Kr. 309.-31. Jahrg. Bbonnements-Bcdlngungcn: MonnementS• PretZ prSnumerindo, Sietteljähtl S30 Ml. monalL 1,10 Ml. wöchsnlüch 25 Sfg. frei ins HauZ. Einzeln? Nummer 5 Pfg. SonniagS» nummer mit illustrierter Sonntags- Vcil«ge.Die Neue Welt" lv Pm. Post- ilbonnemenl! l.lll Marl pro Monat. Eingetragen in die Post> Zeitunas- Preisliste. Unter ttreuzbaud ,ar Teutschland und Oesterreich- Ungarn 2,60 Marl, für das lldrige Zwslan» t Marl pro Monat. Poslabonnenients nehmen an: Belgien, Dänemark. Holland. Italien, Luxemburg. Portugal, Kumänien, Schweden und die Schweiz, aichiid» IZgllch. Berliner Bolksblnkl. s pksnnis) Uli suksitionz-Sedahi' letrkigl für die sech�gsspaltene Kolonel- zeilo oder deoen Raum«> Pfg., sär politische und gowerlschnfiliche Pereins- und PersnminluitgS-Anzeigen 3U Pfg. „Illlein« An--igeii". das settgedruckie Wort 20 Psg.(zutüssig, Sfettgedruclte Worte), jedes, weitere'. Wort>0 Psg. Stellengesuche und Schlasiiellenaii- zeigen das erste Word 10 Psg., jedes weitere Wort 5'Psg. Worte über 15 Puch- stabcn zählen siir zwei Worte. Iiis«als für die nächste Nummer müfmi bis 5 Uhr nachinittagS in der Erluchs tum abgegeben werdon. Die Erpedition ist bis T'Uhr avends geöffnet, Telogramm- Adresse: „SsKzlsiimvIilZt RcrliB", Zentralorgan der fozialdemokrati fchen Partei Deutfchlands. Reüaktion: EW. öS, �inöenstraße?. Fernsprecher:«ml Moriliplah, Rr. lai 90—131 97. Mittwoch, den 11. November 1914. Expeüttion: EW. öS, Linöenstraße 3. Fernsprecher r Amt MoriNPlirN, Nr. 13199—13197. Fortschritte an der Aelttront und in �andern Cin erfolg Dewcts.- englische lheerezlorgev. Mgemeine Wehrpflicht in Englanö: Westlicher Kriegsschauplatz. Der französische Tagesbericht. Paris, 10. November.(W. T. 23.) Amtlicher Bericht vom 9. November, 11 Uhr tlbends. Keine bemerkenswerte Aende- rung in der Lage infolge der Schwierigkeiten, die ein dichter Nebel für Operationen von einiger Ausdehnung hervorruft. Im Norden haben wir unsere Stellungen zwischen Lys und Langhemarcg behauptet und haben zwischen Langhcmarcq und D i x m n i d e n merkliche Fortschritte gemacht. Der Mtilleriekampf in Weftflanüern. Nichtamtlich. Basel, 10. November.(W. T. B.) In dem hier eingegangenen„P c t i t P a r i s i c n" vom 8. November bemerkt O b e r st 1 e u t n a n t R o u s s e t. daß dar Kamps in Flandern zu einem Ar ti l l e r i c k a mp f geuwiiA' sei: Er hält zwei Beweggründe dafür auf deutscher Seite für möglich, entweder seien die Truppen sehr ermattet, oder dos Geschühfeuer solle nur einen N ü ckz u g decken. Taß die Deutschen allein durch Kanonendonner eine Wirkung zu erzielen hofften, glaube er nicht, denn die Artillerie bleibe immer nur H i I f s w a f f e. Tie Entscheidung liege immer nur bei der Infanterie, die natürlich von Artillerie unterstützt sein müsse. Um den Feind zu werfen, müsse zum Feuer die Borwörtobewegung hinzutreten: man müsse den Feind drängen, müsse Vordringen, und zwar in großen Massen. To die Deutschen dies zu unterlassen schienen, seien die Aussichten für die Verbündeten günstig. Verluste üer Jnüer. „Tauben* über veröun. Basel, 10. November.(W. T. B.) Die„Baseler Nachrichten" geben folgende Pariser Meldung des„Corrierc della Sera" wieder: Ein vom Kriegsschauplatz kommender Augenzeuge schildert die Tapferkeit der indischen Truppen, die sofort nach der Landung in die Schlachtfront gebracht wurden. Hier erlitten sie gleich in den ersten acht Tagen ungeheure Verluste; so verlor eine Geniekompagnic schon beim ersten Zusammenstoß alle Offiziere und 60 Proz. des Essektivbestandes. DaS genannte Blatt berichtet weiter: Verdun wurde oft von deutschen Fliegern überflogen, die Bomben warfen. Die Bevölkerung sah den Flügen der Tauben ebenso neugierig und bewundernd zu wie die Bevölkerung in Paris. Die Einwohnerzahl wuchs täglich, je mehr die Deutschen näher rückten, bis der Befehl kam, Verdun zu räumen. Ein Eisen- bahnzug mit 2000 Flüchtlingen entging nur durch Zu- fall dem Bombardement der Deutschen. Eine unglaubliche Panik spielte sich auf der Station bei dem Ansturm auf die Züge ab. Der bayerische Kronprinz gegen üie Engländer. Kronprinz Rupprecht von Bayern, der Führer der sechsten Armee, hebt in einem neuerlichen Armeebefehl die Schwierig- keit des Kampfes gegen Franzosen. Engländer und deren exotische Hilfstrnppen hervor und sagt dann: .Soivaien! Die Augen der ganzen Welt sind auf Euch ge- richrel. Es gilt jetzt, in den Kämpfen mit unserem verhaßtesten Feind nicht zu eriabmen, feinen Hochmut endlich zu brechen. Schon wird er mürbe; schon baden sich zahlreiche feindliche Offiziere und Maniisckoflen freiwillig ergeben. Aber der größte enlfchcidende Schlag steht noch bevor. Ihr müßt darum aushallen bis ans Ende. Der Feind muß hinunter! Ihr müßt ausdauer». ihn nicht aus de» Zähnen lassen! Wir müssen, wollen und werden siegen I* Die deutsche Verwaltung itt De»gien. Die belgische Regierung in Havre hat den belgischen Beamten gestattet, in de» Dienst der deutschen Verwaltung zu treten und eine entsprechende Gehorsamsertlärung zu unterzeichnen. Diese Erklärung hat folgenden Wortlaut: „Ich Unterzeichneter verpflichte mich hiermit, entsprechend den Beschlüssen der Haager Konvention vom IS. Oktober 1907, meine Die Meldung des Großen Hauptquartiers� Amtlich. Großes Hauptquartier, 10. November, vormittags.(W. T. B.) Ansere Angriffe bei Mern schritten auch gestern langsam vorwärts. Ueber 500 Franzosen, Farbige und Engländer wurden gefangen genommen und mehrere Maschinengewehre erbeutet. Auch weiter südlich arbeiteten sich unsere Truppen vor. Heftige Gegenangriffe der Engländer wurden zurückgewiesen. Im Argonner Walde machten wir gute Forkschritte, feindliche Vorstöße wurden leicht abgewehrt. In Russisch-Polen bei Konin zersprengte unsere Kavallerie ein russisches Bataillon, nahm 500 Mann gefangen und erbeutete acht Maschinengewehre. Oberste Heeresleitung. Tätigkeit gewissenhast und treu fortzuführen und nichts zu unter- nehmen oder zuzulassen, was die deutsche Verwaltung des belgi- schen Staatsgebietes schädigen könnte." Der deutschen Verwaltung auch den Treueid zu leisten, ist den Beamten von der belgischen Regierung verboten worden. vom fliöafrikamsthen Kriegs- schauplatze. Dewet schlägt Cronjc. London, 10. November. Das Rentersche Bureau meldet aus Prätoria von gestern: Der Führer der Aufständischen Dewet gewann Fühlung mit einer Abteilung Regierungstruppen, die unter de« Kommando»es Mitglieds der gesetzgebenden Versammlung Cronjc stand, und zersprengte sie. Ter Sohn Dewets fiel in dem Gefecht. London, 10. November.(W. T. B.) Das Reutersche Bureau meldet aus Prätoria: DaS Mitglied der gesetz« gebenden Versammlung Cronje hat am 7. November mit einem Regierungskommando Winburg mit dem Austrage verlassen, andere Kommando» in der Umgebung zu sammeln. ES wurde gemeldet, daß General Dewet mit 2000 Mann sich in der Nachbarschaft befand. Dewet griff Cronje bei Doornberg an der Brücke über den Zandfluß mit dem Ergebnis an, daß Cronje 20 Buren, darunter elf Verwundete, gefangen nahm. 10 Buren fielen. Dewett erhielt jedoch Verstärkungen, denen es ge« lang, die Gefangenen zu befreien und CronjeS Wagen zu erbeuten. Der Seekrieg. Das Schicksal des Kreuzers„Glasgow*. Rom, 10. November.(T. 11)„ S t e f a n i" meldet, der englische Kreuzer„Glasgow" ist nach Puertomonte, 480 Seemeilen südlich Valparaiso, geflüchtet. Neue Deute der„Karlsruhe". London, 9. November.(W. T. B.) Am 3. November ist in Plymouth ein Dampfer mit 17 Mann Besatzung des holländischen Dampfer« „MariS" eingetroffen, der von dem deutschen Kreuzer.Karlsruhe" der- senkt wurde, da er 23000 Quart« Weizen von Portland in Oregon für Belfast an Bord hatte.— Lloyds meldet aus Aarmouth: Der schwedische Dampfer.Atle" ist auf eine Mine gestoßen und ge- funken. Sechs Mann werden vermißt, die anderen find in Darmouth gelandet. Unser Londoner Korrespondent schreibt uns vom 4. November aus Amsterdam: Englische Blätter fangen allmählich an, das Volk mit dem Gedanken an die Einführung des militärischen Tienstzwanges, dessen Abwesenheit bisher die„freigcborencn Briten" von den Völkern des en römischen Festlandes vor- uehmlich unterschied, vertraut zu machen. Trotz aller Bemüh- uugeil und gelegentlicher sprunghafter Resultate— die sich zumeist nach der Meldung einer zu Lande oder zur See er- Utteli/en schlappe einstellten— will die Rckrutenwerbung für die neuen Armeen Lord Kitcheners nicht recht vom Fleck koumien. Noch immer ist die erste Million neuer Rekruten nicht herbeiaesckxisft, aber schon werden amt- licke Andeutungen verbreitet, daß man demnach!! einer z in e i t e n M i l l i o ii bedürfen" werde. Weher konmst dieser» relative Mißerfolg der Rekrutierung? Wir lesen in deutschen bürgerlichen Blättern Tarstellungen, die mit grenzenloser Verachtimg von dem englischen„Söldnerheer" sprechrn: die englischen Soldaten, lieißt es, belebe kein wahrer Patriotin- mns. sie kämpfen nicht für Ideale, sondern nur um schnöden Sold. Das ist— braucht das in unserer Presse gesagt zu werden?— Unsinn, der nur dem eigenen Lande schaden kann. weil er über die wirkliche Kraft des Gegners hinwegtäuscht und gefährliche Illusionen weckt.-Das englische Volk beseelt nicht weniger Idealismus, es ist, sobald es ihre Notwendig- keit erkannt hat, zu nicht geringeren Opfern bereit als irgend- ein anderes Volk. Die' in England bestehende freiwillige Rekrutierung bei leidlich guter Besoldung hat naturgemäß die Folge, daß sich größtenteils arbeitslose oder mit Arbeitslosigkeit bedrohte junge Leute anwerben lassen, aber es ist ein großer Irrtum, zu glauben, daß irgendein etchebücfter Teil des Heeres bloß dech Soldes wegen in den Krieg zieht oder daß nicht Taufende und Abertausende, die kein Wirtschaft- Itcher Zwang treibt, ans simpler patriotischer Begeisterung der Armee beitreten. Daß sich für die Bedürfnisse Kitcheners noch nicht genug Leute gemeldet haben, ist auf eine Reihe von Umständen zurückzilführen. Zunächst haben die Heercsbehörden selbst die Rekrutierung bisher noch nicht mit beharrlichem und systema- tischein Hochdruck betrieben, und zwar aus dein einfachen Grunde, weil es ihnen unmöglich gewesen wäre.