Nr. 317.- 31. Jahrg. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Breis pränumerande: Bierteljährl. 3,30 MRI, monatl. 1,10 M., wöchentlich 25 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Bfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags Beilage„ Die Neue Welt" 10 Ba. Bost Abonnement: 1,10 Mar! pro Monat. Eingetragen in die Post Zeitungs. Breisliste. Unter Areuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2,50 Mart, für das übrige Ausland 4 Mart pro Monat. Postabonnements nehmen an: Belgien, Dänemark, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz Cricheint täglich. Vorwärts Berliner Volksblaff. 5 Pfennig Die Infertions- Gebühr Beträgt für die sechsgespaltene Kolonel zeile oder beren Raum 60 Pig., für politische und gewerkschaftliche Vereins. und Bersammlungs- Anzeigen 30 Pig. ,, Kleine Hnzeigen", das fettgedruckie 28ort 20 fg.( zulässig 2 fettgedruckte Borte), jedes weitere Wort 10 Big. Stellengesuche und Schlafstellenan zeigen das erste Wort 10 Pfg., jedes weitere Wort 5 Bfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 68, Lindenstraße 3. Fernsprecher: Amt Moritplas, Nr. 151 90-151 97. Freitag, den 20. November 1914. Expedition: SW. 68, Lindenstraße 3. Fernsprecher: Amt Morikplak, Nr. 151 90-151 97. Erfolge eines deutschen Luftgeschwaders. Die deutsche Oftieeflotte beschießt Libau.- Seegefecht im Schwarzen Meere. Westlicher Kriegsschauplatz. Die Meldung des Großen Hauptquartiers Armenien im Weltkriege. Verhaftung von Geiseln. Rotterdam, 19. November.( W. T. B.) Der Nieuwe Rotter Amtlich. Großes Hauptquartier, 19. November, vormittags.( W. Z. B.). Die Grenzverhältnisse zwischen der Türkei und Rußland haben es mit sich gebracht, daß die ersten Kämpfe zwiIn Westflandern und in Nordfrankreich ist schen den beiden Staaten an der kaukasischen Grenze, in Türkisch Armenien ausgefochten wurden. Nach dem: Zurückweichen der russischen Truppen wird der Kampf nun nach den südwestlichen Gebieten Transkaukasiens hinübergetragen, die geographisch wie ethnographisch als Russischdamiche Courant" meldet aus Dostburg: Nachdem auf einen deutschen die Lage unverändert. Wachtposten in Stroobrugge Schüsse abgegeben worden waren, sind in Maldeghem vierzig der angefehensten Einwohner verhaftet worden. Sie sollen als Geiseln dienen, bis man den Täter entposten vermißt werden. Aus einem französischen Feldbrief. Ein deutsches Flugzeuggeschwader zwang beckt. Es heißt, daß ein oder zwei Mann von dem deutschen Wacht auf einem Erkundungsfluge zwei feindliche Armenien bezeichnet werden müſſen. Hierdurch gewinnt das Kampf- Flugzeuge zum Landen und brachte ein in zwei Stücke zerrissene Armenien eine enorme militärische Bedeutung. Aber nicht nur eine militärische. Armenien ist feindliches zum Absturz. Von unseren Flug- schon seit Menschenaltern ein Stampfobjekt zwischen Rußland zeugen wird eins vermißt. und der Türkei. Schon im Jahre 1787 regte Statharina II. die Aufteilung der Türkei an, bei der Rußland 1. a. Armenien erhalten sollte. In den Jahren 1844 und 1853 erneuerte Alexander II. bei der Liquidation des russisch- türkischen KrieNikolaus I. diese Anregungen, und noch 1878 verlangte ges die Uebergabe von Erzerum, der wichtigsten Poſition tragen werden sollte, die armenische Bevölkerung zu schützen. Paris, 19. November. Aus Feldbriefen, die in französischen Blättern erschienen sind, ist herauszulesen, daß die Truppen das Ein heftiger französischer Angriff in GeLeben in den Laufgräben satt sind. Ein Professor der Rechtslehre gend Servon am Westrande der Argonnen schreibt, sie leiden fürchterlich unter Kälte. Ein Soldat schreibt: wurde unter schweren Verlusten für die Franfeuchte Erblöcher, aus denen man sich nicht herauswagen darf, denn 30sen zurückgeschlagen. Unsere Verluste waren die Lage der feindlichen Schüßengräben nicht. Ich habe die ber- gering. schiedensten Operationen mitgemacht und habe doch nur ein einziges Mal Deutsche gesehen. Es waren graue Schatten in 100 Meter man würde vom Feinde sofort aufs Korn genommen. Man fennt Auf dem öftlichen Kriegsschauplatz find die Entfernung. Der Tod kommt unsichtbar. Seit einem Monat sehen erneut eingeleiteten Kämpfe noch im Gange. wir keine Zeitungen mehr.- Leider hlfeen Nachrichten darüber, wie die Kolonialtruppen das winterliche Klima ertragen. Oestlicher Kriegsschauplah. Oberste Heeresleitung. Diese Bedingung des Friedens von San Stefano wurde aber im Berliner Vertrag aufgehoben, und zwar geschah dies vor allem auf Betreiben Englands, das als Entgelt für die Sicherung der türkischen Herrschaft in Armenien laut einem Geheimvertrag mit der Türkei die Insel Cypern erhielt, die es schon während des Krieges besetzt hatte. Die nach dem russisch- türkischen Kriege von 1877/78 cinsetzende Aera der Armenierverfolgungen in der Türkei läßt sich vor allem darauf zurückführen, daß Armenien der Zankapfel zwischen den Großmächten geworden war.§ 61 des Berliner Traftats jette zwar für Armenien dieselben Deutsche Schiffe beschießen Libau. Berlin, 19. November.( W. T. B.) Am Reformbedingungen fest wie für Mazedonien, aber diese VorDie Oesterreicher machen 7000 Gefangene. 17. November haben Teile unserer Ostseestreitschriften blieben auch Armenien gegenüber auf dem Papier. Wien, 19. November.( W. T. B.) Amtlich wird verlautbart: kräfte die Einfahrten des Libauer Hafens Dagegen nahm Sultan Abdul Hamid blutig Rache für Die Schlacht in Russisch- Bolen nimmt einen günstigen Fortgang. durch versenkte Schiffe gesperrt und die der armenischen Generäle Lasarew, Ter- Gukassow und LorisNach den bisherigen Meldungen machten unsere Truppen 7000 militärisch wichtigen Anlagen beschossen. Torpedo- Welikom in Armenien, und England wie Rußland blieben Gefangene und erbeuteten 18 Maschinengewehre und boote, die in den Innenhafen eindrangen, stellten gleichgültig Zuschauer bei diesem Vernichtungsfeldzug gegen fest, daß feindliche Kriegsschiffe nicht im Hafen ihr Land genommen, das den Sturdenhäuptlingen geschenkt nicht im Hafen ein ganzes Volk. In den 90er Jahren wurde den Armeniern Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes fest, daß auch mehrere Geschüße. v. Hoefer, Generalmajor. Eine überholte russische Meldung. Amtlich. Berlin, 19. November.( W. T. B.) Petersburger Meldungen über ein Vorrüden russischer Truppen gegen Gumbinnen und Angerburg wie über die Besetzung von Laug szargen bei Tauroggen sind durch die Ereignisse überholt. Ruſſen waren vorgegangen, sind aber zurückgeschlagen worden. Hindenburgs Siegeszuversicht. Die waren. Der stellvertretende Chef des Admiralstabes gez. Behncke. * * Wien, 19. November.( W. Z. B.) Der Berliner Korre- und befd of Fort und& afernen, was an Rüfte eine spondent der„ Neuen Freien Preffe", Baul Goldmann, heftige Feuersbrunst verursachte. Osmanische Schiffe wurden auf der berichtet ausführlich über einen Besuch bei dem General- Reede nicht entdeckt. obersten von Hindenburg und gibt eine charakteristische Schilderung des Armeeführers und seines Stabes, besonders des Generals Ludendorff und des Oberstleutnants Hoffmann. Er gibt den Einmarsch der russischen Truppen unter dem Kommando wurde. Seitdem datiert die wirtschaftliche Verelendung der 21 Millionen Köpfe zählenden armenischen Bevölkerung in der Türkei, die zu 85 Broz. aus Ackerbauern besteht. Seitdem ießten auch die periodisch wiederkehrenden Armeniermezeleien ein, die Hunderttausende von Menschenleben kosteten, ohne int christlichen" Europa einen nennenswerten Widerhall zu Petersburg, 18. November.( W. T. B.) Ein Berichtweden. des Admiralstabes besagt: Gestern morgen erschien ein Die jungtürkische Revolution von 1908 sette deutsches Geschwader, bestehend aus zwei Kreuzern, mehreren zwar der Hamidischen Vernichtungspolitik gegen die Armenier Dampfern und zehn Torpedobooten vor Libau. Die Deutschen ein Ende, aber die sozialpolitische Unfruchtbarkeit des neuen beschoffen die Stadt und den Hafen von neuem, wodurch mehrere Regimes, vor allem das Widerstreben der jungtürkischen Brände hervorgerufen wurden. Am gleichen Tage näherte sich frühmorgens die russische schuf zugleich den Nährboden für eine gefährliche Gärung Machthaber gegen eine radikale Agrarreform in Armenien, Schwarzmeerflotte dem türkischen Fort von Trapezunt unter den Armeniern. Diese Unfruchtbarkeit der jungtürfischen Reformen war übrigens auch der Grund, weshalb die armenischen Revolutionäre, die anfangs mit den Sungtürken gingen, sich enttäuscht zurückzogen. Die russische Regierung, die sich durch die türkische Revolution in vielen Erwartungen betrogen jah, machte sich, trotzdem sie viele Jahre eine Politik der Verfolgung gegen die russischen Armenier betrieben hatte, 1. a. Aeußerungen Hindenburgs bei einer zwanglofen haben, wenn die Erde hart friert. Das ist einer der Vorteile, diese Gärung unter den türkischen Armeniern sofort zunube Unterhaltung an der Abendtafel wieder. Auf die Frage nach seinen die uns der Winterfeldzug gegen die Russen bringt. Wenn sie nicht und begann, von der liberalen Preise unterstützt, sich als die Erfahrungen bei dem Zuſammenwirken mit der österreichisch- mehr in die Erde friechen können, wird es den Russen schlecht gehen. Befreierin" Armeniens vom türkischen Joch aufzuspielen. Inzwischen hatte auch die internationale Lage eine Wenungarischen Armee fagte Generaloberst von Hindenburg: Die Vor der russischen Uebermacht fürchten wir uns gar nicht. lleberDesterreicher und Ungarn feien ausgezeichnete Soldaten. Die macht gehört nun einmal zu den Ruffen; sie ist ihre hauptsächlichste dung genommen, die dem Vorstoß des russischen ImperialisWir kämpfen Waffe. Bei Tannenberg waren sie uns dreifach überlegen. Man mus nach Armenien und Kleinasien hin günstig war. Wenn Mannschaften und Offiziere find mutig und tapfer. Soulter an Schulter und ſegen in den Fortgang dieser genfeinsamen hat geſehen, was es ihnen nugte. Auch die Ueberzahl ist nicht England noch im Jahre 1878 von den Dardanellen aus dem Bir schäßen die Desterreicher und entscheidend; im gegenwärtigen Stadium des Krieges noch weniger russischen Vormarsch nach Konstantinopel Halt gebot und Kämpfe die besten Hoffnungen. Der Verkehr zwischen den als bisher. Die Russen werden uns nicht niederwalzen, im Gegen- Cypern besetzte, um einem russischen Durchstoß nach dem Ungarn als vortreffliche Kameraden. Oberkommandos der verbündeten Armeen vollzieht sich in den an- teil, die Russen sind mürbe. Alle Anzeichen deuten darauf hin, daß gegenüberliegenden Hafen von Alexandrette zuvorzukommen, Gegenwärtig stehen wir namentlich in regen sie bald fertig sind. An Waffen und Munition beginnt es ihnen zu so stand es jetzt, durch den Vertrag von 1907 an Rußland Beziehungen mit dem General Dank!, dem Führer der ersten Armee, fehlen, auch hungern fie. Selbft Offiziere ermangeln der Nahrung. gekettet, einem Machtzuwachs Rußlands in Vorderasien nicht Auch das Land leidet Not. Lodz hungert. Das ist bedauerlich, doch mehr ablehnend gegenüber. Einerseits hatten Konstantinopel mit der wir Fühlung haben. Heber die Ruſſen ſagte Generaloberst v. Hindenburg im wesent es ist gut so. Mit Sentimentalitäten fann man feinen Strieg führen. und die Meerengen feine so große Bedeutung mehr für lichen folgendes: Die Russen sind gute Soldaten und halten Je unbarmherziger die Kriegführung ist, um so barmherziger ist sie England, seitdem der Seeweg nach Indien durch die AnDisziplin, und Disziplin entscheidet schließlich den Feldzug. Aber in Wirklichkeit, denn um so eher bringt sie den Krieg zu Ende. Man nerion Cyperns und Aegyptens gesichert war. Inzwischen ruifliche Disziplin ist etwas anderes als deutsche und österreichisch merkt es auch an der Art, wie die russischen Truppen sich schlagen, waren aber auch die stärksten Mächte der deutschen Hochungarische Disziplin. In unseren Heeren ist sie das Resultat der daß fie bald nicht mehr weiter tönnen. Der Krieg mit Rußland ist finanz mit ihrer Bahnpolitik in Kleinasien erschienen, und Geistesmoral, im ruffischen Heere mehr stummer, stumpfer Gehor- gegenwärtig vor allem eine Nervenfrage. Wenn Deutschland und deshalb bot ein in bestimmten Grenzen gehaltenes Vordringen Die Ruifen lernten viel seit dem Kriege mit Japan; ihre Desterreich- Ungarn die stärkeren Nerven haben und durchhalten Rußlands für England ein willkommenes Gegengewicht gegen ſam. Sie verstehen es glänzend, fich werden und sie werden sie haben und werden durchhaltenso die Bagdadbahnpolitik Deutschlands, die die Stärke find die Feldbefestigungen. Sie verstehen es glänzend, sich werden englische Weltmachtstellung in der Flanke bedrohte. einzugraben. Nun wird es mit dem Eingraben bald ein Ende werden sie siegen." genehmsten Formen. Welche Aenderungen diese Situation in der Stellung Englands zur armenischenFrage hervorrief, geht deut- lich aus dem kurz vor dem Ausbruch des Krieges erschienenen Buche der Gebrüder Buxton:./rravetiä and politios in Armenia"(London, 1914) hervor. Die Verfasser, die im Herbst 1913 in wichtiger politischer Mission in Armenien ge- weilt haben, geben offen zur man dürfe das Vordringen Rußlands nach Armenien nicht hindern, allerdings nicht süd- licher, als nach dem Gebirgskamm im Norden von Diarbekr, da sonst die Stellung Englands am Persischen Golf gefährdet werden könne. Andererseits erkennen die Verfasser auch die Ansprüche Deutschlands in Kleinasien an: sie sind ge- willt, auch Deutschland einen Anteil an dem türkischen Erbe zu gewähren— zum Teil Wohl aus der Erwägung, daß Deutschland und Rußland in Vorderasien e'nander die Wage halten und so England entlasten würden—; was sie aber verhindern wollen, ist die auf die Stärkung der Türkei ge- richtete Politik Teutschlands, die den Interessen der anderen Großmächte in Vorderasien zuwiderläuft.„Deutschland— schreiben sie— festigt mit jedem Jahre den Boden für seine Ansprüche und gewinnt durch den Aufschub der Lösung." Wie England die Erfolge Rußlands in Persien nicht aufhalten könne, könne das Teutschland nicht in der Türkei. Man kann nicht sagen, daß den deutschen weltpolitischen Schriftstellern dieser Entwickelungsprozeß verborgen geblie- den ist. Sie sehten ihm aber, fast ausnahmslos, die Forderung entgegen, den bisherigen Kurs Deutschlands in derTürkeifortz u sehen, selb st aufdieGefahr h r n, einen Zusammenstoß mit Rußland her- aufzubeschwören. So schrieb ein so einflußreicher Publizist wie Dr. Ernst I ä ck h noch vor einem Jahr im „Asiatischen Jahrbuch": „Dort in Kleinasicn liegt der Keim zu einer kom- ni enden Auseinandersetzung zwischen Deutsch- land und Rußland: dort in Kleinasien kann ein Interessen- gegensatz sich offenbaren, für den Deutschland durch seine große Heeresvermehrung sich an der russischen Grenze rüsten muß. Nicht daß die deutsche Interessensphäre in Kleinasien als deutscher Gcbietserwerb ge- dacht werden muß— auch die Besetzung dieses türkischen Gebiets durch Rußland würde die deutsche Wirtschaftspolitik in Vorder- asien bedrohen und gefährden." Von einem ähnlichen Standpunkt wird der Interessen- gcgensah zwischen Deutschland und Rußland in Norderasien nun auch in der russischen bürgerlichen Presse geweitet.„Man kann sich freuen— schreibt der Wortführer des russischen Liberalismus in den Fragen der auswärtigen Politik, Prof. M i l j l« k o w, in der„R e t s ch"—, daß die Pforte den Mächten des Dreiverbandes die Hände freigemacht hat für eine volle und radikale Lösung der armenischen Frage. Man kann sich auch freuen, daß diese Frage j e h t gelöst werden wird ohne Hindernisse und Hemmnisse von seiten Deutsch- lands.... Das Band zwischen Türkisch-Armenien und den anderen Besitzungen des Padischahs ist jetzt von den Jung- türken selbst endgültig und für immer zerrissen worden." Diese Deklaration Prof. Miljukows in der armenischen Frage wie die ganze kriegerische EntWickelung im Osten zeigen, daß der von Dr. Jäckh festgestellte„Keim zu einer kommen- den Auseinandersetzung zwischen Deutschland und Rußland" zur Entfaltung gekommen ist. Heginn öer Entscheidungsschlacht in polen. General v. Blume schreibt unterm 17. November 1914: Die Entladung des schweren Gewitters, das wir langsam von Osten heraufziehen sahen, hat begonnen. Seine Wirkung wird ge- waltiger sein, als heute wohl noch mancher ahnt. Erst nach einigen Tagen wird man sie in ihrer ganzen Größe erkennen. Wir sehen dem Ausgange mit froher Zuversicht entgegen, müssen uns aber für Iwute mit einem Rückblick auf die EntWickelung der Lage beschrän- ken, die im Osten seit den ersten Tagen des laufenden Monats stattgefunden hat. Die Provinz Ostpreußen war im Beginn des Monats vom Heinde frei, ein Teil des Gouvernements Suwalki von deutschen Truppen besetzt. Sie sind inzwischen jedoch über die Grenze zurückgegangen, und diese ist abermals an mehreren Punkten von russischen Truppen überschritten worden, ohne daß sie tiefer einzu- dringen vermocht hätten. Gstöeutschlanös Sturmtage. v. Ortelsburg. In einem Abteil mit Soldaten fuhr ich nach Ortelsburg. Und immer wieder und wieder begehrten sie Zeitungen! Die letzte, die ich hei mir hatte, schnappte ein junger Berliner Buchdrucker— Ersatzreservist—, der zwischen die Pioniere gesteckt war und sich da nicht allzuwohl zu fühlen schien. Auf den Stationen zwischen Allenstein und Ortelsburg dräng- teu sich besorgte Menschen an den Zug:„Kommt der Ruß?"— „Wann kommt der Ruß?"