Nr. 307. 5 Pfennig Abonnements- Bedingungen: B bonnements Preis pränumerando: Bierteljährl 330 M., monatl. 1,10 m., möchentlich 25 Pfg, frei ins Haus. Einzelne Nummer 6 Bfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags Beilage„ Die Neue Welt" 10 Bfg. Poft Abonnement: 1,10 Mart pro Monat Eingetragen in die Bost Beitungs. Breisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2,50 Marl, für das übrige Ausland 4 Mart pro Monat. Postabonnements nehmen an: Belgien, Dänemart, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien, Schweben und die Schwetz. Eribeint täglich. Montagsausgabe 5 Pfennig Vorwärts 31. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Rolonel. geile oder deren Raum 60 fg., für politische und gewertschaftliche Bereins. und Versamminungs- Anzeigen 30 fg. ,, Kleine Anzeigen", bas fettgebrudte Bort 20 Bfg.( auläffig 2 fettgebrudte Borte), jebes writere Wort 10 Big. Stellengesuche und Schlafstellenan zeigen das erste Bort 10 Bfg., jedes weitere Wort 5 Bfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Summer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition is bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 68, Lindenstraße 3. Fernsprecher: Amt Morikplatz, Nr. 151 90-151 97. Montag, den 9. November 1914. Expedition: SW. 68, Lindenstraße 3. Fernsprecher: Amt Morikplats, Nr. 151 90-151 97. Fortschritte in der fitte der Weftfront. Die letzten Kämpfe in Tsingtau. Die Meldung des Großen Hauptquartiers. Lücken Amtlich. Großes Hauptquartier, 8. No- im Familienunterstützungsgeseh. Das letzte Ringen der kleinen deutschen Besatzung bon Tsingtau wird in nichtamtlichen Berichten folgendermaßen vember 1914, vormittags. Unsere Angriffe bei dargestellt: Greitagabend entstand ein letztes gewaltiges Ringen um Vpres und westlich Lille wurden gestern fortdas Fltis- Fort, und die Verluste waren auf beiden Seiten groß. Da die Japaner immer neue Verstärkungen heranführen und ihre Rüden stets wieder ausfüllen konnten, mußte Fort war das wichtigste Fort der Verteidigungswerke, es, gesetzt. Am Westrand der Argonnen wurde eine die heldenhafte deutsche Besatzung unterliegen. Das Iltis wichtige Höhe bei Vienne le Chateau, um die wurde von den Japanern als das Zentralfort bezeichnet. Der wochenlang gekämpft worden ist, genommen. Fall dieſes Forts, das das letzte Bollwerk des Widerstandes Dabei wurden zwei Geschütze und zwei Magewesen war, bedeutete zugleich den Fall Tsingtaus. Die Bahl der Verteidiger, die in Tsingtau versammelt waren, ist schinengewehre erbeutet. zurzeit nicht festzustellen. Die Besabung hatte bei Beginn der Kämpfe von mehreren Seiten Zuzug erhalten, und u. a. Sonst verlief der neblige Tag auf dem westwaren fünf- oder sechshundert Mitglieder der deutschen Kolo- lichen Kriegsschauplatz ruhig. nien in China zu ihrer Unterstützung herbeigeeilt. Der Gouverneur von Kiautschou verwundet. vor. London, 7. Oktober.( W. T. B.) Telegramme aus Tokio berichten, der Gouverneur Kapitän zur See Meyer. Walded sei im gestrigen Kampfe verwundet worden. Die japanische Meldung. Vom Often liegen keine neuen Nachrichten Oberste Heeresleitung. ( W. T. B.) der Hauptstadt der Provinz Schantung. Die Bahn erschließt zugleich die auf der Strede nach Tfi- nan- fu gelegenen, der Schantung Zotiv, 7. November.( W. Z. B.)( Meldung des Reuterschen Bergbau- Gesellschaft gehörenden Kohlenbergwerke Wei- hsien und Bo- schan. Der große fünstliche Hafen von 392 Heftar mit einer Bureaus.) Der japanische Oberbefehlshaber berichtete größten Tiefe von 9,5 Meter wurde unter Benutzung einer Insel heute früh: Der linke Flügel der Belagerer befeste die nördliche und von Riffen und deren Verbindung mit dem Festlande durch Batterie auf dem Shautanhügel um 5 Uhr 10 Minuten und die Dämme hergestellt. Die Molen haben eine Kaifläche von 2 Milo. öftliche Batterie auf Zatungsjing um 5 Uhr 35 Minuten. In meter für die größten Schiffe. An der Westseite des Hafens liegt zwischen rückte das Zentrum gegen die Forts Jltis und Bismard die Tsingtau- Werft mit einem Schwimmdock von 16 000 Tonnen, bor und eroberte zwei schwere Geschütze in der Nähe der Haupt einem Kran bon 150 Tonnen Tragfähigkeit, Werkstätten und werke. Die Angreifer befesten nacheinander die Forts Moltke, Helligen. Die Werft beschäftigte 1500 chinesische Arbeiter. Iltis und Bismard. Die Garnison hißte um 6 Uhr die weiße Flagge auf dem Observatorium. Die Küftenforts folgten ihrem Beispiel um 7 Uhr 30 Minuten. Die Zukunft Kiautschous. Tokio, 8. November.( W. T. B.) Der Unterstaatssekretär der 2onbon, 8. November.( W. Z. B.) Das Reutersche Bureau Marine erklärte in einem Gespräch über die Zukunft stiautschous, melbet amtlich aus Tokio: Die japanischen Berlufte bei daß Japan während der Dauer des Krieges Tsingtau berwalten dem Schlußtampfe um Tsingtau betrugen 36 Tote und 182 Ber- und nach dem Kriege Verhandlungen über das Gebiet mit China mundete. Auf seiten der Engländer wurden 2 Offiziere verwundet. einleiten werde. Die Deutschen fandten um 9 Uhr vormittags einen Bertreter, um wegen der Bebingungen der Uebergabe zu verhandeln. Die Befprechungen fanden in der Moltke- Raserne statt. Das Schutzgebiet Kiautschou. Die Ermordung der deutschen Missionare Ries und Senle 1896 nahm Deutschland als Grund, fich mit einem Hafen an der chine. fischen Küste festzusehen. Verhandlungen dazu waren bereits seit längerer Zeit mit Lihungtschang gepflogen worden. Am 14. No. bember 1897 nahm ein Landungstorps der deutschen Schiffe Stai ſer"," Prinzeß Wilhelm" und" Cormoran"( 30 Offiziere, 687 Der im Dezember zusammentretende Reichstag wird sich reichenden Unterstüßung der Familien von Kriegsteilnehmern zu beschäftigen haben. Es gilt eine Reihe Lücken, die das Gesek aufweist, auszufüllen. Vor allem müssen überall parate Mittel für den Unterstübungs 3 te d bereitgestellt werden. Hier muß das Reich rückhaltlos eingreifen. Auch im übrigen gilt es, Lücken, die das Gesetz entweder wirklich enthält oder die durch eine falsche Praxis unter anderem auch mit der Sicherung einer ausentgegen dem Gesez sich herausgebildet haben, zu beseitigen. Das Ziel des Gesetzes muß das sein, was im Jahre 1849 von dem Abgeordneten Kögel in dem Gesezentwurf, den auch der spätere Reichskanzler v. Bismard- Schönhausen als Antragsteller unterzeichnet hatte, ausgesprochen war: 1. unter feinen Umständen dürfen Familien der Armenpflege anheimfallen, sie müssen ein unzweifelhaft flagbares Recht auf unterstüßung haben, 2. die Familie darf, soweit es möglich, nicht in schlechtere Lage versetzt werden, als wenn die Einberufung des Ernährers nicht erfolgt wäre. Es muß zum Ausdrud gelangen, daß alles zum Lebensunterhalt Erforderliche fichergestellt wird, daß das für die Ernäh rung, Bekleidung, Wohnung und Beschulung der Familie Erforderliche ihr gewährt wird. Hierbei ist auch darauf Rücksicht zu nehmen, daß Schulden für den im Feld Stehenden aus Mietverträgen, Abzahlungsverträgen und dergleichen sich nicht anhäufen, während des Krieges überhaupt nicht entstehen dürfen. Weitab ist heute die Praxis von diesem Ziel, das bei objektiver Würdigung des Zweckes und der Enstehungs. geschichte des Gesetzes erreicht werden muß. So ist schon in dem preußischen Gesetz von 1850, das dem Reichsgesetz zum Vorbild gedient hat- um nur ein Beispiel herauszugreifen-, ausdrücklich erklärt, daß die Vorschrift des Gesezes Unterſtüßungen von Privatvereinen und Privatpersonen dürfen auf die vorbezeichneten Mindestbeträge nicht angerechnet werden" zum Zweck hat, je den 3 weifel darüber zu beseitigen, daß Privatunterstüßungen auf die durch das Gesetz bestimmten Unterstübungen nicht angerechnet werden dürfen". Und doch geschieht das recht häufig. Wird in der Praxis gegen dieses Gesetz Vom westlichen Kriegsschauplah. efek vielfach gefehlt, so bleibt nichts übrig als die BerGefangene Inder. Aus Herbesthal( Belgien) wird gemeldet: Hier find 500 Inder und 2000 Engländer als Kriegsgefangene eingetroffen; ebenso 8 Geschütze und 20 Maschinengewehre, die von den deutschen Truppen bei den Kämpfen in den Argonnen erbeutet wurden. fehlungen unter Strafe zu stellen. Noch schlimmer steht es damit, daß in manchen Kreisen die Unterstüßung teilweise nicht an die Familien, sondern an Dritte, an einen Gläubiger des Eingezogenen, z. B. an den Hauswirt gezahlt wird. Das ist gefeßlich durchaus unzulässig. Wir haben nichts dagegen, daß da, wo der Vermieter einen Nachlaß der Miete gewährt, eine Mietunterstützung für ihn gezahlt wird. Aber niemals darf die Uunterstützung von dem abgezogen Mann) unter Konteradmiral Diederichs ohne Blutvergießen Kiautschou in Beſts. Am 6. März 1898 wurde mit der chinesischen Ueber die mangelhafte Behandlung der Verwundeten in Nord. sonstige, notwendige Bedürfnisse erforderlich Regierung ein Badtvertrag auf 99 Jahre geschlossen. Die Eisen- Frankreich bringen die" Times" einen Artikel von einem Mediziner. ist. Wenn der preußische Staat für den Aufenthalt in Zuchtbahn nach Tfi- nan- fu wurde 1904, der große Hafen 1905 fertig. Boulogne, heißt es darin, ist ein großes Strantenhaus, Tag und häusern oder Gefängnissen als Erfab pro Tag und Kopf gestellt. 