ZK.Wö.-A.I-Iirg. DbonnemcntS'Bedingungen: TIbanncmenIZ» Vrci? pränumerando! Ll-rreljakirl. SSO Mk. monoil. 140 Ml, möchemlick 25 Pfg. frei inZ Hau«. (Jinjclne Stummer 5 P'g. Sonniag«» umnmet mit illustrierter Sonntagsbeilage„Tie Neue Weif 10 P�a. Bast» Abonnement: UO Mark pro Monat. Euigeiragen in die Post. Zeitung«. Preisliste. Unter Kreuzband für Teutschland und Oeslerreich. Ungarn 2.50 Marl.!ür das Übrige Ausland , Mark pro Monat. Poslabonnemenl« uelmien an: Belgien. Tänemark, Holland. Italien, Luxemburg. Portugal, Äiiniänicn. Schweden und die Schweij. Vscheibl lügllch. Verlinev Volksblskt. 5 Pfennig) DI« InferfionS' Gebühr Betrüg! für die sechsgeipalrene Koloiiel. zelle oder deren Ziaunr L» Pig.. für politische und gewerlschaflliche Berei»n. und Persanimlungs-Slazeigen L0 Pia. „Alein« Mnreigen", da« fettgedrurkle Wort 20 Pfg.(juläffig 2 fetlgedrinkle Worte), zedes weitere Wort 10 Pfg Eielleugeluche und Schlafitellenan- «eigen da« eilte Wort 10 Pfg.. jede« weitere Wort 5 Pfg. Vörie über>» Buchstaben zählen für zwei Worte. Inieroie frir die nächste Slummer müssen bi« 5 Ufte nachmittag« in der Erpedilion abgegeben werden. Die ijxpeditioit ist bis 7 Ubr abend« geöffnet. Telegramm- Sldresse: „SozialittmoKrat Rtrllo", Zentralorgan der foziatdemoferatifeben Partei Deutschlands. Neöaktion: SW. öS, Linüenstraße?. Fernsprecher: Amt MoriNPlaN. Nr. 151 00— 151 97. Dienstag, den 8. Dezember 1914» Expedition: SV. HS, �inüenstraße 5. Ferasprecher t Amt Moritzplatz. Rr. lSI Sv-ISl. 97. W WWWll Wg ill der WA« WWW. Die Kriegslage. Während auf dein lvcsllichcn Kriegsschauplatz seit einigen Wochen verhältnismäßige Ruhe herrschte, dauerte im D'ten. namemlich in Polen, daS Ringen im gcivaltigsten Aiaßstabc ununterbrochen fort. Seit annähernd vier Wochen kämpfen dort die Truppen der Verbündeten gegen die enormen Heeresmassen, die Ruß land von der Weichsel aus nach Westen vorgeschoben hat. Räch anfänglichem raschem Erfolg gelangte die gleichfalls ulit starken Kräften in der Richtung gegen Warschau unter noinmenc deutsche Lsfcnsive zwischen Lodz und Lowitsch zum Stehen, da die Russen rechtzeitig Verstärkungen an die Front bringen konnten. In noch größerem Maßstäbe entbrannte nun auf diesem Kampfabschnitt durch Wochen hindurch die Ricsenschlacht. Immer neue Verstärkitngcn wurden von beiden Seiten heran gezogen, um die Entscheidung herbeizuführen. Am Lti. November gelang General Mackensen bei Lodz ein bedeutender Erfolg.-tOOO) Russen, zahlreiches Artillcricmatcrial und viele Maschinengewehre konnten er beutet> verden. Aber noch hielte» die Russe» Stand. Ja, es gelang ihnen sogar. mehrere deutsche Armc«korps, die bis in den Süden von Lodz vorgedrungen waren, durch Umschließung in eine gSsährlichc Lage zu bringen. Aber den heroischen An' strengungen der umklammertet» deutschen Korps und dem Einsetzen weiterer deutschen Truppen gelang es, den russischen Gürtel zu sprengen und die bedrohten Hecrcsteile zu befreien. Wiederum wurden dabei 12 OCO Russen zu Gefangenen gemacht. Die Schlacht bei Lodz ging weiter. Aber auch die russischen Gencralstabsineldungcn, die über angebliche große Erfolge auf dem wcstgalizischcn Kriegsschauplatz zu berichten wußten, konnten nicht umhin, den Ernst der Lage bei Warschau anzuerkennen, Ivo„außerordentlich bedeutende feindliche Kräfte" die„Offensive" aufgenommen hätten. Nunmehr ist auf diesem, wohl dem wichtigsten Teile deS Polnischen Kriegsschauplatzes die Entscheidung gefallen. L o d z ist von den Deutschen genommen worden, während die Russen nach schivcrcn Verlusten den Rückzug antreten mußten. Die heutige Meldung des deutschen Hauptquartiers spricht von dem„durchgreifenden Erfolg", der durch das Zurück- werfen der n ö r d l i ch. westlich und s ü d we st l i ch von Lodz stehenden starken russischen Streitkräfte errungen worden sei. Sie erklärt die russischen Verluste für„zlveifcl- los sehr groß". Doch ließen sich die E r g c b n i ss e der Schlacht bei der großen Ausdehnung des Kampffeldcs noch nicht übersehen. Von diesen Ergebnissen wird die Tragweite des deutschen Erfolges abhängen. Es bleibt abzuwarten, ob die Russen einen einigermaßen geordneten Rück- zug bewerkstelligen konnten oder ab der Rückzug in F l n ch t ausartete. Von dem Ergebtliü der Kämpfe der Lodz wird dann auch die Gestaltung der ganzen Kriegs- läge in Polen abhängen. Gelingt es, die Russen von Norden her zu umklammern, w könnte die Situation für die russische Armee sehr bedenklich werden. Es fragt sich eben, ob die nordöstlich von der Bsura flehenden russischen Streitkräfte stark genug sein werden, gc- weinsani mit de» zurückgeworfenen Hecrcsteilen den Ansturm der vordringenden deutschen Truppen aufzuhalten. Inzwischen sind auch, wie aus den gestrigen und heutigen Meldungen"des deutscheit 'Hauptquartiers hervorgeht, die verbündeten Truppen in Sud- Die Meldung des Großen Hauptquartiers Amtlich. Großes Houplquartier, den 7. Dezember 1914.(W. T. B.) Vom westlichen Kriegsschauplatz und dem östlich der Masurischen Seenplatte liegen keine besonderen Nachrichten vor. 3n Nord-Polen haben wir in langem Ringen um Lodz durch das Zurückwerfen der nördlich, westlich und südwestlich dieser Stadt stehenden starken russischen Kräfte einen durchgreifenden Erfolg errungen. Lodz ist in unserem Besitz. Die Ergebnisse der Schlacht lassen sich bei der Ausdehnung des Kampffeldes noch nicht übersehen. Die russischen Berluste sind zweifellos sehr groß. Versuche der Nüssen, aus Süd-Polen ihren bedrängten Armeen im Norden zu Hilfe zu kommen, wurden durd) das Eingreifen öster- reichisch-ungarischer und deutscher Kräfte in Gegend südwestlich Piotrkow vereitelt. Oberste Heeresleitung. pple» und Wxstgalizicu durch deutsche Nachschübe erheblich verstärkt worden, so daß die deutsche Offensive sich auch bei Petffikau und Krakau entsprechend bemerkbar mache» dürfte. , AJlleS in allem; der deutsche Sieg bei Lodz ist auf jebcn Fall ein bedeutsamer taktischer Erfolg. Ob er sich zum volle» strategische» Erfolg, zum Zurückwerfen der gesamten russische» Streitkräfte gegen die Weichsellinie, auswachsen wird, hängt von der Stärke und Widerstandskraft der russischen Heere ab. Tic nächste» Tage werden darüber Klarheit schaffen. Die Schlacht in polen. I. Der österreichische Heneralstabsberickt. Wien, 7. Dezember. fW.?. B.i Amtlich wird verlaut- bart: 7. Dezember mittags. Das Ringen um die Ent- s ch e i d u u g aus dem rusfischeu KeiegSschauplabe dauert an. Tesierreichisch ungarische und deutsche Truppen wiesen im Angriff im Ranme südwestlich Piotrlow die über R v w o r a d o m s k» o r d- wärt« vorstrebenden russischen Kräfte zurück, indest deutsche Truppen den Feind zum Weichen zwangen. In Westgalizien sind gleichfalls gröstcrc Kampfe im Gange; ihr Ergebnis steht noch aus. Ja diesem Räume nahmen unsere und deutsche Truppen gestern weitere 1300 Russe» gefangen. In de» Karpathen wird weiter gelömpst. An manchen stellen hat der Feind starke Kräfte wieder hinter den Gedirgskamm zurückgezogen. Ter Stellvertreter des(fhess deS Generalstades v. H o e s e r, Generalmajor. stsple IUP �innsimie von Lodz. General v. B l u m e schreibt vom 6. Dezember 1914: lieber die Operationen, die der großen«chlacht in Polen bis zum IS. November vorhergegangen sind, habe ich in einem Artikel vom 19. desselben Monats berichtet. Jeb werde nunmehr versuchen. einen Ileberblick über den Verlauf der Tchlacht selbst zu geben, in- sowsit dies aus Grund der zur Zeit vorliegenden Nachrichten möglich ist. Wir erinnern uns, daß eine sehr zahlreiche russische Streit- macht, die Weichsel zwischen Nowo-Georgiewsk und der galizischen Grenze westwärts überschreitend, gegen den 19. November an der Warthe angelangt war und von dort nach kurzer Rast weiter vor- zurücken begann, lieber die Gliederung Und Stärke dieser Streit- »lacht sowie über ihre räumliche Verteilung zurzeit ihrer'Isnkuuft a» der Warthe ist bisher nur wenig bekannt geworden. scheinend bildete die II. Armee den rcwien Flügel, etwa in der Linie Äolo— Sierads— Szczerzowo, und schloß sich an sie links, bis üi die Genend von Nowo-RadomSk, eine etwas schwächere Armee, die an.' Diesen beiden Armeon llvobl annähernd gleich'starke und vermutlich auch aus zivei Armeen bestehende Streitkräfte ve- fanden sich links von der V. Armee, die Stirn teils gegen Ober- schlesieu, teils gegen Westgalizien geivandt.' Tie Stärke der ein- zelnen Armeen scheint verschieden gewesen zu sein, sie wird bei keiner von ihnen weniger als ISO 009. bei einzelnen, z. B. der II., an 250 000, im ganzen also etwa 800 090 Streitbare betragen haben. ?tus dem äußersten rechten Flügel der russischen Hauptmacht. von ihr durch die Weichsel getrennt, ruckte eine starke, die Nummer I führende Armee unter General Rennenkamps in dem Raunt zwischen der Südgrenze der Provinz Ostpreußen und der Weichsel vor. Am 12. November und in den nachfolgenden Tagen suchten diese Truppen an verschiedenen