Nr. 308.- 31. Jahrg. Abonnements- Bedingungen: Abonnements. Preis pränumerando: Vierteljährl. 8,30 Mt., monatt. 1,10 r., wöchentlich 25 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 6 Bfg. Sonntags nummer mit illustrierter Sonntags Beilage„ Die Neue Welt" 10 Pg. Bost Abonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in die Bost ZeitungsBreisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2,50 Mart, für das übrige Ausland 4 Mart pro Monat. Postabonnements nehmen an: Belgien, Dänemart, Holland, Italien, Luremburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz. Ericheint täglich. • Vorwärts Berliner Volksblaff. 5 Pfennig Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Kolonel zeile oder deren Raum 60 Bfg., für politische und gewerkschaftliche Bereins und Bersammlungs- Anzeigen 30 Big. Kleine Anzeigen", das fettgedrudte Wort 20 Pig.( auläffig 2 fettgedruckte Morte), jedes weitere Worf 10 Big. Stellengesuche und Schlafstellenan zeigen das erste Wort 10 Pfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchftaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm- Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin". agil Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 68, Lindenstraße 3. Fernsprecher: Amt Morikplatz, Nr. 151 90-151 97. Dienstag, den 10. November 1914. Expedition: Sw. 68, Lindenstraße 3. Fernsprecher: Amt Morikplay, Mr. 151 90-151 97. Die neutralen gegen englische Seetyrannei. Die Ruffen an der oftpreußischen Grenze zurückgeworfen. Holländischer Protest gegen Die Meldung des Großen Hauptquartiers England. Amsterdam, 9. November.( Privattelegramm des lische Maßregel gegen den neutralen Handel und Amtlich. Großes Hauptquartier, 9. November, vormittags. Wieder richteten gestern nach" Rotterdamsche Courant" heftig gegen die neue eng- gegen unseren rechten Flügel, sie wurden aber Borwärts".) In einem längeren Artikel protestiert der miffag mehrere feindliche Schiffe ihr Feuer schreibt:„ Wir sind nicht mehr verwundert darüber, daß England durch unsere Artillerie schnell vertrieben. die Konterbandliste über das durch die Londoner Deklaration zuEin in den Abendstunden aus Nieuport hergelassene Maximum ausdehnt und ein weiteres Ausdehnen ankündigt. Wir wußten auch, daß England tatsächlich jeden Unter- aus unternommener und in der Nacht wiederſchied zwischen den beiden Konterbandkategorien aufhob, indem es holter Vorstoß des Feindes scheiterte gänzlich. die konditionelle Konterbande, die mit einer Endbestimmung für den Feind versehen war, schon auf der Fahrt nach dem neutralen Hafen für beschlagnahmbar erklärte. Falls die englische Regierung Handel der Niederlande lahmgelegt. Aber die britische Regierung Trotz hartnäckigsten Widerstandes schriften unsere Angriffe bei Vpern langsam aber stetig vorwärts; feindliche Gegenangriffe südwestlich Ypern wurden abgewiesen und mehrere hundert Mann zu Gefangenen gemacht. 1916) Die politische Situation in Schweden. Uns wird geschrieben: was die Rojakenwahlen" im letzten Frühjahr begonnen Die Septemberwahlen zur Zweiten Rammer setzten fort, hatten: eine Zunahme der konservativen und sozialdemofratischen Mandate auf Kosten der Liberalen. Diese sind im Taufe weniger Monate auf 57 Mandate zurückgegangen; während sie zuvor die stärkste Partei der Rammer waren, sind sie heute die kleinste. Ueber die Gründe dieser Verluste ist es schwer, spielte zweifellos die Furcht vor der nach den Behauptungen ein endgültiges Urteil zu fällen. Bei den Kosakenwahlen der Konservativen drohenden russischen Invasion eine große Rolle bei den Wählern. Die Organisation der konservativen Wahlagitation war glänzend durchgeführt und die Verhebung der Wählermassen wurde ohne Skrupel von den konservativen forffährt, berart alles, woven fie nicht wünſcht, daß es den eins erreiche, zu absoluter Konterbande zu stempeln, wird der, gesamte scheint noch trasfere Maßregeln bereit zu halten. Wenn es ihr scheint, daß eine feindliche Regierung Borräte für ihre Wanderrednern im holden Verein mit der Presse ihrer Partei betrieben. Die konservativen Wahllügen wuchsen sosie dekretieren dürfen, daß sämtliche nach einem neutralen Lande Im Osten wurde ein Angriff starker russischer wohl in der Qualität als in der Quantität geradezu beispieleingeführte konditionelle Konterbande beschlagnahmt werden kann. Kräfte nördlich des Wysztyter Sees unter Dazu fam die Unieinigkeit in den liberalen Reihen. Für den Ios, fie entfalteten sozusagen eine richtige orientalische Pracht. Feindesland gleichgestellt und eine Bigarrenfendung aus Holland schweren Verlusten für den Feind zurückge- Abmarsch der Wähler bei den Frühjahrswahlen gibt es also für das deutſche Seer wäre ein genügender Grund, um unser schlagen. Die Russen ließen über 4000 Mann stichhaltige Erklärungen. Waffenmacht von einem oder durch ein neutrales Land bezie foll Durch derartige Bestimmungen würde jedes neutrale Land mit dem ganzes Land nebst sämtlichen Kolonien bezüglich des Seehandels mit dem Feindesland gleichzustellen, also unfern gesamten Sandel als Gefangene und 10 Maschinengewehre in September. Jekt war die Wehrvorlage gelöst, und zwar gelahmzulegen. Dadurch würde das Recht der Neutralen, daß bei Konterbande durch neutrale Schiffe als Minimum die tatsächliche unseren Händen. Bestimmung für das Feindesland fordert, völlig untergraben, indem eine Maßregel angedroht wird, die einer durch Omnium consensu ( allseitige Zustimmung) sowie durch den Artikel 18 ber Londoner Deklaration ausgeschlossenen Handelsblockade des neutralen GeOberste Heeresleitung. ( W. T. B.) Aber anders stand es bei den ordentlichen Wahlen im löst nach dem Willen der Militärpartei mit Hilfe der Liberalen. Diese hatten durch ihren mit dem jezigen Weltkriege begründeten Umfall ihren Willen bewiesen, die Parteiinteressen den militärischen Interessen unterzuordnen. Aus der„ Vaterlandslosigkeit" der Liberalen konnten die Konservativen daher kein tapital mehr schlagen. Und doch sind biets erstaunlich gleichkommt. Ebenso zweifellos widerstreite dies start fühlbar zu machen. Die Meldungen von neuen Liberale weniger gewählt worden als im Frühjahr. Sie find auch der von England in den beiden Saager Neutralitätsverträgen beutfchen Angriffen an verschiebenen Punkten be- zurüdgegangen von 71 auf 57 Mandate, während die Sozialvom Jahre 1907 verbürgten Ausfuhrfreiheit für die Neutral wiesen, daß auf deutscher Seite noch keine Erdemokratie ihre Mandate von 73 auf 87 erhöhte und die ftaaten." Das Blatt schließt mit den Worten:„ Wir wollen hoffen, schöpfung eingetreten set, wie dies manchmal ange- Ronservativen ihre 86 Mandate beibehielten. daß durch die Umsicht der Regierungen die Anwendung der äußersten Maßregeln abgewendet wird, andernfalls würde unsere Regierung auch nach Beendigung des Krieges diesem Punkt gegenüber ber britischen Regierung zweifellos nicht loslaffen." Das Blatt erklärt schließlich, die englischen Erklärungen über die Respektierung der Blockadeartikel zur Londoner Deklaration feien ein Scheinmanöver, da die Admiralität ja durch die Erklärung der Nordsee als Kriegsgebiet das Gegenteil erziele. Westlicher Kriegsschauplatz. Die Schlacht an der Yser. nommen werde. Ob ein weiterer Abmarsch der liberalen Wähler diesmal Ueber die Kämpfe bei Warschau. wirklich stattgefunden hat, ist nicht unbedingt sicher. Wahrscheinlicher ist es, daß viele liberale Wähler, besonders auf Ueber die von den Russen als große Siege verkündeten Kämpfe dem Lande, der Wahlurne fernblieben. Denn die Zunahme bei Warschau schreibt selbst der Korrespondent der" Times", der der Sozialdemokratie ist sicherlich zu einem großen Teile einzige englische Berichterstatter bei den russischen Truppen, er habe darauf zurückzuführen, daß die Arbeiterwähler während der auf einer Autotour durch das polnische Schlachtfeld in der Nähe günstigen Arbeitsgelegenheit des Sommers ihre Steuern ge von Warschau die unbedingte Ueberzeugung gewonnen, daß der zahlt hatten und nunmehr wahlberechtigt waren, während bei Plan der Deutschen, als die Kämpfe bei Warschau begannen, bereits den Frühjahrswahlen eine sehr große Zahl sozialdemokratischer aufgegeben war. Es wären nur Nachhutkämpfe gewesen. Er weist auch Wähler wegen restierender Steuern ihres Wahlrechts verbarauf hin, daß in dem besetzt gewesenen Gebiet kein Dorf zerstört, lustig gingen. Während die beiden anderen Parteien einen teine Vorräte berührt, feine Menschen mißhandelt worden wären. Stimmenrüdgang hatten, steigerten die Sozialdemokratie ihre Die Bevölkerung hätte absolut nicht zu klagen gehabt über die Be- Stimmen um 11,7 Proz. handlung seitens der Deutschen. Vom österreichisch- russischen Kriegsschauplah. Ein österreichisches Dementi russischer Siegesnachrichten. usw. zu verbreiten. Aus Nordfrankreich, 9. November.( T. 11.) Der Spezial forrespondent der„ Times" berichtet vom 5. November. Die Bei der Suche nach den Gründen für die liberale Nieder9serschlacht hat sich zu einem Artillerieduell umgewandelt: Die lage wird man daher die Gesamtpolitik der Liberalen Anzahl der schweren feindlichen Kanonen gereiche uns zum Nachteil. in Bewertung ziehen müssen. Diese leidet darunter, daß die Die feindliche Artillerie ist nicht besser als unsere, aber vier mal so liberale Partei keine homogenen Klasseninteressen vertritt. groß. Die schweren Geschüße haben große Treffsicherheit. Nicht Es ist ein weiter Weg von dem städtischen Kleinbürgertunt immer schießen die Leute gut, aber die moralische Wirkung bei den Truppen muß in Betracht gezogen werden. Tausende von Verzu den Kleinbauern der nordschwedischen Waldgegenden. Und die liberale Führung lag auch viel zu sehr in den Händen wundeten sind vom Schlachtfelde in Flandern zurüdgekehrt. Das von Ideologen, die für die politischen Lebensinteressen ihrer Gewehr hat ihnen feine Verlegung beigebracht, fast alle sind durch Granatiplitter und Schrapneltugeln übel augerichtet. Wien, 8. November.( W. T. B.) Die Ruffen gefallen sich darin, Wähler anscheinend fein richtiges Verständnis haben. GeradeDurch dieses Kanonenfeuer hält uns der Feind in Schach. In den phantastische Nachrichten über angebliche Siege ihrer zu typisch für diese Verständnislosigkeit der Liberalen den legten Tagen hat die Angriffskraft des Feindes abgenommen. Truppen, die schwierige Lage der Unfrigen, über zahlreiche Gefangene Bedürfnissen der Volksmassen gegenüber war ihre Saltung London, 9. November.( T. U.) Vom serfluß wird geGegenüber diesen Erfindungen ist es nüglich in der 30 IIfrage. As unfere Genossen vor zwei Jahren meldet: Die Angriffe des Feindes lassen an Kraft nach. Wir festzustellen, daß seit mehreren Tagen weder in 25prozentige Herabſegung der Getreidezölle forderten, wurde meldet: Die Angriffe des Feindes laffen an Straft nach. Wir Galizien noch in Russisch- Polen ein 8usammen- diese abgelehnt, angeblich weil es ungerecht wäre, die Korntreiben die Deutschen langsam aber sicher zurück. Am stoß weitesten sind wir südlich Dirmuiden in der Richtung nach to stattgefunden hat, daß die legten Kämpfe, wie bei- ölle herabzusehen und die Industriezölle unberührt zu lassen. Ghelnvelt vorwärts spielsweise bei Stary Sambor und Turka, für unsere Jm vorigen Jahre forderten die Sozialdemokraten daher eine gekommen. Anhaltender Regen erschwert die Kriegs operation. Truppen siegreich verlaufen sind, und daß diefe 2500 Gefangene ge- zehnprozentige Bollreduktion überhaupt. Auch diese wurde macht haben. In der 2yfa Gora haben sich unsere Truppen vom abgelehnt, weil sie ohne eine vorhergehende Enquete den Feinde ohne Stampf gelöst und verfolgen die Bewegungen, die Liberalen nicht tunlich erschien. Daraufhin wurde von den ihnen aus strategischen Gründen befohlen worden sind, in voller Sozialdemokraten eine Enquete beantragt. Auch diese verfiel der Ablehnung, weil man an Enqueten genug habe! Drdnung, ohne vom Feinde belästigt zu werden. Dabei muß in Betracht gezogen werden, daß die Wähler in Lebensmittelzölle ungemein geschädigt werden, da sie infolge der klimatischen Verhältnisse auf die Lebensmittelzufuhr angewiesen sind. Vom östlichen Kriegsschauplatz. Noch keine Erschöpfung der Deutschen. London, 8. November.( W. T. V.) Die„ Morning Post" Oesterreichisch- englischer Zivilgefangenen- der bisherigen liberalen Hochburg Nordschwedens durch die Austausch. schreibt: Da die Deutschen an der Ostfront die Wartalinie erreicht und ihre besten Truppen als dort entbehrlich London, 8. November.( W. T. B.) Das Preßbureau melbet, nach dem Westen geschickt haben, so seien wahrscheinlich bei baß zwischen der österreichisch ungarischen und der englischen Regierung ein Hebereinkommen zu Eine ähnliche Unzuverlässigkeit bewiesen die Liberalen in Ypres und La Bassée neue Vorstöße zu erwarten. Der Druck ftande gekommen ist, beafiglich ber Auswechfelung von Frauen allen wirtschaftlichen Fragen, die während ihrer Regierungsder russischen Heere sei noch zu weit von dem deutschen Ge- und Kindern, von jungen Leuten unter 18 und Männern periode zur Entscheidung standen. Daß die Hälfte der Libebiete und von wirklich großer Bedeutung entfernt, um sich über 50 Jahren sowie von Aerzten, Geistlichen und Invaliden. ralen damals gegen die Aufhebung des Buchthausgesetzes gegen streifende Arbeiter stimmten, ist demgegenüber weniger verwunderlich. Vom österreichisch- serbischen Kriegsschauplatz. Zurückwerfung der serbischen Hauptstreitmacht. teilungen der Unionstruppen unter General 2utin, dann die Erhebung von Mariz... Es heißt, daß Botha England um Soldaten ersucht hat, aber England fann seine Soldaten selbst brauchen. Gefechte mit den Aufständischen. Prätoria, 9. November.