-neue Riesenheere plötzlich entsprechend unterzubringen und auszubilden. Ferner aber— und das ist das entscheidende— haben alle Bemühnngen des größten Teils der Presse, dem englischen Volke die Ueberzeugung beizubringen, daß eS sich bei diesem Kriege auch für England um Leben oder Tod bandle, bisher nur geringen Erfolg gehabt. Die Massen des englischen Volkes glauben es einfach nicht oder noch nicht, daß die Weltmacht- stellung. geschweige denn die nationale Sicherheit und Un- abhängigkeit Englands ernsthaft gefährdet seien. Sie nieiuen, daß die Opfer, die England bisher gebracht hat, in der Haupt- fache doch nur im Interesse Frankreich;, und Belgiens gebracht worden sind. Und diese- Opfer sind sicherlich unvergleichlich größer gewesen, als die meisten Engländer vor dem Kriege siir denkbar gehalten haben. England hat von Anfang an ein beträchtliches Erpeditionsheer nach dem Kontinent geschickt und es durch ununterbrochene Nachschübe ergänzt und vor- mehrt, es hat aus Indien, Kanada. Australien Truppen ge- bracht, es hat unter stetigen und empfindlichen Opfern— dem „Preis der Sseherrschaft"— Deutschland vom Weltmeer ans- geschlossen und Frankreich den freien Gebranch der See g(> sichert. Können unsere Verbündeten, so fragt sich mancher Eimländer, noch mehr Dienst von uns verlangen? Nur wenn das englische Volk die Ueberzeugung gewönne, daß England mn seine eigenen Lebensinteressen kämpfe, daß Teutschland ernsthaft versuchen wolle und könne, diese Lebeusiuteressen anzugreifen, nur dann wird das englische Volk bereitwillig äußerste Anstrengungen machen. Ter Fall von Antwerpen, das Vordringen der Deutschen nach der belgischen Küste und in der Richtung von Calais, das Sinken jedes englischen Kriegsschisses und die kolportierten'Drohungen von hoch- und niedriggestellten Deutschen gegen England— alles das sind der militaristischen Presse Englands nur lbillkommene Mittel, das englische Volk davon zu überzeugen, daß es seine' ganze Kraft in diesem Kriege einsetzen müsse, genau wie Frankreich und Deutschland es tun. Die«Daily Mail", die berüchtigte Vulgärausgabe der „T'Uncs",» liest hcutc der englischen Regierung im allgemeinen und dem englischen Presseburau im besonderen die Leviten, weil sie es versäumen, die„menschlichen Gefühle des eng- tischen Bolked anzuregen und seine Einbildungskraft anzu- feuern", um Äe Rekrutenwcrbung zu fördern. Die strenge tZensnr lasse die englischen Massen die wahre Bedeutung der Kämpfe ans dein Kriegsschauplatze mrd die wirkliche Kriegslage nicht erkennen, sie� meinen noch i miner, daß es sich bloß um interessante Gefechte fern im Auslände handle, die die Engländer mir Milttelbar berühren. Rekruten marschieren ohne Sang und Klang stumpf durcl) die Straßen, die kolonia- len Truppen bekäme das Volk gar nicht zu sehen. Wie kami man mit solchen Methoden Volksbegeisterung wecken? Wenn das nicht anders wird, dann werde die schleunige Ein- führung der allgemeine�n Wehrpflicht un- p e r m e i d l i ch w e r d c ii. Alle Agitationen der englischen Hctzprcsse— auch die sinnlosesten— haben bisher so prompt und vollständigen Er- fo!g gehabt, daß man befürchten imiß, es werde bei dieser nun einsetzenden Agitation zugunsten des allgemeinen Militärzwanges ebenso gehan. Vielleicht hält es die Hceresverwal- tung noch für gefahrvoll, offen mit dieser Forderung heraus- zunicken. Man weiß, daß sitz bei dcn englischen ünd vor allem auch den irischen Massen ernsten Wrderständen begegnen würde, und auch die Liberalen wollen nicht einsehen, daß man den„deutschen Militarismus am Kontinent vernichten brauche, wenn man sich ihn glekfrzeitig zu Hause auf dcn Hals schafft". Allein große Hoffnungen können auf diese Widerstände nicht gesetzt werden. Was auch der Krieg auf den Schlachtfeldern bedeuten mag, das eine ist gewiß, daß er zu Hause die schrankenlose Herrschaft der Militaristen bedeutet. Ein paar woblorganisierie Paniken der englischen militaristischen Presse, zumal wenn sie durch deutsche Vorstöße zu Land oder zur See oder gar aus der Luft unterstützt sein sollten, würden vollständig genügen, den militaristischen Plänen zum Siege zu verhelfen. Dann würde dieser Krieg deni englischen Volke das bringen» was die englischen Sozia- listen am meisten von ihm befürchtet haben: die dauernde Umwandlung Englands in einen Militär- ft a a t. ** ch Lonbon, 10. November. Tie„Time S" berichten, daß von dem gchofftcn Aufschwung in der Rekrutierung noch nichts zu merken sei. Tie letzte Woche war in bezug auf die Eintritts- Meldungen für die neue Armee die schlechteste seit Ausbruch des Krieges._ ' vom öfterreichisch-rustischen Kriegsschauplatz. die rusilschen Verlufte vor przempsl. Wien, 9. November. Das Kriegspressequartier der- öfientlicht eine auf authentischen Daten beruhende Darstellung, durch welche die von amtlicher russischer Seite verbreiteten Nachrichten über dcn Ilmfang der russischen Verluste bei Przemysl auf ihre Richtigkeit geprüft werden sollen. Nach längeren Einzeldarlegnngen kommt die Darstellung zu » folgeudciu Ergebnis: „Angesichts dieser Verhältnisse muß eS als sicher gelten, daß die von ruifischer Seite stammenden und in unter rnsüscher Zensur stehenden Lembergcr Zeitungen veröffentlichten Angaben, daß die Russen bei Przemysl 70 090 M a n n verloren hätten, viel zutreffender erscheinen, als unsere anfäng- licheu Schätzungen von 40 000 Mann. Die amtliche russische Behauptung, daß diese Ziffern hundertfach übertrieben sind, erscheint um so dreister, als während der Belagerung, zwischen dem 19. September und dem 10. Oktober, allein 1400 Russen gefangen in die Festung gebracht wurden.' Kämpfe in öer Bukowina. Wien, 10. November.(W. T. B.) Das„Frcnidenblatt" meldet aus Ezernolvitz: Die Russen, die an der Grenze bei Boja und Nowosielica stehen, sandten gestern Schrappnelle vom östlichen Kriegsschauplatz. Wahrer und falscher Patriotismus. ...... den 4. November. Letzthin beobachtete ich eine rührende Szene. Eine Frau, die dugenscheinlich nicht sehr wohlhabend war und die ihre Heimat vcr- lassen hatte, um näherer Bekanntschaft mit den Russen zu entgehen. verteilte ihren ganzen Mundvorrat an müde mid hungrige Soldaten. Ein guter Mensch, eine Patriotin im edlen Sinne des Wor- tes, gab sie in ichlichtcr einfacher Weise ganz still, ohne Aurbebens davon zu machen, ihr letztes Stückchen Brot her. Vielleicht hatte sie die Aussicht, sich bald bei Bekannten oder Verwandten an einen ge- deckten Tisch setzen zu können— ich weiß es nicht, ich sah aber, daß sie gab, was sie hatte— als eine Sclbiivcrständlichkcit. Man sah ihr an, daß sie das Geben beglückte; sie hatte sicher nicht das Gefühl, etwas besonders Gutes oder Rühmenswertes zu tun. Tie Erinnerung an diesen Borgang wurde in mir wachgerufen, als sich bei einer anderen Gelegenheit der zur Scbau getragene Patriotis- nins mancher Leute als Talmiivare enthüllte. Es wäre töricht, verheimlichen zu wollen, daß manche Zivilbehörden in dieser Zeit versagt haben. Manche Bürgermeister, städtische Beamte, Polt- ziilen, Geistliche und andere Amtspersonen ließen die ihnen an- vertrauten Interessen im Stick», wenn, es hieß:„Die Russen koniinen!" Diese Leute dachten nur daran, ihre eigene Person in Sicherheit zu bringen, das Schicksal der Bevölkerung kümmerte sie nicht. See flüchteten, während andere ihr Blut, ihr Loben einsetzten, ihre Familie, Hab und Gut verließen. Die Erwartung, daß die Angehörigen und ihr Eigentum von den besoldeten Vcr- waltcrn öffentlicher Interessen nach Möglichkeit geschützt würden, hat sich in manchen Fällen»icki erfüllt. Mag auch die Zahl solch Pflichivcrgesscner im Vergleich zu denen, die treu und tapfer auf ihrem Posten aushielten, gewiß rocht gering sein, so ist sie doch noch groß genug, um von einer bedauerlichen Erscheinung sprechen zu können. Erfreulicherweise geht man in einzelneu Orten gegen Pflichtvergessene nunmehr disziplinarisch vor. So ist in Jnsterburg beschlossen worden, zwei Beamte der städtischen Werke zu bestrafen, die ihre Posten verlassen hatten, noch ehe die Russen eingezogen waren. Eine Erplosion im Elektrizitätswerk, die die Gefahr der Einäscherung der gaiizen Stadt und die Tötung einer Anzahl Bürger durch die Russen nach sich zog, n>ar die Folge der feigen Tat, Auch der Bürgermeister war geflohen; ihn hat das Stadt- vcrordnetcnkollcgiuin jetzt pensioniert— eine noch recht milde Strasc.?k»ch eine Anzahl Geschäftsleute erwies sich als wenig patriotisch und opferwillig. Einige rückten ans, ließen aber ihr Personal zurück; andere nutzten die Hute Gelegenheit zu Ertra- profitcn ans, sie schraubten die Preise in. die Höhe und beivnchcrten die zu ibrcui Schutze berufenen armen Soldaten und die ein- heimische Bevölkerung. Dergleichen konnte man übrigens noch an mchreren anderen Orten beobachten. � nach C z e r n o w i tz, doch wurden die feindlichen Batterien bald zum Schweigen gebracht. Das Vorpostengefccht um Czernowitz endete mit dem Rückzug der Russen. In den Kämpfen, östlich Czernowitz stehen nicistcns russische Landstürmer des letzten Jahrganges. vom österreichisch-serbischen Kriegsschauplatz. Weitere öfterreichische Erfolge. Wien, 10. November. sW. T. V.) Vom südlichen Kriegsschau- Platze wird amtlich gemeldet: Die erbitterten Känstlfe an den Bcrgsüßen der Linie Sabac— Ljesnica wurden auch gestern bis in die Nacht fortgesetzt nnd�ierbei einzelne der feindlichen, stark verschanzten Stellungen erstürmt.— Südlich der Planina drangen unsere sieg- reichen Truppen auf dem Tags zuvor erreichten Räume östlich Losnica— Krupanj— Ljubovija weiter vor. Auch hier kam es zu hartnäckigen Kämpfen mit dcn Nachhuten des Gegners, die sämtlich in kurzer Zeit geworfen wurden. Unter den zahlreichen Gefangenen befindet sich auch Oberst Radakovic, unter den erbeuteten Geschützen eine moderne schwere Kanone. der türkische Krieg. Türkische Offensive im Kaukasus. Konstantinopcl, 9. November.