Nr. 47. Erscheint täglich außer Montage. Prets pränumerando: Biertels fährlich 3,30 Mart, monatlich 1 1,10 mt, wöchentlich 28 Big. fret In's Haus. Einzelne Nummer 6 Pig. Sonntags- Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage Neue Belt" 10 Big. Bost- Abonnement: 3,30 Mt.pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. Defterreic Ungarn 2 Mt., für das übrige Ausland s Mt.pr.Monat. Einger:. in der Poft Beitungs- Breisliste für 1894 unter Nr. 6919. Vorwärts 11. Jahrg Infertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Big., für Vereins- und Beriammlungs Anzeigen 20 Pfg Inferate für die nächste Nummer müssen bis 4 Ubr Nachmittags in De: Grvedition abgegeben werden. Die Ervedition in an Wochentagen bis 7 Ubr Abends, an Sonnund Fefttagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Fernsprecher: 3mt I. 1508. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin! Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Lieutenant und Asesor in Afrika. Sonntag, den 25. Februar 1894. Expedition: SW. 19, 33enth- Straße 3. die übelsten Gepflogenheiten der dort einheimischen Despoten| Menschen einer niederen Entwickelungsstufe zu verfahren. fich zu eigen. Wohl das vernichtendste Urtheil für die deutsche KolonialIn Europa kommt das obrigkeitliche Prügeln nur als verwaltung springt daraus hervor, daß sie diesen in der illegitime, obschon verzeihliche Extravaganz vor. Es erregt Zivilisationsarbeit unter den Negern herangereiften Eine wahrhaft vernichtende Kritik ist im Reichstage Aufsehen und Unwillen, wenn ein Amtsvorsteher einem vier- Mann nicht zu verwerthen wußte. Er gerieth sofort in über das Treiben der deutschen Kolonialbeamten im dunklen zehnjährigen Schulmädchen ein Dugend Hiebe mit der Widerspruch zu der bureaukratischen Verwaltungsschablone Erdtheil dahingebraust. Es würde aber ganz gegen die ge- Reitpeitsche auf das Gefäß versehen läßt. Und die Be- und dem geistlosen Drillton, den die Assessoren und Lieuteheiligten Ueberlieferungen des preußisch- deutschen Militär- fürchtung vor einem angeblich bevorstehenden Krawall mußte nants dort eingeführt hatten. Emin ging der deutschen staats verstoßen, wenn eine solche Kritik jenen Ordnungs- einer Anzahl Schutzleute den Vorwand liefern, um voll edlen Verwaltung verloren und ging zu grunde, weil er sich in säulen in den Augen ihrer vorgesetzten Behörde zum Nach- Borns mit der Plempe und dem Gummischlauch eine seinem Unmuth verleiten ließ, die Abenteuerpfade der ruhmtheil gereichte. Die preußisch- deutsche Beamten- und Unter- widerstandslose Volksmenge zu Paaren zit treiben. und beutelüsternen Stanley und Peters zu wandeln. offizierstradition verlangt, daß eine wohlwollende Regierung In Afrika aber ist die gutsherrliche Reitpeitsche So haben denn der Lieutenant und der Assessor seitdem ihren ausführenden Organen, den Stellvertretern Gottes auf kantig gedrehten Nilpferdpeitsche ausgewdchsen. ungestört weiter reglementiren und diszipliniren können, wo Erden, etwas zu gute hält. Kleine Uebergriffe gehören zum Unter Beobachtung aller richterlichen Formalitäten wird die deutsche Flagge gehißt wurde im dunkeln Erdtheil. Regierungshandwerk. mit diesem Folterwerkzeug unter den Pascha Augen Mit Beitschenhieben und Strammstehen bläuen die Leist und Taß das Zivilistenpack scharf und schneidig zur Raison des kommandirenden Assessors einer Anzahl Soldatenweibern Wrochem den Negern preußischen Kulturgeist ein, während gebracht wird, daß jede Ausschreitung des beschränkten der nackte Leib zerfleischt, weil sie sich des fürchterlichen die„ ehrbaren Kaufleute einen schwunghaften Sklavenhandel Unterthanenverstandes rücksichtslos bestraft wird, ist noth- Verbrechens schuldig gemacht haben, in der Ausführung der treiben und die neuen Schüßlinge des Reiches der Gotteswendig, um die Furcht vor der hohen Obrigkeit den ihnen von besagtem Assessor zugewiesenen Arbeiten säumig furcht und frommen Sitte mit Fusel vergiften. Das Beherrschten nie aus den schlotterigen Gliedern kommen zu sind die nothwendigen Früchte einer Kolonialpolitik, lassen. Wehe dem Privatmann, der die 1001 Paragraphen deren treibende Kraft die Ausbeutungsgier einiger Spedes Strafgesetzbuches und die 1001 Nummern der Polizeifulanten und Abenteurer war. Da ist auch gar keine vorschriften nicht bis zum letzten Buchstaben im Kopfe hat; Aussicht, daß das besser werden könnte. Männer wie unversehens hat er sich vergangen; das scharfe Auge des Livingstone und Emin, die befähigt wären, als Freunde Gesezes hat ihn gesehen bei seiner Unthat; der starke Arm und Berather die Neger zu einer höheren Gesittung zu des Gesetzes packt ihn und die schnarrende Stimme des Geführen, passen nicht in das System, und dessen berufene setzes diktirt ihm die gebührende Strafe, Geldbuße oder Träger, der Assessor und der Lieutenant, können die Gefängniß, je nach der Schwere seines Vergehens. Da deutschen Kolonien wohl zu Grunde reglementiren, aber der giebts teine Nachsicht, Ordnung muß fein und Strafe einzigen Aufgabe, deren Erfüllung ihrer Wirksamkeit einen muß sein. Schein von Berechtigung verleihen könnte, der Aufgabe, Träger einer edleren Menschlichkeit unter halbwilden Völkern zu sein, sind sie nicht gewachsen. gewesen zu sein. Was erwiderte nun Herr v. Caprivi im Reichstage auf den Vorwurf, daß alles diefes Unheil herrühre von der Verwendung von Lieutenants und Assessoren zu derartigen Aufgaben, für die ihr bureaukratisch- militärischer Drill sie ganz ungeeignet mache? Auf die Assessoren und Lieutenants sei die Kolonialverwaltung durchaus angewiesen; mit dem Assessor und Lieuteuant müsse angefangen werden! Mit diesem politischen Bekenntniß hat der Reichskanzler leider das Eingeständniß geliefert, daß ihm das Wesen halbwilder Völker ganz unverständlich ist. Wenn irgend In einem anmuthigen Gegensatze zu der Strenge, mit jemand in Afrika besonders wenig am Plate ist, so ist das der die Gesetzesübertretungen der Unterthanenschaft ge- der preußische Assessor und der preußische Lieutenant. Ihre ahndet werden, steht die Nachsicht, mit der das ganze Vorbildung, ihre ganze Lebensanschauung machen sie Auge des Gesetzes die Befugnißüberschreitungen der ungeeignet zu Erziehern und Leitern der Eingeborenen. Es Beamten ansieht. Gegen derartige kleine Extravaganzen gehören dazu ganz besondere Charaktereigenschaften. Die Politische Meberlicht. eines tüchtigen Beamten muß die Behörde nachsichtig sein, jenigen Europäer, die Erfolg hatten in Afrika, waren um ihm die Freude an der Zivilistenkommandirung nicht himmelweit verschieden von jenen schneidigen MusterjüngBerlin, den 24. Februar. zu vergällen. Etwas Bewegungsfreiheit muß sein, und da lingen, die in Kadettenhäusern und Landrathsämtern Die Budgetkommission des Reichstages hat in ihrer die obrigkeitliche Staatsauffassung es dem Unterthanen nicht herangebildet werden. heutigen Sigung die Berathung des preußischen Militärgestatten tann, über die gesetzlichen Schranken hinaus- Unter den Engländern, die auf afrikanischem Boden etats beendet. Die von den Majoritätsparteien bei Beginn zuschweifen, muß das dem Beamten vorbehalten bleiben. sich als Erzieher und Leiter der Schwarzen bewährt haben, der Berathung in Aussicht gestellten Abstriche haben zwar Wie weiland der Herzog von Friedland seiner Soldatesta ragt Livingstone hervor und der war ein Missionar von Beruf. feinen erheblichen Umfang erreicht, indeß sind doch etliche außer Dienst die Freiheit gewährte, das Bürger- und Nun mag man sagen, Livingstone habe nur als Lehrer Millionen Mark dem russischen Handelsvertrag zum Opfer Bauernpack nach Luften zu tribulieren, so gestattet der und Berather gewirkt, eine Verwaltungsthätigkeit habe er gefallen. Das Geheimniß der geübten Sparsamkeit liegt moderne Militär- und Bureaukratenstaat seinen ausübenden nicht ausgeübt. Nun wohl, Deutschland hat einen Mann nämlich darin, daß unsere Herren Junker glauben, Organen einen breiten Spielraum zur Bethätigung ihres hervorgebracht, der gerade als Organisator eines großen bei Annahme des Handelsvertrages auf Wasser und Brot überschüssigen Beherrschungsdranges. Und dieser überschüssige Gebietes sich vortrefflich bewährt hat, den Dr. Schnitzer, gesetzt zu sein und sich durch Verringerung der ReichsBeherrschungsdrang, der in Europa noch durch aller- oder wie er mit seinem egyptischen Namen genannt wird, ausgaben wenigstens die Möglichkeit dieser Ernährung hand Gepflogenheiten der zivilisirten Welt einiger- Emin Pascha. Das war ein Arzt von Beruf, Natur- sichern wollen. maßen in Schranken gehalten wird, gehalten wird, feiert wahre forscher aus Neigung. Seine ganze Geistesanlage, sein Der alte Ben Atiba ist mit seinem berühmten AusOrgien, wenn er in Afrika auf verstavte Barbarenvölker Entwickelungsgang führten ihn weit ab von der Laufbahn spruch durch die im Bund der Landwirthe geeinten Konserstößt. Mit wunderbarer Anpassungsfähigkeit macht er sich des Assessors oder Lieutenants. Er wußte menschlich mit vativen ins Unrecht gesetzt. Denn daß Mitglieder des Nachdruck verboten.] ( Alle Rechte vorbehalten [ 52 Feuilleton. Helene. Roman in zwei Bänden von Minna Kautsky. Sie wird auch kommen." " Aber vielleicht doch nicht so schnell, daß Sie sich's nicht bequemer machen könnten", versezte Sofia lächelnd. Ein Schimmer der Freude flog über ihr Antlig, dann sprang fie gegen die Thür. Sie ging auf. Dodutoff stand auf der Schwelle. Sie begrüßten sich und ihre Augen ruhten einen Augenblick in einander, wie ihre Hände. Aber so glückselig sie auch aussah, so mußte doch etwas in ihrem Blick einen Vorwurf enthalten haben, denn er neigte sich zärtlich ihr zu und flüsterte leise: ch konnte nicht früher tommen." Jst etwas vorgefallen?" fragte sie in jener reizenden Bertraulichkeit, die an Vertrauen gewöhnt ist. Pirogow brummte etwas und rutschte nach rückwärts ,, Krapottin hatte mir geschrieben, daß er diesen Nach bis an die Lehne. Aber nun konnten die kurzen Beinchen mittag kommen werde, ich erwartete ihn bis sechs vernicht mehr den Boden erreichen; er ließ sie baumeln und gebens. Da ging ich denn und habe die Weisung hinter sah mit einem troßigen, höchst unzufriedenen Ausdruck lassen, wo ich zu finden sei." gerade vor sich hin. Es wirkte unwiderstehlich komisch und Tania lachte Hände. und versicherte, er sehe jetzt aus, wie ein Schuljunge, der nachfizen müsse. Und nun folgte ein Wit dem anderen, die Pirogow mit stoischem Gleichmuth entgegen nahm. Als aber Ostrowski einen gar zu scharfen Ausfall that, setzte er, wie der Präsident in der Kammer, seinen Hut auf und wollte fort. Sie nickte ihm zu und nach einem Druck lösten sich ihre Wie einen Raub genossen sie ein Glück, gegen das ihr Gewissen sich sträubte. Lazar trat zu den Anwesenden und reichte Tania die Auf sein Befragen, wie es ihr ginge, versicherte sie: Ausgezeichnet!" Hand. " Sie fühlte sich angeregt, und fah in der That merk lich erfrischt aus. Sie fragte ihn, weshalb er seinen Freund aus Deutschland nicht mitgebracht habe. " Wir können es ihnen leider nicht nachmachen," versetzte Ostrowski. Wir brauchen ihnen überhaupt nichts nachzumachen," erklärte Pirogom mit Entschiedenheit, was dem Westen taugt, taugt nicht für uns, wir müssen uns an die Bauern halten." Die Bauern," rief Ostrowski, und nun begann der Streit zwischen den Beiden auf's Neue. Lazar schritt dem Fenster zu und Sofia trat zu ihm. Beide lehnten sich hinaus und flüsterten leise miteinander. Sie ließ ihre Blicke über die walbumsäumten Hügel des Zürichbergs schweifen, während er die seinen nicht von ihr loszulösen vermochte. Unter den Luftreflexen des klaren Himmels schimmerten ihre Augen im tiefsten Blau; jedes Aederchen zeichnete sich in dem lichten Gesichte, und der feine Ton ihrer Haut erschien transparent unter dem wärmeren Roth, das Hals und Nacken ihr färbte. Und er empfand ihre Schönheit wie eine Seligkeit und einen Schmerz zugleich, nach dem er immer sehnsüchtiger verlangte. Da ertönte ein Durcheinander verschiedener Stimmen vom Vorhause her; darunter ein lauter Alt und der alles dominirende Distant eines Kindes. Dann wurde die Thür aufgerissen und Rina Iwanowna, einen hübschen Knaben auf dem Arm, hopste mit ihm herein. Helene folgte und hinter ihr drein zwei junge Männer, beide gedrungen und breitschultrig, mit offenen und intelligenten Gesichtern. Der Größere und Schlankere war der Student der Aber fofort fiel ihm sein Freund reuevoll um den Hals, bat ihn, doch nicht gleich böse zu sein, und zog ihn wieder auf seinen Platz zurück. Und jetzt lachte Birogom laut und gegen Ostrowski gewendet, versicherte er nicht ohne Laune: Die haben Konferenz," erwiderte Lazar. In der Ich kenne Dich ja, Paul Fedorowitsch, Du bist ein Redaktion des Sozialdemokrat" wird etwas gebraut." gefürchter Terrorist, aber Du fannst feinem Menschen Ja ja, dort geht etwas vor," versetzte Ostrowski mit web thun." schlauem Blinzeln. Und nun lachten Alle. Sie waren in eine liebens- Bei Denen soll etwas vorgehen?" stieß Pirogow Medizin Pisanoff, dessen Frau unlängst entbunden hatte, würdig heitere. Stimmung gekommen, und die Unterhaltung verächtlich hervor, diese deutschen Sozialisten find Reaf- er brachte sein Söhnchen mit, den fast dreijährigen Kola. nahm einen ganz harmlosen Charakter an. tionäre." Er hätte auch seinen Neugeborenen mit sich genommen, Sofia ftellte. den Samowar auf. Als sie einige Vor- Sie organisiren die Arbeiterschaft, und das ist wohl wenn ihn nicht seine Frau selbst davon abgehalten hätte. bereitungen treffend auf und nieder ging, blieb sie plötzlich von Bedeutung," entgegnete Lazar mit Nachdruck. Er hatte den großen überaus schäbigen Filzhut schon stehen und lauschte. ,, Das ist gut für die Deutschen," bruminte Pirogow. draußen abgenommen und das weiche lange Haar fiel in preußischen Adels und konservative Landräthe sich gegen die darüber statt, ob die Ausprägung von Silbermünzen bis schüßen. Das zeigt, welcher Art die propagandistische WirErrichtung von Kasernen erklären, das ist bis jetzt doch zu dem gesetzlich zulässigen Höchstbetrage angezeigt sein fung der Propaganda der That." noch nicht dagewesen. Die diesmalige Kommissionsberathung möchte. Indessen ist hervorzuheben, daß der Bundesrath, Beiläufig ist, was Herrn Andrieur gewiß nicht sehr des Militäretats ergab das wunderliche Bild, daß unter der diese Frage zu entscheiden hat, noch nicht damit be- freuen wird, das Bombenwerfen ein Pariser Kindersport Führung der konservativen Mitglieder recht flott gestrichen faßt worden ift. Buvor dürfte auch das preußische Staats- geworden. Alle Augenblicke wird die Polizei von einem wurde und daß die ehemaligen Frontkameraden dem Kriegs- ministerium Stellung zu der Angelegenheit zu nehmen erschreckten Portier in ein Haus gerufen, wo irgend ein minister das Leben sauer machten. Den vereinigten An- haben. Spaßvogel eine verdächtige Sardinenbüchse an eine Thür prattizirt hat. Italien. Probatum est. in Der russische Handelsvertrag wird Montag im Reichstage verhandelt werden. Seit Monaten beschäftigt er alle Politiker und Interessenten, seit Wochen ist der " " 1 " B strengungen des Zentrums und der Nationalliberalen Die Silberfrage wird durch diese Maßregel sehr wenig gelang es leider in vielen Fällen, dem konservativen berührt, den Silberpreis wird sie nur auf furze Zeit und Sparsamkeitsrenner Die Budgetrede des italienischen die Zügel zu fallen, aber nicht wesentlich beeinflussen. Was aber die Bimetallisten Finanzministers hat in der gesammten unabhängigen Presse es bleibt die erfreuliche Thatsache bestehen, daß noch nie wollen, freie Gilberprägung" wird ihnen damit nicht eine ungünstige Beurtheilung gefunden. Der Widerspruch ein Militäretat so gerupft aus der Budgetkommission ans gewahrt. zwischen der Nothlage des Landes und dem Gedanken, dem Plenum gelangt ist. Möchte doch die Regierung dem Die Einigkeit" in der freisinnigen Volkspartei Land neue Steuern aufzulegen, springt zu sehr in die Augen, Reichstage jedes Jahr einen Handelsvertrag vorlegen. äußert sich in einer uns sonst gleichgiltigen, alltäglich sich als daß er übersehen werden könnte. Als ganz unparteiisch Das Volt tönnte dann immer zwei Fliegen mit einer fortspinnenden Polemik zwischen der Berliner Zeitung" fann gewiß die englische Presse gelten. Klappe schlagen. Erstens die Erleichterung der Ernährung und der Freisinnigen Beitung". Und sie sitzt erbarmungslos zu Gericht über den Crispi'schen Steuerplan. durch den Vertrag und zweitens die Berringerung der Die Verstaatlichung des Branntwein Ver. So sagt z. B. der Italien besonders freundliche konservative Militärkosten mit Hilfe der durch die Vertragspolitik wüthend tauses will die russische Regierung in den polnischen Standard":" Einem Bolte, das durch übertriebenen gemachten Konservativen. Provinzen einführen. Da die russische Regierung in der Steuerdruck zum Aeußersten getrieben, und dessen UnzuBranntweinsteuer eine Haupteinnahmequelle sieht, so wird friedenheit ob des Steuerdrucks schon zu einer