( W. T. B.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Die Regierungstruppen Dagegen ist der liberale Umfall in der Wehrfrage nicht von so großer Bedeutung. Denn im wesentlichen unterschied sich die Wehrvorlage des Ministeriums Hammar sfjöld faum von den Vorschlägen der Landesverteidigungsfommission, soweit diese bei der Ausschiffung des Ministeriumts Staaff durch den König vorlagen. Was Staaff in seiner auch in Vorwärts" seinerzeit gewürdigten KarlsWien, 9. November.( W. T. B.) Vom südlichen Kriegs- überschritten den Vaalfluß, verfolgten die Aufständischen fronarede im Dezember vorigen Jahres als Grundzüge der fommenden liberalen Wehrvorlage in Aussicht gestellt hatte, chauplatz wird amtlich gemeldet: 9. November. Unsere und nahmen 350 von ihnen gefangen. Im Freistaat besetzten war in allen wesentlichen auch in der Vorlage der Regierung Operationen auf dem südlichen Kriegsschauplatz nehmen einen die Aufständischen neuerdings Harrysmith. Sie entfalteten in des Königs enthalten. Die eigentliche Differenz bildeten durchweg günstigen Verlauf. Während jedoch unsere Vor- mehreren anderen Distrikten ihre Tätigkeit. Oberst Men meldet, daß er nach dem Gefecht von Bronkeinige Wochen längere utebungszeit, ob 10% oder 12 Monate. rückung über die Linie Sabac- Ljesnica an den stark ver- Horstapruit die vom General Müller befehligten Aufständischen Eine prinzipielle Differenz konstruierte man, damit der schanzten Bergfüßen auf zähesten Widerstand stieß, haben die verfolgte und sie am Samstag überraschte. Drei von ihnen wurden Froschmäusekrieg fröhlich beginnen konnte, durch Aufwerfung dreitägigen Kämpfe in der Linie Loznica- Krupanj- Ljubovija getötet, sechs verwundet und vier gefangen genommen. der Frage, ob zusammenhängende Rekrutenschule mit Beginn bereits mit einem durchgreifenden Erfolge geendet. Der im Herbst oder ob die liberale sogenannte„ geteilte Linie" mit hier befindliche Gegner bestand aus der serbischen 3. Armee, Refrutenſchule im Sommer und späteren Winterübungen General Paul Sturm, und der 1. Armee, General Petar vorteilhafter sei. Schließlich stimmten die Liberalen in ihrer Bojevic, mit zusammen sechs Divisionen, 120 000 Mann. Diese Mehrheit für die konservative Vorlage, die in wesentlichen beiden Armeen befinden sich nach dem Verlust ihrer tapfer Teilen ja ihre eigene war. verteidigten Stellungen seit gestern im Rückzuge gegen Valjevo. Unsere siegreichen Korps erreichten gestern abend die Loznica öfflich dominierenden Höhen und den Hauptrücken der Sokolska Planin Planina, südöstlich Krupanj. Zahlreiche Gefangene und erbeutetes Kriegsmaterial. Details fehlen. Durch die Wahlniederlage der Liberalen ist nun die viel wichtigere Frage der parlamentarischen Regie. rungsform ins Stocken geraten. Staaff war seinerzeit nicht über die Wehrfrage gestolpert, sondern über eine eminent wichtige Verfassungsfrage, ob nämlich der König durch persönliches öffentliches Auftreten die Regierung festlegen darf in Fragen, die noch gar nicht im Staatsrat entschieden sind. Diese Frage zur Entscheidung zu bringen, war eine Aufgabe, der Staaff sich unterziehen wollte, sobald die Neuwahlen ihm einen genügenden Resonanzboden gegeben haben würden. Die deutschen„ Vergeltungsmaßnahmen". Von einem Teil der bürgerlichen Presse wird verlangt, die Regierung solle gegen die in Deutschland befindlichen Russen und Franzosen in der gleichen Weise wie gegen die Engländer vorgehen. Darauf antwortet nun die„ Nordd. Allg. 3tg." in ihrer Ausgabe vom Montagabend: " In der Oeffentlichkeit wird mit wachsendem Nachdruck die Der österreichisch- serbische Feldzug. Forderung aufgestellt, daß im Hinblick auf die Maßnahmen, mit Budapest, 9. November.( T. U.) Unsere in Serbien operierenden denen unsere Feinde gegen deutsche wirtschaftliche Interessen sowie Armeen beabsichtigen noch vor Eintritt des Winters einen entgegen die Person der in ihren Ländern lebenden Reichsangehörigen scheidenden Schlag gegen die Serben zu führen. Hiervon gibt auch vorgehen, energische Retorsionsmaßnahmen ergriffen werden. ein vom Feldzeugmeister Potiorek an die ihm unterstellten Truppen Solche Maßnahmen hat die Reichsleitung längst getroffen und wird gerichteter Tagesbefehl Kenntnis, in dem die Truppen aufgefordert sie nach dem völkerrechtlichen Grundsatz„ Auge um Auge, Zahn um werden, die letzte Kraft des Feindes zu brechen und den Feldzug Bahn" auch weiter treffen. Dabei steht sie allerdings auf dem Standpunkt, daß Retorsionsmaßnahmen erst nach einwandfreier noch vor Eintritt des Winters zu beendigen. Feststellung der Maßnahmen unserer Gegner angeordnet werden Dieser ist für die Liberalen ausgeblieben. Denn sie sind als die kleinste Partei der Zweiten Kammer zurückgekehrt und können als Verfechter der parlamentarischen Regierungsform unter diesen Zuständen die Regierung nicht übernehmen. Zudem ist ihre Stellung als Bünglein an der Wage bei den parlamentarischen Abstimmungen ihnen sicher- Der lich viel angenehmer, als die Verantwortung und Sorgen der Regierung. Der Krieg und 11 le 29do Enorme Verluste. fönnen, auch nicht über den Rahmen dieser Maßnahmen hinausgehen dürfen. Ein Abweichen von diesem Standpunkt ließe sich schon an sich nicht rechtfertigen, würde aber außerdem zur Folge haben, daß die Kriegführenden sich andauernd in Maßnahmen gegen die Person und das Gut feindlicher Staatsangehörigen überbieten und dadurch unerträgliche und mit den Geboten der Es werden dann zunächst die von der deutschen Regierung wirtschaftlicher Interessen aufgeführt, wie Zahlungsverbot an das getroffenen Vergeltungsmaßnahmen wegen Verlegung deutscher feindliche Ausland, Geschäftsaufsicht für in Deutschland befindliche usw. Ueber die russischen Maßausländische Unternehmungen Lip. nahmen fonnte amtlich noch nichts feſtgeſtellt werden; follten sich gewisse private Meldungen hier bewahrheiten, würden auch ihnen gegenüber entsprechende Gegenmaßregeln ergriffen werden. Darauf wendet sich die Veröffentlichung den„ Retorsionsmaßnahmen wegen bölferrechtswidriger Behandlung von Deutschen im feindlichen Ausland" zu. Hier heißt es: die Kolonien. arsition Zum Fall von Tsingtau. Nach den Regeln des bürgerlichen Parlamentarismus Zürich, 8. November.( W. T. B.) Zur Reuter- Meldung müßte jetzt die Sozialdemokratie als stärkste Fraktion die Kabinettbildung übernehmen. Für die Dauer des Krieges vom Fall von Tsingtau bemerkt die Neue Züricher kommt das nicht in Frage, weil alle Parteien darin einig 3eitung" vom 8. d. Mts.: Eine gleichlautende Meldung Menschlichkeit unvereinbare Zustände auch für unsere zahlreichen sind, daß eine Regierungskrise jetzt unzweckmäßig wäre. Aber aus Petersburg bestätigt den Fall der tapferen Festung. Angehörigen im feindlichen Ausland schaffen." nachher wird die Lösung dieser Frage unvermeidlich. Denn Damit erfüllt sich das Schicksal der kleinen deutschen Heldenjonst würde trotz einer Mehrheit der Linken im Reichstage schar, die genau drei Monate lang das Bollwert eine fonservative Regierung die Geschäfte des Landes Deutschlands im fernen Osten gegen den über leiten und der König seinen Willen durchgesetzt haben. Das Abwarten von Neuwahlen hätte feinen Sinn, denn mächtigen Ansturm Japans mit verteidigender Hand zu halten das Proportionalwahlrecht, wie es Herr Arvid Lindman vermochte. Zakonisch war das Telegramm, in dem der Komfür Schweden ersonnen hat, erweist sich durchaus als ein mandant seine Pflicht zu tun versprach, ohne Phrase. Ohne fonservierendes Element. Größere Verschiebungen zwischen begleitenden Zeitungsdithyrambus spielte sich diese Episode rechts und links bringt es nicht mehr, seitdem die erste Wahl des großen Krieges ab, der Mitwelt ein leuchtendes Beispiel, unter dem neuen Wahlrecht den politischen Status der Wähler wessen deutsche Treue und Tüchtigkeit fähig ist. festgestellt hat. Das einzige, das zu erwarten wäre, ist eine 1. Die Regierungen Englands, Frankreichs und Rußlands Rechtsschwenkung der Liberalen, so daß die Rinke eben nur noch aus den Sozialdemokraten bestehen London, 9. November.( T. 11.) Die„ Central New 3" haben zunächst so gut wie sämtlichen, bei Ausbruch des Krieges in ihren Ländern befindlichen Deutschen die Erlaubnis zur Abreise würde. Damit hätte die Kammer den Willen zum Barla- bringen noch einige Einzelheiten über den Fall von Tsingtau. Der versagt; die in Deutschland sich aufhaltenden Angehörigen der brei mentarismus aufgegeben, es bliebe dann bei der Konstitution, englisch- japanische Angriff begann am Donnerstags und wurde bis Mächte find darauf in gleicher Weise behandelt worden. Inzwi wie sie der König versteht: Die Kammer absolut, wenn sie zum Freitagabend ununterbrochen fortgesetzt. Die Verbündeten Mächte find darauf in gleicher Weise behandelt worden. Inzwi schen haben sich diese Mächte bereit erklärt, die deutschen Frauen hatten enorme Verluste. Am Sonnabendmorgen 1 Uhr und die nicht als wehrfähig angesehenen männlichen Deutschen un 40 Minuten feste der Hauptangriff der Infanterie mit Pionieren gehindert abreisen zu lassen, während sie die Wehrfähigen nach unter Führung des Generals Yosimi Yamade ein. Gleich wie vor zurückhalten; infolgedessen wird auch in Deutschland den zeitig überschütteten schwere Belagerungsgeschütze das das Fort in entsprechendem Alter stehenden Angehörigen der drei Mächte ltis, den Schlüssel der deutschen Stellung. Unter dem die Abreise nicht gestattet. furchtbaren Geschoßregen brach schließlich der der. Hartnäckige Widerstand des deutschen Foits zusammen, das die Japaner, wie gemeldet, 5 Uhr 10 Minuten morgens stürmten. Gleichzeitig wurde Mit diefer Situation hat sich der Parteivorstand auf dem linken Flügel ein Sturmangriff ungeheurer in seiner Sigung im Oktober beschäftigt. Er ist zu dem Ent- Massen Infanterie, unterstützt von Artillerie, angesetzt, und schluß gekommen, Verhandlungen mit den Liberalen ein dort liegendes Fort genommen. Die deutschen Verteidiger einzuleiten, um festzustellen, ob die Möglichkeit eines fügten den Angreifern ungeheure Verluste zu, bis die weitere gemeinsamen Vorgehens vorhanden ist. Dieser Verteidigung in den zu Trümmerhaufen zusammengeschossenen Beschluß wird dem am 23. November zusammentretenden Stellungen unmöglich war. Um 7 Uhr morgens ergaben sich dann Parteitag zur endgültigen Entscheidung unterbreitet die Verteidiger des Observatoriumberges. Der Sturm to stete werden. den Verbündeten mehr als die ganze Bejagung Tsingtaus betragen hat, meinen Willen tut. Das kann aber nicht das Ziel der Linken sein, am allermenigsten das der Sozialdemokratie. Allein auch sie hat, obgleich fie die stärkste Partei in der Zweiten Rammer ist, keine Mehrheit weder in dieser Kammer noch in den gemeinsamen Abstimmungen beider Kammern. Sie fönnte also nur mit den Liberalen gemeinsam eine Mehr heit bilden. Voraussetzung eines gemeinsamen Vorgehens, bei dem die Sozialdemokratie die Verantwortung für die Kabinettsbildung mit übernehmen würde, ist die Einigung mit den Liberalen über ein ganz bestimmtes Aktionsprogramm für die Zeit bis zu den nächsten Neuwahlen. Auf dieses Programm müßten sich beide Parteien verpflichten. An bedeutsamen Fragen fehlt es nicht, die der Lösung harren. " Der türkische Krieg. Türkischer Sieg im Kaukasus. Nichtamtlich. Konstantinopel, 8. November.( W. T.B.) Die Verfassungsfrage ist eine der wichtigsten, vor Zweiter amtlicher Bericht aus den Großen Hauptallem die Reform des Kommunalwahlrechts, das heute dem einzelnen Wähler je nach der Steuerleistung 1 bis quartier. In dem Kampfe, der seit zwei Tagen an 40 Stimmen gibt. Die Zusammensetzung der Ersten Kammer der taukasischen Grenze andauerte, ist die russische des Reichstages ist vom Ausfall dieser Wahlen abhängig. Armee vollkommen geschlagen worden. Unsere Daher die konservative Mehrheit in dieser Kammer. Sodann Armee hält die russischen Stellungen besetzt. Einzelheiten find sozialpolitische Probleme zu lösen: die werden später bekanntgegeben werden. Krankenversicherung, Unfallversicherung und Arbeitslosen- Konstantinopel, 8. November.( W. T. B.) Ein weiterer versicherung. Auch die Steuer- und Handelspolitik, die Bericht des türkischen Großen Hauptquartiers über den tür Finanzierung der Landesverteidigung usw., werden auf der tischen Siegan der taukasischen Grenze besagt: Tagesordnung stehen. Während unsere Kavallerie über Kaghisman gegen den Feind Die Sozialdemokratie kann also für die Verhandlungen den Liberalen eine Reihe wichtiger Forderungen präsentieren, borrückte, griff das Gros unserer Armee das russische Zentrum die nämlich auch auf dem liberalen Programm an, das stark war. Nach einem heftigen zweitägigem Stampf stehen. Die Liberalen werden dadurch gezwungen, sofort wurde der Feind geschlagen. Unser Heer besetzte die vom Farbe zu bekennen, ob sie eine Politik der Linken ihrem Pro- Feinde verlorenen Stellungen. gramm gemäß betreiben oder ob sie nach rechts Anschluß suchen wollen. Nachher kommt es natürlich auf die Ausführung an. Auch ein gescheiter Beschluß kann schlecht ausgeführt werden und anstatt der Partei zu nutzen, sie schädigen. Da muß man natürlich wünschen, daß das aufzustellende Aktionsprogramm nicht den Liberalen zuliebe die sozialdemokratische Färbung vermissen läßt. Vom südafrikanischen KriegsSchauplatze. Zur Erhebung in Südafrika. 