— Vor der ersten Heimsuchung im August hatte Ortelsburg samt dem jetzt einverleibten Beutneroorf an Sie 9000 Einwohner. Nun sind sie in alle Winde zerstreut, und nur von der ärmeren Bevölke- rung der Beutnervorstadt ist eine Anzahl Familien noch am Orte geblieben. Hat der Russe doch in diesem Proletarierviertel vor drei Monaten gar nicht gesengt und nur milde geplündert! Nichts- destolveniger hatten auch die Beutner von Ortelsburg ihre Sieben- fachen gepackt und saßen fluchibereit, jeden Augenblick des Winkes zum Abmarsch gewärtig; denn schließlich war der erste Einfall ein Kinderspiel gewesen(es gab Familien, die bis zu 5 Tagen und Nächten hatten wandern müsien)— vor allen Dingen aber: daS niedergebrannte und zerschossene Ortelsburg liegt fürchterlich-greif- bar da, und das zweitemal könnte es vielleicht auch der armen Beutnerstraße schlimm ergehen. Es war mir häufiger aufgefallen, daß die Frauen sich weniger furchtsam zeigten als die Männer. In Ortelsburg kam es zur Sprache, und es erwies sich, daß die Männer vielfach mit der Mög- lichkcit rechneten, sie würden— wie es im August zum Teil ge- schehcn ist— mitgeschleppt werden! Nach einer Meldung, die das Wölfische Telegraphenbureau am 18. November verbreitete, sind im Regierungsbezirk Königsberg 2H2 Gebäude ganz oder größtenteils zerstört; es handelt sich da vor allem um die Kreise Gerdauen, Wehlau, Friedland, Preußisch« Eylau, Rastenbura, Labiau. Vom Gumbinner Bezirk ist bisher wohl keine Zusammenstellung veröffentlicht, obwohl sie schon wegen �nsterburgs wichtig toäre. Und— um auf den Königsberger Re- gierungsbezirk zurückzukommen— auch über die Schäden in den einzelnen Städten(Tapiau, Neidenburg, Hohenstein, Allenburg, Domnau usw.) sollten recht bald offizielle Zahlen bekanntgegeben werden. In Ortelsburg hat die Kaufmannschaft den Russenschaden statistisch zusammengefaßt. Danach find 70 Prozent der Hau» ser völlig vernichtet! Und zwar im einzelnen: 132 Wohngebäude, 178 Wirtschansgebäude, 414 Haushaltungen. Ferner wurden 11 Einwohner Ortelsburgs getötet(erschossen oder erstochen) und 22 verschleppt— darunter auch ein paar Frauen iind Kinder... Man hat in den letzten Wochen oft von der belgischen Stadt sLrüggc gclcjen und daß sie als„tote Stadt" bezeichnet werde. Wer Die deutschen und österreichisch-uugarischen Streitkräfte, die gemeinsam— erstere unter Befehl des Generaloberst von Hinden- bürg— aus unserer Provinz Schlesien und aus Westgalizien gegen die Weichsel vorgedrungen waren und sich dann veranlaßt gesehen hatten, vor sehr überlegenen, über die Weichsel hervorgebrochenen Streitkräften zurückzugehen, waren im Anfang dieses Monats in den Grenzgebieten, aus denen sie ihren Vormarsch begonnen hatten, wieder eingetroffen,„um sich der Lage entsprechend neu zu gruppieren". Dieser Bewegung hatten sich auch jene österreichisch- ungarischen Truppen anschließen müssen, die in Galizien ostwärts wieder bis an den San, zum Teil, die Festung Przemysl entsetzend, über den San vorgedrungen waren. Ein Teil dieser Streitkräfte hat vermutlich zum Schutze Ungarns die Karpathenpässe besetzt. während die Hauptmacht unserer Verbündeten sich anscheinend in der Gegend von Krakau sowie südlich und nördlich dieses Waffen- Platzes, mit Anschluß an den deutschen rechten Flügel, formiert hat. Die Russen waren den Verbündeten mit gewaltiger Macht, aber langsam in dem Räume zwischen der ostpreußischen Südgrenze und den Karpathen, also in einer Breite von mehr als 300 Kilo. meter, gefolgt, und zwar anscheinend mit einer rechten Flügelarmee von fünf bis sechs Armeekorps auf dem rechten Weichselufer in der Richtung auf Thorn, mit der aus etwa lö Armeekorps, einer Anzahl von Reserve-Divisionen und etwa zehn Kavallerie-Divisionen be- stehenden Heeresgruppe auf dem linken Ufer der Weichsel in der Richtung auf die Grenzen von Schlesien und Westgalizien. Äußer dieser, mindestens 900 000 Mann starken Hauptmacht stand noch eine starke Armee der Südostgrenze der Provinz Ostpreußen gegen- über, und«in beträch...�er Heeresteil rückte in Galizien in der Richtung auf Krakau vor, Gegen den 10 d. M. erreichte die russische Hauptmacht die Warthe auf der Strecke Kolo— Sieradz— Nowo-Radomsk, mit dem linken Flügel die Linie Maliszyer— Weichsel. Zusammenstöße hatten seit längerer Zeit nur zwischen der beiderseitigen Kavallerie stattgeftinden und waren trotz großer ziffernmäßiger Ueberlegenheit der russischen Kavallerie durchweg zugunsten der unsrigen aus- gefallen. An der Warthe machten die Russen zunächst Halt, be- gannen aber nach einigen Tagen den Fluß zu überschreiten. Der Generaloberst von Hindenburg hat inzwischen die ihm vom Feinde gelassene Zeit benutzt, um unter ausgietziger Verwertung der heimatlichen Eisenbahnen starke Streitkräfte nach seinem linken Flügel, an die Posensche Grenze, zu verlegen und andere Truppen an die Grenzstrecke Thorn— Soldau heranzuziehen. Am 12. und 13. d. M. erfolgten die Angriffe der Russen gegen die ostpreußische Grenze, insbesondere bei Stallupönen, Ehdtkuhnen und Soldau, die von den ostpreußischen Truppen, bei Soldau von den aus Westpreußen herangezogenen nach zum Teil heftigen Kämpfen abgewiesen wurden. Am lö. wurden starke auf dem rechten Weichselufer vormarschierende russische Kräfte unter Verlust von S000 Gefangenen bei Lipno zurückgeworfen. Sie mußten auf Plock weichen. Inzwischen hatte der Generaloberst von Hindenburg auch auf dem linken Weichselufer, in dem Räume zwischen Weichsel und Wartha, mit seinen Hauptkräftcn die Offensive ergriffen. Am 13. wurde von ihm ein feindliches Korps bei Wloslawec, am 14. das- selbe Korps bei Tuninov.Novi geschlagen und ihm 1500 Gefangene abgenommen. Am lö. d. M.warf er mehrere ihm entgegen- getretene russische Armeekorps bis über Kutno zurück, nahm 23 000 Mann von ihnen gefangen und erbeutete zahlreiche Geschütze und Maschinengewehre. Er wird den entschlossenen, noch größeren Erfolg versprechenden Einbruch in den feindlichen rechten Flügel inzwischen weiter ausgenutzt haben. Wir werden darüber bald Näheres hören. vom öfterreichisch-serbischen Kriegsschauplatz. Die„Noröö. /illg. Ztg." über die österreichischen Erfolge. Berlin� 19. November.(W. T. B.) Die„Nord- deutsche Allgemeine Zeitung" schreibt: Schlag auf Schlag haben die österreichisch-ungarischen Truppen gegen die feindliche Streitmacht im Süden geführt. Keine Schwierigkeiten deS Geländes, die bei der Kriegführung in dem dortigen Gebiet wahrlich auch ins Gewicht fallen, haben das vordringende Heer Oester- reich-Ungarns wesentlich aufzuhalten vermocht. Im siegreichen Forfichreiten wurde der Feind an der Drina geschlagen und heute tote Städte sehen will, der hat es nicht mehr so weit; Johannisburg, Soldau, Ortelsburg und wie sie alle heißen in Ost- Preußen, sie sind tot, und erst der Frieden wird sie allmählich wieder zum Leben erwecken können. Das Gewitterleuchten der deutschen Scheinwerfer zuckte über den Nachthimmel, als ich von meinem Rundgang zum Bahnhof Ortelsburg zurückkehrte. Noch immer saß sie aus derselben Stelle: die bleiche Flüchtlingssrau. In der gleichen Stellung wie ein paar Stunden zuvor. Tränenlos starrten ihre Augen auf einen Punkt, und der Kopf wippte unaufhörlich aus und ab: Ja, ja! Ja, ja! wie man's in Häusern sieht, wo ein Liebes gestorben ist. Im be- haglichen kleinen Wartesaal aber stellte sich eine schreckliche Folge der Russenangst heraus: die Brauer hatten kein Bier mehr ge- schickt; sie fürchteten, daß die Kosaken ihnen die Pferde„ausspannen" und samt den Wagen entführen könnten.... Trauriger war eS seit mehreren Tagen um die Säuglinge und die Kinder deS Ortes bestellt; denn auch von Milchlieferung konnte leine Rede mehr sein. Da die Weiterfahrt auf Lyck zu wegen der militärischen Lage nicht möglich war, so dampfte ich gen Osterode. Die letzten Ortels- burger flohen oder blieben in großer Aufregung; sie hatten am Abend deutsche Pioniere ankommen sehen, uno schon zeigten ihnen ihre überreizten Sinne die Bahn in die Luft gesprengt, die Flucht nach Allenstein verrammelt... lind abermals Flüchtlinge>über Flüchtlinge! Aus Ortelsburg, aus Willenberg, aus Arys, aus allen Ecken und Winkeln. Im Ver- kehr mit den fliehenden Masuren kamen mir meine polnischen „Kenntnisse" zu statten; denn ich konnte von den fünf Redewen- düngen, die ich„beherrsche", eine wenigstens oft anbringen: Nje rosumnie— ich verstehe nicht! Wie robust man sein muß, um den Flüchtlingsjammer tage- und tage-, Wochen- und wochenlang unaufhörlich ertragen zu können, wurde mir erst richtig klar, als ein Eisenbahner, ein Hüne von Mann, aus übervollem Herzen beichtete: das könne er nun nicht mehr mit ansehen— er werde seine Ablösung vom Fahrdienst bean- tragen.— »« • In den paar Tagen habe ich viel gesehen, viel gehört. Vor- nehmlich und in allen Tonarten das eine: Ihr Berliner tpißt ja gar nicht, wie glücklich Ihr seid? Könnt Ihr denn mitreden vom Krieg? Hört Ihr. wie wir, Tag und Nacht die Kanonen donnern? Seht und erlebt Ihr das Flüchtlingselend? Gewiß! Ihr seid auch nicht auf Rosen gebettet. Die Lebensmittel sind teuer, die Arbeit ist knapp. Aber! Ihr könnt doch wenigstens ruhig in Euren Häusern fitzen, und selbst wenn auch Eure Väter und Söhne, wie die unseren, im Felde sind, so bleiben doch wenig. stens Eure Familien beieinander, indessen unsere Männer und Jünglinge von 17 bis zu 45 Jahren vorm Feinde stehen, die Mütter, Kinder, Großeltern, aber umherirren, die Häuser in Trümmern liegen, das Vieh getötet, vcrbungert, fortgeschleppt, alles Hab und Gut zerstreut und verloren ist. Denn sie so zu mir sprachen, habe ich geschwiegen, und auch heute noch weiß ich nicht, was ich antworten soll. Georg Davidsohn. !dcr Sieg tief in das gegnerische Land ge- tragen. Hier wie überall haben die österreichisch-ungarischen Truppen mit herrlichem Mute und nicht wankender Ausdauer heldenhaft gefochten und sich tn der Hand einer tüchtigen Führung als vorzügliche Waffe bewährt. In Deutschland folgen weiteste Kreise mit freudiger Anteilnahme den Gescheh- nissen auch auf dem entfernten südlichen Schauplatz und be- glückwünschen das in treuer Bundesaenossenschaft mit Deutsch- land Schulter an Schulter kämpfende Oesterreich-Ungarn zu den errungenen Erfolgen nicht minder, wie zum Besitz einer Wehrmacht von so hohen kriegerischen Eigenschaften. Der Seekrieg. Der Gefangenschaft entriffen. Rom, 19. November.(23. T. B.) Die„Tribuna" meldet aus Neapel: Gestern abend traf hier, von Buenos- Airos kommend, der italienische D a m v f e r„Ravenna" mit 031 Rück- Wanderern an Bord ein. Der Dampfer war von den Engländern vor Gibraltar angehalten und in den Hafen ge'chleppt worden. Da sich an Boid fünfzig deutsche Reservisten befanden, die sicd zu der Zeit.inJIanto» eingeschifft hatbn. als das Dekiet von London ihnen die Ucberiahrt gestallete, verlangien die Orlebebörden ihre Ansickiffung als Kriegsgefangene. Diesem Ansuchen widersetzte sich der an Bord befindliche italienische königliwe Koin- miliar, der dem Gouverneur von Gibraltar auseinandersetzle, daß die deuticben Soldaten nicht als Kriegsgefangene betiackuel werden könnten, weil sie zur Zeit der Wirksamkeit des englischen Delicis nach Europa abgereist seien. Die pulen Gründe des königlicheu Kommissars wurden anerkannt und io konnte die„Rav enna" ihre Fahrt nach Neapel fortsetzen. Protest üer Neutralen. Stockholm, 18. November.(W. T. B.) Das Amtsblatt ver- öffenttichl heute abend den französiichen Wortlaul der P r o r e st- nole der Regierungen von Schweden, Norwegen und Dänemark an gewisse Kriegführende. Es beißr in der Noie: Darauf bedacht, die slriklesie Unparteilichkeit zu beobachten und in der Ausübung ihres Handels von dem Geiste vollkommenster Loyaliiät gegenüber den Kriegführenden erfülll, haben die neuiralen Länder geglaubt, sich auf die Unverletzbar teil der grundlegenden Sätze des internationalen RechleS verlasieu zu können. Indessen haben sie von Tag zu Tag zu ihrem Schaden feststellen müssen, daß Krieg- sührcnde daS Recht in Anspruch nehmen, Grundsätze anzuwenden, die mir den Fnleresien der Neutralen ebenio unverlräglich sind, wie mit dem Völkerrecht. Die gegenwäitige Kriie wird eines Tages ein Ende nehmen. Dann werden die kriegführenden Staaken sicherlich nicht darüber ungehalten sein, einige derjenigen Grundsätze noch in Geltung vorzufinden, die ihnen in der Vergangenheit teuer waren und deren ruhmreiche Versechier sie oft gewesen sind. Sich der Grundsätze des Völlerrechts erinnern, heißt das gemeinsame Erbe der zivilisierten Staaten bewahren und verhindern daß die Foitschrilte, die man mehr als hunderijährigen Slnftrengungen verdankt, verfallen. Die Note führt lurz die folgenden, beionders wichtigen Punkle an: DaS Auslegen von Minen auf den großen Handelsstraßen im Meere, ohne die schuldige Rücksichtnahme auf die Sicherheit der friedlichen Schiffahrt, das be- nächtlichen Schaden veruriachl und selbst den Verlust zahlreicher Menschenleben nach iich gezogen habe. Die Freiheit der Meere und daS unwandelbare Reckt der Neuiralen, die gemeinsamen Straßen zu benutzen, sind vermindert und beschränkt worden. Ferner führt die Note an: Die Grundsätze für relative und absolute Konter- bände, die Grundsätze über Durchsuchung und Kaperung, die seit Jahrhunderten anerkannr seien, wurden nicht mehr beachtet. was dem gesetzmäßigen Handel beträchtliche Verzögerung und Schaden zufügt. M eine Mine geraten? Trieft, 13. November.(W. T. 23.) Der kleine Kohlen. Kämpfer. Josephine" der Austro-Amerikana, von Aria in Jstrien mit einer Kohlenladung nach Trieft unterwegs, ist gestern nachmittag auf der Höbe von Pola gesunken. Von der 12 Mann zählenden Besatzung sind sechs gerettet worden. Einer ist tot, die übrigen werden vermißt. Die Ursache des Unglücks ist nicht bekannt. Der türkische Krieg. Seegefecht im Schwarzen Meer. Konstantinopel, 19. November.(W. T. B.) Das türkische Hauptquartier meldet: U n s c r e F l o t t e. die ausgelaufen war, um nach der russischen Schwarzmeerflottc, die Trapezunt beschossen hatte, zu suchen, traf diese auf der Höhe von Sewastopol. Die feindliche Flotte bestand aus zwei Schlachtschiffen und fünf Kreuzern. In dem Kampf, der sich entwickelte. wurde ein russisches Schlachtschiff ernstlich bc- schädigt. Tie übrigen russischen Schiffe ergriffen, von unseren Kriegsschiffen verfolgt, die Flucht in der Richtung auf Sewastopol. Türkischer Vormarsch in �egppten unü im Kaukasus. Konstantinvpel, 18. November.(W.T.B.) Der heutige Bericht deS türkischen Hauptquartiers lautet: Auf allen Kriegsschauplätzen werden die Kämpfe mit Erfolg fortgesetzt. Unsere Truppen an der ägyptischen Grenze besetzten Kalatulnahl(?), das 120Kilometer jeuseitS derGrenzr liegt und hißten dort die türkische Fahne. Unsere Truppen, die durch Lasistan»ach Rußland eindrangen, schlugen mit GottrS Hilfe die Russen nach heftigem Kampfe und fügten dem Feinde große Berlu sie zu. Unsere Truppen machten hundert Gefangene und erbeuteten zwei Gcbirgsgeschützc. Türkische Erfolge im Kaukasus. Konstautinopel, 19. November.(W. T. B.) Am t- licher. Bericht des Hauptquartiers. Seit zwei Tagen greift unser Heer mit Macht das russische Heer an, das seine Stellung in der L i n i e A z a b— Z a z a k— K h a h a b in der Umgebung der Grenze eingenommen hat. Mit der Hilfe Gottes hat unser Heer durch einen Bajonettangriff die Höhen in der Umgebung von Azab erobert, die der Feind außerordentlich stark befestigt hatte. Ter Kampf, der heftig ist, nimmt für uns einen sehr günstigen Verlauf. Unsere in der Richtung auf B a t u m vorrückenden Truppen haben dem Feinde eine weitere große Niederlage beigebracht und die Stellungen von Zavotlar und Kourz besetzt; sie haben bei Zavotlar von den Russen eine Fahne erbeutet und sechs Offiziere, darunter einen Oberstleutnant und einen Haupt- mann von den Kosaken sowie mehr als hundert Soldaten zu Gefangenen gemacht. Sie eroberten vier Kanonen und ein Automobil, eine Menge Pferde und viel Lebensmittel. Die russischen Verluste sind groß. Der Rest rettete sich in ord- t Mingsloser Flucht in der Richtung auf Batum. Unsere Truppen, die in Aserbeidschan vorrückten, hatten am 16. d. M. ein Gefecht mit einer starken russischen Abteilung in der Nähe von Salma 3. Die Russen wurden geschlagen und verloren an Toten zwei Offiziere und hundert Mann. Die Häupter der persischen Stämme, die sich bis jetzt zu den Russen gehalten hatten, haben sich samt ihren Stämmen mit unseren Truppen vereinigt. Die Lage auf der Balkanhalbinsel. Bulgarische Zeitungen berichten, der französische Minister des Aeußeren Delcassé habe den diplomatischen Vertretern Frankreichs in Petersburg, Nisch und Athen Anweisung gegeben, für die Wiederherstellung des griechisch serbisch bulgarischen Bündnisses zu wirken, und zwar unter der Bedingung, daß Bulgarien den ihm laut dem Bündnisvertrag von 1912 zukommenden Teil Mazedoniens erhalten soll, dessen Offupation durch Serbien bekanntlich den zweiten Balkankrieg herausbeschwor und den Balkanbund vernichtete. Diesen Versuch Delcassés, die bisherige Haltung Bulgariens zu beeinflussen, wird von der russischen Presse und der russischen Diplomatie fast ausnahmslos unterstützt. Bisher war ein großer Teil der russischen Presse gegen eine Einwirkung auf Serbien augunsten Bulgariens. Man hielt in Petersburg bis zur letzten Zeit an derselben Politik fest, die durch einseitige Förderung Serbiens den Zusammenbruch des Balfanbundes und die Abkehr Bulgariens von Rußland herbeigeführt hatte. Nun aber haben sich die Anschauungen gründlich gewandelt. Seitdem Sofia zum Mittelpunkt der Balkanpolitik geworden ist, und noch mehr, seitdem die österreichische Offensive in Serbien Fortschritte macht, sind die Petersburger Politiker bereit, Bulgarien selbst auf Kosten Serbiens Konzeſſionen zu machen, um es zu einer Renderung seiner bisherigen Politik zu veranlassen. Vergeltungsmaßregeln. Auf eine Anfrage an den Staatssekretär des Auswärtigen Amtes v. Jagow, welche Maßnahmen die deutsche Regierung angesichts der Deportation deutscher Gefangener nach Sibirien und ihrer grausamen Behandlung ergreife, hat das " Hamburger Fremdenblatt" folgende Antwort erhalten: " Der Standpunkt der deutschen Regierung ist in dem Artikel der Norddeutschen Allgemeinen Zeitung" vom 9. November näher dargelegt. Die Verbringung deutscher Gefangener nach Sibirien und ihre Behandlung wird durch den amerikanischen Vertreter untersucht. Von dem Ergebnis werden weitere Maßnahmen der deutschen Regierung abhängen." " Die englischen Genossenschaften unter. stützen„ feindliche" Ausländer. Das britische Komitee des Internationalen Genossenschafts bundes hat einen Aufruf an alle englischen Genossenschaften gerichtet, die sich in England aufhaltenden feindlichen Ausander" finanziell zu unterstügen und Sammlungen in ihrem Interesse zu veranstalten. Italiens absolute Neutralität. Zürich, 19. November.( W. Z. B.) Nach einer Meldung der Neuen Zürcher Zeitung" aus Mailand beschloß der ZentralWeiter hört das Hamburger Fremdenblatt" aus zuber- bor stand des starten, in ganz Italien verbreiteten 2 andlässiger Quelle, daß man der Anregung in der Presse, bei arbeiterverbandes mit dem Siz in Bologna, der Propaganda etwaigen Vergeltungsmaßnahmen gegenüber russischen für Beteiligung am Kriege eine energische Aftion zugunsten der Staatsangehörigen, die Polen, Finnländer, die deutschen absoluten Neutralität Italiens entgegenzusehen. Russen und die Juden günstiger zu behandeln, wohlwollend gegenübersteht. Die Täglische Rundschau" hat erfahren, daß für die allernächste Zeit eine weitere Verschärfung der Bestimmungen gegen feindliche Ausländer im Reichsgebiet bevorsteht. Da aus Rußland Nachrichten vorliegen, wonach dortige Deutsche gleichfalls in Konzentrationslager abgeschoben werden, so wird, falls die angestellten Nachforschungen die Richtig. feit dieser Nachricht ergeben sollten, auch von Deutschland die Einschließung russischer Staatsangehörigen in die Wege geleitet werden. Gegen die von England betätigte Einsperrung der deutschen Personen weiblichen Geschlechts sind durch Vermittelung einer neutralen Macht nochmals schärffte Schritte in London unternommen worden, von deren Ausfall es abhängt, ob nicht Deutschland zu gleichen Vergeltungsmaßnahmen auch gegenüber den zahlreichen in Deutschland aufhältlichen Eng. länderinnen schreiten wird. Politische Uebersicht. Bom Reichstag. Der Reichstag tritt bekanntlich am 2. Dezember zusam men, um Stellung zu den weiteren Kriegskrediten zu nehmen. Da eine Reichstagskommission zurzeit nicht besteht, wird eine sogenannte„ freie Kommission" gebildet. Die Kommission tritt am 1." Dezember zusammen. Sie wird 36 Mitglieder ählen, damit auch den kleineren Parteien, die in der Budgetfommission eine Vertretung nicht haben, eine solche gesichert ist. Der sozialdemokratischen Fraktion stehen zehn Size in der Kommission zu. Folgende Genossen werden in die Kommission eintreten: Bauer, Dr. David, Ebert, Haase, Hoch, Ledebour, Legien, Molkenbuhr, Scheidemann, Robert Schmidt. Die Verhandlungen der Kommission sind allen Mitgliedern des Reichstags zugänglich. Die sozialdemo fratische Fraktion tritt bereits am Sonntag, den Ein amerikanischer Vermittelungsverfuch? 