Ur. 304.- 31. Jahrg. flDonnementS'lkdlnpnsen: ttSonnfmciüä> BreiZ ptättumcranbo; BicrteljflfirL 330 Mk. monatL 1,10 Mk, wSchentlicki 25 Pfg. frei ins Hau». Einzelne Nummer 5 Big. ScmnlagZ- nummet mit illustri erler Sonntag«, Seilage.Die Neue Well' 10 P'g, Post- Abonnement: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in die Post- Zeitung«, Preisliste. Unter Kreuzband für DeutsSland und Oesterreich< Ungarn 2,50 Mark, kür da« übrige Ausland « Mark pro Monat. Postabonncment« nehmen an: Belgien, Dänemark, Holland, Italien. Luxemburg. Portugal. «lunänien, Schweden und die Schweiz. Mchelnl täglich. Berliner Volksblnkk. 5 Pfennig] Die Insertion»-eebllhe NetrSgt für die scchSgespallcne Kolonel. geile oder deren Raum 60 Pfg., für politischc und gewerkschaftliche Verein«, und LersainmIungS-Anzeigen 30 Psg. „Aleine Änreigen", das fettgedruckte Wort 20 Psg.(zulässig S seUgedruckle Worte), jedes weitere Wort 10 Psg. Stellengesuche und Schlafstellenan- zeigen das erste Wort 10 Psg,, jede« weuere Wort 5 Psg, Worte über 15 Buch. ..~ e, Inserate müssen bi« laben zählen für zwei Worte. '1r die nächste Nummer Telegramm- Adresse: „SräaliKinokrat Berlin". Zentralorgan der Ibzialdemokratifchen Partei Deutfcblands. Neöaktion: SW. 6$, Linöenstraße 3. Fernsprecher: Amt Moritzplatz, Nr. lSISv— ISIS?. Freitag, den 0. November 1914. Cxpeüitton: SV. 68, Linüenstraße 3. Fernsprecher: Amt Moritzplatz, Nr. läl Sv— 1S1S7. veuttche sorttchritte an der AeftM. englische Besorgnisse.— ver türkische Krieg gegen den Dreiverband. Die Melöung aus öem Großen Haupt- quartier. Amtlich. Großes Hauptquartier, 5. November. vormittags.(W. T. B.) Gestern unter- nahmen Belgier, unterstützt von Engländern und Franzosen, einen heftigen Ausfall über Nieuport zwischen Meer und Ueberschwemmungsgebiet. Sie wurden mühelos abgewiesen. Bei Bpres und südwestlich Lille sowie süd- lich Berry-au-Bac, in den Argonnen und in den Bogesen schritten unsere Angriffe vorwärts. Auf dem östlichen Kriegsschauplatz hat sich nichts Wesentliches ereignet. Oberste Heeresleitung. Der Kampf um Calais öer Nittelpuntt ües Ringens. London, 5. November.(W. T. B.) Der militärische Mitarbeiter der„Times" schreibt: Für die britische und französische Regierung ist es klar, daß der Kampf in Flandern den Höhepunkt des deutschen An- griffs bezeichnet. Es wird ihnen deutlich sein, daß er um jeden Preis vereitelt werden muß. England will neue Armeen aus öem Doöen stampfen. London, 4. November.(W. T. B.) Die.Doily Mail" schreibt: Die bittere Tatsache besteht, daß alle Landstreilkräfte der Ler- bündeten weitaus unzulänglich waren, um die Deutschen auS Belgien herauszutreiben. Ostende ihnen wieder zu nehmen und sie auf der Linie an der AiSne herauszuwerfen, wo sie immer noch in einer Entfernung von 60 Meilen von Paris stehen, sowie den Rückzug vom polnischen Boden zu erzwingen. Der Geschützdonner eines deutschen Geschwaders wurde an der englischen Küste gehört DaS Erscheinen der Türkei im Felde als Ver- bündeler Deutschlands enthält neue Gefahren für das Britenreich und größere Anstrengungen sind vonnöten. Selbst Kitchners Million könnte sich als unzureichend erweisen. DaS Blatt klagt sodann über die Zensur, die verhindere, daß das britische Volk die Notwendigkeit weilerer Anstrengungen erkennt; daS Prinzip des freiwilliaen Dienstes sei unter diesen Umständen unhaltbar. Die Reaieruna mü'se daS Volk die Wahrheit über den Krieg wissen l?n öder die allgemeine Wehrpflicht werde bald im- vermeidlich sein. kein waffenstillstaaS für Sie Sergung öer verwunöeten. Kürzlich berichtete die deutsche Heeresverwaltung, daß die Franzosen einen angebotenen Wagenstillstand zwecks Be- erdigung ihrer Toten abgelehnt haben, �zetzt wird folgende� Nähere berichtet:„Die Franzosen hatten einen Teil unserer Stellung. 4000 Meter breit, lange mit schwerstem Geschütz be- schössen. Das ließ einen Durchbruchsvcrsuch erwarten. Dazu war das Heranrücken neuer Kindlicher puppen beuchtet worden. Endlich begann der Sturm:.4000 Momn griffen die Durchbruchsstelle von Toul her am-.1. und Oktober an. Bis nahe an die Drahtverhaue gelangte der mutige Feind, dann brach der Angriff zusammen. Ungefähr 000 Franzosen kagen auf den Feldern vor unseren Schützen- aräbcn tot oder verwundet. Da unsere Sanitats- Mannschaften wegen des FeuernS des Feindes �mcht helfen konnten, tvurde der Parlamentär� mit dem.ingeoot eines sechsstündigen Waffenstillstanoes abgesandt; aber er kam mit der Meldung zurück:>>Oo propos est, rekuss". Ein aus- aefundener Korpsbefehl unterrichtete uns über die Starre des Feindes und den Zweck des Angriffs. Man rechnete sicher auf den Erfolg! Vielleicht war es die Erbitterung über die zerschlagene Hoffnung, die zur Ablehnung des Vorschlages führte. Zu leiden hatten darunter nur die schwerverwundeten Franzosen: herzbeklemmend schallten ihre Klagen in die Schüvenaräben herüber: aber wir mußten sie ihrem Schicksal überlassen, da unsere Sanitätsmannschaften vom Femde be- schössen wurden." >1 Ver Seekrieg. Der Kreuzer„Zorck" gesunken. Amtlich. Berlin, 4. November. S. M. Großer Kreuzer..Torck" ist am 4. November vormittag in der Jade auf eine Hafenminensperre geraten und gesunken. Nach den bisherigen Angaben sind 382 Mann— mehr als die Hälfte der Besatzung— gerettet. Die Nettungs- arbeiten wurden durch dicken Nebel erschwert. Der stellvertretende Chef des Admiralstabs Behncke. (Wiederholt, weil nur in einem Teil der gestrigen Auflage.) » Der Kreuzer„Jorck" hatte 9500 Tonnen Wasserverdrängung und nach dem Berechnungsetat 633 Mann Besatzung. Er war 190t vom Stapel gelaufen und Ende 1905 in Dienst gestellt. DaS gesunkene Schiff war kein moderner Schlachtkreuzer, immer« hin ist sein Verlust wegen der erheblichen Zahl der ertrunkenen Mann» schaften sehr schmerzlich. Das Seegefecht bei garmouth. London, 4. November.(W. T. B.) Die„Times" melden: Ein Seekampf fand gestern bei Jarmouth, ganz dicht unter Englands Küste statt. Mehrere deutsche Kriegsschiffe kamen gestern früh auf der Höhe von Jarmouth in Sicht und eröffneten eine furchtbare Kanonade gegen die K ü st e. Von dem Kreuzer„ H a l c y o n", der leicht be- schädigt wurde, sind ein Mann schwer, vier oder fünf leicht verwundet. Außer dem Unterseeboot V 5, das wenige Stunde später auf eine Mine lief, sind noch zwei Dampfbarkassen auf Minen gestoßen und im Laufe von 20 Minuten gesunken. Die starken Detonationen riefen eine ungeheuere Aufregung in Jarmouth hervor, wo die Leute zum Strande stürzten, jedoch infolge Nebels nichts sehen konnten. Nur die Umrisse eines großen Schiffes mit vier Schornsteinen waren sichtbar. Einige Ge schösse fielen auf das Ufer in die Nähe der drahtlosen Station. Die meisten fielen jedoch in das Wasser. Vorkehrungen gegen eine Invasion. London, 4. November.(W. T. B.) DaS KriegSamt teilt mit, daß nichts in der gegenwärligen Lage die Annahme recht» fertige, daß eine Invasion wahrscheinlich sei oder be- vorstehe. Verschiedene BerteidigungSwerke. die im Vereinigten Königreich errichtet worden seien, bedeuteten nur not- wendige Vorsichtsmatzregeln, die jede Seemacht in KriegSzeiten ergreife. Die Behörde werde Weisungen erteilen. wenn der Feind eine Invasion versuchen würde. Drei öeutsche Kreuzer nehmen in Chile Vorräte ein. Santiago de Ehile, 3. November.(W. T. B.) Die beiden deutschen Panzerkreuzer„Scharnhorst" und„G n e i s e n a u" und der kleine Kreuzer„Nu r n b e r g" sind hier eingetroffen: nach- dem der deutsche Gesandte und der deutsche Konsul an Bord gewesen waren, nahmen die Schiffe Vorräte ein. Cin norwegischer Protest. Kopenhagen, 4. November.ind P er s ien nutz die von den Regierungen der beiden Staaten grundsätzlich schon angenommen sein sollen. Danach sollen beide Staaten ihre Dynastien und d�s Recht der souveränen Selbst- bestimmung in den Fragen der inneren Politik behalien. Der Kompetenz der Union soll nur das Gebiet der i U t e r u a t i o- nalen Beziehungen und der militärischen Organi- sation ulAerstchen. Auf diesen Gebieten soll die leitende Rolle der Türkei zufallen. In der interparlamentarischen Kommission, die diese Fragen regelt, soll die Türkei über zwei Drittel der Stimmen verfügen. Ferner soll für beide Länder ein gemein- samer Kriegsmini st er und ein gemeinsamer Minister des Aeußeren ernannt werden, und zwar soll dies durch den Sultan allein vorgenommen werden. Wenn diese.Union" der Wirklichkeit entspricht— und verschiedene Mitteilungen weisen in der Tat auf das Zustandekommen eines engen Bllndnisies zwischen der Türkei und Persien hin—, hat sich Persien freiwillig seiner Selbständigkeit entäußert und in ein Anhängsel der Türkei verwandelt. Allerdings konnte von einer „Selbständigkeit" PersicnS seit 1907 nur der Form»ach gesproÄcu werden. Löst aber Persien in der geschilderten Weise seine bis- herige Abhängigkeit von Rußland und England, so geht es frei- willig in der Türkei auf und überträgt der letzteren die Verteidi- gung seines Territoriums vor den Feinden im Norden und Süden. Cnglifthe Stimmen zum Krieg mit öer Türkei. Aus Amsterdam wird uns geschrieben: Den Engländern konnte das kriegerische Auftreten der Türkei ebensowenig überraschend kommen wie irgendeinem andern. Die englischen Staatsmänner rechneten vom Anfang des Krieges an mit der Möglichkeit des Anschlusses der Türkei an die zentraleuropäischeu Mächte, und die fortgesetzten Erzählungen der englischen Presse von Intrigen in Konstantinopel, Syrien und Aegypten haben auch das englische Volk längst auf diese Eventualität vorbereitet. Wenn die englische Regierung in den letzten Wochen so manche Rippenstöße von feiten der Türkei erduldet hat, ohne mit der ihr gegenüber üblichen Festigkeit aufzutreten, so ist das darauf zurückzuführen, daß sie einerseits noch immer hoffte, vielleicht noch jetzt hofft, die Türkei einzuschüchtern und den Krieg mit ihr vermeiden zu können, andererseits aber mit Rücksicht auf die Mohammedaner Aegyptens und Indiens alles daran setzen mußte, zu zeigen, daß die Türken den Konflikt mutwillig provozieren. Nun da dieser Konflikt unvermeidlich scheint, gibt man sich in London begreiflicherweise Mühe, ihn so ungefährlich wie möglich erscheinen zu lassen. Der türkische Vorstoß, so behauptet man in London, ist nur scheinbar gegen Rußland, in Wirklichkeit aber in erster Linie gegen England gerichtet. Nur wagen es E n v c r Pascha und seine Leute nicht, in dieser Frage offen Farbe zu bekennen, weil sie wüßten, daß ein Angriffskrieg gegen England bei vielen Türken unpopulär wäre. Jedenfalls aber könnten die Türken die Russen in Armenien und im Kaukasus während der Winiermoiiate nicht ernstlich beunruhigen, so daß den Türken nur ein Marsch gegen Aegypten bleibe. Diese Aussicht brauche aber den Engländern keine große Sorge zu machen. Der„Daily Telegraph" führt aus, daß eS den Türken zu einer erfolgreichen Offensive gegen Aegypten an allen» fehle. Sie können zwar in die Sinai-Halbinsel eindringen, aber wenn in Aegypten keine Insurrektion ausbreche, und dafür sei beizeiten ge- sorgt worden— dann würden sie nie den Suezkanal überschreiten. Ein paar englische Kanonenboote und die westlichen Suezbatterien würden sich die türkischen Heere, die keine schweren Belagerungs- geschütze besäßen, mit Leichtigkeit vom Leibe halten, wenn die türkische Erpedition nicht infolge der mangelhaften Kommissariats- organisation schon in den Wüsten der Sinai-Halbinsel zusammen- brechen sollte. Ferner hofft man aber in England auch darauf, daß da? gegenwärtige deutschfreundliche Regime in der Türkei alsbald durch einen S t a a t s st r e i ch gestürzt werden werde.