Nr.316.- 31. Jahrg. Abonnements- Bedingungen: Abonnements. Breis pränumerando: Vierteljährl. 3,30 Mr., monatl. 1,10 ML, wöchentlich 25 Bfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage„ Die Neue Belt" 10 Ba. Poſt. Abonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in die Poſt Zeitungs. Unter Kreuzband Breisliste. für Deutschland und Desterreich Ungarn 2,50 Mart, für das übrige Ausland 4 Mart pro Monat. Bostabonnements rehmen an: Belgien, Dänemark, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz Ereint täglich. " Vorwärts Berliner Volksblatt. 5 Pfennig Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Rolonel zeile oder beren Raum 60 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereinsund Bersammlungs- Anzeigen. 30 Pig. ,, Kleine Hnzeigen", das fettgedruckte Wort 20 Pig.( zulaifig 2 fettgedruckte Borte), jedes weitere Wort 10 Pig. Stellengesuche und Schlafstellenan zeigen das erste Wort 10 Pfg., jedes weitere Wort 5 Bfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Erpedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 68, Lindenstraße 3. Fernsprecher: Amt Morigplatz, Nr. 151 90-151 97. Mittwoch, den 18. November 1914. Expedition: Sw. 68, Lindenstraße 3. Fernsprecher: Amt Morikplak, Nr. 151 90-151 97. Fortgang des Ringens in Oft und Weft. Der Gouverneur von Warichau gefangen.- Kämpfe bei Krakau. Westlicher Kriegsschauplatz. Die Meldung des Großen Hauptquartiers Die französischen Sozialisten Schneesturm im Westen. London, 17. November.( W. T. B.) Die„ Times" berichten von der Schlachtfront in Nordfrankreich vom 15.: Heute morgen fiel Schnee. Das Wetter war während der lezten Tage bitter talt mit starkem Wind und viel Regen. Heute weht ein Schneeſturm, die Straßen sind in ein kot meer verwandelt und für Autos fast unpassierbar. Frische französische Truppen an die Front. Die Operationen auf dem östlichen Kriegsschauplatz nahmen weiter einen günstigen FortAmsterdam, 17. November.( 2. T. B.) Der belgische Berichterstatter vom„ De Tijd" meldet: Zur Verstärkung gang, nähere Nachrichten liegen noch nicht vor. der geschwächten westlichen Front und zur Ablösung belgischer Truppen sind frische französische Truppen herangeführt worden. Ein Teil der Belgier geht nach Paris, um die unverbrauchten Truppen der Oberste Heeresleitung. in der Kriegszeit. in Amflich. Großes Hauptquartier, 17. November, vormittags.( W. T. B.) an Auch der gestrige Tag verlief auf dem west- der legten Zeit erschienenen Nummern der„ Humanité"- das Aus Amsterdam wird uns geschrieben: Aus den in lichen Kriegsschauplatz im allgemeinen ruhig. Blatt erscheint seit dem Beginn des Krieges nur zweiseitig-dankenwelt der französischen sozialistischen Partei Südlich Verdun und nordöstlich Ciren griffen die erhält man einen Einblick in die Lage, Tätigkeit und GeFranzosen erfolglos an. diesen Tagen. Selbstverständlich hat die Mobilisation den Organisationen einen großen Teil ihrer Sträfte entrisind schon dadurch ist natürlich die Parteiarbeit stark beeinträchtigt. Dazu kommt, daß gerade die alten Parteizentren des Nordens und des Bas- de- Calais, wie die Ardennen von den Deutschen offupiert oder Stampfgebiet sind. Die Arbeitslosigkeit in anderen Gebieten macht sich natürlich auch geltend. Doch ist die wirtschaftliche Lage durchaus nicht überall schlecht. So wird in den nichtokkupierten Kohlen und Erzgebieten z. B. in 3. Aveyron stark gearbeitet, auch manche agrarischen Departements sind nicht schlecht daran. Schlimm ist die Situation druckern, in den Zurusgewerben und in der Bekleidungsindufums, sondern auch durch die Flucht der wohlhabenden Be strie, die nicht nur durch das Ausbleiben des Fremdenpubli völkerung leidet. Dagegen gibt es in manchen Gewerben einen sehr empfindlichen Arbeitermangel, jo vor allem bei den Bädern, die sonst eine starke Arbeitslosigkeit aufzuweisen haben. Die Regierung hat sogar einberufene MannEin erfreuliches Begleitergebnis hat das unverhofft rasche schaften aus diesem Gewerbe wieder heimsenden müssen, un Vordringen unserer Truppen in Russisch- Bolen gehabt. Gestern einer Störung in der Volfsernährung vorzubeugen. Und sie vormittag gelang es, den Gouverneur von Warschau, Erzellens verweigert auch wegen des Arbeitermangels die von den ver v. Korff gefangen zu nehmen. Er war mit seinem Adjutanten, wöhnten Parisern erflehte Erlaubnis, wieder Pain de FonHauptmann Fechner, früh von Barschau in einem eleganten taine", d. h. feines Weizenbrot backen zu lassen. Privatauto abgefahren, in der Richtung auf Kutno, ohne Troß der schwierigen Umstände hat die Partei ihre Kenntnis davon, daß diese lettere Stadt nach erbittertem Tätigkeit nach Kräften aufrechterhalten. Der Kriegszustand Straßenkampf von uns genommen war. Er stieß plöglich bereitet ihr begreiflicherweise schwere Hindernisse. Die Presse Pariser Fortsbesagungen für den Frontdienst der Gouverneur von Warschau kriegs- in den Bäfen und in Paris, hier besonders bei den Buchfreizumachen. Deutsches Vorrücken bei Reims. London, 17. November.( W. T. B.), Morningpost" meldet: Seit Freitag herrscht große Tätigkeit in der Champagne. Reims und Umgebung werden wieder heftig beschossen. Die deutschen Linien erstrecken sich in einem Halbkreis um die Stadt; die Deutschen haben verschiedene Forts in ihrem Besiz. In den legten 48 Stunden wurden heftige Angriffe des Feindes auf die wichtigsten Punkte ausgeführt, wobei der größte Druck in der Richtung auf Berry au Bac und Thiel geübt wurde. Die Deutschen erhielten offenbar große Berstärkungen an Artillerie, ihre schweren Belagerungsgeschütze sind wieder von den Höhen abgefahren. Die deutschen Laufgräben sind ein gutes Ende vorgeschoben, die nächtlichen Angriffe dauern ständig fort. Heute früh wurden die Schlachthäuser in die Luft gesprengt. Beschießung von Armentières. " gefangen. Berlin, 17. November.( W. T. B.) Unter den in der Schlacht bei Kutno Gefangenen befindet, sich der Gouverneur von arschau v. Korff mit seinem Stabe. Ueber die näheren Umstände dieser Gefangennahme werden aus Gnesen folgende Einzelheiten gemeldet: " bei Tarnow auf die Kavalleriespike der Deutschen. Er verunterliegt einer Zensur, gegen deren bornierte Unterfuchte umzufehren und zu entkommen, wurde jedoch von einer drückungsluft alle Proteste nichts nüßen. Auch die schreckliche Abteilung der 9. Meger Dragoner eingeholt und festgenommen. Der Desorganisation des Verkehrswesens, besonders der Post, der Gouverneur segte sich nicht zur Wehr und ließ sich ruhig im erst in der jüngsten Zeit erfolgreich entgegengearbeitet wird, eigenen Auto unter Begleitung eines Leutnants und eines hat das Zusammenarbeiten gehindert. Doch hat die permaDragonergefreiten nach Deutschland abtransportieren. Er kam nente Verwaltungskommission die Verbindungen mit den abends in Gnesen durch, wo er auf Anordnung des Plaz Parteiföderationen wieder aufgenommen und allmählich werfommandos im Hotel Haensch, dem besten Hotel der Stadt, für den auch die Propagandisten der Partei die festangestellten die Nacht untergebracht wurde. Der gefangene Gouverneur ist wie die anderen in die Provinz gehen, um das Zerstörte eine große Gestalt mit weißem Vollbart. Er frug Generals wieder aufzubauen und der Partei neue Sträfte zuzuführen. Heftiger Geschützdonner an der belgischen uniform und Belzmantel und ſpricht fließend Deutſch. Er wollte In der Seine- Föderation ist die Tätigkeit schon jetzt, recht Kopenhagen, 17. November.( W. T. B.) Politiken" er fährt aus Paris: Armentières wird beschossen. Mehrere Fabriken gingen in Flammen auf. Der Schaden ist bedeutend. Die Stadt einschließlich des Hospitals ist geräumt worden. Küste. Rotterdam, 17. November.( W. T. B.) Der„ Nieuwe Rotterdamsche Courant" meldet aus Dostburg: Am Sonntag mittag wurden alle Bewohner durch entseßlich schwere Erschütterungen aufgeschreckt, die sämtliche Gebäude Der Kanonenbis auf die Grundfesten erschütterten. donner tam aus der Richtung Anode Blantenberghe und war noch nie so deutlich hörbar wie diesmal. = Vom österreichisch- russischen Kriegsschauplah. 17. November mittags: Aus dem Bereich von Krakau vorlebhaft. niemanden sehen, da er nicht in der Stimmung sei und seine Nerven durch das plögliche Ereignis abgespannt seien. Der Natürlich wird die Parteiaktion durch die Bedürfnisse, Chauffeur, ein Bole, erzählt, daß in Warschau große Angst vor die aus der Kriegssituation entspringen, besonders in Anden Deutschen, zumal vor Luftbomben, herrsche, legtere hätten spruch genommen. Hier ist vor allem das gemeinsame großen Schaden angerichtet. Die Stadt jei bereits von russischem Aktionskomitee der sozialistischen Partei Militär geräumt gewesen. Der Chauffeur, der Zivilist ist, blieb und der Arbeitstonföderqtion zu nennen, das vorläufig auf freiem Fuß, während der Gouverneur und sein die Nationalverteidigung und die soziale Fürsorge für die Adjutant durch Doppelposten mit Bajonett vor der Zimmertür be- Zurückbleibenden fördern will. Es hat mehrere Unterauswacht werden. Heute früh erfolgt der Weitertransport." schüsse konstituiert, von denen der der Arbeit in erster Reihe zu nennen ist. In seinem Namen hat Merrheim, der befannte Sefretär des Metallarbeiterverbandes, dem Aktions. gelegt, zu denen die Berichte der Gewerkschaften die Grundlage gegeben haben. Die Rolle der Arbeiterorganisationen ist jest um so wichtiger, als die Aufnahme großer Arbeiten bevorsteht. Ant 27. Oktober hat die Regierung in einem Rundschreiben die Präfekten und die Gemeindebehörden aufgefordert, underzüglich über die durch die Invasion hervorgerufenen 3 erstörungen Bericht zu erstatten. Genosse Vaillant Oesterreichische Stimmen über den Sieg fomitee Berichte über die Reorganisation der Arbeit vorbei Wloclawec. Wien, 17. November.( W. T. B.) Die Blätter begrüßen mit Freude den neuerlichen Sieg der Deutschen gegen die russischen Truppen. Das„ Neue Wiener Tagblatt" fagt: Was die oberste deutsche Heeresleitung heute meldet, das ist echt Hinden burgiche Saktif, die schlägt sich nicht dort, wo der Gegner es will, " sondern die schlägt, wo sie es für angezeigt erachtet. Auch die Kämpfe im Raume von Krakau. Wien, 17. November.( W. T. B.) Amtlich wird verlautbart: brechend, nahmen unsere Truppen gestern die vorderen Befestigungs. Neue Freie Presse" hebt die strategische Bedeutung des Erfolges der findet diese Vorschrift ungenügend und will die Untersuchung liuien des Feindes nördlich der Reichsgrenze. Im Raume von Deutschen hervor und schreibt: Dieser große Erfolg kann die Saat auf die durch den Krieg unterbrochenen öffentlichen Wolbrom und Pilica gelangten die Ruffen zumeist nur in den fein für die Hauptentscheidung. Deutschland ist sich bewußt, daß Bauten ausgedehnt wissen, um diese gentäß ihrer militäriein dauernder Friede nicht nur in Frankreich und an der schen, hygienischen und wirtschaftlichen Bedeutung möglichst Bereich unseres Artilleriefeuers. Wo feindliche Infanterie angriff, Afte der Nordsee, sondern auch in Rußland errungen werben rasch weiterzuführen. Baillant fordert, um dieses großze wurde sie abgewiesen. Eines unserer Regimenter machte fünf- muß, und daß es nicht ruhen und nicht rasten tönne, Werf in Gang zu bringen, in der„ Sumanité" vom 6. Noehe dieses Wert vollbracht ist. Die Monarchie hat die bember die schleunige Rückkehr der Regierung nach Paris. gewehrabteilungen. Der deutsche Sieg bei Rutno äußert gleiche Ueberzeugung und deshalb find alle Siege gemeinsam, wie Für das Seine- Departement liegt schon ein Plan öffentlicher bereits feine Wirkungen auf die Gesamtlage. auch das Blut der Soldaten auf den Kampfpläßen sich vermischt. Arbeiten vor, den die Kommission gegen Arbeitslosigkeit im Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. Das Fremdenblatt" stellt fest, daß die neuerliche ruffische Offensive Ministerium des Innern entworfen hat. Vaillant meint, die v. Hoefer, Generalmajor. gegen Ost- und Westpreußen sehr rasch wieder Fiasko erlitten habe. Regierung werde bei der Ausführung dieser Arbeiten GeWolbrom und Pilica liegen Inapp 25 Kilometer entfernt Die Siege von Valjevo und die der Deutschen werden nicht verlegenheit bekommen, zu zeigen, daß sie durch die Vereinbarung bon Krafau und der oberfchlesischen Grenze. Nach der Lehre von fehlen, den tiefsten Eindruck zu machen, da dadurch finnfällig die der Arbeitsbedingungen mit den Gewerkschaften das Intereife Bloclawet werden freilich bis auffen feine befondere Luft nach einem Ohnmacht Rußlands, seinen Freunden Unterstügung zu gewähren, der Arbeiterklasse wahren wolle. Außerdem bedürfe es aber zutage tritt. noch eines direkten Antriebs auf die private Industrie. allzu unvorsichtigen Bordrängen mehr verspüren. " Dazu fei die Vereinigung der Vertreter der Unternehmer- syndikate und der Gewerkschaften in gemeinsamen Kommissionen nötig, die nach Jndustriekategorien zu bilden seien und in steter Verbindung mit der Kommission gegen Arbeitslosig- keit zu tagen hätten. Vom g e i st i g e n L e b e n in der Partei bekommt man infolge der erwähnten Preßverhältnisse nichts zu sehen. Höchstens kann man aus gelegentlichen Anspielungen, die Vaillant, der jetzige tägliche Leitartikler der„Humanits", auf private Zuschriften macht, den Schluß ziehen, daß über die Auffassung des Krieges und die Aktion der Partei gegen- über dem Krieg und während des Krieges auch in Frankreich nicht vollkommene Einstimmigkeit herrscht. Außer Vaillant schreibt auch Comvere-Morel regelmäßig Artikel. Die Situation und die in der französischen Partei fortlebende Tradition lassen den alten Blanquismus deutlich anklingen. Tie Zerreißung der Postverbindungen mit dem feindlichen Ausland hat begreiflicherweise manche falsche Abschätzung der dort wirkenden Kräfte und die Uebernahme mancher von der bürgerlichen Presse suggerierten Meinung und Stimmung zur Folge gehabt. Aber wiederholt i st die„Hu- manit�" der chauvinistischen Verhetzung der bürgerlichen Blätter entgegengetreten, die sich in der Beschimpfung und Bedrohung des deutschen Volkes gefallen. Tie Aktion für die Vertreibung der beut- schen Industrie, in die sich einige bekannte Syndikalisten mit seltsamem Eifer geworfen haben, hat jedenfalls bei der sozia- listischen Partei keine Unterstützung gefunden. Erwähnt sei. daß die Partei einen besonderen Info r- m. a t i o n s d i e n st über die Genossen im Feld eingerichtet hat. Tie Sekretäre der Gruppen in den Orten,>00 Lazarette eingerichtet sind, leisten auf diese Weise den Angehörigen große Dienste. Die„Humanitä" veröffentlicht täglich die Listen der Toten und Verwundeten, soweit diese den Organi- sationsfunktionären zur Kenntnis kommen. Die a 1 1 g e- meine Verlustliste wird ja bekanntlich von der Regierung nicht veröffentlicht. Auffallend groß ist darin der Verhältnis- satz der Lehre r. Er hängt einerseits mit der Verbreitung des Sozialismus in der Lehrerschaft der Volks- und Mittel- schulen, andererseits damit zusammen, daß viele ihrer Mit- glieder als Offiziere besonders exponiert sind. Tie besondere Tätigkeit des— obengenannten— Aktionskomitees, die sich auch auf Fürsorge für die Verwundeten und Austeilung von Kleidern in den Familien der organisierten Arbeiter aus- dehnt und deren Kosten durch eine Saminlung gedeckt werden, hat bei einigen Patentpatrioten gehässige Ausfälle hervor- gerufen, die von sozialistischer Seite würdige und energische Abwehr fanden. Die Heuchelei der Reaktionäre über die Zerreißung der Nation durch die proletarische Sonderaktion ist um so dreister, als die Klerikalen selbst sich nicht im ge- ringsten zurückhalten, die allgemeine Lage zu ihren Gunsten auszunutzen, der Regierung still eine kirchenpolitische Kon- zession nach der anderen abzugewinnen, auf die Verwundeten Gewissenszwang auszuüben und im Land den Einfluß der klerikalen Organisationen zu stärken. Tie Negierung der nationalen Einigung und Verteidi- gnng ist keine genügende Schutzwehr gegen diese im Schatten des„Burgfriedens" schleichende Minierarbeit. Es scheint, daß die Pariser Polizei, die gegenüber der Zentral- regierung von altersher eine selbständige Stellung behauptet hat und unter deren höheren und niedrigeren Organen es von antirepublikanischen Elementen wimmelt, auch jetzt und b e- sonders geradejetzt bereit ist, den Reaktionären Hand- langerdienste zu leisten. Die Tatsache, daß jetzt zwei entschie- dene Sozialisten in einem vorwiegend radikalen Ministerium sitzen, hindert sie nickst in der Betätigung dieser Neigung. So beschwert sich Genosse C 0 m pd r e- M 0 r e l in der„Hu- inanits" vom 7. November heftig über die Treibereien der Polizei und die Duldung, die ihnen zuteil wird. Vor kurzem bekam ein junges Mitglied der Scine-Födcration den Besuch eines Sicherheitsinsvektors, der ihm drohend bekanntgab, daß er„auf einer Liste der Verdächtigen stehe". Als der Minister des Innern nach Paris kam, beschwerte sich Hstöeutfchlanös Sturmtage. 