{ 5 Pfennig Montagsausgabe t Pfennig) Kr. 393. Ibonnementt-Bfdlngangfn! • Preiz pränumeranda: »■.tricl;afitL 3,30'Uli., monaiL 1,10 KL. M'ntl.ch 25 Pfg, ket in« Hau» «"lidnc Nummer 6 P'g, Sonntag«. jWmmet mil illustrierter Sonntag«. Aua«».Die Neue Well» 10 Pfg. Post- «Potmemem; 1,10 Mark pro Monat. ZUigelragen in die Post. Zelluno«. l.'.'Ä!«, Unter«reuzband für o � m ni) und Oesterreich. Ungarn in � r'-!2r da« übrig« Ausland !.*',co Monat Postabonnement» iienm»» /»«. m___.........■ CrlditlDt lZgNch. 31 Jahrg. VIe lalei'tlons-Sedllhr beträgt für die sechSgespallene Kolonel- »eile oder deren Raum SO Pfg.. für politische und gewerlfchaftliche Lerein«. und Versamniliiungs-Anzeigen 30 Pfg. „Illleine Snrcigen", da« fettgedruckte »ort 20 Pfg. tzulüsstg 2 fettgedruckte Worte), jede« wcilcre Wort 10 Pfg. Etellenaefuche und Echlafstellenan» zeigen da« erste Wort 10 Pfg.. jedes weitere Wort S Pfg. Worte über 15 Buch» Itaben zählen für zwei Worte. Inserate "x die nächste Nummer inüffen bis to üi » Telegramm» ildrefse: „Ss,IsllltMt»!ki>l Berlin**. Zaitralorgan der rozialdcmokratifchen parte! Deutfchlands. Reöaktkon: SV. HS, ÄnSenstraße Z. Lernsprecher: Amt Moritzplatz. Nr. 151 90—151 97. Montag, den S«. Oktober 1914. Expedition: SW. SS, Lindenstraße Z. Serusprecher t Amt Moritzplatz. Nr. 151 90—151 97. As Mm um die Veherrschuug der KauaMste Mitteilung öer obersten Heeresleitung. Großes Hauptquartier, 25. Oktober, vor- mittags.(W. T. B.) Der Y s e r- Y p r e s- �anal ist zwischen Rieuport und Dix- Mude nach heftigen Kämpfen am 24. Oktober von uns mit weiteren starken Kräften über vorzudringen. Etwa 5VV Engländer, darunter *ln Oberst und 28 Offiziere, wurden gefangen »enommen. ß 3m Osten haben unsere Truppen die Offen- reichisch-ungarifchen; sie machten 1800 Ge Mngene. Chef ües Großen Generalstabes erkrankt. � Berlin, 26. Oktober.(W. T. B.) Wie aus dem Großen n�uptquartier mitgeteilt wird, ist General von Di an®e�er' und Gallenbeschwerden erkrankt. Die �.'ktzeit gibt keinen Anlast zu Besorgnissen. General / Dioltke befindet sich in guter ärztlicher Pflege im Grasten ��uptquartier. In seinem Zustand ist bereits eine wesentliche &".�ung eingetreten. Seine Geschäfte sind dem ,'rgsministerGentralv. Falkevhahnüber- ° ll e». Kriegführung öer Millionenheere. m Amsterdam, 25. Oktober.(Privattelegramm des b�.�ärts".) In einem Artikel ihres militärischen Sach- reich i � �rigt die„Times", wie es kommt, dast es Frank- ier"vtz seiner 4 Millionen kriegsgeübter Soldaten und trotz hj. �islischen und belgischen Hilfe bisher nicht gelungen ist, erbÄ.��inHalb Millionen Deutschen zu vertreiben. Sie rieto i � Ursache darin, daß kein Kriegsführender damit rech- jjs�' �lche Massen ins Feld zu stellen. Ebenso wie der engl 9fr man �rfarfaf CMohrorhort rtofto#»8 rtiirf Qn? Armee allerlei Gebrechen anhaften, gehe es auch st,. Ji�wo. Es fehlen den einzelnen Armeen noch sehr not- Qltp Tinge, selbst in Deutschland sei der Landsturm mit Zlvn �"iformen und Waffen ausgerüstet. Frankreich besitze ».£ NttHR Arrtf»/» /»vt V�firfürto tohrtHh ithpr fej�p große Mengen an Reserven, verfüge jedoch über �nd n Ter gegenwärtige Krieg wirft alle Erwartungen äelmr• Reglements über den Haufen. Man erwartete vier- vp, U'ße Schlachten, aber nicht solche wie an der Aisne, die bjz September begann und unabsehbar noch wochenlang scL �"r Erschöpfung einer Partei fortdauern kann. Auch fito,,* sich alle kriegführenden Parteien im Munitionsver- ks�j"? verrechnet zu haben. Während die Munition für die komm �rifle Artillerie über Erwarten viel verbraucht werde, Äeui» � Verbrauch für die Gewehre kaum in Betrocht. fcüfc£ Bureau meldet aus dem englischen Hauptquartier, ljch deutsche Armeeleitung merklich mehr ihr außerordent- toeni«, Kriegsmaterial als große Truppenmassen anzu- "ick. �strebt, sei. Aber es gäbe Anzeichen, daß ihr Material h..?.�"krschöpflich sei, würden doch schon alte Waffenmodelle ""gezogen. Kämpfe in Gallzien und Polen. � ie n Zz � I e n. 25. cttübtr.(SB. T. 55.)" Amtlich wird verlautbart: p l, � � mittags. Auf dem«»rdöstlichen Kriegsschau- llcbcn nunmehr unsere Armeen und starke ' lh e U r 8 s t e in einer fast ununterbrochenen Front, die sich ho, j. Nordabfälleu der östlichen Karpathen über Ttary Sani bor, btg Borgelände der Festung Przemysl, den unteren San und st,,,,!°""sche Weichselland bis in die Gegend von Plozk erstreckt, im sibj�ji/ �«rn die Hauptmacht der Russen, die auch ihre kaukasische», foie i;(,rn!,nb turkestanischen Truppen heranführten. Unsere Offen- (fo aps1 die Karpathen hat starke feindlich« Kräfte auf sich gezogen. iiiii-,* � e l g a l t z i e u, wo beide Gegner befestigte Stellungen u«ij> steh» hj, Schlacht im allgemeinen. Südöstlich Przemysl t«»"ntcren San errangen unsere Truppen auch in den letzten "»chrfache Erfolge. "�isch.Polen wurden beiderseits starke Kräfte ei«. ffit«estern südwestlich der Wrichselstrecke Jwangorod— ''ch°u kämpften. Ter Stellvertreter de» CbefS de» GeueralstabS. von Hoefer, Generalmajor. westlicher Kriegsschauplatz. die deutsche Gssenswe in polen in rußlscher Darstellung. „Der Uebergang der Deutschen zur Offensive im Königreich Polen— schreibt die„Kiewskaja Mysl"— konnte für nie» mand eine Ueberraschung sein. Nach allen in der Militärliteratur bekannten deutschen Offensivplänen gegen Rußland wurde stets angenommen, daß, während aus Ostpreußen drei HilfSarmeen(die erste von Königsberg, die zweite von Allenstein, die dritte von Thorn-Graudenz) staffelweise vorrücken, die Hauptkräfte der Deut- schen südlich von Schorn konzentriert werden müssen. Di« deutsche Offensive auS Ostpreußen erscheint auf diese Weise nicht als isolierte Bewegung, sondern als ein Teil der Gesamtdperation, hinsichtlich deren diese Offensive die Rolle einer Unterstützungsaktion spielt— als ein«, glücklicherweise nicht verwirklichte, Bedrohung der russischen SZerbindungSlinien." Ueber den Vormai'ch der deutschen Armeen auf dem linken Weicbselufer, d. h. in bcm Gebiet zwischen der deutsch'« Grenze und der Weichsel(Gouvernements Warschau, Petrokau, Kjelzh und Radom), schreibt der militärische Mitarbeiter der„Reis ch": «Dieses Gebiet llr.ts von Iber Weichsel bildet zurzeit den Hauptkriegsschauplatz, auf dem der Aufmarsch der deutsche» Kräfte sich vollzog und wo beginnend mit dem 27. September ihr« Offensiv- bewegung in vier Gruppen vor sich ging. Die erste Gruppe rückte von der Front Thorn-Gnesen gegen WlozlawSk-Turek vor; die zweite Gruppe marschierte von Kalisch gegen Lodz; die dritte Gruppe dirigierten die Deutschen aus Tschenstochow nach Rowo-RadomSk und die vierte Gruppe konzentrierte sich im Rayon Olkusch-Krakau. Diese Kräfte entwickelten sich südlich von Krakau in der Front Mjechow- Nowo- RadomSk- SjeradS- Kalosch- Turek- WlozlawSk, während die österreichischen Kräfte sich südöstlich von Krakau in der Front Opatowec-Tarnow-Jaslo aufmarschierten. Von dieser Linie begann die Offensive der verHündeten deutsch. österreichischen Kräfte in der Richtung Warschau-Jwangorod; hierbei bewegten sich die österreichischen Truppen längs der Weichsel auf Sandomir zu nach Nordosten unter dem Kommando General Dankl». Am 3. Oktober war die deutsch-österreichische Armee folgender- maßen gruppiert: Die deutschen Hauptkräfte hatten sich endgültig in der Linie BuSe-Kjelzh-Petrokow aufgestellt, an der rechten Flanke General Dankl, an der linken— die starke Gruppe Thorn- Wlozlawsk-Rypin. In der Fortsetzung ihrer Offensive kam die deutsch-österreichische Armee am 10. Oktober mit ihren Avantgarden in Fühlung mit den unseligen, und am folgenden Tage, d. h. am 11. Oktober, begannen auf den nach Warschau und nach Jwangorod führenden Straßen die Kämpft der Hauptkräfte beider Armeen." Lodz unter deutscher Verwaltung. Der in Lodz in Russisch-Polen gegenwärtig unter deutscher Kriegszensur erscheinenden polnischen Tageszeitung„Die E n t Wicklung" vom 16. Oktober d. I. entnehmen wir folgende Einzelheiten: Den Mitgliedern der für die Kriegszeit errichteten Bürger- miliz ist vom Platzkommandanten die Erlaubnis erteilt worden. Waffen zu tragen, aber nur in gewissen Fällen und in beschränkter Zahl. Die bewaffneten Milizen werden mit entsprechenden Legi- timationen versehen sein. Auch hat der Platzkommandant mit- geteilt, daß im Laufe einer Woche die Lodzer Fabrik-Eisenbahn die Zufuhr von verschiedenen Produkten und Vorräten für die Stadt, sowie die von Kohlen aus Petrikau aufnehmen wird. So- eben ist eine Anzahl einfacher Fuhrwerke mit Kohlen, an denen großer Mangel herrscht, aus Rogow und Koluszki eingetroffen. Bei der Bürgermiliz ist eine sanitätsärztliche Sektion ge- gründet