2. Die in England und Frankreich zurüdgehaltenen wehrfähigen Deutschen sind anfangs in nicht unerheblicher Anzahl und in letzter Zeit fast ausnahmslos festgenommen worden und werden als Kriegsgefangene behandelt, während in Deutschland bisher nur verdächtige feindliche Staatsangehörige festgenommen wurden, Nunmehr haben die wehrfähigen Engländer in Deutschland das gleiche Schicksal erfahren, nachdem die britische Regierung der Aufforderung, die deutschen Wehrfähigen innerhalb einer bestimmten Frist zu entlassen, nicht entsprochen hatte. Die französische Regierung ist gleichfalls zu einer Erklärung über die Behandlung der wehrfähigen Deutschen aufgefordert worden; von ihrer Antwort wird die weitere Behandlung der wehrfähigen Franzosen in Deutschland abhängen. Die wehrfähigen Deutschen in Rußland sind zum großen Teil nach den östlichen Gouvernements verschickt worden, sollen sich aber dort im wesentlichen auf freiem Fuße befinden; nach dem Ergebnis der hierüber angestellten Ermitte lungen werden sich die Gegenmaßregeln richten, die etwa gegenüber den wehrfähigen Russen in Deutschland zu treffen sind. 3. Nach zuverlässigen Nachrichten werden die Deutschen im feindlichen Ausland, abgesehen von der Beschränkung ihrer persönlichen Freiheit, zum Teil einwandfrei, zum Teil aber mit unnötiger Härte, ja geradezu unwürdig behandelt.. Auf Ansuchen der deutschen Regierung sind die mit dem Schutz der deutschen Inter essen in den feindlichen Ländern beauftragten diplomatischen und fonsularischen Vertreter der Vereinigten Staaten von Amerika mit der Untersuchung dieser Mißstände betraut worden; gegebenenfalls würden sie mit größtem Nachdrud sofortige Abhilfe verlangen. Sollte dieser Weg nicht zum Ziele führen, so würden auch die feindlichen Ausländer in Deutschland strenger behandelt werden müssen. Dabei würde allerdings nicht ein Wettstreit in der Brutalität gegen feindliche Staatsangehörige eröffnet werden können; wohl aber würde Deutschland es sich vorbehalten, seinerzeit die feindlichen Regierungen und Organe für das, was sie gegen unsere Angehörigen gesündigt haben, zur Verantwortung zu ziehen." Die Hamburger Werate haben an ihre Kollegen in Enge land ein offenes Schreiben gerichtet, in dem sie gegen die Behand lung der internierten Deutschen in den englischen Konzentrations lagern protestieren und die englischen Aerzte auffordern, den Gefangenen zur Freiheit zu verhelfen sowie eine Beseitigung der fanitären Mißstände zu erwirken. Lenin über die ukrainische Frage. Genosse Lenin, der Führer der Majoritätsgruppe der russischen Sozialdemokratie, hat sich in einem Vortrage in Zürich in intereffanter Weise über die Vernichtung der Selbständigkeit der Ukraine geäußert. Lenin führte u. a. aus: Der Haager„ Nieuwe Courant" veröffentlicht eine interessante Die Aufnahme des Beschlusses in der Partei ist selbst. Korrespondenz aus Pretoria vom 14. Oktober, also zwei Tage nach verständlich nicht einheitlich. Soweit wir Gelegenheit hatten, der Kundmachung der Regierung über den Marisschen Aufstand. die Parteipreffe zu verfolgen, hat die überwältigende Mehr- Der Briefschreiber erzählt: Die Regierung hatte 2000 Freiwillige zahl der Parteiblätter ihn gutgeheißen. Es fehlt aber auch verlangt, um unter Bothas Befehl nach Deutsch- Südwest zu ziehen. nicht an Opposition. Von jung sozialistischer Seite von Pretoria wollte man 400 haben, doch hat der Bürgermeister wird jegliche Teilnahme an der Regierung prinzipiell ab- dieser Tage auf einer Versammlung mitgeteilt, daß sich nur 79 gegelehnt. Erst nachdem eine sozialdemokratische Mehrheit meldet hätten. Nach dem Ausbruch des Aufstandes ist selbst, wenn Die Interessen des internationalen Broletariats überhaupt, und erreicht sein wird, will sich diese Richtung auf eine solche die Zahl voll werden sollte, die Verwendung jenseits der Grenze insbesondere diejenigen des russischen Proletariats verlangen, daß Politik einlassen. Jedenfalls hat der Beschluß der Partei- schwerlich möglich. In den Außendistrikten ist auch nicht viel Be- die Ukraine ihre staatliche Unabhängigkeit zurüc leitung den Vorzug, daß er die politische Lage jo geisterung für einen Krieg gegen die Deutschen, offenbar ist der erlangt, bei der sie erst die Möglichkeit gewinnen wird, die fort flarstellen wird. Er bedeutet für die Liberalen: füdafrikanische Krieg noch nicht vergessen. Bisher hat sich das für das Proletariat unumgängliche fulturelle Entwidelung zu Leider find, erklärte Lenin weiter, Hic Rhodus, hic salta! Kriegsunternehmen sehr übel entwickelt. Erst ein großes Eisenbahn erreichen. manche Die unglüd, dann die Abdankung Beyers und am selben Tag die Er- unserer Genossen russische Reichspatrioten geworden schießung Delareys. Dann die Gefangennahme von zwei Ab- ruffische Nation ist groß genug, um einen besonderen nationale Staat für sich zu Kilben. Dadurch wZre ihr erst die Möglichkeit der raschesten Entwickeliing gegeben. Die Interessen des r u s s i- schen Proletariats können unter keinen Umständen einen Sieg Rußlands in diesem Kriege erfordern." Bulgarien und Rußland. Aus der Schweiz� 9. November.(T. U.) Der neue bulgarische Gesandte in Petersburg, M a d s ch a r o w, der bisher in London akkreditiert war, hat bei seiner Ankunft in der russischen Hauptstadt der Presse eine lange Erklärung mitgeteilt, in der er versichert, daß er seine hauptsächlichste Aufgabe in der Wiederherstellung eines freundschaftlichen Verhältnisses zwischen Bulgarien und Nußlaud erblicke. Ein Bündnis zwischen B u l- garten und der Türkei bestehe nicht, und Bulgarien wisse, daß es für es selbst sehr gefährlich wäre, den türkischen Durchzug durch Thrazien zu gestatten. Kriegsbekanntmachungen. Geldsendung an Gefangene in England. Berlin, 9. November.(W. T. B.) Nach einer Mitteilung des Neichspostamts sind von jetzt ab nach Großbritannien P o st« anweis ungen für Kriegsgefangene oder von solchen zugelassen. Die Postanweisungen sind auf der Vorderseite des für den Auslandsverkehr bestimmten Formulars mit der Adresse des Königlich Niederländischen Postamts in s'Gravenhage zu der- sehen, während die Adresse des Empfängers der Geldsendung au der Rückseite des Abschnitts genau anzugeben ist. An der Stelle, die sonst für die Freimarken zu dienen hat, ist die Bemerkung „Kricgsgefangenenseudung. Taxfrei" anzubringen. In s'Gravenhage werden die deutsch-niederländischen Anweisungen in niederländisch« englische umgeschrieben. In der Richtung aus Großbritannien nach Deutschland sind Postanweisungen der Kriegsgefangenen noch nicht zugelassen. Wiiöe Gerüchte. Auf eine uns zugegangene Mitteilung, die sich auf angebliche grausame Verstümmelungen eines deutschen Soldaten in einem Frankfurter Lazarett bezog, hatten wir kürzlich durch genaue Er- kundigung an Ort und Stelle festgestellt, wie haltlos jene Mit- teilung war. Wir waren der Sache nachgegangen, weil uns die Angaben mit der Bitte um Untersuchung von einem Manne ge- geben worden waren, dessen Name dafür bürgt, daß er sich nicht zur Weitergabe leicht zu nehmender Redensarten hergebe. Die Folge unserer Veröffentlichung ist nun gewesen, daß uns ein ganze Anzahl von Zuschriften zugegangen ist— größtenteils anonym—, in denen gleichfalls von Ber- stümmelungsgeschichten berichtet wird, über die man Nachforschungen toijnscht: Hier sei erzählt worden und dort sei erzählt worden, daß in irgendeinem Krankenhause ein Mann mit ausgestochenen Augen, möglicherweise auch noch abgehackten Armen und Beinen, liege. Die ungenauen Angaben mancher dieser Mitteilungen, dazu die frappierende Gleichartigkeit der Darstellungen, bei denen nur der Ort wechselt, an dem sich der angeblich Verstümmelte befinden soll, vor allem auch die Art der meist zitierten Quellen—„eine Frau i» der Linienstraße" u. dergl. mehr— lassen nur allzu deutlich von vornherein erkennen, daß es nichts als wilde Gerüchte sind, denen die Schreiber zum Opfer fielen. Es kann wirklich nicht unsere Aufgabe sein, ihnen nun noch näher nachzuforschen. Die hier erwähnten Anhaltspunkte können aber ebenso wie uns auch allen Absendern der Zuschriften die'Beruhigung geben, daß jene, von Mund zu Mund getragenen Schauergeschichten Märchen sind. Was wirklich festgestellt ist, werden die amtlichen Stellen schon nicht verfehlen bekanntzugeben. wo bleiben öie Kartoffel- Höchstpreise I Tie Klagen und Beschwerden über den Kartoffel- Wucher haben noch immer keinen Erfolg gehabt. Weder sind die Preise merkbar heruntergegangen, noch hat sich der Bundesrat veranlaßt gesehen, Höchstpreise festzusetzen. Dabei wird der Zu st and immer unerträglicher. Auch �er Berliner M a g i st r a t hat sich jetzt veranlaßt ge- sehen, in einer Eiitgabe an den Staatssekretär des Innern Höchstpreise für Kartoffeln zu verlangen. Es liege die Befürchtung nahe, daß auch bei den Kartoffeln wie beim Brotgetreide der Verbrauch durch eine er- bebliche Preissteigerung eine starke Belastung erfahre, von der die ärmere Bevölkerung besonders betroffen werden würde. Nach den statistischen Erhebungen hätten sich die Preise im porigen Monat bereits ganz wesentlich über die ent- sprechenden der beiden Borjahre erhoben. Möge nun auch Zeitweilig, wenn jetzt das erste Ernteergebnis in etlvas reich- licherem Umfange auf den Markt geworfen werde, der Preis sich ein wenig senken, so deuteten doch verschiedene Anzeichen darauf hin, daß er ohne bindende F e st s e tz u n g p'ieder einer größeren Höhe zustreben werde. Beim Ausbleiben oder Seltenerweröen einiger Nahrungs- Wittel, besonders der Hülsenfrüchte, werde der Verbranch sich Wahrscheinlich den Kartoffeln in höherem Maße zuwenden. -ferner lverde durch verstärkte Trocknung und die Verwendung des Kartoffelmehls zur Herstellung von Brot die Nachfrage auf dem Kartoffelmarkte gesteigert werden. Demgegenüber sei es nicht ausgeschlossen, daß der Kartoffel- Produzent mit den Kartoffeln zurückhalte, zumal die diesjährige Qualität das Einmieten begünstige. Wenn es nach alledem notweirdig erscheine, jeder Spekula- lionsabsrcht von voricherein durch Festsetzung von Höchst- preisen vorzubeugen, so enipfehle sich hierbei die m ö g l i ch st e B e s ch l e u n i g u u g, da anderenfalls die Gefahr bestehe, daß die Höchstpreise den bereits iibcr das normale Maß erhöhten Preisen sich anzuschließen aufzuzwingen seien. Eine wirkame Festsetzung von Höchstpreisen müsse den Groß- Handelspreis ergreifen, da dieser Preis den Kleinhandelspreis unmittelbar beeinflusse und auch eine Kontrolle des Klein- Handelspreises aufs, leichteste ermögliche. Ter Magistrat weist bei dieser Gelegenheit auch wlf die getrocknete Kartoffel, sei es. daß sie in Form von.Kartoffelflocken, Kartoffelmehl oder Kartoffelwalzmehl erscheine, hin. Hier habe, so führt er aus. bereits eine Preissteigerung e i n g e- setzt, die eine erhebliche Verbilligung des w i t Kartoffelmehl versetzten Gebäcks nicht w ehr gestatte. Tie Preissteigening für Kartoffel- walz mehl werde überdies dadurch begünstigt, daß nur wenige Fabriken es herstellen. Es werde sich daher nicht um- gehen lassen, den Höchstpreisen für Kartoffeln' auch solche für getrocknet« Kartoffeln bzw. K a r t o f f e l m e h l h i n z u z u f ü g e n. An die sächsische Landesregierung fjai der g e s ch ä f t s f ü h r c n d e Ausschuß des National- liberalen Landesvereins für das Königreich Sachsen unter dem 5. dieses Monats eine Eingabe ge- richtet, in der diese gebeten wird, ungesäumt im ganzen König- reich angemessene H ö ch st p r c i s e für Kartoffeln festzusetzen. Ter Regierungspräsident in Kassel hat nach dem Beispiele anderer Behörden Anweisung gegeben, daß in seinem Verwaltungsbezirk Höchstpreise festzusetzen seien. Wie wenig aber eine durch die Lokal- gder L a n- desbchörden erfolgende Festsetzung von Höchstpreisen genügt, dafür haben die letzten Tage auch wieder eine Reihe schlagender Beweise erbracht. Aus Trier meldet ein Telegramm der„Köln. Ztg.": Infolge der Festsetzung von Höchstpreisen für Kartoffeln haben die Landwirte die Zufuhr zum hiesigen Markt eingestellt, weshalb die Stadtverwaltung Kartoffeln von auswärts bezieht und zum Verkauf bringt. Und die„Münch. Neuesten Nachr." brachten aus Fürth eine Meldung, die gleichfalls zeigt, wie wenig alle örtlichen Maßnahmen zum Zwecke billiger Kartoffelversorgung der Bevölkerung ausreichen: Wie bereits mitgeteilt, hat die Stadtgemeinde zur Ab- wehreiner Kartoffelteuerung einen eigenen Kar- markt mit Schaffung von Vergünstigungen für die den Markt besuchenden Landwirte ins Leben gerufen. Es war der erste Kartoffelmarkt anberaumt, aber es erschien kein einziger Landwirt. Aus der Pfalz wird ein ähnlicher Vorgang ge- meldet. Nötig ist aber, wie schon wieder und wieder betont wurde, die schleunige Festsetzung niedriger Kartoffelhöchstpreise durch das Reich. politische Uebersicht. Die neuen Kriegskredite. Auch die offiziöse Presse bestättgt, daß der für den 2.Dezeniber einberufene Reichstag sich wahrscheinlich mit der B e- willigung neuer Kriegskredite zu befassen haben