1. Tie Fahrt zur Grenze. Seit Anfang November tauchten wieder Flüchtlinge aus Oft- preußen in Berlin auf, und es kamen trübe Gerüchte: die ganze Provinz sei von den Russen überflutet. Las man dagegen die Berichte vom östlichen Kriegsschauplatz, so schien diese Hiobspoft ganz unverständlich, und auch eine Auskunft des Königlich Preußi- >chen Krieasministerlums deutete an, daß die Dinge an unserer russischen Nordostgrenze nicht gar zu schlimm stehen konnten. Jeden- salls waren da gewisse Widersprüche, und ich beschloß: selber sehen! In diesem Beschlüsse bestärkte mich noch ein anderer Umstand. Unaufhörlich las und hörte man, liest und hört man: Vom Kriege, zumal von diesem Kriege, kann sich selbst die fachmännische Phantasie des erfahrenen Soldaten ohne unmittel- varc Anschauung keine Vorstellung machen, geschweige denn das simple Zimlistengehirn. Nur wer die Dinge an Ort und Stelle selber geschaut hat, der vermag etwas wie einen blassen Schimmer von dieser grausigen Kriegskatastrophe deS Jahres 1914 in seinen Vorstcllungskreis hineinzubekommen...... Sonntag, den 8. November, nachts, fuhr ich los.".,» »-» » Nicht jedem, der eine Reise tut, ist es gegeben, auch was zu cr- zählen— trotz dem Herrn Urian. Aber erzählen hören kann jeder, wenn er zu rechter Zeit den Muud zu halten versteht, und so habe ich denn auf meiner kurzen Reise gen Osten sehr viel erzählen hören. Und nicht bloß erzählen— auch schimpfen! Ein Fcldwebclleutnant, der vom Westen kam. schalt aus die Zeitungen, die sich über Franzosen und Engländer lustig gemacht hätten— zum Schaden der an den ersten Kämpfen beteiligten deutschen Soldaten, die manchesmal vorsichtiaer gewesen wären, wenn sie damals schon gewußt hätten, was sie jetzt wissen. Daß nämlich Franzosen wie auch Engländer und ebenso die regulären belgischen Soldaten in Ausbildung und Tapferkeit uns Deutschen ebenbürtig wären; daß darüber hinaus die Franzosen ganz vortreffliche Artil- lerie und erstklassige Artilleristen besähen, so daß e» noch ein großes Glück für uns sei, daß Frankreichs Geschoßmaterial nicht vom besten ist. Und die Engländer! Die Kerle sind ja die reinen Kunst- schützen! Läßt sich auch nur eine deutsche Hand überm Schützen- graben sehen— schon ist sie durchgeschossen— glatt wie'n Aal! Ein anderer war bereits einmal im Osten gewesen und jetzt wieder dorthin kommandiert. Auch er ärgerte sich über die dummen Redereien. Welche Torheit, von dem schlecht ausgerüsteten Russen pu faseln! Sie haben mindestens so gute Stiefel und Uniform. stoff wie wir, in einer Beziehung vielleicht noch bessere, da alles wasserdicht gemacht sein soll. Und ihre Gewehre! Ihre Bajonette! Erstklassig! Präzisionsarbeit! Kurz und gut— die alte Erfahrung: Die hinterm Ofen hocken oder am Tintenfinger lutschen, können sich nicht genug tun an Verhöhnung, Verhunzung des FeindeSz die Compöre-Morel bei ihm. Herr M a l v y tat entrüstet und versprach sogar, daß der Schuldige in Untersuchung gezogen und der Bedrohte amtliche Entschuldigungen erhalten würde. Aber was folgte, war der Besuch eines anderen Polizisten bei dem Verdächtigen und eine Wiederholung der Drohung. Compäre-Morel ruft jetzt:„Es ist genug! Wir wollen endlich einmal wissen, von wo diese Befehle ausgehen, wer für dieses Treiben verantwortlich lst und welchen Zweck man damit ver- folgt. Niemand in unserer Partei und in der Arbeiterklasse kann es hinnehmen, daß man in demselben Augenblick, wo die sozialistischen Abgeordneten als so gute Franzosen und ausgezeichnete Patrioten angesehen werden, daß man an manche unter ihnen appelliert, an der Organisation der Na- tionalvcrteidigung teilzunehmen, unsere einfachen Genossen als„Verdächtige" behandelt!" vom österreichisch-serbischen Kriegsschauplatz. Verfolgung üer Serben. Wien, 17. November.(55. T. B.) Der Kriegsbericht- erstatter der„Neuen Freien Presse" meldet, daß die Serben nach dem Fall von Valjevo sich zehn Kilometer weit in der Richtung auf Kragujevac zurückgezogen haben. Um die neue Stellung tobt ein neuer Kampf. Vorüringen bis zur Kolubara. Nichtamtlich. Wien, 17. November.(W. T. B.) Vom s ü d- lichen KriegSsckauplotz wird amtlich von heute gemeldet: Auf dem südlichen Kriegsschauplatz haben unsere Truppen sich gestern bis an die K 0 l u b a r a herangeschoben, diese auch schon mit Teilen überschritten, obwohl sämtliche Brücken vom Gegner zerstört wurden. In Valjevo, wo bereits ein höheres Kommando eingetroffen ist, wurde die Ruhe und Ordnung rasch hergestellt. Die Stadt ist von serbischen Truppen hart mitgenommen worden. Ein kleines Kavalleriedctachement machte gestern 300 Gefangene. Gestlicher Kriegsschauplatz. Eine Darstellung öes russischen General- siabs. Petersburg, 17. November.(W. T. B.) Der Kroße Generalstab veröffentlicht folgenden Bericht: Nach den Kämpfen im Oktober auf den Straßen nach Warschau und Jwangorod, die durch unseren Sieg gekrönt wurden, begann der Feind den Rückzug zu seiner Grenze, wobei er schonungs- los die Eisenbahnen und Chausseen zerstörte. Längs der Eisen- bahnen sprengten die Deutschen die Bahnhöfe und die dazu gehörenden Gebäude in die Luft oder steckten sie in Brand und vernichteten alle Wassertürme, Wasserleitungen und Weichen. An gewissen Kreuzungen sprengte der Feind die Schienen so vollständig, daß für die Wiederherstellung der zerstörten Strecke das Logen neuer Schienen erforderlich war. Ebenso sprengten die Deutschen alle Brücken und Wasser- lcitungen, selbst die kleinsten, von Grund aus, um dadurch ihre Wiederherstellung unmöglich und ihren Neubau not- wendig zu machen. Auf den Chausseen wurden sämtliche Brücken zerstört. Die Straße selbst wurde schachbrettartig auf der rechten und linken Seite aufgegraben oder gesprengt. Der Feind schlug die Telegraphenmasten um, zertrümmerte die Isolatoren und zerschnitt die Drähte. Alles dieses hielt unsere Verfolgung ernstlich auf, wodurch es dem Feinde gelang, auf dem linken Ufer der Weichsel allmählich aus unserem Aktionsgebicte herauszukommen und sich seinem Ge- biete zu nähern. Nachdem die Deutschen diese Aufgabe er- aber Brust an Brust mit ihm gerungen haben, geben dem Kaiser. was des Kaisers ist, und den Feinden, was ihnen gebührt, im Bösem wie im Gutem. Mit dem Schimpfen geht'S wie mit dem Rodeln. Ist man erst 'mal im Schwung, dann gibt'S kein Halten mehr. Und so glitt das schlüpfrig« Gespräch auf das beliebte Thema: vorgesetzte Behörde! Ein Fliegerleutnaut hat den Feind Hunderte von' Kilometern überflogen, ist auch beschossen worden, war also gewiß so„mobil" wie nur irgend möglich; der böse Zahlmeister aber hält sich an seine Bestimmungen und will durchaus keine Kriegslöhnung heraus- rücken! Sein Bruder. Feldwebelleutnani mit„feinem Kommando", ist. flüger gewesen. Als er zum Leutnant befördert werden sollte, hat er ausgerechnet, daß er sich dann schlechter stehen würde als jetzt, und so blieb er denn lieber Feldwebelleutnani mit höheren Bc- zügen, Geschäft ist Geschäft! Auch das Eiserne Kreuz?— Müßte bloß für Tapferkeit verliehen werden, nicht auch für Auszeichnung, weil.... Hier mußte ich leider da» erstemal umsteigen, so daß es mir nicht vergönnt war, an dieser frischen Quelle noch ferner Weisheit zu schlürfen. Behutsam flettcrte ich über die müden Soldaten hin- weg. die— immer an der Wand lang— im schmalen Gang deS v-ZugeS auf dem Boden lagen und schliefen. II. Dir drei Provinzen. Im Morgcngrau durchfuhr ich die Nordspitze der Provinz Posen, und als ich durch Wcstpreuhen rollte, war schon der scharfe, sonnenklare Novcmbervormittag heraufgestiegen. Ich weiß nicht, ob die Besorgten unter uns Recht haben, die da meinen, über kurz oder lang werde dieser unermeßliche Krieg uns zu allem Sonstigen doch auch noch schweren Mangel und bittere Hungersnot bringen; oder ob fene im Recht sind, die da behaupten, wir seien auch gegen den NahrungSmittelkrieg„voll und ganz" gerüstet. Aber eins weiß ich, nachdem ich Posen, West» und Ostpreußen in diesen Tagen durchquert habe: Mit Rüben sind wir mehr als reichlich versehen, und wenn irgendwelche Menschen früher oder später im Verlauf des Krieges kommen und sagen sollten: Die Rübcnschnitzel fürs Vieh oder gar der Zucker müsse nun verteuert werden, denen er- wider ich schon heute im voraus: Lug und Trug und Wucher! Wir fahren über die große Brücke; da müssen die Fenster dicht verhängt werden.... Längs der Strecke wird fleißig gearbeitet. Sogar Frauen rackern mit der Sandschippe. Die wunderbarste Arbeit aber haben wieder die Pioniere vollbracht. Schon im Frieden leisten sie, deren Truppe sich aus tüchtigen Arbeitern zusammensetzt, Hervorragende». Nun im Kriege vollends sind sie Künstler geworden, zumindest Kunsthandwerker, die solide und schön zu arbeiten wissen. Bloß die Bäume, die vielen lieben Bäume, und all die Sträucher, die als Opfer fallen muhten! Klein und groß und groß und klein, die Bäume und Bäumchen, die ihr Leben, ihre Seele lassen mußten, die wir nicht in den Verlustlisten finden und um die wir doch trauern mit schmerzlichsten Gefühlen. Knickt ihr im Frieden ein Zweiglein zu viel oder holt ihr armen Wciblein euch ein bißchen füllt hatten, benutzten sie ihr ausgedehntes Eisenbahnnetz, ihre Truppen auf dem schnellsten Wege nach Norden zu schaffen, uni gegen unseren linken Flügel starke Streitkräfte zusammenzuziehen. Mitte November machte sich eine deutsche Offensive in der Gegend zwischen Weichsel und Warthe bemerkbar, die zu Kämpfen führte, die sich gegenwärtig auf der Front Plock— Lcntschitsa— Puneioff entwickeln. In Ostpreußen in der Gegend von Stallupönen und Possessern versuchte der Feind durch abgesondere Abteilungen gegen unsere Offensive aufzuhalten, zog sich aber zurück, nachdem sein Versuch mißglückt war. In der Gegend von Soldau und Neidenburg dauert die Aktion an. Unsere Offensive gegen Krakau und die galizische Front wird fortgesetzt. Die Ver- suche der Oesterreicher, auf ihren Angriffsstraßen feste Stellungen einzunehmen, bleiben ohne Erfolg. In den Kämpfen am 13. November südlich Lysky machten wir zehn Offiziere und Taufende von Soldaten zu Gefangenen. der türkische Krieg. /legppten vor üem �ufsianöe. 5loustantlnopel, 17. November.(W. T. B.) Das Blatt „Turan" erfährt: Da die ägyptischen Liberalen trotz der Maß- nahmen der Engländer schon seit langer Zeit alle Vorberei- tungen für einen allgemeinen Aufstand getroffen haben, wird dieser sofort beginnen, sobald die Nachricht von der Verkün- dung des Heiligen Krieges nach Aegypten gelangen wird. Die englischen Truppen in Aegypten reichen nicht hin, einen solchen Aufstand zu unterdrücken. Die BevölkerunadesSu- d a n s hat sich bereits erhoben und dringt pegen Norden vor. Die eingeborenen ägyptischen Offiziere und Truppen, die nach dem Sudan verschickt worden sind, werden sich der Bewegung anschließen. Andererseits nähern sich die Senussi der Grenze Aegyptens. der Seekrieg. von üer Tätigkeit öes Kreuzers »Karlsruhes Amsterdam, l6. November. Das„HandelSblad" meldet aus London: Der Kapiiän des holländischen Dampfers„Maria", der mit einer Ladung von Punta ArcnaS nach England unterwegs war. erzählte, daß fein Schiff am 20. Seplember von dem deulfchen Kreuzer„Karlsruhe" beichlagnahmt und versenkt wurde. Der Kapitän und die Mannschaft der„Maria" wurden an Bord des Begleitschiffes.Creield" gebracht. Die„Karlsruhe" hatte damals bereits die Dampfer„Powicastle"..Slralhroy",„Maplebronch", „Higblandhope" und„Jndrant" beschlagnahmt. An demselben Tage wie die„Maria" wurde der Dampfer„CorniShcity". an den darauffolgenden Tagen die Dampfer„Rioaguafa",„Farne".„Hiabadel- Arinaga",„Lynrowan".„Cervantes",„Pruth" und„Condor" beschlagnahmt. Am 22. Oktober lief die„Crefeld" in Santa Cruz ein und landete insgesamt 433 Personen von den erbeuteten Dampfern Der besihlagnahmte„Komet*. Rotterdam, 17. November.(SB. T. B.) Der«Nieuwc Rotter« damsche Courant" meldet: Das deutsche Regierungsfahrzeug„Komet", das bei Neuguinea von der australischen Flottenabteilung fort- genommen ist, ist dieser unter dem Namen„Una" einverleibt worden. „Komet" ist ein fleineS Vermessungsschiff von 17,5 Stundenkilometer Geschwindigkeit ohne irgend einen Gefechtswert. Sieben Holländer durch eine angespülte Mine getötet. Amsterdam, 17. November.(Privattelegramm des „Vorwärts".) Als heute in Westtapclle eine dort angespülte Mine demontiert werden sollte, explodierte sie. Sechs holländische Soldaten, darunter ein Hauptmann und zwei See« leutnoms. sowie ein Dünenwächter wurden getötet. Reisig aus dem Walde, so kommt euch der Förster auf den Pelz. Jetzt aber! Nicht einmal die Schonung hat— Schonung gefunden. Je mehr inan nach Osten kommt, desto ernster werden die Menschen und die Gespräche, und im Ncbenabteil instruiert bereits ein Offizier drei Feldwebclleutnants über Gruppen» und Rotten- fcuer. Heranschleichen an den Feind und ähnliche Dinge. Die Jünglinge allerdings, 17- bis 22iährig, von dem hier ganze Eisen- bahnzüge voll als längster Landsturm zum Grenzschutz aufgeboten sind, sie lassen sich glücklicherweise ihre Fröhlichkeit' nicht verkürzen, und auch die polnisch Sprechenden unter ihnen gehen hoch gestimmt, teilwcis wohl zu hoch gestimmt, an die Grenze. Und in den Wagen. an den Wagen und längs der Strecke immer wieder Humor— oder einer, der so'was sein soll. Da wird ein ausrangierter Viehwagen auf freiem Felde durch Aufschrift zum„Sch l a f s a I 0 n", ein blechencr Marmeladeeimer auf demselben Wege zur„Waschwilette". Die Wageninschriften aber haben sich seit Kriegsbeginn noch wenig gändert, bloß daß die neueren Tagesereignisse in diese kreidige Literatur einbezogen werden. So las ich z. 33.:„Rache für T s i n g t a u!" und ein ganz Gescheidtcr hatte gar an die Schiebe- tür des Güterwagens geschrieben:„Napoleon mutz krepie- r e n!"--- Noch immer konnte die Gefahr nicht groß sein; denn weit draußen, zwischen Acker und Wald, unmittelbar bei Gebäuden, die zu kleinen Festungen umgewandelt sind, tummelten sich Kühe und Kälber, Kinder und Kinder: ein friedliches Bild— und die Unruhe, die Zerstörung nur ein paar Meilen weiter östlich. Tie ersten größeren Schützengräben tauchen auf und die ersten törichten Gespräche der bekannten Bierbankfeldherren: Zlvei Milli- onen Russen im Anmarsch und sonst noch allerlei Kraut und Kohl. Und nicht zu vergessen: Hindenburg! Je näher ich an Soldau— zwei knappe Meilen von der russischen Grenze— herankam, desto klarer zeichnete sich ab, was den militärischen Friedens- vom KriegSbetrieb im allgemeinen wohl unterscheidet. Wer unseren„Kommiß" kennt, der weiß: ES gibt Vorgesetzte, die sich den„königlichen Dienst" ohne Schreien und Tampfmachcn überhaupt nicht vorstellen können.„Es gehört dazu" — meinen sie. Und gar vor Besichtigungen, Paraden, großen Musterungen, da kommen die Mannschaften aus der Hetz und die Vorgesetzten aus der Aufregung schon gar nicht mehr heraus. Wie anders wirkt dies Zeichen auf mich ein! Dicht vor Sol- dau, das bereits im August zuerst die Kosaken und die nieder- gebrannten Häuser, das russische Bombardement und bei der Ver- treibung des Feindes die deutschen Granaten kennen gelernt hatte, dicht vor Soldau, das jetzt von neuem am 7. und am 8 November (dann wieder vcm 10. ans die Grütze der russischen Kanonen zu fühlen bekam, dicht vor Soldau: abgeklärte Ruhe, bestimmte, flare Erfassung der Lage, kein Hin und Her, kein Gehetz, kein Schelten, keine äußerliche Aufregung. Innerlich sind viele dieser Soldaten, Offiziere und Unteroffiziere gewiß von Unruhe gepeinigt, doch ihre Beherrschrhcit läßt das nicht durchblicken. Am Tage zuvor(Sonn- tag) war die russische Kanonade so stark gewesen, daß die Einfahrt der Eisenbahnzüge eine Zeitlang bedroht schien. Und nun— Mon, tag nachmittag— erwartet alle Welt jeden Augenblick den Wieder- beginn des Bombardements.