Nr. 51. " Erscheint täglich außer Montags. Preis pränumerando: Vierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 mt, wöchentlich 28 Big. frei in's Haus. Einzelne Nummer Pfg. Sonntags: Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage Neue Belt" 10 Pig. Post- Abonnement: 8,30 Mt.pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. Defterreich: Ungarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3 Mt.pr.Monat. Eingetr. In der Poft Zeitungs- Breistifte für 1894 unter Nr. 6919. Vorwärts 11. Jahrg. Infertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Beritzeile oder deren Raum 40 Bfg., für Vereins: und Beriammlungs- Anzeigen 20 Pig Inferate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in Der Erpedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Ubr Abends, an Sonn und Festtagen bis 9 Uhr Bor mittags geöffnet. Fernsprecher: Amt I, 1508. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin! Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Freitag, den 2. März 1894. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Der russische Handels- arbeiters find fast ganz unabhängig von dem Profit, den der Rolle und hielt für die Getreuen mit dem imperativen vertrag im Reichstage. rt, daß die Landarbeiter beſſeren Lohn erhalten, wenn die wirthschaft. In unterthänigster Reverenz gegen das JunkerDie Gegner des Handelsvertrages haben während der Herren Agrarier höhere Preise für ihre Erzeugnisse erzielen. thum und mit einem Seitenhieb gegen den Liberalismus der Debatte die sonderbarsten Ansichten über die Beweggründe Die Rennpläge, Offizier Kasinos und die Bade- und Er- Rickert und Richter, flang seine Rede in ein nationalgeäußert, die die Sozialdemokratie veranlassen, dem Vertrage holungsorte, wo die fashionable Gesellschaft fich ein Stell- schwärmerisches Gefasel aus. Sieb auf Hieb auf Hieb der suzustimmen. bichein giebt, genießen allein den Segen dieses Goldregens. Richter'schen Rede traf den Führer des ehemaligen„ NaDer Lohn und die Arbeitsgelegenheit des Land- mehr Geschick spielte der Führer der Nationalliberalen seine Großgrundbefizer einsteckt. Man hat noch nie davon ge- Mandat auch gleich eine Rede über die nothleidende LandEin Schlauberger hat herausgefunden, daß die So lange dem Landarbeiter das Koalitionsrecht entzogen tionalvereins", so daß er nur noch als Entgegnung stammeln Sozialdemokratie für den Vertrag stimme, weil die Un- bleibt und er unter dem Drucke der brutalen Gesinde fonnte: Es war nicht mein politisches Testament, was ich zufriedenheit steigt, wenn es der Landwirthschaft schlecht Ordnung seufzt, ist er auf Gnade und Ungnade den Aus- heute in meiner Rede niedergelegt habe. geht und die Unzufriedenheit ja bekanntlich das rechte beutungsgelüften der Großgrundbesizer ausgesetzt, bleibt Was auch der Ausgang der Verhandlung bringen Futter sei für unsere Partei. niederer Lohn, erbärmliche Wohnung, übermäßige An- mag, das eine steht fest, leichten Raufes ohne jede GegenAuch Graf Mirbach nahm an, daß wir jetzt wieder be- strengung und unwürdige Behandlung sein Loos. Kein leistung an die nimmersatten Interessenten des Großgrundstrebt sind, der Unzufriedenheit ein neues Opfer zu bringen. Handelsvertrag und keine autonome Bollgefeßschranke, einzig befizes erreicht die Regierung ihr Ziel im gegenwärtigen Wir sehen nämlich mit hämischer Freude zu, so deduzirt der und allein die Befreiung von den Fesseln der Bevormundung, Reichstag nicht. Schon werden die neuen Geschenke, die Vertreter des Junkerthums aus einer unserer Schriften, die Gewährung der Koalitionsfreiheit und die Beseitigung neuen Liebesgaben auf Kosten des Volkes den Junkern wie die Industrie immer mehr auf den Export angewiesen der Gesinde- Ordnung kann das Loos der Landarbeiter präsentirt. Wie ein troziger Bursche, der für seine ist. Jede Störung des Exports bringt aber Tausende von innerhalb der heutigen Wirthschaftsordnung bessern. Leistungen mehr verlangt, weisen sie vorläufig noch diese Arbeitern außer Erwerb, wodurch die Zahl der Unzufriedenen Es ist übrigens recht charakteristisch, daß unsere sich so Anerbieten zurück. Steht ihnen aber weiter nichts in Aus national gebährdenden Junker gleichzeitig eine Bollmauer sicht, so werden sie auch mit den angebotenen Geschenken gegen Rußland zur Vertheuerung der Nahrung des deutschen zufrieden sein. Für den Westen Aufhebung der StaffelVolkes und eine Deffnung der Grenzen für russisch- polnische tarife, für den Osten Aufhebung des Identitätsnachweises, Arbeiter zur Herabminderung des Lohnes und damit der damit Ost und West nicht getrennt, sondern vereint in Lebenshaltung und Kultur der deutschen Landarbeiter, die schöner Harmonie die Auspowerung der Massen betreiben doch ihre Volksgenossen sind, erstreben. tönnen. vermehrt wird. Als ob wir eines größeren Maßes der Unzufriedenheit bedürften. Dafür, daß Unzufriedenheit in den Kreisen des ländlichen und des industriellen Proletariats weiter wuchert, forgen jene Herren am besten; da können wir uns ruhig ihrer Fürsorge anvertrauen; sie besorgen das so vorzüglich, daß jedes künstliche Mittel überflüssig ist. Für den Kleinbauernstand, der nicht mehr produzirt Das ganz Verkehrte unseres Wirthschaftssystems zeigt Die Sozialdemokratie hat aber in ihrer bisherigen als selbst verbraucht, hat die Ablehnung des Handelsvertrages sich in dem Streben, worauf die ganze Debatte bafirt, daß Taktik nie die Politit der Bosheit befolgt, hätte sie für gar keinen Werth und die etwas mehr besitzenden Bauern haben, Gegenleistungen gewährt werden sollen, um in anderer eine solche Neigung, dann wäre freilich im gegebenen wenn überhaupt, nur einen so geringen Nugen vom Boll Form als durch Bölle die Preise für die nothwendigsten Moment die einzig richtige Tattit, gegen den Handels- trieg mit Rußland, daß es über alle Maßen frivol wäre, Nahrungsmittel in die Höhe zu treiben. vertrag zu stimmen; denn wir haben keinen Grund, uns damit eine Vertheuerung der Lebensmittel zu begründen. Das nennt man nationale Wirthschaftsvor einer Auflösung des Reichstages zu fürchten. Unsere Der Handelsvertrag hat den Vortheil, daß er den Ge- Politik. Erwägungen über das Für und Wider bei einer Vorlage lüften der Junker, innerhalb 10 Jahre eine Zollerhöhung werden aber lediglich beeinflußt von dem größeren zu erzwingen, ein Ziel setzt, was die Wuth dieser idealoder geringeren Vortheil, den dieselbe für die Arbeiter- veranlagten Seelen erklärt. Wir müssen für den Handelsklasse hat. vertrag troß Beibehaltung des noch immer viel zu hohen Getreidezolls stimmen, weil wir eine auch nicht befriedigende Besserung auf diesem Gebiet nicht von uns weisen können. Der russische Handelsvertrag wird unzweifelhaft einen lebhafteren Export der industriellen Erzeugnisse Deutschlands zur Folge haben. Die Aussichten wären noch bedeutend bessere, wenn Rußland einer gedeihlichen wirth schaftlichen Entwickelung entgegenginge, wozu gegenwärtig im Reiche des Baren und der Knute keine Aussicht vor handen ist. Die Annahme des Handelsvertrages läßt sich nach dem bisherigen Verlauf der Debatte, wenn auch nicht mit voller Bestimmtheit, voraussagen. Von den Freikonservativen werden einige für den Vertrag stimmen, vom Zentrum, über deren Stellung man nicht ganz sicher war, erklärte der Steigender Export bedeutet für die Industriearbeiter Abgeordnete Lieber nach langen salbungsvollen Redensarten die Beschäftigung von tausenden auf die Landstraße ge- für die nothleidende Landwirthschaft, daß die eine Hälfte der drängten Arbeitslosen. Eine Verminderung dieser Bahl Bentrumsmannen für und die andere gegen ihn stimmen giebt den Arbeiterorganisationen neue Kraft im Kampf und wird. beffere Arbeitsbedingungen. Aber, wird mancher einwenden, Bei dieser Rede der Zentrumsleuchte wiederholte sich wie steht es mit dem Landarbeiter, hat der auch einen dasselbe Manöver, das die Partei seit langem übt, über Vortheil von dieser Handelspolitik? Der Landarbeiter ihre Stellung möglichste Unklarheit zu verbreiten. Sichtlich hat vom Handelsvertrage unserer Ueberzeugung nach weder hatte der Mann sich abgemüht, es seinem großen Meister Vortheil, noch Nachtheil. Ein Rückgang der Produktion Windthorst nachzuthun. Er benahm sich jedoch wie ein ist nicht zu erwarten, seine Arbeitskraft wird nach wie vor eitler Hausknecht, der seinem Herrn nachäfft. Mit etwas Feuilleton. Nachdruck verboten.] Helene. ( Alle Rechte vorbehalten Roman in zwei Bänden von Minna Kautsky. [ 56 Sie waren in die untere Stadt, in ein Gewirr kleiner Häuser und ineinander laufender Straßen gekommen, als er sie plöglich mit einem Ruck in einen dunklen Thorweg hinein dirigirte. " Wohin führen Sie mich?" fragte Helene erstaunt. Der Onkel lugte vorsichtig aus dem Versteck hervor. „ Sehen Sie ihn, da unten?" " Ich sehe gar nichts." " Da wartet er an der Ecke auf uns, aber da kannst Du lange warten," und lachend führte er sie durch das Haus, das einen zweiten Ausgang hatte, der auf ein kleines Plätzchen mündete, das steil abwärts nach der Kruggasse führte. Es war ein altes enges Gäßchen und ein kleines dunkles Giebelhaus, in dessen Parterre sich das Café Keßler befand, von dem man unter diesen Lokalverhältnissen nicht erwarten fonnte, daß es sich als ein Raffeehaus modernen Stils präsentire. Politische Leberlicht. Berlin, den 1. März. Aus dem Reichstag. Vier lange Sigungen hat es bedurft, um die erste Lesung über den russischen Handelsvertrag zum Abschluß zu bringen und selbst diese lange Beit reichte nicht aus, um alle Parteien und Interessen= gruppen zum Worte gelangen zu lassen. So beschwerten sich heute der Führer der antisemitischen Reformpartei, sowie Dr. Sigl, daß ihnen durch den Debatteschluß die Gele genheit genommen sei, gegen den Vertrag ihr Sprüch lein aufzusagen. Ebenso hat von den Vertretern der Reichslande feiner das Wort erhalten. Taß es so kam, daran trägt ausschließlich der unbezähmbare Redefluß der Rechten die Schuld. Nicht wenigerjals sieben fonservative Redner haben in diesen Tagen ihre Schleusen der Beredsamkeit über das Haus ergossen und nicht einer war darunter, der es unter einer Stunde gethan hätte. Freilich, wenn man den Gehalt dieser Neden mit ihrer Länge Es konnte überraschend scheinen, daß sich hinter diesem Bewegung, um für sie Platz zu machen. Helene bat, färglichen Raum ein geräumiger Saal befand mit hübscher sich ihretwegen nicht zu bemühen, sie werde nach Hause Wandvertäfelung, mit Oberlicht und einem mächtigen Gas- zurückkehren. lüster versehen. Aber da legte sich Frau Keßler ins Mittel und meinte, Herr Keßler hatte vor einigen Jahren seinen Hof über- auf der Gallerie, wo sonst die Musikanten fäßen, wäre noch decken lassen, und damit diesen Saal gewonnen, der sein Plag, nur einige Arbeiterinnen seien oben, und da käme Stolz und seine Freude war. sie wenigstens nur mit Weibsleuten ins Gedränge. Sie wintte Helene mit dem linken Zeigefinger zu sich und sagte mit Gönnermiene: Hier pflegten die Internationale und die deutschen Sozialisten ihre Versammlungen abzuhalten. Sie waren öffentlich und Jedermann hatte Zutritt zu denselben. Kommen Sie nur, Madamchen, Sie brauchen nicht einmal durch den Saal zu gehen." Heute Abend stand ein Vortrag des Bürgers Ebner Helene nickte dem Onkel vergnügt zu und trippelte über Internationale Arbeitergesetzgebung auf der Tages- hinter ihrer Führerin her, die hölzerne Treppe hinauf, die ordnung. fie auf die Gallerie brachte. Es war ein Thema, das damals in der Schweiz, das Einige Mädchen saßen da, die ihr freundlich Play eine fortgeschrittene Fabrikgesetzgebung hatte, vielfach ven- machten. tilirt wurde. Als der rothe Postmeister mit Helene von der Straße aus die vordere Stube betrat, traf ein dumpfes Brausen ihr Dhr, es war das Stimmengewirr aus dem anstoßenden Saale. Da haben wir heute die Bude voll," meinte der Postmeister zu Frau Keßler gewendet. " I da sind so Biele drin, daß sie kaum japsen fönnen," versicherte diese. " Sie nahm die äußerste Ecke ein und konnte nun bequem den Saal übersehen. Es waren zumeist deutsche und schweizer Arbeiter versammelt. Auch Arbeiterfrauen und einige ausländische Studenten hatten sich hier eingefunden. Sie saßen dicht gedrängt an den Tischen oder begnügten sich mit einem noch bescheidener abgemessenen Stehplatz. Die Meisten hatten den Hut auf dem Kopfe und ein Glas Bier vor sich auf dem Tisch. Einige rauchten, Wollen' mal sehen." Als er aber die Thür aufriß, Alle beobachteten eine ernste, ruhige und zuwartende Hal Von der Kruggasse führte eine Glasthür, deren kleine purzelten sofort einige, die daran gelehnt standen, unter tung. Eben ließ man im Saal die Sammelbüchse für Scheiben durch rothe Vorhänge verhüllt waren, in einen lautem Lachen heraus und über ihn her. die Familien der Ausgewiesenen" zirkuliren. Es gab derlänglichen nicht allzu hellen Raum von einfachster Aus-" Da kommt nur mehr einer aus der vierten Dimen- zeit viel unschuldige Opfer in Deutschland und Tausende stattung, in welchem einige Tische und Stühle aufgestellt sion herein," versicherte ein hochgewachsener bulgarischer von Weibern und Kindern befanden sich im größten Glend, waren. Morgens und Mittags waren sie von Arbeitern Student, der vermöge seiner Größe stets für den Hinter weil ihre Ernährer oft binnen 24 Stunden den sicheren besetzt, denen Madame Keßler, die im Hintergrunde hinter grund bestimmt war. Als er aber den kleinen Postmeister Erwerb verlassen und von ihren Familien sich trennen einem großen Schanttische Posto gefaßt, eigenhändig Bier erkannte, der eine so hübsche Frau am Arme führte, fetzte mußten. und Kaffee tredenzte. er fofort Stimme und Elboaen in ausgiebiger Weise in Helene konnte beobachten, wie Jeder und Jede der An vergleicht, dann findet man wieder einmal die alte Regel nächste Nothstands- Kampagne eine Entfettungskur] bestätigt, daß mit dem größten Wortschwall sich in der aufzuerlegen. Die nothleidenden Landwirthe Deutschlands Regel die ärgfte. Gedankenarmuth vereint findet. So könnte haben dasselbe Pech wie weiland vor 50 Jahren ihre man getroft einen Preis darauf setzen, daß in der heutigen Kollegen in England. Als die Entscheidung über die KornRede, des in den letzten Tagen so oft genannten Herrn zölle bevorstand, waren die Nothleidenden so unvorsichtig, v. Plög, auch nicht ein einziger Gedanke zu finden ist, den ein Massenmeeting aus allen Theilen des Landes nach nicht die Vorredner seiner Partei schon wiederholt aus London zu berufen. Die Wirkung der feisten unter der gesprochen haben. Da loben wir uns doch den Grafen Last des Talgs stöhnenden Hünengestalten war so durchKanik. Wußte er auch keine neuen Thatsachen mehr vor schlagend, daß die Nothwendigkeit einer sofortigen Entzubringen, so stehen ihm doch lebertreibungen zu Gebote, fettungskur begriffen und der gesundheitsschädliche Schutzzoll die durch ihre Ungeheuerlichkeit stets auf die dankbare abgeschafft wurde. Heiterkeit des Hauses rechnen können. So behauptete der Herr Graf heute, daß die Landwirthe jetzt bei jeder Tonne Roggen die sie verkaufen, baar 50 M. zusehen. Wir meinen, diese Behauptung reiht sich würdig der Angabe desselben Herrn an, daß er und seine agrarischen Freunde unter geflickten Strohdächern wohnen. Sonst lag die Bedeutung des heutigen Tages in dem Eingreifen der preußischen Minister Miquel und v. d. Heyden in die Debatte. In die Kommission zur Vorberathung des russischen Handelsvertrages werden von der sozialdemokratischen Frattion die Abgg. Herbert, Schippel und Schulze Königsberg delegirt werden. Armee 6,33 pro Mille, in der österreichischen 12,58, in der italienischen 4,07, in der französischen 3,83, in der belgischen 2,44, in der englischen 2,09 pro Mille. Für England sind allerdings die Truppen in den Kolonien und Indien nicht mit in Betracht gezogen. Wie in der Zivilbevölkerung ist auch in der Armee die Selbstmordziffer im Juni am höchsten; nur für die Unteroffiziere und Einjährigen sind die Monate März und August Rulminationspunkte. Veranlaßt waren die Selbstmorde in der Armee durch Lebensüberdruß bei 2 pt., durch körperliche Leiden bei 1, Geistestranfheit bei 7, Leiden. fchaften bei 4, Lafter bei 1, Trauer bei 1, Rummer bei 5, Rene, Scham, Gewissensbisse bei 1, Furcht vor Strafe bei 31, Aerger, Streit bei 12, unangemessene Behandlung bei 1,5, anderweite Ursachen bei 32 pCt. Unter den anderweiten Ursachen" versteckt sich alles, was das Licht schenen muß. Wir wollen in eine Kritik nicht eingehen. Die Thatsachen sind ja bekannt und auch von uns oft besprochen worden. Daß wir die Notiz abdrucken, nachdem wir schon früher die Mittheilung des Militär- Wochenblattes" über die Selbstmorde im Heere veröffentlicht haben, ist nur durch deren Herkunft veranlaßt. Also selbst eins der tonservativsten, richtiger reaktionärsten Organe Deutschlands muß zugeben, daß die Zahl der Selbstmorde, mit einziger Ausnahme Desterreichs( das mit " Eine Hamburger Behörde gegen den russischen Handelsvertrag. Unsere Genossen, die Abgg. Metzger und Stadthagen, haben bekanntlich 5 Monate Muße erhalten, um auf der Hamburger Raboisenwache einsame Gedanken über die Folgen der Redefreiheit im freien Hanfaftaat" Sam Es scheint in den oberen Regionen in den letzten Tagen burg zu pflegen. Aus Anlaß des russischen Handelsvertrages allerlei gespielt zu haben, als das Ergebniß dieser Vorhaben beide den Antrag gestellt- Stadthagen selbst gänge darf man wohl das Erscheinen des preußischen Finanz verständlich unter Aufrechterhaltung seines Protestes gegen theilweise wilden Völterschaften zu thun hat, denen das ministers im Reichstag betrachten. Sauer mag dieser seine trotz Art. 31 der Reichsverfassung ohne Genehmigung Kasernenleben unerträglich), in der deutschen Armee größer Schritt dem Agrarier: Heros geworden sein aber in des Reichstages während der Dauer der Seffion erfolgten ist als in irgend einem anderen Land, fast genau in Breußen wird man nicht so leicht zum zweiten Male Juhastirung ibnen Strafurlaub behufs Theilnahme an doppelt so groß als in dem erbfeindlichen Minister, wenn es einmal gewesen Also Herr Miquel war da und er sprach für den den Berathungen und Abstimmungen über den russischen Frankreich. Da muß doch wahrlich vieles faul sein Handelsvertrag zu ertheilen. Die Ober- Staatsanwaltschaft im Staate Dänemark! Handelsvertrag. Wie er sprach, das steht freilich auf hat das Gesuch jedoch ablehnend beschieden, weil einem anderen Blatte. Für die zur Beit maßgebende nügende Gründe" für den beantragten Strafurlaub Wie's gemacht wird. Uns geht die folgende Bu Strömung genügt aber die Thatsache, daß der Vertrauens nicht vorliegen. ſchrift zu: 2-6 Greifswald, 27. Februar 1894. mann ber agrarischen Fronde im preußischen Ministerium, ge= An Die verehrliche Redaktion des Vorwärts" " in Berlin. G Gegen diesen Bescheid ist bei der obersten Justiz- Verim Reichstag für den Handelsvertrag hat sprechen müssen. waltungsbehörde für Hamburg Beschwerde eingelegt. Die Daß Herr Miquel die Thatsache, daß Graf Caprivi bereits Entscheidung über diese steht noch aus. Daß ein Strafs 1891, als erster unter den damaligen preußischen urlaub für einen Abgeordneten behuss Theilnahme an dun sibi Berlin. Ministern, die Frage anregte, wie der Landwirth Reichstagsverhandlungen in Gemäßheit des§ 488 Str. P.-D. Die gestrige Nummer Ihrer Beitung enthält eine Be schaft in den östlichen Provinzen geholfen werden bis auf die Dauer von 4 Monaten zulässig ist, ist von mertung, aus welcher entnommen werden kann, daß die von fönne, nicht zur Kenntniß des des Hauses brachte, den hiesigen Unterbeamten erlassene Protefterklärung gegen die, sondern diese Mittheilung seinem Kollegen von der Land: obersten Justizverwaltungs- Behörden( z. B. im Fall des sondern diese Mittheilung seinem Kollegen von der Land- Genossen Bu e b) sowie auch vom Hamburger OberAusführungen des Reichstags- Abgeordneten Herrn Dr. Sash wirthschaft überließ, ist nach allem, was die letzten Wochen Landesgericht in dem Bescheid ausdrücklich an lant in der Sigung vom 9. b. M. unter Sem Einfluß und gebracht haben, wohl erklärlich. der Einwirkung der Vorgesetzten zu stande gekommen ist. erkannt. der die Auffassung des Genossen Stadthagen Im übrigen brachte der heutige Tag noch eine recht für irrig erklärt, daß seine Inhaftirung eine gefeßwidrige erklärung ist von mir ohne irgend reinen Druck von anderer Diese Angabe ist nicht richtig; der Gedanke der Protestmuntere Rede des Volksparteilers Hartmann, während der fei. Nach ausnahmsweise zutreffender Ansicht der Re- Seite ausgegangen, und ist in Uebereinstimmung mit meinen nationalliberale Dfann die Geschichte seiner Bekehrung, von gierung würde die unmittelbare Folge einer etwaigen Ab- Mitarbeitern ausgeführt. Ich ersuche Sie daher, jene unrichtige einem vertragsfeindlichen Saulus in einen vertragsbegeisterten lehnung des Handelsvertrages( etwa mit Einer Stimme Angabe zu berichtigen. Paulus zum besten gab. Die Ueberweisung an eine Kommission von 28 Mit berauben. Dies eventuell zu verhüten, ist aber fein gedsat si vior and Majorität) Tausende von Arbeitern der Arbeitsgelegenheit Der älteste Unterbeamte des Postamts Greifswald. Hahn, gliedern wurde gegen die Stimmen der Linken beschlossen. nügender Grund", den beiden Abgeordneten die Möglichkeit mit Ausnahme des einzigen Wortes Hahn" ist dieser Postschaffner. Der Bundesrath hat in seiner heutigen Sigung die zu verschaffen, ihrer Pflicht als Abgeordnete nachzutommen. Brief charakteristischer Weise von einer anderen, und zwar Vorlage betreffend die zollfreie Ablassung von Stahlrohren der kennt der Hamburger Ober- Staatsanwalt- er stammt ja Brief charakteristischer Weise von einer anderen, und zwar und rohen unpolirten Röhren aus Kupfer bei der Ver- aus Preußen unsere junkerlichen Schreier hinreichend, um zu sehr geübten Hand, jedenfalls nicht der eines Post- Unterwendung zum Schiffsbau dem III, und IV. Ausschuß über wissen, daß sie pudelnärrisch über den Stock springen werden? beamten, geschrieben. Sollte der so zufriedene Herr Hahn wiesen. Der Entwurf eines Gesetzes betreffend die Aende Oder wünscht man in Hamburgs und anderen Regierungen, fich den Lugus eines Privatsekretärs leisten können? Diese glücklichen Post- Unterbeamten! rung des Gesetzes über den Unterstützungs- Wohnsiz und daß eine Auflösung des Reichstages erfolge? Wir meinen, die Ergänzung des Strafgesetzbuchs wurde in der vom einem Abgeordneten muß, ganz gleich, welcher Partei eres vollständig unklar, wer der Verfasser des SchriftUebrigens berichtigt Herr Hahn sehr bescheiden, er läßt Reichstag beschlossenen Fassung angenommen. Die hierzu angehört und wie er stimmen will, auf seinen Antrag hins vollständig unklar, wer der Verfasser des Schriftvom Reichstag gefaßte Resolution betreffend die Ausdehnung Gelegenheit zur Ausübung seiner Pflicht gegeben werden. Stückes war, und auch die uns so sehr intereffirende Frage, des Unterstüßungswohnsiz- Gesezes auf Elsaz- Lothringen Die Zulässigkeit einer Urlaubsertheilung steht außer ob Herr Hahn 25 614 3 Pfennigmarken im Rostenpreise wurde dem Reichskanzler überwiesen. Frage, aber auch die Nothwendigkeit einer solchen von 768,42 M. und die Druckkosten für 25 615 Exemplare erscheint zweifellos, wenn die Gesetzesbestimmungen nach der splendid ausgestatteten zwei Birkulare aus eigener ihrem Sinn und Zweck und nicht mit juristischer Wort- Tasche gezahlt, läßt er leider unbeantwortet. Rann er uns beweisen, daß er und seine engeren Kollegen im Postanit tüftelei ausgelegt werden. tüftelei ausgelegt werden. von Greifswald die Kosten für diese, entschuldigen Sie, Auf das Scheitern der Deckungsvorlagen richten Herr Stephan, das so verpönte Wort, Agitation die Regierungen sich jetzt ernstlich ein. Dem sächsischen aus eigenen Witteln aufgebracht haben, dann wollen wir Landtag, dessen Session sich dem Ende zuneigt, ist heute öffentlich bekennen, daß die Angriffe der sozialdemokratischen ein Gefeßentwurf zugegangen, der die Regierung ermächtigt, Abgeordneten gegen die Verwaltung des Herrn v. Stephan für den Fall des Nichtzustandekommens der dem Reichstag durchaus unberechtigt waren. gemachten Finanzvorlagen einen allgemeinen 8u= Für die in Geldnoth befindliche Kaiser Wilhelms. ich I ag zur Einkommensteuer bis zum Betrage von 20 pCt. für die nothwendig werdenden Wiatrikular: Gedächtnißkirche ist nun auch der seit 10 Tagen zusammen beiträge zu erheben. berufene Provinzial Landtag der Provinz Sachsen heimgesucht worden. Der Gegenstand der Geldforderung stand Soldaten Selbstmorde. In dem Reichsboten" zwar in einer öffentlichen Sigung auf der Tagesordnung, lesen wir: wurde aber kluger Weise in geheimer Sigung verhandelt, In der Selbstmord statistik nimmt das Deutsche und nach lebhaftem Widerspruch, der zwar von wenigen Reich, und in ihm das Königreich Sachsen die oberste Mitgliedern aber desto nachdrücklicher erhoben war, wurden Stufe ein. Dieselbe Erscheinung läßt sich auch in der " Die nothleidenden Landwirthe können zwar sehr laut fchreien," aber mit ihren Gründen" steht's schlecht; wenn man sie wiegt, erweisen sie sich als gar zu leicht; und was ihnen am meisten im Weg steht, ist, daß es mit den Personen der Schreienden" sich umgekehrt verhält wie mit den Gründen" sie sind zu schwer. Wer während dieser Handelsvertrags- Debatten die Tribünen des Reichstags besucht, findet dort Männer von so ungewöhn lichem Leibesumfang, daß für gewöhnliche Menschen kein Blaz mehr ist; sind doch die Thüren kaum breit genug, diese Fleischkolosse durchzulassen. Und wenn Ihr die fetten Gesellen fragt, u12 Das ist Plözen's wilde verwegene Jagd!" So sehen die verhungernden Landwirthe aus. Legte man ein Exemplar auf den Tisch des