wird. Der„Lokal-Anzeiger" weiß zu melden:„Nach den Mitteilungen, die seinerzeit den Abgeordneten von der Re- gierung gemacht worden sind, ist die Anforderung weiterer Kriegskredite beim Zusammentritt des Reichstages zu er- warten. Es handelt sich indes nicht darum, alsbald neue Kriegsanleihen zu begeben, sondern darum, den Kriegsbedarf bis zum Schluß des Rechnungsjahres 19U bereitzustellen. Eine Anleihe dürfte in absehbarer Zeit nicht zur Ausgabe kommen, zumal da die Reichsbank, nachdem die Einzahlungen auf die bisher begebene Kriegsanleihe in der Hauptsache zur Abbiirdung der bei der Reichsbank diskontierten kurz- fristigen Schatzanweisungen benutzt worden sind, in der Lage sein wird, das Reich nach Maßgabe neu zu bewilligender Kriegskredite zu unterstützen." Tie Getreidespekulantcn an der Arbeit. An der Leipziger Produktenbörse wurde am Sonnabend die Ab- sendung des folgenden Telegramms an den Stellvertreter des Reich-kanzlerS Dr. Delbrück in Berlin beschlossen: „Im Auftrage der die Leipziger Börse besuchenden Müller und Gctreidehändler eiklären wir der Rcichsregierung, daß auf- fälligerweise seit dem Bekanntwerden des Gesetzes über die Höch st preise das Angebot von Getreide ganz ungenügend ist, weil nach unserer festen lieber- zeugung auf den ab Januar steigenden Preis ge- rechnet wird. ES ist daher zu befürchten, daß auS Mangel an Getreide die Mühlen stillgelegt werden müssen und angesichts der Getreidevorräte unbegründete Mehlnot eiätritt. Wir fordern die ReichSrcgierung auf, die Schritte sofort zu tun, die da§ Gesetz vorsieht. Im Auflrage: Syndikus Schneider. Merkwürdige Auffassung. Der Reichs- und Landtagsabgeordnete Dr. P a ch n i ck e hat in Hannover eine Rede gehalten, in der er sagte,„dem Volke, das solche Opfer gebracht habe, müsse man auch ein anderes Wahl- recht einräumen." Diesen Bericht versieht die„Kreuz-Zeitung" mit der Spitzmarke:„Bruch des Burgfriedens" und druckt zu- stimmend die folgende Bemerkung aus dem„Hildesheimer Courier" ab: „Das klingt ja beinahe, als ob Herr Pachuicke glaube, daß das deutsche Volk nicht für sein Vaterland kämpfe, sondern die Opier an Gut und Blut bringe, um den Freisinnigen ein anderes Wahlrecht zu erringen. Wie kann man nach einer Belohnung ver- langen für einen Dienst, der, wie der Dienst fürs Vaterland. seinen Lohn in sich und nur in sich trägt'? Und nun gar nach einer Belohnung, die doch notorisch nur für eine Minderheit des Volkes ein Lohn wäre, für die Mehrheit des preußischen Volkes aber eine Strafe! Kann man in törichlerer Weise den Burg- frieden unter den Parteien brechen, um auf diese Weise einen Vorteil für seine Partei oder die eigene Popularität zu er- gattern?" Die„Kreuz-Zeitung" hat hier wohl nur etwas vorzeitig die Antwort verraten, die die Konservativen dem Volke auf seine Wahl- rechtsforderung nach dem Kriege zu geben beabsichtigen. Erbfolgcsorgen in Gotha. Die gothaischen Volksvertreter sind sehr besorgt darum, daß nicht fremde Fürsten von ihrem Lande Besitz ergreifen. Die Ge- 'ahr liegt immerhin nahe, weil nichtdeutsche Fürstenhäuser mit dem regierenden Hause verwandt und erbberechtigt sind. Schon vor einiger Zeit war dem Landtag von Koburg-Goiha ein von den Vertretern verschiedener Parteien unterzeichneter Antrag zuge- gangen, der die Erbfolge für ein nichtdeutsches Fürstenhaus aus- schließen soll. Jetzt hat sich der Ausschuß des gothaischen Spezial- landtages auch dagegen gewandt, daß die ausländischen Thron- anwärter im gothaischcn Haussideikommiß erbberechtigt ein sollen. Von dem Grund und Boden des Herzogtums Gotha gehört, wie zum besseren Verständnis bemerkt sei, ein Bestandteil von nicht weniger als 42 Prozent zu den fürstlichen Fidei- kommt ssen. Kriegstagung des wcimarischen Landtages. Der Landtag des Großherzogtums Sachen-Weimar trat am Montag zu einer kurzen Kriegstagung zusammen. Die Regierung hatte Vorlagen eingebracht, die sich auf die Schaffung einer Kriegs- krcdilkasse, auf vorübergehende Abänderung einiger Stcuergesetze, auf die Ermächtigung zur Stärkung der staatlichen Kassenvorräte, serner auf Vorschüsse nach Bedarf bis zur Gesamtsumme von fünf Millionen, und wurde auf vorübergehende Abänderung der Ge- meindeordnung zur Behebung wirtschaftlicher Schwierigkeiten be- zogen. ' Der Landtag nahm sämtliche vorlagen ohne Dekatte ein' stimmig au._ Kriegsgefangeue im Bergbau. Die preußische Regierung beschloß, wie dem„Berl. Tageblatt" gemeldet wird, mit der Erschließung der seinerzeit zur Elektrisierung der Bahnstrecken Bitlerfeld— Dessau— Berlin, Bitterfeld— Leipzig- Halle angekauften umfangreichen Kohlenfeldcr bei Gräfcnhainichcn demnächst zu beginnen. Man will bei den Abräumungsarbeiten mehrere tausend Kriegsgefangene beschäftigen,— Man darf aber wohl erwarten, daß in erster Linie die Arbeitslosen berück« sichtigt werden._ Kommunale Kriegsfürsorge. Die Stadt Fürth hat ihre Keiegsfürsorge ebenfalls erweitert. Da die von der Stadt eingeführte Arbeitslosenunterstützung nichl an das Existenzminimum heranreichte und viele unterstützle Arbeitslose sich noch au die Armenverwaltung wenden mußten, so erhalten die arbeitslosen Verheirateten vom 1. November ab 7 M. wöchentlich,, die Ledigen 4 M. Verheiratete Familienväter und ledige Frauen erhalten außerdem für jedes Kind l.öv M. Zu- schuß in der Woche. An die Gewerkschaftsmitglieder, die von ihrer Organisation noch Unterstützung beziehen, wird ein Zuschlag von 6 M. gewährt, wenn sie ver- heiratet sind, und 1 M., wenn sie ledig sind. Den Verheirateten werden auch Brennstoffe geliefert.— An die bedürftigen Familien der Krieger wird zur reichsgesetzlichen Unterstützung ein Zuschlag in bar gewährt, und zwar an Frauen ohne Kinder in Höhe von 42,5 Proz. der Reichsunterstlltzung, an Frauen mit Kindern in Höhe von 85 Proz., für jedes Kind dazu 25 Proz. und für sonstige Familienangehörige 59 Proz. Außerdem erhalten auch diese Familien Brennstoffe und Essen geliefert. Die PortionMsen wird mit 15 Pf. angerechnet._ Warnung vor privaten Auskunftsstellen. Dringend gewarnt wird vor allen privaten Auskunftsstellen über Verwundete und Vermißte. Die Tätigkeit solcher privater Auskunstsstellen widerspricht den militärischen Jnter- essen und ist verboten; sie dient auch nicht dem Interesse des Publikums, da die Arbeiten solcher Institute gar nicht kontrollierbar sind und die gegebenen Auskünfte im besten Fa lle den Auftraggeber nicht zeitiger erreichen können als die losten- los gewährten Auskünfte der amtlichen Stelle des Kriegsministenums, Dorolheenstraße 59._ Eine Abwehr der Postverwaltung. Die Reichspostverwaltung wehrt sich gegen gewisse Vorwürfe, die ihr gemacht wurden, indem sie schreibt:„In der Presse und in Zuschriften ist im Tone des Vorwurfs gegen die Postverwaltiing darauf hingewiesen worden, daß bis vor kurzem auf Bahnhöfen große Mengen von Postpaketen aufgestapelt waren, die offenbar wegen Mangels an Personal nicht sortiert und befördert würden. Wenn hieraus gefolgert werden sollte, daß die Postverwaltung den Paketverkehr vernachlässigt und ihm nicht wie sonst die möglichste Sorgfalt gewidmet habe, so wäre das falsch. Die Pakete, die die Einsender der Zuschriften usw. gesehen haben, waren nicht Pakete des allgemeinen Verkehrs, sondern solche, die nach der Bekannt- machung des Kriegsministeriums vom 1. Oktober in der Zcii� vom 19. bis 26. Oktober zur Beförderung an das Feldheer abgeliefert worden sind. Nach dieser Bekanntmachung hatte die Postverwaltung die Pakete anzunehmen und bis zu den Militär-Pakctdepots zu befördern. Das ist seinerzeit geschehen. Die Weiterbeförderung der Pakete von den Paketdepots aus lag in den Händen der Militär- Verwaltung und ist von ihr mit allen Mitteln betrieben worden. Wenn trotzdem der Abfluß der Pakete von jenen Stellen nicht mit einer solchen Beschleunigung vor sich gehen konnte, daß eine An- sammlung vermieden wurde, so lag dies an der Menge der zu- strömenden Pakete und an der notwendigen Rücksichtnahme auf die Möglichkeit ihrer Weiterbeförderung«ff den'Etapvenstrcrßeii." Erklärung. Unter der Ueberschrift„Konservative Heuchelei" brachten wir in Nr. 4 des„Vorwärts" vom 5. Januar d. I. einen Artikel, der so ausgelegt worden ist, als ob darin gegen den Generalsekretär des Deulschkonservativen Hauptvereins und Geschäftsführer der„Kreuz- Zeitung", Bruno Schroeter, der Vorwurf der Unterschlagung und der Untreue erhoben wird. Wir erklären, daß uns dieser Vorwurf fern- gelegen, daß wir ihn nicht erheben, und nehmen daher keinen Au- stand, den Vorwurf, soweit er in dem Artikel erblickt worden ist, zurückzunehmen._ Neue Kämpfe in Mexiko. New Aork, 9. November.(T. 11.) Villa hat Ear- r a n z a s Streitmacht bereits mehrmals geschlagen. Carranza versucht, die Vereinigten Staaten zu einer Jnter- vention zu veranlassen. Letzte Nachrichten. Kriegskontribution für Antwerpen. Amsterdam, 9. November.(Privattelegramm des „Vorwärts".)„Nicuwcr Courant" meldet: Antwerpen wuii» eine Kriegskontribution von 59 Millionen Mark auferlegt. D.e Gerüchte über die Verhaftung von Gemeindeschöffen seien falsch. Zurzeit erscheinen in Antwerpen vier zensurfreie Tageblätter. Ein deutscher Flieger über Dünkirchen. London, 9. November.(W. T. B.)„Daily Mail'� meldet, daß ein deutscher Flieger gestern zwei Bomben über Dünkirchen abwarf. Die eine Bonibe fiel in ein Dock, obne Schaden anzurichten, die zweite fiel in der Nähe des Rathauses nieder. Im Umkreise von 199 Metern sprangen alle Fensterscheiben. Deutsche Schiffe in Hoitolulir interniert. Washington, 9. November.(W. T. B.— Meldung des Neuterschen Bureaus.) Da das in H o n o l u l u eingelaufene deutsche Kanonenboot„G e i e r" den Hafen nach der von der amerikanischen Behörde festgesetzten Zeit nicht verließ, wurde es interniert, ebenso der Dampfer„L o ck s u n" vom Norddeutschen Lloyd, der für ein Transportschiff gehal- tcn wurde. Es handelt sich um den 1699 Tonnen großen, alten, zu den Kanonenbooten übergeführten Auslandskreuzer„Geier", der im Jahre 189-1 vom Stapel gelaufen ist und zuletzt in der Südfee Verwendung fand._ Tie Beschießung Potis. Petersburg, 3. November.(W. T. B.)' Der G e n e r a I st a b der kaukasischen Armee meldet: Am 7. d. M. morgens kam ein feindlicher Kr e u z e r vom Tvp der„Midilli" in P o t i an und eröffnete das Feuer gegen die Stadt, Hafen, Leuchtturm, Bahn- bos und Eisenbahn. Er löste 129 bis 159-Schuß. Als der Kreuz-r sich dann der Mole näherte und gegen russische Truppen Ma- schinengewehrseucr �zn geben versuchte, erwiderten diese mit. Ar- tillcrie- und Gewehrfeuer. Nach den ersten Kanonenschüssen ent- fernte sich der Kreuzer in Richtung Sukhuin. Sechs russische Sol- daten wurden verletzt. Beschädigungen von Stadt und Hafen un- bedeutend. Einwohner wurden nicht verletzt. Aus der Partei. Ju„ Grundstein", dem Wochenblatt des Deutschen Bauarbeiterberbandes, heißt es in einer mit persönlichen Invektiven gespickten Bolemit gegen Liebknechts bekannte Erklärung über die Sigung des Abgeordnetenhauses: " Es ist eine Frage für sich, ob die sozialdemokratische Partei die Leute, die ihre Haltung zum Striege verurteilen und bekämpfen, auf die Dauer in ihren Reiben ertragen kann. Die Antwort darauf wird man bis nach dem Friedens schluß vertagen müssen." Differenzen in Nordbayern. In unserem Bamberger Parteiblatt, dem Fränkischen Boltsfreund", finden wir folgende Erklärung: Bamberg. bon ben Parteigenossen dieser Orte mit Unterstüßung von internierten Soldaten, die der belgischen Partei angehören, besorgt. Diese Verbreitung des holländischen Organs ist um so wertvoller, In der Nr. 256 des Fränkischen Volksfreund" befindet sich als sie dazu beitragen muß, unter den Internierten das interein Wahlablommen für die Gemeindewahlen 1914 im Stadtgebiet nationale Bewußtsein wieder zu wecken, das im KriegsUnter Zustimmung der Vertretung der Bamberger Partei turm notwendig schweigen mußte und nach Friedensschluß, wenn organisation haben die Parteikonferenzen für Bayern, Nordbayern die Internierten in ihr verwüstetes Land heimkehren, ſeine weltund für Oberfranken beschlossen, daß wir in allen Drten mit über aufbauende Kraft wird beweisen müssen. Wenn das niederländische 4000 Einwohnern selbständig in die Wahl eintreten und daß Ab- Blatt unter den internierten Vlämen eine wichtige Rolle zu kommen über die Wahl nur mit Genehmigung des Gauvorstandes spielen beginnt, so ist das Erscheinen des„ Vorwärts" auf den Straßen von Amsterdam sicher auch von mehr als dem Zentralwahlkomitee abgeschlossen werden dürfen. Sie hat ohne jebe Rücksprache mit dem Gauvorstand das Abkommen den deutschen Blättern, die auf der Straße ausgeboten und auch Daran hat sich die Bamberger Parteiorganisation nicht gehalten. als materiellem Interesse. Seit einigen Wochen wird hier unter vom holländischen Publikum start gekauft werden in Holland wird Deutsch, Französisch und Englisch schon in den Bürgerschulflassen unterrichtet und in den Mittelklassen spricht fast jedermann deutsch der Vorwärts" ausgerufen und findet guten Abjaz. Holland spürt die wirtschaftlichen Folgen des Krieges in allen Gliedern, aber es diskutiert den Krieg nicht nur bom egoistischen Gesichtspunkt, sondern mit größter Leidenschaft auch vom ideellen. In Holland ist man noch nicht zur Uniformierung des Geistes gekommen und es imponiert den Holländern nicht, wenn Professoren tompagnienweise antreten- besonders jenen nicht, deren Idealismus von deutscher Arbeit der Vergangenmit den bürgerlichen Parteien getroffen. Diefes Abkommen fann also für die Sozialdemokratie in Nordbayern als zu Recht bestehend nicht betrachtet werden. Nürnberg, den 6. November 1914. Der Gauvorstand. Sozialistische Zeitungen in Holland. " Wir meinen zunächst, daß der„ Grundstein" besser daran getan hätte, nicht nur die Antwort, sondern auch die Frage" zu bertagen. Es ist ein starkes Stück, eine Frage, die wohl doch zunächst eine Partei und keine Gewerkschaftsfrage ist, zu einer Zeit aufzuwerfen, wo innere Parteiauseinandersetzungen nicht nur schweigen sollen, sondern auch schweigen müssen. Glaubt der „ Grundstein" wirklich dem Interesse der Arbeiterbewegung Aus Amsterdam wird uns geschrieben: Unser holländisches damit zu nügen, daß er allen denjenigen, die nicht Zentralorgan Het Volt" hat sich einen neuen Beserkreis erworben: seine Meinung teilen, schon heute den Ausschluß aus der unter den internierten belgischen Soldaten. Der Partei androht? Wir meinen, etwas mehr Zurüdhaltung wäre Absatz in den Internierungslagern hat sich ganz erstaunlich entschon deshalb geboten, weil sich die Angegriffenen ja unter den obs widelt. In Amersfoort werden 600, in eist 500 und in waltenden Umständen gar nicht wehren können. Harderwijk 600 Exemplare verkauft. Der Vertrieb wird heit befruchtet worden ist. Sozialdemokratischer Wahlverein Drewitz. Fern von der Heimat auf dem Schlachtfelde in Frankreich fiel unser Genoffe, der Gemeinde. bertreter Paul Sieke. Als Mitbegründer unseres Ver eins wirfte er allezeit treu und unermüdlich für die Interessen desselben bis zu seiner Einberufung zur Verteidigung des Baterlandes. 