„Eigentlich" darf man daher nicht ins Städtchen.„Eigentlich"? Also hincm! 2S Englanüer in ttorwegen interniert. Kopenhagen, 16. November.(W. T.?.)»Berlingske Tidende" meldet aus D r o n t h e i m: Der englische Dampfer„Weimar", von Archangelsk nach Leith, ist bei Borreholmen auf Grund geraten. Darauf bc- fanden sich 28 englische Marineoffiziere und Matrosen, die mit einem Eisbtecher von Kanada kamen. Sie sind in Trontheim interniert worden._ Neue Vermittlungsversuche! Amsterdam, 17. November. iPrivattelegramm dcS „Vorwärts�. T«S ,�andel§blad" weist auf die gegenwärtige Reife dcS amerikanischen Gesandten nach Washington hin. Er erklärt den Augenblick für eine Vermittlung für günstig und fragt, ob Holland nicht zusammen mit der Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika ein LermittlungS- o n g c b o t vorbereiten könne». Unverkennbar hat aber die FriedenSstimmnng in Frankreich,»b wohl sicherlich im Volke vorhanden, noch nicht öffentlichen Aubdrnck gefunden. Selbst V a i l l a n t erklärt in der ,�>umanite": Bei gleichzeitiger Ablehnung aller A n n e x i o n S i d e e n müsse der Krieg so lange fortgesetzt werden, bis der d c u t s ch e Imperialismus vernichtet sei. Mit ihm verhandeln, heiße mit ihm Frieden mache». Die Verhandlungen des Unterhauses. London, 17. November.(W. T. B.) Unterhaus. Premier- minister A s q u i t h stellte bei Beantwortung von Anfragen eine Soldcrhöhung der unteren Nangklassen der Armee in Aussicht. Er sagte: Bisher wurden 435 Unteroffiziere zu Unter leutnants befördert. Auf die Frage, welche Schritte die Regierung getan habe, um den Feinden die Zufuhr notwendiger Artikel abzuschneiden, erklärte A s q u i t h, daß die Regierung seit Beginn des Krieges keiner anderen Frage eine grötzere Aufmerksamkeit geschenkt habe. ES sei eine der schwierigsten Fragen hauptsächlich deshalb, weil-S sich um Güter für den Feind handele, die aus neutralen Län d e r n durch neutrale Schiffe ausgeführt würden und in erster Linie einen neutralen Bestimmungsort hätten. Wenn die Regierung ivillkürlich handele, so würde sie mit den Rechten der neutralen Mächte in Konflikt kommen. So belangreich es sei, dem Feinde mit allen gesetzlichen Mitteln das Kriegematerial. Lebensmittel und andere dringend notwendige Güter abzuschneiden, so sei es von cbcnsogrohem Interesse, daß England nichtwillkürlichgegen das Vökerrecht und gegen die neutralen Länder sich verhalte. Die Regierung strebe danach, mit großer Vorsicht beide Pflichten zu erfüllen, so daß ein Konflikt vermieden würde ASguith sagte ferner über die Zunahme der Steinkohlen. ausfuhr nach Skandinavien, er glaube, daß die Vermehrung nicht sowohl daraus folge, daß die Steinkohlen schließlich nach Deutschland gingen, sondern vielmehr, daß Skandinavien eine Zeib lang der Vorräte beraubt gewesen sei. ASquith fuhr fort: Es ivar nicht zu verwundern, dasi die skandinavischen Länder sich an England wandten, um Vorräte zu erhalten, die sie nicht mehr aus Deutschland erhielten. Die Frage des Tee-EzporiS werde von der Regierung erwogen. Es fei Grund vorhanden, anzunehmen, daß ein beträchtlicher Teil des nach Ländern wie Holland ausgeführten Tee» den Weg nach Deutschland finde, es seien aber Mittel vorhanden, die die Regierung erfolgreich anwenden könne, um dies zu beenden. ASquith sagte, es fei ein gefährliches Gebiet, da die Frage neutrale Länder betreffe. Holland fei ein Land, das seine Rechte als neutraler Staat geltend mache und die britische Regierung habe keinen Grund zu klagen. Holland befinde sich in einer sehr delikaten und schwierigen Lage, da das Land den Unter- lauf des Rheines beherrsche und an Belgien grenze. ASquith schloß: Ich beklage mich nicht über die Art, wie Holland seine Berpflich- tungen als neutraler Staat erfüllt hat, aber andererseits müssen wir dafür sorgen, daß die Güter, die tatsächlich für den Feind und seine Armeen bestimmt sind, ihn nicht unter dem Vorwande er- reichen, daß sie für neutrale Häfen konsigniert sind. A s q u i t h wies schließlich auf den geringen Prozentsatz der Krankheiten in der Armee hin. Bewilligung üer Kreüite in Englanö. London, IS. November. iW. T. B.) Unterhaus. ASquith erinnerte bei Einbringung der Kreditvorlage von 2ZS Millionen Plund Slerling daran, daß am 8. August 10(1 Millionen Pfund be- willigt worden seien; diese seien teils für die KriegSfübrung, teils für die Sicherung der Lebensmittelversorgung und zur Fürsorge für die Flüwtliiige ausgegeben worden, von den neuen Krediten sollten 10 Millionen an Belgien und 800 000 an Serbien al« bis zum Ende des Krieges unverzinsliche Darleben überwiesen werden; die britischen Kolonien, die unter normalen Umständen sich mit An- leihen an den Londoner Geldmarkt gewendet haben würden, sollten dieser Notwendigkeit durch die ReichSregierunq überhoben werden, welche ihnen Anleihen in Höbe von S0 2S0 000 Pfund verschaffen werde. Zum Schluß besprach ASquith die SriegSkosten und sagte, diele bcliesen sich gegenwärtig auf 260 000 bis eine Million (20 Millionen Mark) täglich; in Anbetracht der enormen Ausdehnung der Operationen und anderer Erwägungen sei da« nicht übertrieben viel, und er könne auch keine Hoffnung dafür eröffnen, daß die tat- sächlichen Ausgaben sich vermindern würden. Nach kurzer Debatte nah« daS Unterhaus einstimmig die vill zur Bewilligung eines Kredits von 225 Millionen Pfund Sterling an und ermächtigte die Regierung, eine zweite Million Mann unter die Waffen zu rufen. Vertrauensvotum für Guesüe und Sembat. Paris, 17. November.(85.?. 0.) Die Gruppe der geeinigten S o z i a t l st e n drückte nach einem Bortrage der M i n i st e r S e m b a r und G u e s d e über die innere und äußere Politik erneut ihnen einstimmig ihr bereits früher zum Ausdruck gebrachtes Ber- trauen aus. Das Statt Ittuffolinis. Zürich. 17. November.(W. T. B.) Die.Neue Zürcher Ztg.' meldet aus Mailand: Die gestern hier erschienene erste Nummer der neuen Ta.ieSteilling.Ii Popolo d'Jtalia', welche der fiühere Re- dakirnr deS.Avanii" Plof Mussoltni berauSgibt, ist ziemlich malt. Sie entspricht nickt den Erwai tungen und predigt im Gegensatz zur sozialistischen Partei, welche unver- brü blick, an dem Programm dcrNeutralitätJtalienS fest- hält, den Krieg gegen Deutschland und Oesterreich- Ungarn. Der persönlich mittellose Musiolini soll über Fonds von S00 000 Lire versiigcn und seine französischen Nachrichten von Cambon erhalten. Au» der ersten Nummer ist nur erwähnenswert, daß England an- geblich das Angebot Japan» amrahm, Truppen nach Aegypten zu senden. DeHandlung verwundeter deutscher Krieger in Zrankreich. Einem Briefe des Vizepräsidenten der„Französischen Gesellschaft zur Pflege verwundeter Krieger" in Lodeve bei Cette entnimmt die„Norddeutsche Allgemeine Zeitung" folgendes: ..Wir haben hier 250 mehr oder weniger schwer verwundete deutsche Soldaten, die sich nach Ueberstehung des Wund- starrkrampscS jetzt auf dem Wege der Besserung befinden; eS sind zum größten Teile Rheinländer, Sachsen und Bayern. Ihnen wird dieselbe Sorgfalt zuteil wie unseren eige- nen Soldat en. Sie sind in drei Verbandsälen untergebracht, mit vier Roten-Kreuz-Schwestern für jeden Saal und außerdem vier Pflegerinnen, die die Kranken zu waschen, anzukleiden und ihnen Speise und Trank zu verabreichen haben. Die Kranken- kost besteht aus Kaffee am Morgen, um 10)4 Uhr Suppe mit Fleisch, Makkaroni, Nudeln und Gemüse; am Abend Fleisch mit Suppe und Gemüse. Diejenigen, für die besondere Kost borge- schrieben ist, erhalten Eier, Milch, Fleischbrühe und Tee. Neben den in den eigentlichen Militärdienst eingereihten Krankenpflegerin- nen hat unsere Gesellschaft freiwilliges Samariterpcrfonal zur Verfügung gestellt, das die Nacht über als Krankenwache im Hospital bleibt und sich hierin alle 10 Tage ablöst. Natürlich haben alle Verwundeten ihr Bett; ihr Allgemeinbefinden ist gut zu nennen. Siebzehn Deutsche sind ihren Verwundungen erlegen. Den Angehörigen ist die traurige Nachricht durch die Rotcn-Kreuz- Schwestern brieflich in deutscher Sprache mitgeteilt worden. Die Toten wurden auf einem von den militärischen Be- Hörden eingeräumten Teile deS Friedhofes beerdigt; Geistliche der Religionsgemeinschaften, denen die Verstorbenen angehörten, sprachen die lrtzten Gebete oder geleiteten die Särge auf den Friedhof hinaus. Die Gräber habe ich mit Kreuzen, die als Inschrift die Namen der Toten, ihren HeimatSort, den Tag ihres Tode» und einen frommen Spruch tragen, versehen und mit Im- mortellenkränzen schmücken lassen." politische Uebersicht. Fünf Milliarden Kriegskredit. Dem Reichstag wird bei seinem Zusammentreten am 2. Dezember eine neue Vorlage wegen Bewilligung neuer Kriegskredite vorgelegt werden. Gefordert werden etwa fünf Milliarden Mark. Der Vorlage wird eine Denkschrift beigefügt, die einen Ueberblick über die Kriegs kredite bieten soll. Mit der Bewilligung dieses Kredites will sich die Regierung die Ermächtigung verschaffen, den Bedar bis zum Ende des Etatsjahres, also bis Ende März l9l5, zu sichern. Eine neue Anleihe wird nicht beabsichtigt. Das Geld soll erforderlichenfalls durch Begebung von Reichsschatzscheinen bei der Reichsbank aufgebracht werden. Tie endgültige Rege lung des Kriegsbedarfes soll dann in dem neuen Etat erfolgen der dem Reichstag voraussichtlich im Februar vorgelegt werden wird._ Eine Verbotsandrohuug. Unser Nordhäuser Parteiblatt vom Montag, den 16. No vember bringt an der Spitze des politischen Teils folgende amtliche Kundgebung: An die„Nordhäuser Polkszeituug"! Nordhausen. 16. November 1914. Polizeiverwaltung der Stadt Nordhausen. Auf Anordnung dcS stellvertretenden Generalkommandos deS XI. Armeekorps in Kassel vom 14. d. M. eröffnen wir Ihnen, daß bei Fortsetzung der auf- reizenden Sprache in der„Nordhäuser Volks- zeitung" das Erscheinen dcS Blattes verboten werden wird. _ I. A.: Dr. Ballcr. Ausweisung der Ausländer aus Dresden. Wie kürzlich in Frankfurt a. M.. so hat jetzt der Polizeipräsident von Dresden angeordnet, daß sämtliche Russen, Franzosen, Engländer �einschließlich der Angehörigen englischer Kolonien), Serben. Montenegriner und Japaner das Stadtgebiet von Dresden bis zum 27. November zu v e r- lassen haben. Feindliche Ausländer, die nach dem 27. No vember noch oder wieder in Dresden angetroffen werden, sollen sofort verhaftet werden. Die Wahl des neuen Aufenthaltsortes unterliegt der M i t b e st i ni m u n g der zuständigenBehöroen; er muß mindestens 2V K i l o mcter von Dresden entfernt sein; auch darf nicht Groß-Berlin oswie das Gebiet einer Anzahl anderer Städte gewählt werden. Bis zum 29. November hat jeder feindliche Ausländer sich zu melden und den erforderlichen Erlaubnisschein zur Reile zu beantragen, widrigenfalls er verhaftet werden wird. Die Ausweisung beruht auf folgender Verfügung des Chefs des stellvertretenden General st abs der Armee:' i- 1. Die Angehörigen a l l e r S t a a t e n, mit denen wir uns im Kriegszustand befinden, sind ohne Rücksicht auf Alter und Geschlecht aus allen am Schluß aufgeführten Orten und Bezirken innerhalb eines Zeitraumes von zehn Tagen nach Eingang dieser Verfügung zu entfernen. 2. Nur das Oberkommando in den Marken, die Marine- Stationskommandos und die stellvertretenden Generalkommandos sind berechtigt, für ihren Befehlsbereich Ausnahmen zu ge> statten, die möglichst auf amtsärztlich bescheinigte schwere Krankheitsfälle zu beschränken sein werden. Ob für andere Ausländer, t>ie sich seit vielen Jahren in Deutschland befinden und für deren deutsch-freundliche Gesinnung und Bc- tätigung angesehene Deutsche volle Bürgschaft übernehmen, in Einzelfällen Ausnahmen zu gestatten sein werden, wird dem Ermessen der genannten obersten Kommandobehörden anhcim- gestellt. 3. Wer von den in Frage stehenden Ausländern nach Ablauf der festgesetzten Frist noch oder wieder an dem bisherigen Ausent- haltSort betroffen wird, und wer andere verbotene Orte oder Bezirke betritt, ist zu verhaften und den zuständigen obersten Kommandobehörden namhaft zu machen. 4. Die Wahl des neuen Aufenthaltsortes unterliegt beim Wechsel de» Korpsbezirks der Z u st i m m u n g de« aufnehmenden Generalkommandos; inner- halb des Korpsbezirks kann sie freigestellt werden. Ter neue Aufenthaltsort muß aber mindestens 20 Kilometer von der Küste und von jedem der verbotenen Orte entfernt sein. Da« Gebiet de» Zweckverbandes Groß-Berlin darf nicht als neuer Aufenthaltsort gewählt werden. Wenn die Zahl der in andere Korpsbezirke abreisenden Ausländer so groß ist. daß sich Schwierigkeiten bezüglich Jnnchaltung der Frist ergeben, so ist haS stellvertretende Generalkommando des Hsherigen Ausenk- haktSorteS befugt, diese Frist nach Bedarf zu verlängern. 5. Jeder Ausländer ist verpflichtet, den neuen Aufenthalts- ort vor der Abreise der Ortspolizeibehörde mitzuteilen, die einen aus den Namen lautenden Erlaubnisschein zur Reise dorthin ausstellt und die Uebcrweisung vornimmt. Nach Ankunft inr neuen Wohnort hat sofort Me l d u n g bei der Ortspolizeibehördc stattzufinden. Die Reise an den neuen Aufenthaltsort erfolgt auf Kosten deS Reisenden und nötigenfalls nach Vereinbarung der stellvertretenden Generalkommandos mit den Linicnkomman- danturen. Mittellosen Personen ist der Aufenthaltsort zu be- stimmen. Ihre Beförderung dorthin erfolgt auf Kosten der Militärbehörde. 6. Allen über 15 Jahre alten Angehörigen feindlicher Staaten ist. soweit es nicht schon geschehen, die Verpflichtung bis zu täglich zweimaliger Meldung bei der Polizei aus- zuerlegen. 