Nr.333. Abonnements- Bedingungen: Abonnements. Preis pränumerando: Bierteljährl 3,30 M.. monatl. 1,10 m., wöchentlich 25 Bfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Bfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage Die Neue Welt" 10 Pa. Post Abonnement: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in die Bost Zeitungs. Preisliste. Unter Areuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2,50 Mart, für das übrige Ausland Mark pro Monat. Postabonnements nehmen an: Belgien, Dänemart, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz Erichsint täglich. Bd bit Vorwärts Berliner Volksblaff. 31. Jahrgang. Die Infertions- Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Rolonel geile oder deren Raum 60 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Bereins und Bersammlungs- Anzeigen 30 Bfg. ,, Kleine Anzeigen", das fettgebrudte Wort 20 Pfg.( zulässig 2 fettgedruckte Borte), jedes weitere Wort 10 Pfg. Stellengesuche und Schlafstellenan zeigen das erste Wort 10 Pfg., jedes weitere Bort 5 Bfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inferate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm- Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 68, Lindenstraße 3. Fernsprecher: Am: Morikplan, Nr. 151 90-151 97. Sonntag, den 6. Dezember 1914. Expedition: Sw. 68, Lindenstraße 3. Fernsprecher: Amt Moritplak, Nr. 151 90-151 97. Befriedigender Verlauf der Operationen in Ost und West. Westlicher Kriegsschauplatz. Die Meldung des Großen Hauptquartiers Die englische Arbeiterbewegung Die verschanzten Stellungen der Gegner an der Yser. und der Krieg. ( on unserem Londoner Korrespondenten.) Amtlich. Großes Hauptquartier, 5. Dezember 1914, vormittags.( W. T. B.) In Flandern und südlich Mehz wurden Paris, 5. Dezember.( T. 11.) Nach der Jahresklasse 1915 beruft Frankreich nun auch die Jahresklasse 1916 ein, und zwar auf gestern französische Angriffe abgewiesen. Bei Mitte Februar. Wenn auch diese Refruten nicht sofort in den Strieg La Bassee, im Argonnerwalde und in Gegend zu herrschen. Wir wollen deshalb in kurzen Zügen die Tatsüdwestlich Altkirch machten unsere Truppen fachen darstellen, wie sie sich vom Vorabend des Krieges an ent geichidt werden sollen, so scheint doch aus der getroffenen Maßregel hervorzugehen, daß Frankreich noch mit einer langen Striegsdauer Linien so fest verschanzt, daß selbst die heftigsten Stämpfe( nach Fortschritte. französischer Ueberzeugung) nur leichte Aenderungen der Linien aur. Folge haben könnten. Unter diesen Umständen genüge selbst ein Jahr nicht, um die Deutschen aus dem Lande hinauszuwerfen. rechnet. Im Westen sind beide Gegner auf mehreren parallelen Ein englisches Urteil. Oberste Heeresleitung. Ueber die Haltung der englischen Arbeiterbewegung gegenüber dem Kriege scheint am Festlande einige Unklarheit wickelt haben. Vor dem Kriegsausbruch kämpfte die gesamte britische Arbeiterbewegung mit größter Einmütigkeit gegen jede Bei den Kämpfen östlich der masurischen Beteiligung Englands an dem Kriege. Am 31. Juli, Seen ist die Lage günstig. Kleinere Unterneh- dem Tage, wo die Nachricht von der allgemeinen Mobilmachung Rußlands England erreichte, hielt das britische mungen brachten dort 1200 Gefangene. Komitee des Internationalen Sozialistenkongreß eine KorIn Polen verlaufen unsere Operationen poration, in der alle Sektionen der englischen ArbeiterLondon, 5. Dezember.( W. T. B.) Ein Augenzeuge bewegung, die Arbeiterpartei, die Independent Labour Party, schreibt aus dem englifchen Hauptquartier: Die regelrecht. die British Socialist Party und die Fabian Society vertreten Deutschen sind kein unwürdiger Feind. Troßdem sie find eine Sißung ab. Hier wurde ein Manifest an das mit Anstrengung den riesenhaften Kampf an zwei Fronten britische Volf angenommen, das sich mit der größten führen, setzen sie ihre Attacken mit einem Mut fort, der durch Entschiedenheit für den Frieden einfeßt, die englische RegieFehlschläge kaum geschwächt wird. Es ist ihnen nicht gelungen, Eine russische Falschmeldung. rung im Falle eines Krieges zur Wahrung der Neudie Meerenge von Dober zu erreichen; aber eine neue Armee, tralität auffordert und das englische Volt nicht vor dem die sie Mitte Oktober ins Feld setzten, ermöglichte ihnen, ihre Amtlich. Berlin, 5. Dezember.( W. T. B.) Die deutschen Militarismus, sondern vor dem russischen DespotisStellung zu befestigen und Belgien mit seiner wichtigen Stüften- in dem russischen Communiqué vom 29. November enthaltene mus warnt. Das Manifest, dessen Wortlaut seinerzeit auch in linie bis auf einen ganz kleinen Zeil im Besitz zu behalten. Behauptung, daß bei Ezen sto chau ein deutscher Angriff die deutsche Presse gelangte, ließ an Deutlichkeit nichts zu Dieser Krieg ist ein Erschöpfungstrieg. Wenn unter schweren Verlusten gescheitert sei, ist falsch. Wahr wünschen übrig. Sein Verfasser war fein anderer als der die regulären Armeen der Kriegführenden ihre Arbeit voll ist das Gegenteil: ein Angriff des 17. russischen Armeekorps, Genosse H. H. Hyndman. bracht haben werden, wird der schließliche Erfolg von Maß der bis auf sechzig Meter an uns herankam, wurde an dem Die Agitation gegen den Krieg wurde in den folgenden nahmen abhängen, die getroffen wurden, um die unausbetreffenden Tage unter- außerordentlich schweren Ber- 1. und 2. August, wurden in allen Teilen des Landes Riesenaußerordentlich schweren Ver- Tagen fräftig fortgelegt. Am Sonntag und Montag, den gebildeten Mannschaften zur Kriegführung vorzubereiten lusten für die Russen abgeschlagen. Die Russen ließen eine demonstrationen abgehalten. In der Versammlung am und zu benutzen. sehr große Anzahl Toter und Verwundeter zurück und waren Londoner Trafalgar Square sprachen ferner George Lansgezwungen, ihre Stellungen weiter nach rückwärts zu verlegen. bury und Ben Tillet. Die Kriegserklärung zwischen Die Qualität der deutschen Truppen. * Der österreichische Generalstabsbericht. Manchester, 5. Dezember.( W. T. B.) Manchester Guardian" schreibt in einem Leitartikel, nachdem er die deutsche Kriegsführung Iritifiert hat: Bemerkenswerte. Züge der Kämpfe der legten Zeit waren: erstens das Erscheinen v. Hindenburgs als eines Generals Wien, 5. Dezember, mittags( W. T. B.) In den Kar- Sut find," rief der Abgeordnete en derson, dann werden von wirklich großer, originaler Fähigkeit im Gegenfaz zu bloßer pathen ereignete sich auch gestern nichts von Bedeutung. militärischer Bildung, deren Niveau diesem Krieg In Westgalizien entwickelten sich bei Tymbark kleinere, sehr hoch war; zweitens die ganz unerwartet hohen für unsere Waffen erfolgreiche Kämpfe. Die Lage in Süd Qualitäten der deutschen Reservetruppen. Dieſe Männer polen ist unverändert. Die Schlacht in Nordpolen schnitten mit ihrem Mut und ihrer Anpassungsfähigkeit an dauert fort. die neuen Bedingungen ebenso gut oder besser ab, als die Truppen der ersten Linie im Anfang des Krieges. Wir haben nicht mehr allein mit der militärischen Bureaukratie zu tun, wir fämpfen gegen den Patriotismus und die Intelligenz der Durchschnittsdeutschen, die sich gefährlicher erweisen können, als die Maschinerie der Militär- hiesigen Internierungslager im allgemeinen wieder bureaukratie. Der Manchester Guardian" sagt noch, niemand herrscht. Drei von den verwundeten Belgiern sind glaube, daß der Krieg drei Jahre dauern werde oder könne. Die Lage in Antwerpen. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. v. Hoefer, Generalmajor. ihren Verlegungen erlegen. Vom österreichisch- serbischen Kriegsschauplah. Ruhe noch Bon der holländischen Grenze, 4. Dezember.( T. 11.) In Anttverpen, so lautet ein Privatbrief der„ Tyd" vom 2. Dezember, beginnt allmählich mehr Leben in die einzelnen Betriebe zu kommen. So sieht man z. B. die Amsterdamer Juwelenhändler wieder vor der Diamantenbörse in Antwerpen. Die Versammlung im Diamanten- Neue schwere Kämpfe in Serbien. hause Fortuna" ist wieder geöffnet, indessen werden noch nicht viel Wien, 5. Dezember.( W. T. B.) Bom südlichen Krieg 8Geschäfte abgeschlossen. Auf der Keyserley ist es beinahe so belebt i chauplas wird amtlich gemeldet: 5. Dezember. Die Kämpfe wie in früheren Zeiten. Die Mannschaft der Bürgerwehr läßt sich westlich und südwestlich Arandjelovas dauern äußerst hartnädig entsprechend der Aufforderung der deutschen Behörden in großer und sehr verlust reich an. Bisher ist noch keine end Zahl eintragen, und geben die eidesstattliche Versicherung ab, daß gültige Entscheidung gefallen. Gestern wurden über 600 sie die Waffen nicht mehr gegen Deutschland erheben wollen. Der Mann zu Gefangenen gemacht. Cisenbahnverkehr läßt allerdings noch zu wünschen übrig. Man braucht auf Umwegen einen ganzen Tag, um nach Brüssel zu tommen; indessen hoffen die Deutschen, die Eisenbahnbrücke über die Nethe bald wieder herstellen zu können, so daß dann eine regelrechte Zugverbindung zwischen Antwerpen und Brüssel möglich wird. Die Typhusepidemie in Calais. " Aufruf an die Bevölkerung Serbiens und Montenegros. Deutschland auf der einen, Rußland und Frankreich auf der anderen Seite, war damals bereits bekannt. Aber das gab der Friedensforderung der englischen Arbeiter nur einen noch mächtigeren Anstoß: Wenn wir nicht auf unserer wir in dieselbe Lage gedrängt werden, wie Deutschland, Rußland und Frankreich. Wir sind hier, um im Namen der internationalen Brüderlichkeit gegen den Krieg zu protestieren." Der Abgeordnete Thorne erklärte, daß das ganze Volk eine sofortige Neutralitätserklärung von der Regierung erwarte. Was," rief er, wissen wir Arbeiter von diesem heillosen Dreiverband, der von der einen Nation verlangt, daß sie der anderen bei dem Massengemegel beisteht? Wenn ein Bündnis besteht, das uns verpflichtet, Rußland und Frankreich zu helfen, dann muß der sofortige Rücktritt der Re gierung gefordert werden." Denselben Geist atmeten auch alle anderen Reden. Davon, daß Deutschland als der Feind zu betrachten sei, war auch nicht die leiseste Andeutung zu bernehmen. 9 Dann folgten der verhängnisvolle 4. Auguft. Die Regierung teilte dem Unterhause mit, daß sie an Deutschland ein Ultimatum gesandt habe, die Respektierung der belgischen Neutralität zu versprechen, und da bis zum Termin des Ultimatums, nämlich bis Mitternacht zwischen Dienstag und Mittwoch, keine Antwort anlangte, war der Krieg Dienstag Mitternacht Tatsache. Das änderte aber zunächst an der Haltung der Arbeiterpartei nichts. Noch am 5. A u gust, alio nach eingetretenem Kriegszustande, hielt der Vorstand der Arbeiterpartei eine außerordentliche Sigung im Parlamentsgebäude ab, in der er eine einstimmig angenommene Resolution faßte. Da diese Resolution, soweit wir feststellen fonnten, am Festlande noch nicht bekannt geworden ist, lassen wir sie in wörtlicher Uebersetzung folgen: I. Das Oberkommando der österreichisch- ungarischen Armee hat an die Bevölkerung Serbiens und Montenegros einen " Daß der Konflikt zwischen den Nationen Europas, in Aufruf gerichtet, in dem die Uebernahme der Gerichtsbarkeit den dieses Land nun verwickelt ist, darauf zurückzuführen ist, London, 5. Dezember.( W. T. B.) Times" melden aus in den besetzten Gebieten durch die Militärgerichte ange- daß die Auswärtigen Aemter eine die Aufrechterhal Calais: Bur Unterbringung von Typhuskranten soll ein fündigt wird. Diesen Gerichten werde stets nur Wahrheit, tung eines europäischen Gleichgewichts beim Hafen von Calais ftationiertes Schiff verwendet werden. Gleich Recht und Gerechtigkeit vorschweben. In der Verwaltung zwedende diplomatische Politik befolgt haben; daß unsere zeitig follen ein Isoliertrantenhaus und wasserdichte Hallen wurden, soweit wie möglich, die bisherigen Beamten in ihren eigene Staatspolitik der ausschließlichen für diesen Zwed verwendet werden. Man denkt auch daran, Kanalbarken für Stranke einzurichten. Die Epidemie scheint nach den Be- Stellungen belassen, wobei diese auf den Schutz der Armee Verständigung mit Frankreich und Rußland zählen könnten, so lange sie ihr Amt ehrlich versehen. Gegen allein die Macht Rußlands sowohl in Europa wie in Asien richten eine beträchtliche Ausdehnung genommen zu haben. Aufruhr, Verschwörung und jede Art von Feindseligkeit und vermehren und die guten Beziehungen mit Deutschland gefährden mußte. hinterliftiger Tätigkeit werde mit unerbittlicher Strenge des Gesetzes vorgegangen. Am Schluß des Aufrufes wird erwartet, daß die Bevölkerung ruhig ihren Berufspflichten Von der holländischen Grenze, 4. Dezember.( T. 11.) sowie den Pflichten der Erhaltung der Familien nachkommen Das„ Allgemeen Handelsblad" meldet aus Zeist, daß im wird, Zum Aufruhr der Belgier im holländischen Internierungslager. Daß Sir Edward Grey, wie die von ihm dem Unterhause mitgeteilten Tatsachen beweisen, ohne Wissen unseres Volkes die Ehre des Landes verbürgte, um Frankreich im Falle eines jeden Krieges, in den es ernsthaft verwickelt würde, zu unterstützen, und die bestimmte Versicherung der Unterstuhunss stab. ehe das Unterhaus Gelegenheit hatte, zur Fracre Stellung zu nehmen. Daß die Ärbeilerbewegunq noch einmal die Tatsache be- tont, daß sie die Politik, die den Krieg erzeugt hat, bekänrpst hat. und daß es jetzt ihre Pflicht ist. so schnell wie möglich einen Frieden zu sichern unter Ve- dingungen, die die besten Gelegenheiten zur Wiederherstellung der freundschaftlichen Beziehungen zwischen den Arbeitern Europas schaffen. n. Daß der Parteivorstand, ohne von der unsere Beteiligung an einein europäiscbeil Kriege bekämpfenden Haltung der Ar- beiterbcwegung im geringsten zurückzuweichen, allen sozialisti- schen und Arbeiterorganisationen den Rat erteilt, mit wach- f amen Augen die erste Gelegenheit zu wirk- samer Aktion im Interesse des Friedens und der Wiederher stellung guter Beziehungen zwischen den Arbeitern der europäischen Na- tionenzu erspähen, inzwischen aber ihre Energien auf die Aufgabe zu konzentrieren, die an der am 5. August im Parlamentsgebäude abgehaltenen Konferenz der Arbeiteror- ganisationen angenonnnenen Resolutionen durchzuführen, die inr einzelnen die Maßnahmen aufzählen, die zur Linderung der Not. in die unsere Arbeiterbevölkerung während des Kriegszustandes unvermeidlich gesteuert werden wird, er- griffen werden müssen." Diese Resolution deckt sich, wie man sieht, inhaltlich voll- ständig mit der Erklärung der Deutschen Reichstagsfraktion, nur daß von einer Unterstützung der Kriegsführung oder von einer Votierung von Kriegskrediten in ihr keine Rede ist. Bis dahin war die Einmiitigkeit ini Lager der Arbeiter- bewegung eine vollständige. Nun aber sollte sofort ein Bruch folgen. Noch ani Abend desselben 5. August hielt die Ar- beiterfraktion des Unterhauses eine Sitzung ab, in der der Fraktionsvorsitzende Genosse Ramsay Mac- d o n a l d den Antrag stellte, die eben angeführte einstimmige Resolution des Parteivorstandes im Unterhause verlesen z u dürfen. Dieser Alltrag wurde von der Mehrheit der Fraktion abgelehnt. Hierauf legte M a c d o n a l d sein Amt als Fraktionsvorsitzender nieder, und der Partei- sekretär, Abgeordneter Henderson, der damals noch den Standpunkt Macdonalds teilte, trat provisorisch an dessen Stelle. Da nicht die Unterhausfraktion, sondern der Partei- vorstand die höchste verantwortliche Instanz der Partei ist, ist lind bleibt die in der angeführten Resolution enthaltene Kundgebung die offizielle Stellungnahme der britischen Ar- beiterpartei zum Kriege. Allein die Einmütigkeit der Partei war dahin, und damit erlahmte zunächst auch ihre Wider- standskraft gegenüber der Kriegspolitik. Gestlicher Kriegsschauplatz. Die Kämpfe in polen. Zürich, 5. Dezember.(?. U..) Der militärische Mitarbeiter des„Beriier Bund" schreibt, daß es dem Generalfeldmarschall von Hindenburg dank der Tntscblutzsähigkeit seiner Generale und der Äampfkrast seiner Truppen gelungen sei. die durch überlegene Massen erfolgte Einkreisung zu sprengen und auf eine strategisch gesicherte, die AngrisfSrichtung ümehaltende Position zurückzugehen. Die Russen seien dadurch gezwungen worden, sich auf ihrem reckten Flügel wieder neu zu gruppieren und das Gesetz des Handelns wieder abzugeben. Augenblicklich scheine die Schlacht stontal zum Stehen ge- bracht worden zu sein, doch werde es bei HiudenburgS Strategie kaum dabei bleiben. /tos öen Kämpfen bei /lrras. Folgender Feldpostbrief eines Parteigenossen wird unS zur Verfügung gestellt: ..« den 22. November 1914. M. L E. n. F.! Herzlichen Dank für Deinen lieben Brief uird Paket, welche ich bei bester Gesundheit erhalten habe. Unser bisheriges Oiiar- tier.... haben wir schon seit dem 1. November verladen. Den Armeebefehl deS Kronprinzen von Bayern hast Du gewiß gelesen, und zu dieser Armee gelwren wir. Die Stellungen sind stark ausgebaut, mit allen Mitteln der Feldlechnik bat sich hier der Feind geschützt. Um solche Stellungen zu verteidigen, genügen wenige Soldaten, Ivenn diese durch eine gute Artillerie unterstützt werden. Das ist hier der Fall! Schwere englische Artillerie, Schiffsge- schütze, sehr weit tragend, werden oft unangenehm, denn die ver....... Flieger kundschaften alles aus. Wenn eS bei unserer Infanterie Mittag gibt und die Feldküche an die Schützengräben fährt, donnert es mit aller Macht, so daß oft die armen Kameraden in de» 2— 3 Tagen, die sie in den Schützengräben auSbalten, nur einmal warmes Esten erhalten. Ein Glück für unS, daß wir noch Ablösungen vornehmen können. Unser Gegner kann eS nicht mehr, und oft kommt es vor. daß Abteilungen feindlicher Soldaten mit Offizieren zu unS herüberkommen. Die Erschöpfung macht sie willenlos. Unsere Arbeil besteht jetzt darin, für die Infanterie und Artillerie, die dem Gegner gegenüberliegt, Winterquartiere zu bauen. Da wird nun Holz, Eisenträger, Wellblech, Bretter in großen Mengen gefahren, um den Aermsten das Los einigermaßen bei dem jetzt schon einsetzenden Frost zu erleichtern. Ab und zu schießt dabei der Feind, ohne jemand zu treffen, denn derselbe nimmt nur einen Teil d-r Ortschaft, in der wir abladen müssen, unter Feuer. Wo nun geschossen wird, gehen wir zurück, «bwohl man doch einmal ivas auf die Mütze erhalten kann. Be- merken will ich, daß der Engländer gut schießt, überhaupt ist Wohl in diesem Kriege die Artillerie aller Länder, wenigstens hier im Westen, sich ebenbürtig. In den Ortschaften.... ist alles in Trümmer, obwohl diese Orte noch 1ZH Stunden von der Feuerlinie liegen. Hier sind unsere Reserveregimenter, welche die Ablösungen vornehmen. Diese wollen sich nun, was selbstverständlich iji, wohnlich einrichten, in den Häusern schlafen, um ein Dach über dem Haupte zu haben; aber sie hatten die Rech- nung ohne den Flieger gemacht. Denn kaum waren sie im Ort. als schon Granaten sausten, und das Wohnen ungemütlich machten. Meistens ist alles zerschossen und wo noch ein Hau? steht, wohnen Soldaten, als wenn nichts gewesen, trotzocm noch alle Tage ein- zelne Geschosse das Dorf bestreichen. Wie man mir versicherte, denken die Soldaten gar nicht daran, die Dörfer zu verlassen. Denn irgendwo müssen sie bleiben und wo sie auch hinkommen schießt man. Die Dorfbewohner sind alle geflohen, verschiedene Frauen, die sich in den Keller geflüchtet, wurden durch einen Granatschuß getötet. Sie wollten ihr Heim nicht verlassen und mußten ihre Liebe mit dem Tode bezahlen. Alles, was man sieht, Jammer und Elend! Die Bewohner, wo man diese trifft, hungern und betteln um Brot. Man giht das wenige, was man hat, oft nock weg. um später selber zu hungern. Ich sage Dir, der deutsche Soldat' ist gut zu den Leuten, was mir oft Freude macht. Das- selbe sagte auch der rFanzosc.„Allcmagne bon" hört man oft, und ohne Scheu bittet man um Brot, auch oft um Tabak. Wie ich schon beobachtet, beginnt eS bei der französischen Bevölkerung zu Der Seekrieg. Großadmiral Sepmour über die Taktik der englischen Zlotte. London, 2. Dezember.(SB. T. B.) Der Flottenkorrespondent der .Morning Post" bespricht einen im»Cornbill Magazine" ver« öffentlichren Artikel des Großadmirals Sir Edward Sey- mour, in dem es zum Schlüsse heißt: So lange die deutsche Flotte existiert, bildet sie einen Trumpf für Deutschland, wenn Friedensverhandlungen auf der Tagesordnung sieben. Der Korrespondent der„Morning Post" bemerkt dazu: Daß Deutschland eine solche Waffe für die VerHand- l u n g e n besitzen sollte, ist im höchsten Maße unerwünscht. Alle Mittel müßten gegen diese Möglichkeit ange- wandt werden. Aber unter den obwaltenden Umständen ist es klar, daß die Wahl bei Deutschland liegt. Die britische Flotte kann die deutsche Flotte nicht zwingen herauszukommen, aber sie kann sie zwingen, drinnen zu bleiben, wenn solcher Kurs erwünscht erschiene. Einstweilen kann die Strategie auf keiner Seite ein entscheidendes Ereignis herbeiführen. Die gegenwärtige Loge kann unbestimmte Zeit fort- dauern, bis neue Methoden enldeckt und in die Praxis umgesetzt find. Gegenwärtig verhalten sich beide Seiten defensiv. ES sind vortreffliche Gründe, weShalb die britische Flotte defensiv bleibt, aber daraus folgt nicht, daß die Tcsenstve richtig ist; sie war in der Vergangenheit niemals richtig. die englische presse gegen öie verschweigungstaktik. Kopenhagen, 4. Dezember.(W. T. B.)„R a t i o n a l T i d e u d e" meldet auS London: Preise und Publikum äußerten die größte Mißstimmung darüber, daß die Admiralität den Untergang deS Linienschiffes.AudaeiouS' verschwiegen habe, der jetzt doch nicht mehr zu bestreiten sei. da die deutschen Zeitungen den Unfall veröffentlicht hätten. Wenn auch Menichenleben nickt verloren gegangen seien und der Unfall einem einzigartigen Zufall zuzuschreiben sei. so errege das Verfahren der Admiralität doch daS größte Mißtrauen, da das Publikum nicht wisse, ob mehr solcher Unglücksfälle verschwiegen würden. Militärische Gründe für die Verheimlichung seien nicht vor- Händen, also diene sie nur dem Bestreben, daS englische Publikum im Unklaren über die Situation zu lassen. »» * London, 5. Dezember.(SB. T. B.) Eine Zuschrift an die „Times" kriiisierr die e n g l i s ch e Z e n s u r, die keinem eng- tischen Blatte erlaubt habe, da? Unglück auf See zu erwähnen. da? Ende Oktober geschehen sein ioll, das in a m e r i k a n i i ch e n und kanadischen Blättern, teilweise mit Illustrationen, beschrieben und über das in der s ch iv e d i s ch e n, deutschen und holländischen Presse berichtet worden ist. Jedermann wisse davon, eS sei seit vier bis fünf Wochen das öffentliche Geheimnis des Krieges. Der Einsender weist auf den Eindruck hin, den dieses Verfahren auf die öffentliche Meinung Amerikas machen müsse und führt die New Dorker Wochenschrift„Outlook" an. die schrieb: DaS heißt. daS englische Publikum wie Kinder be- handeln: unter solchen Umständen ist ein Vertrauen zu den von der Admiralität veröffentlichten Berichten unmöglich. Der Einsender hat mit.Aubax" unterzeichnet. der türkische Krieg. die Kämpfe um datum. Konstautinopel, 4. Dezember.(W. T. B.) Mitteilung aus dem Hauptquartier. Unsere Truppen haben in der Gegend am Tschorok und bei Adsckara alle'Tage neue Erfolge. In nörd- dämmern, wer ihr größter Feind ist. nämlich der Engländer. Denn dieser schont kein Haus, keine Ortschaft. Vermutet er nur Deutsche im Dorf, genügt es für ihn, seine schwere Artillerie reden zu lassen, was zur Folge hat, daß kein Stein auf dem andern bleibt und die Bevölkerung keine Heimstätte mehr besitzt. Tasselbe Ge- fühl beherrscht auch die deutschen S-oldaten. Der Franzose gilt bei uns als Kamerad, nicht der Engländer. Es mag einen ko- mischen Eindruck machen, die Feinde so zu klassifizieren; aber im Felde wird man von dem Gefühl beherrscht, die den Krieg ver- Ursachen, dabei schneiden die Engländer schlecht ab. Jeder weiß. ivenn sie nicht wären, hätte der Krieg schon sein Ende erreicht, über- Haupt wäre ein so großes Blutvergießen nicht zustande gekommen. Die Ablösungen werden nur Nachts vorgenommen. Auch in der größten Dunkelheit gibt's bei der Ablösung feindliches Feuer. Die Entfernung der einzelnen feindlichen Abteilungen und unserer Infanterie beträgt stellemoeise nur 89 bis 199 Meter. Etwas, was noch nie dagewesen ist. Man ruft sich gegenseitig zu, ohne sich natürlich sehen zu lassen, denn sonst wird man unangenehm be- rührt. Seit dem 17. November haben wir Frost mit Schnee. In einzelnen Gärten blühen noch Rosen, �was zum stimmungsvollen Kontrast wird; Rosen und Schnee! Stimmung erhält man hier nicht, die Nerven sind zu angespannt, um sich ungestört mit Mutter Natur beschäftigen zu können. Hier in..... wo wir wieder unser Heim ausgeschlagen haben, ist es ganz leidlich. Die netten, wohlhabenden Bauersleute sino gut zu uns. Wir erhalten alle Tage etwas Milch, eine Seltenheit im Kriege. Auch gab's schon frische Butter, die natürlich herrlich mundete. Wie bei den Natur- Völkern, so treiben auch wir Tauschgeschäfte. Wir geben Kaffee, Salz oder Knochen zu Bouillon und erhalten dann daS oben- genannte. Wenn die F'eischrationen sehr knapp ausfallen, gehen wir auf Raub auS, um ein Hubn ober Täubcken, wenn es fein kann auch mehrere, in den Topf zu stecken. Man mag eS ver- urteilen, aber„Not kennt kein Gebot". Mit der Feldpost sind wir immer noch unzufrieden. Von den zahlreichen Sendungen der 19-Pf.-Pakete sind erst 29 bei der Kolonne angelangt. Diese befördert bekanntlich nicht die Feldpost, sondern die Feldinten- dantur. Bedenke, wir haben heute, wo ich diesen Brief schreibe, schon wieder den 22. d. M. und am 19. Oktober stnd meine 19-Pf..Paiete abgeschickt worden, wovon ich noch nichts erhalten habe. Das letzte, was unsere Frauen hingeben, um ihren Männern das Dasein im Felde zu erleichtern, wird seinen Zweck nicht erfüllen. Wir erhalten erstens nichts; denn eS sind 4 Wochen, und zweitens wird die Eßware verdorben sein, wenn wir daS Glück haben, ein Paket zu erhalten. Unsere Freundin, die Presse, muß sich rühren, denn hier ist ein dankbares Feld. Ich erhalte jetzt regelmäßig unsere Zeitung, was Du wohl ver- anjaßt hast. Man»st ein anderer Mensch, wenn man seine regel- mäßige geistige Kost erhält. Es sind nicht wenige, die unsere Zeilung lesen, auch wird sie von andern gern gelesen, ivas mir �reude macht Mit Interesse habe ich gelesen, daß der Reichstag im Dezember zusammentritt. Hoffentlich erfüllt er seine Aufgabe und sorgt für die durch den Krieg so schwer Betroffenen. Ein trauriges WeihnachtSfest für sehr viele Familien heute schon, und was kann noch alle« hinzukommen? Bon meinem Bruder Max habe ich am 21. d. M. einen Brief aus Dixmuiden erhalten. Der arme Junge hat es gewiß nicht leicht und ich habe um den Armen mehr Sorge als um mein Leben. Soffen wir daS beste, denn weiter kann man beim besten Willen nichts tun. Ja. so sorgt man sich um den Bruder! Deine Sendung Zigarren, ebenso die vom Freunde Wilhelm, habe ich am 21. erhalten. Nehmt meinen herzlichsten Dank für die Freude, sicher Richtung vorgehend, sind sie in Adschara eingedrungen und bis ö st l r ch von B a t u m vorgerückt. Ostwärts vorgehend gelangten sie in die Gegend von A r d a g a n; bei einem Kampfe westlich von Ardagan erbeuteten sie mit anderen Waffen ein Maschinengewehr; die Russen gingen auf?lrdagan zurück. (Wiederholt, weil nur in einem Teil der gestrigen Auflage.) Die Devölterung Norüperjlens auf ü.er Flucht. Aus der Schweiz, 4. Dezember.(T. U,)„Rossija Wjedomosti" meldet aus TifliS, Taufende von Flüchilingen treffen aus Nord- persien ein, daS zum Kriegsschauplatz zu werden droht. Zurücknahme üer Truppen am Suezkanal? London, 4. Dezember.(T. II.) Die„Times" berichten aus Kairo, daß die arabischen Truppen, die vor kurzem im Osten von Katie gemeldet worden seien, sich augenblicklich zurückgezogen hätten, denn es seien in der Nähe des Suezkanals keine feindlichen Truppen mehr beobachtet worden. Keine inöijchen Truppen in /legppten? Konstautinopcl, 4. Dezember. 27 T 92 99 " F 17 11 4 F 37 C 13 f 4 95 " " " 25 19. 8. bei Mardtschken. 19.10. 21 Ostende. 97 25. 9. 95 23 Carle Pont in Rubld. 92 F L 24. 9. Apremont 19. 9. 99 " 39 22 Reims 33 27 " 99 99 20. 8. in Ostpreuß. 9 24. 10. bei Nieuport 24. 8. จ ? 97 24. 8. ? D. 28. 8. ? 17 " ? 2 19 " 27 30. 10. i. Frankreich " 97 10. 10. bei Iwangorod. " 42 " 99 " Otto Roth, 18. " 196/8 Sozialdemokratischer Wahlverein Steglitz. Verband der Gemeinde- u. Staatsarbeiter Filiale Groß- Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß die Kollegen Wilhelm Kliem, Gasanstalt Gitschiner Straße Karl Arndt, Gasanstalt Danziger Straße Wilhelm Pieper, Charlottenburg Ewald Beyer, Gasanstalt Danziger Straße Gustav Wollberg, Gasanstalt Schmargendorf Reinhold Spätlich, Reichsdruckerei Robert Schmidt, Englische Gaswerke 36/8 auf dem Schlachtfelde gefallen find. Wir werden ihnen ein ehrendes Andenken bewahren. Die Ortsverwaltung. Deutscher Transportarbeiter- Verband Bezirt Groß- Berlin. Folgende Kollegen sind im Felde gefallen: Wilhelm Brees, Industriearbeiter Franz Felgenhauer, Fensterputer Bruno Gallas, Geschäftsdiener, Jugendsett. Karl Geicke, Industriearbeiter Robert Knick Arbeitskutscher Felix Magulski, Müllschaffner Albert Meyer, Arbeitskutscher 69/5 Ghre ihrem Anbenfen! Die Bezirksleitung. Verband der Brauerei- und Mühlenarbeiter 44/19 und verwandter Berufsgenossen. Zahlstelle Berlin. Folgende Kollegen find im Felde gefallen: Hermann Rottmann, Brauer, Berliner Kindl- Brauerei. Johann Schulz, Brauer, Berliner Kindl- Brauerei. Julius Dieck, Betriebsarbeiter, Berliner Kindl- Brauerei. August Schwarz, Mitfahrer, Bazenhofer Brauerei, Abt. I. Wilhelm Hennig, Mitfahrer, Bazenhofer Brauerei, Abt. II. August Egoldt, Bierfahrer, Boruffia- Braueret. Franz Liegl, Brauer, Riebed- Brauerei. Ehre ihrem Andenken! Die Ortsverwaltung. " 46 f 4 f 18. 9. bei Verdun. Deutscher Holzarbeiter- Verband Zahlstelle Berlin. Im Felde starben folgende Kollegen: infolge einer Amputation im Lazarett in Roniz. schauplay. infolge einer Verlegung im Georg Koplien, Tischler, Heinrich Brodkorb, Tischler, auf bem östlichen KriegsOtto Liebscher, Tischler, bei Dizmuiden. Paul Buchholz, Tischler, Lazarett in Achielle Grand. Karl Schunke, Möbelpolierer, im Gefecht bei Messines. Ernst Ider, Tischler, im Gefecht an der Pfer., Paul Eickert, Möbelpolierer, im Gefecht bei Dirmuiden. Oskar Müller, Tischler, auf dem östlichen Kriegsschauplah. Sozialdemokratischer Wahlverein f. d. 4. Berl. Reichstagswahlkreis Köpenicker Viertel. Bezirk 184 II. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Genoffe, der Posamentier Karl Wolf Oppelner Str. 47, gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Diens. tag, den 8. Dezember, nachmittags 4 Uhr, von der Halle des Emmaus- Kirchhofes in Neuföln, Hermannstraße, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 217/19 Der Vorstand. Verband der Sattler u.Portefeuiller Ortsverwaltung Berlin. Den Mitgliedern biermit zur Nachricht, daß bei den Kämpfen im Often die Kollegen Bruno Lorenz und Fritz Müller gefallen find. 157/17 Ehre ihrem Andenken! Die Ortsverwaltung. Deutscher Transportarbeiter- Verband. Bezirksverwaltung Groß- Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Arbeiter Albert Giese von der Firma Auer, Barschauer Straße, am 3. Dezember im Alter von 55 Jahren verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Montag, den 7. Dezember, mittags 2%, Uhr, von der Zeichen halle des Gethsemane- Kirchhofes in Nordend aus statt. 69/6 Die Bezirksverwaltung. Sozialdemokratischer Wahlverein Neukölln. Am 3. Dezember verstarb unser Parteigenoffe Felix Pürschel Mainzer Straße 15/16, 23. Bez. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Sonntag, den 6. Dezember, nachmittags 2 Uhr, von der Leichenhalle des neuen Jafobi- Kirchhofes, Hermannstraße, aus statt. 245/5 am Der Vorstand. Fern von der Heimat fiel auj dem westlichen Schlachtfelde unser Sollege, der Tapezierer Max Kramp. Er war uns stets ein treuer, liebevoller Freund. 140A Ehre seinem Andenken! Das Personal der Firma M. Guttmann. Gesangverein Oberschöneweider Liedertafel. ( M. d. A.-S.-B.) Den Sangesbrüdern zur Nach. richt, day unser langjähriges Mit glied Dietrich Bremer bei den Stämpfen im Besten be Soissons gefallen ist. Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren. 53/10 Der Vorstand. u. Heizer sowie Berufsg. Deutschl. Geschäftsstelle Groß- Berlin. Bezirk Often. Am Donnerstag, den 3. Dezember, verstarb unser Mitglied, Stollege Hermann Brandis. Ehre seinem Anbenken! Die Beerdigung findet Montag, den 7. Dezember, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des Auferstehungs- Kirchhofes, Bilbelmsberg, Weißenfeer Weg, aus statt. 153/16 Die Ortsverwaltung. Männerchor Köpenick. Am 27. Dktober starb fern von der Heimat im Feldlazarett Glaworzow unser Sangesbruder Theodor Blaszizack. Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren. 53/9 Stumm schläft der Sänger! Der Vorstand. Verband der Bureauangestellten. Ortsgruppe Groß- Berlin. Nachruf. Am 1. Dezember d. J. verstarb nach schweren Leiden unser alter lieber Kollege Franz Karow Kaffenangestellter. So wie er bis zulegt sein Intereffe für die Drganisation bewies, so werden wir ihm ein dauerndes ehrendes Andenken bewahren. 46/17 Die Ortsverwaltung. In den Kämpfen in Belgien fiel am 31. Dftober mein herzens guter, unvergeßlicher Mann, meines Sohnes treuforgender Bater, unfer lieber Schwieger john, Schwager und Ontel, der Behrmann Gustav Otterstein. Jm tiefsten Schmerz im Namen der Trauernden zeigen wir hiermit an. Frau Otterstein und Sohn nebst Familie Beyermann, Borsigwalde, Räuschstr. 4. Die Pflicht rief Dich, im Feindesland Starbst Du, so fern von Deinen Lieben. Geflossen ist Dein junges Blut Für uns zu früh; Du warst zu gut! Wer auf der Welt was Liebes hat, Der bleibt so gern allhier. Ade, ade, Du Liebstes mein, Ich scheibe schwer von Dir. Ich habe ein schönes, furzes Glüd Beseffen, jezt schlummert es auf 6175 Ewig unvergessen. Stube fanft in frembem Land. Fern von seinen Lieben fiel in einer Schlacht in Westflandern am 8. November mein heißgeliebter unvergeßlicher Gatte, Herzensguter Bater, Sohn und Schwiegersohn, Bruder, Schwager und Dntel, der Gefreite der Landwehr Karl Fenger im noch nicht vollendeten 36.Lebensjabre. In tiefem Schmerz Marte Fenger nebst Kindern, Oppelner Str. 36. Du treues Herz rub still in Frieden, An unser Glüd nahmst Du mit hin. Du kämpfteit sorgend für Dein junges Leben, In unserm Herzen stirbst Du nie Gar einfach war Dein Leben, Du dachtest nie an Dich, Nur für die Deinen streben Bar Deine größte Pflicht.[ 6045 Am Donnerstag, den 3. Dezember, berstarb unsere liebe Mutter, Schwiegermutter und Großmutter Frau Marie Mierke geb. Mosolff im 78. Lebensjahre. Die Beerdigung findet am 6. Dezember, mittags 1 Uhr, bon der Halle des neuen Jakobi. Krahboses, Neukölln, Hermannstraße, aus statt. Die trauernden Hinterbliebenen 2 vom Blumen- und Kranzbinderei Männerchor Neukölln berDon Robert Meyer, Snh.: P. Golletz Mariannenstr. 3. Tel. Mpl. 346 Die Sanges Brüder fanumeln sich 41 Uhr auf dem Kirchhof. 6085 Der Vorstand. Dito König. Fern von der Heimat fiel am 2. November in Frankreich unser lieber Sohn und Bruder Paul Schulz 1482 im Alter von 22 Jahren. In tiefem Schmerz Die tranernden Eltern und Geschwister, Wiener Str. 26. Am 23. Oftober fiel bei den Kämpfen in Flandern mein lieber Sohn, der Behrmann Max Orlick im Alter von 36 Jahren. Im tiefen Schmerz im Namen der Hinterbliebenen 131 Frau Auguste Orlick, Wörther Str. 21. Ruhe sanft in fremder Erde! Nach schweren Leiden entschliei sanft am 4. Dezember mein lieber Mann, guter Vater und Schwiegervater, der Posamentier Karl Wolf 148A im 61. Lebensjahre. Dies zeigen tiefbetrübt an Die trauernden Hinter bliebenen. Die Beerdigung findet Diens tag, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Emmaus- Kirchhofes aus statt. Auf dem Schlachtfelde fielen die Mitglieder unseres Vereins W. Gerloff, cand. phil. S. Silberberg, stud. jus. P. Wolff, stud. rer nat. Wir haben in den Verstorbenen drei unserer tüchtigsten und eifrigiten Mitarbeiter verloren. Ein chrendes Andenken wird ihnen stets gewiß sein! 620b Die Akademischen Unterrichtskurse für Arbeiter( E. Y.). Allzu früh und fern von seinen Lieben fiel am 29. Oktober bei den Kämpfen im Westen mein innigst geliebter, herzensguter Mann, Sohn, Bruder, Schwager und Ontel, der Wehrmann Ernst Kirchhübel im Alter von 37 Jahren. Jm Hefften Schmerz 6185 Frau Amalie Kirchhübel geb. Schwerdt. Bir können Dir nichts mehr bieten, Mit nichts mehr Dich erfreuen, Nicht eine Hand boll Blüten Auf Deinen Hügel streuen. Er war so brav, er starb so früb, Wer ihn gekannt, vergigt ihn nie. Am 15. November fiel als Opfer des Weltbrandes unser Kollege, der Schraubendreher 598b Hermann Domnowsky Durch seinen friedfertigen, guten Charakter hat er fich bei uns eur dauerndes Andenten gesichert. Leicht sei ihm die Erde! Die Kollegen von E. Zwietusch& Co. Abteilung Grüner. Fern von der Heimat fiel auf russischem Boden mein innig geliebter Mann und herzensguter Vater, Soon, Bruder, Schwiegersohn und Schwager, der Gefreite der Rejerve Bruno Manhold im Alter von 24 Jahren. Dies zeigen tiefbetrübt an Bioe. Berta Manhold. Familie Manhold als Eltern und Geschwister. Familie Bowitz. Nube sanft in Feindesland, so fern von Deinen Lieben. Allen Kollegen die traurige Nachricht, daß mein einziger Sohn Paul Lemke Silberschmied Hornist des 207. Ref. Inf. Reg. am 18. Rovember an seiner Bauchschußverwundung in Belgien ini Alter von 23 Jahren den Heldentod gestorben ist. In tiefem Schmerz 6195 Paul Lemke Goldschmied nebst Familie. Hiermit die traurige Nachricht, daß mein lieber Mann, der Maler Bruno Piskorski nach langem Leiden sanft ent schlafer: ift. Dies zeigt liesbetrübt an Berta Piskorski. Waldemarstr. 76. Ohne Zahlung bis zum Frieden Um die Anschaffung unserer berühmten trichter- und nadellosen Sprechapparate auch in Kriegszeiten jedermann zu ermöglichen, haben wir uns entschlossen, unseren üblichen Bedingungen der Lieferung zur Probe und gegen kleines Monatsraten an ernsthafte u.solv. Reflektanten noch eine außergewöhnl.Erleichterung hinzuzufügen, nämlich daß die 1.Rate erft einen Monat nach. 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