197/8 Sein ehrenhafter Charakter und feine nie erlahmende Tätigkeit fichern ihm ein dauerndes An denken. Wir werden in seinem Sinne weiterwirken. Der Vorstand. Verband d.Gemeinde- u. Staatsarb. Filiale Groß- Berlin. Auf dem Schlachtfelde gefallen ist der Kollege Otto Zabel ( Städt. Kohlenplatz) im Alter von 38 Jahren. Den Mitgliedern geben wir ferner Nachricht vom Tode des Kollegen Otto Rausch von der Parkverwaltung Neukölln. Beerdigung am Mittwoch, den 11. November, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des GemeindeFriedhofes, Mariendorfer cg, 35/20 aus. Ehre ihrem Andenken! Um rege Beteiligung bei der Bestattung des Kollegen ersucht Die Ortsverwaltung. Verb. d. Schneider, Schneiderinnen und Wäschearbeiter Deutschlands Filiale Berlin. Unseren Mitgliedern hiermit zur Kenntnis, daß der Kollege Erich Burghardt am 20. Oftober in Frankreich gefallen ist. Ferner fiel auf dem Schlacht felde im Westen der Kollege Franz Dabrowsky. Ehre ihrem Andenken! 164/18 Die Ortsverwaltung. Verband der Brauerei- u. Mühlenarbeiter u. verw. Berufsgenossen Ortsverwaltung Berlin. Den Mitgliedern diene zur Nachricht, daß der Kollege, Faßmitfahrer Julius Reimann ( Schultheiß- Branerei Abt. II) nach langer Strankheit verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute nachmittag 4 Uhr auf dem Heilig Kreuz Kirchhof in Mariendorf, Eisenacher Straße, statt. 0 Rege Beteiligung erwartet Die Ortsverwaltung. 44/13 Sozialdemokratischer Wahlverein Charlottenburg. Hierdurch zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Buchdrucker Paul Schulze Gutenbergstraße 7 verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Dienstag, den 10. d. M., nachmittags 3 Uhr, von der Halle bes Friedhofes in Stahnsdorf aus statt. Rege Beteiligung erwartet Der Vorstand. 25 1/7 ocied Dem Undenten unferer auf dem Kriegsschauplak gefallenen Genossen! Am 5. Oktober fiel in Belgien der Kohlenhändler Wilhelm Niedergesäß Bücklerstr. 38( Bezirk 174). 217/2 Sozialdemokr. Wahlverein f. d. 4. Berliner Reichstagswahlkr. Bei den Kämpfen im Osten Heinrich Schomacker Hobler, Soldiner Straße 8( 18. Abteilung, Bezirk 816). Am 28. Oktober bei den Kämpfen im Besten Otto Bock Former, Prinzen- Allee 59( 18. Abteilung, Bezirk 821). Bei den Kämpfen im Diten Alfred Gabriel Former, Bergstr. 22( 11. Abteilung, Bez. 606). Am 14. Oftober im Westen gefallen: 232/16 251/8 18/12 Maximilian Klenner Schlosser. Adolf Urbach Lackierer. Sozialdemokr. Wahlverein f. d. 6. Berliner Reichstagswahlkr. Bei den Kämpfen im Osten fiel unser Mitglied, der Werkzeugdreher Ferdinand Schmitz Windscheidstr. 7. Sozialdemokratischer Wahlverein Charlottenburg. In den Kämpfen im Dsten fiel am 26. Oftober der Schlosser Albert Breitschu im 24. Lebensjahre; ehemals Funktionär in der 22. Gruppe. Sozialdemokr. Wahlverein Niederbarnim. Bez. Weißensee. Am 24. Oftober fiel im Westen Otto Larisch. Sozialdemokrat. Wahlverein Niederbarnim. Bezirk Reinickendorf- West. Sozialdemokratischer Wahlverein Niederharnim. Bezirk Weißensee. Am Sonnabend, den 7. Novem ber 1914, starb der Genosse Oskar Roßkopf Glasschleifer, im Alter von 34 Jahren. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Dienstag, den 10. November, nachmittags 4 Uhr, von der Halle des Gemeinde Friedhofes int der Röldestraße aus ftatt. 18/11 Zahlreiche Beteiligung erwartet Die Bezirksleitung. Statt Karten. Am Sonnabend, den 8. Nobember, dem jährigen Todestage unseres Baters, starb unsere liebe Mutter Frau Klara Schäfer geb nach kurzem Krantenlager. Freytag Die Bestattung erfolgt am Mittwoch, den 11. November, nach mittags 3 Uhr, auf dem alten Jakobi- Kirchhofe am Rolltrug. Richard Schäfer nebst Frau Karl Schäfer nebst Frau Enkelchen Egmont Blücherstr. 36. 4195 Fern von der Heimat starb I am 24. Dktober auf russischem Boden den Heldentod fürs Bater land unser Kollege, der Maschinenwärter Robert Zobel im blühenden Alter von 32 Jahren. Wir wollen ihm ein ehrendes Andenten bewahren und rufen ihm ein Ruhe sanft in fremder Erde!" zu. 144A Mehrere Kollegen des Elektrizitätswertes Südwest, Schöneberg, Gothenstraße. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung meiner lieben Frau, unserer guten Mutter fagen wir allen Berwandten und Befannten unsern herzlichsten Dant. 1480 Ernst Brauer nebst Kindern. Sparverein„ Einigkeit" 1909. Nachruf. Am 29. Auguft ist unser wertes Mitglied Heinrich Fleischer auf dem westlichen Kriegsschauplaze gefallen. 4166 Ehre seinem Andenken! Der Vorstand. Männerchor Lerche- Einigkeit" ( Hutmacher). Am 31. Oktober cr. fiel auf dem Felde im Osten unser treuer Sangesbruder Willi Herrmann. Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren. 66/15 Der Vorstand. Fern von der Heimat im Osten fiel am 15. Oftober mein lieber Mann, unser guter Bater, Sohn, Bruder und Schwager, der Wehr 974 mann Gustav Schulz. Im Namen der Hinterbliebenen Frau Auguste Schulz und Kinder. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und die zahlreichen Kranz spenden bei der Beerdigung meines lieben Mannes Gustav Müller ben sage ich allen Berwandten, Freunden und Bekannten, besonders Beamten und Kollegen der Firma A. E. G., Turbinenfabrit, sowie dem Sozialdemokratischen Wahlverein und dem Deutschen Metallarbeiter- Verband meinen herzlichsten Dank. 1249 B. Martha Müller, Rostoder Str. 46. Reuters Werke 3 Bände 4 Mart Buchhandlung Vorwärts Verwendet ,, Kreuz- Pfennig"-Marken auf Briefen, Karten usw. Mitteilung. Dem verehrlichen Publikum Groß- Berlins, insbesondere unserer werten Kundschaft, machen wir die ergebene Mitteilung, daß wir Gelegenheit hatten, große Posten hocheleganter Konfektion anzukaufen, die für den Export bestimmt waren und infolge der Grenzsperren nicht zum Verkauf gelangen konnten. Die Posten bestehen aus: Kostümen, Paletots, Ulster, Seal- Plüsch-, Velour du Nordund Backfisch- Mänteln, kurze und lange Formen neuester Saison- Mode usw. usw. und werden zu ganz außergewöhnlich billigen Preisen zum Teil weit unter Herstellungskosten, zum Verkauf gestellt. Sielmann& Rosenberg Gegründet 1869 Kommandantenstraße, Ecke Lindenstraße. 22 Schaufenster 2 Häuser vom Dönhoffplatz. Sonntags von 12-2 Uhr geöffnet. Verein der Freidenker für Feuerbestattung. Sitz Berlin. Gegründet 1905. Geschäftsstelle: F. Sachtleben, 0., Rigaer Str. 91. Eintrittsgeld 1 M. Monatsbeitrag 30 Pf. Aufnahme ohne ärztliche Untersuchung. Nach dreijähriger Mitgliedschaft tostenlose Einäscherung. Dienstag, den 10. November 1914, abends 8% Uhr, in den Musikersälen, Kaiser- Wilhelm- Str. 31: Oeffentliche Mitglieder- Versammlung. Tagesordnung: 1. Bericht des Vorstandes über die getroffenen Maßnahmen für die gegenwärtige Kriegslage. 2. Verschiedenes. 289/ 9* Um zahlreiches Erscheinen ersucht Der Vorstand. 3. A.:. Müller, Eurhavener Str. 15. Hof" plöklich eingetretener Gegründet 1869 Asthma in heilbaren, wenn auch veralteten Fällen behoben durch meine glänzend bewährten Asthmatropfen, Flasche 2.50 M. Bei starken Anfällen sofortige Hilfe durch Indische Asthma kräuter, Kart. 2.00 M. Garant. unschädlich! VorNachahm.jed. Art sei gewarnt! Otto Reichel, Berl.43, Eisenbahnst.4 Hutformen, Schönhauser Achtung! Dosentteriladungsarten angegebene oral auch Synonform. 0.90, Trauerhütte bill. Hindernisse nicht frei, daher findet die Versammlung in obigem 4075 Migge, 146, Lotal statt. D. D. Obligationen der Russischen Süd- Ost- Eisenbahn- Gesellschaft. Die Ziehungslisten über die per 1. November 1914 verlosten Stücke der 4%, Anleihen von 1897 und 1898 sind uns erst jetzt zugegangen. Die Listen sind im Deutschen Reichsanzeiger und Königlich Preußischen Staatsanzeiger" im„ Berliner Börsen- Courier" in der Berliner Börsen- Zeitung" und in der Frankfurter Zeitung" Spezialarzt Dr. med. Wockenfuß, Friedrichstr. 125,( Oranienb. Tor). für Syphilis. Harn- u. FrauenleidenEhrlich- Hata- Kur( Dauer 12 Tage) Blutuntersuchung. Schnelle, ichere schmerzlose Heilung ohne Berufsstörung. Teilzahlung. Spr. 11-2 u. 5-8, Sonnt. 9-10. Ulsterveröffentlicht worden und im übrigen an unseren Kassen erhältlich. Wir machen besonders darauf aufmerksam, daß diejenigen verlosten Stücke, welche bei der Verteilung des noch in unseren Händen befindlichen Guthabens der Süd- Ost- Eisenbahn- Gesellschaft Stoffe, Damentuche berücksichtigt werden sollen, gemäß unserer Bekanntmachung vom 27. Oktober d. J. spätestens bis zum 16. November d. J. Persianer imit. bei uns eingereicht werden müssen. Berlin, den 9. November 1914. Frankfurt a. M., Mendelssohn& Co. Direktion der Disconto- Gesellschaft. Mir. M. 3-, 4-, 5265/13 Plüsche Mtr. M. 10.-, 15.- 20.Tuchlager Koch& Seeland G. m. b.H. Petrikirche. S. Bleichröder. Berliner Handels- Gesellschaft. Für Erschöpfte Gertraudtenstr.20-219egenüb. der Spezialarzt • f. Hants, Harn, Frauenleiden, nerv. Schwäche, Beinkrante jeder Art, Ehrlich Hata Kuren in 1.Cn.for. Laborat. Blut untersuchung., Fäden 1. Harn usw. Die große, erfolgreiche Verwendung, welche zurzeit bas einzigartige Dr. Homeyer Kräftigungsmittel Bioson" in Lazaretten, Strantenhäusern, durch Stranten. tassen usw. für Verwundete, Erschöpfte, Erkrankte, Blutarme, Nervöse, sowie nach großen Blutverlusten, fieberhaften Strankheiten, in der Retonvaleszenz, bet Wagen und Darmerkrankungen, Ernährungsstörungen usw. finden wird, ist in der Wirksamkeit dieses blutbildenden Kraftspenders begründet. 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Verlustlisten. schon weit vor dem Martinstage in den Auslagen der 4. Bei allen übrigen offenen Verkaufs. Delikatessengeschäfte und Markthallen. Aber der große Sturm stellen für den 17. bis 19., 21. bis 23. Dezember 1914. auf den Gänsebraten beginnt doch erst kurz vor dem Weih- Abgesehen von dem für alle Sonnabende bestehenden Die Verlustliste Nr. 72 der preußischen Armee enthält nachtsfest. Nur diesmal ist mit dem Gänsemarkt, der jahr- Neunuhrladenschluß dürfen außerdem im DrtspolizeiVerluste folgender Truppen: zehntelang in Rummelsburg blühte und daun nach Friedrichs- bezirk Berlin im Jahre 1914 alle offenen felde übersiedelte, nicht viel los. Die Hunderttausende Verkaufsstellen am 18., 21., 22. und 28. Dezember 1914 russischer Gänse fommen nicht über die Grenze, auch aus für den geschäftlichen Verkehr bis 9 Uhr Galizien wird der Transport sehr eingeschränft und über- abends geöffnet sein. Dies ist Schmalhans im Striegsjahr naturgemäß KüchenSchußtruppe für Kamerun; Polizeitruppe für Togo.. 26. Inf.- Brig., Stab; 35. Ref.- Inf.- Brig., Stab; Garde- Gren.Reg. Elifabeth; 5. Garde- Reg.; Gren.- Reg. Nr. 1; Landw.- Inf. Regimenter 2, 4; Gren. u. Res.- Inf.Reg. Nr. 5; Leib- Gren. 1. Ref.- Inf.- Reg. Nr. 8; Brig.- Erf.- Bataillone Nr. 8, 9, 10; Gren. Zu den Akademischen Unterrichtskursen für Arbeiter werden NachReg. Nr. 11, Brig.- Fri.- Bat. Nr. 11; Gren.- Reg. Nr. 12; Brig.- meister geworden. Wenigstens gibt es wichtigere Sehn- meldungen in den Kursen selbst entgegengenommen. Die Kurje Erf.- Bat. Nr. 12; Inf.- Regimenter Nr. 14, 15; Res.- Jnf.- Reg. suchtswünsche zu stillen als die Hoffnung auf den Gänse- finden in folgenden Lokalen und an folgenden Tagen in den AbendNr. 16; Jnf., Rej. u. Landw.- Inf.- Reg. Nr. 17; Inf. u. Res.- braten. Selbst die Einfuhr nach Berlin aus Pommern stunden von 8-10 Uhr statt: Inf.- Reg. Nr. 18; Res- Inf.- Regimenter Nr. 19, 21, 23, 25, 31; und Rügen, wo die Gänsemästerei zu Hause ist, hat Gipsstr. 23a, Dienstag: Rechnen, Literatur; Freitag: Elementar Inf.- Reg. Nr. 36; Füs.- u. Res.- Inf.- Reg. Nr. 39; Res- Inf.- Reg. gegen sonst bedeutend nachgelassen. Es ist verhältnis- deutsch, Erdkunde. Nr. 40; Inf.