Nr. 281.- 31. Jahrg. Abonnements- Bedingungen: Abonnements. Breis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 R., monatl. 1,10 R., möchentlich 25 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Bfg. Sonntags nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage Die Neue Welt" 10 Pa. Bost Abonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in die Bost Zeitungs. Breisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2,50 Mart, für das übrige Ausland 4 Mark pro Monat. Postabonnements rehmen an: Belgien, Dänemart, Holland, Italien, Luremburg, Portugal Rumänien, Schweden und die Schweiz Ericheint täglich. Vorwärts Berliner Volksblatt. 5 Pfennig Die Infertions- Gebühr Beträgt für die sechsgespaltene Rolonelgeile oder deren Raum 60 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereins. imd Bersammlungs- Anzeigen 30 Bfg. Kleine Hnzeigen", das fettgedruckte Wort 20 Bfg( zuläffig 2 fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 10 Big. Stellengesuche und Schlafstellenan zeigen das erste Wort 10 Pfg., jedes weitere Wort 5 Bfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutfchlands. Redaktion: SW. 68, Lindenstraße 3. Fernsprecher: Amt Morikplak, Nr. 151 90-151 97. Mittwoch, den 14. Oftober 1914. Expedition: SW. 68, Lindenstraße 3. Fernsprecher: Amt Morikplatz, Nr. 151 90-151 97. Der deutsche Vorstoß auf Gent. Berlin, 13. Oktober.( W. T. 8.) Nach uns vorliegenden Die Situation des Tages. entkommen sein. Nicht minder als die Arbeiter im engeren Sinne find aud) " voll beArbeitslose. Den Notftandsarbeiten, die vielfach eingerichtet Keine franzöfifchen und ruffischen Erfolge. Der neue Triumph deutscher Unterseeboote. Die Angestellten im Kriege. Amtlich. Großes Hauptquartier, 13. Okto- Telegrammen verbreitet die russische amtliche Telegraphen- die Angestellten vom Striege betroffen; ja, man muß vielleicht ber, vormittags.( W. T. B.) Vom weftlichen Agentur in dem amtlich gemeldeten Untergang des ruffifchen sogar sagen, auf ihnen laftet ber Strieg noch schwerer als auf Ariegsschauplatz liegen Nachrichten von Bedeu- Panzerkreuzers folgende Nachricht: Am 11. Oftober 2 Uhr den Handarbeitern. Viele Taufende hat er um ihre Steltung nicht vor. Heftige Angriffe des Feindes nachmittags( russische Zeit) griffen feindliche Untersee- lungen gebracht. Das macht sich jetzt erst nach dem öftlich Soissons find abgewiesen worden. Im bote von neuem unsere Kreuzer„ Bajau“ und„ Ballada", 1. Oftober, dem Ablauf des Ründigungsquartals Argonner Wald finden andauernd erbifferte die in der Offee auf Vorposten waren, an. Obglei die merkbar, obgleich auch vorher schon die Zahl der erwerbslosen Kreuzer sofort ein startes Artilleriefener eröffneten, Handelsangestellten unverhältnismäßig groß war. CharakteKämpfe statt. Unsere Truppen arbeiten sich in gelang es gleichwohl einem Unterseeboote, Torpedos gegen die riſtiſch kann da das Ergebnis der Arbeitslofenzählung in Hamdichtem Unterholz und äußerst schwierigem Ge- Pallada" zu schießen. Auf dieser entstand eine Explosion furz berichtet wurde. Von den rund 28 700 Beschäftigungsburg genannt werden, über das kürzlich auch im Vorwärts" lände mit allen Mitteln des Festungskrieges und der Kreuzer versant mit seiner ganzen Belosen, die sich dort am 14. September auf den Zählämtern Schrift für Schritt vorwärts. Die Franzosen sasung senkrecht in die Tiefe. gemeldet hatten, gehörten nicht weniger als 7882 dem Handels. leisten hartnäckigsten Widerstand, schießen von gewerbe an, zum allergrößten Teile als Angestellte. Dabei hatten sich zweifellos zahlreiche weibliche Erwerbslose den Bäumen und mit Maschinengewehren von unter den Angestellten spielen die weiblichen Kräfte bekanntBaumkanzeln und haben neben etagenweise anlich eine große Rolle gar nicht gemeldet; das geht schon gelegten Schüßengräben starke festungsartige bestätigt die großen Verluste, die die belgisch englische lichen Berufskollegen Die amtliche Meldung aus dem Großen Hauptquartier aus ihrer ganz dürftigen Zahl 704 neben 7118 männaber auch aus hervor, ist Stüßpunkte eingerichtet. Armee auf dem Rückzug von Antwerpen erlitten mancherlei Gründen leicht zu begreifen. Kein anderer Beruf Die von der französischen Heeresleitung hat. Annähernd 28000 Mann dieser Armee sind in Holland wies in der Hamburger Zählung solche Zaten auf wie verbreiteten Nachrichten über Erfolge ihrer entwaffnet worden, darunter 2000 Engländer. das Handelsgewerbe. Im Baugewerbe, das un ziveiter Ein weiterer Stelle folgte, betrug die Zahl der Arbeitslosen noch nicht Truppen in der Woevre- Ebene sind unwahr, Zeil der Besagungstruppen von Antwerpen hat sich scheinbar einmal halb so viel. nach Gefangenenaussagen ist den Truppen mit- in Zivilkleidung nach den Heimatsorten geflüchtet. Im besten Die Schroierigkeiten, anderswo imterzukommen, sind dabei geteilt worden, die Deutschen seien geschlagen alle bürsten also zwei Drittel der Armee nach dem Weften für die Angestellten noch ein gut Teil größer als für andere und mehrere Forts von Metz bereits gefallen. Nach Amsterdamer Meldungen segen die deutschen Truppen worben find, fühlen sie sich bei all ihrer Gewohnheit einer Tatsächlich haben unsere dort fechtenden Trup- den Vormarsch über Gent hinaus und füdlich von ganz anderen Beschäftigung in der Regel nicht gewachsen. Die pen an keiner Stelle Gelände verloren, Etain Gent energisch fort..Gent soll demnach bereits von deutschen Arbeitslosenunterstügungen sind ihnen nicht selten versagt, ist nach wie vor in unserem Befih. Die jetzigen ben südlich und südwestlich von Gent gelegenen Zeil Belgiens. tümer werden die wenigsten verfügen; man darf nie ver. Truppen befekt sein. Andere deutsche Truppenteile säubern weil sie noch nicht lange genug am Drte beschäftigt find, um einen Anspruch darauf zu haben. Ueber aufgespeicherte Reichfranzösischen Angriffe gegen unsere Stellung bei Nach einer auch von der„ Nord. Allg. 8tg," wiedergegebenen gessen, daß der Durchschnittsangestellte, obgleich an seine St. Mihiel find sämtlich abgewiesen worden. Meldung sind deutsche Truppen bis Du denarde( 60 Kilo- stleidung, sein ganzes Auftreten erhöhte Ansprüche gestellt Unsere Kriegsbeute von Antwerpen läßt sich meter von Gent) und von da aus gegen Cortryd( 80 Stilo- werden, heute gemeinhin nicht mehr verdient als ein gelernter auch heute noch nicht übersehen. Die Zahl der in meter südwestlich von Gent) vorgestoßen. Arbeiter. Monatsgehälter von 100 bis 150 m. sind auch Holland Entwaffneten ist auf annähernd 28 000 Auf dem französischen Kriegsschauplak für ältere Angestellte durchaus die Regel. Diejenigen, die in ihrer Stellung geblieben sind, find Mann geftiegen. Nach amtlichen Londoner und wollten die Franzosen an verschiedenen Stellen der ausgedehnten Kampfesfront Fortschritte gemacht haben. Die wieder in ungewöhnlich hohem Maße Gehaltstürzungen niederländischen Nachrichten befinden sich hier- beutsche amtliche Meldung dementiert diese französischen Nach- ausgefeßt. Soweit der Grund dieser Stürzungen in wirklichen bei auch 2000 Engländer. Scheinbar haben sich richten mit aller Entschiedenheit. In Woevre, und Geschäftsschwierigkeiten zu suchen ist und in dem daraus entspringenden Bestreben des Chefs, lieber ein größeres Personal viele belgische Soldaten in Zivilkleidung nach namentlich bei St. Mihiel, haben unsere Truppen an mit vermindertem Gehalt zu beschäftigen, als einen Teil oder ihren Heimatsorten begeben. Der Gebäude- und feiner Stelle Gelände verloren. gar alle furzweg brotlos gu machen, wird niemand EinMaterialschaden in Antwerpen ift gering. Die In Ostpreußen behaupten unsere die Grenze ver- wendungen erheben, die davon betroffenen denkenden AnSchleusen- und Fährenanlagen sind vom Feinde teidigenden Truppen nach wie vor ihre Stellungen. Ein er geftellten werden es selbst am wenigsten tun. Aber es mehren neuter Umgehungsversuch bei Schirwindt ist abgewiesen sich die Klagen, daß die Gehaltstürzungen durchaus nicht unbrauchbar gemacht worden. Im Hafen be- morben. Die Russen verloren dabei 1500 Gesangene und allesamt mit berartigen Erwägungen zu finden sich 4 englische, 2 belgische, 1 französisches, 20 Geschüße. rechtfertigen find. Es wird von Firmen behauptet, 1 dänisches, 32 deutsche und 2 österreichische In Südpolen ist die russische Vorhut füblich von daß ihr Geschäft durch Lieferungen für die Armee oder für die Kriegshilfsorganisationen blühe, und daß fie fich trotzdem Dampfer sowie 2 deutsche Segelschiffe. Soweit Warschau von unseren Truppen zurückgeworfen worden. nicht scheuten, unter Hinweis auf die allgemeine Lage, auf von den Russen beabsichtigter Vorstoß südlich Jwangorod bas Heberangebot von Arbeitskräften, oder auch ganz ohne deutsche Schiffe bisher untersucht worden sind, wangorob liegt 100 Stilometer südöstlich von Warschau) Begründung die Gehälter um ein Drittel, ja, um noch mehr scheinen die Refsel unbrauchbar gemacht worden wurde abgewiesen, sodaß es dem Feinde nicht gelang, die herabzuseken. Andere Firmen haben wohl zunächst durch den zu sein. Auf dem ostpreußischen Kriegsschauplah perlief der 11. Oktober im allgemeinen ruhig. Am 12. Oktober wurde ein erneuter Umfaffung versuch der Ruffen bei Schirwindt abgewiesen, fie verloren dabei 1500 Gefangene und 20 GeSchüße. Weichsel zu überschreiten. Ein Strieg einen Ausfall; willig fügten sich deshalb die Angestellten, Die Weichsel und von Sandomir ab der San bildet wenn neben eines berfürsten Arbeitszeit auch ein verkürztes angenblicklich die Anie, bis zu der die deutsch- österreichischen Gehalt eingeführt wurde; aber inzwischen hob sich das Ge Armeen vorgedrungen, sind. Nach den österreichischen schäft wieder; längst wurde die Arbeitszeit auf das normale Meldungen haben die Desterreicher bei Przemysl den San Maß zurückgesezt; aber an eine Erhöhung der Gehälter dachte bereits überschritten. Jedenfalls ist Przemysl entfekt. niemand. " Dabei ist auch hier immer zu bedenken, daß die von den Zu diesen Erfolgen zu Lande gefellt sich ein Erfolg Gehaltstürzungen Betroffenen zum guten Zeil an sich nur der deutschen Marine in der Ostsee, wo vor dem sehr mäßige Bezüge hatten. Wenn man gar hört, In Südpolen wurden die russischen Vor- Finnischen Meerbusen der russische Panzerkreuzer Pallada" daß auch armen Verkäuferinnen von ihren Monatsgehältern truppen südlich von in den Grund gebohrt worden ist. Nach der russischen von 40 oder 50 Mart noch beträchtliche Abzüge gemacht Warschau durch unsere meldung ist„ Pallada" mit der ganzen Besagung senkrecht in wurden, dann möchte man doch sagen: hier handelt es sich Truppen zurückgeworfen. Ein Uebergangsver- bie Tiefe versunken. um Grenzen, über die in keinem Fall hinausgegangen such der Russen über die Weichsel südlich Jwan- Das untergegangene ruffische Schiff gehört zu der Klasse werden durfte. Leider ist es überaus schwer, eine wirksame Kontrolle zu gorod wurde unter Verlusten für die Russen der Kreuzer vom Typ des„ Bajan", einer Klasse, die aus den üben, die völlig ungerechtfertigten, durch feinen wirtschaftlichen verhindert. Oberste Heeresleitung. Panzerfreuzern ,, Admiral Makaron", Ballada" und" Bajan" Zwang bedingten Fälle von Gehaltsminderungen auszuscheiden, besteht. Es handelt sich um eine Schiffstype aus den Jahren um dann energisch gegen die übrigen vorgehen zu fönnen. 1906 und 1907 von einer Wasserverdrängung von 8000 Tonnen. Su den an sich schon überall gegebenen Schwierigkeiten tritt Ein russischer Panzerkreuzer in den Der untergegangene Kreuzer hatte zwei Stück 20,8 Zentimeter-, hier hinzu die Zersplitterung des Beschäftigungsgebietes in acht Stück 15,2 Zentimeters, 22 Stück 7,5 Zentimeter- Sanonen viele Kleinbetriebe, der Mangel gewerkschaftlicher, einer solchen Kontrolle wirklich fähiger Organisationen( da man die großen und eine Besazung von etwa 600 Mann. alten Handlungsgehilfenverbände hier faum mitzählen fann) und der ungewöhnlich starke Druck, der durch das große Ueberangebot von Kräften ausgeübt wird. Grund gebohrt. " Amtlich. Berlin, 13. Oktober.( W. Wie die„ Nordd. Allgem. Ztg." erfahren hat, sind die T. B.) Ein russischer Panzerkreuzer der am Stampfe beteiligten deutschen Streitfäfte völlig unbeschädigt Bajanklasse ist am 11. Oktober vor dem geblieben. Aber Behörden, Angestelltenverbände und darüber hinaus Finnischen Meerbusen durch Torpedoschuß bare und unheimliche Baffe dem modernen Seekrieg in den Kräften zusammenwirken, um Auch das Schicksal der Pallada" beweist, welche furcht die gesamte Deffentlichkeit sollten doch wenigstens nach in den einzelnen Fällen zum Sinfen gebracht worden. Unterseebooten erwachsen ist. Sind doch bisher fünf Streuzer Slarheit zu schaffen, und dann gegen ein solches Vorkommen - bier englische und ein russischer durch deutsche Unter- gewinnsüchtiger Ausnützung der Angestelltennot energisch vorseeboote vernichtet worden. gehen. Der stellvertretende Chef des Admiralstabes. Behncke. Dazir nmßte weit mehr als bisher getan werden, um den Arbeids markt von den zahllosen Angeboten stellungs- loser Angestellten zn entlasten. Die Fürsorgeeinrichtungen müssen ausgebaut werden, so daß auch weitere Kreise von Angestellten daran teilhaben können. Es handelt sich in der Hauptsache hier uin Kräfte, die für höherstehende Arbeiten Verwendung finden könnten, die besonders in den Post- betrieben, wo man ja schon einen Ansang gemacht hat, und in ähnlichen Anstalten viel dazu beitragen könnten, gewisse, durch den Krieg hervorgerufene Stockungen zu beseitigen, die vielleicht auch in zahlreichen Militärbureaus an Stelle von soldatischen Hilfskräften und von älteren, jetzt aushilfsweise herangezogenen Beamten verwendet werden könnten. Endlich müssen— es« kann gar nicht oft genug betont werden— durch ein Zusammenwirken von Reich, Staaten mrd Gemeinden auch darüber hinaus umpassende Einrichtungen geschaffen werden, die den nicht unterzubringenden Rest unterhalten, selbst wenn dazu hunderte von Millionen nötig sind,— umsomehr, als ja ein Heg» sie ohne Mühe zu beschaffen, auch an dieser Stelle schon gewiesen wurde in der Anregung einer womöglich bis zu 100 Prqz. gehenden Besteuerung des Kriegs- gewiuns der Heereslieferanten. Eine solche Wegsteuerung des durch Kriegsgeschäste erworbenen Vermögenszuwachses tvürde zugleich den Kampf gegen die ungerecht- fertigtemGehaltskürzungen sehr erleichtern. Auch die maßgebenden Stellen verschließen sich erfreulicher- weise nicht dp: Notwendigkeit, daß mit aller Kraft der Wirt- schaftlichen Not entgegengearbeitet werden muß. Nach der militärischen und finanziellen Mobilmachung hat jetzt auch die „Nordd. All«. Ztg." die wirtschaftliche Mobilmachung als Programm der nächsten Zeit aufgestellt. Hoffentlich wird sie mit alleim Ernst durchgeführt, und auch so, daß die Massen der. keschäjtigungslosen Augestellten.dabei nicht zu kurz kommen. Aach Antwerpens Zoll. Die Lage in Antwerpen. < � Amsterdam, 13. Oktober. Die hollandischen Blätter tveisen nach, daß in Antwerpen sowie in verschiedenen Vor- städten und den uniliegenden Dörfern fast nichts zerstört ist. Sie verössyntlichen auch die Erklärung der Kommandanten von Antwerpen, daß die Leute nichts zu fürchten haben. Nach dem„Hcmdslsb ladet" kehren ganze Karawanen von Flucht- lingen zurück und klagen ihre ausgestandene Not. Tausende deutscher Matrosen und Infanteristen ziehen singend durch die Stadt. Zurückkehrende Flüchtlinge bringen selbst Nahrungs- mittel mit. Ueberall herrscht Ruhe. Das Fort Braschet ist intakt, die deutsche Fahne weht auf einigen Gebäuden. Die Belgier hissen belgische Fahnen und die Deutschen lassen sie ruhig gewähren. Auf dem Rathause von Antwerpen weht keine Flagge, während auf dem Nathcnise in Braschet die bei- gische Fahne gehißt wurde. Die Deutschen haben der Polizei noch keine Befehle gegeben und haben sie ruhig im Besitz ihrer Waffen gelassen. Es kommen noch fortwährend belgische Soldaten über die holländische Grenze. In Cwolle kam es zu einem Streit zwisdhen belgischen und englischen Soldaten. Die Belgier machten den Engländern den Vorwurf, sie allein trügen an dem Unglück die Schuld. Auch in Kampen mußten. englische und belgische Soldaten getrennt werben. Ueber das ganze Land hin find die Gefangenen verteilt worden. „Franks. Ztg/ Die Desthüüigungen Antwerpens. Amsterdmu, 13. Oktober.(W. T. B.)„N i e u w s V a n den Dag" melden aus Breda vom 12. Oktober: Ein Holländer, der gestern nach Antwerpen radelte, erzählt, daß ihm die geringe Beschädigung der Stadt auffiel. Die zerstörten Häuser müßten gesucht werden. In den Docks war die Zahl der Schiffe auffallend. Sie fährten an den Masten keine Flaggen, nur bei einigen waren amerikanische zu be- merken. Ganz unbeschädigt find daS große Hospital, der Königspalast, die Zentralstation und die Frauenkirche. Beim Stadthaus sind nur cm den Seitenflügeln Fenster zerbrochen. Im ganzen find nach guter Quelle nur zweihundert Häuser beschädigt worden. Unzutreffend ist das Gerücht, wonach die deutsche Verwaltung Männer von 18— 30 Jahren aufgerufen hätte, um sie arbeiten zu lassen. Ganze Karawanen von Flüchtlingen sind bereits zurückgekehrt. Es geschieht ihnen kein Leid, und sie sind froh, wieder zurück zu sein. Tausende Einzug in Antwerpen. »... 