Stellen, so bei Stallupönen, Endt- kühnen und Soldau, in Ostpreußen vorzudringen, wurden aber uuter zum Teil heftigen Kämpfen überall unweit der Grenze ab- gewiesen. Tie Gesamtheit der an der russischeil Offensive hiernach beteiligten Streilkräste wird mit VA Millionen Menschen nicht zu doch bemessen sein. Man kann annehmen, daß bis auf einen ge- ringen Teil alle für den Feldtneg brauchbaren Truppen Rußland«. einschließlich der sibirischen, kaukasischen und turkmenischen, heran- gezogen worden sind. Vor dieser überlegenen Mackit hatten sich die deutschen und österreichisch-ungarischen Streitkräfte— sichere unter dem General- oberst, nunmehrigen Generalseldmarichall v. Hindendurg—, die in der ersten Hälfte des Oktober bis nahe an die Weichsel vorgedrungen waren, anfangs unter mehrfachen Kämpfen, dann aber, die Straßen hinter sich gründlich unterbrechend, uiibehinderr in südwestlicher Riw tuatg zurückgezogen, und zwar die deutschen»ach Oberschlesien, die österreichisch-ungarischeu rechts von ihnen gegen die Grenze von Westgalizien. Der rückgängigen Bewegung hatten sich auch die in Mittel- galizien besiiidlichen österreichisch-ungarischen Streitkräfte anschließen müssen,«ie waren, die Karpathenpässe zum Schutz von Ungarn besetzt haltend, vor stqrter russischer Trupenmacht, die ihnen folgte, bis hinter die Wislota zurückgegangen und bildeten hier die rechte Flankendeckung des österreichisch-ungarischen Heeres. Ter Generaloberst v. Hindendurg. der den Oberbefehl über sämtliche deutschen Truppen des östlichen Kriegsschallplatzes führte, während ibm gleichzeitig die Verständigung mir den Führern der dortigen österreichisch-ungarischen Streitkräfte oblag, beschloß nun, den Angriff des Feindes nicht stehenden Fußes au der Grenze zu erwarten, sondern ihn durch Einbruch in den Raum zwischen der feindlichen II. und I. Armee unter gleichzeitigem Angriff gegen die linken Flügelarmeen des Feindes zu vereiteln. Zur Vorbereitung dieses Unternehmens versetzte er seine nach Oberschlesieu zurück- aekehrteu Truppen mit Hilfe der Eisenbahnen in die Gegend von Äsorn. zog dahin noch einige andere Sireitkräfte heran und stellte diese für den Einbruch bestimmte Armee zum größten Teile ans dem linken, zum ileiuereit aus dem reckten Weichseluser an der Grenze bereit. Der besondere Befehl über die Einbruchsarmee ging nunmehr auf den General v. Mackensen über, während der Generaloberst v. Hindcnburg die Oberleitung der Geiamtoperatumen im Osten in der Hand bekielt. Ter von den Hindenburgschen Truppen in Oberschlesieu freigemackte Raum wurde durch die Vcr- längerung des linken Flügels der österreichisch-ungarischen Armee — bei der sich auch ein preußisches Landwehrkorps unter Befehl des Generals der Infanterie v. Woyrsch befand— ausgefüllt, die Verbindung zwischen dieser und der Armee des Generals v. Mackensen durch Kavallerie und Grenzsebutztruppen gesichert. Wie die deutsch.'« Eisenbahnen allen in dem gegenwärtigen Kriege an sie gestellten, sehr hohen Anforderungen in ausgeze'icki neter Weise entsprochen haben, so ist auch die Schnelligkeit, mit der die neue Offensive aus der veränderten Grundstellung eröffnet werden konnte, zu nicht geringem Teile ihr Verdienst. Schon am 13. November wurde von Truppen der Einbruchsarmee auf dem linken Weichselufer ein feindliches Korps bei Wlazlawe?. am fol- gcndcn Tage dasselbe Korps bei Nowi Tuninow angegriffen und, mit Verlust von 1500 Gefangenen, zum Rückzüge nach Plozk ge- zwungen. Am 15. erlitten auf dem rechten Ufer des Stromes, bei Uipno, stärkere feindliche Kräfte eine Niederlage unter Einbuste von 5000 Gefangenen. Sie wurden gleichfalls auf Plozk zurück- geworfen, gingen dort auf das linke Ufer über und vereinigten sich in einer Stellung südwestlich des Ortes mir den von Wlozlatvek gekommenen Korps sowie anscheinend mit einigen anderen Truppen der l. Armee. Von dort wurden sie in den nächsten Tagen, schwer erschüttert, weiter ostwärts verdrängt. Mit seinen Hauptkräften aber wandte sich der General v. Mackensen inzwischen in der Richtung über Kutno gegen die rechte Flanke der russischen II. Armee. die Strategie in polen. Bnd«Pest, 7. Dezember.(25?. T. 25.) Der„ P e st e r Lloyd' bringt von militärischer Seite zensurierte Mitteilungen, die in die Strategie der jüngsten Kämpfe in Polen einigen Einblick gewähren. In diesen Mitteilungen heißt es: Die Schlachtfront iir Polen verläuft etwa ven der Mündung der Bsura über Lowitsch, Lodz gegen Sieradz, zieht dann in stumpfem Winkel zum Teil auf dem östlichen User der Warthe bis in die Gegend de-Z Wartheknies nordöstlich von Czenstochau und von hier gegen den Bereich von Krakau hin. Tie Kampflinie im Norden hat das Gesicht gegen Südost. Ter äußerste linke Flügel reicht bis auf siebzig Kilometer an Warschau heran. Schon rechnen die Russen mit einer neuerlichen Zernierung Warschaus, diese würde jedoch diesmal einen ganz anderen Charakter haben als gelegentlich der ersten Offensive an der mittleren Weichsel; damals standen riesige russische Massen auf dem östlichen Weichsel- ufcr bereit; und ihr durch leistungsfähige Bahnen und den Brücken- köpf Warschaus unterstütztes überraschendes Eingreifen harte die deutsche Führung zu einem Ausweichen und zu einer Neugruppicrung veranlaßt. Heute hat Rußland fast seine gesamte Macht bereits angesetzt. Drei in Reserve gehalieue Armeen stehen schon seit über einer Wochö im Kampfe. Eine ivurde an der Bsura in der Gegend von Lowitsch eingesetzt, konnte aber das Zurückweichen des in der Gegend südöstlich Plozk stehenden nördlichen russischen Flügels nicht aufhalten. Alle russischen Massen- angriffe zerschellten in der Folge an den deutschen Linien unter fürchterlichen Verlusten. Die an der Bsura vorgestreckte deutsche Faust bedroht den Rückzug der ruisi- scheu Mitte auf Warschau. Tie Ereignisse nehmen den von den Verbündeten vorgedachten Verlaus, wie heute der Generalstab festgestellt hat. Wenn der Verlauf den Er- Wartungen entspricht, dann dürfte es Ivohl nur den an der Bsura stehenden russischen Kräften gelingen, nach Warschau zurückzukehren. Die russische Mille müßte die Richtung auf und beiderseits Jvangorod nehmen, denn die deutsche und Lsterreichisch-ungarische Front zwischen Lodz und Sieradz hat, wie erwähnt, ihr Gesicht nach Südost gekehrt. In dieser Richtung erfolgt der Druck. Geschlagene Truppen gehen in der Regel in der Verlängerung der Kampffront, die sie zuletzt eingenommen hatten, zurück. Weiter heißt eS: Der mit größter Wucht um die nördlichen Teile der Schlacht- front geführte Angriff wirft das Kartenhaus russischer Diversionen auf Czenstochau und Krakau nördlich und südlich der oberen Weichsel um. Den Rusicn ist eS trotz Einsetzens starker Reserven nicht ge- lungen, in der Gegend von Czenstochau Vorteile zu erringen. Im Süden hält das vorzüglich bewehrte Krakau den Feind in Schach. Zum Schluß sagt der Verfasser: Die Strategie der Russen ist stark von politischen Erwägungen durchtränkt. Eine spätere Kritik wird ihnen die Zersplitterung der Kräfte vorwerfen. Nängel ües rustischen Trains. Wien, 7. Dezember. Nichtamtlich.(W. T. B.) Aus dem KriegSpressequarticr wird gemeldet: Das beredte Zeugnis dafür, daß die Russen die Ileberlegcnhcit, die in unserer besseren Disziplin und in der besseren Organisation unseres Trains und des Nachschubdiciistes liegt, selbst fühleii. ist folgender vom Komnian- bauten der vierten russischen Armee ausgegebener Befehl, der bei einem gefangenen russischen Ofsizier deS 207. Infanterie- regiments gefunden worden ist. Er lautet: Befehl Nr. 530 vom 31. Oktober(13. Nov. n. St.) 191i. Nach einer Meldung des aus der Gefangenschaft geflüchteten StabShanptmannS der 1. Grenadier- Artillerie-Brigade Szozegoleg herrscht bei den Trains unserer Gegner mustergültige Ordnung. Diese ParkS entbehren jeder besonderen Bedeckung. Ich mache die Korpslommandanten darauf aufmerlsam und drücke mein tiefstes Bedauern aus. daß ungeachret einer ganzen Reihe von Befehlen und Anordnungen in den Parks unserer TrainS noch immer keine Ordnung herrscht. Ich befehle energische Maß- nahmen, um endlich die so wichtige Angelegenheit zu ordnen. General Evert, Kommandant der 4. Armee. Westlicher Kriegsschauplatz. Die llage in Eljaß-Lothringen. Paris, 7. Dezember.(T. U.) Die Lage an der elsaß-lothrin- gischen Grenze wird aufmerlsam verfolgt. DaS„Bullotm des srwss" erkennt an, daß dort die sranzösische Offensive im August schlecht geführt, doch immerhin als Vorspiel zur Verlcidigung von Zkancy durch den General Castelnau nötig gewesen sei, die im übrigen dem Heere er- laubte, offensiv vorzugebe». Man vermutet, daß die erneute Tätig- kcit dort Versuche darstellt, die deutsche Linke zu umfaffen, um Vcr- schiebungen hervorzurufen, um dann die entblößten Stellen anzu- greifen. Auf einen russischen Sieg, der die Deutschen zu einem starken Truppentransport nach dem Osten zwingt, scheint Frankreich nicht mehr zu warten. Ein als Journalist tätiger Offizier, der jüngst dem Gene- ralifsimuS Joffre im Hauptquartier zu Romilly an der Seine besuchte, berichtet, daß Joffre auf die Bemerkung, die Tcmichen müßten doch bald ihre Linie im Westen wegen der ruifiichen Siege schwächen, antwortete: Ich bin wirklich nicht darauf erpicht, daß sie ihre Linie entblößten. Die Russen werden schnell vorrücken, ich werde mit denen, die mir gegenüberstehen, fertig. Die Dombenwerfer über Zreiburg Zranzofen. Paris, 6. Tczember.