7. Auf Saisonarbeiter finden die vorstehenden Bc- stimmungen keine Anwendung, sofern eS von den stellvertretenden Generalkommandos nicht für erforderlich gehalten wird. * Es sind folgende Orte den Ausländern zum Aufenthalt verboten worden: Potsdam. Ostseeküste einschließlich Insel Rügen. Stettin, Schneidcmühl. Thorn, Königsberg i. Pr., Besesti- gungen der Masurischen Seen, Allenstein, Elbing. Marienburg. Leipzig, Posen, Glogou, Liegnitz, Breslau, Glatz, Essen. Düsseldorf, Köln, Türen, Trier. Nordseeküste und vorgelagerte Inseln ein- schließlich Fehmarn, Alfen und nordfriestsche Inseln, Rostock, Lübeck. Neumünster. Kiel. Nordostseekanal. Elbe- und Wesermün- dung bis Hamburg bezw. Bremen einschließlich Emden, Wilhelms- baven, Gotha, Dresden. Fricdrichshafen. Oberrheinbefestigunaen, Laar. Baaden-OoS. Mannheim. Straßburg, Neubreisach. Metz. Diedenhofen, Danzig. Graudenz. Kulm, Tarmstadt, Frankfurt am Main. Ein nachahmenswerter Erlast. Aus München meldet Wolfis Bureau: Der kommandierende General des 1. bayrischen Armeekorps hat eiuen Erlaß veröffentlicht, der sich gegen Gehaltskürzungen und Lohnminderun gen. insbesondere gegenüber Heimarbeiterinnen, richtet und zur Hintanhaltung eines derartigen gemeingefähr- lichen Gebahrens strenge Zwangsmaßregeln in Aussicht stellt. Ein Kampf um die Höchstpreise für Getreide. Für die Stadt Görlitz gelt«, zurzeit die für. die Hauptstadt der Provinz Schlesien, in der Görlitz liegt, festgesetzten Höchstpreise nir Getreide. Kürzlich erschien nun in der bürgerlichen Lokalpresse eine Bekanntmachung der„Landwirtschaftlichen Kreiskommission", in der angekündigt wurde, daß Verhandlungen über eine anderweitige Festsetzung der Höchstpreise für Görlitz schweben. Bis zur Be- endigung dieser Verhandlungen— hieß eS weiter— gelten für Görlitz nicht die Breslauer, sondern die Dresdener Höchst- preise, sür Roggen also pro Tonne nicht 212 sondern 225 M., und für Weizen 40 M. mehr. Hiergegen wandle sich unser Görlitzcr Parteiorgan schon deshalb ganz energisch, weil auf völlig ungesetzliche Weise die Höchstpreise hinausgesetzt werden sollten; denn nach H 3 der BundeöratSverordnung über die Festsetzung der Höchstpreise ist die Zustimmung des Reichskanzlers erforderlich, sobald der Hauvtort, nach dem die Festsetzung der Höchstpreise für einen Rebenqrr erfolgt, in einem anderen Bundesstaate liegt. Auch der Magistrar der Stadt Görlitz vertrat in einer Zuschrift an die Presse diesen Standpunkt und betonte ausdrücklich, daß kür Göilitz zunächst nur die Höchstpreise kür Breslau, das vom Rcgierungs- Präsidenten als Hauptort für Görlitz bestimmt worden ist, maßgebend seien. Die landwirtschaftliche Interessenvertretung, die„Kreiskommission Görlitz", antwortete in einer weiteren Bekanntmachung: Die Zentral- stelle sür Heeresverpflegung in Berlin habe auf Anfrage den Bc- scheid gegeben, Görlitz liege erheblich näher zu Dresden als zu Breslau, demgemäß müsse nach ß 3 der BundcSratSverordnung vom 28. Oktober für Görlitz der Höchstvreis für Getreide der de» Hauptortes Dresden gelten. Tiefem Versuch, eigenmächtig Getreidehöchsipreise festzusetzen, trat der Magistrat in einer öffentlichen Erklärung entgegen mit dem Hinweis, daß immer noch für den Handel mit Getreide die Verfügung de» Regierung«- Präsidenten zu Liegnitz gelle, nach der im ganzen Regierungsbezirk Liegnitz als Hauptmarktort lediglich der Großhandelsplatz in Breslau in Frage komme. Und was sagt der Reichskanzler zu dem Bemühen, die für Sachsen festgesetzten Höchstpreise kurzerhand auf Teile der Provinz Schlesien zu übertragen, ohne die gesetzlich vorgeschriebene Zustimmung de» Reichskanzler« einzuholen? (Wiederholt, weil nur in einem Teil der gestrigen Auflage.) Auch der neue Papst gegen den Modernismus. Rom, 17. November. In der E n c y k l i k a legte der Pap st die Aufgabe, die er sich gestellt hatte, auseinander. Er erklärr, es sei fein Wille, jede Zwietracht zu zerstreuen, die sich er- hoben hätte, und zu verhindern, daß sich neue Zwistigkeiten bilden könnten. ES sei vor allem nötig, persönliche Ansichten und b e» hördlich nicht genehmigte Lehrmethoden in Bairn zu tun, die durch Bücher oder durch Zeitungen oder durch öffentliche Reden zur Verbreitung gelangte». DaS katholische Studium dürfe ich nicht mehr mit Fragen beschäftigen, deren Zweck der Rein- Haltung des Glaubens zuwiderlaufe. Bor allem müsse die chlechte Pflanze de« Modernismus ausgerottet werden und mit ihr der böse modernistische Geist, der stets nach Neuem strebe. Mit dem Bekenntnis de« Glauben« möge ich als mächtige Triebfeder sür daS Gute das gegenseitige gute Beispiel gesellen. Der Papst freut sich zu sehen, wie diese« im Schöße der katholischen Gesellschaften durchgeführt ist und drückt den Wunsch auS, daß diese sich vermehren mögen; er er» wartet auch, daß sich diese getreu an die Vorschriften halten, die ihnen erteilt worden sind oder die vom apostolischen Stuhle noch erteilt werden sollen. Letzte Nachrichten. Die ReichstagSnachwahl in Mannheim. Mannheim, 17. November.(W. T. B.) Bei der heutigen ReichstagSersatzwahl für den im Felde gefallenen Reichstags- abgeordneten Dr. Ludwig Frank im 11. badischen Wahlkreis. wurde der sozialdemokratische Kandidat, Redakteur Oskar Geck, mit 1 1 574 Stimmen gewählt. Ein Gegenkandidat war nicht aufgestellt. Bei der Hauptlvahl im Jahre 1012 erhielt von 57 214 abgc« gebenen Stimmen der Genosse Dr. Ludwig Frank 31 660 Stimmen. Auf den Nationalliberalen entfielen damals 13 186, auf den Jen- trumskandidaten 8842 Stimmen. 624 Stimmen brachten noch die Konservativen auf und 43 Stimmen wurden für einen Polen ab- gegeben. Eine neue Trinffur Für Männer und Frauen aller Stände attigkeit und Müdigkeit am Morgen, ein bleiernes Gefühl in den Beinen, falte Gelenkschmerzen, Klopfen in den Adern, Blutandrang nach dem Kopfe, Kopfschmerzen, Schwindelanfälle, Niedergeschlagenheit, Unluft zur Arbeit, Schmerzen in der Nierengegend und beim Urinieren, dunkler Urin mit rotem Sand oder weißen Flocken, Stoffwechselstörungen, Appetitlosigkeit, auch Hautausschläge, das find die Anzeichen dafür, daß Ihr Körper wohl faft immer mit Harnsäure vergiftet ist. Treten solche Anzeichen bei Ihnen auf, so ist es die höchste Zeit, daß Sie Ihre Lebensweise vollständig ändern, dann ist es Beit, daß Sie" Botano" trinken. 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Sie kamen aus dem Osten, hatten eine achttägige Wasserfahrt hinter sich. wurden zu vieren hintereinander von einem kleinen Dampfer geschleppt. Der erste Versuch, Lazarettschiffe nicht nur zum Transport von größeren Städten nach der näheren Umgebung, sondern auch für längere Fahrten zu benutzen, war geglüidt. Die Verwundeten sollen in guter Verfassung angekommen sein. Der Lazarettzug rollt schnell über die Schienen, verschwindet bald dem Auge; das Lazarettschiff mit dem hohen Mast und der Rote- Kreuz- Flagge daran gleitet langsam über die Flut, weckt durch die Stille, die den Transport umgibt, Gedanken von Schen und Wehmut. Man wird dieses Bild, wenn man es einmal gesehen hat, so leicht nicht wieder los. hübsches Ruheplätzchen mit vier massiven neuen Bänken ge- führt, daß sogar mehrere Näherinnen wegen Lohndrückerei die Arbeit eingestellt hätten. schaffen. Die Beratungsstelle des Roten Kreuzes für Flüchtlinge hat das Reichstagsgebäude verlassen. Sie befindet sich nunmehr im alten Reichsmarineamt, Wertheimgebäude, Leipaiger Plak 13, und ist von 91 bis 111 Uhr vormittags und von 3 bis 5 Uhr nachmittags geöffnet. Die Kleiderausgabe bleibt: Dorotheenstr. 38/39 und ist Mittwochs und Sonnabends von 10 bis 12 Uhr vormittags offen. Ein schweres Brandunglück Von Stadtrat Fleischauer wurde entgegnet, daß in der Arbeitsstube die besten Zustände bestehen und alle Arbeiterinnen sehr zufrieden seien. Die gezahlten Preise sind hoch genug. Den Arbeiterinnen wird ein Tageslohn von 2 M. garantiert. Wenn ein Unternehmer zu hohe Löhne zahlt, dann muß man ihn darauf aufmerksam machen. Niedere Löhne genügen jetzt auch. Der liberale Stadtverordnete Vester bestreitet, daß von den angeführten Beschwerden auch nur eine gerechtfertigt sei und behauptet, daß die Preise mit den Gewerkvereinen vereinbart feien und als hohe Löhne gelten. Der Durchschnittswochenverdienst ciner Hehlert- Striderin sei 4 M. Näherinnen haben bis zu 7,20 M. pro Tag verdient. Er beantragte, die Debatte zu schließen und die Bc= schwerden einen Ausschuß zu überweisen. ereignete sich gestern mittag in Potsdam. Die im Hause Hehlertstraße 14 im ersten Stockwerk des Vordergebäudes wohnende Ghefrau des Arbeiters Totenhöfer hatte die Wohnung auf kurze Zeit verlassen, um Besorgungen zu machen. Interdessen waren Funken aus dem Ofen gefallen. Als die Frau nach Hause kam, drang ihr dichter Qualm aus der Wohnung entgegen. Frau T. versuchte zunächst selbst den bereits schwelenden Hausrat zu erstiden. Dies gelang ihr jedoch nicht. Der Rauch betäubte die Frau bald selbst und die Flammen ergriffen darauf ihre Kleidung. Der Rauch wurde schließlich von Hausbewohnern bemerkt, die bis zum Eintreffen der Feuerwehr des Feuers Herr zu werden versuchten. Die herbeigeeilte Feuerwehr holte alsbald die am Körper brennende Frau aus der Wohnung und brachte sie in bedenklichem Zustande nach dem städtischen Krankenhause. Das Feuer konnte bald gelöscht werden. Unsere Genossen protestierten gegen diese Mundtotmachung. Genosse Maß be= Die Gegner aber stimmten dem Antrage zu. gründete noch einen Antrag, wonach dem Arbeiterturnverein für eine lebungsstunden eine städtische Turnhalle zur Verfügung ge stellt werden soll. Er knüpfte hieran den Wunsch, daß das geschieht, ohne erst eine Mitgliederliste einzureichen. Dieser Antrag wurde angenommen. Tödlich verunglückt ist der 53 Jahre alte Oberbahnassistent Karl Kruhme aus der Wiclefstraße 26. K. war Montagabend auf dem Moabiter Güterbahnhof tätig und geriet unter einen rangierenden Güterwagen. Er wurde so schwer verletzt, daß er auf der Stelle starb. Die Leiche wurde beschlagnahmt und nach dem Schauhauſe gebracht. Tenerungsmaßnahmen in Nowawes. Die Irrfahrten eines entlassenen Kriegsteilnehmers, über die Die Kriegsfürsorgekommission hat außer 2000 Zentner roier wir am Freitag berichteten, haben inzwischen ein Ende gefunden. Gßkartoffeln, die sie an die Bevölkerung mit 3,60 bzw. 3,70 M.( frei Der wegen Erkrankung aus dem Felde zurückgeschickte Landſturmte Haus) pro Zentner abgibt, auch ein reichliches Quantum mann Louis Wolzendorf aus Neukölln, der nach seiner Heimkehr zunächst seinen Angehörigen und dann auch dem Garnisonlazarett Hülsenfrüchte sowie jest auch über 200 Bentner fetten und mageren zu Tempelhof entwich, ist jetzt zum dritten Male wieder ergriffen Speck und ebensoviel Schmalz gekauft. Bu geeigneter Zeit, wenn worden. Diesmal war er eine Woche hindurch mittellos umher- die Ladenpreise noch höher ansteigen, sollen die Waren pfundweise geirrt, bis es gelang, ihn in der Nähe von Zoffen anzuhalten. Der zum Selbstkostenpreise an die Bevölkerung abgegeben werden. offenbar geistesverwirrte Mann ist aufs neue im Garnisonlazarett von Kartoffeln. An einem Tage besuchte sie neun größere Güter Große Schwierigkeiten bereitete der Kommission die Beschaffung untergebracht worden. in der weiteren Umgebung, ohne Kartoffeln zu erhalten; die gebotenen Preise waren den Besitzern, die späterhin weit bessere Geschäfte zu machen hoffen, nicht hoch genug. Erst durch Vermitte= lung einiger Großhändler gelang es der Kommission, 2000 Zentner zu laufen. Die Idee, Verwundete und besonders Schwerverwundete, für die das Rattern und Stoßen im Eisenbahnwagen eine Qual ist, in Lazarettschiffen zu befördern, ist nicht neu, wurde aber in größerem Maßstabe zum ersten Male im Weltkriege praktisch ausgeführt. Die Lazarettschiffe sind entweder vom Staate oder von amtlich anerkannten Hilfsgesellschaften, insbesondere dem Roten Kreuz, eingerichtet. Die militärischen, dem Staat gehörenden Lazarettschiffe haben weißen Anstrich mit wagerechtem grünen Streifen, die übrigen weißen Anstrich mit rotem Streifen. Bei der Flagge mit dem Genfer Kreuz wird auch die Nationalflagge gehißt. Die Ausrüstung unterscheidet sich nur unwesentlich. Auf Prähme oder Zillen werden einfach Holzbaracken aufgebaut, die in der Regel Raum für vierzig bis fünfzig Strankenbetten, ein Speisezimmer, Pflegerzimmer, Küche, Apotheke und Konsultationszimmer 4, und 5. Bezirk beteiligt. des Arztes enthalten. Für Schutz gegen Kälte und andere Witterungseinflüsse ist genügend gesorgt. Einige Lazarettschiffe sind mit staatlicher Genehmigung auch von reichen Privatpersonen ausgerüstet. Alle führen Namen, die den friegführenden Mächten mitgeteilt werden. Auch ein Anschauungsunterricht. Die Tätigkeit der Gewerkschaften im Kriege muß, ob gewollt ober ungewollt, auch in solchen Kreisen anerkannt und gewürdigt werden, die der Gewerkschaftsbewegung früher feindlich gegenüberstanden. Wer nur einigermaßen sich einen klaren Blick bewahrt hat, muß anerkennen, daß die Gewerkschaften unter Aufbietung der größten Opfer in der jezigen schweren Zeit ihren notleidenden Mitgliedern nach Möglichkeit helfend zur Seite stehen, damit aber auch sugleich der Allgemeinheit große Lasten abnehmen. Es hieße geradezu, den Kopf in den Sand stecken, diese kulturelle Wirksamkeit nicht anerkennen zu wollen. In Berlin lernen Tausende von Ehrenbeamten, die sich der Stadt zur Mitwirkung in den einzelnen Unterstüßungszweigen bereitwillig zur Verfügung stellen, gerade diesen segensreichen Zweig der Gewerkschaften kennen. Sie sehen tagtäg lich mit eigenen Augen, wie die Gewerkschaft ihren Mitgliedern beispringt und sie vor der allergrößten Not bewahrt. Ein solcher Mann, der diese gewerkschaftliche Arbeit schäßen gelernt hat, scheint auch der Lehrer zu sein, der gestern früh seine Schüler nach der in der Schule abgehaltenen Siegesfeier spazieren führte. Der Lehrer nahm seinen Weg mit etwa 100 Schülern am Gewerkschaftshause vorüber. Vor dem Hause machte er Halt und erklärte den Kindern, daß dieses Haus der gewerkschaftlich organi sierten Arbeiterschaft gehöre. Und er knüpfte daran die Bemerkung: " Wenn Ihr einmal erwachsen seid und in Not kommt, so geht nicht in der Verzweiflung darüber ins Wasser, sondern in dieses Haus." Und als ein Arbeiter aus der Stehbierhalle des Gewerkschaftshauses zu dieser Bemerkung ein„ Bravo!" rief, meinte der Lehrer:„ Ich bin fonservativ, aber die Wahrheit wollte ich den Kindern sagen, aufflären wollte ich sie." Wir meinen, daß dieser Unterricht ein gutes Stück Anschauungsunterricht ist und der Nachachtung sehr wert wäre. Aufrechterhaltung der Milchpreise. Stadtverordnetenwahlen in Neukölln. Die Stadtverordnetenwahlen für die 2. Abteilung finden au Donnerstag, den 19. November 1914, in der Zeit von 11 Uhr vormittags bis 8 Uhr abends statt. Wir sind an den Wahlen im Kandidaten im 4. Bezirk sind Spediteur Karl Rohr und Eigen. tümer August Vogel. Der Bezirk ist in zwei Abstimmungsbezirte geteilt, zum Abstimmungsbezirk a gehören: Bendastraße, Bodestraße, Delbrückstraße, Edmundstraße, Emser Bruno- Bauer- Straße, Straße 1-37 und 107-140, Glajowstraße, Herthastraße, Ilsestraße, Jonasstraße, Juliusstraße, Kirchhofstraße 10-34, Knesebeckstraße bis 34 und 120-150, Stranoldplay, Kranoldstraße, Nogatstraße, Reinholdstraße, Ringbahnstraße, Rübelandstraße, Schierkestraße, Selfejtraße, Siegfriedstraße 1-24, Stubenrauchplay, Thomasstraße, Walterstraße 1-26 und 43-55. Wahllokal: Turnhalle der AlbrechtDürer- Oberrealschule, Emser Straße 136-137. Abstimmungsbezirk b: Bambachstraße, Boberstraße, Emser Straße 38-106, Gschersheimer Straße, Grüner Weg, HermannStraße 75-178, Snejebedstraße 35-119, Mariendorfer Weg, Neißestraße, Nebestraße, Oderstraße 1-29, Siegfriedstraße 25-59, Warthestraße. Wahllokal: Restaurant Rudolf Regenstein, Hermann straße 158. Im 5. Bezirk haben wir nur einen Kandidaten als Ersatz für Dr. Fürst, und zwar den Zimmermeister Friedrich Fleischer zu wählen. Zum Abstimmungsbezirk a gehören: Falfstraße, Hermannstraße 28-74 und 179-232, Jägerstraße, Jiarstraße 5-10, Kopfstraße, Lessingstraße, Leykestraße, Mainzer Straße 27-36, Mittelweg, Redarstraße, Prinz- Handjery- Straße, Steinmeßstraße 1-41 und 81-124, Waßmannsdorfer Straße, Ziethenstraße. Wahllokal: Restaurant Robert Bergner, Berliner Kindl- Brauerei, Hermannstraße 214-219. Abstimmungsbezirk b: Allerstraße, Fontanestraße, Herrfurthplak, Herrfurthstraße, Karlsgartenstraße, Leinestraße, Lichtenrader Straße, Mahlower Straße, Oderstraße 30-52, Okerstraße, Schillerpromenade, Selchower Straße. Steinmetzstraße 43-80, Wanzlikstraße, Weisestraße. Wahllofal: Turnhalle der 21. und 23. Gemeindeschule, Weisestraße 19-20. Wir ersuchen alle Parteigenossen, sich an der Wahl zu beteiligen. Gültigkeitserklärung der Wahl eines sozialdemokratischen Vertreters in Tempelhof. Der Kreisausschuß beschäftigte sich am Dienstag mit der Wahl des Genossen Ewa Id. Bekanntlich hatte die Gemeindevertretung die Wahl für ungültig erklärt, weil der Wahlvorsteher vor der Wahl der Wahlvorstandsbeisiger die im Wahllotal anwesenden Nichtwähler nicht aufgefordert hatte, zurückzutreten. Vor dem Kreisausschus Der Verein Berliner Milchpächter beschäftigte sich in seiner machte Ewald als Kandidat geltend, daß eine derartige Auffordelebten Sizung eingehend mit der Berliner Milchversorgung. Es rung im Gesetz nicht verlangt werde. Außerdem hätten an ein und wurde allgemein die Ansicht geäußert, daß zu einer Erhöhung der demselben Tage die Wahlen der dritten Klasse in Tempelhof in Milchpreise gegenwärtig feine Veranlassung gegeben sei. Selbst sämtlichen Bezirken stattgefunden, so daß niemand ein Interesse wenn hier oder da der. Einkaufspreis teilweise in die Höhe gegangen daran gehabt habe, einen anderen Bezirk bei der Beisigerwahl zu sei, dürften den Konsumenten nicht mehr als 22 Pfennig für den stärken. In dem umstrittenen Bezirt hätten ca. 70 Wähler für die Liter Milch abgenommen werden. Mit Empören habe man von gewählten Beisiger gestimmt und nur ca. 