Nr. 282.- 31. Jahrg. Abonnements- Bedingungen: n . Abonnements Breis pränumerando: Bierteljährl. 8,30 Mt.. monatl. 1.10 r., wöchentlich 25 Bfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage„ Die Neue Welt" 10 Pig. Bost Abonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in die Bost Zeitungs. Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Defterreich Ungarn 2,50 Mart, für das übrige Ausland 4 Mark pro Monat. Postabonnements nehmen an: Belgien, Dänemart, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz. Ericheint täglich. Vorwärts Berliner Volksblaff. 5 Pfennig Die Infertions- Gebühr und beträgt für die sechsgespaltene Rolonel geile oder deren Raum 60 Bfg., für politische und gewerkschaftliche Vereins. und Bersammlungs- Anzeigen 30 Big. ,, Kleine Hnzeigen", das fettgedruckte Wort 20 Bfg.( zulässig 2 fettgedruckte Morte), jedes weitere Wort 10 Pfg. Stellengesuche Schlafstellenan zeigen das erste Wort 10 Bfg., jedes weitere Bort 5 Bfg. Worte über 15 Buch staben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 68, Lindenstraße 3. Fernsprecher: Amt Moritplag, Nr. 151 90-151 97. 0909 Donnerstag, den 15. Oftober 1914. Expedition: SW. 68, Lindenstraße 3. Fernsprecher: Amt Moritplat, Nr. 151 90-151 97. Der Borstoß gegen Oftende.-Lyd zurüderobert. 11000 Russen und 4500 Franzosen! gefangen. Die französische Lesart. Eine Regelung der Kartoffelpreise. noch Paris, 13. Oftober.( W. T. B.) Die amtliche Be tanntmachung von 3 Uhr nachmittags besagt: 1. Auf Amflich. Großes Hauptquartier, 14. Oktober, unserem Linten Flügel haben unsere Soldaten aus der mittags.( W. Z. B.) Von Gent aus befindet sich Gegend Hazebrouc- Béthune gegen feindliche Truppen, die Auf dem Gebiete der Kartoffelversorgung hat in den der Feind, darunter ein Teil der Besatzung von zum größten Teil aus Kavallerie bestehen, und aus der Linie letzten Tagen eine ganz unerhörte Preistreiberei eingesetzt. Bailleul- Estaires- la Bassée kamen, wieder die Offensive Das Eingesandt in der Sonntagsnummer des Vorwärts" Antwerpen, in eiligem Rückzuge nach Westen ergriffen. Das von einer Territorialabteilung gehaltene wirkte geradezu als ein Warnungssignal. Nachdem noch in zur Küste. Unsere Truppen folgen. Lille wurde von Deutschen angegriffen und beder vorigen Woche Dabersche Kartoffeln mit 2,75 bis 2,80 m. Lille ist von uns beseßt, viertausendfünfhun- sett. 3wischen Arras und Albert haben wir Fort- pro Zentner frei Steller offeriert wurden, stiegen die Preiſe dert Gefangene sind dort gemacht worden. Die ichritte gemacht. 2. Jm Zentrum haben wir in am Ende der Woche bereits auf 3,35-3,50 W. und die ZuStadt war durch ihre Behörden den deutschen der Gegend von Berry au Bac gleichfalls Fort- fuhr war so ersichtlich gering, daß allenthalben Befürchtungen über weitere enorme Preissteigerungen laut wurden. Diese schritte gemacht und sind leicht gegen Souain westlich der Befürchtungen schienen zunächst gegenstandslos zu ſein, Truppen gegenüber als offen" erklärt worden. Argonnen und nördlich von Malancourt zwischen Argonnen denn der Deutsche notierte Landwirtschaftsrat Trotzdem schob der Gegner bei einem Um- und Maas vorgegangen. Auf dem rechten Ufer am 12. Oftober für den Berliner Markt den Waggonfassungsversuch von Dünkirchen her Kräfte dort- der Maas sind unsere Truppen, welche die Maashöhen im preis( bei 10000 Stilogramm) auf 2,75-3,00 m. pro Zentner hin vor, mit dem Auftrag, sich bis zum Ein- Often von Verdun besetzt halten, südlich der Straße Verdun- für rote Daber und 2,75-2,90 M. für Magnum bonum. treffen der Umfassungsarmee zu halten. Da Meg vorgegangen. In der Gegend von Apremont Ein Gang auf den Berliner Bahnhof belehrte uns eines diese natürlich nicht eintraf, war die einfache haben wir auf unserem rechten Flügel ein wenig Boden Besseren. Hier, wo sich sonst ein großer Teil des Kartoffelgewonnen und auf dem linken einen Angriff zurüd- handels für Berlin abspielt, waren nur etwa 20 Waggons Folge, daß die zwecklos verteidigte Stadt bei der geschlagen; 3. In den Bogesen und im Elsaß find angefahren und die Preise waren für unausgesuchte und unEinnahme durch unsere Truppen Schädigungen teine Veränderungen eingetreten. Zusammenfassend ausgesuchte Ware 4-4,50 m. pro Bentner. gereinigte Bare( sogenannte Bruchtartoffel) 3,50 m., für große erlitt. fann man sagen, daß der gestrige Tag Fortschritte flagten über mangelnde Zufuhr, Zurückhaltung der Von der Front des Heeres ist nichts Neues unserer Truppen auf verschiedenen Punkten des Schlachtfeldes Winterfrucht seitens der Landwirte und sprunghaftes zu melden. Anziehen der Preise. Auch hier wurde mit ganz enormen Paris, 13. Oktober.( W. T. B.) Die amtliche Be- Preissteigerungen gerechnet. Dicht bei der Kathedrale von Reims sind zwei ranntmachung von 11 Uhr abends lautet: Es ist Die Ursache dieser Preistreibereien ist zweifellos bei den schwere französische Batterien festgestellt. Fer- nichts zu melden außer einem Vormarsch in der Produzenten und im Großhandel zu suchen. Die ner wurden Lichtsignale von einem Turm der Gegend von Berry au Bac. Kathedrale beobachtet. Es ist selbstverständlich, Die Deutschen in Gent. daß alle unseren Truppen nachteiligen feindlichen Amfterdam, 4. Oktober. Das Nieuwe van den Dag Maßnahmen und Streifmittel bekämpft wer- melbet: Am Sonntagabend haben" sich die belgischen und englischen den, ohne Rücksicht auf die Schonung der Kathe- tamen. Am 12. wurde der Gegner durch die Deutschen verfolgt, Truppen aus Gent zurückgezogen, während die Deutschen dort andrale. Die Franzosen tragen also jetzt wie früher der schließlich bei Brügge eingeholt wurde. Es entstand hier selbst die Schuld daran, wenn der ehrwürdige Bau weiter ein Opfer des Krieges wird. Auf dem östlichen Kriegsschauplatz sind in Kämpfen bei Schirwindt die Russen geworfen und haben 3000 Gefangene, 26 Geschüße und 12 Maschinengewehre verloren. Lyck ist wieder in unserem Besitz. Bialla ist vom Feinde geräumt. brachte. Die Händler Mitteilungen der Tagespresse über die erhöhte Bedeutung der motherStartoffel für die deutsche Lebensmittelversorgung während des jetzigen Krieges, die Empfehlungen möglichster Sparsamkeit, Einschränkung der Spiritusbrennerei, bessere Ueberwinterungsund Verwertungsmethoden, das alles hat in Streisen der deren drastischer Ausdruck die Erklärung war( vergl.„ VorLandwirte übertriebene Begehrungsvorstellungen hervorgerufen, wärts" Nr. 278, 2. Beilage): Auf 10 Mart müssen wir sie wird berichtet, daß die Bevölkerung sich freundlich gegenüber den reiche Landwirte und Güter in der Umgebung Berlins die ein heftiges Gefecht, das heute noch im Gange fei. Aus Gent rauftreiben. Daraus erklärt sich auch die Tatsache, daß zahlDeutschen verhalte. Das gegenwärtige gegenseitige Verhältnis ist out. Die Deutschen erklären, daß sie mit den Gentern zufrieden Kartoffeln vorläufig ganz zurückhalten und die weitere Entwick feien und ihnen durchaus nichts zu Beide tun werden. Das Gefecht bei Brügge. lung der Preise abwarten. Eigenartig berührt auch der Umstand, daß der deutsche Landwirtschaftsrat am selben Tage der obigen Berliner Amsterdam, 14. Oftober. Nieuwe Rotterdamsche Notierung der roten Daber- Kartoffel mit 2,75-3,00 m. dieConrant" meldet: Das belgische Heer ist in Brügge durch- selbe Kartoffel in Stettin mit 3,80 M. pro Zentner notierte. gezogen, während der König und die Königin am Sonnabend um Am 13. Ottober berichtete unser Stettiner Boltsblatt": " 10 Uhr im Automobil durchkamen. Am Montagnachmittag wurde schwerer Kanonendonner gehört. Weiterhin berichtet das Weiter südlich sind beim Zurückwerfen russi- Blatt aus Roosendal: Die aus der Straffolonie Meregplats freischer Vortruppen auf Warschau 8000 Gefangene gelaffenen Gefangenen beginnen hier und in der Umgegend außergemacht und 25 Geschütze erbeutet. warten sein. Vielleicht gelingt es dabei auch, einen erordentlich lästig zu fallen. Kämpfe nördlich von Brügge. " Die Einkaufsmöglichkeit wird aber den Konsumenten folossal erschwert durch ganz enorm hohe Preise. So tostet heute in Stettin der Zentner Kartoffeln bereits 4,00 M. und mehr! Da bei sind die Kartoffelläger erst bis oben hin an gefüllt worden. Welche Preise wird man den Konsumenten erst abverlangen, wenn noch einige Wochen ins Land gegangen find? Vielfach weigern sich die Kartoffelproduzenten, überhaupt zu verkaufen; fie graben die Kartoffeln lieber ein und warten ab, bis noch höhere Preise genommen werden können." Amsterdam, 14. Oftober.( W. Z. B.) Nieuws van den Die letzten Meldungen aus dem Großen Hauptquartier Dag" meldet aus Selgaete vom 18. d. Mts.: Die gestern Wer zweifelt wohl daran, daß die Landwirte und Großbestätigen, was wir bereits aus den wiedergegebenen Mel- hier eingetroffenen Deutschen stellten die von den Belgiern zerstörte händler ihre Startoffeln jest nicht nach Berlin schicken, wenn dungen holländischer Blätter wußten: daß die Ver- Brüde wieder her. Landwehrtruppen waren heute Morgen damit fie schon in Stettin 25-30 Broz. mehr erhalten können. Dabeschäftigt, westlich von Selzaete aufgräben aufzuwerfen. mit ist der Charakter der Stettiner Notierung hinlänglich gefolgung des Restes der Antwerpener Be- Einige Babngleife waren zerstört und die Telegraphen- und Telelagerungsarmee energisch fortschreitet. phonapparate weggenommen. In der Richtung auf See. Die Vertreter der Berliner Gewerkschaften, tennzeichnet. Die neuesten Pressemeldungen besagen, daß die Deutschen brugge ist anscheinend ein Gefecht im Gange. Den ganzen Vordie Angestelltenverbände aller Richtungen haben in einer Ausbereits vor Brügge angelangt und nördlich von Brügge bis mittag über war von dort her Stanonendonner vernehmbar. Rotterdam, 14. Dttober.( T. B.) Der„ Nieuwve Notter- schußsigung am 13. Oktober Stellung genommen. In der zur Nordsee vorgedrungen sind. Schreitet die deutsche Ver- damiche Courant" meldet aus Ardenburg vom 18. d. Mts.; In Aussprache wurde dargelegt, daß die Preistreibereien leider folgung in dem gleichen Tempo erfolgreich fort, so wird die Brügge fiel eine Bombe auf eine staserne. durch die unverständliche Haltung eines Teils, der Tagespresse Besetzung Oftendes schon in den nächsten Tagen zu er Der Zusammenbruch des belgischen Heeres. Mitteilungen über den mutmaßlichen Ausfall der diesjährigen und gemeindliche Behörden begünstigt würden. So habe man heblichen Teil der geflüchteten belgischen Armee gefangen zu schreibt: Wenn man die jetzige Lage des belgischen aufweise, in die Deffentlichkeit gebracht, ohne darauf hinzuKristiania, 18. Oftober.( B. T. B.) Dagbladet" Startoffelernte, die gegenüber dem Vorjahre einen Minderertrag Aus dem Dst en kommt die besonders erfreuliche Nach eeres bedente, so erscheine es als überaus wahrscheinlich, weisen, daß solche Schäzungen doch recht vager Natur Aus dem Dst en kommt die besonders erfreuliche Nach richt, daß unsere Truppen nach vieltägiger energischer Ver- aß dieses für den jebigen Krieg nicht mehr feien und fast stets hinter den wirklichen Ergebnissen zurückVer- in Betracht tomme. Aftenposten" druckt eine blieben, ohne ferner den durch Ausfuhrverbot, teidigung gegen die andrängenden Russen nunmehr wieder an Stelle aus dem Pariser Communiqué von gestern nachmittag Trocknungs- und bessere Aufbewahrungs- und VerwertungsBoden gewonnen und Lyck zurückerobert haben. Die gesondert ab, in dem es heißt, daß die 24 Forts um Ant- methoden ermöglichten Ausgleich in Betracht zu ziehen. DaUmgehungsversuche bei Schirwindt, haben den Russen außer werpen von den Belgiern noch gehalten werden und von den durch sei in Konsumentenkreisen der Glaube erweckt worden, zahlreichen Geschützen und Maschinengewehren 3000 Gefangene Deutschen nur eine Vorstadt befeßt sei, unter der daß es nun die höchste Zeit sei, sich noch für den Winter mit getoftet. Ueberschrift: Was man in Frankreich über Antwerpen zu Kartoffeln zu versorgen, und so hat die kolossal gesteigerte Nach dieser Entwickelung der Kämpfe an der oftpreußischen wissen bekommt". Der größte Teil der hiesigen Presse hat Nachfrage den Kartoffellieferanten für ihre Preistreibereien Grenze ist zu hoffen, daß diesmal der erneute russische In- die betreffende Stelle einfach gestrichen. vasionsversuch dauernd gescheitert ist. nehmen. Auch im südlichen Teile Polens haben sich die deutschen Truppen mit Erfolg geschlagen, sind doch bei den Stämpfen in der Nähe von Warschau 25 Geschütze und 8000 Gefangene erbeutet worden. Auf dem großen französischen und dem galtzischen Kriegsichauplatz haben sich erhebliche Vorgänae nicht abgespielt. " " Repressalien für die Bombenwürfe deutscher Flieger. geradezu in die Hände gearbeitet. Es wurden auch Beispiele von Gemeinden angeführt, die in den letzten Tagen große Lieferungen von Kartoffeln mit enormen Aufschlägen, zu wahrhaften Kriegspreisen abgeschlossen hätten. Nur so lasse sich der Startoffelwucher erklären, der zum Schaden der ärmeren, auf die Startoffel in erhöhtem Maße angewiesenen Bevölkerung um sich gegriffen habe. Ropenhagen, 18. Oftober.