1906 wurde die Erhebung der Seezölle durch das chine Nacht wird gearbeitet, um bem entfeßlichen Strom Verwundeter eine Mark berechnet, so muß es direkt das Rechtsgefühl fische Seezollamt eingeführt. zu helfen. Alle Hospitäler und Verpflegungseinrichtungen sind verlegen, wenn Frauen und Kindern zugemutet wird, mit Das jezt von den Japanern eroberte Schutzgebiet umfaßt etwa überfüllt und es bleibt nichts anderes übrig, als die Verwundeten 18 martoder gar 9 Markfür den Monat das für 552 Quadratkilometer der chinesischen Provinz Schantung. Es noch England zu transportieren, was natürlich oft sehr gefährlich die Ernährung und Bekleidung ja auch das für die Behausung Tiegt zum größten Teil auf einer Halbinsel östlich der Kiautschou ist. Wir verfügen in Nord- Frankreich eben nicht über die genügen Erforderliche zu beschaffen. Unter dieser furzsichtigen, dem Bucht. Zum Schußgebiet gehören ferner die in der Bucht gelegenen den Verpflegungseinrichtungen, und vor allem fehlt es an er Inseln, die Bucht selbst bis zur Hochwassergrenze und die bem fahrenen Aerzten und Pflegern. Die meisten Wunden werden Gesetz widersprechenden Praris leiden die Familien der Eingang der Bucht vorgelagerte Halbinsel Haihfi mit dazu gehörigen burch Granatsplitter verursacht und erfordern einen raschen chirur. Kriegsteilnehmer. fleineren Inselchen. Um die Grenze bes Schutzgebietes zieht sich gischen Eingriff. Das Nohal Army Medical Corps" besteht aus eine neutrale Einflußzone von 50 Kilometer Halbmesser. Die Be- jungen Menschen, hier aber find erfahrene Aerzte nötig. Auch der bölferung betrug 1913 187 000, bie der neutralen Bone etwa Borrat von Verbandstoffen und Medikamenten genügt nicht. Ferner 1 200 000 Menschen. Die weiße Bevölkerung des ganzen Gebietes müßte an die Stelle der aseptischen Behandlung die antiseptische treten. Die nötigen Reformen müßten sofort eingeführt werden. betrug 1913: 4460, davon 2400 Mann Besatzung. Mängel im Sanitätswesen der Verbündeten. werden, was für die Ernährung, Bekleidung und Das Schutzgebiet unterstand dem Reichs- Marine- Amt. An der Spike ſtand ein attiver Seeoffizier als Gouverneur, dem Militär. Vom österreichisch- serbischen Kriegsschauplatz. Neue österreichische Erfolge. Auf eine Lücke mag noch aufmerksam gemacht werden, die Spezialfälle betrifft. Nach dem Gesetz werden die Unterstüßungen mit Recht dadurch nicht unterbrochen, daß der im Dienst Eingetretene als frank oder verwundet zeitweilig in die Heimat beurlaubt wird. Vergessen ist aber hierbei die große Zahl derjenigen, die aus irgendeinem anderen Grunde zeitweilig beurlaubt sind, sowie insbesondere jene und Bibilbertvaltung unterstellt waren. Die Besabung bestand Kriegsteilnehmer, die frant geworden bis zum Ausbruch des Krieges aus der Matrofenartillerie- Abteilung und deshalb ausgemustert sind. In vielen Aiautschou( drei Stompagnien), dem III. Seebataillon( fünf Som. Fällen wird ja vom Reich eine Unterstützung zu zahlen pagnien) mit seinen Detachements in Beting und Tientsin, sowie sein, da die Krankheit im ursächlichen Zusammenhang mit einer Marinefeldbatterie. Gs bestand im Schußgebiet u. a. eine dem Dienst steht. Aber die Regelung der Auszahlung der deutsch- chinesische Hochschule, deren Unterbau einer deutschen Realschule entsprach und deren Oberbau eine fachwissenschaftliche Hoch Wien, 8. November.( W. T. B.) Aftlich wird gemeldet: Unterstützung erfordert naturgemäß Monate. Bis dahin ichule für Staatswissenschaften, Technik und Medizin darstellte. 8. November. Auf dem südöstlichen Kriegsschauplage dauerten ist der megen Krankheit Beurlaubte oder Außerdem besaß Tsingtau seit 1901 eine höhere Lehranstalt nach die Rämpfe gestern den ganzen Tag auf allen Fronten mit Entlassene böllig ohne Subsistenzmittel, preußischem Muster( Reformrealgymnasium mit Vorschule, feit unverminderter Heftigkeit an. Trog zähen Widerstandes des nicht minder seine Familie. Nicht anders liegt es 1909 militärberechtigt). Das Schußgebiet erforderte einen be Gegners, bei dem die Parole:„ bis auf den letzten Mann" in den Fällen, in denen ein ursächlicher Zusammenhang deutenden Reichsaufduß; für 1913 waren es 9,5 Millionen tro ausgegeben war, wurde im Raume bei Krupa ni Schanze zwischen der Krankheit und der während des Krieges einbedeutender, von Jahr zu Jahr zunehmender eigener Einnahmen, auf Schanze von unseren tapferen Truppen erobert, bis heute getretenen Dienstunfähigkeit nicht nachzuweisen ist. Für alle die für 1918 auf 7,23 Millionen veranschlagt wurden. Die Einfuhr hatte 1911/12 einen Wert von 114,9 Millionen 5 Uhr vormittags auch der Kostajnik, ein von den Serben für diese Fälle sollte durch Notgefeß eine Fortdauer der FamilienMart gegen 55,8 im Jahre 1908; die Ausfuhr war 80,3 gegen 32,6 uneinnehmbar gehaltener wichtiger Stükpunkt, erstürmt unterstüßung angeordnet und die Zahlung einer Unterim Jahre 1908. Von Tsingtau führt eine Bahnlinie der Schantung wurde. Die 3ahl der Gefangenen und der erbeuteten Ge- stützung aus Reichsmitteln an den Beurlaubten oder Ent Eisenbahngesellschaft von 395 Silometer Länge nach Tsinan- fa, schüße ist bisher nur annähernd bekannt.. laffenen eingeführt werden. Vom österreichisch- russischen Kriegsschauplatz. Kampfpause. Wien, 8. November.( W. T. B.) Amtlich wird verlautbart: Auf dem nordöstlichen Kriegsschauplatz fanden auch gestern feine Kämpfe statt. Polnische Legionen in Rußland. Die russische Regierung folgt dem Beispiel der österreichischen und fördert die Bildung polnischer Legionen, denen sie in vollständiger Abweichung von der bisher den Bolen gegenüber geübten Verfolgungspolitik ziemlich weitgehende Freiheiten verspricht. Als Führer der Legionen" tritt der polnische Gutsbesitzer Witold Gortschinsky an die Deffentlichkeit, dem der Oberkommandierende der russischen Armee die Erlaubnis zur Bildung polnischer Legionen erteilt hat. Im„ Armeeboten", dem offiziellen Organ der russischen Armeeleitung, wird in der Nummer vom 9.( 22.) Oktober der Text des polnischen Aufrufs veröffentlicht, der überall in Russisch- Polen ausgehängt ist. Der Wortlaut dieses interessanten historischen Dokuments ist folgender: " Polen! Mit Genehmigung des Oberkommandierenden werden polnische Legionen gebildet! Wie ein Mann müssen wir in die Reihen der russischen Armee eintreten, um die Preußen aus · dem Königreich Polen zu vertreiben.. Auch in Frankreich fämpfen polnische Legionen dort sind 40 000 Polen(?) aus Amerifa eingetroffen. Wir sind der festen Ueberzeugung, daß unser Vorhaben eine große Bedeutung für den Dreiverband haben wird; daß es die Schwachen stärkt, die Schlafenden wedt, daß es Mut und Ruhe berbreitet. In den polnischen Regionen wird polnisches Kommando eingeführt werden. Waffen, Munition und Proviant werden von der Regierung geliefert werden. Die erfolgte und Feuer ausbrach. Es ist unbekannt, ob der Kreuzer der Flammen Herr werden konnte, doch schien es, als ob die Feuersbrunft nachließe. Die„ Good hope" kam schließlich außer Sicht. Der deutsche Kreuzer„ Nürnberg" kreuzte bis Tagesanbruch, um nach Verwundeten zu suchen, doch konnte den Matrosen der„ Monmouth" keine Hilfe gebracht werden, da die See zu unruhig war und Rettungsboote nicht ausgesetzt werden konnten. Opfer der Seeminen. Kristiania, 8. November.