30 für die unterlegenen cinem Rundschreiben des Vereins märkischer Milchproduzenten gestimmt. Selbst wenn man annehme, daß wirklich unberechtigte Kenntnis genommen, in dem es heißt:„ Am 7. September haben wir unseren Mitgliedern bereits mitgeteilt, daß auf dem Berliner Markte Milchknappheit herrscht, und daß durchaus kein Anlaß vorliegt, niedrige Gebote der Pächter anzunehmen, vielmehr im Hinblick auf die außerordentliche Unübersichtlichkeit der Lage nur Verpflichtungen einzugehen, die von Monat zu Monat aufgekündigt werden können. Denjenigen unserer Mitglieder, die diesen Rat befolgt haben, stellen wir anheim, nunmehr den Kontrakt zu fündigen und sich bis zwei Pfennig pro Liter mehr zahlen zu lassen, denn die Milch ist in Berlin außerordentlich knapp, und es kann bei den gegenwärtigen Futterpreisen niemand billiger Milch liefern als für 22% Pfennig pro Liter." Dieses Rundschreiben komme einer Auf forderung zur Erhöhung der Milchpreise gleich. Es wurde darauf hingewiesen, daß gerade die märkischen Bauern infolge der Nähe der Reichshauptstadt und ihrer Großmarkthalle eine selten gute Gelegenheit zum Absatz aller ihrer Produkte hätten. Es sei gerade in der gegenwärtigen Zeit, wo alle Stände dem Vaterlande Opfer bringen müssen, im höchsten Grade unverständlich, wenn die Landwirte Brandenburgs unsere Volfskraft durch eine Verteuerung eines so wichtigen Nahrungsmittels, wie die Milch, beeinträchtigen wollten. Von einer direkten Milchknappheit könne vorläufig überhaupt nicht gesprochen werden. Nach den Getreide- und Kartoffelproduzenten wollen jetzt auch noch die Milchproduzenten eins der wichtigsten Nahrungsmittel verteuern. Wir hoffen, daß die maßgebenden Stellen recht schnell eingreifen werden, um durch behördliche Maßnahmen einer Verteuerung dieses Produktes vorzubeugen. Das letzte Wahrzeichen der Treptower Gewerbeausstellung ist jetzt entfernt worden. Es war ein achteckiger Zinkpavillon, der am Treptower Karpfenteich stand, aber durch Wetter und unnüße Hände start mitgenommen war. Im Laufe der Jahre waren erhebliche Binfteile gestohlen worden. An Stelle des berlassenen Pavillons hat die städtische Parkdeputation ein an der Beisigerwahl teilgenommen hätten, so fönne man doch nicht mit Bestimmtheit sagen. daß ca. 40 der Kategorie der Nichtwähler angehört hätten. Bestimmte Personen tönnten übrigens nicht genannt werden. Schon aus diesem Grunde müßte der Klage stattgegeben werden. Der Kreisausschuß schloß sich den Ausführungen Ewalds an und erklärte die Wahl für gültig. Ein Vertreter der Gemeinde Tempelhof war nicht anwesend. Sozialpolitik in Schöneberg. Gestrickte Wollsachen als Liebesgabeu. Die Kriegsfürsorgefommission beabsichtigt, Ende diejes Monats einen zweiten Transport Liebesgaben an das hier aufgestellte einen zweiten Transport Liebesgaben an das hier aufgestellte Erjazbataillon des Infanterieregiments Nr. 20 abgehen zu lassen und legt besonderen Wert auf gestridte Wollsachen, wie Strümpfe, Bulswärmer, Leibbinden, Knielvärmer usw. Frauen und Mädchen, die unentgeltlich stricken wollen, erhalten die dazu benötigte Wolle durch den Genossen Mar Singer, Priesterstraße 31. An solche Versonen, die sich durch Arbeit ernähren müssen, liefert die Kommission ( im Rathaus) nicht nur die Wolle, sondern zahlt auch ein angemessenes Stridgeld.. Der Oberkommandierende in den Marken hat eine Verfügung erlassen, wonach den zu Lieferungen für die Heeresverwaltung verpflichteten Fabrikanten verboten wird, ihre Privataufträge vor den Aufträgen der Heeresverivaltung auszuführen, das heißt unter Zurückstellung der Heeresverwaltungsaufträge. Dieses Verbot trift sofort in Kraft, wer dagegen handelt, wird mit Gefängnis bestraft. Im Kinderhort in der Sebastianstraße ist ein Knabenpaletot liegen geblieben. Abzuholen bei Schröder, Ritterstraße 56. Kleine Nachrichten. Der 37jährige Rudolf Grube wurde auf den Gisenbahnschienen zwischen Borgsdorf und Lehnik als Leiche aufgefunden. Allem Anschein nach liegt Selbstmord vor. Erhängt hat sich der 67 Jahre alte Rentenempfänger Emil Badermann aus der Vordstraße 44. Volkskunstabende des Verbandes der Freien Volksbühnen. Berlin. Donnerstag, den 19. November, in der Pantstr. 19; Freitag, den 20. November, in der Klosterstr. 74; Sonnabend, den 21. Nonember, in der Langeſtr. 31. Das Programm bietet immer Rezitationen, Lieder für Bariton und Klaviervorträge. Eintrittskarten zu 10 Bi. an den Abendkassen. Neukölln. Der nächste Volkskunstabend findet Sonnabend, den 21. November, in der Aula der Realschule in der Boddinstraße ftatt. Anfang pünktlich 8 Uhr. Eintrittstarten zu 10 Pf. find zu haben in den Vorwärtsspeditionen, Neckarstr. 2 und Siegfriedstr. 28/29, in der Buchhandlung F. Bergwald, Berlinerstr. 56/57 und in den Lokalen von Bartsch, Hermannftraße 49, Klimte, Erlangerstr. 15, Gemmeder, Staiser- Friedrich- Ecke Tellstraße, Richter, Prinzhandjerystr. 3, Herrfurthstr. 9. Lichterfelde. Der Verfaus der Eintrittskarten für den dritten BoltsTunstabend hat begonnen. Verkaufsstellen sind bei: Emisch, Zigarrenladen, Lichterfelde- Best, am Bahnhof; Erpel, Restaurant, Berliner Str. 129; Hahn, Bapierhandlung, Bismarditr. 23; Konsumverein, Verkaufsstelle Lichterfelde Lankwik, Kaiser- Wilhelmstr. 43; Oberrealschule, Ringstr. 2/3, beim Schuldiener; Rathaus, im Zimmer für Striegsunterstützungen; Rennebarth, Wahrendorf, Restaurant, Baefestv. 7. Bigarrengeschäft, Chausseestr. 57b; Seehaus, Bigarrengeschäft, Chauffeeftr.85b; Die Arbeitslosen erhalten bei den Vorsitzenden ihrer Organisationen Freifarten, Soldaten bekommen wieder die Freifarten beim Gen. Heinig, Startſtr. 80 I. Der Berliner Verein für Feuerbestattung E. V. veranstaltet am heutigen Bußtag, abends 6 Uhr, zwei Vorträge über Feuerbestattung mit Gymnasiums, Bochumer Str. 8, Redner: Dr. med. M. Wegscheider, den Modellvor führung; den einen in der Aula des Friedrich- Werderschen anderen in der Aula des Wilhelms- Gymnasiums, Bellevueftr. 15, Redner: Bureaudirektor Bauly. Der Eintritt ist frei. Der„ Desterreichische Gesangverein Sängerlust" veranstaltete am Sonnabend, den 14. November, unter Leitung seines Chormeisters Herrn Dr. Paul de Newe ein Gesangskonzert im Ersaplazarett in der Meierei Bolle. Die Gesangsvorträge, meistens in österreichischem Dialekt gefungen, riefen einen lebhaften Beifall hervor. Nach Schluß der Vorträge bedankten sich der Chef des Lazaretts sowie die Verwundeten für den genußreichen Abend und drückten den Wunsch nach einem recht bald folgenden Wiedersehen aus. Gewerkschaftliches. Wie steht's mit der Arbeitslosigkeit? Die Stadtverordnetenversammlung verhandelte am Montag folgenden Dringlichkeitsantrag der sozialdemokratischen Fraktion: Der Magistrat möge Vorsorge treffen, daß die von beiden städtischen Körperschaften beschlossene Kriegshilfe in ihrer praktischen Anwendung mehr den gegebenen Bestimmungen angepakt werde. Geoffe Maß führte zur Begründung des Antrages aus, daß die beschlossenen Unterſtüßungen nicht so geleistet werden, wie es notwendig wäre. Auch die Behandlung der Arbeitslosen lasse viel zu wünschen übrig. Mit Redensarten, wie:„ Arbeiten Sie doch", dürfDie Maßnahmen unserer Einzelregierungen und Geten die Arbeitslosen nicht abgefertigt werden. Unzulässig sei es meinden zur Bekämpfung der Arbeitslosennot haben leider bei der Erwerbslosenunterstützung die Summe von 9 Mt. ale meinden zur Bekämpfung der Arbeitslosennot haben leider Höchstsäße für eine Familie mit Kindern festzusetzen. Auch den nicht den gewünschten Erfolg gehabt. Es konnten wohl nach Gewerbetreibenden ist bisher nicht im geringsten geholfen worden. den Berichten von industriellen Firmen die im Monat August Stadtrat Harder hält diese Schilderungen für einseitig und gleich bei Ausbruch des Krieges durchgeführten Betriebseinspricht seine Freude darüber aus, daß im Ausschuß außer den schränkungen, wie Aussetzen oder Verkürzungen der ArbeitsSozialdemokraten sämtliche Stadtverordnete für die festgelegten zeit, im Laufe der letzten Wochen zum Teil wieder aufgehoben Säße gestimmt haben. Er glaubt, daß die Bevölkerung mit der werden und auch Neueinstellungen erfolgen; aber trotzdem gewährten Unterstützung aufrieden sein werde. Ein anderer Antrag der sozialdemokratischen Fraktion verlangt, weisen die Betriebe und Werkstätten noch recht große Lücken daß in der Näh- und Strickstube jede Lohnunterbietung, sowie Lohn- auf. Das wird am deutlichsten durch die Angaben über die brüderei vermieden werde. Hierzu bemerkt Genosse& üter, daß Zahlen der Beschäftigten bestätigt. Danach wurden von 386 es wiederholt vorgekommen sei, daß Unternehmern bedeutet wurde, Unternehmern im Monat September 1914 insgesamt 324 070 daß fie für die zu vergebenden Arbeiten einen geringeren Preis Arbeitskräfte beschäftigt. Das ist gegenüber dem Ergebnis als bishr zahlen könnten. Das ganze Arbeitssystem habe dazu ge- des vorjährigen September bei den gleichen berichtenden und auf 518 184 Zonnen im September. In Soziales. Der Fall Ruhig". wurde beschlossen, dem Arbeiterurlaubsfond 2 Millionen Mark, der Arbeiterpensionskasse 1 Million Mark zujuwenden und für Kriegsbeihilfen und dergleichen 3 Mile fionen Mart zur Verfügung zu stellen. Die Generalversammlung foll am 12. Dezember stattfinden. Firmen eine Abnahme von nicht weniger als 103 654 Be-] schäftigten oder 24,3 Proz. Die stärksten Einbußen an Arbeitskräften entfallen auf Bergbau und Hüttenwesen sowie auf die gesamte Eisenmetall- und Maschinenindustrie. dieien beiden Großindustrien ist denn auch die Produktion Das Reichsversicherungsamt hat jetzt durch eine EntscheiWeiter beschäftigte sich der Aufsichtsrat mit einem Antrage gang gewaltig zurüdgegangen. Die Kohlenproduktion betrug dung im Falle Ruhig" einer Treiberei ein Ende gemacht, des Direktoriums auf Erhöhung des zurzeit 180 Millionen im Monat August 1913 28 924 000 Zonnen, im Monat August die bon trübsten Quellen aus gegen die gemeinsame Orts Mart betragenden Aktienkapitals. Bestimmend für diesen Vor1914 dagegen nur 15 769 000 Zonnen, also 13 155 000 Tonnen frankenkasse Erfurt inszeniert war und leider auch dahin ge- schlag war u. a., daß in lezter Zeit die Betriebsmittel der Firma weniger. Bei der Roheisenerzeugung ist es ebenso. Diese führt hat, daß neun Angestellte der gemeinsamen Orts- in starkem Maße durch immobile Aufwendungen festgelegt worden jant nach der Statistik des Vereins deutscher Eisen- und frankenfasse von der Erfurter Allgemeinen Ortskrankenkasse sind. Es haben sowohl erhebliche Verbesserungen und Erweiterungen der Wertanlagen, wie auch bedeutende ErStablindustrieller in Deutschland und Luxemburg von nicht übernommen wurden. 1564 345 Tonnen im Juli auf 521 427 Tonnen im Augu im Jahre 1911 plöslich den Kassenassistenten Gustav Ruhig wegen und dergleichen stattgefunden. Das Immobilienkonto übersteigt Die frühere Gemeinsame Ortskrankenkasse für Erfurt entließwerbungen von Grundeigentum, Kohlenfeldern Leider fehlen immer noch die amtlichen Unterlagen, um einer Reihe zum Teil schwerer dienstlicher Verfehlungen. Die von jest das Attienkapital einschließlich der Rüdlagen um fajt 30 MiRuhig bei dem Oberversicherungsamt Erfurt angestrengte Klage lionen Mark, während sich diese beiden Poſten im Vorjahre noch die wirkliche Zahl der Arbeitslosen festzustellen. Greift man wurde auffallenderweise am 20. Dezember 1913 zu seinen gunsten annähernd deckten. Ferner find die sonstigen Kreditare von rund 70 Millionen Mark auf rund 106 Millionen Mark gestiegen; zu den Mitteilungen der Krankenkassen, so weiß man wohl, entschieden. Gegen das Urteil legte die Gemeinsame Ortstranten während die Anzahlungen von rund 187 Millionen auf 111 Mildaß bei einer Vermehrung der Krankenkassenmitglieder zu fasse Revision beim Reichsversicherungsamte ein. Dieses hat am während die Anzahlungen von rund 137 Millionen auf 111 Millionen zurüdgegangen sind. gleich auch eine Belebung des Arbeitsmarktes eingetreten ist. 10. November d. J. für Recht erkannt: Dazu kommen neuerdings die großen Anforderungen, Jedoch bei einer Verminderung der Mitgliederzahl ist nicht Unter Aufhebung der Entscheidung des fönigl. preuß. Oberfestgestellt, ob die ausscheidenden Mitglieder alle arbeitslos versicherungsamts in Erfurt vom 20. Dezember 1913 wird die welche nach dem Kriegsausbruch an die Firma herfind. Auch die Angaben der Arbeitsnachweise sind nicht ausEntlassung des Kassenangestellten Gustav Ruhig aus dem Dienste antraten und ihre Mittel in einem Maße in Anspruch nehmen, der Gemeinsamen Ortsfrankenkasse in Erfurt vom 1. Oktober wie es heute noch nicht genau übersehen werden kann. Unter reichend, denn im Durchschnitt beteiligen sich nur rund 800 diesen Umständen bielt auch der Aufsichtsrat eine beträchtliche Ber1911 ab für berechtigt erklärt. mehrung des Geschäftskapitals der Firma für geboten. Diese soll bon etwa 2000 vorhandenen Arbeitsnachweisen an der Be- Damit ist der Prozeß nach über dreijähriger Dauer lebtinstanz in der Weise erfolgen, daß das Aktienkapital um nominell 70 Mirichterstattung. Aber immerhin ist es möglich, Vergleiche an- lich entschieden. Ruhig fand seinerzeit mit den tollisten Verdächti- Iionen Marf, aljo von 180 Millionen auf nominell 250 Milzustellen. Nach diesen Berichten wurden im Laufe des Monats gungen über die Zustände, die in der Gemeinsamen OrtskrantenSeptember bei 782 Arbeitsnachweisen insgesamt 645 000 Ar- tasse herrschen sollten, in weiten Kreisen Glauben. Mit Vorliebe lionen Mark erhöht wird, und daß von dem neuen Aktienkapital beitsuchende beider Geschlechter gemeldet, denen 330 000 offene verbreitete er, er sei aus seiner Stellung herausgedrängt worden, zunächst ein Teilbetrag von 35 Millionen Marf am 31. Dezember 1914 zur Einzahlung gelangt. Wie früher, so wird auch Stellen gegenüberstanden. Bon diesen konnten aber nur weil er nicht Sozialdemokrat sei und die übrigen Angestellten dieser neue Attienkapitalbetrag von der Familie übernommen 258 000 besetzt werden, es blieben demnach nicht weniger als sozialdemokratischen Partei gehörten. Das war, wie festgestellt ist, werden. Auch in dieser Angelegenheit wird die im Dezember statt387 000 Arbeitsuchende übrig. Vergleicht man das Gesamt- eine grobe unwahrheit. Die Angaben des Herrn Ruhig über die Gemeinsame Orts. findende Generalversammlung noch Beschluß zu fassen haben. ergebnis mit dem des gleichen Monats im Vorjahre bei den tranfenfasse waren auch die Veranlassung, daß neun Angestellte selben Arbeitsnachweisen, so ergibt sich eine Zunahme der dieser Kasse von der Allgemeinen Ortskrankenkasse nicht übernomArbeitsgesuche um rund 134 000, bei einer Abnahme der men wurden. offenen Stellen um 27 000 und der besezten Stellen um Nunmehr ist endlich dieser jahrelang dauernde Streit der sich 22.000. Auf 100 offene Stellen famen im September 1914 an den Fall Ruhig" fnüpfte, von der obersten Instanz in einem 200 männliche Arbeitsuchende, gegen 248 im Vormonat und Sinne entschieden worden, der die Verwaltungsorgane der früheren 160 im September 1913. Bei den weiblichen Personen be- Gemeinsamen Ortstrantentasje in vollem Maße vor der Ceffentlichkeit rechtfertigt. trugen die entsprechenden Verhältniszahlen im September 184, im August 202 und im vorjährigen September 99, Diefe im September ermittelten Zahlen sind selbst dem Reichs. arbeitsblatt" zu niedrig, denn es verweist darauf, das zum Beispiel für die männliche Arbeiterschaft die Verhältniszahlen im Januar 1914: 234, im November 1913: 219, im Dezember 1909: 269, im November 1908: 287 und im Dezember 1908 fogar 330 betragen haben. " Gerichtszeitung. Fluchtverdacht und Krieg. Daß selbst unter schwerer Anklage Stehende in dieser friegerischen Beit weit eher auf freien Fuß kommen fönnen als in Friedenszeiten, zeigt folgender Fall. Vor der 1. Straffammer des Landgerichts II stand der Kaufmann er mann & a b n. Boykottierung deutscher Waren. Wie dem Rjetsch" aus Tokio gemeldet wird, begannen der Hofhalt des Mikado, die Mandschureibahn, einige Ministerien und große Privatbetriebe mit der Bohtottierung deutscher