( 2. T. 8.) Nationaltidende" meldet aus Paris: Hier herricht allgemeine Entrüstung über die dreisten Besuche deutscher Flieger. Die Blätter fragen, ob die franzöfifchen Flieger Ferien haben und verlangen von der Die Versammlung war einstimmig der Meinung, daß Regierung energifce Gegenmaßregeln. gegen diesen Lebensmittelwucher sofort alle geeigneten Maß nahmen zu ergreifen sind. Man einigte sich, unverzüglich den Kommandeur der Marken um die Festsetzung von Höchstpreisen für Kartoffeln im Groß- und Kleinhandel und um Zwangsmaßnahmen gegen die Zurückhaltung der Kartoffeln vom Markte zu ersuchen. Zu letzteren gehört ein gleichartiges Vorgehen in den an die Versorgung der Provinz Branden- bürg beteiligten umliegenden Provinzen, damit die Höchst- preise für Groß-Berlin nicht zu einer Sperrung des hiesigen Marktes führen. Zugleich soll auch das Reichsamt des Innern um Schutzmaßnahmen gegenüber dem bereits eingetretenen Kartoffelwucher ersucht werden. Im weiteren sollen die Kon- sumentenkreise durch die Presse aufgeklärt werden, m i t größeren Einkäufen zurückzuhalten, bis die sicher zu erwartende behördliche Regelung eingetreten sei, und sich bis dahin nur auf das allernotwendigste Quantum zu beschränken. Wir dürfen erwarten, daß der verständige Teil des Publikums diese Bemühungen durch kluge Zurückhaltung unterstützt und den Lebensmittelverteurern nicht durch ein kopfloses Verhalten noch weiter in die Hände arbeitet. Gestlicher Kriegsschauplatz. das rusiische Communiquö. Petersburg, 13. Oltober.(W. T. B.) Nach einem C o m m u« niqus des großen General st abes dauern die Operationen an der Front, die sich aus der Gegend von Warschau längs d er W e i ch s e l und des S a n bis nach Przem hfl und weiter südlich bis zun, D n i e st r erstreckt, fort. In O st p r e u ß e n ist leine Veränderung eingetreten. Russischer Schwindel. Amtlich. Berlin, 14. Oktober. sW. T. B.) Die St. Petersburger Telegraphen-Agentur der- breitet in neutralen Ländern, Deutschlands ungeheure Verluste zwängen die deutsche Regierung alleBefreinngs- bestimmnngen vom Militärdien st zu wider- rufe«. Da es dem deutschen Heere an Ausrüstungs- gegen stände» mangele, sei der Befehl erteilt worden, die Gefallenen ohne Uniformen uudStiefel zu begraben. Diese Behauptungen des der russischen Regierung nahestehenden TelegraPhenburcanS find erlogen. vom österreichisch-tustischen Kriegsschauplatz. Kämpfe in Galizien. 581 1 n, II. Oktober.(58. T. B.) Amtlich wirb verlautbart: In der Linie Star y— S am b o r— M e d y k a sind befestigte Stellungen deS Feindes; unsere Truppen greifen an. Diese Kämpfe nehmen an Ausdehnung zu. In den Karpathen nahmen wir Toronya nach vier- tägigen Kämpfen und verfolgten die Russen gegen SBySlow. Kleinere erfolgreiche Gefechte mit zurückgehenden feindlichen Ab- teilungen fanden auch im Bissotale statt.— Ter Stellvertreter des ChefS deS GeneralstabeS von Hoefer, Generalmajor. der Seekrieg. Rtijsische Meldungen über vernichtete deutsche Unterseeboote. Berlin, II. Oktober.(W.T.B.) Das offizielle PeterS« burger Telegraphenbureau verbreitet die Nachricht des russischen AdmiralstabeS, wonach bei der Vernichtung der.Pallada* zwei deutsche Unterseeboote versenkt worden seien. Die Mitteilung ist, wie wir an amtlicher Stelle erfahren, in jeder Hinsicht unzutreffend. Dänische Stimmen über den deutschen Marine-Erfolg. Kopenhagen, 13. Oktober. Aus Anlaß deS Unterganges des russischen Kreuzers in der Ostsee schreibt„ E k st r a b l a d e t": Die Deutschen haben guten Grund zu triumphieren. DaS Glück folgt ihnen, aber sie kominen nicht schlafend zu ihren Siegen. Während man bei- nahe überwältigt wird von den Begebenheiten zu Lande, wo die einzigartige deutsche Tüchtigkeit � den Truppen des Kaisers Sieg auf Sieg gibt, muß man auch gleichzeitig die deutsche Aktivität zu Wasser bewundern, die bei der anscheinend völligen Untätigkeit der andern Flotten noch mehr hervortritt. Die Episode in der Ostsee zeigt, daß Deutsch- lands Gegner trotz ihrer eigenen großen Flotten guten Grund zur Nervosität haben. Der Krieg unö Sie Kolonien. Die Lage in Kamerun. Amtlich. Berlin, 14. Oktober.(W. T. B.) Aus Kamerun liegt eine Meldung des Gouverneurs Ebermaier von Anfang September vor, wonach die Stimmung und Gesundheit der weißen Bevölkerung aus- gezeichnet sind. Die Eingeborenen verhalten sich ruhig._ Die vereinigten Staaten für öen frieden. London, II. Oktober.(W. T. B.) Die«Morning Post' meldet aus Washington: In den Vereinigten Staaten wächst die Stimmung für einen baldigen Friedensschluß, weil die Vereinigten Staaten vom Kriege so stark in Mitleidenschaft gezogen werden. Die.New Uork Times' schreibt: Unser Außenhandel ist zum großen Teil vernichtet, unser Innenhandel gedrückt, unsere Finanzen sind in Unordnung, unsere Börsen geschlossen. Wir protestieren ern st lich dagegen, daß uns so schwere Zeiten auf- erlegt werden. Die belgische Negierung in Frankreich. Bordeaux, 13. Oktober. sW. T. B.) Amtliche Mel- dung. Die belgische Regierung hat, um ihre Hand- lungsfreiheit zu sicher», beschlossen, sich nach Frank- reich zu begeben. Alle Minister, mit Ausnahme des Kriegsministers, habe» sich heute vormittag in Ostende«ach L e H a V r e eingeschifft, wo die französische Regierung alle zu ihrer Unterbringung nötigen Maßregeln getroffen hat. Der König ist an der Spitze seines Heeres geblieben. Paris, 13. Oktober.(W. T. B.) Die„Agence Havas" meldet aus Bordeaux: Da die belgische Regierung in Belgien nicht mehr Freiheit genug besaß, um ihre Autorität auszuüben, so hat sie Frankreich um seine Gastfreundschaft gebeten und den Wunsch ausgedrückt, ihren Aufenthaltsort nach L e H a v r e verlegen zu dürfen. Die Regierung der Republik antwortete alsb-ald, daß sie, ebenso wie sie der französischen und belgischen Armee die gleiche Fürsorge an- gedeihen lasse, von ganzem Herzen die.belgische Regierung aufnehmen werde und ihr volle Souveräne'Rechte bei der Aus- Übung ihrer Hoheit und ihrer Regierungspflichten zusichere. Der Marineminister hat sich nach Havre begeben, um die belgische Regierung zu empfangen. Das gesamte bei ihr be- glaubigte diplomatische Korps und eine bestimmte Anzahl von Beamten werden sich nach Le Havre einschiffen. Die fran- zösische Regierung hat alle Maßnahmen ergriffen, um die belgischen Minister so gut wie möglich unterzubringen. Die Fragen des internationalen Rechtes, die durch diese Ueber- siedelung aufgeworfen werden, sollen derart gelöst werden, daß sie unseren Verbündeten zur vollkommenen Genugtuung gereichen. Die belgische Regierung wird sich des Rechtes der Exterritorialität erfreuen. Portofreiheit und Vorrang im tele- graphischen Verkehr genießen. Sie wird auch die Rechte ge- nießen, welche von Italien dem Heiligen Stuhl im Garantie- gesetz zugesichert wurden. Kriegszusianü in Süüafrika. Kapstadt, 13. Oktober.(Meldung des Reuterschen BurcauS.) Infolge der Rebellion eines kleinen Kommandos unter der Führung des Burenobersten M a r i tz, welches gegen Damaraland vorrückt, ist für ganz Südafrika das Kriegsrecht verkündet worden. Die Unzufriedenheit ist rein lokaler Art. Die Gründe. Ein Londoner Telegramm der„Frankfurter Zeitung' gibt folgende Erklärung für den Aufsehen erregenden Vorfall: Der Generalgouverneur der südafrikanischen Union hat nach einer Reutermeldung dem Staatssekretär der Kolonien folgendes Telegramm gesandt: Seit der Entlassung des Generals Beyers als Kommandant des südafrikanischen Heeres zeigten sich verschiedene Tatsachen, die darauf hinauslaufen, daß unter den Truppen deS Nordwesten? der Kapprobinz Unruhen im Gange waren, die unter dem Befehl deS Oberstleutnants M a r i tz entstanden. Die Regierung beschloß, ihn von seinem Kommando zu entheben. Der Major Ben Brouwer wurde in das Lager des Obersten Maritz entsandt, um ihn zur Rechenschaft zu ziehen, doch Brouwer wurde bei seiner Ankunft durch Maritz gefangengenommen. Dann wurde Brouwer wieder in Freiheit gesetzt, aber man gab ihm ein Nlti- matum mit, in dem gesagt wurde, daß— wenn die Regierung der Südafrikanischen Union ihm, Maritz, nicht vor Sonntag, den 11. Oktober, um 10 Uhr morgens, Garantien gegeben hätte, und wenn nicht den Generalen Herzog, Dewet. Beyers, K e m p und Müller die Erlaubnis gegeben werde, im Lager des Maritz mit ihm zu konferieren, er einen Augriff auf dir Truppen deS Oberst Britz unternehmen und in die Union ein- dringen werde. Der Major Brouwer erklärte, daß Maritz außer über seine eigenen Truppen noch über ein deutsches Kontingent(?) verfüge. Außerdem hat Maritz alle Offiziere und Soldaten verhaftet, die sich weigerten, sich an die Deutschen anzuschließen. Major Ben Brouwer gab Kenntnis von einem Abkomme», das Maritz mit dem Gouverneur der deutschen Kolonie von Südwestafrika ge- troffen und unterzeichnet hatte, in dem die Unabhängigkeit der Union als Republik garantiert wurde, im Tausch für die Walsischbai und andere Teile des englischen Grundbesitzes, die an Deutsch« Südwestafrika überlassen werden sollen. Ferner verpflichten sich die Deutschen, nur in das Gebiet der Südafrikanischen Union ein« zudringen, wenn Maritz darum ersuche. Maritz behauptet, genügend Wassert und genügend Munition zu haben. Die englische Regierung triff) die strengsten Maßregeln, und wird den BclagcrungS- zustand über ganz Südafrika verhängen. Zu diesem Telegramm gibt der. T e l e g r a a f' folgenden Kommentar: Das Austreten des Oberstleutnants Maritz kann auf den Verlaus der Geschehnisse in Südafrika großen Einfluß ausüben. Maritz gehört einer der ältesten südafrikanischen Familien an und genießt große Popularität. Er war als ein energischer Gegner der Engländer bekannt und weilte verschiedene Monate in Deutsch-Südwestafrika. Das neutrale tzollanö. Zürich, II. Oktober.(T. U.) Eine holländische Persönlichkeit erklärte einem Vertreter des.Figaro' auf die Frage, ob nicht die Voraussetzung der holländischen Neutralität diejenige Belgiens sei, das sei nicht der Fall. Die Deutschen hätten kein Interesse daran, holländischen Boden zu betreten, dann aber sei auch die Ver- teidigung Hollands leichter zu führen. Das Schicksal A n t- werpenS interessiert, so erklärte der Holländer dem französischen Journalisten, in Holland mehr als dasjenige von Amsterdam. Wir werden unter allen Umständen zu verhindern suchen, daß die Krieg- führenden einen Stützpunkt in unserem Hafen gewinnen, aber wir haben kein Interesse daran, den Ein- und Ausgang von Handelsschiffen von und nach Antwerpen zu verhindern. Die russisch-persischen Hrenzkämpfe. Wien, IS.Okt.(W.T.B.) Die.KorrespondenzRundschou'meldrtauS Konstantinopel: Die Zusammenstöße zwischen den russi- schen Grenztruppen und den vordringenden S ch a ch s e- w e n n e n verlaufen sehr blutig und für die Russen verlustreich. Die Petersburger Telegraphenagentur berichtet, daß sich auch im Gebiete von Kaleschin die antirussischen Kundgebungen häufen. Die von der Abgrenzungskommission in der Gegend von Baschkai und Sarai errichteten Grenzpfähle wurden herausgerissen. An der Grenze erscheinen zahlreiche Fidais, die gegen Rußland agitieren. In den Provinzen Gilan, Asserbeidschan und Chorassan wurden die russischen Bedeckungsmannschaften von den Gouverneuren aufgefordert, ab- zuziehen. Die außerordentliche Session des MedschliS, die dieser Tage zusammentritt, wird in dieser Hinsicht wichtige Beschlüsse fassen. Das Eletiö üer Zivilbevölkerung. In der sozialdemokratischen Presse sind viele Feldpost- briefe verösfentlicht worden, die das Erbarmen ihrer. Ver- fasser mit der vom Kriege betroffenen Zivilbevölkerung leb- hast zum Ausdruck bringen. Daß solche Empfindungen echter Menschlichkeit indessen nicht nur auf die der Sozialdemo- kratie nahestehenden Kriegsteilnehmer beschränkt, sondern ganz allgemein sind, zeigt ein Brief eines süddeutschen A r- t i l l e r i e o f f i z i e r s, den die konservative„Kreuzzeitung" veröffentlicht. Darin heißt es: Mitleid erfaßt einen immer wieder, wenn man die Unglück- lichen Einwohner einer überlegten und ausfuragierten Ort- schaft erblickt. So lange wir hier sind, werden sie teilweise durch unsere Leute mitgefüttert, und das wird voraussichtlich geschehen, so lange auf weiteren Durchmärschen deutsche Truppen hier Quartier beziehen. WaS aber dann? Und ist es nicht ein jammervolles Los und Dasein, im eigenen Lande so der Gnade des Feindes ausgeliefert zu sein und mit den Brosamen vorlicb nehmen zu müssen, die von seiner Tafel abfallen, gedeckt mit den eigenen Feld- und Gartenfrüchten und besetzt mit dem Braten vom eigenen Vieh der französischen Bauern!— Möge der Herrgott unser Vaterland in Gnaden bewahren, ein solches Elend je wieder auskosten zu müssen. Durch die Verwendung von Millionenhceren und die Vergrößerung des Kriegsschculplatzes ist naturgemäß die Ver- Wüstung durch den Kampf viel riesenhafter, die Menge der durch den Krieg in Elend geratenen Nichtkämpfer viel yewal- tiger geworden als je zuvor. Das ist der Weltkrieg, er ist um nichts weniger schrecklich, als ihn die Phantasie des Roman- schreibcrs geschildert hat. Fürsorge für üie Hinterbliebenen öer Soldaten in England. Ein Pfund die Woche!(Zwanzig Mark pro Woche)— unter diesem Schlagwort hat, wie schon mitgeteilt, die Parlamentarische Arbeiterpartei eine lebhafte Agitation für die Hergäbe von Staat?