10. Oktober 1914. Als eine der stärksten Festungen der Welt wurde Antwerpen immer wieder von den Franzosen, Belgiern und Engländern be- zeichnet» Sie hofften, dah Antwerpen uneinnehmbar sein werde. Schon nach kurzer Belagerung ist die mächtige Festung von den deutschen Truppen besetzt worden, und damit ist Belgien vollständig in die Gewalt Deutschlands gelangt, wenn auch dielleicht noch kurze Zeit im nordwestlichen Teil des Lande? belgische Truppen sich halten sollten. Lange wird das bestimmt nicht der Fall sein, vielmehr ist mm mit der raschen vollständigen Okkupation des ganzen Landes zu rechnen. Wenn einmal in allen Einzelheiten bekanntgegeben werden wird, wie Antwerpen belagert und erobert wurde, so wird es ein nicht geringes Staunen geben. Auch diese Leistung wird zu den großen Ueberraschungen der Kriegsgeschichte gehören. Zu Hause in Deutschland ist der Fall Antwerpens freilich schon längst erwartet worden. Nach der Einnahme von Lüttich unv Namur, dem sieg- reichen Gefecht bei Tirlemont und der Besetzung Brüssels glaubte man hoffen zu dürfen, daß auch die Forts von Antwerpen bald dem schweren deutschen Belagerungsgeschütz erliegen würden, und die Gefangennahme der in die Festung gedrängten belgischen Armee und der ihr zu Hilfe geeilten Englander durch eine große Be- lagerungsarmee erschien bereit? als etwas Selbstverständliches. In Wirklichkeit hat die Belagerung und Beschießung von Antwerpen »och nicht zwei Wochen gedauert, und eigenartig wie die Belage- rung war auch die Einnahme der Festung. Manche Ereignisse erfährt man um so später, je näher man ihnen ist. Am Freitag in den ersten Nachmittagsstunden ging in Brüssel daS Gerücht von Mund zu Mund, daß sich Antwerpen er- geben hatte. Eine einwandfreie Bestätigung war an amtlicher Stelle um 4 Uhr nachmittags nicht zu erhalten, und eine Stunde später wußte man nur, daß die belgische Besatzung der Forts nicht mehr schieße und daß die belgischen und englischen Truppen die Stadt verließen, um sich nach Frankreich durchzuschlagen. Erst um 7 Uhr stand für uns absolut fest, daß die Stadt besetzt sei. Um 12 Uhr schon waren die ersten deutschen Soldaten in Antwerpen einmarschiert und westlich der Stadt hatte ein heftiger Kampf be- gönnen, um von den flüchtenden Belgiern und Engländern mög- lichst viele abzufangen. Sonnabend nachmittag würde der große Einzug unserer Truppen in die Stadt erfolgen. Dazu führte uns da? Automobil von Brüssel in schneller Fahrt hinaus auf zum Teil schon bekanntem Wege, In den zerschossenen deutscher Matrosen und Infanteristen zogen singend durch die Stadt. Sie sahen vortrefflich aus. Auf alle« Häusern wehte die belgische Flagge, was die Deutschen nicht der- hinderten. Aus Axel wird vom 12. Oktober gemeldet: Ent- lang der gesamten holländischen Grenze wurde gestern heftig gefochten, besonders bei Moerbeke, Wachte- bele, Exacrde und zwischen St. Nikolas und Gent. Die deutschen Vorposten wurden gestern bei Moerbeke und Selzaete etwas zurückgetrieben. Aber ini ganzen rücken die Deutschen in der Richtung nach Gent— Osteude vor. Unauf- hörlich ist Kanonendonner und Schnellfeuer zu vernehmen, es scheint, als ob der Rest des belgischen Heeres noch eine ver- zweifelte Hoffnung hegt, den Feind zurückzuhalten. Es kostet den Belgiern starke Verluste, besonders au Reiterei. An der Grenze entlang wimmelt es von reiterlosen Pferden, die wild umherlaufen und stark abgemagert sind. �cht Tage in öer Hölle. London, 13. Oktober.(28. T. 83.)„Times" melden: Mannschaften der Marinebrigade, die nach achttägiger Abwesenheit gestern von Antwerpen in Dover ankamen, erzählten, sie seien a ch t T a g e lang in der H ö ll e gewesen, Einmal seien sie zwischen belgisches und deutsches Feuer geraten und hätten den Belgiern telephonieren müssen, das Feuer einzustellen. Trotzdem einige Leute erst seit sechs Wochen im Dienst seien, hätten sie in den Schützengräben unter dem Granatfeuer große Kaltblütig- keit gezeigt. Nach dem Abmarsch von Antwerpen seien sie vierzig Meilen bis Brügge marschiert, von wo aus sie mit der Eisenbahn befördert worden seien. Die Anzahl der belgischen Flüchtlinge in England wird auf 40 000 geschätzt. Im Laufe der beiden letzten Tage kamen allein 5000 an. Keine öeutfthen Schiffe in /lntwerpea zerstört. Bremen, 13. Oktober.(W. T. B.) Wie die„Weser- Zeitung" erfährt, haben die Reedereien der in Ant- werpen fe st gehalten gewesenen deuffchen Schiffe aus Brüssel durch das Reichskanzleranit die telegraphische Auf- forderung erhalten, Vertreter nach Antwerpen zu senden und von ihrem Eigentum wieder Besitz zu nehmen. Amn. der Red. des„Vorwärts": Die Gruselgeschichte von der Versenkung von 32 deutschen Schiffen in Antwerpen war also auch nur eine jener Tatarennachrichten, deren in den letzte:, zwei Monaten schon so viele widerrufen werden mußten! Die Rückkehr öer Rntwerpener Devölterung. Bo« der holländischen Grenze, 13. Oktober. Die in Rosendaal weilenden Antwerpener sind, wie„Telegraaf" meldet, am Sonntagnachmittag zusammengetreten, um zu beraten, ob sie dem Aufrufe deZ Generals v, Befeler zur Rückkehr Folge geben sollen, Die Mehrheit war indessen der Meinung, dies einstweilen nicht zu tun. Die Leute befürchten, daß jetzt die gewohnte Zufuhr von Lebensmitteln aufhören wird, sowie auch, daß Gas» und Wasser- leitung zerstört sind. Andere wollen dagegen wieder nach Antwerpen zurück. Die niederländische Regierung ist mit der deutschen Regie- rung in Verbiiidung getrelen, um Maßregeln für die baldige Rück- kehr der Flüchtlinge zu vereinbaren.— Nnter den in Amersfoort internierten 10 000 Belgiern befindet sich der bekannte General Jamotte vom Antwerpener FestungSstab. Das Kommando über die Jnter- ntcrungen führt der holländische General Knel. Ein Teil der Eng- länder ist nach Leeuwarden gebracht worden. Die französische presse unö öer Zall Antwerpens. Kopenhagen, 13. Oktober. Der Fall Antwerpens ist Gegenstand lebbafter und ausführlicher Besprechungen in der ganzen französischen Presse. Viele Blätter trösten sich, wie.Politiken" gedrahtet wird, damit, daß die Uebergabe Antwerpens leinen Einfluß auf die mili- tärische Lage haben werde. Der.Matin" schreibt, die größte Be- deutung des Ereignisses liege darin, daß so viele deutsche Truppen jetzt frei werden und an der Front gegen die Verbündeten operieren können. Es sei deshalb notwendig, daß die Franzosen auch ihrer- seits ihre Front bedeutend verstärken. Die„Guerre Socialiste" schreibt sehr pessimistisch: Wollen wir jetzt aus dem Fall Antwerpens die notwendige Lehre ziehen, so wird dieses Ereignis jetzt endlich unsere Augen öffnen und unS klar machen, daß wir weit davon ent« fernt find, daß das deutsche Heer geschlagen ist. Wir müssen unsere Ortschaften vor Mechelu sieht es noch immer furchtbar aus, denn nur sehr wenige der geflohenen Einwohner sind zurückgekehrt. Auf den Straßen von Mecheln sind schon wieder Leute zu sehen, aber ihre Zahl war doch noch sehr gering. An militärischer Stelle in Wiecheln erfuhren wir erst, wie es um Antwerpen wirklich stand. Im Laufe des Vormittags hatten sich die Besatzungen aller Forts ergeben; der kürzeste Weg für unsere Fahrt zur Stadt war frei. Das bedeutete jedoch nur, daß wir nicht belgische Kugeln zu be- fürchten hatten. Hindernisse gab es immerhin noch zu überwinden. Wo wir am Dienstag und Mittwoch bei den feuernden deut- schen schweren Kanonen gestanden hatten, war es jetzt öde und leer. Längst waren die Geschütze mehrere Kilometer weiter vor- gerückt. An mehreren Batterien kamen wir bald vorüber, deren mächtige Rohre noch nach der Stadt gerichtet waren, die von ihnen beschossen worden war. Vorher passierten wir den Uebergang über die Nethe, der unseren Truppen nicht geringe Schwierigkeiten be- rettet hatte. Jetzt haben die Pioniere, deren Arbeit man immer wieder von allen Truppenteilen bewundernd rühmen hört, schon eine feste Brücke über den Fluß gebaut. Reichliches, sorgsam vor- bereitetes Material für vorläufigen Brückenbau brauchte nicht mehr verwendet zu werden und kann nun an anderer Stelle gute Dienste leisten. WaS die großen Kanonen angerichtet hatten, die wir am Dienstag und Mittwoch bei der Arbeit gesehen hatten, zeigte sich heute unseren Blicken. Es war das ärgste an Verwüstung, was wir bisher im Kriege gesehen haben. Die Straßen sind von Gra- naten tief aufgewühlt, die Felder von ihnen förmlich gepflügt; zer- schössen und verbrannt sind Hunderte von Häusern, an deren Trümmern ab und zu noch ein belgisches Fähnchen weht. Hungrige Schweine rannten umher, tote Kühe und Pferde, mächtig auf- gebläht, streckten die starren Beine in die Höhe. So ungewöhnlich groß ist die Verheerung, weil sowohl Belagerer als auch die Be- lagerten abwechselnd manche Orte beschossen haben. Zwischen den Mauerresten müssen sich nun unsere Landsturmmänner einrichten. WaS aus den geflüchteten Bewohnern werden soll, ist nicht zu ersehen. Zum Glück sind nicht alle Antwerpener Vororte unter Feuer genommen worden. Eine Anzahl Ortschaften sind nahezu unver- sehrt geblieben, und dort fanden sich manche Bewohner auch schon wieder ein. In riesiger Ausdehnung ziehen sich, dicht hintereinander liegend, vor Antwerpen die sogenannten Jnnenforts hin. Sie sind wenig beschossen worden, nur an wenigen Stellen waren die tiefen Spuren eingeschlagener Granaten zu sehen. Man hat über diese für die Verteidigung der Festung nur noch wenig bedeutsamen An- Anstrengungen verdoppeln. Gustav HervS schreibt: Unsere Herzen sind beim Falle Antwerpens dem Bersten nahe. Unser Schmerz ist mit einer demütigen und tiefen Reue gemischt, daß wir der Stadt nicht zu Hilfe kommen konnten.(»Franks. Ztg.") was man in Doröeaux glaubt. London, 13. Oktober.(W. T. B.) Die„Times" melden aus Bordeaux: Französische Militärkreise glauben. Antwerpens Fall ver» längere den Krieg. Die Deutschen könnten den Hafen be- festigen und eine Basis für Zeppelinangriffe gegen die britische Küste auS ihm niachen. Englische Militärs halten die Tage der Festungen für gezählt. da den gewaltigen Geschossen der deutschen Riesengeschütze lein Festungswerk widerstehen könne.' vom westlichen Kriegsschauplatz. Die Desetzung von Gent. Amsterdam, 13. Oktober.(W. T. B.)„Telegraaf" meldet aus Sas van Gent: Die Besetzung von Sol- z a e t e verlief ruhig, nur gegen Abend wurden einige Schüsse auf Leute abgegeben, welche an der Eisenbahn entlangschlichen. Ueber den Einzug der Deutschen in Gent erfährt man, daß er mit klingendem Spiel erfolgte, nachdem die Engländer die Stadt verlassen hatten. Sofort wurden das Stadthaus, die Postämter und Stationen in Besitz genommen, die Postkasse beschlagnahmt und die deutsche Flagge statt der belgischen, französischen und englischen gehißt. Durch eine Proklamation wurde bekanntgemacht, daß wer wollte, Montag und Dienstag die Stadt verlassen dürfe, später würde keine Erlaubnis zur Abreise erteilt werden. Viele hundert Belgier verließen die Stadt. Die Deutschen bei Guöenaröe. Amsterdam, 12. Oktober..Telegraaf" meldet aus SaS van Gent: Ein Zeppelin ist am Sonntag über Oudenarde bemerkt worden. Er kam von Deinze her.— Neun Ulanen erschienen in R e n a t r, durchsuchten den Bahnhof und ritten in der Richtung auf Cortryck weiter.— 500 Deutsche haben die Nacht in Sottegem zugebracht. Sie sprengten zwei Bahnbrücken in die Luft. Die Londoner Iurcht vor deutschen Luft- fahrzeugen. London, 13. Oktober. Der Staatssekretär des Ministeriums des Innern erläßt von neuem einen Austuf an das Londoner Publikum, in den Abend- und Nachtstunden kein Licht zu brennen oder, wenn dies nicht angängig sein sollte, dafür zu sorgen, daß kein Lichtstrahl nach außen fällt. Auch die Automobile sollen lichtloS fahren, be« sonders über Brücken, denn wenn das Fahrzeug über eine Brücke fährt, so könnten sich die Lichter in der Wasseroberfläche wider« spiegeln und würden einem feindlichen Lustfahrzeug so Gelegenheit bieten, die Brücke zu erspähen und durch Bombenwürfe zu zer» stören. Die kanadische Hilfstruppe. Pari?, 13. Oktober.(W. T. B.) Dem.TempS' wird ans Montreal gemeldet, daß die Stärke des kanadischen Freiwilligen-» regimentS auf vier Doppelkompagnien mit einem RadfahrerkorpS festgesetzt sei. Die Stadt Quebec werde ein Panzerauto mit einem Schnellfeuergeschütz stellen. feindliche fliege? über Karlsruhe. Karlsruhe, 2. Oktober.(W. T. L.) Heute nachmittag»nd heute abend erschieuen feindliche Flieger über der Stadt. Ein abends um 6 Uhr erschienenes Flugzeug bewegte sich langsam über de« Waffen- und Munitionsfabriken und den Kaseruest. Wie mau erfährt, entkam der Flieger unversehrt. vom österreichisth-rustlfthen Kriegsschauplatz. Die Gesierreichee überschreiten den San. Wie«, 12. Oktober, mittags.(W. T. B.) Amtlich wird mitgeteilt: Unsere Offensive hat unter vielfache», für unsere Truppen durchweg siegreiche» Kämpfen de» lagen hinweggeschossen in die Stadt hinein. Auf einem der Wälle flatterte noch die von Geschossen durchlöcherte belgische Fahne, Einsam stand ein Stück entfernt davon ein deutscher Wachtposten. Die belgische Besatzung ist gefangen abgefühtt worden. Aber die von ihr geschaffenen Hindernisse, die den Zugang zur Stadt sperren sollten, sind bei der Kürze der Zeit noch nicht weggeräumt worden. Eine Straße fanden wir mit Drahthindernissen gesperrt, so daß wir genötigt waren, die Befestigungen zu umfahren. Das nächste Tor war furchtbar verbarrikadiert; die folgende Straße war auf- gerissen, mit Stacheldraht überspannt und mit grotzen Steinen beworfen. Als wir mit dem schweren Wagen weiter rechts nach einem Zugang suchten, blieben wir auf einem großen Flugplatz. auf dem unversehrt zwei Luftschiffhallen stehen, eine Weile in« Sand stecken. Es begann zu dämmern, als wir abermals zwischert Wall und Graben vor einem Balkenhindernis halten mußten. Mii Spaten und Seitengewehren wurde die Bahn freigemacht, wahren� ein Stück weiter, aus anderer Richtung kommend, unübersehbar? Trupvenmengen zur Stadt zogen.'■ Endlich hatten wir die Vorstadt erreicht. Geschlossen waren die meisten Häuser, wenige Zivilisten zu sehen. Hunderte von Fahnen in den belgischen Farben flatterten noch. Auf den Straßen dröhnt» der Marschtritt Tausender von Soldaten, an schier unendlich langen Zügen von Kavallerie, Artillerie und Munitionswagen kamen wiri vorbei. Nur vorsichtig konnte die Fahrt vor sich gehen. Tief« Löcher haben die Granaten in daS Strahenpflaster gerissen. Ast und zu ist ein HauS zertrümmert, auf ein paar Brandstellen zünl geln noch Flammen empor. Blumenaeschmückt und mit Fähnchen an den Helmen zogen immer neue Regimenter daher: Artillerie auf dem Fahrdamm, Reiter auf dem einen Bürgersteig, endlose Jnfanteriezüge auf dem anderen. Die Nacht brach herein. Dunkel- heit erfüllte oie Straßen, in denen der Lärm des einziehenden Heeres dröhnte und brandete. Im Westen lohte eine riesige Feuersbrunst und warf ab und zu Lichter auf daS wogende Heer von Soldaten. In der breiten Hauptstraße steht das Königsschloß, von dessen Balkon vor wenigen Tagen der Belgierkönig von der Bevölkerung der Stadt in einer Ansprache aufopferungsvolles Ausharren ge- fordert hat. Dunkel lag der alte Bau da. Davor hielt der General mit seinem Stab und ließ die einziehenden Truppen vorbei defi. lieren. Trommeln rasselten, Lieder erklangen, hoch ragten dia seidenen Fahnen der Regimenter und brausende Hurrarufe erfülltest die Luft. Dabei waren nur undeutlich die Kolonnen zu sehen, denn keine Laterne brannte auf der Straße. Staunend standen die Antwerpener Einwohner, von denen viele nicht geflohen sind,»nd sahen diesem ebenso fesselnden wie grandiosen Schauspiel zu. Sa« erreicht. Der Eutsatz der Festung PrzemySl ist vollzogen. Nördlich und südlich der Festung werdeu die Reste der feindlichen Einschließungsarmee angegriffen. I a r o s l a u und L e z a j S k sind in unserem Besitz. Bon Sieniawa geht ein starker Feind zurück. Oestlich C h y g r o w schreitet unser Angriff gleichfalls fort. In Russisch-Poleu wurden alle Versuche starker russischer Streitkräfte, die Weichsel südlich von Iwaugorod aus zu überschreiten, abgeschlagen. Der Stellvertreter des Ehefs des GeneralstabeS von Hoefcr, Generalmajor. die Riefenfthlacht im(dsten. London, 13. Oktober.S Aokohama spielen sich gegenwärtig im japanischen Parlamem rrbillerle Kämpfe ab. Die konservative Partei bekämpft lebhast die Politik der Regierung. Marschall I a m a g ata unterstützt die Opposition. Die alte Militärpartei tritt für eine A u S- Ahnung der kriegerischen Operationen ein. persische Stämme gegen die Russen. Konstantinopcl» 13. Oktober.(23. T. SS.).Jkdam" erfährt � unterrichteter Seite, datz die persisch-kurdischen Stämme bereits den dritten Angriff auf die Russen �uternommen hätten, wobei diese geschlagen wurden. Die Kurden "obertett zwei Kanonen und nahmen drei Offiziere gefangen. Un- Gefahr so russische Soldaten fielen. Die Stadt Urmia, in welche die geschlagenen russischen Truppenabteilungen flüchteten. voll von Verwundeten. Die Kurden sollen sich Urmia bis auf öwci Wegstunden genähert haben. 5od ües früheren fozialüemokratifchen dumaabgeorüneten Malinowstp. Der frühere sozialdemokratische Dumaabgeordnete Mali- in? � � k tj, dessen Mandatsniederlegung im verflossenen Früh- großes Aufsehen erregte, ist, laut der„Retsch" in einer der chlachten an der russischen Grenze gefallen. Die gefangenen Geistlichen. Berlin, 13. Oktober. Nichtamtlich.<28. T. 23.) Während in eutschland die G» i st l i ch e n im Felde, soweit sie nicht alS Militär- l�lsorger Anstellung finden, im allgemeinen in der K r a n k e n- fj[,c 2 e verwendet werden, müssen bekanntlich die fr a n z ö si sch en e i st l j ch x n als einfache Soldaten in den Reihen des veeres mit der Waffe kämpfen. Viele °->>°n bereit« fwferen in Waffe kämpfen. Viele von ihnen sind infolge in deutsche Gefangenschaft geraten und in grossen Gefangenenlagern untergebracht. Mit der Bitte, � Los dieser Geistlichen zu erleichtern, wandle sich der tzbischifl„an Köln. Kardmal v. Hartmann, mit einer Thron- '"gäbe an Seine Majestät den Kaiser. Wie wir hören, hat Seine . �lestät der Kaner in hochherziger Weise dieser Bitte stattgegeben Und «che» zu genehmigen geruht, vass die gefangenen französischen Geist- ' wie Offiziere bebandelt werden. politische Uebersicht. Kein Mitleid mit den Belgiern! WWWWWWW > Die„Norddeutsche Allgemeine Zeitung" schloß ihre mich uns wiedergegebenen Mitteilungen über die belgischen Abmachungen mit England mit den Worten: �..Sie(die Mitteilungen) mögen dem belgischen Volk die d'Ugen öffnen wem es die Kalastrovhe zu danken bat. die jetzt über das unglückliche Land hereingebrochen ist." „, Aehnlich ließ sich der„Berliner Lokalauzeiger" ver- «ehvien: „Noch zittert die Freude über den schnellen Fall Antwerpens sn unseren Herzen nach, aber unsere Gefühle gegen den unter- wgenen Feind haben sich gewandelt. Kein Zweifel, anfangs, als »>e belgischen Franktireurs wild wider uns aufbegehrten, er- Mte uns gripimer Zorn, jetzt ist an seine Stelle lediglich Mitleid getreten." Dies« Aeußerungen, die ein gewisses Mitleid klingen lassen, haben das Mißfallen einiger Blätter erregt. Sie polemisieren aufs heftigste dagegen, unbekümmert um den„Burgfrieden". Die„T ä g l. Rundschau" bemerkt zu den Worten des„Lokalanzeigers": „Wir zitieren das nur, um dagegen zu protestieren, daß jemand schon jetzt den Versuch macht, anstatt der deutschen Sache gegen Belgien die belgische Sache gegen Deutschland zu führen. Das wäre ein neuer Quertreibereiversuch bedenk- lichster Art. Die Nation muß sich dergleichen an der Schwelle verbitten.... Man verschone uns mit derartigen lamentablen MitleidSartikelchen. Wir haben anderes, Wichtigeres vor uns und noch keine Zeit, das selb st bereitete Los Belgiens zu bejammern." Die„P o st" nennt die Ausführungen des offiziösen Blattes eines„F l a u m a ch e r e i": siv scheint gerade in dem kleinen Belgien den Hauptfeind zu erblichen: denn sie schrieb: „Gerade den Belgiern gegenüber wäre jede Nachsicht und überzarte Rücksichtnahme gründlich verfehlt. Sie haben die ge- botene Friedenshand mit Hohngespött zurückgewiesen, so mögen sie nun auch die Stärke unserer Faust fühlen. Es fehlt merkwürdigerweise hierzulande ja nicht an Versuchen, die Belgier jetzt nach dem Fall Antwerpens möglichst weiß zu waschen... Und dann wieder: „Großmut ist eine schöne Eigenschaft und wir Deutsche dürfen sagen, daß sie uns ivahrlich nicht fremd ist. Aber es gibt eine Grossmut am falschen Ort und zur falschen Stunde. Sie heißt einfach: die Schwäche. Oder: der Rückfall in die Schwäche. Und diesen Rückfall, vor dem uns Gott bewahren möge, planmäßig berbeizuführen, erscheint uns als ein Ver- brechen am eignen Volk. Die Stunde der deutschen Großmut für Belgien hat noch nicht geschlagen. Noch ist daS Land nicht völlig in unserm Besitz...." Wir wissen, daß die Empfindungen des deut- schen Volkes, in dessen Namen zu sprechen jene Blätter wohl nicht bevollmächtigt sind, in diesem Falle weit mehr mit den Aeußerungen der Regierungs presse als mit den aufgeregten Artikeln der„Post" und„Rundschau" übereinstimmen._ Reichstagswahle« ohne Kampf. Für die Reichstagsersatzwahl in Mannheim, die, wie be« reitS berichtet, auf den 17. November angesetzt ist, hat der Wahl- kreiSausschuß der Nationalliberalen beschloffen: „Den Zeitumständen entsprechend, nimmt die nationalliberale Partei des 11. badischen ReichStagswahlkreiseS von der Ausstellung einer Kandidatur für die Ersatzwahl am 17. November Abstand. Sie nimmt an, daß die sozialdemokratische Partei im Wahlkreise Heidelberg-Eberbach ebenso verfahren wird." Auch für die ReichStagSersatzwahl in Aurich-�ittmund, die durch daS Ableben des nationalliberalen Abgeoroneten Semler nötig wird, hat am Sonntag in Wilhelmshaven eine zahlreich be- suchte Vertrauensmännerversammlung der Fortschrittlichen Volks- Partei nach der.Freisinnigen Zeitung' einstimmig beschloffen, in Rücksicht auf den Krieg von der Aufstellung eine? eigenen Kandidaten abzusehen. Von nationalliberaler Seite ist bekanntlich Dr. Strese- mann als Kandidat aufgestellt worden, dessen Wahl somit ge- sichert ist. Beschwerde der Stadt Chemnitz über die Feldpost. Auch der Rat der Stadt Chemnitz hat jetzt beschlossen, infolge der Klagen, die die Bürgerschaft über die Mängel bei der Feldpost führt, den Reichskanzler und den Staatssekretär des Reichs- postamlS dringend um Abhilfe zu bitten. Der Prozest gegen Prineip. Sarajewo, 12. Oktober.