Hauses nieder, wie ein spottender Sozialdemokrat vorgeschlagen, der Tisch, solid wie er ist, bräche zusammen. Wir möchten dem Bund der Landwirthe den freundlichen Nath geben, seinen Mitgliedern, bis die HandelsvertragsDebatten beendigt sind, strengen Hausarrest, und für die wesenden sich erhob, um seinen Obolus zu entrichten. Es entstand dadurch ein arges Gedränge, ohne daß ein ungeduldiges Wort gefallen wäre. Die Hize nahm zu, die Luft wurde schlechter und der weiße, von der Flamme durchleuchtete Rauch, der gegen die Decke emporstieg, begann sich zu verdichten. M deutschen Armee beobachten, Auch sie weist mit Aus- 10 000 M. aus dem Steuersäckel der Provinz bewilligt für nahme Desterreichs die größte Selbstmordsterblichkeit auf, wenn eine Sache, die allmälig zu einer Sache Preußens gefchon die Ziffer in den letzten Jahren etwas gesunken ist. Sie macht wird. betrug im Durchschnitt der Jahre 1876/90 in der deutschen Bekanntlich setzt sich ein Provinzial- Landtag aus Land6 NOU über Dinge und Verhältnisse, die sie zunächst berührten. Da hob er den Kopf und mit merkwürdiger Treffsicher Er suchte das Wesentliche und Bedeutende hervor, um die heit trafen seine Augen mit den ihrigen zusammen. Entwicklung der Arbeiterklasse und die moderne inter Sie fuhr bald zurück in einer Verwirrung, die sie für nationale Bewegung des Proletariats zu kennzeichnen Augenblicke den Vorgängen im Saale entrückte. und als einen historischen Prozeß zu erläutern, der un- Erst als einige schneidig und zornig herausgestoßene entwegt fortschreitet, unbekümmert um die sich ihm ent- Worte ihr Ohr berührten, sah sie wieder in den Saal gegensezenden Gewalten. Er sagte ihnen, daß diese hinab. Entwicklung niemand. in der Hand habe, aber Ein junger Mann hatte sich erhoben, sein Gesicht war. die Sozialdemokratie wolle sich's zur Aufgabe machen, ihre stark geröthet und er gestikulirte mit weit ausgreifenden Geseze zu erforschen, um gewappnet und immer bewußter Händen. in einem Kampfe zu stehen, dessen Sieg die Menschheit Sein Ton wurde bald freischend und er schrie, als ob einer neuen und höheren Stufe der Kultur entgegenführen die Stärke seiner Lunge auch die Beweiskraft seiner Worte würde. erhöhen könne. Aber wenn auch diese großen Ziele beständig im Auge Auch Helene empfand mit Wonne die belebende Wirkung zu halten seien, so sei es ebenso wichtig, die gegebenen thatder Luft. Sie war mit ihrer Nachbarin in ein Gespräch fächlichen Verhältnisse genau zu studiren, um die nächsten gekommen, als eine Bewegung wogenähnlich den Saal durch- und praktischen Ziele festzusetzen und ihre Verwirklichung lief und ihre Aufmerksamkeit dahin lenkte. wanzustreben. Aber diese Atmosphäre schien niemand zu bedrücken, alle diese Arbeiter und Arbeiterinnen waren an eine viel schlechtere Luft gewöhnt. Als aber einige Oberlicht fenster geöffnet wurden und ein frischer Luftzug herein vehte, ging doch ein Ah! der Befriedigung durch den Saal. Das Gemurmel wurde lauter, hier und da ertönte ein Wigwort, ein Ausbruch der Heiterkeit, der sich rasch wieder dämpfte. Der Einberufer hatte sich von seinem Blaze erhoben Als ein solches Ziel bezeichnete er den Arbeiterschuh, und bat die Anwesenden, das Bureau zu wählen. Er namentlich den Normalarbeitstag von acht Stunden. brachte einige Namen in Vorschlag, die lebhaft aktlamirt wurden. sping Der Vorsitzende und sein Stellvertreter waren er nannt und nahmen an einem besonderen Tische ihre Plätze ein. Alle hatten zu rauchen aufgehört und auch das leisefte Gemurmel verstummte, als der Borsigende nach kurzer Be grüßung der Anwesenden und einigen einleitenden Säßen Konrad Ebner das Wort ertheilte. . Brausende Zurufe erhoben sich und die Worte, die die nächsten praktischen Forderungen der Arbeiterschaft aussprachen, gingen von Mund zu Mund. Er hatte sofort mit persönlichen Ausfällen und Beschuldigungen begonnen. Zur Sache gerufen, lenfte er ein, um sich mit dem gegebenen Thema oberflächlich, mit einigen revolutionären Phrasen abzufinden. Seine Ausführungen gipfelten darin: Der Achtstundentag sei ein werthloses Balliativmittel. " " Nur teine Angstmichel sein!" brüllte er der Versamm lung zu. Damit fommen wir nicht vom Fled. Wir dürfen teine Reformpartei sein, sondern eine Umsturzpartei und das einzige Mittel zu unserer Rettung, hört Ihr, das allereinzigste, ist die Gewalt!" So ift's richtig- Arbeiterschutz, Achtstundentag, das ist das Allerwichtigste für uns das müssen wir Da erhob sich Widerspruch und energische Gegenrufe, haben!" jumuis die er mit einem noch größeren Aufwand an Stimme bes ( Konrad fuhr fort, und wenn seine Stimme bisher antwortete. warm und überzeugend geklungen, wurde sie jetzt schärfer Der junge Mann mit dem erhigten Gesicht und überund polemischer. Er hatte nicht nur die Bedeutung dieser higten Gehirn mochte es ehrlich meinen, aber sein Ton war Ein blonder, ausdrucksvoller Ropf tauchte aus der Forderungen festzustellen, er ging auch auf die Einwürfe roh und maßlos eraltirt und er steigerte absichtlich seine Ers Menge empor. ein, die von den Gegnern dagegen erhoben wurden. Buntt regtheit, um die Anderen damit fortzureißen. Aller Augen wendeten sich ihm zu, mit größerer für Punkt nahm er diese Einwürfe vor, zergliederte sie und Sympathie und andächtigerem Juteresse, als in unseren widerlegte sie in so nachdrücklicher Weise, daß nichts StichTagen irgend einem Prediger auf der Kanzel. haltiges übrig blieb als die Thatsache, daß der AchtstundenMit ruhigem und doch warmem Ton begann er zu tag eben noch nicht durchgeführt sei. Rede und Gegenrede erfolgte, die Debatte wurde leidensprechen. Er hatte es nicht nöthig, sich auf irgend welche Helene hatte fich über die Brüstung gebeugt, als könne schaftlicher und steigerte sich zum Tumult. Einen AugenAutoritäten zu stüßen, weder auf göttliche, noch menschliche. sie ihm dadurch näher kommen. Was er da sagte, war blick schien es, als würde es zu einem Handgemenge Als ein Gleicher sprach er zu Gleichen, schlicht und ver- burchaus real und fachlich gehalten, aber es weitete ihr den tommen. Aber der Vorsitzende hatte Ruhe geschaffen und ständig. Und sie horchten gierig auf seine Worte, die so Sinn und die Seele, und als er geendet hatte, that sie wie Konrad erhielt das Schlußwort. lebensvoll und brüderlich flangen und Aufklärung brachten die Uebrigen, sie zollte ihm stürmischen Beifall. Wer ist der Sprecher?" fragte Helene ihre Nachbarin. ' S wird wohl ein Mostianer sein," meinte die, die schreien alle so, es ist oft zum Todtlachen." ( Fortjegung folgt.) rathen, Vertretern der Städte, d. h. meistens Bürgermeistern und sonstigen durch großen Grundbesitz und Zugehörigkeit zum Adel der Regierung nahestehenden oder von ihr ab- hängigen Männern zusammen. Daher war eine Ablehnung der Eeldforderung so gut wie unmöglich. Wir sind über- zeugt, daß wenn die Regierung an die übrigen Provinzial- Landtage mit ähnlichem zarten Nachdruck herantritt, es an weiteren„freiwilligen" Beiträgen nicht fehlen wird, wir glauben aber nicht, daß das Bcdürfniß nach Frömmigkeit in dem Maße steigen wird, wie die Geldopfer, die den ohnehin hartbedrängten Provinzen zugemuthet werden.— Die 42 Blamirten aus Dresdens Umgegend haben, nachdem sie Monate lang schwer leiden und sich selber in's Antlitz schlagen gemußt, endlich ein kleines Pflästerchen auf die Wunden und Beulen bekommen, was wir ihnen auf- richtig und in ehrlichstem Mitleid gern gönnen: Die zweite sächsische Kammer hat ihren Angstrus mit allen, gegen die Stimmen der Sozialdemokraten, der Regierung„zur Kennt- nißnahme" empfohlen— freilich die mildeste Form des Trostes. Die armen Zweiundvierziger! Damit die be- gossenen Pudel nicht gar zu sehr frieren, werden unsere menschenfreundlichen Genossen sicher dafür sorgen, daß ihnen tüchtig eingeheizt wird.— Die Monopolisiruug des Kalibergbaues in Braunschtveig. Wie das„Braunschweiger Tageblatt" meldet, bereitet die braunschweigische Regierung einen Gesetz- cntwurf über den Kalibergbau im Herzogthum vor, mit den- selben Bestimmungen wie die im preußischen Abgeordneten� hause eingebrachte Vorlage.— Bekämpfung der Sozialdemokratie durch die Schule— dieses vergessene Thema ist von einem ultrn montanen Blatt, der„Schlesischen Volkszeitung", wieder aus der Rumpelkammer, wo es seit 1890 verstäubt lag, hervorgezogen worden. Das Blatt schreibt: Bereits unter dem S. April 1890 habe die Breslauer Re- gierung in einem an die Kreisschulinspektoren erlassenen Rund- schreiben auf das Anwachsen der sozialistischen Bestrebungen hingewiesen. Es solle die erziehliche Bestimmung der Schule in den Vordergrund gestellt werden; ferner wurde auf die Wichtigkeit des Religionsunterrichts hingewiesen. Im einzelnen wurde dann noch die Pflege des kirchlichen und geistlichen Liedes und die würdige Ge- ftaltung des gemeinsamen Schulgebetes empfohlen. Diese Verfügung wurde neuerdings nochmals in Erinnerung ge- bracht und den Kreisschulinspektoren dringend an das Herz gelegt, für sorgfältige und genaue Beachtung derselben eifrig Sorge zu tragen. U. A. heißt es: Eine direkte Bekämpfung der sozialistischen Bewegung im Unterrichte dürste allerdings nicht als Ausgabe der Schule an- gesehen werden; vielmehr komme es bei der Unterrichts- ertheilung daraus an, die Herzen der Kinder mit Gotttesfurcht, Vaterlandsliebe, treuer Anhänglichkeit und dankbarer Hingabe an das Herrscherhaus, mit Gehorsam gegen alle göttliche und menschliche Autorität, vereint mit Werthschätzung und Hoch- achtung der göttlichen und staatlichen Ordnungen, mit Freude an allem Guten und Schönen zu erfüllen, de» Kindern das Berständnifj zu erschließen für die unausgesetzte Fürsorge des Herrscherhauses zum Wohle des gesammten �Valer- londes insbesondere für die ärmeren Klassen der Bevölkerung und für die im Interesse der Arbeiter getroffenen segensreichen Wohlsahrts-Einrichtungen, und sie zu Fleiß, Ordnungsliebe, Sparsamkeit und Genügsamkeit zu er- ziehen. Das betreffende Rundschreiben ist bekannt— eS war die Folge eines allgemeinen preußischen Regierungserlasses, der nach Aufhebung des Sozialistengesetzes noch erweitert ward. Ter Erfolg war jedoch gleich null oder vielmehr schlimmer als null. Alle tüchtigen Lehrer verwahrten sich im Interesse der Schule gegen die ihnen zugemutheten höheren Polizeidienste. Und der Erlaß ist eingeschlafen. Ob er wieder aufgeweckt wird? Es wäre schlimm für die armen Lehrer und die arme Schule.— Polizeispitzel und Anarchist. In einer Gerichts- sttzsing zu Frankfurt am Main erklärte der wegen Störung des öffentlichen Friedens angeklagte Anarchist Schütz u. a., die Polizei habe ihn als Spitzel an- werben wollen, und er habe kleine Geldgeschenke von dem Kriminal-Polizeibeamten Stephan empfangen. Er sei in Roth gewesen, habe die Geschenke angenommen und dann versucht, der Polizei eine Nase zu drehen. Der als Zeuge anwesende Krimmalkommissar Busjäger, hierüber vernommen, versagte die Auskunst. Das ist deutlich. Das Neueste in Majestätsbeleidiguug. Aus E l b e r- f e l d wird gemeldet: Am Geburtstag des Kaisers hatte sich ein zwölf- jähriger Schüler eine unpassende Bemerkung über ein Bild des Kaisers erlaubt. Der Vorfall gelangte durch den Hauptlehrer zur Kenntniß des Schulinspektors, welcher der Polizei davon Anzeige machte. Gegen den Schüler soll die Untersuchung wegen Majestätsbeleidigung eingeleitet worden sein. Könnten wir uns in Deutschland noch über etwas wundern, so würden wir sagen: es ist unmöglich!— In Frankreich wird die Bombenreaktion immer übermüthiger. Jetzt ist ein neues Preßknebel-Gesetz angekündigt: die Zeitungen sollen verhindert werden, über Anarchistenprozesse so zu berichten, daß die Berichte auf- reizend wirken. Da nun alle Sozialisten nach Herrscheuder Logik auch Anarchisten sind, ja sogar die einzig wirklich ge- sährlichen Anarchisten, und da heutzutage politische Prozesse nur gegen Sozialisten gemacht werden, so läuft dieses Gesetz thatsächlich darauf hinaus, für politische Prozesse die Oeffentlichkeit auszuschließen, und der Presse einen neuen Knebel in den Mund zu stopfen.— Ueber das Londoner„Bomben-Attentat" ver- breitet sich mehr und mehr Licht. Die„Bombe" war eine Glasflasche, die keinen großen Schaden am Observatorium hätte anrichten können, aber doch den für die Urheber beabsichtigten Schrecken erzeugt hätte. Bourdin, ein Damen- schueider, besuchte zuweilen den Antonomie-Klub. Dort sprach mehrmals mit ihm ein sehr feingekleideter * G e n o s s e a u s B e r l i n". Da der Autonomie-Klub eine notorische„Mausefalle"(sounciero) ist, vermulhet die englische Polizei. daß der Mann. welcher Bourdin die dreizehn Pfund Sterling gab, jener Fremde, und ein deutscher oder russischer Lockspitzel ist, dessen Zweck, wie der des Urhebers der famosen Walsall-Verschwörung es war, die öffentliche Meinung in Enqland für eine Beschränkung des A s y l r e ch t 8 z u g e w i n n e n. Die ehrlichen Mitglieder des Autonomie- Klubs(arge Schreier aber sonst brave Menschen) sind selber am meisten über das„Attentat" er- schrocken. Ein Theil der französischen und deutscheil Lock- spitze!, die London seit Jahren unsicher machen, ist schleu- nigst entflohen, denn, haben sie unter den englischen Polizisten auch Helfershelfer, so ist die englische Polizei im ganzen für diese kontinentalen Praktiken doch keineswegs begeistert. Beiläufig ist, wie wir schon früher andeuteten, nach Bismarcks, des Oberspitzelgenerals Fall das deutsche Spitzel- gesindel keineswegs von der Erde verschwunden. Es schlägt sich durch wie es kann, und arbeitet, theilweise auf eigene Faust, die meisten aber von bekannter Seite sehr wohl subventionirt,— rüstig fort im Weinberge der Herren Bismarck, Stumm und sonstiger Sozialisteugesetz-Aiibeter. Das deutsche Spitzelthum ist sehr weltbürgerlich, es steht im innigsten Zusammenhang mit den französischen Lockspitzeln, und unterstützt dieselben namentlich in London, wohin auch russische Polizeigelder ihren Weg finden. London ist die große Hexenküche des internationalen Spitzelthums.— Italien. Die Debatte über die innere Lage dauert fort und trägt durchweg einen sehr leidenschaftlichen Charakter. Herr Crispi flüchtet sich hinter die bekannten Phrasen von Ordnung, Vaterland, Thron und Altar, und läßt natürlich das rothe Gespenst los, das er, um den Zuhörern recht gruselig zu machen, mit französischen und russischen Uniformlappen ausstaffirt. Die„Noth" ist eine Chimäre, der„Hunger" der Sizilianer eine Tendenz- lüge— gewissenlose Agitatoren und ausländische Ver- schwörer haben die Aufstände gemacht. Doch folgen wir dem Bericht des„Wolf'schcn Bureaus". Also nachdem Herr Crispi das Lob der Bourgeoisie gesungen, der Italien den Parlamentarismus(mit Panamageldern) verdanke, und nachdem er so gnädig gewesen, die früher von ihm ge- leugnete Existenz„des sozialen Problems" anzuerkennen, er- klärt er: Das soziale Problem bedürfe einer Lösung, aber nicht die- icnige, welche die Agitatoren den Massen predigen. Den Boden zur Verbreitung dieser Lehren habe man schlecht ge- wählt, denn auf Sizilien herrsche ein stark entwickeltes Gefühl für das Eigcnthnm und die Familie, ein Blick auf die Ge- meinden, in welchen die Anruhen ausbrachen, genüge, um sich davon zu überzeugen, daß letztere nicht durch Roth ver- anlaßt worden seien. In der Provinz Trapani und den Gemeinden der Provinz Palermo, in denen die Ruhestönmgen vorkamen, herrsche geradezu Wohl- habenheit. Die Biwegungen in Sizilien seien durch Verschwörungen verursacht worden, welche die größten Uebel herbeigeführt hätten, wenn die Re- gierung ihnen nicht entgegengetreten wäre. Diek'aLci di lavo- ratori hätten ihre Wirksamkeit im Jahre 1891 begonnen und Anfangs den Anschein erweckt, eine wohlthätige Einrichtung zu sein. Im Jahre 1892 wurde in Palermo eine nationale Ausstellung abgehalten; damals seien festländische Ar- bester nach Sizilien gekommen, welche die Ansteckung ins Land brachten. Seit jener Zeit habe mit Hilfe von Kongresse» und auf Austlftung von im Auslande befindlichen {Revolutionären thatsächlich die revolutionäre Or- ganisation ihre» Anfang genommen. Es habe damals 196 Fasci mit 289 000 Mitgliedern gegeben; die Führer derselben hätten erklärt, daß sie ihr Vertrauen nicht in die Thätigkeit des Parlaments, sondern auf die Revo- l u t i o n setzten. Der Ministerpräsident verlas einzelne Stellen aus beschlagnahmten Briefen, aus denen vies hervor- gehen soll. Man habe es auch versucht, sich mit einigen klerikalen Vereinen des Festlandes ins Einverständniß zu setzen, wofür schlagende Beweise vorhanden seien. Die letzteren Beschlüsse seien von einer in Marseille abgehaltenen Vcrsamm- lung gefaßt worden, woselbst verkündigt wurde, daß ein neuer Garibaldi der Anarchie sich nach Palermo begeben werde, es sollte bestimmt die Insurrektion gegen Mitte Februar ins Werk gesetzt werden. Da man jedoch später das Ein- schreitev der Regierung besorgte, so habe man beschlossen, die aufrührerische Bewegung früher beginnen zu lassen. Man hatte den Bauern für 1894 eine Theilung der Grund- stücke versprochen und man rechnete auch darauf, daß in diesem Jahre ein Krieg mit Hilfe Rußlands aus- brechen würde, welch letzterem man einen Hafen abzu- treten gesonnen wäre.(Sensation.) Um darzulegen, welchen Charakter die Bewegung hatte, verlas Crispi eine in einer Gemeinde veröffentlichte Proklamalion. in welcher es heißt: Arbeiter! Söhne des Vesper! Schlaft ihr noch? Ziehen wir zum Gesänginß. um die Gefangenen zu befreien! Tod dem König! Tod den Beamten! Nieder mit den Taxen! Brand der Mairie und dem Civilkasino! Fascio! Wenn die Glocken läuten, werden wir nach dem Schlosse ziehen, denn Alles ist für die Freiheit bereit! Achtung auf das Signal!(Große Bewegung.) Der Sozialist Prampolini fragte. ob das Manifest eine Unterschrist trug. Crispi erwiderte darauf:„Sehr bedeutend!"(Lebhafte Heiterkeit) und fuhr fort:„In der Provinz Massa- Carrara brach die Re- volntion in allen ihren Formen aus und auch hier wie in Sizilien mußte der Belagerungszustand erklärt werden". Der Ministerpräsident verrheioigte darauf mit zahlreichen Beweis- gründen die Berhängung des Belagerungsznstandes, welcher die Sicherheit für eine energische Intervention der Regierung zur Verhinderung weiterer Tumulte gab. Der Belagerungszustand sei von der großen Mehrheit des Volkes mit lebhafter Zustimmung aufgenommen. Er schloß mit den Worten:„Wer liebt, der fürchtet auch; weil ich mein Vaterland liebe, sürchte ich auch, es bedroht zu sehen!" Nun, der Mann, welcher das Vaterland jetzt am meisten„bedroht � selbst. Einer Kritik ,st buchstäblich unter t niemand anders als Herr Crispi einer Rede enthalten wir uns— sie der Kritik. Die Noth der Sizilianer ableugnen wollen, den Hunger„Wohlhabenheit" neniten— ist ebenso cynisch, wie die Verlesung von anonymen Brand- Flugblättern. Denn das„bedeutend!" des Herrn Crispi ist kein Name. Stünde ein Name, d. h. der Name eines bekannten Mannes, unter dem Flugblatt, so würde Herr Crispi ihn sicher verlesen haben— verlesen haben müssen. Das Brand-Flugblatt des Herrn Crispi steht auf gleicher Stufe mit seiner Jagdgeschichte von dem Krieg„mit Hilfe Rußlands". Warum nicht auch Frankreichs? Herr Crispi hat nicht einmal das Zeug zu einem Münchhausen. Wie wir noch erfahren, sprach Herr Crispi auch vom „Gottcssrieden" der Parteien.„Gottesfriede der Parteien" heißt Diktatur und Standrecht. Man muß nur die Sprache des Herrn Crispi verstehen. Reform des schwedischen Parlaments. Der Reichstag nahm beute den Gesetzentwurf an,_ durch welchen die Verfassung dahin abgeändert wird,!daß die Zahl der Mitglieder der Ersten Kammer aus ISO, der Zweiten Kammer auf 230 festgesetzt wird, von denen 150 auf dem Lande, 80 in den Städten zu wählen sind.— Aus den Brasilianischen Nachrichte» werde klug wer kann. Heute erfahren wir plötzlich, daß heute, den 1. März, in Brasilien eine Präsidentenwahl vor- genommen wird und daß die Wahl auf Mörses, eine neutrale Person, fallen werde. Peixoto kandidirt also nicht. Auch die Abgeordnetenwahlen finden demselben Telegramm zufolge heute statt und Ansang Mai soll der Kon gre ß zusammentreten. Ist dies die Verwirklichung des amerikanischen Friedensvorschlags? Wird ein Anderer als Peixoto zum Präsident gewählt, so hat der Aufstand gegen Peixote keinen Sinn mehr. Die Rebellen müßten sich dann gegen die Republik und für die Wiederaufrichtung der Monarchie erklären, und das kostete ihnen den größten Theil ihres Anhangs.-» pactamcutavirrfzcö. In der Waarenbezeichnungs-Kommission wurde heute die Berathung von§ 11 bis einschließlich§ lö gefördert. Beim Z 11 handelte es sich um einen Antrag des Vorsitzenden Dr. tammacher, auch denjenigen zu schützen, der bereits vor der i n t r a g u n g eines Zeichens im Besitz desselben sich befunden; so daß derselbe von der Ausschließung des weiteren Gebrauches seines Zeichens auf Antrag desjenigen, der für sich das bc- treffende Zeichen später hat eintragen lassen, nicht getroffen wer- den könne, sondern sein Zeichen fortführen dürfe. Diesem An- trage wurde vom Abgeordneten Dr. Braubach, unter Zustimmung des Antragstellers, der Borbehalt gegeben, ihn präziser zu formuliren und zwar unter der eventuellen Beschränkung in der Zeit seiner Giltigkeit, damit er den Uebergang von den jetzigen in den späteren vom vorliegenden Gesetz geschaffenen Zustand erleichtere, diejenigen, die bisher bona Eds— nicht aus Nachlässigkeit— gehandelt, nur für eine entsprechende Uebergangs- zeit noch schütze. Dennoch wurde der Antrag mit 8 gegen 6 Stimmen abgelehnt. Das bedeutet: Wer ein Zeichen braucht oder seither gebraucht hat, ohne es eintragen zu lassen, kann dasselbe an einen anderen verlieren, die Fortführung ihm ver- boten werden. Hiermit ist der s o f o r t i g e und absolute Zwang zur Eintragung eines Zeichens ausgesprochen, wenn der Besitzer geschützt sein will; gleichviel, ob das Zeichen sich durch den Ge- brauch als des Schutzes werth bereits herausgestellt hat oder wahrscheinlich sich herausstellen w i r d.