29. November, vormittags pünktlich 10 Uhr zusammen. Gescheiterte Wahlabmachungen. Aus Stockholm wird dem Berliner Tageblatt" felegraphiert: Ein Telegramm aus Petersburg von gestern abend Der Verfuch, die Landtagswahlen in Heffen ohne teilt mit, daß ein hochstehender Vertreter der Vereinigten Wahlkampf durchzuführen, ist, wie der Deutsche Kurier" erfährt, Staaten der russischen Regierung und dem ofe gescheitert. Eine am legten Montag im Ständehaus in Darmstadt einen Besuch abgestattet hätte, um im Namen des Präsidenten abgehaltene, von Vertretern aller Parteien besuchte Beratung ergab Wilson sich nach den Möglichkeiten einer amerikanischen Ver- eine Reihe nicht unerheblicher Echwierigkeiten. Unter diesen Ummittelung zu erkundigen. Das Resultat der Konferenz wird streng geheim gehalten. Der außerordentliche Gesandte hat Petersburg bereits wieder verlassen. Zur Frage der belgischen Neutralität. ständen war eine Verständigung nicht zu erzielen. Einer in vierzehn Tagen einzuberufenden Versammlung foll ein neuer Einigungs. borschlag unterbreitet werden. Sollte auch dieser, was bei den in mannigfacher Hinsicht sehr gespannten Parteiverhältnissen anzunehmen ist, scheitern, bann wird es im Hinblick auf die gegen wärtigen Zeitverhältnisse bei dem zunächst von der Regierung geUnter dem Titel 8ur Beurteilung der belgischen machten Vorschlag, den Wahltermin vorläufig auf die zweite Hälfte Neutralität" schreibt die, Norddeutsche Allgemeine des nächsten Jahres zu verschieben, sein Bewenden haben müssen. Beitung": Aus einer dem Amtsgericht in Köln a. Mh. abgegebenen Zeugenaussage( im Verfahren zur Feststellung belgischer Gewalttätigkeiten gegen Deutiche) teilen wir folgendes mit: " Allerdings hat die Diplomatie des Dreiverbandes noch keine wesentlichen Erfolge in Sofia zu verzeichnen. Aber, wie die Petersburger Retsch" mitteilt, hätten die fortwährenden Einwirkungen der russischen Dipplomatie den Erfolg gehabt, daß Bulgareien den Entschluß faßte, sich aller feindlichen Aktionen gegen Serbien zu enthalten.(?) „ Dieser Beschluß Bulgariens"- schreibt die„ Netsch"- wird als großer Gewinn angesehen. Allerdings ist es noch weit bis zur Wiederherstellung des Balkanbundes, und das um so mehr, als die Serben zurzeit den Bulgaren gegenüber fast eine größere Feindseligkeit an den Tag legen, als gegenüber den Oesterreichern." Unsere Diplomaten" fährt das Blatt fort glauben, daß es vorläufig noch sehr schwer ist, eine vollständige Aussöhnung zwischen den Serben und Bulgaren herbeizuführen. Die nächste Aufgabe der Diplomatie des Dreiverbandes bestehe hauptsächlich darin, die früheren Bundesgenossen von Feindseligkeiten gegeneinander zurüdzuhalten und ihre gegenseitigen Beziehungen au mildern. Man müsse hoffen, daß diese Bemühungen von Erfolg getrönt sein würden. Damit in Verbindung stehe zweifellos die Am 81. Juli und 1. Auguft habe ich von der französischen Verbesserung der bulgarisch rumänischen Beziehun- Grenze bei Maubeuge- Grenzort Jeumont- bis Namur nur einen gen, die der Diplomatie des Dreiverbandes gleichfalls nicht wenig belgischen Husaren gefehen. Dagegen war um diese Beit die belKopfzerbrechen verursachen." gische Grenze nach Deutschland von Namur bis Verviers dicht mit joan belgischen Truppen aller Waffengattungen beseßt. In Charleroi 39 war die Mobilmachung in vollem Gange. Schon um 4%, Uhr morgens war alles in Tätigkeit. Am 81. Juli abends riet mir ein Belgier, die Nacht durchzufahren, denn bei Lüttich fei alles mit Truppen dicht besetzt. Tie belgische Grenze gegen Frankreich stand also Ende Juli ganz offen. Gegen Deutschland war fie da gegen dicht besetzt." Die Behandlung der Gefangenen. Ein amerikanischer Bericht über England. Ferner aus einer Zeugenaussage vor dem Amtsgericht in London, 19. November.( Meldung des Reuterschen Bureaus.) Papenburg: Der amerikanische Konsul Swain, der im Namen DeutschIch wohnte seit Januar 1907 infolge tontraftlichen Enga lands und Desterreich- Ungarns das Konzentrations- gements als Ingenieur- Directeur technique des Usines de Nickel lager von Dorchester besichtigte, äußerte in einem de la Nèthe in Duffel, Provinz Antwerpen( früher; L. Chavans, Interview, die Internierten könnten Gott Fonderies de Nickel de la Nèthe). danken, in diesem Lager untergebracht zu Meine Wohnung befand sich in einem gemieteten Hause, dessen fein; sie seien in soliden Gebäuden untergebracht. Befizerin das Kloster der Norbertinetschwestern in Duffel ist. Dieses Die sanitäre Aufsicht führten zwei Inspektoren, von Haus liegt in Duffel am Blace de l'Eglife. Am Donnerstag oder Freitag vor der deutschen Mobilmachung denen der eine Sanitätsoffizier sei, die regelmäßig das Lager wurden bei uns drei oder vier Jahresklassen einberufen und in der besuchten. Jeder Neuaufgenommene werde ärztlich untersucht, Nacht vom 31. Juli auf den 1. August d. 3. zehn weitere Jahres jeder Strankheitsfall werde zur Kenntnis der Inspektoren ge- flaffen. Ich weiß dies von unseren Arbeitern, von denen ein großer bracht; ernstlich Strante würden nach den Zivilkrankenhäusern Teil eintreten mußte, und zwar befanden sich diese bereits am gebracht. Drei junge Männer, die herzleidend waren, Sonnabendmorgen, als fie ihre Löhnung entgegennehmen wollten, seien nach dem Deutschen Hospital in London, das in Uniform. Am 1. Auguft mittags war bereits ein toloffales Leben nicht geschlossen sei, übergeführt worden. Zwei oder drei bei uns in Duffel infolge der einrüdenden Fortbefeßung und anderer Internierte hätten sich nach Privatkliniken begeben. Die Be- Truppen." Gefangenen in Deutschland erhalten. Jeder töftigung sei erheblich besser als die englische n Der Heilige Krieg und Italien. Gefangene habe Decken und eine Matrage. Den jungen Rom, 19. November.( T. U.) In hiesigen KolonialLeuten werde Tages- und Abendunterricht erteilt, freifen sieht man trok der türkischen Erklärungen der Entder durchschnittlich von 200 Mann besucht werde. Für Unter- widelung des Heiligen Krieges mit großem Mißtrauen haltung, Schach- und Kartenspiel seien Säle bereitgestellt entgegen. General Ameglio, der Gouverneur der Cyreund auch das Fußballspiel werde gepflegt. Ein besonderes naifa, der aus Anlaß der Vorgänge in der Türkei nach Rom Gebäude diene in der Woche als Schule und Versammlungs- zurückkehrte, erhielt alle von ihm verlangten Vollmachten zur lofal und Sonntags als Kirche. Ein anderes Gebäude Sicherung 2ybiens. diene als Musifsaal. Unter den Internierten befänden sich gute Musiker und Sänger. Jeden Abend fänden Vorstellungen statt. Für Badegelegenheit sei gesorgt. In Dorchester wie in anderen Lagern bestehe große Schwierigkeit, Beschäftigung für die Gefangenen zu finden. Das Steuerprogramm Lloyd Georges. " Rotterdam, 18. November.( W. T. B.) Der„ Nieuwe Rotterdamsche Courant" meldet aus London: Obwohl die Preiie im allgemeinen die Rede Lloyd Georges lobt und die BereitwilligDie englischen Gefangenen in Deutschland. feit des Landes ausspricht, die Steuern zu tragen, wird doch Amsterdam, 18. November.( W. T. B.)„ Handelsblad" eine gewisse Kritik geübt. Daily Telegraph" flagt, daß nicht alle beröffentlicht einen Brief des holländischen Arztes laisen gleichmäßig belastet werden; eine VerJanssen, der fürzlich das Garnisonlazarett in doppelung der Einkommensteuer empfinde man stets am schwersten. Düsseldorf besuchte. In diesem Brief hebt der Arzt Daily Chronicle" fagt: Eine derartig schwere Besteuerung ist unter hervor, daß die englischen Gefangenen in jeder Hinsicht mit den gegenwärtigen Verhältnissen und in einem Industrielande der Behandlung und Verpflegung zufrieden seien. Zwei gefährlich wie das Schlachten der Henne mit den goldenen Eiern. französische Offiziere hätten die ausgezeichnete Versorgung ge- Die Verdoppelung der Einkommensteuer mug den Unter rühmt, die sie vom Augenblick ihrer Aufnahme in Düsseldorf nehmungsgeist schädigen. erhalten hätten. " Es ist charakteristisch, wie unangenehm den Reichen Englands Die englischen Gefangenen in Oesterreich. ein Steuerprogramm ist, das auch sie in gebührender Weise, wenn Das K. K. Telegraphen- Korrespondenz- auch leider nicht ausschließlich zu den Kriegskosten heranzieht. Es Wien, 19. November. Bureau teilt mit: Mit Rücksicht auf die traurige Lage, in der sich wäre übrigens erwägenswert, ob nicht auch in Deutschland ein unsere Staatsangehörigen namentlich in England befinden sollen, Teil der Lasten auf dem Wege diretter Besteuerung aufzu wurden in der letzten Zeit die Maßnahmen bei uns befonders bringen wäre. Neben anderen Steuern wäre auch eine Erweiterung gegen die Engländer verschärft, indem außer weiteren der Vermögenszuwachssteuer, die alle Kriegsprofite der Internierungen insbesondere auch verfügt wurde, daß englische Allgemeinheit zuführte, sehr angebracht. Staatsangehörige ohne Unterschied des Alters und Geschlechtes in der Zeit von 8 Uhr abends bis 6 Uhr früh die Wohnung nicht verlajien, öffentliche Lokale aber überhaupt nicht besuchen dürfen. Diese Verschärfungen bleiben folange aufrecht, als nicht die Gewigheit besteht, daß auch unieren Staatsangehörigen in England eine andere Behandlung zu teil wird. Die internierten Ausländer werden bei uns überall gut behandelt, da hier nicht der Ehrgeiz besteht, barbarische Sitten nachzuahmen. Erfolg der englischen Kriegsanleihe. London, 18. November. Dem Reuterschen Bureau zufolge ist die Unterbringung der Kriegsanleihe von 350 Millionen Pfund Sterling bereits gesichert. Eine große Anzahl von Beichnern hätte den ganzen Tag über Voranmeldungen bei der Bank von England eingereicht. Der standhafte Paasche. Der Vizepräsident des Reichstages, Abg. Dr. Paasche, ist gegen eine Entschädigung von 5000 m. pro Jahr in den Aufsichtsrat der Zigarettenfabrik Jasmaki" eingetreten. Herr Dr. Paasche erklärte, daß er sich bemühen werde, dieses dem englischen Tabaktrust angeschlossene Unternehmen von jedem ausländischen Einfluß zu befreien. Die in dem AntiTrustverband organisierte Konkurrenz der Jasmaki"-Gesell fchaft hat nun Herrn Paasche heftig angegriffen und auch in einer Zufchrift an die nationalliberale Reichstagsfraktion verlangt, man solle Herrn Paasche zum Austritt aus dem Aufsichtsrat auffordern. Dazu wird nun dem„ Hamburger Fremdenblatt" aus Dresden geschrieben: Die Trustleute haben versucht, mit dem Namen Paasches thr Geschäft, das begreiflichertveise unter der berechtigten Ab. neigung aller Deutschen gegen englische Erzeugnisse sehr stark leidet, dadurch aufzubessern, daß sie Paasches Namen dazu verwendeten, um zu behaupten, die Fabrik sei auf dem Wege, deutsch zu werden. Dieser Umstand hat nationalliberale Parteimänner bewogen, Geheimrat Paasche nahezulegen, aus dem Aufsichtsrat wieder auszuscheiden, aber leider bergebens, wie aus einem Schreiben des nationalliberalen deutschen Reichsvereins zu Dresden an Herrn Justizrat Dr. Eybes, Vorsitzender des Verbandes zur Abwehr des Tabaktrustes, hervorgeht." Man sieht, es gibt Umstände, unter denen Herr Paasche nationalen Argumenten wobei mir freilich die Uninter essiertheit der Argumente der Trustbekämpfer nicht weiter prüfen wollen nicht zugänglich ist. Ein Kriegsgeschäftemacher. Ein Geschäftshaus in einer rheinischen Großstadt, dessen Leitung jedenfalls nicht weiß, daß in Deutschland die Militärbehörden nach anderen Grundsägen arbeiten wie etwa in Rußland, richtete an ein Bekleidungsamt im Bereiche des 7. Armeekorps ein mehr als sonderbares Geschäftsangebot. Das stellvertretende Generalfommando des 7. Armeekorps( General v. Bissing) übergibt diese Angelegenheit in folgender Form der Presse zur Veröffentlichung: Vom stellvertretenden Generalfommando ist uns behufs Veröffentlichung das nachstehende Angebot mitgeteilt worden, welches das Gardinenhaus Modernes Spezialhaus für Gardinen und Innendekorationen usw. in... an ein Kriegsbekleidungsamt au richten sich erlaubt hat: " Wir machen Ihnen hierdurch die Mitteilung, daß wir in der Nähe von Berlin eine neueingerichtete Schuhfabrik mit elektrischem Betrieb wissen. und bitten um umgehende Mitteilung, ob Sie hierfür Verwen dung haben; im Jafalle bei einer Vermittelungsprovision von 1000 M. geben wir Ihnen die Adresse sofort an. Hochachtend ( Unterschrift). ( N. B.) Der Inhaber dieser Firma steht seit zwei Monaten im Felde." Leute mit so robustem Gewissen verdienten namentlich bekanntgegeben zu werden, was leider in der Veröffentlichung unterlaffen ist. Letzte Nachrichten. General von Voigts- Rhet gestorben. Großes Hauptquartier, 19. November.( W. T. B.) Generalquartiermeister, Generalmajor von Boigts- Rhes, ist in der Nacht vom 18. zum 19. November unerwartet einem Herzschlage erlegen. Sein Nachfolger ist noch nicht bestimmt. Verurteilung eines Deutschen in England. London, 19. November.( W. T. B.) In Grimsby wurde gestern der deutsche Fischer Georg Bruhn zu 2 Monaten Zwangsarbeit verurteilt, weil er es unterlassen hatte, sich in das Polizeiregister eintragen zu lassen. Sozialdemokratischer Wahlverein f. d. 6. Berl. Reichstagswahlkreis. 20. Abt. Bez. 789. Am Dienstag, den 17. Nobember, verstarb unser Genosse, der Gastwirt August Gottong ant Lieben valder Str. 59. Ehre feinem Audenken! Die Beerdigung findet Freitag, den 20. November, nachmittags 2, Uhr, von der Leichenhalle des Nazareth Kirchhofes in Reinidendorf, Kögelstr. 8, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 233/5 Der Vorstand. Verband der freien Gast- und Schankwirte Deutschlands. Zahlstelle Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß der Kollege August Gottong Hochstädterstr. 1, Bezirk 2 verstorben ist. Ehre seinem Audenken! Die Beerdigung findet heute Freitag, den 20. November, nachmittags 2 Uhr, von der Halle des neuen Nazareth- Kirchhofes in Reinidendorf- West, Kögelstraße, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 45/1. Die Ortsverwaltung. Zentralverband der Schuhmacher Deutschlands. Geschäftsstelle Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege Max Wenger ( Firma Binner Nachf.) am 18. November plöglich verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 21. November, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des Elifabeth- Kirchhofes in der Prinzen- Allee( Wollantstraße) aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 169/20 Die Ortsverwaltung. Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Den Kollegen zur Nach richt, daß unser Mitglied, der Schleifer Otto Dumke ( Bankow, Brehmestr. 50) am 18. d. Mts. an Lungenleiden geftorben ist. Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 21. November, nachmittags 4, Uhr, von ber Leichenhalle des Gemeinde- Fried. hofes in Pantom, Neue Bahnhofstraße, aus statt. Rege Beteiligung wird erwartet. Nachruf. Ferner starb unser Mitglied, der Schloffer Otto Prange am 7. d. Mts. Ferner starb unser Mitglied, der Klempner Heinrich Sinsel Manteuffelstr. 5, am 8. d. Mts. infolge Unfalls. Ehre ihrem Andenken. 127/20 Die Ortsverwaltung. Verband der Brauerei- u. Mühlenarbeiter u. verw. Berufsgenossen Ortsverwaltung Berlin. Den Mitgliedern diene zur Nachricht, daß der Kollege, Hilfs. arbeiter Otto Roloff ( Brauerei Friedrichshain) verstorben ist. am Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Sonnabend, nachmittags 3/3 Uhr, von der Leichenballe des AnstaltsFriedhofes der Frrenanstalt Dalldorf in Dalldorf aus statt. Rege Beteiligung erwartet 44/14 Die Ortsverwaltung. Deutscher Transportarbeiter- Verband. Bezirksverwaltung Groß- Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unsere Kollegin, die Botenfrau Elisabeth König bott der Firma Borwärts", Spedition Lichtenberg, am 17. Nobember im Alter von 48 Jahren verstorben ist. Ehre ihrem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 21. November, nachmittags 3 Uhr, Dont der Leichenhalle des Kirchhofes in Ahrensfelde aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 68/18 Die Bezirksverwaltung. Sozialdemokratischer Wahlverein Charlottenburg. Hierdurch zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Sekretär Emil Müller Rosinenstraße 3 verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Einäscherung findet heute Freitag, det 20. November, nachmittags 4 Uhr, im Krematorium, Gerichtstr. 37/38, statt. Rege Beteiligung erwartet Der Vorstand. 251/10 Zentralverband der Zivilmusiker Deutschlands. Ortsverwaltung Berlin. Am Sonntag ist unser lieber Kollege und guter Freund Gustav Brötzmann an im Alter von 43 Jahren auf dem Wege zur Arbeit plöglich Herzschlag vom Tode überrascht worden. Wir werden den lieben Kollegen, freuen Kameraden und Freund nie vergessen. Die Beerdigung findet heute Freitag, den 20. November, nachmittags 4 Ubr, von der Halle des Neuköllner Friedhofes, Mariendorfer Weg, aus statt. Um rege Beteiligung bittet 50/9 Die Ortsverwaltung. Zentral- Kranken- u. Sterbekasse der deutschen Wagenbauer. Ortsverwaltung Adlershof. Freunden und Bekannten zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Bertmeister Julius' Arndt am 17. November gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Freitag, nachmittags 2 Uhr, von der Leichenballe des Rudower Kirchhofes aus statt. 258/10 Verband d. Gemeinde- u. Staatsarh. Filiale Groß- Berlin. Nachruf. Den Mitgliedern geben wir hiermit Nachricht vom Tode des Kollegen Karl Schulz bom Gaswert Neukölln. Die Beerdigung hat stattgefunden. Gustav Mehlann von der Kanalisation Berlin. Gefallen in den Kämpfen im Dften am 7. November. Ehre ihrem Andenken! 36/2 Die Ortsverwaltung. Fern von der Heimat fiel in Frankreich am 23. Ottober mein heißgeliebter, unvergeßlicher Batte, berzensguter Bater, Schwiegersohn, Bruder, Schwager und Dntel, der Wehrmann Julius Jankowsky im 37. Lebensjahre. Dies zeigen tiefbetrübt an Martha Jankowsky geb. Hartmann nebst Kindern, Reichenberger Str. 115. Du treues Herz. ruh' still in Frieden, An unser Glüd nahmst Du mit hin, Du lampsteft forgend für Dein junges Leben, In unserm Herzen stirbst Du nie. Gar einfach mar Dein Leben, Du dachtest nie an Dich, Nur für die Deinen streben War Deine größte Pflicht. 148A Verband der Lithographen, Steindrucker u. verwandten Berufe ( Deutscher Senefelder- Bund). Nachruf. Den Mitgliedern hierdurch zur Kenntnis, daß unser Kollege, der Steindruder Otto Piephardt am 30. Ditober im Westen gefallen ift. Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren. Die Verwaltung. Deutscher Holzarbeiterverband. Zahlstelle Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Tischler Fritz Kluge Neukölln, Maybachufer 39, im Alter von 60 Jahren ge storben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung fand am Donnerstag, den 19. November, nachmittags 3 Uhr, auf dem neuen Jakobi- Kirchhofe in Neukölln, Hermannstraße, statt. 