Gefahr für diese Maßregel kaum zur Verminderung der Trunksucht den Staat geworden ist einem solchen Volk führen. noch mehr Steuern auflegen, das heißt: das Das Urtheil im Wiener Anarchisten Prozesse, Schicksal herausfordern und die Dinge Inhalt des Vertrages befannt. Zehntausende Ballen Papier wie wir gestern schon unter Depeschen kurz berichteten, lautet einer Ratastrophe treiben( to court disaster). zu hätte Die Geschworenen bejabten bei acht Angeklagten alle Gin Echuldfragen, darunter diejenigen betreffs Hochverraths und anders gehandelt. Welcher Freund Italiens kann den Aufruhrs zum Bürgerkriege, und verneinten sämmtliche Schuld- gegenwärtigen Zustand ohne Besorgniß und Zweifel anfragen bei den übrigen Angeklagten. Der Gerichtshof verurtheilte Haspel zu zehnjährigem, Hanel zu acht In der italienischen Presse, gefnebelt wie sie ist, spricht jährigem, zwei Angeklagte zu vierjährigem, drei zu sich eine große Erbitterung aus; und es ist sehr die Frage, dreijährigem, einen zu zweijährigem schweren ob Crispi eine Majorität in der Kammer bekommt. Was Kerter. Sechs Angeklagte wurden freigesprochen. immer aus dem Budget werden möge, so viel steht fest, die Berücksichtigt man, daß diesen Anarchisten" Krise, in der Italien sich befindet, ist durch diesen Finanzhöchstens Vorbereitungen zu späteren Thaten und Pre- plan vergehen nachgewiesen werden konnten, daß ihre Be- plan des Herrn Crispi nur verschlimmert worden. In der italienischen Kammer begann gestern Frei ziehungen zu anderen Anarchisten nicht erweisbar sind, daß tag die Debatte über die Interpellationen( 17) und Anes sich um findlich denkende Personen, die eine monarchische fragen( 8), betreffend die Vorgänge in Sizilien, Massa anarchistische Gesellschaft anstrebten, handelte, so muß man Carrara und anderen Theilen des Landes. Das Wolff', che über die Schamlosigkeit, mit der die schwersten Strafen ver Bureau berichtet darüber: hängt wurden, erstaunt sein. find mit Urtheilen über denselben bedruckt worden, in allen parlamentarischen Körperschaften des Reiches und in zahl losen Versammlungen wurde über ihn abgeurtheilt, so daß eine rasche Erledigung der Vorlage feinerlei Schwierigkeiten machen würde. Trotzdem dürfte Rommissionsberathung beliebt werden, denn abgesehen von den beiden konservativen Parteien dürften das Zentrum und die nationalliberale Partei sich für diese Verzögerung des Verfahrens und damit für die Verlängerung des Zollfrieges erklären. gangen: толт Ein Gefeßentwurf über Arbeitsstatistik ging dem österreichischen Abgeordnetenhause zu. Der preußische Justizminister hat ein gutes Mittel gegen revolutionäre Ansteckung entdeckt. In Sachen der Vornamen ist folgender Erlaß er „ Auf grund Verfügung des Königlichen Herrn Justizministers vom 29. 1. 94 werden Ew. Wohlgeboren verständigt, daß, wenn im Bezirk des hiesigen Ober- Landesgerichts gemäß den auf dem linken Rheinufer geltenden Gesez vom 11. Germinal XI. und ebenso dem Artitel 23 des in dem vormaligen Gebiete des Großherzogthums Berg geltenden Dekrets vom 12. November 1809 in die Geburtsregister neben den im Kalender vorkommenden Bornamen nur solche eingetragen werden dürfen, welche der alten Geschichte angehören, unter diesem letzteren Ausdruck nicht das Alterthum im Gegensatz zum Mittelalter und der neuen Geschichte zu verstehen ist. Bielmehr hat die gedachte Gefeßesvorschrift den Gegensatz zwischen der Zeit vor und nach der Ende des vorrigen Jahrhunderts in Frankreich eingetretenen Staatsumwälzung im Auge, und ihre Tendenz geht dahin, von der Eintragung in die Standesregister solche Bornamen auszuschließen, deren Bildung sich an die Namen der während der französischen Revolution an die Deffentlichkeit getretenen Persönlichkeiten anlehnt, oder sonstwie eine Hin- verhandlungen sagt treffend die Züricher Post":" 3u elastisch, deutung auf die Ereignisse jenes Zeitalters enthält." Dieser Erlaß wird mit gebührender Heiterkeit auf genommen werden, aber glaubt der Herr Minister wirklich, daß Bornamen die Gradmesser revolutionärer Anschauungen bilden? Bundesversammlung( Nationalrath und Bundesrath) in der Aus der Schweiz wird uns geschrieben: Die von der Degeneron bestellten Kommiſſionen zur Vorberathung des anar ch ist en gesetzes hatten jüngst in Bern zwei Sigungen abgehalten, in denen zunächst von verschiedenen Mitgliedern die verfassungemäßige Kompetenz des Bundes zum Grlaß eines solchen Gesetzes bestritten wurde. Das Gesammtresultat der Berhandlungen ist eine Abschwächung des bundesräthlichen Projektes, seine Einschränkung auf die Verbrechen gegen die geſellschaftliche Ordnung, die Herabsetzung einiger Strafmaße und die Beseitigung der Denunziationspflicht, welch' lettere einstimmig beschlossen wurde. In einer Besprechung der Kommissionszu sehr Kautschuk, zu gefährlich ist der Begriff der sozialen Ordnung in dem Entwurfe; er macht ihn zum Ausnahmegesetz und umschreibt nicht mehr blos den Bezirk des anarchistischen Verbrechens, das selber, wie die Kommissionsberathungen erwiefen haben, nicht definirt werden kann. Ein Gesetz über die Sprengstoffe würde die geringere fonstitutionelle Echivierigkeit bieten und uns doch geben, weffen wir benöthigen. Die Bombe nur hat diese neue Art der Gesetzgebung veranlaßt und ihr gilt der Kampf." dia. schauen?" Der Deputirte La Vaccara führt in der Begründung einer von ihm eingebrachten Interpellation aus, Sizilien sei weder schwer zu regieren noch separatistisch gesinnt. Dem Patriotismus Crispi's werde es hoffentlich gelingen, die moralische und wirthschaftliche Wiederaufrichtung Siziliens zu Deputirten eine Interpellation über die Proklamirung des vollenden. Badaloni begründet namens der sozialistischen Belagerungszustandes auf Sizilien und die Verhaftung der sozialistischen Parteiführer. Der Redner verurtheilt diese Maßregeln und beklagt die häufig vorkommende Ver wechselung der Sozialisten mit den Anarchisten, indem er betont, daß d die ersteren für ihre Doktrinen innerhalb der gefeßlichen Vorschriften und der bestehenden Einrichtungen eintreten. Badaloni beantragt schließlich, das Ministerium in Anklagezustand zu versehen. Golajanni begründet seine Interpellation über die Verhaftung des Deputirten Defelice- Giuffrida. Diese Verhaftung sei eine Verlegung der Verfassung. Daß die vorgekommenen Unruhen in Sizilien die Folge eines ausgegebenen Losungswortes gewesen feien, sei in feiner Weise erwiesen. In Sizilien sei das Elend nicht größer als in anderen Provinzen Italiens, doch sei der Gegensatz zwischen dem günstigen Verhältniß der Vergangenheit Der Adreffenfturm, der zu gunsten des Herrn und dem gegenwärtigen Unbehagen ein größerer, dadurch würden die Leiden verschärft. Ein anderer Uebelstand ſei Staatssekretärs Dr. Stephan und seines Post system 3 eine Art Hochmuth, der sich in den Sitten bemerkbar in Szene gesetzt worden ist, hat nicht einmal den Vorzug mache. Jedermann wisse, daß die oberen Klaffen die der Neuheit. Solche Stürme" sind unter der Bismarc'schen niedrigeren roh behandelten; allein der Hauptgrund der Der ehemalige Präfekt der Herrschaft sehr häufig gewesen und mit Lob- und Dank Seine fann stolz sein. Jeder Tag bringt neue Beweise für Unzufriedenheit ſei die schlechte Kommunalverwaltung, Adressen für Herrn Dr. Stephan find wir schon hundertmal die Trefflichkeit seiner Polizeischule des Anarchismus. Und es sei nothwendig, der schlimmen Lage in Sizilien durch überschwemmt worden. Jedermann weiß, wie es gemacht was sein patriotisches Herz doppelt erfreuen muß: mit Auspolitische und wirthschaftliche Maßnahmen zu steuern. Hierauf wird. Die armen Postbeamten, die gegen jede Gemeinschaft nahme der Spanier, für die ein Kollege des Herrn erklärte Ministerpräsident Grispi, alle gerichtlichen Beamten in Sizilien verdienten das höchste Lob. Redner ver mit den bösen Sozialdemokraten protestiren, sind Bluts Andrieux eine besondere Zweig Erziehungsanstalt errichtet theidigt die Militärgerichte und führte aus, Colajanni habe verwandte der vielen Arbeiter", die periodisch, namentlich hat, find sämmtliche Bombenwerfer Bollblut Franzosen sich bestrebt, Gefühle der persönlichen Rancüne in ihm wachin Wahlzeiten, die gegnerischen Zeitungen und Wahl Pariser, und fast alle haben sie in französischen Gefäng zurufen, er( Crispi) aber habe, als er die Gewalt übernahm, flugblätter füllen, und die böse Sozialdemokratie nissen und Zuchthäusern noch Extrakurse polizeilicher die Bergangenheit vergessen. Er sei überzeugt, daß auch seine in Acht und Bann thun. Glauben wir auch Gegner ihrer vergessen haben. Solange die gegenwärtigen Erziehung durchgemacht. Auch der„ Anarchist", der nicht, daß Herr Dr. Stephan den neuesten Adressen bei Zonbon mit seiner eigenen Bombe verunglückte, Schwierigkeiten fortdauerten, werde sich die Kaminer von feiner sturm selber veranlaßt hat, so erwarten wir doch Erwägung persönlicher Natur leiten lassen, sondern das ihr war ein Franzose und Schüler des Herrn Andrieux. von ihm, daß er diesem Unfuge steuert, der von Niemandem Das Begräbniß dieses Apostels der„ Propaganda der That" von der Regierung vorgeschlagene Werk objektiv beurtheilen. Die Debatte wurde auf heute vertagt. Nach dem! Reals spontane Meinungsäußerung betrachtet wird, und der gab zu einem sehr lehrreichen Zwischenfall Anlaß. Das fumee des Wolf'schen Telegramms hat Crispi sich hinter allgezur einzigen Wirkung hat, die Postverwaltung zu kompro- gab Bolt, wohlgemerkt das arbeitende Volt, wollte meinen Phrasen versteckt ein Beweis, daß er über sachmittiven, weil er sie in den Verdacht, zum mindesten der unter Verwünschungen auf die Anarchisten den Sarg zerliche Gründe nicht verfügt. Einen Heiterkeitserfolg hat er intellektuellen Urheberschaft bringt. brechen und die Leiche in den Straßenkoth werfen. Die jedenfalls mit seinem Appell gehabt, Erwägungen persön Polizei, d. h. die Stüßen des Kapitalismus, mußten licher Art bei Seife zu schieben und die Vergangenheit zu den Anarchisten gegen diese Beschimpfungen nach dem Tod vergessen. Niemand hat eine Vergangenheit, die zu ver " Ausprägung von Silbermünzen. Es finden gegen wärtig, wie bürgerliche Blätter erfahren, Erwägungen Locken auf einen sehr schmutzigen Hemdkragen herab, der durch keine Kravatte zusammengehalten war, ein Mangel, der indeß nicht allzusehr auffiel, da der hübsche herab wallende Bollbart ihn gnädig verdeckte. Und nonchalant wie seine Kleidung, war auch seine Haltung, die trotzdem, oder vielleicht eben deshalb einer gewissen Anmuth nicht entbehrte. Und dieser Mann, der mit den kleinlichsten und quälendsten Sorgen täglich und stündlich zu kämpfen hatte, gewann den Anschein der größten Sorglosigkeit dadurch, daß er seine bittere Armuth nicht zu verbergen suchte. " Andrieux Schüler. D hiziger gestaltete sich die Verfolgung. Er lebte das schreckliche Leben eines ungefeßlichen, stets die Polizei auf den Fersen. Er konnte es selbst nicht begreifen, daß er noch immer frei war. Tag und Nacht trug er den geladenen Revolver bei sich, um in dem Moment seiner Festnahme den Angreifer nieder zu schießen oder sich selbst, und begrüßte jeden neuen Tag, mit Verwunderung, als ein unerwartetes Geschenk. Aber morgen, fagte er sich, morgen haben sie mich sicher. Schließlich gewöhnte er sich an dieses Leben und ertrug es mit Heiterkeit; er wußte gar nicht, wie sehr es ihn innerlich angriff. Wollt Ihr mir den Jungen verderben? Soll er sich für etwas Wichtiges halten und seine Gunst wie eine Gnade verschenken? Nein, Du bist kein Prinz, mein Junge, und wir haben hier was besseres zu thun, als uns mit Deiner werthen Persönlichkeit zu beschäftigen." Er stellte ihn dabei fest auf den Boden. Man lachte über den strengen Pädagogen und Ostrowsti zog den Kleinen an seine Knie heran und hob seinen Zeigefinger zu weiser Belehrung. Mein Sohn, Du mußt Dich frühzeitig gewöhnen, Deine Wünsche denen der Allgemeinheit unterzuordnen, sie verlangt in dem Augenblick nichts weniger von Dir, als daß Du in ruhiger Beschaulichkeit alle menschlichen Tugenden übst, verstehst Du das?" " Nein." Das freut mich von Dir." 11900 Das qu'en dira t'on"( was wird man dazu sagen?) der guten Gesellschaft spielte bei ihm keine Rolle. Weshalb auch? Die Genossen kannten seine Lage, sie wußten, Seine Freunde bemerkten die furchtbare Ueberreizung daß er selbst die härtesten Entbehrungen ertrug, um all seiner Nerven, die selbst die Nahrungsaufnahme beeinträchtigte seinen Pflichten als Mann und Vater zu genügen, der er konnte fast nichts mehr essen und boten ihm die ganzen übrigen Welt aber stand er ohnedies revolutionär Mittel zur Flucht. Das Wasser brodelte und sang im Ressel, und gegenüber, was fümmerte sie ihut. Er wollte nicht emigriren dann ging er doch. Pisanoff nahm von der Kommode Tassen und Gläser Er ist Mitarbeiter und Anhänger des Tschornii" Nicht für lange," sagte er ihnen, ich muß nur und stellte sie auf den Tisch, wo Sofia bereits mit der Peredjel", eines Organs, das zur Narodnaja Wolja" in wieder zu mir kommen, muß wieder einmal anfangen, als Bereitung des Thees beschäftigt war. Sie schenkte fie einen scharfen Gegensatz trat und eine neue Taktik be- Mensch zu leben, sonst, ich fühl's, müßte ich zum Verbrecher voll und gab Zucker herum, von dem jeder ein Stückfürwortete. werden" chen nahm und es vor sich hinlegte, um gelegentlich Aus den Narodniki hervorgegangen, strebten auch die Wer ihn jetzt sah mit den guten, klaren, braunen daran zu knuppern. Pisanoff dankte für sich, bat aber Anhänger des„ Tschornii Peredjel" die Bildung einer Bolts- Augen, dem sanften gescheidten Ausdruck und dem etwas für Kola um zwei, die man ihm gleich in die Schale partei an, aber nicht auf politischer, sondern rein ökonomi- schüchternen Wesen, ein Denker, voll Talent, eifrig mit werfen möge. scher Grundlage, wobei sie sich dem wissenschaftlichen So- historischen und nationalökonomischen Studien beschäftigt," Du trinkst wohl Deinen Thee sehr dünn, lieber Kola?" zialismus, obwohl sie ihn noch nicht völlig begriffen hatten, der hätte in ihm niemals den verfehmten Agitator ver- fragte Sofia den kleinen, der sich neben ihr auf die Zehen zu nähern suchten. muthet. Er vertrat unter den hier Versammelten gleich- stellte, um besser auf den Tisch zu sehen und mit der Zucker Sein Gefährte, der sich bescheiden hinter ihm hielt, sam eine vierte Richtung, die dem Marxismus am verfchale zu liebäugeln. Gall war Georg Andrejewitsch Bilinsky. Erst vierundzwanzig wandtesten war. nein," sagte er. jährig, hatte er doch ein ganzes Leben des Kampfes Die Damen Sprachen sehr laut; Helene wollte Nina" Du bist ein Nihilist, Du sagst immer nein," lachte hinter sich. den kleinen Kola streitig machen; sie möge ihn immer Ostrowski. Er war in Petersburg drei Jahre hindurch unauf- haben, meinte fie, hier möge sie ihn einmal einer anderen Es war das erste Wort, daß er aussprechen fonnte," hörlich für die Propaganda thätig gewesen. Er hatte sich vergönnen. versicherte der Vater mit einem gewissen Stolz, aber bitte, an die Arbeiter gewendet und versuchte es, sie über ihre Un als der so umworbene nun wirklich treulos zur bemühen Sie sich nicht, Tante Lenotschka, Kola trinkt Lage und die Bedingungen ihrer Fortentwickelung auf Tante Lenotschka verlangte, riß sie den Knaben mit einem seinen Thee allein, er verschüttet teinen Tropfen, fo- und zuklären, und traf unter ihnen auf Opfermuth und Ver- Jubelruf in ihre Arme, um ihn zu herzen und abzufüssen. jezt könnte man ihm ein Buch geben, mit dem er spielen ständniß. Rina spielte die Unglückliche und Getränkte, der Vater fann." Aber je bedeutsamer seine Erfolge waren, um so aber wehrte sie beide ab. " bij do ( Fortsetzung folgt.) al days and yessen uub vergessen zu sehen er wünschen muß al» Crispi, der dreifache Apostat, dessen persönliche Gehässigkeit sprich- wörtlich ist— selbst in Sizilien.— Eine öffentliche feierliche Hinrichtung des Sozialis- mus wird stattfinden in dem Lande der Frösche und Ge- würzkrämer, dem Königreich der Niederlande. Die Genossen A. Not, Sa m. Colthos und Chr. Cor- n e l i s s e n sind nämlich aufgefordert worden, vor Gericht zu erscheinen, weil sie beschuldigt sind, einen Kongreß eines Vereins geleitet zu haben, der auf Ungehorsam gegen die Gesetze undj Ucbcrtretung derselben abzielt und zweitens verbrecherische Absichten verfolgt. Dieser hochverrätherische und verbrecherische Verein ist die sozialdemokratische Partei.