( W. T. B.) Aus Grimsby wird gemeldet: Wie erst jetzt bekannt wird, ist der Fischdampfer Calphurnia" am 14. September auf eine Mine gestoßen und ge= junten. Die ganze Bejagung von zwölf Mann, Norweger und Dänen, ist ertrunten. Der türkissche Krieg. Der Senussi gegen die Engländer. Der„ Frankfurter Zeitung" wird aus Mailand berichtet: Nach einer Meldung der Stampa" hat der Scheik der Senussen( die aus dem Tripoliskriege bekannte friegerische Sefte fanatischer Mohammedaner) seine Streitmacht aus der Cyrenaika zurückgezogen und nach Aegypten gegen die Engländer geschickt. Eine italienische Abteilung, die cm 29. Oktober von Zaui Beda abging, gelangte bis Mersa, ohne einen Feind zu treffen. Einige Freunde rieten mir, etwas länger zu warten, bis England stärkere Schläge erhalten habe. Aber es ist unter meiner und meines Volkes Würde, einem toten Hund einen Fußtritt zu geben. England hat die Hände voll genug. Ich hasse die Lügen, die beständig verbreitet werden, daß Tausende von Australiern, Kanadiern und Indiern gesandt werden können, um gegen uns zu kämpfen. Woher will England fie nehmen? England hat genug zu tun, um seine eigenen Schlachten zu schlagen. Friedensaktion der schweizerischen Sozialdemokratie. Wie schon durch den Bericht der Nationalratsfraktion, gegeben auf dem Parteitage, bekannt wurde, hat die Fraktion in Ausführung des Beschlusses der Konferenz in Lugano die notwendigen Schritte unternommen, um eine Friedensaktion durch die neutralen Staaten einzuleiten. Die Fraktion hatte eine Deputation an den Bundespräsidenten der Schweiz gesandt und diesem die in einem Schreiben niedergelegten Wünsche überbracht. Das dem Bundespräsidenten übergebene Schriftstüd lautet: Bern, 31. Oktober 1914. An den schweizerischen Bundesrat, Bern. Sehr geehrte Herren! Seit drei Monaten ist der größte Teil Europas vom Krieg überzogen. Die furchtbaren Wirkungen bleiben nicht nur auf die kriegführenden Länder beschränkt. Die Stockung auf dem Weltmarkt, die Unterbindung der Zufuhr und des Exports haben in den neutralen Staaten die Produktion lahmgelegt, die allVerstärkung der russischen Truppen in Persien. gemeine Lage zu einer äußerst prefären gestaltet, die MaſſenAm Konstantinopel, 7. November.( W. T. B.) Teheraner Blätter melden die Ankunft neuer russischer Truppen in Persien. 3. November trafen in Ardebil etwa 1000 russische Soldaten ein, die angeblich nach Choi und Salmas an der türkischen Grenze sich begaben. Hundert Mann kamen nach Kaswin, das vor einiger 150 in Mescheb ge= Zeit von den Russen geräumt worden war. landete russische Soldaten sind mit 70 anderen russischen Soldaten nach Kaswin abgegangen. Russische Truppen trafen mit Munition und Lebensmitteln auch in Baku und Choi ein. mittel in die Höhe getrieben und die Warenvorräte auf ein Minimum reduziert. Durch die Aufrechterhaltung der Mobilisa tion erwachsen den neutralen Staaten enorme außerordentliche Kosten. Die Gründe und die allgemein menschliche Erwägung, daß dem furchtbaren Schlachten so rasch als möglich Einhalt getan werden sollte, veranlassen die sozialdemokratischen Parlamentsfrattionen aller neutralen Länder, am heutigen Tage bei ihren Regierungen mit dem lebhaften Wunsche vorstellig zu werden, sie möchten sich gegenseitig verständigen, um den Regierungen der triegführenden Länder freundschaftliche ittlerdienste anzubieten Ausrüstung geschicht auf eigene Rechnung. Die Wohlhabenden Vorgehen der Engländer im persischen Golf. und auf diese Weise einem baldigen Waffenſtillstand und Frieden fönnen die Unbemittelten auf ihre Kosten ausrüsten." In den Aufnahmebedingungen" wird vorsorglich darauf hingewiesen, daß jeder Legionär Disziplin halten muß", daß vor Ablauf des Krieges die Reihen der Legionen nicht verlassen werden dürfen" und daß jede Politik in den Legionen verboten ist". Der Seekrieg. Die Seeschlacht an der chilenischen Küste. London, 8. November.( W. T. B.) Nach einer amtlichen Mitteilung haben eine indische Truppenabteilung und eine Seebrigade Fao an der Mündung des Schahte- el- Arab im persischen Golf nach einstündigem Kampf in Besitz genommen. Sie hatten feine Verwundeten. Vom südafrikanischen KriegsSchauplatze. Kämpfe im Oranjefreistaat. Amsterdam, 7. November.( W. T. B.)„ Nieuws van den Dag" meldet aus Johannesburg vom 7. November: Rebellen, die durch Regierungstruppen verfolgt wurden, sind in den Oranjefreistaat eingefallen. General Beyers scheint sich bei ihnen zu befinden. Sie haben die Brücke über den Sandfluß bei Virginia zerstört. Die Truppen Dewets haben an verschiedenen Stellen die Eisenbahn nach dem Freistaat zerstört. New York, 8. November.( W. T. B.) Ueber die Seeschlacht an der chilenischen Küste werden noch folgende Einzelheiten gemeldet: Es war sechs Uhr abends, als die Deutschen die englischen Kriegsschiffe bemerkten und sie zum Kampfe zwangen. Die deutschen Schiffe waren attionsbereit, als die" Good Hope" in Sicht fam und sich unter vollem Dampf näherte. Als sie den Feind gewahr wurde, manöverierte sie sehr geschickt, so daß die anderen englischen Schiffseinheiten herankommen konnten. Beide Geschwader fuhren in südlicher Richtung, wobei sich die Deutschen in der Nähe der Küste hielten, um sich dann den Engländern immer mehr und mehr zu nähern. Der erste deutsche Schuß fiel zu kurz. Auf eine Entfernung von 6000 Yards( 1 Yard 0,914 Meter) eröffnet die„ Good hope" mit neunzölligen Geschützen ihr Feuer. Scharnhorst" und Gneisenau" erwiderten mit einer Breitseite, welche vitale Kapstadt, 7. November.( W. T. B.)( Meldung des ReuterTeile des englischen Admiralschiffes traf, worauf die Maschinen zu schen Bureaus.) De wet sagte in einer Rede, die er am 28. Ot arbeiten aufhörten. Jetzt griff der englische Kreuzer„ Mon= tober hielt: Ich gehe zu Mariz, wo wir Waffen und Munition mouth" ein, um die„ Good hope" zu schüßen. Die Gegner waren um diese Zeit fünftausend Yards voneinander entfernt, und die Deutschen konnten alle ihre Geschüße zur Geltung bringen. Sie kon= zentrierten ihr Feuer auf die„ Monmouth", bis diese sank. Der Zwischenraum unter den Kämpfenden war jetzt nur noch 4500 Yards. Die„ Good hope" hielt sich tapfer, bis eine Grplosion an Bord Kriegskameraden von der Gegenseite. Ein einigermaßen idyllisches Zwischenspiel im großen Völfer= ringen fröhlich und doch wieder zu tieferem Nachdenken anregend wird mit Erlaubnis des Bataillonsstabs in der Berliner Presse bekannt gegeben. Es gewinnt an Interesse durch den Umstand, daß einer unfrer besten Dichter, jetzt Kriegsfreiwilliger Richard Dehmel, als Mitspieler hervorragend beteiligt ist. Es handelt sich um eine Art diplomatischen Notenaustausches" zivischen einem deutschen und einem französischen Schüßengraben in der Nähe von Nahon. Eines Morgens fanden die Franzosen nahe ihrer Stellung an einem Baum eine Proklamation in franzöfischer Sprache angeschlagen, die die Unterschrift trug: Manitius, officier prussien" und" Dehmel, poète allemand". Die Unterzeichner gaben darin den Franzosen Nachrichten über die deutschen Siege und luden sie ein, statt Hungers zu sterben, lieber mit einer weißen Fahne bewaffnet nach den deutschen Schüßengräben zu fommen, wo ihnen gastfreundliche Aufnahme gewiß sei. Begreiflicherweise nahmen die Franzosen diese gut gemeinte Einladung nicht an. Beantworteten vielmehr mit einer Gegenproflamation in drollig gebrochenem Deutsch, worin sie versicherten, sich für die Freiheit und Glücklichkeit" der Völker zu schlagen und die liebenswürdige Antwort fundgaben, bloß den deutschen Kaiser ein bißchen zu töten, um auch dem deutschen Volk, die Glücklichkeit" zu verschaffen. Beigefügt war ein großartiger Speisezettel( Summern, Huhn, Hammelfeule ust.), dessen Gänge die tägliche Mahlzeit der Franzosen bilden sollten. Der Aufruf schloß mit der liebenswürdigen Gegeneinladung Kommen Sie mit uns!" Darauf konnten nun wieder die Deutschen begreiflicherweise nicht ohne weiteres eingehen. Sie erließen diesmal in deutscher Sprache folgende Schlußnote: Die Absichten Dewets. vorzubereiten. Erscheint der Versuch auch außergewöhnlich, so er nichtsdestoweniger gerechtfertigt durch die oben angeführten Gründe. Der schweizerische Lundesrat hat schon so oft und in anerkennenswerter Weise Schritte zur Erzielung internationaler Uebereinkommen auf den verschiedensten Gebieten unternommen., Wir zweifeln daher keinen Augenblick daran, daß Sie jetzt, angegesichts des blutigen Trauerspiels, das sich vor unseren Augen abspielt und dessen Opfer ungeheuer sind, um so mehr unserem Wunsche entsprechen und sich zur Anbahnung des Friedenswertes mit den Regierungen der übrigen neutralen Staaten in Verbindung seben werden, um dann im gegebenen Zeitpunkt an die triegführenden Mächte mit Friedensvorschlägen heranzutreten. Schon der bloße Versuch einer solchen Vorarbeit für den Frieden wäre, unbekümmert um den schließlichen Erfolg, eine Tat, für die die ganze Kulturmenschheit Dank wüßte. In der Erwartung, daß es Ihrer Initiative gelingen möge, im Sinne der vorstehenden Ausführungen, die wir mündlich vorzubringen uns gestatten werden, zu wirken, zeichnen Mit vorzüglicher Hochachtung Für die sozialdemokratische Fraktion der schweizerischen Bundesversammlung: Greulich, Grimm, Stuber. Bundespräsident Hoffmann antwortete auf das Ersuchen, daß schon die wirtschaftlichen Folgen des Krieges den Bundesrat veranlassen würden, mit den übrigen neutralen Ländern in Verbindung zu treten, um die wirtschaftlichen Interessen dieser Länder zu wahren. Geschieht dies, so wird dabei Gelegenheit sein, auch dem Wunsche der sozialdemokratischen Fraktion der Schweiz und der übrigen neutralen Länder Rechnung zu tragen. Irgendwelche größere Hoffnung wird man dieser Aktion kaum beimessen können, Prätoria, 5. November.