(W. T. B.) Mitteilung des Hauptquartiers. Obschon Schnee und Nebel herrschen, dauert unsere Offensipe an der kaukasischen Grenze an. die russische DarsieUung der Kämpfe im Kaukasus. Petersburg, 10. November. sW. T. 33.) In einer Mitteilung des G e n e r a l st a b e s der kaukasischen Armee wird bekannt gegeben, daß ain 3. November der.Kampf bei Tagesanbruch in der Nähe von Keprikoei mit neuer Kraft auf- genommen wurde, als der Feind gegen die russischen Truppen in der Gegend von Erzerum gesammelte Streitkräfte einsetzte, die ihrerseits von der Besatzung dieser Festung verstärkt wurden. Am Nachmittag nahm der Kampf einen besonders bartnäckigen Charakter an, als die Türken ihre Vorhuten durch neue Divisionen verstärkten. Indes sei ihr Versuch, einen der russischen Flügel zu umfassen, gescheitert. Zum Schluß heißt es: Dank der Tapferkeit unserer Truppen konnten wir gegen Abend als der Kampf nachließ, olle er- oberten Stellungen behaupten. Eine unserer Kolonnen bemächtigte sich der Stellungen von Karakilisse und Alaschkertertaka. Kein siusftanö in Armenien. Konslantinopcl, 10. November.v ä r t s".) Aus P r ä t o ri a wird offiziell be- richtet, daß Dewct mit 2066 Anhängern bei Doorenberg am Zandfluß ein englisches Kommando unter der Führnng von Cronje nach einem anfänglichen Mißerfolg erneut angegriffen und zersprengt habe, wobei die von Cronje berxits gefangen gcnonlmencn Truppen Tewels wieder befreit und ein Wagen- park erobert wurde. In diesem Kampf ist auch ein Sohn Tewels gefallen. Wie ails offiziellen Berichten hervorgeht, breitet sich der Aufstand im Oranjefreistaat immer mehr aus. Beyers operiert in Nordoranje, Tewel im Osten, Kemp im Nordwesten und das Parlamentsmitglied in Transvaal Piet Grobler in Westtransvaal, Christian Müller in Osttransvaal. Das offt- zielle Communiqus schildert die Lage in Südafrika sehr opti- mistisch._ _ Abrciseerlaubnis für Engländer. Es wird erneyt darauf hingewiesen, daß Frauen, Möd- chen und Kindern nnter 17 Jahren sowie Männern über 5o Jahren und außerdem Geistlichen und Acrzten eng- l i s ch e r Nationalität nach wie vor die Abreise gestattet ist. Dabei wird bemerkt, daß vorläufig, voraussichtlich bis zum 26. dieses Monats, noch die Einzelabreise mit jedem beliebigen Zuge erfolgen kann; von diesem Zeitpunkte ab wird die Rück- befördernng der oben bezeichneten Angehörigen englischer Nationalität nur in Sammeltransporten, und zwar m län- geren Zeitabschnitten stattfinden können, �, ,, i WerffirMittwoeUlJoylir.: Berliner Theater 8 � Exlrabläller!• Dentaches Kttnstler-Th. 8 � Glaube und Heimat. Denfsches Opernhaus, Charloftenb. 7 01"i Die Walküre. Gebr. Herrnfeld-Theater 8mii:So leben wir! Klelnea Theater 8 Uhr: D. Fest d. Handwerker Vorh. Familie Rüstig oder der hundertjährige Greis. KomOdlenbana 8 � Wie einsl im Hai. Xieaalng-Theatcr S'/.U.: Iphigenie. 8 Uhr: a x a= 5. linataplelhana 81/4 � Wollcenreiter. Bealdcnz-Tbeater 8 � Krümel vor Paris. Hose-Theater 8 Uhr: Onke! Bräsig. Schiller-Theater O. 8 11111 Die glüeki. Hand. Schiller Th. Charlottenbg. 3-/, U.: Wilhelm Teil. 8 Uhr: Thalia Theater 8Ulir:Kam'rad Männe. Theater am Kollendorf] 8 Uhr; ter am Gollendorf pl. Immer feste druff! Theater a. d.Weldendamnierbrücke. 4 Uhr: Vater sieht Ins Feld. 8l<1Uhr: Anfang gut— alles gut I Theater in d. Königgrätzer Straße. 8 11111• Rausch. Volksbühne(MontisOperettenlh.) S'/« U.:~"" Walhalla Theater 4 Uhr: lOOl Kacht. 8'/« Uhr: Berlin Im Felde. Thoaicr FoUes-Geprice «Ä 8% Possen-Theater Täglich: Blinkfeuer. Landwehrleute. �•eft steht und treu... Leonhard, tzaskel, Martin Zleiwer a. G 4 Uhr: Die Weiebsel und die masur. Seen. (Halbe Preise.) Abends 8 Uhr: Auf den Schlachta feldern Ostpreußens. Hörsaal 8 Uhr: Prof. Dr. Donath: Der Kreisel als Kompaß und als GeschoU. Zirkus mu. Uni KarlstraBe. Tel.: Norden 2941. Heute Mittwoch, den 11. November, abends T'/j Uhr: Große Vorstellung mit ermäBigten Preisen.— U. a.: TTl*isiH der einzige männliclie Orang-Utang als Akrobat und Billardspieler. Belllnl. der unübertroSene Telepath. 10 Sultanischo Reiter-Akrobaten. Clermont mit seinem humorist. Zirkus Barnum u. Baily. Der auf einem Bein steh. Elefant. Petersen u. Hermandes, die Urkomischen sowie die übrigen 14 Attraktionen. Voigt-Theater. Badstr. 58. Badstr. 58. Heute Mittwoch, den 11. November: Der Pfarrer van Kirchfeld. VoWsUick mit Gesang in 4 Alien von L. Anzengruber. KassenerSffnung 7 Uhr. Ans. 8-/. Uhr. eaZUto-Thsaisr. Lothringer Straße 37. Täglich 8 Uhr. Lichtbilder v. Kriege! Meßter Woche! Hieraus erstklassige Svezialitälen. Zum Schluß das dreialtige VoltSslück, seit Sept. mit groß. Erfolg ausgesührt Mein Leben dein Saterland. Sonntag 4 Uhr: Tie große Zeit. ReichshsIIen-shesler. Stettiner Sänger. „Unser Dskar!" 'Anfang 8 Uhr, Sonnt. T'/j II. Militärpers. und deren Angehörige haben sreien Ein- tritt zu den Stett. Sängern. Friedrich- TVilhelmstZdt. Theater. Täglich 81/. Uhr: Unsere Feldgrauen! Sonntagnachmittag; Der Pfarrer von Kirchfeld. Großes Programm! Kleine PREISE! Jeden Sonntag 3 Uhr: Nachm.- Vorstellung. Kinder nachm. halbe Preise. Ungekürztes Programm I Heines Werke . 3 Bünte 4 TR ort■ Buchhandlung Vorwärts Theater des Westens Wiederbeginn der GpereUen-Spielzeit Sonnabend, den 14. November: Hon Cesar. Preise 0.50, 1,00, 2.00, 2,50, Orchester-Faitteuil 3 M. Spezialarzt Dr. med. Woekenfnß. Friedrlchstr. 125,(Oranienb. Tor). für Syphilis. Harn- u Frauenleiden— Ehrlich-Hata-Kur(Dauer 12 Tage) Blutuntersuchung. Schnelle, sichere schmerzlose Heilung ohne Berufsstörung. Teilzahlung. 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Nr. 2; Gren.-Reg. zu ' Pferde Nr. 3; 3ies.-Drag.-R»g. Sir. 8; Drag.-Regimenter Sir. 7, 14, l?. 18, 24; Res.-Hus.-Reg. Nr. 1; Hus.-Regimenter Sir. 3, 4, 11, 12; Nei.-Ulanen-Regimenter Nr. 5, 9. 2. Garde-Feldart.-Reg.; Feldart.-Regimenter Nr. 6, 9, 10; Nes.-�eldart.-Regimenter Nr. 12, 13; Feldart.-Regimenter Sir. 14, in; Sies.-Feldart.-Reg. Nr. 16; Feldart.- u. Res.-Feldart.-Rcg. m 17! Feldart.- u. Rcs.-Feldart.-Reg. Sir. 18; Res.-Feldart.-Rcg. 'Jf-, 19; Feldart.- u. Res.-Feldart.-Reg. Sir. 20; Feldart.-Rcg. Sir. 21; Ncs.-Feldart.-Reg. Nr. 22; Feldart.-Regimenter Sir. 24, 38. Fußart.-Regimenter Nr. 1. 6, 7, 8; Res.-Fußart.-Rcg. Sir. 8. Gardc-Pion.-Bat.; Pion.-VersuchS-Komp.; 1. Pion.-Bataillone Nr. 2. 4; Pion.-Ers.-Bat. Nr. 4; 2. Pion.-Bat. Nr. 7; Pion.- Hataillone Nr. 8. 17, 19, 29; Pion.-Ers.-Bat. Metz. Train-Abteilung Nr. 2. ** * Die bayerische Verlustliste Sir. 46 bringt Verluste des fN. Jnf.-Reg. Lindau und des Brig.-Ers.-Bat. Sir. 2 München und vaffnu. r Die sächsische Verlustliste Sir. 51 enthält Verluste des Brig.- �rs.-Bat. Nr. 47, des Gren.-Reg. Nr. 101, Res.- u. Landw.-Jnf.-Reg. 401, Jnf.-Reg. Nr. 102; Res.-Jnf.-Reg. Sir. 103; Inf.- u. Rcs.- Jnf.-Reg. Nr. 104; Res.-Jnf.-Reg. Nr. 107; der Jnf.-Regimenter Lr. 133, 139, 178, 181, 182 und des Rcs.-Jäger-Bat. Nr. 12; ferner oes Garde-Reiter-Reg.; des Ulanen-Reg. Nr. 17; Hus.-Reg. Sir. 19; Res.-Feldart.-Reg. Nr. 23; der Feldart.-Regimenter Nr. 48, 68; jsss Pion.-Bat. Nr. 22 und der Pionicr-?lbt. der 8. Kavallerie- L-ldiiion. Die württembcrgische Verlustliste Nr. 54 bringt Ver- Ulste des Jnf.-Reg. Skr. 120; des Füs.-Reg. Nr. 122; des Drag.- Neg. Nr. 26 und des Ulancn-Reg. Sir. 20. l-ius Groß-öerlin. Im/z Pfennig pro Portion, doch nicht über 6000 M. pro Monat. Die Beihilfen von 12 000 M. und 6000 M., zu- sammen 18 000 M., würde einer Durchschnittszahl von täglich 8000 Portionen entsprechen. Zurzeit sollen etwa 10000 Per- sonen in den drei Anstalten gespeist werden, sagt die Be- gründung, die dabei wohl gleichfalls den Durchschnitt meint. Daß der Bedarf manchmal weit über den Durchschnitt hinausgeht, läßt eine uns zugegangene Beschwerde vermuten. Zlm letzten Freitag hatten bei der Bürgcrspeisehalle am Moritz- Platz viele Besucher die Enttäuschung, gar nichts zu erhalten. Nachdem sie lange in einer bis auf die Straße hinausreichen- den Reihe gewartet hatten, sagte ihnen schließlich ein Ordner, es sei nichts mehr da. Lluf entrüstete Zurufe soll er mit der Behauptung geantwortet haben, daß ja manchmal genug drübergeblieben sei. Wenn man danach etwa eine Einschräu- kung der Portionenzahl für ratsam gehalten hat, so hat sich jetzt gezeigt, daß eine solche Maßregel übereilt war. Wenn der Winter eintritt und mit ihm sich auch die Arbeitslosigkeit verstärkt, wird auch das Bedürfnis nach billigen Speisegelegen- heilen noch steigen._ Verbesserung der Schöneberger Arbeitslosen» Unterstützung. Die am Montag abgehaltene Stadtverordnetenversammlung be« schloß, daß nunmehr die Auszahlung der Unterstützungen an die HilsSbedürftigen wöck entlich vorgenommen werden soll. Ferner unterbreitete der Magistrat eincir Antrag, wonach in Zukunfr den- jenigen Erwerbslosen, die von einer Berufsvereinigung Unterstützung beziehen, diese zur Hälfte auf die städtische Unterstützung angerechnet werden soll. Die Kassen der Berufsvcreinigungen sollen die Beträge des städtischen Zuschusses auslegen und monatlich mit der Stadt abrechnen. Genosse Küter bedauerte, daß der Magistrat erst von oben gezwungen werden mußte, seinen früheren Beschluß— die ganze Unterstützung in Anrechnung zu bringen— abzuändern. Er verlangte, daß auch eine teilweise Anrechnung der Berufsunterstützungen unterbleiben solle. Die Begründung der Vorlage, daß die Stadt durch die Be- schlüsse des Provinziallandtages gezwungen sei, 50 Proz. der Ge- werkschaftsunterstützung anzurechnen, treffe nicht zu. Von der liberalen Mehrheit äußerte sich niemand zu den vor- liegenden Anträgen. Unter Ablehnung des sozialdemokratischen Au- träges wurde dann die Magistratsvorlage angenommen. Ein anderer sozialdemokratischer Slntrag. als Nolstandsarbeiten den Bau des geplanten Torbogens zu beginnen, wurde ebenfalls von den Liberalen abgelehnt, mit der Begründung, daß die Roh- materiaNen um daS Doppelte gestiegen, auch ZlrLeitSlrSfis jetzt nicht zu haben seien. Genosse Mollenvuhr wie? darauf hin, daß Arbeitskräfte genügend vorhanden sind. Die sozialdemokratische Fraktion hatte außerdem noch zwei Dringlichkeitsanträge eingebracht, in denen verlangt wurde, daß den Hilfsbedürftigen mehr Entgegenkommen gezeigt und die kürzlich be- schlossene Näh- und Strickstube nicht zu Lohndrückereien benutzt werden solle. Gegen die Verhandlung der Anträge erhoben die Liberalen Widerspruch, so daß erst eine spätere Sitzung sich damit beschäftigen kann. Zum Schluß folgte eine geheime Sitzung. Unzulässige Unterstüftungsentziehung. Recht eigenartig geht die IX. llnterstützungSkommission in Char- lottenburg. Kaiserin-Angusta-Allee 89, gegen die Frau eines Kriegs- teilnehmerS vor. Diese erhielt eines TagS von der Kommission folgende Aufforderung: „Wie wir erfahren, hatte Ihr Hauswirt die Freundlichkeit, Ihre Miete auf 13 M. monatlich herabzusetzen, jedoch erst vom September an. Wir ersuchen Sie nun dringend, die rückständige Miete für August und September und die Oktober-Miete zu zahlen, da sonst von Ihrer Kriegsunterstützung Abzüge für die Miete gemacht werden müssen.