— Die Früchte der Propaganda der That zeigen sich in einer hochgesteigerten Erregung der Volksmassen gegen die Anarchisten. Anläßlich des Leichenbegängnisses des durch seine eigene Bombe getödteten Bourdin kam es zu er- regten Szenen. Folgende Telegramme liegen vor: Während des Begräbnisses Bourdin's versuchte die sich in großer Zahl angesammelte Volksmenge die den Zug begleiten- den Anarchisten zu vertreiben und machte sich namentlich große Erregung gegen die ausländischen Anarchisten geltend. Die von der Beerdigung zurückkehrenden Anarchisten wurden mit Knütteln und Steinivürfm von der erregten Menge angegriffen. Die Angegriffenen flüchteten in das Lokal des Auwnomieklubs; die Verfolger zerschlugen die Fensterscheiben des Klubgebäudes. Weitere Demonstrationen wurden durch das Einschreiten der Polizei verhindert. Die Beerdigung Bourdin's auf dem Friedhofe in Finhly verlies ohne größere Störungen. Aus dem Wege nach dem Friedhofe durch die von einer großen Volksmenge besetzten Straßen Londons umgab eine zumeist der Arbeiterklasse angehörige Volksmenge den Leichenzug, rief:„Nieder mit dem Anarchis- mns!" und bewarf den Leichenwagen mit Koth. Auf dem Kirchhofe versuchte der Anarchist Quinn vor der Menge zn sprechen, wurde aber von der Polizei daran verhindert und weggeführt.— Eine Anzahl Studenten derMedizin, denen sich andere junge Leute angeschlossen hatten, zertrümmerte heute die Fenster- scheiden im Klub„Autonomie". Die Polizei stellte die Ruhe her und nahm mehrere Verhaftungen vor. Wir halten das Verfahren der„gebildeten" Studenten für pöbelhaft, aber das ist nebensächlich gegenüber dem Umstände, daß die erregte Volksstimmung in England die Möglichkeit der Aushebung des Asizlrechts näher bringt.— Gladstone läuft jetzt Sturm gegen das englische Oberhaus,— so lautet die liberale Legende. In Wirklich- keit hat Gladstone vor dem Oberhans die Segel gestrichen, indem er sein Haftpflichtgesetz freiwillig zurückzog, weil es vom Oberhaus umgeändert worden ist. Statt den Kampf aufzunehmen, Rückzug mit fürchter- licher Wortkanonade— das ist liberale Taktik. Die Dro- Hungen Gladstone's und seiner Leute lassen das Oberhans kühl— es wird fallen, aber nicht vom Phrasen- Donner der liberalen Mnndhelden, die einst, wenn es wirklich zum Fall des Oberhauses kommt, meist noch mehr zittern werden, als die Herren Lords selbst.— Wegen Wahlfälschung ist ein amerikanischer Geschäftspolitiker des Staates Newyork zu 6 Jahren Gefängniß verurtheilt worden. Was der Herr gethan hat, ist von Hunderten gethan worden, ohne daß eine Be- strafung erfolgte und gehört zu den in Amerika herrschenden Wahlpraktiken. Die 6 Jahre Gefängniß werden auch sicher- lich nicht abgesessen werden! Allein immerhin bedeutet die schwere, wenn auch durchaus gerechtfertigte Verurtheilung, daß es nicht an den Gesetzen liegt, wenn in den Vereinigten Staaten von Nord-Amerika die schmählichste Wahlkorrnption und Wahlfälschung im Schwange ist. Und hierin liegt eine Lehre für diejenigen, welche die Bedeutung des allgemeinen Wahlrechts in den Vereinigten Staaten unterschätzen. Die besten Gesetze sind nutzlos, wenn sie tiicht zur Ausführung gelangen. Gelangen sie aber in einem freien Land, wie Amerika es ist, nicht zur Aus- führnng, so ist dies einzig und allein die Schuld des Volks, das von seinen Rechten nicht genügenden Ge- brauch macht. Und wer Besserung schaffen will, hat nicht über Rechte zu schimpfen, die nur auf dem Papier stehen, sondern dahin zn wirken, daß die Rechte nicht länger b l o s auf dem Papier stehen. In Amerika wie in Frank- reich hat das Volk alle politischen Rechte; benützt es sie nicht und hat unter den elenden Zuständen zu leiden, so hat es nur sich selbst anzuklagen.— Brasilien scheint zu seinem Bürgerkriege noch einen auswärtigen Krwg bescheert zu erhalten. Truppen der Nachbarrepublik B o l i v i a sind in brasilianisches Gebiet eingedrungen.— Ans Brasilien kommt eine wichtige Nachricht— nämlich daß unter der Bürgerschaft von Rio de Janeiro der Wunsch immer allgemeiner wird, die Hauptstadt unter den Schutz der Amerikaner zu stellen. Es ist dies eines der Symptome, welche darauf hindeuten, daß die Vereinigten Staaten zu einer ausschlaggebenden Rolle in den brasilianischen Händeln berufen sind.— pavfcmaiftvidjfim. Einen glänzenden Wahlsieg haben unsere Genossen in Gmünd, einer«rzkatholischen Stadt in Württemberg, errungen. Es handelte sich um die Stadtschultheißen-(Bürger- meister-) Wahl. Der Kandidat der Arbeiterpartei ist trotz der Machenschaften der geistlichen Kainpfhähne mit großer Majorität durchgedrungen. «» Tie Behandlung, welche man in D e» t s ch l a n d p o l i- tischen G e f a n g est e n zu theil werden läßt, ist schon häufig genug seitens der sozialdemokratischen Abgeordneten im Reichstag gegeißelt worden, ohne daß diese Klagen verstummt wäre». Und zwar nicht nur körperlich, durch Anlegen von Ketten, Ein- schränkung von Kost u. s. w. werden bei uns politische Verbrecher und natürlich ganz besonders Sozialdemokraten gepeinigt, auch durch besondere Seelenqualen sucht man ihre Gefängnißstrafen zu verschärfen. Wer erinnerte sich nicht des Falles Peus, und erst kürzlich meldeten wir, daß man dem Genoffen G e- wehr verweigert habe, am Neujahrstage den Besuch seiner Frau zu empfangen, eine Vergünstigung, die man gemeinen Verbrechern wohl zu theils werden ließ. Noch schlimmer verfuhr man mit dem Gen. Ballmann, der wegen Aufforderung zum Streik ein Jahr in der Strafanstalt zu Siegburg zubringen mußte. An einer Stelle, die er stets vor Auge» hatte, war folgende Lektüre angebracht, die von An- sang bis zum Ende seiner Haft dort verblieb, so daß sich der Wortlaut derselbe» ganz deutlich in das Gedächtnis) des Genossen einprägte. Sie lautet: Du bist nun ein gefangener Mann, die eisernen Stäbe deines Fensters, die geschlossene Thür, die Farbe deiner Kleider sagen Dir, daß Du Deine Freiheit verloren hast. Gott hat es nicht leiden wollen, daß Du lange Deine Freiheit� zur Sünde und zum Unrecht mißbrauchst, darum rief er Dir zu:„Bis hierher und nicht weiter!" Die Strafe, welche der menschliche Nichter zuerkannt, kommt vom ewigen Ricbter, dessen Ordnung Du gestört, und dessen Gebote Du übertreten hast. Du bist hier zur Strafe, und alle Strafe wird als ein Uebel empfunden, vergiß nie, daß niemand daran Schuld ist. als Du allein. Aber aus der Strafe soll für Dich ein Gutes hervorgehen: Du sollst lernen, Deine Leidenschaften beherrschen, schlechte Gewohnheiten ablegen, pünktlich gehorchen, göttliches und menschliches Gesetz achten, damit Du in ernster Reue über Dein vergangenes Leben Kraft gewinnest zu einem neuen, Gott und Menschen wohlgefälligen. So beuge Dich unter Gottes gewaltige Hand, beuge Dich unter das Gesetz des Staates, auch unter die Ordnung dieses Hauses beuge Dich. Was sie gebietet muß unweigerlich geschehen. Besser also. Du thust es gutwillig, als daß Dein böser Wille gebrochen wird. Du wirst Dich wohl dabei befinden und die Wahrheit jenes Wortes wird sich an Dir be- wäbren; alle Züchtigung, wenn sie da ist, dünket uns nicht Freude, sondern Traurigkeit zu sein, danach wird sie aber geben eine friedsame Frucht der Gerechtigkeit denen, die dadurch geübt sind. Das walte Gott! Was schon oft gesagt, es sei hier wiederholt: Deutschland grenzt an Rußland und zwar nicht blos räumlich. In der Züricher Stadtverordn«ten-Ver- s a m m l u n g(Großer Stadtrath) hat die sozialdemokratische Fraktion die Schaffung einer Arbeiterkom Mission für die im städtischen Dienst stehenden Arbeiter beantragt. In der Stadt Lausanne, wo die Sozialdemokraten die Mehrheit haben, wurden ihre drei Kandidaten in den Kantons- rath(Landtag) gewählt. 9 m Todtenliste der Partei. Ein alter Parteigenosse, der Tischler W. Ramm in Hamburg ist am Donnerstag Morgen nach kurzem Leiden an der Berusskrankheit gestorben. Mit ihm verliert die Partei einen bewährten Genossen, denn sowohl während des Sozialistengesetzes als auch bis zu seinem Tode wirkte er unermüdlich für die Partei und bekleidete er mehrfach Vertrauensposten. Der Verstorbene, der nur ein Alter von 37 Jahren erreicht hat, hinterläßt eine Frau und fünf Kinder in bedrängter Lage. Sozislo AeKerkirhk: Der Kampf der Weber und Weberinnen der Gebr. Naundorf in Großenhain wird allem Anschein »ach ein sehr erbitterter werden. Die Anschauung der Kapita« listen, daß der Arbeiter unter keinen Umständen das Recht haben dürfe, in sein Arbeitsverhältniß mit hineinzureden, ja selbst auch nur eine Beschwerde über dasselbe anzubringen, äußert sich recht deutlich in dem Machtspruch, den die Fabrikherren schon jetzt ausspreche» zu müssen glauben: Keine der sechs Personen, welche den Auftrag hatlen, die Beschwerden der Arbeiter vorzubringen, soll je wieder in Arbeit genommen werden. Für die Wahl, die zufällig auf sie fiel, für das Vertrauen, das sie bei ihren Mit- arbeitern genossen, müssen sie extra mit der Hungerpeitsche bestrast werden— so will es die kapitalistische Moral. Berichtigend zu dem in unserem Blatt vom 22. d. Mts. enthaltenen Aufruf fei noch mitgetheilt, daß die Angabe, daß viele Arbeiter der be- treffenden Fabrik nur bis 8 Mark verdienen, sich nur aus die sogenannte Berliner Arbeit bezieht. Diese wird nicht nach der Lohntabelle bezahlt. Von der sonst üblichen Lohntabelle soll ein Abzug von 20 pCt. gemacht werden. Es wäre das immer noch ein ganz bedeutender Rückgang des Lohnes, der schon ein sehr niedriger genannt werden muß. Die Arbeiter der Firma Gebrüder Brünner, Wien, haben ihrem Chef folgende Forderungen gestellt: 1. Neun- stündige Arbeitszeit; 2. 50 pCt. Zulage bei nothwendigen Ueber- stunden; 3. 10 pCt. Zulage für alle diejenigen Arbeiter, welch« derzeit einen Wochenlohn unter 10 fl. habe», ohne Unterschied des Geschlechts; 4. Anerkennung der Vertrauensmänner; 5. Die Akkordpreise müssen den Arbeitern vor Beginn der Arbeit be- kannt gegeben werden.— Die Frist, welche den Fabrikanten gegeben worden, läuft mit dem 1. März ab, und da es fraglich ist, ob diese auf die Forderungen eingehen werden, so ersucht uns das Komilee, schon jetzt die deutschen Klempner, Gießer, Lackircr, Gürtler, Broncearbeiter, Melalldrücker und Dreher darauf aufmerksam zu machen, daß sie etwaigen Arbeitsangeboten nach dort nicht Folge leisten. Es ist sehr wahrscheinlich, daß es in der betreffenden Fabrik zu einem allgemeinen Ausstand aller Ardeiter kommen wird. Ein neues Mittel den Nothstand zu beseitigen, hat der Magistrat der Stadt Guben entdeckt. Wir wollen der staunen- den Welt dies Mittel nicht vorenthalten. Der Gubener Magistrat ist zu der„Ueberzeugung"(!) gekommen, daß—„seit der Entstehung der Stationen die Zahl der Vagabondcn be- deutend gestiegen ist"; während im Jahre 1887 nur 1500 Per- sonen die hiesige Station besuchten, betrug die Zahl im Jahre 1893 schon 5000. Die Kosten hierfür wuchsen in diesem Zeit- räum von 710 auf 2740 M. Der Mogistrat ist der Ueber- zeugung, daß sich diese Einrichtung nicht bewährt habe, und daß durch dieselbe das Bagabondenthum nicht unterdrückt, sondern begünstigt wird. Guben wird also seine Station aufheben und die Vagabondage ist— Geschwindigkeit ist keine Hexerei— beseitigt. Weiblich« Straßenkehrer. Das Sparsystem greift immer weiter um sich, natürlich an der falschen Stelle. Nach dem Ver- waltungsbericht der Stadt Königsberg wurde im Jahre >892/93 die Straßenreinigung durch Frauen vorgenommen. Im Berichtsjahre waren deren 98 beschäftigt,„welche je nach der Größe ihrer Reviere und je nachdem die Reinigung in denselben wöchentlich dreimal oder sechsmal zn geschehen hat, einen Lohn von 10,50 Mark(!) bis 18 Mark(!) monatlich erhielten." Schlimmere Ausbeutung kann ein Privatunternehmer auch nicht betreiben. (Bevickiks-Bsikmtg. Das NechtSverhaltuiß zwischen Miether und Per- miether beschäftigte gestern die Strafkammer des Landgerichts. Ein Kaufmann Levy hatte von einem Zimmermeister Engelke in Teltoiv einen Laden nebst Wohnung und Kellerraum gemicthet. Das Geschäft ging schlecht und Levy wollte gern ausziehen. Als am 15. März v. I. Eugelke Abends zufällig an seinem Hause vorüber kam, bemerkte er, wie vor dem Ladep ein Möbelwagen stand und Levy gerade im Begriffe war, alle Sachen aus dem Laden herauszuschaffen. Er verbot unter ausdrücklicher Gelteudma chung seines Retentionsrechtes die weiter« Fortschaffuug der Sachen und da dieser Aufforderung keine Folge geleistet wurde, schloß er den Laden von innen zu uuv verwehrte dem Levy den Eintritt. Levy aber ver- schaffte sich gewaltsam Zutritt zu dem Laden, indem er eine Scheibe einschlug uuv auf diese Weise eindrang. Die Folge war eine AnNage wegen Rückens und Sachbeschädigung. Der Angeklagte behauptete, daß er zur Zahlung der Miethe überhaupt nicht verpflichtet sei, weil Engelke ihm plötzlich den einen Kellerraum widerrechtlich entzogen und in demselben eine Tischlerei eingerichtet habe. Im Zivilprozeß wurde thatsächlich Engelke mit seiner Forderung in erster Instanz abgewiesen, weil das Gericht annahm, daß Levy in dem Besitze des Ladens durch Entziehung des Kellers geschmälert worden sei. In der zweiten Instanz wurde jedoch dieses Unheil vom Landgericht ausgehoben »nd Levy zur Zahlung der Miethe verurtheilt. Im Strafverfahren beantragte der Staatsanwalt wegen beider zur Anklage stehender Strafthaten 15 M. Geldbuße. Dagegen hob der Rechts- anwalt Dr. Haase in längeren juristischen Ausführungen her- vor, daß gegen den Angeklagten der strafrechtliche Dolus nicht festgestellt werden könne. Wenn selbst das Amtsgericht der Mei- nung gewesen, daß der Angeklagte Miethe überhaupt nicht zn zahlen habe, so habe doch gewiß der Angeklagte als Laie die rechtliche Auffassung haben dürfe», daß er beim Auszuge seine Sachen mitnehmen dürfe. Was das Zertrümmern der Scheibe anbetreffe, so habe der Angeklagte gar nicht die Absicht gehabt, die Scheibe zu beschädigen, sondern um sich den Eintritt in seinem Laden zu verschaffen. Der Vorsitzende schloß sich in allen Punkten der juristischen Auffassung der Vertheidigung an und erkannte auf Freisprechung. Wege» Vergehens gegen das NahrungSmittelgesetz hatten sich am Freitag wiederum mehrere Geschäftsleute vor dem Rixdorfer Schöffengericht zu verantworten. Sie erhielten eine sehr milde Slrafe. Wegen Verkaufs verfälschten Chokoladen- pulver- wurde der Kaufmann Hermann Jenner aus Britz zu 0 M. Geldstrafe oder 2 Tagen Haft, seine Ehefrau zu 9 M. event. 8 Tagen Haft, wegen Verkaufs von Kunstwein als Medizinal- Tokayer der Kaufmann Karl Stephan aus Rixdorf zu 5 M. event. 1 Tag Gefängniß verurtheilt. Ziterarisches. An die Scholle gefesselt. Drama aus dem Arbeiterlebe» in 1 Akt. Von P a u l G e n t. Moderne Zivilisation. Scharf politisches Kauplet aus „Ravachol". Bon Paul Gent. Musik von B. S t r z e- Genosse A. Hoffmann in Pankow ist ein rühriger Geschäfts- mann. Gewiß! Im Verlaufe einiger Monate sind aus seinem Verlage hervorgegangen: Verschiedene Agitationsbroschüren und Flugblätter, eine Dorfgeschichte, ein Bilderbuch für Kinder, und unter dem Titel„Vorwärts" eine Sammlung politisch- ernster und humoristischer Vorträge, Kouplets. Duetts und Lieder, sowie Theaterstücke mit leichter Klavierbegleitung. Zwei Stücke aus dieser Sammlung liegen uns heute vor:„An die Scholle gefesselt" ist ein Einakter, bestimmt, in Arbeiter- vereinen ausgeführt zu werden. Wir können das Opus nicht empfehlen. Schon der Titel enthält ein schiefes Bild. Eine Scholle ist doch keine Wohnung. Und um eine solche, und zwar um eine, die der Unternehmer seinem Ar- beiter beigestellt, handelt es sich in dem Stücke. Seit wann fahren denn die Fabrikanten mit Hirschfängern zur Jagd, und wo in aller Welt stolziren sie mit diesem Gewaffen im Gürtel von der Besperpause bis Fabrikschluß einher? Paul Gent kennt nichts vom Leben und er hat keinen Dunst von dem. was mmi Kunst nennt. Die Lesefrüchte, welche seine Schemen in Monologen zum Vortrag bringen, sind gut, aber das ist nicht sein Verdienst. Gent versteht weder einen Charakter zu zeichnen, noch eine Szene aufzubauen, seine Sprache ist die der Zeitungen und von dem, was die Grundlage einer jeden Kunst ist, vom Handwerk, hat er auch nicht eine Spur. Und doch wollte er seinem Opus die äußere Form eines Kunstwerks geben? DaS war ein mehr als beherztes Unterfangen.