( W. T. B.)( Meldung des Reuterschen Bureaus.) Dewet ritt am 29. Oktober in Vrede im Frei- doch ist es immerhin erfreulich, daß Versuche in dieser Richtung staat ein. In einer Rede bezeichnete er den Einfall in Deutsch- unternommen werden; denn ganz ohne Eindruck dürften sie doch Südwest als einen feigen Aft und eine Räuberei. Dewet sagte: nicht sein. erhalten werden. Wir gehen von dort nach Prätoria, um die britische Flagge herunterzuholen und eine freie südafrikanische Republik zu proklamieren. Dehmel erließ keine Proklamationen mehr, sondern er marschierte. I wind vom Taurus hinüber. Aber um so heißer sind die Sommer, Woran er aber in gleichmäßigen Eins- zwei des Marschtrittes gedacht haben mag? Etwa an Paul Verlaine, den er uns so meisterhaft verdeutschte? Oder gar an seine eigenen, wundervoll tiefen Verse? Ich hab' ein großes Vaterland: Zehn Völkern schuldet meine Stirn ihr bißchen Hirn. Ich habe nie das Volk gekannt, in dem mein reinster Wert entstand. In meiner Heimat steht ein Baum, den lieb' ich sehr, der steht sehr stolz zwischen dem Mittelholz. Da träumt' ich manchen jungen Traum; er wurzelt tief, der hohe Baum. Da träumt' ich, daß der Mensch allein dem hunderttausendfachen Bann entwachſen fann, bis auch die Völker sich befrein zum Volk! Mein Volf, wann wirst du sein!? Kriegskameraden! Wann wird es wieder einfach heißen: Kameraden! Die Insel Cypern. Nun haben die Engländer auch die Insel Cypern annettiert, die, wenn auch nicht dem Namen nach, so doch tatsächlich schon seit dem Jahre 1878 in den Händen der Briten ist. Cypern gehört zu den größeren Inseln des Mittelmeeres, von denen man bei uns nicht viel mehr als den Namen weiß. Allenfalls sind es Erinnerungen aus dem klassischen Altertum, die bei der Nennung dieses ,, Verehrte Kriegskameraden von der Gegenseite! herrlichen Eilandes wach werden; freilich hat uns das moderne Wir danken Euch für die gastfreundliche Einladung und Cypern auch nicht allzuviel zu sagen. Der Glanz und der Reichwerden uns erlauben, ihr Folge zu leisten, sobald wir in Paris tum der Insel sind dahin; der Staub von Jahrtausenden liegt über eingezogen sind. Solange wir im Felde liegen, speist der deutsche ihrer alten Blüte. Von der Zypressenwäldern, die einstmals zum Offizier grundsäßlich kein anderes Menü als die übrigen Sol- blauen Himmel Zyperns ernst emporstrebten, ist keine Spur mehr daten; unsere Feldküche ist sehr leistungsfähig. Ueber Freiheit vorhanden, und der Baum, der von der Insel seinen Namen erund Gleichheit" machen wir nicht viele Worte; wir beweisen sie halten hat, kommt auf ihr nicht mehr vor. Gewaltige Kupferberg lieber durch die Tat, soweit es menschenmöglich ist. Hoffentlich werke hatte Cypern im Altertum, und die Phönizier waren es, bringt Guch dieser Krieg die gleiche Freiheit und Ordnung und die von hier aus das biegsame rote Metall holten. Doch auch das Einigkeit, deren wir uns nach 40 glücklichen Friedensjahren unter Kupfer, das seinen Namen von dem seiner ersten Fundstätte herunserem Kaiser erfreuen. leitet, wird nicht mehr abgebaut; es lohnt sich nicht mehr. Verfall, Das unglückliche Frankreich aufrichtig bedauernd Ruinen, heiße Steppen, wo einstmals ein unerschöpflich reicher Manitius und Dehmel." Garten des Paradieses geblüht hat das ist das Cypern von Der diplomatische Verkehr fand damit sein Ende, da die heute, und auch die Engländer, die sich, was man anerkennen Deutschen in eine andere Gegend abkommandiert wurden. muß, mit der Hebung der Insel redliche Mühe gegeben haben, haben Dann aber fam wieder der fürchterliche Ernst des Krieges! in wenigen Jahrzehnten die Sünden von zwei Jahrtausenden An die Kriegskameraden" von beiden Seiten trat wieder die nicht gutmachen können. Aber trotz allem ist Cypern auch heute strenge Soldatenpflicht heran, das im Augenblick Notwendige zu noch ein begnadeter Erdenfleck. Es ist ein fruchtbares Land und tun, ohne über das Ganze im Sinne einer höheren menschlichen reich an Naturprodukten. Wohl sind die Winter kalt; denn der Zweckmäßigkeit nachzudenken. Der Kriegsfreiwillige Richard größte Teil der Insel ist Bergland, und rauh weht der Winterund der Frühling, der von Mitte Februar ab etwa zwei Monate dauert, verwandelt die ganze Insel in einen einzigen Blumenteppich. Langsam hat in der neuesten Zeit der Ackerbau und der Wohlstand der Landbevölkerung wieder zugenommen. Man baut Weizen, Gerste, Hafer, Linsen, Oliven und Sesam, und auch der Weinbau nimmt wieder zu, der dereinst den hochberühmten Cyper wein lieferte. Auch Johannisbrot wächst auf Cypern. Die Insel dürfte gegenwärtig rund 250 000 Bewohner, meist Griechen, haben; etwa ein Fünftel davon sind Bekenner des Islam. Die HauptstadtNitosia ist Siz eines Erzbischofs; der wichtigste Hafen- und Handelsplatz ist Larnara im Südosten der Insel. Eine dritte Stadt von Bedeutung ist das an det Ostküste gelegene Famagusta. Jm ganzen gibt es auf Cypern 667 Städte und Dörfer. Feuerzauber. Der Köln. 3tg." wird aus einem Schüßengraben an der Aisne erzählt: Nachdem man sich schon wochenlang mit musikalischen Genissen aller Art vergnügt hat, ist man jetzt zu einem allgemein Feuerzauber" genannten Zeitvertreib übergegangen. Eine Puppe, ähnlich einem feldgrauen Soldaten, ist bald hergestellt; sie wird an einer Stange befestigt und aus dem Schügengraben hochgehalten. Erst äugt der Feldgraue ganz vorsichtig einige Male über den Grabenrand; dann redt er sich in halber Figur über die Brustwehr Beng! tommt ein Geschoß, und dann folgt ein ganzer Kugelregen, als gelte es, einen Borstog abzuwvehren. Die Puppe duckt sich, um bald hier, bald da wieder aufzutauchen. Stets en pfängt sie ein Schnellfeuer, als wenn sie drüben heute noch alle Batronen los werden müßten wie am letzten Manövertage. Unsere Mannschaften aber sitzen schmunzelnd in der Deckung; und ist es gerade eine nrusikalische Kompagnie, jo begleitet eine Ziebharmonika den" Feuerzauber". Schließlich zeigt sich die Puppe nicht mehr, und es wird wie auf dem Scheibenstand alter Zeit, der Ordnung halber, mit dem Markierknüppel abgewinkt " Fehler!" st aber der Veranstalter des Feuerzaubers ganz besonders guter Laune, dann erscheint die Puppe noch einmal, und es wird ein Kleiner Außentreffer am Schulterblatt markiert, was die Gallier mit einem abermaligen Feuerzauber quittieren. Trotz dieses feststehenden Ausganges folgt der Franzose hißig, wie er nun einmal ist stets der Einladung, während der Engländer, weniger erregbar und un musikalisch, sich nichts aus Feuerzauber macht. Er widersteht der Rockung und riskiert nur zuweilen mal einen Schuß. Notizen. " Theaterchronit. Im Deutschen Theater findet Freitag die Erstaufführung von Wallensteins Tod" statt. Musit. Das Theater des Westens beginnt seine Operetten- Spielzeit am Sonnabend, den 14. November, mit der Aufführung von Dellingers Operette„ Don Cefar". Die Halle der Kultur, die zu den gediegensten Dar bietungen der Leipziger Buchgewerbeausstellung gehörte, soll er freulicherweise nächstes Frühjahr als buchgewerbliches Museum wieder eröffnet werden. Die deutsche Zensur in Belgien. Die Zensur in den von den deutschen Truppen befekten GegenDen Belgiens wird nach einer Bekanntmachung des Generalgouverneurs Feldmarschall v. d. Goltz in einer Proklamation geregelt. Die Proklamation hat folgenden Wortlaut: 1. alle Erzeugnisse der Druckpresse ebenso wie alle anderen auf maschinellem oder chemischem Wege hergestellten und zur Verbreitung unter dem Publikum bestimmten Vervielfältigungen, sowie Musikstücke mit Text oder Drucksachen sind der Zensur des Kaiserlich deutschen Generalgouvernements unterworfen. Alle Personen, die in unter 1. angeführten Drucksachen ohne Genehmigung des Zensors herstellen oder verbreiten, werden nach den Kriegsgesehen bestraft. Die in Frage kommenden Drucksachen werden konfisziert und die Formen und Platten unbrauchbar ge= macht. Als Verbreitung von Drucksachen wird ebenfalls angesehen das Anschlagen und Ausstellen der in Frage kommenden Druckschriften an öffentlichen, dem Publikum zugänglichen Stellen. 