Fabrikate. Eine ähnliche Bewegung macht sich in Rußland geltend; auch werden die deutschen Patente für ungültig erklärt. Zwangskurs für deutsches Geld in Belgien. Eine Verord= nung des Generalgouverneurs in Belgien bestimmt: Die durch Verordnung vom 3. Ottober 1914 festgesezte Verpflichtung, deutsches Geld in 3ahlung zu nehmen, wobei eine Mart bis auf weiteres mit mindestens 1 Frank 25 Centimes zu berechnen ist, fann durch Parteibereinbarungen nicht befeitigt werden. Die englische Kriegsanleihe. Die„ Daily News" erfahren, die Regierung beabsichtige, eine Kriegsanleihe in Höhe von 500 Mill. fionen Pfund Sterling( 1 Milliarde Mart) herauszubringen, die in zwei gleichen Teilen emittiert werden soll. Kleine Nachrichten. Brot statt Steine! Amt zuverlässigsten sind noch die Ergebnisse der gewerkschaftlichen Arbeitslosenzählungen. Aber auch diese umfassen bei weitem nicht alle Arbeitslosen. Dazu kommt noch, daß Die auf Betrug und Unireue in mehreren Fällen lautende An fich von rund 100 bestehenden Arbeiterverbänden nur 52 an flage hatte recht eigenartige Wechselgeschäfte zwischen einem Geder amtlichen Berichterstattung beteiligen, und überdies jetzt fangenenaufseher und einem ihm unterstellten Gefangenen zum selbst bei den angeschlossenen Verbänden die Beteiligung recht Gegenstande. Der Angeklagte, der seinerzeit im Gefängnis Plöhenlüdenhaft ist. Doch die erfaßten Zahlen kann man unbedent- see eine Strafe verbüßte, lernte dort den Gefangenenaufseher Rosen- Aus Offizierstreifen wird in der München- Augslich hinnehmen; denn das ist sicher, was die Verbände an- berg kennen, der sich damals in Geldverlegenheit befand. Kahn burger Abendzeitung" eine sehr beachtenswerte Kundgebung vergeben, sind wirklich Arbeitslose. In 39 Organisationen wur- 700 22. au fehr fulanten Bedingungen, doch sollten die in der ftillen der Pfalz ihren Gefallenen ein Denkmal jesen wolle, wird berlangt, versprach ihm, als er ihn um Rat anging, die Beschaffung von öffentlicht. In Anfnüpfung an eine Mitteilung, daß eine Stadt in den nun zu Ende September 1914 insgesamt 216 603 oder Belle gegebenen Berheizungen in der betriebsamen Wirklichkeit daß die Gefallenen in anderer Form geehrt werden. In der Kund den nun zu Ende September 1914 insgesamt 216 603 oder 700 M. 16 Proz. der Mitglieder als arbeitslos gemeldet, das sind draußen" nicht standhalten. Als R. nach Kahns Entlassung den gebung wird darüber gesagt:„ Wir danken für diese Ehrung. Es 167 536 Arbeitslose mehr als im gleichen Monat des Bor. ehemaligen Gefangenen in dessen vornehm ausgestatteter Wohnung gibt nur eine Form: eitgehende dauernde Fürjahres. Gewiß eine hohe Summe, wenn man bedenkt, daß in Berlin W. aufsuchte, erhielt er nicht nur fein Geld, sondern war forge für die Sinterbliebenen, bie Waisen und noch die Angaben so vieler Organisationen fehlen. selbst noch so unvorsichtig, seinem Geldmann" einen Wechsel über Wifen. Dazu nehmt das Geld, das Ihr für Denkmalsschund Schon aus diesen unzureichenden Anhaltspunkten ist zu 1250 M. auszustellen, mit dem Stahn alsbald seine Schneiberrechnung verschwenden wollt. Gebt es als Grundstod einer Stiftung, die Ihr ersehen, daß die Zahl der Arbeitslosen noch außerordentlich beglich. R. erhielt auf sein wiederholtes Drängen nicht mehr als nicht flink genug errichten, nicht reichlich genug beschenten tönnt. hoch ist. Es müssen deshalb noch durchgreifendere Maßnahmen nebst Prozeßtoften bezahlen mußte. Wegen dieses Falles und ebenso, wenn Ihr sie darben läßt. Gebt Brot ſtatt 150 M., wogegen er selbst schließlich die gesamte Wechselsumme Denn die Berlassenen werden unzählig sein und Eure Schande zur Linderung der Arbeitslosennot ergriffen werden. Und einiger ähnlich liegenden Geschäfte war Stahn zu zwei Jahren Ge- Steine, und wenn Ihr dann noch etwas tun wollt, schreibt die awar möglichst bald, denn der Winter steht vor der Tür, wo fängnis und 5 Jahren Ehrverlust verurteilt worden. Das Reichs Namen Eurez loten Kameraden auf schudlose Tafeln in Eure mit Eintritt der ungünstigen Witterung verschiedene ange- gericht hob das Urteil wegen eines vorhandenen Rechtsirrtums auf. Kirchen." fangene Notstandsarbeiten eingeschränkt oder ganz eingestellt Bei der erneuten Verhandlung vor der Straffammer ergaben werden müssen. Es liegt deshalb auch kein Grund vor, sich insofern Schwierigkeiten, als der Zeuge R. nicht erschienen war, irgendwelche Schlüsse aus der teilweisen Belebung des Ar- da er im Felde steht und der Angeklagte jede betrügerische Absicht Berlin, 17. November.( W. Z. B.)( Amtlich.) Die Deutsche beitsmarktes zu ziehen, denn im Winter wird sich die Zahl bestritt. Die Entscheidung mußte mit Rüdsicht hierauf vertagt Ueberseeische Bank in Buenos Aires hat dem Stellvertreter des der Arbeitslosen aufs neue steigern. Wie amt sichersten die werben. Es erhob sich jedoch die Frage, ob der Angeklagte aus der Reichsfanglers 375000 W. überfandt als Ergebnis der KriegsArbeitslosigkeit wenigstens eingedämmt werden kann, ift machte geltend, daß die Höhe der erkannten Strafe zwar Fluchtfreunde zur Unterstützung von Verwundeten und notleidenden FaUntersuchungshaft zu entlassen sei. Rechtsanwalt Harry Pincus spende, die die in Argentinien lebenden Deutschen und Deutschschon an dieser Stelle ausführlich behandelt worden. Es liegt verdacht begründen fönnte, daß es aber doch unmöglich sei, einen milien in Deutschland gesammelt haben. Diese hochherzige Gabe nur an den Regierungen und Gemeinden; sie haben die In- Angetlagten in haft zu behalten, bis ein zu den Waffen einberu wird in ganz Deutschland mit lebhafter Freude begrüßt werden als angriffnahme der öffentlichen Arbeiten in der Hand. Und fener Zeuge zurückomme, d. h. bis zu der nicht vorauszusehenden ein Zeichen treuer Anhänglichkeit an die alte Heimat und inniger die deutsche Arbeiterschaft, die nicht bloß draußen im Felde Beendigung des Krieges. Das wäre doch eine nicht zu rechtferti Teilnahme an dem großen Kampf, in dem sie steht. Großes leistet, wird sich auch allen Arbeiten gewachsen zeigen. gende bärte. Das Gericht beschloß, den in dieser Sache erlassenen Haftbefehl aufzuheben. Berlin und Umgegend. Die Lage der Vergolder ist infolge des Krieges eine geradezu troitlose geworden. Dieser Beruf gehört mit zu denen, welche unter dem durch den Krieg verursachten wirtschaftlichen Niedergang am schwersten zu leiden haben. Das Vergoldergewerbe stellt ja teine notwendigen Bedarfsgegenstände, sondern lediglich Zurusartikel her und auf diesem Gebiete der Industrie liegt die Arbeit völlig danieder. Die Goldleistenfabrikation arbeitet außerdem zum großen Teil für das Ausland, hat also jest gar keine Absatzmöglichkeit. Nach den Feststellungen des Holzarbeiterverbandes, in dem die Bergolder organisiert sind, waren furz vor dem Ausbruch des Krieges in Berlin 962 Vergolder beschäftigt. Bis Mitte September war die Zahl der Leschäftigten auf 27 zurückgegangen, von denen aber nur 4 voll beschäftigt waren, während die übrigen im wesentlichen bei verkürzter Arbeitszeit tätig waren. In letzter Zeit hat sich die Arbeitsgelegenheit ein wenig vermehrt. In einer am Montag abgehaltenen Branchenversammlung wurde festgestellt, daß in den Vergoldergeschäften gegenwärtig gegen 100 Personen beschäftigt sind. Es handelt sich bei dieser Arbeit in der Hauptsache um Weihnachtsartifel für Warenhäuser. Das ist also eine vorübergehende Beschäftigung, die bald wieder zu Ende jein wird. Dann tritt das Elend unter den Vergoldern wieder mit erneuter Schärfe auf. Die arbeitslosen Vergolder versuchen natürlich alles Mögliche, um in anderen Berufszweigen, die mit Militärlieferungen beschäftigt find, Arbeit zu erhalten, aber nur wenigen ist das gelungen. In den allermeisten Fällen werden die Vergolder, wo sie sich um der artige Arbeiten bemühen, zurüdgewiesen, weil sie den betreffenden Berufen gar zu fern stehen und die Unternehmer Arbeitskräfte genug finden, von denen sie annehmen können, daß sie sich in den betreffenden Berufszweigen leichter einarbeiten können, als es den Bergoldern möglich ist. Alkoholfolgen. Bei der schweren Anklage des versuchten Mordes, die gestern vor dem Schwurgericht des Landgerichts I berhandelt wurde, handelte es sich wieder einmal um eine Tat, die auf den Dämon Alfohol zurückzuführen ist. Der 31jährige Arbeiter Felir Finzelberg, der seit sechs Jahren verheiratet und Water giveier Kinder ist, war am 7. Juni, nachmit tags, mit seiner Familie ausgegangen und hatte verschiedene Gläser Bier und Schnäpfe zu sich genommen. Während seine Frau dann nach Hause ging, um das Abendbrot zu besorgen, suchte der AngeHagte noch ein Bierlofal auf, in welchent er zufällig seinen Schwager, den Glasarbeiter Müller nebst Frau und einen anderen Schwager, mit dem er sich nicht gut stand, antraf. Es wurden wieder mehrere " Lagen" Bier nebst Schnäpfen verzehrt. Der Angeklagte ist in nüch ternem Zustande ein ganz anständiger Mensch. Wenn der Alkohol auf ihn wirft, wird er leicht trakeelsüchtig und unangenehm. So war es auch an dem gedachten Tage. Als der Schwager Müller ihm Vorwürfe wegen seines Zivistes mit dem anderen Schwager machte. rebete er sich so in die Wut, daß er schließlich handgreiflich wurde und Müller sich gezwungen fah, ihn zu Boden zu werfen. Schließ lich griff der Wirt des Lokals ein und wies ihn hinaus. In großer Erregung stürmte der Angeklagte nach Hause und holte sich einen bort aufbewahrten geladenen Revolver. Als er wieder auf die Straße fam, lief ihm unglücklicherweise das Ehepaar Müller gerade in die Arme. Sofort erhob der Angeklagte den Revolver und gab, auf seinen Schwager furs hintereinander zwei Schüsse gb, die aber ihr Ziel verfehlten. Entsetzt wollte Frau Müller ihrem bedrohten Ehemanne zu Hilfe kommen, der Angeklagte gab nun aber auch auf sie brei Schüffe ab, die glücklicherweise fehlgingen. Er wurde darauf von Bassanten festgenommen. Unter der gänzlichen Geschäftsjiodung leiden nicht nur die Die Geschworenen sprachen den Angeklagten nur der BeArbeiter des Vergolderberufs, sondern auch zahlreiche Kleinmeister haben ihre Betriebe schließen müssen und Beschäftigung als drohung mit dem Verbrechen des Mordes schuldig; er wurde zu Straßenbahnschaffner. Pofthelfer und dergleichen angenommen. Es Monaten Gefängnis unter Anrechnung von drei Monaten Untergar feine Aussicht vorhanden, daß sich die Lage der Vergolder fuchungshaft verurteilt. Tährend der Dauer des Kriegs bessern Tönnte. Das Glend im Beruf wird anhalten, solange der Krieg währt. Es würde wohl möglich sein, daß auch Vergolder in manchen für den Heeresbedarf orbeitenden Betrieben untergebracht werden können, denn sie würbon sich ebenso gut anlernen lassen wie Arbeiter aus anderen Berufen. Aber es ist au schwer, in solchen Betrieben Beschäftigung zu finden, weil die Einstellung von Arbeitern hier meist durch perjön liche Beziehungen erfolgt. Die Versammlung sprach den dringenden Wunsch aus, die in Frage kommenden Behörden möchten dahin wirken, daß Arbeitsfräfte in den für den Heeresbedarf beschäftigten Betrieben nur dann eine gerechte Zerücksichtigung aller Arbeitslosen zu erwarten durch Vermittlung der Arbeitsnachweise eingestellt werden, weil wäre. Aus Industrie und Handel. Krupp. Eine Kriegsspende aus Argentinien. Parteiveranstaltungen. Jugendabteilung 2. Kreis. Donnerstag, den 19. November cr., abends 9 Uhr, findet im Lokal von Nieble, Blanufer 76, eine Versamm Engländer". Rege Beteiligung aller jugendlichen Genoffen wird erwartet. lung ftatt. Borttag des Genossen Saffenbach über: England und die Jugendfektion des 5. Kreiies. Am Donnerstag, den 19. November, abends 8%, Uhr, findet bei Heinrich, Prenzlauer Allee Nr. 6, eine Bersamm lung statt. Tagesordnung: Bortrag des Genoffen Rosemann über:„ Die Entwicklung der Chemie in der Gegenwart". abends 8, Ulbr, im Lofal von August Lange, Röntgental, Siemensstr. 10: Röntgental- Zepernick- Buch. Am Sonnabend, den 21. November, Gemeinsamer Bahlabend. Wichtige Tagesordnung. versammlung. Tagesordnung: Die fozialen Aufgaben der Gemeinde während des Krieges". Referent: Genoffe Stübmer. Röpenick. Donnerstagabend 8, Uhr im Stadt- Theater: Wahlvereinsin dem Borussia- Ausschant", Berliner Allee 211: Mitgliederversammlung. Weißensee. Am Donnerstag, den 19. November, abends 8, Uhr, Tagesordnung: Bericht über die von der Gemeinde getroffenen Striegsmaßnahmen. Referent: Genoffe Fuhrmann. Diskussion. Bezirksangelegen heiten. Die über den ersten Bunft der Tagesordnung herrschende Untlarbeit macht es notwendig, daß jeder an dieser Versammlung teilnimmt. gliedsbuch legitimiert. Jugendveranstaltungen. Mit sonntag) geplante tinematographische Vorführung im Union- Theater, BeinArbeiterjugend Berlin. Die für nächsten Sonntag( Toten bergsweg, muß infolge einer in den legten Tagen erlassenen Polizeiverordnung ausfallen. Sigungstage der Stadt- und Gemeindevertretungen. Lichtenberg. Donnerstag, den 19. November, 6 Uhr abends im Rat haus, Möllendorfstraße. Ablershof. Am Donnerstag, abends 6, Uhr, im Gemeindeant, Bismardstr. 1. Auf der Tagesordnung steht u. a. ein Dringlichkeitsantrag auf Erhöhung der Arbeitslosenunterstilgung. Briefkasten der Redaktion. Die juristische Sprechstunde findet für Abonnenten Lindenstr. 3. IV. of rechts, parterre, am Montag bis Freitag von 8 bis 6 Uhr, am Sonnabend von 5 bis 6 Uhr statt. Jeder für den Briefkasten be immten Anfrage ist ein Buchstabe und eine Zahl als Mertzeichen bei zufügen. Briefliche Antwort wird nicht erteilt. Anfragen, denen feine Abonnementsquittung beigefügt ist, werden nicht beantwortet. Eilige Fragen trage man in der Sprechstunde vor. Berträge. Schriftstücke und dergleichen bringe man in die Sprechstunde mit. Heute fällt die Sprechstunde aus. Effen( Ruhr), 17. November.( W. T. B.) In seiner geftrigen Sizung beschäftigte sich der Aufsichtsrat der Firma Friedrich Krupp, A.-G., mit dem Abschluß für das Geschäftsjahr Georg 111. 1. Es ist niemand in der Lage, anzugeben, wann ein 1. Juli 1913 bis 30. Juni 1914, der sich entsprechend der allge- Zugehöriger zum Landsturm eingezogen werben wird. che hatte feinen meinen Lage nicht ganz fo günstig gestaltet hat, wie im Bor- med. Der Vertrag bleibt Ihnen gegenüber gültig. Aber auch wenn Ihre jahre. Der Neingewinn beträgt 33,9 Millionen Mart, wozu noch rau feinen Pfennig miete zahlt, fann der Wirt Sie nicht ermittieren. hinzutritt. Es wurde beschlossen, außer der vorgeschriebenen beften ist es, Sie einigen sich vor dem fortzug mit dem Birt der Vortrag aus dem Vorjahre mit 6,9 Millionen Marthe Mietsschuld häuft sich dann aber auf. Shre Frau Ut, ea fie nicht unterschrieben bat, feineswegs zur Zahlung der Miete verpflichtet. Ant weisung an die gesetzliche Rücklage einen Betrag von 2 Millionen Nach der herrschenden Rechtsprechung: nein. Mart an die Sonderrüdlage zu überweisen. Die Dividende wurde 2. Gine Klage hätte Aussicht auf Erfolg. Das Armenrecht lönnen Sie anf 12 Prosent, gegen 11 Prozent im Vorjahre festgefeßt.. Ferner nachsuchen. www M. S. 43. Buch M. 25. 1. Sa. Sozialdemokratischer Wahlverein Britz- Buckow. Nachruf. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Genoffe Karl Liebig verstorben ist. 197/16 Die Beerdigung hat am Sonntag, ben 15. Nov. bereits stattgefunden. Ehre seinem Andenken! Der Vorstand. Am Dienstag früh 2 Uhr ent schlief nach furzem, schwerem Leiden mein lieber Mann, unter guter Bruder, Schwager und Dntel, der frühere Gastwirt, jegiger Sefretär des Verbandes der freien Gastwirte Emil Müller Charlottenburg im 45. Lebensjahre. Dies zeigen mit der Bitte um itille Teilnahme hierdurch an im Auftrage der interbliebenen: Witwe Elife Müller geb. Schröder, Rosinenstr. 3. Hugo Müller nebst Frau und Kind. Wilhelmine Schröder. Wilhelm Hentschel nebst Frau und Kindern. Paul Schröder und Frau. Otto Schröder und Frau. Albert Schröder nebst Frau und Kindern. Karl Schröder nebst Frau und Kindern. Fris Krone nebst Frau und Rindern. Die Einäscherung findet am Frei ag, den 20. November, nadjmittags 4 Uhr. im Krematorium Berlin, Gerichtitraße 37/38, statt. Charlotten burger Li dertafel ( M. d. A.