- Regimenter Nr. 41, 43, 44, 45; Res.- Inf. u. Landw. mäßig wenig Gänseware am Berliner Markt, und die vor- Dorotheenstr. 49: Montag: Rechnen; Donnerstag: Elementar Inf.- Reg. Nr. 46; Inf.- Regimenter Nr. 49, 50; Landw. Inf. Reg. handene ist schon jetzt so teuer, daß die Preise bis Weih- deutsch. Nr. 51; Ref.- Inf. Reg. Nr. 55; Inf. Regimenter Nr. 56, 57, 59; Ref.- Inf.- Reg. Nr. 61; Inf.- Regimenter Nr. 63, 64, 65, 66; Rei. nachten voraussichtlich noch mehr in die Höhe gehen werden. Inf.- Regimenter Nr. 66, 71, 72; Inf.- Regimenter Nr. 74, 75; Rei. Da haben es unsere Feldgrauen beinahe besser. In Galizien Inf.- Reg. Nr. 75; Inf. u. Ref.- Inf.- Reg. Nr. 77; Inf. Reg. laufen die Gänse und andere Federviecher auf Chausseen Nr. 78; Füs. u. Ref.- Inf.- Reg. Nr. 80; Res.- Inf. u. Landw.- Inf.- und Feldern wild umher. So macht das Requirieren" feine Reg. Nr. 81; Inf., Rej.- Inf. u. Landw.- Inf.- Reg. Nr. 82; Inf große Mühe, und manche Gans, die erst zu Weihnachten geu. Res.- Inf.- Reg. Nr. 83; Brig.- Ers.- Bat. Nr. 83; Res. Inf.Reg. schlachtet werden sollte, stärkt sicher schon am heutigen MartinsNr. 84; Fus.- Reg. Nr. 86; Gren.- Reg. Nr. 89; Jnf.- Regimenter Nr. 94, 97; Res.- Inf.- Reg. Nr. 98; Inf.- Reg. Nr. 99; Gren.-, Ref.- tage unsere braven Leute im Felde. Inf. u. Landw.- Inf.- Reg. Nr. 110; Inf.- Regimenter Nr. 112, 113, 114, 116; Ref.- Inf.- Reg. Nr. 116; Inf.- Regimenter Nr. 117, 118; Landw.- Inf.- Reg. Nr. 118; Jnf.- Regimenter Nr. 128, 130, 131, 132, 135, 136, 140, 143, 146, 148, 150, 151, 154, 155, 156, 157, 163, 166, 167, 168, 173, 174, 176. = Landsturm- Bataillone Bochum, Diedenhofen, Glogau, Gnesen, Rözen I, Marienburg, Naumburg, Neuz, Sangerhausen, Wehlau, Worms; Jäger- Bat. Nr. 2. Langeftr. 31: Dienstag: Elementardeutsch, Erdkunde; Freitag: Rechnen, Literatur. Neukölln, Kaiser- Friedrich- Str. 208-210: Montag: Elementar deutsch, Erdkunde; Donnerstag: Rechnen, Literatur. Ferner werden Nachmeldungen am Sonnabend, den 14. November, in der Gipsstr. 23a, nahe dem Zentralarbeitsnachweis, abends von 8-10 Uhr entgegengenommen. Tagesfurse werden nicht abgehalten; doch können Arbeitslose an den Abendkursen zur ermäßigten Hörergebühr von 25 Pf. teilnehmen. Der Unterricht im Osten findet vorläufig statt in der Fruchtstr. 38, in der Langestr. 31. Kinderfürsorge in Neukölln. Die Behandlung von Frauen Einberufener. Aus Charlottenburg kommt die Klage, daß den Frauen Eins berufener bei Abhebung der Kriegsunterſtüßung in der Turnhalle lagers in Boffen abgespielt. Ein zur Bewachung der Gefangenen Ein tragischer Vorgang hat sich auf dem Gelände des Gefangenen der 5. Gemeindeschule als Warteraum der Schulhof zur Verabkommandierter Landsturmmann wollte sein Gewehr in Ordnung fügung gestellt wird, wo die Frauen zu dreien antreten müssen. Frauen bringen. Blöglich frachte ein Schuß, und im nächsten Augenblic behaupten, hier mehrere Stunden zugebracht zu haben, bis sie an brach ein in der Nähe stehender Kamerad mit einem Aufschrei zuRegiment der Garde du Korps; Garde- Kür.- Reg.; Garde- Res.- der Reihe waren. Das sollte aufhören. Eine Kleinigkeit müßte es fammen. Die Kugel war ihm in den Kopf gedrungen und führte Drag.- Reg.; 2. Garde- lllanen- Reg.; Garde- Res.- Ullanen- Reg.; Kür. sein, ein Klassenzimmer als Warteraum zur Verfügung zu stellen.den Tod herbei. Regimenter Nr. 1, 2, 7; Res.- Hus.- Reg. Nr. 6; Hus.- Regimenter Zu der berichteten unziemlichen Behandlung von Frauen auf dem Nr. 7, 10; Ulanen- Reg. Nr. 11; Regiment Königs- Jäger zu Pferde Steueramt am Richardplay in Neukölln äußert sich der Magistrat d Nr. 1; Jäger- Reg. zu Pferde Nr. 9. dahin, daß viele Frauen sich an einem Tage eingefunden hätten, 28. Felbart. Brig., Stab; 1., 2. u. 3. Garde- Feldart.- Reg.; Garde- Res.- Feldart.- Reg.; 4. u. 5. Garde- Feldart.- Reg.; Feldart. anstatt am Tage vorher oder nachher zu kommen, wie festgesetzt sei. Reg. Nr. 1; Res- Felbart.- Reg. Nr. 3; Felbart.- Regimenter Nr. 4. Dadurch sei ein unnötiger Andrang hervorgerufen worden. Die ge5 u. Ref.- Felbart.- Reg. Nr. 5; Feldart.- u. Res.- Felbart.- Reg. Nr. 7; rügten Aeußerungen gegen die Frauen werden zum Teil bestritten, Feldart. u. Res.- Feldart.- Reg. Nr. 11; Res.- Feldart.- Regimenter zum Teil mit großer Arbeitslast der Beamten entschuldigt. Hoffent Nr. 12, 15; Feldart.- u. Res.- Feldart.- Reg. Nr. 16; Feldart.- Regi- lich sorgt der Magistrat durch eine geeignete Kontrolle in Zukunft menter Nr. 20, 21, 24, 30, 35, 39, 41, 42, 47, 55, 57, 62, 69, 70, 71. dafür, daß die Frauen anständiger behandelt werden. Das ist seine 1. Garde u. 1. Garde- Res.- Fußart.- Reg.; Ref.- Fußart.- Reg. Pflicht! Nr. 2; Fußart.- Reg. Nr. 5, 7, 8, 9, 10; Res- Fußart.- Reg. Nr. 11; Fußart. u. Res.- Fußart.- Reg. Nr. 14; Fußart. u. Res.- Fußart.< Reg. Nr. 15; Fußart.- u. Res.- Fußart.- Reg. Nr. 18; Mörser- Reg. Nr. 6. 3. San. Komp. Nr. 1 des Garde- Res.- Korps; Res.- San.- Komp. Nr. 4 des 4. Res.- Korps; San.- Komp. Nr. des 9. Armeekorps; San. Komp. Nr. 3 des 14. Armeekorps; Feldlazarett Nr. 12 des 3. Armeekorps. Garde- Divisions- Brüden- Train Nr. 3; Korps- Brücken- Train des 18. Armeekorps; Schwere Prov.- Kol. Nr. 4 des 15. u. 17. Armeeforps; Prov.- Kol. Nr. 6 des 17. Armeekorps; Magazin- FuhrpartKol. Nr. 4 des 2. Armeekorps; Magazin- Fuhrpark- Sol. Nr. 11 der 4. Armee; Magazin- Fuhrpark- Kol. Nr. 15 der 1. Armee; EtappenFuhrpark- Kol. Nr. 30 des 10. Armeekorps. 4. Armee. Ref.- Feldbäckerei- Kol. Nr. 31; Etappen- Bäckerei Nr. 2 der Bezirkskommandos: Karlsruhe, Posen, Siegen, Stralsund. * * Die An denselben Stellen finden Donnerstags von 4 bis 6½ Uhr die Arbeits- und Spielstunden für Mädchen, und Freitags in der gleichen Zeit und in denselben Räumlichkeiten die Stunden für naben statt. Es ist zu wünschen, daß sich recht viel Kinder daran beteiligen. Da in Neukölln Kinderhorte nur in unzureichendem Maße vors fehen, Einrichtungen zu schaffen, die wenigstens einigen Ersatz für handen sind, so hat sich die Neuköllner Arbeiterschaft veranlaßt gebas Fehlende bieten follen. Es ist zunächst der Versuch gemacht worden, die Kinder ein bis zweimal in der Woche auf einige Nachmittagsstunden zu vereinigen, um ihnen Gelegenheit zu geben, bei Spiel und Arbeit die Zeit zu vertreiben. Das soll erreicht werden durch Veranstaltung von Märchen- und Kinovorstellungen, durch Märchenvorlesungen und Abhaltung von Spiel- und Arbeitsstunden. Eine größere Anzahl von Helfern und Helferinnen hat sich Hilfe durch den Nationalen Frauendienst. für die Durchführung dieses Zieles zur Verfügung gestellt. Nach Ausbruch des Krieges hat die Stadt Berlin eine ersten drei Veranstaltungen haben bereits in der vorigen Woche stattgefunden und zwar eine Märchenvorlesung, eine Spiel und Garde- Pion.- Bat.; 1. Pion.- Bat. Nr. 2; 2. Pion.- Bat. Nr. 3; Reihe Maßregeln getroffen, durch die sie die entstandene Not zu Arbeitsstunde für Mädchen und eine für Knaben. Die Mädchen bes Ers.- Pion.- Bat. Nr. 5; Pion.- Bat. Nr. 7; 2. Pion.- Bat. Nr. 14; lindern sucht. Dazu gehört auch die Hergabe von Geld an den schäftigten sich mit Handarbeiten, die jüngsten speziell mit der Pion.- Bat. Nr. 16; Pion.- Reg. Nr. 20; Pion.- Erf.- Bataillone Nr. 20, Nationalen Frauendienst, der die Verteilung von Speise- Fabritation von Puppenkleidern. Die Knaben waren dabei, Laub 21; Pion.- Bat. Nr. 26; 1. u. 2. Pion.- Bat. Nr. 27; Pion.- Regi- marten, Brotmarken, Milch marten, menter Nr. 29, 30; 2. Bandit.- Pion.- Komp. des 10. Armeekorps. mittelgutscheinen mitbesorgt. Im Anfang waren piese in diesen Arbeiten nicht beteiligen, stehen unterhaltungsspiele zuz Eisenbahn- Baukomp. Nr. 21; Telegraphen- Bat. Nr. 6 siehe kleinen Unterstützungen, da sie schnell gegeben werden konnten, die Verfügung. In der ersten Woche nahmen 1200 Kinder an diesen Funker- Aht. der 9. Kav.- iv.; Funter- Abt. der 9. Kav.- Div.; Fern- wesentlichste Hilfe für die Hilfesuchenden. Erst allmählich gelangten Veranstaltungen teil. Da den Kindern eine Beköftigung nicht geSprech- Abt. des 1. alle bedürftigen Kriegsteilnehmerfamilien Rei- alle währt werden kann, so sollen die Veranstaltungen nur 2 bis 2½ Fernsprech- bt. Nr. 10 des 10. Res.- Korps; Feldfliegertruppe; itüßungen, und nachher sezte endlich auch die Arbeitslosenfürsorge Stunden dauern. Die ganze Einrichtung ist zunächst ein Versuch, Ref.- Art.- Mun.- Kol. Nr. 27 des 8. Ref.- Korps; 1. Mun.- Sol.- der Stadt Berlin und der Landesversicherungsanstalt ein. Beide um die finanziellen Kosten festzustellen. Vorläufig finden jeden Mittwoch von 5 bis 17 Uhr MärchenAbt. des 18. Armeekorps. Einrichtungen wirken nun seit Monaten, aber das Bedürfnis zur vorlesungen statt in den Jugendheimen Jdealpassage und NogatBeibehaltung auch der Verteilung von Speisemarken usw. besteht straße 15, außerdem noch bei Bartsch, Hermannstr. 48/49. fort. Der Magistrat bittet. daher jezt die Stadtverordneten um die Ermächtigung, für diesen 3wed wöchentlich bis zu 20 000 Mart auszugeben. In der Begründung seines Antrags jagt er, daß bei den Empfängern der Kriegsunterstützung und mehr noch bei den Empfängern der Arbeitslosenunterstüßung es viele Fälle gibt, in denen eine Ergänzung durch Lebensmittelspenden drinEin größerer Brand kam am Montag früh in den Kabelgend nötig ist. Dazu komme eine große Zahl Personen, die keine werken der A. G. G. in Oberschöneweide, angeblich durch Ueberkochen der beiden Unterstützungen zu beanspruchen haben, aber doch auch von Teer, in einem Fabrikationsraum zum Ausbruch. Die Oberdurch den Krieg in Not geraten sind. Personen, die aus öffent- spree war bis Köpenick und die Wuhlheide bis nach Karlshorst uſw. Die Wehren der Orte Ober- und lichen Armenmitteln unterstützt werden, sind das hebt die Pe- bon dickem Qualm bedeckt. gründung herbor von esen durch den Nationalen Frauen mit der Fabrikwehr von allen Seiten an. Es gelang durch kräfti Niederschöneweide, Karlshorst usin. semie die aus Berlin griffen dienst verteilten Beihilfen ausgeschlossen. Wie groß in den nächsten Beim Nationalen Frauendienst war die Wochenziffer der jo Unterteilt mit: Am 31. Oktober 1914, nachmittags gegen 12% Uhr, ist Monaten der Bedarf sein wird, läßt sich jetzt ungefähr übersehen. ges Wassergeben und Sandstreuen, den Brand zu isolieren. Wer ist der Verstorbene? Das Königliche Polizeipräsidium stützten im Anfang 18 812, in der Woche vom 10. bis 23. August. an der Ecke Alexander- und Kleine Alexanderstraße ein Mann von Sie stieg dann rasch bis auf 28 612 in der Woche vom 7. bis 13. Sep- einem Straßenbahnwagen überfahren worden. Der Mann, dessen tember und fant nachher langsam auf etwa den früheren Stand, Persönlichkeit bisher nicht mit Bestimmtheit festgestellt werden auf 19 538 in der Woche vom 19. bis 25. Oktober. In der höchft fonnte, nannte sich Arbeiter Adolf Preuß oder Preiß und ist am belasteten Woche wurden für die Beihilfen rund 25 000 Mark auf 2. November 1914 im Krankenhaus Am Friedrichshain verstorben. gewendet, später ermäßigten sich die Kosten auf rund 18 000 Mark Der Verunglückte war 35 bis 40 Jahre alt, 1,68 Meter groß, in Handel und Gewerbe auf weitere Abnahme der Hilfsbedürftig- blonde, dünne Augenbrauen, längliches Geficht, hohe Stirne, in pro Woche. Der Magistrat hofft bei Zunahme der Beschäftigung schlank, schlecht genährt, hatte dunkelbraunes, fast schwarzes, furz= feit, er will sich aber für alle Fälle 20 000 m. pro Woche bewilligen der Mitte derselben eine 1½ Bentimeter lange verheilte Narbe, laffen, um auch auf eine etwaige neue Verschlechterung des Arbeits- graublaue Augen, Gdzähne fehlen, die linte Daumenkappe war vermarktes gerüstet zu sein. früppelt, anscheinend von einem Schlage herrührend, an dem rechten Oberschenkel hatte er eine etwa Fünfmarkstück große, langSparsamkeit an falscher Stelle. behaarte Stelle. Bekleidet war der Tote mit braunem Schlapphut Einschränkung der Heizung scheint in den städtischen Bade- ohne Band, grauer Winterjoppe mit tigerfellartigem Futter, grauwollener Unterjace, grauer, dünn gestreifter Hose, blauer Barchendanstalten angeordnet worden zu sein. Von verschiedenen Seiten unterhose, hellgrauem Barchendhemd, grauer, farierter Weste, je gehen uns Klagen zu, daß die Badenden frieren; insbesondere in einem schwarzen, braunen, rotbraunen und grauen Strumpf, den Anstalten in der Gerichtstraße wie in der Bärwaldstraße. In langen, abgetragenen Schaftstiefeln. 1m aufflärende Nachrichten Die Gattung der lieblichen Bratenvögel, deren Geschnatter der Gerichtstraße wird nur noch das kleinere Schwimmbaffin, das über die Person des angeblichen Preuß( Preiz) ersucht der XII. im alten Rom das Kapitol rettete, hat sich nicht träumen sonst nur für Frauen bestimmt war, allgemein benutzt. Am Diens Kriminalbezirt, Zimmer 349, Haustelephonanschluß Nr. 422, zum laffen, daß sie im Kriegsjahr 1914 ihren Beruf, den Weg tag, als Damen badeten, fehlten die Läufer und die Badenden Aktenzeichen 3485, IV. 40. 14; auch nimmt jedes Polizeirevier allen Fleisches zu gehen, so ziemlich verfehlen werde. Der mußten die talten Fliesen betreten. Diese Sparsamkeit hat für eine folche entgegen. 