2. Theateraufführungen, geſungene und gesprochene Rezitafionen ebenso finematographische und andere Lichtbildervorführungen dürfen ebenfalls nur stattfinden, wenn sie zuvor die Genehmigung der Zensur erhalten haben. Wer Theateraufführungen, Vorträge oder Lichtbilderaufführungen veranstaltet oder in irgendciner Weise daran teilnimmt, wird auf Grund der Kriegsgesetze bestraft. Die Platten und Films werden eingezogen. Die Verordnung tritt unmittelbar in Kraft. Brüssel, im Oktober 1914. Der Generalgouverneur von Belgien. ( gez.) Freiherr von der Golb, Generalfeldmarschall. Lebensmittelwucher. Mit großem Eifer war er von Jugend an für die Verbreitung unserer Grundsäße eingetreten, unerschrocken trat er für die Partei ein. Immer glaubte er den Tag zu er leben, an dem sein Lebenswerk durch den endgültigen Sieg des Proletariats gekrönt wird. Nun ist er ins Grab gesunken. Trauernd stehen die Proletarier am Grabe eines mutigen Kämpfers und eines treuen Kameraden, der in schweren Kämpfen bewies, daß die Begeisterung für eine große Sache den Menschen befähigt, große Opfer zu bringen. Zur Tagung des Reichstags. Der Neue Polit. Tagesdienst" teilt mit: forps, Wieder ein Erlaß gegen die Gehaltskürzungen. Der stellvertretende kommandierende General des 10. ArmeeGeneral der Infanterie v. Linde- Suden, hat eine Bekanntmachung erlassen, in der es u. a. heißt: " In legter Zeit sind zahlreiche Beschwerden von Beamten und Arbeitern industrieller Unternehmungen usw. an mich gelangt, in denen über eine übermäßige Kürzung ihrer Einnahmen geflagt wird, ohne daß die Arbeitgeber durch schlechte Geschäftslage zu solcher Maßnahme gezwungen wären. Die Beschwerden richten sich zum Teil auch gegen solche Unternehmer, die durch Aufträge der Militärbehörden reichlich be schäftigt sind. Die Prüfung der Berechtigung der Beschwerden ist in die Wege geleitet, und ich muß mir weitere Schritte gegen diejenigen Firmen vorbehalten, bei denen eine unbegründete und übermäßige Kürzung der Gehälter und Löhne sich herausstellen sollte." Organisation der Heereslieferungen. machten, auf Grund deren dann die Vergebung der Lieferungen unter Berücksichtigung aller Verhältnisse erfolgen müßte. Das würde wahrscheinlich nicht nur der Qualität der Waren zugute kommen, sondern könnte auch eine gleichmäßigere Beschäftigung der Arbeiter in den verschiedenen Industrien herbeiführen und vor allem auch die heute nicht selten emporgetriebenen Preise günstig beeinflussen. Es wäre also zu wünschen, daß die Militärbehörden derartigen Anregungen Entgegenkommen bewiesen. Es steht nunmehr fest, daß der Reichsetat für das nächste Jahr in der bevorstehenden kurzen Tagung des Reichs- Die Tatsache, daß immer neue Erlasse sich gegen die unberech tages im Dezember nicht zur Vorlage gelangen wird. Ob tigten Gehaltskürzungen gewisser Unternehmer wenden müssen, die Reichsfinanzverwaltung schon bei dieser Tagung mit einer beweist leider, daß das soziale Verständnis und der patriotische neuen kreditvorlage zur Dedung der Kriegs- Opferfinn in manchen Kreisen nicht so sind, wie es wünſchenswert kosten an den Reichstag herantreten wird oder erst in einer wäre. späteren Tagung nach Neujahr, steht zurzeit noch nicht fe ft. Der Umstand aber, daß hierüber Erwägungen schweben, beweist, daß die in manchen Kreisen herrschende Ansicht über Lebhafte Klagen werden laut über die Art und Weise, wie heute die Kosten des Krieges und ihre Deckung aus der bisherigen vielfach Militärlieferungen vergeben werden. Die Anleihe irrtümlich ist. Man scheint vielfach zu glauben, daß Vergebung der für die Truppenkörper nötigen Gegenstände erfolgt der Reichsfinanzverwaltung die jetzigen Einzahlungen auf durch die verschiedenen Bekleidungsämter selbständig, und hier ge die Kriegsanleihe zur weiteren Bestreitung der durch den lingt es nicht selten einzelnen 3 wischenhändlern, die Auf-. Krieg verursachten Kosten zur Verfügung stehen. Diese An- träge an sich zu ziehen, die mit der Herstellung oder auch nur dem nahme ist jedoch unzutreffend. Man muß sich vergegenwärti- Handel der betreffenden Dinge gar nichts zu tun haben, gen, daß bei Ausbruch des Krieges dem Reiche nur ein Kriegs- während die eigentlichen Interessenten ausgeschaltet sind oder erst schatz von rund 200 Millionen Mark zur Verfügung stand, der durch die Vermittlung dieses Zwischenhandels, der natürlich sehr naturgemäß nur für die ersten Tage der Mobilmachung aus auf seinen Gewinn sieht, Aufträge erhalten. Hand in Hand damit reichte. Infolgedessen war die Finanzverwaltung gezwungen, geht eine sehr ungleichmäßige Verteilung der Aufauf Grund des ihr vom Reichstag durch das Gesetz vom träge, unter Ausschaltung besonders der kleineren Unternehmungen. 4. August eingeräumten Kredites die Reichsbanf durch Aus. Es ist nun angeregt worden, unter Mitwirkung der HandelsDie Preistreibereien auf dem Lebensmittelmarkte haben gabe von Schazanweisungen in Anspruch zu nehmen. Hier- fammern und sonstigen Vertretungen des Unternehmerüberall Erbitterung ertvedt, und aus allen Lagern haben sich Stim- durch wurden die Kosten des Krieges für zwei Monate gedeckt. tums die Vergebung der Militärlieferungen besser 3 น men dagegen erhoben. Eine der charakteristischsten darf man viel Ein sehr erheblicher Teil der Kriegsanleihe mußte daber so- organisieren. Das würde so schtver nicht sein, wenn leicht jene nennen, die in der Halbmonatsschrift Jungland" gleich zur Einlösung der ausgegebenen Schabanicheine ver- alle in Frage kommenden Firmen durch Vermittlung der Handelslaut wird, einem Unternehmen des Katholischen Volts= vereins, in München- Gladbach für die jugendliche Landbevölke- wendet werden. Hieraus läßt sich ermessen, wie lange etwa der vertretungen,-kammern usw. den Intendanturen genaue Angebote rung herausgegeben. In diesem Blatte wird der Wucher mit vom Reichstag eingeräumte Kredit ausreichen kann. Lebensmitteln aufs schärfste gebrandmarkt. Zu einem solchen Treiben liege nicht der geringste Anlaß vor, denn die Landvirte hätten im ganzen in den letzten Jahren gute Geschäfte gemacht"," und die Landwirtschaft sei vor dem Krieg dauernd im Aufschwung begriffen gewesen. Dann heißt es weiter: " Das verdankt sie eigner Tüchtigkeit, aber z. B. auch der Schutzollgesetzgebung(!), die durch die Mehrheit des Volkswillens zum Besten der Landwirte zustandegekommen ist. Wir wollen hier die alte Streitfrage, ob und wie das Volk hierdurch zu höheren Opfern herangezogen worden ist, nicht der ganzen Länge nach noch einmal aufrollen, Tatsache bleibt, daß das Volk ein gewisses Opfer zum Nußen der Bauern gebracht hat. Die einfachste Pflicht der Dankbarkeit verlangt daher, daß dieselben Bauern jetzt, wo sich jeder einschränken muß, nicht die notwendigsten Lebensmittel ohne triftigen Grund verteuern... Es sind die ärmeren, breiten Massen, die am meisten unter der Geldgier zu Teiden haben. Bei Hunderttausenden, ist der Brotverdienst durch die Höchstpreise zu machen imstande sind. entweder ganz in Wegfall gekommen oder so tief herabgedrückt worden, daß sie nur mit größter Sparsamkeit sich und ihre armen, schuldlosen Kinderchen vor Hunger und Not anderer Art schüßen tönnen. Der Ernährer und Vater steht in Felde, um mit Leib und Leben die deutschen Reichsgrenzen gegen übermächtige Feinde zu decken, und um auch gerade dem daheimgebliebenen Bauern die Möglichkeit zu erhalten, seinen Ader zu bauen und in alter Weise seine Geschäfte zu machen. Der Staat unterstützt zudem auch die Landwirtschaft nach bestem Vermögen. Er zieht nach Tunlichkeit die unbedingt zur Aufrechterhaltung des bäuerlichen Betriebs erforderlichen Jahrgänge nicht ein, beläßt dem Bauern an Pferden und Vieh, was eben belassen werden kann, und gibt ihm bei Verkauf der Beutepferde den Vorzug. Sicher aber erwartet auch der Staat cinen anderen Dienst als den genannten. Fragt man sich ferner: Wo im Deutschen Reiche ist jebt ein Bauer, der mit Recht über Kriegsnot flagen fönnte, so muß man sich ehrlich gestehen: Nirgendwo. Gerade die in der letzten Zeit mit Stolz und Anerkennung so viel genannte deutsche Landwirtschaft wird, viel mehr als das auf die Industrie zutrifft und zutreffen fann, mit allen Kräften hochgehalten. Der deutsche Bauer trägt eine Verantwortlichkeit für Fortbestehen und Durchhalten unseres Staates, wie er sie nie getragen hat. Wuchergeld ist Blutgeld und bringt kein Glück. In einer solchen Sprache muß mit einem großen Teile der landwirtschaftlichen Bevölkerung geredet werden, mit Leuten, die fast ohne Ausnahme stets am lautesten waren, wenn es galt, die Sozialdemokratie als vaterlandsfeindlich zu verleumden. Politische Uebersicht. Wilhelm Metzger gestorben. Wilhelm Metzger, Reichstagsabgeordneter für den dritten Hamburger Wahlkreis, ist, wie uns ein Privattelegramm aus Hamburg meldete, Sonntagvormittag um 912 Uhr gestorben. Die Preissteigerungen für Getreide. Durch ein Versehen sind in der gestrigen Notiz" Preissteigerungen