— Noch weniger läßt sich von der„Modernen Zivilisation" sagen. Der Text besteht aus mit Müh und Roth in das Thema gepreßten, mit Ach und Krach in Reime gebrachten Kurzzeilen, die„Musik" ist nach einer abgedudelten Wiener Volkssängermelodie gepfiffen. Zum Schluß noch eine Bemerkung. Daß das arbeiteilde Volk nach Kunst und Schönheit verlangt, wie ein jahrelang brach ge- legener Acker nach den segenspendenden Wasserfluthen, beweift das Blühen und Gedeihen der„Freien Volksbühne." Wer aber dieses Sehnen mit nichts anderem befriedigen kann, als mit dramatischen Neu-Ruppuier Bilderbogen und inhaltlosem Tingel- Tangel-Gezirpe, der lasse die Hand vom Pfluge. Wenigstens braucht er dann nicht zusammenzuzucken, wenn die Rede geht, von den Fabrikanten von Kolportage-Schmierereien. Vermiltl|kes: Wem« man sich verspricht! In der bayerische» Ab- geordnetensitzung entfesselte der konservative Abgeordnete Lutz einen Heiterkeitssiurni, als er zur Viehversicherung eine Vieh- versicherungs- Gesellschaft kritisirend bemerkte:„Meine Familie war bei ihr seit 1870 versichert." Dieser unfreiwillige Witz des Herrn Lutz erinnert uns an einen ähnlich durchschlagenden rednerischen Effekt eines früheren Parteigenosse», des„Renommirbauers". Im deutschen Zoll- Parlament begann der Agrarier Niendorf eine Rede mit den schmetternden Worten:„Meine Herren Ochsen, Esel" u. s. w. Das schallende Gelächter der unabsichtlich be- leidigten Zuhörer machte den Redner zwar stutzig, aber ließ ihn nicht merken, daß er das Ausrufungszeichen nach„Meine Herren"! in der Hitze des Gefechts vergeffen hatte. Es mußte ihm erst gesagt werden. Mit Vieh aber haben diese Herren Agrarier es immer zu thun. Gent, 22. Februar. In der Pulverfabrik von Wetteren flog heute Mittag kurz vor 12 Uhr aus noch unbekannter Ursache die Trockenkammer mit 0000 Kilogr. Pulver in die Luft. Nur dem Umstände, daß die Fabrikuhr eine Viertel- stunde zu früh ging und die Arbeiter infolge dessen schon zum Miltagessen nach Hause gegangen waren, ist es zu verdanken, daß Menschenleben nicht verloren sind. Ein einziger Arbeiter, der in der Nähe der Fabrik auf freiem Felde seine Mahlzeit einnahm, wurde leicht verletzt. Die Trockenkammer ist voll- ständig zerstört und auch die umliegenden Gebäude wurden stark beschädigt. Im Jahre 1880 war die ganze Fabrik in die Lust ge- flöge» und gegen 30 Menschen dabei ums Leben gekommen; seitdem sind die verschiedenen Pulvcrmühlen und sonstigen Gebäulich- leiten der Fabrik vollständig getrennt von einander, so daß eine große Katastrophe nicht mehr leicht vorkommen kann. Obwohl Gent nahezu 3 Stunden von Wetteren entfernt ist, war hier der Knall so deutlich vernehmbar, als ob in der Stadt selbst eine starke Explosion erfolgt wäre. Dcpcsrlietl. (Wolff'S Telegravbeu-Bureau.? Wie», 24. Februar. Der Hauptkassirer der Staatsschulden- lasse, Adolf Ferles, ist nach Unterschlagung von 102 000 Gulden flüchtig geworden. Paris. 24. Februar. Das Schwurgericht verurtheilte den Schriftsteller Grave wegen Abfassung einer anarchistischen Bro- schüre zu 2 Jahren Gefängniß und 1000 Franks Geldstrafe. Rom, 24. Februar. In der heutigen Sitzung der De- putirtenkammer begründete zunächst der Deputirte Bonajuto seine Interpellation über die Verhaftung des Deputirten de Felice Ginssrida. Darauf begründete Jmbriani seine Jnter- pellalionen über diese Verhaftung, über die Proklamirung des Belagerungszustandes und über das Borgehen der Miltär- gerichte. Im Laufe seiner Rede beschuldigte er die Regierung, mehr als 15 Versassuugsartikel verletzt zu haben. DriekkaNet» der DedsKkion. W. K. 250. Sie können nicht befreit werden. R. Darüber giebt es keine Taxe. Geben Sie ihm 1—2 M. H. Z. 101. Sie können beim Amtsgericht I, Neue Friedrich- straße 13, zu Protokoll Einspruch gegen den Bollstreckungsbefehl erheben, sofort!— Sie können auch Beschwerde an das Amts- geeicht I richten, weil die Uhr Ihnen unentbehrlich ist. Wenn Sie aber den Arzt geholt haben, werden Sie wohl zahlen müssen. Für den Inhalt der Inierate über timmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Sonntag, den 25. Februar. Freie Volksbühne. NationalTheater. III. Abtheilung. Nachmittags 21/2 Uhr: Kabale und Liebe von Schiller. Opernhaus. Lohengrin. Montag: Die Medici. Schauspielhaus. Der Jourfir. Militärfromm. Montag: Hannele. Meister Andrea. Lessing- Theater. Madame Gêne. SansMontag: Dieselbe Vorstellung. Deutsches Theater. Her Herr Senator. Montag: Der Pfarrer von Kirchfeld. Berliner Theater. Narciß. National- Theater. Große Frankfurterstraße 182. Sensationelle Novität! Die Weber" Schauspiel in 4 aften v. Carl Peters. Regie: Mar Samst. Kasseneröffnung 5 Uhr. Anfang 71/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Central- Theater. Alte Jakobstraße 30. Zum 5. Male: E Unserem Freunde und Landsuraun Wilhelm Schröder zu feinem 23. Wiegenfeste ein dreimal donnerndes Hoch, daß die ganze Gerichtsstraße wackelt. Freie Volksbühne. Hente, Sonntag, den 25. Februar, Nachmitt. 22 Uhr, findet für die III. Abtheilung eine Vorstellung im National Theater statt. 1989b Deine Freunde E. A. A. II. A. H. Wilhelm, laß fließen, wir wollen gießen. Bur Aufführung gelangt: 2003b Herrn Wilhelm Wuttke zu feinem heutigen Wiegenfefte ein drei Mal donnerndes Hoch, daß das ganze Berliner Kindl in die Luit fliegt. ha ja. Friz. Dem Sangesbruder W. Kühne zu seinem heutigen Geburtstage die herzlichste Gratulation! 1949b Ein Blitzmädel. Gesangv. der Kupferschmiede. I. Tenor. Posse m. Gesang in 4 Atten v. K. Costa. Musik von C. Millöcker. Anfang der Vorstellung 71/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Kabale und Liebe. Trauerspiel in 5 Atten von Friedrich Schiller. Die Zahlstelle von A. Kehr ist auf Herrn M. Voss, Bigarrenhandlung, Köpenickerstraße 39a, übergegangen. Es sind gefunden worden: Ein weißer Boa, abzuholen bei H. Mehnert, Diedenhofenerstr. 3, Zigarrenhandlung; und eine Bigarrenspize, abzuholen beim Unterzeichneten. Der Vorstand der Freien Volksbühne. J. A.: Julius Türk. SW., Golmsstr. 24. 397/13 Unserem Schankwirth Heinrid Andreasstr. 27. Joël's Festsäle. Andreasstr. 27. Meier vom Heinrichs Platz ein donnerndes Hoch zu seinem 38. Wiegenfeste. Seine alten Stammgäste. Castan's tat jeder bejoud. Meldung. Gestern Nachmittag um 41/2 Uhr verschied sanft, nach furzem Krankenlager, Panoptikum. mein lieber, guter Mann Wallner- Theater. Mauerblümchen. Grossartige Ausstellung Friedrich- Wilhelmkädt. Theater. Die Brautjagd. Montag: Dieselbe Vorstellung. Residenz- Theater. Der Mastenball. Montag: Dieselbe Borstellung. Neues Theater. A Basso porto. Montag: Dieselbe Vorstellung. Central- Thenter. Ein Blißmädel. Montag: Dieselbe Vorstellung. Adolph Ernst- Theater. Charley's Tante. Vorher: Die Bajazzi. Montag: Dieselbe Vorstellung. Viktoria Theater. Die Kinder des Kapitän Grant. Montag: Geschlossen. Alexanderpiny- Theater. Charley's Tante. Vorher: Bajazzi. Hierauf: Der Teufel in Berlin. Montag: Dieselbe Vorstellung. National- Theater. Die Weber. Montag: Dieselbe Vorstellung. American Theater. Lumpen- Susanne, oder: Die Obdachlosen von Berlin. Montag: Dieselbe Vorstellung. Theater Unter den Linden. Der Obersteiger. Montag: Dieselbe Borstellung. Wintergarten. Spezialitäten Vorstellung. Reichshallen Theater.SpezialitätenVorstellung. Apollo Theater. Vorstellung. Spezialitäten Kaufmann's Variété. Spezialitätens Borstellung. Viele Novitäten! 1992b Irrgarten. Illusionen. Märchen- Cyclus. Carl Weber. Dies zeigt tiefbetrübt an die trauernde Wittwe Marie Weber, geb. Netband. NB. Die Beerdigung findet Dienstag, den 27. d. M., Nachmittags 4 Uhr, vom Trauerhause, Langestr. 92, aus statt. Concordia- Festsale Serband deutscher Gold- und C. Saeger, 64. Andreasẞtraße 64. Hente, Sonntag: Grosses Arnold- Concert. Nachdem: Grosser Ball. 2 Orchester. Anfang 5 Uhr. Entree 30 Pfg. Jeden Donnerstag: Grosse Soirée der Norddeutsch. Sänger Was Anfang 8 Uhr. B Avis! E Donnerstag, 1. März( großer Saal): Eine italienische Nacht am Strande der Onsee ( darstellend das Leben u. Treiben am Strande der Ostsee), unter Mitwirkung der Norddeutschen Sänger. C. Saeger. 73/4 Fur Adolph Ernst- Theater. r nod kurze Zeit! Charley's Tante. Präuscher's anat. Museum. Nen: Rehltopftuberkuloſe, Kehlkopfpolyp, Bruftfellentzündung, Schwank in 3 Att. v. Brandon Thomas. Lungenentzündung, Lunge mit TuberBorher: Die Bajazzi. Parodistische Posse mit Gefang in 1 Att von Ed. Jacobson u. Benno Jacobson. Musik von Franz Roth. In Szene gesetzt von Adolph Ernst. Anfang 1/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. American- Theater. Dresdener- Straße 55. Jeden Abend 8/2 Uhr: Lumpensusanne oder: Die Obdachlosen von Berlin. Parodistisch- realistisches Traumbild aus dem Müllwinkel( frei nach dem Verbrecher Album) bearb. v. Oskar Wagner. Lumpensusanne, gen. Die Gräfin", ein schon geprüftes Mädchen Franziska Häser. Die Bombe, Aftervermietherin im Müllwinkel des Sonnenaufgangs" Brunwald heit. " Josephine Delclisseur. mit bewegter BergangenMartin Bendix. Täglich: Auftreten des besten Bauchredners d. Jchtzeit H. Blank. Ferner u. a.: Direktor Hippe" von Martin Bendix, sowie Hugo Schulz, Alfred Bender. Anfang Wochentags 7/2 Uhr, Sonntags 6 Uhr. fulofe, Herz mit Klappenfehler, Magen mit Entzündung, mit Geschwüren, Leber und Milzkrankheiten. Schuhkanal durch fünf Körper, Gladiatorenkampf, täglich für erwachsene Herren, Dienstag und Freitag für Damen. Kaufmann's Variété Am Stadtbahnhof Alexanderplatz. Täglich: Spezialitäten Vorstellung und Konzert von nur Künstlern 1. Ranges. Auftreten der Ballet- Gesellschaft Columbia( 10 Damen), Balletmeisterin Rosa Fricka. Auftreten der Elite ParterreAkrobaten u. Pantomimentruppe Hermandez. Ein Liebesabenteuer. Komische Orig.Pantomime. Fräulein Berkany, Kostüm- Soubrette. The Willon's, Dopp.- Jongleure. Geschw. Gläser, Gesang- u. Instrument. Duettisten. G. Cordes, Gesangs- Humorist. Sonntags 6 Uhr. Anfang: Wochentags 8 Uhr. Entree Wochentags 50 Pf. A. Zimmermann. Silberarbeiter und verwandter Berufsgenossen. Zahlstelle Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß Sonntag, den 25. Februar 1894: Grosser Wiener Masken-Ball. Arrangirt vom Verein deutscher Schuhmacher. Demaskirung 11 Uhr. Raffeepause 12 Uhr. Anfang 7 Uhr. Während der Kaffeepause: Grosse Ueberraschungen. Entree 50 Pf. Billets sind bei allen bekannten Kollegen und in allen mit Plakaten belegten Lokalen zu haben. Das Komitee. 464/9 Verband der Geschäftsdiener, Pader und Berufsgenossen. Sonnabend, den 3. März, in den ,, Konkordia- Festjälen", Andreas- Straße Nr. 64: Wiener Maskenball. am 23. d. Mis. unser Kollege, ber Neu! Großartige Dekoration. Silberarbeiter Otto Schenk verstorben ist. Die Beerdigung findet am Montag, den 26. b. M., Nachm. 5 Uhr, von der Leichenhalle des Thomas- Kirchhofes aus statt. Um recht rege Betheiligung bittet 185/8 Der Vorstand. Unser geliebtes Trudchen ist uns heute Mittag im Alter von 41/2 Jahren nach furzer Krankheit durch den Tod 655M entrissen worden. Berlin, den 24. Februar 1894. Gustav Sabor und Frau Julie geb. Meyer, Juvalidenstr. 159 Beerdigung Dienstag Nachm. 8 Uhr von der Leichenhalle des jüdischen Friedhofes in Weißensee. Allen Freunden, Bekannten und Verwandten statt besonderer Meldung die traurige Nachricht, daß und Sonnabend früh 3 Uhr unser einziger Liebling, unfere Freude im traurigen Dasein, Herbert Eckerlein im Alter von drei Jahren und acht Monaten nach fünftägigen schrecklichen Qualen durch die Diphtheric entrissen wurde. Beerdigung vom Krankenhaus Urban nach dem Neuen JakobiKirchhof in Britz am Mittwoch, den 28. Februar, Nachm. 3 Uhr. Uin stilles Beileid bitten 1958b Die betrübten Eltern. Freitag Nachmittag 12% Uhr entSohn, Bruder, Schwager und Ontel, schlief nach kurzem Leiden unser theurer der Vergolder Hermann Richard im 44. Lebensjahr. Die Beerdigung findet am Montag, den 26. d. M., Nachm. 3 Uhr, auf den Emmaustirchhof statt. 19476 Die Hinterbliebenen. Rixdorf Wiersing's Restaurant. Knesebeckstr. 77. Grosse geräumige Lokalitäten. Gute Speisen u. Getränke. Kaffeeküche. Jeden Sonntag: Familienball, Circus Renz. Für große Gesellschaften von ( Karlstraße.) Sonntag, den 25. Februar er.: 2 Vorstellungen. Nachmittags 4 Uhr( 1 Kind unter 10 Jahren frei): Große Komiker- Vor,, Sanssouci", ſtellung. Auftreten fämmtl. Klowns. Kottbuserstr. 4a. Sonntag, den 25. Februar 1894: Vorführen der bestdressirten Freiheits und Schulpferde. Abends 71/2 Uhr: Stettiner Auf auf zur fröhlichen Jagd! Sänger Anfang 7hr. Entree 50 Pf. Großes Original- Sport- Schaustück mit Parforce- u. Kastadenritt vom Direktor Fr. Renz. Glänzender Wagen- Korso. Ballet von 100 Damen. Meute von 40 Hunden. Dressirter Fuchs. Außerdem: 4 arabische Schimmelhengste, als Fahnenpferde vorgef. v. Direktor Fr. Renz; das Schulpferd Prinz, ger. v. Hrn. R. Renz; das SchulProgamm. pferd Maestoso u. d. Steiger Alep, ger. Großes uit von Frl. Oceana Renz. Der JockeyZum Schluß: reiter Mr. Wassiliams. Die Trapez Auf dem Maskenball Tienstag: Böhmisches Brauhaus. ünstlerinnen Geschw. Hoffmann. etc. Montag: Auf auf zur fröhlichen Jagd! Fr. Renz, Direktor. Begräbnissen, Parthien ze. ganz besonders empfohlen. Neu! Gine italienische Nacht am Strande der Ostsee. Ballmusik( 3 Chöre) ausgeführt von der Freien Vereinigung der ZivilBerufsmusiker". Einlasskarten à 50 Pf. find in den Zahlstellen und im Bureau und Arbeitsnachweis, C., Neue Grünstr. 10, L., Fernsprecher Amt I No. 810 zu haben. 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Aufs ſtrengste verboten ist es ihm natürlich, seine sozialdemokratische Gesinnung öffentlich zu bethätigen. die Näherin Knall und Fall. Einen Tag nach der Entlassung gab Helene einem Mädchen das Leben. Von ihrer Schlafstelle aus schickte die Wöchnerin zu ihrem Verführer, aber dieser blieb erklärten, mit der„ Dirne" nichts weiter zu thun haben zu wollen. auf alle Bitten um Unterstüßung taub und auch seine Eltern und der brave Bräutigam hatte Glück. Mutter aufs Krantenlager und wenige Monate nach der EntDer Gram warf die bindung starb sie im Krankenhause am Urban, ohne daß ihr Verführer auch nur einen Finger um sie gerührt hätte. Glücklicher Weise hatte sich bei Zeiten ein kinderloses Ehepaar in der Gräfestraße, welches Zeuge des Schicksals der armen Näherin war, des Kindes angenommen, das jetzt auf's prächtigste blüht und gedeiht. Der junge Verführer aber freut sich seines pyramidalen Glücks, wenn auch die entrüstete Nachbarschaft mit Fingern auf ihn und seine sauberen Eltern zeigt. Studenten und Antisemiten. In der heutigen Nummer unferes Blattes findet der Leser die Anzeige einer Bolts versammlung, in welcher über den internationalen Studentenkongreß in Genf von Genossen Lux Bericht erstattet, und von Genossen 3a dek über„ Die Studirenden und der Die vereinigten Berliner Hilfskaffen und ihre Aerzte. Sozialismus" geredet werden soll." Die Anberaumung dieser In Verfolgung seines Vorschlages hatte der Verein der Berliner Versammlung hat den Erlaß und die Verbreitung nachstehenden Hilfskaffenärzte", wie wir der Mediz. Reform" entnehmen, einen Aufrufs zur Folge gehabt: Antrag des Kollegen Blaschko angenommen des Inhalts, es sollten Verhandlungen über einen eventuell abzuschließenden neuen Von den sozialistischen Studenten der Uni- Bertrag eingeleitet werden; es wurde somit im Gegensatz zu der versität Berlin sind wir zu einer öffentlichen bisher verfolgten Taktik der„ Verein der Hilfskaffenärzte" als Volksversammlung zu Montag, den 26. Februar, Abends solcher anerkannt. 81/2 Uhr, in die Germania Säle, Chauffeestraße 103, geladen Der von der Generalversammlung bevollmächtigte und durch Kooptation ergänzte Aerztevorstand formulirte seine Forderungen Es ist das nicht der erste Versuch, auch in die Stu- für den neu zu schließenden Vertrag, welche mit Weglassung dentenschaft die Ideen der vaterlandslosen, einiger des allgemeinen Interesses entbehrender Punkte in internationalen Sozialdemokratie hineinzufolgendem gipfeln: Das Massenelend. Eine große Menschenansammlung fand tragen. In der Versammlung soll die Berliner Studenten- 1. Der neue Vertrag basirt auf dem alten für das Jahr vorgestern in der siebenten Abendstunde vor dem Hause Brunnenschaft offen zu diesen Bestrebungen Stellung nehmen. 1893/94 abgeschloffenen unter Anerkennung der Aerzte- Organisation Straße 84 statt. Ein dort wohnhafter Bäcker hatte in den als Verein. Beitung eine Hausdienerstelle ausgeboten. Daraufhin warer so viele Reflektanten aus allen Berufszweigen erschienen und dee Andrang war zeitweise so start, daß ein Schuhmann die Passag fret halten mußte. worden. W Sorgen wir dafür, daß die Antwort rech ausfalle! nicht im Sinne der rothen Internationale", sondern wie es der Söhne des jungen Deutschen Reiches würdig ist. Vor dem Sozialismus fürchten wir uns nicht, aber unsere christlich deutsche Art soll man uns nicht rauben; die freie Wissenschaft" soll man uns nicht knechten, aber wir wollen auch nicht, daß ein fremder Geist unsere alten Jdeale in den Staub ziehe: Mit Gott für Kaiser und Reich! Das wollen wir in dieser Versammlung bekennen; dazu gilt es, am Montag rechtzeitig und vollzählig zu erscheinen. Kommt Alle! Der Verein deutscher Studenten. Der Verein Deutscher Studenten ist antisemitisch, und was er plant, geht sonnenklar aus dem Aufruf hervor. Und wo die antisemitischen Jungen" zu radauen gedenken, da werden natürlich auch die alten Herren" nicht fehlen, die von Herrn Oberwinder im Volt" schon direkt eingeladen werden. Es ist also unzweifelhaft auf einen großen Spektakel abgesehen. 2. Die Aerzte bezahlen die Liquidationen fremder Aerzte in dringenden Fällen und stellen der Vereinigung" zu diesem Zwecke eine noch näher zu bestimmende Summe zur Verfügung. 3. Die 5 pet. für Verwaltungskosten" fallen fort, dagegen erklären sich die Aerzte bereit, für Druckkosten, Porto 2c. sich mit der Vereinigung zu verständigen. 4. Betreffs des Austritts der einzelnen Kassen werden Verträge geschlossen, die ein vorzeitiges Austreten derselben in 3ukunft verhindern. 