— In dieser Be- ziehung existirt also ein Mangel, der nur durch die sich ergeben- den Komplikationen und die aus der Annahme des Vertrages voraussichtlich sich entwickelnden Streitigkeiten als kompensirt er- achtet wurde. Möller und Zubeil stimmten für den Antrag. Zum§15, Absatz 2(Strasparagraph), war vom Abgeordneten Roeren ein Antrag eingebracht, der jeden möglichen Schwindel beseitigen wollte und weiter ging als die Re- gierungsvorlage. Hiergegen wurden manche Bedenken, namentlich ans der Praxis, auf den bestehenden Gewohnheiten und Ge- pflogenheiten gegründet, und besonders die Befürchtung geltend gemacht, nfan würde mit dem Antrage auch solche treffen, die zwar offenbar nicht theoretisch korrekt handelten, von denen aber doch auch nicht angenommen werden könne, daß sie dem Publikum dadurch einen thatsächlichen oder empfindlichen Schaden zuskigen würden. Aus Rücksicht auf das derzeitige Bestehen der betreffen- den Geschäfte unter den geduldeten Gepflogenheiten und auch auf den Umfang, den eine praktisch unnütze und vielfach nur ge- hässige Denunziation annehmen könnte und würde, wurde der Antrag gegen 4 Stimmen abgelehnt. Dafür stimmte Möller, weil er die Gefahren, die aus der Annahme des Antrages für die ärmeren Leute hervorgehen könnten, bezweifelte, sie aber nicht für so bedeutend hielt als das Bestehen einer Lücke tn diesem Gesetze, welche er gewissermaßen als eine Prämie auf die Unlauterkeit im Handel und Verkehr ansah. Zubeil stimmte dagegen, weil er in beiden Punkten der entgegengesetzten Meinung war. Der§ 15 wurde schließlich mit dem Antrage des Abgeordneten Adt, der sich am Schlüsse der Eingabe von der Handelskammer zu Straßburg i. E. findet und einen etwas weitergehenden Schutz als der der Regierungsvorlage gewährt, angenommen. Nächste Sitzung am 2. März Vormittags. Die Wahlprüfungs-Kommission prüfte in ihren letzten Sitzungen die Wahlen der Abgeordneten Möller(Dortmund), von Aerlach(Kolberg-Köslin) und Weber(Weilheim). Bei der Wahl in Dortmund erhielt Möller in der Stich- wähl 21589 Stimmen, während auf unseren Parteigenossen E. 28. Tölke 21 525 Stimmen fielen. Außerdem wurden 178s ungiltige Stimmen abgegeben. Letztere rührten wohl Haupt- sächlich von ultramonlanen Wählern her, welche Parte» mit 13 183 in der Hauptwahl vertreten war... In der Kommission ergab sich aus den Akten, daß die Majorität Möller's»ur 35 Stimmen beträgt. Gegen die Wahl liegt ein sehr umfangreicher Protest vor, in dein die in den westfälischen Jndustriebezirken üblichen Be- einflussungen der Arbeiterwähler aufgesührt sind. Von national- liberaler Seite war nachträglich ein Gegenprotest vorgelegt, in dem die Protestbehauptungen bestritten werden. Die Kommission beschloß, die Beschlußsassung über die Giltigkeit der Wahl aus- zusetzen und über eine Reihe von Protestpunlten Beweis zu erheben. Den gleichen Beschluß faßte die Kommission bezüglich der Wahl des Abgeordneten v. Gerlach, dessen Majorität ca. zwölf Stimmen beträgt..... Die Wahl des Abgeordneten Weber wurde für gcktig erklärt. VevmtlÄzkes� Ein alter„Achtundvierziger", der penstonirte Etations- meister der badischen Staalsbahnen, Georg Katzenberger, ist am Sonntag auf dem Waldhof im Alter von 73 Jahren gestorben. Dort, wo er mit Mögling in jungen Jahren siegreich gefochten, bei Käferthal und Ladeiiburg, ist der alte tapfere Kämpe auch verschieden. Die provisorische Regierung im dritten badischen Ausstande unter Brentano's Vorsitz ernannte ihn Mitte Mai 1849 zum Hauptmann und Kompagniechef im damaligen Leib- grenadier-Regiment und er focht unter Mierowslawski's Kom- mundo bei Waghäusel siegreich gegen die Vorhut des Prinzen von Preußen, des nachmaligen Kaisers Wilhelm 1., dessen Kavalleriemassen dort vernichtet wurden. Nach den unglücklichen Gefechten von Durlach, Muggensturm, Gernsbach und der Ein- »ahme Karlsruhe's befehligte Katzenberger in Rastatt unter Tiede- man» während der Belagerung ein Bataillon und wurde bei den Aussallgefechten gegen den General v. d. Gröben bei Plitters- dors leicht verwundet. Nach der Uebergabe auf Gnade oder Ungnade wurde er vom Kriegsgericht zu 1 Jahr Festung ver- urtheilt. Die konstatirte gute Manneszucht tn seiner Truppe und die allgemein« Beliebtheit führt« zu seiner Begnadigung nach 92 Tagen. VvirkkttVe»» dvv Vedskkton. erer Seite geschehen; Jeder kann sich darüber eine Meinung bilden. Schon als der Vertrag mit Oesterreich abgeschlossen war, wurden viele Stimmen laut, welche schon damals es für völlig selbstverständlich erklärten, daß man Rußland denselben Getreidezollsatz zugestehe, weil die differentielle Behandlung aus die Dauer undurchführbar sei. Die Reichsregierung hat Rußland den Konventionaltarif nicht ohne weiteres ewährt, sondern sie hat erhebliche Konzesstonen für Industrie, für Handel und Schifffahrt zu erreichen gesucht. )eehalb konnte keine Regierung trotz aller Rücksicht auf die Landwirthschaft einen Zustand aufrecht erhalten, der weder politisch noch wirthschaftlich auf die Dauer durchzuführen war. Wenn ich mich infolge meiner Amtsthätigkeit und meiner sonstigen Berührung mit wirthschaftlichen Verhältnissen nichr blos mit Guisbesitzern sondern auch mit Bauern unterhalte, dann können Sie wohl glauben, daß ich mir wohl überlege, ob eine schwere Schädigung der Landwirthschaft entsteht. Denn dieser Vertrag berührt diejenigen Provinzen, die an und für sich schon schwer getroffen sind. Wenn in Kannover die Schuldenzinsen 19 pCt. des Ertrages ausmachen, 60 pCt. und in Ostpreußen 43 pCt., so muß daß die Nothlage im Osten am schlimmsten ist. rechts.) Aber die Herren suchen die Heilung an.. Punkte; sie glauben eine Besserung durch Ablehnung des Ver- träges zu erzielen. Der Zollkrieg mit Rußland hat das Gegen- theil bewiesen. Ich habe die Hoffnung, daß nach Abschluß des Vertrages die schweren Sorgen und Befürchtungen sich nicht be- Wahrheiten werden. Die Erfahrung wird das darthun und ich hoffe, daß dann auch die starken Gegensätze, welche sich ent- wickelt haben und die sich weiter zu entwickeln drohen, was ich für ein großes Uebel halten würde, wieder verschwinden werden, und daß man sich mit den gegebenen Thatsachen abfindet. Graf Kanitz hat von einem Kampf auf Tod und Leben der Landwirthschaft gesprochen. Man kann von einem solchen Kampf sprechen: denn aus keinem Gebiet hat die neuere Entwickclung gefährlicher für die europäischen Verhältnisse gewirkt wie aus dem der Landwirthschaft. Durch die Erleichterung aller Verkehrsmittel und die große jftzn- kurrenz aller Länder und trotz des Schutzzolles, der nach meiner Meinung nur eine sekundäre Rolle spielt, sind die Preise in stetem Sinken und man muß die Befürchtung hegen, daß wir noch nicht am Ende der sinkenden Bewegung sind. Aus anderer Seite sind die Produktionskosten gestiegen. Aus diesen allgemeinen Gründen resultirt die schwierige Lage der landwirthschaft. Gegen diese große Wellenbewegung des wirthschaftlichen Lebens muß man ankämpfen. Eine intensivere Wirthschaft. eine Verbesserung der Verkehrsmittel, Landesmeliorationen, gute landwirichschaftliche Schulen, Verbesserung der Kreditverhältnisse, Verbesserung der Gesetzgebung, welche die Bewegung des Grund und Bodens regelt, solche Maßregeln müssen im Auge behalten werden. In diesem Sinne kann ich den Ausdruck„Kanips auf Tod und Leben" nicht zurückweisen, aber wohl muß ich ihn zurückiveisen in bezug aus diesen Vertrag, der die Bedingungen für die Lage der Landwirthschaft nicht verändert. Preußischer Landwirthschastsminister von Heyden: Ich schließe mich den Ausführungen des Vorredners vollständig«n. muß sie aber ergänzen in einem Punkte. Er sprach von dem Interesse der preußischen Regierung an der Landwirthschaft« Das erregte das Mißfallen auf der rechten Seite; es wurde ge- sagt, nur Preußen. Ich muß der Wahrheit die Ehre geben: Als 1891 die Fürsorge für die Landwirthschaft ins Auge gefaßt wurde, da wurde die angestellte Untersuchung veranlaßt und ge» billigt von dem Herrn Reichskanzler. Abg. von KoseielSki wünscht namens der Polen eine Kommissionsberathung. Die Polen haben die Handelspolitik der Hannover in Posen aber man zugeben, (Zustimmung einem falschen RtlchSreaievung wegen ihrer hohen kulturellen Bedeutung stets zu unterstützen sich verpflichtet gefühlt; sie können nichr anerkennen, daß der Vertrag der polnischen Landwirthschaft Nach- theile bringen wird, trotzdem sie am stärksten unter der Nothlage der Landwirthschaft leidet; die Gründe des Niederganges liegen in anderen Tingen als in der Vertragspolitrk, Man macht den Polen zum Vorivurf, daß sie trotz deS agrarischen Charakters ihrer Landestheile nicht auf Seite der Agrarier stehen. Das ist sehr begreiflich. Die Konservativen haben die Polengesetzgebung befördert und dadurch für die Loslösung von der Scholle gesorgt. Jetzt kann man ihnen nur zurufen: Tu l'as voulu, Georges Dandin!" Ten Antrag v. Kardorss bezeichnet Redner als undurchführbar und besonders bedenklich Rußland gegenüber, denn der russische Finanzminister hat es verstanden, den Rubel» kurs vollständig unabhängig von der Spekulation zu machen. Bei Annahme des Antrags v. Kardorff würde das Gegentheil davon herbeigeführt werden. Trotz der Zustimmung zum Aer- trage ist Redner doch bedenklich in bczug auf die Frage, ob Ruß- land nicht die Möglichkeit habe, durch anderweite Regelung der Eiscnbahn-Tarife die Zölle illusorisch zu machen. Das wird in der Konimission näher zu untersuchen sein, ebenso die Frage, ob Artikel 2. welcher zwar die Niederlassung von Fremden in Ruß- land gestattet, aber die Fremden- Gesetzgebung Rußlands un- berührt läßt, nicht einen Widerspruch in sich selbst enthält. Abg. Osann(natl.): Herr Richter hat von der national- liberalen Parter gesprochen, in welcher leine Einstimmigkeit herrschen solle; dasselbe ist aber von der Partei des Zentrums zu sagen, ohne daß Herr Richter davon gesprochen hätte. Herr- Richter hat in geradezu unerhörter Weise gegen die National- liberalen angekämpft, indem er von Sklaven, von Hörigen, die die Kette u. s. w. nach sich schleppen, u. s. w. gesprochen. Das müssen wir energisch zurückweisen. Wir sind Anhänger der Wirthschaftspolitik des Fürsten Bismarck, und es handelt sich darum, diese Wirthschaftspolitik weiter zu führen. Darin stimmen diejenigen, welche trotz schwerer Bedenken kür den Vertrag stimmen, und diejenigen, die dagegen stimmen werden, vollständig überein. Die Gegner des Vertrages wollen nicht, daß die guten Ergeb- nisse der Bismarck'schen' Wirthschaftspolitik zerstört werde» durch die Aenderung der Zolltarifsätze durch Handelsverträge. Ich habe dein Bund der Landwirthe geantwortet, indem ich auf meine Abstinimung zum österreichischen Handelsvertrag verwies. Ist das Sklaverei? Selbst wenn man aber sich auf die 7 Punkte verpflichtet hätte, so wäre man daran doch nicht gebunden, nicht blos wegen des Artikels der Verfaflung, wonach alle Abgeordneten Vertreter des gcsammten Volkes sind, sondern auch, iveil solche Zusicherungen immer nur gegeben werden auf gruud der gegenwärtigen Verhältnisse; wenn aber die Zukunft Ver. änderungen der Umstände mit sich bringt, so kann man sich auch anders entschließen. Der rumänische Handelsvertrag ist im Reichstage zur Verabschiedung ge- kommen. Ist das nicht eine erhebliche Veränderung der Verhältnisse? Ist das nicht ein groß Stück des Weges nach Rußland hinein? Wenn ein�Zollbeirath den Verhandlungen mit Rußland Schritt fiir Schritt folgte, wenn der Vertrag sich als viel werthvoller herausstellt als der Vertrag mit Oesterreich, wenn er volle Billigung von allen Seiten findet; wenn die Auf- Hebung des Joentitatsnachweises und der Staffeltarife erfolgt, so kann man doch nicht sagen, daß das dieselbe Sachlage ist, wie damals bei der Wahl, wo man wohl der Ansicht sein konnte, daß ein russischer Vertrag abgelehnt werden müsse. Wenn man dabei seine Meinung nicht ändern sollte, dann hörte das ganze parlamentarische Leben überhaupt auf. Wer steht denn besser da, der- jenige, der sich unbesehen für den russischen Handelsvertrag erklärt hat, oder derjenige, der nach reifer Ueberlegung zurZustimmung kommt. Redner empfiehlt die Annahme des Vertrages, welcher der In- dustrie und ihren Arbeitern und damit auch der Landwirthschaft Nutzen bringen, verde. Der Zollkrieg gegen ein solches Land würde unheilvoll sein und deswegen stimmen wir für den Vertrag. Preußischer Gesandter und Bevollmächtigter in Hamburg v. Thielmauu führt aus, daß von einer Ausgabe von Hoheits- rechten des Deutschen Reiches Rußland gegenüber bei diesem Vertrage gar nicht die Rede sein könne. Abg. Barth(Frs. Vg.): Ter preußische Finanzminister sagte: die Grundlage der Handelspclitik ist 1S9l gelegt worden; jetzt befinden wir uns in einer Zwangslage, sonst wäre die Sache anders. Zu einer solchen abfälligen Kritik liegt gar kein Grund vor, denn überall findet die Handelspolitik des Reichs immer mehr Anerkennung. Eine besondere Unterstützung der Handels- vertrags-Politik war die Rede des Finanzministers nicht(Sehr richtig! lcnks), der vom Vertrag sehr wenig und von der Nothlage der Landwirthschaft mit so großer liberaler Fürsorge sprach. Eine schwierige Lage der Landwirthschaft aller Welt leugnet niemand. Aber von dieser Thatsache soll man doch nicht«nen solchen Gebrauch machen, daß der Begriff des Nothstandes schließlich garnicht mehr festgestellt werden kann. Die Landwirthschaft steht dadurch schlechter da, daß sie we- niger als andere Erwerbszweige im stände ist, fich anderen Verhältnissen anzupassen, und das kann keine Gesetzgebung beseitigen. Man spricht von dem Zurückgehen der Landwirthschaft Englands. Aber trotz des Rückganges ivird in England immer noch mehr Weizen, Roggen und Hafer gebaut, als in Preußen. Allerdings die Grundrente ist herab- gegangen, und darin scheint mir die Genesung für die Land- wirthschaft zu liegen. Daß die Russe» mit dem Vertrag zu- frieden nnd, ist selbstverständlich; aber wir haben auch Ursache, damit zufrieden zu sein. Bei diesem Werke hat die Regierung die große Mehrheit der Nation hinter sich, darum braucht die Regierung keine Konzessionen zu machen. Abg. v. Plötz(dk.): Wenn wir mit seiner Wirthschasts- politit nicht einverstanden sind, so wird der Reichskanzler nicht verlangen, daß wir ihm zustimmen. Das gilt nicht der Person, sondern der Sache. Wenn der Reichskanzler seine Wirthschaftspolitik ändern wollte, so würden wir uns freuen, denn die jetzige Wirthschaftspolitik kann nicht zum Heile Deutschlands dienen. Wir sind gegen die Handelsverträge, weil sie der Landwirthschast schaden. Beweise brauchen wir nicht beizubringen; diejenigen, welche die Verträge vorlegen, muffen nachweisen, daß sie der Landwirthschaft nicht schaden. Wir halten die Herabsetzung der Zölle aus Getreide für eine große Konzession, während die Konzessionen für die Industrie sehr gering sind. Die Förderung der Kultur in Europa ist nicht Cache der deutschen Regierung, sie soll die deutsche Kultur fördern. Wenn der Reichskanzler meinte, daß der Bund der Landwirthe der Landwirthschast noch nicht eine Mark gebracht hat. so kann ich fragen, was hat denn die Regierung der Landwirthschast geleistet? Aber be» der Futternolh hat der Bund der Landwirthe den Leuten geholte». ihr Vieh im Preise hoch zu halten, damit sie nicht in ihrer Be- drängniß den jüdischen Vermittlern in die Hände fielen. Die Aufhebung des Identitätsnachweises würde keine Kompensation sein, höchstens für den Osten würde es einen Vortheil bedeuten. Deshalb stimmen wir gegen die Aufhebung des Identitätsnachweises, well die Landwirthe fest zusammenstehen sollen. Nicht wir haben den Osten und Westen auseinander getrieben: das ist von anderer Seite geschehen. Nicht die Junker haben sich an die Spitze gedrängt; jeder Bauer an oer Spitze der Bewegung wäre uns ebenso lieb. Die Bauern wissen, daß ich loyal vorgehe. Ich wünsche der Regierung, daß sie immer eine so loyale Opposition gegen sich haben möge, wie uns. Wie der Reichs- lanzler bei jedem Gesetz prüfen wollte, welche Wirkung es aus oie Sozialdemokratie ausübt, so sollte er auch prüfen, wie es auf d ie Landwirthschast wirkt. Redner geht da»n auf die Roggenprobuktion der Erde und Rußlands ein und folgert daraus, daß die tleinste Vermehrung der Roggenproduktion Ruß- lands zur Ueberschwemmnug des deutsche» Marktes mit Getreide führen wird Soll das für den Roggenbau verwendete Land ausgeforstet werden? Der Vertrag sorgt dafür, daß die Auf- sorflung nicht Gewinn bringt. Die Industrie hat kerne erheblichen Vortheile erzielt. Ganz unverständlich ist, daß wir uns überall gebunden habm. Aber Ruß- land erhält die Freiheit, seinen Kohlenzoll zu erhöhen. Wenn die preußische und die Reichsregierung die Nothlage der Landwirthschaft gekannt haben, weshalb hat sie den Zollschutz für nicht mehr nothwendig erachtet, weßhalb hat sie die Verträge durchgedrückt? Die Stabilität der Zölle gönnen wir der Industrie, für die Landwirthschast sind die Verträge die Stabilität des Elends. Wo die Rectung zu finden ist, wissen wir nicht, wenn sie nicht in der Währungsfrage zu finden ist. Bis diese aber geregelt, können noch Jahre vergeh» und bis dahin gehen noch Tausende von Existenzen zu Grunde. Diesen Zustand kann ein großes Land aus die Dauer nicht ertragen.(Beifall rechts.) Darauf wird die Diskussion geschlossen. Das Schlußwort als Antragsteller erhält Abg. von Kardorff(Rp.): Der Reichskanzler hat es übel vermerkt, daß ich ein Wort des französischen Ministers Möline zilirt habe und das als unpatriotisch gebrandmarkl. Ein Redner meinte, er hätte mir«ine Rüge ertbeilt. Rügen werden nur vom Präsidenten ertheilt. Ich fürchte, daß der Vertrag uns nicht fried- liche Zustände bringen wird, sondern solche Schwierigkeiten die den Frieden gefährden. Redner zieht seinen Antrag zurück. Persönlich bemerkt Abg. Richter, daß er bei seinen gestrigen Ausführungen garnicht an den Abg. Osann gedacht habe, weil er von seiner Bekehrung zum russischen Handelsvertrag noch gar- nichts gewußt hätte. Daraus beschweren sich noch der Abg. Zimmermann(AnU- semit), daß die deutsche Reformpartei, und der Abg. Ligl, daß kein Vertreter des bayrischen Bauernstandes zum Wort ge- kommen sei. Die Vorlage wird an die um 7 Mitglieder verstärkte Kommission für die bereits genehmigten Handelsverträge über- wiesen. Schluß SV, Uhr. Nächste Sitzung Freitag l Uhr (Militäretat.) Abgeordnetenhaus. LS. Sitzung vom I. März. Vormittags 11 Uhr. Am Ministertisch: Bosse. Die zweite Berathung des Etats wird mit dem Kultus- etat fortgesetzt. Die Einnahmen werden ohne Debatte bewilligt. Bei den dauernden Ausgaben und zwar beim Ge- halt des Ministers beschwert sich Abg. Bachem(Z.) über die disparitätische Behandlung der Katholiken bei Besetzung der höheren Beamlenstellen und über das Gesetz über die kirchliche Vermögensverwaltung. welches gegen den Willen der katholischen Kirche gemacht sei, ferner über die Nichtberücksichtigung der Forderung der Katholiken be- züglich konfessioneller Kirchhöfe. Im allgemeinen seien die kaiholischen Geistlichen geringer besoldet als die evangelischen. An Neu- Ausgaben für evangelische Kirchenzwecke enlhalte der Etat 44 990 Mark, für katholische nur über LOOO Mark. Das Zentrum habe bereitwilligst die 10 Millionen für den protestantischen Dombau bewilligt(Zuruf im Zentrum: Leider), das«icht geringere Bedürfniß von katbolischen Kirchen in Berlin werde nicht befriedigt. Und doch gehöre das zu den beste» Mitteln gegen die Sozialdemokratie. Die Ausführung des Jesuitengesetzes durch preußische Organe entspreche nicht dem Geist dieses Gesetzes, wenn man sogar rein wissenschaftliche Vorträge gegen den Sozialismus verbiete, nur weil die Vor- tragenden Jesuiten seien. Auf dem Unterrichtsgebiet herrsche dieselbe Disparität, wcnigffens eine katholische Universität sollte man bewilligen; protestantische Gyinnasien und Schulen über- nehme der Staat, katholische nicht. In katholische» Landestheilen, wie z. B. Westpreußen, vernachlässige man die Errichtung neuer Volksschulen. Die evangelischen Geistlichen betraue man mit der Schulinspektion, den katholischen entzieh« man sie. ja vielfach werde die Lokalinspektion über katholische Schulen von evan- gelischen Geistlichen ausgeübt und in einem Fall von einem alt- katholischen Geistlichen.(Hört! hört! im Zentrum.) Kreisschul- inspektoren im Rebenamte seien 84S evangelische Geistliche, aber noch nicht 50 katholische.(Hört! hört! im Zentrum.) Redner giebt eine Ueberstcht über die Besetzung der höheren BeamUnsiellcn in den überwiegend kaiholischen Provinzen, Rhein- Provinz, Westfalen, Schlesien, Posen, Weftpreuße», zum Beweise, daß die katholischen Beamten völlig unter der Zahl der evange- tischen verschwinden. In Posen beginne die Vertretung des katholischen Elements überhaupt erst beim Kreissekretär.(Heiter- keil.) Kein katholischer Schulmann könne höher anssteigen als bis zum Regierungsrath, es gäbe keinen katholischen Ober- Regierungsrath im Schulsach. All' das könne nur gebessert werden, wenn die katholische Abtheilung im Ministerium, die sich früher wohl bewährt habe, wieder errichtet werde.(Aha! rechts.) Minister Bosse: Es ist Thatsache, daß in gewissen Aemtern verhältnißmäßig weniger Katholiken als Evange- tische sind, aber der Grund liegt nicht in einer im- paritätischen Behandlung, sondern zum großen Theil in der katholischen Bevölkerung selbst, die uns nicht diejenigen Kräfte stellt, die wir gebrauchen. Ueber die Errichtung konsesstoneller Kirchhöfe habe ich nicht allein, sondern mit dem Minister des Innern zu entscheiden. In dieser Beziehung sind auch außerordentlich wenige Beschwerden an uns herangetreten. Ein Anlaß zu einem gesetzliche» Einschreiten liegt auch hier nicht vor. Die Gchaltsunterschiede der katholischen und evangelischen Geistlichen sind gerechtfertigt, denn bei den ersteren besteht doch einmal das Cölibat. Was würden Sie sagen, wenn die evangelischen General- Superintendenten eine Gleichstellung im Gehalt mit Ihren Bischöfen forderten.(Unruhe im Zentrum.) Der Schaffung einer rein katholischen Universität stehen die größten Schwierigkeiten und Bedenken entgegen. Dieser Kon- sessionszwang entspricht nicht der Lehrfteiheit, die das Wesen der deutschen Universitäten bildet. Die rein wissenschaftlichen sozialen Vorträge der Jesuiten lassen sich schwer von den reli- giösen Aufgaben derselben trennen, und jede religiöse Ausübung cst ihnen gesetzlich verboten. Was an mir ist, thue ich zur Er- Haltung der Parität. Abg. Seyffardt-Magdeburg(natl.) wünscht die Vorlegung eines«schuldolalionsgesetzes. Eine fachmännische Schulaussicht sei durchaus nothwendig. Könne man mit dem bisherigen Ver- halte» des jetzigen Ministers im allgemeinen einverstanden sein, so träfen die Verfügungen über die Schulpflicht doch nicht das Richtige. Bor vollendeten, sechsten Lebensjahr könne man den Schulbesuch nicht beanspruchen. Ferner sei die Verfügung unhaltbar, wonach Geistliche ein Schulinspektorat übernehmen können, ohne die gesetzlichen Prüfungen für Lehrer adsolvirt zu haben. Kultusminister Bosse: Diese Verfügung hat eine ganz andere Tendenz als der Vorredner anzunehnien scheint. Es kommt Niemand, auch kein Theologe, in dieses Amt, ohne die Rektoratsprüiung gemacht zu haben. Nur das Mittelschullehrer- Examen ist für die Theologen fortgefallen, weil dies eine über- flüssige Examenhäufung wäre, da jeder in das Lehramt ein- tretende Theologe sogleich das Rettoreramen zu machen hat. An de», sechsten Lebensjahre für den Beginn der Schulpflicht halte ich prinzipiell fest, es ist nur in einem Spezialfall eine Ausnahme aus Wunsch der Eltern verfügt worden. Abg. Tanzenberg(Z.): Der Minister will keine mechanische Parität, aber es besteht doch jetzt eine mechanische Imparität. Wenn die Katholiken nicht das nöthige Material für die höhere» Beamtenstellen haben, so liegt das daran, daß in den unleren Instanzen die Katholiken keine Gelegenheit erhalten, sich für den höheren Dienst vorzubereiten. Minister Bosse: Ich werde in unserer ernsten Zeit niemals die Hand dazu bieten, die Lebensadern der Kirche zu unterbinden, aber die Frage der katholischen Abtheilung hat damit nicht? zu thun. Abg. Kropatscheck(k.): Tie volle Berücksichtigung der Fachmänner bei der Kreisschulinspektion wünschen wir, aber wir können nicht mit einem Mal alle Kreisschulinspektoren im Neben- amt beseitigen. Sehr lebhaft wünschen wir, die Einwirkung der Familie auf die Schule zu verstärken. Abg. Jazbzewski(Pole) bedauert, daß der Minister das Gesetz über die kirchliche Vermögensverwaltung nicht ändern will, vertritt die sprachlichen Ansprüche der polnischen Bevölkerung, namentlich aus dem Gebiete der Seelsorge und fordert unaehinderie Entfallung der Ordensthätigkeit gegenüber den Gefahren der Sozialdemokratie, welche sich nur aus dem Boden der Religion wirksam bekämpfen lasse. Auf dem Gebiete der Schule werde er die Streichung aller antivolnische» Titel des Etats beanspruchen. Minister Bosse: Der polnische Privatunterrichts in den Volksschulen hat zu den größten Unzuträglichreiten geführt und wurde geradezu bei de» öffentlichen Prüfungen zu Demon- strationen benutzt. Die Lehrer wurden abhängig von den polni- schen Komitees, welche die Mittel für diese.» Privatunterricht zusammenbrachten. Ich beabsichtige nun, statt des Privatunter- richts in der Mittelstufe einen polnischen Lese- und Schreib- Unterricht zur Förderung des Religionsunterricht-� fakultativ ein- zurichten, d. h. nur wenn die Eltern es wünschen. Unser Ziel, die deutsche Sprache auch in den polnischen Landestheilen zu pflegen, geben wir niemals auf. Diese rein schu-.I technische Maßnahme wird eine gute und segensreiche Ordnung herbei- führen.> Abg. Graf Limbnrg-Ttirum(k.): Wer soll denn bei der Ernennung von Beamten entscheiden, wer das Vertrauen des katholischen Volkes hat. Vom Vertrauen des Volke;? können»vir die Ernennung von Beamten nicht adhäilzii1. machen, das widerspräche unserem monarchischen Gefühle(Oho!. links), dem, der König ernennt die Beamten. Was käme de, der' katholischen Abtheilung heraus? Die Herren würden sich als die Vertreter der ausschließlichen katholischen Interessen betrachten, und so würde nur Mißtrauen bei den anderen errregt. Nachdem Herr v. Jazdzewsk, ein Handelsgeschäft in bezug auf die Dinge am anderen Ende der Leipzigerstraße so bestimmt bestritten hat, darf ich es nicht mehr glauben, aber diese Meinung hatte sich schon verschiedentlich geltend gemacht. Jedenfalls ist es aus- fallend, daß die Erklärung des Ministers über den polnischen Sprachunterricht gerade mit der Berathung des russischen Handels- Vertrages zusammenfällt.