(W. T. B.) Einer amtlichen Alach- richt zufolge waren die Flieger, welche über Freiburg Bomben abwarfen, Franzosen. Die verpsiegung üer Truppen im Westen. Die.Nordd. Allg. Zeitung' veröffentlicht auZ dein Feldpostbrief eines höheren Offiziers einiges, das sich auf die Verpflegung unserer Tmppen bezieht. Die fragliche Stelle lautet: .Die Verpflegung unserer Leute ist ausgezeichnet, und der ganze Nachschub durch Kolonnen hat großartig geklappt, trotz der Gewalt- Märsche, die die Kolonnen bei dem Vormarsch unserer Truppen leisten mußten. Es ist da manches Pferd liegen geblieben und dafür aus dem nächsten Hof ein anderes geHoll und eingespannt worden, aber es mußte geschafft werden. Von der Stellung der fechtenden Truppen bis hinten zur zweiten Staffel, also in einer Entfernung von etwa 30 Kilometer, wo wir schon fünf Wochen liegen, ist das Land völlig ausgesogen; denn zuerst sind natürlich diese Vorräte benutzt worden. Man kann sich gar nicht vorstellen, was daS bedeutet sür ein Land, in dem der Krieg auSgefochten wird. Tie ganze Bestellung der Becker liegt brach, ivas noch auf den Felden» ist, verdirbt und verfault. DaS Vieh ist verzehrt oder, wie setzt auch hier, sür den zu erwartenden Vormarsch in Viehdepots von unseren Truppen zusammengetrieben. Drüben, bei den Franzosen. die ebensolange in derselben Gegend liegen, werden wir eS beim Vormarsch genau so ausgesogen vorfinden. Deshalb wird bei unS tüchtig vorgesorgt, um mit der Verpflegung sür die kommende Zeit g-fichert zu sein. Die Bahn geht schon wieder bis an die GefcchtSlinie heran. In all den Orten hinter der Gefechtslinie, in denen wir uns mit den Proviant-, VerpflegungS- und Munitionskolonnen befinden, ist von uns ein regelrechter Haferdreschbeirieb eingerichtet, wozu die Einwohner herangeholt werden. Ebenso müssen die Frauen und Kinder aus den Feldern die Kartoffeln ernten, die magaziniert werden. Sämtliche vorhandenen Mehlvorräle sind bc- schlagnahmt. Die Einwohner bekommen täglich gerade nur so viel ausgehändigr, daß sie leben können. Die großen Hammelherden (z. Z. 1000 Stück) befinden sich ebenfalls im Viehdepot, auch alles Rindvieh. In einem Orte habe ich dafür gesorgt, daß genügend Kühe zurückblieben, damit sür die Kinder Milch da ist. Im Winter ist unter den Einwohnern bestimmt eine Hungersnot zu erwarten." französisch- englische Erklärungen wegen ües Neutralitätsbruches üer englischen fliege?. Bern, 6. Dezember.(W. T. B.) Auf die Vorstellung hin, welche der Bundesrat bei der britishen und französischen Regierung wegen des IlebcrfliegcnS des schweizerischen Gebiets durch die englischen Flug- zeuge erhoben hat, hat der französische Botschafter eine Erklärung des französischen Ministers des Acußern abgegebei-, dahingehend, daß derselbe den Vorfall, sofern er erwiesen sei. aus- richtig bedauere. Dreier Vorfall könne gewiß nur einer U n a ch t- s a m k e i t zugeschrieben werden. Im übrigen lege die französische Regierung mehr als je Gewicht auf die schweizerische Neutralität; sie wolle, daß diese durch ihre Truppen beobachtet werde, einerlei, ob es sich um das eigentliche Gebiet der Eidgenossen- schaft oder den darüber liegenden Luftraum handle. Die britische Regierung hat heute durch ihren Gesandten dem Bundesrat eine Note überreichen lassen, in welcher sie aus- führt, daß die Flieger, welche an dem Angriff auf die Zcppeliirwcrft teilnahmen, bestimmte Weisung hatten, sch weizerrsches Gebiet nicht zu überfliegen. Wenn sie es dennoch getan hätten. sei das auf Unachtsamkeit und auf die Schwierigkeit, in großer Höh- die wirkliche Lage eines Luftfahrzeuges festzustellen. zurückzuführen. Auf Grund der ihr von schweizerischer Seite unter- breiteten Beweise sür das Ueberflicgen schweizerischen Gebietes halte die britische Regierung darauf, dem Bundesrat zu versichern, daß dies entgegen ihren Absichten geschehen sei, und spreche ihm deswegen ihr lebhaftes Bedauern au». Die britische Regierung wünscht im Anschluß daran, festzu- stellen, daß aus der, ihren Fliegern erteilten Instruktionen und dem dein Bundesrate wegen ihrer Nichtbeachtung ausgesprochenen Be- bauen, keine allgemeinen Schlüsse auf ihre Anerkennung eines nicht unbestritten geltenden völlerrechtlichen Grundsatzes betreffend die Gebietshoheit über den Lustraum gezogen werden können. Ter Bundesrat hat den beiden Regierungen für ihre Erklärungen ge- dankt und die Gelegenheit benutzt, der britischen Regierung neuer- diirgS mitzuteilen, daß mit Rückficht darauf, daß kerne völkerrechtliche Beschränkung der Gebietshoheit über den Luftraum bestehe, e r d i c letztere in vollem U.m fange geltend machen müsse und schon bei Gelegenheit der Mobilisation der Truppen eine entsprechende Weisung zum Schutze derselben er- lassen habe. Die englische Rekrutierung. Kopenhagen, 7. Dezember.(W. T. B.) Der militärische Mit- arbeiter der„VerlingSke Tidende" schreibt: Kitcheuer hat ungeheuere Schwierigkeiten rnit der Ausbildung eines neuen Heeres sür die Verbündeten. Während Deutschland seine junge Mannschaft zu einem bestimmten Zeitpunkt mit ollen Hilssmitteln, wie Kasernen und alter Mannschaft, zu systematischem Unterricht einberuft, ist der M i I i t ä r d i e n st in Engtand ein Erwerbs- zweig mit hohen Löhnen und bedeutenden Pen- fronen für die Hinterbliebenen der Gefallenen und für die Verwundeten. Die Kasernen sind nur sür eine geringe Anzahl berechnet. Neue Rekruten treten täglich ein und erschwere» somit den Unterricht. Offiziere und Unteroffiziere fehlen. ES ist schwierig. den Soldaten militärische Disziplin beizubringen, da diese darin keine Vorschule haben. Not kennt kein Gebot. Tie Schrecke» deS Krieges schildert ein bei den Verbündeten in Russtsch-Polen känrpscnder Landwehrmaiiir wie folgt: Hier sahen wir die ersten größeren Trnppenansamnrlungan. Ungarische Reiter mit roten Hosen und altmodischen Raupen- Helmen, wie aus dem Museum entnommen, deutsche Kavallerie, Train, Pioniere mit Pontons und viele Infanterie zog durch die Stadt, alles in der Richtung aus Warschau auf der einzigen schönen, breiten und guterhaltencn Straße, die ich in Polen sah. In der Stadt kaufte ich mir sür 5,50 M. eine wollene Unterjacke und Handschuhe, und bald ging es vorwärts, immer hinter den sich zurückziehenden Truppen her. Nur fern hörten wir an einigen der ersten Tage unsere Geschütze grollen. Dann mutzten wir auch in den nächsten Tagen zur Llbwcchselung einigemal in Gefechts- sormation vorgehen, weil die Ruffen sich zu stellen schienen, aber immer war es umsonst, denn nachdem unsere Artillerie einigemal gebrummt, wurde es wieder still, und wir stampften dann wieder monoton durch nicht cndcnwollendc Sandstrecken. Bisher war es uns weiter gar nicht schlecht gegangen. Abends immer hübsch pro- graminähig einquartiert, hatten wir immer ein Dach über dem Kopfe und tonnten nötigenfalls unsere Sachen trocknen, während es aus dem Herde brodelte und dampfte, und manche Gans rnußtc ihr Leben lassen, um uns fiir den nächsten Tag zu stärke». Iii mairchcir Orten standen ganze Häuser menschenleer; da flogen natürlich die Federn ungeniert, andernfalls ging die Sache etwas mehr im Stillen, aber Federn flogen immer. Der eine zahlte, ein anderer nicht, je nachdem man eben Vi i t- gefühl für die'Bevölkerung hatte oder nickt. Das unvermeid- liche„Rimma" konnte unsere Krieger selten in Verlegenheit brin- gen. und inan suchte eben nach dem, was man brauchte. Ein „festes" Herz gehörte aber doch dazu, der armen Bevölkerung, die meistens die Tränen und das Jammern nicht sparte, ctwaS weg- zunehmen, was denen selbst fiir Geld nicht feil war. Aber Not kennt kein Gebot, und in dem Tande konnte unsere Verpsiegung nicht immer schnell germg nachkommen. Aber nickt allein Nahruirgsmittel usw., sondern auch das schützende Dach verloren die Einwohner, sowie ihr Vieh oft bei unserem Einmarsch. Wie eine wilde Flut strömte das Militär in die dürftigen Hütten, in Scheunen und Böden, beschlagnahmte Stube und Herd, und sehr oft irrte die Bevölkerung mit Kind und Kegel draußen im strömenden Regen herum. Das Vieh mußte aus den Ställen weichen, um den Pferden Platz zu machen, die vollkommen erschöpft waren durch die Strapazen im russischen Sand und Treck. So war es auch an einem-iage der Fall, da der Regen vom eintönig grauen Himmel ständig hernieder- rieselte. Am Nachmittag waren wir angekommen, und alles wollte natürlich an den wärmende Labung versprechenden