„Eine ivo�l- gezielte Kugel gegen Enver Pascha"(!), meint der menschen- freundliche..Daily Telegraph", würde die ganze internationale Lage sofort umwälzen. Daß die türkische Regierung mit einer gefährlichen Opposition, die nur eine günstige Gelegenheit erspäht, zu rechnen hat, ist nicht zweifelhast, und die englischen Agenten sind wohl auch nicht müßig. Was die Wirkung des türkischen Eingriffs auf die Lage am Balkan anbetrifft, so heften die Engländer und Russen ihre Augen in erster Linie auf Bulgarien. Man gibt vor, einen Krieg Bulgariens gegen seinen.Befreier" Rußland und seinen.traditionellen Freund" England für undenkbar zu halten und unter- stützt diese Auffassung mit Aeußerungen ungenannter bul- garischer Diplomaten. In Wirklichkeit ist man über die Möglich« leiten der Balkansituation ernstlich besorgt und es werden verzweifelte Bemühungen gemacht, um Bulgarien in einen Krieg gegen die Türkei hineinzuhetzen. Wir haben Grund zu der Annahme, daß Rußland und vielleicht auch schon England bereits so weit gegangen sind, den Bulgaren als Preis ihrer Hilfe die Anwartschaft auf Konstantinopel in Aussicht zu stelle». In diesem Sinne sollen auch schon die jüngst in Bukarest von einem Jungtürken verwunderen Brüder Buxton am Balkan gewirkt haben. Auf dieser Grund- läge hoffte man die türkischen und deutschen Hoffnungen auf einen unversöhnlichen Streit zwischen Rußland und England um den Besitz der Dardanellen zu vereiteln und auch eine günstige Grundlag« zur Herstellung eines Bundes aller Balkanstaaten im Interesse des Drei- Verbandes zu schaffen. Der Petersburger Korrespondent der .Morning Post", der in engsten Beziehungen zu den russischen Macht- habern steht, verkündet eS heute ganz offen, wie man sich an der Newa und an der Themse die Liquidation nach dem Kriege denkt. Die Dardanellen und der K i e l k a n a l, die beiden engen Wasser« straßen, die den Engländern und Russen setzt so unbequem sind, sollen beim Friedensschluß ihren gegenwärtigen Besitzern entrissen und kleinen neutral zu erklärenden Staaten— das sind offenbar Dänemark und Bulgarien— in die Hände gegeben werden. Daß diese verlockenden Aussichten den Machtkitzel des Königs Ferdi- nand von Bulgarien wecken müssen, liegt auf der Hand. Auch darauf rechnet man in London mit ziemlicher Bestimmtheit, daß ein türkischer Borstoß gegen Aegypten und die Proklamierung des .heiligen Krieges" des Islam auch Italien, dessen lhbisch er B e s i tz. bedroht würde, gegen die Türkei— und damit auch gegen Oesterreich und Deutschland— auf den Plan rufen würde. Man wird bald sehen, ob diese Rechnung stimmt. veutfth-englisiher vernichtungs- kämpf. Herr Geheiinrat W i t t i n g, der frühere Oberbürger- meister von Posen und jetzige einflußreiche Bankdirektor, hat einem Mitarbeiter der New Aorker„Sun" der„National- Zeitung" zufolge folgendes gesagt: „Es ist ein Kampf auf Tod und Leben zwischen England und Deutschland, wenn nötig, ein Kampf bis zum letzten Mann. Wir verlangen keinen Pardon von England und werden keinen geben. England, und Eng- land allein, hat diesen Krieg heraufbeschworen, aus Habsucht und Neid, um Deutschland zu erdrücken. Sagen 2ie dem amerikanischen Volke, daß diese Worte nicht von einem Fanatiker kommen, sondern von einem kühl erwägenden Geschäftsmann, der die Gefühle seines Volkes kennt, und weiß, was in diesem Titanenkampf auf dem Spiel steht. Bei Gott, wie wir En g- land und die Engländer hassen, dieses Volk von Heuchlern und V c r b r cch e r n, die all das Blut über uns und die Welt gebracht haben! llnd warum? Weil sie ihren Niedergang empfanden und fürchteten, ihre Herrschaft über die Welt zu verlieren. Für Frankreich fühlen wir nur Mit- leid und Bedauern, der Haß gegen die Russen läßt nach, wogegen Haß und Verachtung gegen England bei Hoch und Niedrig immer schärfer zum Ausdruck kommen. Warnen Sic Amerika, es möchte sich nicht von Friedens- geschwätz irreführen lassen. Wir sind aufdrci Jahre vor- bereitet und zum Schluß wird es nur noch einen Kampf zwischen Teutschland und England geben. Die Engländer sind fest entschloffen, unser Vaterland zu vernichten. Wir haben die Herausforderung angenommen, und keine deutsche Regierung würde auch nur einen Augenblick geduldet werden. die einen von England diktierten Frieden eingehen würde. Tic Vernichtung von drei englischen Kreuzern durch ein einziges Unterseeboot ist nicht die einzige Ueberraschung, die den Eng- ländern zuteil tvird. Merken cie sich, was ich Ihnen sage: London wird angegriffen werden. Wir können noch drei Millionen ins Feld stellen und rechnen bestimmt auf den Sieg." Ter Mitarbeiter des„Tun" bemerkt hierzu, daß er durch die an Zorn grenzende Leidenschaftlichkeit, mit der Gehcimrat Dtitling sprach, aufs höchste betroffen war. W i r sind weniger betroffen, da wir die Stimmung in gewissen einflußreichen Kreisen kennen. Wir sind auch darüber nicht verwundert, daß Herr W i t t i n g sich nicht die Frage vorgelegt hat, ob dieses Bekenntnis gerade iu Amerika, wo die Sympathien zum größten Teil auf englischer Seite sind, für Deutschland nützlich wirken wird. Wir möchten nur bemerken, daß dieses Programm, von dem, mit dem der Krieg e r- öffnet wurde, einigermaßen abweicht, und sehr beachtenswert scheint uns die Bestätigung Herrn Wittings, daß der Haß gegen die Russen nachlasse. Wir wissen auch, daß Herr Witting— und nicht er allein— nach Kräften beinüht ist, für dieses Programm die maßgeben- den Stellen zu gewinnen. von öen Zivilgefangenen. Die„Politische Korrespondenz' meldet aus Wien: Das ö st e r- r e i ch i s ch e Ministerium dcS Aeußern hat durch Bermittelung der hiesigen spanischen Botschaft mit der russischen Regie- r u n g ein ll eberein kommen getroffen, dem zufolge den beiderseitigen Staatsangehörigen mit Ausnahme der Offiziere und weiter aller männlicher Personen im Alter von 17 bis 45 Jahren und der Verdächtigen die Rückkehr in die Heimat gesichert wurde. Laut Mitteilung der spanischen Bot- schaft hat die russische Regierung bereits den in Betracht kommenden Gouverneuren tclegraphische Weisungen zur Durchführung des er- wähnten UebereinkommenS bezüglich der österreichisch-ungarischen in Rußland internierten Staatsangehörigen erleilt. Die Engländer scheinen von ihrem System der„Kon- zentrationslager' vorderhand nicht abgehen zu wollen. Wie die gestrige Depesche des.Vorwärts' besagte, bat man jetzt auch in Kairo die dort befindlichen Deutschen und Oesterreicher interniert. Durch die Presse gehen gleichzeitig wieder Beschwerden über die schlechte Behandlung, die den Gefangenen dort zuteil wurde. Sie mögen hier und dort übertrieben sein, aber auch wenn man Zustände annimmt, wie wir sie nach den Berichten der„Times" dieser Tage wiedergaben. wird man protestieren müssen gegen eine so törichte, alle Bequemlichkeiten ent- ziehende Zusammensperrung der Deutschen aus lächer- lichcr Spionenfurcht. Wir haben uns gegen„Ver- geltungSmaßnahmen" an den in Deutschland ansässigen Engländern gewandt, aber um so mehr Berechtigung haben wir, das Verlangen zu stellen, daß auch jene ganz unuölige FreiheitS. beraubung der Deutschen im Auslande aufhört. Wir weisen alle Verallgeineinerungen und Aufbauschungen über die schlechte BeHand- lung der iniernierien Deutschen in England zurück, aber um so mehr Recht und Pflicht haben wir, festzustclleu, daß auch das, was bleibt, einer Kullmnation nicht würdig und scharf zu verurteilen iit. Wir möchten wünschen, daß es den d i p l o m a t i s che n Vor« tz, e l l u n g e n der Regierung und den Protesten der in 'Deutschland wohnenden Briten gelingt, das LoS der Dcillschen in England und seinem Kolonialreich baldigst zu er- leichtern.__ das italienische Ministerium. .zsioiu,-i. November.(W.T.B.) Durch königliches Dekret voift heutigen Tag- ist S a l a n d r a mit der Bildung des neuen Kabinetts betraut worden. Wie die„Agenzia Stefam" aus zuverlässiger Quelle er- sähst, wird sich daS neue Kabinett folgendermaßen zusammensetzen: S a I a n d r a: Vorsitz und Inneres; S o n n i n o: Sleiißeres; Martini: Kolonien; Orlando: Justiz; Carean o: Schatz; D a neo: Finanzen; Ciuffelli: Oeffentliche Arbeiten: G r i p p o: Unterricht: C a v a s o l a: Ackerhau: Zu p P e l l i: Krieg; V i a l e: Marine; R i c c i o: Post. Die Mimster werden heute nachmittag vereidigt werden. Rückkehr üer deutschen aus Zrantreich. Singen(Baden), 5. November.(T. II.) Bon den in Frankreich internierten Deutschen ist gestern eine größere Abteilung (etwa 200 Personen) aus Genf kommend, hier eingetroffen, nachdem schon vorgestern zwei kleinere Trupps Singen passiert haben. Von hier aus wird die Verteilung auf die Bundesstaaten, denen die Flüchtlinge angehören, erfolgen. Die gestern durchgekommenen Personen sühren über ihren Aufenthalt in Frankreich keine Klage. der Prozeß wegen sozialüemokratischer Agitation gegen öen Krieg. Vor dem Moskauer Bezirksgericht sand dieser Tage, bei geschlosienen Türen, ein Prozeß gegen den Studenten der Peters- burger Universität A. S o l tz, der ons der sibirischen Verbannung geflüchiet war, gegen den Rechtsanwalt Pachmann und den erb- lichen Ehrenbürger S a w a r s i n statt. Die Angeklagten wurden beschuldigt, als leitende Instanz der Moskauer sozialdemo- kratischen Bezirksorganisation kurz nach Ausbruch de? Krieges ein Flugblatt mit einem Protest gegen den Krieg herausgegeben zu haben. Die beiden erstgenannten Angeklagten wurden zu je zwei Jahren und der letzte zu einem Jahre Festungshaft verurteilt. die Norüseesperre. Kristiania, 4. November.(W. T. B.)„Morgen- b l a d e t" schreibt über die durch England angekündigte Sperre der Nordsee: Heute ist die Meldung eingetroffen, England habe die Nordsee von Island bis Schott- land gesperrt. Ein Kommentar ist überflüssig. Es ist dies ein unerhörter Ucbergriff gegen das internationale Völkerrecht und die Rücksichts- losigkeit gegenüber den neutralen Mächten ist auffallend und in die Augen springend. Der Schaden scheint im sonder- barsten Mißverhältnis zu den Vorteilen zu stehen, die England dadurch erreicht. Wir erfahren, daß die englische Regierung den interessierten Ländern vorher nichts mitgeteilt und nicht untersucht hat, wie die Sperrung von der Negierung aufgefaßt würde, deren vitalste Jntcr- essen sie berührt. Wir fragen, ob nicht bald der Zeit- Punkt gekommen ist, wo ein gemeinsames Auftreten der neutralen Mächte angebracht wäre. Auf die Stinime der kleinen Länder hört niemand. Amerika ist auch neutral. Der Neutralitütsbcgriff existiert nicht mehr, wenn jeder Uebcrgrifi der kriegführenden Mächte schweigend ge- duldet wird. Die erste Wirkung war, daß die Kriegsversiche- rung erhöht wurde. (Wiederholt, weil nur in einem Teil der gestrigen Auflage.) Eroberungsgelöer. Berlin, 4. November. Garde-Äeg.-, Garde-Grcn.-Reg. Elisabeth: S. Garde- Reg.: Lehr-Jnf.-Reg.; Gren.-Reg. Nr. 2; Rcf.-Ers.-Beg. Nr. 2; Gren.-Reg. Nr. 3; Landw.-Znf.-Reg. Nr. 3; Gren.-Reg. Nr. t; Landw.-Jnf.-Reg. Nr. 4; Gren.-Reg. Nr. 6; Brig.-Ers.-Vat. Nr. 5; Gren.-Reg. Nr. 6; Res.-Inf.-Reg. Nr. 6; Brig.-Srs.-Bat. Nr. 6; Gren.-Reg. Nr. 7; Res.-Inf.-Reg. Nr. 7; Leib-Gren.-Reg. Nr. 8; Landw.-Zns.-Reg. Nr. 8; Brig.-Ers.-Bat. Nr. 8; Gren.-Reg. Nr. 9; Brig.-Ers.-Bat. Nr. 9; Gren.-Reg. Nr. 10; Res.-Ins.-Reg. Nr. 10; Brig.-Ers.-Bat. Nr. 10; Gren.-Reg Nr. 11; Res.- und Landw.-Jnf.- Reg. Nr. 11; Brig.-Ers.-Bat. Nr. 11; Gren.-Reg. Nr. 12; Brig.- Eri.-Bat. Nr. 12; Ins.-, Res.-Ins.- und Landto.-�nf.-Reg. Nr. 13; Rei.-Brig.-Ers.-Bat. Nr. 13, siehe Res.-Ers.-Reg. Nr. 2; Jnf.-Rcg. Nr. 14; Brig.-Ers.-Bat. Nr. 14; Jnf.-Reg. Nr. IS; Landw.-Jnf.- Reg. Nr. 16; Ins.- und Res.-Znf.-Reg. Nr. 17; Brig.-Ers.-Bat. Nr. 17, siehe Landw.-Jnf.-Reg. Nr. 23; Res.- und Landw.-Jns.-Reg. Nr. 13; Ins.- und Landw.-Jnf.-Reg. Nr. 20; Ins.- und Landw.- Jns.-Reg. Nr. 22; Ins.- und Landw.-Jnf.-Reg. Nr. 23; Brig.-Ers.- Bat. Nr" 23; Ins.