- Mitteln zugunsten der Soldaten und deren Familien eingeleitet. Die an den Premierminister gerichtete Eingabe hat folgenden Wortlaut: „Wir, die unterzeichneten Mitglieder des Parlaments, haben den dringenden Wunsch, Ihnen unsere t i e f st e Besorgnis bezüglich der Zukunft der Angehörigen unserer im Felde gctöte- ten und verwundeten Soldaten zu unterbreiten. Diese Besorg- niS wird von einem sehr großen Teil der Bevölkerung geteilt. DaS Schauspiel, daß verwundet« Soldaten oder deren An- gehörige genötigt waren, ins Arbeitshaus zu gehen oder zu betteln, fft in der Vergangenheit ein so häufiges gewesen, um vergessen zu sein. Wir als die Vertreter der Arbeiterbewegung verweisen auf die Bereitwilligkeit, mit der die Bevölkerung dem' Rufe, da? Vaterland zu verteidigen, gefolgt ist und wenden uns deshalb vertrauensvoll an die Regierung, Großmut walten zu lassen denjenigen gegenüber, die hilflos sind. Wir sind überzeugt, daß die Angelegenheit bereits in Er- wägung gezogen ist; aber wir fordern, daß ein Beschluß gesaßt und so schnell als möglich bekanntgegeben werde, damit die gegenwärtig bestehende Beunruhigung schwinde.' Es fft nicht viel, so bemerkt hierzu„Dailp Citizen', waS hier von der Regierung eines so reichen Lande« wie das unsere ver- langt wird.-— M Die sihweöische Parteipresse über üie Teilnahme an öer Regierung. UnS Wird geschrieben: Während unser schwedisches Hauptparteiblatt.Social- d e m o k r a t e n' sich damit begnügt, den jüngst mitgeteilten Be- schluß de? PartcivorstandcS wiederzugeben und nur einige sachlichen Aufklärungen über das Zustandekommen desselben beifügt, nimmt die übrige Parteiprcsse zu dem Beschlüsse selbst Stellung. Der von dem Parteivorstande empfohlenen Teilnahme an der Regie- rung stimmen rückhaltslos nur die drei auf dem äußersten rechten Flügel der Partei stehenden Blätter zu, nämlich.Oereber-Kurier", Oercbro,.Skaanfke Socialdemokrat', Helsingborg, und„Ny Tid', Götheburg. DaS letztere Blatt hat aber noch vor zwei Wochen den „MinistersozialiSmuS' rundweg abgelehnt und ganz unvermittelt seinen Standpunkt geändert. Der allergrößte Teil der Parteipresse lehnt die Teilnahme an der Regierung ab. Ein größerer Teil steht ihr nicht prinzipiell feindlich gegenüber, hält sie aber gegenwärtig nicht für ausführbar, und zwar mit folgender Begründung: Die konservativ-liberale Mehrheit des scheidenden R«ichSratcS hat soeben die sehr bedeutende — von unserer Partei scharf bekämpfte— Erhöhung deS Heer- und Flottenbudgets beschlossen, ohne die Deckungsfrage zu erledigen. DieS wird durch neue Steuern geschehen müssen. Uebernimmt die Partei die Regierung oder auch nur die teilweise Verantwor- tung für diese, so müßte ihre erste Tat die Schaffung der neue» Steuern für jene militärischen Mehrforderungen sein, die die Partei restlos bekämpft hat— eine sehr undankbare Aufgabe, well dann an neue Steuern für sozialpolitische Reformen auf lange Zeit hinaus nicht zu denken wäre. Ein anderer Teil der Parteipresse lehnt ein Zusammengehen mit den Liberalen zur Bildung der Regierung mit Rücksicht auf die Haltung der Liberalen ab. Deren Hauptorgan„DagenS Nyhetcr" hat nämlich erklärt, daß die logische Deutung des Beschlusses des Parteivorstundes nur sein kann, daß eine homogene sozialdemo- kratische Regierung ein Aktionsprogramm vorlegt, welches eS der liberalen Partei ermöglicht, die sozialdemokratische Regierung loyal zu unterstützen, aber eS sei nicht daran zu denken, daß die liberale Partei Forderungen unterstützt, die sie ihrem Programm gemäß bekämpfte, kurz: Die sogialdemokvatische Partei solle liberale Politik treiben. Aus diesem Grunde hält jener Teil der Parteipresse auch bloße Verhandlungen mit den Liberalen für aussichtslos. Eine sehr eingehend« und überzeugende Kritik der liberalen Haltung bringt namentlich unser Parteiblatt in Landskrona.Smaalands Falls- Mab" und das in Mittelschweden sehr einflußreiche.Arbedare- Bladet' in Gäffle, und sogar der sonst ausgesprochen revi' sionistische„Arbetet' in Malmö. Die Parteipresse des NordlandeS verhält sich gegen die Teil- nähme an der Regierung aus prinzipiellen Gründen vollständig ablehnend, besonder» scharf vertritt diesen Standpunkt die.N Y � Samhället' in Lundsvall. Vollständig ablehnend verhält sich auch das Blatt deS„Jugendverbandes"(des radikalen Flügel? der Partei)„S t o r m klo ck« n'. Der Stellung dieser Gruppe komint jetzt mehr Bedeutung bei als früher, da ihre beiden Führer Z. Hö g l a n d, Stockholm, und Venne» ström, Solleften, jetzt in den Reichsrat gewählt wurden, dem auch der ihnen nahestehende Redakteur des EisenbahnerfachblatteS C. W in ben g wieder an- gehört. Wenn die Parteipresse die Stimmung der Partei getreu wider- spiegelt, hat der Vorschlag des Parteworstande« wenig Aussicht- vom Kongresse gutgeheißen zu werden, von üer Zelöpoft. Zwei sehr erfreuliche Nachrichten gibt die Leitung der Feldpost an das Publikum. Den Beschwerden, die sich auf die Erhebung von Strafporto bei Briefen aus Lazaretten und anderen Soldatenaufcnthaltsorten im Jnlande bezogen, ist nachgegeben worden. Im Auftrage des Staatssekretärs Kraetke ging einem hiesigen Blatte folgende Mitteilung zu: .Der Redoktion beehre ich mick unter Rücksendung der vor- gelegten gusckriften mitzuteilen, daß ich die Postanstalicn bereits am 12. Oktober angewiesen habe, Feldposisendungcn, die nicht in der in der Feldpostdienstordnung vorgeschriebenen Weise gekenn- zeichnet sind, nur dann mit Porto zu belasten, wenn ein offenbarer Mißbrauch vorliegt. Danach ist an- zunehmen, daß Fälle, wie die in den Anlagen zur Sprache ge- brachten, nicht mehr vorkommen werden." Und ferner: dem sehnlichen Wunsch so vieler, ihren Lieben im Felde größere Pakete senden zu können, soll gleichfalls Rechnung getragen werden. In der Zeit vom 19. bis 26. Oktober, so wird bekannt gemacht, nehmen die Post- anstalten Pakete bis zu fünf Kilogramm mit Be- kleidungs- und Ausrüstungsstücken an die Angehörigen deS Feldheeres an. Die Verpackung muß fest und sehr dauerhaft sein. Am geeignetsten sind Holzkisten oder ganz starke Pappkartons oder Säckchen aus fester Leinwand, das Ganze am besten um- hüllt mit Oelpapier und fest verschnürt. Die Pakete müssen mit der genauen Adresse des Empfängers unter Angabe der Kompagnie usw., des Regiments, der Division, des Armeekorps versehen sein und die Aufschrift des z u- ständigen P a k e t d e p o t s tragen. Solche befinden sich sür Angehörige des Gardekorps in Berlin, 1. Armeekorps in Königsberg i. Pr., 2. in Stettin, 8. in Brandenburg a. H., 4. in Magdeburg, 5. in Liegnitz, 6, in Breslau, 7. in Düsseldorf, 8. in Koblenz. 9. in Hamburg 7, 10. in Hannover, 11. und der belgischen Vesatzungstruppen in Kassel, 12.(I.Kgl. Sachs.) in Dresden, 18.(Kgl. Württ.) in Stuttgart, 14. in Karlsruhe i. Baden, 13. in Straßburg i. E., 16. in Metz, 17. in Danzig, 18. in Frankfurt a. M., 19.(2. Kgl. Sachs.) in Leipzig, 20. in Elbing, 21. in Mannheim, Schlesischen Landlvehrkorps in Breslau, 1. Kgl. Bayerischen Armeekorps in München, 2. in Würzburg und 8. in Nürnberg. Tie Zulassung solcher Paketsendungen wird nicht nur dem Publikum hoch willkommen sein, sondern, wie wir an- nehmen, auch der Feldpost selbst statt einer Ver- Mehrung ihrer Arbeit eine Erleichterung bringen. Denn viele übten bislang die Praxis, jeden Tag eines oder gleich mehrere kleine Päckchen abzusenden, um durch viele kleine Sendungen eine größere zu ersetzen. Die Zahl der Sendungen wird nach Einführung der Pakete zweifellos beträchtlich zurückgehen, damit aber auch die umständliche Arbeit der Adressen- sesfitellung. des Sortierens usw. Wir möchten sogar glauben, daß die Zulassung der Pakctsendung der Post so wohl behagen Mird, daß sie aus der vorübergehenden eine dauernde Ein- Achtung macht._ politische Leberficht. Arbeits l os enunterstiitzung. In zwei Artikeln hat sich daS RegierungSorgan, die �Norddeutsche Allgemeine Zeitung", wieder einmal mit der itrage der Arbeitslosigkeit beschäftigt, den guten -Villen der verantwortlichen Behörden, der Arbeitslosigkeit nach Kräften entgegenzuwirken, versichert und noch einmal die bereits getroffenen und schon mehrfach erwähnten Maßnahmen, vornehmlich bestehend in einer möglichst umfang- reichen Beschaffung von Arbeitsgelegenheit, kurz zusammen- Kesaßt. Es ist auch von uns schon mehrfach anerkannt worden, daß mancherlei Nützliches geschehen ist, um der Arbeitslosen- not entgegenzuwirken; es ist aber auch ebenso oft betont worden, daß das bisher Angeordnete und Geleistete auf die Dauer nicht genügen kann. Es muß vor allem auch hinreichend gesorgt werden für diejenigen, die nach Beruf, Geschlecht und Körperbcschaffenheit für die Notstandsarbeiten nicht in Betracht kommen und die auch sonst keine Beschäf- ngung finden. Die Mittel der Gemeinden allein können hier nicht hinreichen; auch muß dafür gesorgt werden, daß die Arbeitslosen in allen Orten nntt ohne Rücksicht auf die �auer ihrer Anwesenheit an einem Orte erfaßt werden. ES Üi also nötig, daß Reich und Staat neben Not- standsarbeiten und gutgemeinten Rat- ichlägen, Weisungen usw. auch größere Sum- wen bereitstellen, um— womöglich gemeinsam mit den Gemeinden— eine weitgreifende Unterstütz n n g aller Erwerbslosen, die keine passende Beschäftigung finden können, durchzuführen. Hierüber aber findet sich leider in den beiden Artikeln der„Norddeutschen Allgemeinen Zeitung" keine An- d e u t u n g. Hier klafft also eine Lücke, die unbedingt ausgefüllt werden muß. Wenn die Regierung eS nicht für erforderlich hält, von stch aus mit bestimmten Vorschlägen und Anträgen vor das Bolk zu treten, so wird man von den Vertretern des Volkes 'n den Parlamenten wohl erwarten dürfen, daß sie die In- Üiative ergreifen. Vielleicht bietet die bevorstehende K r i e g s- lagung des Landtags schon die Gelegenheit, um sich wit der Frage zu beschäftigen. Man hat wiederholt die Hoff- Uung ausgesprochen, daß sie einen würdigen Verlauf uimmt. Diesen Eindruck würden iveite Kreise des Volkes am besten dann gewinnen, wenn ohne lange Debatten beschlossen würde, eine angemessene Summe für dieZwecke ber Arbeitslosen unter st ützung bereitzustellen. Das schließt nicht aus, daß dann auch der Reichstag so bald als irgend möglich eine Vorlage berät, die auf breiterer Basis die Frage der Arbeitslosenunterstützung regelt, vielleicht, wie schun iviederholt angedeutet, unter Aufbringung der Kosten burch eine Besteuerung des Kriegsgewinns. In jedem Falle heißt es: Beizeiten rüsten! Je länger wir zögern, desto schiverer muß es werden, das Versäumte nachzuholen. Zuweisung von Hebammcnscheinen keine Armen« � Unterstützung. Auf vielfache Anfragen, ob die unentgeltfiche Zu- Weisung einer verlangten Hebamme als Ar mcnunter st ützung betrachtet werde und den Verlust der öffentlichen Rechte sür den Ehemann zur Folge habe, hatten unsere Genossinnen eine entsprechende Eingabe an das Neichsamt des Innern gerichtet. Darauf hat dieses nun die Brebündeten Regierungen ersucht, Anweisungen zu geben, daß dieAusstellung einesHebammenscheines für die Frauen der Krieger und der Arbeits- losen als Armenunter st ützung nicht behandelt werden darf. Das Reichsamt verweist dabei auf eine Veröffentlichung des Reichskanzlers, die am 21. August in der„Norddeutschen Allgemeinen Zeitung" erfolgte. Darin heißt es:„Die Be- Hebung einer einmaligen Notlage ist nach dem Reichsgesetz vom 15. März 1909 als Armenunterstützung, die den Verlust der öffentlichen Rechte im Gefolge hat, nicht anzusehen. Die durch den Krieg eingetretene Arbeitslosigkeit ist als eine solche Notlage zu betrachten und die Gewährung von Unterstütznngen, selbst wenn sie wiederholt erfolge, ist der Armcnunterstützung nicht gleichzuachten." Das gleiche gilt von der Ausstellung der Hebammenscheine. Mit dieser Verfügung ist eine arge Beunruhigung von den minderbemittelten Frauen genommen, die in einen schweren Gewissenskonflikt kommen bei dem Gedanken: Wir bringen unsere Männer um das Wahlrecht, wenn wir uns für die Entbindung eine sachgemäße Hilfe sichern. Die Militärbehörde gegen Gthaltskürzungen. Der stellvertretende kommandierende General des VH. Armeekorps in Essen macht bekannt: „Es ist mir ein Erlaß des Gouverneurs von Metz zur Kennt« ni« gelommen, den ick seiner Bedeuiunp wegen in der Hauptsache wiederzugeben mich veranlaßt sehe. Das Gouvernement hat in Erfahrung gebrachl, daß einzelne Geschäftshäuser ver- abredet haben, während der Kriegszcit ihren Angestellten, die sie weilerbeschänigen, n u r die Hälfte des bisherigen Gehalts zu zahlen und die Angestellten sich in ihrer Notlage diesen Bedingungen haben fügen müssen. Abgesehen da- von, daß das ganze Verhallen dieser Firmen ungesetz- lich ist, werden dieselben daraus aufmerlsam ge- mackt, daß, falls die Angestellteu nicht ihr volles Ge« halt, und zwar auch sür die verflossene Zeit, aus- bezahlt erhalten, der gesamte Güterverkehr für die in Frage kommenden Gesckäfte unterVorbehalt weiterer Maßnahmen gesperrt wird. Auch mir sind in der letzien Zeit aus den Kreisen kaufmännischer Angestellter vielsach Klagen über ein ähnliches Verhalten von Firmen zu Ohren gekommen. Wenn ich dieses Verfahren auiö entschiedenste verurteile, so habe ich bislang doch nicht oerallgcmeincru wollen und mich deshalb nicht entschließen tonnen, eine ähnliche S t r a s b e st i in m u n g zu erlassen, vielmehr habe ich in allen Fällen durch gütliche Verhand« l u n g e u ein Einvernehmen zwischen Arbeitgebern und Arbeit- nchmern zu erzielen versucht und fast immer auch erreicht. Diesen Weg bin ich deshalb gegangen, weil ich nicht bloß der unzweifelhast vorhandenen schwierigen Lage derArbeitgeberNechnung