Nr. 288.- 31. Jahrg. Abonnements- Bedingungen: bonnements Preis pränumerando: Vierteljährl. 8,30 m, monatl. 1,10 m., wöchentlich 25 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Bfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage„ Die Neue Belt" 10 B'a. Post Abonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in die Post Zeitungs Breisliste. Unter Areuzband Deutschland und Desterreich- Ungarn 2,50 Mart, für das übrige Ausland Mark pro Monat. Postabonnements nehmen an: Belgien, Dänemart, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz. Ericheint täglich. für Vorwärts Berliner Volksblatt. 5 Pfennig Die Infertions- Gebühr Beträgt für die sechsgespaltene Rolonel zeile oder deren Raum 60 Bfg., für politische und gewerkschaftliche Bereins und Versammlungs- Anzeigen 80 Bfg. ,, Kleine Hnzeigen", das fettgebrudte Wort 20 Pig.( zulässig 2 fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 10 Bfg. Stellengesuche und Schlafstellenan zeigen das erste Wort 10 Pfg., jedes weitere Wort 5 Bfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin", Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 68, Lindenstraße 3. Fernsprecher: Amt Moritzplatz, Nr. 151 90-151 97. Mittwoch, den 21. Oftober 1914. Expedition: SW. 68, Lindenstraße 3. Fernsprecher: Amt Moritzplatz, Nr. 151 90-151 97. Die Kämpfe in Nordfrankreich und Nordbelgien. Kämpfe bei Nieuport und Lille. Amtlich. Großes Hauptquartier, 20. Oktober, vormittags.( W. T. B.) Die deutschen Westlicher Kriegsschauplah. Millionenschlacht und Festungskrieg. Einem Artikel des Generals v. Blume bom 19. Oktober von Ostende längs der Küste vorentnehmen wir folgende Darlegungen: gehenden Truppen stießen am Vserab- in heißer Schlacht der französisch- englischen Gesamtstreitmacht Noch immer, seit nunmehr fünf Wochen, steht unser Westheer schnitt bei Nieuport auf feindliche Kräfte. Mit diesen stehen sie seit vorgestern im Gefecht. Die Vereinigten Vereinigten Staaten von Amerika und der Weltkrieg. In mannigfaltiger Beziehung macht sich der Krieg im Wirtschaftsleben der Vereinigten Staaten fühlbar. Zunächst ist das Geld- und Kreditgeschäft völlig zerrüttet. Für tägliches Geld zahlt man auch heute noch 8 Proz. Die Börse gegenüber, die, unterſtüßt durch ein buntes Gemisch zuhilfe ge- bleibt geschlossen und infolgedessen ist nicht nur das Effektenrufener fremder, auch wilder Völkerschaften, verzweifelte Anstren gungen macht, den geheiligten Boden Frankreichs von den Bar baren zu befreien. Unter Umfassungsversuchen hat sich der nordwestAuch gestern wurden Angriffe des Geg liche Flügel der Schlachtlinie nach und nach bis nahe an die ners westlich Lille unter starken Ver- 350 Stilometern- gleicht der Entfernung von Berlin bis zur Gestade der Nordsee ausgedehnt, die ganze Linie eine Länge von lusten für den Angreifer abgewiesen. Auf dem östlichen Kriegsschauplatz hat sich nichts Wesentliches ereignet. Die Kriegslage. Infolgedessen leidet aber auch das Import. und Erportgeschäft, weil das internationale Zahlungs. mittel jekt verjagt. Immerhin macht sich in den Bereinigten Saaten ein gewiffes Aufleben des Exports bemerkbar. Insdie„ New Yorker Handelszeitung" vom 26. September: besondere ist die Nachfrage nach Getreide groß. So schreibt In der lezten Woche sind Produkte im Werte von 17,21 Millionen Dollar zum Erport gelangt gegenüber einer vorjährigen Ausfuhr von 12,8 Millionen Dollar.. Neben wöchige Export auch große Verladungen von rohem und raffi Weizen und Weizenmehl, Roggen und Hafer schließt der vorNeben England treten niertem Zucker nach England ein. auch Frankreich, Holland, Südamerika usw. als Käufer auf. The Evening Post" vom 26. September meldet, daß auch Deutschland große Weizenfäufe gemacht hat, die über Norwegen und Holland gegangen sind. geschäft ins Stocken geraten, sondern auch der internationale Geldverkehr höchst erschwert. Die Vereinigten Staaten sind aber an das Ausland verschuldet und leiden daher unter Entwertung ihrer Valuta. Für den Pfund- Sterling- Wechsel 4,98 Dollar, während er normalerweise zu 4,855 zu haben war. zahlte man bis unlängst über 5 Dollar, heute zahlt man noch Weichsel bei Thorn- erlangt. Weder auf einem der Flügel noch Da Amerika große Schulden an das Ausland zu regulieren in der Mitte dieser gewaltigen Front hat bisher, trotz ununterbrochenen blutigen Ringens, eine von beiden Barteien einen für hat, so muß diese Entwertung des amerikanischen Wechsels das Ganze entscheidenden Erfolg erzielt. Kaum daß hier und auf dem Wirtschaftsleben schwer lasten. Daher haben die da ein geringes Vor- oder Zurückdrängen der Linie stattgefunden amerikanischen Banken mit der Genehmigung der Federal hat, das überdies oft nur vorübergehender Art war. Reserve Board einen 100- Millionen- Fonds gebildet, um Unter den bereits mehrfach erwähnten Veränderungen der das Devisengeschäft zu regulieren. Bevor indes die Börsen Kriegskunst, die aus diesen Tatsachen zu uns sprechen, nimmt die nicht geöffnet werden, können auch auf dem Geldmarkte keine Vervollkommnung und ausgebreitete Anwendung der Feldbefesti- normalen Zustände eintreten. gungskunst an und für sich sowie wegen der erschwerenden Wirkung, die sie auf das Angriffsverfahren ausübt, einen wichtigen Plaß ein. Daß diese Erscheinung zeitlich mit einer Verminderung Wesentliche Veränderungen sind auf den Strtes chauder Widerstandsfähigkeit, baber der Bedeutung von Festungen zu plätzen seit der Einnahme von Antwerpen und der Be- fammenfällt, ist nur ein scheinbarer, innerer Widerspruch, der seine segung von Brügge und Ostende nicht eingetreten, trog- griffe auf Festungen wesentlich einer beim Bau der letteren nicht Aufklärung darin findet, daß der schnelle Erfolg der neuesten Andem an verschiedenen Stellen heftige Stämpfe stattgefunden vorausgesehenen Vervollkommnung der schwersten Geschüße guzuhaben. schreiben ist, die