-. Res.-Ins.- und Landw.-Jns.-Reg. Nr. 24; Res.- Jnf.-Reg. Nr. 25; Brig.-Ers.-Bat. Nr. 25; Landw.-Jns.-Reg. Nr. 26; Brig.-Ers.-Bat. Nr. 26; Jnf.-Reg. Nr. 27; Res.-Inf.-Reg. Nr. 28; Brig.-Ers.-Bat. Nr. 28; Jnf.-Reg. Nr. 30; Res.-Jnf.-Rcgimenter Nr. 31. 32. 34; Landw.-Jns.-Reg. Nr. 34; Füs.- und Landw.-Jnf.- Reg. Nr. 36; Brig.-Ers.-Bat. Nr. 38; Jnf.-Reg. Nr. 42; Brig.- Ers.-Bat. Nr. 42; Jnf.-Regimenter Nr. 13, 44; Brig.-Ers.-Bat. Nr. 44; Jns.-Regimentcr Nr. IS. 46; Res.-Jnf.-Regimenter Nr. 46, 49; Jnf.-Reg. Nr. 51; Res.- und Landw.-Jns.-Reg. Nr. 52; Res.-Inf.-Reg. Nr. 53; Brig.-Ers.-Bat. Nr. 55; Jnf.-Regimenter Nr. 57, 58;'Res.-Inf.-Reg. Nr. 59; Jnf.-Regimenter Nr. 60, 62. 63, 67; Res.-Ins.-Reg. Nr. 68; Ins.- und Res.-Inf.-Reg. Nr. 69; Jnf.-Reg. Nr. 70; Landw.-Jnjs.-Reg. Nr. 73; Jnf.-Regimentor Nr. 74, 76; Brig.-Ers.-Bat. Nr. 76; Jnf.-Reg. Nr. 77; Brig.-Ers.- Bat. Nr. 78; Füs.-Rey. Nr. 80; Brig.-Ers.-Bat. Nr. 81; Ins.- und Res.-Inf.-Reg. Nr. 87; Füs.-Reg. Nr. 90; Jnf.-Regimenter Nr. 91. 92; Landw.-Jnf.-Reg. Nr. 109; Res.-Ins.-Reg. Nr. III; Landw.- Jnf.-Reg Nr. 116; Res.-Ins.-Reg. Nr. 118; Jnf.-Reg. Nr. 128; Res.-Ins.-Reg. Nr. 130; Jnf.-Regimenter Nr. 135, 137, 141, 143, 144, 145, 147, 153, 154, 158. Landsturm-Bataillone Ncuß und Nienburg; Jäger-Bat. Nr. 14; Aestungs-Maschincngcwchr-Abt. Nr. 1_ Leib-Garde-Sus.-Reg.- Leib-Kür.-Reg. Nr. 1; Schweres Ref.- Reiter-Reg. Nr. 1; Drag.-Reg. Nr. 17; Hus.-Regimenter Nr. 11, 16; Ulanen-Reg. Nr. 1; Res.-IIlanen-Reg. Nr. 14; 2. Landw.-Esk. des 1. Armeekorps; 1. Landw.-Esk. des 7. Armeekorps. 1. und 2. Garde-Feldart.-Rcg.; Feldart.-Rcgimcnter Nr. 2, 3; Res.-Feldart.-Rcg. Nr. 3; Feldart.-Regimenter Nr. 15, 17; Res.- Feldart.-Rcgimenter Nr. 21, 45; Feldart.-Regimenter Nr. 46, 66; Landw.-Art.-Reg. der Division v. Einem; Landw.-Feldart.-Abt., Königsberg i. Pr. 2. Garde-Fußart.-Reg.; Res.-Fußart.-Regimenter Nr. 1, 2; Fußart.-Regimenter Nr. 3. 4. 8; Res.-Fußart.-Reg. Nr. 8; Fußart.- Reg. Nr. 10; Res.-Fußart.-Regimenter Nr. 13, 14, 15; Fußart.- Reg. Nr. 18. Pion.-Bat. Nr. 2; 1. und 2 Pion.-'Bat. Nr. 3; 1. und 2. Pion.- Bat. Nr. 4; Pion.-Bat. Nr. 5; 2. Pion.-Bat. Nr. 6; Pion.-Bat. Nr. 8; 2. Pien.-Bat. Nr. 9; Pion.-Bataillone Nr. 10, 14; 1. und 2. Pion.-Bat. Nr. 15; Pion.-Bat. Nr. 17, 21, 26; 2. Pion.-Bat. Nr. 27; Pion.-Bat. Nr. 30. Krastwagen-Kolonnen. 2. Munitionskolonnen-Abt. des 6. Armeekorps. Freiwillige Sanitätskolonne des 17. Armeekorps. Garnisonlazarett I, Berlin; Etappen-Fuhrpark-Kolonne Nr. 27. ** « Die bayerische Verlustliste Nr. 42 bringt Verluste des 14. Jnf.-Reg., Nürnberg. Die württcmbergische Verlustliste Nr. 51 enthält Ver- luste der Jnf.-Regimenter Nr. 124, 125 und 180; des Drag.-Reg. Nr. 25; des Ulanen-Reg. Nr. 20; des Feldart.-Reg. Nr. 49 und der 2. MunitionSkolonnen-Abt. Mus öer Partei. Urteile. Wir lesen in der„Chemnitzer B o l k s st i m m e": „Elberielder Presse',„Bremer Bürgerzeitung' und„Vorwärts" leisten sich einen dummdreisten Angriff auf die „Volksstimme' auS Anlaß unseres ihnen aus irgendeinem Grunde unangenehmen st) AbonnentenzuwachseS. Sie bedienen sich dabei einer plumpen Fälschung des Gedankenganges, den wir in unserem Artikel über„Die Aufgaben der Parteipreffe während des Krieges' entwickelt haben. Achtung bor der Partei und Mitleid mit der Redaktion des„Vorwärts' und dem„leitenden" Redakteur der„Bremer Bürgerzeitung" verhindern uns, schon jetzt ausführlicher darzulegen, mit welchem Recht gerade sie über Wahrung der Würde der Parteipresse urteilen." Die„Deutsche Tageszeitung" schreibt: „WaS uns zu besonderer Freude gereicht, ist das Verhalten einiger sozialdemokratischer Blätter�, das wir auch an dieser Stelle rühmend hervorheben möchten. So schreibt die„Chemnitzer Volk? stimme": „Die Sache unserer Brüder im Felde ist unsere Sache. Wir dürfen keine Zeile schieiben, die ihre harte und blutige Arbeit erschwert oder verlängert... Damil wir in Sicherheit leben können, opfern sie sich. Wer nicht jeden Artikel und jede Zeile daraufhin prüft, ob er vor unseren Eenosien im Felde bestehen kann, hat seine Pflicht während des Krieges noch nickt erfaßt. Aus diesem Grundsatz folgt onmiitelbar unsere Anerkennung des Burgfriedens. Jeder innere Streit im Lande ist eine Hoffnung der Feinde. Wir stehen unbedingt zu dem Satz, den Scveidemann nach Amerika schrieb:„In der jetzigen Kriegszeit ist das ganze deutsche Volk einig.' Die Partei- presie hat nicht das Recht, von dieier Gesamtpolitik der Partei abzuweichen.... DaS Geschrei über die Zensur, hinter dem sich vielfach der Mangel an sester Stellungnahme zum Kriegsproblem verbirgt, bilft unter Deutschlands Feinden die Lüge verbreiten, als sei Deutschland ein aweites Rußland. Wer ernsthast- glaubt. unter der jetzigen Militärzensur nicht nach seiner Gesinnung schreiben zu können, der lege die Feder aus der Hand und schweige.' „DaS sind Worte.' fügt die„Deutsche Tageszeitung" hinzu. „die wir ohne jeden Vorbehalt unterschreiben können." Erkrankung des Genossen Segitz. Von einem Unfall betroffen wurde Montag nachts in Würz bürg Rcichstagsabgeordneter Genosse M a r t> n Segitz auS Nürnberg. Segitz hatte dort am Äbcnd in einer Partei-- Versammlung über die„bevorstchenden Gemeindewahlen" gesprochen. DeS NachtS in seinem Hotel überkam ihn cin alteS Leiden, da§ seine Ueberfübrung ins Krankenhaus notwendig machte, wo er im Laufe dcS DienSlag operiert wurde. Die Operation ist gut verlausen; wenn keine Rückschläge eintreten, dürfte unser Genosse das Kranken- lager bald wieder verlassen können. Verkaufe. SozialdEiiiokratisElier Watilverein 1.1 6. Oerl. Relctdagswaltreis, 14. Abi. Bez. 699. Nachruf. Am Freitag, den 30. C tober, verstarb unser Genosse, derSchlosser Ernst Schulz Daldstr. 26. Ehre seinem Zlndenken k Die Beerdigung hat am DicnS- tag, den 3. November, statt- gesunden. 232/42 Nci- Vorstand. 21. Abt. Bez. 769. Am Mittwoch, den 4. November. oerslarb unser Genosse, der de- schästskutscher Albert Neumann Luxemburger Str. 6. Ehre seinem Andenke»'s Die Beerdigung sindct am Sonnabend, den 7. November. nachmittags 2'/, Uhr, aus dem Nazarclh-Kirchhos in Reintckcn- dorj, Kögelstrage 8. statt. Um rege Beteiligung ersucht vor Vorstand. VeMlUade-ii.Aaalzai'Ii. Filiale Groß- Berlin. Unseren Mitgliedern zur Nach- richt, daß der Kollege Franz Scheminowski von der Berliner städt. Straßen- relmgüng, gestorben ist. Die Beerdigung findet am Freitag, den 6. November, nach- mittags 4'/, Uhr. von der Leichen- Halle des Heiligtreuz-Kirchhoses in Mnricndors, Eiscnachcr Straße, aus statt. VaeKrn k. Ferner den Mitgliedern zur Nacht icht, daß der Kollege Paul Zuleger welcher in der 25. Revier-In- speklion der städt. Gaswerke bc- jchäftigt war, gestorben ist. Aus dem Schlachtsclde siel der Kollege KernKard Linke von der städt. Straßcnreinigung. Wir werden ibnen cin ehrendes ?lttdcntcn bewahren. Die OrtsverwaUung. Am Mittwoch nacht entlchlies nach kurzem, schiocrem Leiden unter lieber Kollege Hermann ßliss. Tie Kollegen des Wein-Grotz- Hauses F-onln Rex. Beerdigung Sonnabend nachm. 3 Uhr von der Leichenballc des zweiten Schöncbcrgcr städtischen FriedhosS(Blanke"Hölle), Eyth- ttrafic, auS. W7b Vei'daullllei'Mei'u.k'lii'teieMei' Qrrsverwaliung Berlin. Ten Kollegen hiermit zur Nach- licht, daß inner Mitglied, der Kollege Hennaim Bansemier in der Schlacht nn Orten am ■2. August ge'allen ist. Ehre seinem Zlndenkeu: 137/11 Tie Ortsverwaltung. Hännerebor 1 Transportarbeiter (M. d. D. A.-S.-B.). � Am 23. Oktober fiel aus dem Schlachtsclde in Belgien unser SangeSbruder PriedricK Korsch. Er war uns eüi lieber, treuer und pflichtbewußter Sanges- bruder. Wir loerden ihm cin dauerndes, ehtendes Andenten bewahren. 66/14 Der Borstand. Allen Freunden und Bekannten zur Nachricht, daß erst jetzt die traurige Kunde bestätigt ist, dag mein lieber Mann, der liebevolle Vater seines Sohnes, unser lieber Schwiegersohn und Schwager. der Tischler 120A Otto 2si6lvr infolge LungcnschusseZ beim Gelechl tm HilsSIazarclt II zu Königs. berg im blühenden Alter von 26 Jahren am 22. August ver» starben ist. In tiefer Trauer Frau Martha Zeidler geb. Grirger nebst Kind. Familie Grieger Pcstalozztstr. 35. Allzufrüh und fern der Heimat fiel am 26. Oktober auf dem Schlachtfelde im Osten mein beiß- grlicbter unvergeßlicher Gatte, meiner Kinder liebevoller treu sorgender Vater, der Schlosser Erich Wecking im blühenden Alter von 33 Jahren. In unermeßlichem Schmerze verbleiben die tiejtrauernde Gattin Tora Weding nebst Kindern imd Angebörigeu. 39<)b Tegel, 6. November 1814. OemseberKetaliarbetter-Yerbaiiil Verwaltunpsitelle Berlin. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Schlosser Georg Bode Tbaerstiage 14, an Bluterkrankung gestorben ist. Ehre seinem Andeuten! Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 7. November, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des St. Markus- Kirchbojs in WilbelmSberg-Hohen. Schönhauien aus statt. Rege Beteiligung erwartet 127/9 Die Ortsvcrwaltung. 10 Zentral- Verband der Bötleher, WeiskülerD.i!sarbeit.Beutseb!. Filiale Berlin. Nachruf. Den Mitglieder» zur Nachricht, daß unser braver Kollege, der Böttcher 2-211 Max Anders in den Kämpfen in Rußland am 6. Okober gefallen ist. Ein ebreudes Andenken be- wahrt ihm die Filiale Berlin. Ben MMn milem not im MMilM gel«« SkWllkil! Am 9. September fiel bei den Kämpjen im Osten 232/13 Paul Grieswald Metallarbeiter. Bastianstr. 6a. Am 6. Oktober fiel in einer Schlacht im Osten Max Anders Böttcher, Rügener Straße 22. Abt. 3, Bez. 599 Bezlelileinokr. Wahlveroin I. d. 6. Berliner Relchstagswahlkr. In Belgien fiel am 23. Oktober der Kasienbole 10/1 j Friedrich Korsch. Sozialdernokr. Wahlverein Niederbarnim. Bez. Lichtenberg Fern von der Heimal. an der belgischen Küste, fand den Helden- tod infolge eines KopsschuiseS mein über alles geliebter Mann. unler treusorgender Vater, Bruder, Schwager und Onkel, der Webr- mann 389b Otto HsnscHick im 33. LebenSj-ihre. DieS zeigt ttesbetrübt an itan» Hanschick geb. htchröder, Berlin N, Bornbolmer Str. 17. ReukersWerke ■ 3 03»»« i atoit■ Buchhandlung vorwärts Danksagung. Für die Teilnahme beim Hm- scheiden unteres Neben Bruders Paul Kaulfürst sagen wir den Kollegen der All- gemeinen LrtSkrankenkafie. sowie leinen Freunden im Nnmeit aller Angehörigen unseren besten Dank. Gkbrvdrr KanlfürS. Zu Zielen ßlnnhen - Die- Wochenschrift für Arbeitersamillen Wöchentlich 1 Heft für lv Pf. Verband der Sehneider, Sehneiderinnen und Väsehearbeiter fientsehlands. Sebastianstraße 37/38. Filiale Berlin. Tel. Amt Moritzpl. 9737. Sonntaq, den 8. November, vormittag» 10 Uhr, im Elqsinm, Landsberger Alle« 40/41: NU" Versammlung;"WE der Berliner Herrenkonfettionsfchneider Tagesordnung: Die gegenwärtigen Lohn und ArbeitSverhältniffe in der Berliner Herrenkonfektion. Referent: Kollege Kurue. Wir bitten, zu dieser Versammlung zahlreich und pünktlich zu erscheinen. 164/17 Die Kommlaaion. Wir suchen per sosori 118/15* tüchtige Messingklempner, auch einen Meister sür Weitzblechwaren. FraoltODia AktiEtpellsebaft m. Albert Frank Belerfeld 1. Sa. 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Redakt.: Alfred Wielepp, ReukölliuLnserat-ntei�era� Th!Gwcke�rIt�Vruck�verws?So�auz�ichd??BerIagKamt�Paul Singer Lc Co., Berlin S>V, Hierzu 1 Beilage«, UnterhaltungSbl. Nr. 301 31. löbrgimg. ötilw des Jnmätts" Setlinct WlksdlÄ Freitag. 