Herd. Nach- frfwetl einen großen eisernen Topf annektiert und ver- steckt hatte, erstand ich von unserem Bauer mit einigen Käme- radcn eine Gans für 2.50 M.. die bald im Topfe brodelte- unser gesagtes Essen von der Feldküche schenkten wir vier Gansbcsib> ,----£. rCZ:2L' 7" l»>u>»«»"-'-ar gturuai, waren aber bald verschwunden, weil sie doch überall im Wege waren, und mancher junge Krieger seinen Unwillen darüber geäußert hatte, denn die Sorge um das eigene Ich überwiegt bei„richtigen Krie- gern" bald alle„Sentimentalität". Nun, unsere Gans saß im Magen gleich>vie bei den anderen das Huhn oder sonst was. Ter Abend war gekommen und alles hatte sich schon nach einem Ruhe- Plätzchen für die Nacht umgeschaut, und jeder halbwegs geschützte Winkel toar ausgenützt. Um mir für den Abend und den anderen Tag etwas Wasser zu besorgen, ging ich noch an den Bach, der 3 Minuten abseits vorbcifloß, und hier fand ich auch meine Ouartierlcute wieder. Es war abends 8 Uhr und längst dunkel. Eintönig tropfte es immer noch vorn trostlosen Himmel, und stumpf- sinnig schaute der aufrecht stehende Bauer vor sich hin, während die Fran in hockender Stellung ihre Lieblinge in ein großes Tuch hüllte, welches sie um die Schulter geschlungen hatte. All mein Bemühen, die Leute zu bewegen, mir zu folgen, damit ich ihnen einen Platz unter Dach verschaffen konnte, war vergebens. Nur eine abwehrende Handbewegung erhielt ich zur Antwort. Ich rollte dann ein großes, aus Strohserlen dicht geflochtenes Faß herbei, damit man die Kinder darin gegen den kalten Wind schützen sollte; ober ich erhielt dieselbe Antwort wie vorher, worauf ich, den Krieg verwünschend, meinem Lager zuschlich. Was die Familie in jener Nacht noch angefangen hat, habe ich nicht erfahren, doch habe ich jenen Eindruck lange nicht vergessen� können, denn ich babe ja selbst einige Kinder z»Hause und dachte mit Grauen daran, daß diese einst auch in solche Lage kommen dürften, wenn es uns nicht gelänge, die Grenzen zu schützen. Wie zufällig klingt's mir ironisch in den Ohren:„Der JRrieg ist herrlich, der Krieg ist schön." Käme', mir der Schreiber dieser Zeilen einst zu Gesicht, ich iv o l l t e ihm seine Theorie austreiben. Am darauffolgenden Tage wurden wir in einem Orte, an der Straße gelegen, einquartiert. Die Bewohner loaren meist geflüchtet, vielleicht schreckte sie der Tote im Straßengraben. Ein toter Jude lag im Graben lang ausgestreckt. Wie ich erfuhr, ha t t e n ihn Kosaken gehängt, weil er einem abgesetzenen Ulan das Pferd gehalten Jiattc, ivas die Kosaken beobachtet hatten. Wir muhten an jenem Tage die Straße ausbessern, denn tiefe Löcher machten den Transport schwierig und es sollten einige ZlrmeekorpS hinter uns die«traße passieren. Bei der Arbeit konnten wir den Schotter gut brauchen, der von den Russen vorher angefahren ioar, jedenfalls, um die Geschütze usw. besser nach Deutschland bringen zu können. Leider reichten die Steine nicht, und wir holten dann aus einem großen Gutshofe riesige Mengen kleiner Toprohren. die für Bauzwecke dort ausbewahrt wurden. Alles wurde zerschlagen und in die Löcher gefüllt. Dabei mußten auch die Ernherinischcn mithelfen. Wie bald werden die Stücke zn Melil zerfahren gOoesen sein, und eine ehemals mühsame Mei.ichenarbert war vernichtet; so ist der Krieg. Wen» Natur. ereignrssc der Meirichen Werke nicht vernichte», tun'« d,c Menschen selber. Aber Not kennt kein Gebot. Nächstenliebe im Zelüe. Ein im Westen stehender Wehrmann schreibt an seine Familie: „Seit Sonnabend liege ich vier bei einer Familie im Quartier, die sckion drei Söhne bei den Kämpfen in Belgien verloren hat. Trotzdem sind die Leute sehr zuvorkommend gegen uns. Zwei große Betten wurden uns zur Verfügung gestellt. So teilen wir uns zivci Mann in ein Bett. Rur ist das so eine eigene Sache mit den Zudecken dieser Betten. Sie sind so kurz, daß man entweder an den Beinen friert, wenn man die Decke herauszieht, oder an dem Oberkörper, wenn man die Füße zudeckt. Man muß sich also erst in eine wollene Decke einwickeln. So lagen wir in süßem Schlummer, als loir am Sonntagmorgen durch Feueralarm aus dem Schlafe geweckt wurden,«chnell lvaren wir rn unseren Kleidern. Als wir das Torf betraten, sahen wir eine mächtige Rauchwolke. Ein großes Gehöft fanden wir in Flammen. Alles beteiligte sich an den Rcttungsarberten. Zuerst galt es, drei Kr»der. die sich noch in den Betten bc- fände», herauszuholen. Unseren Bemühungen gelang es. stc unversehrt herauszubringen. Ebenso einen Greis, der krank r», Bette lag. Durch den heftigen Wind griff das Feuer rasch um sich. Wahrend ein Teil der Kameraden damit bcsckiästigt war. die Habseligkeiten der Bewohner der angrcn- zcnden Häuser Sicherheit zu Dringen, besorgten andere da) Heranholen der Spritze. Das Wasser mußte mit Eimern zugetragen werden. Endlich um 10 Uhr vormittags konnte das Feuer auf sc, nen Herd beschrankt werden. Zwei größere Gehöfte sind ein Rmrb der flammen geworden. Tie Ursache des Feuer» ist noch !1 L£rm<)f i,'st eine strenge Untersuchung eingeleitet worden...us dem nahen A... waren ebenfalls junge Leute zur ?b„ück»n �"Setroften.««e mußten aber am Nachmittag wieder abrücken, die müssen sich zeden Abend zum Appell melden Da lauft»' will ÄV/'"" iQrrf fehlen, wenn er nicht G-f--- letzten Taacn ftb abgeführt zu werden. In d.-" Norden Tu IT, m viele Flüchtlinge aus de," biT? sT. iL?vveinber haben wir Tage gehabt, an denen der Reaen Gea?» Jä!? � immer noch besser als �ieb�swürdi�ftU n� T können wir uns schon schützen dank der fangen NN Lpferwill�gkeit der Taheimgebliebencn. W.r Cum in Wir'„£ � aur Weihnachten einzurichten. Einen B-hana l iL � J lÜr ausgesucht. Es fehlt nur noch der ftöbliwe(Jim.» J• rb.schließlich noch beschafft werden. Eine w au teien �fönmn" T"«"ae- Jahr w-rden wir diesmal wott -s werden, wenn Ein gutmütiger Russe. finw'Vi""28-1* auf Reisen'(Hamburg, Ferdinandstraßel. Nr. 23, c r a f ln""km Feuilleton„Wie es uns in Allcnburg U? Magda Trott folgende Episode: - ,i." r waren recht erschrocken, als eine« Tage»-in russischer Soldat in unser Zimmer trat, das Gewehr in der Hand, sich über- all umsah, meine im Bett liegende Mutter betrackitete und beruhigt. sich im Zimmer um und verlangte abermals Geld. Voller Angst holte ich meine leere Geldbörse und hielt sie ihm hin. Er durchsuchte sie eingehend und sagte dann:„Was hast Du denn?'„Ich habe nichis, als eine alte kranke Mutter,' versetzte ich. Da schüttelte er den Kopf und verließ, die Hand an die Mütze legend, daS Zimmer. Am Nachmittag kam er wieder und sagte:„Tu hast nichts, hier hast Du Geld.' Dabei legte er ein deutsches Markstück auf den Tisch und stellte einen kleinen Vlecheimcr mit Marmelade und ein Brot vor mich hin. Ich war so überrascht, daß ich kein Wort hervotzbringen konnte. Der Russe nickte uns freundlich zu und verließ das Zimmer,.., vom österreichisch-serbischen Kriegsschauplatz. Neugruppierung üer ö'fterreichischen Kräfte in Serbien. Wie«, 7. Dezember 191�.(W. T. B.) Vom süd- lichen Kriegsschauplatz wird amtlich gemeldet: 7. Dezember. Die mit der Einnahme von Belgrad bedingten Operationen erfordern nunmehr eine Umgruppierung unserer Kräfte, deren Details sich naturgemäß der allgemeinen Verlautbarung entziehen. Der Seekrieg. Minen in üen sinnischen Schären. Stockholm,�?. Dezember.(W. T. B.) Die schwedischen Dampfer „Luna" aus Stockholm und„Everilda" aus Helfingborg sind bei Mäntpluoio in den finnischen Schären auf Minen ge'stotzen und ge- funken. Bon der.Luna' wurde die ganze Besatzung gerettet, von der„Everilda" nur ein Mann. Minen an öer holländischen Küste. Hoog, 7. Dezember.(W. T. B.) Halbamtlich wird gemeldet: Infolge des Sturmes in der letzten Nacht sind an der Küste von LiZalckeren, an verschiedenen Orten von Seeland und cm der Küste von Tcrheyde Minen angespült worden. Der Sachschaden iit gering. Einige treibende Minen sind durch das Kriegsschiff ..Nordbrabant" zur Explosion gebracht worden. Heute früh wurde am Roorderstrand bei Hoek van Holland eine Mine angeschwemmt, die militärisch bewacht wird. Minenexplosion bei VWngen. Amsterdam, 7. Dezember.