93/14 Die Ortsverwaltung. Scied Dem Andenten unserer auf dem Kriegsschauplak gefallenen Genoffen! Bei den Kämpfen im Osten fiel am 3. November der Stellmacher Otto Pezold Dänenstr. 6. 6. Abt., Bez. 560. Am 7. November gleichfalls im Dften Otto Schönfeld Ruppiner Straße 4. 2. Abt., Bez. 507. 233/4 Sozialdemokr. Wahlverein f. d. 6. Berliner Reichstagswahlkr. Volks- Feuerbestattungs- Verein „ Groß- Berlin“. Am 17. November starb unser Mitglied, Herr Emil Müller Charlottenburg, Rosinenstr. 3. Die Bestattung findet heute, nachmittags 4 Uhr, im Krema torium Berlin, Gerichtstraße 37, ſtatt. Rege Beteiligung erwartet 290/5 Der Vorstand. Am 18. November starb unser lieber Kollege 4915 Franz Sturmhöfel im Alter von 33 Jahren. Ein ebrendes Andenken wird ihm bewahren Das Personal der Buchdruckerei Paß& Garleb G. m. b. H. Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 21. November, nachmittags 3 1hr, auf dem Friedhoje in Slahnsdorf statt. Verband der Tapezierer Filiale Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unsere Kollegen Otto Sarcander am 7. November in Ostpreußen, Joseph Polaucke in Frankreich gefallen sind. Ehre ihrem Andenken! Die Ortsverwaltung. Allzufrüh und fern den Seinen ftarb am 24. Ottober auf dem Schlachtfelde im Westen mein lieber Mann, unfer guter Vater, Sobn, Bruder, Echwiegerjohn, Schwager und DOnfel, der Behr32 mann Emil Stolle im Alter von 28 Jahren. Ruhe fanft in fremder Erde! Im Namen der Hinterbliebenen zeigen dies im tiefften Schmerz an Wwe. Gertrud Stolle geb. Bartels nebst Kindern. Den Heldentod fand am 27. Dt einem größeren Sozialdemokratischer Wahlverein Niederbarnim. Bezirk Pankow. Am Mittwoch, den 18. November, verstarb nach langem schwerem Leiden unser Genosse, der Schleifer Otto Dumke im Alter von 24 Jahren an der Proletarierkrankheit. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet morgen Sonnabend, nachmittags 4 Uhr, von der Halle des neuen Pantower Friedhofs, Schönholzer Heide, aus statt. Bekanntmachung. Wir beabsichtigen, jedem unserer im Felde stehenden Mitbürger, dessen Angehörige Kriegsunterstützung beziehen, ein Weihnachtspaket zuzusenden und ersuchen die Angehörigen, die genane Adresse sofort, spätestens bis zum 23. d. Mts. früh, in unserem Bureau, Brandenburgische Straße 1, 1 Treppe, Zimmer 9, abzugeben oder dorthin einzusenden. Für die Adresse sind am besten die im Buchhandel käuflichen Vordrucke zu verwenden. Es sind die in der Presse veröffentlichten Bestimmungen und Beispiele für die„ Bersendung der Weihnachtspakete" sorgfältig zu beachten. Auf der Rückseite der Adresse sind Namen, Stand und Wohnung des Einsenders( Angehörigen) anzugeben. Undeutliche oder unvollständige Adressen können feine Berücksichtigung finden. 217/12 Berlin- Wilmersdorf, den 18. November 1914. Der Magistrat. Bekanntmachung. In der Zeit vom 23. bis 30. d. Mts. werden von uns Weihnachtspalete an die im Felde stehenden Mitbürger, soweit dessen Angehörige Striegsunterstützung beziehen, abgesandt werden. Soweit die Absicht besteht, für diese direkten Patete Wollsachen, Seife, unverderbliche Lebensmittel, Tabak usw. als Beipade zu spenden, bitten wir um Abgabe der Sachen in unserem Bureau, Brandenburgische Straße 1, 1 Treppe, Zimmer 9, bis spätestens zum 24. d. Mts. 274/13 Berlin- Wilmersdorf, den 18. November 1914. Der Magiftrat. 242/19 Ortskrankenkasse für das Maurergewerbe zu Berlin Um rege Beteiligung ersucht Die Bezirksleitung. Am 2. November fiel bei den Kämpfen in Frankreich unser lieber Bruder, Schwager und Dnkel, der Buschneider Hermann Schröder in blühenden Alter von 23 Jahren. Er rube sanft in fremder Erde! Zm Namen der trauernden Hinterbliebenen: Familie Neubauer. Familie Hauschick. Frau Anna Hanschick. Berta Schröder. Den Heldentod fürs Baterland starb auf dem östlichen Kriegsschauplag am 12. September mein lieber Mann Hermann Grassow im besten Alter von 37 Jahren. Unvergeßlich bleibst Du Deinen Hinterbliebenen. 4906 Frau Witwe Emma Grassow. Zentralverband der Lederarbeiter Filiale Berlin I. Hierdurch den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Dresseur Hugo Warmuth gestorben ist. am Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Sonnabend, den 21. November, nachmittags 4 Uhr, von der Halle des Friedhofes der Heiligen Streuz Gemeinde zu Mariendorf ſtatt. 133/3 lim rege Beteiligung ersucht Der Vorstand. • Allgemeine C 54, Sophienstr. 6. Einladung zu der am Montag, den 30. November 1914, abends 8 1hr, im Gewerkschaftshaus( Saal 3), Berlin, Engelufer 15, stattfindenden ordentlichen Ausschußsizung der Vertreter der Arbeitgeber und der Kassenmitglieder. Tagesordnung: 1. Festsezung und Beschlußfassung über den dem Versicherungsamt einzus reichenden Boranschlag der Einnahmen und Ausgaben für das Geschäftsjahr 1915. 2. Wahl des Rechnungsausschusses zur Prüfung der Jahresrechnung pro 1914, gemäß§ 91 der Kasseniagung. 3. Abänderung des§ 23 der Kassensakung. 4. Bericht über beigewohne Veranstaltungen, welche dem Interesse und zur Aufklärung der Drgane der Kasse dienen, sowie Bericht über die Abschließung von Verträgen. 5. Verschiedene Mitteilungen. Berlin, den 20. November 1914. 4265 Der Vorstand der Ortskrankenkasse für das Maurer: gewerbe zu Berlin. A. Daehne, Vorsitzender. R. Freund, Schriftführer. Deutscher Holzarbeiter- Verhand Verwaltung Berlin. Montag, den 23. November, abends 8 Uhr, im Rosenthaler Hof, Rosenthaler Straße 11-12: Branchen- Versammlung der Modell- und Fabriktischler Tagesordnung: 1. Bortrag: Die Aufgaben der Gewerkschaften während der Kriegszeit. Referent: Kollege R. Leopold. 2. Bericht von der Generalversammlung. 3. Verbands und Branchenangelegenheiten. Zahlreiches Erscheinen erwartet Die Kommiffion. Jalousiearbeiter. Mittwoch, den 25. November, abends 8%, Uhr, bei Boeker, Weberstraße 17: Branchen- Versammlung im Ditert und Stopfichuß mein Orts Krankenkasse aller in der Jalousiefabrikation unvergeßlicher Mann, unser treujorgender Vater, lieber Bruder und Schwager, der Buchdruder Max Bischoff Unteroffizier der Reserve im 18. Infanterieregiment in Mter von 37 Jahren. Er fand seine Ruhestätte auf deutschem Boden im Garten von Ringen zu Goldap. In tiefstem Schmerz Anna Bischoff geb. Peschel und Kinder. 148A Du schied'st von uns in Deines Lebens Kraft, Der Du treusorgend stets für uns gejujafft. Fern von seinen Lieben fiel am 6. Oftober in Rußland mein innigft geliebter Mann und freu forgender Vater, unser lieber Bruder, Schwager und Dnfel, der Reservist Richard Heinisch ant 124A im 29. Lebensjahre.. Dies zeigen in tiefstem Schmerze Emilie Heinisch und Sohn Familie Paul Heinisch Familie Friedrich. des Kranken- und Sterbekasse Ortsvereins der Maler, Stukkateure und Bild hader zu Charlottenburg. V. a. G. abends 8 Uhr: Montag, den 14. Dezember 1914, General- Versammlung im Restaurant Wernicke, Bismardstr. 38. Tagesordnung: 1. Verlesung des Protokolls. 2. Neuwahl des Gesamtvorstandes; der Rechnungsprüfer, der Krankenbesucher und des Schiedsgerichts. 3. Verschiedenes. 3.A.: Wilh. Seeger, Borsitzender. Berlin- Pankow. Die Ordentliche 278/12 93/ 15* Ausschuß- Sitzung der Kasse findet am Montag, den 30. November 1914, abends 8 Uhr, im Restaurant von Moczydi, Berlin- Pankow, Streuzftr. 4/5, statt. Tagesordnung: 1. Berlesung des Protokolls der letzten Sizung. 2. Bericht über den augenblidlichen Stand der Kasse. beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen. Der Obmann. Deutscher Metallarheiter- Verband. Verwaltungsstelle Berlin. N 54, finienftr. 83-85. Telephon: Amt Norden 185, 1239, 1987, 9714. Bureau geöffnet von 9 bis 1 Uhr und von 4 bis 7 Uhr. 3. Wahl des Rechnungsausschusses Achtung! zur Prüfung der Rechnung des Jahres 1914. 4. Festsetzung des Voranschlages für 1915. 5. Berschiedene Kassen- Angelegen heiten. Irgendwelche Anträge oder BeRohrleger und Helfer! Achtung! Sonntag, den 22. November 1914, vorm. 10 Uhr: Branchen- Versammlung fönnen in der Ausschuß der Rohrleger und Helfer Berlins und Umgegend im großen Saale des Gewerkschaftshauses, Engelufer 15. Sizung überhaupt nur verhandelt werden, wenn dem Vorstand minde stens fünf Tage vor der Sigung davon Mitteilung gemacht wird. Die Herren Bertreter der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer im Ausschuß werden hierdurch höflichst eingeladen mit dem Hinweis, daß ihnen eine Legitimation noch zugesandt wird. Um pünktliches Erscheinen bittet C. Lubig, Vorsitzender. Tagesordnung: 1. Vortrag des Genossen Borchardt. 2. Diskussion. 3. Allgemeine Branchenangelegenheiten. Ohne Mitgliedsbuch fein Zutritt. Sonntag, den 22. November 1914, vorm. 16 Uhr: Seal imit. aller Mtr. in Seide, Mohär 10.-, 15.-, 20-. Damen- Kostüm M. 3., 4., 5.U. Ulsterstoffe Mtr. Tuchlager Koch& Seeland G. m. b. H. gegenüber d. Gertraudtenstr. 20-21, Petrikirche. Knabenanzüge Ulster, Byjacks, einzelne Hosen am billigsten direkt in der Spezialfabrik ..Pröstels Knaben bekleidung" 50 Andreasfir. 50, 1. Etage. Kein Laden. Branchen- Versammlung in den Eiſenkonstruktions- Werkstätten beſchäftigten Arbeiter sowie Fahrstuhlmonteure und Helfer im Englischen Hof, Alexanderstr. 27c. Tagesordnung: 1. Vortrag des Kollegen Adolf Wuschick über:" Der Krieg und die Gewerkschaften". 2. Diskussion. 3. Jahresbericht und Neuwahl der Kommission. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. Das Erscheinen aller Kollegen ist unbedingte Pflicht. Metallarbeiter- Notizkalender 1915 Stück 60 Pf., sind im Bureau und bei den Bezirks tassierern zu haben. Die Ortsverwaltung 128/1 Berantw. Rabatt.: Alfred Wielepp, Neukölln. Inseratenteil verantw. Th. Glode, Berlin. Drud u. Berlag: Borwärts Buchdr. u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 1 Beilage u. Unterhaltungsbl I T じ t, 9. 11, t R* 27. r's r! t, 0. rs 7* 18ffc, 4/9 cr обо 26 her ori 908 Den lde 918 hem oche ung 40a er he, tet 4/5 S 14. den ang 34/35 lifa hen zab 488 9 ohen Bau Pau 51136 Nr. 317. 31. Jahrgang. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Erweiterung der Kriegsfürsorge. Dem Reichsamt des Innern ist eine Eingabe zugegangen, in der folgende Vorschläge gemacht werden: 1. Neuregelung der Höchstpreise in den Bundesratsverordnungen vom 28. Oktober 1914 sowie Ausdehnung der Höchstpreise auf das aus ihnen hergestellte Mehl und Brot im Groß- und Kleinhandel. 2. Schleunige Festsetzung von Höchstpreisen für Kartoffeln und Kartoffelmehl im Groß- und Kleinhandel. Weitere Herabsetzung des Brennereikontingents für Kartoffelspiritus. 3. Stärkere Heranziehung des Hafers und der Gerste zur menschlichen Ernährung; Einschränkung der Verwendung der Gerste für Brauereizwede eventuell mit Entschädigung der Brauereien und ihrer Arbeiterschaft. 4. Herabsetzung des Höchstpreises für Rohzuder und Raffinade unter Aufrechterhaltung des Ausfuhrverbots und Heranziehung des Rohzuckers für die Viehfütterung.. bom 5. Je nach dem Ergebnis der Viehzählung 1. Dezember Minderung der Viehbestände zur Stredung der Futtervorräte. Verwertung der freiwerdenden Viehbestände durch Konservierung seitens der Gemeinden und des Staates unter Festsetzung der Preise für Vieh und Fleischkonserven. 6. Uebernahme der für die Voltsernährung notwendigen Vorräte. Regelung der Verteilung und des Verbrauches durch die Reichs- und Landesregierungen mittels eigenen Ankaufs von Getreide und Mehl zu allgemeinem Gebrauch, unter Benütang der Gemeinden und Genossenschaften als Verteilungsstellen( Kopfquote). 7. Uebertragung der Aufgabe der Lebensmittelversorgung an eine Zentrale beim Reichsamt des Innern, die Exekutive besitzt und aus Mitgliedern der landwirtschaftlichen Genossenschaften, des Handels und der Konsumbereine zusammengesezt ist. 8. Anpassung der Reichsunterstüßungssäge für Kriegs8. Anpassung der Reichsunterstüßungsfäße für Kriegsteilnehmer an die Preisfestsetzungen der Bundesratsverordnungen vom 28. Oktober 1914. Aus der Begründung heben wir folgendes hervor: Durch die Festsetzung von Höchstpreisen in den Bundesratsverordnungen vom 28. Oktober 1914 kommt zum Ausdruck, daß die Reichsregierung von der Sorge geleitet ist, es könnten bei längerer Dauer des Krieges die im Lande vorhandenen Vorräte für die Ernährung nicht genügen. Die Bestimmungen reichen jedoch in keiner Weise dazu aus, diese sicherzustellen. Die festgesetzten Höchst= Freitag, 20. November 1914. Jäger- Bat. Nr. 8; Res.- Jäger- Bat. Nr. 8, 9, 10; Fest.- Ma- der Landesversicherungsanstalt gepflogenen Verhandlungen sind ins schinengewehr- Abt. Nr. 1; Fest.- Maschinengewehr- Form. 4, Abt. 1 zwischen zum Abschluß gelangt.) der Div. Bredow; Fest.- Maschinengewehr- Abt. Nr. 8. 2., 4. u. 6. Garde- Feldart.- Reg.; Feldart.- Reg. Nr. 5; Rej.Feldart.- Reg. Nr. 7, 9; Felbart.- Reg. Nr. 14; Res.- Feldart.- Reg. Nr. 25; Feldart.- Reg. Nr. 33. Oberbürgermeister Wermuth: Die Mietseinigungsämter find 2. Garde- Drag.- Reg.; Schivere Ref.- Reiter- Reg. Nr. 1, 2; von heute an eingerichtet und werden ungesäumt ihre Tätigkeit beKür.- Regimenter Nr. 2, 4, 7; Drag.- Reg. Nr. 15; Suj.- Reg. Nr. ginnen. Die heutige Vorlage bezwedt eine wesentliche Erhöhung 2, 3, 8, 12, 13; Ulanen- Reg. Nr. 2, Ers.- Est., fiehe Ers.- Kav.- Reg. der bisherigen Mietbeihilfen. Der städtischen Hauptkasse wird das der 4. Landw.- Div.; Ulanen- Reg. Nr. 13; Jäger zu Pferde- Reg. durch monatlich eine Mehrausgabe von zirka 647 000 M. erwachsen, Nr. 1, 3, 4, 7; Jäger- Reg. zu Pferde Nr. 11, fiche Erf.- Kav.- Reg. 288 000 m. mehr gegenüber den bisher aus Sammelfonds geder 4. Landw.- Div.; Ulanen- Reg. Nr. 13; Jäger zu Pferde Reg. zahlten Beträgen. Da wir jetzt aber schon über 70 000 Familien der 4. Landw.- Div.; Res.- Kav.- Abt. Nr. 44, 46; Stav.- Est. der 4. zu unterstüßen haben, wird sich diese Summe noch etwas höher Ers.- Div. stellen. Die bisherigen Unvollkommnheiten in der Mietsuntertüßung werden durch die Vorlage ausgeglichen. Auch unser Versprechen wegen Ausdehnung der Unterstübung über den Kreis der Kriegsteilnehmerfamilien hinaus werden wir einlösen; in fürzester Zeit wird Ihnen eine entsprechende Vorlage zugehen. Das ganze Vorhaben ist mit großen Schwierigteiten verbunden. Der Gedanke muß festgehalten werden, daß in jeßiger Zeit die Gemeinde der unmittelbaren und dringenden Not des einzelnen sich in ganz besonderem Maße Hilfreich erweisen darf, daß sie aber, solange der Krieg dauert, einen Vermögensausgleich zwischen den verschiedenen Erwerbskreisen und Steuerzahlern vorzunehmen weder befähigt noch befugt ist. Man fann vielleicht beklagen, daß in dieser großen Zeit, wo alles fich nach außen gegen den Feind sammelt, Anflänge eines Interessengegensages laut geworden sind; möglicherweise haben sie auch Gutes gestiftet aber jetzt werden sie, so hoffen wir, verstummen. Auch auf diesem Gebiet müssen die Anforderungen der Allgemeinheit Sieger bleiben. Die Stadtgemeinde Berlin ist des festen Willens, auf diesem Wege ihren Bürgern voranzugehen.( Beifall.) Fußart.- Regimenter Nr. 3, 8. Garde- Pion.- Bat.; Pion.- Bat. Nr. 3; 1. Pion.- Bat. Nr. 3 u. 4; 2. Pion.- Bat. Nr. 4; Pion.- Erf.- Bat. Nr. 4; 1. Pion.- Bat. Nr. 6; Pion.- Bat. Nr. 8; 2. Pion.- Bat. Nr. 9; Pion.- Bat. Nr. 10; 1. Pion.Bat. Nr. 17; Bion.- Reg. Nr. 18; 1. Bion.- Bat. Nr. 21; Bion.- Bat. Nr. 26; 1. Bion.- Bat. Nr. 27; Res.- Pion.- Komp. Nr. 44, 48. Eisenbahn- Baukomp. Nr. 11; Armee- Telegr.- Abt. Nr. 4 der 4. Armee; Fernspr.- Abt. Nr. 5, 5. Armeekorps; Fernspr.- Abt. der Ref.- Mun.- Kol.- Abt. Nr. 14 des 7. Res.- Korps; Res.- Art.- Mun.Kol. Nr. 23 des 7. Res.- Korps. Div. Bredow. San.- Komp. Nr. 1 des Garde- Res.- Korps und des 7. Armeeforps; Res.- San.- Komp. Nr. 52 des 26. Armeekorps; Fest.- San. Komp. Nr. 2 der Div. Bredow; 1. Kriegslazarett- Abt. des 11. Armeekorps; Feldlazaratt Nr. 8 des 11. Armeekorps. Korps- Brüdentrain 4, III. Res.- Korps; Landw.- Fuhrpark- Kol. Nr. 4 des 5. Armeekorps. * * Die bayerische Verlustliste Nr. 54 bringt Verluste des 2. Inf.- u. Res.- Inf.- Reg.; der Fernspr.- Abt. Nr. 1, 2, u. 3; der Res- Fernspr.- Abt. Nr. 1 und der leichten Funkenstation Nr. 2. Die sächsische Verlustliste Nr. 58 enthält Verluste des Brig.Grs.- Bat. Nr. 63; des Res.- Inf.- Reg. Nr. 101; des Inf. u. Res. Inf.- Reg. Nr. 102; Inf. u. Rej.- Inf.- Reg. Nr. 103; Ref.- Inf.- Reg. Nr. 104; der Inf.- Reg. Nr. 134, 181; der Res.- Inf.Reg. Nr. 243, 245; Res.- Jäger- Bat. Nr. 25; Karabiner- Reg. Borna; Hus.- Reg. r. 18, 19; Res- Qus.- Reg.; Res.- Kav.- Abt. Nr. 53; Feldart.- Reg. Nr. 32; Ers.- Abt. des Felbart.- Reg. Nr. 32; Feldart.- Reg. Nr. 48; Ref.- Felbart.- Reg. Nr. 53; Feldart.- Reg. Nr. 77, 78; Fußart.- Reg. Nr. 19; Schwere Res.- Feldhaubizen- Batt. Nr. 27; 1. Bion.- Bat. Nr. 12; 2. Pion.- Bat. Nr. 22; 2. Pion. Bat. Nr. 22; Ref.- Pion.Stomp. Nr. 53 u. 54; Res.- Art.- Mun.- Kol. Nr. 74; San.- Komp. Nr. 1 und der Prov.- Kol. Nr. 6, 19. Armeekorps. Die württembergische Verlustliste Nr. 60 bringt Ver lufte der 53. Inf.- Brig.; des Brig.- Erf.- Bat. Nr. 53; des Landw. Inf.- Reg. Nr. 121; Füs.- Reg. Nr. 122; der Inf.- Reg. Nr. 125, 180; Feldart.- Reg. Nr. 65 und der 1. Mun.- Kol.- Abt. Stadtv. Dr. Knauer( N. L.): Es ist zweifellos, daß auch diese Vorlage nicht die legte ihrer Art sein kann, um der eingetretenen Notlage zu steuern. Die Bedürfnisfrage wird durch die Vorlage feineswegs ausreichend gelöst. Auch jetzt wird die Forderung beibehalten, daß der Hauswirt einen Nachlaß gewähren soll, ein Verlangen, das zu großen Mißständen geführt hat. Die Mieter haben in zahllosen Fällen, auch wenn die Miete voll hätte gezahlt werden fönnen, ein solches Entgegenkommen des Wirtes verlangt Das Ziel, Die Kriegsteilnehmerfamilien von den Mietsschulden zu befreien, wird ferner keineswegs erreicht, da die Gewähr nur bis zu 50 Proz gegeben wird, die Hauswirte allein aber den Ausfall nicht tragen fönnen. Der Staat müßte hier helfend eintreten; aber für eine Organisation in dieser Richtung ist bisher nichts geschehen. Stadtv Caffel: Ich kann nur bedauern, daß, wenn der Magistrat nach so vielen Schwierigkeiten und so großen Bemühungen sich zu einer so entgegenkommenden Vorlage entschlossert hat, daran eine folche Kritik geübt wird.( Lebhafte Zustimmung; vereinzelter Widerspruch.) Wenn wir alle uns mit so großer Energie bemüht haben, dieses Resultat zu erreichen, kann eine solche Stritik keine Freude machen.