jedoch im Feldkrieg nicht verwendbar sind. So bei ille und südlich von Ostende. Dort Eine Festung gewährt dem Verteidiger weithin freies Schuß stehen starken deutschen Truppen zahlreiche englisch- französisch- heit gegen überraschenden Sturmangriff( Sturmfreiheit). Da feld, beträchtlichen Schuß gegen das feindliche Feuer und Sicher belgische Streitkräfte gegenüber. überdies in ihr Vorsorge für gute Unterkunft, geregelte VerpfleBekanntlich hatten unsere Gegner schon vor dem Fall gung usw. der Besagung gesorgt sein wird, so kann sie unter Antwerpens die größten Anstrengungen gemacht, ihren äußersten wertvoller Schonung der menschlichen Sträfte verteidigt werden. linken Flügel bis nach Belgien hinauf zu verlängern. Teils, Gleich großen Vorteil fann freilich die Feldbefestigung selbst da, wo sie auf hoher Stufe steht, nicht bieten. Immerhin aber ist um den deutschen rechten Flügel durch eine Umklammerung es mit ihrer Hilfe möglich, die Wirkung des feindlichen Feuers zum Zurückweichen zu bringen, teils um mit den belgischen erheblich abzuschwächen, die des eigenen Feuers zu erhöhen und Truppen in West- Belgien und in Antwerpen Fühlung zu ge- feindlichen Sturmangriff zu erschweren, somit Truppenkräfte zu winnen. Man hoffte so eine einheitliche Stampfesfront bis schonen und zu ersparen. Und einen wichtigen Vorzug hat sie nach Antwerpen herzustellen, diese wichtige Festung im Rücken vor den Festungen: den, daß sie nicht örtlich gebunden ist, sondern überall da angewandt werden kann, wo die Beschaffenheit des bon Brüssel zu halten und die belgische und französische See- Bodens und dessen Bebauung nicht hindernd im Wege stehen. Das füfte gegen die Deutschen zu schützen. Maß des Nuzens, der aus ihr gezogen werden kann, ist jedoch beDer rasche Fall Antwerpens durchkreuzte diese strategische dingt durch die Geschicklichkeit der Truppen, ihre Ausstattung mit Berechnung. Die vor Antwerpen freigewordenen deutschen geeigneten Werkzeugen und Material und besonders durch die verfügbare Zeit. Truppen rückten in Verfolgung der fliehenden Antwerpener Zeit für den Zwed haben nun beide Parteien reichlich in einer Besayung über Brügge und Gent hinaus rasch auf Ostende Kriegslage, wie der gegenwärtig in Frankreich bestehenden. Und bor, brachten diesen wichtigen Hafenplatz in ihre Hand und da sich aus dieser Kriegslage für beide die Aufgabe ergibt, den drangen sowohl an der Küste wie südlich von Brüssel gegen ist es nur natürlich, daß dort auf beiden Seiten von der Feld Gegner unter Verdrängung aus seiner Stellung zu besiegen, so die französische Grenze vor. Die letzten Kämpfe werden von befestigungskunst der ausgiebigste Gebrauch gemacht wird, und zwar Nieuport, am Kanal, unweit der Grenze gelegen, ge- nicht nur zu Verteidigungszweden, sondern auch zu dem Zived, meldet. pern, weiter landwärts gelegen, ist zwar von den Angriff mit möglichst geringen Verlusten näher an den Feind feindlichen Truppen besetzt, aber scheinbar von den deutschen auf der ganzen langen Front tief verschanzt nahe, viefach auf furze heranzuführen. Die Folge davon ist, daß sich jetzt die Gegner Truppen umschlossen und isoliert. Gewehrschußweite gegenüberstehen, die vorderen Schüßengräben Die beiderseitigen Heeresfräfte ringen auf der Linie und Stübpunkte Tag und Nacht von schußbereiten Schüßen dicht Nieuport- Lille heftig miteinander. Es handelt sich dabei besetzt haltend, und daß das Geschüß- und Gewehrfeuer, hier und offenbar um Ueberflügelung auf dieser äußersten, an die Küste trotz der Schuhwehren auf der ganzen Front beständig namhafte da durch Angriffsunternehmungen zu großer Heftigkeit gesteigert, gelehnten Flanke der ausgedehnten Kampfeslinie. Gelingt es Opfer fordert. den deutschen Truppen, die Gegner zurück zu drängen, so ist Bei dieser Sachlage kann, wenn nicht noch die Durchführung das nächste Ziel der deutschen Offensive vermutlich der eines umfassenden Flügelangriffs gelingt, die Entscheidung nur französische Hafen Dünkirchen, von wo aus es bis nach davon abhängen, welche Partei Strapazen, Entbehrungen und Verluste am längsten aushält und hierdurch oder durch Zuführung Calais nicht mehr weit ist. tüchtiger frischer Truppen einen Ueberschuß an Kraft gewinnt, der ausreicht, um die Front des ermatteten Gegners zu durchbrechen und dadurch das Ganze in Fluß zu bringen. An Ausdauer aber dürfen wir hoffen, uns unseren Gegnern überlegen zu erweisen und auch am längsten über frische Truppen zu verfügen. An der ost preußischen Grenze, wo bis jetzt alle erneuten russischen Invasionsversuche zurückgewiesen wurden, scheint der Kampf zurzeit keine größeren Dimensionen angenommen zu haben. Kämpfe füdlich von Ostende. ,, Unferen Getreidefarmern," meint die ,, New Yorker Handelszeitung",„ bringt der europäische Krieg die Sicherheit hoher Preise für ihre Produkte auch noch für das kommende Jahr, und dadurch gesteigerte Wohlhabenheit unserer westlichen Landwirte muß notwendigerweise das Gesamtgeschäft günstig beeinflussen." Daraus müssen in erster Linie die Bahngesellschaften profitieren, die in den letzten Wochen unter bedeutendem Verfehrsmangel gelitten haben. Viel ungünstiger liegt das Baumwollgeschäft des Süden. Die Baumwollindustrie befindet sich überall in einer Krise, die Nachfrage nach Baumwolle hat sich stark ver13 Cents auf 81 Cents pro Pfund gesunken ist, was einer mindert, so daß der Baumwollpreis in wenigen Wochen von Entwertung der Baumwollernte von 400 Millionen gleichfommt. Bereits sehen sich bedeutende Firmen genötigt, um Bewegung eingeleitet worden, die bezweckt, den Farmen die Zahlungsaufschub zu bitten. Zur Abhilfe der Not ist eine Baumwolle zu 10 Cents abzukaufen. Ob mit Erfolg, läßt sic vorläufig nicht voraussagen. Umgekehrt hat sich die amerikanische BaumSie geschlossen waren, haben ihren Betrieb wiederum aufge wollindustrie etwas erholt. wollindustrie etwas erholt. Verschiedene Fabriken, nommen. Noch regeres Geschäft wird aus der Wollindustrie gemeldet; die Wollstoffpreise sind auch in den Vereinigten Staaten angezogen. In der Eisen- und Stahlindustrie wird immer noch bloß mit 50 Proz. der Leistungsfähigkeit gearbeitet, obgleich die Aufträge etwas zugenommen haben. Da aber die Eisenbahngesellschaften sich noch zurückhalten, ist eine bedeutende Wendung auf diesem Gebiete vorläufig faum zu erwarten. Amsterdam, 20. Oktober.