tragen wollie, sondern weil ich der Ueberzeugung bin, daß die meisten Arbeitgeber die Interessen ihrer Angestellten als ihre eigenen ansehen und es deshalb für ihre Pflicht erachten, die durch den Krieg hervor- gerufene Notloge gemeinsam mit ihnen zu tragen. Ich gebe der Hoffnung Ausdruck, daß die Arbeitgeber auch sür die Folge nach Möglichkeit in diesem Sinne handeln werden." Ueber die Nützlichkeit und Notwendigkeit einer behördlichen Einwirkung auf solche Unternehmer, die sich die Not der Angestellten zu einer unanständigen Bereicherung zu- nutze machen wollen, braucht an dieser Stelle nichts mehr gesägt zu werden. Hoffentlich babcn die verantwortlichen Stellen fortan überall ein offenes Auge" auf die Än- gcstelltenbchandlimg mancher vleschäfte. Das ist sicherlich eine sehr schwierige und auch nicht immer zureichende Kontrolle, immerhin aber kann sie manches Gute bewirken. Professor O-nidde wehrt stch. Herr Professor O u i d d e, der liberale bayrische Landtags. abgeordilete, sollte sick bei seinem Ausenthalt im Haag in einer Unterredung mit dem Redalteur eineS holläubischen Blattes sür einen baldigen Friedensschluß und ein Entgegenkommen Deutsch- lands eingesetzt haben. Das hatte bei manchen Leuten große Eni« rüstung hervorgerusen, und einer seiner eigenen Parteifreunde, der Abg. Dr. Goldschmidt, hatte in einer Zuschrift an eine Münchener Zeitung nichts mehr und nichts weniger verlangt, als einen A u S« ichluß Ouiddes von aller fllrderen parlamegtarischen Tätigleit. — Jetzt ertlärt nun Prosessor Ouidde in einer andere» Münchener Zeitung, die ihm in den Mund gelegten Aeuherungen gar nicht getan zuhaben. Sein Aufenthalt im Haag habe auch überhaupt nicht die Absicht verfolgt, dort sür den Frieden zu Wirten._ Verbot des freireligiösen Unterrichts in Nürnberg. . In einer Zeit, wo ein so großer Wert daraus gelegt wird, die Eliilgkcit deS deutschen Volkes nach jeder Richtung hin zu doku« mentieren, hat die mittelfränkische Krcisregierung eS doch nicht unterlassen können, einen Erlaß in Kraft zu setzen, den die bayerische SlaatSregierung kurz vor Ausbruch des Kriege« trotz vielen Wider- standes auf fortgesetzte« Drängen der Zentrumspartei erließ: ES handelt sich um den freireligiösen Moralunterricht in Nürnberg, der schon im Jahre 18ö7 von der Ne- gierung selbst angeregt und 1870 von der Stadt Nürnberg eingerichtet wurde. Gegen diese Einrichtung führte die Zenlrumspartei seit Jahren einen heftigen Kampf und erreichte endlich auch bei der derzeitigen Regierung, daß der Unter- richt verbalen und der Sladlgemeinde untersagt wurde, der freireligiösen Gemeinde weiterhin Unterrichlsräume zur Verfügung zu stellen und an den Lehrer der Gemeinde eine Vergütung für den Unierricht zu bezahlen. Die Freireligiöse Gemeinde halte gegen die Verfügung Einspruch erhoben und erklärt, daß sie eine strafrechtliche Austragung der Sache herbeiführen werde. Der Magistrat hatte daraufhin angefragt, ob mit Rücksicht auf die geiiaiilite Eingabe darauf be- standen werde, daß der ireireligiöse Sittenunlerricht zwangsweise einzustellen sei. Darauf erklärte jetzt die Regierung, daß die Stadt alle Maßnahmen zu treffen habe, um die Versügung des Staats« Ministeriums in Vollzug zu bringen; vor allem sei sofortige Vorkehrung dahin zu treffen, daß die weitere Benutzung von Räumlichkeiten der Volkssckule durch die Freie Gemeinde unterbleibe und eine Vergütung an den Lehrer nicht mehr erfolge. Der M a- g i st r a t nahm die Entschließung einfach zur Kennt- n i s, nachdem die Führer der sozialdemokratischen, freisinnigen und nationalliberalen Fraktionen, sowle der demokratische Vertreter Er- k l ä r u n g e n abgegeben hatten, in denen sie gegen diesen Schlag gegen die Gewissensfreiheit in einer Zeit, wo aller politische und konfessionelle Hader schweigt, protestieren. Staatsbeihilfe für Viehbesitzer. Die Landwirtschaflskammern haben die Vcrmittelung von StaalSdarlehen an solche Landwirte übernommen, die ihre Vieh- bestände ergänzen wollen und gewisse Verpflichtungen zur Durch- Haltung ihres BieheS eingehen. Der preußische Minister sür Land- Wirtschaft hat einen größeren Kredit für diese Zwecke zur Versügung gestellt. SS handelt sich um zinslose Darlehen. Alle Hilfsmaßnahmen beziehen sich auf Rinder und Schweine, aber nur auf Zucht- und Magervieh. Alles Zucht« und Magervieh, dessen Durchfütterung dem jetzigen Besitzer nicht möglich ist, soll anderen Züchtern und Mästern. die hinreichende Futtervorräte haben, überwiesen werden. — Diese Maßnahmen deuten darauf hin, daß von den Landwirten seit dem Kriegsausbruch doch in erheblichem Maße nicht schlachtreife Ware abgestoßen worden ist. Der Prozeß Prineip. Sarajewo, 11. Oktober. sW. T. B.). Im weiteren Verhöre erklärte Cabrinowic, für seinen Anschlag sei die Ueber- zeugung matzgebend gewesen, daß der Erzherzog-Thron- so lg er der Verwirklichung der Idee der Vereinigung aller Slawen durch die Lostrennung der von Serben bewohnten und zu Oesterreich-Ungarn gehörenden Provinzen entgegenstehe und des- halb vernichtet werden müsse. Der serbisch-nationale Verein Narodna Odbrana habe nach seiner Kenntnis die Vereini- gung aller Serben im Wege der Revolution zum Ziele gehabt. Ein gleiches Ziel habe auch der Belgrader Studentenverein Om lad oft verfolgt, und zwar im Wege eines Krieges mit Oesterreich-Ungarn. Cabrinowic wußte auch, daß in Bosnien revolutionäre Organisationen bestehen, welche im Falle eines Krieges mit Serbien einen Auf st and zugunsten Serbiens er- regen sollten. Schließlich behauptete Cabrinowic, daß er nicht die Absicht gehabt habe, auch die Herzogin von Hohenberg zu treffen. Ueberhaupt bereue er angesichts der fürchterlichen jetzigen Folgen, sich in das Attentat«ingelaffen zu haben. Der alsdann vernommene Angeklagte P r i n c i p erklärte, die Tat nicht zu bereuen. Er sei kein Verbrecher und habe nur das Böse beseitigen wollen. Auch er habe die Herzogin von Hohenberg nicht töten wollen. Dies sei nur zufällig geschehen. Im Belgrader Gymnasium sei er überzeugter serbisch-radikaler Ratio- nalist geworden. Oesterreich haßte er, weil er von ihm BöseS für die Südslawen erwartete. Deshalb beschloß er, zusammen mit Cabrinowic und Grabec den Erzherzog Franz Ferdinand zu töten, den er als die größte Gefahr für die Vereinigung der Serben und Südslawen überhaupt unter serbischer Vorherrschaft betrachtet habe. Serbiens Mission sei, Bosnien und die Herzcgo- wina von Oesterreich loszureißen. So denke jeder anständige Serbe. Uebrigens benahm sich Prineip sehr reserviert und ant- worteie größtenteils ausweichend und sichtbar bestrebt, niemanden zu belasten. Prineip schilderte sodann, wie er und seine Gcnoffcn in den Belitz von Browningpistolen gelangt seien, wobei er angab, daß diese von dem serbischen Major Tankosi gekauft seien. Prineip gab auch zu, daß er von C i g a n o v i c, der als Komitatschi führer für Narodna Odbrana arbeitete, eine Emp- fehlung an den serbischen Major Popovic in Losnica erhielt. Letzterer empfahl Prineip und seine Genossen dem Grenzhaupt- mann. Von Losnica wurden er und Grabec durch serbische Finanzerufseher über die Drina nach Bosnien gebracht. Cabrinowic dagegen begab sich mit der Empfehlung und der Hilfe des oben erwähnten Grenzhauptmanns über Kleinzvornik nach Bosnien. Diese Teilung der Verschwörer erfolgte aus Vor- ficht, denn Cabrinowic wollte Prineip früher nicht gekannt haben. Er begegnete ihm angeblich zufällig und weihte ihn später in die Sache ein. Prineip gab schließlich an, von Belgrad im Anfang Mai an I l i c geschrieben zu haben, daß gegen den Erzherzog in Sarajewo ein Attentat verübt werden würde und daß Prineip Waffen beschaffen werde. Jlic solle in Sarajewo Genoffen werben. Die Lage in Mexiko. Frankfurt a. M., 14. Oktober. Die.Frankfurter Zeitung" meldet aus New U o r k: Z a p a t a ist in die Stadt M e x i t o eingezogen, er zog sich aber nach einigen Kämpfen wieder zurück. Tie Friedensverhandlungen zwischen den kriegführen- den Parteien dauern an, doch ist das Ergebnis zweifelhaft. Letzte Nachrichten. Nach dem Fall Antwerpens. Amsterdam, 11. Oktober.(Prrvattelegramm des„V o r0v ä r t s".)„Telegraaf" schildert Konflikte, die sich nach dem Fall Antwerpens zwischen der belgischen Nach- Hut und Antwerpener Bürgern bei dem Grenzdorfe Sclzaete abspielten. Die Bürger flehten die Soldaten an, doch keinen Widerstand mehr zu leisten: sitz schrien:„Warum flicht ihr nicht wie die anderen?" Holland und die belgischen Flüchtlinge. A m st e r d a m, 14. Oktober.(Privattelegramm des „Vorwärts".) Die holländische Regierung wirb auf Grund cioer Vereinbarung mit Teutschland ein« Kundgebung wegen schneller Rücksendung der Antwerpener Flüchtlinge veröffentlichen. Vorläufig zeigen aber die Geflüchteten wenig Lust zur Rückkehr, was Holland in eine sehr kritische Situa- tion bringt. Die Ernährung von 280000 Flüchtlingen und 8 0000 internierten Soldaten wird dem kleinen Lande auf die Tauer unmöglich. Es herrschen schreckliche hygienische Zu- stände; in Rosend aal, wo in einer Fabrik 2000 Mensche tz untergebracht sind, ist bereits ein Rotlauffall vorgekommen. Der Bttrenaufstand in Südafrika. Amsterdam, 14. Oktober.(Privattelegramm des „V o r w ä r t S".) Die englisch« Presse erklärt, der Ausstand in Südafrika sei nicht ernsthaft. Mit von deutschen Agenten ange- stifteten Ruhestörungen müsse immerhin gerechnet werden. General Botha wußte, daß Maritz vor Monatsfrist von den Deutschen Kanonen erhielt. Der Zwischenfall werde die Engländer noch enger zusammenschließen. Eres well, der Leiter der südafrika- nischen Arbeiterpartei, habe sich für den Frontdienst zur Verfügung gestellt. Daß das Verhalten von Maritz aber tatsächlich nicht so leicht genommen wird, beweist die heutige Meldung der„Times" aus Salisbury, wonach das Truppenaufgebot aus Rhodcsia, das heute nach England abgehen sollte, vorläufig in Südafrika zu- rückbehalten wird. Ter Reichskanzler in Brüssel. Brüssel, 14. Oktober.(W. T. B.) Reichskanzler v. B eth» mann H o l l w e g ist in Begleitung des Chefs des Zivil- kabinetts des Kaisers v. Balentini, des Gesandten v. Treutler und des Botschaftsrats v. M u t i u s heute mittag hier eingetroffen._ Das Programm deS neuen italienischen KriegSministcrS. Basel, 14. Oktober.(W. T. B.) Die„Baseler Nachrichten" melden aus Rom: Das einzige Programm Zu« V e l l i s wird sein, Italiens Heer so schnell wie möglich bereit zu machen, damit es jeden Augenblick in den Krieg eingreifen kann.— Verlustlisten. des 8. Armeekorps; San.- Komp. Nr. 3 des 11. Armeekorps; San.Komp. Nr. 2 des 15. Armeekorps; San.- Komp. Nr. 1 des 18. ArDie Verlust liste Nr. 50 der preußischen Armee meeforps; Res.- San.- Komp. Nr. 18 des 18. Reserveforps. enthält Verluste folgender Truppen: Rej.- Feldlazarett Nr. 66 des 18, Reservekorps. 396 Sanitäts- Komp. Nr. 2 des 7. Armeekorps; San.- Komp. Nr. 3| Emissionsbanken zu bilden, das mit den Kapitalten einer neuen Emission auf lagernde oder auf dem Transport befindliche Waren ohne Formalitäten Vorschüsse gewährt. Weiter wurde die Frage der Wiederbelebung des italienischen Außenhandels ins Auge ge faßt und die probeweise Einrichtung von sechs neuen Schiff. Garde- Reservekorps, Feldgendarmerietrupp; 10. Reservekorps, fahrtslinien vorgeschlagen, von denen drei von Venedig Stab; 1. und 13. Ref.- Div., Stab; 20. Jnf.- Brig., Stab; Gardenach den Vereinigten Staaten, nach England und nach Brasilien, Füs. Reg.; 5. Bat. der Garde- Ersatz- Brig.; Gren.- Reg. Nr. 1; Die Verlustliste Nr. 29 der sächsischen Armee enthält Ver- drei andere von Genua nach dem Stillen Ozean, nach Salkutta Ref.- Inf.- Reg. Nr. 3; Gren.- Reg. Nr. 5; Landw.- Inf.- Reg. Nr. 7; lufte des Brigade- Ersatz- Bataillons Nr. 47, der Infanterie- Regi- und nach Schanghai gehen sollen. Gren.- Reg. Nr. 11; Brig.- Ers.- Bat. Nr. 22; Inf.- Reg. Nr. 24; Ref. menter Nr. 102, 104, 106, 133, 181 und 183, des Landwehr- Inf auch durch die Bestimmung, die bei den meisten Lebensmitteln, fo Eine große Schwierigkeit erwächst der italienischen Ausfuhr Inf.- Reg. Nr. 24; Landw.- Inf.- Reg. Nr. 24; Inf.- Regimenter Reg. Nr. 102, des Res.- Husaren- Reg., des Feldart.- Reg. Nr. 32, auch durch die Bestimmung, die bei den meisten Lebensmitteln, fo Nr. 26, 30, 31; Ref.- Inf.- Reg. Nr. 32; Landw.- Jnf.- Reg. Nr. 35; des Stabes der Feldart.- Brigade Nr. 32, des Pionier- Bataillons namentlich bei Reis, Teigwaren und Käse die Menge der Ausfuhr Füs.- Regimenter Nr. 36, 38; Res.- Inf.- Reg. Nr. 38; Inf.- Reg. Nr. 12, der Fernsprech- Abt. Nr. 19, der 3. Art.- Munitionsfolonne pro Monat fejtjeßt. An Reis und Käse darf nur soviel ausgeführt Nr. 41; Brigade- Ersatzbat. Nr. 41; Inf.- Reg. Nr. 43; Landw.- Inf. der I. Munitionsfolonnen- Abt. des 19. Armeekorps. werden, wie in dem entsprechenden Monat des Vorjahres, an Teig Reg. Nr. 46; Inf.- Regimenter Nr. 48, 49, 51; Res.- Inf.- Reg. Nr. 51; Inf.- Regimenter Nr. 54, 55; Ref.- Inf.- Regimenter Nr. 59, bringt Verluste des Grenadier- Reg. Nr. 119 und des Inf.- Reg Schwierigkeiten und eine beständige Jagd der Exportfirmen um Die Verlustliste Nr. 34 der württembergischen Armee waren nur die Quantität, die durch Einfuhr von hartem Weizen gedeckt wird. Daraus erwachsen unglaubliche bureaukratische 60; Inf. Reg. Nr. 61; Res.- Inf.- Reg. Nr. 65; Inf.- Reg. Nr. 66; Nr. 126. Landw.