(W. T. B.) Prozeß gegen Princip und Genossen. In einer von der hiesigen Staatsanwaltschaft verfaßten Anklageschrift wird die Anklage gegen Princip und Genossen, insgesamt 22 Per- sonen, wegen Hochverrats erhoben und gegen weitere drei Personen wegen des Verbrechens der Mit w i s s e r s ch a f t und der Verheimlichung von Waffen, die für das Attentat bestimmt waren. Die Anklag« schrist behandelt ausführlich die Entstehungsgeschichte der in Belgrad von den Organen der Narodna Odbrana an gezettelten Verschwörung, schildert eingehend die Reise der Verschwörer und die Einschmuggelung von Waffen und Bomben nach Bosnien, ferner, wie die Verschwörer in Sarw jewo Mittäter warben, wie sie die Waffen unter sich ve« teilten und sich zur Ausführung des Attentats auf den Straßen aufstellten. Princip gestand in der Untersuchung ein, daß er mit dem zweiten Schuß den Landeschef P o- tiorek töten wollte, jedoch die Gemahlin deS Erzherzogs Franz Ferdinand traf. Zum Schluß ergeht sich die Anklage- schrift ausführlich über die Motive des Attentats. Sie schildert das irredentistische Treiben der großserbischen Kreise in Belgrad, die bis zum k ö n i g I i ch e n Hof hinaufreichten, die systematische Wühlarbeit gegen Ocsterrcich-Ungarn und das habsburgische Herrscher- haus in Serbien. Kroatien und Bosnien, die den einzigen Zweck hatte, Kroatien, Dalmattcn, Jstrien, Bosnien und die Herzegowina sowie die von Serben bewohnten südungarischen Provinzen von der Monarchie loszureißen und Serbien an- zugtiedern. Die Verschwörer Princip, Grabez und Cabrino- vics gestanden ein, daß sie in Belgrad den Haß gegen die Monarchie und die großserbische Gesinnung eingesogen und die politische Vereinigung aller Südslawen im Sinne hatten, und daß der Zerfall Oesterreich-Ungarns und das Erstehen eines großserbischen Reiches ihr politi- sches Ideal gewesen sei. Im Dienste dieses Ideals hätten sie den Plan zu dem Mordanschlag gegen Erzherzog Franz Ferdinand gefaßt und schließlich verwirklicht. Die Verhandlung des Prozesses gegen die Attentäter Princip und Genossen wird öffentlich geführt. Außer Princip sind 24 Mitangeklagte auf der Anklagcbauk erschienen. Der Mitangeklagte Mohammed Mehmed Basio ist nach Montenegro entwichen, wo er von den Behörden verhaftet, jedoch aus dem Gefängnis in Niksio entflohen sein soll. Sein Aufenthalt ist unbekannt. Nach Verlesung der Anklageschrift wurden Nedjeljko und Cabrinovics vernommen. Scrajewo, 13. Oktober.(W. T. B.) Prozeß Princip und Genossen. Angeklagter Cabrinowic gestand im Verhör zu, anfangs sozialistischen und anarchistischen Ideen gehuldigt zu Hadem Später, als er in Belgrad mit dem serbischen Major Vasic in Berührung gekommen sei, habe sich in ihm ein Umschwung zum serbischen Nationalismus vorbereitet. Nachdem er aus her sozialistischen Gruppe des Blattes„Glas Slobode" hinausgedrängt worden sei, habe er sich nach Belgrad begeben, wo er ein über- zeugter serbischer Nationalist geworden sei. Das Ziel, das er sich vorgesetzt habe, sei die gewaltsame LoSreißung der süd- slawischen Länder von der österreichisch-unga- rischen Monarchie und deren Vereinigung mit Serbien ge- tveien. Er sei zum erstenmal auf den Gedanken gekommen, Franz Ferdinand zu ermorden, als ihm ein Zeitungsausschnitt zugesandt wurde, auf dem stand, daß der Thronsolger nach Sera- durch- s fetvv kommen werbe. Diese Nachricht habe er«mch Princip«»> ' geteilt, der ihm zugeredet habe, gemeinsam mit ihm den Anschlag auszuführen. Cabrinowic sei hauptsächlich darum darauf eingc- gangen, weil in Belgrad allgemein behauptet worden war, der Thronfolger sei der Führer der Kriegspartei, die Serbien erobern wolle. Der Angeklagte gestand, gewußt zu haben, daß der Verein Narodna Obrana den grotzserbischen Tendenzen diente. Princip habe ihm mit dem Beamten der serbischen Eisenbahnen Ciganowic bekanntgemacht, der ihnen Waffen und Bomben liefern sollte. Ciganowic habe jedoch erklärt, er habe selbst keine Mittel, um Browningpistolen anzuschaffen und werde sie deshalb an Major Tankosic weisen. Inzwischen hätten Prineip und Cabrinowic auch Grabez füc ihr Vorhaben gewonnen. Grabez sei zu Tankosic gegangen, der ihn gefragt hätte, ob sie entschlossen seien, den Anschlag auszu- führen, worauf sie von Ciganowic vier Revolver erhalten hätten. Ciganowic habe auch Grabez und Princip im Schießen unter- richtet. Vor seiner Reise nach Bosnien habe ihnen Ciganowic sechs Bomben und Chankali übergeben. Beim Abschied habe er Princip ein Schreiben an den serbischen Major Popovic in Scha- batz übergeben. Bon diesem seien sie empfangen und sodann mit falschen Legitimationen auf der Bahn nach Loznitza befördert worden. Hier habe sie der Grenzhauptmann Proanovic emp- fangen und Princip und Grabez dem serbischen Finanzaufseher Grbic zur Beförderung über die bosnische Grenze übergeben. In Tuzla sei Cabrinowic mit Princip und Grabez zusammen- gekommen und dann mit ihnen nach Serajewo weitergefahren. In Serajewo habe Tanilo Jlic alle Verschworenen zusammen- gebracht und Waffen und Cyankali unter sie verteilt. Der Angc- klagte gestand zu, daß er gegen das Automobil des Thronfolgers eine Bombe geworfen habe, in der Zlbsicht. diesen zu töten. Er gab auch an, daß er im Monat April durch den Direktor einer Druckerei Civojin Dacic dem serbischen Kronprinzen Alexander vorgestellt wurde und � mit ihm gesprochen habe. Den Inhalt des Gespräches wollte jedoch der Angeklagte nicht verraten._ Aus der holländischen Kammer. Amsterdam, 9. Oktober.(Eig. Ber.) In der heutigen Kammer- sitzung bracht« die Regierung den Entwurf über den zweiten ausser« ordentlichen Kredit von 50 Millionen Gulden ein. Unsere Parteigenossen haben für ihn gestimmt, wie schon für den ersten. In der Partei haben sich da und dort Stimmen geltend gemacht, als ob damit die bisherige Stellung zum Militarismus preisgegeben worden sei. Nicht nur bei der.S. D. P.", sondern besonders in einigen ländlichen Gegenden, wo der Sozialismus einen merklich sentimen- talen Einschlag hat, ist Kritik geübt worden. Indes hat die über- grosse Mehrheit der Genossen der Taktik der Fraktion zugestimmt, die nicht nur die in der gegebenen Zeit für Holland dringende Wehrfähigkeit der Nation, sondern auch ein SRinimum von Versorgung den Familien der Einberufenen und den von der furchtbaren Arbeitslosigkeit Betroffenen sicherte. Für die heutige Verhandlung hatte die sozialistische Fraktion nur eine Anzahl von Beschwerden reserviert, die Genosse T er L a a n vertrat. Sie beirasen u. a. das Verhalten der militärischen Autoritäten gegenüber der sozialistischen Propaganda, die jetzt im Heer sehr lebhaft ist. und speziell das von manchen Offizieren verfügte Verbot des„Het Volk" in den Militärlagern. Ter Laan sagte: Jetzt ist das ganze Volk unter die Waffen gekommen. Wie kann man erwachsenen Leuten verbieten, ein Blatt,' an das sie gewöhnt sind, zu lesen. Der Kriegs- minister, Herr BooSboorn antwortete:„Ich halte das Verbot, .Het Volk" zu lesen, für w i d e r s i n n i g, wie jede Beschränkung der Gewissensfreiheit. Andererseits gebe ich jedem Kommandanten das Recht, aus Lokalen, wo er den Befehl führt. Schriften zu verweisen." Der Minister meinte dann, es könne sich doch höchstens um vereinzelte Fälle handeln. Er sehe keinen Grund, in bezug auf die Lektüre der Soldaten jetzt andere Richtlinien zu verfolgen als in ge- wöhnlichen Zeilen.— Ter Laan replizierte: Gerade in gelvöhnlichcn Zeiten besteht bei den militärischen Slutoritäten die Steigung, sozia- Itstische Blätter, ja selbst wissenschaftliche Schriften zu verbieten. Jetzt ist aber da? Uebel ärger, eben weil das Volk selbst unter den Waffen ist. Man verhindert selbst Gewerlschaftsmitglieder. die Ver- sammlungen ihrer Verbände zu besuchen, wo über ihre Interessen gesprochen wird.(Wiederholt, weil nur in einem Teil der Auslage.) Essad Pascha, Herr von Albanien. Athen, 12. Oktober.(Meldung der Agence d�thKneS.) Essad Pascha ist zum Präsidenten der Regie- r u n g von Albanien und zum Oberbefehlshaber er- nannt worden._ Letzte Nachrichten. Niederlage der russischen Belagerungsarmee vor PrzemySl. Wien, 13. November, mittags.(W. T. B.) Amtlich wird verlautbart: Gestern schlugen unsere gegen P rz e m h S l anrückenden Kräfte, unterstützt durch einen Ausfall der Besatzung, die Einschließungstruppen derart zurück, daß sich der Feind jetzt nur mehr vor der Ostfront der Festung hält. Bei seinem Rückzüge stürzten mehrere KricgSbrücken nächst Sosnica ein. Viele Russen ertranken im San. Der Kampf östlich C h y r o w dauert noch an. Eine Kosakendivision wurde von unserer Kavallerie gegen Troho- byoz geworfen. In den durch sehr ungünstige Witterung und schlechte Wegeverhältnisse außerordentlich erschwerten Märschen und Kämpfen der letzten Wochen hat sich die Leistungsfähigkeit unserer braven Truppen glänzend bewährt. Der Stellvertreter des Chefs des GeneralstabeS von H o e f e r, Generalmajor. Die Wirkung von Antwerpens Fall auf England. Amsterdam, 13. Oktober.(W. T. B.)„Telegraaf" meldet aus London: Der Flottenkorrespondent der „Times" schreibt: Der Fall Antwerpens läßt na- türlich gewisse maritime Fragen auftauchen, aber wir brauchen uns nicht unnötige Sorgen zu machen. Die man» time Lage wird nicht im mindesten geändert. Antwerpen kann nicht die Operationsbasis gegen Eng- land werden, solange Deutschland die Rechte neutraler Völker achtet. Der Verfasser erörtert sodann den Einfluß der Er- eig nisse auf den Handel. Der Luftkrieg und die Blockade der Unterscheide würden den holländisck�n Handel treffen. Wir wollen— so heißt es � nicht angreifen. Jeder Schritt in diesem Sinne würde als äußerste Maßregel be- handelt werden. Ein amtliches Commnnigne der englischen Admiralität besagt, daß der englische Fliegerpark, be- schützt durch gepanzerte Automobile, sicher zu seiner Basis zurückkehrte. Daß es für deutsche Flieger möglich wäre. Fahrten von Antwerpen zu machen, beweise noch nicht, daß sie die englische Küste erreichen könnten. Sie würden Calais, aber nicht Dover erreichen können. Zum min- besten könnten sie nicht mit Sicherheit zurückkehren. Für Zeppelinluftschiffe seien Hallen nötig und eine Zepellinhalle in Antwerpen sei nicht sicherer als die in Düsseldorf. Der Nachfolger FerrataS. Rom, 13. Oktober.(W. T. B.) Kardinal Pietro GaSparri ist zum Staatssekretär des Heiligen Stuhls ernannt worden. Theater. Losing Theater Uhr Mein Leopold. Theater für Mittwoch, 14. Oktober: Lutsen- Theater Deutsches Künstler- Th. 8 Uhr: Gewonnene Herzen 8 U.: Der hellige Krieg. märker und Pikarde. Kar Sonntag 8%, U.: Minna von Barabeln. Deutsches Opernhaus, Charlottenb. Lustspielhaus 8 Uhr: Der Freischütz. Deutsches Theater 8 Uhr: 1914( Prolog) Wallensteins Lager. Kammerspiele 8 Uhr: Wetterleuchten. Gebr. Herrnfeld- Theater 8 Uhr: Er kommt wieder. Zwei leuchtende Punkte. Ende gut- alles gut! Kleines Theater. 8 Uhr: Der Hexenkessel. Gastspiel Harry Walden. Komödienhaus 8 Uhr: Das Heiratsnest. Ilgemein- Verichiedenes Truftreie Cigarettenfabrik, GARBÁTY CIGARETTEN Qualität Manoli- Zigaretten 8% U. Graf Pepl. Residens- Theater 8 Uhr: Krümel vor Paris. Rose- Theater 8 Uhr: Die Waffen her! Schiller- Theater 0. Zum erstenmal: 8 Uhr: Johannisfeuer. Schiller- Th. Charlottenbg. 8 Uhr: Grüne Ostern. Thalia- Theater 8 br: Kam'rad Männe. Erscheint 2 mal wöchentlich. Phänomen MONA Die neue 33 LISA QualitätsCigarette Auto- Fahrichule -Technikum Berlin, WusterAutohausenerst. 16. Honorar mäßig. Dandy3PfBäcker- u. Conditoreien Jetzt auch mit und ohne Mundstück Bosnia Cigaretten! HL MAL- KAH Company Berlin N. 20 Pankstr. 65. MurattiCigaretten Vrowatka für den verwöhales Raucher Fondert nur R. Kleiner, Schulstr. 102 C. Kunze, Liebigstr. 1. Max Kühl, Triftstr. 3 Felix Kynast, Dänenstr. 5. Carl Lindenberg, Lychenerstr. 4. W.Megow, Lichtenbg., Gärtnerst. 5 G. Meier, Grüner Weg 27. E. Muhle, Manteuffelstr. 87 P. Müller, Willibald- Alexisstraße 43. G.Münch, Reinickendorf, Provinzstr.111 Carl Neuendorff, Sickingerstr. 76 Gustav Nielson, Lindowerstr. 9 P. Nitschke, Cadinerstr. 4. J.H.Popp, Amendostr.104, Reinickend.- Ost. Fr. Pribyl, Osnabrückerstr. 26. Fritz Richter jr., Liebenwalderst.13 C.Reisch, Bäcker., Hermannstr. 16.Nkölln. Osw. Rauhut, Gürtelstr. 27 Gust. Rautenberg, Metzerstr. 11 H. Saunus, Allensteiner Str. 26. Wilhelm Sauter, Oudenarderstr. 36. Emil Schaller, Schreinerstr. 52. Paul Schmoll, Amsterdamerstr.9. Rob. Schützel, Nklln., Weichselpl. 8/9 Paul Schön, Kopenhagenerstr.74. Paul Schunert, Stolpischestr. 35, Adolf Schulz, Florastr. 78 Pank. Karl Schwarz, Thaerstr. 21 Schwencke, Herm. Rykestr. 23 Stadtteilen. Turban Filialen in allen Ludwig Walter, Hufelandstr. 37. E. Provinzst.99, Reinickend.- 0. " Theater am Wollendorfpl Voigt- Theater. Uhr: Immer feste druff! Badstr. 58 8 Badstr. 58. Sonntag 8, Uhr: Immer feste druff! Gente Mittwoch, den 14. Dktober: Volksbühne( Montis Operettenth.) 84. Minna von Barnhelm. Der Soldatenfreund Walhalla- Theater 8. Berlin im Felde. Theater a. d.Weidendammerbrücke. 8.10.: Anfang gut- Alles gut! Staffeneröffnung 7 Uhr. Anf. 8 Uhr. Vorverkauf vorm. 10-2 Uhr. Casino- Theater. Lothringer Straße 37. Täglich 8 11hr. Kriegsbilder Spezialitätenteil usw. & Schluß das neue Kriegs- Volksstück: Mein Leben dem Vaterland". " URANIA Taubenstr. 2oge 1,25, Seffel 1.10, Barfett 80 f. 4 Uhr: 48/49. Das belgische Land. Lüttich- Namur- Brüssel- Antwerpen. ( Halbe Preise.) 8 Uhr: Die Weichsel u. d. masurisch. Seen. Rang 50, Stuhl 30, Sonnt. fl. Aufschl. Sonntag, den 18. Oftober, nach mittags 4 Uhr: Kriegers Heimkehr. Theater Folies Caprice 8% Possen- Theater Täglich: 8% Blinkfener. Landwehrleute. Fest steht und treu Leonhard Hastel, Martin Kettner a. G Relehshallen- Theater. Stettiner Sänger Anfang 8 Uhr. Sonnt. 7, Uhr. Spezialarzt Dr. med. Wockenfuß, Friedrichstr. 125,( Oranienb. Tor). Ehrlich- Hata- Kur( Dauer 12 Tage) Blutuntersuchung, Schnelle, sichere für Syphilis, Harn- u. Frauenleiden störung. Tellzahlung. Unserem lieben Genossen Otto Kühnast nebst Braut Margarete Hahn zu ihrer heutigen Hochzeit die herzlichsten Glückwünsche. Die Genossen vom 826. Bezirk. Unserem lieben Kollegen Fritz Peter nebit Frau zu ihrem 25jährigen Chejubiläum die herzlichsten Glückwünsche. 2316 Die Kollegen. In Freien Stunden Die Wochenschrift für Arbeiterfamilien schmerzlose Heilung ohne BerufsSprechst. vorm. 9 bis nachm. 8, wöchentlich 1 Heft für 10 Pf. Bezugsquellen- Verzeichnis. ierbrauerei., Blerhdig. B Brauerei Bötzow empfiehlt Qualitätsbiere ersten Ranges W. Adelung& A. Hoffmann Akt.- Brauer.Potsdam. Big.Niederl. Berlin SW, Tempelhofer Ufer. 15 Brandenburga. I., Wilhelmsdorferst- 110 Spez. Poted. Stangenbier Berliner Bock- Brauerei empfiehlt anerkannt vorzügl.Biore C.Billerbeck, Charlottb., Krumme St.19 Sonntags 9-1. Untenstehende Geschäfte empfehlen sich b. Einkäuf. Franz Borusiak, Lübeckerstr. 26. He, Mützen, Pelzwar.hmatchinen Franz Ahiren Gontard, Stadtbahnbos vis à vis Panoramasirate aut beim Hutmacher Bellmann, E., Waschmasch Fr.Brauer, Neukölln, Walterstr.55 Willy Dorfmann, Wienerstr. 62. Bruno Dörr, Manteuffelstr. 39 Dresdn. Fleisch- Centr.Dresdnerstr. 17 Wrangel 54 Brunnen 26 Drost Frankfurter Allee 113. Otte Elgner Gontardstr. 2 EinOtto Elgner gang vom Flur. A. Engel, Greifswalder Str. 150. A. Fahl, Nkiln., Liberdastr. 15 P.Fengler, Cöp., Flemmingstr.33 E. Fensch, Allensteiner Str. 12. E. Fiege, Ruppinerstr. 22. Fleischerei, Frankfurter Allee 150 Emall Getzlaff, Treskowstr. 48 Wilk.Geisler, Weißensee, Lehderstr.4. Willy Gericke, Petersburgerstr.31 Fr. Gerlach, Tauroggenerstr. 1a. K. Germann, Schreinerstr. 22 M.Grunwald, Kopenhagenerst.68. G.Herrmann, Lichtnbg., Oderst.4 R. Holzhätter, Putbusserstr. 46. Hubrich, Ramlerstr. 23. Sw. Berliner R. Just, Memelerstr. 6. Ur- Berliner, hell und dunkel Hempel, E., Müllerstr. 138 d. Luisenbrauerei Weißensee. Brauerei Königstadt feinste Qualitätsbiere. C. Habels Brauerei hell- Habelbräu- dunkel. Weissbier Caramelbier Brauerei E. Willner Pankow. Löwen- Brauerei vorzügliche Paß- und Flaschen- Biere. G. Kieschke, Kreuzbergstr. 13. H. Kittelmann, Lausitzerstr. 13 Wilh. Kurt, Wrangelstr. 83 H.Leibnitz, Nkln., Schönstedtst.16 Neukölln, Rob. Lindner, , Niemetzstr. 8. August Lincke, Alte Jacobstr. 26. Lochmann, Malplaquetstr. 32. Rostockerstraße 43. Fleisch.u Wurstfabr. Luebke, Joh. Paul Matschke, Thaerstr. 