der Weiter südlich kam ich in die Nähe des heftigsten Artillerieenormen Kampfes front angesetzt werden kann. duells. Dort glückte es dem Feind, kurz nach Tagesgrauen Freitag abend und Sonnabend mittag gingen bereits folgende Meldungen des Großen Hauptquartiers ein: Die Einnahme von Antwerpen bedeutet eine militärische Bravourtat, die die Erstürmung von Lüttich und Namur noch übertrifft, denn Antwerpen ist die zweitstärkste Festung der Welt. Ihre Befestigungsanlagen sind aber weit moderner als ein Teil der Pariser Fortifikationen. Außerdem wurde Amtlich. Großes Hauptquartier, Antwerpen durch eine belgisch- englische Armee verteidigt, die 10. Oktober, 11 Uhr vorm.( W. T. B.) Aber auch der strategische Erfolg der Einnahme Ant- Die ganze Festung Antwerpen, einschließlich werpens darf nicht gering eingeschäzt werden. Solange sich sämtlicher Forts, ist in unserem Besitz. Antwerpen hielt, bedeutete seine starke Besabungsarmee eine ständige Bedrohung der deutschen Invasionsarmee. Die wiederholten energischen Ausfälle von Antwerpen haben das Amtlich. Großes Hauptquartier, 9. Oktober, abends.( 2. 2. 9.) Heute vormittag find mehrere Forts der inneren Befestigungslinie hinlänglich bewiesen. Auch vermochte ja diese belgischen Antwerpen gefallen. Die Stadt befindes fidh feit Rückenbedrohung immer wieder die Hoffnung der belgischen heute nachmittag in deutschem Besių. KommanBevölkerung auf eine Wendung der kriegerischen Ereignisse bant und Beiayung haben den Festungsbereich zu beleben. Nachdem Antwerpen gefallen ist, wird auch die verfaffen. Nur einzelne Forts find noch vom Feinde befest. Bevölkerung Brüssels und der anderen okkupierten Städte Der Besitz von Antwerpen ist dadurch nicht beeinträchtigt. und Landesteile sich mit der veränderten Kriegslage abfinden müssen. ( Wiederholt, weil nur in einem Teil der Auflage.) * eine Pontonbrücke zu schlagen und einige Kompagnien Infanterie herüberzubringen. Als die belgischen Feldgeschüte Aufstellung genommen hatten, schossen sie die Brücke sofort furz und klein. Das Geschütfeuer war so heftig, daß die über die Brücke Gekommenen sich nur durch die Flucht vor der Vernichtung retten konnten. Die Belgier festen ihr Feuer fort, bis am Nachmittag die deutschen Geschüße plötzlich zu antworten begannen, und zwar mit einer so furchtbaren Treffsicherheit und Heftigkeit, daß es derjenige, der es miterlebte, niemals vergessen fann. Die Genauigkeit des deutschen Feuers war erschreckend. Die Granaten verwandelten die Stellen, die uns kurz vorher zur Deckung dienten, zu einem Chaos. M Nach einer weiteren Meldung des Daily Telegraph" glückte es, wie wir der Bois. 31a." catnehmen, den deutschen Truppen, zwischen Schoonaerde und Gegenens die Schelde mit starken Truppenteilen zu überschreiten. Der Rückzug der Antwerpener Befahungstruppen. Ein wie großer Teil der Besagungsarmee fich durch den Antwerpen im Bombenregen. bereits in der Nacht vom 8. zum 9. Oktober begonnenen Rüdzug nach Westen zu retten vermochte, läßt sich einstweilen nicht Kopenhagen, 10. Oftober.( W. T. V.) Der Korübersehen. Bruchteile dieser Armee mögen in den eroberten respondent der Berlingske Tidende" in AntForts immerhin gefangen genommen worden sein, andere werpen gibt eine Schilderung der Befchichung Rotterdam, 10. Oftober.( W. T. B.) Der Rotterdamsche Tausende find nach den Meldungen der holländischen Presse der Stadt. Sie begann pünktlich um Mitternacht mit großer Courant" meldet aus Koewacht vom 9. Oftober: Pon gestern auf holländisches Gebiet übergetreten und dort entwaffnet Heftigkeit. Der Bombenregen schien immer dichter und dichter a bend bis heute früh zogen durch den belgischen Teil worden. zu fallen, und erreichte um 2 1hr nachts seinen Höhepunkt. Es von Koewacht unzählige Munitionswagen, AutoDer Abzug der Antwerpener Truppen ist offenbar auch war fürchterlich; die Luft voll springender Bomben und die mobile und aballerie. Der Bug ging über verslag und durch den erfolgreichen deutschen Vorstoß über die Schelde Atmosphäre erschüttert von der verzweifelten heftigen Kanonade, Selzaete in ber Richtung nach Ostende Aus Zerneuzen wird dem genannten Blatt gemeldet, daß belgische und zwischen Termonde und Gent beschleunigt worden, über den die nur schwer zu schildern ist. Auf der Fahrt nach Holland sah englische Soldaten zu Hunderten über die Grenze kommen. englische und holländische Blätter berichteten. Dieser deutsche ich Antwerpen in Flammen stehen. Ein blutroter Schein Borstoß könnte möglicherweise den Rückzug der Belgier und lag über der Stadt, der die schweren Rauchwolken färbte. Engländer in der Richtung nach Ostende bedrohen. Darüber explodierten Granaten wie tausend Sterne, die Tod und Zerstörung auf die letten Verzeidiger des Aber selbst wenn das Groß der Belgier und Engländer feinen Rückzug zu bewerkstelligen und seine Vereinigung mit Landes hinabsandten. Rotterdam, 10. Oktober.( W. T. B.) Der Korrespondent des Rotterdamschen Courant", der gestern Antwerpen verließ, meldet aus Rosendaal vom 9. Oktober: eute früh begannen die Engländer, in westlicher Richtung abauziehen. Die Belgier hatten gestern fünf Petroleumtants an gezündet, damit sie nicht den Deutschen in die Hände sielen, und der- senkten ferner alle mit Getreide beladenen Leichterschiffe. Berschie- d-ne Leichterschiffe wurden versenkt, um die Durchfahrt auf der �chelde zu erschweren, und die Schleusen wurden in die Luft g«. sprengt. Die Stadt war bei meiner Wreise ziemlich verlassen, auf den Straßen sah man nur Hafenbeamte und einige Militärpersonen. Die Belgier zogen in der Richtung nach Boom ab, die Engländer über die Pontonbrücke bei Döte de Flandres und sprengten sodann die Brücke. Von verschiedenen Seiten wird erzählt, daß in der Vor- stadt � Berchem ein heftiges Bajonettgefecht zwischen Deutschen und Engländern geliefert wurde. Das Fort M e r x e m wurde von den Belgiern in die Luft ge- sprengt. Den deutschen Truppen gelang es erst nach Ueberwindung heftigen Widerstandes, die Schelde zu überschreiten. »-« M � Bmersterdam, 10. Oktober. jPrivattelegramm des � V o r w S r t 8",)„RieuwS»an den Lwg" meldet, daß die belgische Niu abgeschnitten und 3200 Belgier sowie 13 000 Engländer auf IjollS*. Gebiet übergetreten seien. DaS nördlich gelegene Fort Saarbev�'�llen sprengten dir Belgier mittags selbst in die Luft, nachdem llebergabe der Stadt bereits erfolgt war. Eine wilde Flucht begann' �ber dir Schiffsbrücke, die hiarauf verbrannt wurde. Dir„Gneisenau">st tticht in die Luft gesprengt worden. Sir diente al» Dpitalfchiff und wurde schon nacht« fortgeschleppt. Die meisten versenkten Schiffe»arein Getreideschiffe. DaS Bombardement schä- digte die Binnenstckdt nicht allzuviel. Da«„Reutersche Bureau" meldet u»verbürst: Die Deutschen nahmen den Bürgeaueister«aöly von Lrns als Geisel gefangen. Schonung ü�r geschichtlich«« Denkmäler. Brüssel, 10. Oktobar. M. T. B.) DaS bereit? am 28. Gep- tember für dchl Fall der Beschießung von Antwerpen ergan- gene Anerbieten tunlichster Schonung der geschicht- lichen Denkmäler der Stadt ist Von der belgischen Regierung angenommen worden. Sie hat durch Ver- Mittelung der amerikanischen Gesandtschaft in Brüssel am 8. Okto- der abends, also nahezu einen Tag nach Beginn der Beschießung. der deutschen Zivilverwaltung ein Verzeichnis der in Frage stehen. den hauptsächlichsten Denkmäler sowie einen Stadtplan zukommen lassen, auf dem sie besonders hervorgehoben find. Eine größere Anzahl von Abzügen dieses Planes, auf dem auch Krankenhäuser und Wohltätigkeitsanstalten vermerkt sind, wiirde von der Zivil- Verwaltung umgehend dem Befehlshaber der BclagerungStruppen überbracht, durch den sie noch in der Nacht an. die Artilleriestellun- gen ausgegeben wurden._ Antwerpens Seöeutung. Antwerpen gefallen?