6 November 1914. Wer Hilst öen Zrauen üer Krieger unö öer /lrbeitslofen! lautete wiederum das Thema zweier vom sechsten Wahlkreis ein- berufener öffentlicher Frauenveriammlungen. Auch diesmal waren die Frauen und Mädchen in Scharen erschienen, ein sicheres Zeichen dafür, wie nahe ihnen die behandelten Fragen gehem Genossin Klara W e y l hatte denn auch ein aufmerksames Auditorium, als � sie im großen Saale der„Phanissäle" in großzügiger Weise die durch die Kriegslage geschaffene Not der vielen arbeiiSlosen Frauen und Mädchen sowie der Angehörigen der Krieger besprach. Mehr wie einmal wurden ihre Aus- führungen aus der Mitle der Versammlung heraus spontan bestätigt. AuS ihrer Täligkeit konnte sie Beispiele anführen, die die Lage der Arbeiterfrauen und-Mädcben treffend illustrierten. Mit Recht wies Rednerin auf die Tatsache hin, daß die Arbeitslosigkeit die lveib- lichen Elemente weit schlimmer trifft als die Männer. Sie erinnerte auch daran, wie wir in den Parlamenten immer und immer wieder eine Arbeitslosenunterstützung gefordert hätten, wie man dieselbe aber jedesmal hinausgeschoben habe. Nunmehr habe sich deren Ein- führung als unumgänglich notwendig erwiesen— Not lehre auch denken. Die Arbeitslosenunterstützung werde nicht mehr aus der Geschichte Berlins ven'chwinden. Sie wies u. a. auch auf den Vorteil hin, den die Organisierten in dieser Zeit haben und schloß hieran den Wunsch, daß im Frieden sich dann jeder Angehörige der Arbciterklasie auf die Pflicht, sich zu organisieren, besinnen werde. Sicherlich sind die warmherzigen Worte der Rcferentin auf fruchtbaren Boden gefallen. Der starke Beifall sprach dafür. In den„Milasälen" drängte sich Kopf an Kopf, es waren fast nur Frauen im Saal, an die sich Genossin Luise Zieh mir Tcmverament und Wärme wandte. Eindringlich wies sie ans die Pflichteil hin. die die Gemeinschaft den Arbeitslosen wie den An- gehörigen der Krieger gegenüber hat. Die Bedürftigen hätten durch- au« ein soziales Recht auf die Unterstützungeii, die sie in Anspruch nähmen. Der Pflicht, die die Männer im Kriege erfüllen, stehe die Pflicht der Frauen gegenüber, in und außerhalb der Häuslichkeit auch für Menschlichkeit zu wirken. Sie sollen auch ihren Kindern sagen, daß auch die Krieger anderer Nationen für ein Baterland kämpfen, daß auch der feindliche Kriegsmann zu Hause eine Mutter hat, die mit bebenden Lippen nach ihrem Sohne srägt, oder eine Familie und daß auch seine Kinder naib dem Vater jammern. Pflicht der Hinterbliebenen sei eS serner, die Organisationen zu stärken und für die Presse zu agitieren, das sei die schönste Freude, die sie den zurückkehrenden Kriegern bereiten könnten. Die sozialistischen Ideale, die sie in Herz und Hirn trügen, würden ihnen auch schon die Kraft verleihen, dieses Werk zu vollbringen. (Großer Beifall.)_ /to« Groß-öerlin. Die Schulspeisung unü üer Krieg. Im Jahre 1907 beschlossen die städtischen Behörden die Speisung der schulpflichtigen Kinder, die ihrer bedürftig sind. Dieser Beschluß erfolgte auf wiederholten Antrag der sozial- demokratischen Stadwerordnctcnfraktion, die den Grundsaß aufstellte, daß es im Interesse eines gedeihlichen Schulunter- richts liege, wenn die am Unterricht teilnehmenden Kinder auch körperlich in der Lage sind, den Unterricht in sich auf- nehmen zu können. Wohl hatten schon vor dieser Zeit arme Kinder aus Vereiusmitteln ein Frühstück erhalten, und auch warmes Mittagessen war einer Anzahl von dem von der Stadt subventionierten Verein für Kindervolksküchen gegeben worden, aber eine systematische Schulspeisung war das nicht. Diese trat erst nach Annahme des sozialdemokratischen An- träges ein, wenn auch zunächst sehr unzulänglich. Es zeigte sich, daß die Zahl der hungernden Schulkinder größer war, als man in Magistratskreisen annahm, und die städtischen Behörden mußten fortgeseßk zur Hergabe größerer Mittel für diesen Zweck genötigt werden. ) Es wurde die Einrichtung getroffen, daß der Antrag auf Freispeisung, die in der Lieferung eines warmen Mittag- brotes bestand, an den Rektor der Schule gerichtet werden sollte und daß nach Prüfung der Bedürftigkeit die zu speisen- den Kinder dem Verein für Kindervolksküchen überwiesen wurden. Leider wurde die ganz unangebrachte Bestimmung beschlossen, daß die Prüfung der Anträge den Armenkom- Missionen übertragen wurde, obwohl die Gewährung der Freispeisung keine Armenunterstützung darstellt. Dieser Zustand ist ganz unhaltbar, da die Schulspeisung eine Schulfrage ist und mit der Armcnverwaltung nicht das mindeste zu tun hat. Bis auf den heutigen Tag ist diese Bestimmung leider nicht aufgegeben worden. Es ist das eine Engherzigkeit des Magistrats, die ganz unverständ- lich ist. Jeder mit den Verhältnissen Vertraute weiß, daß die Lehrer, die tagtäglich mit den Schülern zusammen sind, sowie die Rektoren die Notwendigkeit, ob Schulspeisung erforderlich ist, am allerbesten beurteilen können, und es müßte voll- ständig genügen, wenn den Rektoren die Entscheidung über die Gewährung der Freispeisung übertragen würde. Wir haben schon manche Rektoren in dieser Sache gesprochen und von allen gehört, daß sie ganz unserer Meinung sind, lieber- flüssig ist auch der heute noch den Eltern vorgelegte Revers, in dem sie ihre Bereitwilligkeit erklären sollen, die Kosten für die gewährte Schulspeisung zurückzuzahlen, wenn sie dazu in der Lage sind. Und wenn jemals, so sollte der Magistrat in jetziger Zeit von allen überflüssigen Maßnahmen Abstand nehmen, die dahin gehen, die ärmere Bevölkerung von der Inanspruchnahme der Schulspeisung abzuschrecken. Wenn auch weite Kreise ivisscn� daß alles das nicht so gemeint ist, wie es aussieht, so sind doch diese Bestimmungen überflüssig. Sollten wirklich einige Kinder mehr Freispeisung erhalten, so macht das nichts aus. Mit dem Verein für Kindervolksküchcn ist vereinbart, daß die Stadt für jede Portion Essen zahlt. Während früher pro Portion 10 Pf. vereinbart war, wird seit zwei Jahren für die Portion 12 Pf. gezahlt. Die für die Schulspeisung aufgewendeten Mittel haben sich von Jahr zu Jahr erhöht, und der diesjährige Etat enthält die Summe von 220 000 M. für diesen an sich guten Zweck. Der Krieg hat aber auch auf die Schulspeisung stark ein- gewirkt. Während im August 1913 an Schulkindern 128 432 Portionen Mittagessen verabreicht wurden, belief sich die Portionenzahl im August 1914 auf über 231 000, ist also um das Doppelte gestiegen. Im September dieses Jahres stieg die Portionenzahl sogar auf über 374 000, überstieg also den ersten Kriegsnionat mn das Toppelte, während im September vorigen Jahres 144 000 Portionen verabreicht wurden. Die Zahl der Schulkinder, die gespeist wurden, betrug am Anfang August 7884, war am Ende auf 21 497 gestiegen: sie stieg weiter bis Ende September auf 26 700. Diese Zahlen lassen einen Schluß auf die Notlage weiter Kreise unserer Mit- bürger zu. Sie beweisen aber auch, daß die für normale Zeiten berechneten etatsmäßigen Mittel auch nicht entfernt ausreichen, das Bedürfnis zu decken. Die vorhandenen Mittel sind bereits bis auf 34 000 M. aufgebraucht, die nicht einmal zur Bestreitung der für den Monat Oktober zu bezahlenden Portionen ausreichen. So wirkt der Krieg auf alle Gebiete der städtischen Verwaltung. Die Deputation für Schul- speisung beschloß in ihrer gestrigen Sitzung, beim Magistrat die Bewilligung der Mittel zur Fortführung der Schul- speisung zu beantragen. Die Höhe der Summe dürfte auf etwa 400 000 M. bis April zu schätzen sein, sicher ist sie nicht festzustellen. Was die Oualität sowie die Ouantität des an die Kinder verabreichten Essens in den Kindervolksküchen betrifft, so sind in letzter Zeit besonders häufig Klagen an die Deputation für Schulspeisung gelangt. Soweit es sich um Fälle von ver- dorbenem Fleisch handelt, soll die Wiederholung durch eine vom Verein für Kindervolksküchen in der Spichernstraße ein- gerichtete Fleischzentrale unter fachmännischer Aufsicht vor- gebeugt werden. Ferner soll nach einem Magistratsbcschluß ein ehrenamt- licher Aufsichtsdienst über die mit städtischen Mitteln ein- gerichteten Speisegelegenheiten durch Frauen aus der städti- schen Verwaltung geschaffen werden. Zu diesem Zwecke werden den Frauen auch bestimmte Kindervolksküchen zur Inspizierung überwiesen; ein Recht, Anordnungen zu treffen, haben die Damen aber nicht. Unseren Standpunkt zur Frage der Schulspeisung haben wir seit Jahren dargelegt. Wir meinen, es sei Sache der Stadt, die Schulspeisung selber auszuführen. Wir verkennen aber nicht, daß der Verein für Kindervolksküchen auf diesem Gebiete vieles geleistet und sich um die Schulspeisung trotz mancher Mängel sehr verdient gemacht hat. Behandlung von grauen Einberufener. Es sollte eine Selbstverständlichkeit sein, daß das Publikum von staatlichen oder städlischen Behörden anständig behandelt wird. Leider ist auf diesem Gebiete noch vieles zu wünschen. Das aber hätte man sicher erwarten können, daß die Frauen Einberufener bei Abhebung ihrer ohnehin kärglichen Unterstützung nicht auch noch Schwierigkeiten haben und obedrein recht ungebührlich behandelt werden. Aber auch in diesem Falle scheinen schwere Mängel vorhanden zu sein. In der.Morgenpost' vom 1. November schildert eine Frau ihre Erlebnisse auf dem Steueramt am Richardplatz in Neukölln also: .Mit uns Frauen von den Einberufenen wird bei der Er- Hebung der Kriegsunterstützung mitunter übel umgegangen. Kommt man morgens reckt pünkllich auf das Amt am Richardplatz 13 zu Neukölln, stehen schon weit über hundert Frauen im kalten Haus- flur, beide Tore weit offen, bis auf den Hof hinaus. Dann dürfen ganz langsam, schubweise, ungefähr zwölf Frauen auf einmal in das für diesen Zweck viel zu kleine Steuerbureau, wo wir nach einer weiteren Viertelstunde das Geld bekonimen. Am 2. Oktober kam ick nun 12� Uhr hin, und ich wurde angefahren, ich solle ein anderes Mal fniher kommen, um 12'/s Uhr sei Schluß. Als ich nun am 17. Oktober um II8/« Uhr hinkomme, stehen wieder noch ungefähr 20 Frauen auf dem Flur, und wie eine halbe Stunde vorüber war, kam der Herr Vorsteher heraus mit dem herrischen Bescheid:„Es gibt nichts mehr, kommen Sie am Mon- tag wieder I" Wir rührten uns aber nicht von der Stelle, weil eben die meisten Frauen keinen Pfennig mehr hatten(eine Frau erklärte, sie hätte statt Morgenkaffee nichts, weiter als einen Schluck Wasser genossen), und wir konnten doch nicht bis Montag hungern. Wenn man mit täglich 1,3S M. sich und zwei große Kinder be- köstigen, Schuhzeug instand halten und was sonst an Allernötigstcm im Haushalt fehlt, bestreiten soll, kann man unmöglich noch zwei Tage länger reichen. Nach einer Weile kam das Fräulein heraus und bedeutete uns, nach Hause zu gehen mit den Worten: „Geld ist wohl noch da, aber wir wollen schließen'. Viele Frauen waren schon das dritte Mal da und selbstverständlich empört, daß sie wieder abgewiesen wurden. Auf die erregten Reden der Frauen ineinte das Fräulein recht spitz:.Na. regen Sie sich»na»«ich uff!' Als wir nun glücklich hineingekonnneu waren, erlebten wir noch häßlichere Szenen. Die Herren weigerten sich, uns abzufertigen; zwei Frauen baten den Vorsteher, er möge ihnen doch etwas geben, weil sie für die Kinder nickts zu essen hätten. Da sckrie er ihnen ins Gesicht, das ginge ihn gar nickts an; so maßlos wütend war der gebildete Herr. Sind wir denn Verbrecher, daß wir uns so behandeln lassen müssen? Sind wir nicht schon chari genug betroffen, datz wir unsere Männer hingeben müssen, um auch diesen Herren Haus und Herd zu schützen?' Ich dächte, sie könnten froh sein, daß sie nicht draußen im Felde in der Külte liegen müssen. Gerade sie hätt-n die Pflicht, uns in dieser schweren Zeit doppelt höflich zu kommen, aber sie wissen ja nicht, wie Hunger tut und wie uns überhaupt zumute ist.' Bis heute ist auf diese Vorstellung eine Aeußerung nicht er- folgt. Wenn nur ein Teil der Angaben stimmt, so ist das ein Be- y\m öen kämpfen in Ostpreußen. Folgender Feldpostbrief eines Berliner Land- Wehrmannes wird uns zur Verfügung gestellt: Erst halfen wir 4 Wochen Königsberg