( T. U.) Ein heftiges Gefecht ist Das gleiche tut der Fruchttrust" mit seinen 25 Dampfern, An der großen südpolnisch- galizischen Schlachtlinie dagegen dauern die Kämpfe mit Heftigkeit fort. Wenigstens werden von österreichisch- amtlicher Seite österreichische Erfolge vom galizischen Striegsschauplatz, im Gange bei Nieuwpoort südlich von Ostende. sowie die Zurückwerfung einer starken russischen Stavalleriemacht in Süd polen gemeldet. Doch hat sich die Schlachtlinie, Deutsche Flieger über Nancy. die durch Weichsel und San gebildet wird, im ganzen Von der Schweizerischen Grenze, 20. Oftober.( T. 11.) Die Zei noch nicht verschoben. Daß die Kämpfe der deutschen Truppen tung„ Etoil de l'Est" in Nanch erzählt, daß zwei deutsche Aeroplane sich bereits im Vorgelände von Warschau abspielen, ist am vergangenen Dienstag über Nanch flogen und folgende Botschaft bereits in den letzten Tagen gemeldet worden. fallen ließen: Zweitausend Meter über Nanch. Zu unserem großen Auch auf dem östlichen Kriegsschauplatz scheint eine Bedauern verhindert, Euch zu besuchen, bleibt uns nur übrig. Euch größere Entscheidung so bald nicht zu erwarten zu sein. Auch auf diesem ungewöhnlichen Wege unsere mit Liebenswürdig hier hat der Kriegsschauplatz, auf dem sich die Millionen- te it und Pulver gefüllten Grüße zu senden. heere gegenüberstehen, eine so kolossale Ausdehnung an- Anmerkung der Redaktion: Ob unsere Flieger nicht lieber auf genommen, daß sich die Schlachten in eine Unzahl von solch höhnende Begleitschreiben zu ihren Bomben verzichten sollten? Einzelgefechten auflösen dürften, deren Endergebnis sich erst Wir leben doch schließlich nicht mehr in der Zeit des Trojanischen Krieges! in geraumer Zeit wird feststellen lassen. Sehr beachtenswert sind die Vorgänge in der Handelsschiffahrt. Der Stahltrust läßt seine 9 Dampfer, die bisher. unter englischer Flagge segelten, unter amerikanischer fahren. der Deltrust erweitert seine Flotte usw. Kurz, die Ber einigten Staaten suchen so rasch wie möglich sich einen: möglichst großen Anteil an dem Weltverkeh zu sichern, so daß die„ Times" die englischen Unternehmer at diese Gefahr aufmerksam zu machen für nötig gefunden habe Die Warenpreise in New York waren nach der T Evening Post" wie folat( in Dollar): 26. September 1913 Weizen Mais Safer. Rindfleisch • 1914 0,941 1,174 0,8012 0,8412 0,472 0,531 21, 80, 4,70 6,50 Roheisen. 16,25 15,0 Stahl. Kupfer. 25,0 21,0 15,4 12,5 Baumwolle 14,1 11,0 Buder. Daraus geht deutlich hervor, daß, während die Industrie liegt die von den Serben angeblich geschlagene Division eben dies unter den Einwirkungen des Krieges schwer zu leiden hat, Säuberungsaktion fort. Teile derfelben haben am 12. und 13. Df die Landwirtschaft gute Geschäfte macht. Die Rohstoff- tober in bravourösen Kämpfen drei bis vier serbische Bataillone zer preise sind gesunken, und selbst die reichsten Kupfergesellschaf- sprengt und zahlreiche in den Wäldern herumirrende Soldaten und ten haben die Auszahlung von Dividenden eingestellt. Da Difiziere gefangen genommen. Dadurch ist die serbische Kriegsbericht für werden die Landwirte und die Zuckerfabrikanten reich erstattung zur Genüge charakterisiert und bedarf feines weiteren werden. Potiored, Feldzeugmeister. Oestlicher Kriegsschauplah. Zur Millionenschlacht in Russisch- Polen. Der militärische Mitarbeiter der Petersburger Zeitung ,, Retsch" schrieb bereits in der Nummer vom 11. d. M., also zu einer Zeit, wo die militärischen Maßnahmen westlich von der Weichsel noch ziemlich im unflaren waren: Kommentars. Vom österreichisch- montenegrinischen Kriegsschauplatz. Küstengefechte. " Der Kommandeur des Infanterie- Regiments Nr. 76, Oberst Schuber, erstattete an die oberste Heeresleitung folgende Meldung: Bethencourt, den 10. September 1914. Am 8. September sind zwei Automobile mit Verwundeten, die die Genfer Flagge führten, im Forêt dominial von einer französischen Radfahrerabteilung unter Führung eines Offiziers über fallen worden. Verwundete und Führer wurden ermordet und beraubt. Nur zwei Mann sind verwundet entkommen und haben diese Angaben dem Stabsarzt ihres Bataillons. gemacht, der sie der Sanitätskompagnie in Gondreville am.9. September übergab. Die 27. Division meldete dem Generalfomamndo: Diedenhofen, 14. August 1914. Nach bestimmter Aussage von Augenzeugen wurde der Ober arzt Dr. Stamer, Ulanen- Regiment Nr. 19( Eskadron Landbeck), bei Villers la Montagne nicht von Franttireurs, sondern von französischen Schützen( Radfahrern) aus nächster Entfernung er schoffen. Die 6. bayerische Infanterie- Division berichtet: Ron, 19. Oktober.