- Inf.- Regimenter Nr. 66, 71; Inf.- Reg. Nr. 72; Füs.- Reg. Monopolisierung der disponiblen Menge. Die englische Presse Nr. 73; Inf- Regimenter Nr. 78, 88; Gren.- Reg. Nr. 89; Inf.spricht viel von den Handelsvorteilen, die Holland aus seiner Reg. Nr. 98; Landw.- Inf.- Reg. Nr. 109; Ref.- Inf.- Reg. Nr. 110; Neutralität erwachsen sollen. In Italien ist von diesen Vorteilen Landw.- Inf.- Reg. Nr. 110; Inf.- Reg. Nr. 114; Landw.- Inf.- Reg. wirklich nichts zu spüren. Alles liegt danieder: die ErNr. 116; Res- Inf.- Reg. Nr. 118; Inf.- Regimenter Nr. 135, 144; sparnisse der Auswanderer bleiben aus; statt ihrer sind die arbeitsKönigs- Inf.- Reg. Nr. 145; Inf.Regimenter Nr. 151, 165, 166, 167; losen Auswanderer selbst zurüdgekommen; von Fremdenverkehr Landsturmbat. Liegnik; 2. Landsturmbat. I Trier; Jägerbat. keine Rede, die meisten Geschäfte schränken ihr Personal ein, viele Nr. 10; Res.- Jägerbat. Nr. 11. Bugusgeschäfte schließen und ein großer Teil aller Fabriken hat beiten im Gange find, leiden die Grdarbeiter und Bauarbeiter am längst halbe Arbeitsschichten eingeführt. Da große öffentliche Arwenigsten unter der Krise. Von ihr unberührt bleibt bis jetzt nur die Beamtenschaft, da von einer Steigerung der Lebensmittel eise bis jetzt wenig zu spüren ist. Wenn in den meisten Orten Brot, Teigwaren, Eier aufgeschlagen sind, so sind die Fleischpreise die gleichen geblieben und die Preise für Gemüse und Obst nicht unwesentlich gesunken. Bei einem großen Teil der Industrieerzeugnisse äußert sich das Teuerwerden des Geldes und der verminderte Konsum in einem Sinten der Preise. 9. Nav.- Div., Nachrichtenabt.; 2. Garde- lanen- Neg.; Kür.Reg. Nr. 4; Res.- Drag.- Regimenter Nr. 2, 4; Drag.- Reg. Nr. 19; Huj.- Regimenter Nr. 3, 4, 5, 6; Res.- Hus.- Regimenter Nr 6, 8; Manen- Regimenter Nr. 2, 5, 7; Ref.- Jäger- Reg. zu Pferd Nr. 1; Jäger- Reg. zu Pferde Nr. 11; Nav.- Ersagreg. Des 6. Armeekorps; Kav.- Abt. der gemischten 41. Ersatzbrig.; 3. Landsturm- Eskadron des 2. Armeekorps. Felbart.- Reg. Nr. 6; Ref.- Felbart.- Regimenter Nr. 7, 9; Feldart.- Reg. Nr. 19; Ref.- Feldart.- Reg. Nr. 19; Felbart.- Regimenter Nr. 21, 23, 36; Ref.- Felbart.- Reg. Nr. 36; Felbart.- Regimenter Nr. 39, 45, 46, 50, 54, 58, 72, 81; Ueberplanmäßige 2. LandwehrBatterie des 11. Armeekorps. Fußart.- Negimenter Nr. 16, 18; Ref.- Fußart.- Reg. Nr. 20. Bion.- Bataillone Nr. 4, 9; Pion.- Reg. Nr. 20; Pion.- Bat. Fernsprech- Abt, des 7. Armeekorps; Feftungs- Fernsprech- Abt. Straßburg i G Nr. 27. Aus Industrie und Handel. Die Wirtschaftskrise in Italien. Aus Rom wird uns geschrieben: In dem Quartal Juli, August, September sind die Einnahmen des italienischen Staates bedeutend der Ausfall ist, so gibt er doch kaum eine annähernde gegenüber dem Vorjahre um 26% Millionen zurückgegangen. So Vorstellung von der tatsächlichen Notlage. Die erste und über ragende Ursache dieser Notlage liegt im Zurüdziehen des Kapitals aus der Zirkulation. Der Mangel an Kapital, der durch das Moratorium noch vermehrt wird, lähmt auch große und leistungsfähige Firmen. Während man sich in den ersten Tagen nach der Kriegserklärung fatalistisch in das Unglück ergab, fängt man jetzt an, fich an die neue Situation anzupassen. Der Handelsminister hat die Vertreter der Handelskammern der größten italienischen Städte nach Rom berufen und mit ihnen über die Mittel beraten, der heutigen Krise zu begegnen. Es ist dabei in erster Linie die dringende Notwendigkeit betont worden, dem Handel und der Industrie Kapitalien zur Verfügung zu stellen, die nicht, wie die der letzten Emission, von ihrem Zwed abgelenkt werden können. Es wurde beschlossen, sofort ein Konsortium der So parador es scheint, so löst doch die Schwere der Krise, anstatt eine Vorstellung von den Schrecken des Krieges zu geben, in manchen Kreisen eine friegsluftige Stimmung aus. Man hört oft sagen:„ Schlimmer als es ist, kann es nicht werden." Hoffentlich bleibt es Italien erspart, zu erfahren, wieviel schlimmer es noch werden kann. Theater. Theater für Donnerstag, 15.Oktober: Deutsches Künstler- Th. 8 Uhr: Gewonnene Herzen Deutsches Opernhaus, Charlottenb. 8 Uhr: Tiefland. Deutsches Theater 7%, U.: Die Piccolomini. Kammerspiele 8 Uhr: Scheiterhaufen. Gebr. Herrnfeld- Theater 8 Uhr: Er kommt wieder. Zwei leuchtende Punkte. Ende gut- alles gut! Kleines Theater. 8 Uhr: Der Hexenkessel. Gastspiel Harry Walden. Komödienhaus 8 Uhr: Das Heiratsnest. Lessing- Theater 7% U.: Peer Gynt. Luisen- Theater 8 U.: Der heilige Krieg. märker und Pikarde. KurSonntag 3, U.: Minna von Barnhelm. Lustspielhaus 84. U.: Graf Pepl. Residenz- Theater 8 Uhr: Krümel vor Paris. Rose- Theater 8 Uhr: Am Altar. Schiller- Theater 0. 8 Uhr: Prinz Friedr. V. Homburg Schiller- Th. Charlottenbg. 8 Uhr: Johannisfeuer. Thalia- Theater 8 ur: Kam'rad Männe. Theater am Nollendorfpl. 8 Uhr: Immer feste druff! Sonntag 31, Uhr: Immer feste druff! Volksbühne( Montis Operettenth.) 8. U.: Minna von Barnhelm. Walhalla- Theater 8. U.: Berlin im Felde. URANIA Taubenstr. 4 Uhr: 48/49. Das belgische Land. Lüttich- Namur- Brüssel- Antwerpen. ( Halbe Preise.) 8 Uhr: Die Weichsel u. d. masurisch. Seen. Berliner Prater- Theater Heute Donnerstag, den 15. Oktober: Gastspiel des Voigt- Theaters: Der Soldatenfreund Bollsstüd in 5 Aften von G. v. Moser und Otto Girndt, Kaffeneröffnung 7 Uhr. Anf. 8 Uhr. Casino- Theater. Lothringer Straße 37. Täglich 8 Uhr. Striegsbilder-Spezialitätenteil usw. 3. Schluß das neue Kriegs- Volksstüd: " Mein Leben dem Vaterland". Loge 1,25, Sessel 1,10, Parkett 80 Pf. Rang 50, Stuhl 30, Sonnt. fl. Aufschl. Sonntag, den 18. Oftober, nach mittags 4 Uhr: Kriegers Heimkehr. Theater Folies Caprice Reichshallen- Theater. 8% Possen- Theater Täglich: 8% Blinkfener. Landwehrleute. Fest steht und treu... Reonbarbastel, Martin Kettner a. G. Friedrich Wilhelmstädt. Theater. Täglich: Unsere Feldgranen! Beitbild mit Musit in 3 Alten. 03/0 3198 Stettiner Scied Sänger Dem Andenten unferer auf dem Kriegsſchauplaß Grandioses Programm! Anfang 8 Uhr. Besser als Seife oder Seife und Soda wäscht Minlos Waschpulver wie ein Mann Man achte streng auf diese Sohutzmarke nhängen Millionen dran. das weltbekannte Waschpulver von unvergleichbarer Qualität. Preis nur 30 Pfg. das 1 Pfd.- Paket. Das Waschpulver wird in heißem Wasser aufgelöst, in den Waschkessel gegossen, in diesem die Wäsche gekocht, solche danach heiß leicht durchgewaschen und darauf gespült. dieser Weise erhält man bei leichtester Arbeit eine blendend weiße, frische und reine Wäsche, In Zu haben in Drogen-, Kolonialwaren-, Apotheker- und Seifengeschäften wie en gros von der Fabrik L. Minlos& Co. in Köln- Ehrenfeld. Hutformen, Ju Freien Stunden Die moderne, eleg. 2.90, Lynonformen 1.00 Wochenschrift für Arbeiterfamilien Schönhauser Wöchentlich 1 Heft für 10 Pf. Migge, 2265 Allee 146a. Mächte des Weltkrieges Erstes Heft: Das Zarenreich. Inhalt: I. Gebiet und Bevölkerung. II. Soziale und wirtschaftliche Verhältnisse. III. Das Finanzwesen. IV. Das zarische Regime. V. Die auswärtige Politik Rußlands seit dem japanischen Kriege. VI. Die russische Kriegsmacht. Mit einer Karte des russischen Reichs Preis 30 Pf. Buchhandlung Vorwärts Lindenstr. 3 am Belle- Alliance Platz ance-) gefallenen Genoffen! In den Kämpfen im Often fiel der Tischler Karl Martin Borndorfer Straße 8( Bezirk 341). Sozialdemokr. Wahlverein f. d. 4. Berliner Reichstagswahlkr. Yerband der Brauerei- u. Mühlenarbeiter u. verw. Berufsgenossen Ortsverwaltung Berlin. Den Mitgliedern diene zur Nachricht, daß unser Kollege, der Flaschenfahrer Wilhelm Regenstein ( Schultheiß- Brauerei, Abt. II) nach schwerer Krankheit verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Freitag, nachmittags 4 Uhr, auf dem Heilig Kreuz Kirchhofe in Mariendorf, Eisenacher Str. 62 statt. Rege Beteiligung ewartet Die Ortsverwaltung. Nachruf. Den Mitgliedern diene zur Nach richt, daß unser Sollege, der Mitfahrer 44/4 Stanislaus Feld ( Böhmisches Brauhaus) verstorben ist. Wir werden sein Andenken in Ehren halten. Die Ortsverwaltung. Verband der freien Gast- und Schankwirte Deutschlands. Zahlstelle Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß der Kollege Fern von der Heimat fiel am 8. Oftober auf russischem Boden mein herzensguter Mann, Schwa ger und Schwiegersohn [ 2395 Richard Döring. Ruhe sanft in fremder Erde! In tiefer Trauer Elisa Döring geb. Durorth. Lieferwagen, Leiterwagen und Räder, Palisadenstraße 101. 142 Allen Freunden und Verwandten teilen wir hierdurch mit, daß unser hoffnungsvoller, lieber Sohn und guter Bruder Gustav Mundt am 14. September auf dem west lichen Kriegsschauplatz gefallen ist. Deinen Eltern bleibst Du un vergeßlich. 840 Dies zeigen tiefbetrübt an Franz Mundt und Frau, Richard Mundt als Bruder, Grünau i. M., Köpenider Straße 21. Den Heldentod fürs Bater land starb am 24. Auguit in Frankreich unser einziger, lieber Sohn, Bruder und Schwager Paul Bartsch im 24. Lebensjahre. Dies zeigt betrübt an Familie Bartsch [ A Lichtenberg Friedrich- Karl- Str. 9/10. Deutscher Tabakarbeiter- Verband. Zahlstelle Berlin. Freitag, den 16. Oktober, abends 8 Uhr, im Rosens thaler Hof, Rosenthaler Str. 11/12: Mitglieder- Verfammlung. Tagesordnung: 1. Abrechnung vom 3. Quartal 1914. 2. Stellungnahme zu dem Vorgehen der Kollegen der Firma Josetti. 3. Berbandsangelegenheiten. 4. Verschiedenes. Sollegen und Kolleginnen! In Anbetracht der wichtigen Tagesordnung ersuchen wir um pünktliches Erscheinen, damit die Versammlung zur festgelegten Zeit eröffnet werden kann. 187/ 13* Die Ortsverwaltung. Allgemeine Kranken- u. Sterbekaffe der Metallarbeiter. V. a. G. Hamburg. Gustav Reinhardt Mitglieder- Versammlungen der Filialen Ebertyftr. 14, Bezirk 3, gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Donnerstag, nachmittags 4 Uhr, auf dem Auferstehungs- Kirchhof ftatt. 75/15 Die Ortsverwaltung. Deutscher Holzarbeiterverband. Zahlstelle Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Sollege, der Tischler Albert Hufnagel Neukölln, Elbestraße 36, im Alter von 81 Jahren gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Freitag, den 16. Ottober, nachmittags 3, Uhr, von der Leichenballe des evang. Kirchhofes am Mariendorfer Weg aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 92/13 Die Ortsverwaltung. Reuters Werke 3 Bande 4 Mart Buchhandlung Borwärts Berlin 1: Berlin 2: Berlin 3: Berlin 4: finden statt: Sonntag, den 18. Ottober, vorm. 10 Uhr, in Sabels Brauerei, Bergmannstr. 5-7. Montag, den 19. Oktober, abends 8, Uhr, bei Sitlach, Ritterstr. 121. Sonnabend, den 17. Oftober, abends 8%, Uhr, bei Kayfer, Reichenberger Str. 154. Sonnabend, den 17. Oktober, Andreasstr. 26. abends 8 Uhr, Sonnabend, den 17. Oktober, abends 8% Uhr, bei Thiel, Rüderstr. 7. Sonntag, den 18. Oktober, vormittags 10 Uhr, bei Mertens, Bernauer Str. 82. Sonntag, den 25. Oftober, vormittags 10 Uhr, be Vogt, Badstr. 58. Berlin 5: Berlin 6: Berlin 8: Berlin 9: Sonntag, den 18. Oftober, vormittags 10 Uhr, bei Bergemann, Berlichingenst. 14. Berlin 13: Sonntag, den 18. Oktober, vormittags 10 Uhr, bei Heinke, Kopenhagener Str. 67. Adlershof: Sonntag, den 18. Ottober, vormittags 10 Uhr, bei Töpfer, am Marktplay. Lichtenberg II: Sonntag, den 18. Oftober, vormittags 10 Uhr, bei Blume, Alt- Borhagen 56. Neukölln: Sonnabend, den 17. Ottober, abends 8%, Uhr, bei Tappert, Steinmezstr 114. Pankow: Sonnabend, den 17. Oftober, abends 9%, Uhr, bei Schröter, Floraftr. 5-6. Rosenthal: Sonnabend, den 17. Oftober, abends 9, Uhr, bel 126/3 Barth, Viktoriaſtr. 7. Reinickendorf- Ost: Sonnabend, ben 17. Oktober, abends 9 Uhr, bei Brückner, Provinzstr. 74. Tempelhof: Sonnabend, den 17. Ottober, abends 8, Uhr, bei Benscheck in Mariendorf, Chausseestr. 27. In allen Versammlungen Kaffenbericht vom 3. Quartal. Rege Beteiligung der Mitglieder erwünscht. Die Ortsverwaltungen. Betontwortlicher Rebekteur: Alfred Wielery, Neukölln. Für den Th. Glocke, Berlin. Drud u. Verlag: Borwärts Buchdr. u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 1 Beilage u Unterhaltungsbl Mr. 282. 31. Jahrgang. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Ein bureaukratischer Geniestreich Aus Groß- Berlin. Donnerstag, 15. Oktober 1914. Vor einigen Tagen brannte die Lehndorfer Com die Behndorfer Com Berliner Verkehr im ersten Kriegs- mittags), im Handel mit Back- und Konditorwaren und im monat. Ausnahmen hiervon sind zugelassen in den Zeitungsspeditionen( 4 bis 9 Uhr vormittags) und, soweit der Gewerbebetrieb in offenen Verkaufsstellen stattfindet, im Milchhandel: ( bon 5 bis 10 Uhr vormittags und von 12 bis 2 Uhr nachRoggenmühle, hart an der Grenze des Stadtgebiets Handel mit Fleisch und Wurst, mit Vorkoftware nund Roheis bon Braunschweig gelegen, zu einem großen Teile nieder. ( 5 bis 10 Uhr vormittags), im Handel mit Kolonialwaren, Die in einem Getreidespeicher lagernden Vorräte, zirka Aus der Verkehrsstatistik Berlins teilt jezt das Berliner mit Tabat und Bigarren, mit Bier und Wein( von 8 bis 50.000 Bentner Roggen, wurden ein Raub der Flam- Statistische Amt die Ergebnisse für den Monat August mit. 10 Uhr vormittags). Ausnahmen für die Beschäftigung von men. In der jetzigen Beit der Not ein schwerer Verlust an m ganzen hatten gegenüber demselben Monat des Vorjahres Gehilfen, Lehrlingen und Arbeitern find ferner im Blumendie Hoch- und Untergrundbahn, die Straßenbahnen der ver- handel, im ambulanten Milchhandel, in Molkereien und im der Ernährung des Volkes. Ein Verlust, der um so schlimmer schiedenen Gesellschaften und die Omnibuslinien eine beträcht- Brauereigewerbe zugelaffen worden. ist, als es wahrscheinlich möglich gewesen wäre, die Getreide- liche Minderung der beförderten Personen und dementAm 2. Weihnachstage finden die allgemeinen Vorschriften borräte zu retten, wenn genügende und schnelle Löschhilfe am sprechend der Betriebseinnahmen. Noch viel stärker wurde über die Sonntagsruhe im Handelsgewerbe Anwendung, wie Brandplaße zugegen gewesen wäre. Aber die ausreichende aber die Zahl der geleistteten Wagenkilometer verringert. Die fie an den gewöhnlichen Sonntagen gelten. Löschhilfe war nicht zur Stelle, weil, wie unser Braunschweiger weitgehende Einschränkung des Betriebes Parteiblatt meldet, die Braunschweiger Berufsfeuerwehr an- ermöglichte eine mehr als reichliche Ausnuzung gesichts des Brandes an der Grenze umgekehrt war, des im Betrieb verbliebenen Wagenmate. da sie keine Erlaubnis zum Ueberschreiten der Grenze hatte. rials und führte zu der argen Wagenüberfüllung, die wir Lieber ließ man eine Unmenge des wichtigsten Nahrungs- ia alle samt dem Personal durchgemacht haben und noch jezt mittels in Flammen aufgehen, ehe man gegen die rückstän- täglich durchmachen müssen. digen Bestimmungen des bureaukratischen Stadtregiments berſtieß! Ueber den fast unglaublichen Vorgang berichtete am legten Sonnabend in einer Generalversammlung der Aftionäre der Roggenmühle der Leiter des Unternehmens, Wir entnehmen seinem Bericht die 3 292 205 Kaufleute im Kommunaldienst. rücksichtigung finden. Ein Unikum. In welch verkehrter Weise sich in dem Kopf eines Hausbesitzers Das Nachrichtenamt der Stadt Berlin teilt mit, daß seit dem ausbruch des Krieges zur Dedung des Bedarfes an Hilfskräften in den Steuerfassen und in den Arbeitslosen Fürsorgestellen zur Aufnahme der Unterstüßungsanträge und zur Auszahlung der UnterEin paar Zahlen aus dem August 1914 seien hier wieder- stügungen, sowie in anderen städtischen Bureaus im ganzen über gegeben, wobei wir diejenigen aus demselben Monat von 500 ftellungslose Kaufleute als Bureaugehilfen eingestellt worden 1913 in Klammern beifügen. Die Große Berliner Straßen- find. Der Bedarf an Hilfskräften und auch an Hilfsdienern und bahn leistete 6 453 537( 8 631 939) Wagentilometer, beförderte Hilfsstadtiergeanten ist vollständig gedeckt. 33 175 545( 38 159 248) Bersonen, vereinnahmte 3261 254 großen Anzahl von Bewerbungen, welche noch vorliegen und nicht ( 3 647 969) M. Pro Wagentilometer wurden befördert 5,1 mehr berücksichtigt werden können, ist es nicht möglich, den einzelnen Direktor Arnhold. ( 4,4) Personen, vereinnahmt 50,5( 42,3) Pf. Die Berlin Bewerber besonders zu bescheiden. Neue Gesuche können keine Befolgenden Ausführungen: Charlottenburger Straßenbahn hatte troß weitgehender Kriegsheim für Schwestern. Um 7 Uhr 10 Minuten meldete ich der Berufsfeuerwehr in Herabdrückung der Wagenkilometerzahl jogar noch eine Braunschweig Großfeuer und zwar dergestalt, daß der neu- Mehrung der beförderten Personen und der Einnahmen. Sie Der Polizeipräsident teilt mit: erbaute große Getreidespeicher der Braunschweiger Roggenmühle leiſttete 651 841( 814 168) Wagenkilometer, Wagenkilometer, beförderte Das nach Ausbruch des Krieges durch den Baterländi A.-G. in Lehndorf an der Hildesheimer Straße in Gefahr stehe, ( 2 959 458) Personen, bereinnahmte 346 799 schen Frauenverein( Hauptverein) gegründete ,,, Kriegsheim möglicherweise auch sogar das ganze Mühlenetablissement ein Opfer( 306 838) M., d. h. pro Wagenkilometer 5,1( 3,6) Personen, für Schwestern". Tiergartenstraße 28, ist nach mir gewordenen des Feuers werden tönnte. Der Beamte der städtischen Berufs- 53,2( 37,7) Pf. Die Westliche Vorortbahn und die Südliche Mitteilungen bisher nur wenig in Anspruch genommen worfeuerwehr lehnte es jedoch ab, die Berufsfeuerwehr Vorortbahn hatten bei beträchtlicher Verringerung der den. Es scheint diese Einrichtung noch nicht genügend benach der Brandstelle ausrüden zu lassen, weil Wagentilometerzahl eine nur mäßige Minderung der beför kannt zu sein. Das Kriegsheim soll dazu dienen, Schwestern, strenger Befehl vorliege, daß man über die derten Personen und sogar noch eine kleine Mehrung der Ein- die fich in Ausübung ihres Berufs vorübergehend z. B. bei Stadtgrenze nicht herausgehen dürfe. Der Beamte nahmen. Das Ergebnis ist für die Weſtliche Vorortbahn Verwundetentransporten in Berlin aufhalten, völlig unentgab mir zur Antwort, daß die Lehndorfer Mühle auf Lehndorfer 811 767( 1 004 972) Wagentilometer, 3 795 719( 3 892 209) geltlich Unterkunft und Verpflegung zu gewähren. Flur liege und somit für die städtische Berufsfeuerwehr nicht in Personen, 407 387( 406 252) M., für die Südliche Vorortbahn Frage täme... 279 569( 335 345) Wagenkilometer, 928 769( 955 604) Perfonen, 96 620( 91 614) Mr. Bei den Einnahmeziffern wolle man beachten, daß für die drei der„ Großen" angegliederten Geſellſchaften nicht der einheitliche Behnpfennigtarif gilt. bie Welt widerspiegelt, davon legt der nachstehende Brief des u berücksichtigen ist auch, daß überall in der Zahl der be- Tischlermeisters A. Behrendt, Eigentümer des Hauses Reichenb. rger. förderten Personen ein rechnungsmäßig festgestellter Anteil ftraße 42, Beugnis ab. In seinem Hause wohnt u. a. eine Witwe, der Abonnenten stedt. In der Wagentilometerzahl find die 28 Mt. monatliche Armenunterstützung bezieht. Drei Söhne immer die Leistungen der Motorwagen und der Beiwagen ber Witwe hatten sie bislang etwas unterstützt, können das aber nicht mehr, weil sie im Felde stehen. Diese Frau erhielt von ihrem zusammengefaßt. Hauswirt folgenden Brief, den wir orthographisch getreu wieder" Berlin, den 12. Oftober 1914. geben: Sie vergessen mir die Miete zahlen zu wollen, und gegen mir den bösen Willen zeigen. Sollten Sie darauf fußen, mir diese schuldig zu bleiben, dann ruhe ich nicht eher, bis Ihnen die Hälfte der Unterstübung genommen wird, ich stelle Ihnen die Frage, was denken Sie denn, wer die Untera stübungen zahlt, oder wovon?? Ich will Ihnen dies verraten, von den Hausbesizern ihr Vermögen werden Sie unterstüßt, oder meinen Sie vielleicht von den von Ihnen bezahlten Steuern oder bom Bürgermeister? Der bekommt auch Gehalt, nur durch die Bürgerschaft leistende Steuern. Ich hätte Sie nicht gekündigt, da Sie mir aber gute ruhige Mieter aus dem Hause graulen wollen, so ist dies nur möglich, wenn Sie die Etage verlassen, damit die Heße und Zank ein Ende hat. Ich hätte Ihnen nicht so viel Gift zugetraut, und hatte ständig Mitleid, aber wo ich Ihnen gesagt, Sie sollen sich ruhig verhalten, dies doch nicht ge= tan haben, so bleibt nichts weiter übrig als raus, oder laffe Un ruhstifter durch Polizei abholen. Auf mein wiederholtes und bringendes Bitten angesichts der ungeheuren Gefahren, der Braunschweiger Roggenmühle die Lösch hilfe nicht zu versagen, erhielt ich von dem Beamten der Feuerwehr schließlich die Antwort, ich müßte mich an den Magistrat wenden. Ich rief sofort den Stadtmagistrat an, doch war bort felbst vermutlich nur ein Bote anwesend, und ich erhielt die Antwort, der Herr Oberbürgermeister sei nicht mehr da. Bei ber weiteren telephonischen Anfrage in der Privatwohnung fonnte ich den Herrn Oberbürgermeister ebenfalls nicht erreichen. Ich rief daraufhin wiederum die Feuerwehr an, schilderte ihr, daß ich den Herrn Oberbürgermeister nicht erreichen tönne, und bat zu wiederholten Malen bringend, sofort Feuerhilfe zu fenden und vor allen Dingen eine Dampfiptige abzufenden. Auch das zweite Mal tourbe die Bitte ab geschlagen, unter den gleichen Vorwänden wie zuerst. Mittlerweile war Herr Bankdirektor Hoffmann, welchen ich ebenfalls sofort telephonisch von dem ausgebrochenem Brande berständigte, ebenfalls bei der Berufsfeuerwehr mit seinem Auto perfönlich vorgefahren und hatte bei dem wachthabenden Posten um Entsendung von Feuerlöschhilfe nach der Roggenmühle ersucht. Herr Direktor Hoffmann tam sofort zur Roggenmühle und hatte den unterwegs noch getroffenen Herrn Branddirektor Baurat Röttger mitgebracht, und wir versuchten, diesen Herrn au bestimmen, Feuerlöschhilfe für die Roggenmühle bei der städtischen Berufsfeuerwehr in Braunschweig au requirieren. Bon den übrigen Straßenbahnunternehmungen sei hier nur noch die Straßenbahn der Stadtgemeinde erwähnt. Es wiederholt sich ia bei allen dasselbe Bild: starke Einschränfung des Betriebs, ungewöhnliche Ausnutzung des Wagen materials. Aber bei den Straßenbahnlinien der Gemeinde ist das Ergebnis ganz besonders auffällig. Hier wurden im August 1914( bzw. 1913) geleistet 258 432( 483 546) Wagenfilometer, befördert 1802 850( 2 338 081) Perfonen, vereinnahmt 167 352( 220 472) M. Das bedeutet pro Wagenkilometer 7( 4,8) Personen, 64,8( 45,6) f. Auch wenn man berücksichtigt, daß nach Ausbruch des Krieges die Stadt auf einigen schwach benutzten Linien den Betrieb ganz einstellte und daß die Große Berliner Straßenbahn auf mehreren Linien kleine Wagen durch geräumigere erfekte, erscheint die oben nachgewiesene Steigerung der Einnahmen pro Wagenkilometer noch recht beträchtlich. Hierdurch dürfte der Anteil der Betriebskosten an den Betriebseinnahmen sehr merklich herabgedrückt worden sein. Mantel Wo bleibt die Mietsunterstützung? Mittlerweile stand das Treppenhaus und der Naum, in dem die Vorreinigungsmaschinen stehen, bereits in hellen Flammen und Die juristische Sprechstunde findet heute Donnerstag legtere schlugen aus mehreren Fenstern gewaltig heraus. Herr Branddirektor Stabtbaurat Röttger lehnte je- ausnahmsweise von 2-4 Uhr statt. boch, selbst angesichts des Brandes und angesichts der weiterhin drohenden Gefahr, die Requi rierung der Berufsfeuerwehr in Braunschweig Der Magiftrat hat fürzlich Grundfäße aufgestellt für Familien ebenfalls ab, mit dem hinzufügen, daß er der Kriegsteilnehmer. Danach sollen Bedürftigkeit vorausgesetzt außerhalb des Stadtgebietes nicht zu befehlen Frauen ohne Kind 10 M., Frauen mit einem Rinde 7,50 M. und habe. Herr Branddirektor Röttger verließ Frauen mit zwei Kindern 5 M. Mietshilfe erhalten, wenn sich die daraufhin unser Kontor und die Brandstätte. Hauswirte mit einem Mietsnachlaß von 50 Proz. einverstanden erIch rief nun in Gemeinschaft mit Herrn Bankdirektor Hoff. flären. Der Magistrat will diese Mietsbeträge direkt an die Hausmann widerum die Berufsfeuerwehr in Braunschweig und bat wirte zahlen, er will aber auch ganz unverständlicherweise zum drittenmal um Entfendung von Löschhilfe, denn das von der gewährten Familienunterstüßung bestimmte Beträge für Feuer hatte schon eine gewaltige Ausdehnung angenommen, aber Miete in Abzug bringen, eine Anordnung, die in den bisherigen auch dieses Mal wurde die Hilfeleistung abgelehnt. Gemeindebeschlüssen nicht die geringste Dedung findet. Damit Sie auch die Kriegsgesete tennen, wer im Haus Unfug treibt, Skandal macht, oder Unfrieden stiftet, gegen den Hauswirt seine Verordnungen auftritt, und der Hauswirt berbietet dies, und sich der Mieter nicht da= nach richtet, wird abgeholt und bestraft. Ich schreibe Ihnen dies nur, wegen andere Leute, mit Ihnen. werde ich allein fertig, die Klatscherei aber und den Unfrieden mache ich auf jede Art ein Ende. Wenn man das Kriegselend betrachtet, so sollten die Menschen einer mit den andern Mitgefühl haben, aber weit gefehlt, Haß, Neid, Mißgunst ist unter das arme Volt, wären die Russen aber und Franzosen in Deutschland gekommen, die Leute alle, welche von der Stadt Unterstützung bekommen, die wären alle verhungert und elend umgekommen, und dauert der Krieg länger als ein Jahr, dann gibt es überhaupt teine Unterstüßung mehr, dann sind Hauswirte Bettler. Dies zu Ihrer Kenntnis. A. Behrendt. In höchster Verzweiflung rief Herr Hoffmann dann schließlich Ich ersuche sofort um die Miete, sonst sehe ich Sie an die Nun haben erfreulicherweise viele Bezirksvorsteher in den ein Luft. den Minister Boden an, unterrichtete ihn von der Situation zelnen Kommissionen sich bemüht, mit Hausbefizern wegen Nachlas A. Behrendt." und erhielt von demselben die Antwort, daß er bereits von der der Miete zu verhandeln. In vielen Fällen sind die Bemühungen Angelegenheit gehört habe und er auch der Feuerwehr vor etwa auch von Erfolg gewesen, wenn auch nicht gerade immer ein Nach- Wir möchten zu diesem Brief, der für sich selbst spricht, nur 10 Minuten Order gegeben hätte, sofort Löschhilfe nach der laß von 50 Broz. sich ermöglichen ließ. Nachdem diese an- fonstatieren: Der Hausbesizer hat keinerlei Recht oder Möglichtoggenmühle zu entfenden. Auf den Einwand, daß noch feine erfennenswerte Arbeit getan ist, können die Kommiffionen nicht feit, eine Armenunterstützung zu fürzen.