10. November, der Martinstag, war vor ein paar Jahr- Anzahl Besucher der Anstalten schon manche Nachteile in Gestalt hunderten der Tag der„ jutjebratenen Jans". Wie die von Erkältungen im Gefolge gehabt. Unter Umständen kann diese heutige deutsche Welt noch immer den Napfkuchen als un- Sparsamkeit der Badeverwaltung sehr teuer zu stehen kommen. bedingte Zugabe der großen kalendermäßigen Jahresfeste beobachtet, mußte früher am Martinstage in jedem deutschen Ausnahmetage für offene Verkaufsstellen. Familientochtopf oder in der Bratpfanne eine Gans Es wird hiermit erneut zur öffentlichen Kenntnis gebracht, ihrem unrühmlichen Ende entgegenschmoren. Mit den daß gemäß der Bekanntmachung vom 2. Dezember 1913 für Zeiten, die fich ändern wie die Sitten und den Rest des Jahres 1914 im Ortspolizeibezirk die Menschen, ist das anders geworden. Der Martinstag Berlin die Bestimmungen des§ 139 e der Gewerbeordnung spielt wohl noch hier und da in deutschen Gauen eine volts über die den Gehilfen, Lehrlingen und Arbeitern in offenen tümliche Rolle, hat aber im allgemeinen und besonders in Verkaufsstellen und den dazu gehörigen Schreibstuben( Kontoren) der Großstadt seine Bedeutung verloren. Man hat genug und Lagerräumen zu gewährende Mindestruhezeit andere Feiertage im Jahre und verzichtet gern auf das alt- und Mittagspause für folgende Tage des Jahres 1914 hergebrachte Gänsefest". außer Anwendung gesezt sind: Die bayerische Verlustliste Nr. 45 bringt Verluste des 20. Inf. Reg. Kempten und des 14. Inf. Reg. Nürnberg. Die sächsische Verlustliste Nr. 50 enthält Verluste des Brig.- Ers.- Bat. Nr. 89; des Ref.- Inf.- Reg. Nr. 101; der Inf. Regimenter Nr. 102, 104, 134, 178; des Res-- Jäger- Bat. Nr. 13; des Karabiner- Reg. Borna; des Ulanen- Reg. Nr. 18 und des Felbart.- Reg. Nr. 32. Die württembergische Verlustliste Nr. 53 bringt Verluste des Brig.- Ers.- Bat. Nr. 54; des Inf.-, Res.- Inf.- u. Landw.Gren. steg. Jir. 123; per suf- Regimenter Nr. 124, 126, 180; des Inf. Reg. Nr. 120; Inf.- Reg. Nr. 121; Landw.- Inf.- Reg. Nr. 122; Landft.- Juf.- Bat. I Stuttgart; Landit.- Inf- Bat. Leonberg; des lanen- Reg. Nr. 20; der Ers.- Abt. des Feldart.- Reg. Nr. 13; Feldart. Reg. Nr. 65; Pion.- Bat. Nr. 13; 1. Landw.- Pion.- Komp. und der 1. Train- Abteilung. Aus Groß- Berlin. Gänse- Schonzeit. 1. Bei den Blumenhandlungen für den 19. bis 21. November, 23. und 31. Dezember 1914. Die Martinsgans hat sich gemausert in die Weihnachtsgans. Nach ihr steht Ende Dezember, wenn der grüne Tannenwald bei uns zu Gaste kommt, noch immer des Magens Sehnsucht, die leider nur zu oft aus ökonomischen 4. Rücksichten nicht befriedigt werden kann. Zwar erscheinen die leckeren Erdvögel mit dem papiergestopften Schmerbauch 21. 2. Bei den Spielwarenhandlungen für den und 5., 7. bis 12., 14. bis 19., 21. bis 23. Dezember 1914. 3. Bei den Buchhandlungen für den 14. bis 19., bis 23. Dezember 1914. Volkskunstabend in Köpenick. Der Voltstunstabend des Vereins der Freien Boltsbühnen findet am Donnerstag den 12. d. W., abends 8%, Uhr, im Stadttheater statt. Vortragende: Frl. Huller, Gesang, Fri. Weege, Violine, Dr. James Simon, Klavier. Eintrittstarten a 0,10 m. bei Wizler, Vorwärtsspedition, F. Weber, Bahnhofstr. 15, B. Gollnow, Grünftr. 16, H. Becher, Grünauer Str. 1, und in den Verkaufsstellen der Konsumgenossenschaft sowie an der Abendtaffe. Gewerkschaftliches. Vorsicht beim Abschluß von Arbeitsverträgen! Der Burgfriede wird von den Metallindustriellen in sehr eigenartiger Weise gewahrt. Ihre Vorliebe für die Gelben treibt sie dazu, auch jetzt mit allerlei Maßnahmen gegen die organisierten Arbeiter zu wirken. Die Firma Siemens u. Halste in Berlin leistet darin schon mitteilen fonnten besonderes. Sie erhält aber darin auch noch besondere Unterstützung durch den Verband der Metallindustriellen selbst. Genannte Firma sucht in vielen wie wir auswärtigen Städten Arbeitskräfte. Welche Bedingungen sie dabei stellt, geht aus folgender Zuschrift hervor, die ein von auswärts um eine Stelle sich Bewerbender erhielt; ihm wurde geschrieben: »Verband Berliner Metall-Jndusirieller Arbeitsnachweis Berlin 80, Wusterhausener Str. 15. Berlin, den...... 1914. Herrn........ Im Besitze Ihrer an die Firma Siemens u. Halske Werner- werk gerichteten Bewerbung teilen wir Ihnen mit, daß Sie eventl. bei der genannten Firma eingestellt werden können. Wir bemerken jedoch hierzu, das; Ihre Reise nach hier auf eigene 'Kosten und Gefuhr zu erfolgen hat, daß weder wir noch die Firma eine Entschädigung für Zeitversäumnis, Fahrauslagen usw. gewähren können, auch dann nicht, wenn von Ihrem Angebot wider Erwarten �aus irgendeinem Grunde kein Gebrauch gemacht werden sollte.' Selbstverständlich würden wir uns dann bemühen Sie möglichst bald in einem anderen zu unserem Verbände ge- . hörenden Betriebe unterzubringen. Wir �sigen noch hinzu, daß die Firma Wert darauf legt, daß Sie dem bei ihr bestehenden Unter st ützungsverein beitreten. Ihre eventuelle Einstellung wird jedoch hiervon nicht abhängig gemacht. Sofern Sie hiermit einverstanden sind, melden Sie sich mit Ihren Papieren und diesem Schreiben in unserem Arbeitsnachweis in der Zeit von 8—3 Uhr. Hochachtungsvoll." »Nicht die Firma Siemens u. Halske ant wortet, sondern der Verband Berliner Metallindustrieller. Der Verband Berliner Metall' industrieller hat also nichts gegen die gelben Praktiken der Firma Siemens u. Halske(Siemens u. Halske ist Mitglied des Verbandes Berliner Metallindustrieller) einzuwenden; er bemüht sich im Sinne des Angebotes der Firma für sie. Der Verband der Berliner Metallindustrieller hat also nichts da gegen, daß der Kampf der Unternehmer gegen die organi sierten Arbeiter auch in der gegenwärtigen Zeit fortgeführt wird. Es zeigt dies, was es vielfach mit den den Arbeiter' organisationen gegebenen Erklärungen der Unternehmer au sich hat, in der gegenwärtigen Kriegszeit mit ihnen Hand in Hand gehen zu müssen. Warum der Wink mit dem Zaun- Pfahl in dem Schreiben, wenn die Firma Siemens u. Halske die Einstellung des Arbeiters nicht davon abhängig machen wird, ob der betreffende Arbeiter Mitglied des gelben Werkvereins werden will oder nicht? Und der Verband der Metallindustriellen leistet dazu hilfreiche Hand. Der Arbeiter, der sich an die Firma Siemens u. Halske mit seinem Arbeitsangebot wandte, soll sich nicht bei der Firma, sondern im Arbeitsnachweise des Verbandes Berliner Metallindustrieller, Wusterhausener Straße, melden. Angesichts dieser Sachlage werden alle organisierten Ar' beiter dringend ersucht, bis auf weiteres Angebote der Finna Siemens u. Halske unberücksichtigt zu lassen. Wer dem Schreiben vertraut und auf eigene Kosten und ohne bestimmtes Versprechen auf Einstellung nach Berlin kommt, befindet sich dem Unternehmerverbande und auch der Firma Siemens u. Halske gegenüber in einer Zwangslage; er muß sich wohl oder übel den gestellten Bedingungen fügen, selbst wenn sie ihm in innerster Seele zuwider sind. öerlkn und Umgegend. Die Lage der Bilderrahmeumacher ist jetzt eine etwas bessere als zu Anfang des Krieges. Ein Teil der Rahinenmacher steht wieder in Arbeit. Allerdings wird meist bei verkürzter Arbeitszeit ge' arbeitet. Befremden erregte in einer Versammlung der Bilder' rahmenmacher das Verhalten der Firma Wolf. Nachfolger Kindler, in der Sanderstraße in Neukölln. Diese Firma hat sofort nach Aus- bruch des Krieges sämtliche Arbeiter entlassen, hat dieselben aber später wieder eingestellt unter der Bedingung, daß sie sich Lohw abzüge von 25—35 Proz. gefallen lassen. Zwei jugendlichen Ar' beitern, welche laut Kontrakt vom 1. Oktober mit 25 M. pro Woche bezahlt werden müßten, gibt der Unternehmer jetzt nur 15 M. pro Woche, trotzdem müssen diese auch Arbeiten erwachsener Kollegen der« richten. Ebenso speist der Unternehmer die weiblicheu Arbeitskräfte ab. Und das alles, obgleich die Firma dem Tarifvertrag untersteht. Der Obmann� der Bilderrahmenmacher teilte in der Versammlung mit, daß in nächster Zeit weitere Verhandlungen mit diesem Unter» nehmer stattfinden werden. Dann beschäftigte sich die Versammlung mit dem Arbeitsnachweis. Der Inhaber der Firma Gost, Aleran- drinenstraße, Herr Levi, benutzt selten den Arbeitsnachweis; er stellt seine Arbeitskräfte fast immer auf Umwegen zu schlechteren Be- dingungen als den tariflichen ein. Mit Unkenntnis kann sich dieser Unternehmer nicht entschuldigen, da er zur Zeit des Vertragsschlusses und auch jetzt noch eine führende Stellung in der Unternehmer- Vereinigung einnimmt. Ferner wurde beklagt, daß in einzelnen Werkstätten Ueberstunden verlangt würden. Die Versammlung war der Meinung, daß es unter jetzigen Verbältnissen geradezu ein Ver- brechen sei, Ueberstunden zu machen. Es seien genügend Arbeits» kräsle vorhanden. veutfches Ketch. Zerstörte Gcwerkschaftsorganisationen in Ostpreußen. Während unsere gewerkschaftlichen Organisationen auch in dieser schweren Zeit allgemein in durchaus anerkennenswerter Weise funktionieren, sind sie in jenen Distrikten, die von feindlicher In- vasion nicht freiblieben, völlig aufgelöst. Der Vorsitzende deS Bau- arbeiterverbandes, Fritz Paeplow, hat im Auftrage seiner Or- ganisation das durch den Krieg verwüstet« Ostpreußen besucht. Seinem sehr interesianten Bericht, den er im„Grundstein" ver- öffentlicht, entnehmen wir hier einen Teil, der sich auf die geWerk- schaftlichen Organisationen bezieht. Es heißt dort: „Und nun unsere Organisation! Ach, wo sind die so kräftig aufblühenden Zweigvereine geblieben?! Auch sie sind bis auf einige auf der Flucht! Mehr als in jedem anderen Landesteil sind natürlich in Ostpreußen sofort alle gedienten wehrfähigen Männer eingezogen worden; hat doch der Landsturm den ersten Andrang der Russen abwehren müssen. Von den am Schlüsse des zweiten Quartals gezählten Mitgliedern unseres Verbandes war bis zum 12. September fast die Hälfte eingezogen. Ein großer Teil der nicht eingezogenen Kollegen fft sofort bei Ausbruch des Kriegs nach Königsberg und an anderen festen Orten zur Schanz- arbeit gegangen, wo sie in ihrer Bewegungsfreiheit ebenso ge- halten werden wie die Soldaten, also sich um die Organisation kaum kümmern können. Und der Rest— bis auf wenige Hundert — ist geflüchtet, hierhin und dorthin versprengt. In einigen Orten hatten sich die Kollegen schon wieder gesammelt, und da sie inzwischen hören und sehen konnten, daß der Deutsche Bau- arbeiterverband noch lebt und gar nicht daran denkt, seine Tätig- keit einzustellen, werden sie sich wohl auch darauf besinnen, daß sie die Pflicht haben, das begonnene Werk nach Kräften fort- zusetzen. Auch hier gibt es viele Trümmer, die nicht einmal durch „NoWauten" während des Kriegs in Ordnung gebracht werden können. �Da kann erst der Fried« die Wunden heilen. Und wie das zerstörte Ostpreußen in seinem Aeußeren neu erstehen mutz, so wird auch gewiß unsere Organisation von neuem starke Wurzeln schlagen und zu einem stattlichen Baum erwachsen müssen. Nie war ja der Wert der Organisation augenscheinlicher als jetzt."__ Ms Industrie und Handel. Wirtschaftliche Lage in Spanien. Der Handelsvertragsverein sendet uns folgende au? Barce- Iom kommende Zuschrift; ..Die hiesige Lage wird jeden Tag hoffnungs- loser. Die hiesige Industrie muß wegen Mangel an Roh- waren fast vollständig die Arbeit einstellen, wodurch die Zahl der Arbeitslosen allmählich auf 17 999 Mann in Barcelona und Umgegend gestiegen ist. Da die Regierung kein energisches Ein- schreiten zeigt, steigt die Erregung der Arbeiterklasse derart, daß wir hier von Stunde zu Stunde den Ausbruch einer ernsten Re- Volte befürchten. Wenn es auch immer heißt, daß die Arbeiter Ruhe halten, so lassen die großen Vorsichtsmaßregeln, welche in allen Stadtteilen getroffen werden, auf die große Gefahr einer Revolte nur zu deutlich schließen. In den Provinzen sieht es noch trauriger aus. Auch dort muß die Industrie feiern. Aber das schlimmste ist, daß die großen Fruchternten wegen des Krieges nicht exportiert wer- den können. Durch diesen unberechenbaren Schaden gehen in vielen Provinzen bedeutende Fruchtexporthäuser zugrunde und Hunderte von kleineren Häusern dieser Branche werden vernichtet. Es kommt noch dazu, daß aus Frankreich viele Tausende von Arbeitern ohne irgendwelche Mittel nach Spanien zurückkehren mußten. Diese Schwärme der„Repatriados' ergossen sich über San Sebastian und Barcelona. Die Behörden mußten für diese armen Menschen für Speise, Unterkunft und freie Rückkehr in die Heimatsorte sorgen. Dort angekommen finden die vielen Arbeiter keine Beschäftigung und sind auf die Wohltätigkeit der Vereine an- gewiesen. Die Regierung hat gleich öffentliche Arbeiten ausge- schrieben, aber bis jetzt ist wirklich herzlich wenig getan worden!