( Wiederholte Zustimmung.) Die jetzt zu gewährende Unterstützung ist sehr ausreichend; sie soll auf allgemeine Koften geschehen und legt den Steuerzahlern viele Millionen auf. Die Frau mit drei Kindern bekam bisher gar keine Mietsunterftüßung; jest soll sie 7,50 M. erhalten, hinzu zu den 60 M., die sic preiſe gelten nur für bag Getreibe und für e droghandel. Stadtverordnetenversammlung. ſammenhang betrachtet, ftellt sich das Bild jedoch anders und dann das den 33. Sigung vom Donnerstag, den 19. November 1914, nachmittags 5 Uhr. darf man diese 7,50 M. nicht so wegwerfend behandeln, wie es Herr Knauer tut. Der Effekt der Vorlage wird zwischen 8 und 10 Millionen Mark betragen. Daß die analoge Vorlage für die ErwerbsDer Vorsteher Micheiet eröffnet die Sigung nach 5% Uhr. losen baldigst an uns kommen möge, wünschen auch wir. Alle Verstorben ist der Stadtv. Riemer( N. L.); sein Andenken Mieten auf städtische Kosten zu übernehmen ist unmöglich; auch die ehrt die Versammlung durch Erheben von den Siben. in Aussicht gestellte Staatsunterstüßung wird sich dieses Ziel nicht In der Ausschußberatung ist die Vorlage wegen Gewährung setzen. Die in dieser Beziehung lancierten Projekte entbehren jeder eines städtischen 3 uschusses bis zu 12 000 M. monatlich an das diskutablen Grundlage. Daß ein Nachlaß seitens des Vermieters 3 Spellung Bedürftiger in Berlin mit in allen Fällen gewährt werden muß, fönnte man te biefen tote Kreuz" zur der Maßgabe zur Genehmigung empfohlen worden, daß der aus der Begründung herauslesen; der Magistrat sollte diesen Magistrat dafür Sorge trägt, daß 1. die Kontrolle der Teil- Zweifel durch eine Richtigstellung beseitigen. nehmer in sicherer Weise gehandhabt, 2. der Nährwert der Speisen in ausreichendem Maße gewährleistet wird. Den Bericht erstattet Stadtv. Liebenow( A. L.). Die Versammlung tritt ohne Debatte den Ausschußanträgen bei. Der Ausschuß für die Vorlage wegen Bewilligung von 125 000 Mark zur Anschaffung von Weihnachtsliebesgaben für die Berliner Truppen Stadtv. Leid( Soz.): Wir stimmen der Vorlage zu, wenn wir auch Bedenken haben, die freilich mehr auf dem Gebiete der Ausführung liegen. Nach wie vor fönnen wir einen Abzug von der Unterstützung nicht billigen; ein solcher Abzug soll aber auch ferner zulässig sein. Ganz erheblich wird, das erkennen wir an, der heutige Zustand durch die Vorlage verbessert, wenn die neuen Säße nicht auf dem Papier stehen bleiben. Die vom OberSelbst für diesen gewährleisten sie jedoch nicht den Ausgleich zwischen den einzelnen Landesteilen. Sie geben auch keinerlei Gewähr für die Preise, die von den Verbrauchern für Mehl und Brot zu bezahlen sind. Zu hohe Preise lassen befürchten, daß der Verbrauch von den breiten Schichten der Bevölkerung mehr eingeschränkt wird, als es nach gesundheitlichen Grundsätzen wünschenswert ist. Sie versagen auch gegenüber der bemittelten Bevölkerung, die imstande ist, die gesteigerten Lasten der Lebensmittelversorgung ohne Einschränkung des Konsums zu tragen. Sie drücken außerdem die Kauffähigkeit der städtischen Bevölkerung für Industrieprodukte herab, vermindern also den Induſtrieabja und bedeuten vermehrte Arbeitslosigkeit für In dustriearbeiter, damit aber auch vermehrten Aufwand für Unterstützungen. Sie beeinträchtigen den Nahrungsstand der wehrfähigen Reserven und könnten endlich dem Ausland eine irrige Meinung über die Unzulänglichkeit der deutschen Getreidevorräte nahelegen. Daraus ergibt sich die Notwendigkeit hat am Montagabend unter dem Vorsitz des Stadtv. Modler( A. 2.) bürgermeister gegebenen Ziffern werden ja nur im Höchstfalle einer besseren Ausgleichung und Anpassung des beschlossen, der Versammlung zu empfehlen, den dem„ Nationalen erreicht werden. In vielen Kommissionen ist es Pragis, MietsKonsums an die vorhandenen Lebensmittelvorräte. Diese Frauendienst" für diesen Zweck zuzuwendenden Betrag von 25 000 beihilfen nur zu gewähren an Familien, die unterstützt werden, tann nur erreicht werden durch die Einschränkung der Verfügungs- auf 50 000 M. zu erhöhen. Es sollen also insgesamt 150 000 m. und auch dann nur auf Antrag; andere Kommissionen verfahren umgekehrt. Einheitlichkeit besteht also hier nicht. Die Frage freiheit des einzelnen. Zu diesem Eingreifen sind nur die öffent- bewilligt und ferner außer der Garde und denjenigen Truppen, die der Mietsbeihilfen kann auch nicht für sich allein, ohne Rücksicht lichen Körperschaften befähigt. Reich bzw. Bundesstaaten müssen als Reserve- Landwehr usw. aus Berlin zu den Fahnen anderer auf die Kriegsunterstüßung, betrachtet werden. Viele Frauen, auch die notwendigen Vorräte übernehmen, jedem Verwaltungsgebiet Regimenter geeilt find, auch noch die anderen in Berlin garnisonie- solche ohne Kinder, fönnen sich nicht mit 18 oder 30 Mt. durchdie notwendigen Mengen an Nahrungsmitteln zuweisen und durch renden und von Berlinern gebildeten Truppenteile bei der Ver- fchlagen, sie müssen Arbeit suchen; finden sie solche, dann ist ihnen teilung der Liebesgaben berücksichtigt werden. Ueber die Summe Gemeinden und Genossenschaften innerhalb jedes Bezirks für von 100 000 M. soll das Generalkommando des Gardekorps ver- bielfach die Unterstübung entzogen worden.( Hört! Verteilung an die Bevölkerung sorgen. Damit erst fallen die fügen; ihr treten 100 000 m. hinzu, die die Landesversicherungs- hört! bei den Sozialdemokraten.) Das können wir absolut nicht schlimmsten Nachteile hoher Höchstpreise weg und das Ausland anstalt Berlin für den gleichen Zweck zur Verfügung stellt, außer- gutheißen. Die so betroffenen Frauen leiden ja noch ganz bejonders unter der Mietsnot, denn da kümmert sich kein Bezirkswird erkennen, daß sich Deutschland in der Organisation seiner dem 60 000 M. aus freiwilligen Spenden Wirtschaft auf alle Fälle eingerichtet hat. durch den„ Nationalen Frauendienst" in Gestalt von Einzelsendungen Unterzeichnet ist die Eingabe von: Prof. Dr. Brentano- im Werte von zirka 4 M. auf Antrag denjenigen im Felde München, Bergmann- Köln, Verband der christlichen Gewerk- stehenden Berlinern zugute fommen, deren Familienangehörige in Berlin unterstützt werden. schaften, Dr. Adolf Braun- Nürnberg, Redakteur Prof. Dr. Die Ausschußanträge werden ohne Diskussion zum Beschluß Dorn- Nürnberg, Dr. E. Heim- Regensburg, Prof. Dr. JafféMünchen, Dr. Lederer- Heidelberg, Landtagsabgeordneter Dr. Der Vorentwurf zum Neubau einer Badeanstalt mit Armenamt in der Bremer Lindemann- Stuttgart, Fabrikant Dr. Morgenstern- Fürth, Säuglingsfürsorgestelle Reichstagsabgeordneter Dr. Quard- Frankfurt a. M., Ma- Straße 22 wird auf Antrag Zubeil( Soz.) einem Ausschuß gistratsrat Ed. Schmid- München, Reichstagsabgeordneter überwiesen. Simon- Nürnberg, Reichstagsabgeordneter Dr. SüdekumZehlendorf, Prof. Dr. Sinzheimer- München. Verlustlisten. erhoben. und Die 50 000 m. sollen Die von der Versammlung am 29. Oktober gegebene Anregung einer angemessenen Erhöhung der an die Familien von Kriegsteilnehmern gewährten besonderen Mietbeihilfen vorsteher um Erwirkung eines Mietsnachlasses, diese Frauen müssen die Miete voll bezahlen. Auch für sie sollten also entweder Mietsbeihilfen oder, was ich für richtiger halte, Kriegsunterstübungen gezahlt werden. Bei den Familien mit fünf und mehr Kindern, die doch gerade im Winter für warme Kleidung, Schuhe usw. viel aufwenden müssen, sollte man wenigstens mit der Extraunterstüßung nicht fargen; tatsächlich aber gehen da einzelne Kommissionen sehr schroff vor, indem sie entgegen dem Gesetz private Buivendungen vom Arbeitgeber usw. in Rechnung stellen und entgegen dem Ministerialerlaß über die Unteilbarkeit der Unterstüßun gen Abzüge machen. Der Kriegszwed tann gar nicht empfindlicher geschädigt werden als durch solche kleinliche Pfennigfuchserei.( Der Vorsteher ersucht den Redner, sich zu mäßigen.) Ich muß doch aussprechen können, was ich für richtig halte. In der Kriegskommission, der ich angehöre, haben alle Mitglieder die größte Libehat beim Magistrat in folgendem Umfange Entgegenkommen ge- ralität in bezug auf das Unterstützungswesen befundet; ich wünsche, funden: daß diese Anschauung auch in den 23 Kommissionen durchgreift. Es sollen vom 1. November ab monatlich erhalten können( Beifall bei den Sozialdemokraten.) Die entsprechende Vorlage für Die Verlust liste Nr. 80 der preußischen Armee 1. Frauen ohne Kinder bis zu 15( bisher 10), Frauen mit einem die Arbeitslosen dürfen wir ja nach der bündigen Erklärung des Kinde bis zu 12,50( bisher 7,50), rauen mit 2 Kindern bis zu 10 Oberbürgermeisters baldigst erwarten. enthält Verluste folgender Truppen: ( bisher 5) M. Ferner sollen auch Frauen mit 3 Kindern solche Stadtv. Jden( A. 2.) tritt auf die Seite des Stadtv. Dr. 1. Garde- Reg.; Garde- Gren.- Reg. Alexander; 4. Garde- Reg.; Garde- Gren.- Reg. Augusta; 5. Garde- Reg.; Garde- Jäger- Bat.; Mietbeihilfen bis zu 7,50, Frauen mit 4 Kindern bis zu 5 M. er- Knauer und verweilt eingehend bei den Sonderlasten, die dent Gren.- Reg. Nr. 2; Landw.- Inf.- Reg. Nr. 4; Brig. Eri.- Bat. Nr. 5; halten können. Nach wie vor soll ein angemessenes Entgegen- Sausbejizer überhaupt und zumal jetzt auferlegt seien. Der HausGren.- Reg. Nr. 6; Res.- Inf. Regimenter Nr. 10, 11; Inf. u. Rej.- fommen der Vermieter Voraussetzung für die Gewährung der befik sei mit anderen Geschäftszweigen deshalb nicht zu vergleichen. Inf.- Reg. Nr. 16; Res.- Inf.- Reg. Nr. 17; Landw.- Inf.- Reg. Nr. städtischen Beihilfen sein. Bei Frauen mit mehr als vier Kindern Er müsse z. B. die ganze Kanalisation allein bezahlen. Man solle 17, 19; Jaf.- u. Landw.- Inf.- Reg. Nr. 22; Inf. u. Ref.- Inf.- Reg. foll eine Mietbeihilfe nur ganz ausnahmsweise gewährt werden. die Amortisationsquote für die Rieselfelder herabsehen. Nr. 24; Res.- u. Landw.- Inf.- Reg. Nr. 25; Landw.- Inf.- Reg. Nr. Verwandte die mit einem unverheirateten Einberufenen einen ge- weitere Vorlage müsse und werde der heutigen folgen. Stadtrat Franz: Es wird auch auf die Lage des einzelnen 26; Ref.- Inf.- Regimenter Nr. 27, 29, 30; Inf. u. Ref.- Inf.- Reg. meinschaftlichen Haushalt geführt haben, können Beihilfen wie Nr. 31; Rej.- Inf.- Reg. Nr. 32; Füs.- Reg. Nr. 33; Ref.- Inf.- Reg. alleinstehende Frauen erhalten. Die Beihilfen sollen grundsäßlich Vermieters Rücksicht genommen werden. Die vom Stadtv. Leid Nr. 34: Landw.- Inf.- Reg. Nr. 35; Res.- Inf.- Reg. Nr. 36, 38; Füs.- nicht an die Micter, sondern an die Vermieter gezahlt werden. gerügte Ungleichmäßigkeit wird gerade durch die Praxis an der Regimenter Kr. 39, 40; Brig.- Erf.- Bat. Nr. 41; Inf.- Regimenter Die unmittelbare Zahlung eines Teiles des städtischen Zuschusses Hand der neuen Bestimmungen beseitigt werden. Nr. 42, 43, 44, 46, 47, 48; Res.- Jnf.- Reg. Nr. 49; Inf.- u. Res.- an den Vermieter ist nach der Erhöhung der Beihilfen in dem bisInf.- Meg. Nr. 51; Inf. u. Landw.- Inf.- Regimenter Nr. 52, 55; herigen Umfange nicht aufrechtzuerhalten und soll in Zukunft nur Inf.- u. Rej.- Inf.- Reg. Nr. 56; Inf.- Regimenter Nr. 57, 58; Brig.- stattfinden bei Frauen mit vier Kindern mit höchstens 10, bei Ers.- Bat. Nr. 58; Landw.- Inf.- Reg. Nr. 60; Inf.- Reg. Nr. 61, 63; Frauen mit fünf Kindern mit höchstens 15, bei Frauen mit mehr Nej.- Inf- Reg. Nr. 65, 67; Inf.- u. Ref.- Inf.- Reg. Nr. 68; Inf. als fünf Kindern mit höchstens 20 M. monatlich; die Zahlung darf Reg. Nr. 70; Ref.- Inf.- Megimenter Nr. 70, 71; Inf. u. Res. Inf. wie bisher nie mehr als die halbe Monatsmiete betragen. Es Reg. Nr. 72: Füs.- Reg. Nr. 73; Inf.- Reg. Nr. 76; Res. Inf. Reg. werden von der direkten Zahlung nur noch 5 Proz. der Krieger= Nr. 76, 77; Jnj. u. Nej.- Inf. Reg. Nr. 78; Inf.- Reg. Nr. 79; Res. familien betroffen werden. Auch die unmittelbare Zahlung darf -Neg. Nr. 80; Inf. Reg. Nr. 81; Ref.- Inf.- Reg. Nr. 81, 83; nur erfolgen, wenn der Vermieter sich zu einem Nachlaß an der Regimenter Nr. 84, 85, 87; Res.- Inf.- Reg. Nr. 87; Gren. Miete versteht. Reg. Nr. 89; Rej.- Inf.- Reg. Nr. 90; Inf. u. Res.- Inf.- Reg. Nr. 93; Inf.- Regimenter Nr. 94, 96; Landw.- Inf.- Reg. Nr. 99; Gren. Regimenter Nr. 109, 110; Inf.- Regimenter Nr. 112, 114, 115, 116, 117, 118, 131, 132, 136, 140, 141, 145, 150, 151, 153, 157, 169, 171, 178, 176; Rej.- Inf.- Reg. Nr. 239, 240. Gine Stadtv. Ladewig( N. L.) hält dafür, daß auch die Mietsunterstübung nach den bisherigen Säßen schon reichen Segen gestiftet habe; die Vorlage komme allen irgendwie berechtigten Ansprüchen entgegen. Man dürfe die Frage nicht einseitig vom Hausbefizerstandpunkte beurteilen; es handle sich doch um eine Erleichterung der Kriegsteilnehmer. Stadtv. Dr. Knauer protestiert gegen den Vorwurf der Einseitigkeit, den ihm Cassel gemacht hat und verbittet sich aufs ent schiedenste die Kritik, die in dem Worte wegwerfend" liege. Stadtv. Mommsen( Fr. Fr.): Es handelt sich bei der Vorlage Das monatliche Erfordernis für die Mietbeihilfen schäßt der um einen Ausgleich gegenüber den bisherigen unzureichenden Mietsbeihilfen an die Familien der Kriegsteilnehmer. Würden die Magiftrat auf 500 000 M. Wegen Ausdehnung der Zahlung von Mietbeihilfen über Herren Knauer und Iden mit dem gleichen Feuer für die Er. den Kreis der Angehörigen der Feldzugteilnehmer hinaus wird eine höhung intreten, wenn nicht das Hausbesitzerinteresse, in Frage besondere Vorlage angefündigt.( Die darüber vom Magistrat mit fäme?( Sehr gut!) harren. Stadtv. Caffel tritt den einseitigen Ausführungen der Kollegen Zusammenkunft ostpreußischer Flüchtlinge. Die Lichtenberger Stadtverordnetenwahlen beschäftigten die Stnauer und Jden nochmals entgegen und verurteilt scharf den Nichts- als- Hausbesizerstandpunkt; er findet dabei nochmalige UnterNichts fittet beffer Menschen zusammen wie gemeinsame Not. lebte Generalversammlung des Wahlvereins. Infolge einer nachstützung beim Stadtv. Mommsen, während die Angegriffenen Dies zeigt sich auch bei den aus Ostpreußen Vertriebenen, deren träglichen Auslosung muß eine andere Verteilung der Kandidaten der dritten Abteilung für die einzelnen Bezirke vorgenommen erneut und teilweise mit Erregung auf ihren Ausführungen be- sich in Berlin viele Taufende befinden. Gleichviel, in welchem werben. Diese soll der engeren Bezirksleitung in Gemeinschaft Stadtviertel der Reichshauptstadt sie auch wohnen mögen, treffen sie mit der Stadtverordnetenfraktion überlassen werden. Für die Die Vorlage wird darauf fast einstimmig angenommen. jich im kleineren oder größeren Kreis allwöchentlich ein oder Wahlen in der zweiten Abteilung wurden im ersten Bezirk als Nachdem noch eine Vorlage wegen Gewährung einer Kriegs- mehrere Male. In besonders großer Anzahl fanden sich die Flücht- Nichtangesessener Genosse Mirus und im zweiten Bezirk als im zulage für die Aerzte in den städtischen Lazaretten ange- linge am Dienstag in der„ Neuen Philharmonie" ein. Natürlich Eigentümer Genoffe edert aufgestellt. Da mit den Bürgernommen und auf Antrag Dr. Weyl( Soz.) auch auf die weib fonnte der große Saal nur den kleinsten Teil der Ankommenden lichen eine Verständigung erzielt wurde, so üben wir das Wahlrecht lichen Hilfsärzte ausgedehnt worden ist, schließt die öffentliche fassen, Tausende mußten umkehren. Es galt, den Wermsten, die nur in den Bezirken aus, die ſchon früher in unserem Befits Sigung um 28 Uhr. waren. In den übrigen Bezirken enthalten wir uns der Abin Hangen und Bangen, in seelischer und materieller Not hier weilen. mit Rat und Tat entgegenzukommen, die in Herzensnöten ſtimmung. Nach Erledigung der geschäftlichen Dinge hielt der Genosse John einen Lichtbildervortrag Bilder vom Striege". Zu Befindlichen zu trösten, den Fragenden Auskunft zu erteilen, so- Beginn der Versammlung wurde den im Felde Gefallenen und weit es die Leitung der Hilfsaktion bermag. Hier konnte man bem Genossen Grauer ein Nachruf gewidmet. erst den eigentlichen Umfang der Flucht ermessen. Greise und Aus Groß- Berlin. Die Mietebeihilfen in Berlin. 0 Die Berliner Stadtverordnetenversamm Tung hat gestern die Magistratsvorlage, die den Kriegerfamilien eine reichlichere Mietebeihilfe gewähren will, a ngenommen. Der Magistrat entspricht mit der Erhöhung dieser Beihilfe einem vor drei Wochen gefaßten Beschluß der Stadtverordnetenversammlung, der durch den bekannten, auf Linderung des Notstandes der Wohnungsmieter abzielenden Antrag der sozialdemokraitschen Abgeordneten veranlaßt worden war. Vorerst hat der Magistrat nur die Kriegerfamilien berücksichtigt, doch stellte Oberbürgermeister Wermuth eine weitere, baldigst zu erwartende Vorlage in Aussicht, die über diesen Kreis hinausgreifen werde. Daß auch Arbeitslofen und kleinen Gewerbetreibenden in ihrer durch den Krieg hervorgerufenen Bedrängnis die Wohnungsmöglichkeit gesichert werden muß, war von vornherein die Meinung unserer Genossen, als sie jenen Antrag stellten. Gestern erklärte die sozialdemokratische Fraktion durch den Genossen Leid ihre Zustimmung zu der als Abschlagszahlung zu betrachtenden Magistratsvorlage. Unser Redner fnüpfte daran eine scharfe Kritik der Praxis, die bei der Bewilligung der Kriegsunterstützungen in manchen Unterstüßungskommissionen leider noch üblich sei, und sprach die Hoffnung aus, daß fortan über die Kriegsunterstützungen und auch über die Mietebeihilfen mit möglichster eitherzigkeit entschieden werden möge. Aufsehen erregte der Eifer, mit dem die Hausbesizer ihre besonderen Klagen und Wünsche vorbrachten. Auch ihre freisinnigen Freunde empfanden das als peinlich und wiejen es zurück. Greifinnen, die sich kaum auf den Füßen halten können, mußten Revolverkampf zwischen Einbrecher und Schutzmann. ihre angestammte Erde berlassen; in jeder Altersstufe sind die In der Nacht zum Donnerstag bemerkte der Portier des Hauses Menschen vertreten, bis herab zum Jüngling. Gebrechliche Ber- tailerallee 203 au Wilmersdorf im Keller einen Einbrecher. Ein fonen, an Krüden gehend, kann man ebenfalls erblicken; viele von herbeigeholter Schuhmann und der Portier wollten denselben festden Flüchtlingen hatten tagelang zu Fuß gehen müssen. Ein leb- nehmen. Der Verbrecher widerlegte sich dem und gab aus einem haftes Frage und Antwortspiel entwidelt sich zwischen Versamm- Revolver fünf fehlgebende Schüsse auf die beiden Männer ab. Der lung und Leitung. Ob dies oder jenes Dorf, diese oder jene Schußmann zog ebenfalls feine Waffe und machte ihn beim dritten Stadt noch egiftiert, und ob man zurüdfehren könne, wird gefragt, Schuß fampfunfähig. Bei seiner Verhaftung gab er an, Willi Fiez und ob Herr und Frau X. 9. noch leben, ob jemand weiß, was aus zu heißen. der Tochter oder dem Sohn von 8. geworden ist, ob die Russen Betriebsverstärkung auf der Untergrundbahn Wittenbergplatnoch oder schon wieder in.... sind, usw. So geht es weiter, Frage Uhlandstraße. Vom Sonnabend, den 21. d. Mts. ab wird auf der auf Frage, Schicksalsfragen, die über Glüd oder Unglück ent- Surfürstendammlinie( Wittenbergplag- Uhlandstraße) an Stelle des scheiden, deren Beantwortung ein befreiendes Gefühl oder zurzeit bestehenden Zebnminutenberkehrs eine Rugfolge von fünf Minuten bis auf weiteres wieder eingeführt werden. schneidenden Schmerz auslöst. Unter den freiwilligen Gebern, die für die Aermiten mit Geld, Obdach usw einspringen, sind, wie uns mitgeteilt wurde, sehr viele aus der ärmeren Klasse. Die Arbeiterschaft Berlins hat auch hier ihre prächtige Solidarität bewährt, und rührende Beispiele sind vorhanden, wo arme Leute mit herzerquidender Opferwilligkeit augegriffen haben. So hat eine Arbeiterfrau brei volle Stunden gewartet, um eine Flüchtlingsfamilie mitnehmen und Obdach ge währen zu können. Armut fennt Armut. Hoffen wir, daß das Interesse für die unglüdlichen Ostpreußen noch mehr als bisher, und vor allem in den besitzenden Kreisen, geweckt wird! Die Sparer in der Kriegszeit. Aus Gram über den Tod ihres Verlobten versuchte gestern die 22 jährige Gertrud Liebert aus der Prager Straße 33 in Vor einer Woche Wilmersdorf ihrem Leben ein Ende zu machen. erhielt das junge Mädchen von Kameraden ihres ins Feld gezogenen Verlobten die Nachricht, daß dieser gefallen sei. Seitdem war die Bedauernswerte schwermütig. Als sie nun gestern in der amtlichen Berluitliste den Tod ihres Verlobten bestätigt fand und somit auch die lezte Hoffnung schwand, beschloß Fräulein L. ihrem Geliebten in den Tod zu folgen. Sie öffnete in ihrem Schlafzimmer alle Bashähne und erwartete auf dem Bette liegend den Tod. bareleute, die den Gasgeruch wahrnahmen, benachrichtigten den Hauswirt, der die korridortür gewaltiam öffnen ließ und einen Arzt benachrichtigte. Diefem gelang es mit Hilfe von Sanitätsmannschaften mittelst Sauerstoffapparates die bereits Besinnungslose wieder zum Bewußtiein zu bringen. Der Zustand der Lebensmüden war jedoch so bedenklich, daß die L. nach dem städtischen Krankenhause in Schöneberg geschafft werden mußte. Rach Ein eigenartiger Straßenunfall hat sich gestern vormittag am hatte einen Straßenbahnwagen ber Linie 15 zur Fahrt benut und Königeplay ereignet. Der Zeitungshändler Georg Bieberstein stand, ein großes Paket Zeitungen auf dem Rücken tragend, auf dem Borderperron. Als dem Straßenbahnwagen in der Kurbe Ede Königsplay und Roonstraße ein Straßenbahnwagen der Ringlinie 1 begegnete, stieß legterer Wagen gegen das über die Blattformbrüstung hinausragende Patet, und Bieberstein wurde infolge des npralles vom Wagen beruntergeriffen. Er erlitt eine schwere Gebirnet ichütterung und Hautabschürfungen und mußte nach der Charité gebracht werden. Ein Konzert des Philharmonischen Orchesters findet am 26. Nobember, abends 8 Uhr, im Schultheiß", Haienbeide 22-81, statt. Billetts hierzu sind zum Preise von 80 Bf. bei der Gewertichaftstommission, Engelufer 15, Zimmer 18, und bei Horich im giaarrenladen, Engelufer 15, zu haben. Der Verkauf in der Gewerkschaftsfommission findet bormittage von 9 bis 12 und nachmittags von 4 bis 7 Uhr, außer Sonnabends nachmittage, statt. " Die Spartasse der Stadt Berlin hat auch in dem Monat September, dem zweiten Kriegsmonat, noch ein Mehr an Rüdzahlungen gegenüber den Einzahlungen gehabt. Das Verhältnis war aber bedeutend günstiger als im August dieses Jahres und Ein Grundfehler bei der Schulspeisung in Berlin ist die Mit übrigens nicht ungünstiger als im September vorigen Jahres. Der wirkung der Armenpflege. 