— Das ist nicht nur ein schwerer Schlag für die belgische Regierung, die damit den letzten und größten Stützpunkt ihrer Macht im eigenen Laude verliert, sondern nicht minder für England: denn mit Antwerpens Jyall bricht zugleich auch ein beträchtlicher Teil der englischen Äriegshoffnungen zusammen. Das englische Kriegsmini- sterium wußte sehr wohl, was es tat, als es noch in den letzten Tagen neue englische Truppen noch Antwerpen warf und sich der Absicht des belgischen Festungskommandamten energisch widersetzte, der nach der Eroberung der äußeren Forts durch die deutsche Belagerungsarmee die Stadt übergeben wollte, um ihr die Beschießung zu ersparen. England verteidigte in Antwerpen gewissermaßen den Brückenkopf seiner jetzigen Heercsmachtstellung auf dem europäschen Festland. Solange Antwerpen sich hielt, bildete es für eine gegen die belgische und nordöstliche französische Küste vorstoßende deutsche Heeres- masse eine gefährliche Flanken- und Rückembedrohung. Nun, da Antwerpen gefallen ist, wird nicht nur ein Teil der dort festgehaltenen deutschen Belagerungstruppen für die Kämpfe gegen den äußersten linken Flügel der französischen Armee, westlich von Lille und Tourcoing. frei, es steht auch der bal- dige deutsche Vormarsch gegen Ostende, Dümkirchen, Calais und Boulogne in sicherer Aussicht, und damit ersteht vor den englischen Augen das Schreckbild einer deutschen Invasion in Südengland. Doch nicht nur vom militärischen Gesichtspunkt aus be- deutet Antwerpens Fall für Deutschland einen Gewinn: mit Antwerpen ist ihm zugleich die Zentrale des wirtschaftlichen vom östlichen Kriegsschauplatz. XXXI. Ostgrenz», 8. Oktober 1914. Flüchtlinge. Unier meinem Fenster vorbei ziehen Trupps gefangener Russen. Infanteristen und Artilleristen, zirka 3000 Mann. Auf dem Markt- platz werden erbeutete Kanonen und Feldküchen aufgefahren. Und gestern verließ auf Anordnung der militärischen Behörden die Zivilbevölkerung das Städtchey. Heute ist da» bürgerliche Leben in der Stadt vollständig tot. Wer dergleichen nicht erlebte, kann sich keine Borstellung davon machen. Alle Werkstätten, alle Betriebe — auch die landwirtschaftlichen— in vollständiger Ruhe, alle Läden geschlossen und meistens auch ausverkauft, zum Teil noch in dem demolierten Zustand, den die Russen aus ihrer Anwesenheit hinter- ließen. Die Privatwohnungen verödet, in solcher„Ordnung", wie sie ein fluchtartiges Verlassen hinterläßt. Nur ein Fleischer hat seinen Betrieb noch nicht eingestellt. Fleisch gibt eS in Fülle, der Laden ist das Ziel einer sehr großen Kundschaft. Einige alte Leute blieben zurück und bilden jetzt die ganze Zivilbevölkerung. Nach dem Bahnhof hasteten die Menschen in unbeschreiblicher Aufregung. Manche waren erst einige Tage wieder zurück. Nun schon wieder hinaus: Von Haus und Hof, aus der bescheidenen Wohnung, von der noeb bescheideneren Einrichtung, die aber doch alles ist. Da schleppt sich eine Frau hin. Auf dem Arm ein Kind, in der ander» Hand ein schweres Paket. Es enthält alles, was sie überhaupt mit- nehmen konnte; an ihrem Rock hängen noch zwei Kinder. Ein Kind fällt zu Boden. Die Mutter lehnt das auf den Boden gestellte Paket an ihr Bein, hilft mit der Rechten ihrem Kinde in die Höhe, ergreist wieder daS Paket, muntert die Kleinen mit freundlichen Worten auf und keucht weiter. Ihr Mann ist im Krieg. Zwei kleine Mädchen führen ihren alten Großvater zur Bahn; ein Großvater, auf den Stock gestützt, trägt fein Enkelkindchen auf dem Arm. Fast nur humpelnd kommt er weiter. Drei alte Frauen, eine ganz ge- brechliche in der Mitte, schieben sich mühsam vorwärts. Eine Frau weint, eine andere jammert immerzu:„Gott, o Gott, Gott, o Gott!" — Einen Säugling auf dem Arm, schleppt sich ein junges Weib dahin, in der linken Hand trägt, schleift es einen Karton. Er ist lang: die Mutter muß den Arm krümmen, sonst stößt der Karton auf den Boden. Für ein paar Schritte reicht die Kraft, dann reißt die Last den Arm herunter, einige Schritte schleift die Frau ihn. Dann muß die Beladene Halt machen. Wenige Augenblicke; wieder reißt tic den Arm hoch, wieder geht es einige Schritte vorwärts... Männer und Frauen, weniger oder gar nicht belastet, rennen vor- bei, niemand kümmert sich um die Arme. Jeder hat mit sich selbst zu tun. Di««igen« Sorg,»«cht hart und«ückfichtlo», Endlich Lebens Belgiens in die Hände gefallen; denn nicht Brüssel ist das Herz des belgischen Wirtschaftslebens, sondern die alte Handelsstadt Antwerpen, nahe der Scheldemündung. Ant- werpen ist der bedeutendste Hafenplatz des ganzen europäi- schen Festlandes. Noch vor einigen Jahren stand es, was die Tonnage, d. h. den Tonnenraumgehalt der ein- und aus- laufenden Schiffe anbetrifft, hinter Hamburg zurück, doch in den letzten Jahren hat Antwerpen Hamburg überholt. Im Jahre 1912 hatte Hamburg nur einen Schiffsverkehr von 27,40 Millionen Registertons, Antwerpen hingegen von 27,48 Millionen Registertons. In raschem Aufschwünge ist Antwerpens Hafenverkehr von Jahr zu Jahr beträchtlich gestiegen. Im Jahre 1890 liefen in Antwerpen erst 4542 Schiffe mit einer Gesamt- tonnage von rund 4,50 Millionen Registertons ein, im Jahre 1900 bereits 5250 Schiffe mit einem Raumgehalt von 6,7 Millionen Registertons, und im Jahre 1911 stellte sich die Anzahl der einlaufenden Schiffe schon auf 6908 mit 13,3 Millionen Registertons. Die Zahl der ein- und auslaufen- den Schiffe stellte sich 1911 insgesamt auf 13 836 mit 26,66 Millionen Tons Raumgehalt. Zu einem wesentlichen Teil verdankt Antwerpen diese wichtige Stellung der EntWickelung der belgischen Industrie und des belgischen Außenhandels, der hauptsächlich über die große Handelsstadt an der Schelde geht, nicht unwesentlich hat aber dazu auch das Westdeutsche Wirtschaftsgebiet beigetragen. Der Export der rheinisch-westfälischen und der luxemburgisch- lothringischen Montanindustrie vollzieht sich nämlich größten- teils über Antwerpen und Rotterdam, da diese beiden großen Hafenstädte an den Mündungen der Schelde und des Rheins dem Transport mannigfache Vorteile bieten. Auch ein großer Teil der Westdeutschen Lebensmittel- und Rohstoffeinfuhr geht über Antwerpen. Freilich wird dieser Handelsverkehr Ant- werpens nur zu ungefähr 14—15 Proz. durch belgische Schiffe vermittelt, stellte sich doch Ende 1912 die ganze Handelsflotte Belgiens nur auf 181 637 Tons, ungefähr den fünften Teil der Tonnage des Schiffsparks der Hamburg-Amerika-Linie. Zumeist sind es deutsche Schiffe, die den Ueberseeverkehr wie auch den Binnenverkehr auf der Schelde und dem Rhein- Schelde-Kanal vermitteln, in zweiter Reihe Schiffe englischer Nationalität. Deutschlands Anteil an dem Ein- und Ausfuhrhandel Antwerpens ist denn auch weitaus am größten. Im Jahre 1911 war Deutschland an der Einfuhr der Scheldestadt mit 2,04, an der Ausfuhr mit 1,69 Millionen Tonnen beteiligt, England nur mit 1,59 bezw. 1,41 Millionen Tonnen. Die Haupteinfuhr Antwerpens besteht in Getreide. Es hat nächst Rotterdam die größte Getreideeinfuhr unter allen Hafen- Plätzen Europas, mehr als das Doppelte Londons. Der Wert der Einfuhr Antwerpens an Weizen betrug 1911 364 Millio- nen Mark, an Mais 83, an Gerste 54. an Hafer 31 Millionen Mark. Tie sonstige Einfuhr besteht vornehmlich in Roh- stoffen aller Art, darunter im Jahre 1911 für 194 Millionen Mark Wolle, für 108 Millionen Mark Baumwolle, für 142 Millionen Mark Mineralien, für 90 Millionen Mark Roh- gummi. An der Ausfuhr sind vor allem Eisen- und Stahl- waren aller Art, Maschinen, Baumwollgewebe, Chemikalien und Getreide beteiligt. Schon diese wenigen Zahlen genügen, um die Wirtschaft- liche Bedeutung Antwerpens zu kennzeichnen. Mit seiner Eroberung ist tatsächlich die Zentrale des ganzen belgischen Wirtschaftslebens in deutsche Hände gefallen. Westlicher Kriegsschauplatz. Das französische Communiqu6. Paris, 9. Oktober. kW. T. B.) Das um 11 Uhr abend» veröffentlichte amtliche Communique lautet: Es ist nichts Neues zu melden, außer einem heftigen Kampfe bei Rohe, wo wir an zwei Tagen 099 Gefangene machten. Reims erneut bombarüiert. Paris, 10. Oktober.