— Wir haben erfahren, daß Sie in der Lage sind, Ihre Miete zu begleichen.' Dazu ist zu bemerken, daß die Frau monatlich 58 M. für sich und einen zwölfjährigen Knaben erhält. Davon zahlt 28 M. der Arbeitgeber des Mannes und die fehlenden 39 M. die Stadt Char- lotienburg. Die Stadtverordnetenversammlung hat nun kürzlich be- schlössen, daß in jedem Falle den Angehörigen der Kriegsteilnehmer zu der staatlichen Unlerstützung ein Zuschuß von 100 Proz. aus städtischen Mitteln gegeben werden soll. Nach diesem Beschluß hat die Kommission nicht das Recht, von der Unterstützung Abzüge für Miete jju machen. Wir erwarten daher, daß der Magistrat so schnell als möglich die Kommission darüber belehrt, daß ihr Vorgehen un- zulässig ist._ Familientragödie in Charlottenburg. Im Hause Riehlstraße 8 zu Charlottenburg hat die Frau des Kaufmanns Prüfer sich und ihre beiden Kinder mit Leuchtgas vergiftet. Der Ehemann ist dann auf die gleiche Weise seinen An- gehörigen in den Tod gefolgt. Vermögensverfall infolge des Krieges soll den Grund der Verzweiflungstat bilden. Zur Vorficht beim Lesen der Verlustlisten . mahnt ein Fall, der sich am Dienstag zugetragen hat. Die vier- undzwanzigjährige Kassiererin Antonie Degenhardt, Babelsberger Straße 4. halte am Montag die Verlustliste durchgesehen, da ihr Bräutigam im Felde steht. Plötzlich entdeckte sie den Namen des- lelben. Vorname und Heimatort waren genau angegeben und nach der amtlichen Liste wurde der junge Mann als gefallen gemeldet. Das Mädchen, das jeden Irrtum für ausgeschlossen hielt, beschloß. aus dem Leben zu scheiden. Sie schloß sich in dem Badezimmer ihrer Wohnung ein, bekränzte den Raum, in dem sie ihr und ihres Verlobten Bild aufgestellt hatte, mit frischen Blumen und trank dann im Bad eine Lysollösung. Nach einigen Stunden wurde das schwer- erkrankte junge Mädchen noch lebend aufgefunden. Sie wurde in das Schöneberger Krankenhaus gebracht, wo sie kurz nach ihrer Einlieferung starb. Besonders tragisch wird der Fall noch dadurch, daß die Schwester der Lebensmüden erfuhr, daß der als gefallen gemeldete Infanterist nicht der Bräutigam ihrer Schwester sei, sondern daß eS sich in diesem Falle um einen Namensvetter des jungen Mannes, der ebenfalls aus Berlin stammte, handelte. Eröffnung von Lese- und Unterhaltungszimmern für Künstler und Schriftsteller. Die„Kunst halle Wilmersdorf" eröffnete am 9. November in ihren Räumen Pariser Straße 45, 1. Stock, für die Dauer des Krieges Lese- und Unterhaltungs- z immer, zu denen Künstler und Künstlerinnen sowie Schriftsteller und Schriftstellerinnen werktäglich von 10 Uhr vormittags bis 9 Uhr abends freien Zutritt haben. Karten dafür werden unentgeltlich verabfolgt durch die Geschäftsstelle der Kunsthalle, Pariser Straße 45, 1. Stock, durch die Ge- schäftsstelle des„Wirtschaftlichen Verbandes bildender Künstler", Charlottenburg, Lutherstraße 46, und durch Herrn Bildhauer Dannhäuser in Berlin-Wilmersdorf, Lietzenburger Straße 40._ Ei» Straßcnunfall ereignete sich in Charlottenburg am Luisen- vlotz. Dort fuhr der Fahrer des Triebwagens 2801 der Großen Berliner Straßenbahn in der Richtung Siemensstadt gegen den da- selbst haltenden Triebwagen 1223 auf. Bei dem Zusammenstoß er- litt Herr Friedrich Sieling, der in dem Wagen 2861 sich befand, Brust-, Lungen- und Wirbelquetschungen und mußte nach dem Krankenhaus Westend geschafft werden. Weitere acht Personen, die gleichfalls in dem Molorwagen standen oder saßen, klagten über Brustschmerzen. In dem angefahrenen Wagen erlitten gleichfalls mehrece Fahrgäste leichlere Verletzungen.— Vor dem Hause Große Frankfurter Straße 14l, wo gegenwärtig Stratzenbauarbeiten aus- geführr werden, kam der schwerhörige Arbeiter Georg Berger, der offenbar die WarnungSsignale eines herannahenden Straßenbahnwagens der Linie 69 überhört hatte, dem Wagen zu nahe und wurde uingestoßen. Er erlitt eine leichte Gehirnerschütterung und fand im Krankenhaus Friedrichshain Aufnahme. Busttag und Totensonntag. Der Polizeipräsident erläßt folgende Bekanntmachung über die Feier des Bußtages und Totensonntags in diesem Jahre: Die gegenwärtigen Zeitverhältnisse machen eS erforderlich, daß am Bußtage und Totensonntage dieses Jahres strengere Grundsätze hinsichtlich der Zulassung öffentlicher Theater- und ähnlicher Ber- anstaltungen zu gelten haben als bisher. Mit Rücksicht hierauf wiro unter Zusiimniung des Königlichen Oberkommandos in den Marken für den Bereich des LandeSpolizeibezirks Berlin folgendes bekannt gemacht: 1. An dem auf den 22. November fallenden, dem Andenken der Verstorbenen gewidmeten Jahrestage sTotensonntag) werden als Aufführungen ernsten Charakters nur zugelassen: a) Aufführungen klassischer oder modern-literarischer Theaterstücke völlig ernsten Charakters in Theatern, die einem höheren Kunstinteresse dienen; bl Aufführungen geistlicher Musik und Aufführungen von Lichtbildern ans der biblischen Geschichte oder sonst mit religiösem Zweck und Charakter in Kirchen oder in den Räumen solcher Konzert- und Theaterunternehmungen, deren Zweck eS ist, Darbietungen mit höherem Kunstinteresse zu veranstalten. 2. Am Bußtage, Mittwoch, den 18. November, und am Toten- sonntage, den 22. November, erstreckt sich das Verbot der öffent- lichen Veranstaltungen auch auf alle private», in Theatern, Konzert- und sonstigen öffentlichen VergnügtmgSlokalen veranstalteten Lust- barkeiten. 3. Borträg: über ernste Gegenstände, die nicht unter den Begriff der Lustbarkeiten fallen, sind wie bisher auch diesmal gestattet.— Die polizeiliche Genehmigung der hiernach grundsätzlich zulässigen Veranstaltungen ist rechtzeitig nachzusuchen. Arbeiter-Bildungöschule. Der KursuS:„Die wiffenschastlichen Grundlagen der Arbeiterbewegung' fällt deS heutigen Zahlabends Wegen aus. Kleine Nachrichten. Im Tiergarten erschossen hat sich gestern ein Mann, dessen Persönlichkeit noch nicht bestimmt feststeht. Man fand ihn morgens um 7 Uhr am Floraplatz in der Nähe einer Ruhebank tot daliegen. Der Revolver, aus dem er sich eine Kugel in die rechte Schlüte geschossen hatte, lag neben der Leiche. Diese wurde nach dem Schauhause gebracht. Bei dem Toten fand man Papiere, die auf den Namen eines Dekorationsmalers Gustav Schnell lauten.— Am Maybachufer sprang ein Mann, der ein Weilchen un- ruhig am Ufer auf und ab gegangen war, plötzlich kopfüber in den Landwehrkanal. Als er wieder austauchte, gelang es Schiffern, die mit ihren Kähnen in der Nähe lagen, ihn mit einem Bootshaken an der Kleidung zu fassen und zu landen. Der Mann wurde, nachdem man ihm die erste Hilfe geleistet halte, nach der Wohnung gebracht. In Oranienburg stürzte das dreijährige Töchlerchen des im Felde stehenden Landwebrmannes Weikussat. Kurfürstenstr. 9,_ in einem unbewachten Augenblick beim Hinauslehnen aus dem Fenster in die Tiefe. Das Kind war sofort tot. Der Gesangverein Reu. Erwacht(M. d. D. A.-S.-B.) veranstaltet mit dem Frauen- und Mädchenchor Osten0/11, und in allen mit Plakaten belegten Geschäften zu haben. Seinen Wochenlohn von 32,08 M. hat am Sonnabendnachmittag aus der Linie 4g, Schönhauser Allee bis Fichicitraße, ein Arbeiter verloren. Der ehrliche Finder lvird gebeten, das Geld bei Krebs, Lychcncr Str. 12, Ouergeb. III, abzugeben. Mus öee Partei. Eine irreführende Zurückweisung. Die„Schwäbische Tagwacht" wirft uns eine irreführende Dar- stellung über die unter so eigenartigen Umständen vorgenommene „Erweiterung" ihrer Redaktion vor. Die„Tagwacht" schreibt u. o.: „Je einseitiger und gehässiger die Mitteilungen des Stuttgarter „Vorwärts"korrespondenten lauten, um so rückhaltloser wird der gesamten Oeffentlichleit klarer Wein eingeschenkt werden." Demgegenüber möchten wir betonen, daß unsere Bemerkungen zu dem vom württembcrgischen Landesvorstand vorgenommenen Handstreich nicht auS der Feder unseres Stuttgarter Korrespondenten stammen, sondern in unserer Redaktion geschrieben sind; und zwar nach der Darstellung der drei von der„Erweiterung' betroffenen Redakteure. Gestützt wurden unsere Bemerkungen noch durch In- formattouen, die wir von unbeteiligter Seite erhielten. Die Zurück- Weisung unserer.irreführenden Darstellung' erscheint uns um so unverständlicher, als ein den Vorgang behandelndes längeres Zirkular des LandesvorstaudcS unsere Darstellung des Vorgehens gegen die frühere Stuttgarter Redaktion durchaus bestätigt. Der klare Stuttgarter Wein scheint recht trüber Most zu sein. Die südafrikanischen Arbeiter und der Krieg. Unser Londoner Korrespondent schreibt uns: Ter„Labour Leader", das Organ der englischeu unabhängigen Arbeiterpartei, schreibt:„Viele von den Gewerkschaftsführern, die General Botha deportierte, kehren jetzt nach Südafrika zurück, einige von ihnen zu dem Zwecke, unter ihm die britischen Freiheiten zu beschirmen, mit denen sie so intime Erfahrungen gemacht haben — aber nicht alle." Zwei der neun deportierten Arbeiterführer, die Genossen I. T. Bai n und Arthur Crawford, lassen keinen Zweifel darüber, in welchem Sinne sie während des Krieges in Süd» afrika zu wirken gedenken. B a i n schreibt in einem Abschieds- briefe an den„Labour Leader": ..Ich freue mich über die weise staatsmännische Haltung der I. L. P. gegenüber dem Kriege. Es ist ein Jammer, daß diese Hältung in England nicht allgemein ist, aber sie wird eS mit der Zeit werden. Ich selbst bin der Meinung, daß wir an diesem Krieg nie hätten teilnehmen sollen und daß wir es jetzt unsere Hauptsorge lassen sein sollten, ihn aus dem besten und schnell st en Wege zu beenden. Mit der jetzt in der britischen Presse beliebten Methode,„Deutschland zer> schmettern" zu wollen, sollten wir uns keinen Augenblick auf- halten. Ehe viele Monate vergangen sein werden, werden Zeit und bittere Erfahrung das Volk gelehrt haben, daß dieser Krieg ebenso wenig im Interesse des Volkes geführt wird, wie frühere Kriege. Ich bin sicher, hätte die ganze britische Arbeiterbewegung die Haltung der I. L. P. geteilt, dann iväre sie heute eine Macht im Lande. Ich hoffe, daß es möglich sein wird, eine inter- nationale sozialisttsche Konserenz in Amsterdam oder anderwärts einzuberufen und Friedensbedingungen zu verein. baren, die den Arbeitern aller vertretenen Länder annehmbar sein werden." Genosse Crawford schreibt, daß �ein sozialistisches Komitee gegen den Krieg in S ü d a f r i k a �gegründet worden fei, das ein wöchentliches Organ veröffentlicht' und eine energische Propaganda betreibt, und fährt fort: „Zahlreiche Elemente unter den Buren, die der Führung der Generäle Beyers und D e w e t folgen, kämpfen gleich- falls gegen den Krieg, aber ihre Aktion ist von antibritischen und prodeutschen Gefühlen eingegeben. Sie sind Kapitalisten, die die Arbeiter noch mehr hassen und verachten, als sie den Krieg zu hassen vorgeben. Die südafrikanischen Sozia- listen werden keinen Bund mit den rebellischen Burenelementen schließen. Die sozialistische Propa- ganda ist weder antibritisch noch prodeutsch. Sie ist kriegS- fei n d l i ch."_ Gewerkschaftliches. Serlin und Umgegend. Der Krieg und das Kinogewerbe. Das Kinogewerbe hatte schon vor dem Kriege nicht die beste Konjunktur, mit Ausibruch des Krieges wurde dieselbe noch un» günstiger. In letzter Zeit hebt sich jedoch wieder das Jmeresse für Lichtbildervorstellungen, insbesondere ziehen die Kriegsfilme das Publikum stärker heran. Die Inhaber der Lichtbildtheater benutzen nun, wie so viele andere Unternehmer auch, die Kriegszeii, um die Löhne zu kürzen, und zwar bis um ein Drittel, ja sogar in ein- zelnen Fällen bis um die Hälfte des vorher Gezahlten. Dabei werden von den Angestellten erhöhte Arbeitsleistungen bei ver- längerter Arbeitszeit verlangt, was in der Hauptsache der Ver- Wendung von alten Films zuzuschreiben ist. die gewöhnlich sehr schadhast sind und sich nur schwer behandeln lassen. Weiter ist die Folge davon, daß bei der Vorführung sich oft Störungen ereignen, die dann stets auf das Konto der Vorführer gesetzt werden, und zwar in der Regel zu Unrecht. Die Lohnahzüge sind auch darum nicht berechtigt, weil ja das Publikum dieselben Preise zahlen mutz wie früher, die Benutzung der alten Films dagegen den Betrieb wesentlich verbilligt. Für die Vorführer ergibt sich aus alledem die Nutzanwendung, sich vollzählig der Gruppe der Kinooperateure anzuschließen, die wiederum eine Sektion des Deutschen Metall- arbeiterverbandes bildet. Nur hier können ihre Interessen wirk- sam vertreten werden!_ Deutsches Reich. Arbeitsregelung im Chemigraphen- und Kupferdruck- gewerbe. Für die Angehörigen dieses Gewerbes sind die Löhn- und Ar- beiisverhältniffe tariflich geregelt. Durch den Krieg ist das Ge- werbe außerordentlich in Mitleidenschaft gezogen. Von den im Verband der Lithographen und Steindrucker vereinigten Ehenu- gratchen waren bei der letzten Zahlung 1079— 43% Proz. arbeitslos! Das Tarifamt für Deutschlands Chemigraphen und Kupfer- drucker hat wegen der überhandnehmenden Arbeitslosigkeit Anfang September einen Aufruf an die Prinzipale erlassen, in dem diese gebeten werden, je nach Lage der Betriebsmöglichkeiten die Anstalten nicht ganz stillzulegen, sondern die Betpiebe durch Verkürzung der Arbeitszeit oder Einfiihrung von Wechselschichten aufrecht zu er- halten und so die Not, die in viele Familien der Gehilfen eingekehrt ist, zu lindern. Daraufhin sind eine Reihe Vereinbarungen zwischen Prinzipalen und Gehilfen zustande gekommen, um die� tariflichen Bestimmungen nicht zu verletzen. Trotzdem haben diese zu ganz verschiedeneu Auslegungen geführt, die zu Beschwerden vor dem Tarifamt Veranlassung gegeben haben. Um dem in Zukunft vor- zubeugen und mehr Einheitlichkeit in diese Vereinbarungen zu bringen, werden jetzt vom Tarifamt Richtlinien ausgearbectet� und den Prinzipals- und Gehilfenmitglicdern der Tarisgemcinslhajt bekanntgegeben. In diesen heißt es u. a.: Im Einverständnis mit den Gdjilsen können Aushilfen um weitere 14 Tage, also auf 4 Wochen, ver- längert werden. Wird die Verlängerung unterlassen, tritt nach 14tägiger Beschäftigung, von dem darauffolgenden Zähltag ab, die tarifliche Kündigung in Kraft.— Der Ausschluß der Mndigungs- frist mit einem Teil oder dem gesamten Personal ist nur für die Tauer von höchstens 3 Wochen zulässig und muß dem Tarifamt zur Bestätigung vorgelegen haben. Läßt sich bis zu diesem Zeitpunkte die tarifliche Kündigungsfrist nicht einführen, so ist ein entsprechend begründeter Antrag auf Wiedergewährung dieser Ausnahme beim Tarifamt einzureichen. Unterbleibt solche Antragstellung, so tritt vom darauffolgenden Zahltag ab die tarifliche Kündigung in Kraft. Entschädigung von Ueberstunden bei verkürzter Arbeitszeit kann erst nach acht geleisteten Arbeitsstunden beansprucht werden.— AuS Vereinbarungen, die von dem Tarifamt abweichen und vor ihrem Inkrafttreten nicht dem Tarifamt zur Begutachtung bzw. Genehmigung vorgelegen haben, kann später kein klagbares Recht gefolgert werden. Ter Nürnberger Arbeitsmarkt. Bei der stark vom Export abhängigen Nürnberger Industrie wurde durch den Kriegsausbruch der Nürnberger Arbeitsmarkt schwer getroffen; er ist auch jetzt über die schwere Krisis noch nicht hinaus. Mit den aus dem Vormonat übergegangeneu 3232 unerledigten Arbeitsgesuchen betrug im Oktober die Zahl der Arbeitsuchenden beim städtischen Arbeitsamt 7482. Ende Oktober waren noch 4821 stellenlose Arbeiter gemeldet. Immerhin ergibt sich dem Vorjahre gegenüber eine nicht zu unterschätzende Befferung der Attbeitsmög- lichkeit für Männer. Auf 100 offen« Stellen kamen im September 1914: 187 arbeitsuchende Männer gegen 197 im Jahre 1913; im. Oktober 1914: 191 gegen 268 im Vorjahre. Wenig Arbettsgelegen- heit bot sich für Metalldreher, Metalldrücker, Gürtler, Polierer, Schleifer, Flaschner und Installateure, Buchbinder, Pinselmacher, Maler, Fabrikarbeiter, für das Holzverarbeitungsgewerbe und das graphische Gewerbe und für das Wirtschaftspersonal. Bauschlosser, Effendreher, Elektriker, Schmiede, Sattler, Schneider, Schuhmacher. Maschinisten und Heizer waren dagegen nur in ungenügender Zahl vorhanden. Von den ungelernten Arbeitern waren die Erdarbeiter gut, AuSgeher, Packer und Kutscher einigermaßen, die übrigen Lohnarbeiter nicht ausreichend beschäftigt. Zu beachten ist, daß die Metallindustriellen und das Baugewerbe in Nürnberg eigene Arbeitsnachweise besitzen, deren Ergebnisse in den Ziffern des stadtl- scheu Arbeitsamtes nicht enthalten sind. Musland. Tie Arbeitslosigkeit in Norwegen. Seit Ausbruch des Krieges sammelt die norwegische gewerk- schaftliche Landeszcntrale Daten über die durch den Krieg hervor- gerufene Arbeitslosigkeit. Die Zahlen werden vom staatlichen Ar- beitsstatistischen Amte verarbeitet. Es liegen jetzt die Ergebnisse für den ersten KrtegSmonat vor. Danach waren von den der Landes- zentrale angeschlossenen 69 907 Mitgliedern im ganzen 19 664 oder 28,13 Proz. in irgendeiner Weise von der Krise auf dem Arbeits- markte berührt. Von diesen waren 3242 ganz arbeitslos, 9109 arbeiteten mit beschränkter Arbeitszeit, 2735 arbeiteten zwar mit voller oder beschränkter Arbeitszeit, mutzten jedocki einen Teil des Lohnes beim Arbeitgeber bis auf weiteres stehen lassen. Es komme» hier besonders die ungelernten Arbeiter, die Metallarbeiter und dch Holzarbeiter in Betracht. Vergleichsweise sei angeführt, daß die Arbeitslosigkeit im Jahre 1913 sich nur aus 981 Mitglieder oder 1,76 Prozent der Mitgliederzahl erstreckte. Wenn man von einigen ganz kleinen Organisationen unter 100 Mitgliedern absieht, deren samt- liche Mitglieder arbeitslos geworden sind(Landarbeiter, Trikotagen- arbeiterinnen. Vergolder), so sind am schwersten die Seeleute, die Steinhauer, die Schneider, die Schuhmacher, die Möbelindustrie- arbeiter, die Goldschmiede, und die Former betroffen, und zwar mit über 50 Proz. der Gesamimitglieder. Von den ungelernten Ar- beitern waren 30 Proz. betroffen. Am günsttgsten stehen die Lager- arbeiter mit 4 Proz., die Papierinbustriearbeiter mit 5 Proz., die Maurer mit 6 Proz. und die Bäcker mit 8 Proz. Mus Industrie und Handel. Entschädigungsansprüche für Kriegsverluste. In den Kreisen der Geschäftswelt herrscht noch vielfach Un- sicherheit darüber, an welchen stellen und in welcher Form Eni- schädigungsanfprüche für Kriegsverluste anzumelden sind; ob bei- spielsweise eidesstattliche Angaben über Speditionssirma und Ver- sandtermm bestimmter ins Feindesland versandter Eigentums- stücke genügt oder ob ein beglaubigter Bücherauszug bzw. eine schriftliche Bestättgung des betreffenden Spediteurs beizufügen ist und dergleichen mehr. Wie der Handelsvertragsverein Berlin von zuständiger Seite erfährt, ist in Kürze eine amtliche Bekanntmachung darüber zu erwarten. Voraussichtlich wird diese auch Näheres darüber enthalten, ob und in welchem Umfange Handels- rechtliche Außenstände in Feindesland, welche durch den Krieg un- eindringlich werden, mit in die Entschädigung einbezogen werden sollen. Die für die Einreichung der Entschädigungsansprüche maß- gebende Behörde ist das A u s w ä r t i g e A m t. Da die Ein- reichung von Entschädigungsansprüchen gegenwärtig noch keines- Wegs eilt, so empfiehlt es sich, zu warten, bis genau klargestellt ist, welche Ansprüche privatrechtlicher Natur überhaupt anmeldungs- berechtigt sein sollen und in welcher Form die Anmeldung erfolgen muß. Die Ansprüche, welche durch völkerrechtswidriges Verhalten der kriegführenden Staaten entstanden sind, können ohne weiteres angemeldet werden. Die Benutzung eines hierzu vom Auswärtigen Amt zu beziehenden Formulars ist zweckmäßig. Am besten ist es, die Entschädigungsansprüche durch Vermittelung der zu- ständigen Handelskammern oder Wirtschaft- lichen Vereine einzureichen, damit diese das Material aus Vollständigkeit und Richtigkeit nachprüfen und die Behörden von etwa nötigen Rückfragen entlasten. Beschlagnahme für den HcereSbedarf. Die auf den 10. November angesetzt gewesene Häuteauklion der Berliner Häuteverwertung G. m. b. H. in Berlin-Licbtenberg ist kurz nach Beginn, wie die „Allg. Fleischer-Ztg.' mitteilt, von amtlicber Seite verboten worden. Es wurden im ganzen 50 000 Stück Rindsbäute. 30 000 Kalbselle und 25 000 Stück Schaffelle im Auftrage des KriegsministeriumS beschlagnahmt. Kriegsmehl in Ungarn. AuS B u d a p e st wird gemeldet: Di« Regierung hat eine Verordnung erlassen, der zufolge Mühlen Feinmebl nur im Höchstmaße von 15 Prozent ihre? Gesamterzeug« nisse« herstellen können. Brotmehl au« Weizen oder Roggen kann zu 33 Prozent mit Gerstenmehl oder mit 30 Prozent Mais, Kartoffel« oder ReiSmehl gemischt werden. Sndere Gattungen von Mehl dürfen auS Weizen oder Roggen nicht erzeugt werden. Neuerliche Beschlagnahme deutschen Eigentum? in Frankreich. AuS Paris wird gemeldst: Unter weiteren 20 b e s ch l a g- nahmten deutschen Häusern befindet sich die Berns« dorfer Metallwarenfirma, die Bleistiftfabrik von F a b e r und das Warenkommisfionshaus von Leonhard T i e tz. Abnahme des englischen Handels. DaS Londoner HandelSamt teilt mit, daß im Ollober d. I. der Wert der Einfuhr 51 559 289 Pfund Sterling betrug. Das bedeutet gegen den gleichen Monat des Vorjahres eine Abnahme um 29 179 887 Pfund Sterling. Der Wert der Ausfuhr belief fich in dem Monat Oktober auf 28 691 815 Pfund Sterling und hat gegen das Vorjahr um 13 920 884 Pfund Sterling abgenommen. Soziales. Jahresstellung. Vielfach glauben Angestellte Rechte herleiten zu können, wenn ihnen„Jahresstellung" oder„dauernde" Stellung in Aussicht gestellt wurde. Sie müssen dann immer die Er- fahrung machen, daß sie durch ihren Irrtum nur Kosten und Zeitversäumnis haben. Das„Excelsior"-Hotel hatte im Frühjahr einen Hausmaler engagiert. Dieser neugeschaffene Posten sollte— im Gegensatz zu den Saisonanstellungen— eine FahreSanstellung fein. Als der Krieg ausbrach, kürzte die Hoteldirektion zunächst das Wochenlohn von 31 M. um 6 M. und entlieh den Maler schließlich ganz. Zum Ueberfluß hatte der Kläger kurze Zeit nach seiner Einstellung auch noch einen Vertrag unterschrieben, worin eintägige Ltündigung fest gesetzt war. Der Kläger behauptete, sich in einer Zwangslage be sunden zu haben. Er habe eine neue Stellung nicht so bald wieder finden können, nachdem er in der Saison seine Beschäftigung auf- gegeben habe, um im Hotel„dauernd" angestellt zu werben. Der Kläger forderte nun Weiterbcschöftigung bis 1. April 1915 oder eine Entschädigung von 390 M. Nach erfolgter Aufklärung durch das Gericht zog der Kläger feine Ansprüche zurück._ Gerichtszeitung. Ein Krankenkaff end efraudant. Ein Defraudant, der nach Amerika geflüchtet war, dann aber nach Kriegsausbruch nach einer abenteuer- lichen Fahrt über den Ozean freiwillig nach Deutschland zurückkehrte, um sich der Militär« behörde zu stellen, mußte sich gestern vor dem Strafrichter verantworten. Es war dies der Bureaubeamte Moritz Simon, der sich unter der Anklage der Unterschlagung und der schweren Urkundenfälschung vor der 5. Strafkammer des Landgerichts I zu verantworten hatte. Der Angeklagte, der rückemnarkleidend ist, fand im November vorigen Jahres eine Anstellung bei der Allgemeinen Ortskranken- lasse Berlin, nachdem er erst kurz vorher aus dem Gefängnis ge- kommen war. Angeblich, um sich die Mittel zu verschaffen, um in einem Sanatorium des Auslands sein Leiden zu kurieren, unter- schlug er im April dieses Jahres die Summe von 5699 M. und flüchtete damit nach Amerika. Als die ersten Nachrichten von der Kriegserklärung nach Amerika drangen, packte Simon sofort seine Sachen und trat mit dem Dampfer„Kaiser Wilhelm der Große" hie Fahrt nach Europa an. Auf dem Ozean wurde das Schiff von englischen Kreuzern verfolgt, entkam jedoch infolge seiner größeren Geschwindigkeit. Bekanntlich wurde der Dampfer dann in einem neutralen svanifchen Hafen von dem englischen Kreuzer„High- flower" in den Grund geschossen. Ter Angeklagte gelangte dann schließlich nach Westeren abenteuerlichen Fahrten über Italien Ende September in Deutschland an, wo er sich zuerst der Milstärbehörde und dann, da er als überzähliger Resevvift wieder entlassen wurde, der Polizeibehörde zur Verfügung stellte. Das Gericht kam trotz der schweren Vorstrafen des Angeklagten nochmals zu einer Zubillifpmg mildernder Umstände. DaS Urteil lautete aus 1 Jahr und 3 Monate Gefängnis unter Anrechnung von 6 Wochen der erlittenen Untersuchungshaft. Der Staatsanwalt hatte iz-h Jahre Zuchthaus beantragt. Preisrätsel in Zeitungen. Das Landgericht III in Berlin hat am 13. Juni den Maler und Photographen Fritz Holtcrmann und den Mitangeklagten Gcrlach von der Anklage der unerlaubten Veranstaltung einer Lotterie hezw. der Beihilfe dazu freigesprochen. H. hatte ein Geschäft für photographische Reproduktionen gegründet und wollte sich auf dem Wege der Zeitungsanzeige schnell einen größeren Interessentenkreis verschaffen. Er veröffentlichte also in einem weitverbreiteten Blatte ein Preisrätsel, in welchem Preise im Betrage von 3990 M. ausgesetzt wurden für die Äser eines geo- graphischen Bilderrätsels. Bemerkt war in der Anzeige noch, daß -jeder, der 70 Pf. sowie eine Photographie mitsende,«ine Per- gräßerung der Bilder oder eine Verkleinerung, und zwar diese auf einer Brosche, einem Manschettenknopfe usw. erhalte. Aus diese Anzeige gingen 12 000 Lösungen ein, die aber meist nicht richtig waren. Es waren nämlich Orte zu raten, wie B— au in Schlesien, und die meisten Löser rieten statt auf Bunzlau auf Breslau. Einem Teil der Briefe waren 70 Pf. beigelegt und die Besteller erhielten tatsächlich für diesen geringen Preis das gewünschte Bild postfrei zugesandt. Daß Herr H. dabei gerade kein glänzendes Geschäft gemacht hat, ist vom Urteil anerkannt worden. DaS Gericht hat nur auf Freisprechung deshalb erkannt, weil eS an- genommen hat, daß der angeblichen Lotterie kein Plan zugrunde lag, weil über die Art, wie die Preise verteilt werden sollten, nichts gesagt sei, und weil von einem Einsatz nicht die Rede sein könne. Die 79 Pf., die nicht die Kosten der Herstellung des ge- wünschten Bildes deckten, wollte das Gericht als Einsatz nicht gelten lassen.— Gegen das Urteil hatte die Staatsanwaltschaft Revision eingelegt. Gemäß dem Antrage des Reichsanwalts hob am Freitag das Reichsgericht das Urteil auf und verwies die Sache an das Landgericht zurück. Zu Unrecht hatte das Landgericht angenommen, daß ein Spielplan nicht vorlag. Damit, daß jeder Löser des Rätsels 79 Pf. und eine Photographie einsenden sollte, war der Spielplan im allgemeinen gegeben. Daß bei der Verteilung der Preise vielleicht die Willkür des Veranstalters den Ausschlag gab, beweist gerade, daß der Zufall den Ausschlag gab, also eine Lotterie vorlag._ Kleine Nachrichten. Ein berliner Junge. „Sofir richtiger, waschechter Berliner in der Kompagnie ist nicht mit Gold zu bezahlen," erzählte jüngst ein Verwundeter auS dem Westen bei der Schilderung seiner Erlebnisse:.Fällt einem die Ber- liner„koddrige Schnauze" im Zivilleben manchmal unangenehm auf die Nerven, im Kriege übt sie oft eine wunderbare Belebung auf manchen Zaghaften und Kleinmütigen aus. Wir hatten so einen Kerl mit einer richtigen«Dreckschleuder" in der Kompagnie. In der Gegend von Apern lagen wir eines Tages im Schützengraben. Plötzlich taucht vor uns der Feind auf, und bald bekommen wir heftiges Feuer. Die Lage wird recht ungemütlich. Der Feind pirscht fich näher heran. Da schreit unser Berliner plötzlich loS:„Km da, kiekt doch mal, det baffuchte schwarze Jesindel da vorne I Au Backe, da drieben hab'n se'n Lunapark uffjemacht I Na, denn man rin inst Vajniejen!" Und schon fängt er an, mit Stentorstimme daS schöne Lied zu singen „Komm mein Schatz, komm mein Schatz, in den Lunapark." Alles lachte, das nervöse Gefühl der Beklemmung vor der nahenden Eni- scheidung war gewichen, und wir schmissen denn auch die schwarze Gesellschaft mit Hurra zurück. Unser Berliner war in den vielen Einzelgefechten, die wir zu bestehen hatten, immer glatt davongekommen, so daß wir uns manch- mal fragten, ob denn die„Berliner Schnauze" nicht doch mal was abkriegen würde. Und richtig, eines schönen Tages, als sein Mund- werk gerade mal wieder nicht eine Minute stillstand, bricht er Plötz- lich mitten im Sprechen ab; ein Schuß war ihm in die linke Schulter gegangen. Doch nach kaum ein paar Sekunden brüllte er schon wieder loS:„Kinda, Jott sei Dank, bloß in de Schulta I De Schnauze is heil jeblieben!"—_ Ein niederbayerischer Feldpostbrief. Aus dem Bayerischen Walde wird berichtet: Ein im Felde stehender Bayer sandte an seine Mutter folgenden Brief:«Liebe Mutter! Dö Sach' ist net so einfach, Bier gibt es auch leinS. Mit Gruß Euer Sohn W."— Ein sozialdemokratischer Hauptmann. Genosse Dr. Otto Bauer- Wien, Redakteur der wisienschast-- lichen Monatsschrift der österreichischen Sozialdemokratie„Der Kampf", der auch auf dem Internationalen Kongreß in Wien über die Teuerung referieren sollte, rückte bei Beginn des Krieges als Reserveleutnant eines böhmischen Jnfantaxieregiments ein. Er hat eine große Zahl von Gefechten mitgemacht und hat bereits die Cbarge eines Hauptmanns erhalten. Bei den großen Osfiziersverlusten seines Regiments hat Bauer bereits wiederholt wichtige Führerstellungen im Kampf auszufüllen gehabt. parteiveranftaltungen. Zweiter Wahlkreis lFriedrichftadt). III. Abteilung. Zahl. abend: Mittwoch, 11. November, bei Rathmann, Wilhelmstr. 118. Z a h l n a ch t: Mittwoch, 11. November, bei Ww. Augustin, Oranien- straße 103. Zahlmorgen: Donnerstag, 12. November, bei Ww. Augustin, Oranienstraße 103. Vortrag des Reichsiagsabgeordneien Genossen Fritz Zubeil:.Im Kamps." Dritter Kreis. I.Abteilung: Gemeinschastlicher Zahlabend im Lussenstädiischen Kasino(Jnh. Georg Fclsmann), Oranienstr. 180. Bottrag des Genossen Ucko. 2. A b i e! l u n g im GewerkschasishauS, Engeluser 15. Vortrag des Genossen Ritter. 7. Abteilung bei Henning, Alcxandrinenstr. 41. Vortrag. Charlotteuburg. V. Gruppe. Heute Mittwoch, abends 81/, Uhr, im VollShauS, Rosinenstr. 3: Gemeinsamer Zahlabend mit Vortrag. Stralau. Der Zahlabend findet am Mittwoch— wie früher— in den Bezirkslokalen statt. Friedrichsfelde. Heute Mittwoch st,S Uhr: Gemeinschaft- licher Zahlabend bei Dorn, Prinzenallce. Schmargendorf. Heute Mittwoch: Zahlabend im Restaurant Goeisch, Warnemünder Slr. 11/15. Tagesordnung: Vortrag, Verschiedenes, Auf- nähme neuer Mitglieder. Steglitz. Heule nur AbteillmgSversammIungen: Be! Schellhase, Ahornstr. 150.; Thiel, Albrechistr. 87; Dahl, Lichterseldcr Sir. 21, und bei Schwarz, Bergstr. 71. In allen Abteilungen Vorträge. BriU-Buckow. Heute gemeinschastlicher Zahlabend bei Dommnich, Rudower Str. 66/67. Wichtige Tagesordnung. Adlershof. Heute Mittwochs, abend« 7'/, Uhr: Wichtige Flug- blativerbreitung von den bekannten Stellen aus. Der Zahlabend findet heute nicht statt. Freitag, den 13. November, abends 8'/, Uhr, im Lokal Wöllstein, BiSmarckstr. 73: Große öffentlich» Versammlung. Tagesordnung:„Die soziale Lage der Arbeiterschaft und der Krieg." Referent: Reichstags- abgeordneter Dr. Karl Liebknecht, Freie Aussprache.— Die Gemeindevertretung AdlerShois ist zu dieser Versammlung ganz besonders eingeladen. Sonntag, den 15. November, nachmittags 6 Uhr, findet im Lokal von Kaul, BiSmarckstraße, ein VolkSIicderabend verbunden mit Rezitationen statt. Der Eintritt ist sret. Zeuthen- Micrödorf. D»r Zahlabend findet heute Mittwoch, bei Krüger, MierSdorf, statt. Biesdorf. Mittwoch, den 11. Nov., 8'/, Uhr: Zahlabend bei Hitte, Marzahner Str. 4. Kaulsdorf. Der Zahlabend findet umständehalber heute«tcht statt. Borstgwalde-Witteuau. Heut« Mittwoch, abends 8'/, Uhr, bei Woitichach, Ernslstr. 1, gemeinsamer Zahlabend für Witten au bei Schulz, Hauptstraße SS. Alt-Glienicke. Heute Mttwoch, den 11. November: Gemeinsamer Zahlabend im Restaurant Meier, Straße am Falkenberg. Röntgental-Zepernick-Buch. Der Zahlabend für die einzelnen Bezirke fällt in dieser Woche auS, dafür findet in der nächsten Woche ein gemeinsamer Zahlabend statt._ Sitzungstage der Stadt- und Gemeindevertretungen. Brttz-Buckow, 13. November, nachmittags 5 Uhr, Rathaus. Diese Sitzungen find SfscntNch. Jeder GcmcindeaugehSrige ist be- rechtigt, ihnen als Zuhörer beizuwohnen. ländffcheS: Kartoffeln, Dabersche 50 fc» 3,75— 1,00; weiße Kaiserkronen 3,26—8,75; Ma«mini bonum 3,50—3,75; Wöstmann 3,25—3,75; Porree» Schock 0,70—1,00; Sellerie, Schock 3,50—6,00; Spinat 50 kg 7,00—10,00; Mohrrüben �00— 2,50; Kohlrabi Schock 0,00— 0,00; Wirsingkohl Schock 4,00—10,00; Wirsingkohl 50 kg 8,50—4,00; Weißkohl Schock 3,00-8,00, Weißkohl 50 kg 2,00—2,50; Rotkohl, Schock 4,00—10,00; Rolloiii 50 kg 3.50 b!S 4,00; Grünkohl 50 kg 3,00—4.00; Kohlrüben 50 kg 3,00-5,00; Teltoiver Rüben 50 kg 12,00—16,00, Märkische Rüben 50 kg 4,00—10,00; Biumen- kohl, Ersurier, 100 St. 15,00—22.00, Rosenkohl 50 kg 22,00—30,00, Meerrettich Schock 5,00—12,00, Petersilienwurzel Stockbund 1.00—3,00: Radieschen Schockbund 0,70-1,00; Salat Schock 2,00-3,00; Zwiebeln 50 kg 7,50—9,00; Tomaten 50 kg 7,00—10,00; Psesferlinge 50 kg 00,00; Steinpilze 50 kg 00,00—00,00; Grünlinge 50 kg 5,00—»7,00; Champignons 50 kg 00,00-00,00; Kürbis 50 kg 2,00—3,50. Briefkasten öer Reöaktion. Amtlicher Marktbericht der städttlcheu Marktballen-Direktion über den Großhandel in den Zentral-Markihallen.(Ohne Verbindlichkeit.) Dienstag, den 10. November. Fleisch: Rindfleisch per 50 kg, Ochsen» fleisch In 79-90. do. IIa 74-78, do. AI«. 65-73; Bullenfleisch In 78—83, do. IIn 68—75; Kühe, seit 60—70, do. mager 55—60, fresser 65—72, do. Holl. 45—50, do. dän. 45— 55, Bullen, dän. 5-75. Kalbfleisch: Doppellender 110—120; Mastkäiber In 85-97, do. II» 72—85. Hammelfleisch: MasUämmcr 78—86; Hammel In 72— 77, do. IIa 67— 72; Schafe 67—72. Schweinefleisch: Schweine In seit 74—78, IIn 64—73; Sauen, dänische 0,00—0,00.— Gemüse, in» Die juristische Sprechstunde findet für Abonnenten Liudeustr. 3, IV. Hos rechts, panierre, am Montag bis Freitag von N bis 9 Uhr, äin Sonnabend von a bis 6 Ulir ftaii. Jeder für den Briefkasten br- stimmien Anfrage ist ein Buchstabe und eine Zahl als Merkzeichen bci- zufügen. Briefliche Antwort wird nicht erteilt. Anfragen, denen keine Abonnemenisquittüng beigefügt ist, werden nicht beantwortet. Eilige Fragen trage man in der Sprechstunde vor. Berträge, Schriftstücke und dergleichen bringe man in die Sprechstunde mit. M. H. 84. Um Steinpilze zu trocknen, putzt man sie, wäscht sie aber nicht. In Scheiben geschnitten trocknet man sie aus Blechen oder Tellern im mäßig warmen Ofen. Will man sie an der Sonne trocknen, so reiht man sie auf Schnüre. Gewaschen werden die Pilze erst unmittelbar vorder Zubereitung. Man weicht sie mehrere Stunden in kaltem Waffer ei» und kocht sie in demselben Wasser weich.— E. G. 100. Karl Röbel, Berlin 0. Romintencr>str. 48.— F. S. 110. Mütterberatungsstelle dec- Zellerhaules, Geschäftsstelle Quitzowstr. 121.— W. S. 100. Nein.— E. Cu 32. Darüber können wir nichts sagen. Fragen Sie bei d er Militärbehörde direkt an. M. Fabcr. Der Abzug ist nlcht gerechtfertigt. Wenden Sie sich an einen der Genoffen, die in der UnterstützungSkommisston sitzen oder sprechen Sie zwischen 2 und 3 Uhr in der Redaklion des„Vorwärts" vor.— St. 73. ES genügt die einfache Vollmacht: Hierdurch bevollmächtige ich meine Frau, die Unfallrcnie für mich zu erheben. Zweckmäßig ist es, die Vollmacht durch die Polizei oder den Bezirksvorsteher beglaubigen zulassen. — Beruhigung I. 1. Voraussichtlich nur zur Bewachung öffentlicher Gebäude. 1. Nein.— R. T. 59. Eine Beschwerde ist in diesem Fall nicht möglich. Sic können auf Ausstellung von Quittungen gegen die Gesell- schast klagen. Der von Jbncn vorgetragene Umstand gibt Ihnen aber kein Recht, die jetzt fälligen Beiträge nicht zu zahlen.— W. L. 33. Die Löhnung ist dieselbe wie für jeden andern in gleichem Range stehenden.— S. 05/939. Wegen großer Bluiaderknotcn nur landsturmpflichttg.— M. T. 999. In der nächsten Zeit.— R. O. 1. Nein. 2. In zwei Jahren. 3. DaS Gewerbegericht befindet sich Zimmerstr. 90/91.— — G. W. 50. Eine Beschwerde an das VersicherungSami hätte in Ihrem Falle keine Aussicht auf Erfolg. Wir haben wiederholt im„Vorwärts" dargelegt, daß leider die statutenmäßigen Rechte gekürzt sind und nur noch die Regelleistungen bestehen.— E. M. 100. So weit ersichtlich, ist Ihre Wohnung gesunohcitsgesährdend. Ob sie das ist, müssen Sie durch einen Arzt oder einen Bausachverständigen(vielleicht durch die Gefundheiispolizd)- nachweisen. Ist sie gesundheitsgefährdend, so haben Sie das Recht, die Wohnung sofort auszugeben und Schadensersatz zu verlangen. Zweckmäßig ist es: Sie lassen sich die gesundheitsgefährdende Beswaffenheu der Woh- nung bescheinigen, klagen aus Aushebung des MietSoeriragcS und be- antragen gleichzeitig den Erlaß einer einstweiligen Verfügung, die Ihne» gestattei, mit allen Mobilten die Wohnung zu verlassen.— M. S. 18. 1. Herzfehler; landsturmpflichttg. 2. Ja.— Gustav Müller. 150 M. für die Person: es kann eine Ermäßigung gewährt werden.— Viktoria 1. Ja, falls die uns unbekannten VcrsicherungSbcdingungen nicht entgegen- stehen.— B. F., Neukölln. 1. Nein. 2. Ja. 3. Durch Zeugen und Eid. — P. N. 7. Wegen chronischer Krankheiten der Atmungsorgane sind Sie zunächst zurückgestellt und dann wegen asthmattscher Beschwerden geringeren Grades für landsturmpflichttg erklärt.— Tausend. Nein. — K. N. 2798. 1. DaS Gericht kann, wenn die Aussage verweigert wird, dennoch auS den Gesamiumständen annehmen, daß Ehebruch vorliegt und demnach zur Scheidung kommen. 2. Die Frau sollte schon jetzt cincn Antrag aus Zahlung von Alimenten stellen.— E. K. 2. Wegen Herz- sehlcrs und UnierleibSbruchS landsturmpflichttg.— W.K. 81. Wegen chronischer Unterleibsleiden untauglich.— B. 61. W. 1. Lehnen Sie tu diesem Fall Zahlung von Miete ab. DaS MieiSeinigungsami wird evcnll. mit dem Wirt persönlich verhandeln. 2. Der Wirt kann in Ihrem Fall zurzeit gar nicht! veranlassen. Allerdings bleiben die Möbel Ihres Mannes seinem Zurückbehaltungsrecht untcrworjen.— H. S. 50. ES ist nicht ausgeichloffen, daß Ihnen Zahlungsfrist gewährt wird und die Räunumgs- klausel als nicht vorhanden erachtet wird. Sollie Klage erfolgen, so sprechen Sie mit derselben und dem MictSvertrag in der Sprechstunde vor.— >. M. 7V. Ihre Schwägerin hat Anspruch aus Witwen- und Waisen- reute. Ihr wird auch aus Antrag außerdem eine Unterstützung gewährt. Der Antrag ist an daS Bezirkskommando oder an die Intendantur zu richten.— Marti« 8. 1. Ja; aber aus Antrag wird die Steuer in Ihrem Falle niedergeschlagen. 2. Wende» Sie sich an das BezirkSkpmmando.— W. S. 31. 1. Ihre Frau soll gegen den Arbeitgeber beim Gewerbe- gericht klagen. 2. Ja.—<2. D. 1. 1. Nein. ES müßte notariell oder gerichtlich abgegeben sein. 2. Nein.— P. H. 100. Ihr Sohn soll die KricgSiraunng vornehmen. Er bedarf hierzu der Genehmigung. Dieselbe muß er bei dem Vorgesetzten einholen. Beide GeburiSurkunden sind er- forderlich. Die kriegSgettauten Ehefrauen haben dieselben Siechte wie alle andern, also auch aus da» auf die Unterstützung.— E. G. 35. Ein Aus- iritt ist leider nicht möglich, wenn nicht eine kürzere Kündigungsfrist ver- einbart ist. Eine Klage gegen Ihren Mann kann die Gesellschaft während der Dauer des Kriegszustandes nicht durchsühren.— W. 11. 35. Nein. — Elfr. 31. 82. Ihr Mann ist zunächst wegen Herzleidens zurückgestellt und dann wegen dieses Leidens und wegen Gelentrheuuiaiismus für dauernd unbrauchbar erklärt.— V. T. H. Wenn aus den Statuten des Vereins nichts anderes hervorgeht, sind Ihre drei Fragen zu ver- »einen.— 30 H. Können See nachweisen, daß die Wohnung gcsundheiis- gefährdend ist, so kann der Wirt keine Miete beanspruchen. Sic könne» dann ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist ziehen und Schadenersatz ver- langen.— Britz 1911. Wenn Sie die Unbrauchbarkcit des Wagens nachweisen, so hat der Verkäufer leinen Anspruch aus Kausgeld. Fordern Sie ihn auf, innerhalb einer von Ihnen zu bemessenen Frist nun endlich den Wagen gebrauchsfähig zu liesern, und erklären Sie nach fruchtlosem Ablaus der Frist, daß Sie von dem Kauf zurücktreten und Schadcnerjatz verlangen._ Wetterausfichte« für das mittlere Norddeutfchland Iiis Donnerstagmittag: Ein wenig kühler und sehr windig. Zeitweise aus- klärend, dazwischen, besonders im Küstengebiete, noch öfter etwas Regen. er-'-M&v e» Ziehung schon 17. ftovhr. Berliner otteri o d. Groß. Berliner Kunstausstellung: Gewixuie im Werte toh Älark lOOOOO -e© a>■»- «J3 IOOOO 5000 Wer 2 Lose Häuft, eine gerade u.eine ungeradeNummer, muss gewinnen. Lose 2 �3» Po3«upilste ü.C. Kröger BERLIN W 8, Friedrichstr 193a. Haben Sie tslofi'? ich fertige davon Anzug' od. Paletot noch Mass, schick, dauerh. Zutaten von 25 Mark an. Moritz L&band, � Neue Promenade 8, iL(Statftb. Bors.) ü] 'J f.t 8, EeH. Eeichstagswalfc. 