3war soll, wie schon vor Jahren diesjährige August hatte eine Minderung der Einzahlungen ein Stadtverordnetenbeschluß forderte, die Gewährung freien Essens und eine Mehrung der Rüdzahlungen gebracht, so daß für den nicht als Armenunterstüßung gelten. Leider übertrug aber der Monat einer Einzahlungssumme von 5 704 467 M. eine RüdMagistrat die Recherchen den Armenkommissionen und trot zahlungssumme von 10 887 373 m.( b. H. 191 Proz. der Einzahallen Protesten ist es bis auf den heutigen Tag dabei geblieben. lungssumme) gegenüberstand und der ganz ungewöhnlich hohe BeAuch die von den Eltern zu unterschreibende Erklärung, daß sie trag von 5 182 906 M. als Rückzahlungsmehr blieb. Im September mit der Bedingung einer eventuellen Rüderstattung der wurde dann zwar noch weniger eingezahlt, nur 4 707 221 M., aber Kosten einverstanden sind, wird immer noch als nötig angesehen. stärker noch verringerten sich die Rückzahlungen, auf 6 156 356 m. Jm„ Borwärts" wurde erst fürglich wieder in Nr. 304- die( b. h. 131 Broz. der Einzahlungssumme) und das Rückzahlungsmehr Unhaltbarkeit dieses Zustandes gezeigt und eingehend dargelegt, betrug daher nur 1 449 135. Im September vorigen Jahres daß die Schulspeisung eine Angelegenheit nicht der Armenpflege, wurden eingezahlt 5 384 337 M. und zurüdgezahlt 7 037 938 27. sondern nur der Schule sein kann. Wir wissen, daß Eltern auf( gleichfalls 181 Pros. der Einzahlungssumme), macht ein Rüd. Beteiligung ihrer Kinder an der Schulspeisung berzichteten, entweder zahlungsmehr von 1 653 551 M. Hiernach bot der Sparkassenbetrieb meil die Berührung mit den Armenkommissionen ihnen peinlich schon im September dieses Jahres wieder ziemlich das gleiche Bild war oder weil sie die Verpflichtung zur Kostenrückerstattung nicht wie in demselben Monat des Vorjahres, wenn man die Betrachtung übernehmen zu können meinten. Aus der neuesten Zeit wird uns nur auf die Einzahlungs- und Rückzahlungssummen erstreckt. Bolkstümlicher Lieberabend. Der von den Gesangbereinen mitgeteilt, daß eine Kriegerfrau, nachdem das älteste ihrer fünf Berücksichtigen wir aber auch die Häufigkeit der Einzahlungen Männerchor Dit" und" Sängerchor Wedding" zum 22. November Kinder bereits Wochen hindurch an der Schulspeisung teilgenommen und Rückzahlungen, so fällt ein Unterschied auf. Im September vorgesehene Liederabend zum Besten einer Weihnachtsfeier für hatte, in folge der Recherche des Armenkom misvorigen Jahres wurde 60 638mal eingezahlt und 54 569mal zurüd die Kinder der Arbeitslosen Berlins in Obiglos Festfälen, Koppensionsvorstehers auf weitere Speisung versich gezahlt, das ergibt- nach den oben mitgeteilten Einzahlungs- und straße 29, fann laut polizeilicher Verfügung am Totensonntag nicht tete, um der vermeintlichen Rüderstattungs- Rückzahlungssummen einen Durchschnitt von 88,80 m. pro Ein- stattfinden. einen Durchschnitt von 88,80 2. pro Ein stattfinden. Das Konzert findet daher ant Sonnabend, den pflicht zu entgehen. Im Hinblick auf den gegenwärtigen, aahlung und 128,97 M. pro Rückzahlung. Dagegen brachte der dies- 28. November, abends 8½ Uhr in denselben Sälen statt. Die durch den Krieg verursachten Notstand, der wie in Nr. 304 nach- jährige September nur 29 848 Einzahlungen und 52 746 Rüd- bon ben Mitgliedern entnommenen Billetts behalten hierzu ihre Gültigkeit. gewiesen ist zu einer raschen und ganz außerordentlichen Steige- zahlungen, der Durchschnitt aber war pro Einzahlung 157,71 M. rung der Inanspruchnahme der Schulspeisung geführt hat, müssen und pro Rückzahlung 116,72 M. Noch mehr fiel diesmal der Monat Verbrannt. Von einem schweren Schicksalsschlage ist die Fawir bringender als je fordern, daß diesen Mängeln abgeholfen wird. Ob ein Kind bedürftig ist oder nicht, wird meist schon in August durch die ganz außerordentliche Höhe des Einzahlungsburch.milie des in der Gustav- Adolf- Straße 18 in Schöneberg wohnenden der Schule erkennbar sein, wo aber etwa doch noch ein: Recherche schnittes auf. Der Monat hatte im vorigen Jahre 59 036 Einzah- Schloffers Frans Ofchert betroffen worden, der als Sanitätssoldat nötig scheint, kann die Schule sie ausführen. Mit der Rüd. Iungen und 50 882 Rüdzahlungen, in diesem Jahre nur 15 897 Ein- im Westen im Felde steht. Während der Abwesenheit der Mutter erstattungsflicht nimmt man es zwar bei weitem nicht so streng borjährigen August 90,35 m. eingezahlt und 117,20 M. zurückgezahlt, Trifotkleidung des Kindes in Brand. Auf die Schmerzensrafe zahlungn, aber 96 372 Rüdzahlungen. Durchschnittlich wurden im erwachte der dreijährige Sohn und machte sich mit Streichhölzern zu schaffen. Dabei entzündete sich eines der Hölzer und setzte die trie es manche Eltern fürchten mögen, und die Erklärung spricht ja im diesjährigen dagegen 358,84 M. eingezahlt und 112,97 m. su- des Snaben eilten Nachbarsleute herbei, die gewaltsam die Tür auch nur von dem Vorbehalt der Kosteneinziehung für den Fall, rückgezahlt. Noch im Juli dieses Jahres waren 70 087 Einzahlungen öffneten. Silfe fonnten sie aber nicht mehr bringen. Das be daß die Eltern zur Rückerstattung in der Lage find. Aber wenn gebucht worden, aber ihr Durchschnittsbetrag stellte sich auf nur dauernswerte Kind war am ganzen Körper furchtbar berbrannt die Schulspeisung ihren Zwed erfüllen soll, so muß alles, was als 124,57 M. Nach Ausbruch des Krieges sant bei den Einzahlun- und erlag seinen Verlegungen, che noch der herbeigerufene Aczt Hindernis wirken könnte, beseitigt werden. Im übrigen empfehlen wir bedürftigen Eltern und vornehmlich Striegerfrauen, auch jetzt gen die Augustsiffer mit nur 15 897 faft bis auf ein Fünfter sur Stelle war. der Julisiffer, während der Durchschnittsbetrag mit Volkskunstabend in Karlshorst- Friedrichsfelde. Billetts a 10 Bi. sich durch nichts von der notgedrungenen Jnan 353,84 M. auf fast das Dreifache der Juligiffer stieg. Auf der zu dem am Dienstag, den 8. Desember, in der Aula der höheren Lehrspruchnahme der Schulspeisung abschreden zu einen Seite beeilten sich viele fleine Sparer, ihre Rotgroschen abzu- genossenschaft sowie bei allen Funktionären zu haben. anstalt stattfindenden Stunstabend find in den Verkaufsstellen der Konjum laffen. holen auf der anderen Seite übten wohl hauptsächlich Leute mit etwas größerem Portemonnaie die Vorsicht, ihr Geld jeht der Spar14 Die Mieteinigungsämter Berlins. Der Berliner Stadtverordnete Karl Riemer ist gestern nacht infolge einer Lungenentzündung im Alter von 72 Jahren gestorben. tasse anzuvertrauen. Riemer bertrat feit 24 Jahren den 1. Gemeindewahlbezirk in der 2. Abteilung; er war Mitglied mehrerer Deputationen und Ausschüsse. Um die Blinden hat sich der Verstorbene ganz besonders Jm Berliner Rathause wurden gestern vormittag vom verdient gemacht. Im Stillen hat er Tausende für sie gesammelt, Oberbürgermeister Wermuth die Vorsitzenden und Stellverum namentlich zu Weihnachten eine Freude zu bereiten. treter der 10 Mieteinigungsämter, deren Errichtung bekanntDie Armenküchen, die in Berlin seit vielen Jahrzehnten lich von den Gemeindebehörden beschlossen worden ist und die als ständige Einrichtung zur Linderung winterlicher Rot am 21. November thre Tätigkeit aufnehmen werden, begrüßt bestehen, werden nächstens wieder ihren Betrieb aufnehmen. und in ihr Amt eingeführt. Der letzte Winter brachte ihnen eine so bedeutende Steigerung der Inanspruchnahme, daß die Gesamtzahl der ausgegebenen Zu Vorsigenden und Stellvertretern sind bestellt worden: Justizrat und Stadtverordneter Hahn, Justizrat und StadtMariendorf. Sonnabend, den 21. November, abends 8 1br, findet ber vierte Boltetunstabend( Goethe- Abend) in der Aula des Reform- Realgymnasiums. Staiserstraße 17 20, statt. Eintrittspreis 10 Bf. Die Frauen der im Felde stehenden Genossen erhalten Freifarten vom Bahlverem. Berlaufsstellen: Konsumverein; Reichardt, Stailerstraße 34, vorn III; Eberlein, Ringstraße 82, born 1; Konfitürengeschäft, Chauffeenrake 305 enfched, Chauffeeftraße 27; Pieper, Bergstraße 35; Demuth, Chauffee, traße 39. Der Musikverein Einigkeit" und bie Artisten Vereinigung Union" M. d. A.-A.-B. D. veranstalten am Totenfonntag in 2. B artis Festfalen in Neukölln, Hermannstr. 49, ibr zweites Wohltätigkeitskonzert, verbunden mit einer Sportborstellung. Zer Ueberida plaget stones, losen Bürger Neufölns verwendet werden. Einlaßtarten find nur bei den Mitgliedern, im Bereinslotal daselbst sowie bei den Skollegen F. Peiffer, Herrfurthstr. 7, K. Groß, Münchener Straße, zu haben. Der Theaterverein Adlershof veranstaltet am Sonntag, den Mittagsportionen eine bisher noch nicht dagewesene Höhe verordneter Galland, Stadtverordneter und Handelsrichter 22. November, abends 6 Uhr, im Lokal von Wölfein eine WohltätigkeitsGeh. Justizrat Friedmann, Justizrat Breschner, tionen, dagegen im Winter 1913/14 781 141 Portionen, das Magistratsrat Lohmeyer, Magistratsrat Collaz, Justizrat macht für den letzten Winter ein Mehr von 259 816 Portionen Heimbach, Justizrat Rosenberg, Justizrat Schiller, Magistratsoder rund 50 Prozent. Die durchschnittliche Tagesziffer war rat Le Viseur, Magistratsrat Schönberner, Magistratsrat im vorlekten Winter 5774 Bortionen, im lebten Winter aber Dreyer, Magistratsrat Dr. Rieß I, Rechtsanwalt v. Zimmer 6456 Portionen, und die überhaupt höchste Ziffer hatte dies- mann, Rechtsanwalt Litterscheidt, Rechtsanwalt Dr. Cohn, mal der 22. Januar mit 8581 Portionen. Der jetzt erschie- Rechtsanwalt Fischer und Rechtsanwalt Ruge. nene Jahresbericht der Armendirektion jagt zu dieser ganz Die Geschäftsräume der Mieteinigungsämter befinden sich: außerordentlich starken Nachfrage nach Speisen aus den Strausberger Str. 8/9, Niederwallstr. 6/7, Albrechtstr. 20; Armenfüchen, daß sie offenbar infolge der auf immer wei- Lütticher Str. 47/48. Soloniestr. 8, Battstr. 16, Zehdenider tere Schichten der Bevölkerung sich erstreckenden Arbeitslosig. Straße 17, Olivaerstr. 11/16, Köpenicker Str. 2, Stallschreiberfeit" so gestiegen sei. Die Stadt hatte im Etat als Beitrag straße 54. zu den osten der Armenküchen 55 00 M. bereitgestellt, es mußten aber noch 32 000 m. nachbewilligt werden, so daß sich der Gesamtzuschuß der Stadt auf 87 000 m. belief. Eisenbahners Tod. Ein Opfer der Glätte tourde am Bußtag der 20 Jahre alte Rangierer Hermann Liedtke aus der Bettenkoferstraße 18. 2. war auf dem Eisenbahnkörper des Zentralbiebbofes tätig. Beim Verschieben von Güterwagen auf dem Gleis 4 glitt er von einem glatten Trittbrett ab und fiel so unglücklich hin, daß er der Länge nach auf eine Schiene zu liegen fam, so daß bie Räder ihm über den ganzen Körper hinweggingen. Der Unglüdliche war fofort tot. Seine Leiche wurde beschlagnahmt und nach dem SchauHause gebracht. Weihnachtspakete der Stadt Wilmersdorf. gesamte Ueberschuß wird zuc Weihnachtsfeier unserer Rinder verwendet. Jm Zirkus Albert Schumann findet, da am tommenden Toten fonntag die Nachmittagsvorstellung ausfällt, morgen Connabend, ben 21. 5. Mis., 81 Uhr, eine Extra- Nachmittagsvorstellung mit kleinen Breisen statt. Jeder Besucher bat das Recht, ein Kind unter zwölf Jabren frei einzuführen. Die Borstellung ist speziell für Kinder passend zusammengestellt. Aus der Partei. Die internationale Konferenz in Kopenhagen. Der Magistrat von Bilmersdorf beabsichtigt, jedem feiner im Felbe Das gemeinsame Romitee ber standinavischen stehenden Mitbürger, deffen Angehörige Kriegsunterstügung beziehen, Parteien hat folgendes Rundschreiben an die sozialdemokratiein Weihnachtspaket zu senden. Wie aus der in der heutigen Nummer schen Parteien in Deutschland, Frankreich, England, Rußland, des Blattes erschienenen Bekanntmachung bervorgeht, werden die An- Desterreich, Serbien, Belgien und der Türkei sowie an das Eregehörigen erfucht, die genaue Adresse des im Felde Stehenden bis futivkomitee des Internationalen Sozialistischen Bureaus" verspätestens 28. b. 9. im Liebesgaben Bureau Berlin Wilmersdorf. fandt: Brandenburgische Str. 1, 1 Treppe, Zimmer 9, abzugeben oder dort„ Der schreckliche Krieg, der nun schon seit mehr wie drei MoBer von den Mitbürgern für diese direkten Bakete Bollsachen, naten tobt, hat natürlich auch auf die Mitglieder unserer Parteien Seife, unverderbliche Lebensmittel, Tabat usw. als Beipade zu spenden einen tiefen Eindrud gemacht und schon seit langem haben wir die beabsichtigt, wird gebeten, die Gaben bis spätestens 24. d. M. in dem Frage aufgeworfen, in welcher Weise dieser entfeßliche Zustand borbezeichneten Bureau abzugeben. zum Abschluß gebracht werden könnte, hin einzusenden. s a Was übrigens die Maßnahmen angeht, bie bezüglich des Ge. Die Beschlüsse unserer internationalen Rongresse legen der| feien. Es müßte versucht werden, die erhöhten Aufträge ber Bau Sozialdemokratie die Pflicht auf einzugreifen, wenn der Krieg aus- beriwaltung der Kaiserlichen Marine zu erfüllen. Naturgemäß ireibevertaufe getroffen sind, so stellt sich immer mehr gebrochen ist, um denselben zu einem schleunigen Abschluß au brin- traten eine gange Reihe Schwierigkeiten ein. Wenn aber bei der heraus, daß fie nicht nur zu spät ergangen sind, sondern auch noch Aussprache von den Arbeitern Vorschläge zur Behebung dieser Miß. an allerlei Mängeln leiden. So lassen sich einzelne Firmen zu gen, aber da das Internationale Sozialistische Bureau gegenwärtig stände gemacht würden, so sei er für alle derartigen Anregungen bem festgefesten Höchstpreise noch zuschläge in Gestalt von„ Prokaum imstande sein dürfte, die nötigen Schritte zu tun, so haben bankbar und erkenne sie auch durchaus an. Es liege ja auch im visionen" zahlen, andere bringen es auf dem Wege über einen berwir die Sache seit längerer Zeit in einem von unseren Parteien der Interesse der Firma, Ueberstunden und Sonntagsarbeit zu vertraglich festgefehten Verzicht auf Kontrolle fertig bei Gerfte, auch standinavischen Länder eingesezten Ausschuß behandelt. Das Re- meiden, und insofern berühren sich die Wünsche der Arbeiter mit wenn die gefebliche Bedingung mehr als 68 Kilogramm pro sultat ist die Einberufung einer vorläufigen Konferenz von Ver- denen der Betriebsleitung. Es denke auch niemand daran, un Settoliter nicht erfüllt ist, den Höchstpreis von 205 W. zu übertretern aus einer Reihe neutraler Länder. Diese Konferenz nötigerweise Ueberzeitarbeit und Sonntagsarbeit zu berlangen. schreiten und das„ Berliner Tageblatt" weiß von Mühlen zu bewird Sonntag, den 6. und Montag, den 7. DezemWenn jedoch in der bisherigen Arbeitszeit die Produktion nicht bie richten, bie, um den für die Hersteller angefeßten Höchstpreis von ber in Kopenhagen stattfinden. Steigerung erfahren hat, wie es notwendig ist, dann wird dazu 13 M. für leie überschreiten zu können, aus ihren Angestellten Eingeladen hierzu sind Holland, Norwegen, Sch toe. übergegriffen werden müssen. Die Arbeiter fönnten versichert sein, aum Scheine Tochtergesellschaften gründeten. den und Dänemark. Außerdem sind unsere Bruderparteien daß im übrigen irgendwelcher 3wang zu derartigen Arbeiten nicht ausgeübt werden solle; man erwartet nur von den Arbeitern, daß in Amerika und der Schweiz als Gäste eingeladen, da biefen weitergehende Vorschläge, teils betr. Abhaltung eines Non- fie ben Wünschen der Betriebsleitung Rechnung tragen, wenn die Verhältnisse cs erheischen. gresses, teils wegen Einberufung einer größeren Konferenz, vor= Regen. Es ist selbstverständlich, daß sich die Konferenz weder mit den Verhältnissen, welche den Kriegsausbruch veranlaßten, noch mit der Stellung der Sozialdemokratie in den verschiedenen Ländern hierzu beschäftigen kann. Ihre Aufgabe soll nur sein, eine Grund Tage zu finden, auf welcher die Sozialdemokratie eine Aktion für den Frieden einleiten kann. Die Aufgabe der Konferenz sollte also sein: Die Volksstimmung in den verschiedenen Ländern zu sammeln und zu feftigen, damit sie einen solchen Kriegsabschluß fordert, der einen dauernden Frieden gewährleistet; dahin zu streben, daß ein Einigungsversuch gemacht wird auf der Grundlage, daß beim definitiven Friedensschluß keine Grenzberänderungen ohne die Anerkennung des Selbstbestimmungsrechtes ber Völker vorgenommen werden; Einschränkung des Rüstungswesen 8; obligatorisches, internationales Schiedsgericht; Erörterung und Beschlußfassung über eine von den an der Konferenz teilnehmenden sozialdemokratischen Reichstagsfraktionen borzunehmende Anregung an die Regierungen der betreffenden Länder. Der Zwed dieser Anregung sollte sein, die Regierungen zu ersuchen, die Möglichkeit einer Initiative für den Abschluß des Arieges zu erwägen, und zwar event. durch gemeinschaftliches Auf treten der