(W. T. B.) Wie die Zeitungen melden, versuchte gestern vormittag eine Tanbe-Paris zu über- fliegen. Sie wurde sogleich von vier Fliegern oerfolgt und ver- schwand in östlicher Richtung._ erbarmen sich doch zwei Männer der Erschöpften, die kaum ein Dankwort herausbringen kann.—„Wo ist Ihr Mann; im Krieg?" — Wie ein Pfeil bohrte sich die Frage in eine offene Wunde.— „Schon tot, gefallen," bringt die Frau abgerissen heraus. Sie will nicht weinen, aber die Tränen brechen doch hervor.— Fast alle Frauen, die mit ihren Kindern dem Bahnhof zustreben, antworten auf die Frage nach dem Vater der Kinder:„Er ist Soldat!"—> Reservist, Landwchrmann, Landsturm. Einige Landstürmer wohnen in der Stadt. Sie helfen, die Jamilie fortbringen. Mit Bettzeug, Kisten und Kasten haben sie sich bepackt. Ein dicker Postbeamter Hot seine Habe auf eine Mistkarre geladen. Stöhnend und ächzend bringt er ste vorwärts. Auf ganz niedrigen Rädergestellen, nur mit Brettern belegt, fahren Mütter ihre Kinder zum Bahnhof: Nur fort! Nur fort!— DaS ist ihr einziger Gedanke. Zu allem Unglück fängt eS nun auch noch wieder an zu regnen. Bald gießt es in Strömen. Kinder gleiten aus, stürzen in den Schmutz, jammern und schreien. Pakete bleiben liegen, Bettzeug und andere Sachen. Der Regen macht das Letzte unbrauchbar. Schnell sind die Bahn- Hofsräume, Wartesäle und Gänge, Bureaus und Packkammer mit Menschen belagert. Immer noch mehr strömt zu. Wer nur irgend- wie Schutz findet, ist schon glücklich. Selbst der Abort dient als Zuflucht. Trotzdem müssen viele draußen bleiben. Im Warte- räum, in den Gängen herrscht ein fürchterliches Gedränge, ein un- entwirrbares Durcheinander. Zwischen Kasten und Säcken, auf den Fliesen sitzen und hocken Kinder und Frauen. Sie schmiegen sich aneinander, um sich gegenseitig zu erwärmen. Kinder schreien nach ihren Müttern, Mütter suchen ihre Kinder. Eine Frau fängt an, laut zu beten, eine andere ringt verzweiflungsvoll die Hände.... Draußen steht eine junge Frau mit ihrem acht Monate alten Kinde auf dem Arm. Sie schluchzt und schluchzt. Warum? Sie hat keine Nahrung für ihr Kind, und sie kann nicht? bekommen. Plötz» licher Ruf:„Ein Zug kommt!" In der Aufregung versteht daS jemand falsch und schreit:„Die Russen kommen!" Eine Panik ent- steht. Jeder will hinaus; einer stürzt über den anderen. In der Tür staut sich die Masse. Nicht vorwärts geht's, nicht zurück. Durch die Fenster nehmen die Frauen den Weg, reichen die Kinder hinaus. Haufen von zappelnden und schreienden Menscben liegen auf dem Boden. Endlich glückt eS einigen Soldaten und Beamten, die furcht- bar Erregten zu beschwichtigen und den Irrtum aufzuklären. Ein Zug läuft ein. Wieder setzt das Drängen und Stoßen ein. Immer noch strömt der Regen nieder. Jeder will einen Platz im Wagen erobern. Nur schnell hinein! Die ersten Wagen sind sofort überfüllt. Immer noch mehr Menschen zwängen sich hinein; hinten ist noch Platz. Man bleibt vorn, aus Angst, sonst vielleicht nicht mitzukommen. Weinende, vor Nässe und Kälte zitternde Kinder stehen bei Gepäckstücken. Die Mutter belegt einen Platz mit kleinerem Gepäck. Als sie zurückkommt, ist der Wagen voll- ständig besetzt. Menschen, Körbe jrnd Säcke bilden langsam sich Wie der„Temps" aus Reims meldet, haben die Deut- schen das Bombardement von Reims wieder aufgenommen. Antwerpen, �üttich, Namur sollen zurück- erobert werben! London, 10. Oktober.(W. T. B.) Tie„Morning Post" schrieb vorgestern in einem Leitartikel:„Indem die Deutschen ungeheuere Massen ins Feld warfen, gewannen sie sofortige Vorteile, deren Neutralisierung den Verbündeten schreckliche Anstrengungen und viele Menschen kosten wird. Lüttich. Namur, Antwerpen und Maubeuge müssen alle zurückerobert werden. Bevor dies versucht werden kann, müssen die Deut- schen zurückgeschlagen werden. Diese Schläge hätten verinie- den werden können, wenn die Verbündeten den Feldzug mit größeren Truppenmassen hätten beginnen können. Die Heeresstärken, die zur Verteidigung Belgiens und der sran- zösischen Grenze ausgereicht hätten, werden nicht geniigen, um die Deutschen aus den besetzten Gebieten zu vertreiben, so daß die Versäumnisse aus der Zriedenszeit größere Verluste und größere Kosten verursachen werden, als bei mehr Voraus- ficht notwendig gewesen wäre." Ein englisches Urteil über öie deutsche Wehrkraft. London, 10. Oktober.(W. T.©.) Ein militärischer Berichterstatter der„Morningpost" schreibt: Woher die Deutschen die Truppen nehmen, um ihre Linie soweit verlängern zu können, während sie östlich der Maas Gegenangriffe ausführen, ist ein Geheimnis, daS gegenwärtig nicht gelöst werden kann. Man muß sich notwendig vergegenwärtigen, daß die miliiärischcn Kräfte Deutschlands noch lange nicht völlig entwickelt sind. Hinter den ausgebildeten Truppen der ersten und zweiten Linie und den alten Soldaten des Landsturms befinden sich etwa hunderttausend Mann halbausgebildeter und fünf Millionen unausgebildeler Leute, die dem Alter nach im Notfall dienstpflichtig sind. Gestlicher Kriegsschauplatz. Rückkehr ües Zaren nach Zarskojeselo. Petersburg, 10. Oktober.ts Juwärts" Krlim KlksW. Sovvtag. tl. Ottobtt l9!4. Ms Groß-Serlin. Mein Kartoffelkauf. Mitten in der Kartoffelernte ziehen plötzlich die Kartoffel- Preise an. Bisher kosteten 1» Pfund 35 Pf., und 40 Pf. sind sie mit einem Schlage gestiegen; und die Händler versichern, daß die Preise noch weiter steigen würden. Nette Aussichten, dachte ich. denn auch in meiner Familie ist die Kartoffel neben dem Brot das Hanptnahrungsmittel. Selbswerständlich suchte ich sofort nach den Ursachen dieser plötzlichen Steigerung. Allge mein war ja die Meinung verbreitet, daß die diesjährige Kar toffelernte in Deutschland eine gute sei. Die Preise würden sich auf einer unter den gegenwärtigen Verhältnissen noch erschwinge baren Höhe halten, und zudem stehen und standen der Lande Wirtschaft Arbeitslose und sonstige Hilfe zahlreich zur Verfügung, um die Ernte an Kartoffeln einzubringen. Mir wollte daher die erfolgte Preiserhöhung nicht ganz berechtigt erscheinen. Ter Saatenstandsbericht für Preußen sprach allerdings davon, daß der Kartoffelstand nicht besonders günstig sei. Ich bin nun aber ein Zweifler und suchte inich daher selbst über den Stand der Kartoffelernte zu unterrichten und gegebenenfalls für mich selbst zu billigen Preisen meinen Bedarf an Kartoffeln einzukaufen. Also setzte ich mich auf die Vorortbahn und fuhr gegen Königswusterhausen zu. Unterwegs stieg ich aus und wanderte zwei gute Stunden über Land. Ich kam an weiten Kartosfeh feldern vorbei. Rosig, bläulich und grau lugten die foftlkren und notwendigen Knollen aus dem Boden heraus. Ich fand den Stand der Ernte gut, soweit ich ihn sehen konnte. Einige Felder waren bereits abgeerntet, bei vielen war man an der Ernte, und ich sah auch, wie auf verschiedenen Feldern lange Hügel sich hinzogen, unter welchen ich eingemietete Kartoffeln vermutete. In Sch. angekommen, besuchte ich einen Landwirt, um mich bei ihm nach dem Preis zu erkundigen. Er war nicht zu Hause. Doch seine Frau sagte mir, als ich ihr den Zweck meines Besuches mitteilte:„Kartoffeln? O, die sind rar! Unter 4 bis 5 M. ist gar kein Darandenken, Kartoffeln zu kriegen." Das war wenig erfreulich. Ich beschloß, auf die Rückkehr des Mannes zu warten, und ging deshalb zum Frühstücken in die Dorfwirtschaft. Da standen um den Schenktisch herum einige Bauern mit dem Förster und erzählten sich vom Kriege. Da trat ein junger Bauer herein, und mit seinem Eintritt kam die Rede auf die Kartoffeln. Denn er begann sofort:„Ich Hab' see wieder mitgebracht. Vier Mark für die kleenen und vierfufzig für die großen war ihnen zu viele. Ich hab's ihnen gesagt: Wir können warten, und Ihr könnt froh sein, wenn Ihr sie in'n paar Monaten für sieben, acht und neun Mark kriegt." So sprach der junge Mann, und er fand allgemeinen Beifall. Ein älterer, wohlgenährter Mann mit wetterrauhem Gesicht und dröhnenden Baß erklärte:„Ganz recht hast, Willem; uff zehn Mark müssen wir sc naustreiben!" Ich sah meine Mission zu Wasser werden, soweit sie den Kartoffelkauf betraf, stand auf, wollte aber trotzdem weiter mein Glück versuchen. Schön kam ich an. Wie ein Bettler wurde ich behandelt.