17 Moers, Otto Moers, Otto Greener Straße39 G. A. Müller Neu- Isenburg Frankfurt a. M Spezialität: Frankfurter Wärstchen WordDenincho Anise- en- AGIZA Seestr. 118. Gebr. Belase Müllerstraße 155. Huthaus Censum, Kastan.- Allees A.Lemaitre, Wilmadri., Berlinerst.182. Schoorr, Herm., Wilmersd.- St. 46. Vester, E. KotterED 18/10 Kafee- Rustarei A. Zuntz sel. Wwe. Filialen und Niederlagen in allen Stadtteilen Nur reelle Qualitäten Gollnowstr. 26 Littauer Nähmasch., Spandau 5 Jahre Garantie, Teilzahlung Nähm.- Spz.- Gesch., Potsdamerstr.10. Singer Nähmaschinen Meierei C. Bolle A.-G. Alt Moabit Berlin N.W.21 103:: Altester und grösster Milchwirtschaftlicher Gressbetrieb Läden in allen Stadtteilen. Verficherungsh Photogr. Apparats Deutschland" Berlin Allredit 50. Kottbuserstr. 3. Arbeiterversicherung SchützenPhoto- Janson, Mauptstr. 23., Iduna'zu Halle a.S. Planos M. auch Gelegenheitski. Sterbekassenversicherg. straße 3 Kottbuserstr. 5 Berlin, Charlottenstr. 82 Volks- und Lebensversicherung. Anerkannt vorteilhafte Bengalle R. Vierling Kauf, Miete, Teilzahlg. Zahnateller Tee, Kakao und Schokolade etc. Hamburger Kaffee- Importgeschäft Emil Tengelmann Kauthauler A. Ellmer, Tegel, Brunowstr. 8. Hochst. Str.1 Paul Falkenstein Rabattmark. Kolonialwaren C.Bose, Provinzst.109, Reinickend.- Ost Joh. Hauke, W.Bornefeld, Liebenwalderstr.41 Fritz Hübner, Schliemannstr. 11. A. Lange, Weißens., Berl. Allee 255. O. Pägsch, Schwedenstr. 18. Franz Richter, Malplaquetstr.25/ 26 Runge, Otto, kila, Hormannst.55. A.Silkinat, chhag Reinieknd.8.108 Erich Thiel, Weiss., Langhansstr. 189. Bichlächtereien E. Weidlich, Steglitz. Lindenstr.41. chreibwaren 0. Prochnow, Nkila. Hermannstr. 69 chuhwaren, Schuhmach. Willy Kuset, Hasenheide 48. K. Luck, Charl., Tauroggonerstr. 49. V. Smiejkowski, Zorndorferstr. 19 F.Bernart, Blumenst.1 II.E.Alexanderst. W.Best, Skalitzerstr.62 E. Wrangelstr. J. Bläck, Berlinerstr. 106 Charlottenburg M.Dresler, Grätzstr.701, Treptow. Düby, H., Neukölln, Bergst, 48N- K1179 H.Frey, gegr. 1861, Landsbergerst. 831. Goetze, Kais.- Friedr.- St. 1981I. N.- Kölln. Institut Hafke, Fehrbellinorst. 241 AmtNd.3761.Sp. Zahnzieh. m.Betäub.Mk.1 Emil Sann Ecke Fruchtstraße. Karl Sommer, Frankfurter Allee1 04. Große Frankfurterst. Petersohn, Osk., Müllerstr. 155. Zahnpraxis, Nerden“, Metzerst. 42, TeilzhlgZoologische Handlung Seifen SchneewittchenBleichseifenpulver Alleinfabrikt.: Grabi Potsdam KADDA- Cigaretien Velabels, Com, Licked- Münchener Brauhaus A. Möbes Nchf. Kepler- o. Ledgrohren Uhren und Baldweren Kressin Raucht Herbstoli Cigaretten Ikoholfreie Getränke Franz Abraham Hamb. Messina- u.Römertrank- Kell. C.25 Bartelstr. 8a, Fernsp. Kgst.13708 Karl Weinholz, Kamerunerstr. 57 Emil Werk, Samariterstr. 8. Otto Winkler, Nannynstr. 73. Fr. Wittig, Nordhausenerstr. 23. Otto Welff, Treptow, Krüllst. 16 Zachau, Gr.- Lichterf., Chausseest.85a Paul Zastrow, Stromstr. 33. J.Zindler, Bsehwg., Behringstr.9. Bandagen, Gummiwaren R. Bauke, Stralauer Str. 56. J. Kabelich, Rosenthalerstr. 25. E. Kraus, Kommandantenstr. 55. A. E. Lange, Brunnenstr. 166 Liepe, Schöneberg, Granewaldstr.30. H. Neusch, Breitest. 24, Spandau. Nicolai Nf. Linienstr. 127. eleuchtungsgegenitände M. Spranger, Reinickend. Str. 11. Büttner, A., Danzigerstr. 96. ade- Anitalten Arkona- Bad, Anklamer- Str. 34. Liefr. aller Bad Alt- Moabit 104 Krank.- Kass. Bad Landsberger Str.107, Gollnowstr.41, Liefer sämtlich. Krankenk. Bad Börse, Dirksenstr. 50. Neuköln Central- Bad Anzengruberstr. 25. Diana- Bad Koppenstr. 93 sämtliche Bäder. Kaiser- Friedrichs- Bad, Charl.a.Bh. National- Bad, Brunnenstr. 9. Naturheilbad, Stephanstr. 40 Berlin und Oranienburg Brauerei Piefierberg. Trinkt Wanninger Bier! Vereins- Bramerel Teutonia. NW 07. Weissbier, C. Breithaupt, Palisadenstr. 97. Tel-A.VII, 2634. WeißbierGebr.Merx, Zossenerstr.31 Fleischwaren u. Wurstfabrik Berlin N 24 Oranienburgerst. 4 K. Norger, Nkiln., Friedelstr. 21 P. Prenzel, Chorinerstr. 50. G. Peis, Andreasstr. 77b. GustavPfennig, Golzkowskyst.12 H.Rauchheld N. Krüger, Ziethenst.13 G. Rohloff, Naunynstr. 8 Jos. Ritzke, Stralauer Allee Sis H.Rose, Treskowst. 11, Marktha Menhof. Chausseest. 84. P. Schmatzhagen, Belforter Str. 11 Otto Schneider, Rostockerstr. 30 acao, Schokolad., Contitur. E. Schubert, Pankow, Florastr.25. Otto Schreiber Hohenfriedbergerstr. 1. Fordern Sie Beerdiggsanit. Sargmagz. Kakao und Schokolade J. Liszezinski, Gerichtstr. 30. Berl. Christinenst.14 0. Liedemit Pankow, Berlin.St.13 H. Petermeler, Strelitzerstr. 8. Theod.Poeschke, E.Hauptst., Gr, R.- Allee Brotabrik Liebing's Zornenschleuser Landbrot Zu fordern in allen Geschäften utter, Eler, Kale Bad Ostend Boxhag.- Str. 17 Concordia Butterfandi. Lief all.Kassen Original Lohtannin- Bad Wallstr. 70/71 früh. Münsel Smtl. Bäder, auch. f. Krankenk. KottbuserPassage- Bad Damm 79. Reform- Bad, Wiener Str. 65. Schiller- Bad, Müllerstr. 153a. Silesia Bad des Ostenso 15 DetanBruno Freche geschäfte Gebr. Gause. Wilhelm Göbel 25 eigene Filialen. 15 DetailSchlesische Str. 31. August Holtz Geschäfte. Bäcker- u. Konditoreien Asmus, Wilh., Ueckermünderstr. 11. Wilh. Bagge, Wiclefstr. 55/6. E. Böhme, Oderbergerstr. 49. F. Breitkopf, Exerzierstr. 19a, Waldemar Brose, Driesenerst. 3 Hubertus, Butterhdlg. Straussberg, Herm. Kunert, Culmstr. 29 Gebrüder Manns 48 eigene Detailgeschäfte DetailHermann Buß, Grünauerstr. 12. Kosmalla, E., 4 Geschäfte M. Burghardt, Waldemarstr. 76 G. Büchner, Nordhausenerstr. 39 Fritz Muth, Butterhandlung. Davids Landbrot, Rudersdorferstr.29 Paliasdenstr, 44, Waßmann-, E. Elisabethst. Fritz Eichler, Bastianstr. 18. Emuel Flögel, Mirbachstr. 25. Br. Friedrich, Eisenbahnstr. 31. Rob. Gebler, Wildenbruchstr.68. O.Görg, Wiesenstr.31, br.u.grane Rbm. E. Großberndt, Wittstockerstr.7. Hugo Groth, Simon Dach- Str. 1. Große- Rhode Reinickendorferst.95 Nordstern Mercur Schröter, R. 43 Derkaufsstellen 43 Gebr. Siegert Groß- Bäckerei ,, Berolina" i.West. Wiener Str. 65. Butter, Eier, Käse. A.Großkinsky, Boxhagenerst.27. A. Günther, Gr. Frankfurterstr.79 R. Haude, Lynarstr. 4. Gust. Heintschel, Havelbergerstr. 26 Otto Hoff, Chorinerstr. 13. L. Ihle, Gerichtsstr. 53. Oskar Hanke's Brotbäckerei 75 Geschäfte in allen Stadtteilen Berlins sowie in Neukölln u. Treptow Gegründet 1892. Fr. Jendreyko, Ohmstr. 9. Fr. Jung, Elbestr. 6 Neukölln F. Kiesewetter, Schivelbeinerstr. 16. R. Klinke, Weißens., Lehderst.120. Wesenberg SAROTTI Kakao und Schokolade preiswert beliebt in jedem Haushalt. Filial. in Berlin Seifert, E., und Vororten Cyliax, G., igarrenfabriken Filialeni.all Stadtteilen. JUHL 250 GESCHÄFTE G. Kaphun Verkaufsstellen in allen Stadtteilen. Carl Martienzen Cigarren- Fabrik Filialen in allen Stadtteilen. J. Neumann 200 Niederlagen. Paul Spenn, Kopenhagenerstr.35 Gustav Stolz, Hussitenstr, 44. Thiring. Fleisch- n. Warst- Fabr F.Sommermann, Boxhagenerst.36 Tscherbner, Straßmannstr. 8. E.Thurat, Reinickendorf, Seharnweberst.34 Wilk.Prot, Schöneb., Mühlenst.12 Brz-, WOIB-, Wonwaren Tribotagon M. Gardels Bousselstraße 76 Tauroggenerst. 10 Hoppe, E., Scharnweberstr. 52. Carl Klein, Höchstestr.16, N.O.18. Hermann Meyer, Schivelbeiner St. 21. Chihandlungen MuskauerBethke, Georg, straße 44Neukölln, Elbestr. 33, Kaiser- Friedr. Str. 64, Weserstr. 189, Friedelstr. 23Treptow, Grätz- Straße 64. 5 Geschäfte Frese, Ernst im SO. Gaege, Otto Charlotten burg. Kolonnenstr. 4. G. Vettin Graner Weg Ernst Hoffmann Brückenstr. 1. 57 F. Wendt, Simon Dachstr. 37. P. Wunderlich, Bötzowstr. 38. PaulZwarg, Landsberg Alle 136. Dragon und Farben Günthers Stral.- Drog.Bidikerstr.31 W.Kleemann, Berg- Dregorio, Borgstr.37 Lankwitz Rieckmann, K.- Wilhelmst.25. Rathaus- Drogerie, Nkiln. Dexaustr. 24. Werder- Drogerie, Britz.Budowerat. 5a Ellen, Stahlwaren, Waffen, Werkzeuge Herm. Braun, Landsbg. Allee 149. Grüner Weg 49 Otto Belig Wrangelatr. 59. Oranien G. Brucklacher, straßeds A. Elbertin, Ackerstr. 132. Carl Jung, Stromstr. 81. R. Mai, Kaiser Friedrichstr. 233. F. Pflugmacher, Colonnenstr. 48. Wrangelstr. 75 F. W. Sichter Eek Cuvrystr. olfkereien M G.Kuknert, Vinetapl. 8 Vogel- u. Tierfutter. Britz E.Pasewald Fleischerei. Rudowerst.36 St.Serówka, Bäckerei, Rudowerst.348 Fr.Tzschentke, Bäck., Chausseestr.75 Fredersdorf MaxElsermann, Charl., Kehringir.16Brunnenstr. CarlSchießer, Brot- u. Feinbäcker. Max Busse 175/177. Gust. Schönfeld, Schuhw. u. Rep. Kalobusch, W., Frft. Chaussee96 Carl Tegel, Brot- u. Feinbäckerei Lehmann, Alb., Frankf. Allee 40. Weine, Liköre, Fruchtutte E. Ballin& Co. Cognak- Brennerol Dampf- Likörfabrik Nur Qualitätsliköre. Hugo Beling 60 Filialen in allen Stadteilen. P. Kirchner& Co. Cognak-, Likörfabrik Kirchners Araber, käuflich. Probierstube, Spittelmarkt 8/10. Echter Stonsdorfer Aberall Schlichte Steinlager die ältest Ueberall erhältlich. Königs- Wufterhaufen G.Hübscher, Uhren, Goldw., Bahnhfst.20 Franz Püschner, Haus- u. Küchenmagz Kaufhaus Emil Bergmann Mahlsdorf Bäck.-, Conditerel Rud. Grunow Café, Bahnhofsir, 31, Rud. Grunow Frau A. Pagel, Kolonialwaren. A. Schwarz, Cigarren, Tabake. Mariendort H. Krull, Bäckerei, Kaiserstr. 1. E. Tietz, Dick., Gr.- Beerenst. 128. H.Wagner, Königst.11, Fleisch.- Wurstw. Neukölln Großd., Zur Sonne, P.Freudenberg. Kolubar, Bäcker- u.Konditorei, Niemetzstr.3 Frankfurter Allee, Eeke 0.Gensler Kroger, Frankfurter Bite Albert Schulz Allee 156 Wilhelm Freien, Fouchéstr. 80. Groß- Destillation, Ausschank. C. Braun, Eldenaerstr. 23 H. Friedrich, Straßburgerstr. 48a F. Galle, Metzerstr. 38. Rud. Kiesel, Mirbachstr. 66. F. Lox, Belforterstr. 2. W. Gollert, Schlesischestr. 30. A. Siebert, Weißenburgerstr. 52. Schweizerhof", Meierei und Milchkura stalsis Milchkuranstalt, Wodrich, Putbusserstr. 35. E. Zbindon, Pallisadonstr. Otto Lohmann, Neuk., Friedelst.. Möbelfabrik und-Versand Einbeit, Voigtst. 10, Schreinersir. ssigfabriken Gitschiner Glagow& Schwabe Straße 63. Timner- Essig überall erhältlich! iche, conferven Gustav Richter Köpenick, Grünauerstr. 9 Clems. Steinke, Büschingerst.26 Tiele Nchi. Zahlungserleichterung Ackerst.120 Mobelmagazine Daehne, F., Ri., Neue Jonasstr.36. Richter& Franke Offo Romahn, Räucher w., Gr. Frankf.St.133 Daehne, F., Ri., Neue Jonasstr.36. Filialen in all. Stadtteilen Paul Reißriedrichstr. 138 und Filialen. garrenhandlungen Uhly& Wolfram ny Baumert, Lindowerst. 23 C. 47. 0. Kunze, Reinickendorfer St 14 Wanderlich, Plesser- u. Grätzst.- E. Treptow Flich- u. Luritwaren Blumen und Krinze H.Dürkop, Schönhaus. Alle 154. N.5448 M. Klinkow, Triftstr. 69 A.Schneider, Bsehwg., Baumsch.St.96 Dampf- Walchanstalt R. Bachmann Gerichtsstr. 11 N. 11641. W. Beck Inh.: Herm. Gerbsch Charlottenburg, Berlinerst. 68-69 Fleisch- und Wurstwarenfabrik Max Fisahn, Adalbertstr. 13. P.Staehr, Fischhdlg. Räucherwar. Geppert, Paul, Zossenerstr. 32. Weidenweg 19 Fil. Frankfurt. Allee151/ 52 aus- u. Küchengeräte W G. Geiger, Schleiferei, Müllerst. 7 Reinickend.St.6. Frz. Kazerowsky Bill. Bezugsqu: erren- u. Knabengard. H Badstr. 26, Eeke J. Baer Prinzen- Allee. Mostrichfabrik Gitschiner Glagow& Schwabe Straße 68. Tamborini Mostrich überall Optiker, Mechaniker Groß, Paul, Warschauerstr. 66. Act.Horn. Moyer& Co, God. ca. 550Verkaufsstell. Gr:-Berl. Oswald Nier 20 Filialen und Weinstuben Brunnenstr. 16 matz Sello, and Fillen UnderbergBoonokamp Anerkannt bester Bitterlikör Sprit- und Likörfabrik Ringfrei m.& W. müller W Buckowerstr. 7/8. irtichaften, Etablillemts , Auerhof Alte Jacobstr.139, Kerstian Bergstr. 122. Fourage Spez.: Geflügelfutter. C.Kampfer, Bergst.137, Uhr., Gldwl Kranse, Kais.Friedr.St.79Schweinesch. Fr. Panneck, Bergst 135, Lederw. E. Schüler, Hertzbergpl. Posamentier. Nieder- Schönhausen 0.Stiem, Schlächter., Kais. Wilh.Str.74 K.Wilke, Schlächt.. Lindenstr.10. Spandau Schäferstr. Karl Heinrich, Bäck., Scholgeseh Scheuerlein, Breitest. 85, Fisch.-, Wrst Siemensstadt Astoria- Hut- Compagnie Inh. W. Nordt Hüte, Mützen, Schirme, Stöcke Siemensstadt- Drogerie Nonnendamm 81. Lieferung sämtlicher Kranken kassen. Bandagen, Photo- und Konservierungsartikel. Straußberg Café Metropol pricket Cewkach fishs. WW. Magus empf. E.Form Brückenstr Tägl. gr. Künstler- Konzert Tempelhof L.Goege, Schulstr., Ecke Maxstr. Schöneberg A. Groll, Henningsdorferstr. 10: J.Hohmann, Bäck., Friedr.- With- 8t.27 Großdest. z. Sonne, Straußbergerstr.34 K.Drawiel, Kunig.- St.4 Bäck.Cond.Café H. Loth, Molkerei, Berlin. Str. 78 Hackepeter Hauptstr. 139. Meißenfee Die erste selbstspiel Doppelgeige Patzenhofer J. Guggenberger. Rosentalerstr. 54. Lindentheater, Lindenstr. 110. Robert Balzer P.Jürgen, Kolonw. Berl. Alles188. Wilh.Koch, Schlächter, Lehderstr. 2. Thüßing's Drogerien Weißensee Otto Obst, Fl. u. Warstw.Elsaßsir. 70 Schubert, Carl, Nklin. Bergstr.148 Patzenhofer Ausschank Rosenthalerstr. 3. Fabisch& Co. Eckhaus Linienstr W. Zapletal, Frankfurter Allee 168. Gr. Frankfurterstr.104 AmStrazbit Wilhelmsrah Leske& Slapecki, Schönk.- Allee 70 a bst. Gemüle S. Rosenberg, Reinickend.St.118. Andreasstr. 55 Otto Zschalig neb.d.Markthalle Frits Wolff, Naugarderstr. 45. Ohlen, Koks, Holz, Brikets Photographilche Ateliers Ko H. Gelke, Gaesenerstr.1. E. Elbing erst R. Maerz, Badstrasse 65. Ferd. Wree, Reinickendorferst.86 Rud.Obigt, N.Reinickendorferst P.Pleckenhagen, X.- Schönk., K. Wilh.St.45 CarlGakl, Schlächterei, Edelweißstr.36. Riebeck- Ausschank J.Laschinski, Bäck., Edelweißst.11. Alexanderstr. 55- Tägl. Konzert Wendler& Ruthenberg, Kolonw.Hauptst. 20 Riebeck- Ausschank, gr. Frkfst. 34. O.Rohloff, Uferst.1, Brauerei Königstadt Zossen Original- Schultheiß- Ausschank Butterhandlung Monopol Alexanderpl., Rich. Schloßnies, Warenhaus S. Cohen Kronen- Wäscherei, Nostizstr. 30. Schaumlöffel& Co., Neukölln, Zeitzer Str. 5. Tel. 333 Neukölln. Brste Tropt. Dampfwasch, Heidekampw.21 Berantwortlicher Redakteur: Alfred Wielepp, Neukölln, Für den Th.Glode, Berlin. Drudu. Verlag: Borwärts Buchdr. u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW, Hierzu 1 Beilage u. Unterhaltungsbl Nr. 281. 31. Jahrgang. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Mittwoch, 14. Oktober 1914. Heute Mittwoch, den 14. Oktober: Zahlabend in Groß- Berlin. Die Kriegsgefangenen. Umfangreiche Maßnahmen sind getroffen, um den Gesundheitszustand der vielen tausend Kriegsgefangenen, die sich bereits in Deutschland befinden, zu überwachen. Die Gesundhaltung der Kriegsgefangenen ist, wie die„ Norddeutsche Allgem. 3tg." richtig ausführt, nicht nur eine selbstverständliche Pflicht humaner Kriegsführung, sondern dient auch unserem eigenen Interesse, zumal jeder ansteckend Krante eine Gefahr für seine Umgebung bedeutet. Vor der Pockengefahr schütt uns die bei der ganzen Levölkerung durchgeführte Impfung. Da bei den Nachbarvölkern diese Pockenschuhimpfung nur unvolltommen gehandhabt wird, werden alle Kriegsgefangenen alsbald nach dem Eintreffen im Lage geimpft. Bei der Unterbringung, Verpflegung und ärztlichen Versorgung der Gefangenen wird nach erprobten hygienischen Grundsäken verfahren. Jedes Lager hat jeine eigenen Aerzte, Lazarette und Isolierbaraden oder zelte zum Unterbringen anstecend Kranker. Regelmäßige, häufige Gesundheitsbesichtigungen der Kriegsgefangenen ermöglichen das rechtzeitige Herausfinden Kranker und Krankheitsverdächtiger. Alle russischen Gefangenen werden baldmöglichst nach dem Eintreffen im Lager von besonders vorgebildeten Aerzten auf ansteckende Augenkrankheit( Trachom, Körnerkrankheit) untersucht und die erfrantt Befundenen abgesondert. Besonderer Nachdruck wird auf die fortgesetzte hygienische Ueberwachung der Lager gelegt. Die für das Auftreten etwaiger ansteckender Krankheiten erforderlichen Desinfektionsapparate und Mittel, Bersandgefäße für leimhaltiges Material zur Untersuchung, sind bereits sichergestellt oder werben nach Bedarf beschafft. Da immer wieder Behauptungen laut geworden sind, die fremden Kriegsgefangenen in Deutschland könnten es zu gut und bequem haben, ist amtlich von neuem eine genaue Darstellung der Behandlung und Verpflegung unserer Kriegsgefangenen gegeben worden. Darin heißt es: " Es ist nicht autreffend, daß die Kriegsgefangenen sich eines un tätigen und bequemen Daseins erfreuen, sie werden vielmehr mit Arbeiten für mili. färische 3 wede( Verbesserung der Truppenübungs, Schießund Ererzierplätze) oder für land. und volkswirt. Ichaftliche 8 wede( gemeinnüßige Arbeiten, Moor- und Heidekulturen, Kanal- und Wegebauten) beschäftigt und dabei unter strenger militärischer Aufsicht gehalten. nicht gewährt, auch Tabat wird nur mit Einschränkung zugelassen. I schaft geriet. Er wurde nach Montauban, Departement de Tarn ef Die Betöstigung ist einer fortgesezt ärztlichen und sachverständigen Garonne, gebracht. Ueber seine Behandlung schreibt er:„ Es geht Ueberwachung unterstellt; es wird dafür gesorgt, daß die Kriegs- uns ganz gut. Ein großer freier Platz für den Tag, große Hallen gefangenen eine ausreichende, bekömmliche, aber durchaus ein- für die Nacht zum Ruhen. Zweimal warmes Essen am Tag, schönes fache Kost erhalten, bei der sie sich körperlich wohl befinden, ohne Wetter, südliches Klima. Aerztliche Behandlung sehr gut." zu vergessen, daß fie Gefangene in Feindesland sind. Den kirchlichen und rituellen Vorschriften wird bei der Verpflegung der veröffentlicht nach einer Meldung der Frankf. 