worden, die die Aufficht über den sanitären Zustand der Straßen, Plätze und Höfe führt und auch ärztliche Hilfe unbe- mittelten bettlägerigen Kranken zu leisten und sie eventuell in Spitälern oder Wöchnerinnenheimen unterzubringen hat. Manche Gewerkschaften, so die der Plüscharbeiter, Bandarbeiter, Metallarbeiter und Bäcker, haben auf eigene Hand unentgeltliche Aerztchilfe für ihre arbeitslosen Mitglieder organisiert. Die Arbeitslosigkeit scheint ungeheuer groß zu sein. Eine geringe Anzahl von Arbeitskräfte» findet Ler- Wendung in der Umgebung der Stadt bei Erdarbeiten an der Eifenbahnstrecke nach Kalisch. Die Baumwollmanufaktur L. Geher gewährt ihren Arbeitern eine wöchentliche Geldunterstützung. Diese kommt im ganzen etwa 4000 Personen beiderlei Geschlecht? zu- nutze. Dafür sind sie verpflichtet, sich einmal in der Woche der Fabrik zur Verfügung zu stellen. Ein Teil der Männer ist bei der Bürgermiliz angestellt, ein anderer Teil wiederum leistet Wachtdienste in den Fabrikräumen oder ist in der Fabrikküche oder bei sonstiger Arbeit beschäftigt. In der Fabrik ist nämlich eine Küche eingerichtet worden, die täglich 1600 bis 2000 Mittagessen zum Preise von 4 Kopeken(in normaler Zeit zirka 8� Pfennig) verabreicht. Luch hat der Vorstand dort eine Bäckerei eröffnet, die für die Arbeiter der Firma Brot liefert. Es werden täglich 8000 Laibe hergestellt zum Preise von 4 und 25t Kopeken (Kommißbrot). Infolge der durch den Krieg hervorgerufenen allgemeinen KrisiS sind die Einnahmen der Straßenbahnen beträchtlich zurück- gegangen. Der frühere tägliche Durchschnittsertrag eines Zuges von zirka 80 Rubel ist jetzt auf 10 bi» 12 Rubel gesunken, auf manchen Linien sogar von 25 Rubel auf 5— 6 Rubel. ES besteht Mangel an Hafer; ein Korzec(gleich 128 Liter) kostet bereit» 4,50 Rubel. Dagegen hat das Lodzer Bürgerkomitee erlaubt, notwendige Bedarfsartikel, wie Petroleum, Seife und der- gleiche« aus der Stadt nach den angrenzenden Ortschaften Pabionice, Zgierz, Konstanthnow, AlekSandrow usw. auszuführen. Auch hat die Kommandantur angefangen, Passierscheine(zu 8 M.) an Leute herauszugeben, die nach Kalisch und zurück reisen wollen. Den unbemittelten aus dieser Stadt stammenden Reisenden werden die Passierscheine kostenlos abgegeben. Aus den Gegenden von SoSnowice, Bendzin, Ezenstochau und Kalisch haben sich viele Bauern und Arbeiter nach Preußen be- geben, um auf dem Lande, in Fabriken und Bergwerken inner- halb Deutschlands Arbeit zu suchen. Zum Teil wurden sie zu diesem Zwecke von Agenten angeworben, zum Teil von den oft- lichen Bürgerkomitees auf Grund von Nachfragen und Offerten abgeschickt. Bei der Wiederherstellung der Tunnels und Viadukte, sowie der Warschau— Wiener Eisenbahnlinie in der Umgebung von Pe- trikau hat die deutsche Militärbehörde die Gefängnisinsassen dieser Stadt verwendet, wobei sie ihnen Lohn und Bargeld bezahlte. die Freisprechung der Londoner Exzendenten. Genosse Ed. B e r n st e i n schreibt uns: Diese sogenannte Freisprechung ist durchaus nichts Außergewöhnliches. Ich sage sogenannte Freisprechung, weil es sich ersichtlich nur umFreilassungaufFriedens- bürgschaft handelt. Ausschreitungen der Art, wie sie aus Deptford gemeldet werden, kommen in England vor den Friedens- oder Polizeirichter— magistrate genannt— und es ist die übliche Praxis, Exzedenten, die sich nicht Nachweis- bar schwerer Verbrechen schuldig gemacht haben, auf Friedens- bürgschaft zu entlassen— englisch: bind over to keep the peace. Der Betreffende muß sich gegen Bürgen oder Bürg- fchaft verpflichten, für eine längere Zeit— gewöhnlich sechs Monate— sich durchaus ruhig zu verhalten. So ist es oft bei Ausschreitungen der Fall, die im Gefolge von Streiks be- gangen werden, so war es auch bei der übergroßen Mehrheit der gar nicht sehr harmlosen Ausschreitungen der englischen Suffragetten der Fall. Diejenigen bürgerlichen Blätter, die sich über die Freilassung der Deptforder Exzedenten ereifern, sollen sich nur erinnern, wie oft sie über die gleiche BeHand- lung der von ihnen als Wahlweiber bezeichneten streitbaren Wahlrechtskämpferinnen ihre absprechenden Glossen gemacht haben. Mag man nun meinetwegen glauben, es werde der öffentlichen Ordnung besser gedient, wenn eine Anzahl Men- schen auf Wochen oder Monate ins Gefängnis gesteckt werden, als wenn sie gegen das Versprechen, sich ruhig zu verhalten, in Freiheit belassen werden, so muß man zum mindesten diese Dinge im einzelnen auf Grund der Landessitte beurteilen. Zu einer Entrüstung über die Deptforder Freilassungen ist erst dann Anlaß, wenn festgestellt werden kann, daß sie Aus- nahmen von der Regel waren. Bei dieser Gelegenheit ein Wort über die Ausschreitun- gen selbst. Sie sind selbstverständlich auf das schärf st e zuverurteilen. Und nicht minderzu verurteilen sind die Hetzblätter, durch deren Artikel und Notizen die Bevölkerung Dept- lordS zu diesen Ausschreitungen ange- stachelt wurde. Deptford ist ein Vorort im Südosten Londons, am südlichen Ufer der Themse im Hafengebiet Lon- dons. Die große Mehrheit seiner Bevölkerung sind Hafen- und Speicherarbeiter, eine leider noch geistig sehr tief stehende und daher leicht zu Exzessen hinzureißende Mcnschenklasse. Ein großr Teil der Hetzartikel der Blätter vom Schlage des „Daily Mail",„Daily Expreß" usw. besteht aber aus Ueber- etzungen von Artikeln gewisser deutscher Zeitungen:„Seht, o schreiben die Deutschen über das englische Volk,"„seht, diese teuflischen Absichten haben die Deutschen in bezug auf Lon- don,"„seht, wie sie in die Straßen von Paris Bomben aus FlugmaschiNM mitten in die friedliche Bevölkerung geworfen ftaöert, so wollen sie es mit Londön erst recht machen," und so weiter, und so weiter. Die Londoner Hetzblätter haben ihre Mitschuldigen an gewissen Preßstimmen, die diesseits des Kanals den Krieg, der an sich schon schlimmes genug mit sich bringt,«durch Säen von blindem Haß zwischen den Völkern weit über seine Zeit hinaus vergiftend nachwirken machen. Das englische Volk hat in seiner übergroßen Mehrheit den Krieg so wenig gewollt, wie ihn die große Mehrheit des deutschen Volkes gewollt hat. Selbst als er da war, war er drüben noch längere Zeit direkt unpopulär. Erst allmählich ist es anders geworden. Und es wird um so mehr anders werden, je mehr wir vergessen, daß selbst im Kriege noch das Wort Ferdinand Lassalles seinen Wert behält:„Wahrheit und Gc- rech.tigkeit auch dein Gegner gegenüber". Der Krieg ist Unterbrechung der friedlichen Be- uehungen zwischen den Nationen. Er soll und darf nicht ihr Ende sein. Der Seekrieg. die Jagü auf öie üeutschen Kreuzer. Die englische Admiralität teilt mit, daß 70 britische, japanische, französische und russische Kreuzer, ungerechnet die Hilfskreuzer, zusammenwirken, uin die 8 oder 9 deutschen Kreuzer, die sich im Atlantischen. Stillen und Indischen Ozean befinden, aufzusuchen und unschädlich zu machen. Dies sei jedoch im Hinblick auf die gewaltige Ausdehnung der'Ozeane und die Tausende von Inseln und Inselgruppen nicht leicht und daher Sache der Zeit, der Geduld und des Glückes. Bis- her seien aber nur 39 von 4000 englischen Schiffen auf großer Fahrt vom Feind versenkt worden, also 1 Proz. Die Unterbindung des angloinöischen Handels. London, 24. Oktober. iW. T. B.) Die„Morningpost" meldet aus Bombay vom 22. Oktober: Die anglointnsche Presse verlangt Mahregeln zur Herstellung der Sicherheit der Schisfahrt nach Indien, deren gänzliche Hemmung durch die Tätigkeit der „Emde n" die indische Volkswirtschaft schädige. Die indische H a n d e l s sta t i st i k für September weise gegen September 1913 einen ernsten Rückgang auf, wofür die„Emden" in höherem DZatze verantwortlich sei als der klotze Kriegszustand. Allein der Import von Baumwollwaren aus Manchester sank im September mn 2 Millionen Pfund Sterling. Kalkutta litt besonders unter dem Rückgang der Ausfuhr von Robjute und Jutcprodukten, der allein im September mehr als 3 Millionen Pfund Sterling betrug. Die Ausfuhr von Reis, Weizen, Häuten und Fellen sank um je eine halbe Million, die von Rohbaumwolle und Baumwollgarn um 1% Millionen, die von Sämereien um 900 AX) Pfund Sterling. Gleiche Klagen kommen aus dem Innern. Ter Touristenverkehr hat gänzlich ausgehört. Tie„Times of Jndin" deutet an, datz die Erfolge der„E m d e n" auf die Stimmung der Eingeborenen ein- wirken könnten. Sie schiffte sich gegen Mitternacht des 7. in Zinga aus. Die Ko lonne überfiel die deutschen Posten, deren Offiziere überrascht wurden. Die schwarzen deutschen Schützen gaben einige Schüsse ab und verwundeten drei unserer Leute. Man fand bei den Posten 4000 Mark, 10 