(Bewegung.) Gegenüber der festen Geschlossenheit der polnischen Bestrebungen müssen wir das Interesse des Deutschthums wahren. Die neue Maßregel bezüg- lich des polnischen Sprachunterrichts sieht aber wie eine Kon- zesston an das Polenthum aus, das immer mehr verlangen wird; dies- Maßregel ist aeeiguet. das Deutschthum zu schwächen und deshalb bedauere ich sie. Minister Bosse: Das ist ein Mißverständniß, diese Maß- reget ist nicht bestimmt, das Deutschlhum zu schwächen, sondern die Pflege des Deutschlhums zu verstärken. Darauf wird um 4 Uhr die weitere Berathung aus Freitag 11 Uhr vertagt. Z)srkeittsck»riUtke»r. Beanstandete Wahl. Der Wahlprüfungs- Ausschuß der hessischen Kammer hat die Wahlen der Sozialdemokraten C r a m e r(Ossenbach-Land) und O r b i g(Gießen-Land) ein- stimmig für ungiltig erklärt. I» Marburg ist es seit* langem zum ersten Male(am 27. Februar) wieder vorgekommen, daß die dortigen Genossen eine» größeren Saal und zwar den„Saalbau" zur Verfügung hatten. Th. v. Wächter sprach über„Chüstenthum und Sozialdemokratie" vor einer Zuhörermenge, wie sie fich sonst seilen in sozialdemokratischen Volksversammlungen zusammen findet. Gegen 1000 Studenten und Professoren hatten sich ein- gefunden. Nur der Professor Lehmann, nationalliberal, nabm in der Diskussion das Wort und wiederholte auszugsweise die Zukunslssiaalsrede des Abgeordneten Bachem. Im Ganzen hat der IVeftündige Vortrag aus die Studenten, die fich auch äußerst ruhig verhielten, einen sichtbar guten Eindruck gemacht. » 9 Nack, einet 6 monatlichen Gesiingniststrase, welche der Genosse Z i e l o w s k i im Landesgesängniß zu F r e i b u r g i. Br. wegen angeblicher Majestätsbeleidigung verbüßt hatte, wurde derselbe am 24. Februar entlassen. Die Parteigenossen F r e i- b u r g s hatten, um den„Büßer" ein herzliches Willkommen in der Freiheit zu bereiten, eine Abendunterhaltung veranstaltet. Diese war stark besucht und verlief unter Ansprachen und Vor- trägen in harmonischer Weise, Zengniß ablegend davon, daß die deutsche Arbeiterschaft es versteht, ihren Vorkämpsern die be« rechtigte Anerkennung für ihre Dienste in richtiger Form dar« zubringen. � � Sie sind alle auS demselben Lehm geknetet— die „Nichtgentlemen" nämlich, deren die Polizei sich gegen die politisch Verfolgten bedient. Der Restaurateur K a r l R i- b e r t in S t e t t i n, der in dem Prozeß gegen den Genossen Müller als Kronzeuge aufgetreten nnd der, als die „Volkswacht" ihn als Polizeispion bezichtigte, sofort des Schutzes des Staatsanwaltes sich zu erfreuen hatte, ist jetzt wegen Fahrkartenschwindeleien verhaftet worden. Die Blamage der 4S ist noch immer nicht ganz zu Ende; unsere Parteigenossen in den Gemeinderaths- Sitzungen schenken keinem der Herren ihre voreilige Handlungsweise. Auch in Cossebaude war sich die Arbeiterschaft nicht bewußt, daß ihre Angehörigen sich solche Roheilen hätten zu schulden kommen lassen, wie in der Petition angegeben worden ist. Da auch der G-meindevorstand dieses Ortes, Herr Raule,, ftrauch, die Petition mit unterschrieben hatte, so wurde er nun in der Gemeinderatbs- Sitzung am 22. d. M. darob von einem unserer Parteigenosse» befragt. Herr Rautenstranch suchte sich ans der Sache heraus» zureden und suchte von Cossebaude abzulenken,„meine Herren," so sagte er,„wenn sie wüßten, was in Deuben alles vorkommt, dort ist es ganz schrecklich." Unsere G-nossen machten freilich den Herrn aufmerksam, daß wir uns in Cossebaude und nicht in Deuben befinden. Daß für Cossebaude der Inhalt der Petition auch nur im mindesten zutreffend sei, konnte der Gemcindevorstand nicht behaupten. Trotzdem hat er das Schand, nachwerk mit unterschrieben. Aus Mickten wird der „Sächs. Arbeiter-Zeitung" über dieselbe Angelegenheit geschrieben: „Der hiesige Gemeindevorstand erklärte den Gemeinderaihs-Mit- gliedern, als er wegen der Petition befragt wurde, er habe nur den zweiten Theil derselben unterschrieben, welcher den Wunsch nach einer Vermehrung des Landgcndarmerie- Korps ausspricht; dies sei in seiner Gemeinde sehr nothwendig. denn einmal se, an der Elbe eine Frau angefallen worden,«in andermal habe er bei einem Rundgang in der Ziegelei IL obdachlose Personen un Brennofen vorgesunden, die dann außer einigen alle entwischt seien. Fürwahr, auch„Gründe" zur Unterzeichnung der PetUwn, zur maßlosen Beschimpfung der gesammten Ardeiterschaft I »' Polizeiliche?, Gerichtliche? zc.' — Groben Unfug soll der Redakteur der„Sächstscheu Arbeiterzeitung" dadurch begangen haben, daß er einen Bericht aus llnterweißig veröffentlichte, in welchem aufgefordert wird, ein bestimmtes Lokal nicht zu besuchen. In der Ver- breitung dieses Versammlungsbeschlusses soll der grobe Unfug liegen, für welchen Genoffcn Eichhorn mittels Strasbefehls eine Haststrase von« Tagen auserlegt wurde. Richterliche E»t- scheidung ist beantragt. Kommunales. Stadtverordneten- Versammlung. Deffentliche Sigung vom Donnerstag, 1. März, Nachmittags 5 Uhr. 13150 In das Kuratorium der Wasserwerke wird in der engeren Wahl zwischen den Stadtvv. Raft und Gleinert der erstere gewählt; die engere Wahl zwischen den Stadtvv. Alt und Giese zur Deputation für das Berliner Ausstellungsprojekt von 1896 fällt auf den Stadtv. Alt. bis auf 281000 M. herabgemindert wird) vor aber durch 25 pet. Abgänge und durch die Erhebungskosten der zweiten Stufe ist ihm nicht sympathisch; ihm widerstre. bis auf 281 000 m. herabgemindert wird) unerhoben es, noch mehr Bürger zu schaffen, die nur Rechte, teinbleiben. Durch die Einkommensteuer bleiben etwa 231/2 Millionen Pflichten haben. Für die Schule und für die Armen zu decken, was eine Erhöhung des Kommunalzuschlags zur Staats- verwaltung seien wieder erhebliche Etatserhöhungen einkommensteuer von 85 auf mindestens 100 pet. zur Folge haben gefehen, je etwa 1 Million. Wie solle das enden? Die ganze wird. An den bisher in Geltung gewesenen Miethssteuerfäßen Bevölkerung leide augenblicklich Noth in Berlin, besonders aber soll nichts geändert werden. der Mittelstand, diesem müsse vor allem geholfen werden.( BuKämmerer Maaß: Der Etat erfordert ein Plus von Stimmung und Widerspruch.) über 312 Millionen Gemeinde Einkommensteuer. Dieses Plus Kämmerer Maaß stellt es als unthunlich dar, den Etat wird bedingt durch die Minderüberschüsse bei der Gas- und früher vorzulegen. Wasserverwaltung, durch einen Mehrzuschuß bei der Kanalisation, Stadtv. Gerstenberg: Wir haben 73 Millionen Mart In die Steuer- und Einquartirungsdeputation wählt die durch vermehrte Anforderungen für Verzinsung und Tilgung der Kämmereischulden, wozu noch nicht 2 M. pro Kopf Verzinsung Versammlung den Stadtv. Mosch. städtischen Anleihen. Auch die Verwaltungszweige stellen erhöhte erforderlich sind. Der Schuld steht das Fünf- und Sechsfache an Bezüglich der Magistratsvorlage wegen Vermehrung Anforderungen. Andererseits können Mieths- und Haussteuer Vermögen gegenüber. Die Finanzlage der Stadt ist also that des ärztlichen Personals in den städtischen nicht mehr so scharf wie im vorigen Jahre zu Mehreinnahmen sächlich doch keine ungünstige. Die Erhöhung der Gehälter durch Krantenhäusern hat der niedergesetzte Ausschuß unter herangezogen werden; auch die Einnahme aus der lex Huene zeigt die Dienſtalterszulagen wird nach den Beschlüssen des betreffenVorsiz des Vorstehers Langerhans beschlossen, der Versammlung eine Verminderung. Welcher Prozentsag der Einkommensteuer zur den Ausschlusses lange nicht den Betrag erreichen, den er folgende Beschlußfassung zu empfehlen: Deckung des Ausfalls nöthig ist, ist noch nicht sicher; fest steht aber Kämmerer für die erwähnte Petition herausgerechnet hat. Von Bei jedem der drei allgemeinen städtischen Kranken- bereits, daß mit 100 pet. nicht auszukommen sein wird; ich halte den 14 Martthallen sind nur 7 gute; die 7 mageren Kühe verdorffor häuser( im Friedrichshain, am Urban und in Moabit) persönlich 105 pet. für erforderlich.( Bewegung.) zehren jezt langsam die 7 fetten. Den Antrag auf Abschaffung sollen sobald als möglich, außer den beiden ärztlichen Stadtv. Singer: Die Einzelheiten des neuen Etats wird der Miethsteuer bringt Herr Singer mit gutem Grunde deshalb Direktoren und den Assistenzärzten, zunächst mit beider- beffer der Ausschuß als das Plenum prüfen. Der Kämmerer nicht ein, weil er eben so wenig weiß wie wir, wo enentuell von seitiger dreimonatlicher Kündigung, angestellt werden: schildert diesmal die Finanzlage der Stadt nicht so rosig, als er 1895 ab die 13 Millionen herkommen sollen. Bei der drohenden a) für die innere Abtheilung ein in der Kranken- es früher gethan. Als die Versammlung die Verbreiterung der Erhöhung der Kommunalsteuer scheint mir der Erlaß der zweiten behandlung vollkommen selbstständiger dirigirender Königstraße in Berathung nahm, erklärte der Oberbürgermeister, Stufe bedenklich; vielleicht kann damit noch gewartet werden. Arzt mit 4000 M. Gehalt, welcher nicht im Kranten es sei ihm von einer ungünstigen Finanzlage der Stadt Berlin Ein Schlußantrag wird angenommen und der Etat einem hause wohnt und in bezug auf ärztliche Praxis nicht nichts bekannt. Aber wenn heute bei der bestehenden wirth- Ausschuß von 15 Personen überwiesen. Zu den Gewählten gebeschränkt sein soll: dabei sind vorzugsweise solche Aerzte schaftlichen Depression eine so starke Erhöhung der Einkommen- hört auch Stadtv. Singer. tau wählen, die eine spezialistische Vorbildung befißen. Im steuer nöthig ist, dann hätte man doch größere Vorsicht üben Krankenhause Moabit soll dieser dirigirende Arzt ein er follen gegenüber Projekten, für welche höchstens eine ästhetische probter Bakteriologe sein; Rücksicht ins Feld geführt werden könnte. An sich erschreckt mich die Erhöhung auf 105 pet. durchaus. Nicht die starke Herabfehung der Einkommensteuer auf 70 oder 85 pet. hatte eigentlich feinen andern Zweck als den einen Ausgleich dafür zu finden, daß Die Versammlung ersucht den Magistrat, diesem Be endlich einmal in Preußen eine etwas vernünftigere Steuerschlusse beizutreten. einschätzung zu stande gekommen ist. In demselben Augenblick, Abgelehnt hat der Ausschuß sowohl die Magistrats wo die Berliner sich zuerst selbst einschätzen mußten, haben die borlage, welche nur die Anstellung von den ärztlichen Direktoren städtischen Behörden sich dazu verstanden, einen Ausgleich zu untergeordneten Oberärzten respektive Ober- Assistenzärzten gewähren durch eine Herabfegung der Steuerquote um 30 refp. 15pCt. b) Für die chirurgische Abtheilung ein dem ärzt lichen Direktor untergeordneter Oberarzt mit einem jährlichen Gehalt von 3500 M. = # Die Etats der städtischen Werke werden dem Etatsausschuß ebenfalls überwiesen. Für Erweiterungsbauten am städtischen Vieh und Schlachthof werden 16 000 bezw. 66 000 m. gefordert. Die Vorlage wird angenommen. Die übrigen Gegenstände werden von der Tagesordnung abgesetzt. ( Schluß 914 Uhr.) in Vorschlag gebracht hatte, als auch den weitergehenden Die Steuerreform, vor der Berlin steht, wird hoffentlich endlich Tokales. Antrag des Dr. Zadek, der für je 100 Krante einen dirigenden mit der schlechtesten existirenden Steuer, mit der Miethssteuer Arzt und mindestens zwei Assistenzärzte angestellt wissen wollte,( Unruhe) tabula rasa machen. Prinzipiell steht unsere Gegner- Das Wappen der Stadt Berlin soll zeitgemäß umaußerdem die Bildung besonderer Stationen für Frauenkrant schaft gegen diese Steuer, einer indirekten Kopfiteuer gestaltet werden. Der Verein Herold" hat, wie die„ Vossische heiten, Kinderkrankheiten, Geschlechtskranke, Hals-, Nasen- und schlimmster Art, unabänderlich fest.( Unruhe.) In der Beitung" mittheilt, bereits vor einiger Zeit die Erörterung der Ohrentrante, sowie für Nervenkranke vorschlug und die An- Frage der Einverleibung der Vororte werden wir eben- Frage angeregt, ob es wünschenswerth und möglich sei, in dem stellung eines pathologischen Anatomen für jedes der drei falls vom Magistrat sehr stiefmütterlich behandelt. Wir erfahren Wappen die Erhebung zur faiserlichen Residenz und ReichsKrankenhäuser und eines ärztlichen Verwaltungsdirektors für nur aus offiziösen Magistratsartikeln in der Presse darüber, als hauptstadt zum Ausdruck zu bringen. Daraufhin hat sich der dieselben forderte. ob die Stadtverordneten Bersammlung für den Magistrat in Verein für die Geschichte Berlins" in seiner letzten Sigung Vom Stadtv. Jacobi wird beantragt, die Worte zu dieser Frage garnicht vorhanden wäre. Die gemischte mit dieser Angelegenheit beschäftigt. Von sechs vorgelegten Entnächst mit beiderseitiger breimonatlicher Kündigung" zu streichen. Deputation für diese Frage besteht noch immer, ist aber würfen fand besonderen Beifall eine Stizze, wonach im Die Stadtv. Wohlgemuth und Genossen beantragen seit 1/2 Jahren nicht mehr zusammengetreten. Weshalb oberen Felde eines getheilten Schildes der Reichsadler, im prinzipaliter die Zurückverweisung der Vorlage an den Ausschuß ist sie nicht wieder berufen worden? Bon großer Bedeutung ist unteren gespaltenen Felde rechts der preußische, links der zur Prüfung des folgenden, eventualiter zu den Ausschußanträgen ferner die Frage der Verminderung der Einnahmen aus den brandenburgische Adler angebracht war. Der Bär war in einem sub a geftelten Antrages, wonach, zunächst mit se ch 3 monatlicher Gasanstalten. Der Siegeszug der Elektrizität macht dem Gase Herzschilde aufgelegt und über dem Schilde die Mauerkrone an Kündigung, bei den inneren Abtheilungen je ein dirigirender Arzt das Leben täglich faurer und wird es schließlich todtschlagen, gebracht. Wir halten diesen Vorschlag für durchaus verfehlt, mit 6000 M. Gehalt angestellt werden soll, welchem mit den Desto eifriger müßte die Stadt die Vermehrung des Gas- weil wir darin den Ausdruck auch der Entwickelung, welche Direktoren nur die Ausübung konsultativer Praxis zu geftatten ist. fonfums zu fördern suchen suchen und sie namentlich für Berlin von 1871 an bis in die allerjüngste Zeit genommen hat, Stadto Sachs I will die unter a hinter dem Wort Ge- gewerbliche Zwecke immer mehr auszudehnen streben. vermissen. Wir erlauben uns daher, einen anderen Vorschlag halt" aufgeführten Bedingungen und Vorbehalte sämmtlich fort- Das hat aber zur Voraussehung Verbilligung zu machen. Daß der Berliner Bär auf dem Wappen das ganze, fallen lassen und außerdem das Gehalt des chirurgischen Ober- des Gases, welches heute von der Stadt mit 100 pet. ungetheilte Feld nicht mehr allein beherrschen darf, ist selbst arztes ebenfalls auf 4000 m. normiren. Nußen abgegeben wird. Die Ueberlassung der Aus- verständlich. Aber es geht auch nicht an, ihn nun in einem Etadtv. 3abet: Einen Fortschritt bringt der Ausschuß; bentung der Elettrizität an eine private Gesellschaft ist ebenfalls besonderen, kleineren Schilde aufzulegen. Das sähe so aus, er will den dirigirenden Arzt in der Krankenbehandlung voll ein Fehler gewesen; wir werden ja aber in nicht langer Zeit, als ob er wenigstens auf seinem kleineren Felde immer ständig selbständig stellen. Diese Konzession in Verbindung mit die Frage der Uebernahme dieser Werke in städtische Regie zu noch Alleinherrscher bleiben soll. Man umgebe ihn von der Erledigung der Titelfrage reicht aber nicht hin, um die Er- entscheiden haben. Hoffentlich fällt die Entscheidung zu gunsten der oben und von den beiden Seiten mit den breit wartungen der Kranken und der Berliner Bürgerschaft zu Stadt aus. Früher wurde bei der Etatsberathung hier von der gemachten drei Adlern, denen der allergrößte Theil des unbefriedigen. Wir wollen, daß die Assistenten nur erefutive Schul- und Armenverwaltung als von einem Prunkstück ge- getheilten Feldes einzuräumen ist, und lasse ihn, um Raum zu Organe sein sollen, die eigentliche Krankenbehandlung aber von sprochen. Niemand wird die großen Fortschritte unseres Schul- schaffen, sich nach oben hin ducken und nach den Seiten hin in den dirigirenden Aerzten ausgeübt wird. Die von dem Magistrat wesens leugnen, wenn auch auf dem Gebiete des Fort- fich zusammenfriechen. Das geht ganz gut, und es sähe auch gegebene Statistik der Krankenbestände legt eine Theilung in bildungs Schulwesens Paris uns ein leuchtendes Vor- sehr hübsch aus. Als Hintergrund denken wir uns das Forckenatute und chronische Fälle zu Grunde, um mit der geringen bild fein könnte.( Widerspruch.) Aber diese Anerkennung becken, umgeben von den Trümmerhaufen an der Schloßfreiheit Bahl der aluten Fälle die Ueberflüssigkeit eines zweiten hilft nicht über die Erkenntniß hinweg, daß auf diesem und am Schloßplay. Schildhalter hat das Berliner Wappen, dirigirenden Arztes nachzuweisen. Aber bedürfen die Gebiete noch viel zu bessern ist. Die Anregung auf soviel wir wissen, nicht. Aber sie dürften für die Zukunft nicht chronischen Kranten denn nicht einer sogar noch intensiveren Be- unentgeltliche Beschaffung der Lehrmittel hat zwar zu einer Be- mehr zu entbehren fein. Die ursprüngliche Absicht der Anhandlung als die atuten Fälle? Alle Kranken, afute und willigung im Etat geführt, aber der Klagen der Eltern über die bringung von Schildhaltern kann doch nur die gewesen sein, dem chronische zusammen, müssen doch mindestens zweimal in der Schwierigkeiten, welche ihnen von den Reftoren gemacht werden, Wappen eine aufrechte Haltung zu geben und es vor dem Umfaller Woche besucht werden. Rechnet man für jeden Kranten nur ist kein Ende und damit ist der Vortheil, der aus der Etat zu bewahren. Die Schildhalter dürften jedoch nicht stehend, sondern 5 Minuten Zeit, so tommen 6-8 Stunden auf allen Stationen bewilligung erwachsen sollte, hinfällig geworden. Warum sollen auf dem Bauche liegend dargestellt werden, wodurch der Gesammttäglich heraus, für Moabit sogar 12 Stunden. Also auch bei Eltern etwas, was ihnen als ihr gutes Recht zusteht, als eindruck des Gedrückt- und Breitgeschlagenfeins in dem Wappen Anlegung dieses geringsten Maßes tommt der Ausschußantrag Almosen durch Antichambriren erbetteln? In der Armenverwal- noch bedeutend verstärkt würde. Modelle dazu findet ein Künstler den berechtigten Wünschen nicht entgegen; namentlich für tung sind die Säße für Almosen und Pflegegelder zu niedrig. unter den Mitgliedern des Magistrats und der StadtverordnetenMoabit ist ein dirigirender Arzt absolut unzureichend. Die städtische Verwaltung hat schon deswegen kein Recht, so Versammlung in Hülle und Fülle; wir schlagen jedoch in erster Die vorhandenen Fälle von Nervenkrankheiten, Frauen- übermäßig auf ihre Leistungen auf dem Gebiete des Schulwesens, Linie den Oberbürgermeister Belle und Herrn Alexander Meyer frankheiten, Saut und Geschlechts Krankheiten und Armen- und Krantenwesens zu pochen, weil aus der Arbeit derjenigen vor. Ob es sich nicht empfiehlt, auch das wirthschaftliche Moment Kinder- Krankheiten reichen vollauf hin, je eine Station für Klaffen der Bevölkerung, deren Unglücklichsten nachher diese Ein- zum Ausdruck zu bringen, möge weiterer Erwägung vorbehalten 100 bis 150 Betten zu errichten; ja, für Diphteritis allein stellt richtungen zu gute kommen, erst der Wohlstand hervorgebracht bleiben. In diesem Falle könnte man die Schildmaler auf einens sich eine besondere Station als durchaus nothwendig heraus: wird, der nachher diejenigen, die im Wohlstand find, befähigt, auf breiten Postament gefüllter Geldsäcke ruhen lassen, dessen GrundFür alle diese müßten Spezialisten angestellt werden. Der Aus dem Gebiete der städtischen Verwaltung einigermaßen vernünftige lage eine Schicht ausgemergelter Arbeiterknochen bildet. Wir schuß hat den ärztlichen Berwaltungsdirektor abgelehnt, er hat Einrichtungen zu treffen.( Lebhafter Widerspruch und Lärm.) Die bitten den Verein für die Geschichte Berlins", unseren Vorschlag den Brotektor abgelehnt, obwohl sich gegen beide Forderungen Stadt Berlin ist auch der größte Arbeitgeber Berlins; sie beschäftigt in feiner nächsten Sizung einer Prüfung zu unterziehen. sachlich und auch finanziell nichts fagen ließ. Vielleicht haben leider nur indirekt Tausende von Arbeitern. Sollte nicht der Magi- Aus Plößensee werden einem hiesigen Blatte interessante in legterem Falle persönliche Gründe vorgewaltet, was freilich strat Fürsorge dahin treffen, daß den Unternehmern Bedingungen Details über das Befinden einiger berühmter" Strafgefangener für tann für den Ausschußantrag nur dann stimmen, wenn unser der Arbeitszeit und des Arbeitslohnes einigermaßen ver- die der Betrachtung würdig sind, befinden sich bedauerlicher Antrag, den wir wieder einbringen, abgelehnt wird; nur dann ständig behandeln? Geschieht dies, so werden in demselben Weise sämmtlich in einem leidenden Zustande, der ihnen die werde ich die geringen Fortschritte, die der Ausschußantrag Maße die Arbeiter steuerkräftiger gemacht.( Lachen.) Jedenfalls Behandlung im Lazareth und dabei auch weit beffere immerhin enthält, auch meinerseits afzeptiren. ag empfehle ich der Bauverwaltung unsere vorjährige Anregung zur Nahrung sichert, als ste der übliche Rumfutsch und Mehlbrei Stadtv. Wohlgemuth empfiehlt seinen Antrag. Der Prüfung, dafür Sorge zu tragen, daß die Arbeiter auf der bieten. Antrag wolle die völlige Gleichstellung an Gehalt mit den Direk- Straße mit Baubuden versehen werden, damit sie ihre Ruhe- Der bekanntlich zu 10 Jahren Gefängniß verurtheilte Getoren. Dagegen scheine die Nothwendigkeit der Anstellung eines paufen in gedeckten Räumen zubringen können.( Unruhe.) Diese heime Kommerzienrath Wolff befindet sich noch immer im Bakteriologen in Moabit nicht erwiesen. Frage ist doch finanziell gar nicht von Bedeutung; hier wäre Lazarethflügel, nach welchem er seines Siechthums halber gleich Stadtv. Sachs I hält eigentlich den Standpunkt des Magi- ethische und ästhetische Rücksichtnahme des Magistrats angebracht. An nach seiner Einlieferung von Moabit geschafft werden mußte strats für den richtigen, will sich aber dem Ausschußantrag die Pferdebahngesellschaft sind wir ja noch lange Jahre gebunden. und welchen er wohl kaum jemals wieder verlassen dürfte. attommodiren, wenn sein Unterantrag angenommen wird. Hier ist aber ein Gebiet, auf dem der Magistrat etwas leisten Seine Gesuche um Haftentlassung sind trok Befürwortung der Stadtv. Virchow wendet sich dann gegen den Antrag fann. Dennoch sind die Forderungen der Versammlung noch selben durch die Anstaltsärzte von der königl. Staatsanwaltschaft Wohlgemuth. Die Gefahr, daß ein Arzt die Thätigkeit im immer unerfüllt. Die Durchführung des Behnpfennigtarifs tann abgelehnt worden. Wolff erhält mit Rücksicht auf seinen leidens Krankenhause nur benußen würde, um sich eine große Praxis zu der Magistrat von der Gesellschaft erzwingen, wenn er ihr neue den Zustand meist die ihm ärztlich verschriebene Extraverschaffen, solle eben durch die kurze Kündigungsfrist be Ronzessionen versagt; seit Jahren verlangt die Versammlung Ver- diät und hat auch die Erlaubniß erhalten, seine Frau und feitigt werden. Daß den Kranken nicht genügende Beauf- befferung der Wagen im Innern und sonstige Erleichterungen dieser Tochter allmonatlich einmal im Beisein eines Lazareth- Aufsehers fichtigung und Besichtigung zu Theil werde, sei ein Vorurtheil. Verkehrseinrichtung. Ferner sollte der Magistrat den Versuch im sogenannten Aerztezimmer zu sprechen. Sonst dürfen GeStadtv. Neumann befürwortet die Ausschußanträge, so- machen, die Gesellschaft zu veranlassen, Sizpläße für die Pferde fangene bekanntlich nur in dem sogenannten Sprechzimmer weit sie aber die 8 monatliche Kündigung betreffen tritt er dem bahnfutscher einzurichten. Für den Magistrat wird es gewiß( Nr. 28) hinter einem hohen Drahtgitter mit ihren Angehörigen Antrag Jacobi bei. eine Freude sein, sein gewichtiges Wort bei der Gesellschaft für verkehren. Der Status ander Stadtrath Straßmann: Unsere Krankenhäuser sind zum diese so angestrengten Leute in die Waagschale an werfen. Dem Auch der Rechtsanwalt Dr. Stein befindet sich noch im größeren Theil mit Verpflegungstranten gefüllt, mit Obdach Antrag auf Befreiung der Einkommen bis 900 Mark Lazareth und zwar auf der sogenannten Invalidenstation, wo lofen, die teine Verpflegung haben. Für die sonstigen Kranken werden wir zustimmen, weil wir es einfach für selbst er dem ständigen Lazarethschreiber mit schriftlichen Arfind besondere dirigirende Aerzte nicht unumgänglich nöthig. lächerlich ansehen, daß von einem Einkommen unter beiten zur Hand geht. Sein Wiederaufnahme- Antrag ist, wie Moabit hat bereits seit dem 1. April 1890 ben Charakter des 900 Mart auch noch einige Mart an die Stadtkasse abgegeben wir fürzlich meldeten, in der Beschwerde- Instanz vom föniglichen Seuchenhauses verloren. werden sollen. An den indiretten Steuern tragen gerade Kammergerichte abgewiesen worden, doch hofft Dr. Stein, daß Im Schlußwort legt der Referent Stadtv. Spinola gegen diese Mermisten ihr volles Theil zu den öffentlichen Lasten bei, ihm auf grund des§ 23 der Gefängnißordnung das lehte Biertel Die letzten Ausführungen vom Magistratstische Verwahrung ein. daß die Erträge aus der lex Huene zurückgegangen sind, ist ein der Strafe erlassen wird. Der Magistrat habe doch selbst durch seine Vorlage die Ver- fehr erfreuliches Faktum, denn diese Erträge stammten ganz und Derselbe Saal, in welchem Bankier Wolff untergebracht ist, mehrung des Arztperfonals als Bedürfniß anerkannt und bisher gar von den ärmsten Klassen der Bevölkerung her. It beherbergt seit furzem den erkrankten Bankier Maaß aus Charnichts davon verlauten lassen, daß die Mehrzahl der Kranken bas Einkommen der Arbeiter so beschaffen, daß man lottenburg, welcher den Lazarethbediensteten und seinen Mita pernünftiger und anständigerweise Steuern davon nehmen gefangenen viel zu schaffen machen foll. Die Abstimmung ergiebt zunächst die Ablehnung des An- tann, so nehme man fie; nicht aber von solchen, denen trags Badek. Nach mehrfach zweifelhaft gebliebener Abstimmung kaum das Eristenzminimum zur Verfügung steht. Das Schreck fich sämmtlich in einem leidenden Zustand befinden; man hätte über einzelne Punkte des Antrags Wohlgemuth wird dieser gespenst der 105 pet. Einkommensteuer exiñirt für uns nicht.da eigentlich denken sollen, daß die lukullische Lebensweise, die Antrag im Ganzen abgelehnt, dagegen der Ausschußantrag mit Kämmerer M a aß: Die Erfordernisse für die Königstraße fich diese Herren in der goldenen Freiheit von den Moneten Der Modifikation angenommen, daß sechsmonatliche Kündigung lassen sich auf 3 Jahre vertheilen. Ich habe auch niemals anderer Leute geleistet haben, ihren werthen Korpus etwas wider unsere Finanzverhältnisse gerühmt, ich habe sie stets nur als standsfähiger gegen die Entbehrungen des Gefängnisses gemacht Die Wahl des Abg. Hermes wird für giltig erklärt. mäßig bezeichnet. hätten. Es folgt die erfie Berathung der Vorlage betr. die Fest- Stadtv. Ralisch bedauert die späte Einbringung des Kernfestere Leute, als die erwähnten Gauner, welchen letteren fehung des Stadthaushalts Etats für 1894/95. Stats, bestreitet dem Stadtv. Singer, daß man die Ermäßigung wir übrigens von Herzen baldige Besserung wünschen, sind da Der Etatsentwurf schließt mit 85 043 745 M. ab. Nach in der städtischen Einkommensteuer durchgesezt habe, um die Er- denn doch unsere Parteigenossen, die dank der herrlichen dem Vorschlage des Magistrats soll diesmal auch die weite höhung der Einschäzung zu paralysiren, und bittet dann eben. Preßgefeßgebung des geeinten deutschen Vaterlandes das mannuch die weite banana Stufe der Kommunal- Einkommensteuer( Einkommen von 660 bis falls um baldige Mittheilung der Magistrats Subkommiſſion hafte Gintreten für ihre Ueberzeugung bekanntlich in gerade 900 M., Steuersatz 4 M., Austommen 719 000 M., welches in Sachen der Kommunaliteuer Reform. Die Außerhebungseßung nicht seltenen Fällen im Gefängniß zu büßen tann für den Ausschußanteschlußfassung gewesen wäre. Ich auferlegt werden derart, daß sie die Arbeiter bezüglich mitgetheilt, denen wir folgendes entnehmen. Die Gefangenen, aus Berpflegungskranten bestehe. gelten foll. # W Es ist selbstredend bedauerlich, daß die erwähnten Spizbuben haben #wide W Unsere Leser mögen es uns übrigens verzeihen, wenn wir dem Polizeikommissar Mohr war gleich an Ort und Stelle. Die| in zweckentsprechender Weise( mit dem Stock?) ins Leben zurückdes ehrenvollen Namens unserer tapferen Genossen fast in einem Nachforschungen ergaben, daß die beiden Ermordeten sich mit dem gerufen. Athemzuge mit dem pflegebedürftigen Gaunergesindel erwähnen. Rutscher bezw. Gärtner Helbig, der in der Margarethenstraße 9 Bielleicht läßt sich gelegentlich einmal ein medizischer Schrift fteller herbei, zu untersuchen, wie es kommt, daß ein Kommerzienraths- Körper in Plößensee weniger widerstandsfähig ist, als der Rörper eines politischen Gefangenen. Nachdem Arbeiterrifiko. Einen schrecklichen Tod fand am Donners Soweit wir unterrichtet sind, büßen unsere Parteigenossen bei dem Baumeister Schmidt wohnt, während der Nacht in dem ihre sogenannte Strafe in ihrer folirzelle ab, ohne daß sie Wirthshause von Kube, gegenüber der Raserne, befunden und tag Vormittag um 104 Uhr der Monteur Feige in der Maschinensonderlich das Lazareth und die Krankentost in Anspruch gemeinsam Billard gespielt hatten. Dabei soll ein kleiner Streit fabrik von C. Hoppe, Gartenstr. 