3tg." der„ Nieuwve Ueber die Behandlung der deutschen Gefangenen in Belgien Gefangenen nach Möglichkeit Rechnung getragen. Die gefangenen Offiziere haben für ihre Bekösti- Rotterdamsche Courant" eine Sammlung mit Namen gezeichneter gung selbst zu sorgen. Die Kommandanten der Gefangenenlager 8uschriften gefangener deutscher Soldaten, dar Alle drücken ihre Genugtuung wachen darüber, daß sie sich in einfachster, angemessener Weise unter mehrerer Offiziere. berpflegen und jede Heppigkeit meiden. Der Genuß alkoholischer über die ausgezeichnete Pflege und Behandlung Getränke ist auch den Offizieren verboten und ihnen nicht ge-| aus, die ihnen in Belgien zuteil geworden ist. stattet, Privatwohnungen zu beziehen, sie werden vielmehr unter steter und strenger Aufsicht in fistalischen Räumen, abgeschlossen von der Außentvelt, untergebracht." In den letzten Tagen sind wieder mehrfach Briefe von Kriegs. gefangenen befannt geworden, die sich über die bei den Deutschen genossene Behandlung und Verpflegung rühmend aussprechen. Die Behandlung der deutschen Gefangenen im Auslande läßt nach neueren amtlichen Bekundungen vielfach sehr zu wünschen übrig. Ueber das Verhalten Rußlands heißt es: " Das Los der Verschickung nach dem russischen Often traf nicht nur die Wehrpflichtigen, sondern auch zahlreiche ältere Bersonen, Frauen und Kinder. Man nahm ihnen die Pässe weg, beschränkte ihr Gepäck auf das allernotwendigste und zeigte vor allem eine besondere Virtuosität, Geld aus ihnen herauszupressen. Jeder, der mit den Gefangenen in Berührung kommt, ob Offizier oder Beamter, findet irgendeinen Grund, um die Armen zahlen zu lassen; selbst unter dem Hinweis auf das Rote Kreuz werden Gelder erpreßt. Das Privatvermögen der Deutschen auf den Banten wird mit Beschlag belegt, die Gefangenen müssen für die Bauern unentgeltlich die schwersten Arbeiten verrichten. Die unglücklichen Männer aus den gebildeten Ständen leiden unter den körperlichen Anstrengungen unendliche Qualen. So mußte ein nach Westsibirien verschickter Deutscher die letzten 150 Kilometer zu Fuß zurücklegen. Er wird am Orte seiner Verbannung wie ein Sträfling mit Wegebauarbeiten beschäftigt. Ueberhaupt werden die festgenommenen Deutschen wie Verbrecher behandelt. So hat man die militärpflichtigen Offiziere und Mannschaften eines beschlagnahmten Dampfers ins Gefängnis gebracht und sie tagelang hungern lassen, nachdem man sie bis aufs Hemd entkleidet und ihnen alles nur irgend Wertvolle abgenommen hatte. Erst nach drei Wochen wurden fie mit andern Gefangenen nach Orenburg, teils mit der Bahn, teils zu Fuß verschickt. Ein hochangesehener deutscher Konsul im Alter von 72 Jahren wurde mit seiner Familie nach dem nördlichen Ural verschickt und, obwohl er den Antrag stellte, ihn gegen Zahlung 2. Klasse fahren zu lassen, erbarmungslos den Strapazen einer langen Gefangenenreise unterworfen." Damit steht allerdings nicht ganz in Einklang, wenn es dieser Tage in der durch das Wolffsche Bureau verbreiteten Auslassung an die ostpreußische Bevölkerung hieß, daß die Nachrichten über die Behandlung der Kriegsgefangenen in Rußland im allgemeinen nicht ungünstig sind". Auch über Frankreich wird lebhafte Klage geführt: " In einem der dortigen Gefangenenlager", so heißt es, find die Geiseln untergebracht, die von den Franzosen aus Sennheim, Altmünsterol und Thann fortgeschleppt wurden. Es befinden sich darunter ein Amtsrichter, ein Schulinspektor, mehrere angesehene Bürger, Frauen und Kinder. Die Verhafteten wurden zu zweien gefesselt nach einer größeren Stadt gebracht und unterwegs vom Pöbel beschimpft und mit Steinen geworfen. Man brachte sie in einem Artillerieschuppen unter, ohne daß man ihnen Schlafdecken gab. Kleider und Schuhe wurden ihnen am Leibe gerriffen und nach verborgenen Schriftstüden durchsucht, zwei Frauen haben die Franzosen völlig entkleidet und visitiert. Die Nahrung war ganz unzureichend. Gegenwärtig befinden sich in dem erwähnten Lager noch 300 Reichsangehörige, darunter etwa 40 Frauen." sprechen sich gleichfalls die Mitteilungen. Einzelne Briefe, die ver Ueber die Behandlung der Gefangenen in England wider öffentlicht wurden, enthalten lebhafte Magen. Daneben steht aber auch z. B. wieder ein Prief wie dieser, den unser Kölner Parteiblatt veröffentlichte, abgesandt aus dem Gefangenenlager von Trimley bei Aldershof: Wie Du jezt siehst, bin ich Kriegsgefangener, aber, lieber Junge, ängstige Dich nicht, es ist nicht so schlimm, wie es fich anhört. Ich wurde am 8. September, nachts um 1 Uhr, verhaftet; nach zweitägigem Aufenthalt auf der Polizei wurden wir kolonnenweise nach unserem jezigen Plaze transportiert. Wir sind auf einem großen Felde, so wie die Mülheimer Heide, wir schlafen in Belten mit guten dicken Decken; wir bekommen ( 12 Mann pro Belt) gutes Effen, 2 Pfund Fleisch, genügend Kartoffeln, Tee, Zucker, Butter, Brot; außerdem kann man in der Kantine alles kaufen, wie Tabat, Zigaretten, Marmelade, Käse usw. Kurz, wir werden gut behandelt. Die Herren Militärs wie der Herr Kommandant sind in jeder Beziehung sehr zuvorkommend, solange sich niemand etwas zuschulden kommen läßt. Solange schönes Wetter ist, ist es gut, jedoch bei Regen ist es minder angenehm. Jezt will ich schließen und bitte Dich, nach Empfang dieses sofort nur einige Worte zu antworten, damit ich weiß, ob Du dieses bekommen hast. Du kannst deutsch schreiben, aber nur in lateinischen Buchstaben und nur zwei Seiten, weil der Brief durch die Zensur geht. Man wird nach all dem wohl annehmen müssen, daß die Be Handlung unserer Kriegsgefangenen im Auslande nicht gleich mäßig ist. kommen sicherlich Ausschreitungen vor, und die Behandlung gibt an manchen Orten sicher zu Klagen An laß. Aber es scheint doch erfreulicherweise, daß anderwärts auch wieder manches getan wird, um unangebrachte Härten zu ver meiden. Recht interessant ist der Auszug eines Briefes aus okox hama, der am 29. August an eine Bremer Firma abgesandt und in der Weser- Zeitung" veröffentlicht wurde. Es heißt da: Was die Lage im allgemeinen anlangt, so war man an fänglich infolge des von Japan gestellten Ultimatums und der darauf erfolgten Kriegserklärung in ziemlich großer Sorge. Nach dem aber die japanische Regierung erklärt hatte, uns in jeder Beziehung schüßen zu wollen, hat man sich beruhigt, und es besteht jedenfalls vorläufig feine Gefahr. Japan ist offenbar durch England, Frankreich und Rußland zu dem Ultimatum veranlaßt worden, ist im allgemeinen aber gegen Deutschland durchaus nicht feindselig gestimmt. Es ist auch nicht an unehmen, daß Japan irgend etwas gegen uns unternehmen wird, was seinem Renommee oder seiner Stellung als Großmacht schaden könnte." Das läßt darauf schließen, daß unsere Landsleute in Japan keinen Verfolgungen und Unbilden ausgesetzt sind. Ein Körper, dem Arbeitsleistung zugemutet und dem dabei nur eine dürftige Nahrung gewährt wird, muß bald in seinem Kraftzustand zurüdgehen und für alle Krankheiten, besonders aber für ansteckende, überaus empfindlich werden und dann ftets eine Gefahr für seine Umgebung und die Gesundheit des Landes bilden. Deshalb liegt es durchaus in unserem Interesse, daß die Kriegsgefangenen eine Kost erhalten, die ihren früheren Lebensgewohnheiten nach Möglichkeit angepakt ist und nach den Arbeitsleistungen, die sie zu verrichten haben, bemessen wird. Bom Kriegsministerium sind für die Verpflegung all gemeine Leitfäße aufgestellt, in deren Rahmen die stellvertretenden Generalfommandos für ihren Bezirk nach Anhörung ihrer ärztlichen und Verwaltungsorgane zu bestimmen haben, wie die Betöftigung für die Kriegsgefangenen gestaltet werden soll unter billiger Rücksichtnahme auf die einzelnen Nationalitäten und deren Gewohnheiten, wie auf die Nuzbarmachung solcher Verpflegungsmittel, die für unsere Heeres- und Voltsernährung nicht in vollem Umfange nötig sind. Jeder Kriegsgefangene soll eine tägliche Brotportion von 500 Gramm erhalten; zur Schonung unseres Brotgetreides ist ein Busah von Kartoffelmehl in Aussicht genommen. Im allgemeinen wird nur alle zwei Tage eine Fleisch portion von etwa 180 Gramm berabfolgt, die entweder aus frischem Fleisch- vorwiegend Schweinefleisch, Sped, Salz- oder Rauchfleisch besteht, Die Verlust liste Nr. 49 der preußischen Armed oder durch eine entsprechende Menge von Fischen- gesalzene Aus einer Anzahl anderer Gefangenenlager in Frankreich enthält Verluste folgender Truppen: oder geräucherte Heringe, getrocknete Fische( Stockfisch), Fisch- werden günstigere Bekundungen laut. Es sei an den durch Generaltommando des 1. Armeekorps, Stabsmache; 9. Re fonserven ersetzt werden kann Milch und Milchprodukte, das Wolffsche Bureau selbst verbreiteten des serbeforps; 2. Garde- Jnf.- Div., Stab; 11. Res.- Div., Stab; 7. und wie Käse und Magermilch, sollen in ausgedehntem Maße ver- amerikanischen Ronsuls erinnert, der fich nach 27. Jnf.- Brig., Stab; 41. Ref.- Inf.- Brig., Stab. wendet werden, ferner Kartoffeln und Kartoffel eingehender 1. und 2. Garde- Ref.- Inf.- Reg.; Garde- Gren.- Reg. Alexander; Untersuchung der Verhältnisse recht lobend präparate( Floden), Sted, Kohl- und Buderrüben, alle Kohl äußerte. Dazu kommen eine ganze Anzahl einzel- Leib- Garde- Gren.- Reg. Nr. 8; Brig. Ers.- Bat. Nr. 8; Gren. Reg. Ueberplanmäßiges Landw.- Inf.- Bat. des 4. Armeekorps Nr. 6; und sonstigen Gemüsearten, Hülsenfrüchte, Maismehl, Bruchreis, ner Briefe und Karten, die bekannt geworden sind, die zum Nr. 10; Res.- Inf.- Reg. Nr. 13; Inf. Regimenter Nr. 14, 18; Res. Sojabohnen, Sonnenblumensamen usw. Zur Fettung der Speisen sollen Margarine, Kotos. und andere Pflanzenfette Teil auch bereits an dieser Stelle veröffentlicht wurden. Fast jeder Inf.- Reg. Nr. 18; Landw. Inf. Reg. Nr. 18; Inf. Reg. Nr. 19; dienen. Zur Bereitung von Kaffee sollen Kaffeersatz und Zusatz- Tag bringt uns neue derartige Zeugnisse. Heute wurde uns Res.- Inf. Reg. Nr. 19; Ref.- Inf. Reg. Nr. 22; Inf. Reg. Nr. 24; mittel benußt, auch tönnen statt Staffee dünne Mehl- oder Kar wieder das Original einer Karte vorgelegt, auf der ein Sohn seinen Res.- Inf.- Reg. Nr. 25; Brig.- Ers.- Bat. Nr. 29; Füs.- Regimenter toffelfuppen verabreicht werden. Alfoholartige Getränke werden Eltern mitteilt, wie er als Verwundeter in französische Gefangen- Nr. 34, 37; Brig.- Ers. Bat. Nr. 39; Inf.- Regimenter Nr. 42, 43, · J Verlustlisten. Vom östlichen Kriegsschauplah. Kriegsschauplatz. Geſchüße. Sie feuerten über uns hinweg. Als wir die erſte Söbe an die Stacheldrahtzäune herangekommen. Da ftellten ihn bie XXXIII. ben 9. Oktober 1914. allmählich ansteigenden Geländes lag eine Batterie unserer schweren| Schützengräben zu gewinnen. Einmal war er an dieser Etelle bis erreicht hatten, mahnte ein vorgeschobener Posten:" Bleiben Sie Scheinwerfer in taghelles Licht und lenkte sich das Infanteriefeuer in Dedung!" Durch die Taleinschnitte, Furchen und Gräben auf ihn. sollten wir uns hinaufschlängeln. Vor uns sahen wir Patrouillen Um näher an die Gefechtslinie heranzukommen und einen Seit vier Tagen tobt ein heftiger Stampf, der sich in breiter und Mannschaften, die Effen für die Truppen in den Deckungen größeren Ueberblick zu gewinnen, schlängelten wir uns durch einen Front hinzieht. Die Ruffen, die vorzubringen suchen, werden zurüd- und Gräben hinauftrugen. Hin und wieder erkundete unser Führer Graben hinauf und erreichten ein Gehöft auf dem Kamm des gedrängt. Bald gewinnen sie neues Terrain, bald verlieren sie erst das Gelände, dann rüdten wir in ausgezogener Linie nach. Höhenzuges. Da saben wir Schüßengräben, Verhaue, einschlagende andere Positionen. So wogt der Kampf unter energischen Vor- Bald war eine Deckung erreicht. Sturz vorher überschritten wir auf und zündende Geschoffe, brennende Gehöfte, aber nur selten einen stößen und hartnäckiger Verteidigung hin und her. Die Ruffen fürzerem Wege eine etwas freie Höhe. Burufe machten uns darauf Soldatenkopf. Nicht sehen lassen, kein Ziel bieten", ist die Parole. im Angriff aufmerksam, baß wir den Ruſſen ein Ziel böten. Und richtig, ba Die Bewohner des Gehöftes waren nicht ausgerüdt, obwohl hier mit der gut schießenden Artillerie. Wie ich höre, sollen auf russi fam auch schon ein Gruß herüber. Sefundenlang hörte man das schon manches Geschoß eingeschlagen hatte. Auf dem Rückweg ſcher Seite japanische Offiziere mit Struppschen Kanonen gegen eigentümliche hohl- sausende Geräusch. Dann schlug eine Granate passierten wir eine Lüde zwischen zwei Gebäuden:„ Achtung, die unsere Truppen im Feuer stehen. Was unsere Soldaten leisten ungefähr 100 Schritte seitlich von uns ein. Meterhoch warf sie das Rücke wird von russischen Scharfschüßen bestrichen!" rief man uns müſſen, kann man daraus ersehen, daß einzelne Verbände in den Erdreich in die Höhe Wieder hörte man das Heulen, Pfeifen und zu. Wir tamen unbelästigt hindurch. Nur ein Nachzügler hörte erſten 60 Tagen des Krieges 36 Kampftage hinter sich hatten. Saufen eines Geschosses; viel näher, kaum 50 Schritt hinter uns, eine Kugel pfeifen. Auf einem Umweg, an unseren brüllenden Einige Truppentörper waren an 18 bis 20 Gefechten beteiligt, und schlug. es ein. Noch zwei Geschoffe, die uns galten, gruben fich, schweren Batterien vorbei, gelangten wir zu unseren Wagen zurück. manche dieser Gefechte sauerten zwei und brei Tage. Trobem aber weiter zurück, in den Boden. Dann waren wir in der Deckung Die Dämmerung begann und eifriger ließen die Kanonen ihr find, die Leute in guter Stimmung und überraschend guter Ver- und dem Gesichtsfeld der Ruſſen entzogen. Mit Scherzworten be- langanhaltendes dumpfes Gebrüll hören. fassung. Wir fuhren gestern hinaus auf das Schlachtfeld, um den grüßten uns die hier lagernden Soldaten verschiedener Waffen- Hoch über uns, aus der Richtung der russischen AnmarschAufmarsch und die Operationen der Truppen zu beobachten. Im gattungen. Man tonnte glauben, ein friedliches Manöveridyll vor linien kam ein Flieger heran. Seine Erkundungen bestimmen allgemeinen macht man sich von einer modernen Schlacht ein ganz sich zu haben. Da sah man Leute Kaffee kochen, Kartoffeln schälen. Die Operationen der Nacht. Aber nicht unmittelbar hinter der falsches Bild. Große farbenprächtige Angriffe und vorstürmende Einige hatten sich in Stroh eingebuddelt, andere hockten in Erd- deutschen Front tam er herunter. Er flog vorbei, bis zum Haupts Infanteriemassen auf breitem Gefechtsfelde sieht man heute nicht höhlen, rauchten und plauderten. Hier unterhielten sich drei Mann quartier. Hier fißt der Lenker der Schlachten vor seinen Karten. mehr. Auf dem eigentlichen Schlachtfelde erblickt man selten Sol- burch eine Statpartie. In einer anderen Gruppe riß einer Wiße. Jede Etellung der eigenen und der feindlichen Truppen ist eingebaten. Die Infanterie liegt in Schüßengräben oder hinter Dedungen. Gleich daneben spielten ein paar Soldaten Schafskopf. Mit einer zeichnet. Alle Meldungen laufen hier zusammen. Unablässig spielt Dahinter die Artillerie, die je nach dem Stande des Gefechts ent- Nummer der Nordd. Allgemeinen" hatte sich ein Hauptmann in der Feldtelegraph und funktioniert das Telephon. Meldereiter weber überwiegend die feindliche Infanterie oder die feind eine mit Stroh ausgefütterte Grube zurüdgezogen. So ins Lesen bringen Berichte. Nun tommt der Flieger. Der Gegner hat die liche Artillerie aufs Korn Gewöhnlich sieht die vertieft, daß er tros des Zärms, den unser Einbruch in dieses Still Stellung gewechselt, Kräfte zusammengezogen. Ginige Striche der Verteidigung ihre Hauptaufgabe darin, leben hervorrief, nicht einmal aufschaute. Vor einem Höhlenbau wirft der Kommandierende auf die Karten. Dann gibt er ruhig Sein Bursche hatte die feine Befehle. Der Draht bringt sie an die Front. Die BefehlsWird die Infanterie des Feindes vernichtet, so fann seine Artillerie Stiefel in Reparatur. Auf einmal bildete sich ein dichter Knäuel haber und Truppenchefs nehmen sie in Empfang und geben fie nicht mehr viel ausrichten. Für den Angreifer liegt die Haupt- von Soldaten. Einige der Berichterstatter hatten ihre Bigaretten weiter. Gine halbe Stunde später als wir den Flieger gesehen. aufgabe darin, die Artillerie des Gegners schachmatt zu sehen, da- vorräte hervorgeholt und wer eine erhielt, jeste fie sofort in Brand. vollzieht sich an der Front die durch die Meldungen und Befehle mit die Fußtruppen vorstoßen können. Es war daher eine beson- Das war ein Genuß! Dazu donnerten unablässig die Kanonen. notwendige Aenderung in den Operationen. bere Bravourleistung, als bei den Kämpfen an den majurischen Zuweilen war auch Gewehrfeuer zu hören. Später sagte mir ein Geen eine Infanterietompagnie eine russische Batterie im Sturm Offizier:„ Wenn man einige Male im Gefecht war, hört man von Bon X. aus strebten wir dem Kampfplake zu. Die Wege waren Abends beziehen die Beute die Schüßengräben, es wird nachts teilweise unpaſſierbar. Auf dem höchsten Puntt eines welligen, gekämpft. Im Schuße der Dunkelheit versucht der Gegner, die eine Entscheidung fällt. Artillerie nahm. ir nimmt. dem ganzen Getöse nichts mehr!" Durch einen Drud auf den Knopf seht der Armeeführer die ganze ungeheure Maschinerie in Bewegung. Immer noch wütet der Stampf. Gs ift fraglich, ob heute noch Duwell, Kriegsberichterstatter. '48, 80, 86; Landw..Jnf..Reg. Nr. 68; Jnf.-Reg. Nr. 78; Rrs.» Jnf.�teyimenter Nr. 80, 8l, 83, 84; Jnf.-'Regimenter Nr. 87, 93, SS, 96, 98; Res.-Jnf.-Regimenter Nr. 98, 99; Leibgarde-Jnf.-Reg. Nr. US; Landw..J»f..Reg. Nr. 118; Jnf.-Regimenter Nr. 141, 107, 161, 164, 168. 173; Res.-Jnf.-Neg. Metz. Landsturm-Bat. Lotzen I; Jäger-Bat. Nr. 2z Res.-Feld-Ma- schinengetvehrabteilung Nr. 4. Kür.-Reg. Nr. 8; Drag.-Regimenter Nr. 8, 14; Leibhusaren« Reg. Nr. 1; Res.-Hus.-Reg. Nr. S; Ulanen-Reg. Nr. 10; Jäger- Regiment zu Pferde Nr. 13. 1. Garde-Res.-Feldart.-Reg.; Feldart.-Reg. Nr. 3; Res.-Feld- artillerie.Reg. Nr. 3; Feldart.-Rcgimenter Nr. 4, S, 11; Res.» Feldart.-Regimenter Nr. 12, 13, 15; Feldart.-Regimenter Nr. 17, 18, 24; Res.-Feldart.-Reg. Nr. LS; Feldart.-Regimenter Nr. 3S, SS. 40. 42, 56, 59, 67, 70; Landw.-Feldart.-Reg. der 4. Landw.-Div. Futzart.-Regimcnter Nr. 1, 4, 7. 8. 10, 11, 13. Garde-Pion.-Bat.; Pion.-Bataillone Nr. 2, 4; 2. Pion.« Bataillone Nr. 4, 5, 6; Pion.-Bataillone Nr. 7, LI; Pion.�Neg. Militär-Tisenbahn-Direktion Nr. 3. Res.-MunitionSkolonnen-Abt. Nr. 6 des 3. ReservekorpZ. Sanitätskompagnie Nr. 2 des 17. Armeekorps. Res.»Divisions-Brückentrain Nr. 11 des 6. Res.-KorpS; Res.« Fuhrpark-Kolonne Nr. 61 des 1. Res.