5. Die Anstellung und Absetzung der Aerzte erfolgt gemeins sam seitens der Bereinigung" und des Aerztevereins" auf schriftlichem Wege. " 6. Bei Verzug eines Kollegen wird derselbe nicht einfach von der Liste gestrichen werden, sondern es erfolgt gemeinsame Berathung über eventuellen Ersay, u. s. w. u. f. w. | Gelegentlich einer jüngst vorgenommenen Kontrolle der Pfandleihen Berlins durch die Kriminalpolizei fiel es dieser Behörde auf, daß in zahlreichen Pfandleihen Seidenstoffe unter dem Namen„ Schaaler" versezt waren. Die Polizei permuthete, daß hier die Unehrlichkeit eines Geschäftsangestellten vorliegen müsse und ermittelte, daß Schaaler ein in der Weißenburgerstraße wohnender älterer Herr sei, dessen Sohn in einer Schirmfabrik in der Französischenstraße angestellt ist. Die In haber diefes Etablissements, Gebr. H., wurden von der Kriminal polizei benachrichtigt und diese legitimirten auch die ihnen vorgelegten Verfazstücke als ihr Eigenthum. Nunmehr wurde zur Verhaftung des jungen Sch. geschritten und dieser legte ein Geständniß ab, daß er thatsächlich schon seit längerer Zeit ganze Stücke Seidenstoffe der Firma entwendet und dieselben auf den Namen seines unbescholtenen Vaters, dem er zu diesent Zwecke eine Legitimation gestohlen, versetzt habe. Die Pfandscheine will der Leichtsinnige sammt und sonders verbrannt haben. Das Geld hat er verjubelt. Vierhundert Mark und einige Briefmarken find den Albums fabrikanten Dettmann und Jurkat, Sebastianstr. 71, bei einem Einbruch in der Nacht vom Freitag auf Sonnabend gestohlen worden. Aus der " Die Vertreter der Kassen erklärten, zu bindenden Beschlüssen nicht ermächtigt zu sein, sodaß nun die ganze Angelegenheit fich in der Schwebe befindet. Wie wir hören, haben von den Den Herren Antisemiten möchten wir aber zu bedenken 150 Vereinsärzten nur ca. 3 oder 4 und auch diese nur unter geben, daß eine Berliner Volksversammlung feine antisemitische Vorbehalt ihre Unterschrift unter den neuen Vertrag gegeben. Radauversammlung ist. In einer Berliner Volksversammlung wird diskutirt, nicht randalirt, und müssen deshalb parlamen- Wie die goldene Jugend lebt! Ein bezeichnendes Bild tarische Formen beobachtet werden. Bur Diskussion selbst- aus dem Dasein der nußlosesten aller nutlosen Bourgeoissprößlinge verständlich bereit, werden unsere Genossen Sorge tragen, daß bringt eine hiesige gut informirte Lokalforrespondenz: die Ordnung aufrecht erhalten wird und daß, wie die anti- Der Inhaber eines hiesigen großen Balllokals betreibt in semitischen Herren Studenten ja selbst wünschen, die Ant- seinem Geschäft nicht blos Völlerei, sondern auch Ruppelei und wort recht ausfällt". verschleierten Wucher. Wir beschränken uns heute auf zwei von diesen Punkten. Ein junger 21 Jahre alter Kaufmannn S., der um 10 Uhr Aufsehen in dem Hause Meterstraße 20. Ein räthfelhafter Vorgang erregte am Donnerstag Abend Statistisches vom Berliner Gewerbegericht. Beim einer reichen Berliner Familie angehört, führte ein verschwen Wohnung der 34 Jahre alten Wittwe Anna Wallenberg ertönte Gewerbegericht in Berlin sind in der Beit vom 10. April bis derisches Leben und brauchte für seine noblen Neigungen Geld. ein schriller Ausschrei, und Hausbewohner liefen vor die Eingangs 31. Dezember 1893 eingegangen 10 389 Klagen, welche 11 464 In seinem Leichtsinn wandte er sich an den Inhaber des Tanz thüre. Als man durch die Thüre hindurch Auskunft über den Termine verursacht haben und zwar 8738 vor dem Einzelrichter und lokales, der ihm unter der Bedingung Darlehne bewilligte, daß Vorgang im Innern verlangte, antwortete die Frau: Es ist 2726 Termine vor der Kammer. Erledigt wurden diese Prozesse: er die Hälfte der Beträge in dem Lokale verjubelte, über die nichts; ich kann nicht öffnen, da ich den Schlüssel nicht habe. durch Nichterscheinen der Parteien 845, durch Klagezurücknahme Gesammtsumine aber Wechsel ausstellte. So erhielt der Ge- Als nun aber Frau Wallenberg am Freitag Morgen nicht zum 750, durch Verzicht 70, durch Bergleich 3449, durch Anerkenntniß schäftsmann am 1. Juli v. J. einen Wechsel über 10 500 Mart, Vorschein kam, auch kein Zeichen von sich gab, ließ man durch 126, durch Versäumnißurtheil 1375, durch kontradiktorische Ver- am 9. Sept. von 1200, am 12. und 13. deff. Mts. über zusammen einen Schloffer öffnen und fand die Gesuchte auf dem Sopha handlung 2050. 1300, am nächsten Tage über 4000 u. f. f., bis am 10. Oktober als Leiche figend vor. Die anfängliche Annahme, daß an ihr Zur angeblichen ,, Kirchennoth" in Berlin. Der Kirchen- die Gesammtsumme von 25 820 erreicht war. Da nun aber die ein Verbrechen verübt sei, hat keine weitere Unterstüßung gezettel von Berlin reift jetzt im ganzen 115 Kirchen, Kapellen Hälfte der Summe unmöglich jedesmal verzecht werden konnte, funden. Bei näherer Nachforschung entdeckte die Polizei auf und Predigtsäle auf. Die Zahl der an jedem Sonn- und Fest: so fpülte man fogar die gebrauchten Gläser mit Sekt aus dem Tische und an den Kleidern der Frau Phosphorreste, die tage verfügbaren Sitzpläge für Andächtige darf man danach auf natürlich konnte der junge Mann die Wechsel nicht einlösen und auf einen Selbstmord schließen lassen. Ueber einen Anlaß dazu etiva 115 000 schäßen. Das Angebot von Sitzplägen hat jedoch gab, nachdem noch 1200 M. Zinsen für 9 Monate hinzu ist allerdings nichts bekannt. in Berlin selbst vor der Zeit der Kirchenbauerei, in der wir gelommen waren, eine pupillarisch sichere Hypothet in Höhe von uns augenblicklich befinden, die Nachfrage stets bedeutend über- 30 000 M. auf ein Grundstück in der Oranienstraße als Sicher- Ein Schatzgräber wurde Freitag im Thiergarten nahe bei troffen. Eine Ausnahme davon fand höchstens an den größeren heit. Obgleich nun hierdurch der Lokalinhaber völlig gedeckt Bellevue durch einen Schuhmann betroffen. Der Beamte beob Jefttagen statt, aber nachdem nunmehr bereits mehrere Jahre des war, so versuchte ein Helfersheljer, Namens P., noch achtete, daß ein Mann mit dem Aufgraben der Erde beschäftigt Kirchenbauens dahingegangen sind, dürfte es jetzt so weit ge- mehr Vortheil herauszuschlagen, sodaß der junge Mann, war, löfte ihn bei seiner Arbeit ab und fand wirklich den getommen sein, daß man sich auch an diesen größeren Festtagen in der deutsche Boden zu heiß wurde, sich nach suchten Schatz. Dieser bestand in einer Flasche, in der sich 14 feiner Kirche, feiner Kapelle und feinem Predigtsaal mehr über Amerika wandte. Jetzt versuchte die Mutter des jungen Hundertmarkscheine befanden. Die Kriminalpolizei nimmt an, Raummangel zu beklagen braucht. Aber selbstverständlich wird Mannes die Hypothek wieder in ihren Besitz zu bringen daß das Geld von dem jetzt im Zuchthause fißenden Einbrecher trotzdem gemüthlich fortgebaut. und nahm dazu einen hiesigen Rechtsanwalt N. in Anspruch. Nauendorf vergraben worden ist. Seiner Zeit war verrathen Dieser lud den Wirth vor und brachte einen Vergleich dahin zu worden, daß er die Beute aus seinen vielen Ginbrüchen- er Die Bettelei soll eine rechte Plage" für unsere wohl- Etaude, daß die Hypothek mit etwa 24 000 m. ausgelöst wurde. hatte u. a. einen Juwelenladen in der Artilleriestraße ausgeplün= habenderen Bürger" sein, weshalb die bürgerliche Presse sich von Frau S. mußte sich gleichzeitig verpflichten, teine Anzeige zu er dert und dadurch den Besizer vollständig vernichtet vergraben Zeit zu Zeit gedrängt fühlt, wieder einmal ein fräftig Wörtlein statten. Gegenwärtig befindet sich der junge Mann in Frank- hatte; auch hatte er dies zugegeben. Man führte ihn daher gegen Bettler, Bagabunden und sonstige arbeitsscheue Subjekte" reich, wird aber demnächst nach Berlin zurückkehren. Inzwischen wiederholt umher, um die Stelle zu bezeichnen, aber der Ginloszulassen. In Wirklichkeit kann aber der größte Theil der ist die Angelegenheit dadurch ruchbar geworden, daß andere brecher zeigte stets solche Stellen, wo die Nachforschungen er Besitzenden recht wenig unter dieser Plage" zu leiden haben. Opfer der beiden ollen ehrlichen Seemänner" bein Zusammen- folglos blieben. In den vornehmeren" Stadttheilen sind ja die Häufer meist tragen weiteren Waterials mit der Mutter des jungen S. in verschlossen, und in den Geschäftsgegenden, wo das Verschließen Verbindung getreten sind. Wir kommen auf diesen Fall noch nicht gut angeht, paßt der Hausbesorger auf, daß fein Un- ausführlicher zurück. befugter Hausflur und Treppe betritt. Bettler trifft man daher thatsächlich fast nur in den vorwiegend von Arbeitern bewohnten Ein Preissturz im Holzhandel soll infolge der Sturm Außenbezirken der Stadt. Im übrigen sorgt der Eifer der verwüstungen eingetreten fein. Bei der Versteigerung von Hölzern Polizei dafür, daß auch hier den Bettlern das Leben sauer ge- aus der Forst in Lüdersdorf wurden sämmtliche Hölzer unter der macht wird. Für manchen Almosenspender wird die Bettelei erft Tage verkauft. Die Preise werden, wie berichtet wird, noch mehr durch die polizeiliche Jagd auf die Bettler zu einer„ Plage". finten, wenn die Versteigerungen sich häufen, was für die nächsten Wenn nämlich ein Bettler von einem Polizisten in flagranti er: Wochen zu erwarten steht. In der Kladower Oberförsterei werden tappt wird, muß der Almosenspender als Zeuge nach dem 6200 Festmeter Bauholz, in der Oberförsterei Köpenick Kloben Polizeipalast am Alexanderplay, und wenn er dort einen halben und Knüppel in größeren Loosen aus allen Schuggebieten des Vormittag verbracht hat, ist ihm die Lust, noch weiter Almosen Bezirks, in der Oberförsterei Eberswalde Nutz- und Brennholz, zu spenden, gründlich und für alle Zeiten ausgetrieben. Aus im Gräflich Bucher Forstrevier Nußenden, Stubben, Kluft- und diesem Grunde erweist sich die Bettlerjagd, für die die Polizei Knüppelholz ausgeboten. trog aller Klagen über Arbeitshäufung und Beamtenmangel doch Im Kleinhandel ist leider noch nichts von einer Verbilligung immer noch Kräfte genug übrig zu haben scheint, als ein in der zu merken. That äußerst wirksames Mittel gegen die Bettelplage". Welchen dem Zu dem Morde in der Cuvrystraße wird berichtet, daß Umfang dieser Zweig der polizeilichen Thätigkeit in Berlin hat, Frau Klahm mit ihrer kleinen Tochter auch am Sonnabend noch erhellt daraus, daß im Jahre 1891( dem legten, über das uns nicht aufgefunden worden ist. Die gerichtsärztliche Deffnung Angaben vorliegen,) im Polizeibezirk Berlin 16 266 Personen, der Leiche des Knaben Richard erfolgte am Sonnabend Nachrämlich 14 972 Männer, 828 Frauen und 466 Stinder, wegen mittag. Bettelns aufgegriffen worden sind. Inzwischen dürften diese Zahlen noch bedeutend gestiegen sein. Die Frau Dr. Prager, die wegen Ermordung ihres Mannes zu sechs Jahren Zuchthaus verurtheilt worden ist, if Die Jüngsten. Ein Berichterstatter hiesiger Blätter, der jegt, nachdem sie den vierten Theil ihrer Strafe verbüßt hat, viel Zeit haben muß, hat ausgerechnet, daß die Reichstags: hat, begnadigt worden. Am Freitag wurde ihre Entlassung Abgeordneten zusammen 20 343 Jahre alt sind, der Durchschnitt aus dem Zuchthause angeordnet. liegt zwischen dem 50. und 51. Jahre. Das jüngste Glied Gebauer in Frankfurt a. M., der verdächtig ist, den Tod der Zur Affäre Anna Winkler. Der Austräger Friz unverehelichten Anna Winkler in der Borsigstraße herbeigeführt zu haben, soll auf Gerichtsbeschluß, der auf dem Drahtwege nach Frankfurt übermittelt wurde, nun doch verhaftet werden. Ein Kriminalbeamter befindet sich bereits auf dem Wege dorthin, um Gebauer hierher zu geleiten. Ergriffen wurde hier der flüchtige Postassistent Friedrich Pietsch, über dessen Entweichen aus Fürth wir fürzlich berichteten. In seinem Besitz befanden sich von dem unterschlagenen Gut noch etwa 2500 M. in baar und Werthpapieren. Eine Spezialistin im Diebesfache ist die Aufwärterin Wilhelmine S., die von Treppenpodesten Läufer ffiehlt, indem sie die Nägel, die zur Befestigung dienen, herauszieht. Mit der Beute betreibt sie einen Handel auf der Straße, wobei sie die Läufer für 50 Pf. abgiebt. Heute früh wurde sie durch einen Pförtner in der Brunnenstraße bei dem Zusammenrollen eines Läufers abgefaßt und der Polizei übergeben. Eingebrochen und ertrunken ist gestern Vormittag der 8jährige Sohn des Arbeiters Liersch, Gartenstr. 23 wohnhaft, der schwachen Eisdecke der Dahme dem Schlittschuhsport nach= welcher mit drei gleichaltrigen Spieltanieraden aus Köpenick auf ging. Die vier Knaben brachen in der Nähe der Vadeanstalt in Köpenick ein. Während es zu Hilfe eilenden Männern ge lang, drei der Kleinen noch lebend aus dem Wasser zu ziehen, wurde Max 2. erst nach längerem Suchen als Leiche aufgefunden. Eine öffentliche Volksbibliothek wird Anfang März in Rigdorf eröffnet werden. Nixdorf eröffnet werden. Deutschlands liefert die ältesten Parlamentarier: die 8 Elsasser Das Schicksal einer Näherin. Die Näherin Helene find durchschnittlich 57 Jahre alt. Ihnen folgt die Reichspartei, Conrad war fünf Jahre bei dem Schneidermeister S. in der deren Mitglieder 54 Jahre zählen; fast im gleichen Alter stehen Böthstraße beschäftigt und that brav und fleißig ihre Pflicht, bis die Herren von der Freiſinnigen Vereinigung. Das Zentrum fie am 1. Ottober vorigen Jahres plöglich entlassen wurde. Das verkörpert das Alter von 5189 Jahren, so daß auf den einzelnen ging so zu. Von dem Stiefsohn des Meisters war das hübsche Eine empfindliche Strafe wurde am Freitag Nachmittag 53 Jahre kommen. Die Nationalliberalen weisen im Durch Mädchen mit Liebensanträgen verfolgt worden und sie, die allein einem Handelsmann F. in Rixdorf zu Theil, der wiederholt schnitt 52 Jahre auf, die Deutschkonservativen 51 Jahre. Die in der Welt stand, hatte sich dem jungen Menschen schließlich Frauen und Mädchen in schamlosester Weise belästigt hatte. Als Mitglieder der Freifinnigen Voltspartei haben ein Durchschnitts- hingegeben. Das ging alles soweit, bis die Zeit heranrückte, daß er am genannten Tage in gleicher Weise mit einer Frau verfuhr, alter von 53 Jahren. Die Sozialdemokraten, deren jüngstes die Braut des ebenfalls im Hause seines Vaters beschäftigten wurde F. von deren Ehemann dermaßen gelyncht, daß er blutMitglied erft 28 Jahre alt ist, stehen durchschnittlich im Alter jungen Mannes einem Kinde das Leben geben sollte. Durch überströmt nach seiner Wohnung gebracht werden mußte. von 41 Jahren. besonders liebenswürdigen Umgang zeichneten sich der Bräutigam Wegen Verbrechens wieder keimendes Leben wurde Bir Sozialdemokraten sind also die Partei der Jugend. und dessen Eltern in der letzten Zeit gerade nicht aus, im Gegentheil Und wer die Jugend hat, hat die Zukunft sagt das Sprich: spielte Helene im Hause ihrer Schwiegereltern fast die Rolle einer infolge einer Denunziation seiner eigenen Braut ein Arbeiter Stlavin, die zu allen möglichen Lingen gut war und mit wahrer Sch. in Rigdorf in Haft genommen. Gier war die Schneidersfamilie darauf versessen, die Arbeitsfraft Eines schweren Sittlichkeitsverbrechens hat sich der der Näherin bis zum letzten Augenblick auszubeuten. Aber Helene 20jährige Schreiber G. in Briß schuldig gemacht. Derselbe ließ alles willig über sich ergehen, fie arbeitete bis zur äußeren überfiel; ein von einem Maskenball heimkehrendes junge3 Mädchen Abspannung und selbst die Mißhandlungen, denen sie vielfach und vergewaltigte dasselbe. Um die Ueberfallene am Schreien ausgesetzt war, ertrug fie mit übermenschlicher Geduld in der zu verhindern, bedrohte G. dieselbe mit einem offenen Messer. Hoffnung, daß sie im Hause der Echneidersfamilie wenigstens ihr Gegen den Attentäter ist das Strafverfahren eingeleitet worden. wort. Wie der Eisenbahnfiskus seine Unterbeamten lohnt. Fahrtartenschaffner werden von der Potsdamer Bahn sowohl für Berlin, als auch für Potsdam gesucht. Insgesammt sind am 1. April 13 Stellen vakant. Die Fahrkartenfchaffner erhalten beim Eintritt 800 M., das Höchstgehalt beträgt 1200 M. Dazu Beim Diebstahl von 100 Zigarren wurde am Sonnabend Abend ein sechzehnjähriger Bursche von dem Zigarrenhändler Jlgner, Grünftr. 15, ertappt. Der junge Mensch wurde der Polizei übergeben. Wegen Betruges verfolgt wird der 63 Jahre alte frühere Premierlieutenant Wilhelm Affing aus Potsdam der sich dem Strafrichter durch die Flucht entzogen hat. gezahlt. unterricht in Gesebestunde. Südost Sute, Reichenbergerstraße 133 Deutsch. Dft: Schule, Markusstr. 31, Unterricht in Gefegestunde. im Laufe des Semesters, eintreten. Bet allen Unterrichtsfächern tönnen Schüler und Schülerinnen auch jest, Sozialdemokratische Lese- und Diskutirklube. Mar Rapier, jeden Sonntag Vormittags 10% Uhr im Restaur. Schömann, Heimfir. 16.Reimer, ieben Montag, Abends 9 Uhr, bet Rudolph Bahr, Gerichtsstr. 19. Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. Sonntag. Alle Henberungen im Vereinstalender find zu richten an Fr. Kortum, ManteuffelAbends 9 Uhr: Uebungsstunde. Aufnahme neuer Mitfraße 49, vorn II. alieder. ,, Dirigenten chor", Stadtbahnstation zur Börse, Restaurant Herkules. Frohsinni, Rummelsburg, Berlinerstr. 82 bei Friefecte, Nachm. 1-3 Uhr.- Monteg. No rddeutsche Schleife, Melchiorstr. 15 Annenfir. 16 bei Ehrenberg. bet Stehmann. Stedertafel der Maler u. verw. Berufsgenossen, Zonblüthe, Görligerstr. 50 bei Siempert. Blüthe, Pallisadenftr. 9 bei 2teze.