18. Abt. Bez.£C6a. 51m Freitag, dcn 6. November, | verstarb unser(ijenoffc, der Maler Er�sl: Fiedler Buttmaimstr. 20. Chre feinem Andenken! Die Beerdigung suidct morgen Donnerstag, dcn 12. November, l nachmittags 3'/� Ubr, von der "cichcnbaÜe de»'städtischen Fried- jbojeS in der tNüllcrstrajze, Ecke Seestraße, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht Ikenr Vorstand. Iferiianil der Maler, Lackierer, Aiisireiciier usw. Filiale Berlin. Dcn Kollegen hiermit zur ! Nachricht, dag unser Mitglied, i der Maler Ernst FiedBer | am ß. November gestorben ist. Ghre feinem Andenken! Die Beerdigung findet morgen Donnerstag, den 12. November, l nachmittags 3>/. Uhr, von der Leichenhalle des' städtischen Fried« | böses in der Müllerstraße, Ecke Dccstraße, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht j 137/20 Die Orrsverwaltnng. Deutscher Transpriarlieiter- Verband. Ortsverwaltung Groll-Berlin. Ten Mitgliedern zur Nach- richt, daß unser Kollege, der Chauffeur Paul Hinz von der Firma Bergmann, Hennigsdorf« Straße, am 8. No> vember im VUter von 30 Jahren verstorben ist. Tie Beerdigung findet heute Mittwoch, dcn 11. November, nachmittags 3'/. Uhr, von der Leichenhalle des Neuen Nazareth- Kirchhofes in Zieinickendors aus statt._ Dcn Mitgliedern ferner zur Nachricht, daß unser Kollege, der Chauffeur �lexanäer Wilcldirt von der Firma Müller, Hau- novcrsche Straße, am 7. d. MtS. im'Alter von 47 Jahren ver» storban ist. Die Beerdigung findet heute Mittmach, den 11. November, nachmittags 3'/, Uhr, von der Leichen- halle des PanteS- Kirchhofes in Reinickendorf, Blankestraße, aus statt. (ichrc ihrem Andenken! GS/ 13 Die Bezirksverwaltung. Deutscher iXetallarheiter-Verbanil Verwaltungsstelle Berlin. Den Kollagen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Elektro- monteur David Jaeckel am 7. d. Mts. an Lungenleiden gestorben ist. Die Beerdigung findet am Mittwoch, dcn 11. November, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Heilig- Kreuz- Kirchhofes in Maricndors aus Cjs«. Nachruf. Den Kollegen ferner zur Nachricht, daß unser Mitglied, der L-chlosser Hermann Dietzke Mcndelssohnstraße 7 gestorben ist. (Shre threm Andenken: 127/13 Die Ortsverwallung. Am 25. Oktober fiel in Belgien mein lieber, herzensguter Mann, unser treusorgender Vater, der Schlosser Franz Kohlhoff im 29. Lebensjahre. Dies zeigt im Namen aller An- gehörigen liesbetrübt an Vkhqs KohlhofT geb. Stapel Berlin X\V., Kaiserin-Augusta- Allce 102. 12021 I D■Ta.S.TgaBimilllliliWB— MMB Am Freitag, dcn 6. November 1914, abends 10 Uhr, starb ganz unerwartet mein herzensguter Mann, Bruder und Onkel, der Maler prnst pieäler im 20!« von 51 Jahren. Tics zeigt ticsdclrübt mit der Bitlc um ein stilles Beileid an Witwe Anna Fiedler geb. Hoffmann. Di« Beerdigung findet am Donnerstag, den 12. d. M., nachmittags Uhr, von der Halle des Phrlrpus-LlvostellirchboseS nach dem städtischen Friedhos,«ee- nraßc, statt. 4.'öb 217/3 Zm MMeii mUer oiis vm MMmlih Wllemii Sewjseii! Am 9. September siel im Westen der Schlosser Richard Witzorky Posen« Straße 32(Bezirk 318 II). Am 31. Oktober fiel im Osten der Llrbciter Anten Leistikow Euvrystr. 13(Bezirk 1891). Am 14. September fiel im Osten der Arbeit« AIhvrt ECrause Pet«Sburg« Straße 69(Bezirk 390 1). Sozialdemokr. Wahlvcrein f. tf. 4. Berliner Reichstagswahlkr. Am 25. Oktober siel in den Kämpsen im Westen Anten Kroll Transvaalstr. 11(22. Abteilung. Bezirk 776 b). Sozialdemokr. Wahlverein f. d. 6. Berliner Reichstagswahlkr. Ihr Leben im Felde opferten die Genossen: 242/8 Otto Berger Arbeiter. Artur Schmok Arbeiter. Otto Stege Maler. Sozialdemokrat. Wahlverein Niederbarnim. Bezirk Reinickendorf-Ost. Verein„Arbeiter-Jugendheim Köpenick". Auf dem Kriegsschauplatz im Westen fiel unser Vorstandsmitglied, der Ballschuhmacher Franz Kitzingf. In ihm, der jederzeit kür die Interessen unseres Vereins gewirkt hat und stets bereit war mitzuhelfen an der Verwirklichung unserer Ziele, verlieren wir einen treuen und braven Mitkämpfer. Er war einer unserer Besten. Sein aufrichtiger und ruhiger Charakter sichern ihm ein dauerndes Andenken. 289/12 Der Vorstand. Zentralverband der Zimmerer Deutschlands Zahlatelle Berlin und Umgegend. Den Berussgenossen zur Nachricht, daß folgende Mitglieder im Felde gefallen sind: Wilhelm Meuraann, w e, ss«!2lllianccstratzc. Allzufrüh und fern von der Heimat starb am 28. Oktob« aus russischem Boden dcn Heldentod fürs Vaterland mein innigst- geliebter, herzensguter Mann, Schwiegersohn, Schwager und Onkel, der Gefreite d« Landwehr im Infanterie- Regiment Nr. 45 Hermann Hohz im blühenden Alter von 31 Jahren. Im tiefsten Schmerz zeigt dies im tstamen allerHm'terdliebencn an IliZ Holz geb. Guby. Lichtenberg, Türtlchmidtstraße 27. Allzufrüh und fern von der Heimat siel am 26. Oktober aus dem Schlachtselde im Osten mein heißgeliebter, unvergeßlicher Gatte, meiner Kind« liebevoller, treu- sorgender Vater, Sohn, Bruder. Schivager, Onkel und Nesse, der Täschner kran? Koelmel im blühenden Alter von 32 Jahren. In unermeßlichem Schmerze verbleiben die tiestraucrnde Gattin A.ngnitte Koelmel geb. Olschcwski nebst Kindern und Angehörigen. Beusselftraße 33. 124A Vachruf. Allzu früh und sein von der Heimat starb am 8. d. M. im Westen unser uns unvergcslichcr Vercinsbruder, der Grenadier Fritz Anklam 1. Garde.-Reg. zu Fuß, 2. Komp. Ehre seinem Audenkc» k Geselliger Verein„Felsenfest". Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dcrBeerdigung unseres lieben Sohnes, Bruders und Schwagers W'rans! l'rotHch sagen allen, allen herzlichen Donk. Die trauernden Hinterbliebenen. Danksaxunx. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und die zahlreichen Kranz- spenden bei der Einäscherung meiner lieben Frau, Tante,«chwester und Schwägerin ffeleue Reiche sage ich allen Bekannten und Freuilden, besonders dem Genosseti Küter sür die trostreiche» Worte, sowie dem Sozialdemokratischen Wahlvcrein und der Konsumgenossenschaft meinen herzlichsten Dank. 14421 Otto Reiche. Hobensriedbergstr. 2. Allen denen, die meinem Sohne die letzte Ehre«wiesen haben, sowie sür die herrlichen Kranzspenden, ins- besondere seinem Lehrmeister, Herrn Wilhelm Schuch,»nd seinen Kollegen sage hiermit herzlichen Dank. .Vngunt Onhl 4216 und Frau. Carmen Sylva- Cigaretten EW Trnntfrel! Uli c/l/r&eÄ/i irr~ cJtito 56-ff 5�.y, Adlershof. Freitag, den 13. November 1914, abends S1/, Uhr, im Lokal Wöllstein, Bismarckstraßc 73: I Große öffrutlichk NkchmiulW.1 � Tagesordnung: � Die soziale Lage der Arbeiterschaft und der Krieg.| Referent: Reichstagsabgeordneter Dr. Karl Liebknecht. Freie 2lussprache. Die Gemeindevertretung Adlershofs ist zu dieser Ber- sammlung ganz besonders cingeladc». 197/9 Der Einberufer: Emil Klodt, Adlcrshof, Handjeryftraste 8. Arbeiter- 4* Samariter- Bund. Kolonne Groß=Berlin. Großer öffentlicher Vortrag am Freitag, dcn IZ. November 1914. abends 8'/, Uhr, in dcn „Korona-Festsälen�, Kommandantenstraste 7L. Vortrag des Herrn Dr. med. Moses über: Kriegsseuchen. Gäste haben Zutritt. Sämtliche Samaritergenosseu und Kursustcil- nchmcr ersuchen wir um vollzähliges Erscheinen. Die nächsten UebungSstunden der Kolonne sind am: IK. November 2. Abteilung. Swinemünder Straffe IS: >9. November 4i. Abteilung, Lichtenberg, Scharnweberstraffe 60; SO. November Z. Abteilung, Schöncderg. Borbergitrofte 9; S9. November ö.-Abteilung. Neukölln, Wcichselftraffe 8; SZ. November 1.'Ubteilung, Köprnicker Straffe KS; SK. November 6. Abteilung, Charlottenburg. Bismarckstraffe 38. Neue Kursustcilnchmcr können in allen Abteilungen noch eintreten. Anmeldungen in der Versammlung. 289/13 Der Vorstand. llvnahmeltellen für„kleine Anzeigen" Berlin C. R. Höhnisch, Ackerstr. l74. O. Karl Melle, Petersburger Pias 4. Gustav Bogel, Koppen- slraxe 82. St. Weiigcls, Markusstr 36. VO. L. Zucht, Jmmanueikirlbslr. 12. I. Stenl, Barnimttr. 42. X. A. Wolgast, Watislraße 9. ft. Fischer, Bastianstraße 6. Karl Mars, Grcifenbagcner Str. 22. J.Hönisch. Müllerstr. 3la H. Vogel. Lortzingnr. 37. A. Die»!. Jnvalidenstr. 124 >'HV. Salomo» Joseph, Wilhelmshaven« Str. 43. SW. G. Schmidt, Bärwall»» 42. Dach», Hagelberger Str. 27. 8. St. Fri«, Prinzenür. 31. H. Lehmann. Kottbuser Damm 8. 80. Paul Böbm, Laniiser Platz 14tt5. P. Harsch, Engeluser 15. .Vdlersliok. Karl Schwarzlose, Bismarckstr. 28. Unnrnnelinlenn-eg. H. Hornig. Marientbaler Str. 13, I. liornig-nnlde. Paul Kiciiast, Räujchftr. 10. OUnrlottenkurg. Gustav Scharnbcrg, Sesenbeim« Str. 1. 1''rledriel»Klingen. Ernst Werkmann, Köpenick« Str. 18. Oriinau. Franz Klein, Friedrichstr. 10. .Johaimintlial. Max Gonschur, Parkstr. 23. Karl�hortit. Richard Küter, Rödelslr. 9, II. Kttpenlcli. Emil Wiffler, Kictzerstr. 6. Laden. Ololitenderg. Ltto Settel, Warlenbergstr. 1. Xleder»I8eliÄne«elde. Wild. Unruh, Brückenstr. 10. Zionane«. Wilhelm Jappe, Lulhcrstr. 2. Oder-l�oliönen-elde. Alfred Bader, Wilhelmmenhosstr. 17, Laden. ranhow. Otto Riffmaun, Müblenstr. 30. tielnleleendork. P. Gursch, Provinzstr. 56, Laben. SienUttlln. 99!. Heinrich, NeckarsN. 2. Conrad, Hermannstr. 50. C. Rohr, Siegfriedstr. 28/29. Unrnmelndurg. A. Ro, entranz, Alt-Boxbagen 56. 8eliönederg. Wllhelm Bäumler, Marlin-Luther-Str. 69 im Laden. tSpandan. Noppen, Breiteslr. 64. Steglitz. H. Bernsee. Assenstr. 5. Tempelhol. Joh. Kroh», Bvrussiastr. 62. Treptow. Robert Gramenz, Kiejbvlzstr. 412. Laden. IVeillennee. Fubrmann, Sevanslr. 105. Schillert, Berlin« Allee 253. Wllmcradort. Paul Schubert. Wilh-lmsaue 27. Verkäufe. Bette»! Prachtvolle! 5,75, 7,50, 9,75, Brautbellen 12,75, 15,75. Daunenbetten! 19,50, 22,50. 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Berlagsanstalt Paul Singer& Co, Berlin SW,