„Aber Mann, Kartoffeln— das qlob' ich, daß Sic die haben wollen!? Große oder kleene, wieviel hundert Zentner sollcn's denn sein? Zehn Sack? Aber Mann, dat lohnt sich doch gar nicht, daß wir anfangen einzusacken!" Ich ging von Gaus zu Haus. Es wurden mir Kartoffeln gezeigt. Große, schöne Kartoffeln. Fragte ich nach dem Preis, so erhielt ich zuerst ein Achselzucken zur Antwort, und endlich wurden Preise genannt, die mir die Haare zu Berge steigen ließen. Ich wanderte weiter nach W. Tort dasselbe Ergebnis. Langsam wanderte ich wieder zur Bahnstation zurück. Bei tänem Ausblick in die Zukunft wurde mir das Herz schwer. Viel- leicht ist das, was mir begegnete und was ich hören mußte, nur etlvas Vereinzeltes, zurückzuführen auf die Nähe des großen Bauches Berlin. Es ist selbstverständlich, daß der Landwirt angemessene Preise für seine Produkte bekomnien soll. Aber ebenso selbstverständlich muß es sein, daß nicht Wucher getrieben werden darf mit einem in der nächsten Zeit wohl notwendigsten Lebensmittel für das Volk. Die Sorge für die auskömmliche und billige Ernährung des Volke? ist während eines Krieges die wichtigste Aufgabe der Zivilbehörden. Diese Behörden, Gemein- den und Körperschaften müssen hier sofort eingreifen. Durch Festsetzung der Preise, durch Großbezug seitens der Gemeinden muß die Kartoffel als für die Volkskreise wichtigstes und in der nächsten Zeit hauptsächlichstes Ernährungsmittel zu billigen Preisen für den Verbraucher zur Verfügung stehen. Diese For- derung muß frühzeitig erhoben werden. Deshalb habe ich meine Erfahrungen bei dem Versuch, Kartoffeln direkt beim Bauern zu kaufen, hier geschildert._ 9ln die Vereine des Tcntschen Arbeiter-Sängerbundcs! Ter Vorstand des Deutschen Arbeiter-Sängerbundes erläßt folgenden Aufruf: Wie allgemein, so hat der Krieg auch in unseren Reihen Bestürzung und Mutlosigkeit hervorgerufen; ein großer Teil unserer Vereine stellte seine Uebungsstunden ganz ein oder ließ es bei einem gelegentlichen Zusammenkommen bewenden. Erst allmählich fangen die Vereine an, ihre Uebungsstunden wieder abzuhalten. Dieses Aufsichselbstbesinnen ist ein erfreuliches Zeichen, zeugt es doch von der Erkenntnis, daß auch in dieser schiveren Zeit die Pflege des Geistes und des Gemüts, die im Gesang ihren schönsten Ausdruck findet, nicht verkünimern darf. Wir empfehlen daher, die Uebungsstunden wieder regelmäßig statt- finden zu lassen. Wir verkennen die Schwierigkeiten dieser Aiisgabe m ein- zelnen Fällen gewiß nicht, aber wo ein Wille vorbanden ist, ist auch ein Weg. Wir sind es unseren ins Feld gezogenen Sangesbnidcrn schuldig, daß sie ibrcn Verein, den sie haben mit aufbauen und fördern helfen nach glücklicher Heimkehr noch beisanimen finden; es ist dies eine Pflicht, die gewiß leicht zu nennen ist im Hinblick auf die Ausgaben,� die von unseren im Felde stehenden Sangesbrüdern zu bewältigen sind. Ein jeder betätige das in der deutschen Arbeiterklasse so oft zum Ausdruck gekommene Solidaritätsgefiihl aufs äußerste; beweisen wir�durch die Tat. daß wir auch in schwerer Zeit gewillt sind, unsere Ideale hochzuhalten_ Tie Verkehrsnot. Die noch immer bestehenden Verkehrsbeschränkungen, die sich in zeitweiliger Ueberfüllung der Verkehrsmittel und in der Zeit- folge der Wagen äußern, haben auch die Große Berliner der- anlaßt, sich zu dieser Frage zu äußern. Die Direktion betont, daß auch sie das größte Interesse an einem geregelteren Verkehr als heute habe, daß sie bestrebt sei, alles Mögliche zu tun, um dies Ziel zu er- reichen, daß sie aber bittet, die Schwierigkeiten objektiv zu wür- digen, die sich ihr hierbei in den Weg stellten. Sie legt dar: Das Fahrpersonal zählte am 23. Juli 9012 Mann (4120 Fahrer und 4892 Schaffner); von diesen wurden� bisher � 4672 Mann einberufen, also mehr als die Hälfte. Die Gesellschaft suchte sich zunächst zu helfen, indem sie die Frauen der inS Feld � Gezogenen aufforderte, aushilfsweise als Schaffnerinnen 3 bis g Stunden täglich Dienst zu tun. Es meldeten sich 843 Frauen, ' von denen 611 im Dienste behalten werden konnten. Ein Teil schied später wieder aus. Heute sind noch 469 Frauen im Dienst. Ferner trug die Verwaltung dafür Sorge, daß alles zum Fahr- dienst geeignete, aber in anderen Verwendungen beschäftigte Per- sonal in diesen übernommen wurde. Im übrigen muhte jedoch an die Anstellung neuen Ersatzperso nals gegangen werden. Vielfach wird die Ansicht ausgesprochen, es müsse bei dem Ueberfluß von Arbeitslosen in Berlin ein leichtes sein, schnell so viele Ersatzkräfte in Dienst zu stellen, als gebraucht werden. Das im Straßenbahndienste beschäftigte Personal kann nicht einfach von der Straße weg auf den Wagen gestellt werden; es muß eine besondere Ausbildung erfahren, deren sorgfältige Durchführung zu den wichtigsten Aufgaben der Verwaltung gehört. Die gesetzlichen Mindestvorschriften dafür können auch in Kriegs- zeiten nicht aufgehoben werden. Es hieße die Gefahren des Krieges in die Straßen Berlins verpflanzen, wollte man ihn zur Veran- lassung nehmen, Leute als Fahrer zu verwenden, die unzureichend vorgebildet oder sonst unzuverlässig wären. Aber auch als Schaffner können nur Leute eingestellt werden, die mit den Dienstobliegen- heiten genügend vertraut, zum Verkehr mit dem Publikum wenigstens einigermaßen erzogen und mit den nötigen Ortskennt- nissen ausgerüstet sind. Die Notwendigkeit dieser Ausbildung ist es nun, die der Zahl der in Dienst zu Stellenden die Grenze setzt. Gewiß ist es richtig, daß sich zahlreiche Arbeitslose meldeten und noch melden. Von den Stellungsuchenden schied jedoch ein großer Teil wieder aus, weil die ärztliche Untersuchung ungünstig ausfiel. Ander« fanden wieder die Anforderungen des Dienstes, als sie sie näher kennen lernten, zu unbequem. Von den Ucbrigbleibenden konnten aber nicht mehr an- Benommen werden, als man gleichzeitig auszubilden imstande war. immerhin ging die Einstellung ziemlich flott von statten, solange es sich um den Ersatz lediglich von Schaffnern handelte. Anders wurde die Sache, als die Einstellung neuer Fahrer notwendig wurde, der man bisher dadurch begegnete, daß alle alten Schaffner, die früher Fahrer gewesen waren, aus dem Schaffner- wieder m den Fahrerdieost zurücktraten. Zur Ausbildung der Fahrer hat die Gesellschaft zwqi neue Fahrschulen eingerichtet, so daß sie jetzt über vier Fahrschulen verfügt, in deren jeder gleichzeitig etwa 30 Lehr- linge unterrichtet werden können. Für jede Fahrschule werden Fahrmeistcr für den theoretischen Unterricht gebraucht, außerdem je ein Fahrmeister zum praktischen Unterricht der für die Lehrwag-n zu bildenden Gruppen von je 6 Lehrlingen. Jeder Lehrling bedarf nach der Ausbildung in der Fahrschule noch zirka 14 Tage eines beizugebenden alten, erfahrenen Lehrfahrers, damit er mit den Betriebswagen in dieser ersten Zeit kein Unheil anrichten kann. Von dem Lehrpersonal hat man uns auch etwa die Hälfte durch Einberufung entzogen. Von den Betriebsingenieuren, die außer ihren sonstigen sehr wichtigen Dienstobliegenheiten auch noch die technisch« Ausbildung überwachen, sind heute überhaupt nur noch zwei zurückgeblieben, Aehnlich liegt eS bei den Verkehrs- und Be- triebsinspektoren. Trotz aller dieser Schwierigkeiten wurde er- reicht, daß im Laufe der letzten Wochen wöchentlich mehr als 400 Ersatzleute in den Dienst gestellt werden