( W. T. B.) Das„ Giornale d'Italia" meldet aus Antivari: Am 17. d. M. vormittags traf in Antivari ,, Alle Operationen an der ostpreußischen Front sind jetzt der französische Dampfer 2iamone" mit Munition von untergeordneter Bedeutung, die ganze Aufmerksamkeit für die schwere Artillerie und Aeroplanen ein. Als man an die Arracourt, 27. August, 11 Uhr vormittags. fonzentriert sich nun auf die Operationen, die sich links von Ausschiffung ging, fam ein österreichischer Aeroplan, der zwei fron der Division gelegene Gefechtsfeld( in der Gegend von Maire) Am 26. August nachmitags wurde das vor der jetzigen Gefechtsder Weichsel zu entfalten beginnen. Hier werden offenbar in Bomben schleuderte, die keinen Schaden anrichteten. Gegen Sonnen- durch Krankenträgerpatrouillen der Sanitätskompagnie nach liegenfurzer Zeit sich Ereignisse von Weltbedeutung abspielen, von untergang, als die„ Liamone" zu ihrem Schutze auf gebliebenen Verwundeten abgesucht. Diese Patrouillen wurden denen möglicherweise der Ausgang des ganzen Strieges ab- die hohe See fuhr, warf ein österreichischer Aeroplan von französischer Infanterie, ohne Rücksicht auf das Note Kreuz, hängen wird. Hier werden Millionenarmeen zusammen- awei weitere Bomben und eine Büchse mit Dyna- beschossen und zersprengt; zurzeit fehlen noch etwa 100 Mann der stoßen, hier wird eine neue Völkerschlacht sich abspielen. mit, aber auch diese verursachten feinen Schaden. Sanitätskompagnie. Am Die deutsch- österreichische Armee rückte am 9. d. M. im 18. d. Mts. vormittags fand ein Unternehmen statt, das in Anbetracht Der Kommandeur der 2. Sanitätskompagnie berichtet an die Rayon Sandomir- wangorod bis an die Weichsel heran, und der Nähe der französischen Flotte in der Tat sehr bemerkenswert 10. Infanterie- Division: an einigen Punkten begannen unsere Truppen ein Artillerie- und fühn gewesen ist. Um 3 Uhr 35 Minuten früh verließen zwei St. Maurice, den 24. September 1914. gefecht mit dem Gegner. österreichische Schiffe die Bucht von Cattaro, mit dem Absuchen des Gefechtsfeldes nach Verwundeten beschäftigt Als am 22. d. M. die Krankenträger der 2. Sanitätskompagnie drangen mit ausgelöschten Lichtern in den Hafen von Anti- waren, erschien plötzlich aus der Ostspise des St.- Rember- Waldes vari ein und bombardierten ihn heftig in der Absicht, feindliche Infanterie, etwa 40 bis 50 Mann, unter Führung von die Speicher des Hafens zu zerstören. Dann entfernten sie sich unawei Offizieren. Obwohl diese sahen oder jedenfalls sehen mußten, beschädigt nach Bunta dostro. Die Festung Iwangorod liegt am linken Ufer der Weichsel, beim Einfall des Nebenflusses Wjeprsch, etwa 90 Werst von Sandomir und 85 Werst südöstlich von Warschau und deckt die Eisenbahnbrücke über die Weichsel. An diesem Abschnitt dient die Weichsel als Grenze zwischen den Goubernements Radom und Ljublin. Vom österreichisch- russischen Kriegsschauplatz. Oesterreichisch- deutsche Erfolge. Wien, 19. Oktober.( W. T. B.) Amtlich wird verlautbart: Der Seekrieg. daß sie vor sich nur Krankenträger hatten, die auf Tragen schon Verwundete trugen oder mit Tragen nach Verwundeten suchten, und obwohl sie ferner die in der Nähe befindlichen Krankenwagen unbedingt sehen mußten, eröffneten sie sofort auf 50 Meter Ent fernung auf die Krankenträger und Krantenwagen ein heftiges Feuer; einige von ihnen liefen sogar mit dem Rufe„ Vive la France!" auf den ihnen zunächst befindlichen Krankenvagen zu, erschossen die drei in denselben bereits eingelieferten Verwundeten, ben agengefreiten, den Fahrer und die beiden Pferde. Die 2. Sanitätskompagnie hat durch dies Vorgehen der Franwundeten zu beklagen. Ein japanischer Kreuzer vernichtet. London, 20. Oktober.( W. T. B.) Das Reutersche Bureau meldet aus Tokio: Nach amtlicher japanischer Be- sofen den Verlust von 8 Toten, 9 Schwerverletten und 2 Leichtver 19. Oktober mittags: In der Schlacht östlich von Chyrow kanntmachung ist der Kreuzer Ta- Ungeheuerlich lautet der Bericht der Oberärzte Dr. Neumann un Przemysl brachte uns der gestrige Tag neuerdings große katschio" am 17. Oktober in der KiautschouErfolge, besonders erbittert war der Kumpf bei Mizyniec. unſerem Bordringen bedeutende Schwierigkeiten bereitet hatte, wurde gesunken. Von der 264 Mann betragenDie Höhe Magiera, die bisher in den Händen des Feindes war und bucht auf eine Mine gelaufen und genommen. Nördlich Mizyniec kam unser Angriff bis auf Sturm- den Besatzung sollen 1 Offizier und 9 Mann distanz an den Gegner, östlich Przemysl bis in die Höhe von Medyka gerettet sein. nach mächtiger Artillerievorbereitung nachmittags von unseren Truppen heran. Am südlichen Schlachtflügel wurden die namentlich lief Etappenkommandantur der 7. Armee über die Beraubung und Verund Dr. Grünfelder vom bayerischen Pionier- Regiment an die stümmelung deutscher Soldaten bei Orchies: Valenciennes, den 26. September 1914. Bataillon des bayerischen Pionier- Regiments hatte den Auftrag, gegen das 1. en den Ort Orgies, 24 Stilometer von Balenciennes entfernt, vorzugehen. Als das Bataillon 500 Meter von Orchies entfernt war, bemerkte die Spize im Straßengraben den Leichnam eines deutschen Kameraden vom Landwehr- Regiment Nr. 35. G3 fielen sofort die bei sämtlichen Toten wiederkehrenden Erschei raubt und sämtlicher Erkennungszeichen bar war. Der Mann man nungen auf, daß der Leichmam seiner Schuhe und Strümpfe be von rückwärts niedergeschossen worden, lag aber auf dem Rüden Der rechte Arm war wie beim größten Teil der Leute in typischer und hatte Mund und Nasenlöcher mit Sägespänen vollgepfropft. war gegen die Höhen südwestlich Starysamber gerichteten, auch nachts japanischen Flotte, denn er ist bereits 1885 vont Stapel geDer„ Takatschio" gehört zu den ältesten Kreuzern der fortgesetten Angriffe der Russen abgeschlagen. Im Stryj und Swica Tale sind unsere Truppen laufen. Er hatte 3700 Tonnen Wasserverdräugung und kämpfend im weiteren Vordringen begriffen. Auch am San wurde 18 Seemeilen. Er war ausgerüstet mit acht 15- Zentimeter gestern an mehreren Bunkten gekämpft. Ein nach Einbruch der und sechs 4-7- Zentimeter- Geschützen, zuletzt wurde er als Abwehrstellung erstarrt; die Totenstarre war noch nicht vollkommen Dunkelheit eingesetzter Angriff auf unsere bei Jaroslau auf Torpedoschulschiff verwendet. das Ostufer des Flusses überschifften Kräfte scheiterte ball. Stäubig. In Russisch- Polen schlug vereinigte deutsche und österreichisch ungarische Kavallerie einen großen feindlichen Ravallerietörper, der westlich Warschau vorzubringen versuchte, über Sochatschew zurück. " Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. von Hoefer, Generalmajor. Das Totenfeld von