für Getreide und Mehl" die Unterschiede zwischen den Durchschnittspreisen Mai/ Juli und den jetzt festgesetzten Höchst preisen für Roggen und Weizen um ein Geringes zu hoch angegeben. Sie betragen richtig für Roggen 46,40 M. oder 26,5 Pro 3., für Weizen 54,50 M. oder 26 Proz. Will man aber die Durchschnittspreise der drei letzten Monate vor dem Krieg mit den Durchschnittspreisen vergleichen, die für die entsprechenden Monate 1915 gelten sollen bekanntlich werden sich vom Januar an die heutigen Höchstpreise noch automatisch erhöhen so wird sich zeigen, daß sogar eine Steigerung bei Roggen um 63,65 M. oder 36,6 Prozent, bei Weizen um 71,75 M. oder 35 Pro 3. eintritt. Daraus läßt sich ermessen, welche Sondergewinne die Landwirte Ein Briefwechsel. Von dem Reichstagsabgeordneten Genossen Davidjohn wurde am 23. Offober folgendes Schreiben an den preußischen Kultusminister gerichtet: Im Vorwärts" von gestern( Hauptblatt Seite 3, Spalte 1) wird" berichtet, daß 17 Deutsche und Oesterreicher als Schreiber, Lehrerinnen, Aerzte usw. in Moskauer städtischen Diensten stehen, und daß der Magistrat von Moskau entgegen einem Antrage des echtrussischen" Stadtverordneten Schwakoff die Absicht habe, diese 17 Deutsche und Desterreicher im Dienste der Stadt Moskau zu behalten. " Eure Exzellenz wollen gestatten, daß ich darauf aufmerksam mache, wie sehr sich dieses russische, vom Vorwärts" wohl mit Recht als vorurteils los bezeichnete Verfahren unterscheidet von der durch Gure Exzellenz getroffenen Maßregel: die unschuldigen Kinder von Ausländern aus den höheren Schulen zu eliminieren. Kommunale Kriegsmaßnahmen. Die Stadtvertretung von Aschaffenburg nahm einen sozialdemokratischen Antrag auf Einführung der Arbeitsfind auch einbezogen die Kleinhandwerker und die Angehörigen soLosenunterstügung an. In die Unterstügungsberechtigung ledige Arbeitslofe täglich 50 Pf.; wenn diese Ernährer von Eltern genannter freier Berufe. Als Unterstützung wird gewährt: Für oder Familien sind, 70 Pf.; für verheiratete Arbeitslose 90 Pf. und für jedes Kind 20 Pf. bis zum Höchstfage von 1,70 M. Sonn- und Feiertage werden als Unterstützungstage gerechnet. Für die ersten acht Tage wird feine Unterstützung gezahlt. Mitgliedern von Berufsvereinen wird die von diesen gewährte Unterstüßung bis zu 50 Proz. angerechnet. Mehr als 75 Proz. des Verdienstes in nor maler Beit werden nicht gewährt. Die Unterstügung wird auf die Dauer von 60 Tagen bezahlt. Unterstützung erhält nur, ter vom 1. Juli 1914 drei Jahre in Aschaffenburg ansässig war.- Der Magistrat hat der Arbeitslosenunterstützung zugestimmt. der Arbeitslosigkeit alle im Etat vorgesehenen städtischen Arbeiten Der Stadtmagistrat in Augsburg beschloß, zur Linderung und Bauausführungen sofort in Angriff zu nehmen. Außerdem wurde ein Kredit in der Höhe von 380 000 m. zur Ausführung beArbeit verschaffen zu können, wurde die tägliche Arbeitszeit auf sonderer Notstandsarbeiten bewilligt. Um möglichst vielen Arbeitslosen 6 Stunden herabgefeßt. Die Stunde wird mit 40 Pf. entlohnt. werbswilligen bedürftigen Personen, die infolge des Krieges er Die Stadt Luckenwalde gewährt erwerbsfähigen und erwerbslos geworden und seit mindestens 14 Tage erwerbslos find, bis auf weiteres eine Unterstüßung, wenn sie seit dem 1. August 1914 in Luckenwalde wohnen und vorschriftsmäßig angemeldet sind. Selbst wenn die Mitteilung des Vorwärts" nicht oder nicht Die Unterstützung beträgt für den Haushaltungsvorstand, gleichvöllig den Tatsachen entspräche, oder wenn die Mehrheit der viel, welchen Geschlechts, täglich 60 Pf.( wöchentlich 4,20 m.), für Moskauer Stadtverordnetenkörperschaft der Vorurteilslosigkeit jedes weitere Mitglied des Haushalts, Frau und Kinder, täglich ihres Magistrats nicht das wünschenswerte Verständnis ent- 30 Pf.( wöchentlich 2,10 m.). Selbständige, nicht zu einem Fagegenbringen sollte, würden Eure Exzellenz, wie mir scheint, milienhaushalt gehörige Personen über 16 Jahre erhalten täglich durch Zurücknahme der Maßregel gegen die ausländischen Knaben 60 Pf.( wöchentlich 4,20 M.). und Mädchen der höheren Schulen dem Ansehen des Deutschen Die Hamburger Bürgerschaft Iehnte einen fozialdemo Reiches und Preußens bestens dienen, zumal, da die Maß- kratischen Antrag auf Einführung einer Arbeitslosenunterregelung nicht etwa bloß Familien trifft, die nur vorübergehend stü bung unter Mitwirkung der Arbeiterberufsvereine in wiederholter in Deutschland weilen, sondern ganz besonders solche, die nur Beratung a b. Man berief sich dabei auf eine Erklärung des Senats, äußerlich mangels des fehlenden Einbürgerungspapiers wonach die private, se riegshilfe" die beste Arbeitslosenfürsorge noch als Feinde" gelten können, in Wirklichkeit aber mit ihrem ganzen Fühlen und Denken, zum Teil seit Jahrzehnten, im deutschen Leben wurzeln, darunter Kinder, die erst durch ihre Entfernung von der Schule erfuhren, daß der Vater in Deutschland als Ausländer geführt wird! Eure Exzellenz um geneigte Berücksichtigung dieser Anregung bittend, zeichne ich Hochachtungsvoll ergebenst " Georg Davidjohn, M. d. R." Darauf erwiderte der Kultusminister unter dem 5. November: Auf die Zuschrift vom 23. Oktober d. J. erwidere ich Euer Hochwohlgeboren ergebenst, daß ich mir ausdrücklich vorbehalten habe, in geeigneten Fällen Söhne von Angehörigen der Staaten, mit denen wir Krieg führen, zum weiteren Besuch der mir unterstellten öffentlichen Lehranstalten zuzulassen. Zahl. reiche, daraufhin hier eingegangene Gesuche find von mir genehmigt worden, besonders, wenn an= zunehmen war, daß die Familien, die schon längere Zeit in Deutschland leben, sich dem deutschen Leben auch innerlich angeschlossen haben. Trott zu Solz." darstelle, obgleich in Arbeiterkreisen vielfach über ihr Versagen trot gutem Willen geklagt worden ist. Den Beschwerden hat sich der Senat auch nicht ganz verschließen können; so erklärt er denn wenigstens, daß fortan den Gewerkschaftsmitgliedern die Unterstügung, die sie von ihren Berufsvereinen erhalten, nur zum Teil bei der Kriegshilfe" angerechnet werden darf, und daß ferner beim Eintritt von Geldmangel für die„ Kriegshilfe" staatliche Mittel flüssig gemacht werden sollen. Die Kontrolle über die Arbeitswilligkeit soll gemeinsam von der Kriegshilfe" und den Arbeitsnachweisen ausgeübt werden, wobei die Gewerkschaften selbstverständlich durch ihre Vertreter mitwirken. Befriedigend ist diese Halbheit natürlich nicht. Ein Amnestieerlaß für Ungarn. Budapest, 7: November.( W. T. B.) Wie das Ungarische Kordemnächst erfolgende Vorlage des Justizministers betreffend eine respondenz- Bureau erfährt, wird auf Allerhöchste Ermächtigung die Amnestie atte sich Allerhöchstem Entschluß gemäß auch auf die Delikte der Majestätsbeleidigung und auf die Straftaten, die in der Sizung vom 29. März 1910 des Abgeordnetenhauses von oppositionellen Abgeordneten, den sogenannten Tintenwerfern, gegen die Regierung begangen wurden, und auf die, welche mit der Nationalitätenbewegung sowie mit dem Klassenkampfe zusammenhängen, ausgedehnt werden. Mit Megger ist einer der ältesten Genossen ins Grab gefunken. Am 9. Mai 1848 in Kezin an der Havel geboren, lernte er in Syriz die Klempnerei. In sehr jungen Jahren trat er in die Bewegung ein. Er gehörte der Eisenacher Richtung an und war seit Anfang der siebziger Jahre rednerisch tätig. Als Mitte der siebziger Jahre der Tessendorffurs einfetzte, wurde auch Megger ein Opfer der damaligen VerManche Mitteilungen ließen freilich darauf schließen, daß, zufolgungen und hatte wegen einer Rede eine längere Gefäng- mal in der ersten Zeit, die Fortweisungen doch in wenig nisstrafe zu verbüßen. Als Organisator war er in dem Krcise milder Weise vor sich gegangen wären. Es wäre nur zu seiner Berufsgenossen tätig. In der Zeit des Sozialisten- wünschen, daß die Belassung der Kinder( und nicht nur der gesetzes wirfte er in Hamburg, wo er 1870 seinen Wohnsitz ge- Söhne) der in Deutschland ansässigen Ausländer die Regel nommen hatte. 1885 gab er sein Klempnereigeschäft auf, um bildeten und nicht als Ausnahme zu gelten hätte. fich ganz dem Schriftstellerberufe zu widmen. Im dritten Hamburger Wahlkreis kandidierte 1890 der Genosse Einmarsch der Türken in Aegypten. Johannes Wedde. Als dieser wenige Wochen vor der Wahl Die Reichsversicherungsanstalt für Angestellte hat eine größere Konstantinopel, 8. November.