9/12. Er wollte den Riemen nehmen. Sie würgen die elende" Nahrung", die es in Plößensee stattgefunden haben. Dettloff und Kurz verließen die Wirth- auf die Transmission werfen, wurde hierbei von dieser erfaßt giebt, hinunter und kommen allerdings hier und da erst nach fchaft etwa gegen 4 Uhr Morgens, gleich nach ihnen entfernte und, ehe die Maschine zum Stillstand gebracht werden konnte, ihrer Entlassung aus der Haft in die Lage, ihre gefuntenen sich selbig. Dieser Umstand lenkte den Verdacht der Thäter vollständig zermalmt, so daß er auf der Stelle eine Leiche war. Kräfte heben zu müssen. schaft auf Helbig, der denn auch um 8 Uhr durch den Ge Eigenartig war die Höllenmaschine, welche am meindediener Höhn in seiner Wohnung festgenommen und nach 15. August v. 3. der Maurerfrau Wolter zu Groß- Lichterfelde dem Amtsgefängniß gebracht wurde. Trotzdem sich an von unbekannter Hand_durch die Post zugesandt wurde: seiner Kleidung Blutflede befinden namentlich auch an ,, Princesas, Jose Lopez Habana" und„ flor fina" lautete die der Westeso will er dennoch von der That nichts wissen. Aufschrift des ursprünglich als Zigarren- Emballage verwendet Vierzigtausend Mark hat die Stadtverordneten- Versamm Kube'schen Totals auf der Straße einen Schlag auf den Kopf Schnürung im Freien, da die Sendung sehr verdächtig erſchien. Er giebt an, daß er um 1½ Uhr nach dem Verlassen des geweſenen tleinen Kistchens. Vorsichtig löste man die Verfung unserer jedenfalls sehr reichen Nachbargemeinde Charlotten erhalten habe, ohne zu wissen, von wem; dann sei er hilferufend Holzwolle vorwiegend füllte die Kifte, welche nun zwar feine burg zum Bau der Kirche bewilligt, die das Andenken an die davongelaufen. Von den beiden anderen habe er niemand ge- Höllenmaschine war, aber beim Deffnen einen pestilenzialiſchen Thaten des alten Wilhelm Ehrenzeichem Jhring- Mahlow's- verewigen soll. von Rastatt bis zum allgemeinen sehen. Die Behörde steht dieser Aussage zweifelhaft gegenüber, Geruch verbreitete. Statt der„ flor fina" war mit teuflisch bosMelde Dich beim Hofmarschall v. Mirbach, Berliner Frei- hat aber seine Betheiligung an der Blutthat noch nicht feststellen hafter Berechnung ein unausstehliches Etwas in der Holzwolle finn, und apportire auch Du ihm die auf Dich fallende Summe. worden sind, noch nicht auszufinden war. Die beiden Erstochenen, Empfängerin hatte den Bahnbeamten Boigt, der auf dem Anhalter können, da das Messer, mit dem Dettloff und Kurz bearbeitet gelagert und mit Entsezen sah man das Gescheheniß. Die Doppelt giebt, wer schnell giebt," das ist ein Grund- die den Tod durch Verblutung gefunden haben, sind nach der Bahnhof als Billetſchaffner im Dienst steht, verdächtigt, fab, dessen Bethätigung man bei unserer städtischen Armenpflege Leichenhalle des Friedhofes gebracht worden. Helbig ist etwa ihr jene unästhetische Sendung verehrt zu haben. Voigt lebte leider vergeblich sucht. Wir haben wiederholt darauf hingewiesen, 30 Jahre alt und von kleiner schmächtiger Gestalt. Man sollte seit längerer Zeit mit der Familie Wolter in Feindschaft und daß hier die Extra- Unterstützungen, die zur Linderung einer faum für möglich halten, daß er jene beiden Männer, die die soll nun derselben in der vorbezeichneten Art Ausdruck gegeben augenblicklichen Noth dienen sollen, nur nach einem umständlichen Stiche von vorn erhalten haben müssen, um das Leben zu bringen haben. Das Schöffengericht erachtete den p. Voigt der Beund zeitraubenden Verfahren ausgezahlt werden, nach dessen Be- im stande gewesen sei. leidigung der Frau Wolter für schuldig und erkannte auf einen endigung der Bittsteller bereits halb verhungert sein kann. Die Doppel- Blutthat in Groß- Lichterfelde hat gestern Nach- Monat Gefängniß. Die erste Straffammer des Landgerichts II Dieses Verfahren wird aber nicht nur ruhig weiter beibehalten, mittag um 5 Uhr bereits ihre vollständige Aufklärung gefunden.( Borsigender Landgerichtsrath Meyer) ermittelte, nachdem Voigt fondern es wird den Armenkommissions- Vorstehern von der Der Gärtner Rudolf Helbig, der bis dahin hartnäckig geleugnet gegen das erste Urtheil Berufung eingelegt hatte, daß nicht Armendirektion immer wieder auf's neue empfohlen und förmlich hatte, hat sich zu einem Geständniß bequemt, als ihm nach genügend Belastungsmaterial gegen den Angeklagten vorläge, zur Pflicht gemacht. In der letzten Versammlung von Armen- gewiesen wurde, daß er im Besitze eines frummen Gärtnermessers um denselben verurtheilen zu können. Daß Angeklagter unschuldig tommissions- Vorstehern, deren Protokoll jetzt durch das„ Gemeinde- gewesen ist, das er erst vor einigen Tagen bei einem Eisenhändler ist, fei nicht etwa festgestellt, wohl aber, daß er nicht überführt blatt" veröffentlicht wird, machte Magistrats- Assessor Cuno als Osche gekauft hatte. Erst gab er an, daß er das Messer kurz ist, die That begangen zu haben. Unter Aufhebung des ersten Vertreter der Armendirektion anläßlich zweier vorliegenden bevor die That verübt worden ist, verloren habe. Nachdem er Urtheils erkannte die Straftammer daher auf Freisprechung. Spezialfälle die Herren Vorsteher noch besonders darauf wiederholt vom Bürgermeister Schulh ins Verhör genommen Eine aufregende Szene ereignete sich am Mittwoch Abend aufmerksam, bei der Auszahlung von Almosengeldern worden war, stellte er den Vorgang folgendermaßen dar. Er um 10 Uhr unweit der Schlesischen Brücke. Dort ging ein etwa recht vorsichtig zu sein und auch selbst kleine Unterstützungen fei mit Kurz und Dettlof zunächst beim Stat und dann beim 40 Jahre alter Mann, der mit dunklem Winterüberzieher und nicht ohne schleunige sorgfältige Recherchen zu zahlen." Bor: Billardspiele im Rube'schen Lokale zusammengewesen. Die Ein- mit englisch lederner Weste und Hose bekleidet war, in großer ficht und sorgfältiges Recherchiren mag allerdings nöthig sein, fäße seien hoch gewesen. Infolge des Spieles hätten sich Aufregung auf und ab und sprang schließlich, ehe es verhindert wenn die Armenpflege nicht von gewerbsmäßigen Schnorrern ge- Reibereien namentlich zwischen ihm, Helbig, und Kurz werden konnte, in den Landwehrkanal. Der Schuhmacher M., mißbraucht werden soll. Aber diejenigen, welche der Armenunter- entsponnen. nun Kurz und Dettlof das Görliger Ufer 3 wohnhaft, konnte den bald wieder auftauchenden ftüßung thatsächlich bedürfen, wird durch dieses Verfahren wieder Lokal verlassen hätten, fei er ihnen gefolgt. Nicht weit Körper mit einer langen Stange ans Land ziehen. Wiedernach einer andern Richtung hin sehr wenig genügt. Lieber ein vom Lotale entfernt habe er von Kurz, der den Stock belebungsversuche, welche sofort angestellt wurden, blieben ohne paar Unwürdige mitunterstützt, ehe man einen wahrhaft Bedürf des Dettlof an sich genommen, einen Schlag über den Kopf er: Erfolg. Der Verstorbene muß anscheinend Bimmermann gewesen tigen auch nur eine einzige Stunde länger darben läßt. Aber halten, der eine auf seinem Kopfe wirklich vorhandene Wunde sein, da er mit Utensilien, welche auf dieses Handwerk deuten, solche Anschauungen darf man freilich nicht von einer Verwal- hervorgebracht habe. Auf den Schlag hin habe er mit seinem ausgerüstet war. tung erwarten, die, wie alle anderen Zweige der städtischen Ver- frummen Gärtnermesser Kurz sofort in den Schenkel unmittelbar waltung, von einem sparsüchtigen Krämergeist beseelt ist. unter dem Unterleibe gestochen und sei dann entflohen. Dettlof Die Berliner Polizei macht sich jeht mit Eifer daran, Acht neue Apotheken werden demnächst in Berlin er fei ihm nachgeeilt und habe ihn von hinten gefaßt. In dem die soziale Frage in ihrer Weise zu lösen. Das Intelligenzblatt selben Augenblicke aber habe er sich umgedreht und mit dem- meldet im üblichen Gummischlauchstii: richtet. Es sind Konzessionen ertheilt für die Königsbergerstraße selben krummen Messer den ganzen Schenkel aufgetrennt. Hieranf geht die Polizeibehörde jezt namentlich im Zentrum Berlins und awischen Gubener und Memelerstraße, für die Große Frank zwischen Gubener: und Memelerstraße, für die Große Frank sei er nach Hause gegangen und habe seiner Frau wohl von in der Friedrichstadt mit größter Strenge zu Leibe. Dieſes furterstraße zwischen Krauts- und Andreasstraße, für die Gegend bem ihm verfekten Schlage, nicht aber von den Messerstechereien scheint auch sehr gerechtfertigt in anbetracht des Umstandes, der Wittstockerstraße in Moabit, für die Landsberger Allee, für die Reichenbergerstraße in der Nähe der Manteuffelstraße, für erzählt. Kurz hat sich nach dem Befunde am Thatorte von der daß das Bettlerunwesen zu einer förmlichen Landplage auswo er den Stich erhielt, auf einen in der geartet ist. In einzelnen offenen Geschäften soll es durchaus die Mariendorferstraße, für das Schöneberger Ufer in der Gegend Nähe gelegenen Bauplatz geschleppt und ist dort ge- nicht selten sein, daß täglich 20 bis 30 Bettler, Männer, der Lüßowstraße, sowie für die mehrfach erwähnte Neuanlage an storben. Dettlof ist da, wo er gestochen wurde, zunächst Frauen und Kinder, um milde Gaben vorsprechen. Auch der Südseite der Straße Unter den Linden. zusammengebrochen, hat sich aber noch zweimal aufgerafft, gegen die öffentliche Bettelei in den Straßen, bei der sich die um jedoch jedesmal sofort wieder hinzufallen. Bald ist auch er Almosenempfänger an den Häuserfronten, auf den Bürgersteigen eine Leiche gewesen. Helbig lieferte nach einander zwei Messer und besonders gern auch auf den Brücken niedersehen, als ihm gehörig der Polizei aus, während er, wie eben erwähnt um Vorübergehende anzubetteln, soll energisch vorgegangen wurde, das krumme Gärtnermesser verloren haben wollte. Bei werden. Nein, diese seltsamen Menschen, die im fadenscheinigen Ge feinem Geständniß erklärte er endlich, dieses krumme Messer im Garten seines Dienstherrn vergraben zu haben. Polizeifommissar wande fich besonders gern" beim pfeifenden Nordost auf Mohr begab sich mit einem Gemeindediener sofort in den be- den Brücken niedersehen, um zur nothdürftigen Stillung des zeichneten Garten, um das Messer zu suchen. Eine Gerichts- Hungers ihrer Kinder einen Rupserpfennig zu erhaschen! Es ist doch ein herrliches Ding, der Staat der Sozialfommission ist bereits am Thatorte gewesen und hat dort die erforderlichen Feststellungen gemacht. Helbig dürfte wegen reform! schwerer Körperverlegung mit tödtlichem Ausgange in zwei Brand im Alexanderplatz- Theater. Im Borderhause des Fällen unter Antlage gestellt werden. Er ist seit dem Theaters entstand kurz vor 3/4 10 Uhr ein Schornsteinbrand, der Jahre 1890 verheirathet und Vater von zwei Kindern. Bevor sich der Umgegend und den Besuchern des Lokals durch erstickenden er sich zu einem Geständniß herbeiließ, zeigte er ein freches Be- Rauch in recht unangenehmer Weise fühlbar machte. Nur der Umsicht nehmen. der Direktion ist es zu verdanken, daß eine größere Panit verhütet Ein Doppelmord? Zu früher Morgenstunde wurde am" Jugend." Auz„ Liebesgram" hat sich am Mittwoch früh wurde. Nach 3/ 4fstündiger, angestrengter Arbeit fonnte die FeuerDonnerstag in der Stegligerstraße zu Lichterfelde, unweit der auf dem Hausboden bes elterlichen Wohnhauses in der Chauffee wehr in ihre Depots rücken. Raferne des Garde- Schüßen- Bataillons in einer großen Blut- ftraße der 14jährige Tertianer Ewald M. durch Erhängen ins Polizeibericht. Am 28. v. M. Nachmittags wurde eine lache auf dem Straßendamm der Prokurist Adolf Dettloff todt Jenseits befördern wollen. Derselbe hatte in der Tanzstunde mit Frau vor dem Hause Kolbergerstr. 32 durch einen GeschäftsVor dem aufgefunden. Etwa 20 Schritte davon nach dem Potsdamer der höheren Töchterschülerin Milly F. ein Verhältniß" anwagen überfuhren und am Kopfe schwer verlegt. Bahnhofe zu lag die Leiche des Gärtners August Kurz gleich gebandelt, und als die beiderseitigen Herren Eltern davon er- Hause Matthäitirchstraße 6 gerieth ein Mann unter die Räder falls in einer Blutlache, die sich über die ganze Straße erstreckte. fuhren, mußten die Liebenden eine berbe Burechtweisung über eines Bierwagens und erlitt eine erhebliche Berlegung an der Der Gendarm Thierbaum bemerkte bei Dettloff einen Schnitt sich ergehen lassen. Dies hat sich Ewald M. derart zu Herzen Hand. In der Nacht zum 1. d. M. sprang an der Schlesischen daß er sich auftnüpfte, er wurde aber von Brücke ein Mann in den Landwehrkanal und ertrank. im linken Oberschenkel, der vom Knie bis an den Leib reichte, genommen, bei Kurz einen Stich in den Unterleib. Der Bürgermeister Schulz mit seinem Vater glücklicherweise noch rechtzeitig losgeschnitten und Laufe des Tages fanden sieben kleine Brände statt. Befiederte Proletarier. In dichten Schaaren nähern sich gegenwärtig die Krähen den menschlichen Wohnungen, um aus den Müllabladestätten auszusuchen, was zu ihrer Nahrung dienen fann. In dichter Reihe sitzen sie auf dem Baune, mit dem der Plan eingefriedigt ist und erwarten die Ankunft des Wagens. Sobald derselbe entleert ist, fallen sie, ohne Rücksicht auf die anwesenden Personen, über den Inhalt her und scharren denselben so gründlich auseinander, daß taum das tleinste Stückchen unberührt bleibt. Hühner und andere Thiere, die ihnen hierbei Ronkurrenz machen, treiben sie in die Flucht und ziehen sich bei eintretender Dunkelheit in die nächsten Forsten zurück. Die hungernden Menschen dürfen bekanntlich dank unserer braven Staatsordnung ihr vermeintliches Recht auf Brot nicht in so energischer Weise geltend machen, wie die befiederten Proletarier. Achtung! Deffentliche Achtung! Versammlung für Männer u. Frauen am Sonntag, den 4. März, Nachm. 42 Uhr, im Kolberger Salon, Kolbergerstraße Nr. 23.. Zages Drdnung: B 1. Vortrag des Genoffen Hoffmann: Fortsetzung über„ Die zehn Gebote und die besitzende Klasse". 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. 354/4 Der Einberufer. Verband der Sattler und Tapezirer. Sonnabend, den 3. März, Abends 82 Uhr, bei Wieneme. Alte Jakobstr. 83: Versammlung. 294/10 Roh- Tabak " A. Goldschmidt, 4485L am bieñgen Plage wie bekannt grösste Auswahl! Garantie für sicheren Brand. Streng reelle Bedienung, billigite Preise! Sämmtliche im Handel befindl. Rohtabate find am Lager. A. Goldschmidt, Oranienburgerstr. 2. SophastoffReste Zages Ordnung: 1. Vortrag über:" Das untergehende Hand werk und seine Rettung" von Paul Breitum. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. in Rips, Damaft, Crêpe, Fantaste, Gobelin, Plüsch und bunten Um pünktliches Erscheinen ersucht Mocquets spottbillig! Proben franko! Der Vorstand. 5150L* Centralverein deutscher Böttcher. Emil Lefèvre, Berlin S., Sonnabend, den 3. März: Gr. Wiener Maskenball im Böhmischen Brauhaus, Landsberger Allee 11-13. Anfang 8 Uhr. 113/5 Dem Bettlerunwesen Im Schleuniger Ausverkauf, anarienhähne 6,00, Weibchen spielt schön, sof.sehr bill. der Restbestände aus der Skaliberstr. 132. J. Adler Söhne'schen Konkursmasse, Orchestrion, Gate, Langeftr. 15,§. 1. des Königlichen AmtsRechtsbureau richtersa.. Alte Jakobals Teppiche, Portièren, Gardinen, Stepp- und Tisch- Straße 130. Gewissenhafter Rath in allen decken, Läuferstoffe, ferner 1000 Sopha- Stoffreste Angelegenheiten. Unbemittelten unentder haltbarsten und modernsten Stoffe geltlich. 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Jahrg. Bradwolf, die des Abends als Blumenverkäuferin im Wintergarten fungirt, des Tages aber in der Passage und der FriedrichBevölkerung im Jahre 1893 Gewerbegericht. Rammer III. Vorsitzender: Assessor Straße ihre Angel nach der männlichen Lebewelt auswirft. FreiLohmeier. Sizung vom 27. Februar. Der Maurer Mezke herr v. 2. führte feine neue Bekanntschaft in eines der veröffentlicht das„ Statistische Amt der Stadt Berlin" auf gab am 22. Dezember v. J. seine Stellung beim Maurermeister renommirtesten Weinrestaurants, nahm dort eine chambre rund des vorläufigen Ergebnisses der bisherigen Er- Berndt auf, um als 2. Kassirer einer Hilfskaffe drei Wochen lang. séparée und soupirte mit ihr. Als es ans Bezahlen ging, gab mittelungen bereits jetzt die Die Gesammtbevölkerung( das Militär mitgerechnet) den Bau seines früheren Arbeitgebers auf und frug den mittler- verschwunden seien. Beim Betreten des Lokals hatte ihm der belief sich Ende Dezember 1892 auf 789 143 männliche und weile zum 1. Polier avancirten ehemaligen 2. Polier desselben, Kellner Hilpert beim Ausziehen des Ueberziehers geholfen und 867 572 weibliche, zuſammen 1656 715 Personen, Ende Dezember ob er wieder zu arbeiten anfangen könne, er habe schon mal auf hatte dieſen an die Wand gehängt. Bald darauf war Herr 1691 702 Personen, sodaß in 1893 eine Zunahme von 15 828 feit dieser Behauptung überzeugt hatte, wurde Mette wieder ein- war Fräulein Bradwolf und der Kellner allein im Kabinet ge= männlichen und 19 159 weiblichen, zusammen 34 987 Personen gestellt, um am 19. Januar einer Nichtigkeit wegen entlaffen zu wesen. Das„ Fräulein" erzählte nun ihrem Galan, stattgefunden hat. Die Zunahme feßt sich zusammen aus dem werden. Er lagte auf Zahlung einer Lohnentschädigung. Der der Kellner habe sich mehrere Male an seinem UeberUeberschuß der Geborenen über die Gestorbenen und der Zu- Beklagte wandte ein, die Kündigung zwischen Kläger und zieher zu schaffen gemacht, und in die Taschen desselben gezogenen über die Fortgezogenen. Geboren wurden( die ihm sei schriftliche Vereinbarung ausgeschlossen gegriffen. Der Kellner wurde gerufen, zur Rede gestellt, bestritt Tedtgeborenen mitgerechnet) 26 190 männliche und 25 028 weib- worden. Er legt das betreffende Schriftstück vor; aus demselben aber, das Geld genommen zu haben und wurde darauf unter liche, zusammen 51 213 Kinder. Das sind 30½½ pro Mille der ist zu ersehen, daß die Kündigung wohl ausgeschlossen wurde, Anklage gestellt. Das Schöffengericht verurtheilte mittleren Bevölkerungszahl von 1893.( Auf je 1000 Perfonen aber nur als Kläger das erste Mal bei Berndt zu arbeiten an den Kellner auf das Zeugniß der Bradwolf hin wirklich der Bevölkerung famen 30-31 Geborene.) In den Vorjahren fing. Der Beklagte sieht in der Wiedereinstellung des Klägers wegen Diebstahls zu se ch 3 Wochen Gefängniß. Der Verwurden geboren 1892: 52 448, 1891: 53 487 Kinder. Bei der eine Fortsetzung des ersten Arbeitsverhältnisses und stüßt sich theidiger, Rechtsanwalt Gabriel, legte Berufung ein und machte heute wartet werden, daß die Zahl der Geborenen jedes Jahr zunimmt, tönne, und darauf, daß der Polier ihn erst wieder einstellte, Blumen verkaufe und des Tages den reichen Wüstlingen nachgehe, fortschreitenden Vermehrung der Gesammtbevölkerung muß er dabei auf die Anfrage des Klägers, ob er wieder anfangen vor der Straftammer geltend, daß die Bradwolf nicht den geringsten Glauben verdiene. Ein 17jähriges Mädchen, welches des Abends wie das bis 1890 auch der Fall war. Schon ein bloßes Still nachdem er sich danach erkundigt hatte, daß derselbe bereits bei ſtehen bedeutet hier relativ( d. h. im Verhältniß zur Gesammt ihm, Beklagten, thätig war. Das Gericht hingegen nahm an, um mit solchen Separatkabinets in Weinrestaurants aufzusuchen, bevölkerung) einen Rückgang. Seit 1891 ist aber die Zahl der daß durch den Kläger ein neues Arbeitsverhältniß eingegangen eine Zeugin obendrein, die trotz ihrer Jugend schon zweimal eine Zeugin obendrein, die trotz ihrer Jugend schon zweimal Geborenen sogar absolut( d. h. abgesehen von dem Ver- worden sei, zu dessen sofortiger Lösung es eines erneuten wegen häßlicher Krankheiten nach der Charitee gebracht werden hältniß zur Gesammtbevölkerung) herabgegangen. Es wurden Kündigungsausschlusses bedurft hätte. Aus diesem Grunde wurde mußte, sei sicher nicht qualifizirt, als einzige Belastungsgeboren, 1893: 30¹/ 2, 1892: 32, 1891: 33/2 pro Mille der der Beklagte verurtheilt, gemäß dem Klage- Antrage 32 M. und zeugin einen unbescholtenen Menschen in's Gefängniß und mittleren Bevölkerung der betreffenden Jahre. Die Hebung der 4 M. extra als Versäumnißgebühr dem Kläger zu übermitteln. um Ehre und Existenz zu bringen. Diese Zeugin, die nachGeburtenziffer, die für 1891 seit langem zum ersten Male wieder Der Pußer Scholz verlangt eine Lohnentschädigung von 80 m. weislich zu dritten Personen geäußert habe, als davon die Rede feſtgeſtellt werden konnte, war also nur vorübergehend. Die Ihm war vom Bau- Unternehmer Kalm ein Akkord in Aussicht war, daß ein armer Mensch, der eine große Geldsumme Geburtenziffer hat ihren seit 1875 innegehaltenen abwärts gestellt worden. Kalm nannte ihm einen Preis dabei, über den gefunden, diese dem Verlierer zurückgegeben habe:" Ich würde führenden Gang nach einmaliger Unterbrechung weiter fortgesetzt er erst mit einem Kollegen sprechen wollte, der in den Attord nicht so dumm sein!"- eine solche Person sei wohl im stande, und ist 1893 auf einem Stand angelangt, der noch hinter dem mit eintreten sollte. Echolz versprach, nach drei Tagen Bescheid selbst die Taschen ihres Begleiters zu leeren und er könne fich der Nothjahre 1847 und 48( 32 nnd 313/4 pro Mille) zurück zu bringen. Da er es nicht für so eilig hielt", fand er sich erst durchaus nicht von dem Verdachte loslösen, daß die Zeugin selbst bleibt. 1893 ist das zweitschlimmste Jahr des ganzen Jahr einige Tage später ein, um zu sehen, daß die ihm zugesicherte sich der Gerichtshof voll und ganz an und sprach den Angeklagten die Diebin sei. Diesen Ausführungen des Vertheidigers schloß hunderts. Echlimmer war's nur noch im Kriegsjahr 1814 Arbeit anderen Leuten übergeben war. Kläger wurde infolge ( 293/4 pro Mille). Von den 51 213 Geborenen des Jahres 1893 der Feststellung dieses Thatbestandes abgewiesen. Der Beklagte frei, weil der Verdacht nahe liege, daß die Zeugin den Angewurden im übrigen 49 710 lebend und 1503 todt geboren. habe, so wurde das Urtheil begründet, nicht länger mit der Verlagten nur belastet habe, um nicht selbst als Diebin angesehen E3 starben im Jahre 1893( ohne Todtgeborene) 18706 männ gebung der Arbeit warten brauchen, als der Kläger nicht zur liche und 17 826 weibliche, zusammen 36 082 Personen. Das sind rechten Zeit Bescheid sagen kann. 211/2 pro Mille der mittleren Bevölkerungszahl von 1893.( Auf Die kunstrichtende Polizei. Am 8. März wird das Oberje 1000 Personen der Bevölkerung tamen 21-22 Gestorbene). In der Liederbuch Affäre, wegen der im vergangenen Verwaltungsgericht, das sich neuerdings so viel mit der modernen In den Vorjahren starben, 1892: 32 696, 1891: 33392 Personen. Herbst einige Berliner Parteigenossen vom hiesigen Landgericht Bühnendichtung befassen muß, wieder über eine Beschwerde wider Die Sterblichkeit ist also in 1893 gegen 1892 nicht unbeträchtlich verurtheilt worden sind, hat vor einigen Tagen das Reichs: die Zensurbehörde zu entscheiden haben. Gegen das Verbot ihres gestiegen. Die Zahl der Gestorbenen müßte zwar unter der gericht das letzte Wort gesprochen und zwar ist die Revision der Schauspiels Nothwehr" hat Frl. E. v. Schabelsky durch Rechts anwalt Dr. Grelling Klage erhoben; der Verhandlungstermin ist ( allerdings falschen) Voraussetzung, daß Zusammensetzung und Angeklagten verworfen worden. Die ReichsgerichtsGefundheitszustand der Bevölkerung jedes Jahr im allgemeinen Korrespondenz meldet über die Verhandlung folgendes: In auf Donnerstag nächster Woche angesetzt. gleich wäre, wegen der fortschreitenden Bevölkerungszunahme von dem Prozesse gegen den Schlosser Eduard Bingau und sieben Jahr zu Jahr steigen. Echon ein bloßes Still stehen würde hier Genossen( verurtheilt vom Landgericht I in Berlin am relativ eine Befferung bedeuten. Aber die Sterblichkeitsziffer von 24. Oftober v. J. wegen Aufreizung zu Gewaltthätigkeiten 1893 ist nicht nur absolut, sondern auch relativ höher, also un-$ 130 Str.-G.