-KorpS BraunSberg; stehe Landsturmbat. Lötzen 1. *« Di« Verlustliste Nr. 20 der" bayerischen Armee enthält Verluste des 10. Jnfanterie-Regiments. Die Verlustliste Nr. 28 der sächsischen Armee bringt Per- lust« der Reserve-Jnfanterie-Regimenter Nr. 103, 104, 100, 107, der Jnfanterie-Reg,menter Nr. 106 und 179, der Jägerbataillone Nr. 12 und 13, der Pionier-Bataillone Nr. 12 und 22, der Ueber- planmäßigen Etappen-Fuhrpark-Kolonne des XIX. Armeekorps und der 4. Reseove-Artillerie-Munitionskolonne Abt. 24. Gegen Verschleuöerung. Die von uns bereits erwähnte Verordnung des Bundes- vats vom 8. Oktober, die sich gegen Verschleuderung von Sachen bei Versteigerungen richtet, tritt mit dem 17. Oktober in Kraft. Nach dieser Verordnung ist bei einer Zwangsvollstreckung in körperliche Sachen der gewöhnliche Verkaufswert der gepfändeten Sachen vor der Versteigerung zu schätzen; Die Schätzung geschieht durch den EerichtSvollzieher. Ist gemäß§ 818 der Zivilprozeßordnung zur Pfändung ein Sachver- ständiger zugezogen, so hat dieser die Schätzung vorzunehmen. Mit der Schätzung gepfändeter Wertpapiere, die einen Börsen« oder Marktpreis nicht haben, hat der Gerichtsvollzieher einen kaufmänni- fchen Sachverständigen zu beauftragen; bei der Schätzung darf der gewöhnliche Verkaufswert solcher Wertpapier«, die in der letzten Woche vor dem 31. Juli 1914 noch einen Börsen» oder Marktpreis hatten, nicht unter dem letzten in dieser Woche amilich notierten Markt- oder Börsenpreis festgestellt werden. In anderen Fällen kann der Gerichtsvollzieher einen Sachverständigen mit der Schätzung beauftragen. Die Schätzung soll tunlichst bei der Pfändung erfolgen. In diesem Falle ist ihr Ergebnis in das Protokoll aufzunehmen. Bei der Versteigerung der gepfändeten Sachen darf der Zu- schlag nur auf ein Gebot erteilt werden, das mindestens die Hälfte des gewöhnlichen Verkaufswerts erreicht iMindcstgebot). Bei Wertpapieren, die von den auf Grund deS DarlehnSkassen- gefehes vom 4. August 1914 lReichsgefetzblatt S. 340) errichteten DarlehnSkassen beliehen werden, darf das Mindestgebot nicht hinter dem Betrage zurückbleiben, zu dem die DarlehnSkassen Wertpapiere dieser Art beleihen. Der gewöhnliche Verlaufswert und daS Mindestgebot sind bei dem Ausbieten bekanntzugeben. Wird daS Mindestgebot im Versteigerungstermin nicht erreicht, so kann ein neuer Versteigerungstermin beantragt werden. Die Verordnung ist geeignet, der Verschleuderung von Sachen bei Zwangsvollstreckungen entgegenzuwirken. Sie kann eine günstige Wirkung jedoch im wesentlichen nur bei Wertpapieren und wertvolleren Mobilien äußern. Wird der Kleinkram einer 2- oder �Zimmer-Wohnung veräußert, so tritt die Verordnung zwar auch in Anwendung, dürfte aber selten den gewünschten Erfolg haben, weil die Aufbewahrung der Gegenstände in der Pfandkammer oder das Hin- und Zu- rückschaffen der. Möbel in die Wohnung des Schuldners mit Kosten verknüpft ist, die den Wert des Möbels ganz oder bei- nahe erreichen. Hier kann nur eine weitherzige Anwendung des Z 812 Z.-P.-O. helfen. Der 8 812 lautet: Gegenstände, welche zum gewöhnlichen Haushalt gehören und im Haushalt des Schuldners gebraucht werden, sollen nicht gepfändet werden, wenn ohne weiteres ersichtlich ist, daß durch deren Verwertung nur ein Erlös erzielt werden würde, welcher � zu dem Wert(nämlich zu dem Wert für den Hausstand des Schuldners) außer allem Verhältnis steht. Wünschenswert wäre gegenüber dem Drängen so mancher Gläubiger, wenn die Gerichtsvollzieher durch die höchste Justizaufsichtsbehörde auf besonders weite Auslegung dieser Vorschrift in der Kriegszeit in der der Erlöswert erheblich gesunken ist. hingewiesen werden. Vielleicht darf als Nicht- schnür gelten, daß Möbel und Hausgerät im Gesamtwert bis lüvv oder 2000 M. als unpfändbar zu gelten hat. So manche Familie würde dadurch vor dem völligen Zusammenbruch bewahrt._ Meteinigungsämter. Der Magistrat legt der Stadtverordnetenversammlung eine Vorlage vor, die die Einrichtung von MieteinigungSämtern vor- sieht. Umfang und Aufgaben dieser Aemter ergibt sich aus nach- stehender Satzung: I. Für die Dauer des gegenwärtigen Krieges werden in dem Stadtbezirk Berlin 10 Mieteinigungsämter, je eins für jeden Be- zirk einer Wohnungsinspektion gebildet. Die Bezirke der Woh- nungSinspektionen werden zu diesem Zweck mit den Bezirken dar Unterstützungskommissionen in Uebereinstimmung gebracht. It. Die Aufgabe der Mieteinigungsämter ist, auf Antrag von Vermietern oder Mietern, 1. Streitigkeiten zwischen diesen, soweit sie sich auf Zahlung des Mietzinses oder Räumung von Wohnungen beziehen, gut- lich zu schlichten; 2. den Gerichten gemäß der Bekanntmachung über die ge- richtliche Bewilligung von Zahlungsfristen vom 7. August 1914 und der Bekanntmachung über die Folgen der nicht rechtzeitigen Zahlung einer Geldforderung vom 18. August 1914 die Eni- scheidung zu erleichtern, ob Mietschuldnern eine Zahlungsfrist zu gewähren ist und ob sie vor den besonderen Rechtsfolgen, die wegen der Nichtzablung eingetreten sind, zu schützen sind. Zu diesem Zweck soll den Gerichten nach Prüfung der tatsächlichen Verhältnisse eine gutachtliche Aeußerung über die ZahlungS- fähigkeit deS beklagten Mieters erteilt werden. III. Die Tätigkeit des MieteinigungSamteS ist auf diejenigen Fälle beschränkt, in welchen die Miete den Betrag von 450 M. jährlich nicht übersteigt. lV. JedeS MieteinigungSamt wird von einem MagistratSrat, Wagistratsassessor oder juristischen Hilfsarbeiter geleitet. In Fällen der Erstattung von Gutachten treten ihm zwei Gachverstän- dige mit Stimmrecht zur Seite, welche vom Magistrat bestimmt werden. Zur Vorprüfung der.Einzelfälle bedient sich daS MieteinigungSamt der Hilfe der städtischen Ehrenbeamten, der Mit- glieder des Nationalen Frauendienstes und sonstiger freiwilliger Mitarbeiter. Der Leiter deS Amts kann sich in Behmderungsfällen durch eine zum Richteramt oder zum höheren Verwaltungsoienst befähigte Person vertreten lassen. Dem Mieteinigungsamt ist der Wohnungsinspektor beigeordnet. Er verteilt die eingehenden Sachen nach Prüfung ihres Inhalts an die Hilfskräfte. V. Ist auf Grund der Vorprüfung durch die Tätigkeit der Helfer eine Einigung zwischen dem Vermieter und Mieter nicht zustande gekommen, so werden die Parteien von dem Mieteini- gungsamt zu einem Termin geladen, und zwar der Mieter mit dem Hinweis, daß. wenn er ohne ausreichenden Grund ausbleibt, dem Gericht die Versagung der Wohltaten der Kriegsnotgesetze an- empfohlen werden würde. Erscheinen beide Parteien, so hat der Leiter möglichst auf eine Einigung zwischen den Parteien hinzuwirken. Gelingt diese nicht, so werden die Parteien unter dem gleichen Hinweis wie zu dem ersten Termin zu einem zweiten geladen, in welchem der Leiter mit den Sachverständigen durch Mehrheitsbeschluß feststellt. ob nach Lage des Falls der Mieter als zahlungswillig oder zwar als zahlungsfähig, aber zahlungsunwillig zu betrachten ist. Hier- über wird dem Vermieter auf Antrag eine Bescheinigung erteilt. In gleicher Weise wird verfahren, wenn eine durch das Mieteini- gungSamt erzielte Einigung von den Mietern nicht erfüllt wird. Das Ergebnis einer jeden Verhandlung wird im Termin- kalcnder kurz vermerkt. Eine Ausfertigung über den Inhalt der zustande gekommenen Vergleiche wird nicht erleilt. VI. DaS Mieteinigungsamt erteilt auf Anfordern der Ge- richte gutachtliche Aeußerungen in schriftlicher Form im Sinne der Nummer II 2 dieser Bestimmungen. VIl. Das Verfahren vor den MieteinigungSämtern ist kosten- loS. Zustellungsgebühren werden nicht berechnet. Die hier vorgeschlagene Organisation scheint an verschiedenen Mängeln zu leiden. Was den Umfang anbetrifft, so kommen nur Wohnungen bis zu einem Mietpreise von 450 M. in Frage. Es würden also alle die vielen Streitigkeiten der kleinen Geschäfts- leute, wie Restaurateure, Zigarrenhändler, Grünkramhändler, Ver- Mieterinnen usw. nicht einbegriffen sein. Die Bestimmung, bei Mietern, die böswillig nicht zahlen wollen, dem Gericht die Versagung der Kriegswohltaten zu emp- fehlen, ist sehr dehnbar und kann zu großen Härten führen. Wer ist böswillig? Wieviel gehört zum Leben, wenn der Mietbeitrag in Abzug kommt? Diese Fragen sind durchaus nicht so einfach zu beantworten. Dann aber die Hauptsache: Ein MieteinigungS- amt kann nur dann seinen Zweck erfüllen, wenn ihm genügend Mittel zur Verfügung stehen, um dem Mieter die WohnungSmög- lichkeit zu erhalten unter Schaffung eines billigen Ausgleichs mit dem Vermieter. Was nützt es dem Mieter, wenn der Vermieter in einen Mietnachlaß willigt und der Mieter kann selbst dann nicht zahlen? Hoffentlich wird das MieteinigungSamt so ausgestaltet, daß es Mietern und Vermietern gerecht werden kann; eine Aufgabe, die nicht leicht sein dürfte. Die Mietämter sollen in leeren Schul- räumen aufgeschlagen werden. Ms Groß-öerlin. Dt« Lage deS Berliner ArbeitSmarkteS. Der vom D t a t t st i f ch« n A m t der Stadt Berlin fo« eben veröffentlichte 6. Wochenberichl über den Beschäftigungsgrad in Groß-Berli» zeigt, daß der Bestand an versicherungtpflichtigen Mit- gliedern von 232 Krankenkaffen in der Zeit vom 26, September bis zum 3. Oktober eine Zunahme von 933 703 auf 936 258 d. i. um 1660 oder 0,17 Proz.«efahren hat. Wenn damit eine gewiffe Ver- langsamung der Entwickclung festzustellen ist, so findet sie doch ihren Grund wesentlich nur in dem Ablauf der Kündigungsfristen zum 1. Oliober, die bei den Angestellten, wie bei den Dienstboten nicht ohne Wirkung bleiben konnte. Wenn es dennoch im ganzen zu einer Steigerung de« Beschäftigungsgrade» kam, so war da» nur durch zahlreichere Neueinstellungen gewerblicher Arbeiter möglich geworden. Der Abnahme bei den Allgemeinen OrtSkrankenkasien um 1317 steht bei den gewerblich gegliederten Krankenkassen eine Zunahme um 8030 VersicherungSpflicdtige gegenüber. Ins- besondere nahmen zu: Papier- und Lederindustrie um 4,88 Proz., Waren- und Kaufhäuser um 4,62, Baugewerbe um 2.14, Melall- und Maschinenindustrie um 0,97 Proz., während eine Abnahme sich ergibt: um 1,34 Proz. beim Gast« und SchankwirtschaftSgewerbe. um 0,76 bei der Industrie der Holz- und Schnitzstoffe, um 0,41 Proz. bei den Gemcindebetrieben. Die gleichfalls dem Bericht zu entnehmende Uebersicht über die Zahl der Arbeitslosen der freien Gewerkschaften läßt eine Abnahme der letzteren um 2197 oder 6,09 Proz. für die Woche vom 28. Sep- temper bis zum 5. Oktober erkennen. Hervorzuheben ist besonders der Rückgang der Arbeitslosigkeit bei den Melallarbeitern<— 835), bei den Transportarbeitern<— 236), bei den Buchbindern(—253), während ein« Zunnhme der Arbeitslosen unter dem Einfluß der oben bereits genannten Umstände bei den Handlungsgehilfen um 127 zu verzeichnen ist._ Eine Budapester Straste in Berlin. Der Präsident des Ungarischen Städtebundes hat dem Bor- fitzenden des deurschen StädtelageS, Oberbürgermeister Mermuth, mit- geleilt, daß am gestrigen Tage in Budapest in eindrucksvoller Feier und unter großer Begeisterung der gesamten Einwohnerschaft die Umbenennung einer hervorragenden Slraße und eine» gleichbedeut- samen Platzes in Kaiser Wilhelm Straße und Berliner Platz voll« zogen sei. Dem Präsidenten d«S Ungarischen Städtebunde«, Bürgermeister Dr. Barczh in Budapest, hat Oberbürgermeister Mermuth herzlichen Dank ausgesprochen und gleichzeitig namen« der Stadt Berlin mitgeteilt, daß der Magistrat unter Allerhöchster Genehmigung beschlossen hat, den Strahenzug im Herzen der Reichshauplstadt vom Potsdamer Platz dem Tiergarten entlang nach dem ehrenreichen L.anden�nrger Tor den Namen Budapester Straße beizulegen. Ter falsche Rechercheur. Aus der Untersuchungshaft wurde der 33 jährige Mechaniker Willi Ecke vorgeführt, um sich wegen Betruges im strafschärfenden Rückfalle zu verantworten. Er erschien, wie wir früher schon be- richteten, bei alleinstehenden alten Frauen im Norden und Osten Berlin? und gab sich ihnen als Beamter der Armendrrektron Berlin oder der LandeSversicherungSanstalt aus. Er nahm dann mit strenger Amtsmiene ein.Protokoll' auf und erklärte, daß dieses den Zweck habe, die nötigen Feststellungen für eine während de» Kriege» zu zahlende Extraunterstützung zu treffen. Am Schluffe der.Amt»- Handlung' erklärte der Schwindler dann, daß für Stempelgebühren ein Betrag entrichtet werven müsse, der zwischen 2,50 und 7,50 M. schwankte. In mehreren Fällen borgten fich die armen Frauen erst bei Nachbarn und Bekannten diese Beträge zusammen. Da« Urteil lautete aut zwei Jahre und drei Monate Zuchthaus, 250 M. Geld- strafe und fünf Jahre Ehrverlust. Eine Fürsoraestelle für Angehörige der freu» Gerufe ist vom Nationalen Frauendienst inL Leben Se�en w��n und wird am 15. ONober eröffnet werden. Du Geschäftsstelle befindet sich im Abgeordnetenhaus, Prinz-Albrecht- Straße 5, Tribünengeschoß, Zimmer 31, und ist täglich von 10—12 Uhr geöffnet._ Weitere Kriegsfiirsorge der Landesversicherungsanstalt Berlin. Die Landesversicherungsanstalt hat folgende Beschlüsse gefaßt: 1. Für die Versorgung des Feldheeres mit warmer Unterkleidung soll ein Betrag von 100000 M- aufgewendet werden. 2. Der notleidenden Landesversicherungsanstalt Ostpreußeu wird ein Betrag von 15 000 M. zur Durchführung der vor- beugenden Krankenfürsorge überwiesen. 3. Dem Zentraiverein für Arbeitsnachweis wird für Ver- mittlung von Berliner Arbeitern nach aus- wärts ein Beitrag von 10000 M. bewilligt. 4. Zur Vorbereitung weiterer Maßnahmen zur B e k ä mp- fung der Arbeitslosigkeit wird eine besondere Kommission eingesetzt._ Die Errichtung eine» SparkafsengeböudeS uns dem Gksuut>- bruunen auf dem großen Eckplatz an der Hoch- und Badstraße wurde am Montag von einem Stadtverordnetenausschuß be- sprochen. Nach längerer Beratung, die sich auch um die zu- künftige Gestaltung der Schnellbahn Neukölln— Gesundbrunnen drehte, wurde schließlich Nertagung beschlossen. Mehrere Stadtverordnete erhoben Bedenken g- gen das Bauprogrann», das ein monumentales Portal mit Säulen usw., welches den Bau als öfsentliches Gebäude schon von fern charakterisieren soll, vorsieht. Wozu der BerbotSeifer? Fllr eine besondere.Kriegsspende der preußische'' Schutzmannschaft' waren Sammellisten in Berlin'N Umlauf gesetzt worden. Ein den Listen beigegcbener Austuf schloß so: .Kameraden! Wir dienen unserem Vaterlande, und wü dienen zugleich der ZukunO unsere« Standes. Andere Beamte haben achtunggebieiende Summen aufgebracht, denen gegenüber die von uns bisher gezeichneten Beträge verschwindend genann» werden müssen. Allerdings, sie haben ibre Organisation, die für die LiebeStätigkeit dienstbar machen können. UnS ist diese uN organisatortschen Zusammensassen aller Kräfte beslehendS Erleichierung nicht gegeben. Aber darf uns das eine Entf schuldigung fein? Zeigen wir vielmehr, daß wir auch trotzdem zusammenzuhalten vermögen und daß auch trotz de» Feblen« emer Organisation unsere Kriegsspende eS dennoch nicht nötig hat, jm» hinter den Erfolgen anderer Beamtengruppen zu verstecken l Gott für Kaiser und Reich I' Ein paar Polizeileutnants scheinen nun Bedenken gegen die 3"' läifigkeit der von diesem Aufruf begkeitelen Spendensamnilung gehabt zu haben. Im Polizeirevier 34(Königgrätzer Straße) wurde vom Leutnant Hör» und im Polizeirevier 56(Wilhelmstraße) vom Leutnant Kolb die Liste iarfit dem bereits gesammelten Geld de- schlagnahmt und daS Sammeln verboten. Hinterher wurde dann aber bald— man vermutet: auf höhere Anordnung— die BeichlW nahm« wieder aufgehoben. Welche Gründe mögen die beW Leutnant» zu ihrem Verbot gehabt haben? Arbeitslosenunterstützung in Schöneberg. .In der am Montag abgehaltenen Sladtvcrordnetensitzung Bericht«rstallet über die städtische Fürsorge für Erwerbslose. T« zar Prüfung dieser Frage eingesetzte Ausschuß bat es abgelehnt, die Gewerkschaften für die Arbeitslosen Zuschüsse zu zahlen. unserem Vertreter wurde bedauert, daß den gewerkschaft"� organisierten Arbeitern die Zuschüsse veriagt werden; er»erlang ferner, daß iür erwachsene Kinder eine größere Unterstützung gtl"™ werde, al« für kleine Kinder. Der Bürgermeister betonte, daß ein Zusammenarbeiten mü Gewerkschaften aus finanziellen Gründen nicht möglich ier. a". Altersunterschiede könnten bei der Unterstützung nicht anerkam werde».... Beschloffen wurde, pro Kind 1,50 M. zu zahlen bis zum betrage für die einzelne Familie von 17 M. Die Gesamtkosten,» mit einer Million Mark veranschlagt find, wurden bewilligt, v. die KriegSnotleidenden in Ostpreußen wurden 20 000 W. und i die im Elsaß 10 000 M. zur Verfügung gestellt. Dann wurde beschlossen, verschiedene NotstandSarbeiien in eigener Regie an zuführen. Schuttinderspeisung in Charlottenbnrg. In Tharlottenburg hat die Schulkinderspeisung eine wesenfli� Erweiterung erfahren. Nach dem lausenden Etat sind täglich(an schließlich der Sonn- und Feiertage und der Schulferien) 860 Km° zu speisen. Gleich nach Ausbruch des Krieges sind allen Gemeim schulen Horte angegliedert worden, denen alle Volksschulkinder uv« wiesen wurden, die nach Feststellung der zuständigen Unterstützung kommission zu Hause der Wartung und Pflege entbehrten. U'"? � Familienzusammenhang aufrecht zu erhalten, empfahl eS sich, flllH den schulpflichtigen Kindern auch deren etwa vorhandene jüngeres ichwister im Aller von 3—6 Jahren den Horten mit zu überwetN' ES wurde bestimmt, daß in den Horten zugleich die Milsp'"�, bedürftiger Schulkinder und deren Geschwister vorgenommen wer � Schon vom 10. bis 31. August wurden sowohl von den Sckiulen w von den UnierstützungSkommissionen eine größere Anzahl Kinder» einzelnen Horten neu zur Schulspeisung überwiesen Während av in den ersten Wochen nach Ausbruch des Krieges die Aufnahme» notwendig« UnterstützungSmaßnahme ohne Kontrolle der Hiersur stehenden Schutorganisatlon erfolgte, konnten vom 1. Sept. ab durch. für die Kontrolle der Schulspeisung berufenen Helferinnen des Ber« .Jugendheim' die Ermittelungen aufgenommen und die Zabl„ täglich in den Horten zu speisenden Kinder gegenüber dem; herabgesetzt werden, da teils ein Bedürfnis zur Speiiung n vorlag, teils das vorhandene Bedürft, is auf andere Weise— du Ausnutzung von Familienfreitischen oder durch Verabfolgung» Nahrungsmitteln an'die Müller der Kinder— beftiedigl tverg konnte. Immerhin ist auch heute der Andrang zur Schulkin»„ speifung noch außerordentlich groß. In der Zeit vom 10.— 31. Augui wurden außer den etatsmäßig täglich zu speisenden 850 Kind« noch weitere 1500, vom 1. September ab täglich 1025 Kinder mcv mit Mittagessen versorgt. Den durch die erweiterte Schulkino speisung entstehenden Mehrkosten gegenüber dem Etat, die» Magistrat bis Ende des Jahres 1914 auf 22 700 M. berechnet u um deren Nachbewilligung er ersucht, stehen aus der andern S« Einnahmen in Höhe von 8000 ,M. gegenüber in Gestalt» Spenden, die von einer Anzahl von Familien allmonatlich 3 Ablösung angebotene» und nicht ausgenutzter Freitische äe0e werden. Platzmangel in Eharlottenbnrger Krankenhausern. Wie in allen Großstädten, so ist auch in Charlottenburg � letzten Jahren weit über die Zunahme der Bevölkerung hinou»& Bedürfnis nach Bereitstellung von Krankenhausbetten gestiegen. 3".. besondere haben sich die bestehenden Infektionsabteilungen als dura* aus unzureichend erwiesen. Das Krankenhaus Westend soll vao nach einem Antrage des Magistrats der Stadt Charlottenburg. die Stadtverardnete« durch Errichtung von Leichtbauten zur* L nähme von JnfektionSkranken erweitert werden. Für eine � Leistungsfähigkeit der Infektionsabteilungen mußte auch im auf die mögliche Einschleppung fremder Seuche» Vorsorge gelroii toetben. Die gesamt« Anlage besteht au? einem Bau mit 40 Betten, einer Ouarantänestation mit 30 Betten und dem dazu erforderlichen BetrievSgebäude. Die Kosten sind auf 27S 000 M. veranschlagt. Die Weißenseer Gemeindevertretung beschäftigte sich in ihrer letzten Sitzung u. a. mit der Errichtung eine» Feuerwehrdienst- gebäude« in der PistoriuSstrasie nebe» der Pumpstalion. Dem vor- liegenden Projekt des Baurats Bühring wurde>m Prinzip zuge- stimmt. Der Bau wird einen Kostenaufwand von 260 000 Mark erfordern, dazu kommen noch 23 000 Mark, die durch die Errichtung des Gebäudes für die Erweiterung der Pumpstation notwendig sind. Bon unseren Bertrelern wurde gefordert, dag die weiteren Vor- arbeiten so schnell erledigt werden, daß mit� dem Bau des Gebäudes sofort begonnen werden könne, um Arbeitsgelegenheit zu schaffen. Der Vorschlag wurde abgelehnt mit dem Bemerken, daß die Vor- arbeiten noch lange Keil in Anspruch nehmen. Es könne daher erst im Frühjahr 1916 mit der Ausführung des Baues begonnen werden. Die Feuerwehr ist infolge des Krieges fast auf die Hälfte der- ringert. Um so niederträchtiger ist eS, wenn sie böswitiigerwcise alarmiert wird. Das ist aber dieser Tage geschehen. Der Täter wurde ermittelt und dürfte einer schweren Bestrafung entgegensehen. Drei größere Kellerbrände mußten in Neue Hochstr. 