konnten. Wir stehen also bei allem guten Willen einfach vor der Unmöglichkeit, die Aus- bildung unseres Personals, namentlich der Fahrer, in kürzerer Zeitfolge durchzuführen. Am 3. Oktober betrug der Bestand an Fahrern und Schaffnern 5937 Mann, wozu noch 469 Frauen und 312 Lehrlinge kamen, zu- sammen 6738 Personen. Es fehlten demnach gegenüber dem Stande vom 25. Juli noch 2274 Personen ohne die Lehrlinge. Es ist unmöglich zu verlangen, daß bei einem derartigen Per sonalbestande der Betrieb in normaler W«ise geleistet werden soll. Durch größte Anspannung aller Kräfte, durch Verzichtleistung auf freie Tage und Leistung von Ueberstunden wurde es zuwege gc- bracht, den Gesamtbetrieb im Monat August auf 72,2 Proz., im Monat September auf 73,3 Proz. der Leistungen im Juli zu bringen, wobei zu beachten ist, daß die durchschnittlichen TageS- leistungen am Ende eines jeden der beiden Monate infolge der im Laufe des Monats eingetretenen Personalvcrmehrung bedeutend über diesen Zahlen liegen. Die jetzige Tagesleistung wird mit über 80 Proz. der Julileistung gering eingeschätzt sein. Es kommt hinzu, daß das Wagenangebot zum größten Teil aus Vierachswagen be- stand, daß also der Prozentsatz der angebotenen Plätze noch günstiger ist. Die Gesellschaft legt ferner dar, daß sie in weitere Schwierig- leiten kommt, wenn Landsturmleute eingezogen werden und sie wendet sich ferner gegen den Einwand, als ob materielle Interessen sie hinderten, die Verkehrsschwierigkeiten zu beseitigen. Wir haben geglaubt, auch die Ansicht der Großen Berliner mit- teilen zu sollen. Bestehen bleibt aber der große Unwille des sah- renden Publikums über die schlechte Verkchrsgelegcnheit und der Wunsch, daß baldigst Abhilfe geschaffen wird. Jmnpflegerinnen auf Männerstationen. Aus den Kreisen des Pflegepersonals der städtischen Irren- anstalten Berlins g«ht uns unter Bezugnahme auf unsere Notiz am 9. Oktober eine Erklärung folgenden Inhalts zu: W Es trifft durchaus zu, daß sich infolge des Krieges bei den Ber- liner städtischen Irrenanstalten ein fühlbarer Mangel an männ- lichem Pflcgcpcrsonal bemerkbar machte und daß es schon immer Schwierigkeiten gemacht hat, männliches Pflege personal in hin» reichender Zahl zu erhalten. Die Gründe dafür sind aber lediglich in dem gesamten Arbeitsverhältnis(durchschnittlich vierzchnstündige Arbeitszeit, niedrige Bezahlung und Beeinträchtigung der perfön- lichen Freiheit, Kost- und Logiszwang) zu suchen. In Friedens- zeiten hat man sich diesem Mangel gegenüber damit zu helfen ge- wüßt, daß man neben dem alten Stamm geübter Pfleger bei Ncucinstellungen Leute aus allen möglichen Berufen, zumeist Hausdiener, genommen hat. Nur feit Beginn des Krieges scheint man von dieser alten Praxis abweichen zu wollen und beruft sich darauf, daß geübte Pfleger— was ja sehr natürlich ist— augenblicklich schwer zu bekommen sind. Diese Schwierigkeit wird für einzelne Anstaltsdirektionen noch dadurch ganz erheblich gestei- gert, als sie von der einzigen für die städtischen Anstalts- und Be- triebSleitungen zuständigen ArbeitSvermittelungsstelle— den Jen- tralarbeitsnachiveiS der Stndt Berlin— überhaupt nicht die Zu- Weisung von Arbeiskräften verlangt haben! Und dies, obgleich auf unsere Anfrage beim Arbeitsnachweis versichert worden ist. daß unter den Tausenden der dort sich täglich meldenden männlichen Arbeitskräfte sich auch solche befinden, die für den Dienst in den Irrenanstalten geeignet sind. Also nicht von einem Mangel an männlichen Arbeitskräften, sondern nur von einem Mangel an gutem Willen, neue männliche Arbeitskräfte wieder einzustellen, kann hier die Rede fein. E» haben sich dann infolge dieser Sparsamkeitspolitik in den Anstalten Verhältnisse entwickelt, von denen nun auch wohl die Deputation eingesehen hat. daß sie auf die Dauer einfach unhaltbar sind. Es hat daher auch wohl nicht die.Not", sondern einfach die Sparsamkeit dazu gt- führt, Frauen auf Männerstationen als Pflegerinnen zu verwenden. Hat schon die Oeffentlichkeit Protest dagegen ein- gelegt, daß weibliche Schaffner auf den Straßenbahnen beschäftigt werden während der jetzigen Zeit, so ist wohl kein Wort scharf genug, um das Verhalten der Deputation für die städtisch« Irren» pflege zu kennzeichnen, die die Frauen nicht nur an Stelle der männlichen Arbeitslosen beschäftigt, sondern ihnen eine Beschäfti. gung zuweist, die mit den schwersten Gefahren für sie verbunden ist. Es kann jederzeit passieren, daß eRcer der geisteskranken Männer von einem Tsbsuchtsanfall heimgesucht wird und sich in diesem Zustand an der Pflegerin vergreift so daß diese weder ihrer Gesundheit noch ihres Lebens sicher ist." Mieteinigungsämter in Groft-Berli«. Auf Einladung des Berliner Magistrats fand gestem im Rathause unter deni Vorsitz des Oberbürgermeisters Mermuth eine Konferenz statt, welche zur Beratung der Mictsrage em- berufen war. An dieser Besprechung nahmen außer Mitgliedern des Magistrats von Berlin Vertreter von Charlottenburg, Wilmersdorf, Schöneberg. Neukölln. Lichtenberg, die Landräte und auch Vertreter von einigen Gemeinden aus den Kreisen Teltow und Niederbarnim teil. Der Beratung lag ein Plan des Magistrats Berssn über die Errichtung von Mieteinigungsäintern zugrunde. Es wurde allgemein anerkannt, daß die Einigungsämter sehr wohl ge- eignet wären, bei verständiger Handhabung und in Fühlung- nähme mit den Gerichten den Interessen des Vermieters und des Mieters zu dienen und einen billigen Ausgleich zwischen den beiderseitigen Interessen herbeizuführen. Auch bei den übrigen Geineinden zeigte sich, soweit nicht dort derartige Organe bereits bestehen, die allgemeine Bereitwilligkeit, solche Mietämter baldigst einzurichten. Im weiteren wurde in eingehender Erörterung von den einzelnen Gemeinden dargelegt, was sie aus diesem Gebiete bei den Unterstützungen der Kriegerfamilien und darüber hinaus an materieller Hilfe geleistet haben und zu leisten im Begriff stehen._ Aufhebung der Sonntagsruhe. Die Bestimmungen über die Sonntagsruhe werden für Sonn- tag, den 11. Oktober, im LandeSpolizeibezirk Berlin und im Regierungsbezirk Potsdam für die Landkreise Teltow, Nieder- barnim, Osthavelland und für die Stadtkreise Spandau und Potsdam außer Kraft gefetzt._ Spenden für Arbeitslose und Ffamilie« der Kriegsteilnehmer. Auf Grund des vom Magistrat in Gemeinschaft mit andere» Körperschaften erlassenen Aufrufs für die Angehörigen der Krieg». teilnehmer spendeten Dr. Paul Lachmann aus der Felix Lachmann- sehen Masse 4 0 000 M. und die Preußische Zentral-Bodenkredit- Aktiengesellschaft 1 0 000 M. Die Weizenmühle Karl Salomon u. Co. in Berlin O., Mühstmstraße 8, hat zugunsten der Arbeits» losen und der Familien der Kriegsteilnehmer vom 1. September ab 10 Pfennige pro Stunde und Arbeiter dem Magistrat zur Per- fügung gestellt. Der auf diese Art zusammenkommende Betrag beläuft sich auf etwa 900 M. wöchentlich. Ferner überwiesen der Stadthauptkasse zu Zwecken der Arbeitslosen-Fürsorge die Mitteldeutsche Kreditbank und die Natwnalbank für Deutschland je 10 000 M. Paul Haukes Brotbäckerei, dw der Armendirektion schon einmal 730 Brotmarken zur Verteilung an Berliner Arme über- geben hat, hat sich weiter erboten, während der KriegSzeit all« 14 Tage 300 Brotmarken zur Verfügung zu stellen. Jede Marke berechtigt zur unentgeltlichen Empfangnahme eines Brotes bei einer der Filialen der Firma Hanke. Rechnungsabschluß der Stadl Charlottenbnrg. DaS Vermögens- und Schiildlagerbuch der Stadt Char- lottcnburg weist nach dem Abschluß vom 31. März d. I. 238,6 Millionen Mark Aktiva auf, d. h. 1.049 Millionen Mark mehr als am Ende des Vorjahres. Den Hauptanteil am ge- samten Vermögen hat der städtische Grundbesitz mit einem Werte von 175 Millionen Mark. Die Passiva bettagen 191 Millionen Mark, 4,256 Millionen Mark mehr als im Vorjahre. Die Anleiheschulden sind