Regierungen mehrerer neutraler Staaten. Konferenz: Ferner liegen folgende Punkte vor zur Behandlung auf der Ein Vorschlag aus der Schweiz betr. Abhaltung einer Konferenz von Vertretern aus allen neutralen Staaten; Ein Vorschlag aus Amerika betr. Abhaltung eines internationalen sozialistischen Kongresses. Wir halten es für unmöglich, jezt die Vertreter unserer Bruderparteien der kriegführenden Länder zu bersammeln, bagegen wünschen wir, soweit dies möglich, einen Bericht aus diesen Bändern wie auch von dem Sekretär des Internationalen Sozia listichen Bureaus über die bei ihnen herrschenden Auffassungen über die gegenwärtigen Verhältnisse wie über die Zustände selbst. Wir haben in dieser Sache nichts unternehmen wollen, ohne Sie zu informieren und bitten Sie, soweit Ihnen dies möglich ist, den geäußerten Wünschen nachzukommen. Ein event. Bericht müßte dann spätestens Ende dieses Monats eingehen. Alle Auskünfte usw. über die Stonferenz erteilt: Th. Stau. ning, Römersgade 22, Kopenhagen K. Mit sozialdemokratischem Gruß Namens der sozialdemokratischen Parteien in Schweden: Hi. Branting. Norwegen: Chr. H. Knudsen. Dänemark: Th. Stauning. Von der serbischen Sozialdemokratie. Die entseßlichen durch den Krieg geschaffenen Bedingungen, in welchen sich das Land und das Volk in Serbien befinden, vermochten nicht die Energie unserer Genossen lahmzulegen. Seit dem 21. Of tober( 3. November) erscheint in Nisch das Tageblatt der Partei wieder. Troß des Drudes der Zensur erzählt die erste Nummer von den schweren Leiden, die der Krieg mit sich gebracht hat. Die Organisationen sind auseinandergefallen. Am 12./25. Oftober fand in Nisch eine Parteikonferenz statt, welche beschlossen hat, die größten Anstrengungen zu machen, um die Barteis und Gewerkschaftsorganisationen wieder ins Leben zu rufen. Gewerkschaftliches. Kriegsversicherung von Gewerkschaftsmitgliedern. Der Verband der Bureauangestellten hat, wie„ Der Bureauangestellte" befannt gibt, beschlossen, alle seine zum Kriegsdienst eingezogenen oder noch eintretenden verheirateten Mitglieder bei der Striegsversicherungskasse der Voltsfürsorge zu versichern. Als erste Prämienrate sind an die Volts fürforge 4000 M. abgeführt. Den Familien dieser Mitglieder wird so erfreulicherweise eine erste Hilfe gesichert, wenn ihr Ernährer als Dpfer des Krieges fällt. Die Maßnahme des Verbandes der Bureauangestellten ist ein neuer Beweis für die Hilfsbereitschaft unserer Gewerkschaften in dieser schweren Zeit. Berlin und Umgegend. Eine befriedigende Lösung. Die Dreher und Maschinenarbeiter der Torpedowerkstatt von der Firma Schwarzkopff nahmen in einer zahlreich besuchten Ver. sammlung zu der Frage der Ueberstunden und Sonntagsarbeit Stellung. Besondere Beunruhigung hatte unter den Arbeitern eine Bekanntmachung der Betriebsleitung hervorgerufen, in der die bedingungslose Ableistung von Ueberstunden und Sonntagearbeit gefordert wurde, und nicht nur von der Betriebsleitung, sondern auch von der Bauaufsicht der Kaiserlichen Marine unterzeichnet war. Auf Wunsch der Arbeiter war deshalb zu dieser Versammlung auch die Betriebsleitung der Firma Schwarzkopff eingeladen worden, und ebenso war das Reichsmarineami um die Entsendung eines Vertreters gebeten. Von der Firma Schwarzkopff war der Betriebsleiter, Herr Oberingenieur ölle, anwesend, und vom Reichsmarineamt nahm Herr Marine- Gewerberat Dr. v. Findh an der Versammlung teil. In lebhafter Weise wurde von den Arbeitern begründet, unter welchen Schwierigkeiten gerade in dieser Abteilung der Firma Schwarzkopff die Arbeiter unter dem Arbeitssystem zu leiben haben. Mehrmals sind die Meister von den Arbeitern darauf aufmerkiam gemacht worden, daß noch eine ganze Reihe von Arbeitsplägen frei jeien. Die Arbeiter haben sich selbst erboten, die benötigten und brauchbaren Arbeiteträfte zu besorgen. Von diesem Anerbieten sei aber fein Gebrauch gemacht worden, sondern man habe lieber zu Ueberstunden und Sonntagsarbeit gegriffen, obgleich auch die Heeresverwaltung selbst in ihren allgemeinen Grundfäßen zu Beginn des Krieges darauf aufmerksam machte, daß Ueberstunden und Sonntagsarbeit zugunsten einer mehrschichtigen Arbeitszeit verNachdem die Arbeiter ihre Beschwerden vorgebracht hatten, wies Herr Nölle darauf hin, daß ja burch den Krieg eine ganze Reihe der bisherigen Geschäftsdispositionen über den Haufen geworfen mieden werden sollten. Herr Marine- Geiverberat Dr. bon Finch wies noch darauf hin, daß die Marineverwaltung sich jeder Einmischung in die inneren Betriebsverhältnisse enthalten müffe. Gang naturgemäß habe sie aber ein Interesse daran, die für sie notwendigen Arbeiten erfüllt zu sehen. Die Profitfucht bemüht sich allenthalben, durch die Maschen der Neße zu schlüpfen, und leider sind sie noch immer weit genug, weil es ben maßgebenden Stellen so unendlich schwer wird, ihre organisatorischen Fähigkeiten hier mit derselben Konsequenz und derselben Rücksichtslosigkeit anzuwenden wie auf militärischem Gebiet. Soziales. Hat der verwundete Kriegsteilnehmer Anspruch auf Krankengeld? Siering, als Vertreter bes Metallarbeiterverbandes, machte in feinem Schlußwort darauf aufmerksam, wie außerordentlich wichtig für beide Teile eine derartige Aussprache gewesen sei. Dies gehe schon daraus herbor, daß lediglich durch diese allgemeine AusEine Entscheidung des Versicherungsamts Karlsruhe, die sprache ein völliges Einverständnis erzielt worben ist. Es sei ben Arbeitern durchaus nachzufühlen, insbesondere denjenigen, die als diese Frage bejahte, hat Aufsehen erregt. Es ist vielfach überhochqualifizierte Arbeiter angesprochen werden können, wie es die sehen, daß die Frage natürlich nur unter der Voraussetzung Arbeiter der Torpedowerkstatt der Firma Schwarzkopff find, daß bejaht ist, daß die Arbeitsunfähigkeit innerhalb der fie Ueberstunden und Sonntagsarbeit vermeiden wollen, einmal drei Wochen nach dem Ausscheiden aus der um ihren Körper und Geist widerstandsfähig zu erhalten, dann aber versicherungspflichtigen Beschäftigung einauch, um die Zahl der Arbeitslojen herabzumindern und so wei- trat und der Erkrankte sich im Inland befand.(§ 214 der teren Kollegen Arbeit zu verschaffen. Es ist also nicht böser Wille, Reichsversicherungsordnung.) wenn die Arbeiter Ueberstunden und Sonntagsarbeit verweigern. Die Arbeiter haben ebenfalls ein großes Interesse daran, bie so notwendigen Arbeiten für den Heeresbedarf und die Marine zu erledigen. Mit den von Herru Nölle und Herrn Dr. von Findh ab. gegebenen Erklärungen fann man durchaus zufrieden sein. Ga wäre auch gar nicht zu der Erregung gekommen, wenn nicht die Arbeiter der Auffassung wären, daß die Mitwirkung der Behörde einen besonderen Druck auf die Arbeiter ausüben sollte, und wenn nicht einzelne Meister unter bölliger Mißbeutung des Anschlages bersucht hätten, die Arbeiter zu fchikanieren. Insofern bat die Aussprache volle Aufklärung geschaffen, und es wäre im Interesse beider Teile dringend zu wünschen, daß auch bei kommenden Diffe= renzen in der gleichen Weise versucht wird, eine Verständigung her, beizuführen. Nicht nur während des Krieges, sondern auch darüber hinaus in den Zeiten des Friedens. Die Keffelschmiede haben unter den Folgen des Krieges nicht allzu start zu leiben. Wie am Mittwoch in einer Versammlung dieser Branche festgestellt wurde, ist die eigentliche Steffelschmiede. arbeit bedeutend zurüdgegangen. In ben Großbetrieben, die für die Kesselschmiede hauptsächlich in Frage kommen, ist weniger su tun als jonit, zum Teil ist die Arbeitszeit der Steffelschmiede ver türzt worden. In den Kleinbetrieben wird gegenwärtig gar feine Kesselschmiedearbeit angefertigt; aber es werden starte Blech arbeiten, Beschläge und bergleichen anscheinend für Militärfuhr werte hergestellt. Diese Betriebe arbeiten meist im bisherigen Um fang. Zum Teil haben die Kesselschmiede, die in ihrem Beruf feine Beschäftigung fanden, in anderen Zweigen ber Metallindustrie Arbeit gefunden. Jm allgemeinen ist die Metallindustrie jest reich lich beschäftigt. Infolgedessen hat auch die Werbetätigkeit bes Metallarbeiterverbandes so gute Erfolge, daß er in den legten Wochen 5000 Neuaufnahmen machen konnte. Deutsches Reich. Unberechtigte Lohnabzüge macht die Firma F. W. Ebbinghaus, Papierfabrit in Letmathe i. W. Gleich nach Kriegsausbruch fürzte fie den Arbeitern den Verdienst um 15 Prog. Ein Arbeiter, ber nach Abzug der 15 Proz. täglich nur 2.80 m. verdiente, kündigte, um sich andere Arbeit zu suchen. Die Firma, darüber erbost, entließ darauf den Vater des aus der Fabrit Ausscheidenden und gab ihm auf, innerhalb acht Tagen die Werkswohnung zu räumen. Der von der Firma so rigoros Behandelte ist über drei Jahre auf dem Werk beschäftigt und hat eine zahlreiche Familie. Während in dieser Kriegszeit allerlei Wohlfahrtseinrichtungen die Lage der arbeitenden Klasse erleichtern jollen, zeigt sich auch gegenwärtig die Wohlfahrtseinrichtung der Werkswohnungen als ein besonderer lebelstand für den Arbeiter. Ausland. Orden an Tarifamtsvertreter. Der Kläger war bis zum 31. Juli 1914 Mitglied der Allgemeinen Ortetrantentasse in Karlsruhe gewesen. Er mußte zum Heeresdienst eintreten und wurde am 20. Auguft( also innerhalb der drei Wochen) im Krieg verwundet. Seine Verpflegung erhielt er verwaltung. im Städtischen Krankenhause Karlsruhe auf Kosten der MilitärDie Krankenkasse verweigerte die Zahlung von Krankengeld, weil nach ihrer Ansicht der§ 214 der R.V.O. auf Kriegsteilnehmer nicht anzuwenden sei und verwundeten Kriegsteilnehmern ein Krankengelb nicht gustehe, da ihnen kein Arbeitsverdienst entgehe. Das Versicherungsamt Karlsruhe hat sich dieser Ansicht nicht angeschlossen, sondern hat die Kaffe zur Bahlung des Krankengelbes verurteilt. In der Begründung heißt es:" Die Reichs= bersicherungsordnung trift ihre Bestimmungen unter Voraussetzung friedlicher Verhältnisse. Durch das Notgefek vom 4. August 1914 finb ber Unbilligkeit und Härte in den wesentlichsten Punkten' gesteuert worden; im übrigen müssen die gesetzlichen Bestimmungen finngemäß den beränderten Verhältnissen angepaßt werden. Erwerbslosigkeit besteht in dem Mangel einer freigewählten Beschäftigung unter freter Lohnvereinbarung. Wer Kriegsdienste leiftet, übt feine auf Erwerb gerichtete Tätigkeit aus. Kriegs. föhnung ist fein Arbeitsentgelt. Für unsere beutsche Auffassung gibt es fein Kriegshandwerk mehr, wir haben keine Söldner, die gegen Lohn kämpfen. Macht bie Krankheit den Versicherten arbeitsunfähig und liegt dafür ein ärztlicher Nachweis vor, dann ist auch Krankengeld zu sablen. Nirgends wird ein Nachtveis dafür verlangt, daß ein wirklicher Schaden entstanden ist, denn auch dem freiwillig Versicherten, ber nicht erwerbstätig ist und bermögend sein fann, wird, wenn Arbeitsunfähigkeit vorliegt, Stranfengeld bezahlt. Zu erwägen wäre noch, ob der Anspruch auf Krankengeld zubt", so lange der Krante auf Kosten der Militärverwaltung im Lazarett volle Berpflegung erhält. Nach§ 216 RVO. find jedoch die Fälle, nach denen der Anspruch zu ruhen hat, erschöpfend geregelt; ber borliegende Fall ist dort nicht unterzubringen. Auch 134' tommt nicht in Frage, denn die Krankenhilfe wird nicht bon der Kasse, sondern von der Militärverwaltung geleistet." Soweit das Reichsversicherungsamt Karlsruhe. Die von ihm behandelte Frage beschränkt sich, wie eingangs erwähnt, auf einen Fall, in dem innerhalb der ersten drei Wochen nach dem Eintritt in die mobile Armee die Verwundung eintrat und der Verwundete sich in Deutschland befand. Man darf gespannt sein, ob auch nur in diesem Umfang das Oberversicherungsamt die Entscheidung bestätigen wird. ( Wiederholt, weil nur in einem Teil der gestrigen Auflage.) Keine Buchstabenklauberei! Das Reichsversicherungsamt wandte sich in einer Unfallfache in recht entschiedener Weise dagegen, daß, statt den wirklichen Willen zu erforschen, die Instanzen an den Buchstaben einer Barteiäußerung sich halten. Die Arbeiterin D. erhielt durch Entscheidung des Schiebsgerichts für Arbeiterbersicherung des Regierungsbezirks Marienverber für die Folgen eines am 21. November 1910 erlittenen Betriebsunfalls Verlegung des rechten Beines durch Biz eines Bundes eine Rente von 66% Prog. Jm vorigen Jahre war in Oesterreich ein großer Buchbruder streit ausgebrochen, der Anfang dieses Jahres burch die Bermitte lung des Tarifamtes der deutschen Buchbruder beigelegt werden fonnte. Wie jest bekannt wird, haben der Prinzipalsvertreter Bügenstein den Stern zum Komturkreuz des österreichischen Franz- Joseph- Ordens und der Geschäftsführer des deutschen Tarif. amts Schliebs das Ritterkreuz des gleichen Ordens erhalten. Da das Tarifamt der deutschen Buchdruder bzw. deffen Bertreter irgendwelche Anerkennung für ihre Bemühungen in materieller Anfang April 1912 trat in den Unfallfolgen eine VerschlimmeForm ablehnten, tam die österreichische Regierung, auf deren Wunsch das deutsche Tarifamt die Bermittelung im Streit über. rug ein, Seilverfahren wurde da die Wunde wieder aufgeplakt nontmen hatte, auf den Ausweg, ihre Anerkennung für bie Berwarnotwendig. Am 10. April wurde der Müllerei- Berufsbienste des deutschen Tarifamis um den gewerblichen Frieden im genossenschaft davon Mitteilung gemacht und um Uebernahme des österreichischen Buchdruckergewerbe auf diese eigenartige Weise Seilverfahrens gebeten. Die Genoffenschaft setzte daraufhin für auszubrüden. In der österreichischen Gewerkschaftepreffe wirb bie bie Beit vom 1. Mai bis 30. Juni 1912- an diesem Tage war Delorierung der deutschen Tarifförberer als eine gewiffe Demon- das Seilverfahren abgeschlossen die Vollrente feft. stration der österreichischen Regierung für die Tarifgemeinschaft betvertet, weil bie Scharfmacher im österreichischen Prinzipalslager leer ausgingen. Aus Industrie und Handel. Preistreibereien überall. Bisher hat sich der Bundesrat nur zur Festsehung von Höchstpreisen für Getreide entschlossen, aber noch auf mancherlei anderen Gebieten ergibt sich von Tag zu Tag dringender die Notwendigkeit, daß er von der ihm am 4. August erteilten Befugnis Gebrauch macht. Nicht nur bei Lebensmitteln, Kartoffeln, Gülsenfrüchten usw., sondern auch bei Rohprodukten für die Industrie, vor allem bei Metallen, mit deren Beschaffung wir stark vom Auslande abhängig sind, wie Aluminium, Blei, Zinn, Nidel, Kupfer u. a. Im Jahre 1913 führten wir ein: Aluminium 15 323 Tonnen, Blei 87 781 Tonnen, Zinn 14 261 Tonnen, Nidel 8315 Tonnen, Kupfer 225 392 Tonnen. Diese Einfuhr ist durch den Krieg unterbunden, da der Verkehr mit Amerika besonders wegen der rigorosen Auffassung des Begriffe der Stonterbande durch England fo gut wie vollständig lahmgelegt ist. Eo hat auf dem Metallmarkt eine außer ordentliche Preifsteigerung Plaz gegriffen. Kupfer, das vor bem Ausbruch des Krieges 125-128 M. foftete, steht jest auf 220 m. Aluminium stieg bon 160 auf 460-500 M., Antimon von 45 auf 200-210 M., Nickel von 325 auf 550-600 2. Die Berufung, die Genossenschaft auch zur Zahlung der Vollrente für die Zeit vom 11. April Tag des Eingangs des Antrags bei der Berufsgenossenschaft bis aum 80. April au verurteilen, wurde zurückgewiesen. Das Reichsversicherungsamt hob diese Ent scheidung des Oberversicherungsamts Marienwerder auf und verurteilte die Genossenschaft zur Zahlung der Vollrente für die obengenannte Zeit. Das Reichsversicherungsamt jagt: Die Auslegung des§ 89 Abs. 3 bes Gewerbe- Unfallversicherungsgesetzes, die die Vorinstangen vorgenommen haben, entspricht nicht dem Geiste der sozialen Gesezgebung. Es ist nicht darauf zu sehen, was die Versicherten in den Schriftfäßen gefagt haben, sondern was sie bei verständiger Würdigung der Sachlage zum Ausdruck bringen wollten. Wenn aber die Verletzte uns um Uebernahme der Seilbehandlung bitte, so will sie offenbar auch für die Zeit der Heil behandlung bie dadurch bedingte Erwerbsunfähigkeit von der Berufsgenossenschaft entschädigt haben." Zweierlei Auffassungen von Invalidität. Man schreibt uns aus Gotha: Der Holgarbeiter. wurde im Herbst 1911 ein Opfer feines Der Mann war fünf Wochen lang Berufes: bie Fraisemaschine riß ihm das zweite und dritte Glieb des linten Beigefingers ab. arbeitsunfähig, dann wurde er zu 20 Prozent invalid geschrieben und erhielt in der Zeit vom November 1911 bis Februar 1912 eine Rente von 15,10 W. pro Monat, von der Zeit an aber nur noch 10 Prozent mit 7,55 M. monatlich. Diese Rente wurde dem Mann im Mai dieses Jahres entaegen, weil laut Gutachten des Vertrauensarztes der Baugewerksberufsgenossenschaft vollständige Gewöhnung eingetreten und feinerlei Empfindlichkeit mehr vorhanden" sei. Nur zum Teil kann diese Preissteigerung auf Rechnung des natürlichen Wangels an Ware gesetzt werden. Sie hätte nicht so gewaltig fein fönnen, wenn eben nicht auch hier die Spekulation fich der Bestände bemächtigt und das Angebot fünftlich verringert hätte. viel zu lang ist mit der Festfebung von Höchstpreisen gezögert wor ben und wenn man sich jebt entschließen wird, den Preistreibereien Mit Ausbruch des Krieges wurde X. arbeitslos; nur gelegentendlich Halt zu gebieten und was dringend notwendig ist mit der Einführung der Höchstpreise den Verkaufegwang berbindet, werlich, stunden- oder tageweise, konnte er bei dem einen oder anderen den genau, wie es beim Getreide der Fall war, die Spekulanten Steinmeister Arbeit erhalten. Nun wurden tüchtige, qualifizierte Holzarbeiter für die Reparaturwerkstätten an der Bahn gesucht. ihre Riefengewinne in der Tasche haben. X. meldete sich sofort, und ein Meister, der ihn empfing und dem X. als tüchtig bekannt war, sagte zu dem Arbeitsuchenden: Sie werden gewiß eingestellt werden." Der Arbeiter legte nun der Direktion seine Papiere vor und wurde dann zu dem Vertrauens arzt geschickt, um ein Gesundheitsattest ausstellen zu lassen. fordern. Ich meine deshalb, daß ein solches rühmliches Beispiel verdient, öffentlich bekannt zu werden." Etwas weniger schön ist das Verhalten einer recht wohl habenden Bauersfrau aus dem Dorfe Rogösen im Kreise werden. schieden wird und der andere Ehegatte Bestrafung beantragt. 4. Sie müßten auf unehelichkeitserklärung des Kindes bei Gericht lagen. Die betreffende Kind Ihr Kind sein kann. Klage fann nur durchgehen, wenn Sie die Unmöglichkeit darlegen, daß das R. v. 20. Notarielle oder gerichtliche Beglaubigung ist erforderlich. M. 86. Das würde feinen 3wed haben. O.. 14. 1. Vielleicht kann Ihnen die Postanstalt, W. B., Tempelhof 1882. 1. Sie können sofort beim Amtsgericht Sühnetermin beantragen und nach fruchtlosem Ausfall desselben auf Wieder herstellung des ehelichen Lebens oder, wenn Gründe vorliegen, aut Ehescheidung flagen. 2. Die Sültigkeit eines Bertrages bängt nicht davon ab, ob derselbe gestempelt ist oder nicht. Ein Schenkungsvertrag muß notariel o er gerichtlich abgeschlossen sein. Schenken fann man natürlich auch da durch, daß man die Sachen direkt zum Eigentum übergibt.