Tonnen Reis, Mausergewehre, landwirtschaftliche Maschinen. Die Beute wurde nach Bangul geschafft. Die Deut schen unternahmen keinen Versuch, Zinga wieder zu erobern. Im Norden versuchte Oberst Largenau das starke und gut verteidigte Blockhaus von Kusseri zu nehmen. Die Operationen wurden durch furchtbare Wolkenbrüche unmöglich gemacht und mitzlangen auch infolge Mangels größerer Geschütze. Unsere Truppen mutzten sich unter schweren Verlusten zurückziehen. Am 23. August bemächtig ten sich die Deutschen des französischen Grenzpostens Mbriu. Am 20. August griff der Verwalteradjunkt Bourdil an der Spitze eines starken Milizdetachements die Deutschen an. Diese mutzten Wesso verlassen; dieser Posten ist seitdem in unserem Besitz. Am 21. Au- gust wurde Behagle am Logone, das wir besetzt hatten, von starken deutschen Streitkräften angegriffen. Nach erbittertem Kampf, bei dem der Feind einen Leutnant und 13 Mann verlor, mußten wir zurückweichen und den Posten aufgeben. Fünf Tage später griffen unsere Truppen, verstärkt, die Stellung wieder an und eroberten Behagle. deutfthlanüs Politik vor Kriegsausbruch. Der Krieg und Sie Kolonien. Zu üen Kämpfen in Kiautfchou. Einer Privatnachricht. zufolge ballen die Engländer in Lstafien einen Aufruf zur Meldung von Kriegsfreiwilligen zur Verteidigung von Hongkong und Belagerung von Tsingtau erlassen. Es wurden mindestens 3000 erwartet; gemeldet hatten sich aber bis Anfang September nur 14. In Tsingtau haben sich gegen 2500 zum Heeresdienst gemeldet; Bremen soll unter diesen am stärksten vertreten sein. die Kämpfe in Kamerun. Die französische Kolonialzeitung„Courrier Colonial" berichtet über die kriegerischen Operationen in Kamerun, die schon in den ersten Tagen des Kriegsausbruchs begannen. Am V. August brach eine Expedition von 300 Schützen unter dem Kammando des Kapi- täns de Bsom von Bangul mit dem Kongodampfer„Fondere" auf. Berlin, 25. Oktober.(W. T. B.) Amtlich. Tie „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt unter der Ueber- fchrift; Die amtlichen Veröffentlichungen zur Vorgeschichte des Krieges: Tie amtlichen Ver- öffentlichungen über die Beziehungen Englands zu den Ententemächten sowie zu Belgien vor dem Kriegsausbruch sind in Deutschland in ihrer Bedeutung voll gewürdigt wor- den. Auch im Auslande wird den englifcherfeits gemachten Versuchen, die schwerwiegenden Anklagen zu entkräften, die aus den veröffentlichten Dokumenten sprechen, ein Erfolg schwerlich beschieden sein. Leider haben vereinzelte Stimmen im Jnlande auch diesen Anlaß wieder zu einer Kritik benutzt, welche unsere auswärtigen Vertretungen diskreditieren sollte; so will ein Blatt in der Publikation der Berichte der deutschen diplomatischen Vertreter im Auslande lediglich einen noch dazu mit untauglichen Mitteln ausgeführteu Versuch zur Rechtfertigung der deutschen Diplomatie erblicken, die trotz der ihr bekannten militärischen Beziehungen der Entente- mächte an die Friedfertigkeit der englischen Politik geglaubt habe. Was mit der Veröffentlichung bezweckt wird, ist von unserer öffentlichen Meinung so allgemein anerkannt und gewürdigt worden, daß es einer besonderen Feststellung der Gründe nicht erst bedarf. Auch wird jeder, der mit dem poli- tischen Geschäft vertraut ist, verstehen, daß es zwar nicht die Aufgabe der deutschen Diplomatie sein konnte, den ihr be- kannten Tatsachen gegenüber den Kopf in den Sand zu stecken, wohl aber den Drahtziehern der gegen uns gerichteten englischen Politik nach Möglichkeit jeden Vorwand zu nehmen, um diese Politik vor dem eigenen Lande rechtfertigen zu können. Aus diesem Grunde hat Teutschland alles, was die englische Vermittelungsaktion vor dem Kriege an Brauch- barem enthielt, unterstützt und gefördert, bis die russische Mobilmachung den Verhandlungen ein Ziel setzte. Aus dem vor dem entscheidenden englischen Ministerrat abgeschlossenen deutschen Weißbuch ist dies für jeden, der zu lesen versteht, ohne Mühe zu ersehen. Noch ein anderer Vorwurf ist er- hoben worden. Aus unserer Feststellung, daß den maß- gebenden deutschen Stellen die belgische Konnivenz mit den Ententemächten bekannt gewesen sei, ist gefolgert worden, datz es des Zugeständnisses des Reichskanzlers nicht bedurft hätte, daß die Verletzung der belgischen Neutralität einen Rechts- bruch darstelle. Wem die Bedeutung des Wortes Konnivenz bekannt ist. wird diesen Vorwurf nicht erheben. Die Stellung Deutschlands in der Welt bat nur dadurch gewinnen können, daß es mit Anklagen gegen Belgien erst hervortrat, als es diese mit positiven Tatsachen zu begründen vermochte. Mit dem Hinweis auf vorhandene politische Sympathien mit unse- ren Gegnern ließ sich eine so bedeutsame Aktion, wie der deutsche Einmarsch in Belgien, formell nicht begründen. Sie konnte ihre Rechtfertigung damals nur in der positiv Be- kannten französischen Absicht finden, durch Belgien militärisch gegen uns vorzugehen. Vergessene Hilfe. Tic staatliche, kommunale und private Fürsorge hat sich bisher auf so ziemlich allen Gebieten betätigt. Nicht immer in aus- reichender Weise. Aber sie hat sich doch bemüht, die Kreise zu erfassen, die der Fürsorge notdürftig sind. Die Angehörigen der zum Heere Eingezogenen, die Arbeitslosen und ihre Angehörigen, die Flüchtlinge aus dem Auslande und den vom Kriege betroffenen einheimischen Gebieten werden von dieser— nochmals gesagt, oft ganz unzureichenden— Fürsorge erfaßt. Auch die in den mit uns in Krieg verwickelten Staaten anwesenden Reichsangehörigen läßt man, soweit es möglich ist, der Hilfe teilhaftig werden. Nur einen, der Hilfe in demselben Matze bedürftigen Personenkreis hat man bisher ganz unberücksichtigt gelassen. Das sind die Angehörigen der in den uns feindlichen Staaten zurückbehaltenen Wehr- Pflichtigen. Sie erhalten nicht die Kriegsunterstützung wie die Familien der zum Heeresdienst Eingezogenen. Ter Wortlaut deS diese Unterstützung regelnden Gesetzes ist leider nicht so gefaßt, datz das ohne weiteres geschehen müßte. Die Zahl der Familien, die durch die Zurückbehaltung d�S Ernährers im Auslande in Not geraten sind, ist nicht so gering, Dabei sind nur die Familien gemeint, deren Ernährer beruflich im Auslande tätig waren, ohne dort einen Wohnsitz zu begründen. Man denke nur an die Schar der im Auslande, besonders in Ruß- land tätigen Monteure, denen es nicht mehr geglückt ist, die Heimat wieder zu erreichen. Es liegt wahrlich kein Grund vor, die Familien dieser doch nur ihrer Wehrpflicht wegen zurückbehaltenen Personen auch nur im geringsten schlechler zu stellen als die Familien der Kriegsteil« nehmer selbst. Es ist eine recht dringliche Aufgabe der Reicht- regierung, hier einzugreifen und eine Auslegung des Gesetzes be- treffend die Unterstützung von Familien in den Dienst getretener Mannschaften mit den Einzelregierungen dahin zu vereinbaren, datz diesen Familien dieselbe Unterstützung wie denen der Kriegs- teilnehmcr zuteil wird. Ueber die Auslegung deS Gesetzes ist der Rechtsweg nicht gegeben. Die Auslegung erfolgt lediglich im Ver« waltungswege. In dieser schweren Zeit wäre eine liberale Aus- legung dringend geboten. Niemand würde gegen die hier vorge- schlagene Auslegung wohl etwas einzuwenden haben; im Gegen- teil, jeder wird sie für geboten halten müssen. Aber durch eine solche Vereinbarung der bundesstaatlichen Re- gierungen wäre nur erst in einer Richtung der dringendsten Rot dieser Familien vorgebeugt. Es sind Zweifel entstanden, ob das Gesetz, den Schutz der infolge des Krieges an der Wahrnehmung ihrer Rechte verhinderten Personen betreffend, auch auf die>m Auslände zurückbehaltenen deutschen Staatsangehörigen �An- auBiunirc öutuuucifuuc.utu.«u Wendung findet. Es gilt zwar auch für Kriegsgefangene. klar ist aber, wer alles als Kriegsgefangener anzusehen ist, nur die aus den Truppenteilen in die Gewalt des Feindes Be' fallenen oder auch die vom Feinde zurückbehaltenen Zivilpersonen im wehrfähigen Alter. Es wird Aufgabe des Reichstags sein, bei seinem Zusammentreten diese Zweifelsfrage im Sinne einer Bejahung klarzustellen, und— wenn nicht eine Vereinbarung der joeju�uag uuu—------------«--j Bundesregierungen im Sinn« der vorstehenden Anregungen � dahin erfolgt ist, auch hier eine gesetzliche Regelung zu treffen, der großen Not dieser lediglich auf die Armenunterstützung angr- wiesenen Familien wenigstens für, die Zukunft vorbeugt. Soziale Maßnahmen für öie belgische Arbeiterschaft. Amtlich. Berlin, 25. Oktober.