- Sängerhain. Reichenbergerstraße 16 bei Hoffmann. Siebesfreiheit II, Strausberg, im Refaurant Krüger. Myrtbenblätter, Belforterftr. 16, bet Schneider. Gesangverein ieder zweig, Hermsdorf, Waidmannsluft bei Fenner„ Bur 1 1 1 Fichte". Gefangverein Berliner Bildhauer, Drnament, Wrangelstr. 141 bei Schmidt. Frisch auf in Schönwalde i. d. Mart bei Schulz. Frisch Metallarbeiter Diten" zur Freiheit, Simeonftr. 23 bei Flid. Noppenstr. 29 bei Keller. Bieber'icher Männerchor, Elisabethrage 14 bet R. Birthe. Mohr'sches Doppel Quartett, BüschingGlodenrein( gem. Chor) Kaftanien- Allеe 95/96. ftraße 7 bei Satob. Bruderherz, Krautftr. 6, bei Rudolf. Rosalia, Lebuserstr. 5, bei A. Nemiz. Hoffnung 2, Wilmersdorf, Brandenburgischestraße bet Gräg. Bund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend richten an B. Sentel, Bergmannstr. Nr. 14, Hof 2 Treppen.) Sonntag: ( Alle Zuschriften, den Bund der geselligen Arbeitervereine betreffend, sind zu Theaterverein Thalia bei Schröder, in Stralau, Nachmittags 3-4 Uhr. Bergnügungsflub Oft end, Krautstr. 6 bei Rudolf von 5-6 hr. felliger Verein der Feilenbauer, Gartenstr. 16, bet Meißner, jeden SonnVergnügungsverein Helgoland 2, Langeftr. 9 bei sinczerusty, alle 14 zage, 4-6 Uhr Nachm. Bergnügungsverein Seerose, Grünerweg 25 in Hahn's Bierhaus. Vergnügungsverein Glück stern 2, in den Germania- Festfälen, Chauſſeeſtr. 103, 5-6 Uhr Nachm.- Montag: Pfeifentlub Felsenfest bei Schubordt, Königsbergerstr. 24. Humo ristischer Verein Pipifar bei krösche, Fichteftraße 29. ora, Märkischer Hof, Admiralſtr. 18c, Abends 9 Ubr. tag v. b. 1. 1 Ge Von der Ringbahn überfahren wurde in der Nacht vom| Geschäftsbücher fälschte; er ließ den Burschen verhaften und eine Freitag auf Sonnabend der Bäckergeselle Bernhard Cznwerta fofort eingeleitete Untersuchung ergab, daß Hensel die Unteraus Delitschaut. Der Vorfall passirte turz vor der Station schleife schon seit längerer Zeit betrieben habe. Da der Defrau Tempelhof. Ob ein Unglücksfall oder ein Selbstmord vorliegt, dant erkannte, daß jegliches Zeugnen vergeblich, so legte er ein fonnte nicht ermittelt werden. volles Geständniß ab. Hensel erklärte, daß der Briefträger schuldlos sei; er habe die Summe von 100 m. garnicht ausDie gerichtliche Untersuchung gegen den unschuldigen Briefträger wurde sofort niedergeschlagen, die Direktion hat ihn wieder angestellt und es wurde von dem letteren ein Privatprozeß gegen den Kaufmann J. angestrengt wegen des Verlustes seiner Stellung. Das Amtsgericht hat am Freitag in dieser Sache entschieden und Jänisch wurden 120 M.(!) als Entschädigung für zwei Monate, Freireligiöser Gewissenszwang." Bon Mitgliedern der in welchen er stellungslos gewesen, zugesprochen, außer welchem fozialdemokratischen Reichstags- Fraktion werden wir ersucht, fest- Betrage der beklagte Kaufmann J. noch ca. 400 M. Kosten zu zustellen, daß die unter vorstehender Spizmarte in der Nr. 42 zahlen hat. des Vorwärts" veröffentlichte Notiz aus freiem Entschlusse der 120 M. Entschädigung! Danach hat der Briefträger also die Redaktion in das Blatt aufgenommen und von Mitgliedern der Riesensumme von 14 M. wöchentlich verdient. Bei einem solchen Fraktion weder geschrieben noch veranlaßt worden ist. Wir Einkommen mußte die reiche Packetfahrt- Gesellschaft allerdings kommen diesem Ersuchen um den Verdacht für begründet halten. so lieber nach, als wir, wie wir bereits im Anschlusse an den Versammlungsbericht Ein bedentendes Schadenfener hat in der Sonnabend bemerkt haben, unser in der Notiz ausgesprochenes Urtheil Nacht 2 Uhr das Hintergebäude Kurstr. 39 zerstört. Das Feuer nach jeder Richtung aufrecht halten. Weiter wird uns griff so schnell um sich, daß an eine Rettung der Waaren, die mitgetheilt, daß die Fraktionsmitglieder Einladungen zu in dem größtentheils zu Geschäftszwecken benutzten Haufe lagerten, der betreffenden Versammlung nicht erhalten haben. Einem nicht gedacht werden konnte; die Feuerwehr mußte fich auf die der Abgeordneten wurde allerdings ein Brief zugesandt Ablöschung des Brandes beschränken. Zerstört sind die Geschäftsmit der Bitte, den Kollegen Mittheilung zu machen. Allein der räume der Konfektionsfirma Flator u. Wachsner, ferner ist die Brief wurde erst am Tag vor der Versammlung geschrieben, Ronfektionsfirma S. Joseph von Wasserschaden betroffen worden. und kam in den Besitz des Betreffenden erst am Abend des Ver- Ein Angestellter der Firma Flator u. Wachsner, der in dem fammlungstages, als er keine Gelegenheit mehr hatte, die Hause wohnte, entdeckte das Feuer gerade noch rechtzeitig genug, Kollegen im Reichstage zu benachrichtigen. Uebrigens zweifeln um sich und seine Familie retten zu können. verein Felsenfeft", Rirdorf, Hermannstraße 167 bei Fülleborn, 8½ Uhr. Kartenflub ustige Brüder". Krautstr. 48 bei Rattle, Abends 8 Uhr. wir sehr, ob die Abgeordneten einer brieflichen Einladung zu Gefang-, Turn- und gesellige Vereine. Sonntag. Theater- und diesem Zweck bessere Folge geleistet hätten, als der sehr Polizeibericht. Am 23. d. M. Vormittags wurde eine Bergnügungsverein Barletin, heute Nachmittag 5 Uhr Zeughofftr 8. Theaterverein fummarischen Aufforderung im Annoncentheil des Vorwärts". Frau in ihrer Wohnung, in der Megerstraße, todt aufgefunden. Theaterverein Concordia Beughofftraße 8 bet Stoch. Sie hat sich anscheinend vergiftet. Vor dem Hause Friedrich- Othello jeben Sonntag Uhr bei goge, Köpenickerstr. 191. Nachher: Die bessere Gesellschaft. Gin hiesiges Abendblatt bestraße 100 wurde ein Hausdiener durch einen Omnibus überFidelitas. Vergnügungsverein Nord, Nachmittags 5 Uhr Fennstr. 6 bei Krüger. richtet: Herr Ph. Mojino, der früher als Direktor der Trabrenn- fahren und an der Hand verlegt. Mittags fiel ein Kaufmanns- Bergnügungsverein Germania, alle 14 Tage Bersammlung Linien; Gesellschaft Berlin- Westend fungirte, bis ihn gewisse Vorfälle Lehrling vor dem Kriminal- Gerichtsgebäude infolge eines Fehl- mentre Bergnügungsverein Deutsche Einigkeit, Nachm. 4-6 Uhr, Bergnügungsverein von diesem Posten entfernten, überfiel am Donnerstag Nachtritts hin und brach den Unterschenkel. Blumenstraße 20 bei Bernice. Nachher: Fidelitas. Beim Besteigen Zitania, Nadm 5-6 Uhr, bei Tempel, Langestr. 65. Nachher: Fidelitas. mittag 24-22 Uhr vor dem Hause des Union- Klub in der seines in der Fahrt befindlichen Wagens fiel Nachmittags Vergnügungsverein Nord, Sigung Sonntag Abends 6 Uhr bei Keller. Schadowstraße das zufällig des Weges kommende Mitglied des ein Rutscher vor dem Hause Schlesischestr. 22 zur Erde, Theater Verein Lustige Seelen, Sonntag Uhr bet Stehmann Melchiorftr. 15. Klubs, Herrn Dr. v. Hartogensis, den er als den Mitbesiger der Vergnügungsverein Suftig, Sonntag, Staligerftr. 54( H. Hente), 6% Uhr: Sport- Welt" für ein am letzten Sonntag dort erschienenes, mit gerieth unter die Räder und erlitt einen Bruch des Oberschenkels. In der Nacht zum 24. d. M. wurden in der Greifswalder: Sizung, Tanz, Fidelitas. Veritas" gezeichnetes Eingesandt, das die Thätigkeit des straße, am Georgenkirchhof, ein Schlosser und im Flur eines Theaterverein Concordia", Sigung Sonntag, Nachmittag 6 Uhr, bei Herrn M. in mehrfacher Beziehung sehr sarkastisch beleuchtete verantwortlich machte. Nach einem furzen, überaus hejtig von wunden aufgefunden und nach dem Krankenhause am Friedrichs Oranienstr. 121. Bon 4 Uhr an. von Hauses der Blumenstraße ein Dienstmann mit erheblichen Kopf- rebs, Ohmgaffe 2. Nach der Sigung Fidelitas. Tambour- und Vergnügungsverein Gut seil, alle 14 Tage bet Senffert, feiten Mosino's geführten Wortwechsel bieb legterer auf seinen hain gebracht. Abends brach auf dem Grundstück Admiral- Bergnügungsverein Nord", Sigung Sonntag Abend 5 hr. vollständig unvorbereiteten Gegner mehrere Male mit dem Stocke Gefang- Turn- und gesellige Vereine. Montag. Gefelliger Berein ein, um sodann, stolz auf seine Heldenthat, in den Räumen der Straße 48 im Quergebäude Feuer aus, das den Dachstuhl sowie wiebelfife, nirdor, abends 9 Uhr in Barta's total, Berlinerdort lagernde Vorräthe an Möbeln vernichtete. In der Nacht raße 120.- Bergnügungsverein Freundestreue, jeden Montag bet Technischen Kommission zu verschwinden. Der Vorfall hatte in Geselliger Klub Namenlos, jeden Montag im zum 24. d. Mts. entstand in der Packkammer Flatow und Möring, Admiralfir. 18c. der Schadowstraße großes Aufsehen hervorgerufen und wird Wachsner, Kurstr. 39, Feuer, das sich über die gesammten Gelarheit", Uebungsstunde bei Destreich, Tempelhofer Ufer 15, 9-11 Uhr Gemischter Chor Restaurant zum Sukunftsstaat, Kaftanien- Allee 35. jedenfalls noch ein Nachspiel haben. schäftsräume dieser Firma verbreitete und auch die darüber bends. liegenden Stockwerte ergriff. Außerdem fanden im Laufe des Tages drei kleine Brände statt. " Trok des städtischen Obdachs! Die Lauben auf den nahe dem Weichbilde der Stadt gelegenen Feldern wurden in den legten Tagen von ihren Eigenthümern aufgesucht. In mehreren Fällen und namentlich auf den Nixdorfer Wiesen zeigte sich dabei, daß diese Buden, namentlich wenn sie ein etwas dichteres Gefüge hatten, zum Aufenthalt für Personen hergerichtet waren, die dort während der Kälte gehaust haben müssen. Neste von Speisen und Getränken und Lumpenhaufen, über welche ein Sack gebreitet und so eine Lagerstatt hergerichtet war, ließen den vorübergehenden Unterschlupf für Obdachlose erkennen. Ein Bubenstreich, welcher mit der Verhaftung eines unbescholtenen Beamten begonnen, jetzt aber mit der Entdeckung eines abgefeimten Betrügers endete, erregt begreifliches Aussehen. Derlammlungen. rant Admirals- Garten, Admiralstr. 38: Damen- Abend. 3 ftraße 8. Theaterverein BergnügungsVergnügungsverein Auf Belgoland Sigung jeden Montag 9 Uhr bei Linke, Bergstr. 54, Fidelitas. Bergnügungsverein Einigteit 1890. Jeden Montag Sigung bei Roll, Adalbertstr. 21, Abends 9 Uhr. Alle 14 Tage Tanz Bergnügungsverein" Gulalia" bei Herrn Reggentin, Barnimstr. 4-5, Touri Sigung 6 Uhr. Privat- Theater- Gesellschaft Soffnung, Sigung b Sauermann, AdalbertPfeifentlub Feljenfest, Abends 9 Uhr, Königsbergerstr. 20 bei Schabrodt Rauchflub Weiße Wolte, Abends von 9-11 Uhr, Bernauerstr. 14 bet Henoch. Rauchflub Elvira, Abends 9 Uhr bei Lehmann, Friedrichsfelder= fraße 27. Rauchlub Beronila". Sigung Montag Abends Uhr, Staltgerstr. 65, bei Strauſe. Stattlub Grand", Abends% 9 Uhr bei R. Hubrich, Lübbenerstr. 22. Stattlub Roth- Junge". Sigung alle Dienstage nach dem 15. und Spielabend alle Dienstage von 9 bis 11 Uhr im Restaurant Böchstr. 7 bet Herrn Serrath. Privaitheater- Gesellschaft„ Geselligkeit. Abends 6 Uhr im RestauPrivattheater- Gesellschaft Romelia". Sigung und Fidelitas bei Gauermann, dalbertitr. 8, 6 Uhr. Bergnügungsverein Belle- Alliance". Sonntag, den 25. Februar, 5 Uhr, im Deutschen Hof, Luctaueritr. 15( Gartenſaal): Sigung Imit Damen. Fidelitas, Tanz, Vorträge, Ueberraschungen. Entree fret. Conristen- klub Ocarina". Sonntag, den 4. März, Abends 6 Uhr, bei Natusch, Boechstr. 12: Sigung. Gäste wiltommen. Vergnügungsverein Heitere Gesellschaft". Sonntag 5% Uhr: Sigung und Gesellschafts- Abend bet pallar, Raupachſir. c. Freie Bereinigung der Kaufleute. Jeden Montag gemüth liches Beisammensetn im Restaurant Bur neuen Post", Beuthstr. 21. Berichtigung. In dem gestrigen Bericht über die Ver: sammlung der Handlungsgehilfen und Gehilfinnen hat sich ein Die Kündigungsfristen sollen währen vom Leyten bis zum Irrthum eingeschlichen. In der Resolution 1. muß es heißen: Gin hiesiger Fabrikant hatte die Packetfahrt Gesellschaft beVergnügungs- Klub Berolina". Sigung Sonntag 5 Uhr, Weinmeister: auftragt, eine Summe von 100 m. bei einem seiner Schuldner, straße 9 bei Wutite, Hof I. 1 Tr. Aufnahme, Lanz und Vorträge. dem Kaufmann J. in der Münzstraße, einzuziehen; mit Erledigung Berlin 3 Sonntag, den 25 Februar, Vormittags 10 Uhr, im totale Süd- D, Allgemeine Kranken- und Sterbekaffe der Metallarbeiter, Filiale des Jukassos wurde der Briefträger Jänisch des Bureaus Waldemarsir. 75: Mitglieder Versammlung. Tagesordnung: 1. Kaffenbericht. in der Lothringerstraße betraut. Er erhielt jedoch das Geld von 2. Stellungnahme zur General- Bersammlung. Referent: A. Mayer. 3. Wahl Letten eines jeden Monats. dem Schuldner des Fabrikanten nicht ausgezahlt und lieferte der Deligirten. Sterbekasse von Arbeitern der Berliner Maschinenbau- Aktien- dim die Quittung wieder auf dem Bureau Nr. 1 ab. Nach einiger Gesellschaft." Heute Babltag Acterstr. 128 bet Stümte und Stallschreiberstr. 58 Zeit mahnte der Fabrikant den Kaufmann J. um die bet Witte. 100 Mart, erhielt aber von dem Letteren die Antwort, daß der s uhr, in den Germanta- Sälen, Chauffeeftr. 103. Bericht über den zweiten Geffentliche Volksversammlung am Montag, den 26. Februar, Abends Betrag 1. 3. dem Beamten der Packetfahrt- Gesellschaft ausgezahlt internationalen sozialistischen Akademiter- Kongres in Genf. Referent: Dr. worden, der Lettere jedoch die Quittung irrthümlich wieder mit- ur. Bortrag:" Die Studirenden und der Sozialismus." Referent: Dr. med. genommen habe. Ja, Herr F. ging auf Anstiften seines Buch- 3adet. Privattheater- Gesellschaft Boruffia". Sonntag, den 25. Februar, halters, des 24 jährigen Karl Hensel, so weit, daß er gegen im Saale des Herrn Wohllebe, Alexandrinenstr. 110: Fidelitas. Jänisch bei der Backetfahrtgesellschaft Anzeige wegen der unter- Achtung, Schlächter! Große öffentliche Versammlung mit Mamsells schlagenen 100 Mark erstattete. heute, Sonntag, den 25 Februar, Nachmittags 5 Uhr, in den Armin- Hallen, Kommandantenstr. 20( großer Gaal). Tagesordnung: Vortrag des Reichs tags- Abgeordneten Schlächtermeister Birt( München) über die Verftlavung der Schlächtergesellen und Mamsells." Der bedauernswerthe Privatbeamte, welcher immer und immer wieder betheuerte, daß er unschuldig sei und von J. kein Geld erhalten habe, wurde von der Direktion feines Postens enthoben und der Staatsanwaltschaft Ende vorigen Jahres wegen Unterschlagung und Betruges übergeben. So vergingen zwei Monate, der Termin wurde auf Ende Februar festgesetzt und Jänisch, der keine Stellung wieder erhielt, befand sich in bitterster Noth. Da plöglich entdeckte vor etwa Monatsfrist der Kaufmann J., daß sein Buchhalter Hensel, derselbe, der ihn von der Schuld des Packetfahrt- Briefträgers zu überzeugen gewußt, die Briefkaffen der Redaktion. Tager, Neuendorf bei Teschendorf. 1. Sie fönnen die überragenden Zweige abhauen. 2. Ebenso den auf Ihr Gebiet ragenden Theil des Busches. Ihre übrigen Anliegen sind der Buchhandlung überwiesen. R. G. Uns ist über die Wirkung des betr. Geheimmittels nichts bekannt; auch wissen wir nicht, ob polizeilicherseits vor demselben gewarnt worden ist. Anton Kopp. Er ist berechtigt. Pflugel, Ulm. Ihre Befürchtung trifft nicht zu. Es handelt Deffentliche Versammlung. Tagesordnung: Stellungnahine zu der Bentra sich um eine andere Person. Orte Krankenhalle der Schuhmacher. Dienstag, den 27. Februar: lifation der Orts- Krantentaffen Geselliger Verein Fraternitas". 5 Uhr Sigung, nachdem Fidelitas im Königstadt- Kasino, Holzmarttstr. 72. Gäste willkommen. Arbeiter- Bild ungsschule. Sonntag Bormittag 9-11 Uhr Nord Schule, Müllerstr. 179a: Unterricht in Deutsch( oberes); Oft- Schule, Markusstraße 31: Unterricht in Buchführung. Für alle bret Schulen Unterricht in: Nati onalökonomie Neue Grünfir. 10, 1 r., von 9-11 Uhr Bormittags. Montag, Abends 8-10% Uhr: Nord- Schule, Müllerstraße 179a: Ahrend's Brauerei, Moabit, Thurmstraße. Türk. Die Angelegenheit geht dem Vorwärts" nichts an M. 21. 1. Gar teins. 2. Nein. 3. Sie fönnen erstens Beweis verlangen, daß der Vertrag echt ist, und können ihn auch unter gewissen Umständen anfechten. Jan. Wenn E. nichts davon gewußt hat, fann er nicht verurtheilt werden. Verbindung beider Sachen fann beim Amts: gericht II beantragt werden. M. Krüger's Speise- Leinöl Schürzen Invalidenfir. 5, Montag, den 26. Februar, Abends präzise 81/2 hr: ist das anerkannt beste. Fabrik- Lager V. Abonnements- Konzert ( Solisten- Abend) der Berliner Freien Musiker- Vereinigung. Orchester: 60 Mann. Nenes Programm. Dirigent: G. 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Volks- Versammlung Montag, den 26. Februar, Abends 8 Uhr, in den Germania- Sälen, Chausseestr. 103. Tagesordnung: 1. Berichterstattung des Genossen Dr. Lux über den internationalen Sozialistischen Akademiker- Kongreß in Genf. 39 2. Vortrag des Genoffen Dr. Zadek über: Die Studirenden und der Sozialismus." 3. Diskussion. Alle aktiven und inaktiven Akademiker find hierzu ganz besonders eingeladen. Der Vertrauensmann. Waschowsky ist von der Versammlung unterrichtet. Die Parteigenossen werden ersucht, möglichst zahlreich zu erscheinen. Der Einberufer. J. A.: Otto Naether. 463/11 Deutscher Holzarbeiter- Verband ( Bahlstelle Berlin). Am Sonntag, den 25. Februar, Vormittags 10 Uhr, im Lokal des Herrn Reichelt, üllerkraße 7: Branchen- Versammlung der Modelltischler. 431/10 Tagesordnung wird in der Versammlung bekannt gemacht. Rege Betheiligung erwartet Die Ortsverwaltung. Kollegen! Kolleginnen des Westens! Montag, den 26. Februar, Abends 8 Uhr, in Salon", Dennewigstr. 