32/34, Linden- straße 101(Passage Belle-Alliance) und Stromstr. 61 gelöscht werden, wo Papier und Feuerwerksiörper brannten. In der Müllerstr. 1g8o brannte eine Kohlenanzünderfabrik und Potsdamer«traße 67 Möbel usw. Der Ueberschuh deS Liederabends der„Sängerabteilung I" und de»„Männerckors Norden" am 27. September bei Bötzow in Höhe von 143 M. ist der Stadt Berlin für die Familien der Arbeits» losen überwiesen worden. Boltskunftabend in Reinickendorf'Dst. Sonnabend, den 17. Oktbr., abends 8 Uhr, findet ln der Aula de« Realgymnasiums in der Berner Sliasie ein VolkSkunftabend statt. Eintrittskarten a 10 Pf find bei den Bezlrttstldrern, w den mit Plakaten belegten Stellen und am Eingang de« Saales zu haben. Biesdorf. In der letzten Sitzung der Kriegskommisflon wurde beschloffen, die Unterstützung aus Gemeindemilteln von fünfzig auf hundert Prorent zu erhöhen. Desgleichen wurde der Beschluß gefaßt, an die zu Unterstützenden Kartoffeln event. auch Kohlen zu verteilen. Als erste Anschaffung sind sechshundert Zentner Kartoffeln festgesetzt. Soweit wie möglich sollen auch die Arbeitslosen bei der Verteilung berücksichtigt werden.— Der Zahlabend findet erst am Mittwoch, den 21. Oktober, statt._ Ein Portemonnaie mit Inhalt hat am Montagnachmittag Uhr eine arme PortierSsrau in der Toilette am Moritzplatz ver- loren. Die Verliererin bittet die Dame, die kurz nach ihr die Toilette aufsuchte, ihre Adresse an Wittenberg, Oranienstr. 131, gelangen zu lassen. Zeugen gesucht! Am Sonnabend, den 21. März, abends gegen 7 Uhr. verunglückte auf dem Charlottenburger Vorortbahnhof eine 50jährige Arbeiterfrau, indem sie beim Sussteigen aus einem Eisenbahnzug lRichtung noch Berlin— Erkner) auf dem nassen Trittbrett ousrulschie, zu Fall kam und einen schweren Beinschaden davontrug. Zeugen dieses Vorfalls werden gebeten, ihre Adresse an Wilwe Luise Thiem. Charlottenburg, Aoetheslr. 76, Oueraeb. II, gelangen zu lasten. Dem Zweck der Erinnerung an den so lange zu- rückliegenden Vorgang möge der Hinweis dienen, daß an dem de- treffenden Abend Reaenwetter herrschie und in dem Zug« Schüler unter Leitung von Lehrern und Lehrerinnen fuhren. /lus öer Partei. Mächte de» Weltkrieges. Erstes Heft. Das Zarenreich. Verlag Buchhandlung Vor- wärt«. P>ei» 30 Pf. ES ist freudig zu begrüßen, daß die vorwärts- Buchhandlung die Herausgabe einer billigen Broschürenserie über die Mächte des Weltkrieges begonnen hat, und noch mehr, daß das erste Heft sich mit dem in Deutschland am wenigsten bekannten Lande— mit Rußland beschäftigt. Bildet doch die Unkenntnis der sozialen und politischen Berhältnisie im Zarenreich« den Hauptgrund für die fchädtichen Verallgemeinerungen und schiefen Urteile, die nach dem Kriegsausbruch« vielfach anzuireffen waren. Da» vorliegende Heft gibt auf 62 Seiten eine recht gute Ueber- ficht der politischen und sozialen Zustände in Rußland. Besonders gut sind die ersten Kapitel:.Gebiet und Bevölkerung', »Soziale und wirtschaftliche Verhältnisse' und .Da» Finanzwesen', in denen es dem Verfasier gelungen ist. auf beschräntlem Raum das wesentlichste über die genannten Dinge in knapper, übersichtlicher Weise und in populärer Form zu sagen. In den drei folgenden Kapiteln wird.DoS zarische Re.ffme', .Die auswärtig« Politik Rußlands seit dem japanische» Kriege' und .Die russisch« Kriegsmacht' behandelt. Einige Nein« Unrichtigkeiten, die dem Verfasser unterlaufen sind, sollen hiermal berichtigt werden. So entspricht eS schon nicht mehr den Tatsachen, daß das Schnapsmonopol in Rußland eine der Haupt- einnahmequellen bildet. Seit Beginn des Krieges ist nämlich der staatliche Schnapsverlauf verboten und soll auch nach dem Kriege verboten bleiben. Unrichtig ist au», daß die Kinnländer.in russische Regimenter eingereiht' werden. Die finnische Armee ist zwar auf- gelöst, aber zum Mltiiärdienst sind die Kinnländer nicht verpflichtet. Statt dessen zahlt Finnland an die russische StaatSkasie jährlich einen Betrag von 10 Millionen. Soweit zur Rtchligstellung. Im allgemeinen ist die Broschüre rechl gut und ihre weiteste Verbreiiung sehr zu empfehlen. Gewerkschaftliches. d'e Gewerkschaften und Sie berliner vorortgemeinüen. Gegen das Verhalten derjenigen Vorortgemeinden, die bei der Gewährung von Arbeitslosenunterstützung durch die Gemeinde den Betrag abziehen, den der Unterstützungs- empfänger von seiner Gewerkschaft erhält, hatte am 23. Sep- tember eine von der Berliner Gewerkschaftskommission ein- berufene Versammlung der Vorstände der freien, Hirsch- Dunckerschen und christlichen Gewerkschaften sowie mehrerer Angestelltenverbände Stellung genommen und beschlossen, falls die betreffenden Gemeinden auf ihrem Standpunkt be- harren, sollten die Vorstände in ihren Organisationen in Er- tvägung darüber eintreten, ob ihren in den Vororten woh- nenden Mitgliedern die gewerkschaftliche Unterstützung weitergezahlt werden kann. Nach dieser Versammlung hat eine Verhandlung von Gewerkschaftsvertretern mit dem Reichsamt des Innern stattgefunden. Ueber das Ergebnis derselben erstattete Stadtverordneter Eugen Brückner Bericht in einer am letzten Montag abgehaltenen Versammlung, die in der gleichen Weise zusammengesetzt war wie die erste Versamm- lung. Der Referent führte aus, daß in der erwähnten Ver- Handlung der Ministerialdirektor Dr. Caspar Mitteilung machte von der getroffenen Regelung der Löhne für Militär« arbeiten, die in der Weise erfolgte, wie sie«r der Montags- nummer des„Vorwärts" veröffentlicht ist. Ueber die gleich nach dem Ausbruch des Krieges dem Reichsamt des Innern unterbreitete Forderung einer gesetzlichen Reichsarbeitslosen- Unterstützung teilte der Ministerialdirektor mit, daß VerHand- lungen über diese Angelegenheit noch schweben, daß aber eine endgültige Regelung während des Krieges nicht in Aussicht gestellt werden könne. Was das erwähnte Verhalten der Vorortgemeinden hinsichtlich der Arbeitslosenunterstützung betrifft, so gab der Ministerialdirektor die Zusickierung, daß er die zuständigen Behörden aller Bundesstaaten nochmals ersuchen werde, die Gemeinden zu veranlassen, ebenso zu verfahren wie die Stadtgemeinde Berlin, die hinsichtlich der Unterstützung mit den Gewerk- schatten Hand in Hand arbeitet und die von diesen gezahlten Unterstützungen bei den aus Gemeindemitteln gewährten Untirstützungen nicht anrechnet. Der Ministerialdirektor empfahl den Gewerkschaftsvertretern, sich auch an das Preusfische Ministerium des Innern als der für Preußen zuständigen Instanz zu wenden. Das ist ge- schehen. Der preußische Ministerialdirektor Dr. Freund erklärte sich ebenfalls bereit, im Sinne der von den GeWerk- schaften vertretenen Forderung mit den Gemeindebehörden zu verhandeln, doch sollten die Gewerkschaftsvertreter ihre Wünsche schriftlich einreichen. Auch das ist inzwischen ge- schehen. Der Referent empfahl den Gewerkschaftsvertretern, die Wirkung des Vorgehens des Reichsamts des Innern auf die Gemeinden abzuwarten, also ihren in den Vororten wohnen- den Mitgliedern die Unterstützung vorerst w e i t e r z u- zahlen und erst dann weitere Beschlüsse zu fassen, wenn das endgültige Resultat des ministeriellen Eingreifens vor- liegt. Dagegen soll schon jetzt den Gemeinden, welche die gewerkschaftliche Unterstützung anrechnen wollen, seitens der Gewerkschaften jede Auskunft über die von ihnen gezahlten Unterstützungen verweigert wer- den. Weiter führte der Referent mis, daß die Gemeinden, welche es ablehnen, mit den Gewerkschaften Hand in Hand zu arbeiten, die Arbeitslosen schädigen würden, während daS von der Stadtgemeinde Berlin befolgte System die Gemeinde insofern entlaste, als sie bei der Gewährung von Zuschüssen zur gewerkschaftlichen Unterstützung erheblich geringere Aus- gaben habe, als wenn sie jedem Arbeitslosen ohne Unterschied die für Nichtorganisierte oder Nichtbezugsberechtigte gelten- den Sätze von 4 bzw. 5 M.. also durchschnittlich 4,50 M. zu zahlen hätte. Was hiernach die Stadt Berlin hätte zahlen müssen und was sie infolge des Zuschußsystems tatsächlich gezahlt hat, veranschaulicht, soweit Feststellungen bis jetzt vor- liegen, diese Tabelle: Zabl der 4.60 pro Kopf Tatsächlich Die Stadt hat Arbeit»- würde betragen find gezahlt also erspart lolen M. M. M. t. Woche. 11 829 63 230.60 40 206.69 13 020,81 2.,. 14 879 66 955.50 45 874,23 21 081,28 3.,. 14 828 66 726,00 42 909,75 23 816,25 4.,, 8 641 88 884,50 26 856,90 12 027,60 Diese Zahlen sind nicht vollständig, weil noch nicht von allen in Frage kommenden Gewerkschaften Angaben vor- liegen: aber sie geben ein zutreffendes Bild von dem Ver- hältnis zwischen den wirklich gezahlten Summen und dem. was die Gemeinde ohne Rücksicht auf die gewerkschaftlichen Unterstützungen hätte zahlen müssen. An diesem Verhältnis würde sich nichts Wesentliches ändern, wenn die Angaben vollständig wären. Aus der vorstehenden Aufstellung ergibt sich, daß die Stadt Berlin durch das Zusammenarbeiten mit den Gewerkschaften 30 Proz. weniger aufgewendet hat, als sie im anderen Falle hätte zahlen müssen. Das sollte auch die Vorortgemeinden bewegen, dem Beispiel Berlins zu folgen und mit den Gewerkschaften Hand in Hand qu arbeiten. Nach einer längeren Diskussion, welche die vorliegende Frag« nach allen Seiten beleuchtete, beschloß die Versamm- lung einstimmig, den in Rede stehenden Vorortgemeinden gegenüber jede Auskunft über den Unterstütz- ungsbezug zu verweigern. Ebenso einstimmig wurde die folgende Resolution angenommen, die dem preußi- schen Ministerium des Innern zugestellt werden soll: Mit Rücksicht darauf, dah ein Entscheid de« ProvinzialauS- schusse» entsprechend den Verhandlungen, die im Preußischen Ministerium de« Innern mit«ertrrtern der Gewerkschaften statt- fanden, noch nicht erfelgt ist, beschlieht die Versammlung der freien, christlichen und Hirsch-Dunckcrschen Gewerkschaften sewie der Vertreter sämtlicher Angestelltrnorganisationen, zurzeit von der Einstellung der Arbritslofenunterstübung an die Mit- glieder abzusehen, die in den Borortgemcinden Berlin« wohnen, welche die bisherigen Beschlüsse deS Provinzialaus- fchusse» durchführen. Am 21. Oktober findet eine neue Bersammlung der GeWerk- schaftsvrrtrrter statt, in der endgültig in der Angelegenheit ent- schieden wird. Ferner stimmte die Versammlung einmütig einem von U m b r e i t gestellten Antrage zu. welcker den Ausschuß der Gewerkschaftskommission ersucht, schleunigst beim Oberkom- mando dahin vorstellig zu werden, daß dem Zurückhalten der Kartoffelernte durch die Produzetiten und der dadurch drohenden Preissteigerung entgegengewirkt werde durch Maßnahmen, welche die �Kartoffelernte den Konsumen- ten zugänglich machen und Höchstpreise für den Groß- und Kleinhandel festsetzen. Der Ausschuß wird sich, wie K ö r st e n bemerkte, sofort mit der Ausführung dieses Antrags beschäftigen. Verltn unü Umgegenü. Die Berliner Holzbildhauer haben nach einem von R e i p e r t gegebenen Bericht fast den größten Prozentsatz an Arbeitslosen auf- zuweisen. Von 593 Branchenangehörigen sind zurzeit nur 66 im Beruf tätig; 360 sind arbeitslos gemeldet. Leider sind auch kein« Aussichten auf baldige Besserung der Lage vorhanden. Es hat sich nun gezeigt, daß die bisher geübte Praxis in der Arbeits- vermittelung Härten nach sich zieht, indem die weit hintenan- stehenden Arbeitslosen auf absehbare Zeit keine Aussicht haben, auch nur aushilfsweise beschäftigt zu werden, weil die vorübergehend in Arbeit Tretenden nicht zuletzt eingereiht, sondern nur um eine gewisse Anzahl Nummern zurückgeschrieben werden. Die Ver- sammluna nahm einen Antrag an, durch den für die Dauer der außergewöhnlichen Zustände hierin eine Aenderung bezweckt wird. Nach einem warmen Appell zur Unterstützung der infolge deS ZSriegeS in bitterste Not geratenen Verbandsmitglieder durch Ent- richtung von Extrabciträgen fand die Versammlung ihr Ende. Soziales. Beamte«- und Dienstwohnungen sind nicht steuerfrei. Das Oberverwaltungsgericht hat seine Auffassung über die Realsteuerfreiheit von Beamtendienstwohnungen geändert. Nach 8 24c des Kommunalabgabm-GefetzeS sin» von den Ge. meindesteuern vom Grundbesitz befreit die dem Staate, den Pro- vinzen, den Kreisen, den Genieinoen oder sonstigen kommunalen Verbänden gehörigen Grundstücke und Gebäude, sofern sie zu einem öffentlichen Dienste oder Gebrauche bestimmt sind. Und nach Z 24k und i sind von den genannten Steuern frei die Univer- sitäts- und anderen zum öffentlichen Unterrichte bestimmten Ge- bäude, soweit die Grundstücke für die Zwecke der Anstalten un- mittelbar benutzt werden. Der achte Senat des Oberverwaltungsgerichts hat im Laufe der letzten Jahre in vielen Entscheidungen zum Ausdruck gebracht, daß diese BefieiungSvorschriftcn beim Vorliegen gewisser Voraus- setzungen auch auf die Dienstwohnungen von Beamten Anwendung fänden. Er hat jetzt in einer Klage gegen den Magistrat von Eis- leben entgegengesetzt entschieden. Die Klage hatte der Fiskus für das Provinzial-Schulkollcgium in Magdeburg angestrengt. Sie betraf die Dienstwohnungen von Seminarlchrcrn aus Eisleben. Der achte Senat des Oberverwaltungsgcrichts entschied, daß de- Magistrat die fraglichen Dienstwohnungen mit Recht zur Gemeinde- grundstouer herangezogen habe. Bestimmend war hierfür eine prin- zipielle Entscheidung des Plenums des ObervermaltungsgerichtS. die inzwischen weF-n der Einnahme eines anderen Stnndpunkts durch einen anderen Senat herbeigeführt worden ist. Das Plenum hat die Frage bejaht, ob die Dienstwohnungen der Beamten nach § 24 Absatz 2 des Kommunalabgaben-GesetzeS schlechthin als nicht zu einem öffentlichen Dienste oder Gebrauch« bestimmt gelten müssen und oaher grundstouerpflichtig sind. Dieser Grundsatz wurde auch einer Entscheidung des zweiten Senats des Oberverwaltungsgerichts zugrunde gelegt, bei der eS sich um Dienstwohnungen in den Charlottenburger Instituten der Akademie der Künste handelte. Auch diese Dienstwohnungen wur- den, soweit ihre Steueipf.'ichtigkeit noch streitig war, für gemeinde« grundsteuerpflichtig erklärt. Gerichtszeitung. Der Psendonttffionar. Ein angeblicher Missionar, der nach Verübung von Kreditschwindeleien auf offener Straße verhaftet worden war, mußte sich gestern in der Person des Krankenpflegers Arno Bräutigam vor der 5. Strafkammvr des Land- gerichts I verantworten. Der Angeklagte erschien eines TageS kurz nach Ausbruch des Krieges in dem„Hospiz am Weddisig". Er trat sehr würdevoll auf und erklärte, bisher als Missionar in Diensten der inneren Mission gestanden zu haben, jetzt warte er jeden Tag auf seine Einberufung zum Heere, und zivar als Gehilfe eines Feldgeist- lichen. Da der Herr Missionar sehr sicher auftrat und sich auch als ein sehr frommer Mann gebürdete, so nahm die Leitung des Hospiz keinen Anstoß daran, daß er die Wochenrechnung unbezahlt ließ. Als schließlich die Schuld auf 140 Mark angewachsen war und man ernstlich auf Zahlung drang, erklärte der Herr Missionar, daß er infolge der durch den Krieg entstandenen Verwirrungen nicht in der Lage sei, Bargeld zu beschaffen, dagegen sei er gern bereit, für die Schuld einen Teck seiner Außenstände an die Ver- waltung des Hospiz zu zedieren. Es wurde auch in aller Form eine Zession ausgeführt, die aber, wie sich bald herausstellte, völlig wertlos war. Einige Tage später wurde der angebliche Missionar auf der Straße festgenommen und entpuppte sich auf der Polizei als der vielfach vorbestrafte ehemalige Krankenpfleger Bräutigam. — Der Staatsanwalt beantragte 1� Jahre Gefängnis, das Urteil lautete auf 1 Jahr Gefängnis. Zus Industrie und Handel. Die französischen KriegSausgaben. Finanzminister R i b o t hat im M i n i st e r r a t e mitgeteilt, daß in dem Zeitraum vom 16. September bis zum 5. Oktober für 217 752100 Franken Schatzscheine für die Landesverteidigung ausgegeben worden seien. Während deS Zeitraumes vom 1. bis 5. Oktober wurden von den Staatskassen, Postämtern und Steuer- erhebern allein für 6 341 300 Franken ausgegeben. Die Nachfrage besonders nach Schatzscheinen, die in einem Jahr oder in sechs Monaten rückzahlbar feien, sei ständig im Wachsen begriffen. Wirtschaftliche Sorgen in Australien. Die„Morning Post" meldet aus Sydney vom 9. d. M.: Der Krieg fällt mit einer sehr ernsten Trockenheit zusammen, besonders in S ü d, A u st r a l i e n, Victoria, Weft-Australien, dem Riverinabezirk und Neusüdwales. Die ersten drei dieser Staaten werden vermutlich nach der nächsten Ernte Weizen einführen müssen, anstatt ihn auszuführen. Ganz Australien wird schwerlich einen Uoberschuß für die Aus- fuhr besitzen. Gleichzeitig erregt der Rückgang der Nach- frage nach Wolle und Metallen Besorgnis. parteiveranftaltungen. Zweiter Wahlkreis lFrtedrichftadt). III. Mteilima. Zahl. abend: Riilwoch, den 14. Ollober, bei Rathmann, Wilhelmstr. 118. Vortrag des Genossen Dr. Alfred Bern st ein über i»Die gegenwärtige Lage.' Zahlnacht: Mittwoch, den K.Oktober, abend»'/,12 Uhr, bei vwe. Augustin, Oranienstr. 108. Aussprache. Zahlmorgen: Am Sonnabend, den 17. Oktober, bei Wwe. Auguftin.»xira-SinIadungen folgen noch. Der Vorstand. Vierter Wahlkreis. Dienstag, den 20. Oktober, abends 8'/. Uhr, findet in den Konzertsälen von Obiglo. Koppenftr. 29, eine Miiglieder« Versammlung statt. Tagesordnung: Bortrag des RetchStagSabgeordneten Genossen Otto Büchner über:„Die sozialen Ausgaben während de» Krieges.' Das Mitgliedsbuch ist am Eingang vor- i 8 Wilmersdorf. An Stelle der Sinzel-ZaKIabenbe finden heute Ab- tellunaS-versammlungen statt. 