-S.-B.) Den Sangesbrüdern zur Nachribt, daß unser langjähriges Mitglied Emil Müller nach furzen, schweren Leiden verstorben ist. am Die Einäscherung findet Freitag, 20. November, nachm. Uhr, im Krematorium zu Berlin, Gerichtstraße, statt. Es ist Pflicht eines jeden Sangesbriders. pünktlich zu er scheinen. Der Vorstand. Verband der freien Gast- und Schankwirte Deutschlands. Ortsverwaltung Charlottenburg. Den Mitgliedern jur Nachricht, daß unser braver, treuer Kollege Emil Müller am Dienstag früh 2 1hr nach furzen, schweren Leiden verstorben ift. Er ist ein Mitbegründer der Zahlstelle Charlottenburgs gewesen und wir verlieren in ihm einen der besten Stollegen, ber ſtets die Interessen unserer Stollegen vertreten hat. Wir be wahren ihm ein treucs Andenten. Die Einäfcherung findet am Freitag, 20. November, nachm. 4 Uhr, im Krematorium au Berlin, Gerichtstr. 87/88, ftatt. Um rege Beteiligung erjucht Der Borstand. Deutscher Transportarbeiter- Verband. Bezirksverwaltung Groß- Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Arbeiter Robert Kehlmann von der Firma Hasse, Lindomer Straße, am 14. November im Alter von 54 Jahren verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Mittwoch, den 18. November, nach mittags 3, Uhr, von der Leichenhalle des Gnaden Kirchhofes, Baifusstraße, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht Die Bezirksverwaltung 68/17 An den Folgen seiner Bunden aus einem Gefecht im Dften starb am 19. Dltober im Lazarett zu Wierunsten unser Stollege, der Schloffer Bruno Pruß Er war ein treuer, liebevoller Mitarbeiter und wird uns durch fein rubiges follegiales Benehmen ftets in bankbarer Erinnerung bleiben. 49502 Seine Kollegen der Ziehl- Abegg- Werke, BerlinWeißensce. Nachruf. Bei den Kämpfen im Besten fiel unser Bezirksführer, der Genoffe ZA Johann Röschinger. Wir verlieren in ihm einen treuen Genossen und Freund. Die Genoffen des Bezirks 395 IV. Kreis. Scies Dem Andenten unserer auf dem Kriegsschauplak gefallenen Genoffen! Am 5. November verstarb im Lazarett infolge einer Verwundung der Vergolder Willi Steinack Schlesische Straße 8, Bezirk 182 I. Am 9. November im Westen der Schloffer Oskar Gutsche Landsberger Allee 28, Bez 387. Bei den Kämpfen im Westen der Klenipner Gotthold Müller Manteuffelftr. 18, Bez. 172. 217/9 Sozialdemokr. Wahlverein f. d. 4. Berliner Reichstagswahlkr. Am 7. November im Dsten Otto Sarcander Sapezierer, Hochftr. 34. 17. Abt., Bez. 807a. In den Kämpfen im Osten Otto Vogel Swingliftr. 25. 13. Abt., Bez. 683. Am 7. November gefallen im Osten Gustav Mehlann Heizer, Dunderstr. 11. 4. Abt., Bez. 548. Sozialdemokr. Wahlverein f. d. 6. Berliner Reichstagswahlkr. Bei den Kämpfen im Dsten fiel der Preßvergolder Hermann Leider Uhlandstr. 46, Bezirk II. 242/17 Sozialdemokrat. Wahlverein Niederbarnim. Bez Niederschönhausen. Deutscher Holzarbeiter- Verband Zahlstelle Berlin. Im Felde starben folgende Kollegen: Paul Czadczeck, Maschinenarbeiter, geb. 15. Dezember 1876 in Stolp i. Pom. Max Zahr, Tischler, geb. 5. Januar 1885 in Friedrichsberg b. Berlin. Georg Krietzsch, geb. 1. Dezember 1887 in Fallenberg. ishler, Max Neugebauer, Tischler, geb. 9. Mai 1889 in Hogenplot. Karl Jakob, Tischler, geb. 2. März 1878 in Arischa. Otto Zeidler, Tischler, geb. 4. Dtober 1887 in Werder. Otto Reinicke, Stellmacher, geb. 26. Ditober 1881 in Braunschweig. Arnold Klotz, Schirmmacher, geb. 27. August 1896 in Mosfau. Hugo Radojewski, Tischler, geb. 12. März 1877 in Berlin. Paul Urbschat, Modelltischler, geb. 28. April 1891 in Braunschweig. August Günzel, Bodenleger, geb. 1. Januar 1882 in Bürgersdorf. August Haschke, ishler, geb. 15. November 1887 in Werbellin. Oskar Schwenke, Tischler, geb. 23. Juli 1894 in Eilenburg. Franz Splettstößer, Tischler, geb. 28. Dezember 1892 in Rammin t. Bom. Willi Steinack, Bergolder, geb. 22. August 1883 in Gugno. Ehre ihrem Andenken! Verband der freien Gast- und Schankwirte Deutschlands. Am 17. November riß der unerbittliche Tod unseren Mitarbeiter, den Sekretär Emil Müller im Alter von 44 Jahren aus unserer Mitte. Mit dem Verstorbenen ist nicht nur ein tätiges, tüchtiges, objerwilliges Mitglied unseres Berbandes von uns geschieden, sondern ein treuer Mitarbeiter. dem es leider nur vergönnt war, eine furze Zeit den Boften innezuhaben, auf den ihn das Bertrauen der Verbandsmitglieder berufen hatte. Wir werden ihm ein chrendes Andenken bewahren. Die Einäscherung findet Freitagnachmittag 4 Uhr im Krematorium, 75/19 Gerichtstraße, statt. Der Hauptvorstand: Paul Litfin. Ruderverein„ Vorwärts". Am Montag verstarb im Reserve- Lazarett Tilfit infolge schwerer Verwundung unser lieber Sportsgenoffe Johannes Kubik Seiner selbstlosen Hingabe und aufopfernden Tätigkeit verdankt der Bere'n einen großen Zeil feiner heutigen Blüte. Biele unserer Sportsgenoffen hat er in jahrelanger Instrukteurtätigkeit ausgebildet. Er stand jest auf dem Boden der Wirklichkeit und hat dadurch den 290/4 Berein vor manchem Schaden bewahrt. Allen, die ihn fannten, wird er unvergeßlich bleiben. Der Vorstand. Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Den Kollegen zur Nachfcht, daß unser Mitglied, der Schloffer Wilhelm Krüger ( Tegel, Egellstr. 12) am 16. d. Mts. infolge Unfalls gestorben ist. der Ehre seinem Andenken. Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 19. November, nachmittags 4 Uhr, bon Leichenhalle des Gemeinde- Fried: hofes in Tegel aus statt. Rege Beteiligung erwartet Die Ortsverwaltung. Gesangverein Immergrün Tegel. M. d. A.-S.-B. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Sangesbruder Wilhelm Krüger an seinen im Felde erhaltenen Wunden im Alter von 28 Jahren gestorben ist. Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 19. November, nachm. 4 Übr, auf dem Tegeler Friedhof statt. Rege Beteiligung erwartet 4776 Der Vorstand. Zentral- Verband der Töpfer u. Berufsgenossen Deutschlands. Filiale Groß- Berlin. Am Sonnabend, den 14. Rovember, verstarb unser Mitglied, der Töpfer Hermann Schmidt ( Bezirk Gesundbrunnen) im 45. Lebensjahre. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Mittwoch, den 18. November, nachmitt. 3, Uhr, von der Leichenballe des Elisabeth- Kirchhofes in der Bollantstraße aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 192/19 Der Vorstand. Nachruf. Auf dem Felde der Ehre fand in Belgien am 25. Dltober unser lieber Sollege, der Unteroffizier der Landwehr, der Stellmacher Otto Reinecke den Heldentod. Alle, die ihn gekannt, werden ihm ein ehrendes Andenken bes wahren. 121A Die Kollegen der Tischlerei der A. E. G. Kabelwerk Oberspree. Allen Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß mein lieber Mann, unfer guter Bater. jüngster Sohn, Bruder, Schwager und Dnfel 4795 Hermann Leider fern von der Heimat und seinen Rieben im 39. Lebensjahr bei einem Gefecht in Rußland durch einen Schrapnell- Kopfschuß den Heldentod fand. Dies zeigen, um ſtille Teilnahme bittend, die tiefbetrübten Hinterbliebenen an. Frieda Leider geb. Hekler als Witwe nebst Kindern. Niederschönhausen. Wer ihn gekannt, weiß, was wir leiden. Leicht werde ihm die fremde Erde. Statt Karten. Allen Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß am 14. November, morgens 1 11hr, mein inniggeliebter, unvergeßlicher Mann, der treusorgende Bater feiner Kinder, mein lieber hoffnungsvoller Soon, Schwiegersohn und Schwager, der Wehrmann in Wilhelm Krüger infolge seiner schweren Verwun dung im Reservelazarett Reichenbach i. Schl. im blühenden Alter von 28 Jahren sanft ent82A schlafen ist. Um stilles Beileid bitten Martha Krüger und Kinder Marie Krüger als Mutter Familie Fuhrmann. Tegel, 17, November 1914. am Die Beerdigung findet 19. November, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Tegeler Friedhofes aus ftatt. Am Montag, den 16. November, entschlief nach furzem Leiden meine liebe Frau, unsere Mutter und Großmutter, Frau Auguste Hoffmann geb. Gierke. Die Beerdigung findet am 19. November, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des Moabiter Strantenhaufes aus nach dem Heilandskirchhof statt. Christoph Hoffmann nebft Sinbern. Fern von der Heimat, auf französischer Erde, starb am 2. November beim Sturm auf feindliche Schüßengräben unser inniggeliebter, unvergeßlicher Sohn und Bruder, der Erfahreiervist alt Paul Brandenburg bom Inf. Reg. 20, 9. Komp. im blühenden Alter von 23 Jahren. Dies zeigt in tiefstem Schmerz 484b Familie Brandenburg. Er ging von uns mit Freuden Und hoffte auf ein Wiedersehnt. Doch größer ist jetzt unser Leiden, Da dieses kann nicht mehr geschehn. Allzu früh und fern von der Heimat starb am 2. November unser bester und treuefter gemeinsamer Freund, der Ersazreservist Paul Brandenburg im blühenden Alter von 23 Jahren. Sein liebenswürdiger Charakter und sein gutes Wesen sichern ihm ein dauerndes Andenken. Dies zeigen in tiefſtem Schmerz an seine Freunde 485b Max Weiher Karl Fröhbrodt Erich Kummert. Gar einfach war Dein Leben, Du dachtest nie an Dich, Nur für die Deinen streben War Deine größte Pflicht. Den Heldentod fürs Baterland jand in den Kämpfen im Besten unfer Kollege, der Kriegsfreiwillige, Seherlehrling Axel Jensen im Alter von 17 Jahren. Ein ehrendes Andenken bewahren ihm Die Lehrkollegen der Firma W. Greve. 478b Mitte Oftober fiel in Nordfrankreich der Selempner Gotthold Müller im blühenden Alter von 29 Jahren. Er wird uns unvergeßlich bleiben! 4756 Frau M. Schmidt und Sohn, Manteuffelstr. 19. Nachrut. Allen Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß unser lieber Sohn und Bruder, der Musketier Bernhard Schön vom 45. Inf. Reg., 6. Komp., am 26. August gefallen ist. Jm tiefen Schmerz 99A Familie Albert Schön. Danksagung. Für die überaus zahlreichen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung meines Sohnes, Bruders und Bräutigams, des Schlossers Oskar Biedermann sagen wir allen unseren herzlichsten Dant. 124 Die trauernden Hinterbliebenen. Arbeiter Gesundheits- Bibliothek Jedes Heft 20 Pg. Verband der Schneider, Schneiderinnen und Wäschearbeiter Deutschlands Sebastianstraße 37/38. Filiale Berlin. Tel. Amt Morigpl. 9737. Wäsche und Krawattenbranche! Donnerstag, den 19. November er., abends 8½ Uhr, in der Böhowbrauerei, Prenzlauer Allee 242: Versammlung Zagesordnung: 1. Bortrag. 2. Die Kriegsarbeit in den Wäschefabriken. Zahlreichen Besuch erwartet Die Kommission. Zuichneider! Donnerstag, den 19. November, abends 6½ Uhr, bei Schulz, Königsgraben 2: Versammlung. Tagesordnung: Werden von den Geschäften die tariflichen Bestimmungen ein. gehalten? Es ist Pflicht, daß jeder Kollege zur Bersammlung erscheint. 164/20 Die Kommission. Zentralverband der Handlungsgehilfen. Bezirk Groß Berlin. Berlin C 25, Münzftr. 20 II. Donnerstag, den 19. November cr., abends 82 Uhr, in den Prachtsälen Alt- Berlin, Blumenftr. 10( tung) ( Lokal 1) Mitglieder- Versammlung. Tagesordnung: 1. Geschäfts- und Staffenbericht für das 2. und 8. Duartal. 2. Diss fussion. 3. Wahl eines Revisors für die Hauptkasse. 4. Verschiedenes. Mitgliedsbuch legitimiert; ohne Buch kein Zutritt. Wir bitten um zahlreichen Besuch. 78/4 I. Mohrenstraße 37a ( Kolonnaden) Die Ortsverwaltung. II. Gr. Frankf. Str. 115 ( nahe Andreasstr.) Westmann S 3 Plüschmäntel- Tage. Federplaschechte Pelzmäntel großer Posten Mäntel, Ersatz für 99 statt für 60.- bis 92.Mohair Krimmer( Mäntel, best.Ers. for echte Persianer praktische Plüschmäntel auf prima Duchessefutter, statt für 85.- bis 156. großer Posten Mohair wollauf bestem Futter, mit warmer Einlage, langj.Gar., auch für stärkste Fig., statt f. 72.- bis 125.großer Posten echte Sealplüschmäntel auf reinseidenem Damasseefutter, mit Posamentengarnierung statt für 136.bis 192.25. 65 50. 85. großer Posten Kostüme, Modelle 18.- bis 50.statt für 40.- bis 200.großer Posten Ulster, sonst bis 70.** für 8% 15.- 22.Bußtag 12-2 Uhr geöffnet. Trauermagazin. A- WERTHEIM G. m. b. H. 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Mehr denn je heißt es in heutiger Zeit, durch weises Wirtschaften die zur Verfügung stehenden Mittel so Gerade im Haushalt gibt es viele Dinge, bei denen gespart werden wenig wie möglich schwächen! kann, ohne daß die Lebensführung darunter zu leiden braucht. So z. B. bildet eine stets wiederkehrende nicht unbeträchtliche Ausgabe die Reinigung der Wäsche. wenn Die Kosten hierfür lassen sich wesentlich verringern, das selbsttätige PERSIL= Waschmittel 910 und zwar allein ohne Zutat von Seife, Seifenpulver usw. gebraucht wird. O- 18 19 basi Ein einmaliges etwa 4- stündiges Kochen genügt, um die schmutzigste Wäsche ohne Reiben und Bürsten vollkommen sauber zu machen; sie ist dann blütenweiß, wie auf dem Rasen gebleicht, und besitzt einen frischen, würzigen Geruch! Besonders ist die Anwendung von Persil auch wichtig für Kranken- und Verwundetenwäsche sowie Verbandstoffe, die durch das Waschen gleichzeitig desinfiziert werden. All diese Vorzüge in Verbindung mit der großen Ersparnis an Zeit und Arbeit zeigen zur Genüge die Überlegenheit und Billigkeit des PERSIL- Gebrauchs gegenüber dem alten mühevollen und kostspieligen Waschverfahren. Deshalb sei die Losung für jede Hausfrau: Die nächste Wäsche allein mit Persil ohne jede Zutat! Infolge unserer großen Vorräte an allen Rohstoffen liefern wir Persil auch während des Krieges in gleicher Güte und zum gleich billigen Preise wie bisher. HENKEL& Cie., DÜSSELDORF, alleinige Fabrikanten auch der bekannten HENKEL'S BLEICH- SODA. Berantwortlicher Redakteur: Alfred Wielepp, Neukölln. Für den Inseratenteil verantw.: Tb. Glocke, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Werlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Nr. 316. 31. Jahrgang. Mittwoch, 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. d. 18. November 1914 Verlustlisten. Die Verlust liste Nr. 79 der preußischen Armee des Gouvernements Lüttich; Kriegslazarett Montmedy. enthält Verluste folgender Truppen: Generalfommandos des 23. und 26. Reservekorps. Eine sozialdemokratische Friedenskonferenz. San.- Komp. Nr. 2 des Gardekorps; Fest.- San.- Komp. Nr. 1 des 5. Armeekorps; Fest.- San.- Komp. der 21. Landw.- Brig.; Feld= In Kopenhagen soll am 6. Dezember eine Konferenz ter lazarett Nr. 5 des 3. Armeekorps; Feldlazarett Nr. 8 des 7. Armee- Sozialdemokratie der neutralen Staaten zusammenforps; Feldlazarett Nr. 4 des 17. Armeekorps; Festungslazarett treten. Der„ Temps", das Organ der französischen Bourgeoisie, Garde- Train- Abt.; Train- Abteilungen Nr. 3 u. 18; Fuhrpark- nimmt gegen diese Konferenz Stellung. Er schreibt, man müsse Kol. Nr. 2 des 8. Armeekorps; Magazin- Fuhrpark- Kol. Nr. 15. die Kundgebung mit mißtrauischen Blicken betrachten. Das organiBezirkskommandos Offenburg und Tilsit. sierte Proletariat, das sich um den Sozialismus sammle, interFeldpost des 1. Armeekorps. esfiere sich kaum für die Idee, die von der deutschen Sozialdemokratie ausgegangen sei, welche den Weg zur Wiedererrichtung des Friedens vorzubereiten wünsche. Die Kundgebung fei indisch und lächerlich; die Veranstalter müßten he denken, daß die Neutralität Pflichten nicht nur den Regierungen, sondern auch den Privaten auferlege, auch wenn die fraglichen Staatsbürger Sozialdemokraten seien. Keinesfalls dürften neutrale Sozialdemokraten die Pläne ciner bestimmten kriegführenden Mächtegruppe fördern. * * Die bayerische Verlustliste Nr. 53 enthält Verluste des Inf.- Reg.; des 4. u. 6. Feldart.- Reg.; des 1. Fußart.- Reg. und des Res.- Fußart.- Reg. Nr. 1. Die württembergische Verlustliste Nr. 59 bringt Verluste der Brig.- Fri.- Bat. Nr. 52, 54; des Ref.- Inf.- Reg. Nr. 119; des Inf.- Reg. Nr. 120; der Landw.- Inf- Reg. Nr. 122, 123; Jnf.- Reg. Nr. 180; Drag.- Regimenter Nr. 25, 26; Feldart.- Regimenter Nr. 13, 29 und des Pion.- Bat. Nr. 13. 25. und 46. Res.- Div., Stab; 32. Res.- Jnf.- u. 58. Inf.- Brigade., Stab; 1. Garde- Rej.- Reg.; 2. Garde- 11. 2. Garde- Ers.- Reg.; GardeGren- Reg. Franz; Garde- Füs.- Reg.; 3. u. 4. Garde- Reg.; Res.u. Landw.- Inf.- Reg. Nr. 2; Gren.- Reg. Nr. 3; Landw.