-B. und Uebertretung der§§ 1 und 12 der günstiger als die von 1892. Es starben( ohne Todtgeborene) preußischen Verordnung vom 11. März 1850 durch Herausgabe 1893: 21/2, 1892: 20, 1891: 203/4 Promille der mittleren Be- eines sozialdemokratischen Liederbuches) wurde am Dienstag das in Desterreich, der Schweiz, Holland, Dänevölkerung der betreffenden Jahre. Das Sinken der Sterbeziffer, Urtheil verkündet. Der II. Straffenat des Reichsgerichtes er- mart, Schweden, Norwegen, Belgien, England, das seit einer Reihe von Jahren zu beobachten war, hat also kannte auf Verwerfung der Revision der Angeklagten. Frankreich und Deutschland. mit 1893 wieder eine Unterbrechung erfahren, die vielleicht( und Der Reichsanwalt hatte beantragt, die Sache bezüglich Kollegen! hoffentlich!) nur vorübergehend sein wird, aber um so mehr auf zweier Angeklagten abzutrennen und an das Kammer Die Arbeiter aller Länder sehen immer mehr die Nothwenfällt, da das Sinken der Sterbeziffer fich( nach Böck h) zum gericht zu verweisen. Jubezug hierauf wurde in den Urtheils digkeit ein, sich international zu vereinigen. Die großen Erfolge großen Theile aus dem seit 1875 beobachteten Sinken der Ge- gründen folgende prinzipiell wichtige Ausführung des international organisirten Unternehmerthums beweisen uns, burtenziffer erklärt und diese doch in 1893 noch weiter gesunten gegeben: Der Senat ist der Meinung, daß, wenn von mehreren welche Macht in der ausgedehnten internationalen Organisation war. Diese Erhöhung der Sterbeziffer ist augenscheinlich auf die Angeklagten Revision eingelegt wird, die Revision derselben als liegt. Wir dürfen dabei nur an die Kohlen- und Betroleumungünstige Witterung des Sommers 1893 zurückzuführen, die eine einheitliche anzusehen ist und daß der in§ 123,3 des ringe zu denken. Doch auch da, wo das Unternehmerthum durch Darmkatarrh, Brechburchfall u. f. w. unter den Kindern Gerichtsverfassungs Gesezes gedachte Fall( Die Ober Landes- nicht durch formell geschlossene Organisationen international uns solche Verheerungen angerichtet hat, daß 1893 trok geringerer gerichte sind zuständig für die Verhandlung und Entscheidung im Kampfe gegenübersteht, ist es doch geeint durch die InteressenBahl von Geburten doch noch mehr Kinder unter 1 Jahre ge- über das Rechtsmittel der Revision gegen Urtheile der Straf gemeinschaft. So, Kollegen, sollte es auch bei uns, bei den Arstorben sind als 1892. Der Ueberschuß der Geboren en fammern in erster Instanz, sofern die Revision ausschließbeitern sein. Leider sind es jedoch nur erst wenige Berufe und ( nach Abzug der Todtgeborenen) über die Gestorbenen belief sich lich auf die Verlegung einer in den Landesgefeßen ent- Gewerbe, die die internationale Organisation ihrer Angehörigen auf 18 678. Er belief sich in den Vorjahren, 1892: auf 18 234, baltenen Rechtsnorm gestützt wird.") nur dann gegeben durchgeführt haben. 1891: auf 18 538. Der Ueberschuß mußte 1893 doppelt start ist, wenn von teinem der Revidenten die Verlegung einer Wenn die Kollegen in allen Ländern eine geschlossene Macht zurückgehen, da, wie gesagt, die Geburtenziffer weiter ab- reichsrechtlichen Norm gerügt ist. Das Reichsgericht hätte aller- gegen das Unternehmerthum bildeten, so dürften unsere franzöſigenommen und die Sterbeziffer wieder bedeutend zugenommen dings die Trennung beschließen fönnen, aber es lagen keine schen und österreichischen Freunde nicht mehr derartige Klagen hat. Dieses Ergebniß dürfte auch durch nachträgliche Er- Unistände vor, welche eine solche Trennung und die Verweisung aussprechen, wie sie in voriger Nummer des„ Goldarbeiter" zum mittelungen im wesentlichen nicht geändert werden. Unzuverlässiger der Sache bezüglich einzelner Angeklagten an das Kammergericht Ausdruck famen. ist dagegen das vorläufige Ergebniß der Ermittelungen als zweckmäßig hätten erscheinen lassen können. Deshalb, Kollegen, besprecht in Euren Versammlungen und beglückt wurde. 9 zu werden. Soziale Uebersicht. An die Kollegen über die Zu- und Abzüge, deren polizeiliche Meldung vielfach Kann der Beklagte in eigener Sache Richter sein? Zusammenkünften einmal die Abhaltung eines internationalen unterlassen wird, so daß sich das" Statistische Amt" mit einem Unsere herrliche Gesinde- Ordnung bestimmt bekanntlich in ihrem Kongresses, der event. in diesem Jahre vom 25. Juli ab in erst später zu machenden, fast nur auf Schäßung beruhenden Zu§ 160, daß das Gejinde bei Vermeidung des Verlustes Resultat dieser Besprechungen so bald wie möglich an den UnterHanan( Deutschland) stattfinden könnte und berichtet über das schlag behelfen muß. Als zugezogen sind vorläufig 102 889 feiner Ansprüche, bevor es gegen die Herrschaft" flagt, zeichneten, damit die Ginberufung und die Vorarbeiten zu diesem männliche und 80 829 weibliche, zusammen 183 718 Personen er mittelt worden. In diesen Zahlen sind jedoch 3600 Mann mittelt worden. In diesen Zahlen sind jedoch 3600 Mann von der es aus nicht gesetzmäßigen Gründen vor Ablauf der zeichneten, damit die Einberufung und die Vorarbeiten zu diesem Militärzuwachs mit inbegriffen, mit denen Berlin im Oktober Dienstzeit entlassen ist, auf Lohnzahlung klagen kann, die Polizei- Rongreß sobald wie möglich vorgenommen werden können. Mit solidarischem Gruße 1893 durch Verlegung eines Regiments von Spandau nach hier behörde angehen muß, damit diese die kontraktbrüchige Herrschaft Die Agitationstommission der Goldschmiede auffordert, das Gesinde wieder aufzunehmen und den DienstDie Militärbevölkerung, die in den letten vertrag fortzusehen. In Nr. 45 unseres Blattes hatten wir den Deutschlands. Fall erwähnt, daß ein Diener gegen den bekannten Amtsvorsteher J. A.: Hermannn Faber, Berlin C., Herrn von Oppen zu Adlershof tlagend vorgehen wollte und Rosenstraße 28. ich deshalb erst an diesen, dann an den Landrath Stubenrauch wendete. Hierzu wird uns von juristischer Seite geschrieben: 26. Februar, in einen Abwehrstreik wegen Lohnreduktion einDie Goldschläger Stuttgarts sind am Montag, den Der Diener hat möglicherweise einen falschen Weg beschritten. getreten und ersuchen dieselben die Kollegen, den Zuzug nach Tas Obertribunal hat in einem Erkenntniß vom 12. Dezember dort fernzuhalten. 1864 für solchen Fall dahin entschieden: ist der Dienstherr der Inhaber der Polizei Obrigkeit, so versteht es sich von selbst, des Verbandes der Gold- und Silberarbeiter. daß er nicht zwischen sich selbst und seinen Dienstboten vermitteln kann, deshalb muß die Vermittelung der nächst Kreisordnung von 1872 ein." Der Vorstand Achtung, Töpfer! J. A.: Rich. Topf, Gipsstr. 8. 20 Jahren stets zwischen rund 19 900-20 900 gefchwankt hatte, ist damit auf rund 23 500 gestiegen. Nach Abrechnung der 3600 Mann ermäßigen fich die Zahlen der zugezogenen auf 99 289 männliche, 80 829 weibliche, zusammen 180 118 Personen. ( Durch diese 3600 Mann sind für 1893 nicht nur die Zahlen der Zu- und Abgezogenen und der Militär- und Zivilbevölkerung, sondern auch die der Männer und Frauen, der Verheiratheten und Unverheiratheten, der fräftigsten Altersklasse von 20-25 Jahr und der übrigen Altersklaffen in ihrem Verhältniß zu einander merklich verschoben worden; sie beeinflussen auch für die Zukunft die Sterblichkeit in günftiger, die Zahl der unehe- vorgesetzten Polizeibehörde des Bezirks in Anspruch genommen Den Arbeitern der Firma O. Titel( Aktiengeselllichen Geburten vermuthlich in ungünstiger Weise.) Der Zuzug werden." Andere Gerichte aus späterer Zeit sind indeß anderer schaft), Steinstr. 26, wurde zum 1. März d. J. ein Lohnabzug war bei den männlichen wie bei den weiblichen Personen am geringsten im Dezember 1893, besonders gering bei den männ- Amtsvorsteher zusteht, dieser aber persönlich betheiligt ist, tritt mit den Unternehmern sofort in Unterhandlung. Da aber die Anficht. Ihre Meinung geht dahin: Wo die Polizei dem von 10 pet. angekündigt. Die dort arbeitenden Kollegen traten lichen. Als fortgezogen sind gemeldet 82 857 männliche, für ihn der vom Kreisausschuß betraute Stellvertreter oder der Angelegenheit noch nicht geregelt ist, so ersuchen wir den Zuzug 66 906 weibliche, zusammen 149 763 Personen. Der Fortzug übertraf den Zuzug bei den männlichen Personen im März und benachbarte Amtsvorsteher in Gemäßheit der§§ 57 und 58 der nach dort so lange fern zu halten, bis dies geschehen. Dezember, bei den weiblichen im März, Juni und August. Der scheint einer dritten Ansicht zu huldigen. Und was geschieht, Herr Landrath Stubenrauch Ueberschuß der Zugezogenen( ohne die 3600 Mann) über die Abgezogenen würde sich nach diesen Angaben auf wenn das Gericht letter Justanz der Ansicht ist, der Diener 30 355 belaufen, wird aber vorläufig auf grund des Zahlen- hätte einen anderen Weg als den von der Polizeibehörde für materials früherer Jahre viel geringer, nämlich auf nur 17 709 richtig erachteten gehen müssen? Er geht dann dank der Gesindeordnung seines an fich noch geschätzt. In den Vorjahren wurden als zugezogen gemeldet 1892: 177 744, 1891: 192 550, als abgezogen dagegen 1892: 1o berechtigten Lohnanspruchs verlustig: darüber herrscht selbst 150 708, 1891: 152 988 Personen; die Ueberschüsse wurden 1892 unter den Juristen kein Streit. Um dieser Eventualität zu entauf 14 168, 1891 auf 26 246 Personen geschätzt. Die Neber- gehen, wird der Diener gut thun, zwei gleichlautende Anträge, schüsse find infolge von Verminderung der Zuzüge und Ber- Dienst aufzunehmen und den Dienstvertrag fortzusetzen", an das " Herrn Amtsvorsteher von Oppen anzuhalten, ihn wieder in mehrung der Abzüge schon nach 1889 zurückgegangen, während Landrathsamt und an den Herrn Amtsvorsteher von Adlershof 1898 zum ersten Male wieder das Gegentheil der Fall war. Aus dem Zusammenwirken des geringer gewordenen Ueber: schriftlich einzureichen. Man sieht, wenn die, Herrschaft" fontrattbrüchig wird, erhält sie schusses von Geburten und Zuzügen hat sich in den letzten Nun Kollegen und Kolleginnen, folgt diesem Mahnruf, inJahren eine immer geringere Zunahme der Gesammt- sogar unter Umständen eine Prämie! Und wenn das Gesinde dem Ihr wie es Euere Pflicht ist, in der Versammlung alle am bevölkerung ergeben, während unter normalen Verhält- ben Kontrakt bricht? Ja, dann hat es Echadenersatz zu leisten, Blake feid. Mit tollegialischem Gruß niffen diese Zunahme immer größer werden müßte. Die Zu: kann von der Polizei zum Dienst gewaltsam zurückgeführt werden zu nahme betrug 1898( ohne die 3600 Mann Militär): 31 387, und hat außerdem die angenehme Ausiicht, auf grund des Ge 1892: 32 402, 1891: 44 784, und noch weiter rückwärts, 1890: setzes vom 24. April 1854 mit Geldstrafe oder Haft bis zu drei 49 282, 1889: 56 283, 1888: 57 210. Ohne die Mehrung des Tagen belangt zu werden. Wie heißt es in der preußischen Buzuges wäre die Zunahme für 1893 noch weit geringer aus Vor dem Gesetz sind alle Preußen gleich!" gefallen. Wenn die Geburtenziffer weiter so herabgeht, werden wir schließlich dahin kommen, daß Berlin nur noch durch Zuzug von außerhalb wächst. Verfassung? " An alle im Vergoldergewerbe beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen. Am Montag, den 5. März findet in der Brauerei„ Königstadt", Schönhauser Allee 10-11, eine öffentliche Versammlung statt. In derfelben wird Genosse O. Nät her über das Thema: " Der 1. Mai und wie gedenken wir denselben zu feiern?" referiren. Es liegt nun an Euch, Kollegen und Kolleginnen, dazu Stellung zu nehmen. schaftskommission vorzunehmen. Zweitens ist die Neuwahl unseres Delegirten in der GewerkEs liegt in unser aller Interesse, daß wir einen befähigten Kollegen dazu wählen. Die Agitation3 Rommission. Aufruf an die Budapester Bürsten- und Pinselarbeiter und Arbeiterinnen! Werthe Genossen und Genossinnen! Wir waren gezwungen, Ein Abenteuer des Edelsten und Besten, Freiherrn durch die traurige Lage, in welcher wir uns seit Jahren befinden, Dr. v. Liebermann, beschäftigte heute die dritte Straffammer an die Unternehmer mit der Forderung einer 25prozentigen am Landgericht 1. Derfelbe machte am 19. November in der Lohnerhöhung, Festsetzung der zehnstüngigen Arbeitszeit und FreiFriedrichstraße die Bekanntschaft der unverehelichten Hedwig gabe des 1. Mai als Feiertag heranzutreten. Nicht möglich war es, uns auch nur das Allernothwendigste, welche eine Lehrzeit von 5 Jahren zurückzulegen haben. In J daß der Winter vor der Thür stand und dieser tritt hier härte als an Kleidungsstücken, Nahrungsmittel und eine gesunde Woh dieser Zeit werden also 18 Sezer überflüssig und müssen entlassen auf als in Deutschland; auch ist die Feuerung viel theure nung zu verschaffen. Bu all diesen die lange Arbeitszeit( 12 bis werden. Daß nun die Geschäftsleitung sich diesen Umstand zu nutze als dort. 16 Stunden) und eine gesundheitsgefährliche Arbeit. Diese machen und alle nicht gefügigen und mißliebigen Elemente entfernen Unter den 10 000 Arbeitern befinden sich Biele, welche 4 bis Uebelstände wirften natürlich auf die Arbeiter stark ein, förper: wird, ist wohl als selbstverständlich anzunehmen, und darunter 5 Monate außer Arbeit waren, Viele sind bis jetzt noch lich und geistig gingen dieselben immer mehr rückwärts, bis fönnten ja auch zufällig" solche Leute sein, welche in absehbarer unbeschäftigt. Die Fabriken tamen wohl in vollen Betrieb, doch es gelang, uns eine stramme Organisation heranzubilden, welche Beit Ansprüche auf Invalidenpension machen dürften. Die von die Masse der Arbeitslosen konnte deshalb keine Arbeit finden, so ziemlich den ganzen Körper unserer Branche umschließt. den Entlassenen gezahlten Beiträge sind also in diesem Falle weil in mancher Fabrik, wo der Weber früher einen Stuhl hatte, Am 17. Februar 1894 legten wir unseren Meistern obige ins Wasser geworfen. Jn 15 Jahren kann übrigens das ganze jetzt deren zwei, die 2 hatten 3 und 4, jeht sogar 5 Stühle zu Forderungen vor, die Antwort war eine fapitalistische: Nicht- jeßige Personal durch Ausgelernte ersetzt werden. Wer tann also bedienen hatten. Anerkennung unserer Forderungen. Auf dieses hin kündigten mit Sicherheit darauf rechnen, in der Hartung'schen Druckerei In den hiesigen Rattunfabriken haben die Arbeiter 6 bis fämmtliche Arbeiter und Arbeiterinnen, um in 14 Tagen bei Inv. fidenpension zu genießen? Niemand, oder allenfalls einige 8 Stühle, bei einem Verdienst von 3-4 Doll.( 12-16 M.) per Nichtbewilligung die Arbeit stehen zu lassen, wir sind gesonnen, vom Geschäft Auserwählte". Jedenfalls liegt es immer in der Woche. Ju den Wollenwebereien ist der Lohn so berechnet, daß auch nicht ein Jota von unseren Forderungen zu vergeben. Rüftig Hand der Geschäftsleitung, durch eine rechtzeitige Entlassung dem die Arbeiter, welche flink sind( dies sind die Jüngeren), durchwird natürlich auf Seiten der Unternehmer dagegen gearbeitet, Invalidewerden vorzubeugen, wie ja auch aus der Praxis hin- schnittlich 4-6 Doll. per Woche verdienen. Die Arbeitszeit beschon jetzt wird um Arbeitskräfte in die Provinz und ins Auslänglich hervorzugehen scheint, daß zunächst ältere Leute mit Vor- trägt 58 Stunden pro Woche. land geschrieben. liebe entlassen worden sind. Die Aussicht auf Invalidenpension Kollegen! Gehe niemand von Euch auf die verlockende Vor- ist also mindestens so sicher, wie die eines Lotteriespielers auf Spiegelung ein, hier erwartet Euch nur dieselbe Noth und Ent- den Gewinn des großen Looses. behrung, welche wir jegt von uns abschütteln wollen. Werde niemand zum Streitbrecher! -PA Genossen! Wir verlangen von Euch, daß Ihr und dadurch unterstützt, daß hier niemand in Arbeit tritt und daß Ihr uns durch Geldmittel helft, denn es treten 170 Arbeiter und Arbeiterinnen in Streit, wovon die große Zahl verheirathet ist. Was Ihr jetzt Wir werden nicht nur in der Gefahr mit Euch halten, unser Ziel ist gleich dem Euern, welches in der Einführung von Pflicht erfüllt, dann ist der Sieg unser; wollt Ihr, daß eine große Anzahl von Menschen sich ihr Dasein verbessert, dann tretet mit uns ein in den Kampf, hier gilt es schnelle Hilfe, doppelte Hilfe. Zeigen wir, daß die Solidarität der Arbeiter mächtiger ist, als der Geldsack der Unternehmer. Saltet Suzug fern. an uns thut, das thut Ihr an Euch. Mit Brudergruß und Handschlag ersucht. der der Verletzte nach -VO Es wurde ihm wird Am 8. Februar d. J. wurden wir Arbeiter der Washington Mills abermals mit einer Lohnreduktion von 10-15 pet. beglück wünscht; diese Reduktion sollte am 12. Februar( gefeßlich muß Tienstboten- Elend auf dem Laude. Schier unglaublich liche Arbeiter hielten hierauf am 8. Februar Versammlung, um es 14 Tage vorher angekündigt werden) in Kraft treten. Sämmtsind die Nachrichten, welche aus den östlichen Gebieten zu uns über die neue Reduktion Stellung zu nehmen. Jede Nation hielt dringen über die Behandlung, welche den Landproletariern zu Versammlung für sich, doch alle waren einig, um feinen Preis die Klagen der Landleute zeitweilig zu uns herüber, so daß man betrifft, will ich bemerken, daß ca. 700-800 Deutsche in dieser theil wird. Wie aus einer längst entschwundenen Zeit flingen die neue Lohnreduktion anzunehmen. Was unsere Landsleute meint Geschichten zu hören, die sich in Sibirien oder sonst einem betrifft, will ich bemerken, daß ca. 700-800 Deutsche in dieser Dienstmädchen in die Redaktion der Königsberger Voltstribüne" hatte keinen Erfolg, sondern wurde mit höhnenden Worten entWinkel des Knutenreiches abgespielt haben. Kürzlich kam ein Fabrik arbeiten. Ein Komitee, welches mit den Leitern der Firma verhandelte, und erzählte ihre Erlebnisse, die wir im Auszuge hier folgen lassen. Die Kapitalisten gaben als Grund für die abermalige lassen, da sie typisch sind nicht blos für die Rohheit, sondern Reduktion an, die Willson Bill( d. h. der Freizoll, welcher noch namentlich für die vollkommene Rechtlosigkeit, der das ländliche gar nicht genehmigt ist und auch am 1. Dezember 1894 erst in Gesinde ausgesetzt ist. Versammlungen. Kraft treten tann) sei der Grund. Das Mädchen erzählt, daß fie vom 1. Oktober 1893 bis Wir hielten am 9. Februar abermals Versammlungen ab, 8um 27. Dezember im Dienſte des Herrn... Mühlenbesizer um den Bericht des Komitees zu hören; da selbiges aber feinen und Gemeindevorsteher in gewesen ist. An diesem Tage sollte sie die Gesindestube heizen, weil der alte Hirte frank war. Erfolg erzielt hatte, beschlossen sämmtliche Arbeiter, die Arbeit Wir befinden uns nun im Streit, wir sind auch überzeugt, Die vereinigten Bürsten- und Pinselarbeiter Da sie aber nur naffes Reisig hatte, auch sonst sehr in Anspruch am 12. Februar nicht wieder anzutreten. genommen war, so ging das Feuer nicht an, und da der Hirte und Arbeiterinnen Budapests. Alle Zuſchriften und Sendungen sind zu richten an: Joh. im Stall, so ließ sie schließlich das Heizen sein. Als der„ Herr" sämmtlicher Arbeiter: Lieber bald, als langsam in Alle Zuschriften und Sendungen sind zu richten an: Joh. erklärte, hier nicht bleiben zu wollen, denn es sei hier tälter als daß der Kampf ein harter werden wird, doch die Parole Jurecziy, Budapest VII, Kazinskygaffe 58. der Fabrik zu verhungern giebt uns den Muth, das erfahren, habe er sie in der Stube herumgeschleift und mit Alle Arbeiterblätter werden um Aufnahme dieses freundlichst der Faust auf den Kopf geschlagen. Sie habe daraufhin ihre unfere ganze Kraft, ja selbst unser Leben für die gerechte Sache Arbeit beendigt und sei nach Hause zu ihren Eltern gegangen. hier viel theurer ist, als in Deutschland. Ein lediger Ar hinzugeben. Hervorgehoben muß werden, daß die Lebenshaltung Dem Kaffenbericht des Verbandes deutscher Buchdrucker Lassen wir nun das Mädchen selbst weiter sprechen:" Der Herr" beiter zahlt 3-4 Dollars Kostgeld die Woche, die Kleidung ist entnehmen wir folgende Angaben: An Reiseunterstügung zahlte mochte mir wohl nicht gewogen sein, denn ich hatte mir erlaubt, fehr theuer. Die Lage der Verheiratheten ist nicht besser. Gine der Verband 121 164,89 Mart, an Arbeitslosen- Unterstützung vor einigen Tagen um meinen rückständigen Lohn zu bitten, Wohnung für eine Familie mit 2, 3 und mehr Kindern kostet 235 528,40 Mart, an sonstigen Unterstüßungen 218 041,83 Mart, welchen ich jedoch nicht erhielt. Auch sollte ich laut Miethsvertrag 6-8 Dollars per Monat, 3-4 Dollars muß für Feuerung an Kosten für Rechtsschutz 1049 Mark, zusammen 576 788,90 Mark. zu Weihnachten ein Kleid im Werthe von 5 M. bekommen, ausgegeben werden; der Arbeiter verdient aber nur 16-20 Doll. Der Kaffenbestand betrug 21 000 Mark. aber auch dieses wurde mir vorenthalten. Die gnädige Union, über 500 Mitglieder start, auf streng sozialdemo Wie für Arbeiter gesorgt wird, die im Dienste Frau" nannte mich mitunter faule Sau", infame Sau", monatlich. Hinzugefügt sei noch, daß die deutsche Weberinfames Best", zur Abwechselung auch alte Sau". Am des Militarismus verunglücken. Im August 1892 28. Dezember ging ich zum„ Herrn" und bat um meine Ent- kratischem Standpunkt steht. Mögen die deutschen Genossen verunglückte der Magazinarbeiter in den königl. bayr. Artillerie- lassung, weil ich ohne Lohn und für Prügel nicht länger arbeiten Amerika zu kommen. Die Adresse ist: Deutsche Weberaller Branchen, besonders aber die Weber, gewarnt sein, nach der Fuß abgedrückt, was vollständige Erwerbsunfähigkeit des Ver- wollte. Als Antwort bekam ich einen Schlag ins Genick mit Union Nr. 2, Lawrence Mass., N. Am. Matthes- Halle. den Worten: Hier hast Du Deine Entlassung." Nach ein paar Hall Street. unglückten im Gefolge hatte. Infolge dessen wurde dem Jörg Tagen ging ich, um meine Sachen zu holen. Ich wurde mit von der Unfallversicherung, volle Erwerbsunfähigkeit desselben Schimpfen und Drohen empfangen. Als ich in meine Kammer Aus Shanghai wird dem Londoner" Standard" gemeldet, anerkennend, die Vollrente mit jährlich 524 M. zuerkannt. ging, schloß die Wirthin hinter mir zu und rief die Knechte. Aus daß bei Sautung eine Explosion stattgefunden habe, durch Durch Bescheid der Intendantur des 1. Armeekorps vom 12. Februar d. J. ist die Rente des Jörg um 40 pCt. gekürzt Angst sprang ich aus dem Fenster und lief davon. Meine Eltern welche eine große Anzahl Arbeiter das Leben eingebüßt habe. verklagten hierauf den Herrn" beim Amtsgericht, worauf er erworden, sodaß von diesem Tage an die Jahresrente nur flärte, er wolle mir den rückständigen Lohn und das Weihnachtskleid noch 315,40 Mark betragen soll. diese Herabsehung der Rente damit, daß ein Theil geben, wenn ich wieder zurück zu ihm in Dienst käme. Am folgenArbeitsfähigkeit des Jörg wiedergelehrt sei und den Sonnabend schickte der„ Herr" seinen Amtsdiener zu mir und forderte mich auf, sofort in Dienst zu kommen, widrigenfalls ich dem gegenwärtigen Stand feiner 5 Mark Strafe zu zahlen oder zwei Tage im Dorfgefängniß Martens' Salon, Friedrichstraße 236, vor einer feitens der Frau Klara Zetkin- Stuttgart sprach am 28. Februar in frankhaften Störung fogenannte lokale traumatische Neurose brummen sollte. Damit gab sich mein Vater nicht zufrieden, und hiesigen Frauen- Agitationskommission einberufenen öffentlichen - als wohl befähigt erklärt wird, leichtere Arbeiten, welche um weiter flagen zu können, wollte er sich( er ist Ortsarmer) ein Voltsversammlung über:" Die Steuervorlagen und die Tängeres Stehen, Gehen oder Sigen nicht bedingen, zu verrichten. Armenattest besorgen. Dazu ging er zu meinem Herrn", dem Frauen des Proletariats". Wir stehen, so führte die Thatsächlich habe Jörg in den letzten Monaten einen Hausir Amtsvorsteher. Derselbe meinte, er habe ja noch zwei Schweine Rednerin aus, im Beichen einer Finanzreform, an deren Spize handel betrieben, jedoch Mangels eines Verdienstes hierbei den und brauche kein Armenattest. Aus Furcht, seine Schweine, sich der frühere Kommunist und jetzige Liebling der Agrarier, felben wieder aufgegeben. Es bestehe somit der gefeßliche Anlaß seinen einzigen Besitz zu verlieren, hat mein Bater nicht weiter Herr Miquel, befindet. Anstoß zu der Reform gab die im zur Abminderung der Rente. Dieser famose Bescheid ist unter geklagt. Mein Vater ist Krüppel und ortsarm; er sollte von der vorigen Sommer durch Bundesrath und Reichstag beschlossene zeichnet„ Geheimer Kriegsrath". Dieser geheime Kriegsrath" Gemeinde monatlich einen halben Scheffel Brotgetreide, freies weitere ungeheure Heeresvermehrung. Obgleich bei der letzten muß in der That eine recht naive Vorstellung haben von den Solz, freie Wohnung" und 3 M. bekommen. Die Wohnung ist ein Wahl eine Majorität von mehr als einer Million Stimmen fich Unternehmern, wenn er glaubt, daß ein Krüppel Beschäftigung Loch von 10 Fuß Länge und 6 Fuß Breite ohne Ofen. Das mit aller Entschiedenheit gegen den Militarismus ausgesprochen finden könne, der nicht lange gehen, stehen oder fizen Brotgetreide nahm mein Vater nur einmal; der Herr Amts- hat, so brachte die Majorität der Volts vertreter, richtiger tann. Warum weist der Kriegsrath ihm eine solche leichte Bevorsteher und Mühlenbesitzer ließ sich von der Gemeinde einen Bolts 3 ertreter genannt, e3 dennoch fertig, die Militärvor schäftigung nicht an? halben Scheffel Brotgetreide bezahlen und gab meinem Vater lage den Wünschen der Regierung entsprechend unter Dach und Der freie Arbeiter. Im Reichstag werden die falbungs- zusammengefegte Spreu mit Mäuseschmuz- und das sollte Fach zu bringen. Die Finanzreform ist nothwendig geworden vollsten Reden gehalten wider den Sklavenhandel. Freilich sehr mein Vater essen. Natürlich nahm er fein Getreide mehr. Statt Durch die innere und äußere Politik des Deutschen Reiches. ernst ist es selbst den frommen Bentrumsleuten darum nicht zu des Armengeldes bat mein Vater um ein Stückchen unfruchtbares Durch die Annexion von Elsaß- Lothringen nach dem siebziger thun, wie die Abstimmung über das Halten von Sklaven bewies. Land zur Ürbarmachung und Bebauung. Das wurde ihm auch Krieg wurden Deutschland und Frankreich aufs Tiefste verUm aber Sklaven zu sehen, wahre, weiße Stlaven, die auch gar gewährt, und wir Geschwister legten unsere paar Groschen zu feindet. Die Annäherung Rußlands an Frankreich hatte den nicht erst los zu kaufen sind, wie die schwarzen, braucht man fammen und kauften bem alten Vater zwei Schweine, damit er Dreibund und einen unaufhörlichen Wettlauf in den Rüstungen aus Deutschland nicht herauszugehen. Folgender Vertrag, der fich wenigstens ohne Almosen durchschlagen könne. Und diese zur Folge. Ganz Europa starrt in Waffen. Diese stete Kriegszwischen einem Fabrikanten und einem Lohnstlaven in Fürth beiden Schweine will man ihn nun auch noch nehmen, um die zur Folge. Ganz Europa starrt in Waffen. Diese stete Kriegsbereitschaft faugt am Mark der Völker und muß schließlich eine in Bayern abgeschlossen wurde, beweist dies auf's Neue. Der Gerichtskosten zu bezahlen." Militarismus fonach zum Schutz vor dem äußeren Feind ge vollständige Erschöpfung herbeiführen. Scheint der Ausbau des Unterzeichnete Johann Schrott, geb. 31. Juli 1873, von Gerhardshofen, Bez.