befestigen, war da bei der Holzfällerkolonnc. Sodann kamen wir nach Tapiau. Den Verlauf wirst Du aus der Zeitung kennen. Am 8. Scp- tember kam ich zum aktiven Regiment, schon am ö. September bekamen wir daselbst in der Schlacht bei W i t t m i c t e n die erste richtige Feuertaufe. Wir lagen zuerst hinter unserer Artilleru. Kanonenschüsse und das unaufhörliche Rollen des Gewehrfeucrs war zu hören. Bis auch wir ins Gefecht eingreifen konnten. Genau loie bei Spichern 1870. Im Laufschritt gings durchs Tal; ain gegenüberliegenden Waldrande, welcher steil anstieg, hatten sich die Russen verschanzt. Es galt diese Gräben zu nehmen. Unter dein gewaltigen Feuer unserer Artillerie drangen wir bis auf 100 Meter heran, schössen nochmals gewaltig und gingen nunmehr zuin Sturin vor. Hui,»oie Pfiffen da die Kugeln. Kameraden fielen rechts und links, aber rasch heran. Alles, was noch Gewehr in der Hand hatte und sich wehrte,»vurde durch- bohrt, erschossen. Machten auch etliche Gefangene. Der Abend war hereingebrochen, brennende Gehöfte beleuchteten gespenstisch die Gc- gend. Wir immer den Russen hinterher. AM 10. Septeinber hatten wir das Gefecht bei Listen reitS jetzt anzuschaffen. Die hierzu erforderlichen Mittel im Betrage von 4V OVO M. wurden vorschußweise bewilligt. Durch diese Maß- nahmen wollen die städtischen Körperschaften zur Schaffung von Arbeitsgelegenheit beitragen. Die Vortage betreffend Erwerbslosenfürsorge während de« Krieges, deren Inhalt wir bereit« wiedergegeben haben, fand all- seitige Zustimmung. Unsere Genossen Gebert und Dr. Borchardt kritisierten dagegen, daß der Magistrat von einem Zusammenarbeiten mit den gewerkschaftlichen Organisation en nichts wissen wolle. Der An- nähme der Vorlage widersprachen auch sie nicht, um die Hilfsaktion für die Arbertölosen nicht zu gefährden. Bemerkenswert»st dle Er- Ilärung des Bürgermeisters Dr. Maier. daß der Magistrat einem Zusammenarbeiten mit den Gewerkschaften nicht etwa grundsätzlich ablehnend gegenüberstehe, nur scheine ihm das jetzt, wo eS sich nicht um eine Arbeitslosenversicherung, sondern nur um eine Arbeitslosenunterstützung handle, nicht angängig. Eine lebhaste Debatte entfesselte der Bericht de» Ausschusses über die Vorlage betreffend Gründung einer MietSdarlehnSkass«. ES ist erinnerlich, daß der Magistrat der Versammlung die Gründung einer solchen Kasse vorgeschlagen hat. die den Hausbesitzern gegen Verpfändung der Mieten Kredit gewähren sollte. Die Verhand» lungen im Ausschuß haben nun ergeben, daß die HauS-rnnd Grund» befitzerorganisationen von einem Kredit, den sie später zurückzahlen müssen, nichts wissen wollen. Die Grundbesitzer verlangen viel» mehr, daß die Stadt sie für den gesamten MietSauSfall, den sie er- leiden, entschädigt. Das wäre freilich das einfachste, aber darauf kann sich eine Stadtverwaltung, die die Interessen der gesamten Bevölkerung wahr- zunehmen hat, nicht einlassen. Ganz abgesehen von dem Bedenken grundsätzlicher Art kann sie die hierzu erforderlichen Summen nicht aufbringen. Da die Grundbesitzer an ihrer Auffasiung, Entschädigung durch die Stadt für den gesamten MietSauSiall, festhielten, blieb dem Ausschuß nichts weiter übrig, als feine Verhandlungen zu ver- tagen. Um aber wenigstens daß in der Vorlage mit vorgesehene MietseinigungSamt nicht auch zu gefährden, beantragt der Ausschuß die Annahme dieses Teils der Vorlage. Das Plenum trat dem Antrage bei. Das MietSeinigungSamt, das dadurch in Kraft ge- treten ist. besteht aus einem MagistratSkommisiar als Vorsitzenden und je zwei oder mehr Beifitzern au« dem Kreise der Mieter und Vermieter nach näherer Anordnung deS Magistrats. Gemeindefärsorge in Adlershof. Die letzte Gemeindevertretersitzung beschäftigte sich mit den von unseren Vertretern gestellten Anträgen aus Erhöhung der Arbeits- losenunterstützung sowie auf Schulspeisung.__ Die Gemeinde hat bisher lööl M. für diese Zwecke ausgegeben. Räch dem jetzigen Stande der Arbeitslosigkeit wird aber noch ein Betraa von 7000 M. erforderlich fein. Genosie Klodt war der Auffassung, daß dieser Betrag bei weitem nicht ausreiche, um den bescheidensten Anforderungen zu genügen. Die jetzt gewährte Arbeitslosenunterstützung von f resp. B M sei zu gering, um den Lebensunterhalt zu bestreiten. ES müsse daher eine Erhöhung der Sätze vorgenommen werden. Er bedauert weiter, daß die Gemeinde es ablehne, mit den Gewerkschaften Hand in Hand zu arbeiten. Die Mehrheit der Gemeindevertretung zeigte den Anträgen unserer Vertreter gegenüber sehr wenig Entgegenkommen, über» wies aber dann die Weiterberatung der Anträge dem Kriegsausschuß.— Der Vertreter de- HauSbesitzervereinS bedauerte, daß der Bürger- meifter noch nicht« unternommen habe, um den durch den Krieg in Mitleidenschaft gezogenen Hauswirten finanzielle Hilfe zu gewähren. Genosse Büttner wies auf das Vorgehen anderer Vorortgemeinden bin, die durch Zahlung von Mietsunterstützung Bernrietern lind Mietern entgegenkommen. Ein Iveiterer Antrag unserer Vertreter, Kohlen und Kartoffeln an Bedürftige zu verteilen, winde dem KriegsauSschusse überwiesen. — Bedürftige Schulkinder erhalten vom 15. November täglich als Frühstück V« Liter Milcb und eine Schrippe. Die Lieferung von Mittagesien aus der Volksküche soll noch vom KriegSanSschnsse beraten werden.____ Kommunaler Kartoffelverkauf in Notvames. Der Gemeinde ist es gelungen, einige Waggonladungen guter roter Speisekartoffeln zu verhältnismäßig niedrigem Preise zu kaufen, um dieselben zum Selbstkostenpreise an die Bevölkerung abzugeben. Frei ins Haus gebracht, kostet der Zentner 3,70 M. Bestellungen werden noch im Zimmer 16 des Rathauses, Priesterstr. 82, entgegengenommen.' * Mehlspendr für Rowawes. Die Potsdamer Getreide-EngroShandlung E. Kampffmeher schenkte der Gemeinde BV Sack Mehl zur Herstellung von Brot für die arme Bevölkerung.___ Eine Schwindlerin in Trauerklcidung treibt in Neukölln ihr Unwesen. Sie sucht Ehefrauen auf und er- zählt ihnen, daß ihr Mann im Felde gefallen sei. Sie stamme au« Schleswig-Holstein und wolle nun nach ihrer Heimat zurückkehren. Sie könne dorthin aber ihre Möbel nicht gut initnehnien und sei deshalb gezwungen, sie billig zu verkaufen. Außerdem habe sie im Keller noch einen großen Vorrat Kartoffeln. Weil die Preise hierfür zurzeit sehr hoch sind, die Frau sie nber sehr billig abgeben wolle, so erklären sich die Leute gern bereit, ihr den Vorrat abzukaufen. Die Schwindlerin, die sich für eine Frau Gericke ausgibt und in der Bergstraße wohnen will, erbittet dann eine Anzahlung von IV oder 20 M. Die Gaunerin ist ungefähr 28 Jahre alt. untersetzt und trägt einen schwarzen Tranerhut, ein schwarze« Kleid, schwarze Ohrringe in Herzsorm und einen grauen oder braunen Ulster nnt Trauerflor.___ Eine zweite städtische Kinderlesehallr soll Montag, den S. November, in dein Schulhause Kleine Frankfurter Str. 6 eröffnet werden. Sie wird an jedem Wochentage von 3—0 Uhr nachmittag» Schulkindern vom 0. bis zum 14. Jahre unentgeltlich zugänglich sein. Die Räume sind von der Hochbauverwaltung zweckenlsprechend ein- gerichtet worden. Ein vier kleine Druckbogen umfastendes entsprechend ausgestattetes Verzeichnis enthält die ausliegende Samm- lung von Büchern, die jeder Altersstufe angepaßt sind: Bilderbücher für die Allerjüngsten, Erzählungen. Sagen-, Märchen- und Volks- bücher und eine reiche Auswahl belehrender Bücher für die Aelteren. Vom 1. Januar 1916 ab soll auch mit der Verleihung von Jugend- büchern ins Hau» begonnen werden. Der ungewöhnlich rege Besuch der ersten Kinderlesehalle läßt erwarten, daß auch die neue gemeinnützige Anstalt, deren Einrichtung auS den Mitteln der Professor-Leo- und Albert-Eohn-Stiftung bestrillen worden ist, zahlreichen Zuspruch sinken und viel Nutzen schaffen wird. Uebrrfahrr» und getötet. Eil» tödlicher Straßenunfall ereignete sich vorgestern abend zwischen 5 und 0 Uhr aus dem Rosenthaler Platz. Dort rutschte die 0SjährigeFrauHerzog geb. Braun auf dem schlüpfrigen Pflaster aus und kam zwischen den Straßenbahnschienen. zu Fall. In demselben Moment kam ein Wagen der Linie 08 daher; dem Führer war es nicht möglich, rechtzeitig zu bremsen und so wurde die Bedauernswerte überfahren. Sie erlitt so schwere Verletzungen am Kopf und der Brust, daß sie bereit« auf dem Transport nach dem Hedwigskrankenhause verstarb. Zu einem Zusammenstoß zweier Straßenbahnwagen kam es am Mittwochabend an der Ecke der Leipziger und Mark- grafenstraße. Dort fuhr ein Triebwagen der Linie 0 in der Kreuzung gegen die rechte Seitenwand eines Motorwaggon» der städtischen Straßenbahn Behrenstraße— Stettiner Bahnhof, wobei der anfahrende Wagen au« den Schienen gehoben wurde. Infolge des Anpralls trugen«in Herr und ein Fräulein leichtere Verletzungen davon. Die durch den Unfall hervorgerufene Störung dauerte sieben Minuten, während welcher die in Betracht kommenden Straßen- bahnwagen durch die Jerusalemer. Zimmer- und Priitz-Albrecht- Straße abgelenkt wurden.___ Ein eigenartiger Unglücksfall hat sich gestern nachmittag in der Dolzigerftr. 44 ereignet. Die Pförtnersfrau Thiele, deren Mann im Felde steht und die Mutter zweier Söhnchen von 1>s und Jahren ist, ließ, als sie um die Mittagsstunde auf der Treppe zu tun hatte, die Kleinen in der im Erdgeschoß des Seitenflügels gelegenen Wohnung allein zurück. Den älteren Sohn setzte sie angekleidet aus den Fußboden, während der jüngere Walter im Bcttchcn blieb. Die Frau hatte dem Kinde, um es vor Erkältung zu schützen, einen weißen Schal zweimal um den Hals gewickelt. Ter Kleine spielte während ihrer Abwesenheit in dcni eisernen Bettchen und blieb hierbei mit dem Schal in dem Eisengestänge hängen. Bei ihrer Rückkehr fand die Mutter das Kind tot auf. Tie Schlinge hatte sich so fest zusammengezogen, daß es erstickt war. Ein Arzt konnte nur noch den Tod dcL Kleinen feststellen. Volkskuustabrndr de» Verbandes der freien Volksbühnen finden in den nächsten Togen in folgenden Vororten statt: Sonn- abend, den 7. November, in Charlotten bürg, Dunkel- mannstraße 20/28, Königin-Luise- Schule, und in Niederschön- hausen. Kaiser-Wilhelm-Straßc 09. Lyzeum. Sonntag, den S.November, in Weißensee, Woelckpromenade, im Real- gymnasium. und in Steglitz, Rothenburg st raße 18, Lhzeum; am 12. November in Köpenick. Friedrichstrahe 0. im Stadttheater. Eintrittskarten zum Preise von 10 Pf. sind überall in den auf Plakaten angegebenen Vorverkaufsstellen und an der Abendkasse zu haben. Anfang überall abends S Uhr. Zeuge« gesucht für den Unfall Frankfurter Straße Ecke Frucht- straße am 15. Oktober, abends 0 Uhr, bei welchen» ein 34jähriger Mann von einem Auto überfahren wurde. Angaben erbeten Heindorf. Kochhannstr. 35.