— Hier in Spanien hat ja immer alles viel Zeit.' Soziales. Entschädigung für die Urlaubszeit. Ist Urlaub vereinbart, wird aber nicht gewährt, so ist die Urlaubszeit bar zu entschädigen. So entschied gestern die Kannner 6 des Gewerbegerichts. Der Brauereiarbeiter Vetter war bei der Firma Groter jan u. Co. seit sechs Jahren beschäftigt. Nach dem geltenden Ta: f stand ihm unter Forlzahlung des Lohnes ein Urlaub von einer Woche zu. Als der Krieg ausbrach, wurde zunächst im Einverständ- ms mit der Organisation die weitere Urlaubsgewährung an die bisher nicht beurlaubten Arbeiter unterbrochen. Bald regelten sich jedoch die Arbeitsverhältnisse so, daß auch diese Arbeiter ihren Urlaub bekommen konnten und sollten. Der Kläger kam aber nicht in den Genutz seiner Ferien, weil er zum Heeresdienst einberufen wurde. Er verlangte nun, in bar entschädigt zu werden. Die Firma, die im übrigen für die Familien der Kriegsteilnehmer Unterstützungen gewährt, weigerte sich, die in Betracht kommenden 32,59 M. auszuzahlen, um der prinzipiellen Bedeutung des F illes wegen eine gerichtliche Entscheidung herbeizuführen. In der cr- wähnten tariflichen Bestimmung ist nämlich der Fall einer•Ö.r- entschädigung nicht vorgesehen. Die Firma machte geltend, daß es nicht ihr Verschulden sei, wenn der Kläger um seinen Urlaub gekommen ist. Das Gericht hat sich auf dea Standpunkt des Klägers gestellt Magistratsrat Schultz führte zur Begründung auS: Die Beklagte war nach dem Tarif verpflichtet, Urlaub zu gewähren. Sie wäre von dieser Verpflichtung entbunden gewesen, sofern Unmögl'ujküt der Leistung vorlag. Dieser Fall hätte vorgelegen, wenn dw Kläger sofort bei Kriegsausbruch einberufen wurde. Die Einbe- rufung erfolgte jedoch erst vor vierzehn Tagen. Daß die Eiubc- rufung zu erwarten stand, war der Firma bekannt. Sie hätte es also so einrichten können, daß der Kläger seinen Urlaub noch vorher erhielt._ Gerichtszeitung. Ersinderpcch. Eine Strafsache, die ursprünglich unter den« Gesichts- Punkte des Landesverrats verfolgt wurde, schließlich aber zu einer Anklage wegen�versuchter Erpressung geführt hat, beschäftigte gestern die 5.. Strafkammer des Landgerichts I in einer Tagessitzung. Der angeklagte SZjährige Unternehmer Wilhelm Rietsch befaßt sich seit Jahren mit eisenbahntechnifchen Fragen und hat auf diesem Gebiete auch mehrere Pateute erworben. Im Jahre 1913 machte er eine Erfindung, die es verhindern sollte, daß Eisenbahn- weichen und-signale durch unbefugtes Stellen des Armes am Signalmast verändert werden können. Er behauptet, daß dies zurzeit unter Ausschaltung des Stellwerksbeamten möglich sei und manche Beamte, die bei Unglücksfällen der letzten Zeit für schuldig befunden wurden, zu Unrecht verurteilt worden seien. Ter An- geklagte erhielt auf seine Erfindung ein Patent und bot sie dem Eisenbahn-Zentralamt zur Prüfung au. dieses erhob aber gegen die Patenterteilung Einspruch, wurde jedoch mit der Beschwerde abgewiesen. Auch nachdem er eine Verbesserung gleichfalls hatte -atentieren lassen, bekundete das Zentralamt kein Interesse für eine Erfindung, sondern lehnte ein wiederholt beantragtes Näher- reten ab. Im Anschluß an ein vorgekommenes Eisenbahnunglück in der Nähe von Zabern hatte der Angeklagte inzwischen im „Zaberner Anzeiger" zur Propaganda für seine Erfindung einen Artikel veröffentlicht, der den Nachweis führen sollte, auf welche Weise es durchaus möglich sei, daß unbefugte oder verbrecherische Hände unter Ausschaltung des Beamten daS Signal auf„Halt" oder„Freie Fahrt" stellen könnten. Der Angeklagte fühlte sich nun dadurch verletzt, daß das Eisenbahn-Zentralamt seine vom Patentamt anerkannte Erfindung durch nach seiner Ansicht wissent- lich unwahre Behauptungen herabgesetzt habe und er richtete des- halb mehrere in gereiztem Tone gehalten« Schreiben an das Zentralamt, in welchen er dem Amte allerlei Vorwürfe macht und Drohungen aussprach. Er verlangte in einem»schreiben vom 29. Juli, bis zum 5. August die Zusicherung, daß die angeblich un- wahren Behauptungen zurückgenommen würden, widrigenfalls er am 5. August mit der Veröffentlichung und massenhaften Verbrei- tung seines Schreibens und des Artikels des„Zaberner Anzeigers vorgehen würde. In einem Schreiben vom 39. Juli verlangte er nochmals Prüfung seiner Erfindung und Aufstellung von Kosten- anschlügen;„das sei ein gutes Mittel, die unbedingt am 5. August erfolgenden Veröffentlichungen und die in Aussicht genommene Massenverbreitung des erwähnten Artikels zu verhindern". Da dieses Schreiben erst nach der Mobilmachungsorder einging, er- ölgte die Verhaftung de? Angeklagten wegen Landesverrats. Die Eisenbahnbehörde war nämlich der Ansicht, daß die angedrohte Ver- öffentlichung der Methode, wie jedermann leicht eine falsche Signalstellung herbeiführen könne, in der damaligen kritischen Zeit außerordentlich bedenklich gewesen wäre, da bekannt war, daß eine große Zahl fremdländischer Agenten und Spione in unserem Lande weilte, um unseren Truppenaufmarsch zu stören und da es nicht ausgeschlossen schien, daß diese Leute die vom Angeklagten eingehend geschilderte Möglichkeit, Eisenbahnunfälle herbeizuführen, in die Tat umzusetzen versuchen würden. Der Angeklagte ist später auf die Bürgschaft eines Reichstagsabgeordncten hin aus der Haft entlassen und schließlich wegen versuchter Erpressung unter Anklage gestellt worden. Er bestritt mit aller Entschiedenheit, irgendwelche Bereiche- rungSzwecke verfolgt zu haben. Gegen die Vernehmung des Ober- baurats Hentzcn vom Eisenbahn-Zentralamt erhob Rechtsanwalt Dr. Davidsohn Einspruch, da dieser doch zu sehr Partei sei. DaS Gericht verzichtete auch aus dieses Sachverständigen-Gutachten. Auf Antrag des Staatsanwalts Waschow wurde während der Er- örterung der in Frage kommenden technischen Einzelheiten die Oeffentlichkeit wegen Gefährdung der Staatssicherheit auSge- schlössen.— Nach 9stündiger Verhandlung beantragte der Staats- anwakt wegen versuchter Erpressung X Jahr Gefängnis. Das Gericht erkannte wegen versuchter Nötigung auf 2 Monat Ge- ängnis.__ „Billige" Kohle«. Die bei Beginn des Krieges � einsetzende Furcht vor fpäterem Kollenmanael batte sich eine Schwindlergesellschaft zunutze gemacht, gegen welche gestern die 1. Strafkammer des Landgerichts I unter Vorsitz des Landgerichtsrats Pauli eine Anklage wegen gemeinschaftlichen Betrugs, Urkunden- fälschung, Hausfriedensbruchs und Diebstahls zu verhandeln hatte. Aus der Anklagebank mußten die Händler bezw. Arbeiter Franz Tanncmann, Max Damitz, Max Schaffranke, Max Gacdtke, Rudolf Schäpe, Emil Zimperl, Alois Hippauf, Emil Bartmann und Max Fritsch Platz nehmen. Ju den Monaten August und Sep- tember tauchte in Berlin und Charlottenburg eine Betrügergesell- schaft auf, die in folgender Weise arbeitete. Einer der Schwindler klingelte an den Wohnungstürcn und bot Preßkohlen zu dem auf- fällig billigen Preise von 89 Pf. pro 199 Stück an. Er erzählte dabei, daß es sich um einen Rest von einigen tausend Stück handele, der billig verkauft werden müsse, da der Besitzer zum Militär ein- gezogen sei. Dieses verlockende Angebot veranlasste viele Haus- frauen. die einen späteren Kohlenmangel befürchteten, Preßkohlen zu bestellen. Wenn sie dann später die gelieferten Kohlen nach- zählten, so entdeckten sie zu ihrem Schrecken, daß die Schwindler die Köhlen so geschickt aufgebaut hatten, daß man bei oberflächlicher Besichtigung nicht sehen konnte, daß statt 1599 Kohlen nur 899 ge- liefert waren. Ju einem anderen Falle hatten die Schwindler statt 8999 nur 1499 geliefert.— Nebenbei wurde in den Wohnungen noch alles mögliche gestohlen. Nach einer mehrstündigen Verhandlung kam das Gericht zur Verurteilung der Angeklagten zu Gefängnisstrafen, die von neun Monaten bis vier Wochen herabgingen. kleine Nachrichten. Wenn man nicht genug verdiene« kann. Wir lesen in unserem Rostocker Parteiblatt: Auf der nahe Rostock gelegenen Feldmark Klein-Schwaß sind am 3. August 699 Ouadratruten Korn gemäht worden, welches noch heute in Hocken auf dem Acker steht. Natürlich ist es inzwischen ver« darben. Rehe, Mäuse usw. haben sich daran gütlich getan— hätte eS da nicht lieber Menschen zugute kommen sollen, armen Klein-Schwatzer Familien, die den Ernährer im Kriege haben? Der Besitzer ist der wohlhabende Müllermeister Hugo Lüth in Korlegut bei Laage. Er hätte das Korn zu mehreren Malen ver« kaufen können, aber der gebotene Preis war ihm nicht hoch genug. Nun verdarb es auf dem Fetde.... Aus dem Afeldbrief eines Priesters. Der katholische Religionslehrer(Katechet) und jetzige Feldkurat P. M. in Turn in Deutschböhmen schrieb an sein« Schülerinnen: .... Am Namenstage des Kaiser«(4. Oktober) habe ich Feldmesse gelesen; natürlich mitten auf freiem Felde. Die Soldaten sangen da? schöne Lied:.Wohin soll ich mich wenden". Während der Feldmesse feuerte unsere schwere Artillerie in die Serben hinein, daß bei ihnen die Hände und Füße in der Luft herumflogen. Nach der Messe hielt ich eine kurze Predigt... Parteiveranstaltungen. Erster Wahlkreis. 2. Abteilung: Gemeinsamer Zahlabend bei Weihnacht, Grünstr. 21. Vortrag deS Parteisekretärs Genossen Fr. Bartels. Z. A b t e i I u ii g hei Schmidt, Am ZirtuS 10. Vortrag des Genossen M. Schütte: Oliver Eromwell. Charlottcnburg. Die erste Gruppe hält morgen im Lokal„Roß- erappe". Spandauer Chaussee, einen Gruppenzahlabcnd ab, in dem Genosse Katzenstein einen Vortrag hält, Wilmersdorf. Donnerstag, den 12. November, abend» 8'/, Ubr. findet im Kaiser-Wilhelm-Garten in Friedenau, Rheinftr 65, eine öffentliche Frauen Versammlung stat:. Genossin Luise Zieh spricht über daS Thema: „Wer Hilst den Frauen der Krieger und der Arbeitslosen?" Lankwitz. Mittwoch, den XX. November, abend«'/.»Uhr, bei Giegl, Ecke Sevdlitz- und Kaiser. Wiihelmstratze: Gemeinsamer Zablabend. Die B ü ch er au s g a b e auS der Bibliolhel deS WabloereinS findet jeden Donner Stagabend von 8 bis S Uhr im Lolal von Kahl, Kursürsten- strage 37. statt. Frirdrichshagen. Am Mittwoch, den 11, November, abends 8'/, Uhr, findet bei Lerche. Friedrichstr. 112, der gemeinsame Zahlabend statt, Fredersdorf bei Petershagen. Gem einsamer Zahlabend bei Kirchner am Bahnhos. Johannisthal. Die Mitgliederversammlung des Wahloerein» findet erst am 17, November statt. Spandau. Mittwoch, den 11. November, findet in allen Bezirken m den zuständigen Bezirkswkalen Zahlabend statt. Die Genossinnen und Genossen wollen wegen Erledigung wichtiger Angelegenheiten vollzähliz rscheincn. Eichwald«. Der Mittwoch-Zahlabend sällt auS. Dafür findet am Sonnabend, den 14. d. MIS,, abends 8'/, Uhr, bei Witte eine Wahlvereins- Versammlung statt, in der Genosse Grogcr einen zeitgemäßen Vortrag halten wird, Marieudorf. Mittwoch, den 11. November, abends 3 Uhr, findet ein gemeinsamer Zahlabend bei Preuß. Kursürstenstr. 44, statt. Tagesordnung: Vortrag deS Genossen Dr. Breilscheid:„Pflichten während deS Krieges. Eintritt nur gegen Vorzeigung des Mitgliedsbuchs. Der 8. Vortrag des Genossen Dmuter findet heule DienStag, abends pünstlich>/,g Uhr, bei Benscheck, Chausseestr. 27, statt. Zrauenveranftaltungen. Röntaental- Zepernick> Buch. Am Dienstag, den 10. November. findet für sämtliche am Orte wohnenden grauen eine Zusammenkunst w Buch bei PwtrowSkh, Bahnhofstr 6, abends 8 Uhr, statt. Ueber KriegSseucheu. Ueber dieses Thema spricht am Freitagabend 8's, Uhr, in den Korona-ESlen, Kommandantenstr. 72, Herr Dr. mod- Moses w eiuem öffentlichen Vortragsabend der Arbeiter-Samariterkolonne. Alle Samarttergenoffen sowie Gäste find sreundlichst eingeladen. Sriefkaften üer Redaktion. Die juristische Sprechstunde findet für Abonnenten Lindenftr. Z> lV. Hol rechts, parterre, am Montag bis Freitag von 3 bis 6 Uhr, am Sonnabend von S bis« Uvr statt. Jeder für den Briefkasten be- stimmten Anfrage ist ein Buchstabe und eine Zahl als Merkzeichen MJ* zufügen. Briefliche Antwort wird nicht erteilt. Anfragen, denen lesve Abonnemenlsquittung beigefügt ist, werden nicht beantwortet. Ettsü» Fragen trage man m der Sprechstunde vor. Verträge, Schriftstücke und dergleichen bringe«an in die Sprechstunde mit. G. St. 14. Frag« I und II. Ja.— istr. 444. Dazu ist Sachkenntnis erforderlich. Wenden Sie sich an einen Fachmann ober Drogisten. � G. B. 7. 14,4 Prozent.— E. B. 199. Damit können wir leider nicht dienen.— I. L. 190. UnS nicht bekannt.— O. R. 99. Nein. Ww. F. T. 7. X. Leider nein.— 2. Sie können sich an das Versich ernngsawr und Jitmn beschwerdeführend an das Oberoerstcherungsamt wenden. i. Das Bürgerliche Gesetzbuch ist maßgebend. DaS Kind erbt w» W. W. ein eheliches Kind."In erben, die fich aus dem hremi Fall' würde die Frau die Hälfte der Mais „ui, vermögen des Mannes und der Frau zusammen setzt. Die andere Hälfte sällt an die Kinder— Unausgebildeter Land stürm. J. Das ist möglich, aber unwahrscheinlich. 2. Nein, der M) et vertrag läuft weiter.— S. P. SS. 1. und 2. Für die vorehelich»' Schulden Ihrer Frau hasten Sie nicht. 3. Sie leben außerhalb der Gute gemeinschast, wenn Sie nicht einen besonderen Vertrag Nur hat der Ehemann da» Verwaltung«, und Nießbrauchrecht m dem Vermögen der Ehefrau. Wollen Sie diese« ausheben, so müssen � einen notariellen oder gerichllichen Pertrag hierüber schl'ese' — 9.®. 45. i. Wenden Sie sich an den Bezirksvorsteher; leider ist wen g AuSstchi auf Erfolg. 2. Ihre Schwiegermutter könnte sich an den Arm. Vorsteher wenden; aber wir würden nicht dazu raten, da die Betten"1 m dem jetzigen Wobnort erst ein halbe« Jahr wohnt und die Berweitu- an ihren früheren Wohnort veranlaßt werden könnte.— E. L. 199.-'r Kfttfiefis ssais» O /Äi- f.*;»., CTlt. "nl"« Anficht nein. Legen Sie beim Magistrat Beschwerde ein.„ V. 99. Ja: Sie müssen aus Lesragen Angabe darüber machen. Nach einer Krankheit zurückgebliebene Schwäche eine« größeren Gelem B. 99. Ja Nach einer 1______ Iandswrnipfiichtig7— Erhebliche ...—____________ kein- und Sehnenstörung. 7� «. Eett November erhält die Frau statt S M. 12 M.: bei der Mmv�' hohe von 6 M. für daS Kind bleibt es.— St. Sch. 1. Die ist wahrfcheinlich. Wann ße erfolgt, ist unmöglich zu besttm»