13: Grosse öffentliche Der Schlosser Aufruf! 19536 Franz Ernst Wersin, geboren zu Graudenz am 16. April 1862, wird gebeten, seine Adresse seiner Gauverein Berliner Bildhauer. Dienstag, den 27. Febrnar, Abends 8 Uhr, Mutter, der Wittwe Auguste Wersin bei Ehrenberg, Annenstraße Nr. 16: in Graudenz, Salzfir. 12, schleunigst anzugeben. Gleichzeitig werden diejenigen ersucht, die ihn kennen, über feinen Aufenthalt Auskunft zu geben. I. Nachtrag zum Statut der Orts- Krankenkasse der Uhrmacher. Laut Beschluß der GeneralversammIung vom 9. November 1893 wird§ 13, Abs. 3 umgeändert wie folgt: 3. Im Falle der Erwerbsunfähigkeit vom Tage des Eintritts der Erwerbsunfähigkeit ab für jeden Kalendertag einschließlich der Sonne und Feittage 1/2 des durchschnittlichen Tagelohnes (§ 12) als Krankengeld. Borstehender Nachtrag tritt mit dem Tage der Genehmigung in Kraft. Berlin, 16. November 1893. Der Vorstand der Ortskrankenkasse der Uhrmacher. Gustav Laetsch, Otto Jung, Vorsitzender. Echriftführer. Vorstehender Nachtrag zum Statut Rennefahrt's wird hierdurch genehmigt. Schneider- u. Schneiderinnen- Versammlg. = Tages Ordnung: " Welche Schritte unternehmen wir gegen diejenigen Firmen, die Abzüge gemacht haben oder gar nicht bewilligten?" Referent: Kollege Aug. Täterow. Diskussion. Die Kollegen von Schöneberg und Charlottenburg sind eingeladen. Die Agitations- Kommission der Schneider. 398/16 Berlin, den 24. Januar 1894. J.-Nr. 5349.( L. S.) Der Bezirksausschuk. Kayser. 373/2 Ortskrankenkasse der Hutmacher, Hutfourniturenund Filzwaaren- Verfertiger zu Berlin. Sonntag, den 11. März, Vormittags 10 Uhr: Ordentl. Generalversamlung Sozialdemokratischer Agitationsklub für den Often Berlins. im Restaurant des Hrn. Oskar Roellig, Sonntag, den 25. Februar, Abends 6½ Uhr, Neue Friedrichstr. 44, wozu die Deleim Lokale ,, Zum Freischük", Fruchtstraße Nr. 36a( oberer Saal): girten hiermit eingeladen werden. Große öffentliche Versammlung für Männer u. Frauen. Tages Ordnung: Tagesordnung: 1. Jahres und Kassenbericht. 2. Bericht der Kassenrevisoren pro 1893 und Antrag auf Ertheilung der Decharge. 3. Ergänzungswahl eines Vorstands1. Vortrag der Genoffin Fräulein J. Altmann über: ,, Der Ursprung mitgliedes der Arbeitnehmer. des Staats." 2. Diskussion.. 1903b 4. Beschlußfassung bezw. Festsetzung der Nach der Versammlung: Gemüthliches Beisammensein und Tanz. Krankenkassenbeiträge für die 3. Kl. Entree 10 Pf. Der Einberufer. 5. Verschiedenes. Gintritt nur gegen Borzeigung 1920b Der Vorkand. Achtung! Deffentliche Versammlung Achtung! der Postkarte gestattet. aller im Tapezirergewerbe beschäftigten Personen. am Montag, den 26. Februar, Abends 8 Uhr, im oberen Saale des Herrn Th. Boltz, Alte Jakobstraße 75. Tagesordnung: 1. Bericht der Gewerbegerichts= Beisizer. 2. Bericht des Delegirten zur Gewerkschafts- Kommission. 3. Stellungnahme zum 1. Mai. 1902b In anbetracht der wichtigen Tagesordnung ersucht um zahlreiches Erscheinen Die Agitationskommission der Tapezirer Berlins und Umgegend. Achtung! Achtung! Große öffentliche Versammlung der Arbeiter und Arbeiterinnen der Firma Siemens& Halske Dienstag, den 27. Februar, Abends 8 Uhr, im großen Saal von Martens, Friedrichstr. Nr. 236. Tages Ordnung: 0 1. Die Lohn- und Arbeitsverhältnisse bei der Firma Siemens u. Halske, speziell im Berliner Wert.( Der Referent wird in der Ver: sammlung bekannt gegeben.) 2. Diskussion. 468/12 Die Arbeiter und Arbeiterinnen der Firma Siemens& Halske werden ersucht, vollzählig zu erscheinen. Die Metallarbeiter aller Branchen, sowie die Tischler und Drechsler, ganz besonders die Kollegen sämmtlicher elektrotechnischen Wert stätten und Telegraphenbau- Anstalten sind hierzu eingeladen. Der Einberufer: Otto Naether, Anflamerstr. 44. Achtung! Achtung! Drei große Volfsversammlungen, einberufen von der Frauen- Agitations- Kommission, finden in der nächsten Woche statt. Die erste am Mittwoch, den 28. Februar, in Martens' Salon, Friedrichstr. 236, mit folgender Tagesordnung: 1. Vortrag über: Die Steuervorlagen und die Frauen des Proletariats". 2. Diskussion. 460/16 gez. H. Ried, Anhaltstr. 14. Großer Wiener Maskenball arrangirt vom 1991b Rauchklub Humboldt, Sonnabend, den 3. März 1894, bei Noack, Brunnenstr. 16. Auftreten d. H. Lewandowski. Hierdurch erkläre ich, daß die Wußmann'schen Eheleute, Wusterhausener straße 18/19 mir nur als ehrenhafte Leute bekannt gewesen sind und noch find. Ciermit nehme ich die gethane Beleidigung zurück. Hermann Dörband, Manteuffelstr. 67. 1950b Wichtig für jede Dame! Modell- Regenmäntel, hochelegant, 10 Elegante Regenmäntel 7-10 M., bis 18 M., Backfisch- Jaquets 2,50 M., elegante Neuheiten in Jaquets und Umhängen 10-16 M. Ladenpreis das Doppelte. Mäntel- Bazar Versammlung. Tages- Ordnung: 148/16 Geschäftliches. Vortrag des Herrn Dr. C. Binn über:" Soziale Zustände des Alterthums".- Modelleurabend. Verschiedenes. Die Vorstellung in der Urania beginnt 10 Uhr Vorm.; Eröffnung 9 Uhr. werden hiermit dringend gebeten, zu der am Montag, den 26. Februar, Diejenigen Mitglieder, welche unserer Orts Krantentasse angehören, Annenstr. 16, stattfindenden Mitgliederversammlung vollzählig zu erscheinen. Oeffentl. Volks- Versammlung am Dienstag, den 27. Februar er., Abends 81, Uhr, in Lips Saal( Brauerei Friedrichshain). Tages Ordnung: Staatsreligion". Fortsetzung der Diskussion über das Thema:" Sozialdemokratie und Die noch nicht aus der Landeskirche ausgeschiedenen Reichstags- Abgeordneten sind hiermit eingeladen. J. A.: A. Jänicke. Die Versammlung findet im Einverständniß des Vertrauensmannes Wengels statt. 1982b Achtung! Filzschuharbeiter. Große öffentliche Versammlung am Montag, den 26. Febr., Abends 8 Uhr, im Saale des Herrn Seefeldt, Grenadierstr. 33, aller in der Filzschuh- und Pantoffelwaaren- Branche beschäftigten Arbeiter u. Arbeiterinnen Berlins u. Umgegend. Tages Ordnung: Delegirten der Gewerkschafts- Kommission. 3. Die Maifrage. 4. Verschiedenes. 1. Stellungnahme zur Gründung eines Lokalverbandes. 2. Bericht des 451/9 Kollegen! Erscheint alle in der für uns wichtigen Versammlung. Die Agitations- Kommission. Musikinstrumenten- Arbeiter! Montag, den 26. Febr., Abends 8 Uhr, in Hoffmann's Festsälen, Oranienstraße 180: Große öffentliche Versammlung. Tagesordnung: 1. Bericht des Delegirten der Gewerkschaftskommission. 2. Bericht unserer Gewerbegerichts- Beither. 3. Diskussion. 4. Verschiedenes. Die Kollegen werden ganz besonders auf die Tagesordnung aufmerksam gemacht, da leider die Praxis des Gewerbegerichs speziell zu wenig bekannt ist und die Beisitzer die weitgehendste Aufklärung geben werden. Um zahlreichen Besuch bittet Der Einberufer. Ethische Gesellschaft. Sonntag, den 25. Februar 1894: 474/13 Zwei Versammlungen. 1. Gratweil's Bierhallen, Rommandantenstr. 77-79, Abends 6 Uhr, Vortrag des Herrn Sigg über: Religion oder Moral". " 2. Seefeldt, Grenadierstraße 33, Abends 6 Uhr, Vortrag des Herrn Waldeck Manasse über: Die Religion und der Friede". Nachdem: Gemüthliches Beisammensein. Gäste( Damen und Herren) sehr willkommen. Der Vorstand. 150/5 Maler und Anstreicher! Gr. öffentliche Versammlung in 3. am Dienstag, den 27. Februar er., Abends 8 Uhr, Gratweil's Bierhallen, Kommandantenstraße 77-79. Zages Ordnung: 235/7 1. Stellungnahme zum 1. Mai. 2. Wahl des Bertrauensmannes. Verschiedenes. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Der Vertrauensmann. 5682 Achtung! Wahlberechtigte Mitglieder der Ortskrankenkasse der Steindrucker und Lithographen Berlins. Leipzigerstr. 91, 1 Treppe. Eine alleinstehende arme Frau empfiehlt sich als Schneiderin in und außer dem Hause. Manschefska, KI. Markusstr. 24. Neu! New! „ Die Heiligkeit der Ehe!" Soz. Luftspiel in 1 Att( Preis 25 Pf.) von Rich. Heise, Volkshumorist, Berlin Norden, Ziouskirchstr. 11. 3um Vortragen meiner Kouplets c. bin ich die Osterfeiertage noch frei! E Rentable Auf die am Dienstag, den 27. Februar, Abends 72 bis 81/2 Uhr, im Handwerker- Saal, Sophienstr. 15, stattfindende Wahl der Delegirten zu obiger Kaffe machen wir hiermit nochmals aufmerksam, mit der Bitte, sich recht pünktlich einzufinden, da die Wahl, für ungefähr 4000 Stimmberechtigte, vom Vorstande auf nur zwei Stunden festgesetzt ist. Sollten durch die Kürze der Wahlzeit, trot pünktlichem Erscheinen, Viele vom Wählen ausgeschlossen werden, so werden die Betreffenden ersucht, ruhig im Saale anwesend zu bleiben und ihre Adresse behufs Begründung eines Protestes an den Unterzeichneten gelangen zu laffen. Kollegen! Haltet die Augen offen, auf daß Ihr nicht übervortheilt werdet und meldet jede Wahlbeeinflussung sofort. Erscheint recht zahlreich, um den Sieg, den wir am Donnerstag erfochten, zu einem vollständigen zu machen, verbreitet dieses unter alle Mitglieder und agitirt, daß am Dienstag Reiner fehle. Mitgliedsbuch legitimirt. Die Stimmzettel von Friedewald und Genossen werden am Eingang zum Saale vertheilt. Mit solidarischem Gruß Die zweite am Freitag, den 2. März, im Lokale Geschäfte im Preise von 400 M. an 491/3 ,, Sanssouci", Rottbuserstraße 4a, mit folgender Tagesordnung: 1. Bortrag über: Die Bedeutung der politischen Rechte für die Frauen des Proletariats". 2. Diskussion. Die dritte am Montag, den 5. März cr., in der Ahrend'schen Brauerei( Moabit), Thurmistr. 26/27. Referentin in allen drei Versammlungen: Frau Clara Zetkin- Stuttgart. Um zahlreichen Besuch ersucht Die Frauen- Agitations- Kommission. Die Versammlungen finden im Einverständniß der Bertrauensleute statt. Achtung! Achtung! Fachverein d. Klempner Berlins u. Umgeg. Montag, den 26. Februar, Abends 812 Uhr, weist tostenfrei nach H. Gerken, Friedrichsgracht 5. Sprechst. 9-12, 5-7. Osang's trantes Familienheim, Reichenbergerstr. 47. Jeden Sonntag Abend v. 6 Uhr an: Großer geselliger musikalischer u. humoristischer Familien J. A.: Die Kommission. Fr. Scherer, Lith., Liegnizerstr. 34. Zentralverb. deutscher Maurer Filiale Berlin II. Am Sonnabend, den 3. März 1894, Abend, verbunden mit Eisbein Essen. in Gründer's Ballhaus( fr. Mundt), Köpnickerstr. 100: " Spezialität: Familienbitter"-Liqueur, wohlschmeckend. Hierzu ladet ein 1956b Hugo. ereinszimmer zu vergeben Landsbergerstraße 31 bei Seehausen. 56412 Vereinszimmer ganz ungestört für Vereine und fleine Versammlungen bis 60 Personen. Schöneberg, Kaiser Friedrichstr. 2. Grosser Wiener Maskenball. Anfang 8 Uhr. Demaskirnng 12 Uhr. Billets à 50 Pf. find in allen mit Plakaten belegten Lokalen und bet folgenden Herren zu haben: Rud. Gareis, Lichterfelderstr. 5. Julius Wende, Britzerstr. 41. A. Jänicke, Waßmannstr. 23. F. Leonhardt, Stalizerstr. 183. F. Baldun, Landsberger Allee 28. F. Hollek, Yortstr. 63. Karl Panser, Neue Winterfeldstr. 4. 295/6 Das Komitee. Zu zahlreichem Besuch ladet ein Begründung und Entwurf einer Religion der Zukunft. Soeben im Verlage von Gebr. Harz, Altona( Elbe) erschienen. Jeder, der Ein Vereinszimmer ist noch mehrere Interesse an der Neugestaltung unseres religiösen und wirthschaftlichen 187/16 Tage in der Woche zu vergeben bei Lebens hat, follte es als eine Ehrenfache betrachten, diesem Buche Beachtung Der Vorstand. P. Marchionini. Gipsitr. 16. 2005b und Verbreitung zu verschaffen. in Scheffer's Salon, Inselstraße Nr. 10: Versammlung. Tages Ordnung: 1. Die Bedeutung des 1. Mai und Stellungnahme zur Feier desselben. Referent: Herr Fritz Hansen. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Gäste haben Zutritt. Saal für 120 Personen frei, Alte Die neue Religion. Bon einem Ungenannten. Preis 50 Pf. 2. Auflage. Jakobstr. 83. 2001b Verantwortlicher Redakteur: Robert Schmidt in Berlin. Druck und Verlag von Max Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. 1753b Π 2. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 47. Parlamentsberichte. Abgeordnetenhaus. 22. Sigung vom 24. Februar 1894. 11 Uhr. Am Regierungstische: v. Berlepsch, Thielen. Die zweite Berathung des Etats wird im Etat der Handels- und Gewerbeverwaltung fortgesetzt. Das Aichungswesen wird behandelt und hierauf bei dem Titel Zur Remunerirung der Vorsitzenden der Schiedsgerichte für die Unfallversicherung" vom Abg. Gothein eine bessere Remuneration dieser Beamten angeregt, deren Bezüge in anbetracht der großen Arbeitskraft und der wichtigen Funktionen, die sie erfüllten, zu gering feien. Abg. Friedberg( natl.) erneuert die bereits im vorigen Jahre gestellte Frage, ob die 223 000 m., welche im Etat zur Remuneration der Vorsitzenden der zur Durchführung der Invaliditäts- und Altersversicherung errichteten Schiedsgerichte ausgeworfen seien, voll verausgabt werden. Die Remunerationen feien äußerst gering, wie ihm neuerdings mitgetheilt sei. Handelsminister v. Berlepsch: An dieser Summe von 223 000 m. wird nichts erspart. Die Frage der Umänderung der Schiedsgerichte befindet sich in der Erwägung, über den Abschluß dieser Erwägungen mag ich noch nichts Bestimmtes zu fagen. Nach Besprechung der Dotation der Webeschule in Mühlheim a. Rh. tritt beim Kapitel des gewerblichen Unterrichts wesens Sonntag, den 25. Februar 1894. 11. Jahrg. Das Haus beschließt demgemäß. Um 32 Uhr vertagt sich das Haus. Nächste Sigung Montag 11 Uhr( Etat der direkten und indirekten Steuern). Soziale Ueberlicht. Achtung! Steinbildhauer! Die Kommission. J. A.: M. Schweizer, Möckernstr. 95 part. Alle Arbeiterblätter, besonders die Oester reich 3 werden um Abdruck gebeten. nen Maßregel würde die kleinen Betriebe zu gunsten der großen ruiniren und todt schlagen. Sei dies nicht die Absicht, so sei es doch die Wirkung des Gesetzes. Auch stände der Eisenerz- Bergbau nicht blos unter der Aufsicht der Polizeibehörden, sondern auch der Gewerbe- Inspektion, die doch sachverständig sei. Früher habe man in Schlesien Mangel an Gewerberäthen gehabt, jetzt aber seien deren drei und ein Assistent da, die um so mehr zur Ueberwachung ausreichten, als die sämmtlichen Eisenerzlager um Beuthen herum belegen seien. Das beste sei die Ablehnung der Der Streit bei der Firma Schilling dauert unverändert fort. Vorlage, wenigstens müsse eine gründliche Prüfung in einer Kom- Schilling hat mit seinen Annoncen, welche er in verschiedenen mission stattfinden. auswärtigen Zeitungen aufgegeben hat, bis jetzt nur einen Worredner entwickelt hat, hat meine harmlose Seele nicht gedacht. bis auf zwei mit den Streifenden solidarisch erklärten. Indem Minister vou Berlepsch: An die Bedenken, welche der geringen Erfolg zu verzeichnen, da sich die zugereisten Kollegen Der schlesische Provinziallandtag hat die Sache gebilligt, fich die Arbeiten von Tag zu Tag mehr anhäufen, so ist, falls und auch bei den Oberschlesiern in demselben, die ein Drittel des sich nicht mehr Streitbrecher finden, an einem baldigen Siege der Landtages bilden, hat sich keine Beunruhigung über die Vorlage Streifenden nicht zu zweifeln. gezeigt. Ohne Diskussion ist der Entwurf gebilligt worden. Wir bitten daher die Steinbildhauer nochmals, allen Zuzug Wäre das denkbar von einer pflichtgetreuen Provinzialvertretung, nach Berlin streng fern zu halten. wenn auch nur eine Spur von Beunruhigung in Oberschlesien vorhanden war? Von einer Ausdehnung der Monopolbestrebungen ist gar nicht die Rede. Es fragt sich nur, ob der Eisenerzbau nach wie vor von dem Amtsvorsteher und einem Gendarmen und hin und wieder einmal vom Gewerbe- Juspektor polizeilich beaufsichtigt werden soll. Der Landrath des Kreises Achtung! Metallarbeiter, Tischler, Drechsler! Dienstag, den 27. Februar, Abends 8 Uhr, findet bei Beuthen hat zuerst auf diese Aenderung gedrungen, da die Verwaltung nicht mehr die Garantie übernehmen könne, daß die Martens, Friedrichstr. 236, eine öffentliche Versammlung statt, Aufsicht ordnungsmäßig betrieben werden könne; denn es welche sich mit den Lohn- und Arbeitsverhältnissen bei der Firma handelte sich um eine große Bahl sehr groß gewordener An- Siemens u. Halste, speziell in Berliner Wert, beschäftigen wird. lagen, die sich aus unscheinbaren Anfängen entwickelt haben.