__ Gewerkschaftliches. Eine Arbeitsgemeinschaft in öer tzolzinöustrie. Schuir in den ersten Kriegswochen ist zwischen dem A r- beitgeber schutzverband für das deutsche Holzgewerbe und dem D e u t s ch e n H o l z a r b e l t e r- verband ein Abkommen getroffen worden, welches die Sicherung der Tarifverträge während der Kriegszeit zum Zweck hat. Daneben wurde den örtlichen Vertragsparteien empfohlen, gemeinsainc Schritte zur Belebitng des Gewerbes zu unternehmen und eine weitgehende Verkürzung der Ar- beitszeit anzustrelwn, um möglichst viele Unternehmer und Arbeiter an der vothandenen Arbeitsgelegenheit zu beteiligen. Dieses Abkommen, dem andere mit den übrigen Unter- nehmerorganifationen folgten, die Vertragspartner des Deutschen Holzarbeiterverbandcs sind, hat bei den beteiligten Kreisen im allgemeinen eine günstige Aufnalime gefunden. und man geht wohl nicht fehl, wenn man den allerdings noch recht langsamen Rückgang der Arbeitslosigkeit in der Holz- industrie zu einem guten Teil als Wirkung dieser Verein- barung ansieht. Tieser Erfolg brachte die beteiligten Organisationen aus den Gedanken, den Vereinbarungen zwischen Unternehmern und Arbeitern eine breitere Grundlage zu geben. Während der Deutsche Holzarbeiterverband sich rntf alle Zweige der Holzindustrie erstreckt, ist der Arbeitgeberschutzverband für das deutsche Holzgewerbe in der Hauptsache eine Organi- iation der Unternehmer im Tischlergcwerbe, neben ihm be- stehen aber noch mehrere andere Verbände von Unternehmern des Tischlcrgewerbcs. Für andere Zweige der Holzindustrie bestehen eine Anzahl besonderer Untcrnehmerorganisationen, die sich zum Teil als Konkurrenten gegenüberstehen. Trotz- dem wurde zwischen dem Deutschen Holzarbeitcrverband und dem Arbcitgeberschutzverband vereinbart, einen Versiich zu unternehmen, alle bestehenden Unternehmerverbände in der Holzindustrie mit den zuständigen Arbeiterorganisationen zu einer Arbeitsgemeinschaft zusammenzuführen, um gemeinsam an der Abwehr der Kriegsschäden zu arbeiten. Hierbei sprach insbesondere auch die Erwägung mit, daß die Kriegswirklingen sich auf die verschiedenen Zweige der Holzindustrie recht ungleichmäßig verteilen. So liegt z. B. die K l a v i c r i n d» st r i e völlig danieder. Die Tisch- l e r e i leidet im größten Teile des Reiches schwere Not, doch gibt es Gebiete, in welchen sie verhältnisinäßig gut beschäftigt ist. Auf der anderen Seite ist die K o r b m a ch e r e i nnt der Anfertigung von Geschoßkörben sehr reichlich beschäftigt. das gleiche gilt für den Bail von Flug- und Fahrzeugen der verschiedensten Art. so daß auch Stellmacher sehr gc- sucht sind. Dem Plan der Arbeitsgemeinschaft in der Holz- industrie lag somit auch der Gedanke zugrunde, eine V c r- teil ungder Arbeitskräfte in der Weise anzustreben, daß arbeitslose Tischler usw. nach Möglichkeit in den Be- trieben der Stellmacherei und Korbmachcrci untergebracht werden. Die voni Vorstand des Arbeitgeberschutzverbandes er» lassene Einladung an die Unternchmerverbände zu einer Sitzung mit den Vertretern der Arbeitrorganifaftonen. die am 3. November in der Handwerkskammer stattfand, hatte ein überraschend günstiges Ergebnis. An der Sitzung, die unter der Leitung des Herrn R n h a r d t tagte, nahmen neben Vertretern des Deutschen Holzarbeiterverbandes und des christlichen und Hirsch-Dunckerschen Gewerkvereins der Holz- arbeiter die Beauftragten einer größeren Zahl von Unter- nehmerorganisationen teil, darunter auch solche, die, wie die durch den Generalsekretär Nasse vertretenen, bisher jedes Zusammenarbeiten mit den Gewerkschaften grundsätzlich ab- lehnten. Die Berichte über die Lage in den einzelnen Zweigen der Holzindustrie brachte in der Hauptsache die Bestätigung be- kannter Tatsachen. Sticht nur für die Arbeiter, sondern auch für die Unternehmer mancher Bernfszweige, insbesondere in der Pianoforteindustrie besteht die Notwendigkeit, umzusatteln. Von verschiedenen Seiten wurde darüber geklagt, daß beson- ders in der ersten Zeit nach der Mobilmachung die Militär- behörden ihren Bedarf an Arbeitern nicht genügend bekannt- gemacht haben. Dadurch wurde findigen Agenten die Mög- lichkeit geboten, Aufträge zu erhalten und sich einen un- berechtigten Gewinn dadurch zu verschaffen, daß sie die Aus- führung zu stark reduzierten Preisen den Produzenten über- gaben. In dieser Beziehung ist jetzt eine Besserung ein- getreten, aber es kommt noch vor. daß große Aufträge für Holzarbeiten an Personen gegeben werden, die der Holz- industrie völlig fernstehen. Auch über die Verständnislofig- keit vieler Zivilbehörden und über den Submissionsunfug wurden Klagen laut. Andererseits konnten aber auch Bei- spiele mitgeteilt werden, die zeigen, daß die Aufklärung, die den Behörden von den Vertretern bestehender Arbeits- gemeinschaften in mündlicher Aussprache erteilt wurden, oft dankbar anerkannt und zum Vorteil des Gewerbes benutzt wurde. Die Teilnehmer der Konferenz erklärten sich a u s � nahntölos mit den Absichten, von denen sich die Ein- berufer leiten ließen, einverstanden. Es wurde vereinbart, eine aus Mitgliedern der verschiedenen Unternehmer- und Arbeiterorganisationen gebildete Kommission ein- zusetzen, die im Interesse einer intensiven Belebung des Ge- Werves tätig sein und insbesondere auch einen lebhaften Ver- kehr mit den Behörden pflegen soll. Ihre Aufgabe soll es sein, Arbeitsgelegenheiten ausfindig zu machen und die Behörden darauf hinzuweisen. Zwischen- stellen zwischen Auftraggeber und Produzenten, die den Gewinn von der Arbeit abschöpfen, sollen ausgeschaltet und dafür gesorgt werden, daß auch die einzelnen Unter- nebmer ihren Arbeitern angemessene Arbeitsbedingungen gewähren. In ähnlicher Weise wie die Zentralvorstände sollen auch die örtlichen Organisationen der Verbände zu- sammenarbeiten. Wenn diese Absicht in verständiger Weise durchgeführt wird, dann darf erwartet werden, daß auf diese Weise der Notstand in der Holzindustrie wesentlich gemilderr wird.__ Serlin und UmgegenS. Die Rohrleger und Helfer hielten am Sonntag eine Branchen- Versammlung ak>. Nach einem Vortrage Cohens über:„Die Wirkungen des Krieges auf die Lage der Arbeiter", teilt« Z i« s e mit, daß der Allgemeine deutsche Metallarbeiterverbond isrüher Wiesenthal) an den Arbeitgeberoerband geschrieben bat, er wolle den im Gewerbe geltenden Tarif jetzt anerkennen. Turch diese Anerkennung de« Tarifes ist für die Mitglieder dieses Verbandes die Sperre des Facharbeitsnachweises aufgehoben. Aus der Vollsitzung der SchlichtungSlommiffion berichtete Ziese, daß einzelne Gemeinden Groß-Berlins an die Arbeitgeber die Bedingung stellen, daß auf den städtischen bezlv. aus den der Gemeinde gehörenden Bauten nur Leute arbeiten dürfen, die in dem Orte wobnen und durch den im Ort befindlichen Arbeitsnachweis eingestellt sind. Um die Bermittelung im Gewerbe durch den Facharbeitsnachweis aufrechtzuerhalten, ist hierzu an alle Ge- meinden Groß-BerlinS geschrieben worden. Nur di« Stadt Neu- kölln bat sich mit dem Vorschlag einverstanden erklärt. Tie kleinen Gemeinden besitzen keine Nachweise, di« größere» Gemein- den verhalten»ch ablehnend und die Stadt Berlin hat über- Haupt n.cht geantwortet. Die Vollsitzung der SchlichtungSkom- Mission hat nun beschlohen. hierzu eine Eingabe an den Zweck- verband Groß-Berlin zu richten, um dessen Stellungnahme zu dieser Angelegenheit zu erfahren. Tie Branchenmitglieder wurden dann»och ersucht, die Adressen der beim Ausbruch des Krieges im feindlichen Ausland auf Mon- tage gctveienen Mitglieder, welche nicht zurückgekommen find, der Verwaltung mitzuteilen. o»>- Paritätischer Arbeitsnachweis für das Beton- und Teckenbaugewerbe. Die Unternehmer im Baugewerbe haben sich bisher allen auf Errichtung eines paritätischen Arbeitsnachweises hinzielenden Ver suchen gegenüber ablehnend verhalten. Nach und nach scheint jedoch auch hier eine Wandlung einzutreten. Die Stukkateure sind bis jetzt die einzige Branche des Baugewerbes, die einen paritätischen Arbeitsnachweis hat. In allen anderen Zweigen des Baugewerbes herrscht in der Hauptsache noch die alte Methode: Der Arbeitsuchende geht von Bau zu Bau,!po der Polier allein über Einstellung und Entlassung der Arbeitskräfte zu bestimmen hat. Eine Regelung der Arbeitsvermittelung liegt im Interesse sowohl der Arbeiter wie der Unternehmer. Das hat jetzt auch die Unternehmerorganisation im Beton-, Eisenbeton- und Deckenbaugc- werbe erkannt. Ter Vorstand der Untcrnehmcrorganisation hat durch Vermittelung der Leitung des Zcntralvereins für den Arbeitsnachweis mit dem Bauarbeiterverband Verhandlungen wegen Er- richtung eines paritätischen Arbeitsnachweises für die Beton-, Eisenbeton- und Deckenbrauche angeknüpft. Die Vertreter des Bauarbeiterverbandes haben sich mit der Schaffung eines pari- iätischen Arbeitsnachweises einverstanden erklärt, es ist dann auch ein Entwurf der Satzungen und der Geschäftsordnung beraten worden. Eine am Mittwoch abgehaltene Versammlung der dem Bauarbeiterverbande angehörenden Beton- und Deckenarbeiter erklärte sich grundsätzlich einverstanden mit der Errichtung eines paritäti- sehen Arbeitsnachweises und beauftragte ihre Vertreter, die wci- tcren Beratungen mit den Unternehmern fortzusetzen. Tie Verhältnisse in der Lederwarenbranche. In der Reise- und Loderwarenbranche hat der Krieg auch niancherlet Wirkungen und Wandlungen gezeitigt. Bei Ausbruch des Krieges hatten sämtliche Lcderwarcnbetriebe in der ersten Bestürzung die Produktion eingestellt. Die Verbandsleitung war, wie Schulze vom Sattler- und PortcfeuÄlerverband in einer zum Mittwoch cinbenlfcncn Vertrauensmännersitzung ausführte, sich bald darüber klar, daß dieser Zustand nicht von Dauer sein konnte. Tatsächlich wurde denn auch die Arbeit sehr bald wieder ausgenommen, insbesondere wandten sich viele dieser Betriebe der Militärarbctt zu. Tie Aussprache ergab, daß diese Betriebe preis- drückend nicht auf die alten Militärwerkstätten gewirkt haben. jfn einzelnen Lederwarenfirmen, die noch Lederwaren herstellen, sind Lohnrednktionen vorgenommen worden; hier wird die Dr- ganisation eingreifen. Lediglich bei den Hilfsarbeitern läßt die Entlohnung zu wünschen übrig. Schulze betonte, daß die Mit- glieder den branchefrcindcn Mitarbeitern durchaus kollegial g�gen- übertreten sollten. Zum Ilebertritt in den Sattler- und Porte- fcuillerverband sollten dieselben jedoch nicht bewogen werden, da dieselben nach dieser Hochkonjunktur ja doch wieder in ihren alten Berus zurückgingen. Dagegen könnten jene, die überhaupt nicht organisiert seien, dem Verbände zugeführt werden. Redakteur W e i n s ch i l d zeigte noch zum Schluß, daß die Lederwarenfabrikation zurzeit aus Berlin fast ganz verschwunden ist. Tie Fabrikanten waren nicht auf dem Posten, als der Krieg ausbrach, und erst nachiräglich konnte für sie noch von der Militär- arbeit etwas gerettet werden. Des weiteren gab er Fingerzeige, wie gearbeitet werden müsse, um nach dem Aushören dieser Arbeit eine Katastrophe zu verhindern. Soziales. Krsnkenkaffen und Krieg. Ter Verein der sozialdemokratischen Aerzte hat in einer Ver- sammlung vom 4. November lSl4 im GewerischastshauS nach einem Referat über:„Der Krieg und die Krankenkassen" folgende Resolution gefaßt(deren Begründung in einer der nächsten Num- nieren der„Neuen Zeit" erfolgen soll): „Der Berein der sozialdemokratischen Aerzte stellt mit Bc- dauern fest, daß durch das Notgcsetz vom 4. August 1914 eine erhebliche Verschlechterung in der Krankenvcrsorgung eingetreten ist. Insbesondere hebt er folgende drei Punkte hervor, die drin- gend der Verbesserung bedürfen: 1. Erhöhung der Leistungen für Mutterschutz auf den bor dem 4. August bestehenden Umfang(Schwangerenunterstützung, Auf- nähme von Wöchnerinnen in Entbindungsheime, Hebaminengeld, ärztliche Behandlung). 2. Regelung der Krankenfürsorgc für die Heimarbeiter, die sonst dem Armenetat zur Last fallen. 3. Hcimstättenbehandlung, namentlich schwerkranker Tuber- kuloser. Der Verein der sozialdemokratischen Aerzte bittet die sozial- demokratische Reichstagsfraktion, in diesem Sinne eine Aenderung des NotgesetzcS zu veranlassen. Tie Bestrebungen der Kassenverwaltungen, auf anderen Gc- bieten(Arzneimittel, kostspielige Bäder, teuere Nährpräparate) zu svaren, kann der Verein der sozialdemokratischen Aerzte nur billigen. Der Schutzverdand für deutschen Grundbesitz und die Gemeinde«. Eine neue Belastung droht den durch den Krieg bereits finanziell stark belasteten Gemeinden von feiten des SckmtzverbandeS für deutschen Grundbesitz. Unzufrieden mit den zum Schutze der Mieter getroffenen Maßnahmen des Reichstags und de? Bundesrats sucht der Schutzverband jetzt auf dem Wege über die einzclstaatliche Gesetz« gebung die Hau?