( W. T. B.) Mitteilung des starb, glaubte man keinen würdigeren Nachfolger finden Summe für die Ausrüstung der Krieger mit Wollsachen gestiftet, nachdem sie zuvor eine Unterstützung der arbeitslosen Versicherten Großen Hauptquartiers. Mit Hilfe Gottes ist die ägyptische Grenze zu können als Mezger. Satte er doch seit Jahr abgelehnt hatte, weil dafür die erforderliche gesetzliche Handhabe gestern von den Unserigen überschritten worden. Da die russische zehnten schon.in den vordersten Reihen Reihen gestanden. fehle. Die Angestellten sind mit dieser Ablehnung nicht zufrieden. Flotte in ihre Kriegshäfen sich zurückgezogen hat, hat unsere Flotte Metzger wurde gewählt und wirkte feit jener Zeit im Die Handlungsgehilfen- Zeitung", das Organ des Zentralver- Boti, einen der bedeutendsten Häfen des Kaukasus, bombardiert Reichstage; um die Reform der Seemannsordnung hat bandes der Handlungsgehilfen, gibt der in Angestelltenkreisen herrer sich besonders verdient gemacht. Seit ciner langen Reihe schenden Meinung Ausdruck, indem sie schreibt:" Da sich das Direk- und allerlei Schaden angerichtet. Unsere Gendarmen und die auf torium gesagt hat, man brauche sich ja in dieser Zeit nicht an den unserer Seite stehenden Stämme haben die englischen Truppen, von Jahren wurde er von einer tückischen Krankheit geplagt. Buchstaben Hammern und könne einen Teil der Gelder für das welche in Akaba gelandet waren, vernichtet. Vier englische BanzerEr litt schwer an Rheumatismus und war dadurch gehindert, Heer verwenden, so ist andererseits faum verständlich, daß man schiffe, die sich dort befanden, haben sich zurüdgezogen, nur ein Kreuzer ist zurückgeblieben. so zu wirken, wie er in jungen Jahren tätig gewesen war. I den arbeitslosen Versicherten nichts geben will. Gewährte und verweigerte Fürsorge. Letzte Nachrichten. Aussperrung und Streik bei Baer Sohn. gerbie Zitemten, für die nach Ansicht des Schneiderber- nant b. Santen, mit leichteren inneren und äußeren Verlegungen festgestellt werden konnte, nur für Mäntel angemessene Löhne ge-| mann zum Opfer gefallen ist, während sein Begleiter, der Oberleutzahlt. Für Seit längerer Zeit haben die im Betriebe der bekannten bandes ein Lohn von 6 M. angemessen wäre, wird in vielen Fällen ins Krankenhaus geschafft wurde. Ueber den Unfall, der wohl eine Herrenbekleidungsfirma Baer Sohn, Chauffeeftr. 29, beschäftigten ein geringerer Sak bezahlt. Viel zu niedrig und böllig un- genauere amtliche Untersuchung zur Folge haben dürfte, erfahren wie es vielfach von Schneider Beschwerden darüber, daß die Löhne den bestehenden angemessen ist es, wenn für die Hofen Vereinbarungen nicht entsprechen. Deswegen hatte ber Schneider- 3mischenmeistern, namentlich in Neuföln, geschieht Arbeitslöhne vir folgendes: verband am 11. Juni sich an das Einigungsamt des Gewerbe- bon 1,50-1,75 M. bezahlt werden, während für die ungefähr gerichts gewandt, aber so oft Termine zur Verhandlung angesezt gleichwertige Arbeit an der Landsturmhose des Gardekorps ein worden sind, wurden sie auf Grsuchen des Herrn Baer immer Lohn von 2,85 M. festgefekt ist. Alle Fälle von schlechter Entwieder vertagt, so daß die betreffenden Beschwerden der Arbeiter lohnung sind dem Schneiderverbande mitzuteilen, damit er für nicht erledigt werden konnten. Nach Ausbruch des Krieges über- bhilfe sorgen kann. nahm die Firma so große Lieferungen an Militärbekleidung, daß sie in ihrem Betriebe neben der Tagschicht noch eine Nachtschicht einführen mußte. In jeder Schicht sind 125 Personen beschäftigt. Hinsichtlich der Arbeitsverhältnisse bei der Militärkleidung tam es zu neuen Beschwerden der Arbeiter gegen die Firma Baer Sohn. Die Beschwerden beziehen sich im wesentlichen darauf, daß die Firma den Stundenlohn um 5 Pf. herabseßte, die tarifmäßigen Zuschläge für Nacht- und Sonntagsarbeit nicht mehr bezahlte und die regelmäßige Arbeitszeit von 9 auf 10 Stunden verlängerte. Bergebens bemühten sich die Vertrauensleute der Arbeiter, eine Berständigung über alle diese Beschwerden herbeizuführen. Herr Baer ging den Verhandlungen aus dem Wege. Nachdem alle früheren Versuche, sich mit Herrn Baer bor dem Einigungsamt zu verständigen, an der von ihm veranlagten Bertagung der Termine gescheitert waren, beantragte der Schneiderverband am 13. Oftober wieder die Ansehung eines Termins. Nun wurde auf Wunsch des Herrn Baer ber 5. November als Terminstag feftgesetzt, aber am 3. November beantragte Herr Baer wiederum Bertagung. Auf Verlangen des Schneiderverbandes wurde der Termin zwar abgehalten, er verlief aber ergebnislos. Am Abend des 5. November hielten die Arbeiter der Firma Baer Sohn eine Sißung ab, um diese Angelegenheit zu besprechen. Damit fie an der Sigung teilnehmen könnten, hatten die Arbeiter der Nachtschicht bie Firma gebeten, die Schicht eine Stunde später beginnen zu laffen. Das wurde ihnen verweigert, und als fie später zur Arbeit erschienen, erhielten sie sämtlich ihre Entlassung. Als Antwort auf diese Maßregelung haben dann die Arbeiter der Tagschicht die Arbeit niedergelegt. Baer Sohn versucht jett, seine Arbeiten durch Zwischenmeister anfertigen zu lassen. Vielleicht gibt er sich auch der Hoffnung hin, die Militärbehörde werde, weil es sich um Armeelieferungen handelt, gegen seine Arbeiter einschreiten. Der Schneiderberband hat jedoch im Vertrauen auf das gute Recht, das hier zweifellos auf der Seite der Arbeiter ist, sofort ein Schreiben an das Oberfommando in den Marken gerichtet, worin der vorstehende Sachverhalt ausführlich dargelegt und zum Schluß gefagt wird: Der Verband der Schneider hat nicht die Abficht, die Schlagfertigkeit der Armee herabzumindern oder in Frage zu stellen, indem er seinen Mitgliedern die Arbeit bei Firmen, welche Armeelieferungen haben, berweigern läßt. Wir sind aber doch der Auffassung, daß diejenigen Unternehmer, welche an den Heereslieferungen erhebliche Verdienste erzielen, auch die Verpflichtung haben, den Arbeitern angemessene und insbesondere die mit ihnen vereinbarten tariflichen Löhne zu zahlen. Indem wir das Oberkommando zu Berlin hiervon in Rennt nis feßen, teilen wir zugleich mit, daß wir zu einer schleunigen Beilegung dieser ftrittigen Angelegenheit bereit sind und daß wir auch annehmen dürfen, daß das Berliner Gewerbegericht ohne weiteres hierzu seine Mitwirkung leihen wird." Der vorstehend dargelegte Sachverhalt wurde am Sonntag in einer Konfettionsschneiderversammlung mitgeteilt. Außerdem inurde berichtet, daß für die vom Bekleidungsamt des dritten Armeekorps bergebenen Bandsturmbefleidungsstüde von Unternehmern, besonders von Zwischenmeistern, oft viel zu niedrige Böhne gezahlt werden. Da beim dritten Armeekorps andere Bieferungsbedingungen gelten als beim Gardekorps, so hat das Be fleidungsamt des dritten Armeekorps nicht wie es das Gardeforps getan hat vorgeschrieben, welche Lohnfäße den Arbeitern zu zohlen sind, doch behalt sich das Bekleidungsamt vor, zu prüfen ob die gezahlten Löhne angemessen sind. Nun werden aber, soweit Verband der Brauerei- und Mühlenarbeiter und Verwandter Berufsgenossen( Zahlstelle Berlin). Den Mitgliedern zur Nachricht, daß folgende Kollegen gefallen find: Fritz Bokühn, Mitfahrer ( Bersuchs- und Lehrbraueret) Robert Schulz, Flaschenkellerarbeiter ( Brauerei Bazenhofer, Abt. Spandau) Josef Kriegs, Mitfahrer ( Schultheiß- Brauerei, Abt. II) Anton Leistikow, Betriebsarbeiter Ehre ihrem Andenken! Am 6. d. Mts. verschied nach langem[ chweren Leiden, mein inniggeliebter Mann, unser Sohn, Schmiegerfohn, Schwager und Dntel, ber Selempner Friedrich Voigt im Alter von 30 Jahren. Steinidendorf, Antonienftr. 9. Hedwig Volgt. Beerdigung findet am Montag, nachmittags 4 Uhr, von der Ges meindehalle Reinidendorf, Humboldtstraße, aus statt. ArbeiterRadfahrer- Bund „ Solidarität“, Mitgliedschaft Reinickendorf. Am 6. November starb nach langem Reiben unser Mitglied, Der Selempner Friedrich Voigt im Alter von 30 Jahren. Ehre seinem Andenken! Die Beerbigung findet am Montag, nachmittags 4 Uhr, von ber Leichenhalle des Gemeinde. Friedhofes, Humboldtstraße, aus statt. Die Ortsverwaltung. Die Ortsverwaltung. Sozialdemokratischer Wahlverein Niederbarnim. Bezirk Reinidendorf- Meft. Den Genoffen zur Nachricht, daß der Genoffe, der Klempner Friedrich Voigt, Antonienstr. 9, an Rungenleiden gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Montag, den 9. Novbr., nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Gemeinde Fried hofs, Humboldtstraße, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht Der Vorstand. Die Beerdigung meines Mannes. des Schriftsezers Paul Schulze findet Dienstag, 3 Uhr, in Stahns. dorf statt. Marie Schulze, Gutenbergstr. 