- Inf.- Reg. Nr. 4; Gren.- Regimenter Nr. 5, 6; Res.- und Landw.- Inf.- Regi- 5. menter Nr. 6, 7; Leib- Gren.- u. Res.Inf.- Reg. Nr. 8; Brig.- Ers.Bat. Nr. 8; Gren.- Regimenter Nr. 9. 10; Rej.- u. Landw.Inf.- Reg. Nr. 10; Gren., Ref.- Inf. u. Landw.- Inf.- Reg. Nr. 11; Gren.- u. Zandw.- Inf.- Reg. Nr. 12; Brig.- Ers.- Bat. Nr. 12; Inf. u. Landw.Inf. Reg. Nr. 13; Brig.- Fri.- u. Landw.- Brigade- Eri- Bat. Nr. 13; Inf.- Regimenter Nr. 14, 15; Res.- Inf.- Reg. Nr. 15; Inf., Res. Inf. u. Landw.- Inf.- Reg. Nr. 16; Inf.- Regimenter Nr. 17, 18; Landw.- Inf.- Reg. Nr. 18; Inf. u. Res.- Inf.- Reg. Nr. 19; Brig. Erj.- Bat. Nr. 19; Inf.-, Ref.- Inf. u. Landw.- Inf.- Reg. Nr. 20; Res. Inf. Reg. Nr. 22; Brig.- Ers.- Bat. Nr. 26; Inf.- Reg. Nr. 27; Brig.- Erf.- Bat. Nr. 27; Inf. u. Res.- Inf.- Regimenter Nr. 28, 29; Res- u. Landw.- Inf.- Reg. Nr. 30; Res. Inf. Reg. Nr. 31; Inf. u. Res. Inf. Reg. Nr. 32; Füs.- Regimenter Nr. 34, 35, 36, 37; Landw.- Inf.- Reg. Nr. 37; Füs.- u. Res.- Inf.- Reg. Nr. 38; Brig.Ers.- Bat. Nr. 38; Füs.- Regimenter Nr. 39, 40; Brig.- Ers.- Bat. Nr. 40; Inf.- Reg. Nr. 42, 44; Brig.- Fri.- Bat. Nr. 44; Inf. u. Landw. 40; Inf. Reg. 46; Inf.- Reg. Nr. 47; Landw.- Inf.- Reg. Nr. 49; Inf.- Reg. Nr. 50; Landw.- Inf.- Reg. Nr. 51; Inf.- Reg. Nr. 53, 56; Rej Inf. Reg. Nr. 57; Brig.- Ers.- Bat. Nr. 57; Inf.- Reg. Nr. 58; Ref.- Inf. Regimenter Nr. 59, 60; Inf.- Reg. Nr. 61; Res.- Inf.- Regimenter Nr. 65, 69; Inf.- Reg. Nr. 72; Füs.- u. Res.- Inf.- Reg. Nr. 78; Jnf. u. Res.- Inf.- Reg. Nr. 75; Inf.- Reg. Nr. 76; Ref. Inf. Reg. Nr. 77; Inf.- Reg. Nr. 79; Brig.- Ers.- Bat. Nr. 79; Inf.u. Rej.- Inf.- Reg. Nr. 81; Brig.- Ers.- Bat. Nr. 83; Inf.- Reg. Nr. 84; Rej. u. Landw.Inf.- Reg. Nr. 84; Inf.- Reg. Nr. 85; Res.- Inf.- Reg. Nr. 86; Füs.- Reg. Nr. 90; Inf.- Regimenter Nr. 91, 94, 96, 98; Ref.Inf. Reg. Nr. 98; Inf.- Reg. Nr. 114; Res. u. Landw.- Inf.- Reg. Nr. 116; Inf.- Regimenter Nr. 128, 132, 136, 138, 140, 142, 143, 153, 154, 156, 169, 175, 176; Res.- Inf.- Reg. Nr. 210; Landst.- Bat. Osterode I. Nes. Jäger- Bataillone Nr. 6, 9; Res.- Maschinengewehr- Komp. Nr. 35. Leib.- Kür.- Reg. Nr. 1; Res.- Drag.- Reg. Nr. 6; Drag.- Regimenter 13, 17, 18, 19, 20; Hus.- Regimenter Nr. 3, 5, 9, 14; ÜlanenRegimenter Nr. 1, 15. 1. Garde- Ref.- Feldart.- Reg.; 5. Garde- Feldart.- Reg.; Feldart.1. Res.- Feldart.- Regimenter Nr. 5 u. 6; Ref.- Feldart.- Reg. Nr. 10; Feldart.- Reg. Nr. 15; Ref.- Feldart.- Reg. Nr. 17; Feldart.- Regimenter Nr. 38, 59; Reitende Feldart.- Abt. der Garde- Kav.- Div. Ref.- Fußart.- Regimenter Nr. 2, 3; Fußart. u. Res.- Fußart.Reg. Nr. 5; Fußart.- u. Res.- Fußart.- Reg. Nr. 6; Res.- Fußart.- Reg. Nr. 8; Fußart.- Reg. Nr. 15; Res.- Fußart.- Regimenter Nr. 18, 20; Ref.- Fußart.- Batterie Nr. 22. 1. Garde- Pion.- Bat.; 1. u. 2. Pion.- Bat. Nr. 7; 1. Pion.- Bat. Nr. 10; 2. Pion.- Bat. Nr. 11; 1. Pion.- Bat. Nr. 15; Pion.- Bat. Nr. 21; Pion.- Regimenter Nr. 24, 25; 2. Pion.- Bat Nr. 27; Pion.- Reg. Nr. 29; Res.- Pion.- Komp. Nr. 51, 52; 1. mobile Landw.- Pion.- Komp. des 16. Armeekorps. Fernsprech- Abt. des Garde- Res.- Korps; Fernſprech- Zug der 21. Art.- Mun. Kolonnen Nr. 7 u. 9 des Gardekorps; Ref.- Art.Mun.- Kol. Nr. 21 des 6. Res.- Korps. Landw.- Brigade; Kraftwagen- Park Mez. Die sächsische Verlustliste Nr. 56 enthält Verluste des Leib.Gren.- u. Gren.- Res.- Reg. Nr. 100; Gren.- Reg. Nr. 101; Res.- Inf. Reg. Nr. 101; Inf. u. Landw.Inf.- Reg. Nr. 102; Inf.- Regimenter Mr. 103, 104; Res.- Inf.- Reg. Nr. 104; Inf.- Regimenter Nr. 105, 106; Rej.- Inf.- Regimenter Nr. 106, 107; Landw.- Inf.- Reg. Nr. 107; Schüßen-( üfilier-) Reg. Nr. 108; Inf.-, Res.- Inf. u. Landw.- Inf. teg. Nr. 133; Jnf.- Regimenter Nr. 134, 139, 177, 178, 179, 182. Aus der Partei. Eine unerbetene Hilfsaktion. Zu dem Stuttgarter Konflikt schreibt der Bad. Beobachter" vom 16. November in seiner Nr. 322: " „ Das ist das Tieftraurige an dem Genossenstreit, daß die Westmeyer u. Cie., wie sie es in Friedenszeiten immer getan haben, die Geschäfte des uns feindlichen Auslandes besorgen, und ihre verhetzten Arbeiter auf ein Gleise schieben wollen, das zum Abgrunde führt. Uns scheint, daß den radi talen Genossen geholfen werden könnte. E3 gäbe verschiedene brauchbare Mittel, die anzuwenden sich sehr empfehlen dürfte. Man verschicke die Herren nach England, Rußland oder Frankreich, damit sie dort in den Gefangenenlagern Unterschlupf finden und über ihr Tun in Deutsch land nachdenken können. Oder man ziehe sie ein zum Militärdienst und stelle sie in die Front, damit sie von ihren französischen Genossen begrüßt" werden können und zwar mit blauen Bohnen und Schrapnells. Das würde die Herren am besten furieren. Es ist wirklich traurig, daß Leute wie Weſtmeyer, der im württembergischen Landtag sigt, in diesen ernsten Zeiten, wo um das Sein oder Nichtiein des deutichen Reiches und Voltes gekämpft wird, nichts anderes zu tun wiſſen, als gegen die Haltung der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion und der ihr Baterland verteidigenden Sozialdemokraten anzus fämpfen. Gegen solche Schädlinge fann nicht scharf genug vorgegangen werden." " Der württembergische Landesvorstand wird hieraus erfchen, wie notwendig es ist, den Austrag prinzipieller Streitig feiten in der gegenwärtigen Situation auf die Zeit zu vertagen, wo ein freier Kampf der Meinungen möglich ist. Verband der Freien Volksbühnen URANIA Taubenstr. Friedrich Wilhelmstädt. Theater. cute Mittwoch: Abends 8 Ubr: Montis Operetten.Th.: Geschloffene Borstellung. Abends 8, Uhr: Montis Operetten- Theater: Montag, Mittwoch, Donnerstag: Minnd von Barnhelm. Dienstag u. Freitag: Wenn der junge Wein blübt. Sonnabend: Die vier Gewinner. Theater für Mittwoch, 18. Novbr.: Berliner Theater Donnerstag Extrablätter! 8 Uhr: Deutsches Künstler- Th. Donnerstag 1. Deutscher Abend. 8 Uhr: Deutsches Opernhaus, Charlottenb. Heute 8 Uhr: Bußtagskonzert ( Parsifal). Gebr. Herrnfeld- Theater Donnerstag So leben wir! 8 Uhr: Kleines Theater Heute 8 Uhr: Wohltätigkeitskonzert. Komödienhaus Donnerstag Wie einst im Mai. 8 Uhr: Lessing- Theater Donnerstag Peer Gynt. 7 Uhr: Lustspielhaus Donnerstag Wolkenreiter. 8 Uhr: Residenz- Theater Donnerstag Krümel vor Paris. 8 Uhr: Rose- Theater Donnerstag Die Waffen her! 8 Uhr: Schiller- Theater 0. Donnerstag An der Spree 8 Uhr: und am Rhein. Schiller- Th. Charlottenbg. Donnerstag Die glückliche Hand. 8 Uhr: Thalia- Theater Donnerrtag Kam'rad Männe. 8 Uhr: Theater am Nollendorfpl.i 8 Uhr Kriegs- Oratorium. B Theater a. d.Weidendammerbrücke. Heute Von deutschen Kriegstaten. B 7 Uhr: Prof. Hans Delbrück. Theater des Westens. Donnerstag Don Cesar. 8 Uhr: Theater in d. Königgrätzer Straße. Donnerstag Rausch. 8 Uhr: Volksbühne( Montis Operettenth.) Donnerstag Minna von Barnhelm. 8 Uhr: Walhalla- Theater Donnerstag Das Mädchen 8 Uhr: von Wild- West. 48/49. Mittwoch 4 Uhr( halbe Preise): Das belgische Land. 8 Uhr: Täglich 8 Uhr: Unsere Feldgrauen! Der größte Erfolg der Saison. Sonnt. 8 U.: Der Pfarrer von Kirchfeld. Auf den Schlachtfeldern Ostpreußens. Theater Folies Caprice Donnerstag 4 Uhr( halbe Preise): Die Weichsel u. die masurischen Seen. 8 Uhr: Auf den Schlachtfeldern Ostpreußens. Hörsal 8 Uhr: Prof. Dr. Donath: Der Kreisel als Kompaß u. als Geschoß. BO 84 Possen- Theater Heute geschlossen. Morgen und folgende Tage: 8% Blinkfeuer. Landwehrlente. Fest steht und treu YPOGRAPHIA Gesangverein Berliner Buchdrucker und Schriftgießer Gegr.1879 Chormeister Alexander Weinbaum Sonntag, den 29. November 1914*) Md.A.-S. in den ,, Konkordia"-Festsälen, Andreasstr. 64 KONZERT Mitwirkende: Paula Weinbaum( Gesang). Alfred Wittenberg ( Violine), Neues Tonkünstler- Orchester, Dirigent Fanz Hollfelder. Der Reinertrag ist für die arbeitslosen Berliner Buchdrucker bestimmt. Anfang 3 Uhr. Eintritt 50 Pf. Garderobe 10 Pf. Kinder haben zu diesem Konzert keinen Zutritt! *) Laut Polizei- Verfügung findet das Konzert nicht am Totensonntag statt. Die von den Mitgliedern entnommenen Billetts behalten ihre Gültigkeit. Eintrittskarten zu 30 Pf. sind zu haben bei P. Horsch, Engelufer 15; G. Schulz, Kottbuser Tor; im Vereinsbureau, Engelufer 15; bei den Mitgliedern und in der , Konkordia"." 60/18 Männer- Chor ,, Lerche- Einigkeit( Hutmacher) M. d. D. A.-S.-B. Chormeister: Van den Dries. Sonntag, den 22. November 1914( Totensonntag) im Böhmischen Brauhaus, Landsberger Allee 11-13: Wohltätigkeits- Liederabend unter gütiger Mitwirkung der Konzertsängerin Frau Henriette Friedrich- Böhmer zum Besten der Familien der im Felde gefallenen Mitglieder. Anfang 6 Uhr. Gewerkschaftshaus. 60/19 Der für heute angesezte musikalische Familienabend u. Konzert findet nicht statt! testiert einem Telegramm der„ Köln. Ztg." zufolge in einem Das Kopenhagener Blatt Sozialdemokraten" proBeitartikel heftig gegen die Unterstellung, die sozialdemokratis the Friedenskonferenz in Kopenhagen sei von der deutschen Sozialdemokratic inspiriert. Der Konferenzplan sei Ende September in Kopenhagen entstanden und später in Stockholm von standinavischen Vertretern und einem Repräsentanten der holländischen Sozialdemokratie erörtert worden. Schließlich habe am 2. November eine Verhandlung zwischen einem Vertreter der dänischen und einem Vertreter der schweizerischen Sozialdemokratie, der gleichzeitig die Partei Jtaliens repräsentierte, stattgefunden. Die deutsche Sozialdemokratie sei an alledem unbeteiligt, sie habe nur ebenso wie die Sozialdemokraten anderer kriegführender Länder eine Mitteilung von der beabsichtigten Konferenz erhalten. Es müsse allen neutralen Sozialdemokraten gestattet sein, für den Friedensschluß zu wirken. Gerade weil die Sozialdemokraten der kriegführenden Länder das nicht können, sei die Pflicht der Sozialdemokraten neutraler Staaten diesbezüglich um so ernster. Unser holländisches Parteiblatt in Deutschland verboten. Aus Amsterdam wird uns geschrieben: Die deutschen Behörden haben vor kurzem die Einfuhr unseres holländischen Parteiorgans et Volk" in Amsterdam, in Deutschland verboten. Auf das Ersuchen unseres Parteiblattes um Begründung dieser Maßnahme hat es nun vom Kaiserlich Deutschen Postzeitungsamt, Berlin W. 9, Dessauerstr. 3/5, unterm Datum vom 9. November die folgende Antwort erhalten: „ Auf das gefällige Schreiben vom 22. Oktober wird Ihnen ergebenst erwidert, daß das Verbot der Einfuhr Ihrer Tageszeitung ,, Het Volk, Dagblad voor de Arbeiterspartij" mit der Beilage„ De Notenkraker" auf einer Anordnung des stellbertretenden Generalfommandos des 7. Armee forps beruht, demzufolge die Einfuhr holländischer sozialistischer Blätter bis auf weiteres verhindert werden soll." Unterschrift unleserlich. Nach diesem Bescheid richtet sich diese Maßregel also grundsäglich nur gegen holländische sozialistische Blätter, während der Einfuhr bürgerlicher Blätter kein Hindernis in den Weg gelegt wird. 1. und 3. Wahlkreis. Donnerstag, den 19. November, abends 8½ Uhr: Geffentliche Frauen- Versammlung in den Corona- Festsälen, Kommandantenstraße 72. Tagesordnung: ,, Wer hilft den Frauen der Wehrmänner und der Arbeitslosen?" Referentin: Genossin Luise Zieh. 11 5 Grosses Programm Kleine Preise Heute( Bußtag) geschlossen! Donnerstag, den 19. November: Das Große Programm bei Kleinen Preisen! Casino- Theater. Lothringer Straße 37. Täglich 8 Uhr. Lichtbilder v. Kriege! Meßter- Woche! Hierauf erstklassige Spezialitäten. Zum Schluß das dreiaktige Boltsstück, feit Sept. mit groß. Erfolg aufgeführt Mein Leben dem Vaterland. Buẞtag und Totens onntag geschlossen. Reichshallen- Theater. Stettiner Sänger. Heute keine Vorstellung! Morgen: „ Unser Oskar!" Anfang 8 Uhr. Frauen! Erscheint in Massen! Die Einberuferin: E. Reinke. Theater des Westens Zirkus Alb. Schumann Karlstraße. Tel. Norden 2941. Mittwoch, 18. November, ( Bußtag) geschlossen. Morgen Donnerstag, 19. Novemb., abends 7 Uhr: Große Sport- Vorstellung mit kleinen Preisen. Auftreten sämtlicher neuen Attraktionen. Blüthner- Saal, Lützowstr. 76 Erster Dichter- Abend des Schutzverbandes deutscher Schriftsteller am Freitag, den 20. November, abends 8 Uhr. Ludwig Fulda. Georg Hermann. Georg Reicke. Gabriele Reuter. Karl Hans Strobl. Fedor v. Zobeltitz. Der Reinertrag des Abends ist für die Kriegshilfskasse d. Schutzverband. deutsch. Schriftsteller bestimmt. Eintrittskarten zu 1, 2, 3 M. bei Bote u. Bock, an den Theaterkassen von A. Wertheim und an der Abendkasse. * In Freien Stunden Die Wochenschrift für Arbeiterfamilien Wöchentlich 1 Heft für 10 Pf. Wiederbeginn der Operetten- Spielzeit. Morgen Donnerstag, den 19. Nov.: Don Cesar. Preise 0.50, 1.00, 2.00, 2,50, Drchefter- Fauteuil 3 M. V Allgemeine Orts Orts- Krankenkasse Berlin- Lichtenberg. Einladung zur ordentlichen Sizung des Ausschusses Freitag, den 27. November, abends 8, Uhr, im Lokale( gr. Nebensaal) des Herrn Richard Arnhold( Schwarzer Adler), Frankfurter Chaussee 5, zu Berlin- Lichtenberg. Tagesordnung: 1. Wahl des Ausschußvorsitzenden. 2. Wahl des Rechnungsausschusses für die Prüfung der Rechnung des laufenden Jahres. 3. Festsetzung des Voranschlags für 1915 und zwar: a) für die Krankenkasse, b) für die Badeanstalt, c) für das Genesungsheim. 4. Berschiedenes. ( Beschwerden, zu welchen die Vorlage der Aften notwendig ist, müssen drei Tage vor der Ausschuß- Sibung der Geschäftsstelle der Kasse eingereicht 278/11 werden). Der Vorstand. 0. Seikel, Borsitzender $ 1935 XX Puppen- Fabrik Grösstes Spielwarengeschäft der Welt Viele Neuheiten! Jahraus, jahrein 19 Schaufenster Bernhard Keilich Gr. Hamburger Straße 21-23 Eckhaus Oranienburger Str. 11, beim Hackeschen Markt. Bahnhof Börse, Zirkus Busch. Annahmestellen für ,, Kleine Anzeigen" Berlin C. A. Hahniich, Aderstr. 174. 0. Karl Melle, Vetersburger Blas 4. Gustav Vogel, Koppenfirage 2 t. engels, Markusstr 36. NO.. 3ucht. Immanuelkirchstr. 12. 3. Ment. Barnimitr. 42. N. A. Wolgast. Wattstraße 9. S. Fischer, Baitianstraße 6. Karl Mars, Greifenhagener Str. 22. J. Hönisch. Müllerstr. 31a 6. Vogel, Zorginaitr. 37. A. Ticu, Invalidenstr. 124 NW. Salomon Jofeph. Wilhelmshavener Str. 48. SW. G. Schmidt, Barwaldir 42. Tachn. Hagelberger Str. 27. S. St. Fris, Brinzenitr. 31. H. Lehmann. Kottbuser Damm 8. SO. Paul Böhm, Laufizer Blag 14/15. 2. Horich, Engelujer 15. Adlershof. Karl Schwarzloie, Bismardstr. 28. Baumschulenweg. 5. Hornig, Marienthaler Str. 13, I. Borsigwalde. Vaul Kienast, Häuſchst. 10. Charlottenburg. Gustav Scharnberg, Seienbeimer Str. 1. Friedrichshagen. Eruit Wertmann, Köpenicker Str. 18. Grünau. Franz Klein, Friedrichstr. 10. Johannisthal. Mag Gonfchur. Partstr. 28. Karlshorst. Richard Küter, Nödelstr. 9, II. Köpenick. Emil Wißler, Stiegeritr. 6, Laden. Lichtenberg. Ctto Seifel, Wartenbergitr. 1. Nieder- Schöneweide. Wilh. Unruh, Brüdenstr. 10. Nowawes. Wilhelm Jappe, Lutherstr. 2. Ober- Schöneweide. Alfred Bader, Wilhelminenhofstr. 17, Laden. Pankow. Ctto Rißmann, Mühlenin. 30. Reinickendorf. 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Nobember 1914, abends 8, Uhr, findet im großen Rathaussal, BerlinLichterfelde, Schillerstr. 32, eine ordentliche Ausschußsitzung statt, zu welcher die Mitglieder des Ausschusses hiermit eingeladen werden. Zagesordnung: 1. Wahl des Rechnungsausschusses für die Prüfung der Rechnung des laufenden Jahres. 2. Verschiedenes. Etwaige Wünsche und Beschwerden bittet der Borstand 3 Tage vor der Bersammlung schriftlich einreichen zu wollen, damit das einschlägige Material zur Stelle geschafft werden fann. 278/10 Berlin- Lichterfelde, den 17. November 1914. Der Vorstand. Hans Fischer, R. Modrack, Borfizender. Schriftführer. Spezialarzt 1. Haut, Harns, Frauenleiden, nerv. Schwäche, Beinfranke jeder Art, Ehrlich Hata Kuren in u. Co. tonz. Laborat. i Blut Dr. Homeyer unterfuchung., Fäden i. Harnuim. gegenüber Friedrichstr. 81, anoptitum Sp. 10-2, 5-9, Sonnt. 11-2. Honorar mäßig, auch Teilzahi. Sevarates Damenzimmer. Zimmer. Gyt möbliertes Borderzimmer für 1 oder 2 Herren sofort zu vermieten. 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