(W. T. 33.) Bei der utschen Zivilverwaltung in Belgien wu t e s ü i e u e u i i u i c u i u 3 i u 4 4.» w* i. i Gesetze, insbesondere auf dem Gebiete des Arbeiter- schutzes, eingeführt werden sollen und können. Ein nach aitße� erkennbarer erster Schritt ist dadurch geschehen, daß der Direl' tor des großherzoglich-badischen Gewerbeaufsichtsamts,®e� Wie öie DeuMen Lille nahmen. Unmittelbar nach der Einnahme Antwerpens ist Lille zum zweiten Male von den deutschen Truppen besetzt worden, ohne datz bisher ausführliche Berichte darüber bei uns bekannt geworden wären. Ein holländischer Kriegsberichterstatter, der für den „Nteuwe Rotterdamsche Courant" tätig ist, war nun in Lille und kann daher die Einnahme von Lille schildern. Als er ankam, wunderte er sich darüber, daß man im August die Festung nicht gegen die Deutschen verteidigt hatte. Warum dies nicht geschehen fit, so meint er, wird später die Geschichte erklären. Am 10. Ok- tober, so beginnt er dann die Geschichte der zweiten Einnahme, besetzten die Deutschen Lille, aus dem das französisch-englische Heer sich zurückgezogen hatte, auf ihre typische, kühne Art. Es kamen nur wenige Mann, 4 Ulanen, denen ein Radfahrer folgte. Danach kamen 60 Reiter, die die Stadt besetzten. Kaum waren einige davon abgestiegen, als Gewehrschüsse erklangen, die drei Reiter töteten. Ter Offizier ritt sogleich mit seiner Truppe zum Stadthaus, rief den Bürgermeister heraus und nahm ihn und einen seiner Ratsleute als Geisel fest. Inzwischen meldete ein Radsäbrer, französische Reiterei sei im Anzüge. ES entspann sich bald ein ckleiner Stratzcnrampf und die� Deutschen, die in der Minderhcir waren, räumten zunächst die Stadt. Unmittelbar dar- auf begann die Beschießung. Die erste Bombe explodierte über dem Dach des Stadthauses, ein Beweis dafür, wie gut unterrichtet die Deutschen waren. Andere Granaten fielen auf den großen Platz und auf die Straßen. Das war jedoch nur das Vorspiel, das eigentliche Bombardement begann erst mit der Dunkelheit, und nun hieß es:„Sanve qui peut". iRette sich, wer kann.) Die Einwohner verkrockwn Kch in ihre Keller; in ocn Straßen war es stockdunkel, viele Häuser wurden in Trümmer gelegt, und erst die ausbrechenden Brände erhellten die Nacht. Mitten in der Nacht erschien auch eine Taube über der Stadt und warf eine Bombe. Während des folgendes Tages(Sonntag) hielt die Beschießung an, ebenso die Nacht von Sonntag auf Montag hindurch, und nun band die Stadt an vielen Stellen in Brand. Ueberall kamen die unglücklichen Bewohner, zum Teil nur halb bekleidet, hervor, um zu fliehen. Mitten in der Beschießung tat die Feuerwehr von Lille ihre Pflicht uno suchte zu retten was sie konnte, und dabei wurden manche ihrer Leute durch Bomben getroffen. Bei Anbruch des Morgens verstärkte sich die Beschießung und der Brand dehnte sich aus, ganze Stratzenzüge standen in Flammen, und die Wege füllten sich allmählich mit hohen Haufen von Glasscherben, Holz und Trümmern, zwischen denen neue Geschosse das Verderhen ver- mebrten. Diesesmal wurde die Stadt durch die Franzosen ver- tcidiat, deutlich konnte man in der Ferne den Knall der französi- schen Geschütze von dem der schweren deutschen unterscheiden, und solange das anhielt, war von Rücksicht auf die Stadt natürlich nicht die Rede. Gegen Mittag erschien in der Stadt ein deutscher Par- lamentär mit weißer Flagge in Begleitung französischer Reiter. Er begab sich in das Stadthaus; dort wurde offenbar über die Uebergabe unterhandelt. Wie die Verhandlungen.verliefen« kann der Holländer natürlich nicht sckgen, aber da? Ergebnis war jeden- falls, daß gegen Abend die deutschen Truppen in die Stadt ein- zogen, und datz ihr Stab in das Stadthaus einrückte. Im Süden der Stadt hielt der Artilleriekampf noch bis 1 Uhr nachts an, gegen Mitternacht erschien auf dem Stadthaus eine weiße Flagge, und die Einwöbner wußten nicht, was das bedeutete. Sie hofften schon, datz die Franzosen wieder die Stadt einnähmen; aber dt« Fran- zosen erschienen nickt, nur die Feuerwehren von Roubaix, Tour- coing und anderen Nachbarorten kamen zu Hilfe. Die Beschießung hatte schon am Mittag aufgebort und so war die ganze Bevölkerung in den Straßen oer Stadt. Dtan Hörte aus der Ferne Gewehrfcuer bis um 3 Uhr; wahrsckcinlich handelte eS sich um Kämpfe bei einem der Forts, das von den Franzosen gebalten wurde. Gegen Morgen verlietzen die Franzosen auch die Forts, und am Dienstag, den 43., zogen die deutschen Truppen, vorauf die Musik, in die Stadt ein. und die Soldaten sangen ihre gewohnten Kriegslieder. Gleichzeitig erschien wieder ein Flugzeug über der Stadt, das weit- hin verkündigte, Lille sei in den Händen der Deutschen, Die ßhwere Delagerungsartillerie öer Deutsihen. DaS„Allgemeen HandelSblad" erzählt u. a.. daß die deutsche Artillerie mit Blumen im Knopfloch in Antwerpen eingezogen feu Warfthau. Nach russischen Meldungen soll Warschau eine Besatzung von 50 000 Mann mit 1400 Geschützen haben. Ter Festungsgürtel hat einen Umfang von 50 Kilometer und bildet mit Modltn(russ.: Nowo Georgiewsk) an der Mündung des Bug in die' Weichsel, Jwangorod und Brest-Litowsk das bekannte polnische Festung»- Viereck. Sowohl in Warschau wie in Modlin befinden sich starke Zitadellen. Die Warschauer Zitadelle beherrscht das linke Weichsel- ufer und die Modliner das rechte Weichselufer. Auf dem rechten Ufer liegt die Vorstadt Praga. Zwei große eiserne Brücken ver- binden sie mit Warschau, das in eine Alt- und Neustadt, eine Judenstadt und die Vorstadt Wola im Westen zerfällt. Im Süden liegt die Krakauer Borstadt. Dort trifft man die kaiserlichen Schlösser Belvedere und Lazienki. Die Hauptgeschäftsstraße ist die Marschallsstratze am Wiener Bahnhof und die Äerusalemer Allee. Warschau soll mit dem Militär etwa eine Million Einwohner zählen, es wäre also so groß wie Hamburg und halb so groß wie Berlin. Der Religion nach sind etwa 50 v. H.' römisch-katholisck, 35 v. H. jüdisch, 5 v. H. griechisch-orthodx, 5 v. H. protestantisch. Der Rest verteilt sich auf Sekten. Die Protestanten verschwinden unter der großen Menge. Warschau war von 1795 bis 1807 preußisch, dann die Hauptstadt des Herzogtums Polen und 1815 die Hauptstadt de? neuen Königreichs Polen, dem Rußland ein Ende machte, als 1830 der Aufstand gegen den Vizekönig Konstantin, der nur mit Mühe dem Tode entging, ausbrach. Die jetzigen Werke der Lagerfestung Warsckau fallen aus Ii-Forts und vier vorge- schobenen Befestigungen bestehen. Ob diese älteren Werke zu einer Verteidigung der großen Festung genügen, wissen wir nickt. An- geblick soll schon großer Mangel an Nahrungsmitteln in Warschau herrschen. Dieser Mangel dürfte die Gärung unter der polnischen Bevölkerung beeinftussen, welche aus ihren Sympathien für Deutsch- land und Oesterreich schon kein Hchl mehr machen soll, mtl. �CiUtliC-lb ntt ovtuu� I ir»s m.«..v ie gelte als diejenige Heeresabteilung, welche die Stadt genommen habe. Die Fußartillerie sei plötzlich zu großem Ansehen gekommen- Pie Zeitung bringt einige Berichte von deutschen Artillerieoffizieren- die bei der Beschießung von Antwerpen mit dem neuen schweren Kruppschen Belagerungsgeschotz gearbeitet hätten und selbst inst erstaunt seien über dessen Wirkung. �„Daß die Wirkung dieser Geschosse eine so gewaltige sc'" wurde," sagten sie,„daß wir mit so geringer Truppenmackt un- enmtlich und unverweilt die stärksten Forts und Festungen räumen wurden, hatten wir nicht erwartet. Der Kommandant selbst kannte —......-•-■-- dem das Geschütz vor der Mobilisierung noch nicht; es waren vor Kriege wahrscheinlich kaum mehr als drei Schüsse zur Probe av- gegeben worden. Lüttich brachte uns dann gleich die erste Bekannl- schast damit; da machten wir z. B. mit einer Batterie von Zwe Kanonen durch ein paar Schüsse ein Fort unbrauchbar und setztcn das ganze Regiment außer Gefecht. Taraus ging es, immer hinsi. dem Feldlager, nach Namur, dann nach Maubeuge. Französiic»- Offiziere, mit denen wir nach der Uebergabe die Sache als Techn'kcc ruhig besprachen, erklärten unS denn auch, daß das Feuer diel«* schweren Granaten den Aufenthalt in den Forts und Battenc" beim besten Willen der Welt mit jeder Minute unmöglicher mamic- Die französische Festungsartillerie schießt sehr gut, aber wir koiir� uns in so großem Abstand und so verdeckt aufftellen, daß man absolut nicht findet. Wir schießen auch mit rauchlosem Und die Beschossenen haben das Bewußtsein unbedingter OhnmaM� die unberbitttich treffenden Granaten schlagen mit ihrer höllilw Wirkung in ihrer Mitte ein und sie vermögen nichts dagegen zu jst' Auch bei Antwerpen hatten wir sicher geglaubt, daß die � r_______: c*n____ x_•___ t.. � r? flU1, wirkl'� lagerung drei Monate dauern werde. Und siehe, sie währte v"c 12 Tage! Wir fanden große Laufgräben und Werke, oiejoi1�� prächtig angelegt waren, ganz moderne Festungsteile— alles ganz intakt und offenbar von der Besatzung verlassen in dcm Z- fühl, daß gegen daS schwere Belagerungsfeuer doch alles unha bar sei.. Wir haben auf dem Artilleriegebiet vor allem die neue y. fahrung gemacht, daß der Batteriekommandant sehr nahe an Ziel herankommen kann. Unsere Offiziere lagen in der Tirailleu linie 1000 Meter, ja 600 Meter vom Ziel und konnten also � Wirkung der Schüsse genau beobachten. Telephonisch mit den 8 10 Kilometer dahinter aufgestellten Kanonen verbunden, konw sie so das Feuer genau regeln und die nötigen Veränderungen a geben. D-a die Beschütze sebr präzis schießen, ist es nicht schwer, einigen Schusselt einen Panzerturm entscheidend und mit jy. mathematischer Sicherheit zu treffen. Wir baben selbst da? Getu-" eine unerbittliche Macht zu sein, welche die Festungen mit wendigkeit lahmlegen muß.".