-U. Neustadt a. A., verpflichtet sich hiermit, richtet, so wissen wir doch aber viel zu gut, daß er auch zubei Herrn Ldwg. Schienerer ein ganzes Jahr als Helfer für den gleich für den inneren Feind bestimmt i st. Heizer zu verbleiben und verpflichtet sich, im ersten Halbjahr für Die innere Politik des Deutschen Reiches ist darauf gerichtet, 6 M.Sechs Mart, im zweiten für 7 M. Sieben Mark, Millionäre zu züchten, welche Züchtung unausbleiblich die Pros wöchentlich zu arbeiten. Der Unterzeichnete verpflichtet sich Aus dem Krankenhaus zu Bernau. Einen Begriff von letarisirung der breiten Volksmasse im Gefolge haben muß. Die ferner, die von dem Heizer vorgeschriebene Arbeitszeit einzu der Humanität märkischer Landstädte bekommt man, wenn man hierbei gefürchteten gewaltsamen Ausbrüche der Unzufriedenheit halten und die aufgetragenen Arbeiten nach Recht und Geben wissen zu erfüllen. In duplo ausgefertigt.( Folgen Unter den Etat betrachtet, den Bernau für seine Kranken und seine und Verzweiflung der Unterdrückten niederzuhalten, ist eine Unter- Strankenwärter festgesetzt hat. Das Gehalt des Krantenwärters weitere Bestimmung der bewaffneten Macht". Entsprechend schriften.) im dortigen städtischen Krankenhause beträgt pro Jahr 216 M. der fortgesetzten Verstärkung des Heeres und der Marine sind Wie ersichtlich, steht der Arbeiter im 21. Lebensjahre, ist ge- neben freier Wohnung. Dabei muß der Bewerber verheirathet auch die Kosten gewachsen. Innerhalb des Beitraums vom bunden auf ein volles Jahr, gegen einen Wochenverdienst von 6 M, nach Umfluß von sechs Monaten von 7 M. Die Arbeits- sein, und er sowohl wie seine Frau, die ein besonderes Gehalt 1. Januar 1872 bis zum 1. April 1894 wurde dafür die Kleinig zeit beträgt für den Heizer und den Gehilfen wöchentlich zirka nicht erhält, müssen ihr Vertrautsein mit der Wartung und feit von rund 12 410 Millionen Mark ausgegeben, was 90 Stunden, es ergiebt sich somit in den ersten 6 Monaten ein Pflege der Kranken nachweisen. Der Krankenwärter muß auch bei einer Bevölkerung von 46 Millionen auf eine Familie von Stundenlohn von 62/3 Pf., in den zweiten 6 Monaten ein für die Beköstigung seiner Pflegebefohlenen sorgen, wofür er pro fünf Köpfen das nette Sümmchen von 1349 Mart ergiebt. Die Stundenlohn von 77/9 Pf. für die harte, schwere Arbeit des Kopf und Tag 50 Pf. erhält; wie für diese Summe der arme Berzinsung der Reichsschulden im Betrage von 2000 Millionen Hilfsheizers. Und warum gehen Arbeiter, freie" Arbeiter scheinlich nicht uns allein ein Räthsel. Dem Krankenwärter macht wurden, erforderten gleichfalls 66 Millionen Mark. Auch Kranke genährt, geschweige denn gekräftigt werden soll, ist wahr Mart, welche ebenfalls in der Hauptsache für Militärzwecke ge= auf solche Verträge ein Weil sie die Sungerpeitsche dazu liegt auch die Wäschereinigung ob; hierfür erhält er pro Kopf der größte Antheil der französischen Milliarden ist„ verzwingt und diese wirkt mehr, als selbst die Nilpferdpeitsche. 35 Pf. Endlich hat er auch die Beleuchtung in„ Gesammtregie" pulvert" worden, d. h. er wurde für Militärzwecke ausgegeben. Kirchliche Unduldsamkeit. Dem evangelischen Bolts- und zwar für ein jährliches Pauschquantum von 72 M. Trotz der bereits vorhandenen ungeheueren Schuldenlaft wird Schullehrer Menniger in Hagen i. W. ist seitens der tönig- Wenn diese Zahlen nicht schwarz auf weiß ständen, so wären aber immer noch weiter lustig drauf los gepumpt und werden die Zinsen aus den Reichseinnahmen durch indirekte lichen Regierung zu Arnsberg eröffnet worden, daß er vor sie selbst im Staate der Sozialreform taum zu glauben. Steuern gedeckt, denn die Einnahmen des Reiches aus Matris läufig vom Amte suspendirt sei, weil er sich der Achtung, des Ein Weberstreik in Amerika. Aus Lawrence, Mass., tularbeiträgen gehen immer mehr zurück. Das Versprechen der Ansehens und des Butrauens in feiner Stellung nicht würdig gezeigt habe". Und was hat Herr Menniger Schreckliches be-( Nordamerika) erhalten wir folgende Buschrift mit der Bitte, selbe Regierung, die neuen Lasten gerecht zu vertheilen, ist nicht ge= gangen? Als er sich vor einigen Monaten verheirathete, glaubte sofort zu veröffentlichen und alle arbeiterfreundlichen Blätter halten worden. Statt den Junkern die Liebesgaben und andere er nach seiner, sich auf das Evangelium gründenden Ueber- Deutschlands um Abdruck zu ersuchen. Der Genosse schreibt uns Vorrechte zu entziehen, und zu den Ausgaben fürs Reich zu ver wenden, zieht man immer wieder die Steuerschraube an und zeugung von einer firchlichen Trauung absehen zu können, da er im Auftrag der deutschen Weber- Union Nr. 2 folgendes: Die Arbeiter der Washington Mills traten am 12. Febr. cr. belastet die ärmeren und mittleren Volksschichten immer das Zivil- Ehegefeß als vollständig genügend erachtete und sich Miquel, der demzufolge nur standesamtlich trauen ließ. Dieses hat nun in in einen Streit, wobei sich sämmtliche Arbeiter betheiligten. Die mehr. doch ein gutes Herz haben aucerischen Kreisen arg verschnupft und auf grund eingegangener Bahl beträgt über 3000. Ausgeschlossen haben sich nur die soll wie es scheint nur für die reichen Landwirthe Die Stuhlmeister, Waarenschauer,- sollte sein Augenmerk auch auf das Elend der Denunziation erfolgte die Disziplinar- Untersuchung. Wir hoffen Direktoren, Werkführer 2c. und wünschen, daß Herr Menniger gegen eine solche Unduldsam- sowie fämmtliche fleinere Beamte der Fabrit haben sich mit den armen Bevölkerung richten; statt dessen fagt er sich, die werkfeit und Bevormundung in seiner persönlichen Freiheit den auf- Arbeitern solidarisch erklärt. Die Ursachen des Streits find fol- thätige Masse hat einen breiten Budel, die fann noch größere gezwungenen Kampf mit aller Energie bis in die höchsten gende: Ende August vor. Js. wurden sämmtliche Fabriken der Lasten tragen, dazu ist ja der Michel da. Die neuen SteuerWeberbranche in ganz Nordamerika geschlossen, die Kapitalisten vorlagen find ganz nach dem alten Kurs" und dem Grundsah Instanzen aufnimmt und zu seinem vollen Rechte gelangt. gaben als Grund an, die Silberfrage sei Schuld. Daß dies nur Bismarck's: die Masse muß es bringen; die Lugusgegenstände ,, Wohlthaten", welche hie und da von seiten humaner" Spiegelfechterei war, sind sich die organisirten Arbeiter sofort be des armen Mannes können noch eine Mehrbelastung Arbeitgeber an ihren Arbeitern gethan werden, find immer mit mußt gewesen, die wahren Absichten der Fabrikanten zeigten sich vertragen, damit die Ueberfatten geschont werden, zu großer Vorsicht aufzunehmen. Untersucht man fie auf ihre Echt denn auch sehr bald. geschnitten. Die Proletarierfrauen haben in erster Linie heit, so entdeckt man in 99 Fällen von hundert einen schlau Nachdem die Fabrifen überall 6 Wochen geschlossen gewesen, unter dem indirekten Besteuerungssystem zu leiden. berechneten Geschäftskuiff, der nicht selten dem Unternehiner wurde der Betrieb in den meisten wieder aufgenommen, jedoch Die Rednerin übte hierauf eine treffliche Kritik an dem noch Gelb einbringt. Das ist der Fall bei fast allen Arbeiter so, daß blos die Hälfte in Betrieb gesetzt wurde, sodaß sich noch Steuerbouquet der Reichsregierung; namentlich längere Zeit bei Wohlfahrtseinrichtungen". Go hat die Königsberger 10 000 Arbeiter hier in 2awrence außer Arbeit befanden. der Tabakfabrikat Steuer verweilend, gab sie eine ergreifende Hartung'sche Buchdruckerei fürzlich 3000 Mark zur Gründung Die andern 10 000 Arbeiter waren die Glücklichen, sie konnten Schilderung des Elends der Fabrit- und Hausarbeiter und-Ars einer Haustaffe hergegeben. Aus dieser sollen die Invaliden des die Arbeit wieder aufnehmen, mußten sich aber eine allgemeine beiterinnen jener Industrie. Würden diese Vorlagen Gefet, Geschäfts eine Unterstützung erhalten. Der Plan dieser Kasse Lohnreduktion von 20-40 pet. gefallen lassen. An einen Streit dann hat die Hausfrau in Zukunft mit noch größeren Sorgen ist sehr sein angelegt. Um die Dividenden der Herren Aktionäre war nicht zu denken( das wußten unsere Bluthunde wohl), denn zu kämpfen als jetzt. Der Verdienst ist schon jetzt kaum ausauf ansehnlicher Höhe( gegenwärtig zirka 12 pet.) zu erhalten, die Arbeiter waren meistens ausgehungert, der andere Theil war reichend; schon durch das Wachsen der Ausgaben infolge ver beschäftigt die Hartung'sche Druckerei 18 Lehrlinge, start in Schulden. Auch wußten diese Briganten ganz genau, theuerter Lebensmittel steigt die Sorge der Frau, doch auch eine " " So weit der Bericht des Dienstmädchens. Wie dieser Fall, so mögen sich deren hunderte ereignen, ohne daß aus jenen abgelegenen Winkeln etwas in die Oeffentlichkeit dringt. Und da wundert sich dieses Junkerpack noch, daß immer mehr Dienstleute dem idyllischen Landleben" den Rücken fehren! " O Verminderung der Einnahmen der Familie ist unausbleiblich. Scholz und Fischer halten eine wöchentliche Arbeitszeit von die Ausführungen des Referenten voll und ganz bestätigt. In Die Erwerbsverhältniffe werden sich noch bedeutend verschlechtern. 75 Stunden ebenfalls für zu hoch; deshalb müsse dahin gestrebt einer Refolution erklärte die Versammlung denn auch ihr EinDie billigere Frauenarbeit verdrängt den eigentlichen Ernährer werden, durch unermüdliches Agitiren das Fehlende zu erlangen. verständniß mit dem Referenten und es für die Pflicht eines der Familie aus der Fabrik, dem Komtoir 2c., ja, der wucherische Die folgenden Redner gehen mit den lehrlingsausbeutenden jeden Kollegen, sich feiner entsprechenden Organisation anzuUnternehmer wird auch sie verschmähen, wenn er in der Lage ist, Innungsmeistern, welche der Kommission das Lied vom Ruin schließen. Die Resolution Kramer wurde abgelehnt. feine Produkte durch Kinderhände noch billiger hergestellt zu erhalten. des Handwerks vorjammerten und dabei zu den ständigen Im Gauverein Berliner Bildhauer hielt Dr. Pinn in Wir sind somit berechtigt, diese Steuervorlagen ein Attentat der Besuchern der Rennplätze u. f. w. gehören, scharf ins Gericht. der Dienstag- Versammlung einen interessanten Vortrag über Besitzenden auf den Beutel des armen Mannes zu nennen. Wenn Die Debatte wurde interessant durch das Auftreten einiger Soziale Zustände im Alterthum". Nach dem mit Beifall aufauch alle Gesetzentwürfe sammt und sonders Kommissionen über- chriftlichsozialer Jünglingsvereinler, von denen der eine, " wiesen wurden, so seien fie immer noch nicht begraben. Die to w ad als Vertreter des hiesigen„ Vereins junger Männer" genommenen Vortrag nahm die Versammlung unter GeschäftFrauen haben alle Ursache, gegen das ganze indirekte Steuer- den Sitzungen der Reichskommission beigewohnt hatte. Die Be- straße und Schoy, Luxusmöbel- Fabrit, entgegen. Danach ist die Streitberichte der Firmen Schilling, SteinmetzSystem einen entschiedenen Protest einzulegen, da nur ihm allein rechtigung der Verkürzung der Arbeitszeit u. f. w. gab der Herr ber Stand in ersterer Werkstatt ziemlich unverändert zu voriger die Bertheuerung der nothwendigen Lebensbedürfnisse zuzu- allerdings zu, aber der unfittliche Lebenswandel" der Arbeiter ſchreiben ist. Die Frau des Proletariers muß darauf bringen, mache sie zum Theil unfähig, ihrer Arbeitspflicht in der Backstube Woche. Eine Schlappe erhielt die Firma insofern, als ihr durch unmögliche Fertigstellung von Arbeiten an der Kaiser Wilhelmdaß die heutige Gesellschaft etwas mehr für Kulturzwecke thut. in genügendem Maße nachzukommen. Ein anderer Kollege" Gedächtnißkirche, diefelben entzogen wurden und einer anderen Die Kinder der ärmeren Klassen figen in überfüllten Schul- von gleichem Raliber freut sich, daß es ihm vergönnt fei, Firma übertragen sind. Im Uebrigen ist die Hoffnung der räumen, ihre Ausbildung ist einseitig und für's praktische Leben Morgens mit den Frühstücksbeuteln in die liebe Gottesluft zu Streifenden auf Sieg nach Stand der Dinge in jeder Hinsicht geunbrauchbar. Während dieselbe hier in Berlin in Volksschulen treten", nebenbei verwahrt er sich dagegen, als ob die Jünglingsrechtfertigt und verden fie um jeden Preis ausharren, besonders pro Kopf und Jahr nur 29 M., in Mittelschulen aber schon vereine nicht gewißermaßen" auch sozialistisch wären.- Dieſe da fich feine erwünschten Streitbrecher finden, sondern 82 M. kostet, betragen dagegen die Ausgaben resp. Zuschüsse der Anschauungen erfuhren durch die Ausführungen der nachfolgenden bisher alle Zugereisten davon abgehalten werden konnten. Etwas Gemeinde für eine Schülerin der höheren Töchterschule 182 m. Redner treffende Widerlegung. Wegen vorgerückter Beit wurde bänglicher steht es bei der Firma Schoy; hierselbst haben sich Diese Thatsache müßte wohl jedem die Vernachlässigung der die Debatte abgebrochen. Die Agitationskommission hat furz nach zwei Streitbrecher eingefunden, die jedoch für die Dauer bei Kinder ärmerer Volksschichten flar vor Augen führen. Für Ostern die nächste Versammlung einberufen, zu welcher die Bäcker- folchen Schund- Atfordpreisen nicht existiren können. Des weiteren Kulturgwede iſt eben fein Geld ba, während man andererseits abtheilung des Chrijftl. Vereins j. Männer eingeladen werden oder noch untrag der Stellenpermittlungs- Kommission beſchloſſen, tausenden Difizieren im besten Mannesalter hohe Pensionen foll; in derselben wird auch über die Maifeier Beschluß gefaßt die Vermittlung am Montag ausfallen zu lassen; jedoch muß die zahlt. Alles wird dem Militarismus geopfert. Die Jdeale ihrer werden. Am 18. März wird laut Beschluß der Versammlung zweitägige Meldung wie bisher geschehen. Der schon mehrere Jugendzeit hat die Bourgeoiste längst über Bord geworfen, von die Ruhestätte der Märzgefallenen durch einen Kranz geschmückt mal zurückgestellte Antrag Klawitter, Aushülfe auch außer der ihr ist nicht zu erwarten, daß sie sich zu einem energischen Protest werden. gegen weitere Heeresvermehrung aufrafft. Einzig der Sozialismus Vermittlung zu gestatten, wurde abgelehnt. Wegen vorgerückter wird den Militarismus überwinden. Die Träger der Bayonnette Eine gutbesuchte Versammlung des Verbandes Beit fonnte Punkt Modelleur- Angelegenheiten nicht mehr erledigt werden sich erinnern, daß sie selbst dem sogenannten inneren aller in der Metallindustrie beschäftigten werden und schloß die Versammlung nach längerer GeschäftsFeind angehören. Mag die Lage des Volkes noch so schlecht Arbeiter Berlins und Umgegend tagte am 26. Februar im ordnungsdebatte. sein, so ist sie doch gleichzeitig dazu angethan, den Sieg Rolberger Salon. Da der Vortrag von der Tagesordnung ab- In einer Mitgliederversammlung der deutschen des Proletariats zu beschleunigen. Der Militarismus bereitet gesetzt werden mußte, weil der Referent nicht erschienen war, so Gold, und Silberarbeiter( Bahlstelle Berlin) sprach sich selbst sein Grab, er schlägt zur allgemeinen Voltsbewaffnung beschäftigte sich die Versammlung mit der Regelung der Mai- der Genosse Hoffmann in einem beifällig aufgenommenen Vorum. Das Proletariat, das flassenbewußt geworden ist, sieht feier. Nach einer längeren Debatte stimmte man den Beschlüssen trage über das Thema:„ Das moderne Raubritterthum". Eine dieser Entwickelung ruhigen Auges entgegen und verharrt aller der Generalversammlung zu. Sodann wurde gerügt, daß in Diskussion fand nicht statt und wurde sodann ein Antrag Berfolgungen zum Troß bei dem Ruf: Unser die Welt, troß find; an die Säumigen wurde deshalb nochmals die Aufforderung widmen. Die zur Verlesung gelangte Abrechnung von der Matinee verschiedenen Werkstätten noch keine Vertrauensleute gewählt Brückner angenommen, den Märzgefallenen einen Kranz, zu Nachdem sich der rauschende Beifall, welcher der Vortragen finden jeden zweiten Sonnabend im Monat bei Milfe, Hoch- 192,25 M. gegenübersteht; mithin ein Ueberschuß von 143,75 Mr. gerichtet, diesem nachzukommen. Die Vertrauensmännerfißungen ergab eine Einnahme von 336 M., der eine Ausgabe von gelegt hatte, verlas die Vorsitzende, Frau Emma Scholz, straße 32a, statt. Mit einem Hinweis auf die Matinee am 1. Osterfeiertage schloß folgende inzwischen eingelaufene Resolution: der Vorsitzende die Versammlung. alledem!" " Die Versammlung erklärt sich mit den Ausführungen der Referentin einverstanden. Sie ersieht in den neuen Steuervorlagen eine neue vermehrte Belastung der arbeitenden zu gunsten der besitzenden Klassen. Sie protestirt daher ganz energisch gegen das System der indirekten Steuern und hält als das einzige Mittel zur Beseitigung der bestehenden Noth und des Glends den Sozialismus. Die Versammelten verpflichten fich daher, alle Frauen immer mehr und mehr aufzuklären und zum Klassenkampf heranzuziehen." An der Diskussion, die sich bis gegen Mitternacht hinzog, betheiligten sich Nöhrenberg, Georg Wagner, Frau Luz, Frau Rohrlack, Mäther, Frl. Milaugti, Lange, Frau Wengels und Frl. W a bnih. Obige Resolution gelangte zur einstimmigen Annahme. Mit einem Hoch auf die völkerbefreiende Sozialdemokratie wurde die Verfammlung geschlossen. Heute( Freitag) spricht Frau Bettin im„ Konzerthaus Sanssouci" über:" Die Bedeutung der politischen Rechte für die Frauen des Pro[ etariats." Der Verein deutscher Schuhmacher( Filiale I Berlin) tagte am 19. Februar im Lokale des Herrn Feind, Weinstr. 11, in welcher Kollege Niederauer einen Vortrag über die Frauenfrage hielt. Nach Erledigung verschiedener Vereinsangelegenheiten schloß der Vorsitzende die Versammlung um 112 Uhr. Die Orts- Krankenkasse für das Gewerbe der Tischler und Pianoforte- Arbeiter Berlins hielt am 23. d. M. ihre ordentliche Generalversammlung ab, in welcher der Rendant den Jahresbericht gab. Die Mitgliederzahl ist von 19 280 im Vorjahre auf 19 520 gestiegen. Die Einnahme betrug intl. Bestand 603722,24 m., der eine Ausgabe von 396 487,97 m. gegenübersteht, sodaß ein Bestand bleibt von 207 234,27 M. Davon entfallen auf den Refervefonds 187 138,00 m., auf Stammkapital 150 m. und Betriebskapital 19 945,43 M. Der gefeßmäßige Betrag des Reservefonds ist demnach zusammengebracht, wie schlecht aber die Verhältnisse liegen, ist daraus zu sehen, daß jezt noch wöchentlich 4-5000 M. an Krankengeld bezogen werden, gegen 2000 in den Vorjahren. An weiblichen Mitgliedern hatte die Kasse am Ende des Jahres 210, und betrug die Ausgabe für dieselben genau so viel wie ihre Einnahme. Gestorben sind in diesem Jahre 221 Mitglieder. Bei den ferneren Punkten der Tages ordnung wurde ein Antrag auf die Tagesordnung der nächsten Generalversammlung gesezt, wonach nur noch die Kaffenmitglieder berechtigt sein sollen, die Verwaltungsbeamten zu wählen, während bis jetzt die Arbeitgeber auch mitstimmten; auch soll sämmtlichen Verwaltungsbeamten gekündigt werden. # Die Zentral Krankenkasse der Steinhauer, Maurer, Gipser und Studateure beschäftigte sich in ihrer Mitgliederversammlung am 25. d. M. mit den Anträgen zur Generalversammlung in Dresden. Der Bevollmächtigte verliest ein Zirkular vom Zentralvorstand, das einen Ueberblick über die Kaffenverhältnisse gewährt. Nach einer sehr eingehenden Distuffion einigte man sich dahin, die Kaffe aufzulösen. Bu Delegirten wurden gewählt: Behrend, Wilke, Blaurock und Roll. Die fünf Stichwahlen, die noch erforderlich sind, sollen in der nächsten Versammlung vollzogen werden. Die Lohn und Arbeitsverhältnisse bei der Firma Siemens und Halske standen in der am 27. Februar nach dem In der letzten Monatsversammlung des Vereins großen Saale von Martens in der Friedrichstraße einberufenen der Blätterinnen und verw. Berufsgenossen, Versammlung der Arbeiter und Arbeiterinnen obiger Firma zur welche im Saale der Brauerei Böhow tagte, hielt Herr Dr. Joel Erörterung. Dem an sie ergangenen Rufe waren die Arbeiter einen Vortrag über Die Frau im Siegel der Geschichte und und Arbeiterinnen bereitwilligst gefolgt; der große Saal war bis Gesellschaft". Hierauf wurden Frau Schulz, Frl. Biedermann zu zum Erbrücken voll. Die Handzettel, welche vertheilt worden Revisorinnen gewählt. Unter Verschiedenem verlas die Kassirerin waren, prangten in je einem Exemplare, mit der Unterschrift der die Abrechnung vom Sonntag- Vergnügen. Ferner wurde beDirektoren versehen, an den schwarzen Brettern der Fabriken, schlossen, im April ein Stiftungsfest zu feiern. Ueber die Maiaußerdem erschien am Dienstag Morgen folgender Anschlag: feier soll in der nächsten Versammlung berathen werden. „ Unsere Gehilfen und Arbeiter fordern wir hierdurch auf, an der am 27. d. M. im Friedrichstädtischen Kasino stattfindenden Versammlung theilzunehmen und die ewigen Berleumdungen unserer Firma gebührend zurückzuweisen. Siemens." " " " Die Maler und Anstreicher hatten zum 27. Februar eine öffentliche Versammlung nach Gratweil's Bierhallen einberufen. Auf der Tagesordnung stand: Unsere Stellung zum 1. Mai. Der Kollege Schweizer hatte das einleitende Referat überDas Referat hatte Genoffe Nather übernommen. Redner nommen. Redner vertritt in seinen Ausführungen den Standbemerkte: Viele Arbeiter und Arbeiterinnen drängten sich danach, punkt, daß die Arbeiterschaft am 1. Mai zu demonstriren habe. bei dieser Firma beschäftigt zu werden, indem sie noch immer in Unter den Malern und Anstreichern, für die sich hieran die dem Wahne lebten, daß bei dieser Firma goldene Verhältnisse bestehen. Lohnbewegung um den Achtstundentag schließt, sei eine dahinWie steht es nun aber in Wirklichkeit damit. Von einer ge- gehende Agitation zu entfalten: den 1. Mai als Feiertag zu regelten normalen Arbeitszeit sei in den Werken der Firma nicht proklamiren. Der Bedeutung des 1. Mai hat am Vormittag in mehr die Rede. Die neunstündige Arbeitszeit mit einer halb einer öffentlichen Maler- und Anstreicherversammlung ein ent stündigen Bause( Mittagspause, in welcher die Arbeiter die Fabrit sprechender Vortrag die würdige Weihe zu verleihen. Der Nachnicht verlassen dürfen), bestehe nur auf dem Papiere. Täglich mittag sei dem Vergnügen mit Familie geweiht. Die Kollegen würden Ueberstunden gemacht, so daß die tägliche Arbeitszeit Köln und Risop erklärten sich mit dem Vorschlage 11 Stunden und länger dauere. In dem Gabelwerk in Char: Schweizer's einverstanden. Von der Versammlung wurde hierauf lottenburg 3. B. seien Fälle zu verzeichnen, wo Arbeiter 104 bezw. folgende Resolution angenommen:" Die Versammlung erklärt, 106 Stunden in einer Woche gearbeitet und daiür die horrenden den 1. Mai als Arbeiterfeiertag zu begehen, an diesem Tage die Löhne von 31 M. 99 Pfg. bezw. 32 m. 31 Pfg. bezogen haben. Arbeit ruhen zu lassen und am Vormittag eine öffentliche Maler( Große Entrüstung bei den Anwesenden). Das Sparsystem in und Anstreicherversammlung einzuberufen."- Die halbjährliche der Fabrit bringe es zuwege, daß die männlichen Arbeiter immer Abrechnung des Vertrauensmannes Köln ergab eine Einnahme mehr durch Arbeiterinnen ersetzt werden. Die Löhne im Gabelwert von 283,45 M., der eine Ausgabe von 219,10 m. gegenübersteht; variiren zwischen 23 und 40 Pf. pro Stunde, über 40 Pf. verdienen nur bleibt ein Bestand von 64,35 M. Außerdem verlas der Redner wenige Sterbliche. In der Pumpnation seien früher nur Arbeiter eine Liste derjenigen Kollegen, die mit Marken seit 1892 noch beschäftigt worden, jetzt seien auch hier Arbeiterinnen eingestellt, nicht vollständig abgerechnet haben. Hieran fnüpfte sich eine trotzdem die Arbeiter bald quecksilberfrank werden. Die Arbeiterinnen längere Debatte. Schließlich nahm man folgenden Antrag an: Die Kollegen, die innerhalb 4 Wochen nicht mit ihren Marken arbeiten nicht nur neun Stunden, sondern regelmäßig das höchst zulässige Maß von elf Stunden. Aehnlich liege es in der Glüh- abgerechnet haben, werden im Vorwärts", im„ Sozialdemokrat" ichter- Abtheilung. Die Tischler fangen mit einem Stundenlohn und im Vereins- Anzeiger" veröffentlicht." Auf Antrag von 33 Pfennig an. Nicht selten komme es vor, daß in dem Schweizer wurde der Vertrauensmann für 1/2 Jahr gewählt. einen Saale Arbeiter entlassen werden, während in anderen Mit diesem Amt betraute die Versammlung den Maler Lint. Sälen mit Bolldampf voraus, b. h. mit Ueberstunden flott ge- Als Revisoren wurden dee Kollegen Böhling, Gräs, arbeitet werde. Es scheine, als ob die Firma der alten Arbeiter Nitola í gewählt. sich entledigen und dieselben durch jüngere ersetzen wolle. Steglitz. Berichtigung. In dem Bericht der Vers Ein langjähriger Arbeiter, der krank wurde, sei einfach sammlung vom 15. Februar muß es heißen: bant gestellt. Wer nicht fräftig genug sei, werde entlassen. noffe Kluth, daß es endlich der Kommission ge entlassen worden. Die Bidlerinnen würden an die Dreh- Bei der Berichterstattung der Lotaltommiffion bemerkte Ges Troß der gegentheiligen Versicherung seien mehrfach Fälle zu lungen sei, den Saal im Restaurant zur Krone verzeichnen, daß Arbeiter ihrer politischen Gesinnung wegen zu erhalten. Möge man die Wirthe, die ihre Lokale zu entlassen wurden. Die hygienischen Verhältnisse in der Versammlungen hergeben, so viel wie möglich unterstützen. Fabrit ließen sehr viel zu wünschen übrig. Die Schußvorrichtungen fehlten gänzlich und würde der Fabrikinspektor in 8x uhr, im Grand Hotel Alexanderplat( blauer Saal), Gingang Neue KönigBerliner Naturheilverein 2. Seute, Freitag, den 2. März, Abends der Fabrik ein sehr reichhaltiges Material für seine Thätigkeit fraße: Deffentlicher Bortrag des Herrn Dr. med. Böhm über„ Buckerkrankheit finden. Infolge mangelhafter Ventilation seien vielfach Arbeiter und deren naturgemäße Seilung". und Arbeiterinnen ohnmächtig geworden. Referent unterzog Sozialdemokratischer Agitations- Klub für den Often Berlins, noch des weiteren die sogenannten Wohlfahrtseinrichtungen der 4. März, Abends 6% Uhr, im Lotale Sum Fretschüz", Fruchtstr. 