(W. T. B.) Die Blätter melden auS Vlissingen: Gestern explodierte eine angeschwemmte Seemine am Badestrand; viele Fensterscheiben zersprangen. Zwei andere Minen, die angespült wurden, werden militärisch bewacht. Der türkische Krieg. Melüung öes türkischen Hauptquartiers. Nichtamtlich. Konstanttnopel, 7. Dezember. fW. T. B.) Das trotze Hauptquartier teilt mir: In der Gegend von A d j a r a haben neue für uns erfolgreiche Kämpfe stattgefunden, in denen wir den Russen, welche Dumdumgeschosse gegen unS benutzten. eine Kanone und eine Menge von Bomben, Waffen und Munition ab- nahmen. Russische Angriffe östlich des Wansees an der türkischen Grenze waren ohne Erfolg. Hingegen haben unsere von Revander vorrückenden Truppen Saoutchblaghe, siebzig Kilometer jenseits von unserer Grenze, besetzt, einen wichtigen Stützpunkt der Ruffen in der Provinz Aserbeidschan. Der bedrohte Suez- Kanal. Paris, 7. Dezember. lT. U.) Ter Präsident des Vertvaltungs- rats des Suez-Kanals bemerkte in einem Interview, er glaube nicht, das; französische Interessen große Gefahr üi Aegypten laufen. Eine Gefahr jür den Kanal könne nur von zwei Seilen kommen, nämlich von Akaba, das setzt von den Engländern besetzt sei, oder von El Arisch, das durch die Wüstenzone geschützt werde. Die von der britischen Re- gierung unternommenen Vorsichtsmaßnahmen scheinen hinreichend zu !"n; ein möglicher Materialschaden am Kanal könne auch keine Bedeutung haben, da er technisch wichtige Werke oder Schleusen, wie sie der Panamakanal besitzt, nicht habe. ES sei auch keine Möglichkeit, duß sich irgend etwas ereignen könne, was den Kanaltransport indischer oder australischer Kontingente hindern würde. In jenem Falle würde die Route zum Kap der Guten Hoffnung nur eine Ver zögerung von zehn Tagen erfahren, aber diese Eventualität müsse alz nur entfernt liegend bettachtet werden. Neue Pogrome. Grus, 7. Dezember.(W. T. B.) Nachrichten auS Kiichinew zu Wlge. ist es nach dem strategischen Rückzug der österreichisch-unga vischen Armeen aus Polen und Südrußland neuertuigö zu schweren Pogromen gekommen, besonders in PodolSk, Radom, GrodiSk und iiholm. Das portugiesische Kabinett zurück- getreten. Lissabon, 7. Dezember. fW. T. 8.) Das gs«,e portugiesische Kabinett ist zurückgetreten. Es soll ti» N a t i o n a l k a b i u e t t auS Mitgliedern aller Parteien gr bildet werden. Zur Lage am Dalkan. Mailand, 7. Dezember. sT. U.) Ein Korrespondent deS.Eorrier« della Sera" hat von einer hochgestellten deutschen Persönlichkeit ge« hört, daß der Feldzug Bulgariens sicher sei und un- wittelbar bevorstehe. Die Stimmung iu Serbien ist noch uner« schütterlich. Aus bester Quelle will der Korrespondent erfahren haben, daß Serbien sich an Griechenland um militärische Hilfe ge» wandt habe, unter Hinweis auf die Gefahr des VormaricheS der Österreicher auf Saloniki. Athen habe aber verschleppend geant- wortet und dürste kaum dem Ansuchen euliprechcn. Man glaubt� daß der serbisch. griechische Vertrag auf ein Eingreifen Bulgariens oder der Türkei aber nicht Oesterreichs bestehe. Griechenland würde nach dieser Information trotz aller franzöfisch-englischen Be. wuhungen nur dann eingreifen, wenn die Bulgaren in Mazedonien einfallen. das serbische Ministerium. Frankfurt a. M., 7. Dezember. Die„Frankfurter Ztg." weidet aus N i s ch: Das neue Mini st e r i u m ist ern Koalitionskabinett. Paschitsch hat wie bischer den Vorsitz und das Portefeuille des Ministeriums des Aeußern. Oberst B o j o w i t s ch ist Kriegsminister. Japanische Truppen kommen nicht nach Europa. Der russische„Regierungs-Anzeiger" teilt folgendes mit: „In der japanischen Botschaft in Petrograd ist vorläufig nichts bon einem Beschluß Japans bekannt, ein Expeditionskorps zum Schutz Europas vor dem Einbruch der Türkei zu entsenden. Diese Nach» vicht hat denmach denselben Wert wie die bisherigen Gerüchte über die Entsendung eines japanischen Expeditionskorps nach England. Japan hat einen ganz bestimmten Berttag mit England. Beide Staaten kommen ihren Berpflichwngen ehrlich nach und erweitern vorläufig nicht die Grenzen ihrer Vereinbarung. Jmbesonderen ist Japan auch nachderEinnahme von Tsingtau mit äußer st verantwortungsvollen Aufgaben betraut, die es nach Möglichkeit erfüllt hat und bis zu Ende erfüllen wird." Deutschlanö unü üie Süüaftikanische Union. Amtlich. Berlin, 7. Dezember.(W. T. B.) Bon burischer Seite wurde die Kaiserliche Regierung um Abgabe einer Er- klärung über die Stellung Deutschlands zur Südafrikanischen Union während des gegenwärtigen Krieges gebeten. Der Staatssekretär des Reichskvlonialamts, Dr. S o l f, hat darauf folgende Er- klärung abgegeben: Um den in keiner Weise provozierten Einfall englischer Truppen in das Schutzgebiet von Deutsch-Südwestafrika zu cut- schuldigen und um in den Augen der holländischen Bevölkerung Südafrikas, deren überwiegende Mehrzahl gegen eine solche Maß- nähme war, diesen Schritt zu rechtfertigen, haben Mitglieder des Ministeriums sowie des Parlaments der Südafrikanischen Union öffentlich und privatim behauptet:„Tie deutsche Regierung bcab- sichtige im geheimen, Südafrika in Besitz zu nehmen und zu einer deutschen Kolonie zu machen.— Tie deutschen Streitkräfte in Deutsch-Südwestafrika hätten das Territorium der Union verletzt, ehe Feindseligkeiten von feiten der südafrikanischen Regierung unternommen worden seien. Deutschland also hätte den Angriff provoziert.— Falls man keine Gegcnmaßregeln ergriffen hätte, würde das Schutzgebiet von Deutsch-Südwestafrika als Basis für militärische Operationen gegen die britischen Schiffe, die den Ber- kehr zwischen Südafrika und Europa besorgen, benutzt und der Union unabsehbarer Schaden zugefügt worden sein." Da die deutsche Regierung dem Eindruck zu begegnen wünscht, den diese falschen Nachrichten aus alle Südafrikaner gemacht haben, erkläre ich das Folgende: Tie deutsche Regierung hat nie. m a l s den Wunsch oder die Absicht gehabt, das Territorium der Südafrikanischen Union vorübergehend oder dauernd zu besetzen, noch auf irgendeine Art die deutsche Herrschaft über die Union oder über Teile dieses Landes zu erzwingen, weder durch mili- tärische Einfälle von Deutsch-Südwestafrika aus, noch in anderer Weise.— Soweit der Kaiserlichen Regierung bekannt geworden ist, ist das Territorium der Union, che die südafrikanische Regierung den Angriff auf Deutsch-Südwestafrika anordnete, von dort weder zu Wasser noch zu Lande angegriffen worden.— Teutschland ist überzeugt davon, daß die Ursachen des Krieges zwischen Deutsch- land und England Südafrika in keiner Weise berühren; Deutsch- land wünscht vielmehr die Feindseligkeiten, die ihm durch die Regierung der Südafrikanischen Union aufgezwungen worden sind, einzustellen, vorausgesetzt, daß auch die Regierung der Union von weiterem feindlichen Porgehen gegen deutsche» Territorium Abstand nimmt und die bereits besetzten Ge- biete wieder räumt. Die deutsche Regierung ist in diesem Falle bereit, zu versichern, daß keinerlei Feindselig- leiten von Deutsch-Südwestafrika aus gegen die Südafrikanische Union unternommen werden sollen. — Sollte es den Südafrikanern gelingen, einen unabhängigen Staat zu errichten, so wird die deutsche Regierung ihn« n e r- kennen und seine politische Unabhängigkeit und territoriale In- tegrität respektieren. Die Neutralität Belgiens. Amsterdam, 7. Dezember.(T. U.) Das offizielle englische Pressebureau berichtet: Mit Rücksicht aus die Mitteilungen, welche die Vermutung nahelegen sollen, daß England die Absicht gehabt habe, die belgische Neutralität zu verletzen, sei aus die folgende Unterredung des englischen Staatssekretärs mit dem bei- gischen Gesandten vom 7. April 1913 hingewiesen. Sir Edward Grey telegraphierte an diesem Tage an den britischen Gesandten in Brüssel: In einer Unterredung, die ich heute mit dem belgischen Gesandten hatte, habe ich gesagt, ich hätte gehört, daß in Belgien die Befürchtung bestehe, wir würden als erste die belgische Neu tralität verletzen. Ter Gesandte teilte mir mit, daß er aus britischer Quelle erfahren habe. Großbritannien werde Truppen in Belgien landen lassen, um Teutschland bei einem eventuellen Durchmarsch nach Frankreich zuvorzukommen. Ich sagte, daß ich nicht glaubte, daß die britische Regierung dies zuerst tun würde. Tie öffentliche Meinung hier würde da» niemals gutheißen. Wir wünschen die Neutralität Belgiens ebenso wie die Neutralität anderer Staaten zu achten. Solange diese Neutralität nicht durch eine andere Mqcht versetzt sei, würden wir keine Truppen nach dem belgischen Gehiet senden, denn wenn wir als die ersten Truppen nach Belgien schicken würden, so gäbe das einen Grund für Deutschland, daS- selbe zu tun. Kriegsbekanntmachungen. Auskunst über Versendung von Paketen. Amtlich. Berlin, 7. Dezember. einigen Gesängen beteiligt baben soll. Ich> stell« fest, daß daran kein wahres Wart ist. und datz ich mich j weder am 9 September, noch an einem anderen Tage an einer derartige» Kundgebung beteiligt habe. Im Anschluß daran teilen wir aus der von Genossen Liebknecht dem Reichstagspräsidenten überreichten Er- klärung zu seiner Abstimmung, die uns inzwischen zur Kenntnisnahme zuging, mit. daß Genosse Lieb- k n e ch t darin sein ablehnendes Votum niit seiner prinzipiellen Gegnerschaft gegen den Krieg begründet, aber darin ausdrücklich feststellt, daß er damit keineswegs die Not- ftandskredite verwirst, deren Höhe ihm vielmehr nicht weit- gehend genug erscheine. Nicht minder stimme er allem zu, was das harte Los unserer Brüder im Felde, der Verlvmidcteu und Kranken irgend lindern könne. Auch hier gingen ihm keine Forderungen weit genug. Reichstagsersatzwahl in Weisteuburg. Die im bayerischen Wahlkreis Weißenburg-Eichstätt notwendig