von 166,6 Millionen Mark auf 172,6 Millionen Mark gestiegen. DaS Rein» vermögen der Stadt beträgt 47,4 Millionen Mark gegen 50,6 Millionen Mark am Ende des Vorjahres. Der Mehr- zugang der Passiva beträgt 3 Millionen Mark. Nach dem rechnerischen Ergebnis sind die Passiva höher, weil gewisse Aktiva noch nicht eingestellt werden konnten. Insbesondere sind buchmäßige Ausfälle dadurch entstanden, daß Hoch- bauten nur in Höhe des Feucrkasscnwesens eingesetzt sind, der aber die Fundamente und weniger feuergefährlichen Anlagen nicht umfaßt. So beträgt der Unterschied zwischen den für das Krankenhaus für Geburtshilfe, das Lyzeum IV. das WaldhauS Charlotteuburg und das Opernhaus tatsächlich aufgewendeten Baukosten und den Feuerkassenwerten etwa 1,0 Millionen Mark. Der Jahresabschluß der Stadthauptkasse weist im Ordinarium des Hauptetats einen Fehlbettag von 270 190 M. auf, der aus dem Ausgleichsfonds gedeckt wurde. Der Fehlbetrag ist hauptsächlich auf den bcttächtlichen Steuer- auSfall infolge der ungünstigen wirtschaftlichen Lage und des völligen Daniederlicgens des Grundstücks- und Äaumarktes zurückzuführen; die Gemeindceinkommcnstcuer, die Gemeinde» grundsteuer und die Umsatzsteuer blieben insgesamt fast um 1,0 Million Mark hinter dem Etattvoranschlog zurück. Günstig hat wiederum daS Elektrizitätswerk abgeschlossen, daS einen Reingewinn von 2L0I743 M. hatte, d. h. 113140 M. über den Etatsvoranschlag und 153 019 M. mehr als im Vorjahre, während die Gaswerke infolge des Rückganges beim Gasabsatz gegen den Etats- Voranschlag einen Minderertrag von 332 565 M. aufweisen. Beim Kapitalvermögen konnten durch vorteilhafte Anlegung von vorübergehend verfügbaren Geldern auS den Beständen der Stadthauptkassc 406 550 M. an Zinsen in Zugang ge- stellt werden. Wegen eines große» Dachstuhlbrandes wurde in der Nacht zum Sonnabend die Berliner Feuerwehr nach der Straßburger Straße 43». Ecke Saarbrücker Straße, alarmiert. Dort stand der Dachstuhl des Vorderhauses und Seitenflügel« mit Teilen der Bodenverschläg« seit Mittemacht in Flamme«. Durch so- B $ 192 20 $ 11 fortigen Angriff dreier Löschzüge über die verqualmten Treppen und es, eine weitere Ausdehnung des Feuers zu Der Verein der Kindervolksküchen hat, wie wir gern feststellen Arbeiter Samariterkolonne. Alle Anfragen und Meldungen für wollen, bisher an die Kriegsfinderhorte der Kinderschußkommission die Kolonne Groß Berlin sind vorläufig an den Vorsitzenden Gustav geltlicher Abgabe geliefert. Maschinenleitern gelas mußte Wrangelstraße 8 ein Tischlereibrand sowie an die Kranken- und Wöchnerinnenhilfe Milch zu unent- Dietrich, Berlin NW. 23, Klopfstodstr. 25, zu richten. verhüten. gelöscht werden. geritten Kommunale Fürsorge in Niederschönhausen. Die Kommission für die Erwerbslosenunterstützung hat beschlossen, die Unterstüßung für die Arbeitslosen in folgender Weise zu regeln: Für eine alleinstehende Person sollen 30 M., für ein alleinstehendes Ehepaar 45 M. und für jedes Kind 6 M. pro Monat gezahlt werden, wobei die Gewerkschaftsunterstützung zur Anrechnung gelangt. Die Gemeindeunterstüßung wird nur denen gewährt, die feit dem 1. Juni 1914 im Orte wohnen und mindestens jeit acht Tagen arbeitslos sind. Die Auszahlung der ErwerbsLosenunterstüßung erfolgt wöchentlich. Die Kontrolle der Erwerbslosen erfolgt durch wöchentlich zweimalige Meldung beim Zentralarbeitsnachweis in der Gormannstraße( Berlin). Selbständige Erwerbslose haben sich wöchentlich mehrere Male auf dem Nathause zu melden. Bezüglich der Notstandsarbeiten wurde beschlossen, daß die Erwerbslosen, die Unterstützung beantragen und fich förperlich für die Verrichtung der Notstandsarbeiten eignen, für diese Arbeiten verwendet werden. Die Arbeitszeit bei den Notstandsarbeiten beträgt täglich 9 Stunden und der Arbeitslohn für die Stunde 35 Pf. Die Krankenkassen- und Invalidenbeiträge werden von der Gemeinde in voller Höhe getragen. Die Anträge auf Griverbslosenunterstüßung und Notstandsarbeiten sind im Rathause, Zimmer 21 geöffnet von 9-1 Uhr persönlich zu stellen. Einsichtnahme in die Lichtenberger Wählerliste! Da die Wählerliste nur noch bis Freitag, den 16. Oktober, ausliegt, und der heutige Sonntag der lezte Tag ist, an dem für alle arbeitenden Wähler die Einsichtnahme möglich sein wird, so machen wir nochmals auf die Prüfung der Liste aufmerksam. Die Einsichtnahme erfolgt im Stadthause, Türrschmidtstraße 25, Erdgeschoß, am Sonntag in der Zeit von 9-12 Uhr, und an der Wochentagen von 8-3 Uhr. Nur diejenigen, deren Namen in der Wählerliste enthalten ist, dürfen später bei den Stadtverordnetenwahlen ihr Wahlrecht ausüben. Deshalb muß jeder die Wählerlisten einsehen. Arbeitslosenunterstützung in Kaulsdorf. Der Schleifenbetrieb auf den Straßenbahnlinien 68 und 168, der einige Zeit hindurch wegen Pflasterungsarbeiten auf der Strecke unterbrochen war, ist vom 10. d. M. wieder in der alten Form aufgenommen worden. Der Lehrplan der Arbeiter- Bildungsschule ist im Inseratenteile der heutigen Nummer enthalten. Wir machen besonders darauf aufmerksam. Märchenaufführnng teilnehmen wollen, haben sich am Dienstag, ben Märchenaufführung in Wilmersdorf. Die Kinder, welche an der 13. Dtober, nachmittags 5 Uhr, im Arbeiterjugendheim, Mannheimer Straße 51, einzufinden. abends 8, Uhr, findet in der Aula der Oberrealschule, Ringbahnstr. 2/3, Volkskunstabend in Lichterfelde. Sonnabend, den 24. Dktober, der zweite Lichterfelder Volkskunst a bend statt. Der Vorverkauf der Eintrittskarten beginnt in den allernächsten Tagen. Die Bertaufsstellen werden noch bekannt gegeben. Arbeitslose erhalten wieder bei dem Vorsitzenden des Gewerkschaftsfartells resp. ihren Zahlstellenvorfigenden Freikarten. Die Freifarten für die Jugendlichen sind beim Jugendleiter abzuholen. Freifarten für Soldaten sind auch diesmal beim Genossen Kurt Heinig, Karlstraße 80 I, zu haben. * Die Lichterfelder Arbeiterbücherei, Bälestraße 7, hat nach ihrer Bentralisation und Neuorganisation schon große Erfolge erzielt. Wir haben eine jährliche Durchschnittsziffer von 1000 Entleihungen nahezu erreicht. Der Krieg hat einen Rüdichlag gebracht. Besonders muß dafür gesorgt werden, daß die Frauen der Einberufenen für sich und für ihre Kinder aus der Arbeiterbücherei und der ihr angeschlossenen Jugendbücherei reichlich auf diese Art mitzuheljen, daß wir über die schwere Zeit hinwegkommen. mit Lesestoff versorgt bleiben. Es ist Pflicht der Zurüdgebliebenen, auch Die Arbeiterbücherei ist jeden Sonnabend von 8-10 Uhr abends geöffnet. Sachkundige Genossen stehen immer zur Verfügung Ein Statalog ist überdies für diejenigen, die gern in Ruhe selbständig wählen, auch vorhanden, er wird umsonst abgegeben. Parteiveranstaltungen. Wetterausfichten für das mittlere Norddeutschland bis Montagmittag: Südwärts fortschreitende Ausheiterung und Abkühlung. im Binnenlande zumeist noch meist bewölkt und nebelig ohne erhebliche Niederschläge. 5% Rote+ Arbeitermöbel fürs meiner Gesamteinnahme gewähre ich auf die bisherigen Die Musterwohnung im Gewerkschaftshaus ist geschlossen. Der Verkauf findet jest in der Fabrik von * Verkaufspreise aller Artikel Dibbelt& Rothe meines Lagers. Teppiche. Gardinen, Steppdecken, Wolldecken( fürs Feld). Deutsches Teppichhaus Emil Lefevre Berlin S. Oranienstr. 