7. Carmen SylvaCigaretten Trustfrei! Flieger- Ersatz- Abteilung 4 in Posen stellt Buchhalter, gewandte Stenotypisten. Kraftfahrer für starke Wagen, Klempner, Sattler, Schneider und Schuhmacher als Kriegs. freiwillige ein. Meldung zunächst schriftlich mit Lebenslauf. A. B. Bod, Leutnant und Bureauoffizier. Aus Groß- Berlin. Stadtverordnetenwahl in Wilmersdorf. Die gestrigen Stadtverordnetenpahlen gingen unter äußerst schwacher Beteiligung vor sich. Sie endeten, wie vor her vereinbart war. In fiebenten Bezirk wurden die beiden Genoffen Luchodzinski und Dr. Breitscheid gewählt. Die beiden Mandate waren seit dem Fortzuge des Genoffen Riedel und dem Tode des Genossen Scheibe unbesezt, so daß unfere Genossen in der Stadtverordnetenversammlung lange Zeit unvertreten blieben. Auszug des Roten Kreuzes aus dem Reichstagsgebäude. Da der Reichstag in nächster Zeit zusammentritt, muß das Reichstagsgebäude von den darin befindlichen Abteilungen des Zentralfomitees vom Roten Kreuz geräumt werden. Die Webersiedlung findet am Dienstag, den 10., statt. Die Präfidenten des Herrenhauses und des Abgeordnetenhauses haben in entgegen fommendster Weise ihre beiben Häuser für die Zwede des Roten Kreuzes zur Verfügung gestellt. Die Abteilung„ Kriegswohlfahrtspflege" bom Roten Kreuz wird vorläufig aber in ihren alten Räumen im Reichstagsgebäude bleiben, ebenso die Annahmestelle für Gaben im Stenographenarbeitszimmer, Erdgeschoß. Spät das Ziel erreicht. Der Bootsmannsmaat Hoffmann, der dem Marinefliegertorps angehört und in Johannisthal ausgebildet worden war, hatte bereits eine Reihe erfolgreicher Alleinflüge hinter sich, bei denen er seine Maschine in durchaus ruhiger und sicherer Art und Weise gesteuert hatte. Am gestrigen Sonntag wollte er eine höhere Prüfung abLegen und stieg deshalb mit Oberleutnant v. Santen auf. Der Ab flug erfolgte bei trübem, nebligem Wetter gegen 9 Uhr früh. Nach dem der Flieger einen Ueberlandflug von vorgeschriebener Länge gemacht und dabei auch größere Höhen erreicht hatte, wollte Hoffmann nach Johannisthal zurüctehren. Als das Flugzeug sich in der Nähe der Ortschaft Bohnsdorf bei Johannisthal befand, bemerkten Spaziergänger plöglich, daß ber Doppeldeder in etwa 1000 Meter Höhe start zu schwanken anfing und in unregelmäßigen Kreisen und Wendungen schnell tiefer fam. Etwa 150 Meter über dem Boden neigte das Flugzeug fich start nach vornüber und schoß dann, fich mehrmals überschlagend, auf einen Wald zu, in deffen Bäumen der Apparat, der mit starkem Krachen auf die Paumwipfel aufgeschlagen war, hängen blieb. Die Augenzeugen eilten an Ort und Stelle und fanden den Führer Oberbootsmannsmaat Hoffmann tot auf, während Oberleutnant v. Santen noch schwache Lebenszeichen von sich gab. In einem Automobil wurde der Verlegte ins Krankenhaus geschafft, wo leichtere innere und äußere Verlegungen bei ihm festgestellt wurden. Das Flugzeug wurde von Mannschaften der Marinefliegerabteilung geborgen. Großfeuer bei Trarbach. Großfeuer im Hause Trarbach, Kreßmann u. Co., Weinrestau rant und Weingroßhandlung in der Behrenstraße 47, alarmierte in der Nacht zum Sonntag die Berliner Feuerwehr. Sofort rüdten sechs Löschzüge von den nächsten Feuerwehren aus. In wenigen Minuten waren dort dreißig Fahrzeuge versammelt. Es brannten im Erdgeschoß die Küchen- und Vorratsräume in großer Ausdehnung. Die Küchen sind ausgebrannt. Der Betrieb ist infolgedessen gestört. Das Feuer soll nach Schluß der Weinstube unbemerkt ent standen sein und an den Vorräten dann reiche Nahrung gefunden haben. Kleine Nachrichten. Wir haben früher mitgeteilt, daß die Schleife des Märzfranzes unserer Bandtagsfrattion am 18. März des Tertes wegen bean. standet und beschlagnahmt wurde. Diese Maßnahme gab dem Genoffen Adolf Hoffmann Beranlassung, Beschwerde zu erheben, und weil diese erfolglos blieb, wurde beim Oberverwaltungsgericht lage erhoben. In Verfolg einer Anordnung des Ministers, in der gegen. wärtigen Zeit unerheblich erscheinende Verwaltungsstreitfachen aus der Welt zu schaffen und den Rechtsweg in unbedeutenden Ginzel- Mit Gas vergiftet hat sich die 50 Jahre alte Hausbefizerin heiten zu vermeiden, ist dem Genossen Hoffmann unter Hinweis Protop aus Hohenschönhausen. In Fangschleuse erlitt die Frau auf diese Erwägungen vom Polizeipräsidenten mitgeteilt worden, des Malermeisters Grabunder einen Herzschlag, als ihr Mann ihr daß die Rechtsfrage der Kranzschleifen im Sinne des preußischen anstalt in der Lehrter Straße wurde ein Mann unter dem Namen mitteilte, daß er ins Feld rüden müßte. In die Militärarrest Preßgefeßes unentschieden gelassen werden soll und daß die Ver- Hermann Friedrich aus Meißen eingeliefert, der unter der Maske Veranſtalt in der Lehrter Straße wurde ein Mann unter dem Namen fügung vom 8. April zurüdgenommen wird mit dem Anheimgeben, eines Gefangenentransporteurs biele Leute in der Umgegend von die beim Oberverwaltungsgericht in dieser Sache anhängige Klage Königswusterhausen beschwindelt hatte. Der Verhaftete steht außer zurüdzuziehen. Das ist auch geschehen. Die zurückgehaltenen ab dem in den Verdacht, fahnenflüchtig zu sein. Am Sonnabend geschnittenen Kranzschleifen wurden zurückgegeben mit dem Be- Abend wurde vor dem Hause Potsdamer Straße 28 eine Frau merken, daß die Schleifen aber zu keiner Demonstration verwendet Samson beim Ueberschreiten des Fahrdammes von der Stirnwand werden dürften. Gegen die nachträgliche Niederlegung der Schleifen eines Straßenbahnwagens erfaßt und so heftig zu Boden geworfen, auf dem Märsfriedhof wurde nichts eingewendet, und so haben die baß fie einen Schädelbruch und Gehirnerschütterung erlitt. Die selben, wenn auch spät, ihr Ziel noch erreicht. Berunglüdte wurde in das Elisabeth- Krantenhaus übergeführt. Das Leben genommen hat sich der Arbeiter Paul Schude, der in der Urbanstraße 25 wohnte. In einem hinterlassenen Briefe teilte er mit, daß er ins Wasser gehe wegen langer Beschäftigungslosigkeit. Schwerer Absturz zweier Marineflieger bei Johannisthal. Am gestrigen Sonntagvormittag gegen 10 Uhr hat sich in der Nähe des Flugplages Johannisthal ein schwerer Unfall in der Luft ereignet, dem wieder ein Marineflieger, der Bootsmannsmaat Hoff Der beste Ersatz für das teure Petroleum ist Gasglühlicht die billigste Beleuchtungsart der Gegenwart! Spezialarzt Reuters Werte Dr. med. Wockenfuß, Friedrichstr. 125,( Oranienb. Tor). für Syphilis, Harn- u. Frauenleiden Ehrlich- Hata- Kur( Dauer 12 Tage) Blutuntersuchung, Schnelle, sichere schmerzlose Heilung ohne Berufsstörung. Teilzahlung. Spr. 11-2 u. 5-8, Sonnt, 9-11. Heines Werke 3 Bände 4 Mart. Buchhandlung Vorwärts 3 Bände 4 Mart Buchhandlung Vorwärts SeidenSeal, Plüsche 10.-, 15.-, 20.Mtr. M. Damen Kostümu.Ulsterstoffe Mtr. M. 3.-, 4.- 5.Tuchlager Koch& Seeland G. m. b. H. Gertraudtenstr. 20-21, genüber der Petrikirche. Wetteraussichten für das mittlere Norddeutschland bis Dienstagmittag: Mild, im Binnenlande, besonders im Südwesten, zeit weise heiter, im Stüftengebiete noch meist bewölkt und leichte Regenfälle. Spezialarzt Dr. med. Karl Reinhardt. f. Geschlechtskrankheiten, Harnleiden, Schwäche, Ehrlich- Hata- Kuren, Blutund Harn- Untersuchungen. Institute: Prinzenstr. 64 II zwischen Dresdener und Annenstraße. Sprechst. 5-7, Sonntags 10-11. a Potsdamer Str. 117 d. Lützowstr., Sprechst. 11-2. u. 8-10 U. abds., Sonnt. 11-1. Für Frauen: 11-1 Uhr. Nachweislich vollkommenstes Heilverfahren. Vorzügl. Dauererfolge, auch bei schwersten, veraltetsten Fällen. Keine Berufsstörung. Mäßige Preise. Teilzahlung gestattet. im eigenen Interesse 48 Seiten starke Man verlange Broschüre gratis und franko per Post i. verschloss. Kuvert, auch i. d. Instituten während d. Sprechst. gratis erhältl. Weitere Auskünfte i. d. Sprechstund. kostenlos. vor minderwert. Heilverfahren u. ungeheuerWarnung licher Preisforderung angeblicher Spezialärzte. Ehrlich- Hata- Kur( ohne Berufsstörung) nach neuester, erfolgreichster Methode.( Siehe Broschüre.) Mikroskop. und chem. Blut- und Harn- Untersuchung. Besser als Seife oder Seife und Soda wäscht Minlos- Waschpulver wie ein Mann Man achte streng n hängen Millionen dran. auf diese Schutzmarke das weltbekannte Waschpulver von unvergleichbarer Qualität. Preis nur 80 Pfg. das 1 Pfd.- Paket. Das Waschpulver wird in heißem Wasser aufgelöst, in den Waschkessel gegossen, in diesem die Wäsche gekocht, salche danach heiß leicht durchgewaschen und darauf gespült. In dieser Weise erhält man bei leichtester Arbeit eine blendend zu haben in Drogen-, Kolonialwaren-, Apotheker- und Seifengeschäften weiße, frische und reine Wäsche. wie en gros von der Fabrik L. Minlos& Co. in Köln- Ehrenfeld. Berantwortlicher Rebatteur: Ernst Däumig, Steglik. Für den Inferatenteil verantw.: Th. Gløde, Berlin, Drud u. Berlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW.