( 5 Pfennig) MoNtagMUSgabe( 5 Pfennig) Ar. 327. Bbonnements-Bedlnflungen: Abonnements> Preis pränumerindoi Lieilrljährl. SL0 Mk. monatt. t.lo W, wöchentlich SB Pfg. frei ms Haus. Einzelne Nummer K Pfg. Sonntags- »umnrer mit Mu/trierter Sonntags- Beilage.Die Neue Welt" 10 Pfg. Post« Zlbonnenient: t,I0 Mark Pro Monat. Eingetragen m die Post- ZeitungS- Preisliste. Unter Kreuzband für Deutfckland imd Oesterreich. Ungarn 2£0 Marl, für das übrige Ausland S Marl pro Monat. Postabonnement» nehmen an: Belgien, Dänemarl. Holland. Italien, Luxemburg. Portugal, Siumcinien, Schweden unt die Schweiz. «»eilt tlgN«. 31. Jahrg. Sie Tnlertlons'GebQbr beträgt für die fechSgefpallene Kolonel- eile oder deren Raum M Pfg., für politische und gewerkichaftliche Verein»- und VersammlnungS-Anzeigen M Pfg. »Kleine Bnzeigtn", das fettgedruckte Bort 20 Pfg.(zuläffig 2 fettgednulte Bortc), ledeS wittere Wort 10 Pfg. Stellengesuche und Echl-fstellenan- zeigen das erste Wort lv Pfg.. jedes weitere Wort ö Pfg. Worte über l5 Buch- staben zählen für zwei Worte. Infcraie für die nächste Nummer müssen bi» S Uhr nachmittag» in der Expedition abgegeben werden. Die Erveditwu ist bi» 7 Uhr abend» geöffnet. Telegramm> Adresse: „Sozlaldtmolirat Beriia". Zentralorgan der fozialdcmokrati fehen partci Deutrehtands. Neöaktion: SW. HS, Ltnöenstraße 3. Fernsprecher: Amt Moritzplatz. Rr. lsl SV— 1SI S7. Montag, den 30. November 1914:, (fxpedftf on: SM. HS,£indenfha$e 3. Fernsprecher: Amt Moritzplatz, Nr. 18l 90—151 97. Fortdauer des IPofitionskrleges im Aeiten. Kullilche Sttevlivveriuche bei Codz vereitelt. Westlicher Kriegsschauplatz. Em neutrales Urteil über öie Kampflage. Bern, 28. November.(W. T. B.) Der„Berner Bund" schreibt zur Kriegslage: Es ist schon nicht mehr Stellungs- kämpf, was sich im Westen herausbildete, sondern bereits Festungskrieg, und zwar ein Krieg um Festungen, die schwerer einnehmbar sind als bastionierte Städte mit Panzerforts usw., wo schweres Geschütz gegen begrenzte der Sprengwirkung unterliegende tote Ziele einzusetzen ist. Es steht fest: Gelingt an einer Stelle von vitaler Bedeutung ein breit vorgetragener Durchbruch, so bricht voraussichtlich die ganze Front zusammen. Auch die Möglichkeit eines Generalangriffs, besser eines Generalsturms, besteht noch. So betrachtet, gewannen die scheinbar Zusammenhang- losen deutschen Frontangriffe eine Bedeutung. Es wäre ein Verlegen dxs Angriffes von Ort zu Ort,, um Lleichmätzig heranzukommen und dann zu einer bestiminten Zeit alles zum General st urm anzusetzen, also zu einer Wieder- holung deS Düppel-Sturmes in gewaltigstem Ausmatz. Wäre ein solches Unternchmen nicht beinahe phantastisch in seinen Ansprüchen an seine Leitung als eines taktischen Kombi- Nationsspieles, man könnte dies wirklich für die stille Absicht der deutschen Heeresleitung halten. Der französische Situationsbericht. Paris, LS. November.(23. T. B.) Amtlicher Kriegsbericht von 3 Uhr nachmittags. In Belgien dauerten die Artilleriekämpfe am 27. November ohne besondere Zwischenfälle an; die deutsche schwere Artillerie war weniger tätig. Ein Jnfcm- terieangrisf südlich von Dpern wurde abgeschlagen. Am Abend holte unsere Artillerie einen deutschen Zweidecker herunter, auf welchem sich drei Flieger befanden, einer war tot, die beiden anderen wurden gefangen genommen. In der Gegend von A r r a S und weiter südlich hat sich nichts geändert. An der A i S n e verlief der Tag sehr ruhig. In der Champagne brachte unsere schwere Artillerie der feindlichen Artillerie ziemlich schwere Verluste bei. Zwischen Argonnen und V o g e s e n nichts neueS. Amtlicher Kriegsbericht von 11 Uhr abends. Ter Tag verlief genau wie der vorhergehende, es ist nicht? zu melden. NichtigfteUung einer Zalfchmelüung. Brüssel, 29. November.(W. T. B.) Die durch„Nieuwe Rotterdamsche Courant" verbreitete Nachricht, in S t r o- brügge bei Maldeghem in Westflandern seien Schüsse auf deutsche Soldaten abgegeben und 49 Eingeborene rn Mal- deghem als Geiseln weggeführt worden, ist falsch. Das zu- ständige militärische Kommando erklärt ausdrücklich, datz weder Schüsse auf deutsche Soldaten abge- geben, noch Geiseln genommen wurden, nochzwei deutsche Soldaten Vermißtwerden. Die australischen tzilfstruppen für Englanü. London, LS. November.(W. T. B.) DaS Reuterfche Bursau meldet aus Melbourne: Premierminister Fisher gab im Re- Präsentantenhause die Erklärung ab, daß bisher LO 338 Mann der Armee und l'LOO Mann der Armeereserve nach dein Kriegsschauplatz abgingen. 10 258 Mann sind in Ausrüstung für den Transport begriffen, 2820 Mann für die erste Verstärkung, je 3000 für die zweite und dritte Verstärkung. Annähernd 2000 Mann monatlich werden aufgebracht, um den Effettivbestand der australischen Streitkräfte über die bereits abgegangene Zahl hinaus zu ergänzen. vom österreichifch-serbifchen Kriegsschauplatz. verzweifelter wiüersianö üer Serben. Wien, 29. November.(W. T. B.) Vom südlichen Kriegs- schauplatz wird amtlich gemeldet: Gegner leistet in der jetzigen Gefechtsfront verzweifelten Widerstand und versucht, durch hef- tige Gegenangriffe, die bis zum Bajonettkampfe gedeihen, unsere Vorrückung aufzuhalten. Die am östlichen Kolu- baraufer stehenden eigenen Truppen haben stellenweise wieder Raum gewonnen. Die über Valjevo und südlich vorgerückte» Kolonnen haben im allgemeinen die Höhen öst- Der Kaiser auf öem östlichen Kriegs- schauplatze. Amtlich. Großes Hauptquartier, 29. November 1914.(W. T. B.) Seine Majestät der Kaiser befindet sich jetzt auf dem östlichen Kriegsschauplatz. Die Heeresleitung. ** * Der Tagesbericht öes Großen Haupt- quartiers. Amtüch. Großes Hauptquarker, 29. November vormittags.(W. T. B.) Vom Westheer ist über den gestrigen Tag nur zu melden, daß Angriffsversuche des Gegners in der Gegend südöstlich Bpern und westlich Lens scheiterten. Im Osten ist die Lage rechts der Wei6)sel unverändert. Vorstöße der Aussen in der Gegend von Lodz wurden abgewiesen. Darauf eingeleitete Gegenangriffe waren erfolgreich. Aus Sübpolen ist nichts Wesentliches zu erwähnen. Oberste Heeresleitung. *« » Der österreichische Generalstabsbericht. Wien, 29. November.(W. T. B.) Amtlich wird verlautbart: 29. November mittags: Der gestrige Tag verlief au unserer gauzen Front Ln Russisch-Polrn und Wcst-Galizie« sehr ruhig. In den Karpatheu wurden die auf Homonna vor- gedrungenen Kräfte geschlagen nud zurückgedrängt. Unsere Trnppen machten 1599 Gefangene. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstades: von Hoefer, Generalmajor. lich des Ljig-FIusses und der Linie Suvobor-Straßendreieck östlich Uzice erreicht. Gestern wurden insgesamt zwei Rcgi- mentskommandanten. neunzehn Offiziere und 1245 Mann ge- fangen genommen. Der Seekrieg. Die Defatzung ües 1$" in England. Bon der holländischen Grenze» LS. November.(T. U.) Londoner Meldungen entnimmt der Amsterdamer„Telegraaf", daß die Be« satzung von„II 18" in Leith an Land und von da nach Ed in» bürg gebracht wurde.(„Köln. Ztg.") Zum Untergang der„Hulwark*. London, 29. November.(W. T. B.) Die„Times" der- öffentlicht die Liste von 51 Offizieren, die zur Zeit der Explosion an Bord der Bulwark waren. Der Sachverständige für Explosivstoffe, Sir Hiram Maxim, äußerte, es gäbe ver- schiedene Möglichkeiten, die Explosion zu erklären. Eine da- von könnte fehlerhafte Herstellung der Schietzbaumwolle sein. Eine andere Erklärung wäre eine spontane Erzeugung von Hitze oder eine zufällige Entzündung des Pulvers, die das Cordit zur Explosion brachte. Nach der Erzählung eines Augenzeugen nahm die Bulwark im kritischen Augenblick Munition aus längsseits liegenden Kähnen ein. Die gericht- liche Untersuchung ist im Zuge, die Verhandlungen sollen jedoch geheim gehalten werden. Das Spekulantentum. Man schreibt uns: In der Presse erhebt sich gegenwärtig eine große mora- lische Entrüstung über die enormen Kriegsprofite, die Lieferanten und Agenten für Kriegsmaterial und Lebens- mittel einheimsen. Diese Entrüstung ist in dem Matze größer, je weniger derjenige, der sich entrüstet, an den Pro- fiten beteiligt ist. Geradezu übel und gefährlich aber wird die Entrüstung dort, wo sie in einer Art begründet wird, als wenn ohne die kriegerischen Zeiten die gegenwärtige Produk- tionsweise ohne jeden Spekulationsgewinn und ohne jeden Extraprofit und ohne wucherische Vermittlergebühren vor sich ginge. Damit wird das Geschrei über die Kriegsprofite ge- radezu eine Verschleierung des wirklichen Tat- bestandes, und es wird notwendig, dies sachlich und ohne jede Parteinahme klarzustellen. Es besteht selbstverständlich auch bei uns kein Zweifel darüber, datz besondere Blüten der kapitalistischen Produk» tionsweise gegenwärtig besonders gemeingefährlich geworden sind. Wir selbst haben über diese besonderen Fälle wucherischer Profite und Ausnützung der gegenwärtigen Kriege- und Wirtschaftslage fast täglich einzelne Berichte gebracht. Wogegen wir uns zunächst wenden, ist das moralische Getue, mit dem ein gewisser Teil der Presse diese Dinge zurzeit behandelt, um sich bei seinen Lesern beliebt zu machen, während er in Friedenszeiten kein Wort für die gleichen Er- scheinungen zu haben pflegt; denn die wahnsinnige Steige- rung der Preise durch Spekulation und unproduktiven Zwischenhandel ist eine durchgängige kapitalistische Erschei- nung. Ueberall, wo die Konjunktur es zuläßt, überall, wo die Konkurrenz durch Kartelle, Trusts und Syndikate oder durch besondere Zufälle wie Katastrophen natürlicher Gewalten ausgeschaltet wird, feiert auch in Friedenszeiten der Handels- Profit wahre Orgien. Diese Preise, die dann zustande kam- men, haben init dem wirklichen Wert der Waren nichts zu tun; denn dieser Wert der Waren ist, wie Marx einmal sehr kurz und scharf bemerkt, Voraussetzung der Zirkulation der Ware, aber nicht Resultat derselben. Daher sind an dieser weiteren Preisbildung auch nicht mehr diejenigen beteiligt, die den Wert der Ware wirklich durch Arbeit schaffen, sondern nur noch diejenigen, die die geleistete Arbeit als Objekt für den Umsatz und Vertrieb benutzen. Es versteht sich, daß auch in diesem weiteren Vermittlungsprozetz Arbeit geleistet wird, die durchaus ihren Preis, d. h. ihren Arbeitslohn berdtent. Aber der Handel im engeren Sinne verändert an dem Waren- wert nichts mehr, desto mehr aber verändert er den Preis der Waren und damit den Handelsprofit. Je größer die Distanz zwischen der Produktionsstätte und der Konsunrticmsstätte wird, je größer werden diese Profite und je augenfälliger kommen ste allen zum Bewußtsein. Der ganze Vorgang aber ist eine naturnotwendige Erscheinung der kapitalistischen Produktionsweise und wird sich erst mit dieser abstellen lassen. Richtig ist nun, datz durch neue Zwischenglieder diese Distanz zwischen Produktion und Konsumtion in der gegenwärtigen Situation sich außerordentlich vergrößert hat. Der Krieg hat die Berufe vielfach durcheinandergewirbelt, eine ganze Anzahl Vollkommen aufgehoben und neue aus der Erde gestampft. Es ist also auch, wie uns scheint, eine höchst überflüssige Entrüstung, wenn gegenwärtig einige Blätter in den alten Zunftgeist zurückfallen und die naive Forderung aufstellen, datz Leute, die früher— sagen wir, mit Phöniraktien gehandelt haben, heute nicht mit Getreide handeln sollen, oder datz Versicherungsagenten heute nickt den An- und Verkauf von Schmalz und Unterhosen vermitteln sollen. Zunächst soll man sich auf den sachlichen Standpunkt stellen, datz jeder leben will, und datz das in der kapitalisti- schen Wirtschaftsordnung nur möglich ist, wenn einer den an- deren auf irgend eine Art wirtschaftlich ausbeutet. Das Mo- ralische scheidet dabei vollkommen aus, und es ist immer charakteristisch, datz es um so stärker wird, je weniger das eigene Portemonnaie untersucht wird. Wenn man diese Dinge so sachlich und obsektiv unter- sucht, begreift man auch,� weswegen die Maßnahmen verschiedener Behörden gegen das Sveku- l a n t e n t il m, so anerkennenswert sie in der Absicht auch sind, praktisch doch ohne wesentlichen Erfolg bleiben. Da hat z. B. jetzt das preußische Kriegsministerium verfügt, datz An- geböte auf Lieferungen für den Heeresbedarf von solchen Bc- Werbern, die der' Heeresverwaltung bis jetzt noch nicht bekannt waren, das heißt mit ihr bis jetzt noch keine Geschäftsverbin- düng hatten, nur dann berücksichtigt werden sollen, wenn ein Zeugnis der zuständigen Handelskammer oder Handwerks- rammer darüber vorliegt, daß der Anbieter zuverlässig und leistungsfähig ist und dem Geschäftszweige angehört, aus dem er Waren anbietet. Die Folge dieser sehr gut gemeinten Ver- fügung ist natürlich nur, daß die Finanzkapitalisten und Agenten irgend ein eingeschriebenes Mitglied der Handels- kammer oder der Handwerkskammer auskaufen, das heißt mit ihrem Geld oder ihren Beziehungen beschäftigen und durch diese so aufgekauften Firmen ihre Geschäfte mit der Heeres- Verwaltung machen lassen. Die Handelsprofitc werden da- durch nicht geringe und nur der trügerische Schein wird größer, als ob hier wirklich eine Abhilfe geschaffen sei, die im Rahinen der kapitalistischen Produktionsweise nur dann mög- lich wäre, wenn die Heeresverwaltung eben immer mehr und mehr ausschließlich zur E i g e n p r o d u k t i o n für ihren Bedarf übergehen würde. Wenn sie das aber tun würde, und die Sozialdemokratie hat dies schon in Friedenszeitm mit aller Energie gefordert, so würde sich fald zeigen, daß die- jenigen am lautesten gegen die Heeresverwaltung schreien, die jetzt über die Wucherprofite des Handels und des Agenten- Wesens besonders den Mund aufreißen. Eine weitere Verschleierung des wirklichen Tatbestandes wird teilweise mit der Forderung verbunden, diese Extra- p r o f i t e, die der Krieg so verstärkt hat, durch eine b e s o n- dere Steuer zu belegen, um damit die Kriegsanleihen und vor allem ernsthafte durchgreifende direkte Steuern zu ersetzen. Selbstverständlich wird auch die Sozialdemokratie einer solchen Steuer auf unverdienten Wertzuwachs und auf Bereicherung durch Kriegslieferungen zustimmen. Aber sie wird sehr lebhaft dagegen protestieren müssen, wenn durch diese sogenannte Kriegsprofitsteuer eine allgemeine Er- höhung der Einkommens- und Vermögenssteuer auf große Vermögen und große Einkommen verhindert werden soll. In dieser Hinsicht könnten wir wirklich gegenwärtig von den Eng- läirdern lernen, die— wie man weiß— kurzerhand ihre Einkoinmens- und Vermögenssteuern verdoppelt haben. Es ist auch an sich eine steuerliche Ungerechtigkeit und direkt eine Prämie für die großen Vermögen und Einkommen, wenn jetzt ein eben entstandener Reickstum unverhältnismäßig und allein besteuert werden soll, während die laufenden und ständigen großen Einnahmen und Vermögen der besitzenden Klassen da- durch voll einer Erhöhung ihrer Steuern befreit bleiben würden. Man sieht also, daß die Verhältnisse bei den Kriegspro- siten, bei dem Agenten- und Spekulantentum der Gegenwart und bei ihrer Besteuerung keineswegs so einfach liegen, wie gewisse Kreise das hinstellen möchten, um selbst dabei im Trü- ben fischen zu können, das heißt ungeschoren zu bleiben. Tie Sozialdemokratie wird sich auch bei diesen Fragen nur von sachlichen Erwägungen leiten lassen und dafür sorgen, daß von ihrer Seite aus eine Hilfe gegen Uebelstände der Gegenwart nur dadurch geschaffen wird, daß man g r ü n d- lich durchgreift, nicht an der Oberfläche kleben bleibt, und die notwendigen Mittel für den Hceresbedarf, für voll- kommene Versorgung der Hinterbliebenen und der Invaliden und der Arbeitslosen im Lande nur ans Quellen geholt werden, die dauernd fließen und so umfangreich sind, daß sie eine gründliche Erhöhung ihrer Steuern drtrchaus ohne Schaden für sich oder das Volksganze vertragen. Störung Ües Seehanüels öurch üen Kreuzerkrieg. Londim, 28. November.(W. T. B.) Der Korrespondent der ..TimeS" in Washington meldet vom 27. November: Nach Be» richten auS Südamerika ist der Seehandel namentlich an der Westküste durch die Tätigkeit der deutschen Kreuzer außer- ordentlich behindert. Die britische Schisfahrt soll nahe- zu unterbunden sein. ES wäre zwecklos, die Tatsache zu ver- kennen, daß unsere Unfähigkeit, die See in diesem Teile der Erd- kugel von den deutschen Verfolgern der Handelsschiffe zu säubern, eine ungünstige Wirkung auf unser Prestige zu haben beginnt, der Krieg und die Kolonien. Gefechte in Gftafrika. London, 29. November.(W. T. B.) Der Kolomalstaats- sekretär veröffentlicht eine Mitteilung über einige kleine Gefechte in Ostafrika. Am 8. Oktober griff der Feind mit ungefähr 599 Eingeborenen, 39 Europäern und 6 Maschinen- gewehren unsere Stellung bei G a z i an. Der Feind wurde zurückgeschlagen. Am 2. November kam es zu einem kleinen Gefecht oberhalb Mzima am Tsavo» Fluß. Ferner fand ein Scharmützel mit einer feindlichen Patrouille von N g u r u- mar am Natronfee statt. der türkische Krieg. das vorüringen üer Türken im Kaukasus. Konstantinopel, 28. November.(W. T. B.) Das Hauptquartier teilt mit: Unsere Truppen im Tschorokhtale warfen einen Ausfallversuch der Russen in der Gegend der Flußmündung zurück; die Ge- schütze der Landbefestigungen von B a t u m nahmen an diesem Kampfe teil, aber ohne jeden Erfolg. Unsere Truppen drangen in die Gegend von Atschara, 19 Kilometer süd- ö st lich von Batum. vor. Die Russen behaupten in ihren amtlichen Mitteilungen, daß unsere Truppen im Kaukasus besiegt und auf Erzerum zurückgegangen seien. Diese Nachrichten sind vollständig falsch. Unsere Truppen sind bereit zur Offensive gegen den Feind, der keinerlei Bewegung außerhalb seiner befestigten Stellungen gemacht hat und im Gegenteil nach dem Kampf im freien Felde eine weite Strecke vor unseren siegreichen Truppen zurückgewichen ist. der Aufruhr in Aegypten. London, 29. November.(T. U.) Die AufstandSbewcgung in Ober-Aeghpten läßt sich nicht mehr wegleugnen. Die offizielle Presse gibt einige Unruhen zu, spricht jedoch in sehr zurückhalten- der Weise nur von einiger Erregung der Eingeborenen im ägyp- tischen Sudan. Privaten, zedoch zuverlässigen Meldungen zufolge, soll es jedoch schon am 19. November in Abu-Hammed und El Orfa zu offenem Aufruhr eingeborener ägyptischer Regimenter gekommen sein. Die betreffenden Regimenter waren in diese heißen Gegen- ben des oberen Nil strafverschickt worden, und der Geist der Re< Volte gährte seit langem unter ihnen. Sendboten der„Senusst" sollen sie vom Ausbrechen des Heiligen Krieges benachrichtigt haben, worauf sie ihre englischen Offiziere ermordeten und sich den bereits aufständischen Arabern anschlössen. Neue französische Niederlagen in Marokko. Madrid, 29. November. lT. U.) Nach Meldungen aus Tanger haben die Truppen des Obersten Laverdure, die bereits an: 13. November bei Khcnifra eine schwere Nieder- läge erlitten, am 24. d. M. auf dem Wege von Tadla nach Fez eine neue noch schwerere Schlappe erhalten. Oberst Laverdure beabsichtigte, mit 3999 Mann dm 6999 Wann starken Kolonnen des Generals Henry entgegenzuziehen, um mit diesen vereint die in Fez eingeschlossene Besatzung zu be- freien. Kurz vor seinem Zusammentreffen mit General Henry wurde er von überlegenen Streitkrästm währmd des Marsches durch eine Talschlucht überfallen und zum Kampfe In sehr ungünstiger Positron gezwungen. NaKiem 148 europäische Soldaten und 7 Offiziere gefallen, und eine Reihe anderer verwundet worden waren, gelang eL dem Obersten durch einen Sturmangriff, nach Norden durchzubrechen. Er mußte jedoch alle Geschütze und das gesamte Wagenmatcrial in den Händen der Feinde lassen. Der Generalresidmt von Marokko, Liautey, hat kategorisch von der französischen Rc- gierung die Absendung von Verstärkungm verlangt. ?nternierung üer üeutschen Mijsionare in Jnüien. Hamburg, 28. November.(W. T. B.) Die»Hamburger Nach- richten" berichten auS Stockholm: Der schwedische Missionar Sand- gren, der auS Mudra in Indien nach Schwöen heimgekehrt ist, teilte mit, daß alle deutschen Missionare, auch die nicht- wehrpflichtigen, von den Engländern verhastet und interniert worden sind. Eine Anleihe üer Staüt Antwerpen. Antwerpen, 29. November.(W. T. B.) Die hiesige Ge- meindevertretung beschloß in außerordentlicher Sitzung die Aufnahme einer Anleihe zur Deckung der der Stadt auser- legten Äriegskontribution von 59 Millionen und Bestreitung anderer städtischer Bedürfnisse. öernstein gegen Heine. Das»Berliner Tageblatt" brachte(n seiner S�pnabendnummer folgende Ausführungen:\ Nachdem bereits D r. David die Frage Eduard Bern- sie ins, ob„jetzt noch die Voraus setz um gen 6c. st ü n d e n, unter denen die sozialdemokratische Reichs- tagSfraktion am 4. August die K r l egSkredite bewilligte", unzweideutig zurückgewiesen HB. wendet auch Wolf- gang Heine sich sehr entschieden Legen Bernsteins anzügliche Fragestellung. Er veröffentlicht im»VollSblatt für Anhalt" einen Artikel, in dem er unter anderem sagt: „Bernstein behauptet, daß die Voraussetzungen vom 4. August sich geändert hätten, und obgleich er sich nicht deutlich darüber ausspricht, kann daraus und soll anscheinend der Schluß gezogen werden, daß wir am 2. Dezember eine andere Haltung einzunehmen hätten, wie am 4. August. Mir wäre es natürlich das liebste, wenn solche Debatten gar nicht angefangen worden wären. Nicht etwa, daß ich sie für unzulässig hielte; es wäre noch besser, wenn der„Burgfriede" dahin verstanden würde, daß unsere Haltung vom 4. August nicht vertreten oder meinetwegn auch angegriffen werden dürfte. Sondern weil ich Einmütigkeit in der Haltung der Fraktion und der gesamten Partei jetzt für noch notwendiger ansehe, wie vor vier Monaten." Heine führt dann aus. daß von den Boraussetzungen, die am 4. August bestanden, keine weggefallen sei. Im Gegenteil, die Be- drohung des Vaterlandes sei noch viel ernstlicher geworden, als bei Beginn des Krieges angenommen wurde. Der Krieg gegen die W e st m ä ch t e müsse ebenso durchgefochten werden, wie der Krieg gegen Rußland, denn ein Sieg der Verbündeten Rußlands wäre auch ein russischer Sieg mit allen Folgen: „Ob wir wollen oder nicht, wir müssen im Westen kämpfen. Und drohen uns etwa von dort keine Gefahren?— England hat das Programm eines zwanzigjährigen Krieges gegen Deutschland angekündigt und englische Arbeiterführer bekennen sich zu diesem Fisl des Vernichtungskrieges. Französische und belgische Sozia, listen stoßen in dasselbe Horn. Die Westmächte haben Hindus und Neger aus«uro- päische Kriegsschauplätze gebracht. Hält Bernstein eine Jnva« sion dieser Horden nach dem reichbevölkerten, blühenden Rheinland für weniger schädlich als die Ueberflutung der ostpreutzischen Waldgebiete durch die Russen?— Ich sollte meinen, der Verlust an Gut und Blut würde in Westdeutschland noch hundertfach größer werden als an der Ostgrenze.... Und was sollen unsere Soldaten in Frankreich und Belgieit dazu sagen, die einen beispiellos heldenmütigen und opferreichen Weltbürgertum unö Zeieöe. Wer der Hoffnung lebt, daß der Saat, die jetzt auf den blut- getränkten Schlachtfeldern Europas ausgestreut wird, einmal in näherer oder fernerer Zeit eins Organisation Europas und der Welt entsprießt, dessen Blick lenkt sich zurück auf jene Epochen der Geschichte, m denen der Gedanke der inneren Zusammengehörigkeit der Völker in den Köpfen der Kulturmenschen das bis zum Ratio- ualitätenhaß gesteigerte Bewußtsein des Trennenden in den Hinter- grund drängte. Sehen wir von dem Internationalismus ab, der vor dem Ausbruch des fürchterlichen Weltkrieges nicht nur in den Kreisen der Arbeiterschaft erstarkt war— oder doch erstarkt zu sein schien, so liegt uns am nächsten die zweite Hälfte des achtzehnten Jahrhunderts, jene Zeit, in der die füh- rcnden Geister Europas daö Ideal der Staatengemeinschaft auf- stellten und den Versuch machten, die Schranken zwischen den Nationen zu zerbrechen. Nicht zuletzt in Deutschland eroberte sich diese Bewegung Boden. Unsere schöne Literatur, die der Sturm- und Dranzperiode wie die der Klassizität war von ihr beherrscht und durchdrungen, und kein geringerer als Immanuel Kant gab irr seiner Schrift„Zum ewigen Frieden" den himmelstürmenden Ideen ihre geläuterte und vernunftgemäße Form. Man hat bis in unsere Tage hinein diesen Kosmopolitismus, dieses Weltbürgertum viel gescholten und viel verlacht, und denen, die im 19. Jahrhundert um den Nationalstaat kämpften, wie denen, die ihn in den letzten Jahrzehnten zum Sitz der politischen oder ökonomischen Herrschaft über weite Teile der Welt machen wollten, war das Menschheitsideal vom Ausgang des 13. Jahrhunderts ent- weder ein AergerniS oder eine Torheit. Sie waren nicht gern erinnert an das„Seid umschlungen Millionen" eine? Schmer, und der Satz von der Gleichheit alles dessen, was Menschenantlitz trägt, stand ihren Eroberungs- und AuSbeutungZabstchten stark im Wege. Sie verwiesen auf die unklare Sentimentalität, die die weltumspannenden FreundschastSversicherungen der Schwärmer durchzog und glaubten damit die ganze Gedankenrichtuna abtun zu können. Sie vergaßen oder wollten vergessen mache.', daß der .KoSmopolitiSmuS weit stärker verankert war. als tn der Begeiste- ruug der Poeten, nämlich in den Interessen der aufsteigenden Bourgeoisie.. Um ihn zu begreifen, muß man sich gegenwärtig halten, daß das 13. Jahrhundert das Zeitalter deS Individualismus war DaS Individuum hatte die Herrschaft angetreten, der Einzelmensch galt nicht mehr nur als Glied seines Stande?, er war aus sich selbst gestellt und in den Mittelpunkt der Betrachtung gerückt. Auf ihn und seine angeborenen Triebe oder seinen durch die Vernunft kontrollierten Willen führte man die Gründung der Staaten zurück, deren Aufgabe darin bestand, die Sicherheit der„Menschenrechte" zu schützen und die herrschende Meinung ging dahin, daß ei nur notwendig sei. den Menschen auf ökonomischem Gebiete möglichst uneingeschränkt seinen Selbstinteressen folgen zu lassen, wenn das gemeine Beste erreicht werden solle. DaS Bürgertum, das mit dieser Lehre seine Ansprüche ver- teidigte, konnte nun schlechterdings nicht umhin, zum mindesten in der Theorie bei den Individuen aller Länder dieselbe Ver- anlagung anzunehmen, und ihnen dieselben Rechte zuzugestehen, und das führte in Gemeinschaft mit dem erwachenden Interesse an Erd- und Menschenkunde zu einer vorurteilsfreien Bewertung der anderen Nationen und zu der Ueberzeugung, daß auf dem internationalen Gebiete das Auslebenlassen der staatlichen Jndi» vidualitäten dieselben guten Früchte zeitigen müsse, wie im Einzel- staat das Walten deS freien Spiels der Kräfte. Aber noch etwas anderes kam hinzu. Der ökonomische Libe- raliSmuS begehrte den freien Austausch der Waren, und um den Widerstand der merkantilistischen StaatspraxiS zu brechen, die da? eigene Land ängstlich gegen die Manufakwrerzeugnisse des anderen absperrte, mußte er den Grundsatz der internationalen Arbeitsteilung verkünden. Was von der Zerlegung der Arbeit inner- halb der einzelnen Volkswirtschaften gelte, das finde auch auf die verschiedenen Staaten in ihrem Verhältnis zueinander Anwendung; es diene der Allgemeinheit, wenn jedes Land mit Hilfe der freien Konkurrenz genötigt werde, die Möglichkeiten, die ihm Bodenver- hältnisse, Klima und Bevölkerung gewährten, besonders auszu» bilden. Ein englischer Nationalökonom drückte das so aus:„In Handelssachen verhält sich die einzelne Nation zur Welt ganz ebenso wie die einzelne Stadt zum Reich, die einzelne Familie zum Staat. Im Handel bildet die ganze Welt nur ein Volk, und die einzelnen Nationen sind die Individuen diese» Volkes." Aehnlich äußerten sich Anhänger der französischen Freihandels- schule, und wenn auf deutscher Seite die Völkerverbrüderung weit mehr von einem idealistischen Standpunkte au? behandelt wurde, so lag das daran, daß in dem durch den dreißigjährigen Krieg zer- störten und in eine Unzahl von Duodezstaaten zerrissenen Lande die wirtschaftlichen Voraussetzungen für eine andere Betrachtung?. weise fehlten. Immerhin erhebt sich Kant weit über das teilweise überschwängliche und hier und da etwas konfuse Weltbürgertum der im Reich der Wolken lebenden Dichter, wenn er als eine der Bürgschaften für die Erlangung des ewigen Friedens den„Hau- d e l S g e i st" erkennt, der mit dem Kriege nicht zusammen be- stehen könne.„Weil nämlich unter allen der Staatsmacht unter- geordneten Machten die Geldmacht wohl die zuverlässigste sein möchte, so sehen sich die Staaten, freilich wohl nicht eben durch Triebfedern der Moralität, gedrungen, den ewigen Frieden zu befördern und, wo auch, immer in der Welt Krieg auszubrechen droht, ihn durch Vermittelungen abzuwehren, gleich als ob st« deshalb in beständigem Bündnisse lebten." Der Königsberger Philosoph ist nicht leichtsinnig genug, die Zukunft deL ewigen Frieden»„theoretisch weissagen" zu wollen, aber er hält doch die durch den Handelsgeist gescbafsene Grundlage für fest genug, um auf ihr zu dem ersehnten Ziel hinzuarbeiten, und im Sinne Kants ist denn auch dal ganze neunzehnte Jahr- hundert hindurch die internationale Verknüpfung durch den Handel oft genug als eine der besten Garantien gegen den Krieg gepriesen worden. Hat man sich getäuscht? Seit dem August 1914 sieht es so aus. Und dennoch wäre eS falsch, die völkerverbindende Kraft der Wirt- schaftlichen Beziehungen leugnen zu wollen. Sie haben dem Frieden wertvolle Dienste geleistet, und sie werden trotz allem jetzt die Gassen durcheilenden Gerede von der Selbstgenügsamkeit der Staaten ihre Mission wieder aufnehmen, wenn dieser Krieg endlich überstanden ist. Nur eins haben die Kosmopoliten an der Wende deö achtzehnten Jahrhunderts nicht gesehen und nichts sehen können, daß nämlich der Kapitalismus auch neue Gefahren für den Frieden heraufbeschwor, insofern auS ihm der Imperialismus mit seinen neuen AbschließungS- und Eroberungsgelüsten geboren wurde. Die dem Kapitalismus innewohnenden friedlichen Tendenzen werden auf diese Weise zum guten Teil ausgehoben, und nur seine Uebcr- Windung durch den internationalen Sozialismus kann in Gemein- schaft mit einer andern ebenfalls schon von Kant richtig erkannten Voraussetzung, der Demokratisierung der Nationen, das Fundament des Weltfriedens werden. ver Gewerkschaftler lm Jelöe. Der„Holzarbeiter-Zeitung" wird auS den Schützengräben ist Frankreich geschrieben:, ...... 31. Oktober. ... Auch im Kriege gedenken wir unseres Verbandes. Das Pflichtgefühl, das uns antrieb und befähigte, unsere ganze Krast für den Ausbau unserer Organisation einzusetzen, setzt uns auch instand, uns der eisernen Notwendigkeit des Krieges unterzu- ordnen und Blut und Leben für den Schutz des Vaterlandes einzusetzen. Der gewerkschaftliche Geist ist lebendig unter den Kollegen im Felde. Mit taufenden Frauen und Kin, dcrn unserer Feinde teilen wir unser Brot, um sie vor dem Hungertode zu schützen, während wir in den Schützengräben den Vätern gegenüberliegen....< Wir sind durch Re gewerkschaftliche und politische Erziehung befähigt, uns vor Verrohung und Entsittlichung zu bewahren. Auf Grund meiner Beobachtung kann ich Euch versichern, daß unter den, seinerzeit auS dem Kriege heimkehrenden Soldaten Hunderttausende feurige Apostel des Friedens sein werden. Um das Fortbestehen unserer Organisation habe ich keine Sorge. So wie wir hier die Kollegen kennen lernen, bin ich überzeugt, dag wir nach dem Kriege einer großartigen, sieghasten Entwickelung entgegengehen. Im Auftrage einer ganzen Anzahl K o l l e g c n, die wir uns hier zusammengefunden haben, sendet den Kollegen in der Heimat herzliche Grüße Euer _ Erwin L. Aus ftanzöfljchen zelüpostbriefeu. In einem Soldatenbriefe, den der„Tempi" mitteilt, schreibt ein französischer Soldat, der an den Gefechten in Nordfrankreich teilnimmt-.Da« Leben in den Schützengräben ist schauderhaft, Erdhöhlen, in denen man ißt. schläft und vor allem wacht I Her- auszugehen, zu welchem Zweck es auch immer sei, wäre allzu un- vorsichtig, denn die Deulscben schießen im Abstand von 500 bis 600 Meter aus ihren Lausgräbe», deren Ort wir nicht kennen, eben- sowenig wie sie den unfern, Gott sei Dank! Trotzdem kommen noch genug Granaten heran. Dann verbergen wtt uns so gut wie möglich in den Höhlen, und plötzlich hört man die Verwundeten stöhnen. Alle zwei, drei, höchstens alle 5—6 Tage werden wir abgelöst. DaS geht dann nachts in aller Still« vor sich; sobald die Deutschen eS hören oder vermuten, lassen sie fiugeln aus uns hageln. Nachts versucht man auch Lebensmittel in die Laufgräben zu bringen, etwas Brot, ein Stückchen gekochtes Fleisch und Kaffee, der natürlich kalt anlangt. Krieg ist Mühe, ist abscheulich. Selbst der Mut Hort aus. wenn man so ruhig liegen muß. Sett dem Tage, da ich dre erste Feuertaufe erhielt— und wie!— habe ich an ganz ver« schiedenartigen Kämpfen teilgenommen, ich bin gräßlich beschossen worden, habe den Sturm auf ein allerliebste» kleines Kampf zu kämpfen haken? Wir haken für das Wohl dieser Tapseren auch heute noch die Verantwortung. Sollen wir sie»m Stiche lassen, weil ihre Verwendung den strategischen Ideen Bernsteins nicht entspricht?— Sollten wir sie mit Gewalt der Partei entfremden?— Was sollte man von einer Politik denken, die je nachdem die Wechselfälle des Krieges zum Vorstoß nach dieser oder jener Seite nötigen, ihre Stellung zur Verteidigung des Vaterlandes ändert? Gewollt haben wir alle diesen Krieg nicht, weder den gegen Rußland noch den gegen die Westmächte. Wer der ftrieg� war da und bedrohte das wirtschaftliche, kulturelle und Politische Dasein unserer Nation. Wir mußten deshalb alles zum Schutze dieser Güter Nötige tun. Der Krieg ist noch da, und wir müssen weiter so handeln. Wir müssen durchhalten! Nicht mit dem Ziele eitler Triumphe oder der Unterjochung anderer Völ» k e r. sondern um unserer und unserer Kinder Exi- stenz willen. Darum wird gekämpft heut wie am ersten Tage des Krieges." DaS„Volksblatt für Anhalt" fügt dem Artikel folgende Be- merkung an:.Wir haben schon gestern in der Nachschrift zum Artikel des Genossen David dargelegt, daß wir derselben Meinung sind, die auch Heine oben zum Ausdruck bringt. Wir bedauern mit Heine, daß es notwendig ist, diese ganze Diskussion cnt zu pflegen. Hoffentlich lernen Bernstein und Gesinnungs- genossen noch bis zum 2. Dezember sich zur richtigen Auffassung zurückzufinden." Der„Grundstein", Organ des Bauarbeiter- Verbandes, erklärt es für„geradezu skandalös, daß in Deutschland ein sehr kleines Häuflein Sozialisten gegen die Gesamtpartei wühlt und den im ftelde stehenden Arbeitsbrüdern in den Rücken fällt". Genosse Eduard Bernstein hat darauf dem„Berliner Tageblatt" eine Entgegnung gesandt, die in der Sonntag- nummer des Blattes abgedruckt wurde. Genosse Bernstein schreibt: „Die Auszüge aus den gegen Artikel von mir polemisierenden Artikeln meiner Freunde und Fraktionskollegen Eduard David und.Wolfgang Heine, die Sie in Ihren letzten Nummern veröffentlicht haben, können leicht bei Lesern, welch« meine Artikel nicht kennen, über deren Tendenz falsche Eindrücke erwecken. Ich nehme daher Ihre Gastfreundschaft in Anspruch, um durch Wieder. gäbe einiger wesentlicher Stellen aus jenen Artikeln deren wirk. liche Tendenz zur Anschauung zu bringen. Es handelt sich für mich um die Frage, ob und inwieweit wäh. rcnd deS Krieges die politiichen Parteien ihre grundsätzlichen An» schauungen zu den politischen Fragen, die mit dem Krieg verbunden sind, zurückzudrängen haben. Ich vertrete in dieser Hinsicht die Auffassung, daß es für unser Land im höchsten Grade Verhängnis. fall wäre, wenn die Sozialdemokratie ihre hierfür in Betracht komnienden besonderen Grundsätze während des Krieges verstummen ließe. In diesem Sinne heißt eS in meinem angegriffenen Artikel: „DaS Bewußtsein, daß wir bereit sein müssen, für die Sicher- heit und Unabhängigkeit unseres Landes alle erforderten Opfer an Gut und Blut zu bringen, darf für uns nicht zum Anlaß werden, unsere tief begründete Auffassung von der Zusammen- geHörigkeit der Völker, unsere bessere Erkenntnis dessen, was Völker groß macht, unsere Unterscheidung zwischen Vertrag und Macht als Grundlage der Völkerbezichungen auch nur zeitweise in den Hintergrund zu stellen... Der enge Zusammenhang zwischen Politik und militärischer Kriegführung müsse für die Sozialdemokratie, führe ich dann aus, bestimmend sein, grundsätzlich darauf zu bestehen, daß die mili. tärrsche Kriegführung durchaus der Politik untergeordnet und nicht umgekehrt in die Lage versetzt werde, die Politik zu bestimmen. Ich beleuchte das unter anderem an der in verschiedenen Kreisen erörterten Frage, ob der Krieg gegen den Osten oder der Krieg gegen den Westen das maßgebende Leitmotiv der deutschen Kriegführung jm sein habe, knüpfe in dieser Hinsicht an die Erklärungen des Bankdirektors W i t t in g in der New Korker„Sun" an, daß„der Haß gegen die Russen nachlasse" und„Kampf auf Leben und Tod gegen England" jetzt die Parole sei, und bemerke dazu: „Wenn der PanslawismuS als bestimmender Faktor der Staatenpolitik... eine wirkliche Gefahr für Deutschland bedeutet, so liegt eS auf der Hand, daß die Erhebung der obigen Parole zum Losungswort des jetzigen Krieges diese Gefahr ungemein Itärken müßte. Ohnehin liegt die Frage nahe, ob er nicht auch jetzt schon durch den Krieg mehr gewonnen als verloren hat. Denn unzweifelhaft ist er einstweilen erheblich weniger ge- schadigt als die beiden Weststaaten Europas." Dörfchen in Belgien mitgemocht und einen Angriff auf einen feindliche» Laufgraben: mein Regiment erlitt schwere Verluste. Bei alledem bekam ich jedoch nur ein einziges Mal Deutsche vor Augen, »ämlich bei einer Aufklärung, die ich ausführte. Grau schimmerten sie hinter einer Hecke, auf euva 100 Meter Abstand. ES ist der un- sichtbare Tod: die Kugeln pfeifen einem ihr TodeSlied um die Ohren, Granaten fliegen geräuschvoll durch die Luft und richten fürchterliche Verwüstungen an. Wer seine Nerven in der Gewalt hat. mag seine Angst verbergen, aber eS handelt sich um passiven illtut. und der ist schwer aufzubringen." In einem weiteren Briefe, der daS Motto:»Wir führen den Krieg wie Ameisen" trägt, lesen wir:»Wir stecken wie Mönche in klösterlicher Einsamkeit, deren Grenzen durch die Feuerlinie be» zeichne! werden. Niemand geht auS dieser Einsamkeit heraus, ohne alle Hoffni...« fahren zu lassen: nach vorne hin auf daS Leben, nach rückwärts auf die Ehre. Der Offizier, der lustige Einfälle auSheckt, um die dem Tode geweihten Soldaten aufzuheitern, ist wahrlich ein wutiger Mann, energisch, tüchtig und frisch in seinen kindlichen Scherzen. Ich sah ihn mitten im Feuer keck mit einem General, dem er Austräge zu überbringen hatte, plaudern, öO Meter von uns ent«. ferilt fielen die Granaten, und ich wäre zweifellos lieber irgendwo anders gewesen. Wir waren jedoch in demselben Automobil, und so wußte ich warten. Ihr könnt Euch vorstellen, wie ich mein Unbehagen verbiß, während er in seinem Gespräch mit dem General kein Ende fand. Es überrascht uns, zn hören, mit welch lyrischem Wörtschwall die Zeitungen über die Soldaten schwatzen. Helden! Wir Helden? lächerlich! Die Helden sind ausgestorben, ich sag' eS Euch. Die, die noch leben, find Menschen wie Ihr und ich. Wir haben unS nur an die Gefahr gewöhnt. Ist jener Hauptmann etwa ein Held, der augenblicklich nicht« zu tun hat und auf der Brücke fitzt vm zu angeln? Plötzlich gerät er in Artilleriefeuer und ruft denen, die ihm nach der ersten Granate lvinken, daß er zurückkehren müsse, zu:„DaS ist verflucht! Es biß gerade einer an!" Der Mann ist kein Held, aber dem Tode ins Auge sehen, ist ihm etwas Alltägliches. Niemand kann sagen, ob sein Nebenmann mutig ist oder nicht...." flltt Kriegsregeln. Im zehnten Buch seines K r i e g S b u ch e S, da» 1678 zu Frankfurt a. M. erschienen ist, gibt Leonhart Fronsperger allerlei Kriegsregeln. die nicht nur für die Kultur der Landsknecht- zeit wichtig find, sondern auch heute noch lebendiges Interesse finden. Da wird z. B. über die.Vertuschung detz erlittnen I ch a d c n S" folgende Anweisung gegeben: „Jm mag kein schaden so klein geschen/ darabdie seinen nit er» ichrecken/ und der Feindt mannhafft werd/ darumb soll er den- selben mit allem fleiß/ warten und wercken/ bergen/ die wundten Und gestochnen gleich vom Schlachtplay hin in die Stätt zu guter IsFleg und artzney nacht» schicken/ die Todten heimlich vergraben/ uns lagen/ Er Hab sie in Befelch autzgesendt/ also macht er die ge> heiligten im günstiger/ treuwer und kiiner/ den Feind aber zag- Hafftiger/ so er ficht daß er noch viel Todten auff dem Platz/ und dieser keine hat." Wenn der Feind eines Siege» wegen feiert und ob des ange» lichteten Schadens in.unachtsamer Ordnung" triumphiert, dann ist die Gelegenheft, durch nächtlickien lleberfoll Rache zu nehmen. .Ein jeden frommen KriegSmann sol deß Feinds trotzlicher Uebrmut nft' erzagen/ sondern viel rachgiriger zum Zorn be- Einflechtend sei hier bemerkt: Daß Hindu» und Neger in» Rheinland kommen, hat seine guten Wege. Inzwischen aber haben sich die Kosaken im größten Teil Galiziens häuslich eingerichtet, stehen vor Krakau, halten einen Teil der Karpathenpässe besetzt und bedrohen von neuem Czernowitz. Eine EntWickelung in dieser Richtung, heißt eS in meinem Ar- tikel weiter, gäbe dem Krieg einen neuen Charakter, und wenn die Sozialdemokratie sich nicht zum Statisten der Geschichte erniedrigen wolle, habe sie sich schlüssig zu werden, wie sie den solchermaßen veränderten Krieg zu beurteilen hätte. Wie groß oder gering die hier angedeutet« Gefahr einzuschätzen ist, ist selbstverständlich Sache der Beurteilung von Symptomen. Wer sie aber zu sehen glaubt und sie für verderblich hält, hat auch die Pflicht und muß für sich das Recht beanspruchen, sie mit aller Schärfe zn kennzeichnen und je nachdem sie sich bestätigen, seine politische Haltung zu bestimmen. Daß diese Auffassung nicht zu- sammenfällt mit irgendwelcher Gleichgültigkeit gegenüber den Jnter. essen Deutschlands, mag folgende in meinem Artikel durch Fett- druck hervorgehobene Stelle zeigen, mit der und ihrem Nachsatz ich diese Einsendung schließen will: „Den Kriegslustigen de» Auslandes gegenüber genügi die Betonung der Tatsache, daß unsere Partei darin einig ist: Jeder Versuch, Deutschlands Gebiet durch Waffengewalt zu verkürzen, jeder Versuch, dem deutschen Volke gewalttätig die nationale Ein- heit zu zerstören, jeder Versuch, dem deutschen Volke Testim- mungen über seine Wehrkraft zu Wasser und zu Lande von außen her einseitig und mit Gewalt aufzudiktieren, wird die deutsch« Sozialdemokratie bereit finden, die größten Opfer für die Ver- teidigung der Unversehrtheit, Einheit und Unabhängigkeit Deutschlands darzubringen. Das sollen die Widersacher Deutsch- lands wissen.— Nicht minder aber sollen und müssen die Freunde des deutschen Volkes und des Weltfriedens wissen, daß wir beut- schen Sozialdemokraten jederzeit an der Seite derjenigen zu finden sein werden, die zu einem ehrlichen, kein Volk benach. teiligenden Frieden die Hand bieten, und daß diese Bereitwillig. keit von jeder Rücksicht auf jeweilige WirtschaftSzustände unab- hängig ist. Durch unsere Grundsätze über die Solidarität der Völker bestimmt, ist sie genau dieselbe, wenn Ueberflutz herrscht, wie wenn Mangel sich einstellen sollte." politische Ueberflcht. Aus der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion. Die ReichStagsfraktion trat am Sonntagvormittag zu ihren Beratungen zusammen. Die Mitglieder der Fraktion waren fast vollzählig erschienen. Der Vorsitzende, Genosse H a a s e, widmete den verstorbenen Genossen Dr. Frank und Metzger einen warmen Nachruf. Die Fraktion trat dann zu- nächst in die Beratungen der neuen Kriegskredite ein, Musterung deS ungedienten Landsturms in Mecklenburg. Wie die„Landeszeitung für beide Mecklenburg" meldet, findet gemäß Anordnung deS Königlich Stellvertretenden Generalkommandos des 9. Armeekorps nach einer Bekanntmachung des Großherzoglichen Ministeriums nunmehr die Musterung und Aus- Hebung des ungedienten Landsturms in Mecklenburg statt. Die Musterung und Aushebung bedeutet zunächst nur eine vorberci- tcnde Maßnahme. Die Einberufung wird, wenn notwendig, mit den jüngsten Jahrgängen beginnen und erst zu einem späteren Zeichunkte durch da» Generalkommando angeordnet werden. Trauerbotschaft am Wahltag. Im Dortmunder Wahlkreis haben in mehreren Orten bei guter Beteiligung die Gemeiridewahlen zu unseren Gunsten geendet. Besonders bemerkenswert ist die Wähl in Berghofen. Hier schied nach sechsjähriger Amtstätigkeit der Genosse Borschütz aus. Er hatte sich in hohem Maße das Vertrauen der Arbeiter- schaft zu erwerben gewußt. Sie hielten ihm deshalb auch die Treue und stellten ihn wieder als Kandidaten auf, obwohl er im Felde stand. Am Freitag wurde gewählt. Am Abend wurde er als wiedergewählt proklamiert. Da traf zur selben Zeit die Trauer- zwingen/ nicht zu ruwen(ruhen) biß er sich wieder rechet/ und Hab und lob erstreitet mit großer schand seines Feinds." Sehr wichtig gilt schon damals das Schweigen.„Von geheimnuß und stilligkeit der Zungen" wird eindringlich gehandelt ,E« ist unter andern lügenden eines theuwren Fürstehers zum Sieg nichts fürderlicher denn ein unuberivindliche Verschwiegenheit der Zungen und Barden(Geberden)/ welche offl Land un Leut be- halten/ ja L fiter durch unbehutsam rede verderbt hat." Bei der Plünderung wird auf ehrliche Teilung gehalten: „Wann er nun aller sorg steh ist/ sol er Reisigen mmd Fuß» knechten/ Huren unnd Buben/ ein Zeichen geben/ den Schlacht» platz auffzureumen/ auch sonst kein frembden hinzu lassen/ oder vor der Schlacht verkündt haben/ die Beut wölk er gemeiniglich von jhn allen aufheben/ und außtheilen lassen/ einein wie dem andern/ und welcher eins Hellers werth verzwickt(bei Seite schafft)/ ohn alle gnad an ein Ast hencken/ Also auch dem Hureuweybel etlich zugeben/ di ihm helffen sampt dem Troßz darauf lauwren/ damit die Knecht dest unverhinderter allein acht haben/ wie sie die Feind niederlegen/ so sie jrS theils sicher gewertig seind." Gefangene zu töten gilt als unzweckmäßig: „Die Gefangenen unter dem Kriege selten tödten/ sondern ab- wechseln(auswechseln)/ die von hohem stammen seyn mmd reicher Haab/ nach gelegenheit der fachen die Knecht rontzieren(unter- handeln) lassen./ oder selbst von jn lösen/ ehrlich nach jhrer Wirde halten oder ledig lassen/ Die gemeinen und armen etwan zu Stedt (Burger)/ oder Feldbauw gnedig behalten. Solche weltlichen Kriegsregeln werden schicklich durch eine geist» liche Kriegsordnung ergänzt. Vor allem wird, unter Anführung vieler Bidelstellen, vor dem Saufen als der Wurzel alles Hebels gewarnt: .Darzu Trunckenheit alles ein gehülffer und ursacher ist/ ein Laster alles ubels/ darbey auch wenig züchtiger Wort/ sonder GotteSlestern und grobe Sössen(Possen) für ein wolstand beym Wein gehalten. Wein beraubt auch die Vernunft/ reizet letztlich zu Zorn: spielen/ fluchen/ morden/ balgen/ todtichlagen/ Hurerey und alles unglück auß der füllerei(Völlerei) erfolget/ welches alle» die Krieg«- gurgeln/ insonderheit neben anderm/ mit sauffen/ fressen/ spielen und fluchen/ bedencken und darfür hüten sollen." Man sieht, eS ging damals ziemlich menschlich her. Der Dreißigjährige Krieg und andere sollten erst noch kommen. Retoröe in Eisenbahnbauten. Beim Vordringen auf russischem Gebiet bildet eine der wichtigsten Aufgaben unserer Eisenbahner der Umbau der zumeist mit der Breit- spur von 1624 Millimeter angelegten russischen Linien auf die Normalspur von 1436 Millimeter. Dieselbe Spurweite(6 Fuß eng- lisch) besaßen anfangs auch die Eisenbabnen Kanadas. Jn diesem Fall verbietet nun der gering« Unterschied der beiden Spurmaße, ohne den Betrieb zu unterbrechen, eine dritte Schiene einzuziehen, vielmehr kann der Umbau der Linien nur abschnittweise erfolgen. Um diesen Schwierigkeiten zu entgehen, faßte man in den 70er Jahren in Kanada den Entschluß, die ganze gegen 900 Kilometer lange Hauptstrecke von Montreal bis an den Eriesee an einem Tage umzubauen. Als der große Tag gekommen war. standen längs der Linie 8000 Mann bereit, um siw nach Vorüberfahrt des letzten durch Flaggenfignale kenntlich gemachten Breitipurzuge» mit Brecheisen, Zangen und Hämmern sofort auf das Gleis zu stürzen. Jn echt botschast ein, daß er auf dem Schlachtfeld« im Westen gefallen scfi Genosse Vorschütz war mehrere Jähre Filialleiter der Parteiorgani- sation und Vorsitzender der Zahlstelle des Bergarbciterverbandcs. Abermaliges Verbot des Bayreuther Parteiblattcs. Das stellvertretende Generalkommando des III. bayerischen Armeekorps hat durch eine Verfügung vom 27. November das Erscheinen des Bayreuther Parteiblattes„Fränkische Volks- t r i b ü n e", abermals bis aus weiteres verboten. Für das Partei- organ in Bayreuth besteht die Präventivzensur. Das Verbot er- folgte wegen eines Artikel», der der Zcnsurbehördc vorgelegen hatte und zur Veröffentlichung auch zugelassen wurde. Bestrafung eines Heereslieferanteu. Vom Landgericht Karlsruhe wurde der Wemhändlcr S. wegen Verletzung des Z 329 R.-Str.-G.-B. zu zehn Wochen Gc« fängnis verurteilt. Er hatte für den Fall eines Krieges durch Vertrag mit der Militärbehörde die Verpflegung der durchziehenden Truppen auf der badifchen Bahnstation Oc. übernommen. Er ließ verdorbenes Fleisch und schlechte Suppe austeilen. Die Truppen wiesen diese Kost größtenteils mit Entrüstung zurück und zeigten starke Neigung, S. heranzuholen und dem ordentlichen Strafverfahren vorzugreifen. 3000 Leute blieben infolge des Vorfalle» auf der Station unverpflegt. Die Urteilsgründe stellen fest,„daß der Angeklagte spätestens in dem Zeitpunlte. als er mehrfach auf die schleckte Beschaffenheit und Un- genießbarkeit des Fleisches und der Fleischbrühe hingewiesen war, diese im Bewußtsein dieser Beschaffenheit somit vorsätzlich an die zu verpflegenden Truppen vertragswidrig ausgegeben bat". Dem Urteil kann man nur zustimmen. Die Handlung de» Wein- Händlers ist um so verwerflicher, als bekanntlich die Militärverwal- tung Preise zahlt, die die Verwendung der besten Qualitäten voraus» setzen sollte. WctteraaSsichtcn für das mittlere Norddeutschland bis Dien»- tag mittag: Zeitweise aufklarend, aber überwiegend bewölkt, im Binnenlande vereinzelte, meist geringe, im Küstengebiete etwas stärkere Niederschläge; anfangs, besonders im Südwesten, ziemlich mild, später wieder ein wenig kühler. Letzte Nachrichten. Kämpfe in der Luft. Paris, 29. November.(W. T. B.) Eine amtlicheNotebc- spricht die F l i eg e r k ä m p fe vom 18. November. Ein Militär- flicger bemerkte am Morgen ein in der Richtung auf A m i e n S fliegendes Aviatik-Flugzeug. Er verfolgte und erreichte dieses Flugzeug bei Amiens, gab ungefähr 100 Maschinengcwehrschüsse ab und beschädigte das Flugzeug leicht, das aber entkam. Der Militär- flieger griff darauf ein Albatros-Flugzeug an. das umwendete, sich auf den franzöfffchen Flieger stürzte und seinen Apparat zum Schwanken brachte, so daß daS Maschinengewehr in das Innere des Flugzeuges fiel. Der französische Flieger stellte das Gleich- gewicht wieder her, aber daS Albatros-Flugzeug war inzwischen verschwunden. Ein anderes Flugzeug bemerkte deutsche Flugzeuge über Amiens. verfolgte und halte ein Flugzeug ein und hinderte eS, zu den deutschen Linien zurückzukehren. Bei der Verfolgung bis Mondidier wurde das französische Flugzeug von drei Geschossen getroffen, von denen eins einen Benzinbehältcr durchschlug. ES mußte dann die Verfolgung wegen MunitionSmangel aufgeben. Ein weiteres franzosisches Flugzeug griff eine Taube an, ein deutsches Geschoß durchschlug jedoch die Flügclvcrstrebung, so daß der französische Flieger eiligst landen mutzte. Schwerer Eiscnbahnuufall in Schlesien. TaS„Neue Waldenburger Tageblatt" meldet: Auf der schle- fischen Gebirgsbahn Glatz— Dittersbach sind Sonnabend- nachmittag von einer Anzahl Frauen, die auf offener Bahnstrecke nahe Wüstegiersdorf Soldaten eines Militärzuges Liebesgaben in die Abteile reichten, drei durch einen den Militärzug überholenden Personenzug überfahren und ge- tütet worden. amerikanischer Weise gestaltete sich der Tag zu einem richtigen Volksfeste. Der kühne Versuch gelang. Nachdem am Abend des ersten Tage» um 9 Uhr 80 Minuten der letzte Breilspurzug in Montreal angekommen war, lief dort zu Mittag de« folgenden Tage» die Meldung ein, daß die ganze Strecke auf Normalspur umgebaut sei, worauf um 2 Uhr der erste Schmalspurzug in Montreal ob- gelassen werden konnte. Der Umbau der Strecke, die an Ausdehnung der Entfernung Berlin— Wien entspricht, war in nicht ganz 27 Stunden bewältigt worden! Auch beim Bau der neuesten, die Bereinigten Staaten durch- querenden Ueberlandbahnen hat man teilweise verblüffend kurze Bauzeiten erreicht. Wohl unübertroffen steht heute die Leistung der Chicago-Milwaukce- und St. Paul-Eisenbahn da, die den Bau ihrer im Jahre 1909 vollendeten 2260 Kilometer langen Ueberland- Verbindung, die vom Missouri zu den Gestaden des Puzetiunde» führt, in der Zeit von 36 Monaten bewerkstelligt hat. Jm Tages- durchschnitt sind hier 2 Kilometer vollendet worden, obwohl es sich um eine Linie handelt, die die Felsengebirge und da» Kaskaden- gebirge durchbrechen und eine Reihe großer Ströme überbrücke» muß. Während des Sommers sind auf der Pugetsundlinie von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang nicht selten mehr als 6 Kilo- meter Gleis, allerdings unter Zuhilfenahme besonderer Gleis- Maschinen, verlegt worden. Im Schützengraben. Ein Kriegsteilnehmer in Frankreich, der württembergische Grenadier Egle. von Beruf Kannenlöter, hat im Schützengraben folgende Verse verfaßt: Und werde ich siebzig und werde ich mehr, DaS eine vergesse ich nimmermehr: Im Schützengraben hinter Menil Da lagen wir hundert Stunden still Und durften nicht vorwärts■— Nicht'ran an den Feind, Wir haben'S nicht zu ertragen gemeint; Und wenn die Granaten uns pfeifend umbrüllt Und mit Erdreich halb unfern Graben gefüllt, Dann mußten wir liegen still und gebückt; Wir haben die Gewehre fest an unS gedrückt. Die Finger in ohnmächt'ger Wut geballt Und dachten:„Kommt der Befehl jetzt nicht bald» So brechen wir vor, komm« wa« mag;— Und warteten dock bis zun, vierten Tag. Ost wenn die Geduld schon zu brechen schien, Hielt uns nur die eiserne Disziplin. Wir haben gewartet hundert Stunden Und haben geblutet aus gleich vielen Wunden; Daß der Hunger an unseren Kräften genagt, Danach hat keiner weiter gefragt. Nur eins das Herz schier zerrissen hat, Wenn ein Sterbender stammelnd um Wasser bat Und wir konnten den brennenden Durst nickt stillen, Den letzten flehenden Wunsch nicht erfüllen; Alle Feldflaschen leer—— Keinen Tropfen mehr. Und werde ich siebzig, und lverde ich mehr, DaS eine vergesse ich nimmermehr. Mus Groß-öerlku Mietshilfe au Erwerbslose. Der Magistrat der Stadt Berlin hat der am Donnerstag tagenden Stadtverordnetenversammlung eine Vorlage unterbreitet über die Gewährung von Mictsbeihilfen an Erwerbs- und Arbeits- lose. Danach können erwerbslose Angestellte. Arbeiter, kleinere Gewerbetreibende und Angehörige freier Berufe, welche mit dem Hauswirt oder dessen Vertreter einen Mietvertrag abgeschlossen haben, während der Kriegszeit eine Mietbeihilfe erhalten, wenn sie unvcrschuloet durch den Krieg in Not geraten sind und während der letzten vier Wochen vor der Stellung des Antrages Arbeits- losenuntcrstiitzung erhalten haben. Die Jahresmiete der Wohnung darf nicht mehr als 500 Mark betragen. Umfaßt der Mietvertrag Wohnräume und für gewerbliche Zwecke bestimmte Räume, so darf der auf die Wohnräume entfallende Teil der Miete nicht mehr als 500 Mark betragen. Die Mietshilfe darf 50 Prozent der Miete, aber nicht mehr als 15 Mark monatlich betragen; sie wird nach- träglich für den dem Antrag voraufgegangenen Kalendermonat an den Hauswirt gezahlt. Zur Stellung des Antrages ist der Erwerbslose berechtigt; auch kann das Niietseinigungsamt die Be» willigung anregen. Auch bei der Mietsibeihilfe wird der Magistrat Hand in Hand mit der Landesversicherungsanstalt Berlin arbeiten. Die Anstalt will für alle diejenigen, die von ihr Arbeitslosenunterstützung er- halten, die Fürsorg« unter den üben mitgeteilten Bedingungen der Stadt Berlin ubernehmen. Verbotene Inserate« Der Oberbefehlshaber in den Marken macht bekannt: Den in der Stadt Berlin und der Provinz Brandenburg er» scheinendes Zeitungen untersage ich für die Dauer des Krieges die Aufnahme von Anzeigen, in denen sich Personen zur Behandlung von Krankheiten oder Leiden, die als Geschlechtskrankheiten bekannt sind, einschließlich ihrer Folgezustände, anbieten; Gegenstände oder Behandlungsmatznahmen angepriesen werden, welche zur Linderung oder Heilung von solchen Krankheiten dienen sollen. Diese An- ordnung erstreckt sich nicht auf Anzeigen ärztlich approbierter Personen._ Stadtverordnetenwahlen in Lichtenberg. Bei der gestern vollzogenen Stadtverordnetenwahl in der 8. Abteilung erhielt im 3. B e z i r k Eigentümer Hampsch 169 Stim- men; im 4. Bezirk der bisherige Vertreter, Stadtv. Theodor Ritter, 131; im 8. Bezirk Stadtverordneter Ludewig 249; im 9. Bezirk der Stadtverordnete Oskar Witzke 223; im 14. Be- zirk der bisherige Vertreter Stadtverordneter Otto John 115; im 15. Bezirk der�Stadtverordnete Elias 121 und im 22. Bezirk Fritz Berger 99 Stimmen. Am heutigen Montag, in der Zeit von 12 Uhr mittags bis 6 Uhr nachmittags, wählt die zweite Abteilung. Für den ersten Bezirk befindet sich das Wahllokal im Restaurant Robert Wierske, Boxhagener Chaussee 21. Kandidat: Genosse MiruS. Wahllokil für den zweiten Bezirk: Restaurant Emil Henkel, Jungstr. 83. Kandidat: Genosse Heckert. Wähler! Parteigenossen! Erscheint zur Wahl! In allen anderen Bezirken der zweiten Abteilung ist strikteste Wahlenthaltung zu üben. Ein tötlicher Automobilunfall ereignete sich am Sonnabend- abend in der Kolonnenstraße in Schöneberg. Dort wollte das fünfjährige Söhnchen Fritz des Postillons Ewald den Damm über- schreiten, ohne die Hupensignale eines herannahenden Droschken- aulomobils zu beachten. Der Kleine geriet unter oie Räder des Wagens und erlitt so schwere Verletzungen, daß er auf dem Wege zum Arzt verstarb. Kleine Rachrichten. Durch einen Sturz von der Treppe fand in der Nacht zum Sonntag der 49 Jahre alte Stallmann August Schmidt aus der Fliederstraße 6 den Tod. Die Leiche wurde be- schlagnahmt.— Der 20 Jahre alte Arbeiter R. Abendroth aus der Hochstädter Straße 19 erlitt auf der Straße einen Blutsturz, an dessen Folgen er starb, ehe ärztliche Hilfe zur Stelle war. Zentriü-Men-iinii Sterbekasse der Gold- und Silberarbeiter und ?ers, Berolsgenossen Nach kurzer Krankheit verschied am 27. November unier Vorstands- Mitglied, der Mechaniker Etiedsrd Häaisch. Wir verlieren mit ihm«wen stets hilfsbereiten, lieben Freund. Ghre feinem Andenke»: Die Beerdigung findet am Montag, den 30. November, nach. mittags Ist, Uhr. von der Leichen- balle des Neuköllner(Sememde. sriedhoses, Mariendorfer Weg, aus statt. Vorstand der Mitgliedschaft NenkSll«. LpeÄalsrct Dp. med. Wockenfafi, FriedrIcHstr. 125,(Oranienb. Tor). für Syphilis. Harn- u Frauenleiden— Ehrlich-Hata-Knr(Dauer 12 Tage) Blutuntersuchung. 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Geöffnet von 11— Ist, und von i'1,—7 Uhr. Frietlrichshsgen, f'lchtenan, Bahnsdorf, Schönelehe, Hl.-Scbönebeck: Emst Wertmann, FriedrichShagen. Köpe- nick« Strage 18. Orünan: Franz Klein, Friedrichs. 10. cksthal. Johannisthal. Bndow: Max Konschur, Parkstr. 23 Karlshorst: Richard Küter. Rödelstr. 9, U. Könlxs-D nsterhansen, D lldan, Miederlehme !! n i! m n II i'. Patmlciin. 2, Eingang Biestow« Straj�a ! Friedrich Köpenick: Emil Witzler, Kietzerstr. 5, Laden. Geöffnet von morgen« 7 Uhr bis abends 8 Mr. Lichtenberg, Frlcdrichsfelde. Hohenschönhansen: Otto Seikel. Wartenbergstrage 1(Laden). Geöffnet von Lst,— 2 und von 4st,— T Uhr. Bablsdorf, Kanlsdorf, Biesdorf: P. Hetzberg, KauIS- dors, F«dinandstratze 17. Ifarlendorf: August L«ip. Tbauffeestr. 29. Barlenfelde: Emil Seinert, Berlin« Gtr. 114 II. Menenhagen, Doppegarten � Gustav Bergmann, Wolterstr. 3. Kenkölln: M. Heinrich, Neckarstr. 2, im Laden, Geöffnet oon 9—2 und von 4— 7 Uhr; Neukölln. Britz: Rohr, Siegsriedstratze 28/29. 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Vegel, Borsigwalde, Wittenau, Waldmannslast, Dermsdorf, Hohen• Keaendorf, Birkenwerder, Freie Scholle u. Ueinickendort- West: Panl stitnaji, Borsigwalde, Räuschstratze 10. Geöffnet oon 11— Ist, u. von 4st,— 7 Uhr. Teltow: Wilhelm B o n o w, TeUow, Berliner«tr. 1V. Tempelhof: Joh. Strohn. Lornssiastr. 62. Treptow: Rod. Gramenz, Sttejholzstratze 412, Laden. Geöffnet von 7 Uhr moraens bis 8 Uhr abends. Welüeasee, Meinersdorf: K.Fuhrmann, Sedanftr. 105, pact. Geöffnet von U— Ist, und oon 4st,— 7 Uhr. Umersdarf, llalensee, Setomar, Wich elmsaue 27. gendorf: Paul Schubert. Zeuthen, niersdort: Ernst H ü t t t g, Zeuthen, MterSdorjer Str. 14. Zossen: Matuschek, Warktilr. 5. Sämlliche Parteiliteratur sowie alle wiffenschastticheu Werke werden geliefert _ Zonutag» flnd die Ausgabestelle» gefchloffeu._ Arbeiter-Wanderverein Berlin. •......... 4'.......— Sonntag, den 6. Dezember 1914, im großen Saal des Gewerkschaftshauses, Engelufer 15: ;; Die Kunsischatze Belgiens und Nordfrankreichs!! Ein Vortrag mit Lichtbildern von Dr. Max Poensgen-Alberty. Vorgetragen von Herrn Ferdinand Kraute. Vor Beginn des Vortrages Konzert der Hauskapelle. ErSffmmg S Uhr. Eintritt 20 Pf. 1/18* Anfang 7 Uhr. Der Vorstand •s— gg— AUFRUF! Vereine, Arbeitgeber, Eltern, Schwiegereltern und Freunde i der im Felde stehenden, wollt Ihr den Fanulienvätern unter| ihnen eins besonders wertvolle Liebesgabe opfern, so erwerbt für ihre Frauen und Kinder die Mitgliedschaft im j Hausarztverein Neukölln, tun ihnen ihr höchstes, emsiges Gut, die Gesundheit, erhalten zu helfen. Für den Beitrag von 35 PI* pro Woche und! Familie gewähren wir den Familien der Kriegsteilnehmep,| den Familien der ApbeiltSlOSGn sowie den Heimarbeiterinnen u. alleinstehenden weiblichen Personen j und den pamiüen, deren Versioiierung der den Kranken- j kassen in Fortfall VnrnAnetiniinn bei ihrem Eintritt(sonst i gekommen ist, als» CiyUllollyUliy z Monate Wartezeit)] sofort freie ärztliche Behandlung elnschlleüllch Operationen nnd ärztlicher De- I bnrtshilfen. Außerdem nach Wartezeit: Freie Bans pflege, Medizin, Verbandst© ffe,Dyphtherle-Seram, Atteste, Totenscheine nsw. usw. Der Hausarztverein Neukölln. Die Hansarstverelne sind keine Versicherangl geschtofte, sondern von Arbeitern gegründete und von Mitgliedern verwaltete Orj insbeeoni Hilfe, .nisationen zur ge, ire in Krankheit» Die Leistungen sind freiwillige, ohne klagbar. Rechtsanspruch. A nfnonnmmon werden nur Familien, deren Ernährer AUiycllUUllllCU entweder krankenversiebernngs- pfllchtlg ist, oder deren Einkommen nicht mehr als *500 Mark beträgt, desgleichen auch Witwen und alleinstehende weibliche Personen. Anfnahmegebtthr 50 P(., Beitrag ca. 85 Pf. pro Woche— 1,50 M. pro Monat für die ganze Familie, ungeachtet ob viel oder wenig Kinder. Der Beitrag wird monatl. durch Hauskassierer abgeholt. Nähere Auskunft und Aufnahmen durch: A. Kuhnert, Stuttgarter Str. 54, Gartenhaus ITr. Tel.: Neukölln 9625. 0. Htss, Selchower Straße 29, Vorderhaus 1 Tr. W. HSse. Bendastr. 11, Vorderhaus 2 Tr. 0. Bergemann, Schudomastr. 45. P. Hinz, Nansenstr. 2, Seiteuflügel 2 Lr. G. Nitzki, Treptow, Krüllstr. 4. A. Tfepke, Bntz, Bürgerstr. 29. A. Bartsch, Hermannstraße 49, Restaurant. M. Israel, Emser Str, 10, Laden. Tel.: Neukölln 1738. 0. Nüttel, Nogatstr. 43, Vorderhaus 3 Tr. Tel.: Neuk. 1738. G. ZerfuB. Zietenstr. 53, Laden. Menke, Wildenbrachstr.5, Laden R. Goertz, Wissmannstraße 19, Gartenhaus. 0. Waschkowskl, Harth astr. 14, Laden. 79/14 Außerhalb Neuköllns Wohnenden erteilt Auskunft(such schriltlich); O. Düttel, Menhölln, Xogatatr. 48-44. Tel: Amt Neukölln 1738. Bitte hier abzutrennen und an eine der obigen Adressen einzusenden. Ezrunehe am nfthere Aaakanft zwecks Aufnahme. Name:. Wohnung: Feldbrief=Mappe enthaltend 5 vorschriftsmäßig bedruckte Feldpost-Briefumschläge nebst Briefbogen, S vorschriftsmäßig bearuckte Postkarten Preis 10 Pf. Buchhandlung Vorwärts JLlndenotP. 8, Verantwortlicher Redakteur: Ernst Däumig, Steglitz. Für den Jnferarenletloerantw.: Ttz. Glocke. Berlin. Druck n. Verlag: VorwartSBuchdruckere» u. LerlagSanftaU Paul Singer& Berlin. SW.