158 Spezialkatalog gratis. IR franko. J. Baer Badstr.26 Prinz- Allee Ecke Herren- und KnabenModen, Berufskleidung. Elegante Paletots, Eleg. Einsegnungs- Anzüge in jed. Preislage Billigste, feste Preise. Ober- Schöneweide. Mittwoch, den 14. Oftober, abends 8, Uhr, gemeinschaftlicher Bahlabend im großen Saal des Wilhelminenhofes. Wichtige Tagesordnung. Lantwin. Mittwoch, den 14. Oftober, abends 8, Uhr, bei Gial, Gr.Stofflager z. eleg. Maßanfertigung. Ede Kaiser Wilhelm- und Seydligstraße: gemeinsamer 3ahlabend. Nieder Schöneweide. Am Mittwoch, den 14. Oftober, pünktlich Die Gemeindevertretung beschloß in ihrer lebten Sitzung die Einführung einer Arbeitslosenunterstüßung nach folgenden Säzen: Für Personen, welche den Unterhalt von Kindern und unter- 29 Uhr, im Restaurant von se. Schulz, Brüdenstraße 15: General stützungsbedürftigen Eltern bestreiten, täglich 70 Pf., für Ehefrauen Bortrag: Bericht aus der Kriegskommission. bersammlung des Wahlvereins. Tagesordnung: Geschäftsbericht. täglich 40 Pf., für andere Arbeitslose täglich 40 Pf., für Kinder Reinickendorf- Oft. Die Bibliothek des Wahlvereins befindet sich jetzt unter 15 Jahren täglich 25 Pf. Bedingung für den Bezug der im Jugendheim, Hoppestr. 32 und ist geöffnet an jedem Donnerstagabend Unterstübung ist, daß die Bedürftigen seit dem 1. Juli d. J. im von 7 bis 9 Uhr. Orte wohnen und seit 14 Tagen beschäftigungslos find. Eine Einschränkung erfährt die Einrichtung insofern, als Personen, die bereits Arbeitslosenunterstützung beziehen, der von dieser Seite gezahlte Betrag auf die Gemeindeunterstützung angerechnet wird. Diese Einschränkung wurde sowohl von unserer Seite wie auch von einem bürgerlichen Vertreter start bekämpft, fand aber die Zustimmung der Majorität. Weiter wurde beschlossen, den Zweck verband um beschleunigte Zustimmung des Bebauungsplanes zu ersuchen, damit zur Hebung der Arbeitslosigkeit die im südlichen Ortsteil notwendigen umfangreichen Erdarbeiten in Angriff ge= nommen werden können. Von einem Straßenbahnwagen überfahren und schwer verletzt wurde gestern ein Bassant vor dem Hause An der Spandauer Brücke 15. Der Verunglückte mußte von der alarmierten Feuerwehr unter dem Wanen hervorgeholt werden. Heines Werke 3 Bände 4 Mart Buchhandlung Vorwärts Mahlsdorf a. d. Ostbahn. Der Wahlverein hält am Mittwoch, den 14. d. M., abends 84, Uhr, im Lokal des Herrn Anders, Bahnhofstraße, eine Mitgliederversammlung ab. Tagesordnung: Die sozialen Aufgaben während des Krieges. Die Frauen unserer zum Kriege ersuchen wir um pünktliches Erscheinen sämtlicher Mitglieder. eingezogenen Genossen sind biermit ganz besonders eingeladen; gleichzeitig abende in den einzelnen Bezirken fallen aus und werden die Beiträge in 110 der Versammlung entgegengenommen. Die Zahl Lichterfelde. Mittwoch, den 14. Oftober, abends 8%, Uhr, gemeinsamer Bahlabend mit Vortrag bei Wahrendorf. Dhne Mitgliedsbuch ketn Zutritt. Frauen- Leseabende. Zeughofstr. 20 bis 7 Uhr abends statt. Es sind porrätig 1-, 2- und 3- Zimmer- Einrichtungen. Erstkl. Bezugsquelle f. Gardinen Teppiche etc.: Gardinenhaus Bernhard Schwartz Wallstr. 13( Spindlershof). Kataloge gratis u. franto Auf Teilzahlung, kein Kassierer Gardinen, Stores, Portieren, Decken, Teppiche, Federbetten, Bettwäsche. Matzner, Hufelandstr. 41, Bilderladen. 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Die Kollegen und Kolleginnen aller Branchen, namentlich die auf Militärarbeit beschäftigten, werden, ersucht, zu erscheinen. Das Verbands: buch ist mitzubringen. Die Kommission. Dienstag, den 13. Oktober, abends 8%, Uhr, im Boltshaus, Rosinenstr. 3:: Oeffentliche Versammlung. Tagesordnung: Yobo 1. Vortrag des praft. Arztes. Dr. Moses über:„ Kriegshygiene im Felde und zu Hause". 2. Diskussion und Fragebeantwortung. Eintritt für jedermann frei. Eintrittsgeld. Wer sich in der Versammlung zur Aufnahme meldet, zahlt kein Deutscher Tabakarbeiter- Verband. Zahlstelle Berlin. Freitag, den 16. Oftober, abends 8 Uhr, im Rosenthaler Hof, Rosenthaler Str. 11/12: Bezirk Charlottenburg. Mitglieder- Verfammlung. Montag, den 12. Oktober, abends 8, Uhr: Mitgliederversammlung im ,, Volkshause", Rosinenstraße 3. Tagesordnung: Die gegenwärtige Lage im Schneidergewerbe. Referent Kollege Zahlreichen Besuch erwartet Die Kommission. Kunze. 164/8 Achtung Damenkonfektion. Achtung! Bezirke Südost und Neukölln. Montag, den 12. Oftober, pünktlich 8½ Uhr: Bezirksversammlung bei Krüger, Neukölln, Reuterſtraße 62., Da es sich um eine wichtige Besprechung unserer Branche handelt, er: martet bollzähligen Besuch Die Kommission. Deutscher Holzarbeiter Verhand Verwaltung Berlin. Einsetzer. Sonntag, den 11. Oktober, finden in den bekannten Lokalen die Bezirkssitzungen statt. Pflicht aller Kollegen ist es, pünktlich zu erscheinen. Bodenleger. Montag, den 12. Cktober, abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshause, Engelufer 15( Saal 5): Mitglieder- Verfammlung. Tagesordnung wird in der Versammlung bekanntgemacht. Die Kommission. Achtung! Korbmacher. Achtung! Dienstag, den 13. Cliober, obrube 8, Ubr, im Gewerlichte hause, Engelufer 15, Saal( großer Saal): Verlammlung Tagesordnung: 1. Abrechnung vom 3. Quartal 1914. 2. Stellungnahme zu dem Bora geben der tollegen der Firma Josetti. 3. Verbandsangelegenheiten. 4. Berschiedenes. Stollegen und Kolleginnen! In Anbetracht der wichtigen Tages ordnung ersuchen wir uin pünftliches Erscheinen. damit die Versammlung, zur festgesezten Zeit eröffnet werden kann. 187/ 13* Die Ortsverwaltung. Zentralverein der Bildhauer Deutschlands. Verwaltung Berlin. Montag, den 12. Oftober, abends Punkt 6 Uhr, im Gewerkschaftshaus, Engelufer 15 Saal 1: Branchenabend der Holzbildhauer. Tagesordnung: 1. Jezige Handhabung, un'erer Stellenvermittelung. Vereinsangelegenheiten. 3. 2. Wichtige Kollegen! Es ist zu diesem außerordentlichen Branchen: abend, notwendig, daß alle arbeiteyden und arbeits lofen Kollegen erscheinen. Beiträge werden entgegengenommen. 221/3 Die Branchenkommission. Arbeiter vorlesungen der Humboldt- Akademie mit Fragebeantwortung, Diskussion, Lichtbildern. 1. Fahrten und Wanderungen durch Deutschland. 2. Volkswirtschaftslehre. 3. Das Deutsche Reich und seine Feinde. Während der Kriegszeit sind die Hörgebühren von 1 Mark auf 50 Pfennige für jede Vorlesungsreihe von 10 ( 5 mal 2) Stunden herabgesetzt worden. Programme und Hörerkarten sind zu haben: in, den Kaufhäusern von Herm. Tietz am Alexanderplatz u. in der Leipziger Straße- Dönhoffplatz" in vielen Verkaufsstellen der Konsumgenossenschaften Berlin und der Vororte; in der Lesehalle der Deutschen Gesellschaft für ethische Kultur, Rungestraße 27; in den Lehrstätten vor der ersten Vorlesung; im Hauptbüro, W. 57, Kurfürstenste. 166. I. 10-1 h. 1-5. Tels Lützow 8794.); 110/6 79/13 Dr. med. Wockenfuß, Friedrichstr. 125,( Oranienb. Tor). für Syphilis. Harn- u Frauenleiden Ehrlich- Hata- Kur( Dauer 12 Tage) Blutuntersuchung, Schnello, sichere schmerzlose Heilung ohne Berufsstörung. Teilzahlung. Sprechst. vorm. 9 bis nachm. 8, Sonntags 9-1. Meierei G. Bolle A.-G. C. Berlin NW. 21. Alt- Moabit 98-103 Fernsprecher:" Amt Moabit 7912, 7913, 7914. Aeltester und größter milchwirtschaftlicher Großbetrieb Tagesquantum: Zirka 130 000 Liter. 290 Verkaufswagen. 