( Siche Inserat im heutigen Vorwärts".) Es handelt sich darum, zu zeigen, daß die Zustände in den Viele haben Dampfmaschinen in Verwendung, die Mehrzahl von diesen Betrieben werden regelrecht als unterirdische Bergbau- Musterwerkstätten" der Weltfirma Siemens u. Halste von Jahr anlagen betrieben. Daher ist es nur gerecht, solche Anlagen der zu Jahr immer schlechter geworden sind. Bei einer„, englischen" Bergbaubehörde zu unterstellen. Die Interessenten haben Sonder- Arbeitszeit von oft 11, ja theilweise sogar 12 Stunden spotten wünsche auch nicht im entferntesten bisher bei mir oder bei der die hygienischen Zustände aller Beschreibung. Die Löhne in Provinzialverwaltung angebracht. Es handelt sich hier um etwas vielen Abtheilungen find bedeutend niedriger als in ähnlichen unumgänglich Nothwendiges, nicht um überflüssige Gesetze- Betrieben. Die„ väterliche" Behandlung der Arbeiter erinnert Minister v. Berlepsch erkennt an, daß die Besoldung dieser Abg. von Heydebrand( lons.): Der Eisenerzbergbau werde Ganz besonders werden die Kollegen sämmtlicher elektroLehrer zur Zeit eine geringe ist, die Ausbesserung erfolgen zu stellenweise so ausgedehnt, mit so komplizirten Anstalten be technischen Werkstätten und Telegraphenbau- Anstalten hierzu ein laffen sei das eifrige Bestreben der Regierung; es gehe aber trieben, daß eine bergpolizeiliche Aufsicht unentbehrlich geworden geladen. nicht an, eine einzelne Beamten kategorie jetzt herauszugreifen, sei. Die Möglichkeit für Kleinbetriebe Ausnahmen zu gestatten, zumal noch immer ein genügendes Lehrmaterial vorhanden sei. fei gegeben. Abg. Ehlers( freis. Vg.): Das Moment, daß die Aufbesse- Abg. Kirsch( 3.) tritt mit den Grafen Strachwitz für Komrung für alle Beamten zu gleicher Zeit erfolgen müsse, ist doch missionsberathung ein. recht anfechtbar. Die Navigations Schullehrer sind unendlich lange übersehen worden. Bei den Baugewerkschulen hat das Ministerium nothgedrungen nachgeben müssen, weil sich keine Lehrer mehr fanden. Man darf doch nicht so lange warten, bis auch hier keine tüchtigen Lehrkräfte mehr gefunden werden können. Geheimer Rath Lehnert: Das richtige Urtheil darüber, ob und wo eine Aufbefferung am meisten angebracht ist, kann nur im Finanzministerium gewonnen werden, wo die Forderung aller einzelnen Refforts angemeldet werden müssen. Abg. v. Schenckendorff( natl.) für eine höhere Dotirung der gewerblichen Fachschulen insbesondere der Baugewert schulen ein. Angesichts des Umstandes, daß im Herbit 1893 2000 Anmeldungen nicht berücksichtigt werden konnten, bleibt noch ein Bedürfniß für wenigstens 10 solcher Schulen besteheu. Auch für die Handwerkerschulen, die Schulen für Metallindustrie 2c. besteht noch ein großes Bedürfniß. Abg. Jürgensen( natl.) befürwortet eine Afbesserung des Gehalts der Lehrer an den Navigationsschulen und zwar sowohl der ordentlichen als der Vorschullehrer. macherei. " lebhaft an die eines Stumm". " Der Einberufer. Otto Mäther, Anflamerstr. 44. Ein neuer Formerstreik ist in der Mühlenbau- Gesellschaft Augsburg( vorm. Deyle u. Komp.) ausgebrochen, indem der Abg. Engels( ft.): Kein Vorwurf wäre unberechtigter Direktor der Firma, Herr Beck, entgegen dem anläßlich des letzten gegen die Vorlage als der, daß sie dem Monopol des Staats- Formerstreits von dem Gewerbegericht Augsburg gefällten Bergbaues Vorschub leisten soll. Da der Bergbau nicht unter die Schiedsspruch, mit dem er sich einverstanden erklärte, den Former Gewerbe- Ordnung fällt, muß hier auf dem Wege der Berg- Müller maßregelte und auch sonst sein gegebenes Wort brach, gesezgebung diejenige polizeiliche Aufsicht eingeführt werden, worauf die Former der Fabrit aufs Neue in den Streik einwelche der Eisenerz- Bergbau in Oberschlesien dringend verlangt. traten. unter das Berggesetz fallen fchon jetzt ganz erhebliche Mengen Anfragen 2c. find zu richten an das Streitfomitee im Gaftvon Kleinbetrieben, so in Schmalkalden. Gerade bei den kleinen haus zum" Blauen Bock", Stephansplatz E 147 in Augsburg. Bergbetrieben ist die strengere polizeiliche Aussicht sehr angebracht, J. A.: Frdr. Müller. weil hier am meisten gefündigt wird. Die Freikonservativen Achinug! Schlächter! haben gegen Inhalt und Fassung der Vorlage nichts einzuwenden. Immer wieder richten wir an Euch die Aufforderung, Euch Abg. Gothein( fr. Vg.): Mit der Grundbestimmung des Gesetzes bin ich einverstanden. G3 bleiben aber doch gewiffe Be- u organisiren. Geht alle anderen Arbeiter, wie sie für ihre Be denken bestehen. Gerade in Schlesien besteht auch ein ausgedehnter freiung fämpfen. Schließt Euch ihnen an! Beigt, daß auch Ihr Magnefit- Bergbau. Bei diesem ist die Aufsicht bisher ganz un- gewillt seid, das Sklavenjoch des Kapitals von Euch abzuschütteln, zulänglich, desgleichen beim Chromerz Bergbau. Diese Verhält- daß Ihr erkannt habt, daß Ihr von Euren Arbeitgebern nur nisse sollten bei dieser Gelegenheit mit geordnet und so dem als Maschine betrachtet und behandelt werdet. Dentt über Gure Gesetz eine breitere Grundlage gegeben werden. Eisenerz- lange Arbeitszeit, 16-20 Stunden täglich, über den Hungerlohn, forgen. Was nach seiner Auffassung in feinen Kräften steht zu Bergbau findet sich übrigens auch in Niederschlesien, bei Schmiede: den man Euch giebt, über die erbärmlichen Schlafstellen, sowie Nachdem eine Reihe Spezialwünsche vorgebracht wurden und auf den Einfluß des Finanzministers, der ihre Erfüllung hindert, hingewiesen wurde, ergreift das Wort der Handelsminister v. Berlepich: Der Finanzminister hatte die Meinung mit mir, daß die Förderung des Fortbildungsschulwesens eine unferer vornehmsten Aufgaben ist. Bei dem Ressortminister ist der Drang, feine Anstalten zu verbessern und zu vergrößern, das überwiegende; der Finanzminister aber hat für die Bilanz zu geben, dazu ist auch der Finanzminister bereit. Nach längerer weiterer Debatte wird das Kapitel genehmigt, ebenso ohne Debatte das Kapite:" Vermischte Ausgaben" und hierauf nach kurzer Debatte das Extraordinarium. Es folgt die erſte und zweite Berathung des Gefehentwurfs betr. Aenderung des§ 211 des Berggesetzes von 1865. Nach dem Gefeßentwurf soll ein Theil des Berggesetzes für den bisher zum Regal gehörigen Eisenerzbergbau im Herzog thum Schlesien und der Grafschaft Glatz in Geltung gesezt werden. Die bestehenden Berechtigungen zur Gewinnung der Eisenerze sollen aufrecht erhalten bleiben. Wird der Eisenerzbergbau von mehreren Personen betrieben, so haben diese durch notarielle oder gerichtliche Urkunde einen Repräsentanten gegen über der Bergbehörde zu bestellen. Abg. Graf Strachwiz( 3.) hält den Vorschlag der Regierung für unzweckmäßig. Derselbe habe in Schlesien vielfach Beunruhigung hervorgerufen. Die, Durchführung der vorgeschlageSonntagsplauderet. berg, der ebenso der Bergbehörde unterstellt werden müßte. Wird nun die Vorlage Gesetz, so würde jeder Schürfverfuch auf Eisenerze unmöglich gemacht werden. In dieser Beziehung muß die Möglichkeit, neue Lager aufzuschließen, gelassen werden. Abg. Letocha( 3.) spricht sich für die Vorlage aus, mit der auch die große Mehrheit des Zentrums einverstanden sei. Nament lich im Interesse der 4000 Eisenerz- Arbeiter, für deren Sicherung bei der jetzigen Art des Betriebes nichts geschehen sei, müsse man die Vorlage mit Freuden begrüßen. Abg. Schultz- Bochum( natl.) will von kommissarischer Berathung nichts wissen; im Interesse des oberschlesischen EisenerzBergbaues und der dabei beschäftigten Bergarbeiter liege die sofortige unveränderte Verabschiedung des Gesetzes. Abg. Jmwalle( 3.) empfiehlt die Verweisung des Entwurfs an die Kalifalz- Monopol- Kommission, wo er schnell erledigt werden könnte. über die brutale Behandlung und über die Ausbeutung der Seelenverkäufer nach, und Ihr werdet erkennen, daß es die höchste Zeit ist, derartige Mißstände zu beseitigen. Dies könnt jedoch nur durch eine stramme Organisation erreichen. Erscheint daher alle heute Nachmittag um 6 Uhr in der Berſamlung, 5 in den Arminhallen, Kommandantenstr. 20, in welcher der Reichstags- Abgeordnete Schlächtermeister Birk aus München die erbärmlichen Zustände im Schlächtergewerbe in seinem Vortrage beleuchten wird. Mit kollegialischem Gruß Wilhelm Schwarze, Thär str. 17. Ju Dresden ist in der Zigarettenfabrik von Gebrüder Selowsky ein Streit der Zigaretten- Arbeiterinnen ausgebrochen. Nähere Gründe sind bisher noch unbekannt. Im Ranton Appenzell wurde ein Gesetz betreffend die unentgeltlichkeit der Lehrmittel beschlossen. blutigen Schlachten gewonnen? Der deutsche Bauer war's! Vortheile, befolgen die Rückwärtsmänner, wo es geistige Und wer waren seine Führer? Die Juufer waren's! Und Schlachten zu schlagen gilt. Rein großes, aber ein sehr War das ein Austurm in der jüngsten Woche! Die der Geist der Selbstverherrlichung und des Prozenthums charakteristisches Zeugniß hierfür legt der Pfarrer NauBegriffe Kourage und Idealismus wurden zu Schanden durfte in breiter Wonne schwelgen. Wer so planmäßig zur mann aus Frankfurt am Main in der letzten Nummer der gehetzt und der hochgelehrte Professor Adolf Wagner stach äußersten Selbstsucht erzogen wurde, wie unsere Rückwärts- Harden'schen Zukunft" ab. Von Sozialdemokratie und in den Versammlungen der fecken Draufgänger, der tahl- männer, die durch Lärm und Geschrei Kulturanschauungen, chriftlichem Sozialismus spricht er. Pfarrer Naumann ist töpfigen Bauern durch seinen melancholischen Tonfall ab, die ihnen unbequem sind, zu verscheuchen denken, von dem eine ungleich empfindsamere Natur, als der kriegsbereite als wollte er predigen: Die Welt ist aus den Fugen; weh darf man sich der ungeheuerlichsten Behauptungen versehen. Herr von Plög. Aber in einem Punkte, in einem mir, daß ich berufen war, sie einzurenten. Nicht einen Wenn die Bodenkapitalisten, wenn die Großgrundbesitzer Gedankengange sind sie innerlich verbrüdert. Sie erkennen Ar, nicht einen Halm nennt er sein, und dennoch schneiden und deren Anhang offen erklären würden: Wir kämpfen das Entwickelungsgesetz in der Kulturmenschheit nicht an. den Professor Wagner die Leiden der Landwirthe ins um unsere Pfründen! Laßt uns sie ungeschmälert! Wir Sie schwören auf starre Formen. So gelangt der Gine Herz. Das macht, er sieht in dem trozigen Bauernthum sind eine Gruppe von Interessenten, wie andere Gruppen! zur landjunkerlichen Proßenhaftigkeit, der Andere sieht den Träger der Kourage und des nationalen Jdealismus. Das wäre doch eine deutliche Aussprache. Statt dessen Weltanschauungen wanken und zusammenbrechen. Aber das Darum versetzte ihn die heißbewegte Versammlung der verfallen sie ihrem Prozenthum, das alles aus- bedeutet für ihn nur ein leises, vorübergehendes Geknister. Großbauern, bei der sich freche Lyriker wegen der allzu schließt, in Lächerlichkeit. Man kann über kriegerische Genialische Feuerköpfe haben eine Brandfackel in die Welt gevielen ehrwürdigen Glazen, die sie sahen, in den Großthaten denken, wie may will. Hat aber schleudert. Der selbstlose kouragirte Priester wird den Brand, Zuschauerraum eines Opern und Ballettheaters ver- 1870 blos ein Bauernheer geblutet, oder war der gar nicht so sehr gefährlich ist, austreten, ehe er um jetzt fühlten, in gehobene Stimmung. Hunderte es ein Volksheer? Haben nicht Tausende von Ar- sich greift. Der Eine schwört auf seine bäuerliche Interund Aberhunderte von begeisterten Kämpfern sah er um beitern, von Kaufleuten, von Studenten ebenso ihrer Blut effengruppe. Sie erscheint ihm als der Allbeherrscher, sie ist fich. Das machte feine Pulse feuriger schlagen. Noch also pflicht genügen müssen, wie die Bauern des Herrn v. Plötz? der Nähr- und Wehrstand; sie hatte eine privilegirte lebt Deutschlands fernige Kraft. Aber die grausamen Ver- Was soll das Prahlhansenthum? Mir kam Herr v. Plöß, Stellung; sie soll sie behalten, unverändert für und für. folger fah er im Geiste, die mit Tücken und Ränken das als er seine Tiraden losließ, vor, wie der Miles Der Andere spricht sich und den Seinen Selbsttrost und ehrliche, gradsinnige Großbauernherz marterten. Die Schaar gloriosus" der alten Komödie, der selbstgefällige, soldatische Muth zu und ruft aus: Ewig ist das Nazarenerthum. der hämischen Verneiner sah er, die den edelsten Enthusiasmus Maulheld, der beständig mit der Plempe um sich fuchtelt Sein geistiger Einfluß mag vorübergehend Störungen erso tief verkannten, daß sie ihn für hohlen Schein hielten und zu jedem Gabelfrühstück zehn Feinde verspeist, in Kraft- leiden, es wird sie rasch überwinden und siegreich bleiben. und ihm höchsteigensüchtige Beweggründe unterschoben. worten natürlich. Gegenwärtig ist die Sozialdemokratie, Siegerin im Kampf Die dunkelsten Ahnungen beschlichen sein Gemüth. Er Nun haben die Kraftmeier ihre Schuldigkeit gethan. der Geister, so bekennt Pfarrer Naumann, aber der christglaubte zu schauen, taß der Frankfurter Rothschild und der Sie haben das Gespenst der kommenden Tage, den deutsch- liche Sozialismus, die Christlich- Sozialen müssen die ErbBerliner Paul Singer, wie verbrüderte Potentaten zu thun russischen Handelsvertrag, in den grausigsten Formen dar- schaft der Sozialdemokraten antreten. Denn das Genialſte pflegen, sich dreimal herzlich umarmten und dreimal auf gestellt. Sie haben sich aufgebläht und mit voller Lungen habe seine Beit; aber es sei doch immer nur profan und beide Wangen tüßten; und diese Empfindung brachte ihm kraft über den Markt geschrieen: Wir sind der Staat. das Geheiligte sei ewig. Die Einflüsse eines Goethe und ein bitteres Weh. Die finsteren Geister werden über die Wir sind Deutschlands Macht, Deutschlands Zukunft, wir Schiller wirkten durch Jahrzehnte, das Nazarenerthum, die Lichtgestalten der preußisch deutschen Großbauern stegen; allein! Uns gebühren also die fettesten Bissen, die üppig- christlich- soziale Ordnung überdauern aber alle geistigen was nigt alle heldenhafte Kourage, dachte er, und so wurde sten Dankopfer, wie den Priestern im Priesterstaat. Das Moden. Go werde es jauch mit der Sozialdemokratie ers er schmermüthig inmitten der jubelndsten Begeisterung. ist unser Idealismus und wir vertreten ihn mit aller gehen, die ihrerseits auch den bürgerlich ideologischen Die Ehrentage der Bauernbündler sind vorüber. Ver- Schneid. Das ist die lärmende Tapferkeit vor dem Beginn Liberalismus abgelöst habe. So hofft der fromme Pfarrer rauscht und verklungen sind die brausenden Beifallssalven, einer Schlacht, das ist der uralte Brauch, sich in schreck- Naumann zu Frankfurt am Main, Einer unter Bielen. die jedem saftigen Schlagwort folgten. Noch einmal durfte hafter Größe vorzustellen und den Gegner wie einen ver- Ich möchte ihn in seinen Traumgebilden, an denen er sich man sich in dem ruhmreichen Bewußtsein sonnen, die Groß- ächtlichen Zwerg zu behandeln. Kommt es dann zum berauscht, nicht stören. Hoffen und Harren, sagt ein altes thaten der deutschen Nation mit nervigen Fäusten und ernsthaft entscheidenden Kampf, so schwindet der geheuchelte Sprichwort, macht Manchen nicht gerade zum Weiseften ehernem Willen vollbracht zu haben und dafür mit dem Muth und die wirkliche Kraftprobe beginnt. unter den Menschen. Alpha. gräulichsten Nudant belohnt worden zu sein. Wer hat die Dieselbe Taktit, wie auf dem Kampfgebiet um materielle ; Vortheilhaft für das Publikum! Von der Absicht ausgehend, dem inferirenden Publikum die Veröffentlichungen der kleinen Anzeigen des täglichen Verkehrs, wie Dienst, Beschäftigungs-, Stellungs- Gesuche und Angebote, Unterrichts- und Pensions- Anzeigen, Miethsgesuche, Wohnungs- Offerten, Kaufgesuche, Geldverkehr, Grundstücke und Hypotheken, Verkäufe 2c. 2c. zu einem äußerst billigen Preise zu ermöglichen und diesen Anzeigen trotz der Wohlfeilheit eine grohartige und umtfallende Verbreitung zu sichern, haben wir uns entschlossen, in unserem General- Anzeiger für die Berliner Abonnenten des Berliner Tageblatt Tageblatt und der Berliner Morgen- Zeitung diese Art Anzeigen nach einem besonders billigen Worttarif zu berechnen. Siled ushb Wir werden von jetzt ab diese Annoncen in dem General- Anzeiger nach der Anzahl der Worke berechnen, und nicht, wie es bisher geschah, nach Zeilen. Es kostet fortan das erste in hervorragender fetter Schrift gedrukte Wort 10 Pig. und jedes fernere Wort uur. 5 Big. Diese Art der Berechnung hat außer ihrer großen Billigkeit den Vortheil, daß Jedermann im Stande ist, sein aufzugebendes Juferat selbst zu berechnen, um den so ermittelten Betrag ohne vorherige Anfrage in Briefmarken uns einsenden zu können. Für zweckmäßige übersichtliche Anordnung des Sahes und die sorgfältige Einராக theilung in den verschiedenen Rubriken ist Sorge getragen. " Den ,, General- Anzeiger" erhalten alle in Berlin, dessen Vovorken und Iturgegend wohnende Abonnenten des„ Berliner Tageblatt" sowie der Berliner Morgen- Beitung", es finden daher solche Inserate, welche speziell für die Stadt Berlin und Umgegend bestimmt sind, in dem„ General- Anzeiger" zweckmäßigste Veröffentlichung. Bei der großen Verbreitung dieser Blätter, allein in Berlin und dessen Vovorken ist den Jnseraten ein 45,554 Abonnenten, durchschlagender Erfolg 6542 gesichert, um so mehr, als durch den verschiedenartigen Leserkreis, den jedes dieser Blätter besitzt, der„ General- Anzeiger" eine Verbreitung in allen Gesellschaftskreifen findet. Der Verlag des Berliner Tageblatt und der Berliner Morgen- Zeitung Jerufalemerstr. 48/ 49- Friedrichstr. 66- Prinzenstr. 41- Königstr. 56/57. Elegante Einsegnungs- Herren- u. Knaben- Garderobe, Arbeitssachen, Bestellungen nach Maaß. Anzüge. Elegante HerrenAnzüge. empfiehlt wie bekannt in reellster Ausführung und allerbilligsten Preisen J. BAER, Berlin N., Gesundbrunnen, Badstrasse 18, Ecke der Stettinerstraße. Ich habe keine Filialen und Behe mit ähnlich lautenden Firmen in keinerlei Beziehung. Bitte daher genau auf Firma zu achten. August Schulze Goldarbeiter 35, Tr. Sommandantene. 1 Tr. 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