Przemysl. Zum Untergang des E 3. gelöst. Nach weiterem Absuchen des großen Feldes fanden wir noch 20 Soldaten desselben Regiments. Ein Mann, der etwa 200 Meter vor der Windmühle vor dem Orte lag, hatte eine Hiebverlegung an Bei der Vernichtung des englischen Unterfee- bem rechten Ohre erhalten und war sodann, da die Verlegung nur boots E 3 sind, wie gemeldet wird, auf deutscher Seite feine Verluste zu beklagen. E 3 gehörte zu den neuesten englischen Unterseebooten und hatte eine Besatzung von 27 Mann. Das Gefecht in der Nordsee. eine Fleischwunde nach sich gezogen hatte, in barbarischer Weiſe mißhandelt worden; das linke Ohr war glatt abgeschnitten, das Gesicht blaurot, eine Folge des Erstickungstodes, an dem der Mann zugrunde ging; Mund, Nase und Augen waren mit Sägeſpänen bollgestopft, am Halse Würgezeichen zu sehen. Das Gras rings um den Toten war in einem Umkreis von etwa 20 Metern volltommen niedergetreten, woraus hervorgeht, daß die barbarische Wien, 20. Oftober.( W. T. B.) Der Berichterstatter der daunted" und vier Zerstörer, die am 18. d. M. in Har- das Gehirn quoll heraus. Ein Vierter zeigte an der linken Schläfe London, 20. Oktober.( W. T. B.) Der Kreuzer„ Un- Tat das Werk mehrerer war. Zu diesen Gefallenen gesellte sich un noch ein Vizefeldwebel, dem das Schädeldach zertrümmert war, Reichspost" schildert das Totenfeld vor Przemyf mich anfamen, berichten über den Kampf in der Nord eine Schnittwunde, die nicht tödlich gewirkt haben kann; der Geldfolgendermaßen: Es ist ungeheuer, wieviele Tote die Russen see folgendes: Wir verließen Harwich am Sonnabend zu finger war diesem Manne glatt am Anöchel abgeschnitten und in vor Przemysl gelassen haben. Ich habe dort Massengräber einem Patrouillendienst. Es gelang, die deutschen Schiffe der Bauchwand saßen vier Schußlöcher, die vom Pulverschmauch gesehen von riesiger Ausdehnung. Trotzdem liegen noch zum Kampf zu zwingen, die tapfer gegen die Uebermacht eingefaßt waren, ein Zeichen, daß die Schüsse aus unmittelbarer Zausende von ungeborgenen Leichen auf den fochten. Die großen Geschütze der„ Undaunted" eröffneten Nähe abgegeben waren; den Einschußöffnungen entſprachen vier Feldern. Weithin war Tod und Vernichtung gefät, soweit das Feuer auf fünf Meilen. Der Kreuzer, der durch die Ausschußöffnungen am Rüden. Außerdem waren noch fünf Leute wir sahen. Wir haben geschanzt, was wir fonnten, aber für das Feuer gegen zwei feindliche Boote, während die britischen wir fahen. Wir haben geschanzt, was wir konnten, aber für Begleitschiffe gegen Torpedoangriffe geschützt wurde, richtete Tausende von Armen gab es dort noch Arbeit, um diese Zerstörer die anderen beschäftigten. Die deutschen Torpedo breiten Spuren eines tausendfachen Todes zu verwischen. Die boote fanten nacheinander, bis zuletzt tapfer fämpfend. Das Stürme der Russen sind schon vor den ersten Verhauen von Gefecht dauerte anderthalb Stunden. Przemysl zusammengebrochen. A cht mal setzten sie neuerlich Angriffe an, achtmal erstarb ihr Sturm in dem vernichtenden Nasenflügel einen Streifschuß, der die Oberlippe und das Kin erschlagen worden. Sie zeigten nur Verlegungen, die durch stumpfe Gewalt herbeigeführt sein fonnten. Ein Mann hatte am rechten abriß. Das Geficht war von Bulberschmauch geschwärzt, die Wundränder verbrannt, ein Beweis für die unmittelbare Nähe des ab gegebenen Schusses. Am barbarischsten schienen die Leute der Gegend mit einem Manne umgegangen zu sein, dem die Augen ausgestochen waren. Das rechte Auge war vollkommen enthöhlt, nur auf diese Verlegung zurückgeführt werden. Feuer, das sie empfing. Auf einem Felde fanden wir weithin Protest gegen die Verlegung der Genfer das linte ausgelaufen. Die Todesurfache dieses Menschen konnte Konvention. im Umkreise Abzeichen des 127. russischen Infanterieregiments, Aus den festgestellten Tatsachen ergab sich, daß ein großer Teil das zugrunde gegangen ist. Uebereinstimmend melden die der Leute unverwundet in die Hände der Feinde gefallen war, denn Striegsberichterstatter, daß die Russen jeden Versuch der Ver- Die„ Nordd. Allg. 8tg." veröffentlicht eine Denkschrift, worin die Feinde hatten einen Fluchtversuch unserer Kameraden dadurch teidiger der Festung, die russischen Leichen auf dem Festungs- gegen das völkerrechtswidrige Verhalten französischer Truppen und zu verhindern versucht, daß sie ihnen die Hosenträger durchschnitten, glacis zu begraben, durch heftiges Schrapnellfeuer verhinderten, Freischärfer scharfer Protest erhoben wird. Die Denkschrift wird sämtliche Knöpfe abgetrennt und sie der Schuhe beraubt hatten. glacis zu begraben, durch heftiges Schrapnellfeuer verhinderten, der franzöfifchen Regierung sowie den Regierungen der neutralen Stein Mann hatte seinen Ring mehr an der Hand; die Stelle, wo augenscheinlich, um eine Verpestung der Luft herbeizuführen Mächte zugehen. In 15 Anlagen werden eine Reihe Fälle angeführt, der Ring saß, war deutlich erkennbar. und den Aufenthalt in der Festung auf diese Weise unmöglich die teilweise durch eidliche gerichtliche Bernehmungen festgestellt zu machen. Vom österreichisch- serbischen Kriegsschauplatz. Serbische Erfolge"! worden sind. Wir greifen nachstehend einige dieser Fälle heraus. Der Jäger zu Pferd Franz Mewißen vom Jägerregiment zu Pferde Nr. 7 sagte u. a. aus: Ein Konzentrationsministerium in Portugal. Nach dem Gefecht gegen die drei französischen Eskadrons am 7. b. M., etwa 10 kilometer füdwestlich von Arlons, auf belgischem Bureau meldet aus Lissabon: Nach dem Blatte, Baiz" werden London, 20. Oktober.