86a( oberer Große öffentliche Versammlung für Frauen und Männer am Sonntag, den Firma einer eingehenden Kritik. Die Pensionskasse z. B. scheine Saal). Tagesordnung: 1. Bortrag des Genoffen Wagner über:„ Die birette mehr für die Beamten als für die Arbeiter da zu sein. Daß Gesetzgebung durch das Bolt." ein Arbeiter bei der Firma 30 Jahre beschäftigt werde, fomme schule, Müllerfraße 179a: Arbeiter- Bildungsschule. Freitag, Abends von 8%-10% Uhr: Nordfelten vor. Entweder seien die Arbeiter vorher hinausgeworfen führung. Erste Hilfe bei Unglücksfällen. BuchOst Schule, Markusitr. 31: Unterricht in Geschichte( alte). oder aber gestorben. Die erbeingesessenen Arbeiter seien selber Süd- ft- Schule: Reichenbergerstraße 133. Unterricht in Gefegestunde und Schuld an den heutigen Verhältnissen, indem sie sich um nichts Bet allen Unterrichtsfächern können noch Schüler und Schülerinnen, gekümmert haben. Noch sei es Zeit, gegen die um sich greifende Lese- und Diskutirklubs. Freitag. Karl Marr, Abends 8 Uhr, Verschlechterung der Verhältnisse Front zu machen durch Anschluß bei Gruber, Mariendorferstr. 5. Westen, bei H. Werner, Bülowftr. 59. an die Organisation. Die Ausführungen des Referenten fanden die vollste Zustimmung und den lebhaftesten Beifall der Ver- ad. Neumann, Brunnenstraße 130, 2 r. Arbeiter Sängerbund Berlins und Umgegend. Borsigender Alle Aenderungen im Vereinssammlung. Große Entrüstung rief eine von einem Arbeiter ein- talender sind zu richten an Frieb. Kortum, Manteuffelstr. 49, v. 2 Tr. Freitag. Aufnahme von Mitgliedern. Uebungsstunde Abends 9 Uhr. Kaisers Die Bäcker Berlins waren am Dienstag Nachmittag in gereichte Resolution hervor des Inhalts, daß die Arbeiter etwaige cher Männerchor, Schönhauser Allee 28, bet Kuhlmey.- Nord, BergWerling waren der Brauerei Friedrichshain versammelt, um den Bericht des Differenzen mit der Firma selbst ohne fremde Hilfe regeln wollen. ftraße 68, bei Reller. Vorwärts 1, G.D. Adalbertstr. 21, bet Roll. Kollegen Most über die Verhandlungen der Reich 3- Die Diskussion gestaltete sich ungemein stürmisch. Der Antrag- ummer's cher Gesangverein, Langestraße 65, bet Tempel. binder Männerchor Berlins, Holzmarktstraße 8, bei Deter. tommission für Arbeiterstatistit entgegen zu steller, Herr Kramer, gab zu, daß nicht alles in der Fabrif glödchen, Hochftr. 32a, bet Wilte. Gemüthlichkeit Puzer, nehmen. Der Redner veranschaulichte den Gang der Berhand- so sei, wie es sein solle, aber so schlimm, wie der Referent die Sendelstr. 30. Palme, in Velten, bei Schröder. Morgenroth 4, Karthaus'scher Gefang lungen, durch welche die Unhaltbarkeit der gegenwärtigen Bu- Bustände geschildert, seien dieselben nicht. Dieselben seien zu be- Köpenick, Müggelheimerstr. 8 bet Held. flände im Gewerbe überzeugend nachgewiesen ist. Die Sach- seitigen durch Verhandeln mit den Chefs durch Delegirte. Einen verein, Lichtenbergerstr. 21, bet Seife.- Gefangverein Morgenroth 2, Charlottenburg, Bismarckstr. 75.- Typographia, Gefangverein Berliner tenntniß der Innungsmeister und besonders des Ehren- Metallarbeiter- Verband brauchten die Arbeiter nicht, dieselben Buchdrucker und Schriftgießer, Alte Jatobfir. 75. Gesangv. Nordwacht, vorstandes" der Münchener Innung, des Landtags- Abgeordneten könnten alles allein regeln. Fremde Einmischung wolle und Müllerstr 7, bei Reichert. Gesango. Freie Sänger in Schmargendorf. Wirthshaus Friedrichs. 8utunft 1, Stegliz, Ahornstr., im Gambrinus, Schwarz stand weit zurück hint der des Rektor Schlick aus Köln, dulde die Firma nicht. Kollege Gerisch bezeichnete den AntragGesangverein Collegia 1, Manteuffelstr. 9 bei Nowiacs. Gefang der auch in den einschneider e Fragen Tonsequent troß seiner steller als den Typus der Siemens'schen Arbeiter. Das angeb verein Freiheit Moabit, Waldstraße 8 bei Johnte. Vereinte Moabit, Stromstraße 28 bet Lange. abweichenden religiösen Anfeuung den Standpunkt der Arbeiter lich bei der Firma herrschende patriarchalische Verhältniß sei eine Sangesbrüber Sängerverein Sorgenfrei, Melchiorftr. 15 bei Stehmann.- Nord- Westvertreten hat. Im Uebrigen sind die einschlägigen Verhältnisse große Lüge. Die tapitalistische Wirthschaftsweise müsse ein solches Stern, Altonaerstraße 27 bet gipte. Vineta, Swinemünderstr. 3, des Bäckereibetriebes mit solcher Gründlichkeit erörtert worden, naturgemäß zerstören und habe ein solches bei Siemens schon bei Dueitsch. Frete Stebertafel, Neue Königftr. 78 bei Hahn. daß die Kommissionsmitglieder, falls die Berathungen noch lange zerstört. Der Kapitalismus tenne teinen Halt und die Brandenburger Männer- Gefangverein in Brandenburg a. H., einige Zeit fortgedauert hätten, befähigt gewesen wären die Verhältnisse würden noch weit schlechter werden, als sie bereits Mengert's Boltsgarten.- Sängerchor der Töpfer, Neue Friebrichstr. 44 bet Röllig. Brauer- Gesangverein Gerstenähre, Alte Jatobftr. 83 b. Wienecte. ganze Misere des Gewerbes ev. am eigenen Leibe auszubrobiren. find, wenn nicht durch die vereinigte Kraft der Arbeiter den- Johannt. Am Ostbahnhof 7 bei 28. Gühlow.- Einigtetts, Gr.- Sichterfelbe Es sei zu bedauern, daß die fanitäre Seite der vorliegenden felben Einhalt geboten würde. Noch sei es hierzu nicht zu spät, bet Gries, Giesensdorf. Gefelligteit, Hennigsdorf, Böhmert's Gasthaus Maiengruß, Röpenick, Grünstraße 53 bei Gaul. Fretheit 1, Materie etwas zu furz behandelt sei, trotz alledem noch gelte es, vieles zu erhalten, vieles zu erobern und sei es Bülowftr. 65 b. Stichter. Matglödchen 2, Reichenbergerstr. 16 b. Päbold. haben wir die Genugthuung, daß zunächst der Anfang daher Pflicht der Siemens'schen Arbeiter, sich zu organisiren. In Arion, Wittenberge, Thurmftr. 23, Bentralhalle. Oberon, Raiser Georgi brachte Franz- Grenadier- Plaz 7. Harmonie 2, Weinstr. 11 bei Feind. gris, zur Regelung der Verhältnisse gemacht ist; Cache der Arbeiter demfelben Sinne äußerte sich Siegrist. Felfenfest( gem. Chor), Badftr. 19 bet felbst ist es, die Regierung auf diesem Wege vorwärts zu drängen. Die Strafgelder zur Sprache. Der Arbeiter, der sich verspäte, Naunynſtr. 86 bet Friz Zubeil. ulig. Freya 2( gem. Chor), Nixdorf, Bergstr. 133, Hoffmann's Feftsäte ( Beifall.) Pfeiffer hebt hervor, daß der Genoffe Bebel habe 10 Pf. Strafe zu zahlen und verliere außerdem die angefangene( nhaber Runge). oreley, Grünthalerfte. 5 bet Hemmerling. wesentlich durch feine bekannte Broschüre die Aufmerksamkeit der Stunde Lohn. Die Verwaltung und Verwendung der Strafgelder ruhe fangverein ber klemper und Berufsgenossen, Siemensstr. 17 bet Diet. Luftige Sänger, Potsdam, Brandenburger Kommunikation 16 maßgebenden Faktoren auf das Elend im Bäckergewerbe gelenkt in den Händen des Herrn Direktor, die Arbeiter hätten keinerlei bei Glaser. Deutsche Liebertafel, Grüner Weg 29, Restaurant habe und wünscht, daß nunmehr die Kollegen sich ihrer Pflicht, Kontrolle. Spohr erinnerte daran, daß der Aufpasser in der Saeger. die Organisation zu unterstüßen, bewußt werden. Schlüter Fabrik, der Portier, ein ehemaliger Schuhmann sei. Die internen de Buſchriften find zu senden an B. Hentet, Bergmannstr. 14, Sofa Tr. Bund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend. kann sich nicht mit der Kommission einverstanden erklären, welche Fabrikverhältnisse der Firma Siemens u. Halske fanden von den Freitag: Vergnügungsverein Frif auf, abends 9 Uhr, Ohingaffe a bet nicht von einer 14stündigen Arbeitszeit abkommen könne. verschiedenen Diskussionsrednern vollste Würdigung und wurden Krebs. Stattlub atro, Abends 8 Uhr bet flict, Simeonftr. 28. Zu einer öffentlichen Versammlung, die am Sonntag, den 25. v. M., im Lokal zum Colberger Gesundbrunnen tagte, referirte Genosse Hoffmann über die zehn Gebote und die befizenden Klassen. Die Ausführungen des Referenten wurden von den Anwesenden recht beifällig aufgenommen. Der Vortrag endete mit dem vierten Gebot und findet die Fortsetzung des felben nächsten Sonntag Nachmittag um 4 Uhr in demselben Lotal statt. " auch jetzt im Laufe des Semesters, eintreten. Buch= Mat= e= Theaterverein Crescendo, Abends 9 Uhr, bei Schulz, Bunbuserstr. 35. Musit- Dilettantenverein Tonita, Abends 8½ Uhr bei Schent, Krautr. 39, Uebungsstunde. Musikverein Frisch auf, Restaurant Schröder, Reichen bergerstr. 24. Theaterverein uttania, 9 Uhr, Jäger's Gesellschafts1 der Gesang, Turn- und gefellige Vereine. Freitag. Männer- Gejang| Nuhlosigkeit der gegenwärtigen Kontrolle nachgewiesen. Die beste[ ,, Der Sozialdemokrat", Wochenblatt der sozialdemokratischen verein union, Abends 9 Uhr, Berliner Bodbrauerei. Quartettverein Prophylaxe ist eben die allgemeine Erkenntniß von dem Wesen Wedding, Abends 8% Uhr, bei Schäfer, Steue Hochstr. 49. Männerchor Walde srauschen, Abends 9 Uhr, bei Weigt, Martgrafenftr. 87. Privat der Infektionskrankheiten und der Art und Weise der Infektion. In bezug die auf öffentliche Hygiene ftellt dann Blaschko eine Reihe von praktischen Forderungen denen jeder unbedingt zustimmen muß, auf, unheilvolle Bedeutung der Geschlechtskrankheiten fennt. Die Reichstag. Berliner Turngen offenschaft. Die erste Männerabtheilung turnt Freitag und Dienstag Abend von 8-10 Uhr in der Zurnhalle des Vorschläge Blaschko's, die sich mit Recht gegen den§ 6a des Politisches. Leffing- Gymnasiums Pantsir. 9-10. Turnverein Gesundbrunnen Krankenkassengesetzes wenden, laufen im Wesentlichen darauf hinDie 1. Männer- Abtheilung turnt heute Abend von 8%-10% Uhr in der Turn- aus, durch Erleichterung der Heilung die Ausbreitung der werkschaftliches. Geschlechtskrankheiten zu bekämpfen. haus, Gartenftr. 13-14. halle des Leffing- Gymnasiums, Pantstr. 9-10. Kraft und Artisten: tlub Berolina jeden Dienstag und Freitag Uebungsstunde bei Grüßner, Waldemarstr. 42. Turnverein Germania( Mitglied des deutschen Arbeiter- Turnerbundes) turnt Dienstags und Freitags Abends von 8-10% Uhr Ackerstr. 67.- Turnverein Fichte( Mitglied des Arbeiter- Turnerbundes Deutschlands.) Die zwette Männer- Abtheilung turnt jeden Dienstag und Freitag Abends von 8-10 Uhr in der Staligerstr. 65/56. Dranienftr. 183 p. Straße 35-37 bei Schneider. Bergnügungsverein Veilchen, Abends 9 Uhr, bet Brauns, Gefelliger Arbeiterverein Graphia, Abends sy Alte Jakobftr. 128( Logenhaus). Unterhaltungsflub Schiller, Abends 8 Uhr im Reſtaurant Holzbächer, Dreyfestraße 3. Lepidopt. Bereinigung Orion, Abends 9 Uhr Sigung Charlottenstr. 95, Restaurant Effenberg. Mufitverein Hoffnung, Abends von 9-11 Uhr Uebungsstunde Prostauer, Bergnügungsverein Berolina: Abends 9 Uhr im Restaurant 3ur Gleichheit", Andreasstraße Nr. 26, Gigung. Nach derselben Tanz. Tanzlehrer- Verein Solidarität Abends 8% Uhr im Lotale von Ehrenberg, Annenstraße Nr. 16 Sigung. Rauchklub Rothe Fahne, Freitag Abends 9 Uhr, Cuvryftr. 48 bei richeldorff. Ruderverein vorwärts, Sigung Abends 8 Uhr, in der Spreeterrasse, Jannowigbrücke. Gefangverein Freya( gemischter Chor) Rirdorf, Abends 9 Uhr, bei Barta, Bergstr. 120. English Conversational Club Shakespeare. Meeting every Eriday at 9 p. m. at Beherns Restaurant Königstr. 62. Lecturer Mr. J. Bloch. Guests are welcome. Arbeiter- Bildungsverein für Johannisthal, Nieder- Schönweide und Umgegend. Sonnabend, den 3. März, Abends 8 Uhr, im totale des Herrn Strecker zu Nieder- Schönweide: Mitglieder- Bersammlung. " Literarisches. . Partei Deutschlands( Expedition in Berlin SW., Beuthstraße 2). Zu beziehen durch alle Zeitungsspediteure. Unter Kreuzband für März 50 Pfennig. 10= Nr. 5 vom 1. März hat folgenden Inhalt: Aus der Schweiz. die Die Landtagswahlrechte: IV. Hamburg. Aus Holland. Erhebungen über die Getreidemühlen. Parteinachrichten. Rentengüter in Preußen. III. Eulen und Krähen. II. Russische Revolutionäre. Arbeiterschuh. Arbeiterversicherung. Agrarisches. Bom Sozialstatistisches. Zur Arbeiterlage. Wie man uns behandelt. Todtenliste. Sprech Literatur. Briefkasten. Auf einem anderen Blatte steht allerdings die Stellungnahme Lande. Blaschko's zur Kontrolle der gewerbsmäßigen Prostitution. faal. Die sittenpolizeiliche Aufsicht lehnt auch er rund: weg ab, hält aber an der ärztlichen Kontrolle fest. Zu dieser Stellungnahme tommt er durch die Annahme, daß ca. 80 000 gefährliche Cohabitationen vermieden würden, selbst wenn, wie dies in Berlin der Fall ist, ca. 2000 ansteckungsfähige Mädchen jährlich im Durchschnitt nur 20 Tage im Krankenhause gehalten werden und die Zahl der täglichen Cohabitationen Die ganze auf zwei im Durchschnitt veranschlagt wird. Betrachtung ist aber ein Trugschluß. Der 80 000 aufgezählten Cohabitationen find gefährlich nur für solche, die selbst für die Infektion disponirt sind. Da weiter an die Stelle der internirten Dirnen sofort Lückenbüßerinnen eintreten, von denen ein er: heblicher Prozentsatz ebenfalls tontagiös ist, überdies aber auch auf indirektem Wege- ohne Infektionen stattfinden können daß die Prostituirte selbst krank zu sein braucht, so nimmt bei einer absolut gleichbleibenden Zahl von Cohabitationen die Zahl der gefährlichen Cohabitationen durch die Internirung franker Dirnen feineswegs ab. Wenn wir auch Blaschko darin zu stimmen, daß die sanitären Bedürfnisse des Momentes oft Maßnahmen erheischen, die vom Gesichtspunkte der sozialen Gleichberechtigung zu verwerfen sind, so tönnen wir uns doch nicht eher mit der ärztlichen Kontrolle befreunden, mag sie auch noch so decent durchgeführt werden, bis nicht schlagend und ein wandsfrei ihre Wirksamkeit erwiesen ist; dieser Beweis aber scheint uns auch von Dr. Blaschko noch nicht beigebracht zu sein. Ein Fortschritt wäre es allerdings immerhin, wenn sich die Reglementirung der Prostitution auf die sanitären Maßnahmen allein beschränkte, denn was die fittenpolizeiliche Rontrolle alles zuwege bringt, daß zeigt Blaschko in dem Anhange feines Buches, in welchem er eine Reihe von Polizeivorschriften über die Reglementirung der Prostitution die vollständigste Busammenstellung, die wir kennen abdruckt. Ergebnisse der preußischen Volksschul Statistik vom lx. Jahre 1891. Von J. Tews, Lehrer in Berlin. Samml. pädag. Vorträge. Vl. Bd. Heft 10. Bielefeld, A. Helmisch Buchhandl. Preis 50 f. Ge Volks. Lexikon, Nachschlagebuch für sämmtliche Wissenszweige, mit besonderer Berücksichtigung der Arbeiter Gesetzgebung, Gesundheitspflege, Handelswissenschaften, Sozialpolitik. Nebst Generalregister. Unter Mitwirkung von Fach- Schriftstellern. Herausgegeben von Emanuel Wurm; Nürnberg, Verlag von Mörlein u. Comp., ca. 60 Hefte à 3 Bogen; Preis 20 Pfg. Soeben erschien Heft 1, aus dessen reichem Inhalt( ca. 1000 Stichworte), wir die Artikel Aberglaube, Abessinien, Abstimmung, Abzahlungsgeschäfte, Acht, Adel( Deutscher) hervorheben. Alle 14 Tage erschein ein Heft. Anti- Bamberger. Kritik der„ Stichworte der Silberleute" von Karl Hecht. Berlin. Buchhandlung Puttkammer u. Mühlbrecht. Die wahren Motive des Strafrechts. Von Dr. Ed. Loewenthal. Berlin. Verlag der Cogitanten- Allianz, Friedrichsstraße 237. Die Eisenbahn der Zukunft oder: Der Verkehr ohne Schranken. Von Jos. Lerche. Zittau i. S. Verlag: Oliva's Buchhandlung. Preis 50 Pf. Meine Wasserkur. Von Msgr. Sebastian Kneipp. Jubiläumsausgabe.( 50. Auflage.) Kempten( Bayern). Verlag von der Jos. Kosel'schen Buchhandlung. Der Berggeift. Blätter für Aufklärung und Unterhaltung. Von Simon Start.( Nr. 1.) Brür. Verlag des„ Glück auf", Pragerstr. 430. Sturmglocken. Organ für sozialdemokratische Arbeiter und Volksbildungsvereine. 1. Jahrg. Nummer 1. Leipzig. Verlag von F. Bosse, Weststr. 27. Illustrirte Volks- Ausgaben von Meisterwerken aus den Literaturschäzen aller Nationen. Literaturverein Minerva", Berlin W., S. Gerstmann's Verlag, Natur und Haus. Jaustrirte Zeitschrift. Berlin. Verlag von Corneliusstr. 5. Heft 10 Pf. Rob. Oppenheim. Preis vierteljährl. 1,50 M. Das im Berlage von J. H. W. Diez in Stuttgart in Lieferungen erscheinende Werk ,, Die Thierwelt", eine illustrirte Naturgeschichte der jetzt lebenden Thiere, von R. Bommeli, Das Werk um= liegt nunmehr mit dem 28. Heft komplet vor. faßt XXII und 888 Seiten groß Ottav, enthält über 600 Flustrationen und 12 fein ausgeführte Farbentafeln. Preis brosch. in einem Band 5,60 M., in Prachtband gebd. 7,10 m. Gleichzeitig theilt uns die Verlagshandlung mit, daß zu nächst als Lieferungswerte erscheinen: Liebknecht's Volks. Fremdwörterbuch." Siebente, neu bearbeitete, berichtigte und vermehrte Auflage. Komplet in ca. 13 bis 14 Heften à 20 Pf. Ferner wird abwechselnd mit dem Volks- Fremdwörterbuch erscheinen: Die Geschichte der Kommune von 1871" von Bissagaray. Zweite vom Verfasser durchgesehene Auflage. ( ilustrirte Ausgabe.) Komplet in 12 Heften à 20 Pf. Syphilis und Prostitution vom Standpunkt der Die preußische Volksschul- Statistit vom Jahre 1886 batte öffentlichen Gesundheitspflege. Von Dr ein troftloses Bild von unseren Voltsschulen entworfen. Nach Briefkasten der Redaktion. A. Blaschko. Berlin 1893. S. Karger. Gr. 8° Vlll den Erhebungen von 1891 ist es äußerlich etwas besser geund 206 Seiten. Preis 4,50 M. X- y. A. Wir bekamen Ihren sehr interessanten Beitrag. worden. Vergleicht man aber die Fortschritte in Preußen mit Nach einer kurzen aber sehr flaren Auseinandersetzung über den gleichzeitigen Fortschritten in Frankreich, Desterreich von An der Veröffentlichung wurden wir aber durch die Bedeutung die Bedeutung der Geschlechtskrankheiten vom medizinischen der Schweiz nicht zu reden so bleibt alles, was in Preußen der Vorgänge in der deutschen inneren Politik verhindert. Standpunkt, giebt Dr. Blaschko in der vorliegenden Schrift eine seit den siebenziger Jahren auf dem Gebiete des Echulwesens zufammenhängende Darstellung der gesammten Hygiene der geschehen ist, unzulänglich. Herr J. Tews weist dies eingehend Geschlechtskrankheiten, die besonders des an der Hand der offiziellen Daten nach. So verdienstlich auch das Interesse Sozialpolitikers erregen wird, da die Verbreitung der diese Arbeit ist, die gedrängt das ganze wesentliche Material der Geschlechtskrankheiten und die Bedingungen der Ansteckung in legten statistischen Erhebung zusammenfaßt, so hätte sich Herr den Vordergrund der Betrachtung gestellt sind. Organisch schließt Tews die Mühe doch sparen können. Er hätte einfach nur auf fich hieran die Besprechung der Prostitution, die Hauptquelle der das Titelblatt eine Picelhaube, eine Kanone und einen UnterGeschlechtstrantheiten. Die Darstellung benutt in erster Linie offizier als Stellvertreter Gottes auf Erden, dazu als Motto ein die medizinische Statistik und hier hat Herr Blaschko die sehr paar junkerliche Aussprüche im Landtage über die Bedeutung dankenswerthe Aufgabe geleistet, aus dem ungeheuren Wust der Boltsbildung hinzeichnen brauchen und die Charakterisirung von Daten, die zumeist nur problematischen Werth befizen, der standalösen Zustände im preußischen Voltsschulwesen durch diejenigen herauszuheben, welche vor der Kritik bestehen Bahlen hätte sich vollständig erübrigt. tönnen; außerdem aber hat er die Angaben über die Verbreitung der Geschlechtskrankheiten noch um eine Reihe werthvoller eigener Ermittelungen vermehrt, so daß man nunmehr, wenigstens für die Verbreitung der Geschlechtskrankheiten in der Berliner Bevölkerung einen sehr guten Schätzungsmittelwerth besigt. Für weitere Untersuchungen wird man deshalb in Bufunft immer auf die Blaschko'sche Arbeit zurückzugeben haben. In ganz ähnlicher Weise behandelt Blaschko auch die Frage der Prostitution und Rontrolle, an der Hand des besten Zahlenmaterials wird die Eingelaufene Druckschriften. lx. Kaspar Hauser. Das Räthsel ist nicht gelöst. Von May Schütte. Hagen i./W. Verlag von Herm. Risel u. Ko. Preis 50 Pf. Meine zwangsweise Pensionirung unter Minister von Zedlit meiner religiösen lleberzeugung wegen. Von Pfarrer J. Lorch. Hagen i./W. Berlag von Herm. Rifel u. Ro. Preis 20 Pf. Montag, den 5. März 1894, Abends 129 Uhr: Zwei große Volks- Versammlungen zu gunsten der Arbeiter- Bildungsschule. 1. Germania- Säle, Chauffeestraße Nr. 103: Vortrag des Reichstags- Abgeordneten Wilh. Liebknecht: Die Geschichte als Erzieherin."( Fortsetzung vom 5. Februar d. J.) 2. Joël's Saal, Andresstraße 21: Vortrag des Genoffen Dr. Zadek: „ Die Darwin'sche Theorie und die Entwickelungsgeschichte der Menschheit." Frauen haben Zutritt. Bur Deckung der Unkosten Entree nach Belieben. Die Vertrauensmänner find unterrichtet. 454/19 Achtung! Große Der Einberufer. Achtung! Volks- Versammlung Freitag, den 2. März, Abends 8 Uhr, im Lokale ,, Sanssouci", Kottbuserstraße Nr. 4 a. Tagesordnung: 1. Vortrag über: Die Bedeutung der politischen Rechte für die Frauen des Proletariats. Referentin: Frau Klara Zetkin- Stuttgart. 2. Diskussion. Um zahlreichen Besuch, besonders der Frauen, bittet LöpferWesterburg. Das Mitgetheilte läßt sich vielleicht gelegentlich verwerthen, wenn Sie uns weitere Zeugen nennen fönnen. C. R., Haynan. Die beiden find nicht miteinander identisch. Man muß übrigens schon ziemlich vernagelt sein, wenn man sich diese Frage nicht nach seinem eigenen Verstand beantworten kann. Messingstecher. Jedenfalls besteht eine solche Organisation. Schreiben Sie an Genossen F. Osang, 155, Wardour Street, Orford Street, London. Er wird Ihnen Genaueres mittheilen fönnen. Oder wenden Sie sich direkt an den Kommunistischen Klub in Tottenham Court Road( Adresse im Vorwärts" regelmäßig veröffentlicht). Naev. Der Vorwärts" hat nie einen Zweifel über seine Stellung zu den Attentaten gelassen. Das mußte sogar Herr Bennigsen anerkennen; er ärgerte sich nur, daß wir uns über die Anarchistenbomben nicht genug ärgern. Das tönnen wir aber beim besten Willen nicht, weil gerade die, welche jetzt am lautesten Bombenwerfer gezüchtet getern, felber die haben, um der Reaktion Vorschub zu leisten. In jeder Nummer des Vorwärts" finden Sie gewünschtes Material. Fertigen Ste die Schreier nur träftig ab. " Dets- Krantentafle des Livier- Deutscher Metallarbeiter- Verband. gewerbes zu Berlin. Freitag, den 9. März, Abds. 7 Uhr, ( Filiale Nord.) im großen Saale des Hrn. Alb. Keller, Sonntag, den 4. März, Vormittags 10% Uhr, im Bergstr. 68: General- Versammlung. Tagesordnung: 1. Ergänzungswahl der Delegirten, 485/8 der Herren Arbeitgeber resp. ArbeitWedding- Park, Müllerstr. 178: Mitglieder- Versammlung. Tages Ordnung: 1. Vortrag. 2. Verbands- Angelegenheiten. 8. Diskussion. 4. Bernehmer für das Jahr 1894/95. 2. Verschiedenes.- Arbeiter und Arbeiterinnen haben Butritt. schiedenes. Nach§ 47 des Statuts: Bekanntmachung. Die Verwaltung. Zutritt haben nur Arbeitgeber und Fachverein der Färber, Appreteure, Dekateure, Arbeitnehmer, die zur Zeit oben. genannter Raffe angehören. Arbeitnehmer, die zur Zeit beim Innungsmeister arbeiten, haben feinen Einlaß. Kontrolle am Eingang. Gustav Erbe, 1. Vorsitzender, Spandau, Großer Wall in der Havel. Rud. Balke, Schriftführer, Madaistr. 9. ff. Kalbleder aus OLUNDAU einem Stück 460/19 Die Frauen- Agitationskommission. Die nächste und letzte Versammlung, in der Genossin Zetkin referiren wird, findet Montag, den 5. März, in Ahrens' Brauerei, Thurmstr. 26/27, statt Maurer Berlins! Am Sonntag, den 4. März, Vormittags 10 Uhr, tagen zwei zwei Versammlungen des Vereins zur Wahrung der Interessen der Berliner Maurer 1. Für den Norden im Swinemünder Gesellschaftshaus, Swinemünderstraße 35, Vortrag des Genossen A. Hoffmann( Pankow) über:" Wann beginnt die Revolution?" 2. Für den Osten im Vereinshaus Süd- Os, Waldemarstr. 75, Vortrag des Stadtv. F. Wilte über: Unsere Waffen im Kampf ums Dasein." Kollegen! Wer den Ernst der heutigen wirthschaftlichen Situation erkannt hat, ist verpflichtet, in diesen Versammlungen zu erscheinen. Gäste ( Maurer) haben Zutritt. Mitglieder werden aufgenommen. Die Verfammlungen werden pünktlich eröffnet. Bahlreiches Erscheinen erwartet mit Goldtasche Mt. 1,50. " 2065b Album- u. Lederwaarenfabrik Don O. Gundau Hilfsarbeiter und-Arbeiterinnen. Sonnabend, den 3. März, Abdo. 71/2 Uhr, im Lokale des Hrn. Wilke, Andreasftraße 26: Mitglieder- Versammlung. Tagesordnung: 1. Bortrag des Genossen Ad. Hoffmann über: Das moderne Raubritterthum." 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Nach der Versammlung: Geselliges Beisammensein und Tanz. Gäste sehr willkommen. Der Vorstand. 469/3 Zentralverband der Maurer Deutschlands. Zahlstelle I. Berlin( Puger). Sonntag, den 4. März er, Vormittags 11 Uhr, 249/13 im Lokale des Herrn Gründer, Köpnickerstraße Nr. 100: Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Vortrag. 2. Wahl der Unterstützungstommission und Hilfskassirer für den Osten. 3. Verschiedenes und Fragekasten. Große öffentliche Versammlung Oranienfir. 30, Ecke Adalbertst der Zimmerer Berlins u. Umgegend empfiehlt zu Einsegnungsgeschenken ihr großes Lager aller Arten Lederwaaren und Schmucksachen. Gesangbücher von 1,25 Mt. an: fern. Cigarrentasch., Wiener MeerSchaumspißen, Spazierstöcke, Brillen u. Pincenes 2c. zu d. billigst. Preisen. Restauration zum Ambos Freunden und Genossen empfohlen. am Sonntag, den 4. März 1894, Vormittags 10 Uhr, in Joël's Salon, Andreasstraße Nr. 21. Tagesordnung: 1. Stellungnahme zur Feier des 1. Mai. Referent: Stadtverordneter Frik Wilke. 2. Gewerkschaftliches. 363/14 Hierzu sind besonders die Arbeitslosen eingeladen. Der Vertrauensmann: Th. Fischer, Dunderstr. 4. Achtung! Schäftebranche! 476/7 Bereinszimmer zur Verfügung. 2043b Sonnabend, den 3. März, Deffentliche Versammlung. Bortrag Der Vorstand. P. Feller, Breslauerstr. 27. Verantwortlicher Redakteur: Robert Schmidt in Berlin. Druck und Verlag von Abds. 9 Uhr, Wallstr. 20: Max Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2