„ „Daß die gewaltige Kriegstechnik des deutschen Heere? e'N„ vollendeten Charakter trägt, wird sich niemand verhehlen' fügt der holländische Berichterstatter toeitereg Ausführungen £ Seltner OberregienmgSrak Dr. BiikmSnn, rmd der HilfS» arbeiter im Reichsamt des Innern, Gewerbeassessor P o e r s ch k e, nach Brüssel berufen worden sind, um durch Vorarbeiten dem vorschwebenden Ziele näherzukommen und auch sonst bei den mannigfachen Anlässen, die in das Gebiet von Arbeiterschutz und Arbeiterwohlfahrt hinüberspielen, den Verwaltungschef sachverständig zu beraten. Lebensmittelmangel in Luxemburg. Amsterdam, 24. Oktober.(Privattelegramm des '.V o r w ä r t s.) Der luxemburgische Minister E Y s ch e n er- suchte die holländische Regierung um Uebersendung von Lebensmitteln zur Vechütung einer Hungersnot, worauf die holländische Regierung mit Rücksicht auf ihr Ausfuhrverbot ablehnend antwortete. Tie Situation in Luxemburg muß natürlich die Heimkehr der Belgier erschweren, die die heimische Hungersnot um so mehr befürchten, als Luxemburg erst den deutschen Durchmarsch zuließ und jetzt trotzdem an andere Staaten appellieren muß. ruMches Regierungsorgan über die Dauer öes Krieges. „R ußki Jnvali d". das Organ des russischen Kriegs- Ministeriums, schreibt über die vermutliche Dauer des Krieges: „Die Annahme liegt nahe, daß Oesterreich vor Heran- Eicken des Winters endgültig geschlagen sein wird. Die Feindseligkeiten gegen Teutschland werden bis dahin wahr- Icheinlich nicht beendet sein. Der Krieg wird über den Winter hinaus dauern. Während der rauhen Winterszeit können die militärischen Maßnahmen nicht den erwünschten inten- nven Charakter tragen. Bei Anbruch des Frühjahrs wird der Krieg mit früherer Kraft weitergeführt werden. Tie mächtige deutsche Armee wird ein sehr starker Feind für uns sein: da sie ihre endgültige Niederlage ahnt, wird üe eifrig bestrebt sein, alle Friedensunterhandlungen hinaus- Zuziehen. Aber in drei, vier Monaten wird alles entschieden fein, und im Spätfrühling oder im Sommer, aber nicht sfüher, wird der Krieg zu Ende sein. Der Krieg wird also ein Jahr dauern. Kommen aber irgendwelche andere Um- stände hinzu, die nicht vorausgesehen werden können, so kann das Ende des Krieges natürlich beschleunigt oder auch hinaus- Lezogeu werden." Rutsches Liebeswerben um Italien. Rom, 24. Oktober. Die„Agenzia Stefani" veröffentlicht folgendes: Gestern abend begab sich der russische Bot- fchafter Krupenski zur Konsulta, um dem Minister- Präsidenten S a l a n d r a im Namen seiner Regierung eine Mitteilung zu machen, die ihm telegraphisch von Petersburg Zugegangen war. Sie lautet folgendermaßen: In dem Be- Üreben, Italien einen Beweis seiner hohen Sympathie zu Leben, hat der Kaiser von Rußland geruht, den Auftrag zu Leben, vorzuschlagen, daß alle österreichischen Ge- tange neu italienischerNationalitätfreige- fassen werden, wenn die italienische Regie- r U u g sich verpflichte, sie während der gesam- ten Kriegsdauer zu bewachen, damit sie sich nicht s" den österreichisch-ungarischen Heeren zurückbegeben könnten. Ministerpräsident Salandra antwortete, daß er die sym- vathjichen Absichten des Kaisers von Rußland hochschätze. Da- bei machte er den Botschafter darauf aufmerksam, daß gemäß dem öffentlichen Recht Italiens jeder Italiener oder Fremde, der auf italienischem Boden ankomme und der kein Verbrechen begangen habe, frei sei und daß seine Freiheit in keiner Weise geschmälert werden könne. Er sehe daher nicht, wie Italien die Verpflichtung eingehen könnte, natürlich um sie zu halten. die von Rußland freigelasseneu Gefangenen zu überwachen, um üe am Ueberschreiten irgendeiner Grenze zu �verhindern. Ministerpräsident Salandra behielt sich auf jeden Fall auch in Anbetracht der von Italien zu beobachtenden Pflichten der Neutralität, vor, die Rechtsfragen eingehend zu prüfen, die Die deutschen Kriegsgefangenen in England. � Nach einer Mitteilung von Wölfls Telegryfhenbureau aus �lnsierdam hat der Londoner Korrespondent des„Telegraas" einen �osführlichen Bericht über einen Besuch erstattet, den er am 21. Ok- tober in dem Kriegsgefangenenlager Fritbhill bei ' Widers Hot gemacht hat. Nach seinen Angaben liegt das Lager ""ch, trocken und in gesunder Gegend. Gegenüber befindet sich das veu? Sanatorium des Broyrpton Hospitals. Die gesunde Gesichts- färbe der Gefangenen zeigte, daß das Leben auf der Heide und in freier Luft ibnen gut bekommt. Das Lager umfaßt eine Fläche bon 32 Hektar. ISs wird von zwei Reihen von Stacheldrahtzäunen �'"gefaßt. Die Anzahl der Gefangenen beträgt jetzt 3711. Vor �'ugen Wochen waren es fast 6000, die- zum Teil nach anderen Zögern geschickt worden sind. Frithhill diente ursprünglich als rlevungsseld für die Territorialarmee. Tie Stacheldrahtzäune und elektrische Beleuchtung wurden neu hergestellt. Das Lager besteht °us zwei getrennten Abteilungen. Die eine beherbergt 1790 deutsche Zivilisten, die nach der Kriegserklärung verhaftet worden waren, sowie etwa 100 Matrosen von versenkten und beschlagnahmten beut- Khen Schiffen. Hier befinden sich auch die wegen angeblicher Spionage verhafteten Personen. Die zweite Hälfte des Lagers ent- balt nur deutsche kriegsgefangene Soldaten, zurzeit 1921 Personen. ?ede Abteilung bat besondere Stacheldrahtzäune, deren oberste Drähte elektrisch geladen sind. Tie Bewachung des Lagers besteht °us>00 Mann Fnfanterie mit acht Lflizieren. Der Korrespondent besuchte zuerst die Abteilung für die Zivilisten. In langen Reihen landen hier geräumige Zelte� jedes für 12 Mann bestimmt. Tie s�fangenen schlafen wie die Soldaten im Felde, aber unter Decken. Die meisten hatten einen Koffer oder eine Äleiherkiste im Zelt. Die gefangenen wählen sich selbst ihren Anführer, der zweimal am Tage Musterung abhält, um die Präsenz festzustellen und Kranke zu mel- den. Die ganze Abteilung des Lagers hat einen von allen Insassen gewählten 5lonimandanten, der für alle Zelte und Leute verant- Wörtlich ist und eine gewisse Vergütung erhält. Der Kommandant "er. zivilistischen Abteilung ist ein gebildeter Deutscher, der wegen Spionage verhaftet wurde. Ter Korrespondent sprach mit Gefan- flenen, die ihm erklärten, daß sie mit der humanen Behandlung im �"ger zufrieden seien. Das Essen und die Mahlzeiten sind die- folben wie die der englischen Soldaten. Jede Abteilung des Lagers hat eine Kantine, wo der Gefangene� sich für eigenes Geld Er-. Mischungen, Tabak und Zigaretten kaufen kann. Geld, Bücher und Briefe können dem Gefangenen zugesandt werden. Die Gefan- genen selber dürfen zweimal in der Woche Briefe absenden. Tie 'gefangenen Zivilisten, die in England wohnten, dürfen Besuch smpsanaen. Etwa 100 Zivilisten sind auf Parole und gegen Bürg- schast sstr gutes Verballen freigelassen worden. Ein junger deüt- Icher Geistlicher, der anfänglich im Lager gefangen gehalten wurde, ober auf Parole freigelassen wurde, darf das Lager regelmäßig besuchen und hält dort Gottesdienst ab. Ter Korrespondent besuchte 'iiich die Abteilung der knegsgefangenen Soldatep, die gerade zur i möglicherweise ieroitl sich ergeben könnten, und die zustän- digen Abteilungen mit deren Studium zu beauftragen. das entflohene italienische Unterseeboot zurückgekehrt. Rom, 24. Oktober.