( W. T. B.) Das Reutersche Gebiet, hatte ich mich in der Nacht in einem Strohdiemen versteckt. Die Kammern am Mittwoch zusammentreten. Für MittVon meinem Versteck aus habe ich gesehen, wie die Franzosen berwundete deutsche, noch lebendige Jäger zu Pferde mit ihren woch oder Donnerstag wird eine Kabinettstrijis er Lanzen erstachen. Ich sah sie in der hellen Nacht auf dem Ge- wartet. Freire Andrade wird sodann ein Kabinett bilden, fechtsfelde umhergehen und hier und da sich bewegende daliegende in dem alle politischen Parteien vertreten sind. Jäger au Pferde erstechen. Einmal richtete sich ein Jäger über sein Pferd auf; er wurde sogleich erstochen. Wien, 20. Oftober.( W. T. B.) Amtlich wird verlautbart vom 19. Oftober: Die serbische Preffe verbreitet in ben letzten Tagen eine Reihe von Siegesnachrichten, die vielleicht im Bereich ihrer Wünsche gelegen sind, die aber mit den tatsächlichen Verhältnissen in Der Mustetier Kampen vom Infanterieregiment Nr. 78 bekundet völligem Widerspruch stehen und auf Nachstehendes reduziert werden unter seinem Gide folgendes: Die Lage in Südafrika. London, 20. Oktober.( W. T. B.) Die„ Times" meldet müssen: 1. Der angebliche Sieg bei Wurjacica war eine Am 29. August war ich in der Schlacht von St. Quentin in aus Kapstadt vom 18. d. M.: Daß General Herzog es ab. durch das Hochwasser der Drina bedingte, nicht aber durch der Nähe des Dorfes Guise durch einen Schuß ins rechte Sinie lehnte, den Obersten Marit zu verurteilen und sich selbst einen serbischen Angriff erzwungene Räumung eines über- verwundet liegengeblieben. Als unsere Truppen sich etwas zurüd endgültig auf Seite der Regierung zu stellen, hat allgemeine schwemmten fleinen Brückenkopfes, dem an und für sich gezogen hatten, tamen etwa gegen 9½ Uhr ungefähr 50 fran- Entrüstung erregt. Der Schriftwechsel zwischen Botha feine sonderliche Bedeutung zufam. Die Räumung vollzog sich in zösische Soldaten unter Führung mehrerer Offiziere. Sie gingen und Herzog läßt die Haltung Herzogs in noch ungünstigerem größter Ordnung, ja fogat ohne Störung durch den Gegner, und bem Bajonett auf mehrere am Boden liegende Verwundete ein- lungen mit dem Rebellenführer unmöglich seien und daß es im Zidzad übers Schlachtfeld, und ich sah, daß die Soldaten mit Lichte erscheinen. Botha hatte geschrieben, daß Unterhand find daher die Angaben über zahlreiche Gefangene uiw. vollkommen stachen. So stachen sie auch auf einen Verwundeten, der höchstens den erwünschten Ausgang wesentlich fördern würde, wenn unzutreffend.-2. Am Gucevo- Rüden spielen fich infolge der großen 10 Schritt von mir entfernt lag. Als er um Hilfe rief, schoß ihn Marit und Herzog und die anderen in dem Ultimatum von Nähe der dort befindlichen Kampflinien fast täglich Stämpfe ab, in ein franzöfifcher Offizier mit einer Pistole in den Mund, worauf Marik genannten Personen sofort öffentlich abgeschüttelt denen bald die Serben, bald die eigenen Truppen die Angreifenden er sofort tot war. Ich weiß bestimmt, daß der Täter ein Offi- würden. sind. Eine sonderliche sonderliche Bedeutung kommt kommt diesen Kämpfen zier war. Sie kamen dann an mich heran. Ich stellte mich tot, sie stachen Der bevorstehende Angriff auf Südwestnicht zu. Daher sind auch die serbischen Nachrichten von großen Erfolgen am Gucevo- Rüden Entstellungen der Tatsachen. mehrfach mit dem Bajonett auf mich ein, aber nicht tief. Ich habe neun leichte Verlegungen dabongetragen. Sie drehten mich auch Dagegen verschweigt aber der Gegner, daß am selben Tage, an mit den Bajonettspitzen auf die andere Seite. Ein Bajonettstich welchem der glänzende Sieg" am Gucevo- Rüden errungen wurde, ist geführt von der rechten Seite quer durch den Helm und hat weiter füblich ein viel ernsterer, durch Artillerie unterſtüßter ferbi bie linte Sanb, die ich wohl an der linten Stopffeite liegen hatte, scher Angriff blutig abgewiesen wurde. 3, Auf der Romanje Planina zwischen Ring- und fleinen Finger berlebt. afrika. Von der holländischen Grenze, 20. Oktober. Aus Johannesburg wird dem Daily Telegraph" gemeldet, General Botha soll in der nächsten Woche Prätoria verlassen, um Nch an die Spitze der Truppen zu stellen, die gegen Südwest- afrika vorgehen sollen. Tie Anwerbung gehe regelmäßig weiter und seit dem Verrat von M a r i tz sei die Neigung zuni Eintritt in den Tienst bei jungen Leuten noch größer ge- worden. Aus allen Teilen der Union strömen Freiwillige herbei. Ter Whitewatersrand liefere eine erheblich größere Zahl als man erwartete. In Bcnoni, wo noch fortwährend Ausstandsgelüste herrschten, sei seit dem 5trieg die Ordnung wieder hergestellt.(Jtöln. Ztg.") Warschau vor öer Rwfenschlacht in Polen. Nach einer Mitteilung in der„K i e w s k a j a M P s l" bom 8. Oktober sind in den Spitälern Warschaus über 10 000 Pl ä h e für Verwundete vorbereitet. Zeigt diese Mitteilung, daß man sich in der Hauptstadt Polens des ganzen Ernstes der Situation und der ungeheue- ren Opfer der bevorstehenden Kämpfe bewußt ist, so zeigt eine andere Mitteilung desselben südrussischen Blattes, daß dasselbe offizielle Rußland, welches alle Kräfte für den Krieg anspannt, mit aller Energie die traditionellen Bestandteile winer Knutcnherrschaft aufrechterhält. So sind nach den Angaben des offiziellen„Warschawski Tnewnik" aus den Gouvernements Kjclzi. Petrokau, Kalisch und Radom über 1000 Katorga- Gefangene nach Warschau transpor- ticrt worden, um von dort nach den Zuchthäusern der inneren Gouvernements geschafft zu werden. Tie übrigen Gcfangenenkategorien sind in ihren Hastlokalen belassen worden, nur die„Katorga-Gefangenen", unter denen sich eine beträchtliche Anzahl politischer Gefangener befindet, sind„in Sicherheit" gebracht war- den. Die Zarcnregienuig bewacht eben ihre politischen Kriegsgefangenen mit demselben Eifer, wie ihre amtlichen Institutionen, ihre Kassen und die sonstigen Bestandteile ihrer knutokratischeu Herrlichkeit. die deutschenkrawalle in Lonöon. London, 20. Oktober,(23. T. B.) Tie bei den Ausschreitungen gegen Deutsche in D e p l f o r d Iverhafteten sind gestern dem Polizei- richter vorgeführt worden; die Verhandlung wurde aber derta g t. Kriegsbekanntmachungen. Abreise der Franzosen. Berlin, IS. Oktober.