„ Kriegsgefeße", wie sie Feuerwehr hier sei, erwiderte Herr Minister Boden, daß er sofort weiter, weil der Magistrat die Gelder noch nicht angewiesen Herr Behrendt aufstellt, gibt es natürlich nicht. nochmals die Feuerwehr antelephonieren wollte, und nach bat. Die Bezirksvorsteher sind mit Recht empört über den einer längeren Bause traf bann auch die Berufs- Magiftrat, der ihnen ihre Arbeit geradezu verleide. feuerwehr an der Brandstelle ein. Alle diese telephonischen Unterhaltungen usw. spielten sich in der Zeit von 7 Uhr 10 Minuten bis 7 Uhr 45 Minuten ab, während die Berufsfeuerwehr gegen 8 Uhr eintraf. Außer Das Mietsverhältnis im Kriege. dem aber werden auch die armen Frauen beunruhigt, Die Frage der Mietzahlung im Kriege beschäftigte am daß ihre Mietsangelegenheit noch immer in der Schwebe bleibt. Dienstag die vollzählig versammelten Delegierten des BunDieſes ganze Geschäftsgebaren im Magistrat muß um so mehr des der Berliner Grundbesiẞervereine. Man faßte einstimgerügt werden, als die zu Mietsbeihilfen verwendeten Beträge noch mig nachstehende Resolution: Hervorheben möchten wir, daß Herr Direktor Arnhold in folche aus freiwilligen Sammlungen der Berliner" Der Bund der Berliner Grundbefizervereine mit mehr feinem Bericht noch ausdrücklich betont, daß nach seinen Be- Bürgerschaft sind. Wenn hier nicht schnell eingegriffen wird, als 16 000 Mitgliedern gibt der Ueberzeugung Ausdruck, daß obachtungen der Getreidespeicher feineswegs in Mit- ristiert der Magistrat, daß die mit der Sache befaßten Ehren- durch die Kriegslage, insbesondere durch die im Interesse der leidenschaft gezogen worden wäre, wenn die Interesse der Gemeinde und der Familien der eingezogenen Krieger. des Bundesrats, der Berliner Hausbesiz in seiner Eristenz beamten unwillig werden. Das muß aber verhütet werden, im Kampffreudigkeit unserer Truppen erlassenen Verordnungen Braunschweiger Wehr rechtzeitig erschienen wäre. Die vom Direktor Arnhold gegebene Darstellung wird gestützt und erDer Bund hält die Bestrebungen der Gemeinden, den weitert durch Erklärungen mehrerer anderer Beteiligten. Bom Polizeipräsidenten ist für den Landespolizeibezirk Grundbesiz durch Darlehnskassen und dergleichen zu stüßen, Die Anklagen des Direktors Arnhold gegen das Braun Berlin für Sonntag, den 13. und 20. Dezember die Beschäfti- für keine geeigneten Maßnahmen zum Schuße des Grundschweiger Stadtregiment find so schwerwiegend, daß eine gungszeit auf die Stunden von 8 bis 10 Uhr vormittags und befizes, da die Schuldenlast auf den Schultern der Hausgenaue Untersuchung der Schuldfrage unumgänglich nötig er- bon 12 bis 8 Uhr nachmittags festgesetzt. Der Handel mit befizer haften bleibt. scheint. Sonntagsruhe zur Weihnachtszeit. bedroht ist. Ist schon in Friedenszeiten die Vernichtung von Milch, wie Back- und Konditorwaren, mit Fleisch und Wurst Der Bund steht auf dem Standpunkt, daß die Gemeinden 50 000 Rentnern Getreide ein großes Unglüd, wieviel mehr sowie mit Vortoftwaren ist außerdem an den genannten zwei von Gefeßes wegen die Pflichten haben, für diejenigen au in dieser Zeit wirtschaftlicher Not. Der bei der Löschung des Sonntagen schon vor Beginn der allgemeinen Verkaufszeit forgen, welche nicht in der Lage find, eine Wohngelegenheit Brandes betätigte bureaukratische Grundsatz:„ Es ist nicht von 5 Uhr morgens an zulässig. Im Noheishandel, im zu bezahlen, daß es ungefeklich und unbillig ist, diese Last unser Feuer!" wird hoffentlich auch von der vorgefekten Be- Brennmaterialienhandel, sowie in den Bant- und Lotterie ausschließlich dem Hausbefit aufzuerlegen. hörde entsprechende Kritik finden. geschäften gelten die beschränkten Beschäftigungszeiten der gewöhnlichen Sonntage. Am 1. Weihnachtstag ist im Handelsgewerbe die Beschäf. tigung von Gehilfen, Lehrlingen und Arbeitern verboten. Der Hausbesig ist sich voll bewußt, daß der Krieg Opfer von jedermann im Volfe fordert, er erkennt die vaterländische Pflicht an, auch seinerseits Opfer zu bringen, soweit er wirtschaftlich dazu in der Lage ist. Er muß indessen im Interesse feiner Eristenzfähigkeit verlangen, daß keine unbilligen For- 1 aufnahmen, die in diesem Monat noch gemacht werden konnten, und Die Volksfürsorge" hat trotz aller Anfeindungen wieder derungen an ihn gestellt werden und daß die ihm durch den 705 Streichungen infolge Berufswechsels- besonders der weib- Anhänger gewonnen. In Berlin hat sie bis zum 30. Juni Krieg einseitig erwachsenden Lasten auf möglichst viele Schul- lichen Mitglieber ergab sich dann die Zahl von 20 587 Mitgliedern. 12 766 Anträge abgeschlossen. Die jüngst errichtete Kriegsver Troß dieses Rüdganges darf wohl der Zentralverband der tern, auf Staat, Gemeinde, Grundbesitz und Realkredit ver- Bäder und Konditoren noch zu ben Organisationen gerechnet werden, sicherung hat ihr Tätigkeitsfeld erweitert. teilt werden." die die Kriegstvirren verhältnismäßig am besten überstehen werden, Einfichtnahme in die Lichtenberger Wählerlifte. wenn ruhigere Zeiten nicht gar zu lange auf sich warten lassen. Die Nahrungsmittelarbeiter werden eben gerade jezt am notwendigsten Wir machen nochmals alle Lichtenberger Wähler auf die Aus- gebraucht; auch die Schokoladenindustrie produziert, nachdem jezt legung der Wählerlisten aufmerksam. Die Einsichtnahm erfolgt im die Transportschwierigkeiten zum Teil behoben sind und ihre ProStadthause, Türrschmidtstr. 25, Erdgeschoß. Zimmer 6, in der Beit bukte zur Verpflegung ber Truppen in starkem Maße in Anspruch von 8-3 Uhr. Da nur noch heute und morgen die Listen ausgenommen werden, in einzelnen Landesstrichen wieder mehr. Unter liegen, so ist es Pflicht eines jeden Wählers, sofort festzustellen, ob den gegenwärtigen Verhältnissen kann jedoch die Organisation be sein Name in der Wählerliste enthalten ist. Nur derjenige rubigter in die Zukunft blicken und sie bat deshalb ihre Unter darf wählen, der in der Wählerliste steht! stügungseinrichtungen zur Stunde noch nicht allzusehr einzuschränken brauchen. Liebesgaben für das Landwehr Jntanterie Regiment Nr. 20 und das Landwehr Brigade- Erfaz- Die Bielefelder Gewerkschaften zählten im Juli b. 3. 18 000 bataillon Nr. 10. Mitglieder. Davon find bis zum 1. Oftober einberufen 4085, Das Ersazbataillon Landwehr- Infanterie- Regiment Nr. 20 barunter 2782 verheiratete Mitglieder. Werden die Landsturmschickt Bakete mit der Eisenbahn ins Feld. Eltern, Verwandte und pflichtigen und Ersabreserven noch einberufen, so erhöht sich Bekannte, die ihren im Regiment oder im Landwehr- Brigade- Eriaz- bie Bahl noch beträchtlich. Arbeitslose wurden am 1. Of Bataillon Nr. 10 dienenden Angehörigen folche zukommen laffen tober 1446 gezählt, im britten Quartal 5244 mit 88 398 Ar. wollen, wollen diese bald an das Ers.- Bataillon des Landw.- Inf.- beitslosentagen. Die meisten Betriebe arbeiten jedoch mit Regiments Nr. 20 in Wittenberg, Bezirk Halle, senden. Die verkürzter Arbeitszeit oder mit Feierschichten. Dadurch Batete müffen doppelt verpackt und verschnürt sein. Die äußere wurde ein großer Teil der Arbeiter vor der Entlassung bewahrt. Sülle trägt die Adresse des Ersay- Bataillons in Wittenberg, die Die Wäscheindustrie leidet am empfindlichsten unter dem Kriege. innere Hülle muß mit der genauen Adresse des Empfängers ver- Die Gewerkschaften zahlten im britten Quartal 90 955,32 M. an sehen sein. Die Adresse auf dem Abschnitt der gelben Batetadresse Unterstützungen. muß mit der letteren übereinstimmen. Auch etwaige Liebesgaben nimmt das Bataillon mit Dank entgegen. 8 um Nachsenden würden sich besonders eignen: Wollene Hemben, Unterhosen, Leibbinden, Handschuhe, Strümpfe, Kniewärmer, Bulswärmer, Kopfschüßer, Ohrenklappen, Unterjacken, Filzsohlen für Stiefel, Taschentücher, Meldefartenblocks, Bleistifte, Tabat, turze Pfeifen, Bigarren, Zigaretten, Dauerwurst, Schinkenwurst, Bouillonwürfel, Raffee in Bulverform, Kakao in Tuben, Schokolade, Tee, Seife, Streichhölzer, Taschenlampen( möglichst mit Ersatzbatterien). Kriegsschwindler. Eine dunkle Persönlichkeit ist ein Mann, der hier als Kriegsschwindler festgenommen wurde. Im Zeughaus und feiner Umgebung, auch vor und in den Museen, erschien in der legten Zeit häufig ein Train- Unteroffizier", der durch seine Kriegsschilderungen und Erzählungen von seinen Schicksalsschlägen Leute bewog, ihm milde Gaben in die Hand zu drücken. Unter gleichen Boripiegelungen verfchaffte er sich auch bei Schantwirten und anderen Gefchäftsleuten Kredit. Endlich fiel es auf, daß die Uniform des vermeintlichen Kriegers nicht in Ordnung war. So trug er zu dem Anzug eines Train Unteroffiziers eine Ulanenmüße, aber teine Sporen. Ein Beamter fühlte ihm auf den Bahn und bekam bald heraus, daß er einen Schwindler vor sich hatte. Der Unteroffizier" wußte nichts von militärischen Dingen, verstand nicht richtig zu grüßen und konnte nicht einmal den Standort seines Bataillons an geben. Auf der Revierwache nannte sich der Angehaltene erft mit falschen Namen. Die Kriminalpolizei ist überzeugt, daß der Ertappte noch manches andere auf dem Kerbbola hat und bemüht sich, das Dunkel, mit dem er sich umgibt, zu lüften. Einbrecher in der Kriegs- Sammelstelle. Selbst wohltätige Veranstaltungen, die sich aur Linderung ber Not in den Dienst der Allgemeinbeit stellen, werden von Einbrechern nicht verschont. Der Nationale Frauendienst hat in der Bankstr. 34 eine Sammelstelle eingerichtet, die von der Frau Sanitätsrat Bock geleitet wird. Dort lagen wieder Kinderkleider, Schuhe, Strümpfe, Wäsche usw., die in den letzten Tagen gesammelt worden waren, gur Berteilung an Kriegsnotleidende bereit. Bevor jedoch die Sachen ausgegeben werden konnten, drangen Einbrecher, die erst ein Türfchutzgitter übersteigen mußten, mit Nachschlüsseln in die Räume ein und schleppten die gesammelten Sachen weg. Außerdem erbeuteten fie noch einige Mart bares Geld und Kleidungsstücke und Belafachen der Hilfsdamen des Vereins. Von den Tätern und dem Verbleib Der Sachen hat man noch keine Spur gefunden. Gerichtszeitung. Der Streit um die Weltkugel. Das Reichsgericht hatte am Dienstag sich wieder mit dem Globus zu beschäftigen. Im Jahre 1901 hatte bekanntlich die Firma A. Wertheim gegen die Firma Hermann Ties Klage erhoben auf Entfernung der auf dem Dache ihres Geschäftshauses in der Leipziger Straße der Firma Wertheim geschützte Warenzeichen verletze. Die Klage in der Form eines Globus angebrachten Leuchtkugel, da diese das hatte damals feinen Erfolg. neue Klage gegen die Firma Tiez angestrengt, und zwar nicht nur Im Frühjahr vorigen Jahres hat die Firma Wertheim eine auf Entfernung dieses Globus, sondern auch des Globus am Alexanderplat, sowie der gleichen Fassadenbestandteile auf den Tiesschen Warenhäusern in Stuttgart und Etraßburg, endlich auch auf Entfernung ber fleinen in Rugelformen geftalteten Laternen an der Fassade des Tiezschen Neubaues am Donhoffplatz. Tiefe erneute Alage wurde in zwei Instanzen vom Landgericht 1 Berlin und dem Kammergericht zurückgewiesen. Auf die gegen dieje Entscheidung eingelegte Revision hatte sich jetzt das Reichsgericht mit diesem Streitfall zu beschäftigen. Das Reichsgericht hat die ten der Firma A. Wertheim eingelegte Revision zurüdgewiesen, weil die Weltkugel oder das Weltkugelmotiv tein schutzfähiges Warenzeichen ist. Schußfähig ist nur die Ausstattung des Globus, seine besondere Einrichtung oder dergl. Jugendverderber. Gehaltsminderung durch Mehrheitsbeschluß. Die Frage, ob sich der Angestellte einem vom Personal gefaßten Mehrheitsbeschluß betreffs Minderung des Gehaltes unterwerfen muß, unterlag der Prüfung der 5. Kammer des Berliner Kaufmannsgerichts. Bei Ausbruch des Arieges berief der Beklagte, Fabrikant B. Seligmann, sein aus zirka 250 Personen bestehendes Personal zusammen und erklärte, der Betrieb solle aufrechterhalten bleiben, fofern sich die Angestellten mit der Hälfte des bisherigen Gehaltes einverstanden erklärten. Die Mehrheit gab sich, wenn auch zum Teil widerstrebend, damit zufrieden. Die Lageriftin W., die Kläge rin im vorliegenden Prozesse, weigerte fich jedoch, in eine derartig hohe Gehaltsminderung zu willigen. Sie bezog bis dahin 60 M. Monatsgehalt und hätte demnach nur 30 M. für den Monat be tommen sollen. Obgleich die Klägerin die Ablehnung des Angebots in ganz bestimmter Form zum Ausdrud brachte, erhielt sie am folgenden Monatsschluß doch nur 30 M. ausgezahlt. Der Be flagte macht in der Berhandlung geltend, daß er die Aufrecht erhaltung des Betriebes von dem Entgegenkommen des Personals abhängig gemacht habe; diesem berechtigten Verlangen hätten auch die meisten seiner Angestellten Rechnung getragen und die Klägerin müßte fich der Erklärung der Mehrheit und dem gemeinsamen Interesse des Geschäfts fügen. Das Kaufmannsgericht billigte mit Recht diesen Standpunkt des Beklagten nicht, sondern verurteilte ihn zur Zahlung der bom Gehalt gekürzten 30 mt. Es lag, so heißt es in der Begründung, für die Firma tein Grund vor, der Klägerin das halbe Ge halt für Auguft zu kürzen, nachdem sie mit der Kürzung nicht ein verstanden war. Wenn der Beklagten die Klägerin eine zu teure Arbeitskraft war, dann hätte sie ordnungsgemäß fündigen müssen, bis zum Ablauf der Kündigungsfrist stand der Angeklagten jebod das volle Gehalt zu. Daran kann auch die Tatsache, daß die mehr. heit des Personals in die Gehaltsminderung willigte, nichts ändern. Parteiveranstaltungen. wird ein Ausflug nach Friedrichshagen- Gosen- Grünau unternommen. Jugendfektion des 1. und 5. Rretses. Sonntag, den 18. Oktober, Fahrgeld 50 Bf. Treffpunkt: Berolina, Alexanderplatz, 7 Uhr pünktlich. Kleine Nachrichten. Zyklonverheerungen in Italien. Provinz Catanzaro( Kalabrien) ist von einem furchtbaren Zyklon Der 2500 Einwohner zählende Ort Jechia Gaporicente in der heimgefucht worden. Dreiviertel der Häufer find eingestürzt, die Felder find völlig verwüstet. Die Bevölkerung konnte fich au größten Teil retten. 