2500 Angestellte. Eigenes Laboratorium für Milch- Untersuchungen. Der Ruf. und die Größe, der Firma mit ihren zahllosen Angestellten bürgen für unverfälschte Reinheit aller Produkte. Vollmilch. Dieselbe wird durchweg pasteurisiert, d. h. von krankheitserregenden Keimen( Typhus, Tuberkulose u. a.) befreit, braucht daher nicht noch einyáal ab aufgekocht, sondern nur gewärmt, kann aber auch un-bedenklich- roh génossen werden. Kindermilch von Pachtgütern, ebenfalls pasteurisiert. Kindermilch aus eigener Kuhhaltung, roh Kefyr, Dr. Axelrods Joghurt, Beide gewonnen unter dauernder tierärztlicher Aufsicht Süße Sahne, saure Sahne, Schlagsahne, prima Butter. Buttermilch, Medizinal- Buttermilch.. Käse: Neufchâteler, Frühstückskäse, Kümmelkäse, frischer weißer Käse( Quark), Harzer Käse, Camembert, Kaiserkäse. Bienenhonig, Apfelmilch. Erzeugnisse der Bolleschen Obst- u. Gemüse, Anlagen im Sommer frisch zugeführt, im Winter korserviert. Gelees. Marmeladen. Verschiedene Früchte in Zucker. Diverse Gemüse. Säfte und Fruchtweine. Sämtliche Erzeugnisse sind hergestellt unter Verwendung reinster Raffinade und unter Vermeidung irgendwelcher, schädlicher Konservierungsmittel. Man verlange Preisliste. Trinkkuren von Milch, Sahne, Joghurt in unserem Laden Alt- Moabit 100, gegenüber dem Kleinen Tiergarten werden angelegentlichst empfohlen. Einlösung von Coupons und verlosten Stücken von Obligationen der Moskau- Kiew- Woronesch Eisenbahn- Gesellst schaft und der Wladikawkas Eisenbahn- Gesellschaft. Infolge des Krieges sind uns von der Moskau Kiew- Woronesch Eisenbahn- Gesellschaft und von und verlosten Stücke von Anleihen der Gesellschaften nicht zugegangen. Mit den noch in unseren Händen, befindlichen Guthraben der beiden Gesellschaften( die nur einen Bruchteil der Beträge erDie Mikstände in der Geschoßbranche, und welche a reichen, welche für die Einlösung der Oktoberfälligkeiten und der Rückstände aus früheren Terminen nahmen ergreifen wir, diefelben zu beseitigen? Referent: Stollege erforderlich sind) verfahren wir im Interesse einer gerechten Verteilung wie folgt: Neumann vom Hauptvorstand. Die Inhaber von bei uns zahlbaren, nicht später als am 1. Oktober d. J. fälligen Coupons und verlosten, Stücken von Obligationen der Moskau- Kiew- Woronesch Eisenbahn- Gesellschaft und der Wladikawkas Eisenbahn- Gesellschaft, welche in der Lage sind, die Erklärung abzugeben bel Coupons: aller in der Korbmacherei beschäft. Personen. der Wadikawkas Eisenbahn- Gesellschaft Mittel zur Einlösung der am 1. Oktober/ d. J. fälligen Coupons Tagesordnung: Wegen der äußerst wichtigen Tagesordnung ist das Erscheinen aller in der Geschoßlorbbranche beschäftigten Kollegen unbedingt erforderlich Die Branchenleitung. daß die Stücke, zu welchen die Coupons gehören, sich in Deutschland befinden und deutsch gestempelt sind, und daß der Eigentümer kein Angehöriger eines feindlichen Staates ist, bei verlosten Stücken: Tie Bibliothek, ist wieder eröffnet. Die Ausgabe der Bücher erfolgt während der Tauer des Krieges in der Zeit von 9-1 Uhr vormittags und von 4-7 Uhr werden aufgefordert, die Coupons bezw. die Stücke mit der entsprechenden schriftlichen Erklärung und nachmittags. Achtung! Holzarbeiter. Achtung! Die Zahlstelle 27 ist von. Wichertstr. 3. nach der Schivelbeiner Str. 48 bei Wernicke verlegt worden. Die Ortsverwaltung. 92/10 Konsumgenossenschaft Berlin u. Umg. Eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht. Zentrale: Lichtenberg, Rittergutstraße 16-26. Donnerstag, den 22. Oftober, abends 8 Uhr, in Kellers Festsälen, Koppenstr. 29: General- Versammlung. Tagesordnung: daß der Eigentümer kein Angeliöriger eines feindlichen Staates, ist, mit einer genauen Spezifikation spätestens bis zum 15. Oktober d. J. gegen Quittung bei uns einzureichen. Am 15. Oktober nach Schluß der Couponskassen. werden wir die Gesamtsumme aller ein gereichten Coupons und Stücke jeder Gesellschaft einschließlich; derjenigen aus unseren Depots und eigenen Beständen feststellen; aus dem Verhältnis dieser Summe zu dem in unseren Händen befindlichen Guthaben der betreffenden Gesellschaft wird sich ergeben, welcher Prozentsatz zur uns offentlich, Auszahlung gelangen kann. n. Dieser Prozentsatz wird von kannt gegeben werden. #TPM beDie Leistung, einer Teilzahlung auf den einzelnen Coupon oder das einzelne. Stück ist nicht angängig, weil dabei eine Abstempelung der Coupons, und, Stücke( x% bezahlt) erfolgen müßte. Eine solche Abstempelung aber dürfen wir'da wir dazu keinen Auftrag haben nicht vornehmen, d'amit nicht durch eine derartige Veränderung des Coupons- bezw. Stücketextes die des Zahlungsverpflichtung der Eisenbahn- Gesellschaften und Garanten der Obligationen. d. i. der Russischen Regierung, für die Beträge von Coupons und Stücken, welche jetzt nicht bezahlt werden können irgendwie in Frage gestellt wird. Aus diesem Grunde werden wir diejenige Summe, welche auf den Gesamtbetrag der Coupons oder Stücke des einzelnen Einreichers entfällt, dazu verwenden, einen entsprechenden Teil seiner Coupons oder Stücke voll einzulösen; die übrigen Coupons oder Stücke werden wir dem Einreicher zurückgeben. Die in Coupons: oder Stücken nicht darstellbaren Reste der auf, die einzelnen Einreicher entfallenden Barbeträge werden wir auf Wunsch zur Auszahlung bringen, wir werden dann aber einen Coupon oder ein Stück zurückbehalten müssen und dem Einreicher, bescheinigen, daß er mit der Summe, um welche der Betrag des zurückbehaltenen Coupons oder Stückés, den ihm darauf, ausgézáhlten Barbetrag übersteigt, an, einem Bestande von unbezahlten Coupons und verlosten Stücken von Anleihen der betreffenden Gesellschaft beteiligt ist. Wenn zum Beipsiel nach dem Verhältnis des Gesamtbetrages aller eingereichten Coupons 1. Jahresbericht a) des Vorstandes, b) des Aufsichtsrates, c) der Revisions tommusion.- 2. Entlastung des Borstandes. 2. Genchmigung der und Stücke einer der beiden Gesellschaften zu dem noch vorhandenen Guthaben, derselben 171 Bilanz. 1. Beschlußfaſſung über die Berteilung des Reingewinns. 5. a) Wahl zur Einlösung würden gelangen können, so würden auf einen Einreicher von M. 3000 Coupons von Aufsichtsratsmitgliedern, b) Wahl von 5 Erjaspersonen für den M. 525 bontfallen. Davon sind M.- 520 in Coupons darstellbar, die demnach voll eingelöst werden Aufsichtsrat. 6. Abänderungen ber§§ 3-10, 12, 13, 15, 17-23, 25-35, könnten. Dan Rest der Coupons von M. 2480 würde der Einreicher zurückerhalten, wünscht er 106/ 15+ aber auch die letzten auf ihn entfallenden M. 5 zu erheben, so hätte er einen Coupon in unseren, Händen zu lassen und würde nun außer dem Barbetrage von M. 5 eine Bescheinigung darüber erDer Eintritt in den Saal kann nur beneinhalten, daß er z. B. mit M. 5. M. 15 oder M. 40 an einem Bestande von unbezahlten Coupons und getragenen Witgliedern gegen Vorzeigung der braunen verlosten Stücken der betreffenden, Gesellschaft beteiligt ist( je nachdem der zurückbehaltene Coupon über M. 10, M. 20 oder M. 45 lautet). Legitimationsfarte gestattet werden. Wir behalten uns vor, die unbezahlt bleibenden Coupons und Familienangehörigen ist der Zutritt zur Generalversammlung, auch vertretungsweise, geschlich nicht gestattet Stücke in beliebigen Nummern und Appoints zurückzuliefern, da es aus technischen Gründen undurchführbar ist, eine Trennung der einBür Angehörige der Mitglieder ist die Galerie reserviert. gereichten, Coupons und Stücke nach den einzelnen Einreichern auf. recht zu erhalten, Konfamgenoffenschaft Berlin u d Umgegend. 37, 38, 41-43 des Statuts. 7. Anträge. Eingetragene Genoffenfchaft mit beschränkter Haftpflicht. Sentrale: Lichtenberg, Rittergutstraße 16-26. Der Vorstand. R. Junger, O. Schultze. Gegründet 1876 Der Aufsichtsrat. H. Stühmer, Borfizender. Versand nach allen Plätzen Deutschlands 9 Die für die Einreichung erforderlichen Formulare sind an unseren Couponskassen erhältlich. 2761/9 Berlin, den 28. September 1914. Mendelssohn& Co. S. Bleichröder. Berliner Handels- Gesellschaft. Direction der Disconto- Gesellschaft. Möbelfabrik Rob. Seelisch Berlin O 2, Rigaer Straße 71-73a empfiehlt, gute preiswerte Möbel 232.50 266.- 330. 406.- 485, Wohnzimmer: 185. 390-450.775.Schlafzimmer 220.- 292-325, 407. 650.- 680, 850.- 1269, Speisezimmer 293.Besichtigung ohne Kaufzwang gestattet. Herrenzimmer 186.50,306.50 430.457.524.- 748.85. Küchen 55.- 72. 95. 110. 135.- 175.Einrichtungen bis 10 000 M. Jilustrierte Kataloge gratis und franko! KREDIT. FEDER Zentrale: Norden Brunnenstrasse 1 Eing. Weinbergsweg 28 Filiale: Oston Frankfurter A lee 89 Filiale: Süden Kot buser Damm 10. Filiale: Westen Charlottenburg.. Schairens rasse 5 cmpfiehlt in grosser Auswahl zu enorm billigen Preisen HERRENAnzüge n. Pal tots DAMENKostüme Mäntel, Kleider Pelz Kolllers Pelz- Muffen Pelz- Mäntel Damenhütc Wäsche 1 Schuhwaren Inder- Garderobe Günstigste Zahlungsbedingungen Besichtigung ohne Kaufzwann erbeton Spezialarzt S f. Haut, Harn, Frauenleiden, nerv. 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