1. und 2. Bezirk bei Piche. Ecke PaulSborner und Seesener S trage; 8., 4. und 6. Bezirk bei Andrea», Psalzburg-r Straße: k.. 7. und 8. Bezirk bei Schilling, Lauenburgec Straße; 9 a. und 9b. Bezirk bei Mauer, Durlacher Straße, Ecke Tübinger Strane. Steglitz. SS findet heute sür den 8., S. und 10. Bezirk Abteilung«. »erlammlung bei Thiel, sür alle übrigen Bezirke Zahlabcnde in den Bezirks. lokalen statt. Stralau. Der heutige Zahlabend fällt aus. Donnerstag, 15. Oktober, abends 8ff, Uhr: Mitgliederver ammlung bei Stetnicke, Ält-Sttalau 5. Tagesordnung: Vortrag des Genossen Oerierer über:»Land und Leute in Belgien." VereinSangelegenhette» und Verschiedenes. Di« Mitglieds- bücher sind am Eingang deS Saale« vorzuzeigen. Weißrnsee. Heute Mittwoch: Gemeinsamer Zahlabend. 1. Abiellung bei Maaß, Sedanftr. 4$. 2. Abteilung bei Draeger, Lehder Straße 122. 8. Abteilung bei Tzentschler, LanghanSstr. 10«. 4, Abteilung, östlicher Teil im»Grünen Baum", Berliner Allee 204; westlicher Teil bei Hepe, Park- straß» 3. Vortrag in all:» Zahlabenden über»Burgsrieden'. Borstawalde. Der heutige kombinierte Zahlabend findet für Borsig- Walde bei peyder, und Wittenau bei Wittchow, Oranienburger Straße, statt. Rlt-Gltenicke. Heute Mittwoch, abends 8 Uhr, im Lokal von Ritze, Grünauer Stratze 60: Mitgiiedei Versammlung. Wichtige Tagesordnung. Mautocntal, Zepernick. Buch. Morgen Donnerstag, abends 9'/, Uhr, findet im Lokal von Lange. SiemenSftr. 10, der Zadlabend sür Röntäental und Zepernick statt. Für Buch findet der Zahlabend Sonnabend, 17. d. M., abends gss, Uhr, im Lokal von Piotrowsky, Bahnhofsir. S, statt. Fredersdorf, PeterShagen. Heute: Gememschastlicher Zahlabend bei Kirchner am Dabnhos. Ncuenhagen(Oltbahn). Der Zahlabend findet am Mittwoch, den 14. Ottober, abends 81/, Uhr, im Lokale de« Herrn Hätscher, Dottistraßc, statt. Tagesordnung: ErgänzungSwaolen der Bezirksleitung. Sitzungstage der Stadt- und Gemeindevertretungen. Reuköll». Donnerstag, de» 16. Ottober, nachmittags 6 Uhr, ii:: Rathaus«, Berliner Straße. Rosenthal. Donnerstag, den 15. Dftober, in der Aula der Gemeinde schule, Schillerstraße. Mariendors. Donnerstag, den 15. Oftober, nachmittags 5 Uhr, in der Aula des Gymnasiums, Kaiserstr. 17/19. Diese Sigungen find öffentlich. Jeder Gemeindeangehörige ist be. rechtigt, ihnen als Zuhörer beizuwohnen. Jugendveranstaltungen. Wilmersdorf. Mittwoch, den 14. Oftober, abends 8 Uhr, Abonnentenversammlung im Jugendheim. Sonntag, den 18. Oftober, Partie nach Zepernid, hönow. Liepnisset, Hellsee usw. Fahrgeld 1, M. Treffpunkt 6 Uhr Bahnhof Schmargendorf. Proviant, Liederbücher, Decken und Becher sind mits zubringen. Dienstag, den 20. Dktober: Mädchenabend und Schachabend. Kleine Nachrichten. Hier ruht der tapfere Kommandant. Er vermochte den Fall der ihm anvertrauten Feste nicht zu überleben. R. I. P. Mit diesem Holzkreuz schlicht ehrt auch der deutsche Soldat in Dir den Helden der Pflicht. 2. Landwehr- Pionier- Kompagnie. 8. A.-K. September 1914." Explosionskatastrophe in Lissabon. validität vorliegt: fa. 2. Das ist im Einzelfall verschieden. Benden Sie F. K. 52. Die sich an einen Arzt. 3. Behn Jahre und auch älter. 14tägige Kündigungsfrist steht Ihnen zu. J. S. 23. Wenn Sie die bayerische Staatsangehörigkeit nicht aufgegeben haben, als Sie die alten burger erwarben, fann wiederum die Genehmigung der Gemeinde verlangt R. H. 41. Fettleibigkeit. Landsturmpflichtig. M. F. 3. Eine Frist zur Aufbewahrung der Sachen gibt es nicht. Sie könnten nur flagen und eventl. pfänden und verkaufen lassen.. R. 100. Ja. werden. 1 schon geborgen worden. Die Häuser und das brennende Werk 782, bo. I do. Ia 75-78, do. IIIa 62-73; Bullenfleisch sind beschädigt. Die Gesamtzahl der Opfer ist noch unbekannt. Briefkasten der Redaktion. ger. gen. Nach einer Meldung aus Lissabon erfolgte in dem. R. 100. Begen Klumping, Spizfuß oder Plattfuß unbrauchbar. dortigen Elektrizitäts- und Gaswerf am Montag eine schwere Amtlicher Marktbericht der städtischen Marktballen- Direktion über Explosion. Zahlreiche Angestellte und Arbeiter sind von den den Großhandel in den Zentral- Marktballen.( Ohne Verbindlichkeit.) Trümmern begraben worden. Mehrere Leichen sind Dienstag, den 13. Oktober. leisch: Rindfleisch per 50 kg. OchsenIa IIa 67-75; Kühe, fett 65-70, do. mager 60-65, Fresser 65-73, do. holl. 55-63, Bullen, dan. 58-66. Kalbfleisch: Doppellender 115-125; Mastfälber Ia 85-90, do. IIa 65-84; Stälber Hammelfleisch: Mastlämmer 80-84; Hammel Ia 76-79, do. IIa 72-75; Schafe 72-80. Schweinefleisch 70-78. Gemüse, inländisches: Kartoffeln, Daberiche 50 kg 3,75-4,00; weiße Die juristische Sprechstunde findet für Abonnenten Lindenstr. 3, IV. Hof Raiserkronen 3.50-4,00; Magnum bonum 3,50-4,00; Borree, Schod rechts, parterre, am Montag bis Freitag von 3 bis 6 Uhr, am 0,60-0,80;. Sellerie, Schod 3-6,00; Spinat 50 kg 8,00-10,00 Sonnabend von 5 bis 6 Uhr statt. Jeder für den Briefkasten be- Mohrrüben 2,25-2,50; Bohnen 50 kg 15,00-25,00; Wachsbohnen zufügen. Briefliche Antwort wird nicht erteilt. Anfragen, denen feine 4,00-8,00; Wirsingfohl 50 kg 3,00-4,00; Weißfohl Schod 3,00-7,00, Abonnementsquittung beigefügt ist, werden nicht beantwortet. Eilige Weißkohl 50 kg 1,80-2,50; Rottohl, Schod 4,00-8.00; Roifohl 50 kg 2,50 und dergleichen bringe man in die Sprechstunde mit. Fragen trage man in der Sprechst unde vor. Verträge, Schriftstücke bis 4,00; Robliüben 50 kg 3,00-5,00; Teltower Rüben 50 kg 5-12; Blumentohl, Erfurter, 100 St. 6,00-18,00, Rofen Petersilien fohl 50 kg 22,00-25,00, Meerrettich Schod 5,00-12,00, wurzel Schodbund 1,00-3,00; Radieschen Schodbund 0,70-1,00; Salat Schod 2,00 3,00; 3wiebeln, 50 kg 6,00-7,00; Tomaten 50 kg 7,00-10,00; Biefferlinge 50 kg 20,00-30,00; Champignons 50 kg 25,00-10,00; Burfen 0,60-1,50. Stürbis 50 kg 2,00-3,00. Schock 1,25-2,50; Senfgurfen, Schod 7,00-10,00; Einlegegurten, Schod Deutsche Ehrung eines tapferen Franzosen. ftimmten Anfrage ist ein Buchstabe und eine Babl als Mertzeichen bei- 50 kg 15,00-25,00; Stoblrabi od 0,60-1,00; Birlingtobl Schod Das französische Fort Les Ahvelles ist gefallen! So meldeten wir vor einiger Zeit. Es war alt und in keiner Hinsicht auf einen Kampf mit modernen Geschützen eingerichtet. Der Kommandant hat ficher gewußt, daß er auf einem verlorenen Posten stand. Der mutige Mann sah, wie seine Leute in wilder Flucht ihr Leben gerettet haben sollen vor der Uebermacht des Feindes. Zusammengebrochen und an seinem Leben verzweifelnd, entschloß er sich zu dem letzten, ernsten Schritt und gab sich selbst den Tod. Deutsche, schlichte Soldaten haben diese Tat geehrt. Sie haben ihm ein stattliches Holzkreuz auf sein Grab gesezt und auf das Kreuz in sauber gemalter Schrift die Worte geschrieben: Dem Andenten unserer auf dem Kriegsschauplak gefallenen Genoffen! 216/5 Folgende Genossen sind im Felde gefallen: Am 5. Dttober bei d Rämpfen im Dsten, der Drechsler 238/18 Otto Kemnitz Mirbachstraße 48( Bezirk 369 II). Sozialdemokr. Wahlverein f. d. 4. Berl. Reichstagswahlkr. Fritz Grothe Metalldreher, Emser Straße 73/74( 14. Bezirf). Sozialdemokratischer Wahlverein Neukölln. Am 10. Oktober verschied nach kurzem, schwerem Leiden unsere werte Mitarbeiterin, die Anlegerin, Frau Marie Hirsch. Ihr aufrichtiger Charakter und stets freundliches Wesen sichern ihr ein ehrendes Andenken. Das Personal der Buchdruckerei Maurer& Dimmick. Die Beerdigung findet heute Mittwoch, den 14. Oktober, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des ParochialKirchhofes, Boxhagener Straße, aus statt. Sozialdemokratischer Wahlverein I. d. 6. Berl. Reichstagswahlkreis. 14. Abt. Bez. 690a u. 690b. Am Sonnabend, den 10. Oktober, verstarb unser Genosse, der Former Max Thieme Rostoder Straße 39. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet morgen Donnerstag, den 15. Dktober, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des städtischen Friedhofes, Müllerstraße Ede Seestraße, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 231/12 Der Vorstand. Deutscher Transportarbeiter- Verband. Bezirksverwaltung Groß- Berlin. Folgende Kollegen sind im Felde gefallen: Gust. Abraham, arbeitstutscher Karl Dernick, Ronfett. Gausd. Wilh. Helmdorf, Gefchaftsdiener Wilh. Hoffmann, Droich. Autoſüh. Georg Müller, Bretterträger Bernh. Nikolaiski, mahaffner Herm. Ratje, Gefchaftsbtener Eberhard Scopolino, auto- W. Karl Siebenwirth, Bierfahrer Herm. Schlackhat, aufgaffner Carl Schönradt, Befchaftsdiener Artur Schrick, Geschäftstutſch. Aug. Voß, Geschäftstutscher Albert Warner, Snbuftriearbeit. Karl Welk, Geschäftsbiener Wilh. Wilke, Industriearbeiter. Ehre ihrem Andenken! 67/20 Die Bezirksverwaltung. 234b Verband d.Buch- u.SteindruckereiHilfsarbeiter und Arbeiterinnen Deutschlands. Ortsverwaltung Berlin. Am Sonnabend, den 10. d. M., verstarb nach furzem Krantenlager unser Mitglied Marie Hirsch im Alter von 38 Jahren. Ehre ihrem Andenken! Die Beerdigung findet heute Mittwoch, nachmittags 3 Uhr, auf dem Parochial Kirchhof, Bor hagener Chaussee, statt. 28/6 Die Ortsverwaltung. Deutscher Metallarheiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Schlosser Franz Hensel Neukölln, Laubestr. 14 am 11. Dftober an Lungenleiben gestorben ist. Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 14. Oktober, nach: mittags 3, Uhr, von der Leichenhalle des Gemeinde- Friedhofes in Neukölln, Mariendorfer Weg, aus statt. Ferner starb unser Mitglied, der Former Max Thieme Rostocker Str. 39, am 10. Dftober. Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 15. Oktober, nachmittags 44 Uhr, von der Leichenhalle des Städtischen Friedhofes in der Seestraße aus statt. Ehre ihrem Andenken! Rege Beteiligung erwartet 126/2 Die Ortsverwaltung. Auf dem Felde der Ehre starb auf russischem Boden am 2. Dt: tober unser geliebter jüngster Sohn, Bruder, Onkel, Schwager und Bräutigam 2375 Erich Schütze im Alter von 24 Jabren. Dies zeigen in tiefer Trauer an Die tiefbetrübten Eltern nebit Geschwistern und Braut. 23. 25. Stellen Sie bei Ihrer Steuerkasse den Antrag auf Mietsunterstügung. P. N. 67. Wenn der Mieter seine Einwilligung in den Verkauf nicht ausspricht, sind Sie ohne vorhergehende Klage zu demselben nicht befugt. Es bleibt nichts anderes übrig, als gegen den Mieter auf Zahlung zu flagen. G. 3. 15. Die Versicherung ist auch während des Krieges und nach demselben gültig. O. 6. 240 Eine Klage beim KaufmannsR. Sch. 1. Das ist möglich. 2. Sie gericht hätte Aussicht auf Erfolg. fönnen sich an den Ehrenrat der Aerzte wenden. 3. Zuständig ist der Donnerstagmittag: Ein wenig wärmer, besonders im Süden noch Vorstand der Anwaltskammer. 5. S. 22. Für den Nachersaz der vielfach nebelig, sonst ziemlich heiter und troden. In der Nacht zu Donners fahrenden Artillerie sind Sie brauchbar. Stenzel 100. 1. Wenn Jn- tag im Binnenlande mehrfach Nachtfrost. Deutscher Holzarbeiterverband. Zahlstelle Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Tischler Karl Martin Borndorfer Str. 8, im Alter bon 34 Jahren auf dem Kriegsschauplag im Osten gefallen ist. Den Mitgliedern ferner zur Nachricht, daß unser Kollege, der Tischler Wilhelm Kietzmann Nostizstraße 32, im Alter von 63 Jahren gestorben ist. Ehre ihrem Andenken! Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 15. Oktober, nachmittags 4 Uhr, auf dem Heilig- Kreuz- Kirchhof in Mariendorf statt. Um rege Beteiligung ersucht 92/12 Die Ortsverwaltung. Allen Verwandten und Be fannten die traurige Nachricht, daß unser lieber Bruder und Schwager, der Gefreite Ernst Brettschneider tin Alter von 22 Jahren auf dem Schlachtfelde im Osten den Heldentod fand. Im Namen der Hinterbliebenen Franz Brettschneider, Berlin- Lichterfelde, Chausseestr. 56. Am Montag entriß uns der unerbittliche Tod unser einziges, geliebtes Kind Fritz im 11. Lebensjahre an Diphtherie. Dies zeigen mit der Bitte um stille Teilnahme tiefbetrübt an die trauernden Eltern Ernst Tetzner und Frau. Die Beerdigung findet morgen Donnerstag, nachmittags 3, Uhr, von der Leichenhalle des neuen Jakobi- Kirchhofs, Hermannstraße, aus statt. 2366 Zentralverband der Handlungsgehilfen. Ortsgruppe Groß- Berlin. C 25, Münzstr. 20 II. Morgen Donnerstag, den 15. Oktober, abends S, Uhr, in den Musiker- Sälen, Kaiser- Wilhelm- Straße 31( großer Saal): Mitglieder- Versammlung. Zagesordnung: 1. Vortrag des Redakteurs Dr. S. Nestriepke über Krieg und Kunit". 2. Geschäftliches. 78/3 Wir bitten um zahlreichen Besuch. Die Ortsverwaltung. Deutscher Holzarbeiter- Verband Verwaltung Berlin. Freitag, den 16. Oktober, abends 8%, Uhr. bei Obiglo ( früher Kellers Festfäle), Koppenstraße 29: Gemeinsame Vertrauensmänner- Versammlung. Tagesordnung: 1. Die gegenwärtige Lage in der Holzindustrie. 2. Verbands: angelegenheiten. 92/11 Es ist Pflicht einer jeden Werkstatt, in der noch gearbeitet, daß ein Vertrauensmann entsendet wird. Die Ortsverwaltung. Westmann 1. Mohrenstraße 37 a( Kolonnaden). II. Große Frankfurter Str. 115( nahe Andreasstr). Von Mittwoch bis Sonnabend Ausnahmepreise Kostüme Plüschmäntel Mister Modelle in blau, sonstiger Verkaufspreis 32,- 28,- 18.25.-, für sonstiger Verkaufspreis 45.- 39.- 25. 33. für sonstiger VerkaufsEchte Seal- Plüsch- Feinste Qualität mäntel, lang, sonst bis sonst bis 135, 89.32.-, für für 18.Einzelne Modelle Echte Woll- Plüsch- sonst bis 25.mäntel, langjährige 52.-, für Garantie, a. Plüschf. sonst bis 94, 50.für Ein Posten Ulster ausgesuchter Qualität Velour- Plüsch, durchpreis 112.- 78-48. sonst bis 59, 36.- schnitt 69für für 10.Trauermagazin. Sonntags geöffnet. Wetteraussichten für das mittlere Norddeutschland Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung meines lieben Mannes Ernst Jürgens fage hiermit allen Beteiligten meinen herzlichsten Dant. 135A Witwe Elise Jürgens. Verkäufe. Zehn Prozent Rabatt VorwärtsIefern. Gardinenrefte, Fenster 1,55, 1,95, 2,45, 2,85, 3,50, 4,25, 5,50, 6,65 usw. E. Weißenbergs Gardinen- und Teppichhaus, Große Frankfurter straße 125, im Hause der Möbelfabrik an der Koppenstraße. Teppiche mit Webefehlern 7,50, 9,50, 11,50, 13,50, 16,50, 19,50, 22,50, 25,50, 29,50 usw. Teppichhaus, Große Frantfurterstraße 125, im Hause der Möbelfabrik. Restbestände, 1-3 Fenster Zuchportieren, Plüschportieren, Madrasportieren, neueste Muster, Fenster 2,85, 3,50, 3,95, 4,85, 5,75, 6,50, 7,50, 9,50, 11,50, 14,50, 18,50 usw. Portieren haus, Große Frankfurterstraße 125. Tuchdecken, Leinendecken, Plüsch 3,65, 4,25, 4,85, 5,50, 6,75, 8,50, 9,70 deden 1,35, 1,65, 1,95, 2,45, 2,95, bis 45 Mart Steppdecken, Similiseide, vornehme Ausführung 3,75, 4,85, 5,75, 6,50, 7,85, 9,50, 12,50, 14,50 usm. Große Frankfurterstraße 125, im Hause der Möbelfabrik. 438* Arbeiter Gesundheits- Bibliothek Jedes Heft 20 Rg biz Zahngebiffe, Goldfachen, Silber fachen, Blatinabjälle, jämtliche Metalle höchstzahlend. Schmelzerei Chriftionat, Köpenideritrage 20 a( gegenüber Manteuffelfrage). 108/ 1* Kupfer, Messing, Zint, Zinn, Blei, Stanniolpapier, Goldsachen, Silber fachen, Platinabfälle, Duecksilber, Zahngebiffe. Metallschmelze" Cohn, Brunnenstraße 25 und Neukölln, Berlinerstraße 76. Fahrradankauf, Linienstraße 27. 105/1 höchstzahlend, 111/ 71* Unterricht. Unterricht in der englischen Sprache. Für Anfänger und Fort geschrittene, einzeln oder im Birkel wird englischer Unterricht erteilt Auch werden Uebersetzungen gefertigt. 6. Swienty Liebknecht, Gartenhaus III. Charlottenburg, Stuttgarterplay 9, art 448 Verschiedenes. Patentanwalt Müller, Gitschinen Monatsanzüge und Winter- ftraße 16. ulster von 5 Mart sowie Hosen von Hebamme Senst, Bornemann 1,50, Gehrodanzüge bon 12,00, ftraße 2, an der Userstraße. Frads von 2,50, sowie für torpulente Figuren. Neue Garderobe zu staunend billigen Preisen, aus Pfandleihen verfallene Sachen fauft man am billigsten bei Naß, Muladstraße 14. * Teppich- Thomas, Dranieuſtr. 44 spottbillig farbfehlerhafte Teppiche, Gardinen. Vorwärtslejern 5 Prozent Extrarabatt. Vermietungen. Wohnungen. Charlottenstraße 87, Heine Bo 2325 10* nungen sofort billig. Taichenbuch für Gartenfreunde. Ein Ratgeber für die Pflege und fachgemäße Bewirtschaftung des häuslichen Bier, Gemüse- und ObstZimmer. Gut möbliertes Bimmer Bärwald gartens von Mar Hesdörfer. Zweite ftraße 54 II, Stephan. vermehrte Auflage. Mit 137 Zertabbildungen. Preis 3,50 Mart. Erpedition Borwärts, Lindenstraße 3. Möbel. 20 Prozent Rabatt während 378* Arbeitsmarkt. Stellenangebote. 111/6 ftrage 20. +5 des Strieges auf sämtliche Möbel. 20 Korbmacher auf Geschoß Biele gebrauchte Möbel billig. Sofa förbe, wovon 10 auf Drillingsgestelle 36,-, Kleiderschrank 36,-, Tisch 15,-fofort verlangt. Gutes Rohr. Schlüter Bettstelle 28,-. Moderne Arbeiter straße 24. 111/8 möbel. Ehrlich, Alte Schönhauser Zeitungsbote( Invalide) verlang straße 32. Borwärts"-Spedition Wilmersdor Prachtvolle Wohnungseinrichtung Wilhelmsaue 27. bildschöne Küche, alles noch neu, zu Schloffer, mit elektrischen Anlage sammen 225. Rosenthalerstraße 57, und Werkzeug Maschinen vertraut III bei Glas. Gewerblich. Händler sofort gesucht Weißensee, Lehden verbeten. +14 Bettstellen mit Stahlmatragen 50 Korbmacher( Drillinge) ver und dreiteiligen Auflagen 33,-. langt, Stübbenstraße 10, Schöneberg Gelegenheitsposten. Wohnungsein- Am Bayrischen Blaz. Mittwoch aben richtungen, Speisezimmer, Herren zwischen 6 und 7. Näheres bein zimmer, Schlafzimmer, jede Art Portier. 111/1 Einzelmöbel jett unglaublich billig. Lehrmädchen im Alter von 1 Hans Lennerts Möbelhaus für Ge- bis 16 Jahren aus achtbarer Famili legenheitsfäufe, Lothringerstraße 55, gegen monatliche Vergütung sofor Rosenthaler Plaz. gesucht. Meldungen in Begleitung Sparen Sie bei den schlechten der Eltern oder des Vormunde Beiten. Günftige Gelegenheitstäuje 10-2 Uhr vormittags oder 6-8 U in neuen und verliehen gewesenen abends in der Personal- Berwaltun Einrichtungen sowie Einzelmöbeln IV. Etage. A. Jandorf u Co gegen Stasse sowie Teilzahlung, äußerst Belle- Alliancestraße 1/2. fulant. billig und Brunnenstraße 160, Eingang Anflamer Straße. Fahrräder. 41* Möbelschaz, 255 Paletotmamsells verlangt Frang 252/ 16* Petersburgerstraße 20. +9 Nennmaschinen, Tourenr äde, Für Montage Hochbrückt Schrader, Weberstraße 42 über den Kaiser- Wilhelm 20,00. Steller. Berlin SO. 16, H.& P. Uder, Engel- Ufer 5. Tabak- Großhandlung und Tabaktabrik. Kaufgesuche. 111/9 Fahrradgesuch. Schrader, WeberSpezialität: Nordhäuser Kautabak von G. A. Manewacker, Grimm& Triepel. 42. Stets frisch zu den äußersten Engrospreisen. Amt Moritzpl. 3014. Kanal bei sochdonn, tüchtig Montagearbeiter. Schloffer unl Nieter gesucht. 214/6 Union Dortmund. Montagemeiiter Frölfe. 111/5 Eisenbahnstation: Wilster( Holstein) Kürschner gefcht, die bei Lieferung von Material, Mannschafts. pelze und Weiten anfertigen. Offert. unter L. H. 1243 an Haasenstein& Vogler, Berlin, Leipziger Straße. 221/1 Verantw. Redakt.: Ulfred Wielepp, Neukölln. Inseratenteil verantw. Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärta Buchdruderet u. Berlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW.