S ce 11 11 50 he f 0 11, h t ſt nt Der af Der Ben Nr. 314. 5 Pfennig Montagsausgabe Abonnements- Bedingungen: Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 R., monatl. 1,10 M., wöchentlich 25 Bfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Bfg. Sonntags nummer mit illustrierter Sonntags Beilage„ Die Neue Welt" 10 Bfg. BostAbonnement: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in die Post ZeitungsPreisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2,50 Mart, für das übrige Ausland 4 Mart pro Monat. Postabonnements nehmen an: Belgien, Dänemart, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz Ericheint täglich. Vorwärts 5 Pfennig 31. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Stolonel zeile oder deren Raum 60 fg., für politische und gewertschaftliche Vereins. und Versamminungs- Anzeigen 30 Pfg. Kleine Anzeigen", das fettgedruckte Wort 20 Pig.( zuläffig 2 fettgedruckte Worte), jedes writere Wort 10 Bfg. Stellengesuche und Schlafstellenan zeigen das erste Wort 10 Pfg.. jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: Sw. 68, Lindenstraße 3. Fernsprecher: Amt Moritzplatz, Nr. 151 90-151 97. Montag, den 16. November 1914. Expedition: SW. 68, Lindenstraße 3. Fernsprecher: Amt Moritzplatz, Nr. 151 90-151 97. Ringen im Herbststurm an der West- und Ostfront. Ein japanisches Torpedoboot gefunken.- Der Aufruf zum heiligen Krieg. Westlicher Kriegsschauplatz. Die Meldung des großen Hauptquartiers. Die Aussichten eines ägyptischen Die englische Darstellung des Kampfes um Ypern. Aufstandes. vember, vormittags.( W. T. B.) Die Kämpfe Amtlich. Großes Hauptquartier, 15. NoLondon, 15. November.( T. U.) Der offizielle Londoner auf dem rechten Flügel zeitigten, auch gestern Bericht lautet: Die preußische Garde hat am 8. No- durch ungünstiges Wetter beeinflußt, nur geringe vember einen wütenden Angriff auf pern gemacht und auf einen Teil unserer Front. Die Deutschen wollten davon Nutzen Fortschriffe. Bei dem mühsamen Vorarbeiten ziehen, daß unsere Linie durch frühere Infanterieangriffe ge- wurden einige hundert Franzosen und Englän- besit stetig ausgedehnt haben, bewirtschaften nur ausnahms. schwächt war, und sie machten eine äußerste Anstrengung, um der gefangen und 2 Maschinengewehre erbeutet. weise ihre Grundstücke selbst mit angeworbenen Arbeiter dreier Stunden von Tagesbeginn an mit einem gewaltigen Artilleriefeuer überschüttet, das sie bis jetzt auszuhalten Im Argonnenwalde gelang es, einen starken französischen Stützpunkt zu sprengen und im Sturm zu nehmen. hatten. Unmittelbar darauf gingen die erste und vierte Brigade der deutschen Garde in voller Stärke zum Angriff über. Dieſe alten Truppen waren hierher geschickt, um einen Durchbruch auf einem Punkte zu erzielen, wo früher alle Versuche der deut- Die Meldung der Franzosen, sie hätten schen Infanterie fehlgeschlagen sind. Der Angriff der eine deutsche Abteilung Der Angriff der eine deutsche Abteilung bei Coincourt( südlich Garde wurde mit dem größten Mute und der größten Hartnädigkeit ausgeführt. Der Ver- Marsal) in Unordnung gebracht", ist erfunden. such, in Ypern durchzubrechen, wurde dank dem Mute der Die Franzosen hatten vielmehr hier erhebliche Feindes glänzenden Widerstand leisteten. Dennoch machte es Verluste, während wir keinen Mann verloren. die Uebermacht der Deutschen möglich, daß die englische Rinie auf drei Punkten durchbrochen wurde. Die Im Osten dauern an der Grenze OstDeutschen wurden jedoch mit einer Gewalt zurüď preußens und in Russisch- Polen die Kämpfe geworfen und verhindert, noch weiter Terrain zu gewinnen. Wir brachten den Deutschen große Verluste bei. Auch die fort. Berluste der Engländer waren bedeutend, doch der Mut und die Haltung der englischen Truppen waren durchaus lobenswert. Eine Entscheidung ist noch nicht erfolgt. Oberste Heeresleitung. Die neuen kapitalistischen Errungenschaften im Nillande haben nicht nur zu einer rapiden Ausdehnung der Zwergwirtschaft, sondern zugleich auch zur allgemeinen Einführung des Halbpachtsystems geführt. Die größeren Grundbesitzer, die seit einigen Jahrzehnten durch Landankäufe ihren Landfamilien, meistens verpachten sie ihren Boden, in kleinere oder größere Parzellen geteilt, nach dem System der Halbpacht, wie es vor der großen französischen Revolution in den mittleren und südlichen Teilen Frankreichs üblich war, nur daß das ägyptische Pachtverhältnis noch viel drückender ist, schon deshalb, weil die Pachtdauer sich vielfach nur auf drei Jahre erstreckt. Dazu kommt die von England geförderte Ausdehnung des Baumwollanbaues in Aegypten, die den Uebergang von der Naturalwirtschaft zur Geldwirtschaft begünstigt und das Eindringen fremder Induſtrieprodukte erleichtert, zugleich aber die Lebenshaltung der Fellachen viel unsicherer gestaltet hat, als sie früher war. Die Baumwolle ist zum weitaus wichtigsten aller Bodenprodukte des Nillandes geworden. Mehr als ein Fünftel der gesamten ägyptischen Warenausfuhr besteht aus Baumwolle. In 1910 betrug z. B. nach der Statistik die Gesamtwarenausfuhr 28,9 Millionen türk. Pfund( 1 Pfd. nominell gleich 20,75 M., im Wechselkurs der lezten Jahre durchschnittlich gleich 18,44 m.), daran war beteiligt die Baumwolle mit 24,2, Baumwollsamen mit 2,2 Millionen türk. Pfund; 1911 betrug die GesamtwarenausUnseren trot unausgefeßter Kämpfe und großer Strapazen fuhr 28,6 Millionen türk. Pfund, der Baumwollerport zirka bom besten Geiste beseelten Truppen gelang es schon gestern, 23,0, der Baumwollsamenerport 3,0 Millionen türk. Pfund. Die neue Schlacht an der Aisne. den Schlüsselpunkt der feindlichen Stellung, die Höhen bei Dadurch ist der größte Teil der Fellachen in seiner wirtParis, 15. November.( T. U.) Die Ankündigung im Kamenica an der von Loznica nach Valjevo führenden Straße schaftlichen Existenz nicht nur abhängig von dem Ausfall der Letzten Bulletin, daß die Vorposten der Verbündeten nach harten Kämpfen zu erobern. 580 Gefangene gemacht eigenen Baumwollernte geworden, die in den einzelnen auf der ganzen Schlachtlinie von den Vogesen bis zum Meer und zahlreiche Waffen and Munition erbeutet. Unsere Jahren beträchtlich schwankt, sondern auch vom unmittelbar vor den deutschen Stacheldrahtver- Truppen standen gestern abend vor Obrenovac bei Ub und tande des Weltmarktes. Wenn in Amerika der Hauen stehen, wird von mancher Seite als Anzeichen dafür an- in Angriff auf den Höhenrücken Sautina, auf der Rückenlinie Baumwollpreis fällt oder in England bzw. auf dem europäigesehen, daß ein Versuch, die deutschen Linien zu östlich Kamenica und in südlicher Richtung bis auf Stubica, schen Kontinent Krisen die Textilindustrie heimsuchen, muß Burchbrechen, bevorsteht. Es wird besonders darauf hingewiesen, daß der Kampf an der Aisne, der schon mehrere Wochen geruht hat, mit ziemlicher Heftigkeit wieder aufgenommen wird. Wie heftig gekämpft wird, geht daraus hervor, daß die Schüßengräben, welche eine gezadte Linie aufweisen, fast nebeneinander laufen. Vom österreichisch- russischen Kriegsschauplatz. den Sattelplatz der Straße Rogacica- Valjevo. Der türkische Krieg. Der Heilige Krieg". Konstantinopel, 15. November.( W. T. B.) Die Proklamierung des Heiligen Krieges durch den SultanKalifen, die ein großes historisches Ereignis darstellt, ruft ungeheuere Erregung hervor und wird in allen Kreisen in dem Sinne erörtert, daß sie bei allen muselmanischen Völkern cinen gewaltigen Widerhall finden und auf den Gang des Ein österreichischer Ausfall aus Przemysl. Arieges großen Einfluß üben werde. Die Blätter beben die große Bedeutung des Kaiserlichen Fetwa betreffend den HeiWien, 15. November.( W. T. B.) Amtlich wird ver- ligen Krieg hervor und stellen fest, daß von heute an jeder Tautbart: 15. November, mittags. Die Verteidigung der Muselmane, der Waffen tragen kann, selbst Frauen, gegen Festung Przemysl wird, wie bei der ersten Einschlie- die Mächte, die der Kalif als Feinde des Islams erflärt, hung, mit größter Aktivität geführt. So drängte ein gestriger fämpfen müssen. Der Krieg werde auf diese Weise Pflicht größerer Ausfall nach Norden den Feind bis in die nicht bloß der Osmanen, sondern auch der 300 Millionen Höhen von Rokietnica zurüd. Unsere Truppen hatten bei dieser Unternehmung nur minimale Verluste. In den Karpathen wurden vereinzelte Vorstöße feindlicher Detachements mühelos abgewiesen. Auch an der übrigen Front vermag die russische Aufflärung nicht durchzubringen. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes: v. Hoefer, Generalmajor.. Vom österreichisch- serbischen Kriegsschauplah. Der Widerstand der Gerben. Muselmanen der Erde. Der heilige Krieg in Marokko. Konstantinopel, 15. November.( W. T. B.) Wie Tasviri Gffiar erfährt, gewinnt der Heilige Krieg, der gegen Frankreich proklamiert worden ist, in Marokko an Ausdehnung. Dem Blatte Saadet zufolge, das in Tanger erscheint, find 10 000 Marokkaner unter Abdul Melef in Tazza eingezogen. Sie nahmen die französischen Beamten gefangen. In einem zwischen Marokkanern und Franzosen in der Umgebung von Tanger aus gefochtenen Kampfe find die Franzosen geschlagen worden. Der Gouverneur von Tanger soll die französische Regierung darauf aufmerksam gemacht haben, daß die Stadt, falls nicht in einigen Tagen Verstärkungen gesandt würden, von den Marokkanern ein genommen werde. Der Khedive gegen England. Athen, 15. November.( W. T. B.) Nach einer Mitteilung Wien, 15. November.( W. T. B.) Vom südlichen Kriegsschauplatz wird amtlich gemeldet: 15. November. aus guter amtlicher Quelle wird der Khedive, begleitet von Um für den Abzug feiner Trains Zeit zu gewinnen, leistet 50 Personen, demnächst Konstantinopel verlassen, um Gegner auf den Höhen nördlich und westlich Baljevo das Kommando in dem Feldzug gegen Aegypten zu in vorbereiteten Stellungen neuerdings Widerstand.lübernehmen. der Fellache den Hungerriemen anziehen. Vor allem gerade jekt; denn wohl ist in diesem Jahr die ägyptische Baumwolle besonders gut gediehen, aber infolge der Kriegswirren stockt völlig der Absatz. Und diese Ausbreitung der Baumwollkultur ist mit einer Einschränkung des Ausbaues der zum eigenen Leben nötigen Nahrungsmittel erkauft. Während noch vor 15 Jahren die Lebensmittelausfuhr Aegyptens die Einfuhr weit überwog, ist heute das Nilland auf die Einfuhr von Getreide, Gemüse und eßbaren tierischen Produkten aus Rußland, Kleinasien Frankreich usw. angewiesen. Früher erzeugte der Fellache in eigener Wirtschaft, was er zum Lebensunterhalt gebrauchte. Sein Leben war zwar färglich, aber doch im ganzen gesichert; jetzt hat er es vielleicht in einem Jahr etwas besser, doch im nächsten steht er vor dem Schredgespenst des Hungers. Zudem muß der fellachische Kleinbauer fast die ganzen Staatseinnahmen des Landes aufbringen. Während der fremde Kaufmann und der Beamte in den großen Städten trok reicher Einkünfte oft gar keine Steuern zahlt, muß er eine in Anbetracht seiner Armut enorme Grundsteuer entrichten. Sie stellte sich in den letzten Jahren auf durchschnittlich 90 Piaster pro Feddan, ... von einer kleinen Landparzelle in der Größe von etwa 2 Seftar hat der Fellache über 80 M. Grundsteuer zu entrichten. Das ist in Anbetracht der ägyptischen Geldverhält nisse sehr viel, denn in Mittelägypten beträgt der Lohn für einen Landarbeiter pro Tag ungefähr 3 Biafter; der Betrag der Grundsteuer von einer 2 Hektar großen Parzelle entspricht also dem Lohnextrag von ungefähr 140 Arbeitstagen. Daß unter diesen Umständen die Fellachen für das engTische Regime wenig Sympathie hegen, ist begreiflich; doch zu einem ernstlichen Aufstandsversuch gegen die englische Herrschaft werden sie sich schwerlich aufraffen. Dazu sind sie viel zu abgeſtumpft, zu unwissend und zu mürbe. Zudem fehlen ihnen auch alle Waffen, denn schon vor Jahren hat die englische Verwaltung mit aller Strenge die Entwaffnung der Fellachen durchgeführt. Mit Knüppeln und Beilen bekämpft man aber feine modern ausgerüsteten Truppen. Etwas anderes wäre es, wenn osmanische Armeen aus Kleinasien in Aegypten eindrängen, die Fellachen zum Kampf aufriefen und bewaffneten, zumal wenn ihnen der Kampf als religiöse Pflicht gepredigt wurde. Dasselbe gilt von den Fellachen, die zum Gewerbebetrieb übergegangen sind und als Kleinhandwerker und Kleinhändler ihren Erwerb finden. Uebrigens eine recht kleine Schicht; denn noch immer:st, wie schon erwähnt wurde, Aegypten ein Agrarstaat. Nach der letzten Berufsstatistik vom Jahre ISO? gehörten von der ganzen damals 11 287 350 Köpfe zählenden Bevölkerung nur 378 3-tl der Industrie und dem Handwerk, nur 161 210 dem Handel(inklusive Gastwirtsgewerbe) an, und unter diesen bilden wieder die Gewerbetreibenden fellachi- scher Abkunft nur eine kleine Minderheit. Weit unruhiger, zu Aufruhr und Putschen geneigt sind die B e d u i n e n st ä m m e, ungefähr 550 000 Köpfe stark und bewaffnet, wenn auch meist mit Flinten alter Systeme. Sie bilden aber keine einheitliche Masse und können nur teil- weise als englandfeindlich gelten, denn wie anderswo hat auch im Nillande England einen Teil der Anführer, der Scheichs, in Sold genommen und sich durch reichliche Geldspenden, die je die fellachischen Bauern aufbringen müssen, ihre Gunst erkaust. Die dritte große einheimische Gruppe bilden die K o p t e n, ungefähr 700 000 Köpfe(bei der letzten Bevölke- rungszählung wurden 706 322 gezählt). Sie sind Christen und schon aus diesem Grunde meist Gegner und Feinde der Fellachen, von denen sie sich streng absondern. Zu diesem religiösen Unterschied tritt noch ein Wirt- schaftlicher Gegensatz. Durchweg sind die Kopten Handwerker, industrielle Arbeiter, Angestellte. Auch als untere Verwaltungs- und Polizeibeamte, Gastwirtsgehilfen, Schreiber, Handlungsgehilfen, Diener, Kutscher, Trambahn- schaffner, Agenten usw. findet man sie über ganz Aegypten verbreitet. Sie betrachten sich als eine weit über dem ein- gehorenen Mohammedaner stehende Schicht und rechnen sich vielfach, obgleich ihre Hautfarbe dunkler ist als die der Fellachen, zu den Europäern, von denen sie in den größeren Städten alle möglichen Laster angenommen haben, vor allem den starken Alkoholgenuß. Durchweg sind sie eng- landfreundlich. Unter der fremden Bevölkerung Aegyptens ragen der Zahl nach die türkischen Staatsangehörigen hervor: eigentliche Türken, Syrier, Armenier, keinasiatische Juden usw. Sie sind nur zum kleinsten Teil für die englische Herrschast eingenommen; ein anderer kleiner Teil, vornehm- lich Angehörige der freien Berufe, mohammedanische Beamte und Gelehrte, können als deutschfreundlich gelten; die Mehr- heit, besonders die reichen Kaufleute, Reeder, Bankiers usw., sind aber ausgesprochene Franzosenfreunde. Sie schwärmen für französisches Wesen, französische Literatur und Kunst, bringen, wenn es ihre Mittel gestatten, einen Teil der Jahres- zeit in Paris zu und lassen ihre Söhne in Frankreich erziehen bzw. studieren. Neben diesen türkischen Untertanen lebten in Aegypten 1007 noch ungefähr 6300 Griechen, die meist als„gutgesinnt" im englischen Sinne gelten können, ferner 35 000 Italiener, l 1 700 Franzosen, 7700 Oesterreicher und 1847 Deutsche. Die Zahl der Engländer, die fast alle höheren und wichtigeren Beamtenposten besetzt haben, belief sich nur auf 14 361 nebst 6202 Maltesern. Diese Zusanimensetzung der Bevölkerung zeigt zur Ge- nüge, wie wenig die Spekulation mancher liberalen und kon- servativen Blätter auf eine Auflehnung der einheimischen Bevölkerung gegen Englands Herrschaft in Aegypten be- gründet ist. Nur von einem Teil der Beduinen sind, wenn sie durch türkische Emissäre bearbeitet werden, Angriffe auf die englische Herrschaft in Aegypten zu erwarten. G e f ä h r- l icher ist freilich d i e Lage für England im ägyptischen Sudan. Ter Sudanese ist nicht nur viel unabhängiger, kriegerischer gesinnt als der Fellache, er ist auch viel weniger abgestumpft und verweichlicht. Die Ueber- lieferung der langjährigen Kämpfe des Mahdi gegen die englischen Unterwerfnngsversuche sind noch recht rege, und nur widerwillig wird der englische Druck ertragen. Doch selbst, wenn dort ernstliche Empörungen gegen die englische Warme Kleiöung. Der Winter steht bor der Tür. Die Temperatur zwingt uns wärmere Kleidung anzuziehen. Der Ausdruck„wärmere Kleidung", ist eigentlich ungenau, denn die Winterkleider, beständen sie selbst aus dem dichtesten Pelzwerk, sind nicht imstande unserem Körper Wärme zuzuführen, wie es etwa ein geheizter Ofen tut. sie vermag allein die dem Körper eigene Wärme, die bei einem gesunden Menschen 87 Grad LelsiuS beträgt, ihm zu erholten. Warme Kleidung verhindert also da? Austreten der Körperwärme in die Umgebung. Kleiden wir uns nun so, datz wir uns nicht nach autz«, abkühlen, so verschafft uns diese Kleidung nicht nur eine gewisse Behaglichkeit, sondern sie erspart uns auch einen großen Teil Nahrung— ohne diese Art der Kleidung müßten wir mehr verzehren, denn die vom Körper abgegebene Wärme muß wieder ersetzt werden und das kann nur geschehen durch gesteigerte Nah- rungSaufnabme. Die unseren, Magen zugeführten Nahrungsstoffe erleiden durch den Berdauungsprozeß eine chemische Veränderung, bei welchem Prozeß eine größere Menge Wärme frei wird, die dem Körper zu- gute kommt: diese Wärmesteigerung ist zugleich ein wesentlicher Zweck der Nahrungsausnahme.' Der berühmte Chemiker Justus von riebig meinte, wenn wir unbekleidet wären, so könnten wir mit Leichtigkeit ein halbe» Kalb und außerdem noch einige Dutzend Talgkcrzeit verzehren. Ist der Ausspruch auch übertrieben, so ist doch sicher, daß wir ohne Kleidung den fünften Teil der Nahrung mehr zu uns nehmen müßten, als dies unter den bestehenden Ver- Hältnissen geschieht._» Die Ursache, daß die warme Kleidung dein Körper die Wärme erhält, beruht darin, daß jene zu den schlechten Wärmeleitern gehört. Die Metalle sind gute Wärmeleiter, wovon sich jeder schon überzeugt hat, der einen metallenen Gegenstand nur zum kleinsten Teil direkt init dem Feuer in Berührung brachte und erfahren mutzte, daß sich die Wärme wohl in kürzester Zeit über den Gegenstand verbreitete. aber ebenso schnell verschwunden war, als er den Gegenstand aus dem Feuer nahm. Eine Glasstange dagegen kann an einem Ende sehr stark erwärmt werden, ohne daß das entgegengesetzte Ende, an dem sie festgehalten wird, eine merklich höhere Temperatur an- nähme. GlaS ist eben ein schlechter Wärmeleiter, und daS sind auch die aus dem Pflanzen- und Tierreich stammenden Stoffe, aus denen unsere Kleidung hergestellt wird. Diese Stoffe verhindern die Abwanderung der Wärme um so eher, in je dichteren Schichten sie hergestellt wurden. Das wird auch in der Praxis ausgenutzt. Wenn schon Winter- und Sommerstoffe in, allgemeinen gleiche Gewebe ausweisen, so sind doch jene dicker gewebt. Hier tritt eine Verschiedenheit des Nutzen? der verschiedenen Ge- webe zutage. Es ist nämlich erwiesen, daß eine gleich dicke Schicht von Wolltrikot, leichtem Wollflanell, Baumwollentrikot, Seidentrikot und Leinwand der Wärmewanderung den gleichen Widerstand entgegensetzt, aber diese gleich dicken Schichten ver- schiedener Stoffe haben verschiedene Gewichte. Hundert Quadrat- zentimeter von S'/z Millimeter Dicke wiegen bei Leinwand 134 Gramm, bei Seidentrikot 110 Gramm, bei Baumwolltrikot Herrschaft ausbrechen, werden sie kaum auf das nördliche Aegypten übergreifen. Eine Vernichtung der englischen Macht kann nur von außen kommen— durch den Einmarsch türkischer Armeen und die Niederwerfung der englischen Be- satzungstruppen. Die türkische tzauptquartiermelüung. Konstantinopel, 14. November.(W. T. B.) Amtliche Mitteilung aus dem Hauptquartier. Unsere Truppen haben die Stellung von Kotur in der persischen Provinz A s e r- b e i d sch a n besetzt, die bisher von den Russen besetzt war; diese wurden geschlagen und flohen. Heute haben leichte Gefechte zwischen unseren verfolgenden Truppen und ihrer Nachhut stattgefunden. Die Kämpfe bei K ö p r i k ö i waren sehr heftig. Unsere Truppen zeigten eine außerordentliche Tapferkeit. Eins un- serer Regimenter machte drei Bajonettangriffe gegen die Höhe 1005, in deren Verlauf der Kommandeur und die meisten Offiziere eines Bataillons fielen. Endlich drangen unsere Truppen mit einem Mut. der auch in der ruhmreichen ottomanischen Geschichte ehrenvoll hervortritt, in diese Stellung ein. Nicht ein Mann von der feindlichen Besatzung dieser Höbe ist entkommen. Unter der sehr großen Beute befindet sich viel Befestigungsmaterial. Gegen die bei F a o an der Küste der Provinz Bassorah gelandeten Engländer wurde ein heftiger Angriff unter- nommen; von den Engländern fielen 60 Mann. Der Wortlaut ües Zetwa. Konstantinopcl, 15. November.(W. T. B.) Ter gestern in der Fatih-Moschee verlesene, hinfort historische Fetwa über den Krieg ist nach den Vorschriften des Islams in der Form von Frage und Antwort abgefaßt und hat folgenden Wortlaut: Wenn sich mehrere Feinde gegen den JSlam vereinigen, wenn Länder des Islams geplündert, die muselmanische Bevölkerung niedergemetzelt und gefangen genommen wird und wenn in diesem Falle der Padischah des JslamS nach den heiligen Worten des Ko- rans den heiligen Krieg verkündet, ist dieser Krieg Pflicht aller Muselmanen, aller jungen und alten muselmanischen Fuß- soldaten und Reiter und müssen sich alle islamischen Länder mit Gut und Blut beeifern, den Dschihad(Glaubenskrieg) zu führen? Antwort:„Ja!". Die muselmanischen Untertanen Rußlands, Frankreichs und Englands und die Länder, die jene unterstützen, die auf diese Weise daS Kalifat mit Kriegsschiffen und Landheeren angreifen und den Islam zu vernichten trachten, müssen auch sie den heiligen Krieg gegen die Regierungen, von denen sie abhängen, führen? Antwort:„Ja!" Jene, die, statt den heiligen Krieg zu führen, in einem Zeit- punkte, wo alle Muselmanen dazu aufgerufen sind, daran teilzu- nehmen vermeiden, sind sie dem Zorne Gottes, dem großen Unheil und der verdienten Strafe ausgesetzt? Antwort:„Ja!" Begeht die muselmanische Bevölkerung der genannten Mächte, die gegen die islamitische Regierung Krieg führen, eine große Sünde, selbst wenn sie unter Androhung des Todes und der Ver- nichtung ihrer ganzen Familie zur Teilnahme am Kriege gezwun- gen worden sind? Antwort:„Ja!" Wenn Muselmanen, die sich in dem gegenwärtigen Krieg unter der Herrschaft Englands, Frankreichs, Rußlands, Serbiens, Monte- negros und jener Staaten befinden, die diesen Hilfe leisten, gegen Deutschland und Lesterreich-Ungarn, die der Türkei beistehen, Krieg führen würden, verdienen sie den Zorn Gottes, weil sie dem islamitischen Kalifat Nachteil verursachen? Antwort:„Ja!" Der Fetwa wurde bis gestern in dem Gemache des alten Pa- lastes verwahrt, woderManteldesProphetenMahomed aufbewahrt wird. 94 Gramm, bei Wolltrikot 50 Gramm, bei Wollflanell 39 Gramm. Da wir jede unnütze Belastung des Körpers vermeiden müssen, so werden wir, wenn un« 39 Gramm Wollflanell ebensoviel Wärme belassen wie 110 Gramm Seide oder 134 Gramm Leinwand, natürlich zu dem Wollflanell greifen und ihn zur Herstellung unserer Kleidung erwählen. Durch unsere LevenStätigkeit wird eine beträchtliche Menge von Kohlensäure produziert, ein Stoff, der dem Organismus schädlich ist und daher sobald als möglich ausgeschieden wird. DicS geschieht auf doppeltem Wege, einmal durch Atmung, zum anderen durch Ausscheiden durch die Hautporen. An der Körperoberfläche ist die ausgeschiedene Kohlensäure aber auch vom Uebel und es ist ein Er« sordcrnis, sie auch von hier so bald als möglich abzuleiten. Ein Uebergehen in die umgebende Luft wird erschwert durch die Kleidung, in diesem Falle gereicht sie also dem Körper zum Schaden. Da wir sie nicht entbehren können, müssen � wir danach trachten, die temmung so viel wie möglich zu beseitigen, also zu unserer leidung Stoffe wählen, die bei gleicher Wärmezurückhaltung der Kohlensäure doch den Abzug gestattet. Da hat sich ergeben, daß der geeignetste Stoff der Wollflanell ist. Und noch ein drittes. Durch die Poren der Haut tritt nicht nur die gasförmige Kohlensäure nach außen, sondern auch andere im Körper infolge Sloffwechsels gebildete Körper nehmen ihren Weg durch sie zur Außenwelt, teils tropsbarflüisige, teils feste. Die letzteren sind in jenen aufgelöst und das austretende Produkt nennen wir Schweiß. Ueber besten Bildung sind keine Worte zu verlieren, da jedermann weiß, wann und warum er schwitzt. Bleibt der Schweiß auf der Haut sitzen, so empfinden wir das unangenehm und beseitigen die feuchte Lage. Auch der Schwcißfortsührung be- reiter die Kleidung Schwierigkeiten. Um diese zu heben, wählen wir Kleiderstoffe, die den Schweiß am leichtesten durchdringen lassen oder aufnehmen. DaS Gewebe ist bekanntlich nichr ein massives Ganzes, sondern ein Gemenge von einem festen Körper und Lust. die sich in den Poren deS festen Körpers befindet. Da sich nun der Schweiß in überwiegender Menge durch die Poren entfernt, wird man solche Stoffe— auch zur Winterkleidung— wählen, die die meiste Luft enthalten oder dem Schweiß die Möglichkeit schnellsten Abzuges gestattet.—_®ie in Schweiß aufgelösten, auS dem Körper ausgeschiedenen Stoffe verstopfen unter Hinzutritt von Staub usw. die Poren zum Teil und entziehen sie dadurch ihrer Bestimmung hin- sichtlich der Kohlensäure- und Schweißabsonderung. Auch das Ver« stopfen der Poren ist teilweise von dem Stoff unserer Kleidung be- einflußt. Man bat nämlich festgestellt, daß von Schweiß frei bleiben bei Wolle 74 Proz.. bei Baumwolle 73. bei Seide 60. bei Leinen 43 Proz. aller Poren. Der Unterschied zwischen Wolle und Baum- wolle ist zwar nur gering, immerhin fällt er zugunsten der Wolle aus. Lob. Kriegsflüchtlinge. Es ist ein ganzes Volk von belgischen Kriegsflüchtlingcn, das Holland und England haben aufnehmen müssen. Holland hat im Laufe der Geschichte mehr als einmal die Rolle einer Zusluchts- statte für Kricgsslüchttinge gespielt. Zur Zeit der Aufhebung des Irantreich unö öer heilige Krieg. Paris, 15. November.(T. U.) Die französische Regierung hat den Bei von Tunis veranlaßt, einen Aufruf an die mohammedanische Bevölkerung des Protektorats zu erlassen und sie vor Anschluß an die in der mohammedani- schen Welt um sich greifende Bewegung zu warnen. In dem Aufruf wird erklärt, daß Frankreich die Kriegserklärung des Sultans aufrichtig bedauert und daß die Verbündeten, Ruß- land, Frankreich und England, beschlossen haben, in keinem Falle den Krieg auf die heiligen Orte des Islams auszudehnen. Die freigelaflenen mohammeÜanijchen Gefangenen. Konstantinopel, 15. November.(W. T. B.) Wie gemeldet wird, sind die von Deutschland freigelassenen muselma- nischen Kriegsgefangenen in Adrianopel cinge- troffen, wo sie einige Tage verweilen werden. Der Seekrieg. Gin japanisches Torpedoboot gesunken. Tokio, 14. November.(W. T. B.) Ein j a p a n i. sches Torpedoboot wurde beim Minenfischen in der Bucht von Kiautscho» durch eine Mine zum Sinken gebracht. Die deutschen Kreuzer. Valparaiso, 15. November.(W. T. B.) Die deutschen Kreuzer stachen gestern beim Morgengrauen in See. Die„Königsberg' im Rufldjiflusse. London, 15. November.(W. T. B.) Der Flottenkorresponden! der„Morning Post" schreibt: Eine glücklicherweise kurze Verlust- liste, die die Admiralität veröffentlichte, zeigt, daß, als der deutsche Kreuzer„Königsberg" im Rudftdjiflusse eingeschlossen wurde, ein Gefecht stattfand. Es wurde bereits gemeldet, daß die Mannschaft der„Königsberg" mit Geschützen gelandet war und sich an der Flußmündung verschanzt hatte. Es scheint daher, daß die Ver- scnkung der Kohlenschifte im Fahrwasser deS Flusses unter dem Feuer des Feindes geschah. Die anwesenden Schiffe waren daS Schlachtschiff„Go l i a t h" und die leichten Kreuzer„C h a t h a m" und„W e y m o u t h". Die Ueberlebenüen üer„Emden'. London, 15. November.(W. T. B.)„Daily Mail" meldet aus Sydney: Die Ankunft der Ueberlebenden d e r„E m d e n" in Australien wird für Sonntag erwartet. Protest öer Neutralen gegen öle Seeminen. London, 15. November.(W. T. B.) Die Protestnote, die Schweden, Norwegen und Dänemark an die Mächte des Dreiverbandes gerichtet haben, ist in durchaus freundschaft- lichem Tone gehalten. In der Note legen die drei skandina- vischen Reiche die Unzuträglichkeiten dar, die sich für sie aus dem Vorhandensein von Unterseeminen ergeben. Tie dänische Gesandtschast hat noch hinzugefügt, es handle sich ebenso um die Ostsee wie um die Nordsee. Sie Kämpfe in Süäafrika. Kapstadt, 15. Nov.(W.T.B.) Ein amtliches englisches Tele- gramm aus P r ä tv r i a teilt mit, daß Oberst B a d e n h o r st, der von Welvcnhoek im nördlichen Orarrjefreistaat vorrückte, seinem Be- richt zufolg« am 12. November bei Franksort ein Rebcllenkommando unter dem Befehl von Va nb oller angegriffen und dessen Lager mit 47 Mann und 56 Pferden erobert habe. Zwei Rebellen fielen, drei wurden verwundet. Ediktes von Nantes, und auch schon unmittelbar davor, flohen aus Frankreich Hunderttausende von Protestanten nach Deutschland, der Schweiz, England und ganz besonders nach den Niederlanden. Damals war es besonders Amsterdam, da» sich die Flüchtlinge als Ziel gesetzt hatten. Schon im Jahre 1681, also vier Jahre vor der Aufhebung deS Ediktes von Nantes, trafen französische Protestanten dort ein und wandten sich an den Bürgermeister mit einer Bitt- fchrist, man möge ihnen gestatten, dort ihr Handwerk, die Weberei, auszuüben. Die Bitte wurde gewährt, ebenso wurden die Gesuche der weiteren Scharen von Flüchtlingen, dort ihr Handwerk be- treiben zu dürfen, bewilligt, ja die Gemeinde bewilligte dafür ganz erhebliche Zuschüsse. Auf diese Weise entwickelte sich eine Industrie, die aus Frankreich vertrieben war, in großem Maßstabe in Amsterdam wie auch an anderen Plätzen Hollands. Anfänglich hatte man iy Holland geglaubt, die Flüchtlinge würden ungeheure Kosten verursachen, aber bald nahm man sie mit offenen Armen auf, denn cS zeigte sich, daß sie dem Lande außerordentlich nützlich wurden und dessen Wohlstand erhöhten. Der französische Gesandte in Amsterdam, d'Nvaux, der mit eigenen Augen sah, wie Amsterdam aus den Flüchtlingen Vorteil zog, schloß mit Recht daraus, datz Frankreich viele seiner besten und wohlhabendsten Bürger verloren hatte und teilte dies auch in seinen Briefen nach Frankreich mit. Unter anderen Umständen wurde dieselbe Stadt Amsterdam im Jahre 1787 die Zufluchtsstätte von Kriegsflüchtlingen. Freilich waren es diesmal nicht Fremdlinge, sondern Landeskinder: im Jahre 1787 rückten die Preußen unter dem Herzog von Braun- schweig in Holland ein, und die Bewohner von Utrecht und vielen anderen Orten flohen vor ihnen nach Amsterdam. Die sogenannten „Patrioten", die Feinde OranienS, flohen auch, und zwar nach Frankreich. Auch Deutschland ist einmal das Ziel großer Scharen fremder Krieasslüchtlingc gewesen. Das war zur Zeit der Emigranten, als der französische Adel in Scharen über den Rhein flüchtete. Es müssen tatsächlich ungeheure Mengen von Emigranten gewesen sein, denn die Liste der für immer Verbannten nannte 30 000 Namen, und die adeligen Offiziere, um die eS sich dabei vornehm- lich handelte, hatten ganze Kompagnien ihrer Mannschaften mit über die Grenzen genommen. Belgien, Piermont. Holland und die Schweiz, in erster Linie aber Teutschland, nahmen diese Emi- granten auf, und in Koblenz hatten sie damals ihr Hauptquartier. Ter französische Adel zog cS vor, während der ganze napoleonischen Zeit in der Verbannung zu bleiben, und allmählich verteilten sich so die Emigranten über ganz Deutschland und Oesterreich bis in die kleinsten Ortschaften, wo viele unter angenommenen Namen ihr Leben fristeten. Diese Junker waren freilich kein willkomme- ner Zuwachs; sie faulenzten«md korrumpierten nach Noten die Bevölkerung. Als das französische Revolutionsheer vor Rom erschien, fand ein allgemeiner Auszug der Fremden statt; besonders die deutschen Künstler verließen die Ewige Stadt, um sich nach Florenz zu be- geben. Das hatte eine wichtige kunstaeschichtliche Folge, denn die deutschen Künstler lernten dort die ältere florentinische Malerei kennen, und damit begann die Vorliebe für die ältere italienische Kunst, die nachher bei den Nazarenern eine Rolle spielte und durch Goethe und seinen Freund Meyer so scharf kritisiert wurde. Eine deutschen-Debatte im englischen Unterhaus. London, U. November.(23. T. B.) Unterhaus. Der Unionist Joynson Hicks beantragte ein Amendement zu der Adresse, das das Bedauern ausdrückte, daß die Thronrede nicht auf die öffentliche Gefahr Bezug genommen habe, die aus der Anwesenheit der Ausländer in dem Vereinigten Königreiche entstände, die vielleicht in Verbindung mit dem Feinde ständen und auS der Existenz der Aktiengesellschaften, die fast sämtlich auS ausländischen Aktionären beständen. Joynson Sicks sagte McKenna habe am S. September angegeben, daß sich 50 633 Deutsche und 16141 Oester reich er im Lande befänden. Wenn man auf die polizeilich nicht Registrierten 10 Proz. rechnete, würde die Gesamtsumme über 73(XX) betragen. Joynson HickS kritisierte die Maßregeln der Regierung als unzureichend und fragte, inwieweit nominell englische aber tatsächlich deutsche Handelsgesellschaften ihre Geschäfte in Großbritannien fortführen dürfen, obwohl sie vielleicht durch neutrale Länder mit dem beut- schen Hauptquartier Verkehr unterhielten. McKenna erwiderte und fragte, ob Joynson Hicks sagen wolle, daß man jeden einzelnen Deutschen in Großbritannien wie einen Feind auf dem Schlachtfelde behandeln solle. Joynson Hicks habe ihm selbst drei Deutsche für die Naturalisierung empfohlen. Es wäre nicht nur grausam, sondern lächerlich, alle Deutschen als Spione und Feinde zu behandeln. Betreffend die Jnternie- r u n g und Freilassung von Deutschen habe die Zivilregierung keine Macht, die Initiative zu ergreifen, da es eine rein m i l i- tärische Angelegenheit sei. Das Staatssekretariat des Innern handelte auf Ansuchen der militärischen und Marinebe- Hörden. K i t ch e n e r habe am 7. September erklärt, aus ge- wissen Gründen sollen weitere Verhaftungen vorge- nommen werden, was geschehen sei. Die Umstände erlaubten kein bestimmtes System, vielmehr müsse sich die Regierung durch den Grad der Gefahr leiten lassen. Wenn ein Einfall von Zeppelinen zu erwarten wäre, würden Leute inter- niert werden müssen, da die Gelegenheit bestände, eine Panik hervorzubringen. Es sei denkbar, daß Jntrrnierungen im großen Maßstabe stattfinden würden, um derartiges zu der- hindern. McKenna fuhr fort: Im letzten Monat erhielt die militärische Frage«in anderes Aussehen. Die Regierung nahm auf Wunsch der Militärbehörden mehr Verhaftungen vor, aber eS wurde dann nicht für notwendig gehalten, damit fortzufahren und die Militärbehörden lehnten es ab, für die Unterbringung der deut» schen Verhafteten zu sorgen. McKenna machte eine ironische Anspielung auf die Aeuhcrung von Lord Charles Beres- ford, daß d,e englischen Kreuzer verloren gingen, weil das deutsche Marineamt durch Spione in England Informationen erhalten habe. Vonar Law griff McKenna? Mahregeln an und sagte, jeder Deutsche in Großbritannien, gleichviel ob naturalisiert oder nicht, sympathisiere sicher mit seinem eigenen Lande und sei daher verdächtig. Große Anstrengungen müßten gemacht werden. um jeden solchen Untertan eines feindlichen Staates zu über- wachen, der England im Kriege irgendwie schädigen könnte. Lord Charles Veresford forderte die Regierung auf, alle Untertanen feindlicher Staaten hinter Stacheldraht einzuschließen, einschließlich derer in hohen gesellschaftlichen Stel- l u n g e n» die mehr Einfluß hätten als andere. Der Radikale Sir Dalciel betonte: An der Ostküste von Schott- land herrsche die Empfindung, daß die Spionenfrage nicht richtig behandelt werde. Es sei nicht zu leugnen, daß Benzin von der Ostküste für die deutschen Unter- seeboote geliefert worden sei; eS sei von den schottischen Häfen auf ein dänisches Schiff gebracht worden, von wo es sicher die deutschen Unterseeboote erreicht habe. Der Abgeordnete er- wähnte einen Fall, in dem ein Deutscher von der Behörde die Erlaubnis hatte, sich mit einem photographischen Apparate ,n der Umgebung von Rosyth frei zu bewegen. Die Häufung der Fälle beweise, daß die Besorgnis des Publikums gerechtfertigt sei. Hierauf vertagte sich das Haus. England und feine Rekruten. Von unserem Londoner Korrespondenten. In den letzten Tagen sind in der Rekrutierungskampagne in England wichtige Wendungen eingetreten. Zunächst kann mit ziem- licher Sicherheit festgestellt werden, daß die Pläne zur Ein- führung der allgemeinen Wehrpflicht bis auf weiteres fallen gelassen worden sind. Das ergibt sich aus der Guildhallrede Lord Kitcheners, aus einer mit bei ihm gewohnten Temperament vorgetragenen RekrutenwerbungSrede Lloyd Georges im Londoner City-Temple und aus einer ganzen Reihe offizieller Mahnahmen und Kundgebungen. Auch die Agi- tation in der militärischen Presse ist plötzlich verstummt. Fragt man sich, worauf diese plötzliche Wendung zurückzuführen ist, dann gibt es nur eine Antwort darauf: auf den prompten war» ncnden Protest der englischen Arbeiterschaft. Die Arbeiterorganisationen haben mit allem Nachdruck erklärt, daß sie von der allgemeinen Wehrpflicht nichts wissen wollen— und damit ist die Sache eben erledigt. Unter keinen Umständen darf eS die englische Regierung wagen, Maßnahmen zu ergreifen, die das Miß- fallen der organisierten Arbeiterschaft erregen. Das begreift die Regierung. Wir können deshalb die Frage der allgemeinen Wehr- Pflicht in England, über die vom militärischen, politischen und sozialen Gesichtspunkt sonst so viel zu sagen wäre, vorläufig auf sich beruhen lassen. A�S. Alternative der allgemeinen Wehrpflicht bleibt die weitere Förderung und Ermunterung der freiwilligen Rekrutenwerbung. DaS wichtigste neue Anzugsmittel ist die soeben angekündigte E r- höhung der K r i e g S i n v a l i d e n r e n t c n und Hinter- bliebenenpensionen.die gleichfalls ein Erfolg der energisch betriebenen Agitation der organisierten Arbeiterschaft ist. Zunächst werden die Familientrennungszuschüsse, also die den Familien der einberufenen Soldaten zu zahlende®er- gütung, sehr beträchtlich erhöht. Eine kinderlose Gattin wird von nun an ö Schilling(früher TVi Schilling) die Woche erhalten; dieser Betrag erhöht sich bis auf ISU(früher 12%) Schilling die Woche bei Frauen mit 4 Kindern. Außerdem erhalten auch die Seeleute, deren Familien bisher gar keine Zuschüsse erhielten, nunmehr dieselbe Vergütung wie bisher die Soldaten. Noch beträchtlich mehr werden diePcnsionenderHinter- Mi ebenen erhöht. Kinderlose Witwen werden eine Pension von 7%(bisher 3) Schilling die Woche erhalten; bei Witwen mit 4 Kindern erhöht sich der Betrag auf-20(bisher 11) Schilling die Woche. Bei Erwerbsunfähigkeit der Witwen können diese Pen- sionen erhöht werden. Die KriegSinvalidenrente wird bei den Soldaten niedrigsten Ranges betragen: bei gänzlicher Erwerbsunfähigkeit 14 Schilling die Woche für unverheiratete, 16% Schilling die Woche für verheiratete, aber kinderlose Invaliden; für Invaliden mit Kindern erhöht sich die Rente bi? auf 23 Schilling die Woche. In allen Fällen kommt bei den der Arbeiterversicherung angehörigen Invaliden auch noch die staatliche Invalidenrente von 6 Schilling die Woche hinzu. Bei tcilweiser Erwerbsfähigkeit beträgt die Rente bis zu 17% Schilling die Woche je nach dem Grade der Er- werbSunfähigkeit und den Familienverhältnissen des Invaliden. Diese Sätze bleiben hinter der Forderung der Arbciterscha nach einer Mindestrente bezw. Pension von 20 Schilling die Woche freilich noch beträchtlich zurück, aber sie kommen ihr doch schon in erfreulichem Maße entgegen. Die Arbeiterpartei kündigt die Fort- setzung der Agitation um höhere Sätze an. Von ganz besonderem Interesse sind die amtlichen Schätzungen und Berechnungen der voraussichtlichen Gesamtkosten dieser U n t e r st ü tz u n g e n, die in dem eben veröffentlichten Regierungs- Weißbuch, das die neuen Sätze mitteilt, enthalten sind. Und zwar sind sie deshalb von so großem Interesse, weil sie zum erstenmal autoritative Anhaltspunkte bieten, aus denen sich Schlüsse darüber ziehen lassen, wie viele Soldaten die englische Re- gierung schließlich ins Feld zu schicken gedenkt, mit welcher Dauer des Krieges sie rechnet und welche Verluste an Toten und Verwundeten, vor- übergehend und dauernd erwerbsunfähig Ge- machten sie erwartet. Als Grundlage der amtlichen Schätzungen dient die Voraus- setzung, daß die Regierung insgesamt 2 Millionen Kombat- t a n t e n, einschließlich der Marine, aber ausschließlich der indischen und kolonialen Truppen, im Kriege verwenden wird. Hin- sichtlich der Dauer des Krieges worden zwei Eventualitäten als Grundlage der Berechnungen genommen; 1. daß der Krieg ein Jahr dauert und 2. daß er zwei Jahre dauert. Au einen darüber hinaus verlängerten Krieg beziehen sich die Berech- nungen nicht. Bemerkenswert ist aber, daß, wie sich aus der Methode der Schätzung der Verluste ergibt, die englische Regierung selbst bei einer Kriegsdaucr von nur einem Jahre damit rechnet, ausschließlich der indischen und kolonialen Truppen zwei Millionen Mann auf den Kampfplatz zu führen. Augenblickl'ch ist jedoch nicht leicht einzusehen, wie diese Voraus- setzung innerhalb 9 Monaten erfüllt werden soll. Hinsichtlich der Kriegsverluste rechnet die Regierung mit zweierlei Voraussetzungen, erstens, daß die Toten insgesamt 6 Proz.(der zwei Millionen), zweitens, daß sie 10 Proz. be- tragen. An Invaliden rechnet die Regierung mit sechs bezw. zwölf Prozent. Lorü Roberts gestorben. London, 15. Nov.(W.T.B.) Amtlich wird mitgeteilt, daß Lord Roberts gestorben ist. Lord Roberts befand sich in Frank- reich auf Besuch bei den indischen Truppen, deren Ober- befehlShaber er gewesen ist. Am Donnerstag zog er sich eine Erkältung zu, aus der sich eine Lungenentzündung entwickelte, der er erlag. Lord Roberts ist fast 82 Jahre alt geworden. Seinen mili- tärischen Ruhm erwarb er durch den Feldzug gegen Afghanistan im Jahre 1879 und als Oberbefehlshaber der zweiten Phase des Burenkrieges. In den letzten Jahren trat er namentlich durch seine unermüdliche Agitation für die Einführung der allgemeinen Wehrpflicht hervor. Eine Erfinöung. Wien, 13. November.(Meldung des Wiener k. k. Telegr.» Korresp.-BureauS.) Petersburger Meldungen der „Times" und der„Daily News" wissen von ernsten U n st i m m i g- leiten zu erzählen, die angeblich zwischen der deutschen und der ö st erreichisch- ungarischen Heeresleitung be- ständen. Zu derartigen Erfindungen soll nur bemerkt werden, daß die ihnen zugrunde liegende Absicht, die vertrauensvollen Be- Ziehungen zwischen den beiden Heeresleitungen zu vergiften, ebenso offenkundig als aussichtslos ist. Neue Rüstungsausgaben in Italien. Rom, 15. November..(W. T. B.) Nach Zeitungsmel- düngen hat der Ministerrat einstimmig neue außerordentliche Ausgaben für das Heer im Betrage von 400 Millionen Lire beschlossen. politische Uebersicht. Ausweisungen aus Frankfurt a. M. Nach einer Bekanntmachung des Polizeipräsidenten müssen nch sämtliche Rüssen, Franzosen, Belgier, Engländer einschließ- .ich der Bürger englischer Kolonien, Serben. Montenegriner und Japaner, ohne Rücksicht auf Alter und Geschlecht, bis zum 24. November abends aus dem Stadtbezirk F r a n k f u r t a. M. entfernen. Feindliche Ausländer, die nach dem 24. No- vember in Frankfurt a. BZ. betroffen werden, sind sofort festzu- nehmen. Die Wahl des neuen Aufenthaltsorts wird mit ge- wissen Beschränkungen freigestellt, es darf u. a. das Gebiet des Zweckverbandcs Groß- Berlin sowie eine Anzahl anderer Städte nicht als Aufenthaltsort gewählt werden. Bis zum 17. November haben sich ferner alle feindlichen Ausländer im Polizelpräsidmm persönlich zu melden mit der Angabc, wohin sie verziehen wollen. Ausnahmen werden nur gestattet bei schwerer Krankheit und für vereinzelte Personen, die sich seit vielen Jahren in Deutschland befinden und für deren deutsch- stcundliche Gesinnung und Betätigung angesehene Deutsche volle Bürgschaft übernehmen. Als Aufenthaltsort für m i t t e l- lose Personen wird das Kriegsgefangenenlager Gießen bestimmt. Die Ausreise nach der Heimat kann Engländern, Franzosen, Belgiern, Serben. Monte- negrinern und Japanern in dem bisherigen Umfange gestattet werden: Russen, insbesondere russische Fcldarbciter, dürfen vorläufig das Reichsgebiet nicht verlassen. Diese außerordentlich scharfe Maßnahme steht bisher gliickl'.cherweise vereinzelt da, und man darf hoffen, daß sie keine Nachahmung findet. Immer dringender erscheint uns die Notwendigkeit, zu einer Vereinbarung über eine gleichmäßige und schonende Behandlung der Angehörigen fcind- licher Staaten in allen kriegführenden Ländern zu kommen. Der Vcrmittlungstätigkeit der neutralen Botschafter erwächst hier eine dankbare Aufgabe. WeihnachtSpakete für unsere Verwundeten. Amtlich. Berlin, 15. November.(W. T. B.) Um Irrtümer zu vermeiden, wird folgendes mitgeteilt: Es ist leider ausgeschlossen, daß die Pakete der Angehörigen Kranke und Verwundete erreichen, die in den Lazaretten im Felde, also in Feld-, Kriegs- und Etappenlazaretten pp. liegen. Tie Pakete brauchen mehrere Wochen, um an ihr Ziel zu gelangen, die Kranken und Verwundeten sind aber oft nur einige Tage in diesen Lazaretten, da man unauSge- setzt bestrebt ist, sie in die Heimat zurückzubefördern. Sobald die Verwundeten und Kranken den hei- matlichen Boden erreicht haben, steht der Zusendung von Paketen durch die Post natürlich nichts im Wege. Portofreie Feld- Postpakete innerhalb des Heimatlandes gibt es aber nicht. Hier gelten dieselben Bestimmungen für Soldatenpostsendungen wie im Frieden. Um auch den Verwundeten und Kranken in Feindesland eine WeihnachtSfreude zu bereiten, hat der Vaterländische Frauenver- ein beschlossen, für diese Lazarette Weihnachtssendungcn zusammenzustellen, die in den Lazaretten zur Verteilung gelangen sollen._ Eine Absage an die Hausbesitzer. Der Vorstand des Deutschen StädtetageS hat sich mit den bekannten Forderungen der Hausbesitzer befaßt und hat seine Ansicht in folgender Resolution niedergelegt: „Trotz der fast unübersehbaren Fülle von Ausgaben und Leistungen, die der Krieg den Gemeinden gebracht hat, haben die Gemeinden ein besonderes Interesse für die Frage der Miets- zahlung an den Tag gelegt und je nach den örtlichen Ver- Hältnissen durch organisatorische Maßnahmen, z. B. durch Kredit- fürsorge, kräftig bewährt. Nachdrücklich zugunsten der Hausbesitzer wirken auch die Beschlüsse der Gemeinden, wonach vielfach besondere Mictszuschüsse für die Kriegerfamilien vorgesehen oder die all- gemeinen Zuschüsse der Gemeinden zu den Reichsmindestsätzen reichlicher bemessen werden, damit daraus ein Teil der Miete ge- währleistet werden kann. Die Gemeinden haben die in diesen Mietsunterstützungen liegenden großen Opfer in vaterländischem Interesse gern auf sich genommen, obwohl die Fürsorge für die Kriegerfamilien grundsätzlich und jedenfalls im Rahmen dcS Notwendigsten, Angelegenheit des Reiches ist und deshalb umfassend nur durch Eintreten des Reiche? geregelt werden kann.— Diesen Leistungen der Gemeinden gegenüber entbehrt die vom Schutz- verband für deutschen Grundbesitz in breiter Oeffentlichkeit vcrtre- tene Ansicht, die Gemeinden täten in der Mietsfrage nicht, was ihnen obliegt, jeder Berechtigung. Trotz aller Anstürme gegen die Gemeinden hält der Vorstand des deutschen StädtetageS daran fest, daß die Grenzen für die Verwendung der Gcmeindemittel auch und besonders in Kriegs- zeitcn, ausschließlich durch daZ Interesse der Allgemeinheit bestimmt werden und daß selbst zugunsten des den Gemeinden so eng ver- knüpften HauSbesitzerstandeS eine Hilfsaktion, die anderen Ständen versagt bleibt, aus öffentlichen Mitteln nicht zulässig ist." Höchstpreise. Eine offiziös bediente Korrespondenz tritt der Behaup- tung entgegen, daß der Bundesrat von der Festsetzung von Höchstpreisen für Kartoffeln vorläufig absehen wolle. Viel- mehr haben im Reichsamt des Innern bereits eingehende Beratungen mit Sachverständigen stattgefunden und auf Grund dieser Beratungen sind die zuständigen Stellen zu dem Entschluß gekommen, dem Bundesrat eine Vorlage zur Ein- fühning von Höchstpreisen für Kartoffeln zu unterbreiten. Diese Vorlage ist jetzt den Bundesregierungen zugegangen. Da die Erledigung der Angelegenheit dringend ist, dürfte die Beschlußfassung des Bundesrats schon in dieser Woche statt- finden. Auch für Wolle und Metalle sind Höchstpreise in Aussicht genommen._ Die Ersatzwahl in Czarnikau-�ilehne. Zu der Meldung, daß die bürgerlichen Parteien dem Bundes- führer Dr. Rösicke keinen Kandidaten entgegenstellen werden, erklärt die„Kreuzztg.":„Wir können nur feststellen, daß bisher überhaupt mit keiner Partei Unterhandlungen geführt worden finde weder im Wahlkreise selbst noch an anderen Stellen." Letzte Nachrichten. Der Kampf an üer Küste. A m st e r d a m, 15. November.(W. T. B.) Ter Telegraf meldet aus Sluiö vom 14. November: Gestern abend be- gönnen an der Küste wieder die Kanonen zu donnern, nachdem lange Zeit Stille geherrscht hatte. Gleichzeitig wurde wieder auf der Front in der Umgebung von Lombartzhdc und N i ru p o r t gekämpft. Tie See stürmte und ein kalter Wind fegte über die Tünen und die Ebene. Gleichwohl wurde hartnäckig gefachten. In der Nacht brach ein heftiges Unwetter los. Zwischen den krachenden Donnerschlägen donnerten die Geschütze. Deutsche Matrosen machen auf treibende Minen Jagd und sprengen sie in die Lust. Tie Küste von Oftende bis nach Knocke ist jetzt ganz in Verteidigungsznstand gesetzt._ VertcidigungSmasinahmen in Eanada. London, 15. November.(W. T. B.) Dem„Manchester Guar- dian" wird auS Toronto gemeldet: Nach einer amtlichen Mel- dung aus Ottawa wird der westliche Teil von Broughton Strait bei der Vancouverinsel für die Schiffahrt zu VerteidtgnngSzwecken geschlossen. DaS Letzte, was man von dem deutschen Gc- chwader von SpecS hörte, war, daß es nordwärts ging. Trotz der amtlichen Erklärung, daß alle Pläne für die Verteidigung fertig seien, fürchtet die Bevölkerung von Vancouvcr und Prince Rupert eine Beschießung. Die Türken in Prrsiea. Konstantinopel, 14. November.(W. T. 23.) Ein Privat- :elegramm der„Agence Ottomane" bestätigt die Einnahme der Orsischen Stadt Kotur durch die türkischen Truppen und die regellose Flucht der diesen Teil Persiens okkupierende� Russen. Die nordwestlich voni Urmia-Sce gelegene Stadt Kotur ist der Hauptort des gleichnamigen Distrikts. Früher der Türkei gehörend, war sie durch den Berliner Vertrag zum Danke :ür die von Pcrsien während des tllrkisch-russischcn Krieges im Jahre 1878 beobachtete Neutralität an Persien gekommen, heute ist sie von der Türkei wieder in Besitz genommen. Ei» englischer Protest. London, 15. November.(W. T. B.) Die„Morningpost" meldet aus Washington vom 13. November: Die englische Bot- chaft erhob bei dem Staatsdepartement Vorstellungen gegen Verletzungen der Neutralität durch Ecuador und Venezuela. Das Geschwader des AdmiralS Grafen v. Speq habe aus beiden Ländern Funken Nachrichten über die Be- wcgungen der Schiffe CredockS erhalten. Die Deutschen hätten die GalapagoSinseln als militärische Basis benutzt, um ihre Schiffe mit Kohlen und Vorräten zu versorgen. Die Vorstellungen bei dem Staatsdepartement seien aus Rücksicht für die Monroe- d o k t r i n erfolgt. Halbamtlich wird zugegeben, daß die britischen Vorstellungen dem Staatsdepartement eine gewisse Verlegenheit verur- achten. Es sei schwierig für die Vereinigten Staaten einem süd- amerikanischen Staat einen Zwang aufzuerlegen. Die Vereinigten Staaten wünschten mit Rücksicht auf die Wirkung, die es auf die Beziehungen mit dem gesamten romanischen Amerika haben würde. nicht in eine Lage versetzt zu werden, die den Anschein erwecke» als ob sio Zwang anwendeten. Aus Groß- Berlin. Hiobsposten. Der Krieg hat Hunderttausende von Familienbätern und nahen Berwandten auf die Schlachtfelder gerufen. Kein Wunder, daß in Millionen Herzen sich Bangen und Trübsal um das Leben dieser Angehörigen bemerkbar machen. Zwar wird in den Familien, die einen oder gar mehrere ihrer Lieben im Kampfe wissen, mit der Möglichkeit gerechnet, daß die feindlichen Kugeln den Vater, den Bruder hinwegraffen könnten, jedoch der Schmerz kehrt erst dann mit seiner ganzen Tragit ein, wenn der Verlust eines Angehörigen zur Gewißheit geworden ist. Wird schon der mit Sicherheit zu erwartende Tod bei einem längere Zeit auf dem Krankenlager liegenden Anverwandten erst dann richtig empfunden, wenn er wirklich eingetreten ist, so erst recht, wenn in der gegenwärtigen Zeit Hiobsbotschaften Kunde über das Sterben gesunder Männer auf den Schlachtfeldern in die Familien tragen. Aus mannigfachen Beispielen der letzten Zeit geht indessen hervor, daß solche Trauerbotschaften nur dann mit Sicherheit entgegengenommen werden dürfen, wenn sie amtlich bestätigt werden. Oft genügt eine Ramensverwechselung oder eine irrtümliche Mitteilung eines Bekannten, um die Familie eines Kriegsteilnehmers in größte Trauer zu versezen. Nicht selten werden Schwerverwundete, die im Feldlazarett untergebracht worden sind, von bekannten Kameraden für tot geglaubt und in wohlmeinender Absicht den nahen Anverwandten als tot gemeldet. Erst später stellt sich heraus, daß der Angehörige noch lebt. Daß es immer wieder solche Fälle gibt, beweist folgende Meldung: Vor etwa drei Wochen war der Frau eines bei einem märkischen Regimente stehenden Landwehrmannes von einem Bekannten mit geteilt worden, daß ihr Mann in einem Gefecht gefallen sei. Da von M., dem Ehemann, einem Tischler, schon seit längerer Zeit feine Nachricht eingetroffen war, mußte die arme Frau der Trauerbotschaft, die ihr von einem Freunde ihres Mannes, der in derselben Kompagnie wie der Tischler stand, Glauben schenken. Vor einigen Tagen war nun der Geburtstag des jüngsten Kindes der Familie, als plöglich der Geldbriefträger erschien und der Frau eine Bostanweisung über 30 M. aushändigte. Zu ihrer unaussprechlichen Freude erkannte die Frau auf der Rückseite des Abschnittes die Handschrift ihres Mannes, und ein Blick überzeugte sie, daß das Geld, die lange aufgesparte Löhnung ihres Mannes, erit vor acht Tagen von ihm selbst aufgegeben worden sei. Der Tischler schrieb, daß er in einem heftigen Gefecht einen Brust- und einen Beinschuß bekommen habe und daß er in ein Belgisches Lazarett übergeführt worden sei, wo er gegenwärtig liege. Eine Anfrage der Frau bei der amtlichen Auskunftstelle ergab die Richtigkeit des Schriftstückes. Wenn auch die Zahl solcher Irrtümer eine nicht allzu große sein dürfte, so müßte aber doch der oben geschilderte Fall zur Warnung dienen, derartigen Hiobsposten aus dem Felde nicht eher Glauben zu schenken, bis die amtliche Bestätigung vor liegt. schlossen bleibt, so vermag er durch das Gehör und das Gefühl eine| sichten sollen die Veranlassung dazu gegeben haben. Direktor Reihe dessen, was er verloren hat, verhältnismäßig schnell zu er- Blong war jahrzehntelang Vorsteher der Friedrichsberger Genossensehen. Ohne große Uebung wird der Erblindete bald imftande sein, schaftsbank, die gegenwärtig unter Staatsaufsicht steht. Eine sich in seinem Zimmer zurechtzufinden, seine Hände lernen schnell Tochtergesellschaft" Delta" ist zur Abwickelung der Geschäfte der Friedrichsberger Bank begründet worden. Den Sparern soll voreinzelne Gegenstände zu unterscheiden und ohne sonderliche geschlagen worden sein, mit 40 Proz. ihrer Guthaben zufrieden Schwierigkeiten vermag er bald wieder eine Reihe von Tätigkeiten zu sein. Es bleibt ihnen jedoch unbenommen, diese Abschlagzahlung auszuüben. Regelmäßige Uebung führt ihn dann zu einer ge- bis zu einem bestimmten Termin im nächsten Jahre zurüdzuer wissen Geschicklichkeit in den Händen. Als Beschäftigung kommen statten und ihren vollen Anspruch geltend zu machen. für solche Unglüdlichen Bürstenbinden, Seilerei, Storbflechten be fonders in Frage. Wer gutes Gehör hat, kann als Klavierstimmer Beschäftigung finden und wer höhere Schulbildung besitzt, als Sprachlehrer oder Maschinenschreiber tätig sein. Das Zentral- Nachweis- Bureau des Kriegsministeriums in Berlin bleibt am Bußtag und Totensonntag den ganzen Tag geschlossen. Zeitgemäße Hofmusik. Die Berliner Leierfästen sind ausgestorben? Nicht doch. Von der Drehorgel, die je nach ihrem Alter miaut oder posaunt, klagt Besonders sei darauf hingewiesen, daß es eine leicht erlernbare oder jubelt, weint oder lacht, wollen in Groß- Berlin immer noch eigene Schrift für Blinde gibt. Sie läßt sich selbst von Händen, Hunderte von Menschen leben. Ausgestorben sind so ziemlich nur die an schwere Arbeit gewöhnt sind, leicht abfühlen und der Blinde die Stelzfüße und Einarmigen, die auf der Brust die Kriegsdenk fann sich durch sie eine Fülle belehrenden und unterhaltenden Lese- münzen trugen und in den schäbigen Hut die aus Mitleid gespendeten Pfennige und Sechser sammelten. Der Leierkasten ist stoffes zuführen. Aus all dem geht hervor, daß auch der Blinde geblieben. Er hat sich sogar modernisiert. vieles finden kann, was ihm sein Los erleichtert. Nähere Aus- tüchtige Leute haben sich aus dem Verleihen von Drehorgeln kunft werden die staatlichen oder städtischen Blindenanstalten er- eine ganz angenehme Eristenz geschaffen, die sicher leichter ist als teilen. Außerdem ist der Moonsche Blindenverein( Major a. D. die der musikalischen Haufierer. Zählt man die Drehorgeln hinzu, Wagener, Berlin S., Dessauer Str. 23, Pfarrer Elsasser, die in eigenem Bejiz der Hof- und Straßenmusifanten find, es ihrer in Groß- Berlin mindestens noch fünfBerlin SW., Bernburger Str. 22, Vereinsheime: Seeftr. 49 und so gibt hundert, und noch immer müssen viele tausend Pfennige Cuvrystr. 33) gu näherer Auskunft bereit. und Sechser gespendet werden, unt dem Leiermann ein, notdürftiges Dasein zu ermöglichen. Geht hin nach den Borstädten, da trefft ihr die Leierkastenmänner noch zu Dußenden. Wenn sie vor dem Kriege von sechs Höfen hintereinander vom Wirt oder Verwalter vergrault wurden, zoddelten sie auf der Pfennighat unermüdlich zum siebenten Sof, wo man ihre orgelnde Musik noch mitleidsvoll duldete. Geht im Sommer durch straßen und ihr werdet allenthalben auf ärmliche Gestalten stoßen, die großen Ausflugsdie leierub auf den Mitleidstribut frohgestimmter Menschen be scheidenen Anspruch erheben. Wo ein Rennen, eine Flugveranstaltung, ein Korso, ein Sportmeeting stattfindet, da liegen und stehen auf den Zugangswegen Krüppel und dudeln ums liebe Brot. Vororten sind ihnen die Höfe längst verschlossen, aber die Straßen an gewissen Wochentagen meistens noch gestattet. Gerade der Vorort ist seit Jahren die Domäne der Leiermänner geworden, weil fein Einwohner und fein Hauswirt sein Machtwort sprechen darf. Da fam der Krieg, der mit einem Male die Aktien der Hofund Straßenmusikanten steigen ließ. Mit Hochdruck wurde in allen Drehorgelfabriken gearbeitet, um die Walze patriotisch umzugestalten. Einen Leierkasten, der nicht Vaterlandsmusit auf der Walze hat, gibt es augenblicklich nicht mehr, und geduldig hört sich das Publi fum zehn Leierfästen an einem Tage an, die alle schmettern: Deutschland, Deutschland über alles. bringender Gleisbauarbeiten in der Königstraße zwischen der Umleitung bei der Straßenbahn. Die Straßenbahn muß wegen Dirdsen- und Jüdenstraße das jüdliche Gleis in der Richtung nach dem Alexanderplatz in den Nächten vom 23. zum 24., 24. zum 25. und 25. zum 26. November, das nördliche Gleis in der Richtung nach der Spandauer Straße in den Nächten vom 26. zum 27., 27. zum 28. und vom 30. November zum 1. Dezember von 2 1hr an für den Betrieb sperren. Die Wagen der Linien 69 und 74 verfehren dann durch die Spandauer, Kaiser- Wilhelm-, Rosenstraße, An der Spandauer Brüde, Hackescher Markt, Neue Schönhauser, Münz-, Alexanderstraße und Alexanderplat sowie umgekehrt. Mildtätige Geber. In der Nummer vom 6. November des Vorwärts" gaben wir in einem„ An die Feldpost" überschriebenen Beitartikel der Klage einer armen Frau Raum, die für ihren im Felde stehenden Mann warme Sachen im Werte von 12 Mart gefauft und dieselben in einem Paket per Feldpost abgeschickt hatte. Leider hatte das Patet den Adressaten nicht erreicht; die Frau hatte daher unter der größten Entbehrung die Opfer für ihren Mann umsonst gebracht. Von verschiedenen Seiten sind uns min für die Frau entsprechende Beträge zur Verfügung gestellt worden. Wir haben der Frau den Schaden ersetzt und die überfließenden Beträge der Kinderschußkommission zur Verfügung gestellt. weit uns die Einsender bekannt waren, haben wir deren Zustim mung eingeholt, bei den anderen setzen wir sie voraus. Die gestrige Stadtverordnetenergänzungswahl in Neukölln in der 3. Abteilung ging unter schwacher Wahlbeteiligung vor sich. Gewählt wurden die sozialdemokratischen Kandidaten Wilhelm Müller, Karl Reinsch, Ernst Röhl, Rudolf Schulz, Paul Stieler, Friedrich Schwarze, Alfred Scholz und Emil An die Angehörigen erblindeter Krieger. Wir werden um Aufnahme folgender Zuschrift gebeten: Unter Ioth. all den schweren Verwundungen, die viele unserer tapferen Krieger im Dienste des Vaterlandes erleiden, erscheint die Erblindung als eine der schrecklichsten. Ist doch dem Erblindeten mit einem Schlag die ganze Außenwelt, die der Mensch gerade durch seine Augen in fich aufnimmt, völlig verschlossen und umgibt ihn immerwährende dunkele Nacht. Er glaubt nie mehr in der Welt zurechtfinden zu tönnen, stets auf fremde Hilfe angewiesen zu sein und ohne eine Beschäftigung ein trauriges Leben führen zu müssen, So beflagenswert das Los eines Erblindeten auch ist, so bieten fich ihm doch gerade noch mancherlei Möglichkeiten zu einem erträglichen Dasein. Denn wenn ihm auch die sichtbare Außenwelt verWir suchen sofort tüchtige erfahrene Dreher und 222/19 Automatendreher für Cleveland- u. Acme- Automaten. Dff. m. Zeugnisabschr. an Rheinische Automobil- Mannheim. u. Motorenfabrik A.-G. Benz& Cie., Motorenfabrik A.-G. 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Heilverfahren u. ungeheuerEhrlich- Hata- Kur( ohne Berufsstörung) nach neuester, erfolgreichster Methode.( Siehe Broschüre.) Mikroskop. und chem. Blut- und Harn- Untersuchung. * Bei der gestrigen Gemeindevertreterwahl in Pankow im 4. Bezirk wurde unser Genosse Maschinenfabrikant Gustav Strud mit 403 Stimmen gewählt. Es handelte sich um die Wiederbesetzung des Mandats des verstorbenen Genossen Eichler. Gegenkandidaten waren nicht aufgestellt. Amtsniederlegung des Lichtenberger Stadtverordneten- Vorstehers. In allen Auch diese Zeit wird vorübergehen, und es wird wieder die Zeit fommen, wo Stelzbeine und Einarmige auf keinen Sechserregen rechnen dürfen. Kleine Nachrichten. Blutüberströmt und hilflos aufgefunden wurde in der Pankower Allee in früher Morgenstunde der 45 Jahre alte Schlosser Klampe aus Reinickendorf. Er gibt an, nathts von mehreren unbekannten Männern überfallen worden zu sein. Die Leiche eines etwa ein halb Jahr alten Kindes wurde in der Nähe der Hirschmannschen Fabrit aus der Banke gelandet. Das In der Bäckerherberge KrautRind war in ein Paket gewickelt. straße erhängt hat sich der 46 Jahre alte Arbeiter Hobust, der sich beschäftigungs- und wohnungslos in Berlin aufhielt. Mittellojigteit scheint den Mann zum Selbstmord veranlaßt zu haben. Eine zehntöpfige Einbrecherbande, die es auf Schaufenstereinbrüche abgesehen hatte, wurde gestern mit ihrem weiblichen Anhang uns schädlich gemacht. Frauenleseabende. Friedrichsfelde. Heute, Montagabend, bei Brunt, Prinzens Alee 59. Wetteraussichten für das mittlere Norddeutschland bis Diens tagmittag: Ein wenig wärmer. Im Südosten zunächst noch vielfach heiter. Sonst überall vorwiegend bewölft. Westlich der Oder Der bisherige Stadtverordnetenvorsteher von Lichtenberg, und an der Küste weitverbreitete, im Südosten nur vereinzelte, Banfdirektor Blonz, hat sein Amt niedergelegt. Gesundheitsrück- im allgemeinen geringe Niederschläge. SeidenSeal, Plüsche 10.-, 15.-, 20.Mtr. M. Damen- Kostümu.Ulsterstoffe Mtr. M. 3.-, 4.- 5.Tuchlager Koch& Seeland G. m. b. H. Gertraudtenstr. 20-21, gegenüber der Petrikirche. Reuters Werte 3 Bände 4 Mart. Buchhandlung Vorwärts Berlin SO. 16. H.& P. Uder, Engel- afer 5 Haupt- Niederlage der k. k. österr. Tabak- Regie. Zigarren Zigaretten Rauchtabake. Nur für Wiederverkäufer zu Originalpreisen, Alleinverkauf der Fabrikate der Firma F. J. Burrus St. Kreuz Größte deutsche Rauchtabakfabrikation. Jahresproduktion über 5 000 000 Pfd. Rauchtabake. Zigaretten- Spezialität: L'Algerienne. E Wer spart? Spezialarzt Dr. med. Wockenfuß, Friedrichstr. 125,( Oranienb. Tor). für Syphilis. Harn- u. Frauenleiden Ehrlich- Hata- Kur( Dauer 12 Tage) Blutuntersuchung. Schnelle, sichere schmerzlose Heilung ohne Berufsstörung. Teilzahlung. 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