ge- tvordene Ersatzwahl zum Reichstag ist auf den S. Februar festgesetzt. Der zum Regierungsdirektor ernannte bisherige Abgeordnete Speck kandidiert wieder; seine Wahl wäre auch ohne den„Burgfrieden" gesichert. Aus dem Engländerlager Ruhleben. Wolfis Bureau teilt mit: Heber die Behandlung der Engländer im Lager Ruhleben herrschen vielfach falsche Anschauungen, namentlich ist die Ansicht verbreitet, daß die Bc- Handlung zu gut sei. DaS Lagerkommando wird vom Publikum häufig aufgefordert, den internierten Engländer» eine möglich st schlechte Ausnahme zuteil werden zu lassen. Demgegenüber muß bemerkt werden, daß die Behandlung, wenn auch human, so doch im übrigen durchaus streng ist. Den Internierten wird jede Gelegenheit, ihre Neigung zu verfeinerter Lebensweise zu befriedigen, unterbunden. Sie erhalten alles, was sie zu ihrem Lebensunterhalt benötigen,— aber nicht inehr. Jeder Luxus bleibt dem Engländerlagcr Ruhleben fern. Damit wird dem durchaus berechtigten Empfinden weiter Bolkskrcisc Rechnung getragen, angesichts der menschenunwürdigen Behandlung, die unsere Landsleute in den englischen Konzentrationslagern zum Teil zu erdulden haben. Enteignung von Getreidevorräte«. Ter Landrat in Saalfeld weist darauf hin, daß die Ge- treidebesitzcr verpflichtet sind, die nicht zur Fortführung ihrer Land- Wirtschaft erforderlichen Mengen von Getreide abzugeben. Sollten sie tveitcr damit zögern, so hätten sie zu gewärtigen, daß ihnen die hiernach entbehrlichen Vorräte im Wege der nach§ 2 der Bundesratsverordnung vom 28. Oktober zugelassenen Ente i g- n u n g behördlich abgenommen würden. Festsetzung von Kleinhandelspreisen. Als höchst notwendige Ergänzung zu den Höchstpreisen sind in verschiedenen Städten Badens Kleinhandelspreise fest- gesetzt worden. Sie gelten für olle Ladengeschäfte. In diesen dürfen z. B. im Amtsbezirk Freiburg i. Br. für ein PsundK a r t o f f e I n nur 6 Pf. verlangt werden. Ein Liter Petroleum muß zu 22 Pf., die Tafelbutter zu 1,40 M., die minderwertigere Butter zu 1,20 M. das Pfund abgegeben werden. Die Behörden fordern das Publikum, insbesondere die Frauen ans, überall anf die Einhaltung dieser Preise bedacht zu sein._ Die Anklage gegen Burzew. Wie„Dens" mitteilt, ist der Prozeß gegen Burzew für Anfang dieses Monats angesetzt. Die Anklage wegen Majestätsbeleidigung stützt sich auf Aeußcrunaen in dem von Burzew in Paris herausgegebenen Organ L'Avenir"(Zukunft). Das Organ hat zwar, wie'die Staatsanmaltschaft zugibt, in Rußland keine Verbreitung gehabt (die Einsuhr dieses Organs war streng verboten), es hätte aber-- argumentiert die Staatsanwaltschaft— von jeder einzelnen Person nach Rußland eingeführt werden können! Wie auf dieser Grundlage Anklage wegen Majestäts- beleidigung erhoben werden kann, ist ein Geheimnis der Petersburger Staatsanwaltschaft. Ms?nöuftrie unö hanöel. Höchstpreise für Futtermittel. Die westfälische Laudwirtsäiaftskammer hat neben der West- sälischen Zentralgenossenschaft beim Bundesrat beantragt, schleunigst H ö ch st p r e i s e stir K l e i e und alle wichtigen Kraftfutter- mittel festzusetzen. Die gleiche Landwirtschaftskammer sagt zu den festgesetzten Höchstpreisen für Kartoffeln:„Diese Verordnung setzt bedauerlicher- weise Höchstpreise im wesentlichen nur für die Landwirte fest, nicht für den Handel; hoffentlich wird dieser Mangel durch eine eul- sprechende Anordnung abgestellt, denn sonst würde der Zweck, den Verbrauchern billige Kartoffeln zu verschaffen, in vielen Fällen nicht erreicht."_ MiWändr bei HeereSlicfcrungen. Die Handwerkskammer Bielefeld hat sich bei der Regierung darüber beschwert, daß einige Großfirmen des Bezirks fast die gesamten Aufträge des Bc- kleidungSanneS Münster erhalten hätten. Diese KonscktionSfirmen hätten für Militärmäntel 2.50 M., S M. und 8.S0M.. für Tuchhosen 1,75 M. gezahlt, während daS BekleidungSamt für die Anfertigung 7 M. und 7,50 M. bezw. 3 M. bis 3,50 M. bewilligt gehabt habe.— Danach hätten also die Unternehmer allein ber der Anfertigung einen Verdienst von 100 Proz. gehabt. Fortschreitende Besserung in der Lage der deutschen Eisen- und Itahl-Jndustrie. Nach den Ermittelungen dcS Vereins Deut- scher Eisen- und Stahl-Jndustrieller betrug die Roheisenerzeugung im deutschen Zollgebiet während de» Monats Oktober 1911 insgesamt 729 841 Tonnen gegen 580 087 Tonnen im September und 586(3(51 Tonnen im August. Die tägliche Erzeugung belicf sich auf 23 543 Tonnen(gegen 19336 Tonnen im September und 18 925 Tonnen im Auaust). Tie Ge- sainterzeugung an Roheisen betrug in den er n 10 Monaten 1914 insgesamt 12 749 729 Tonnen gegen 16108 937 Tonnen im Jahre 1913. Höchstpreise in Budapest. Ter M a g i st r a t der Stadt B u d a- Pest setzte folgende Höchstpreise fest: Weizen 41 Kronen: Roggen 32,70 Kronen, Gerste 28 Kronen, Mais 22 Kronen für 100 Kilogramm. Letzte Nachrichten. Tie Kämpfe in den Karpathen. Budapest, 7. Dezember.(SB. T. B.) Aus dem Pressequarticr wird über die Kämpfe in den Karpathen dem„Az, 7, 8: Res.-Hnf.- Regiment Nr. 8; Gren.-Reg. Nr. 9; Rcs.-Znf.-Rcg. Nr. 10; Gren.-, i'lef.- und 2and.v.-Inf.-Reg. Nr. 11; Olren.- und Res.-Jnf.-Reg. Ztr. 12; Vrig.-Ers.- und Landw.-Brig.-Ers.-Büt. Nr. 13; Brig.-Ers.- Bat. Ar. 14; Ins.- und Res. stnf.-Rcgiincnter Nr. 19. 17; Brig.« Ers.-Bat. Nr. 17, siehe Landiv. Ans.-Reg. Nr. 23; Ins.- und Landw.- sinf.-Rcg. Nr. 20; 2ändiv.-Ins..Reg. Nr. 22; Res.- und Lnndw.-Ilü.- Reg. Nr. 23; Brig.-Ers.-Val. Nr. 23; Res.-sZnf.-Rcg. Nr. 20; Ins.- :>!cginienter Nr. 27, 30; Res.-s>us.-Rcg. Nr. 34; svüs.-Regimenter Nr. 30, 39; ssus.- und Res.-eini.-Reg. Nr. 48; Res.-?ns.-Reg. Nr. 32; 2audw.-Jns.-Rcg. Nr. ÜZ; Jiis.-Regimenter Nr. 39, 02,'09; Ref.- slnf.-Neg. Nr. 72; Landw.- sins.-Reg. Nr. 73; slns.-Rsgimcntcr Nr. 75. 80; Res.-Znf.-Regimenter Nr. 81, 83; ssns.-Reg. Nr. 84; Olren.-Reg. Nr. SO; Füs.-Reg. Nr. 90; Jns.-Regiurenler Nr. 03. 93, 97. 98; Leid-Gren.-Rcg. Nr. 100; Landw.-ssus.-Reg. Nr. 110; Jnf.- Rcgimentcr Nr. 113, 1.10, 117, 118; Rcs.-Inf.-Reg. Nr. 118; Ins.- Regimenter Nr. 131, 130. 141, 144. 147, 140, 130. 138, 139, 134, 103. 173; Rcs.-Jns.-Regimenter Nr. 202, 208. 218. 237, 239, 240; Land- siurm-Bat. Oldenburg I. Osterode II, Tilsit III; Iägcr-Bat. Nr. 4, 0; Rcs.-Jägcr-Bat. Nr. 0; Iäger-Bat. Nr. 7, 10, II. 14; Res.-Jäger- Bat. Nr. 14. 13; Garde-Maschinengewehr-Adteilung Nr. 1; I-estungs-Maschincngewchradtcilnng Nr. 2; Res.-Maschinengewcdr- adteilung Nr. 4; 2. Ers.-Maschinengewehr-Äomp. des 17. Armee- torps. Trag.-Rcgimcntcr Nr. 3, 14, 13, 10, 23; Res.-Hus.-Reg. Nr. 2; Hus. Reg. Nr 17; Illancn-Regiincnter Nr. 13, 15 ,10; Iager-Rcg. zu Pserde Nr. 9. � 39.. Feldarn-Brig...«tab: 2. und 5. Garde-seeldcurt.-Reg.; Feld- artilleric-Regimentcr Nr. 11. 14. 15, 17. 20, 25, 20, 27. 37, 59, 03. 00, 70; 1. Batterie des Gcneral-Goupcrncmcnts Brüssel. 1. Garde-Fnßart.-Reg.; Res.-Zusjart.-Reg. Nr. 2; Landw.-Fuß- arlillerie-Balteric Nr. 2; Füßart.'- und Resl-Fußart.-Neg. Nr. 3; Rcs.-Futzart.-Rcgimentcr Nr. 4, 0; Landw.-Futzart.-Bat. Nr. 9; Res.- Fuöart.-Rcg. Nr. 18. II. Garde-Pion.-Bat. siehe Pion.-Rcg. Nr. 31; II. Pioir.-Ba- taillone Nr. 1, 2; II. Pion.-BataNone Nr. 19. 11; Pwn.'-Ers.-Vat. Nr. 18: Pion.-Rcg. Nr. 23; Pion.-Bataillanc Nr. 20, 28; I I. Pion.- Bat. Nr. 28 siehe Pion.-Reg. Nr. 31; Pion.-Rcgimcntcr Nr. 29, 31; 1. mobile Landw.-Piöy.-Komp. des 1. Armeekorps. Art.-Munitions-ol, Nr. 4 des 14. Arineckorpö. Tic bayerischen Verlustlisten Nr. 190, 101, 102 und 103 melden Verluste des 1. Ins.-Reg. München; 1. Jäg.-Bat. Freising; 2. Jäg.-Bat. Aschafsenbiirg; Eri.-Ini.-Reg. Nr. 1; Ers.-Maschincn- gelo.-Komp. der daher. Ersah-Tiv.; 2. Zchwer. Reiter-Rcg. Lands- Hut; 1. Ulan.-Rcg. Bamberg; 2. Feldart.-Reg. Würzbiirg; Res.- Jns.-Reg. Nr. 11; Rcs.-Ini.-Reg. Nr. 20; 22. Ins. Bieg. Zwci- brütken; Res.-Ins.-Reg. Nr. 10; Landw.-Ins.-Rcg. Nr. 3; 3. Ehe- panxlcgers-Rcg. Saargcmünd; Res.-Fußart.-Reg. Nr. 1; 11. Ins.- Reg. Nürnberg; 17. Im.-Reg Germersheiin; Landw.-Jns.-Reg. Nr. 1. 8; Landst.-Ini.-Bät. Aschasfcnburg; Landst.-Ins.-Bot. Er- langen; Landst.-Ins.-Bat. Kaiserslautern; Landst.-Inf.-Bcü. Lands- but; Landst.-Ins.-Bat. Mindelheim; 2. Ländst.-Fni.-Bat. München; Landst.-Ins.-Bat. Wasserburg; Landst.-Ins.-Bat. Veltheim; Res.. Äav.-Rcg. Kr. 0; Kav.-Ers.-Abt. Ib. Armeekorps; Äav.-Ers.- Abt. Ell. Armeekorps; 3. Fcldart.-Rcg. Landau; 0. Feldart.-Rcg. der 3 33. Rcs.-Tiv.; 43. Ilcberzählige, gemischte Ers.-Brig. Bria.-Ers.-Bat. Nr. 03: Leib-Gren.-Reg. Nr. 100. T rcsdcn; Nr. 408. Trcsdcn; 12. Jns.-Reg. Nr. 177. Tresdeii; 13. Jns.-Reg. Nr. 178, Kamenz: 14. Jns.-Reg. Nr. 179. Würzen. Leisnig, Leipzig; 16. Jns.-Reg. Nr. 182, Frciberg und Truppenübungsplatz Königs- brück. 3. Hus.-Rcg. Nr. 20, Bautzen. 1. Fctdarl.-Rcg. Nr. 12. Dresden, und reitende Äbt. Königs- brück;'4. Feldart.-Reg. Nr. 48, Dresden; 3. Feldart.-Reg. Nr. 04, Pirna. 1. Fußart.-Rcg. Nr. 12. Metz; Res.-Fußart.-Bat. Nr. 19. I. Pion.-Bat. Nr. 12, Pirna; II. Pion.