$. S. 31. Nur wenn der Wirt sein Einverständnis mit dem früheren Aufgeben des April ziehen. G. S. 17. Wegen Fettleibigkeit landsturmpflichtig. Ludwig. Je nach Art des Bruches fann völlige Tauglichkeit, Garnisondienstfähigkeit, Landiturmpflicht oder Untauglichkeit vorliegen. Ob das eine oder andere vorliegt, entscheidet der Arzt. F. G. 11. 1. Dbne ärztliche Untersuchung lärt sich bei feinem törperlichen Fehler feststellen, ob Untauglichkeit vorliegt oder nicht. 2. Wenden Sie sich an das Bezirkskommando unter Darlegung des Sachverhalts mit der Bitte um Untersuchung. 5. S. 300. Nach der herrschenden Praris mü te Ihre Tochter ausdrücklich dem Ausiezen widersprechen, wenn fie mit dem= Während der Arzt schrieb, betrachtete X. das Formular und las Bauch- Belzig. Durch die Ortsbehörden sollte eine Anzahl ots Rudenwalder Str. 4/5, Auskunft erteilen. 2. Wegen Herzleidens untauglich. den Vordruck. Es enthielt u. a. die Frage:" Sind Folgen früherer preußischer Flüchtlinge vorübergehend im Orte untergebracht Krankheiten vorhanden, welche hindern, als Holzarbeiter tätig gu Man glaubte, daß eine Bauerngutsbesitzerin, die über sein?" Der Arzt schrieb in diese Rubrik:„ Ja. Es fehlen das zweite vier unbenüßte heizbare Zimmer verfügt, zwei älteren leidenden und das dritte Glied des linken Zeigefingers." Leuten mit einigen Kindern Aufnahme gewähren würde. Das Anfinnen wurde jedoch von der Frau kurzerhand abgewiesen. Die armen bedauernswerten Flüchtlinge, die im Vertrauen auf die Menschenfreundlichkeit der wohlhabenden Bauersfrau um Unterkunft baten, wurden schließlich von einem in viel engerer Behausung wohnenden Briefträger aufgenommen. Gemütsmenschen! Erschrocken sagte der Arbeiter zu dem Arzt:„ Aber Herr Doktor, Sie sehen sich ja mit Ihrem Kollegen in Widerspruch, auf deffen Gutachten hin mir die Invalidenrente entzogen wurde, weil vollständige Gewöhnung eingetreten sei." Der Arzt gab eine aus weichende Antwort, sagte dann:„ aber zwei Drittel des Fingers fehlen doch!", und fandte das Formular feiner Auftraggeberin ab. Als X. am nächsten Tag bei der Direktion Bescheid holen wollte, wann er anfangen könne, wurde ihm gesagt:„ Sie werden nicht eingestellt." Der Arbeiter bat um schriftliche Begründung der Ablehnung, die ihm aber verweigert wurde. Es ist schon viel darüber geschrieben worden, wie schtver ein Teil der Hausbesizer zu bewegen seien, in dieser schweren Zeit Opfer für Jetzt zählt der tüchtige Arbeiter, der Ernährer einer großen das Allgemeininteresse zu bringen. Einen der wertvollsten BeiFamilie, zu den unglücklichen Heerscharen der Kriegsopfer, Ar- träge zu diesem Gegenstande liefert jetzt der Oberbürger meister von Hagen. Wir wollen ihn unseren Lesern nicht vorenthalten: beitslose" genannt. Aber die Invalidenrente bleibt ihm entzogen. Gerichtszeitung. Kriegsschiebung. Wie auch der Krieg zu Schiebungen bösester Art mißbraucht werden kann, erwies eine Verhandlung, die recht eigenartige Verhältnisse bei der Gründung der„ Gesellschaft vom Eisernen Kreuz" aufrollte und das Amtsgericht Berlin- Lichterfelde unter Vorsitz des Amtsgerichtsrats Armstroff beschäftigte. Es handelte sich um den Erlaß einer einstweiligen Verfügung, die der Graf Benzel Sternau Hohenau gegen den Schriftsteller Sans Ostwald Zehlendorf beantragt hatte. Sternau, an ein Bekanntmachung. Es ist zu unserer Kenntnis gelangt, daß Hausbesitzer, die einen Mietsnachlaß für Kriegerfamilien gewährt haben, den Betrag der Ermäßigung von den Kriegerfamilien erhoben haben. Ganz abgesehen davon, daß dieses Verfahren verwerflich ist, entspricht es aber auch nicht den an die Mietszahlung durch die Stadt geknüpften Voraussetzungen. Das Fürsorgeamt wird Sorge tragen, daß ihm solche Fälle bekannt werden; es werden den Vermietern die zu Unrecht eingezogenen Beträge von der ihnen zu zahlenden Miete eingehalten oder die Mietszahlung an fie eingestellt werden. Für künftige Fälle wird Veröffentlichung des Namens des Hausbesizers in Aussicht gestellt. Hagen, den 12. November 1914. Städtisches Fürsorgeamt für Kriegerfamilien. Cuno: Oberbürgermeister. Winters Einzug. München, 19. November. Der Winter hat hier mit voller Macht eingefeßt. Seit gestern schneit es unausgesetzt; auch aus ganz Bayern laufen Meldungen über ergiebige Schneefälle ein. Parteiveranstaltungen. Zweiter Wahlkreis, Jugendabteilung. Sonntag, den 22. Novbr., veranstalten die jugendlichen Genoffen eine Wanderung nach Falkenhagen, Forsthaus, Papenberge, Stadtforst Spandau. Treffpunkt 28 Uhr vor dem Lehrter Bahnhof. Fahrpreis etwa 60 Pf. Schöneberg. Heute Freitagabend 8%, Uhr findet der vierte Vortrag des Genossen Reimer über die Grundlagen der kapitalistischen Wirtschaftsordnung" im Wilhelminenhof, Eberstr. 80, statt. Wilmersdorf. Heute Freitag Fortsetung der Dunder- Vorträge über „ Entwicklung der kapitalistischen Wirtschaftsordnung". Beginn abends 84, Uhr im Restaurant von Schilling, Lauenburger Str. 20. Lichterfelde. Am Sonntag, den 29. November, nachmittags 5 Uhr, bei Wahrendorf, Bäkestr. 7: Lichtbildervortrag. Kriegsbilder aus Ostpreußen. Eintritt für Erwachsene 10 Pf. Am Sonntag, den 6. Dezember, nachmittags 4 Uhr, ebenfalls bei Wahrendorf, Bäkestraße: Märchenvorlesung für Kinder. Eintritt für Erwachsene 10 Bf., Kinder sind frei. Hierzu sind besonders die Frauen und Kinder der Einberufenen mitzubringen. Diese Herrschaften verzichten also auf einen Teil der Miete, In der Verhandlung, die sich bis in die späten Nachmittagsstunden hinzog, ergab sich folgender recht interessanter Sachverhalt: weil sie dadurch den verminderten Mietsbetrag von der Stadt Am 26. September versandte der jebige Kläger, Graf Benzel- garantiert erhalten. Dann gehen sie aber auch noch zu dem Mieter und pressen aus diesem den Betrag, auf den sie vorher verzichtet" zahlreiche Hochstehende Persönlichkeiten Schreiben, in welchem zum Beitritt in die von dem Grafen Benzel- haben, heraus. Sternau gegründete„ Gesellschaft vom Eisernen Kreuz" aufgefordert wurde. Da es sich um die Gründung von Erholungs- und Genesungsheimen für verwundete Offiziere handelte, liefen die Beitrittserklärungen auch recht zahlreich ein. An der ersten Sibung nahmen teil: der jebige Kläger, der sich Graf Hohenau nannte, Stadtbaumeister Jautschus, Fräulein von Salviati und die Herren Koblinski, Krieger und der jetzige Beklagte Hans Ostwald, letterer in seiner Eigenschaft als Schriftführer des„ Vereins für innere Kolonisation". Auf Antrag Ostwalds wurde beschlossen, daß die anwesenden 7 Personen einen Verwaltungsrat bilden sollten, der die Geschäftsführung übernahm. Wie Rechtsanwalt Abshagen als Vertreter des Beklagten vor Gericht zum Vortrag brachte, ist dieser Beschluß nie zur Ausführung gelangt. Der Kläger habe völlig selbstherrlich über alles verfügt. Ein paar Tage später habe der Kriminalwachtmeister D. dem Beklagten mitgeteilt, daß bezüglich der Person des Grafen Hohenau die größte Vorficht geboten sei. Gegen den Grafen sei schon einmal während des Strieges polizeilich eingeschritten worden, weil er unter dem Namen" Freiwillige Kriegshilfe" Personen mit Sammelbüchsen und Listen herumgeschickt habe, die das Abzeichen des Roten Kreuzes ugen. Als die Polizei einschritt, seien viele zerrissene Am 28. OfListen, aber feine Buchführung vorgefunden worden. tober fand dann in Abwesenheit des Grafen H. eine neue Sibung statt, in der beschlossen wurde, um einem großen Standal vorzubeugen, weitere Grmittelungen über die Tätigkeit des Grafen anzustellen. Wie Rechtsanwalt Abshagen vor Gericht weiter mitteilte, sei dann festgestellt worden, daß Graf Hohenau, eine Frau Eifsen und ein Herr Krieger, entgegen dem schon ergangenen Beschluß, sich selbst zum Verwaltungsrat eingesetzt hatten, der wieder um den Vorstand, bestehend aus dem Grafen und Frau E., ernannte. Dieser Vorstand wählte dann wieder den Grafen zum Geschäftsführer. Das eingegangene Geld, ettva 1700 Mark, wurde wie folgt verteilt: Der Graf und Frau E. erhielten je 200 Mark Gründungskosten, Frau E. erhielt für Mitbenußung ihres Zimmers zu Geschäftszwecken monatlich 100 Mart. Der Graf erhielt ein Monatsgehalt von 500 Mark und täglich 20 Mark Spesen. Herr Strieger erhielt als Anzahlung für sein nach Sachverständigengutachten zur Anlage eines Genesungsheims völlig ungeeigneten Hauses 150 Mark. Nach diesen Feststellungen hielt es der Betlagte Ostwald und Dr. Franz Oppenheimer, der sofort seine Unterschrift zurüdgezogen hatte, für unbedingt notwendig, ein Rundschreiben an sämtliche Personen zu erlassen, welche schon ihren Beitritt erklärt hatten. Das Rundschreiben hatte zur Folge, daß zahlreiche Personen sofort ihre Unterschrift zurüdzogen. Dar auf beantragte nun Graf Benzel- Sternau den Erlaß einer einstweiligen Verfügung, nach welcher Ostwald verboten werden sollte, weiter derartige Behauptungen aufzustellen. Die Arbeiterbücherei befindet sich jetzt Sonnabends, abends von 8 bis 10 Uhr, bei Wahrendorf, Bateir.. 7. Die Ausgabe von Büchern ist so eingerichtet worden, daß im befonderen die Frauen der Einberufenen für sich und ihre Kinder immer gutes Lesematerial und beste Unterhaltungsliteratur erhalten tönnen. Scchverständige Beratung ist immer vorhanden. findet am Freitag, den 20. November, abends 8%, Uhr, in den Borsigwalder Borsigwalde- Wittenau. Die Mitgliederversammlung des Wahlvereins Festsälen statt. Bernau Schönow. Am Sonnabend, den 21. November, abends 81, Uhr: Generalversammlung des Wahlvereins bei Ealzmann, Basdorfer Straße. Vortrag des Genossen Friz Elsner. Halbjahr esbericht und Verschiedenes. Mitgliedsbuch ist vorzuzeigen. Jugendveranstaltungen. Die diesjährige Ausstellung empfehlenswerter Jugend| Bertrages erklärt, können Sie ohne Besorgnis von Nachteilen bereits zum ſelben nicht einverstanden ist. sonst steht ihr ein Anspruch für die Zeit des Aussehens nicht 811. Hat sie widersprochen, so ſteht ibr mindestens für die Kündigungsfrist Entschädigung zu. J. W. 51. Das ist anzunehmen. O. B. 100. Uns ist auch fein Termin befannt. M. R. 9. Dazu gehören ebenso gut jachmännische Stenntnisse wie zu jedem anderen Handwerk. Beratungsstelle des Bellerhauses Berlin, Duigowstr. 121, oder Bund für Mutterschutz Wilmersdorf, Sigmaringer Straße 25. W. S. 68. 1. März 1898. Schöneberg- Alexander play. Näheres erfahren Sie bei der Direktion der Großen Berliner Straßenbahn, Berlin, Leipziger Platz. M. 5. 30. MütterAllgemeine Familiensterbekasse. Sonntag, den 22. November, Bahl- und Aufnahmetag von 3-6 Uhr, im Restaurant Gerichtstr. 12/13 und Budower Str. 14. Eingegangene Druckschriften. Freytags Sammlungen ausgewählter Dichtungen. Parsifal. Der Ring des Nibelungen. Von R. Wagner. Herausgegeben von W. von E. M. Arndt. Herausgegeben von Dr. E. Hladny. Golther.( 2 Bände). Geist der Zeit. Aus tieffter deutscher Not. F. Tempsti, Wien und G. Freitag, reipas: Amtlicher Marktbericht der städtischen Markthallen- Direftion über den Großhandel in den Zeniral- Markthallen.( Ohne Verbindlichkeit.) Donnerstag, den 19. November. Fleisch: Rindfleisch per 50 kg, Ochsenfleisch Ia 79-90, do. Ila 74-78, do. IIIa 65-73; Bullenfleisch Ia 78-83, do. IIa 68-75; Stübe, fett 60-70, do. mager 55-60, Fresser 65-72, do. holl. 00-00, do. dät. 48-55, Bullen, dän. 65-75. Kalbfleisch: Doppellender 110-120; Majtfälber la 85-97, do. Ila 72-85. Hammelfleisch: Mastlämmer 78-86; Hammel Ia 72-77, do. Ila 67-72; Echaje 67-72. Schweinefleisch: Schweine Ia fett 76-80, IIa 66-75; Sauen, dänische 0,00-0,00. Gemüse, inländisches: Kartoffeln, Daberiche 50 kg 3,75-4,25; weiße Kaiserkronen Schod 0,70-1,00; Sellerie, Schod 3,50-6,00; Spinat 50 kg 8,00-13,00; 3.50-3,75; Magnum bonum 3,75-4,00; Woltmann 3,50-3,75; Porree, Mohrrüben 2,00-2,50; Stohlrabi Echod 0,80-1,10; Wirsingfohl Schod 4,00-10,00; Wirsingtohl 50 kg 3,50-4,00; Weißfohl Echod 3,00-8,00, Weißfohl 50 kg 2, 0-2,50; Rotkohl, Schod 4,00-1000; Roifobl 50 kg 3,00 bis 4,00; Grünkohl 50 kg 3,00-400; Sobliüben 50 kg 3,00-5,00; Teitower Rüben 50 kg 12,00-16,00, Märkische Rüben 50 kg 4,00--10,00; Bumenfohl Erfurter, 100 St. 15,00-22,00, Rojentohl 50 kg 20,00-25,00, Meerrettich Echod 5,00-12,00, Petersilienwurzel Schockbund 1,00-3.00; Radieschen Schodbund 0,70-1,00; Salat Schod 2,00 4,00; 8wiebeln 50 kg 7,50-8,00; Tomaten 50 kg 7,00-10,00; Pjefferlinge 50 kg 00,00, Steinpilze 50 kg 00,00-0000; Grünlinge 50 kg 3,00-6,00; Champignons 50 kg 00,00-00,00; Kürbis 50 kg 3,00-5,00. Wetteraussichten für das mittlere Norddeutschland bis Im Nordwesten vielfach heiter und Sonnabendmittag: Ziemlich falt. troden, jedoch zeitweise nebelig. In den anderen Gegenden vorwiegend bewölkt und besonders im Süden und den östlichen Küstengebieten wiederholt leichte Niederschläge. Allgem. Ortskrankenkasse für Nowawes u. Umgegend. Am Montag, den 30. November, abends 8 Uhr, findet im Restaurant..Port Arthur", flemer Saal, die ordentliche schriften findet am Sonntag, den 29. November, bis ein- Ausschuß- Sitzung schließlich Sonntag, den 20. Dezember, statt. Boni 29. No- statt, zu ber die Mitglieder des Ausvember bis 9. Dezember befindet sich die Ausstellung im Geschusses hierdurch ergeben eingeladen werkschaftshause, von da an bis zum 20. Dezember werden. im Vorwärtsgebäude. Brit- Budow. Sonnabend, den 21. November, abends 8 Uhr: Lichtbilder vortrag bei Beder. Eintritt 10 Pf. Sonntag, den 22. November: Rundgang durch Alt- Berlin. Besichtigung des Stadthauses. Treffen 9 Uor Germaniapromenade. Vor Gericht bestritt Graf Sternau die Richtigkeit der Behauptung der Gegenpartei und bestritt insbesondere auch, sich jemals nur Graf Hohenau genannt zu haben. Von Ostwald wurden darauf mehrere Schreiben, darunter das Einladungsschreiben, vorgelegt, welche mit Graf Hohenau" unterzeichnet waren. Gericht wies daraufhin den Antrag des Grafen zurück, legte ihm M. Schulze. fämtliche Kosten auf und stellte den Wert des Streitgegenstandes auf 2000 Mark fest. Kleine Nachrichten. Zwei Bauern. Sitzungstage der Stadt- und Gemeindevertretungen. Das Bohnsdorf. Freitag, den 20. November, 5 Uhr, im Lokale bon Diese Sitzungen find öffentlich. Jeder Gemeindeangehörige ist be rechtigt, ihnen als Zuhörer beizuwohnen. Ueber eine schöne Handlung eines Bauern wird dem Remscheider Generalanzeiger geschrieben:„ Nach Ausbruch des Krieges hatten dem Bauer, der meine Hauswirtin mit Butter und Kartoffeln versorgt, mehrere Kunden, deren Ernährer zur Fahne( inberufen waren, die Butter aufbestellt. Der Bauer nyte aber: Ihr hatt so lang got Botter van mer kregen, dann söllt hr och widder got Botter ehten, ech los se ehr so lang für' ne Mark." In ebenso humaner Weise hat er jetzt bei Lieferung der Winterkartoffeln gehandelt, die er seinen bessergeste Iton Kunden zu 4 M. den Zentner geliefert hat. Anderen aber, die zurzeit in einer etwas bedrängten Lage sind, lieferte er sie entsprechend billiger, bis zu 3 M. Herunter. Dies ist doch eine sehr lobenswerte Handlungsweise, wenn man dagegen hört, wie andere Bauern die Lage ausnuten und teilweise unverschämt hohe Preise Briefkasten der Redaktion. Die juristische Sprechstunde fibi greitag enter intent. rechts, parterre, am Montag von 3 bis 6 Uhr, am Connabend von 5 bis 6 1hr statt. Jeder für den Briefkasten bestimmten Anfrage ist ein Buchstabe und eine Zahl als Mertzeichen beizufügen. Brieflide Antwort wird nicht erteilt. Anfragen, denen teine Abonnementsquittung beigefügt ist, werden nicht beantwortet. Fragen trage man in der Sprechstunde vor. Verträge, Schriftstücke und dergleichen bringe man in die Sprechstunde mit. Tagesordnung: 278/13 1. Geschäftliche Angelegenheiten. 2. a) Bericht über die Kranken fassentage Berlin und Darmstadt. b) Nachgenehmigung zur Beschidung der beiden Versammlungen. 3. Festießung des Voranschlages für das Jahr 1915. 4. Wahl des Rechnungsprüfungs: ausschusses für 1914. 5. Berschiedenes. Der Vorstand. gez. D. Röp de, Vorsitzender. Allgemeine Ortskrankenkasse für Berlin- Wilmersdorf Zu der am Montag, den 30. No. vember cr., abends ½, lhr, im Restaurant von Dobberow, Augustastraße 1, stattfindenden 4. Ordentlichen Ausschußsizung lade ich hiermit e pepaotter Bere treter der Herzen Arbeitgeber und Versicherten m Ausschuß erg benst ein. Tagesordnung: 1. Wahl eines Ausschußvorsitzenden. 2. Wahl cines Ausschußschriftführers. 3. Beratung und Beschlußsassung über den Voranschlag für das Jahr 1915. 4. Wahl einer Rechnungsprüfungsfommission zur Prüfung der Jahresrechnung 1914. 5. Nachbewilligung von Mitteln für zu Nowawes, den 17. November 1914. das Genelungsheim. 6. Verschiedenes. Anfragen und Beschwerden, welchen Afteneinsicht erforderlich ist, können zur Verhandlung nur zus gelassen werden, wenn dieselben minAllgemeine Orts- Krankenkasse 3 Sage berber deflich beim der Stadt Gilige Berlin- Schöneberg. Am Montag, den 30. November 1914, abends 8 Uhr, findet im Schwarzen Adler, Schöneberg, Hauptstr. 144, cine 278/18 Vorstand eingereicht werden. Berl. Wilmersdorf, 20, Novemb.1914. Richard Afdring, 278/17 Vorsitzender. Spezialarzt Dr. med. Wockenfuß, Friedrichstr. 125,( Oranienb. Tor). für Syphilis. Harn- u Frauenleiden Ehrlich- Hata- Kur M. B. 4. 1., 2. und 4. Nein. 3. Wir haben wiederholt, unter anderem ausführlich am 12. August, dargelegt, daß an Stelle der statute: mäßigen Krantenleistungen leider infolge des Notgesetzes vom 4. August 1914 die Regelleistungen getreten sind. In dem angezogenen Artikel ist auch ausfüblich bargelegt, worin diese Regelleistungen bestehen.-. B., richten ordentliche Ausschußfikhung Blutuntersuchung. Schnelle, sichere berg. 1. Die Betreffende soll sich an den Landrat und an die Landesversicherungsanstalt wenden. 2. Die Betreffende müßte beim Amtsgericht mit folgender Tagesordnung schmerziose Heilung ohne Berufsauf Zahlung ihres Gebalts flagen. M. 9. Das Sterbegeld wird nur ſtatt: gezahlt, wenn der Verstorbene zur Zeit des Todes noch Mitglied der Kasse 1. Wahl des Rechnungsausschusses war, wenn also für ihn während des Krieges weiter geflebt wurde. für die Prüfung der Rechnung des Jahres 1914. Elli 200. 1. Sie müßten eine Bescheinigung der Gemeinde beibringen, 2. Kassenangelegenheiten. daß Sie nicht in der Lage find, die Kosten des Prozesses zu tragen, und dann das Gesuch beim Landgericht erneuern. 2. Richtig wäre, alsbald zu H. Uhlmann Klagen. 3. Ehebruch ist strafbar, wenn wegen des Evebruchs die Ehe getomm. Vorsitzender. 0. Brünner Schriftführer. Eine Kriegs- Chronik, wie sie der Arbeiter will, gemeinverständlich und von tieferem Wert, verbunden mit unterhaltenden und belehrenden Beiträgen führender Schriftsteller, Abbildungen künstlerischer Art, sowie aktuellen Bildern, bietet die Kriegs- Lese, die allen denen empfohlen sei, die für sich und ihre Nachkommen eine bleibende Erinnerung an diese denkwürdige Zeit wünschen. Wöchentlich 10 Pf. störung. Teilzahlung. Spr. 11-2 u. 5-8, Sonnt. 9-10 Heines Werke 3 Bände 4 Mart Buchhandlung Vorwärts An die Vorwärts- Buchhandlung ( Paul Singer), Berlin SW, Lindenstr. 3. Erbitte: 1 Die Kriegs- Lese wöchentlich 10 Pf. mit oder ohne Nachlieferung. Name u. Straße: Berantwortlicher Redakteur: Alfred Wielepp, Neukölln. Für den Inseratenteil verantw.: Tb. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Borwarts Buchdruckerei u. werlagsuntal: paul Ginger& Co., Berlin SW.