«W. T. B.) Das Unterseeboot, das von Spezia nach Ajaccio entflohen war, ist gestern von Ajaccio im Schlepptau eines italienischen Dampfers, an dessen Bord sich der Vizedirektor der Fiatwerft in San Giorgio befand, wie- der abgefahren und heute in Spezia eingetroffen. Die Mannschaft des Unterseeboots ist von dem Untersuchungs- richter vernommen worden. Ingenieur B e l l o n i ist in Ajaccio geblieben. Internationale Kommijflonen zur Besichtigung üer Gefangenenlager. Nach dem„Petit Parisien" hat der Pariser Deputierte DesPias die Einsetzung einer internationalen Kommission zur In- spizierung der Gefangenen vorgeschlagen. Die Kommission, deren Vorsitz der amerikanische Botschafter führen- soll, soll Delegierte in die deutschen und französischen Städte entsenden, in'denen Kriegs- gefangene untergebracht sind. Kriegsbekanntmachungen« Abreise von Franzosen aus deutschlanü. Amtlich. Berlin, 25. Oktober. iW. T. B.) Ungenaue Zei- tungsnachrichten über die Bedingungen für die Abreise französischer Staatsbürger aus Deutschland geben Veranlassung, auf folgendes hinzuweisen: Die Ausreise ist gestattet: 1. allen weiblichen Personen, 2. allen männlichen Personen, die am 20. September daS siebzehnte Lebensjahr noch nicht vollendet und solchen, die an dem gleichen Tage das f e ch z i g st e Lebensjahr bereits überschritten hatten. In jedem Falle ist die Erlaubnis des zuständigen stellver» tretenden Generalkommandos einzuholen. Dort wird auf den Pässen, die mit einer Photographie des Inhabers versehen sein müssen, das Abreisedatum und die Bestimmung vermerkt, daß die Reise ohne Aufenthalt bis zur Grenze fortzusetzen sei. Das Reichs kommiflariat für Zivilpersonen in ßeinöeslanü. Die Geschäftsstelle des Reichskommissars zur Erörterung von Gewalttätigkeiten gegen deutsche Zivilpersonen in Feindesland be- findet sich vom 26. Oktober 1914 ab Berlin W. 35, Potsdamer Straße 38, III. politische Uebersicht. Zurückgenommene Beschuldigung. In ihrer Nummer 914 hatte die„Kölnische Volkszeitung* In einem Berliner Telegramm über die Kriegssitzung des Preußischen Abgeordnetenhauses von der Rede des Genossen Hirsch gesprochen ULid dazu bemerkt: „Soweit man bis jetzt den Inhalt der Rede kennt, wird das Ausland am meisten Freude an dieser so« zialdemokratischen Rede haben. Wie anders ist die Haltung der Polen. Tie Polen werden mit den übrigen bürger- lichen Parteien einmütig zusammengehen." In ihrer Nummer 917 sieht sich indessen die„Kölnische Volks- zeitung" veranlaßt, den Rückzug anzutreten; sie erklärt, daß ihr die Notiz in Nummer 914 in später Abendstunde drahtlich aus Berlin zugegangen und„nur durch ein bedauerliches Versehen in die Zeitung gekommen" sei. Höfliche Feinde. Die„Köln. Ztg." ist in der Lage, auf Grund einer Nummer der„Deutschen Japanpost" eine Reihe japanischer Preß- st i m m e n über das deutsche Volk mitzuteilen, die nach Kriegsaus- Nacbmittagsparade antraten. Ihre vortreffliche Disziplin zeigte sich bei dem Antreten, daß unter dem Kommando eines Feldwebels geschah, der siir Ordnung in dieser Abteilung sorgt. Der Korre- spondent sprach mit dem Feldwebel, der in der Schlacht bei Monis kämpfte und mit seiner Kompagjnie gegen eine große Uebermacht Widerstand leistete. Von seiner Kompagnie seien nur etwa 47 Mann übrig geblieben, die sich ergeben mutzten, als die Munition ver- schössen war. Der Feldwebel erklärte, die Behandlung ließe nichts zu wünschen übrig, das Essen sei selw gut. Sie unterhielten sich so gut. als den Umständen nach möglich wäre. Sie täten abweck- selnd schwere Arbeit, einige verrichteten auch zeitweilig außerhalb der Umzäunung des Lagers Holzhackerarbeit. In dem geräumigen Zelt befanden sich ein halbes Dutzend leichtverwundete Soldaten. Einige lagen zu Bett. Als der Korrespondent aus Deutsch nach der Behandlung fragte, erklärten sie, sie seien sehr zufrieden. Den Ge- fangenen werden Kleider, Unterkleider, Schuhe, Eßoerät, Kämme, Büchten und Zahnbürsten geliefert. Die sanitäre Einnchtung de? Lagers lasse nichts zu wünschen übrig. Jede Abteilung besitze eine Anzahl Badewannen. Tie Gefangenen dürfen nicht über Winter in dem Lager bleiben. Außerdem meldet Wolfis Bureau:„Times" schreibt: Bald werden sich alle polizeilich registrierten dienstpflichtigen Deutschen und O e st e r r e i ch e r in Gefangenenlagern be- finden. Ihre Zahl beträgt 40 000 in London, 70000 im ver- einigten Königreich.—„Tailp Telegraph" berichtet über die Behandlung der Internierten in der Olympia in London:'Jeder hat eine Holzpritsche, worauf er Matratze und Deckenkissen legen kann. Tie Leute dürfen lesen, Karten spielen und musizieren; Zeitungen sind verboten, die tägliche Nation be- steht aus 14 Pfund Fleisch. 1 sz Pfund Brot, 8 Unzen Gemüse, )4 Unze Tee oder 1 Unze Kaffee, 2 Unzen Zucker, 1 Unze Marga- eine,'Im Pfund kondensierte Milch, dazu Salz, Pfeffer, Gewürz. Pie Offiziere erhalten besondere Behandlung und sind beson- ders untergebracht. Sie erhalten eine regelmäßige Gage auf Rechnung der deutschen Regierung, die mit den englischen ge- fangenen Offizieren ebenso verfährt. Die Frage der Besch äs- t i g u n g der Gefangenen breiet Schwierigkeiten, da die Kon- kurrenz mit englischen Arbeitern vermieden werden soll. Die Gefangenen können jedoch bei Wegebau, Kanalräumung usw. beschäftigt werden. Sie erhalten für solche Arbeiten 4 bis 6 Pence täglich. Briese dürfen zweimal in der Woche geschrieben werden, der Briesempsang ist unbeschränkt. Be- suche sind in Gegenwart eines Dolmetschers gestattet. Musik. Ein Beethoven-Konzert im Zirkus Schumann. Der Verband der Freien Volksbühnen und der Bezirksbitdungs- ausschuß für Berlin haben bisber hundert billige Voltskunstabende veranstaltet. Würdiger und zugleich hoheitövoller konnte diese schon an sich bcoeutsame Tatsache wohl kaum verkündigt werden, als durch eine Verlebendigung herrlichster Schöosungen Beethovens, des größten Musikgenius des deutschen VolreS. Schwerlich ein Brach erschienen. Sie zeigen, daß die Japaner auchalsFeinde Teutschlands die Achtung vor dem deutschen Wesen und der deutschen Kultur nicht eingebüßt haben. So schrieb der Redakteur Tokutomi, der Beteron und Führer der japanischen Journalistenzunft, u. a.: „Bewundernswert an den Deutschen ist ihr m e t h o- disches Arbeiten, ihre systematische Organisation, ihr gegenseitiges Zusammenarbeiten, ihr gründliches Wissen und ihre erstaunliche Leistungsfähigkeit, ihr Gehorsam gegen die Ge- setze und ihre kluge und umsichtige Berechnung. Diese schönen Eigenschaften haben die Deutschen in dem Auffchwung ihrer In- dustrie, ihrer Schisfahrt, ihrer Verwaltung, in der großartigen Zucht ihrer Heeresorganisation glänzend zum Ausdruck gebracht. Auf der anderen Seite haben die Deutschen als die Stieflöhne der Natur auch die unangenehmen Eigenschaften der Stiefsöhne mitbekommen, und darum brauchen wir Japaner die Deutschen nicht in jedem einzelnen nadjzuahmen und zu bewundern, aber von den schönen und bewundernswerten Eigenschaften der Deut- schen, die sich auch in diesem Krieg glänzend bewährt haben, haben die Japaner noch sehr viel zu lernen und sich anzueignen." In gleichem Sinne äußerte sich die Zeitung„N i r o k u" am 27. August: „Wenn Japan sich auch im Kriegszustand mit Deutsch- land befindet, ändert da? nichts daran, daß Japan die großen Eigenschaften deS deutschen Volke», wie sie sich besonder» in diesem Krieg entfalten, aufs höchste b ew u n- dert und hochachtet. Die Japaner können in diesem Kriege außerordentlich viel von den Deutschen lernen. Ob nun der Krieg dem gemeinsamen Willen aller Deutschen oder nur dem persönlichen Ehrgeiz deS Kaisers entsprangen ist, bewunderns- wert sind die große Tatkraft und einmütige Entschlossenheit, mit denen sich das ganze deutsche Volk wie ein Mann in den Kampf um Sein oder Nichtsein geworfen hat... Es ist für Japan eine große Ehre, mit einer so großen Nation im Kampf zu stehen, und gerade um dieser Ehre wegen mutz Japan mit aller Entschlossen- beit den Kamps führen. Wenn die Deutschen auch unsere Feinde sind, verdienen doch ihre bewundernswerten nationalen Eigen- schaften unsere Bewunderung und Hochachtung." Die„Köln. Ztg." bemerkt dazu, daß diese japanische Objektivs- tät„die kriegtreibenden Engländer mit ihrem sinnlosen Schimpfen über deutsche Barbaren beschämen" könnte. Wir möchten hinzu- fügen, daß auch andere als die Engländer von ihr lernen könnten� Verbot eines ZentrumsblatteS. Die„Schlesische Volkszeitun g", ein ange- sehenes und weitverbreitetes Zentrumsblatt, ist vom stellver- tretenden Generalkommandeur auf unbestimmte Zeit verboten worden._ Genosse Dr. Karl Liebknecht sandte uns folgende Richtigstellung: „Ich muß Sie dringend bitten, Ihren Bericht über die Sitzung deS Abgeordnetenhauses vom 22. Oktober in folgenden Punkten zu berichtigen und zu ergänzen: a) Bei der Mitteilung der Grüße des Kaisers an da? Abgeordnetenhaus durch Dr. Delbrück erhob sich das ganze Haus mit Ausnahme der Sozialdemokraten. Die Sozialdemokraten, die an ihren Plätzen waren, blieben hierbei sitzen. Das ist im Bericht nicht erwähnt. b) Bei den Schlußworten Dr. Delbrücks