« und Grundbesitzer für die ihnen erwachsenden Mietausfälle zu entschädigen. In einer Eingabe an den preußischen Minister des Innern protestiert er dagegen, daß der Hausbesitz„alle die Folgen auf seine Schullern nimmt, welche einmal die durch den Krieg herbeigeführte Notlage einer großen Anzahl von Familien und ein anderes Mal die zum Schutze dieser Familien getroffenen all- gemeinen Maßnahmen herbeiführen". Das ist natürlich eine arge Uebertrcibung, der Schutzverband für deutschen Grundbesitz weiß sehr wohl, daß die Hausbesitzer Mittel und Wege genug haben, zu ihrem Gelde zu kommen, und wenn ihnen wirklich einige Ausfälle erwachsen, waS wir nicht bestreiten wollen, so mögen sie sich damit trösten, daß eS anderen Geschäftsleuten auch nicht bester geht. Der Krieg verlangt Opfer von einem jeden, und da der Hausbesitz namentlich in Großstädten und Industriezentren nun einmal zu einem Geschäft geworden ist, so ist eZ ganz selbst- verständlich, daß die Hausbesitzer das geschäftliche Risiko tragen müssen. Wo? die Vorschläge des Schutzverbandes selbst betrifft, io gipfeln sie darin, daß Gemeinde, Grundbesitz, Staatskredit und Staat sich in das Risiko teilen sollen. Um diejenigen Kreise, welche tatsächlich nicht in der Lage sind, ihren Mietverpflichtungen ganz oder teilweise gerecht zu werden, von denjenigen zrt scheiden, welche an« den Schutzmaßnahmen für die Bedürftigen in unberechtigter Weise Vorteil ziehen, wird von Gesetze« wegen die Errichtung von MieteinigungZämtern in sämtlichen preußischen Gemeinden mit mehr als 5000 Einwohnern vorgeschlagen. Bevor die Gerichte Stundung erteilen, sollen sie diese SimgungSämter hören. Mit anderen Worten: Die Richter sollen sich nicht an da» Gesetz, sondern an das Gutachten einer > Zwischeninstanz halten, durch ein besonderes Landesgesetz will man ein zum Schutze der Bedürftigen erlassenes Rcichsgesctz umgehen. Weiter verlangt der Schutzverband dann, daß da, wo nach Ansicht des MieteinigungSamts Bedürftigkeit vorliegt, die Kommunen von Gesetzes wegen zur Zahlung einer Mietunterstntzung verpflichtet werden. Hiergegen ist an sich nichts einzuwenden, wohl aber be gegnet der Vorschlag, soweit er sich auf die Ausbringung der erforder lichen Mittel bezieht, unserem lebhaften Bedenken. Den Gemeinden soll nämlich das Recht eingeräumt werden, vom gesamten Grundbesitz eine einmalige Kriegssteuer von 1 vom Tausend und von sämtlichen Hypothekengläubigern, die auf dem im Weichbild der Gemeinde belegenen Grundbesitz Hypotheken eingetragen haben, eine einmalige KriegSstener von'/s vom Tausend zu erheben. Einen weiteren Bei trag in Höhe von 1 bis!>/„ vom Tausend des Grundstückswertes soll die G em e in d e selbst zur Verfügung stellen, und einen Zu- schuß von 1 vom Tausend soll der Staat leisten. Das Opfer der Hausbesitzer soll darin bestehen, daß sie bei Wohnungen im Miet- wert bis zu 500 M. auf höchstens 25 Proz. der Miete Verzicht leisten, wofür ihnen die Gemeinde die anderen 75 Proz. garantiert! Allzugroß ist dies Opfer nicht. Auch für den Staat bedeutet der Zuschuß nicht viel, es würde sich für ganz Preußen nur um eine einmalige Unterstützung von vierzig Millionen Mark handeln. Um so schwerer aber ist die Belastung für die Gemeinden, die denn auch den Vorschlägen des Schutzverbandes heftigen Widerstand ent- gegenbringen. Berlin rechnet z. B. mit einer Belastung von einer halben Milliarde. Mag sein, daß die Summe etwas zu hoch ge- griffen ist, jedenfalls steht fest, daß den Gemeinden daraus ganz ungeheure Ausgaben erwachsen, zu deren Deckung kein anderer Weg als höhere Steuerzuschläge übrig bleibt, so daß in letzter Linie die Gesamtheit den den Grundbesitz erwachsenden Ausfall zu tragen hätte. Das ist ein Hauptbedenken, das dem Vorschlage de§ Schutz- verbandeS für deutschen Grundbesitz entgegensteht. Man kann den Gemeinden nicht noch größere Opfer zumuten, sondern muß fordern, daß Reich und Staaten die Unterstützungen für die Familien der Kriegsteilnehmer ausreichend bemessen und sich nicht auf die Ge- Währung des zum eigentlichen Lebensunterhalt' erforderlichen Be- trageS beschränken, sondern auch Wohngelegenheit schaffen. Solange sie das nicht tun, sollten sie zum mindesten den Gemeinden ent- sprechende Beihilfen geben. Da» ist eine soziale Pflicht, der sie sich auf die Dauer nicht entziehen können. Erforderlich ist ein Einschreiten deS Reichs auch nach nicht finanzieller Richtung hin. Das Zurückbehaltungsrecht de? Vermieters müßte beseitigt, der Kreis der unpfändbaren Gegenstände erweitert und die antisozialen Miersverträge aufgehoben werden, soweit sie den dem Mieter günstigeren Vorschriften deS bürgerlichen Gesetzbuches widersprechen. Endlich darf die vom Reich einzuleitende HilfSaktton nicht allein den Familien der Kriegsteilnehmern zugute kommen, sondern müßte auch den KreiS der durch den Krieg in wirtschaftliche Not geratenen Arbeitslosen, Handwerker und kleinen Gewerbetreibenden um» fassen._ Gerichtszeitung. Feldpostdieberei. „Wer Feldpostsendungen beraubt, ist ein so erbärmlicher Wicht, daß selbst ein gemeiner Verbrecher von ihm in seinem verächtlichen Handeln übertroffen wird. Wer solche Berau- Hungen vornimmt, versündigt sich nicht nur an einzelnen Per- sonen, sondern am ganzen Volke, und man sollte es kaum für möglich halten, daß so etwas überhaupt vorkommen kann. Aus schmutzigen, geizigen Beweggründen den Brüdern im Felde, die für uns kämpfen und bluten, das bißchen weg- nehmen, was ihnen liebende Hände an Erfrischungen und Aufmunterungen zugedacht haben, ist unglaublich gemein und empörend l" Mit diesen Worten begründete gestern vor der 2. Strafkammer des Landgerichts III der Staatsanwalt seinen auf 3 Jahre Ge- fängnis lautenden Strafantrag gegen den Bureaugehilfen Sans Riese. T«r noch jugendliche Angeklagte war als Bureaugehilfe bei den Siemens° Schlickert- Werken angestellt. Er hatte sich noch einen Nebenverdienst verschafft, indem er für die Abendstunden als Postaushelfcr in der Charlottenburger Post- anstatt in der Goethestraße beschäftigt wurde. Er war dort seit Januar d. I. tätig. Wie sich später herausgestellt hat, hat er Monat für Monat Gelegenheit gesucht und gefunden, Briefe zu unterschlagen und ihres Inhalts zu berauben. Anfangs September machte er sich dadurch verdächtig, daß er sich in unzulässiger Weise mit Feldpostsendungen zu schassen machte. Er wurde beobachtet und schließlich dabei abgefaßt, als er sich den aus Zigaretten und Schokolade bestehenden Inhalt einer solchen Sendung aneignete. Eine bei ihm abgehaltene Haussuchung ließ keinen Zweifel darüber, daß der Angeklagte seine seit Januar ausgeführten Unter- schlagungen von Briefen seit Ende August in schamloser Weise auch auf Feldpostsendungen ausgedehnt hat, auf die die im Felde stehenden Adressaten so sehnsüchtig, und nun so oft vergeblich, warteten. Ter Umfang der begangenen Veruntreuungen läßt sich nicht feststellen: Der Angeklagte, der keineswegs in Not war, gab die Zahl der seit Januar begangenen Straftaten auf etlva 60 an.— Das Gericht erwog einerseits, daß der Angeklagte bisher völlig unbescholten war, andererseits aber als erschwerend, daß es sich zum Teil um Postsendungen handelte, die unseren tapferen Brüdern im Felde zugedacht waren. Die Strafe wurde auf 1 Jahr Gefängnis bemessen und hiervon 1 Monat auf die Untersuchungs- hast angerechnet.__ Ms Znöustrie und Handel. Preisaufschlag für Beleuchtungskörper. Eine gestern abend in Berlin abgehaltene gemeinschaftliche Versammlung der Vereinigung der Beleuchtungskörpcrsabrikanten Deutschlands sowie des Verbandes der Berliner Beleuchtungs- körperfabrikanien beschloß, auf die bisherigen Aatalogprcisc einen Aufschlag von 15 Prozent zu erheben. Der?lusschlag soll sofort in Kraft treten, nachdem die Preise für alle Metalle wäh- rend der letzten Monate eine wesenITiche Steigerung erfahren haben.______ kleine Nachrichten. Mit Dampf. Von befreundeter Seite wird uns folgender Feldpostbrief zur Verfügung gestellt: 23. 10. 14. Liebe Frau K.... und Gestern abend bin ich in den Besitz des Tabaks gelangt. Weeß Gnebbchen, das war gute Post. Außer dem Paket von Ihnen kamen noch drei Pakete von meiner Mama, es war also ein großer Tag. Sage Ihnen heißen Dank ebenso Ihrem Manne für den Tabaksegen. Wall- nuß ist jetzt vollständig abgemeldet, ebenso Kleeblüten, wir tragen die Rasen hoch und weisen solche Ersatzmittel vollständig zurück. Auch die bis jetzt gesammelten Zigarrenstummel und-spitzen sonne Zigarettenabfälle finden keine Abnehmer mehr. Wir sammeln sie aber trotzdem und zwar sind wir großmütig. Die armen Franz- männer sind nämlich— viel sind nicht mehr hier, die meisten sind im Krieg oder»ach Deutschland transportiert— ganz ohne Tabak, nun füttern wir sie mit Stummeln usw. Den Französinnen geht es nicht viel besser. Vom Zweikindersystem ist nicht viel zu merken. Kinder gibtS genug. Sie erhalten ost Brot und Mitlag von uns, denn sie bekommen nichts heran und sind oft ans die Gnade von uns „Feinden" angewiesen. Wir vertragen uns mit ihnen sehrgut, dieKindcr freuen sich, wenn sie nnS sehen und lernen deutsch. Umgekehrt schnappen die Soldaten französische Brocken auf und wenn wir den Gruß französisch erwidern: Bon jour, Madame oder Bon soir— dann sind sie sehr stolz. Die Wäsche wird uns von den Frauen gewaschen gegen Bezahlung. Das gegenseitige Ein- vernehmen ist sehr gut und werden wir in gutem Andenken bleiben. Die Frauen jammern, wo man immer hinkommt, über den Krieg: terriblo Io Malheur— grand Malheur, schrecklich Malheur, großes Malheur. Und wenn einer einen französischen Brocken fallen läßt, dann werden sie gesprächig und erzählen ohne Ende. So ist es mir schon deS öfteren gegangen, denn ich habe noch etwas Französisch von der Fortbildungsschulc intus. Auf die Engländer sind sie schlecht zu sprechen, weil diese recht rücksichtslos borgehen. Ich habe neulich eine alte verwundete Frau deS Nachts aus einem Nachbarort abgeholt. Da hatten die Engländer Ortseinwohner vor sich hergetricben in die deutschen Stellungen, so daß diese Leute in das Feuer kamen. Was meinen Sie wohl, wie diese Franzosen auf die Engländer schimvfen. Diese alte Frau von 65 Fahren hatte sidb dann in einen Keller verkrochen und LI Tage allein mit ihrem Bein- und Schulterschuß zugebracht, bis sie von unseren Truppen bei einer Durchsuchung entdeckt wurde und in ärztliche Behandlung kam. Die armen Leute sind sehr zu bedauern und finden unser Mitleid. Welch Glück, dos; dieser jstdeg sich nicht bei uns abspielt und welche Gefühle mögen die französischen Soldaten beherrschen, die ihre Familien so ganz im Ungewissen haben und gequält werden von dem Gedanken: Wie mag es ihnen gehen. Sie erhalten keinen Brief— nichts! Also freuen wir uns des Glückes bei all den» Unglück 1 Zum Schluß muß ich die betrübende Mitteilung machen, daß ich bis November mir Tabak versorgt bin, meine Pfeife ist immer in Tätigkeit. Zigarren habe zwar momentan auch, aber wenn Sie im Laufe des November noch einige Dinger in einer Kiste entdecken, na— ich bin ja kein llmnensch. Also schönen Dank und Gruß an Sie und G... _ Ihr F. St. Alkoholverbot und gesteigerte Produktivität der Arbeit. Da« russische Ministerium für Handel und Industrie hat eine Umfrage bei den Fabrilinspektoren begonnen, die feststellen soll, wie das Verbot des Branntweinverkaufs auf die Produktivität der Fabrikarbeiter eingewirkt hat. Auf Grund privater Mitteilungen teilt das Ministerium schon jetzt mit, daß die Schließung der staat- lichen Branntweinläden in dieser Beziehung sehr wohltätig gewirkt hat. In vielen Betrieben soll die Produktivität der Arbeiter um 30—40 Proz. gestiegen sein. In demselben Maße sollen auch die Löhne der Arbeiter zugenommen haben.