8ehn Schwerverwundete und viele Leichtverwundete find bis jetzt aus den Trümmern hervorgezogen. Truppen mit Zelten und Baumaterial für die Baraden sind dorthin gesandt worden. Briefkasten der Redaktion. 2 bis 4 Uhr statt. Eilige Staatsanwalt den Naturheilkundigen Ernst Kuffe. Als einen sehr gefährlichen Jugendverderber bezeichnete der row, der sich gestern wegen Verbrechens gegen die Sittlichkeit vor der 1. Straffammer des Landgerichts II zu verantworten hatte. Des Angeklagten Treiben ist allerdings ein geradezu schmachvolles rechts, parterre, am Montag bis Freitag von 8 bis 6 Uhr, Die juristische Sprechstunde findet für Abonnenten Lindenstr. 3, IV. of gewesen. Er pflegte durch Zeitungsannoncen junge Mädchen im Connabend von 5 bis 6 Uur ftatt. Jeder für den Brieft aften be Alter zwischen 18 und 15 Jahren unter der Angabe an sich zu Loden, itimmten Anfrage ist ein Buchstabe und eine Babl als Mertzeichen bei daß sie sich durch fleine Aufwartedienste bei ihm Geld verdienen zufügen. Briefliche Antwort wird nicht erteilt. Anfragen, benen feline tönnten und zugleich Gelegenheit hätten, das Klavierspiel zu erfragen trage man in der Sprechstunde vor. Verträge, Schriftstücke Abonnementsquittung beigefügt ist, werden nicht beantwortet. lernen. In Wahrheit tam es ihm aber nur darauf an, die Mädchen und dergleichen bringe man in die Sprechstunde mit. Gerichtshof war mit dem Staatsanwalt der Weinung, daß ein Heute Donnerstag findet die Sprechstunde ausnahmsweise von fittlich zu verderben und sie seinen Lüften gefügig zu machen. Der Mann, der in so systematischer Weise seine verbrecherischen Pläne berfolgt, als ein äußerst gefährlicher Verbrecher der Jugend zu R. 11. Die Amnestie ist im Wortlaut im„ Borwärts" vom 6. Auguft geflagte wurde zu 2 Jahren Buchthaus und 10 Jahren Ehrverlust$ 5 196, 197 des Strafgelegbuchs und auf die Verbrechen und Bergehe gelten hat, der unter teinen Umständen Milde verdient. Der An- veröffentlicht. Gie bezieht sich u. a. auf Beleidigung in den Fällen der verurteilt. Drei Monate Untersuchungshaft wurden ihm auf die wider die öffentliche Ordnung im Sinne ber§§ 123–138 bes Strafgeset Strafe angerechnet. buchs. Wenn Sie wissen wollen, ob eine bestimmte Tat unter die Amnestie fällt, fo geben Sie an, auf Grund welcher Paragraphen eine Berurteilung ftattgefunden bat, wann fie ausgefpromen ist und wann fie rechtsfräftig ge worden ist. Die Amnestie bezieht sich nur auf diejenigen Straftaten, bie am 4. Auguft bereits rechtsfräftig waren. St. 12. 1. Auf Grund des § 7, Biffer 2 der Behrordnung bedingt tauglich. 2. Das geschieht bei der Einziehung. C. H. 1. Ja.. 200. Benden Sie sich an die Blindendeputation des Magiftrats in Berlin oder an die Wilhelm- und und erlitt eine Stirnwunde und eine Quetschung des Beckens. Der Unsere Refer erinnern sich, daß die„ Deutsche Volksver. Ida- Beder- Stiftung" in Weißenfee, Berliner Adee 184/185. A. B. 15 Verunglückte wurde nach dem Urban- Krankenhause gebracht. 1. und 2. Nein. Sie müßten fich an die Echuldeputation wenden. Von einem Kraftwagen überfahren und getötet wurde der 14 Jahre Sicherung, Gemeinnüßige Attiengesellschaft", welche ausdrück- 3. Einbehalten fann der Birt, exmittieren fann er Sie nicht. Eine Klage alte Bäckerlehrling Willi Fennert, der in der Kiefholzstraße 17 au lich gegründet war, um der Boltsfürsorge" Abbruch zu tun, gegen Ihren Mann würde unterbrochen, eine Klage gegen Sie würde ab Treptow beschäftigt war und wohnte. Auf einer Bestellfahrt mit im Herbst 1913 Rundschreiben und Flugblätter verschickt hatte, gewielen werden. M. P. 100. Etwa 10-15 M. wöchentlich würde feinem Zweirade stieß er in der Graeßstraße mit einer Kraftbroschke in welchen die Behauptung aufgestellt war, bei der Bolts- 1. Eine Alage ist zulässig. 2. Ein Anspruch auf Unterstügung steht Ihnen voraussichtlich das Gericht als angemessen erachten. Gertrud 12. zufammen, geriet unter die Räder, wurde überfahren und so schwer fürsorge" würden die Gelder der Versicherten letzten Endes verlegt, daß er auf der Hilfswache am Görlitzer Bahnhof gleich nach dazu dienen, um der Umsturspartei einen neuen, starken der Aufnahme starb. Straßenunfälle. Beim Abspringen von einem fahrenden Straßen bahnwagen ist Dienstag der Arbeiter Georg Wunsch schwer verunglückt. W. verließ in der Großen Frankfurter Straße einen Wagen der Linie 8. Er kam dabei zu Fall und erlitt einen Schädelbruch. In sehr bedenklichem Zustande wurde der Verunglückte nach dem Krankenhause Friedrichshain gebracht. Ein zweiter schwerer Unfall ereignete sich am gleichen Tage nachmittags am Moritzplatz. Dort wollte der Omnibusfutscher Albert Wiese furz vor einem Straßenbahnwagen der Linie 41 das Gleis überschreiten, wurde umgestoßen " Im Gebrüder- Herrnfeld- Theater findet am Sonnabend, den 17. b. M., die 50. Aufführung der drei Herrnfeldiaden„ Er tommt wieder"," 8wei leuchtende Bunkte" und" Ende gut alles gut" mit den Autoren in den Hauptrollen statt. Gewerkschaftliches. Deutsches Reich. Soziales. Ein Erfolg der Volksfürsorge". Kriegsschap im Kampf gegen den Gegenwartéstaat zu schaffen". Verbunden war diese Behauptung mit einer Aufforderung, die Bolksversicherung" zu unterstützen, u. a. auch dadurch, daß die Arbeitgeber ihre Arbeiter ihr zuführten. Die Volksfürsorge" erhob auf Grund des Gefezes gegen den unlauteren Wettbewerb eine Klage auf Unterlassung dieser Behauptung. Das Landgericht II Berlin stellte awar ausbrüdlich feft, es fönnte fein zweifel barüber bestehen, daß bei der Boltsfürsorge" bie Gelder der Versicherten in beren Interesse verwendet würden, wies aber trotzdem die Klage ab, weil es in der von der„ Boltsverficherung" aufgestellten Behauptung nicht eine tatsächlicher Art, sondern eine nicht nachweisbare Meinungsäußerung" sah. " nicht zu. J. R. 83. Nein, nur wenn der Betreffende nachweislich wider besseres Wissen gehandelt hat. Abonnent Wilmersdorf. 1. Die Mehr zahl der Staufmannsgerichte erachtet bie Unterschrift für gültig. 2. Nein. 65. 16. In der Regel erfolgt dirette Nachricht. Fragen Sie bei der ausfunftsstelle des Striegsministeriums, Dorotheenitraße. Ede Neue Wil belmstraße, an. A. 3. 150. Die Forderung ist nicht verjährt. Dar lebensforderungen verjähren in 30 Jahren. 5. S. 100. Begen Herz febler untauglich. Sermine 1884. Das ist irrig. Das Gericht fordert R. G. 59. Nach der herrschenden nach wie vor einen Kostenvorschuß. folg, nur aber, weil sie fo lange Beit haben verstreichen laffen, ist ber Bragis leider ja. S.. Neutölln. 1. Die Klage hätte Aussicht auf Gr Ausgang ein zweifelhafter. 2. Sie haben Anspruch auf Bahlung für 14 Tage. Voraussetzung ist, daß Sie weitergearbeitet oder fich erboten baben, weiterzuarbeiten. Hätten Sie weniger erhalten, so hätten Sie bie Differenz einflagen müssen. G. 2. 10. 1. Wegen chronischer Krant heiten der Atmungsorgane zurüdgestellt. 2. Unregelmäßige Form des Brustforbes; zurückgestellt aus dem zu 1. angeführten Grunde. R. 3. 71. 1. Deutschland: 49 380, Frankreich: 138 900. 2. Noch nicht ermittelt. G. Pf. 13. Darüber ist uns nichts befannt. A. P. Entzieht sich unserer Renntnis. K. B. 100. An das Königl. Polizeis präsidium, bt. II b. Die glückliche 100. Darüber Aufklärung zu Neukölln 78. Der Orden Pour le geben sind wir nicht in der Lage. mérite wird in der Hauptsache für militärische Auszeichnungen verliehen Es besteht aber daneben noch eine besondere Friedensklasse, und zwar fann der Orden auch an 100 Sivilpersonen verlichen werden, die fich um Stunt 23. W. 77. 1. und 2. Ja. und Wissenschaft Berdienste erworben haben. 100. M. 2. in N. Die Echwägerin ift zur Unterstützung gefeßlich nicht berpflichtet. Ech. M. 1. Tas Gelb fönnen Sie auf der Sparkasse oder auf einer sicheren Bant liegen laffen. D. 1587. Ja.-O. R. Za Amtlicher Marktbericht der städtischen Markthallen- Direttion fiber den Großhandel in den Sentral- Markthallen. ( Cbne Berbindlichkeit.) Mittwoch, ben 14. Oftober. Fleisch: Nindfleisch per 50 kg, Ochien fleisch a 80-89, bo. Ila 75-78, bo. IIIa 62-73; Bullenfleis la 77-82, bo. Ha 67-75; Stübe, fett 65-70, bo. mager 60-65, reffer 65-73, bo. boll. 55-68, Bullen, bän. 58-66. Kalbfleisch: Doppellender 115-125; Mafttälber la 85-90, bo. IIa 65-84; Stälber Hammelfleisch: Maftlämmer 80-84; Hammel la 76-79, bo. Ila 72-75; Schaje 72-80. Schweinefletid 70-78. emüse, inländisches: Startoffeln, Daberfche 50 kg 3.75-4,00; weiße Raifertronen 8,50 4,00; Magnum bonum 3,50-4,00; Borrce, Schod 0,60-0,80; Gellerie, Schod 8-6,00; Spinat 50 kg 8,00-10,00 Kurz vor der Verhandlung hatte der Vertreter ber Bolts Mohrrüben 2,25-2,50; Bohnen 50 kg 15,00-25,00; Wachsbohnen versicherung" an den Anwalt der Boltsfürsorge" geschrieben, es 50 kg 15,00-25,00; Stohlrabi Schod 0,60-1,00; irfingfobl Schod fei bei den jebigen Beitläuften doch nicht angemessen, einen folchen 4,00-10,00; Birfingfohl 50 kg 3,50-4,50; Beltobl God 3,00-8,00 politischen Prozeß zu führen, und deshalb möge die Sache bis nach Beigtohl 50 kg 2,00-2,50; Rotkohl, Schod 4,00-10.00; Roitohl 50 kg 2,50 dem Kriege vertagt werden. Es wurde ihm darauf geantwortet, bis 4,50; Kohlrüben 50 kg 3,00-5,00; Teltower Rüben 50 kg wenn die Beltsversicherung" der Ansicht wäre, daß diese Art der 5,00-12,00; Der Bäckerverband in der Kriegszeit. Die Wirkungen des Krieges auf die Bäckerorganisation ist auf Die Voltsfürsorge" legte hiergegen Berufung beim Kammer. gericht ein. Ueber diese verhandelte der 7. Senat des Kammerbie in ihr vertretenen beiden Hauptgruppen eine verschiedenartige. Die Bäcker wurden zu einem großen Prozentiaße zum Militär ein- gerichts am Dienstag. Die Boltsfürsorge" wurde durch die Rechtsanwälte Wolfgang gezogen, und da ihre Arbeitskraft auch im Lande in hohem Maße in Anspruch genommen wurde, waren Arbeitslose sehr wenig vor- Seine und Dr. Hugo Heinemann vertreten, die Aktiengesellschaft handen. Die Schokoladen- und Buderwarenfabriken hatten dagegen Volksversicherung" durch Rechtsanwalt Dr. Reimer. Die Vertreter in den ersten Wochen unter folossaler Arbeitslofigkeit zu leiden. der Boltsfürsorge" wiesen aus der Rechtsprechung nach, daß die Durch eine Erhebung in den Schokoladen- und Buderfabriken ergab Behauptung, die Gelder der Versicherten würden zum Kriegsfich, daß 199 Betriebe vor Ausbruch des Krieges 8198 Arbeiter hat für die Sozialdemokratie dienen, als Behauptung einer und 14 816 Arbeiterinnen beschäftigten, von denen 2088 Arbeiter Tatsache anzusehen wäre, nämlich der Tatsache einer bei den und 4080 Arbeiterinnen gleich 26,6 Prozent sofort in den ersten Beitern der" Boltsfürsorge" vorhandenen Absicht, so zu handeln, Tagen des August entlaffen wurden. Die Betriebe stellten zum ouffassen könnten als dahin, daß die Wolfsfürsorge" die Gelder ber und daß die Leser der Druckschriften die Behauptung nicht anders Teil wegen ber Bahnsperre In der ersten Woche des September waren erst wieder 166 der Versicherten zu veruntreuen beabsichtige. Wenn eine Behauptung erfaßten Betriebe in Tätigkeit; fie beschäftigten 3956 Arbeiter und deshalb, weil sie niemals erwiesen werden könnte, nicht als" Tat8642 Arbeiterinnen. Durch Aussehen waren zeitweilig arbeitslos jache" im Sinne des Wettbewerbsgefeges gelten sollte, so würde gewefen 2697 männliche und 6763 weibliche Personen. Die Unter- Dies geradezu eine Prämie auf möglichst breiste Berleumdungen fügungsleistungen der Organisation wurden infolgedessen start in fein. Denn je ungenierter jemand Unbeweisbares behauptete, besto leichter würde er sich dann der Berantwortung entziehen Anspruch genommen. Es melbeten fich arbeitslos und frant: Woche Vom 2. bis 8. Auguft 15. 9. 16. 22. " 28. 29. # ganz ein. Arbeitslos Krant Zusammen männl. weibl. männl. weibl. Mitglieder 51 641 462 84 441 419 88 24 1188 922 288 250 100 99 21 21 9 518 221 Vor dem Kriege waren wöchentlich im Durchschnitt nur 187 Unterfügungsmeldungen zu verzeichnen. In der zweiten Woche des August rechnete die Drganisation mit 2720 Unterstüßungsberechtigten, in der dritten mit 2478 und in der vierten mit 1285. Die Einziehung zur Truppe betraf, wie erwähnt, die Bäder am schärfften. Bis zum 1. September waren insgesamt 8211 Mitglieder eingezogen. Da der Mitgliederbestand am Schluffe des awweiten Duartals 29 116 betragen hatte, so verblieben 20 905; burch 777 Neutönnen. Das Gericht erkannte dahin, daß der Aktiengesellschaft Bolts. versicherung" die Berbreitung ihrer Behauptung bei Androhung einer Strafe unterfagt wird. " ger. gen. Blumentohl, Erfurter, 100 St. 6,00-18,00, Rofen Beterfilien 1 Bolemit aufhören müßte, jo möge fie die Behauptung zurüd- tol 50 kg 22,00-25,00, Meerrettich Schod 5,00-12,00, wurzel Schodbund 1,00-3,00; Radieschen Schodbund 0,70-1,00; Salat nehmen und das Versprechen abgeben, daß sie nicht fortgesetzt God 2,00-3,00; 3miebeln, 50 kg 7,00-8,00; Tomaten 50 kg 7,00-10,00; werden sollte. Würde dies aber nicht erklärt, so müßte der Brozeß Biefferlinge 50 kg' 20,00-30,00; Ebampignons 50 kg 25,00-35,00; Gurten aur Entscheidung gebracht werden. Su biefer felbstverständlichen Schod 1,25-2,50; Senfgurten, Schod 7,00-10,00; Einlegegurten, Schod Erklärung aber erhielt der Prozeßvertreter teine Ermächtigung. 0,60-1,50, Stürbis 50 kg 2,00-3,00