(23. T. B.) Alle Französinnen so« wie alle Franzosen nnter siebzehn Jahren und über sechzig Jahre können von jetzt ab ungehindert abreisen. Tie Abfahrt lonn mit den regelmäßigen Zügen über Schaffhausen(Schweiz) er- lolgen und wird soviel als möglich von den deutschen Behörden er- leichtert werden. Ein in Bern eingerichtetes Bureau wird sich ihrer i»r die Durchreise durch die Schweiz annehmen. Es handelt sich um ein« auf Gegenseitigkeit beruhende Maßnahme. Die Abreise der Deutschen in Frankreich wird in demselben Umfang ge- ltattet. Deutsche Kriegsgefangene in Ruhland. Amtlich. Berlin, 2t). Oktober.(23. T.®.) Das Internationale Komitee des Roten Kreuzes in Genf hat neuerdings mitgeteilt, daß �»fragen wegen solcher Personen, die vermutlich in russische Kriegsgetangenschaft geraten sind, nicht mehr nach Genf, wndetn an das dänische Rote Kreuz in Kopenhagen zu richten und, das sich zur Weitergabe und Bcantworlung bereit er- politische lieberficht. Höchstpreise für Kartoffeln und Getreide! Die Konsumenten müssen weiter klagen, daß Kartoffeln "ur zu den unverschämtesten Preisen zu haben sind. Die Händler beschweren sich in zahlreichen Brieten, daß sie kaum Ware erhallen können, weil die Landwirte nicht verkaufen wollen. Ja, eS wird erzählt, daß größere Güter ihrerseits in der Umgegend große Aufkäufe machen,— in solchem Umfange, daß der Vorwand, % Zweck-sei die Deckung eigenen Bedarfs, einfach lächerlich erscheint, und die SpekularionSabsicht klar zutage tritt. Die Situation Üt unhaltbar geworden. Erfreulicherweise sehen das auch die Behörden mehr und wehr ein. Zu den Städten, die von sich au» den Bezug von Kar- löffeln und ihre Abgabe an die Konsumenten zu erträglichen Preisen organisiert haben, sind noch Karlsruhe und Ucberlingen om Bodensce getreten. Wie eS heißt, will der Berliner Magistrat Schritte ergreifen, damit Höchstpreise festgesetzt werden. In Rheinlaitd und Westfalen halsen bi« dahin wenigstens etwas die vielen Schiffsladungen mit Kartoffeln, die aus Holland kamen und verhältnismäßig billig waren, so daß die Stadt Münster diese holländischen Kartoffeln um 2,vg Mark stw den Zentner verkaufen konnte. Inzwischen ist aber da» Ausfuhrverbot für Holland gekommen. Dadurch hat sich die �oge so zugespitzt, daß sich dort jetzt der Kommandeur bes VII. Armeekorps, Freiherr v. Vissing veranlaßt ge- sehen hat. eine Bekanntmachung zu erlassen, in der eS heißt: Aus ollen Schichten der Bevölkerung seien ihni Klagen darüber zu- Legangen. daß die Ka r t o f f e lp rei s e, insbesondere im Klein- Handel, eine abnorme Höhe(stellenweise 5 M. und darüber) er- deicht hätten, ja, daß sogar vielfach Kartoffeln überhaupt nicht äu kaufen wären, weil die Produzenten in Erwartung noch bvherer Preise die Ware zurückhielten. Desgleichen werde ttelsach auch über viel ju hohe Preise für Brot« 3 e t r e i d e, Mehl und Hülsenfrüchte geklagt. Um diesen Namentlich für die ärmeren Klassen so schädlichen Preistreibereien entgegenzutreten, halte er die Festsetzung bon Höchstpreisen für R a r t o f f e l n in denjenigen Bezirken, w denen solche Mißslände vorliegen, für dringend notwendig. Er babe deshalb die zuständigen Regierungspräsidenten ersucht, um- Sehend das Erforderliche auf Grund dcS Gesetzes vom 4. August 1914 ä" veranlassen. So lobenswert all dic'e Maßnahmen sind: Es bleibt die Not- wendigkeit, daß über da? ganze Reich hin billigere Verkaufs- weise mit VcrkaufSzwang festgefttzt werden. Und wie für Kartoffeln, so auch für B r o l g e t r e i d e und Mehl! Was die Höchstpreise für diese letztgenannten Produkte betrifft, w kommt die erfreuliche Nachricht, daß die Erörterungen darüber im Bundesrat abgeschlossen seien und baß eine entsprechende Verordnung fertig vor- 1 i? g e. Sie soll noch in dieser Woche veröffentlicht werde». Hoffen wir, daß die Preise, die sie festgesetzt, keine„Notstands- weise' sind, nicht den Massen des Volke» eine gesunde Ernährung während des Krieges erschweren, eine kleine Schicht aber aus dem Kriege gewaltige Gewinne ziehen lassen. Es ist unbedingt erforder- Och. daß derartigen Spekulationen ein dicker Strich durch die Rechnung gemacht wird. Um Preustens Wahlrecht. Die„Post" ist unwillig über den Artikel, in dem der„Vor- wärtS" nnter Anknüpfung an die preußische Thronrede bor sechs Jahren an die Wahlrechtsreform in Preußen er- innerte: „Wir verzichten", so schreibt daS Blatt,„im Interesse der vollen Wahrung des Burgfriedens unter den Parteien aus diese Ausführungen des sozialSeinokratischen Blattes näher einzugehen und begnügen uns. den Sinn jenes Satzes der Thronrede von 1998 richtig zu stellen. In jenem Satz hat nicht entfernt der Ilebergang von dem jetzt geltenden preußischen 2Lahlrecht zu dem RcichStagswahlrecht in Aussicht gestellt werdensollen, vielmehrgehtdie Thronrede nach den ausdrücklichen Erklärungen dcS verantwortlichen SlaatSministeriumS von der Auffassung anS, daß die Einführung des Reichs Wahlrechts mit den Interessen des preußischen Staates unvereinbar sein würde. Die in Aussicht genommene Reform des preußischen Wahlrechts sollte das Ziel verfolgen, daß das Wahlrecht nach dem Iv i r k l i ch e n G e in i ch t der W a h l st i in in e abgestuft und dem Mittel st ande der ihm gebührende entscheidende Einfluß auf die Wahlen gesichert werde. Diese Feststellung erscheint um so notwendiger, aisj ivie die Ausführungen de?