über den Krieg er- tönte der Beifall nur bei der rechten, dem Zentrum und den libe- raten Parteien. Bei den Sozialdemokraten aber nicht. c) Bei der Schlußrede deS Präsidenten ist im„Vorwärts" ver- schwiegen, daß die Hälfte unserer Fraktion bei dieser Rede bereits den Saal verlassen hatte und auch die übrigen schwerlich in den Beifall eingestimmt haben dürften. cl) In bezug auf das Hoch auf den obersten Kriegsherrn heißt e» im Bericht:„Das Haus stimmt in den Hurraruf ein". Auch hier ist verschwiegen, daß die Hälfte der Fraktion vor diesem Hoch den Saal verlassen hatte, und auch die Zurückgebliebenen, wenn sie sich an das vorher Beschlossen« gehalten haben, nur aufgestanden sind, ohne sich an dem Hoch zu beteiligen." Ter Prozetz Princip. Sarajewo, 25. Oktober. sW. T. B.) In dem Hochverrats- Prozeß beendigten hie Verteidiger ihre Plaidoyers. Die Haupt- Verhandlung wurde sodann geschlossen. Die Verkündung des Ur- teils erfolgt am 28. Oktober vormittags. anderer als er vermöchte uns die grenzenlose Tragik, doch auch zukunftsfreudige Stimmung dieser schwersten aller Kriegszeiten feierlich-beredter zu malen. Denn Beethoven war ein Sprosse der gewaltigen revolutionären Entwickelungsepoche, die seit 1789 ein balbeS Jahrhundert lang fast den ganzen Erdkreis bewegen sollte. DaS Wunderbarste an diesem vollkommen von republikanischen und modernen Humanitätsideen eingenommenen Tonheros ist nun, daß alles, was er hervorbrachte, nur dem Reinmenschlichen, also künsi- lerischen Ewigkeitswerten, hingegen keinerlei sterblichen Tendenzen Ausdruck in Sphärenklängen verliehen hat. Das ist so bei der Egmont-Ouvertüre, wie bei dem einzigen Konzert für Violine mit Begleitung des Orchesters und der Eroica-Shmphonie. Diese drei großartigen Werke bildeten nämlich das Programm des hunderi- sten Volkskonzerts, für dessen schöne Aufführung das Philhar- manische Orchester mit Julius Thornberg, einem der glänzendsten Sologeiger im Berliner Musikleben, gewonnen ward. Da erübrigt es sich wohl, noch ausdrücklich zu sagen, daß unter der feinfühligen Leitung Camilla Hildebrands künstlerische Ge- samtleistungen hervortraten, die unumschränkte Bewunderung ver- dienten und venu auch mit wogendem Beflall belohnt wurden. '.......■ ek. Notizen. — Der dänische Schrift st eller Gustav Johannes V i e d ist am Sonnabend in Kopenhagen gestorben. — KeineKun st werke plündern! Das letzte Heft von „Kunst und Künstler" enthält einen Aussatz von Emil Schäfler, der nicht mehr und nicht weniger als eine Plünderung der belgischen Museen zugunsten der deutschen, besonders der Berliner, vorschlägt. Dem trat sofort der Generaldirektor der Berliner Museen, Bode, ebenso kurz wie scharf entgegen. Nun erteilt auch Herr Dr. Johannes Guthmann in Neu-Cladow an der Havel in einem an den Re- dakteur Karl Scheffler von„Kunst und Künstler" gerichteten offenen Brief die geziemende Antwort, den die„Münchener Neuesten Nach- richten" abdrucken. — Goethe über die K r i e g» I i e d e r. In Eckermanns Gesprächen mit Goethe findet sich unter dem 14. März 1830 folgende Aeußerung Goethe?:..Kriegslieder schreiben und im Zimmer sitzen — das wäre nicht meine Art gewesen. Aus dem Biwak heraus, wo man nachts die Pferde der feindlichen Vorposten wiehern hört, da hätte ich es mir gefallen lassen. Aber das war nicht mein Leben und nicht meine Sache, sondern die von Theodor Körner. Ihn kleiden seine Kriegslieder auch ganz vollkommen. Bei mir aber, der ich keine kriegerische Natur bin und keinen kriegerischen Sinn habe, würden Kriegslieder eine Maske gewesen sein, die mir sehr schlecht zu Gesicht gestanden hätte. Ich habe in meiner Poesie nie affektiert. Was ich nicht erlebte und was mir nicht auf die Nägel brannte und zu schaffen machte, habe ich auch nicht gedichtet und ausgesprochen. Wie hätte ich nun die Lieder des Hasses schreiben können ohne Haß. lind, unter uns. ich haßw die Franzosen nicht, wiewohl ich Gott dankte, als wir sie los waren. Wie hätte ich auai. dem nur Kultur und Barbarei Dinge von Bedeutung sind, eine Nation hassen können, die zu den kultiviertesten der Erde gehört." /ius Groß-Serlin. ?n üer Fahrschule öer Straßenbahn. Ein in dieser Arbeitslosigkeit trotz recht minimaler An- fangslöhne viel begehrter Beruf ist der der Fahrer und Schaffner der Straßenbahn. Noch immer stehen Hunderte an den Toren des Bahnhofs in der Brandcnburgstraße. um sich anzubieten, aber nicht jeder wird angenonimen. Und dann entscheidet erst nach der Arzt. Seh- und Hörfähigkeit ist erstes Erfordernis beim Schaffner und Fahrer. Tie ärztliche Unter- suchung geht manchmal so fix. daß viele Zurückgewiesene mit der Meinung nach Hause gehen, gar nicht untersucht worden zu sein. Vier Fahrerschulen besorgen bei der Großen Berliner die Ausbildung des Personals. Dieser Tage hatten wir Gelegen- h?it. in eine solche Fahrerschule in der Spreestraße einzutreten. in der gerade Prüfung stattfand. Etwa 40 in den mittleren Jahren stehende Männer sollten hier durch Frage und Ant- wort beweisen, daß sie ihrer Sache sicher sind. Ter Raum ist mit allem ausgestattet, was zum Betriebe der Straßenbahn gehört. Ueber uns laufen Leitungsdrähte entlang, die mit den an der Seite markierten Masten verbunden sind: auch Haltestellenzeichen sind vorhanden. Besonderes Interesse er- regt natürlich der mit allem Zubehör ausgerüstete Vorder- Perron eines Straßenbahnwagens. Der examinierende Ingenieur geht mit dem aufmerksam dasitzenden Personal unter Aufrufung jedes einzelnen durch, was Schaffner und Fahrer wissen müssen: denn auch Schaffner müssen den Fahrerdienst kennen. Es ist nicht wenig, was der einzelne wissen und können muß. Es werden Beschreibungen über alle Einzelheiten des Betriebes gegeben, über den Ver- kehr auf der Straße, über das Recht der Vorfahrt, über die Bedeutung der Signale, über Halte- und Abfahrzeichen und endlich über die Konstruktion des Wagens. Tie Examinierten müssen orientiert sein über die Erzeugung und über die Lei- tung des Stromes und welchen Weg er nimmt, um den Wagen in Betrieb zu setzen. Das wichtigste aber ist doch die In- und Außerbetriebsetzung des Wagens selbst. Und deshalb wird äußerste Sorgfalt gelegt auf die Handhabung der Wagen- führung, die in der Hauptsache in der genauen Kenntnis und in der sicheren Handhabung der Bremsvorrichtungen liegt. Die Bremse ist da? A und O des Betriebes. Von ihr ist viel, oft alles abhängig. Wir lernen kennen Handbremse Luft- druckbremse und Strombremse. Wir hören, in welchen Situationen die Bremsen angewendet werden müssen. Prak- tisch müssen die einzelnen„Lehrlinge" den Gebrauch der Bremsvorrichtungen zeigen, müssen vordemonstrieren, welche Mittel sie anwenden, wenn eventuell Handbremse und Lust- druckbremse versagen, um Unglück zu verhüten und den Wagen zum Stehen zu bringen. Mancher wird ängstlich bei dieser Prüfung, die entscheiden soll, ob dem Prüfling in den nächsten Tagen die Führung des Wagens durch die Straßen Berlins anvertraut werden soll. Manchem merkt man es an, daß er seiner Sache wohl sicher zu sein scheint, aber in Verlegenheit ist, sofort den richttgen Ausdruck auf die an ihn gerichteten Fragen zu finden. Das berücksichtigen aber die prüfenden Herren. Zum Glück ist entscheidend, wie sich der Prüfling in dem praktischen Lehrdienst auf den Wagen macht, ein Dienst, der natürlich schon vor diesem mehr theoretischen Dienst stattfindet. Auf unsere Fragen an Betriebsbeamte nach den Berufen der Lehrlinge erfahren wir, daß die verschiedensten Berufe vertreten sind. Der seit Wochen arbeitslose Tischler sitzt neben einem stellungslosen Kaufmann, ein Hausdiener neben einen, konditionslosen Buchdrucker und Lithographen und so fort. Hoffen wir, daß alle die, welche diesen neuen verant- wortungsvollen Beruf ergreifen, ihren Aufgaben gerecht werden und eine Existenz finden, die ihnen ihre Lebens- Haltung sichert. Gegen die Kartenlegerinnen. Den Kartenlegerinnen wird im Auftrag des Berliner Polizei- Präsidenten im Einverständnis mit dem Oberkommando in den Marken jetzt schärfer als in Friedenszeit auf die Finger gesehen. Das Verkünden ihrer Wahrsagekunst durch Verteilen von Zetteln und Karten an Straßenecken und auf Plätzen ist zu einer wahren Plage geworden. Die Hellseherinnen rechnen ganz richtig, daß viele Frauen und Mutter, deren Männer und Söhne im Felde stehen, jetzt viel eher geneigt sind, die Kartenlegerinnen aufzusuchen, um sich von ihnen die Zukunft, d. h. das Schicksal ihrer Angehörigen deuten zu lassen. Die.klugen Frauen' wissen aber nicht nur aus den Karten zu lesen, wie es den Angehörigen ihrer Besucherinnen ergehen wird, sondern viele vermögen sogar