-Bat. Nr. 22. Eisenbahn-Magazin-Arbciler-Komp. Nr. 0. Eingegangene Druckschristen. Ter Völkerlricg. ö'eil 11,42. Chronik der Ereignisse seit dem 1. Juli 1914. Einzelb. 30 Pf. I. Honmann Stuttgart. Meiu Lebe». Von Richard Wagner. VoWauögabe. Geb. 4 M. F. Bruckmann, München. Kriegs- Ztlmanach 1913. 50 Pf. Erschienen im Jnsel-Berlag. Leipzig. Küchenlalender und ZSirlschafisbuch 1913. 30. Ps. W. Dollach u. Co.. Berlin und Leipzig. Teulichland- Indiens Hoffnung. Von A. Raman Pillai. 00 Ps. C. Spiclmeyer, Eöitingcii. Zm MMn Mm ms»ein MMnnM Mllenen GeioW! In den Äniupseii im Westen siel der Schlosser Lusisv Radtke Eeucselderstrage 30, 4. Abt. Bezirk 310. 03320 Sozialdernokr. Wahlverein f d 6 Berliner Reichslagswahlkr. Am 10. November (Putzer) fiel bei einem Gefecht im Osten Otio Llick der Maurer 16/1 CberSstrahc 29a.■ Sozialdemokrat Wahlverein Berlin-Schöneberg. Bezirk 10. Sparverein Edelweiß. Den Hcldeulod fürs Vaterland starb am 23. Lllöber in Belgien der Kassierer des ivparvcreinS Edelweiß 030b Alfred kilmsun Neieroe-Insanterie-RegtNr. 32 im Alter von 30 Jahren. Wir verlieren, in ihm einen lieben treuen Ptlicht erfüllenden Kassierer. Sein'Andenken werden wir stets in Ehren lialte». Der Vorstand. Verband der Brauerei- und Mühlenaibeiter und verwandter Berufsgenossen. Todesanzeige. Wir utochcn hierdurch allen Kollegen, Genossen und Freunden die iieftraurige Mitteilung, daß am 7. Dezember nachts 1 Uhr unser Verbandsvorirtzender, Kollege........ IWartin Etzel infolge eines Schlaganfalls plötzlich oerfchiodell ist. Wir verlieren in ihm einen guten Freund und Kollegen, der Verband seinen erste» Führer zu einer recht kritischen Zeit und viel zu früh. Wir werde» ihni ein dauerndes. Andenlcil. bewahren! Ter Verbairdsvorstand. Die Beerdigung findet am TomierStag, den 10. Tezember. nach- mittags 3'/- Uhr, von der Leichenhalle Berlin-Lichlcnbcrg, Lückftratzc, aus stait.' 44/20 Heute nacht 1 Uhr verschied plötzlich und unerwartet mein inntgstgeliebter. unverzesslicher Gatte, nnier Ireuforgender Vater Rtartin Etzel nach vollendetem 47. Lebensjahre. Dies zeigen ticsöctrübt an, um stille TeUnahmc bittend Frau kl. k'.t�el nebst Kindern, BIn.-Lichteiibcrg. 7. Tezb. lS!4, Wühlischstr. 12/13. s 77 1/2 Die Beerdigung iindet am Donnerstag, dm 10. d Mts., nach. mittags 3L- iihr. von der Leichen-/ balle de" Wi lneindc-IriedhofeS/ Lückslraßc, ans statt. LpeÄslsrÄ l>�. nie«!, friedriohslr. 1ZS, lOranisub. Por). tue S/philie. Harn- u. Frauenleiden— Ehrlich-Hala-Kur(Dauer 12 Xagel Blutuntersuchung. Schnelle, sichere schmerzlose Hellung ohne Berufsstörung. Teilzahlung.> 3pr. 11—2 u. 3—8, Sonau 9—10. Verband der Brauerei- und Mühlenarbeiter und verwandter Berufsgenossen.— Zahlstelle Berlin. IVir erfilllen die trauiige Llliebt. unseren JUtgliederu zur Keuntnis zu bringe)', daß der Hauptvorsitzende uussres Verbaude.-, der Kollego Martin Etzel im Alter von 47 Jahren unerwartet gestorben ist. 47/2 Ein treuer Freund, ein lieber Kollego. ein genialer Vertreter der Interessen der Brauerei- und Jlublenarbeiter ist mit ihm aus dem Leben geschieden. Ehre seinem Andenken 1 Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 10. Dezember, nachmittags S'., Ehr. auf dem Gemeindefriedhof der Stadtgomeindo Lichtenberg in Kumraelsburg. Lückstruße. statt. E'm zahlreiche Beteiligung ersucht Die Ortsvern aUnnR. Sozialdemokratischer Wahlverein für den I. Berliner Reiehstagsvahlkrels. Ticnstag, dcn S. Tczcmbcr, abends 8''3 Uhr, in den I n d u st r i e- � c st s ä l c n. Bcuthstr. A<>: Mitgliederversammlung- Tagesordnung: „Unsere Aufgaben in schwerer Zeit". ReferLiit: Rcichstagsäbgcordneter Hugo Haasc.«hne ZkNxiiodshnoi, kein Xatritt. 204 40 Der Vorstand. Verein iler Slereotypeure und Galvanopiastiker Berlins u. ümg. Den Mitgliedern die Trauer- Nachricht, Pag unser Kollege Paul Schmidt nach schwerem Leiden entschlasen ist. Ehre srinem Ändcnken t Die Becrdigmrg tili bei heute. TieaStag. den 8. Dezember, nachmittags 3 Uhr, ani dem Fried- hose in KaulSdors statt. 290/18 Ter Vorstand. Zenlfaiveeband der Zimmerer Deutsehlands. Zahlstelle Berlin und Umgegend. Bezirk 4. Ten BerusSgenojicn zur Aach- richt. dag unser Mitglied Otto Leibs am 4. Tezcmber nach langer Krankheit verstorben ist. Ehre seinem Andenken l Die Beerdigung iindet am TienStag. dcn 8. Tezeuzber, nach- mittags I'/, Uhr.»an der Leichen- halle des EemenidesriedhosS Wil- helvtSberg aus'lalt Um rege Beteiligung ersucht 234/20 Der Vorstand. Allzu früh imb sern der Heimat siel am 29. Aoveinbcr im Eue» mein heißgeliebter, uuvcrgcsiiicher Eatle, meines»inoes bcrzenS- guter Vater. Sobn, Bruder, Sdiivagcr nnd Onlel, der Wehr- mann 029b Michael MOhibauer. otu tiefsten Schmerz im Namen aller Hiiiterbliebene» Agnes tsühtdaver geb llaumig nebst Tochter. Ten Heldentod sürS Vaterland Starb er im fernen Feindesland; Geflossen i>! sein junges Blut sür uns zu Irüb; er)var io gut! Wer aus der Welt was Liebes dal, der blieb so gern alldicr. Ade, ade. Du Liebstes mein, Ich scheide schwer von Dir. Unserem lieben Freund Ksnl Schabel und'einer lieben grau itlaHr die bcrzlichilcil Glückwünsche zu ihrer Silberhochzeit. O. R. P. K. K. R. K. id. E. S. K. K. % var dein Leben, Du dachten nie an dilb. Nur für die Deinen streben, war dein« höchste Pilicht. Tu warst>0 gut. Du starbst so srüh, Wer dich gekannt, vcrgisst dich nie. Allzuinlb und fern von seinen Lieben starb am 23. Nov. an dcn Folgen seiner schweren Ver- wundung im Sauatorimn Chor- Ivttenburg mein über alles gc- liebicr, uiwergctzlichcr Mann, der herzensgute treutorgenbe Vater meiner Kinder, mein litber Söhn. Schwiegersohn. Bruder. Schwager und Onkel, der Lehrmann Otto Strese Insanteric Regiment 24.. im blühenden Alter von 30 Jahren. Dies zeigen im tiefsten Schmerz an Anna Strese neb« Sündern. Semnestr. 24. Schi schwer mar. schon der TrennungSschmerz. Jetzt aber bricht mir soll das Herz. Als Held starbst Du, für uns zu lrüh. Vergessen können wir Dich nie! Geliebt, beweint mid unvergessen: Für die vielen Beweise innigster Tcdnahme bei dem Hinscheiden meines unvergeßlichen Mannes, unseres guten VaterS, GrossvalerS, Schwiegervaters, Schwagers und Onkels, des Tischler- mcistcrS Karl Scherkomski wgen wir.hiermit allen Bcwiligtcn Miseren ticigejühlten Dank. 632b Tie Hinterbliebenen. Am 3. Dezember, abends 7 Uhr. starb nach kurzem, schwerem Leide» unslreimiiggeliebteTochter. Schwester. Schwägerin und Tante Emma Raeder im blühenden Alter 00» 14 Jahren 4 Monaten. 63Äb Dies zeigen mit der Bitte um stille Teilnahme liesbetrübt an die Elterrn Reinhold Raeder nebst Frau und Angehörige. Tie Beerdigung findet morgen Mittwoch, dcn 9. Dezember,»ach- mittags 3'/. Udr, von der Kapelle des Pciri-KirchHoicS.Fricdens'.raze, aus statt._ Llichhalldtung Vorwärts Lindenitrassc 3. Soeben erschicu; Krikgfßhrniig Kktt-- Flotte Mititärisllie�echilusdriiijie Gemeinverständlich erläutert von Lrnst vaumix. Preis I« Pf. Pelzgarnitttren auch ciiizelnc Kragen und Mnrsc», gegen wöchentliche oder monatliche Teilzahlungen. Hoheiiftausenstrassc;J7, 1. l. Münzen kauft Robert Ball, Münzenbandlunir Wilhelmstr. 16,47 Heines Werke . z Zünde« ZNart- Buchhandlung Vorwärt» Iii I- III i verwamHer BernfsseDOSseö. Geschäftsstelle; C 54, Mulackstr. 10 I. Zah stelle Berlio. Fernspr.: Amt Norden 4S18. An unsere arbeitslosen Mitglieder! Alle im„Paritätischen Arbeitsnachweis für das Brau- gewcrbe" cingetrageuen Mitglieder unseres Verbandes(etnfchl. der in Aushilfsarbeit stehenden Kollege»», welche die Weih- »achtsunterstützung erhalten wolieu, werden aufgefordert, sich unverzüglich in unserem Bureau, Mulackstr. 10, zu melden. Tiefe Meldung muft spätestens bis zum Vi. Tezember 1914 erfolgt sein, spätere Meldungen können nicht mehr berücksichtiizt werden. Tic BetriebSvertraueusmäuner werde» ersucht, die in den Brauereien beschäftigten„Bize" ans diese Bekanntmachung auf- merksam zu mache». Am Toniierstag. de» 1». d. M.. bleibt inlolgc der Beerdigung des VerbandSvorsivenden. Kollegen Martin G»el, das Pureau von mittags l!i Uhr ab geschloffen. 41/1 Di« Ortsvcrwaltung. H.& P. Uder, Berlin SO. 1«. Stigel-Qfcr 5. 