„Vorwärts" beweisen, immer wieder der'Versuch unternommen wird, völlig rnisachgemäß jenen Satz der Thronrede als Zusage der Einführung de» ReichStagZwahlrechts in Preußen hinzu- stellen." Die„Post" übersieht, daß in dem Artikel gerade der Haupt- Nachdruck darauf gelegt war, daß der jetzige Krieg die Durch- fühning des allgemeinen, gleichen, geheinien und direkten Wahlrechts für Preußen zu einer unausweichlichen Notwendigkeit gemacht habe. Kriegsgefangene gegen einheimische Arbeiter. In den„Hamburger Nachrichten" war Beschwerde geführt worden, daß die Hamburger Polizeibehörde einer Reihe von Unter- nehmern Kriegsgefangene zur Verfügung gestellt habe, die für ihre Arbeit außer freier Verpflegung drei Mark bekommen hätten; es war die berechtigte Klage erhoben worden, daß auf diese Weise trotz der großen Arbeitslosigkeit noch alteingesessenen Arbeitern das Brot genommen würde. Darauf ist dem Hamburger konservativen Blatte jetzt von„kompetenter Seite" eine Erwiderung zugegangen, die im wesentlichen alles bestätigt, nur betont, daß die Zuweisung im Einverständnis mit den mili- tärischen Behörden und— was allerdings sehr sonderbar er- scheint— der Zentrale der Arbeitsnachweise erfolgt sei, und end- lich feststellt, daß die Gefangenen drei Mark ohne freie Ver- pflegung erhalten hatten. Außerordentlich bezeichnend ist der Schluß dieser Erwiderung„von kompetenter Seite": „Endlich sind am IS. Oktober auf Ersuchen des Kaiserlichen Kanalamts in Kiel einer Firma in Burg für Trockenarbeiten 50 russische Erdarbeiter zugewiesen worden, weil nach der Er- klärung des Präsidenten des Kanalamts alle Versuche, für 9lr- beiten dieser Art deutsche und insbesondere ham- burgische Arbeiter zu erhalten, wegen der Schwere der Arbeiten und des geringen Lohnes gescheitert sind. ES ist also durchaus unerfindlich, wie durch die be- hördlichen Maßnahmen hamburgische Arbeiter ge- schädigt sein sollen." Man setzt also zunächst Löhne fest, bei denen ein deutscher Slrbeiter nicht existieren kann, wenn er ein halbwegs menschen- würdiges Dasein führen will, engagiert, da sich keine deutschen Arbeiter bereitfinden, bei einer schweren, aufreibenden Slrbeit mit ihren Familien zu hungern, Kriegsgefangene und erklärt es dann für„unerfindlich", wie man daraus eine Schädigung der einheimi- scheu Arbeiter machen könne. Und das von einer„kompetenten" Stelle! Man sollte es wirklich kaum für möglich halten, wie wenig soziales Verständnis in gewissen Kreisen herrscht. Man darf aber wohl hoffen, daß jene Behörden im Reich, die sich in so dankenswerter Weise für eine Bekämpfung der Arbeitslosig- keit eingesetzt haben, in Hamburg die nötige Aufklärung geben. Es scheint übrigens, daß auch sonst hier und dort die Praxis beliebt wird, Kriegsgefangene als'Arbeiter einzustellen, während einheimische Arbeiter übergangen werden, weil sie nicht zu niedrigen, gegen früher erheblich gekürzten Löhnen arbeiten wollen. Uns sind derartige Beschwerden auch auS anderen Orten zugegangen, auf die vielleicht noch zurückzukommen sein wird. Es scheint dringend nötig, daß noch einmal eine ganz klare?ln- Weisung ergeht, daß keine Gefangenen zur Verfügung gestellt werden dürfen, damit sie unter Beiseiteschiebung der einheimischen Arbeiter zu niedrigen Löhnen Arbeit tun. DaS könnte fast ge- eignet sein, die ganze Zlktion zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit zu durchk reuzen. Der„FfaN O-uidde". Mir den angeblichen Friedensbemühungen des baherischcn Landtagsabgeordneten Ouidde, derentwegen der liberale Dr. Gold- schinidt den Ausschluß OniddeS aus dem Parlament gefordert hatte. bat sich jetzt auch die Partei des Herrn Dr. Ouidde beschäftigt. Eine Sitzung des bayerischen Landesausschusses der Fortschrittlichen Volkspartei nahm eine Erklärung an, die der Ansicht Ausdruck gibt, daß die Partei einen Friedensschluß er st nach einem völligen Sieg« der deutschen Waffen wünscht, unter voller Selbstbestimmung des Deutschen Reiches, An der Hand des von Dr. Ouidde vorgelegten Tatsachenmalcrial» habe der Ausschuß die Uebcrzeugung gewonnen, daß Ouidde auf dem gleichen Stand- punkt stehe und daß die in der Oeffentlichkeit gegen ihn erhobenen Beschuldigungen absolut ungerechtfertigt seien. UebrigenS wird nach Mitteilung freisinniger Blätter Abg. Dr. Ouidde gegen den früheren Abgeordneten Dr. Goldschmidt, der in der Münchencr Presse die Angriffe ausgesprochen hatte, den Rechts» weg beschreite»._ Verbot französischer Unterhaltung. Wie uns auS Colmar i. E. berichtet wird, hat die Erste mobile Etappenkommondantnr dort eine Verfügung erlassen, in der es heißt: „Jeder, der auf der Straße oder in Lokalen französisch spricht, wird als Feind angesehen und verhaftet". Der Zivilgouverncur von Antwerpen. Ter Senator und Großkaufmann Justus Strande« in Ham- bürg ist zum Zivilgouverncur von Antwerpen ernannt worden, Herr Strandes war früher Mitglied des kolonialen Beirat» bei der Kolonialvcrwaltnng in Berlin._ Eine Verwechselung. Die dieser Tage durch die Presse gegangene Meldung, daß der Landtag de» Fürstentums Reuß j. L.(Gera) zu einer Kriegstagung einberuten wurde, beruht, wie aus Gcia geschrieben wird, auf einer Verwechselung mit dem Fürstentum Reuß ä. L.(Greiz). O.uartiere für die Soldaten! Die Etappcnkommandantnr von G u m b i n n« n teilt mit:„Zur Deckung der Ouartierbedürfnisie müssen fortan sämtliche Häuser und Wohnungen in Anspruch genomme» werden. Diejenigen Hau»- besitzer und Mieter, die nicht ortsansässig sind, werden hierdurch auf- gefordert, für ihre Häuser und Wohnungen Vertreter zu stellen, durch deren Vermittelung eine ordnungsmäßige Belegung ermöglicht werden kann. Häuser und Wohnungen, für die innerhalb einer Woche Vertreter nicht bestellt worden sind, werden zwangsweise geöffnet und belegt._ Sozialdemokraten im Kriege. Nach einer in der Franksurter„Bolksstimme" bekanntgegebenen Aufstellung, die am 1, September abgeschlossen wurde, mußten von den 9521 männlichen Mitgliedern in Frankfurt a. M. 3998 einrücken, und zwar 695 ledige und 2198 verheiratete Genossen. Darunter befanden sich auch 2 Vorstandsmitglieder, 18 Mitglieder der Distrikts« leitunqen und 92 Wahlvcreinsbezirkssührer, Vom Sozialdemokratischen Verein für Reuß j. L., der ant Schluß des Geschäftsjahres 5499 männliche Mitglieder zählte, be- finden sich 1214 Mitglieder beim Heere. Prozes; Princip. Sarajewo, 29. Oktober.