— Wenn diese An- gaben auch nur als provisorische, keineswegs für alle Betriebe gültige angesehen werden müssen, geht aus ihnen doch die gewaltige erzieherische Wirkung auch des teilweisen Alkoholverbots hervor. Wie wär's, wenn die deutsche Regierung dem Beispiel der russischen folgte und die Produktion des Brannttveins in Deutschland einschränkte? Nicht nur die Arbeiterklasse, auch die gesamte Produktion Deutschlands würde dabei nur gewinnen. Alkoholverbot für grauen in London. Londiu, 5. November.(W. T. 33.)„Daily Mail" meldet: Es wurde beschlossen, daß ab nächsten Montag Frauen in den Wirt- schasten Groß-Londons keine berauschenden Getränke vor 11,30 Uhr vormittags auSgcslbänkt werden dürfen. Die Londoner Polizcirichler hatten in letzter Zeit über Zunahme deS Trinkens bei Frauen, namentlich bei Soldatenfrauen, geklagt. parteweranstaltungen. Jugendabteilung 2. KreiS. Sonntag, den 8. November: Be- sichtigung des Museums jür Meereskunde, Treffpunkt'Iß Uhr vor dem Muleum, Georgeuftratze, Wilmersdorf. Heute Freitag, den 6. November, abends 8'/. Uhr, findet der eiste Vortrag über„Der wiffenschafiliche Sozialismus" im Lokale Restaurant Schilling, Laucnburger Str. 20, statt. Vortragende: Genossin Kätc Dimker._ Jugenöveranstaltungen. Brist. Sonntag: Spaziergang. Treffpunkt: L Uhr Halinemaim, Ecke Rungtusstratzc. Briefkasten der Redaktion. Die juristische Sprechstunde findet sür Abonnenten Lindenstr.!t, I V. Hos rechts, parterre, am Montag bis Freitag von 3 bis 6 Uhr, aiu Sonnabend von& bis 6 lllir statt. Jeder sür den Briefkasten bc- stimmten Ansinge ist ein Buchstabe und eine Zahl als Merkzeichen bei- zusügen. Briefliche Antwort wird nicht erteilt. Anfragen, denen keine Abonnemenlsquittung beigefügt ist, werden nicht beantwortet. Eilige Fragen trage man in der Sprechstunde vor. Verträge. Schriftstücke und dergleichen bringe man in die Sprechstunde mit. <£. A. 100. Wenden Sie sich an die städliswe Kochschule, Gubener Straße 53. Private Schulen und Anstalten empsehlen wir prinziviell nicht. — O. K. 87 C. Beide Nummern haben nur organisatorische Bedeutung. — Ich. 29. Lassen Sie die Wohnung durch die Polizei aus ihre Gesund' hoitSgffährduiig untersuchen; verlangen Sie vom Wirt die Beseitigung der gesundhestSgesährdenden Beschaffenheil und klagen Sie aus sofortige'Slus- Hebung des Mietsvcrtrages und aus Schadensersatz.— E. 100. Bc- antragen Sie Mietszuschuß. Die Fragen, die gestellt werden, müssen Sie der Wahrheit gemäß beantworten.— Zl. K. 38. Wegen Herzleiden u»- tauglich.— G. M. in SP. Ihre Nichte ist verpslichtct, bis züm l. Januar ISIS z» bleiben, kann aber den vollen Lohn verlangen und sich schon jetzt an die Polizei und, wenn dort der Sühneversuch erfolglos ist, an dac, Amts- gericht mit einer Klage auf Nachzahlung wenden. Sollte die Herrschast das Mädchen vor dem 1. Januar entlassen, so würde Ihre Nichte sich an die Polizei mit dem Antrag zu wenden haben, sie wieder auszilnchmeii und dann beim Amtsgericht zu klagen haben.— H. Mi. 40. Ja, nur dürseu Sie keine Fragen wahrheitswidrig beantworten.— B. 100. Wegen all- gemeiner Zurückgeblicbcnheit untauglich— A. Sch. 95. Wende» Sie sich an den Generalstab mit einer schristlichen Ansrage. Schwerlich wird Ihr Antrag Erfolg haben.__ Amtlicher Marktbericht der städtischen MarWallcn-Direktion über den Großhandel in den Zenhal-Markthallen. lOhne Verbindlichkest.) Donnerstag, den 5. November. Fleisch: Rindfleisch per 50 hg, Ochseu- fleisch la 79—90, do. Ha 74—78, do. lila 05—73; Bullcnsieisch ta 78— 83, do. Ha 68— 75; Kühe, fett 60—65, do. mager 55— 60, Fresser 65— 72, do. Holl. 45—50, do, dän. 40—48, Bullen, däu. 60—70. Kalbfleisch: Doppellender 110—120; Mastkälber la 85—97, do. IIa 72—85. Hammelfleisch: Mastlämmer 78—84; Hammel la 72— 77. do. IIa 67— 72; Schafe 67— 72. Schweinefleisch: Schweine la seit 74-78. IIa 64-73; Sauen, dänische 45-53.— Gemüse, in- ländischeS: Kartoffeln, Dabersche 50 leg 3.75—4,00; weiße Kaiscilroneii 3.25—3,75; Hagnum bonnni 3,50—3,75; Wollinaim 3,25—3,50; Porree Schock 0,70— 1,00; Sellerie, Schock 3,50—6,00; Spinat 50 lg 7,00— 12 00• Mohrrüben 2,00—2,50; Kohlrabi Schock 0,70—1,10; Wirsingkohl Schock 4,00—10,00; Wirsingkohl 50 kg 3,50—4,00; Weißkohl Schock 3,00_ 8 00 Weißkohl 50 kg 2,00—2,50; Rotkohl, Schock 4,00—10,00: Roikohl 50 kg 4 00 bis 10,00; Grünkohl 50 kg 3,00—4,00; Kohlrüben 50 kg 3,00—5,00; Teltower Rüben 50 kg 12,00—16,00, Märkische Rüben 50 kg 4,00—10,00• Blumen kohl, Erfurter, 100 St. 15,00-22,00, Rosenkohl 50 kg 22.00—30,00 Meer- rettich Schock 5,00—12,00, Peterfilienwurzcl Schockbund 1 00—3 00■ Radieschen Schockbund 0,70—1,00; Salat Schock 2,00- 4,00: Kwiebeln 50 kg 7,50—9,00; Tomaten 50 kg 7,00—10,00; Psefferlinge 50 kg 20 00■ Steinpilze 50 kg 25,00— 60.00; Grünlinge 50 kg 4M—«'00' Champignons 50 kg 00,00—00,00; Kürbis 50 kg 2,00—3,50.''' Wetterausfichten für das mittlere Norddeutschland biS Sonnabendmittag: Ein wenig kuhler. Im Nordwesten zeitweise heiter aber veränderlich, in den übrigen Gegenden noch messt trübe, iicbelia und vieljach. besonders im Südwesten, etwas Regen.' fl 0 A.WERTHEIM Ob M.b.H. Leipziger Strafe Kömgstra�e ui�r ,»»7 Rosenihaler Strafe Moritzplatz Soweit Vorrat! Billige Lebensmittel Soweit Vorrat! E-dsilies Reisch Eaast'" eefmit Knochen, Pfd.l M. EöaStbeefohneKnoch.,Pfd.l.40 riiid.rkamm u-Brustr-fd 85pf. Kalbskeule imQanzen.Pfd, 90Pf. Kalbskeule geteilt.. pid. 1 m. Ivalbskammu.-Brust Pfd. 8 5 Pf. Sckwemekamm Pfund 85 Pf. Koteletts Pfund 90 Pf. bis 1 M. Pökelzimgen... Pfund 1 m. Hirsch u. Wildschwein Keule Pfd. Im. Rücken Pfd. 90 Pf. Blatt 70 Pf. Kochfleisch 50 Pf. Obst und Gemüse Mark. Rübchen pfd. S p,. Radieschen s Bund 10 Pf. Kohlrabi____ Mandel 18 Pf. Salat........ 4 Kopf 10 Pf. Sellerie... Knoiie 5 u 8 pt. Grünkohl. Rote Rüben Rosenkohl. .Pfund 5 Pf. Z Pfd. 10 Pf. Pfund 23 Pf. Schwarzwurzeln m 25 Pf. Maronen... 2 Pfund ZS pl Rote Eßäpfel piund 18 pt Boskop-Kpfel. pfd.1L pt. Reinetten Cassel., 2Pid. 35 Pf. Zwiebeln Oporter, Pfd. 15 Pf. Kaninchen gestreift.. Slück von 90 Pf, an Nasen zu den billigsten Tage%preisen Wurst RollschmkeE ca. 6-8 Pfd., Pfd. 1.55 Teewurst......... Pfund 1.30 Bauemmettwurst... Pfund 1.40 Mettwurst n. Braun schweig. Art. Pid. 1.15 Pastetenleberwurst. Pfund 1.20 Landleberwurst.... Pfund IM. Zwiebelwurst..... Pfund 55 Pf. Jagdwurst........ Pfund 1.10 Rotwurst... Pfund 65 Pf. 85 Pf. Pnk�lflelctrh ff®kochl, in Stückon-» nc rouemeiscn von � piund � � ILZ Käse Echter Emmenthaler Pfund 1.10 Schweizer Käse... Pfund 90 Pf. Brie, vollfett..... Pfund 80 Pf. Camembert.... 2 Stück 45 Pf. Tilsiter Käse.. Pfund 60, 85 Pf. Edamer Käse.... Pfund 90 Pf. Romatour.... Stück 25, 35 Pf. Neues Pflaumenmus Pfd. 33 Pf. Vetsch. Frucht-Cflnfit.Pfd. 28, 45, 50,60 Pf. Tiscfabutt.wil.381.45 69, 73Pf. Geflügel Gänse....... Piund 85 u. 90 Pf. Enten...... Stück 2.25 bis Z.60 Junge Hühner Stck 90 Pf. bis 2.20 Suppenhühner Stck. 1,55 bis 3 M. Fasanen... Slück 1.50 bis 2.60 Schneehühner. stück SO Pf. Gänse-Rümpfe..... Pfund 1.25 Gänse-Brüste...... Pfund 1.40 Gänse-Stückenfleisch Pid. 80 Pf. -Klein,-Keulen,-Leber,-Liesen Kabeljau gÄ1 45 Pf. Schellfisch in ganz. Fischen Pid. 55 Pf. Bratschollen.... Pfund 35 Pf. Frische Haffzander Pfd. 70 Pf, Tafellachs mgani, Fischen Pid, 50 Pf, Frlsshe Hedste Pld KS Pf. Karpfen ,ebende 85 90 Pf. Lebende Hechte. Pfund 95 Pf. Portions-Schleie pm 95 � l.l 5 Lebende Bleie.. Pfund 45 Pf. Lebende Karauschen i'ic.65 Pf. Frisch. Seemuschela s® 60 Pf. Welihseliä�s ' oZ p'ltma h Fleischkonserven Fricandellen..... Vi Dose 1.25 Konigsberger Klops% Dose 1.25 Schneehühner Dose, Inhalt I St. 1.25 Vi D. V'D. Mocturtlesuppe dick.. 85 50 Pf. Rindarschwanzsuppe dick... 85 50 Pf. Rinderschwinzsüppe klar... 85 50 Pf. >/> D. D. 85 50 Pf. Nierensuppe dick.________ Norweg. Spr Otten in öl, Dose 25 Pf Leberwurst in Dosen. 35 u. 60 Pf Ahlbeck. Flundern kfd. fcOpi. Kieler Flundern. Pfd 35 Pf. Ger. Aa!>->1.15 1.40 Bd.40 Pf Kieler Bücklinge z st. 25 Pi. Isl. Kräuterhering 2 st 35 Pf. Asparagus, Sprengerie u. Plumosus Topf 55 Pf. Ptsris sehr dauerhafte Farrnart...... Topf 40 Pf. Moostopfe........... Stück 20 Pf. und 25 Pf. Erika volle Pilanzen...... Topf 55 Pf. und 75 Pf. Pflanzen- V erkauf . V/w;; Lv..-6-■,• Balkontannen imgetopft.., Stück 20 Pf. und 30 Pf. Balkontnnnen getopft.... Stück 25 Pf. und 35 Pf. Gro&er Verkauf von Palmen verschied. Arten zu besonders billigen Proisen »*''-''■•" I;- JV,•Vi', üBiJ;■ sy/'l,' Jtä"■< f&r- Theater iilr Freitag, ßJoviir.: Berliner Theater ' L 1,1 Extrablätter! UeutHches Künstler-Th. b Uhr Glaube und Heimat. Deutsches Opernhaus, Cbarlottenb. 8 lJbr: Der Troubadour. Ocbr. Herrnf eld-Theater 8Uhr:So leben wir! Kleines Theater 8 Uhr: D. Fest d. Handwerker. Vorh. Familie Rüstig oder der hundertjährige Greis. KoniödicnhuiiM 8 UhI: Das Heiratsnest. l.eNning-Theatcr s LThr: 2x2= 5. I>as>tsplclhans 6'u u Der Wolkenreiter. ReKideax-Theatcr 8Uhr: Krümel vor Paris. Rose-Theater 8Uhr Die Waffen her! Schiller-Theater O. 8Uhr: Die Hermannschlachl. Schiller Th. Charlottcabg. 8 Uh'': Die glücki. Hand. Thalia Theater 8Uhr:Kanrrad Manne. Theater am Vollcndorfpl. 6 Uhr; Immer feste dralT! Sonnt, nehm. 31/,: Immer teste druff! Theater a. d.Weidendammcrbrücke. 8'0Uhr: Mang pt- alles gut! Theater in d. Königgräfzcr Strafte, Voranz.: Morgen zum 1. Male: T'/jü.: Raasch. /olkctbUhae(MontisOperettenth.) 81,4 U: Wenn iler junge Wein lilt W alhalla-Thcater S cu Berlin im Felde. URAN!A Ta"s<4».tr F reitag 4 Uhr: Die Weichsel und die masurischen Seen. tHalbo Preise.) Abends 8 Uhr: Auf den Schlacht� feldern Ostpreußens. Fri edrich- Wilhelmstädt. Theater. Täglich 8'/, Uhr: liaserc FVUlgrauon! Der größte Erfolg dieser Saison. Sonnt, nra.; Der Pfarrer*. Kirchfeld. Voigt-Theater. Badstr. 58. Badstr. 58. Freitag, den 6. November 1914: Kmg im Mkii Lustspiel in ö Sitten von Moser. Kasscneröfinuiig 7 Uhr. Ans. 8V, Uhr. Thc«tcr F oiiea Capricc Bii. Possen-Thealer B1/. Täglich: Blinkfeuer. Lnildwehrlcute. Aest steht»nd trc»... Leonhard HaZkcl, Martin Ketlner a. tS \1 hervorragende Kunstkräfte! Preise der Plätze an Sonn- und Wochentagen; Parkett f.— 6. Reihe 3,— M. Parkett 7.— tl. Reihe 2,— M. Tribüne........ 2,- M. Parte rresitz..... 1,50 M. Reservierter Platz.. 1,— M. Eintritt........ 0,50 M. Jeden Sonnlag 3 Uhr: Nachm.- Vorstellung. Kinder nachm. halbe Preise! Ungekürztes Programm. Mus i. Sdninn KarlstraBe Tel.: Norden 2941. Freitag, den 6. November 1914, abends 7V. Uhr: SS" Klitc- Abend"WQ mit ermäfligten Preisen. Besonders horvorzuhobon: TTT>is)11'fer einzige a b h vv ss männliche nkrobatisclic Ornng-Ttaag als Billardkünstler Dallini der nnüh ertroff Cue öeilini Telepath lü Araber zu Rferde IO Clerment m. s. Zirkusparodien Oetnvlos Tierpotpourri. Casmo-Theater. Lothringer Slraste 37. Täglich 8 Uhr. 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Dem verehrlichen Publikum Groß-Berlins, insbesondere unserer werten Kundschaft, machen wir die ergebene Mitteilung, daß wir Gelegenheit hatten, große Posten hocheleganter Kontektion anzukaufen, die für den Export bestimmt waren und infolge der Grenzsperren nicht zum Verkauf gelangen konnten.— Die Posten bestehen aus; Kostümen, Paletots, Ulster, Seal-Plüsch-, Velour du Nord- und Backfiscli- Mänteln, kurze und lange Formen neuester Saison»Mode usw. usw. und werden zu ganz auOergewöhnlich billigen Preisen zum Teil weit unter Herstellungskosten, zum Verkauf gesteJIt. Sielmann$ Bosenberg �tooo'� KommandautenslFaße, Ecke Lindenslraße. 88 8chanfenster 8 HÄuser vom DtfahoffplstE. _—-----------------_____ Sonntags von 12—2 Uhr geSffnet. ßlielepp, Neukölln, gut den gnseratenieil verantio.: TV. GUxte. Berlin. Druck«.Verlag: Borwärt»«uchdruckerei u. LerlagSanstalt Paut Singer& Co, Berlin SW,