den Ausgang des Krieges vorauszusagen. Ebenso wissen sie natürlich, wann und wo einzelne Schlachten geschlagen und zu wessen Gunsten sie ausfallen werden. Diese„Weisheiten" rufen nicht nur oft große Beunruhi? gung bei den sie besuchenden Frauen hervor, sondern sie sind auch oft die Quelle unsinniger Gerüchte. AuS Gram über den Verlust des Bräutigams in de« Tod. Aus Gram über den Bcrlust deS Bräutigams i« de« Tob. Mit Lysol vergiftete sich gestern morgen das W jährige Dienst- mädchen Marta Ehrhard aus Posen, das in der Paulsborner Straße zu Halensee in Stellung war. Sie hatte vorher bei einer Wahrsagerin angefragt, wie eS ihrem in der Front befindlichen Bräutigam gehe und erhielt die Auskunft, daß' er bereits mit dem Eisernen Kreuz dekoriert sei. Als sie gestern morgen aus der Perlustltfte sah, daß ihr Bräutigam indessen gefallen ist, beging sie die Tat. Die Leiche wurde nach der Sammelstelle Westend gebracht. Pfarrer Mirbt. Wie sich jetzt herausstellt, sind die Betrügereien des Pfarrers doch bedeutend umfangreicher, als zuerst angenommen wurde. Der Pfarrer besaß in den Kreisen semer Gemeindemitglieder ein unbe- grenzte? Vertrauen, das er dazu benutzte, sich besonders an die An- gehörigen von Verstorbenen heranzumachen. Er verstand eS. die Angehörigen dahin zu bringen, daß sie ihm die Regelung des Nach- laßkapitals anvertrauten. TaS Kapital wurde ihm zur besseren Anlegung übergeben und ihm gleichzeitig das Recht eingeräumt, die Papiere zu lombardieren oder zu verkaufen. Diese Vertrauens- seligen Leute sind jetzt um ihr ganzes Vermögen gekommen. In vielen anderen Fällen hat er es noch durch Borspiegelung falscher Tatsachen verstanden. Kapitalien an sich zu bringen. Aber auch Mirbt sollte seinen Meister in dem internationalen Hochstapler, dem„Herzog von Chartres", finden. Dieser Hoch- stapler, der in Wirklichkeit Theodor Spreng heißt, hat die ganze Welt bereist und befaßte sich hauptsächlich mit der Unterbringung von Anteilscheinen zweifelhafter industrieller Unternehmungen. Er stand immer mit Mirbt in Verbindung und suchte diesen zu den waghalsigsten Unternehmungen zu verleiten. Ter Pfarrer ließ sich darauf ein und ist nun wieder von dem„Herzog" um Hundert- taufende betrogen worden. Tötlicher Unfall eineS Eisenbahnuuteroffiziers. Durch einen Militärzug ist am gestrigen Sonntag nachmittag der Vizefeldwebel vom Eisenbahnregiment Nr. 1 Sauberzweig getötet worden. Der Unteroffizier hatte auf einer Draisine die Mili- tärbahn Berlin— Zossen auf eine gewisse Strecke zu besichtigen und befand sich mit seinem Gefährt in der Nähe deS Ueberganges am Priesterweg und der Schwarzen Brücke in Schöneberg, als plötzlich ein Militärzug herannahte. S. übersah das Näherkommen der Maschine, wurde von der Lokomotive überrannt und geriet unter die Räder des ZugeS, wobei ihm beide Beine und der rechte Arm vom Rumpf getrennt wurden. In schwerverletztem Zustande wurde der Unteroffizier in das Schöneberger Krankenhaus geschafft, wo er bald nach seiner Einlieferung verstarb. Ein Betriebsunfall ereignete sich am Sonnabendnachmittag. Der SSjährige Motorschlosser Otto Kale aus der Weichselstr. B zu Neukölln war in den Flugzeugwerken von Goetze in der Schlesischen Str. 26 damit be- schästigt. einen Fliegermotor in Gang zu dringen. Der Schlosser bemühte sich längere Zeit vergeblich, den Motor zum Zünden zu bringen. Plötzlich setzte sich der Motor und gleichzeitig auch der Propeller in Bewegung. Dieser traf den Mann so wuchtig an den Kopf, daß er auf der Stelle verstarb. Die Leiche de« Verunglückten wurde beschlagnahmt und nach dem Schauhause gebracht. Längere Arbeitslosigkeit hat den 51 Jahre alten Möbelpolierer Hermann Franke aus der Bberthstr. 22 in den Tod getrieben. Franke hat sich in Abwesenheit seiner Frau im Kleiderschrank erhängt. WetterauSsschte« für d«S mittlere Norbdentschland bis Dienstag mittag: Vorwiegend trübe oder nebelig; im Westen, vorherrschend östlich der Oder nur vereinzelte, aber überall nur geringe Regen- fälle. In den Tagesstunden ziemlich mild. Unser lieber Freund Ideoäor Mond, ein Vorbild edler Männlichkeit, verstarb nach langem Leiden am 2t. Oktober. Die Beerdigung findet am DienStag, den 27. Oktober, nach- mittag» 3 Uhr, von der Leichen« Halle des ZentralsriedhosS in Friedrich»! eldi statt. Seine Freunde. Allen Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß unser einziger, unvergeßlicher Sohn, Bruder und Schwager, der Schlosser Psal Schmidt im Alter von 25 Jahren in den Kämpfen in Rußland gefallen ist. In tiefer Trauer H. Setamldt n. Fraa. Martha dchmldt. Iledw. Haak geb. Schmidt. Ernst Baak. 17A Er ruh« s-nst in Feindesland! Johannisthal im Oktober ISlt. MWWMWIWIMWWWI�WMUM»» Spezialarzt Dr. med. WockcnfuO, Fnedrichatr. 125,(Oranienb. Tor). für Syphilis. Harn- u Frauenleiden— Ehrtieh-Hela-Kur(Dauer 12 Tage) Blutuntersuchung, Sehnelle, sichere •Chmenlese Heilung ohne Beruls- etdrung. Teilzahlung. Spr. 11—2 u. 5—8, Sonnt. 9—11. Für unsere Truppen im Felde�� ist da» Beste gut genug; der gute Ruf, de» die I KCspitflVI m Kan-, Ranch- n. Schnupftabake I n seit vielen Jahren haben, bürgt für die Güte derselbe».■ Ol» ftreFiar» it* Kae* fi+vfrtrt?/>»♦»<9i aH#»» Zu haben in den esttschlägigen Weschästen. Röcker, Berlin. Grüner Weg Fernspr.: Königftadt S8S1. «_» n. öik p. Uttel-, .<». j »» m mdr crliu»O. 16, engcl-Qfcr 5. Tabak-OroChandlnnE und f abaklabrik. BV Rauch-, Kau-, Schnupftabake, Zigarren, Zigsretteo."VI Vorteilhafteste Bezugsquelle für Wiederverkäufer. Größte Auswahl gelagerter Zigarren in allen Preislagen. Sämtliche be- S i rt a•• O# I d> M zu Orlglnalprelsea. kannten Marken»» gakUHlv» Amt Bpl.. 8011. f. Geschlechtskrankheiten. Harnleiden, Schwäche, Ehrifeh-Hata-Kuren, Blut- und Harn-Untarsuchungen. Institut»: Spezialarzt Dr. med. Karl Reinhardt. Prin7pnclr Ai U zwischen Dresdener und AanenstraSe. r nilZcnSir. 04 Sprechfit. 6—7, Sonntags 10— U. Potsdamer Str. 117 HÄSTÄÄt Für Frauen: 1t— 1 Uhr. Nachweislich rollkommenstes Heilverfahren. SMT* Vorzügl. Dauererfolge, auch bei schwersten, veraltetstenFällen. Keine Beruf sstörong. Mäßige Preise. Teilzahlung gestattet. Man VPrianffP in»«igenen Interesse 48 Seiten starte iTlaU verlange Lreschüre gratis und franko per Post i. verschluss. Kuvert, auch i. d. Instituten während d. Sprechet. gratis erhältl. Weitere Auskünfte L d. Sprachstund, kostenlos. Wapnimn Tor minderwert. Heilverfahren m. ungeheuer- ti ni llllliy lieber Preisforderung angeblicher Spezialärzto. Ehrlich- Hata- Kur iÄ/TSS oeuewter, erfolgreichster Methode.(Siehe Broschüre.) Mikroskop, und ehem. Blut- und Harn-UntersuGbung. Besser als Seife oder Seife und Soda wascht Mb'MÄM Mas achte streng das wellhekaMte Waschpulver von UDverglelchbarer ßualilät. Preis nur SO Pfg. das 1 Pfd.-Paket. Das Waschpulver wird in heißem Wasser aufgelöst, in den Waschkessel gegossen, in diesem die Wäsche gekocht, solche danach beiß leicht durchgo waschen und darauf gespült In dieser Weise erhält man bei leichtester Arbeit eine blendend weiße, frische und reine Wäsche. Zu haben ia Drogen-, Kolonialwaren-, Apoibeker- und Seifengeschlften wie en gros von der Fabrik L# Minlos& Co« in Köln• Ehrenfeld* Erstklassige Briketts::, I W.6.50 r. lOOO Stück, 1 Riesenformat 7, Halbsteine I | 86 Pf, für 1 Zentner feinst| Brennholz billigst. | Michel-Brikett-Vortrieb| KonkOlln, Knesebecks tr. 148. Telephone: 1610 u. 2133. e/rw XC' 5�-. Behanntraachung! Ml Ifl Schnupftabak Heißt von lYIIIU H-ute ab Deutscher Gesundheitstabak Milo dreimal Milo derselbe wird in Berlin - die Woche fei)« Hergestellt und ist in Päckchen und Dosen durch de« ZtgarreuHandel« 10 Pf; zu beziehen. ist da» beste Mittel gegen ' upsen, wirft«f Schuuvsen. srischend und belebend. Kriegspsiichten! heiligste Pflicht öer Arbeiter in diesen ernsten Zeiten ist es, den von ihnen selbst geschaffenen Organisationen die Treue zu bewahren. Ein jeder organisierte slrbeiter fülle ln den Organisationen die durch den Krieg gerissenen Lücken aus; werbe nach besten Kräften für die flrbeiterorganisationenl haltet Treue, tretet ein in Sie sozialöemokratischen wahlvereine, werbet Abonnenten öes„vorwärts*. Seitrittserklärungen zu den wahlvereinen werden entgegengenommen im berliner verbandsbureau, Herlin Sw Hg, Lindenstraße«f, 3. Hof, flufg. IV, z Tr. Hestellungen auf den �vorwärts* nehmen die Hauptexpedition, Herllu Sw öS, Lindenstraße A, sowie alle Klialexpeditionen entgegen. verantwortlicher Redakteur: Alfred Vchslz, Neukölln. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glocke. Berlin. Druck«. Verlag: vorwärtsvuchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& To, Berlin SW.