1 abak-Grolihantlliing und Tabaklabrik. Spezialität: Nordhäuser Kautabak von <*• �• Kane wacker, Qrimm 8t 7riepel. frisch zu den äuCersten Engrospreisen, tt—- Amt MoHt/.nl. 301 4� Stets Lerantw. Redalt.: Alfred Wielepp, Neukölln. Lnseratentsil verantw. Th. Glocke, Berli n. Druck u. Verlag: sörwärts Luchdr. u. BerlogSanftatt Paul Singer Sc Co., Berlin SW. Hierzu 1 Beilage u. UnterhältungSbl. Mnstilg, 8. Dnembtt 1{)14. « Seemen von Kriegsteilnehmern, laßt Cuch nicht beunruhigen! Je näher der Termin heranrückt, an dem die bis zum 1. April gemieteten Wohnungen unter normalen Verhältnissen gekündigt werden können, desto mehr demäckitigt sich der Familien von Kriegs- teilnehmern die Sorge, ol> die Hauswirte von ihrem Kündi güngsrccht Gebrauch machen können. Verstärkt>vird diese Sorge durch einen von den Vertretungen der Hausbesitzer inspirierten osfi- ziösen Artikel, der durch eine Reihe von Fachblättern die Runde macht, und worin in Aussicht gestellt wird, day die zum l. April nächsten Jahres kündbaren Wohnungen der Kriegsteilnehmer Punkt- lich gekündigt werden. Tie Hausbesitzer wollen damit einen doppelten Truck ausüben, einmal aus die Frauen der Krieger, die dadurch veranlagt werden sollen, sich noch mehr Beschränkungen aus zucrlcgen, nur um die Miete bezahlen zu können, und zweitens aus die Gemeindeverwaltungen, die darauf vorbereitet werden sollen dag sie den zum l. April obdachlos werdenden Familien Unterkunft zu verschaffen haben. Trmgcgenübcr tri dorauf hingewiesen, daß selbst dann, wenn ordnungsmäßig gekündigt werden tollte, eine Räumungstlogc und eine(Exmission von Kriegstcilnehmertomilicn nach den Vorschriften de? Gesetzes vom-t. August und der Anweisung des Justizministrrs vom 26. September unzulässig ist, salls der Kriegszustand den l. April überdauert. Lasse sich als» keine Frau eines Kriegs- tcilnchmcrs durch Kündigungen ängstlich machen! Tie Wortführer der Hauswirte wissen das recht wohl. Ihr Lamento soll erwirken, datz die Gemeinden den Hausbesitzern noch mehr zuwenden. Ta sinden sie reckt scharfe Töne. So beißt es mit Bezug auf die vielfach geforderte Ermäßigung der Miete: den Leuten, die das fordern ld. h. den städtischen Körper fchaftcn) müßte die Schamröte ins Gesicht steigen. Aehnlich schreiben sie fort und fort von kaiisbeiitzerscindlichen Magnähmen der Städte. Vergessen die Herren denn ganz, daß diese angeblich so hausbesitzerseindlichcn Asaßnabmcn in Wirklichkeit ganz nam hakte Zuwendungen an die Hausbesitzer ausmachen? Wäre dem nicht so, so wäre es ja völlig unverständlich, daß die Hausbesitzer in den Gemeindcvertretullgen dem zugestimmt hätten. Nein, die Herren wollen die Mietheihilfen nehmen und das. was ihnen an der vollen Miete fehlt, fordern sie obendrein noch hinzu. Geradezu lächerlich aber wirkt eS, wenn sie Schadenersatzklagen gegen die Städte in Aussicht stellen, die ihren Verpflichtungen nicht nach kommen. Wenn die- Hauebesitzer noch so viel Geld zu nutzlosen Prozeßkosten übrig haben, dann scheint es doch noch nicht so schlecht um sie zu stehen, Wenn die Hausbesitzer schließlich in die Welt hinausposaunen daß ihre Geduld zu Ende ist, so lassen derartige Redensarten die Kenner der Verhältnisse völlig kalt. Gewiß, auch die Hausbesitzer haben Ausfälle durch den Krieg, genau so wie jede andere Klasse der Bevölkerung. Aber was bcdeulct das kleine Opfer, das sie bringen, gegenüber dem Opfer der Millionen, die vor dem Feinde stehen, die tagtäglich ihr Leben einsetzen und selbst für den Fall einer glücklichen Heimkehr aus dem Kriege mit der Vernichtung ihrer wirtschaftlichen Existenz zu rechnen haben? Im übrigen ist eS nnt drm Mictaussall auch gar nicht so arg, wie die Hausbesitzer es darzustellen bekiebein' Tie' Teukfchrift der Rcickisregierung über wirtschaftliche Maßnahmen aus Anlaß des Krieges konstatiert ausdrücklich, daß der Verlaus des'Oktobcrtermins gezeigt hat. daß die geäußerten Befürchtungen nicht zur Wahrheit geworden sind. Diese Gelegenheit inöchten wir nicht vorübergehen lassen, ohne die Frauen von Krirgsteilnrhmrrn wiederholt dringeiid vor Besorgnis gegenüber dem Hauswirt, aber anefi davor zu warnen, vor Gericht auf Klagen der Hausbesitzer irgend etwas anzuerkennen. Tun sie das, so ist ihnen svätcr schlecht zu helfen, ihr gutes Recht ist ibnen dünn durch ihr Anerkenntnis genommen. Frauen von Kriegsteilnehmern haben uns oft geklagt/Richter hotten ihnen erklärt, sie mutzten anerkennen, sie machten sich sonst nutzlose Kosten und dergleichen. Das inuß eine irrige Auffassung der Worte der Richter sei». Den» so kann ein Richter nicht sprechen, weil er sonst das Gesetz verletzen würde. Die Männer, nicht die Ehefrauen, sind die Mieter, gleichviel, ob die Ehefrauen mit unterschrieben haben. ?os folgt ans der sittlichen Natur der Ebe, Die Frau eines Kriegsteilnehmers, die die Miete nicht zahlen kann, ist durch- aus berechtigt und sich, ihrein Manne und ihren Kindern gegenüber moralisch verpflichtet, dem Gericht gegenüber zu erklären: ich bin nichts schuldig, ich darf obnc Zustimmung meines Mannes nichts weiter erklären und verlange Abwei- simg des Klägers oder Aussetzung des Verfahrens bis nach beendigtem Kriegszustand. Mus Groß-Serlin. Hausbesitzer und Stadtverordnete. In den Haus- und Grundbesitzcrvereinen wird gegen den Magistrat und die Stadtverordneten- ÄersammluNg Sturm gelaufen, weil bei der Frage der Mietsuntcrstützung nicht gc- nügcnd Rücksicht auf die Haus- und Grm i dbesitzäri nteresien genommen worden sei. Als ob Gcmcmdemittel vornehmlich für die Hausbesitzer da seien. In einer Versammlung des Hausbesitzervereins Wedding hat nach einem Bericht des ..Grundeigentum" der RcichLbankkalkulator Ladcndorf folgendes ausgeführt: „Eine solche Vorlage wird im Berliner Stadtparlament unter Zustimmung der großen Majorität der Vertreter der Hausbesitzer angenommen. Ja, nicht nur daS! In der Versammlung des Frankfurler Torvcrcins bat sogar ein Sladtvcrordncler noch den Mal, diese Beschlüsse de? Magistrats und der Stadtverordneten „als im Interesse der Hausbesitzer" liegend zu veiteidigen. Der bellesiende Herr overierr da nach bekanntem Muster mit den Hunderlen von Millionen Berliner Wohnungen und noch mehr Hunderten von Millionen Mark an Mieten und koinmr durch diese neunstelligen Zahlen zu dem verständigen Schluß, daß die ganze Berliner Finanzwirlschaft aus den Fugen gehen "uißle, wenn die Stadt noch mehr leiste, als beschlossen wi! Das sagt ein Lerlrelcr der Berliner Hausbesitzer im Berliner �wdlvarlanlent! Ja, es klingt wie ein Märchen ou-S uraller Zeit, wenn man bedenkt, daß in einer Sladiverordnetenveriammlung. die sich aus >iOProz Hausbesitzern von Rechls ws..e» zusammensetzl, eine Vorlage angcnckwme» wird, die dem Hausbesitzer nichl nur nichts nützt, sondern»nler dem Druck der Verzichlleistung eines Teiles seiner rechllich zu fordernden Miete ihn einfach erdrücken muß, lvenn der Krieg noch lange dauert! Wo sind die Herren HaliSbesitzerkollegen, die wir in-Z Rote HauS geschickt haben, bei Beratuirg dieser Vorloge gewesen? Hat ihnen der liebe Gott etwa ihren Mund nur zur Pflege ihreZ leiblichen' Wohls oder auch dazu gegeben, um die Interessen' des von ihnen zu vertretenden Standes ivabrzunchmen? Sind wir denn wirk- lich so weit gekommen, daß Berlin nur noch nach dem Willen von zwei Männer» regiert und geleitet wird, oder haben auch die Per- treicr desjenigen Standes, der das finanzielle Rückgrat Berlins bildet, bei den Beratungen mitzureden? Es ist doch geradezu bedauerlich, daß angesichts der Autorität des stellverlreteuden StadtverordnelenvorsteherS kein Mensch in dieser großen Fraktion es wagt, seiner Meinung gegenüber diesem Allgewaltigen Ausdruck zu geben; mit Ausnahme unseres braven Stadtverordneten Jden ist keiner unserer Leute aus dieser Fraktion für die Forderungen des Bundes, der über 16 000 Berliner Hausbesitzer repräsentiert, eingetreten, Uns wird immer das HauSbesitzerprivilsg zum Vorwurf gc- macht, indem alles mir nach dem Wunsche der Hausbesitzer in den Städten regiert und geleitet würde. So sehr wir daS Bestehen eines Privileges aufrechterhalten wollen und müssen, unter den Verhältnissen, wie sie jetzt in Berlin sind, verzichten wir gern auf ein solches Privileg! Rühmend hervorzuheben ist die kleine Fraktion der Linken, deren Sprecher, Direktor Dr. Knauer. mit warmen Worten die Forderungen des Bundes und so die Interessen des HauSbciitzes vertreten imd die auch gegen die Vorlage des Magistrats ge- stimmt hat. Allerdings hat die Fraktion durch ihre Stellung- »ahme cjn Mitglied verloren, indem der Justizrat Ladcwig mit der Begründung, die Partei wäre ihm zu hausagrarisch geworden. in die Alle Linke übcrgctrctelt ist. Hofseutljch ziehen nunmehr die wirklichen Hausbesitzer der Alien Linken die Konsequenz und treten ihrerseits in die Neue Linke ein. Diese Vorgänge weisen dringend und notwendig darauf hin, daß die Macht unserer Organisation in ganz anderer Weise aus- genutzt werden muß. wie eS biSher geschehen ist. Was nützen unS die Männer im Stadtparlament, die auS Respekt vor dem NinivuS der Autorität anderer nicht sprechen dürfen, und bei denen die Vertrclimg des Standes, der sie gewählt hat, in zweiter Linie kommt Soweit Herr Ladendorf. Der Mann verkennt den Zweck der Mietsuntcrstützung. Die Gemeinde kann in einer Zeit wie der jetzigen nicht allen Schaden ersetzen: sie will dem Mieter die Wohnungsmöglichkeit sichern. Und. wenn das auch nur in gewissen Grenzen geschiebt, so doch nicht in erster Linie im Interesse der Hausbesitzer. Im übrigen ist die Stellung der Hausbesitzervercine gegen die Hausbesitzer im Rathause charakteristisch; nicht minder aber der Vorstoß gegen Herrn Cassel, der sich aus dem Gebiete des Uutcrsiützungs- Wesens in wirklich warmer Weise mit uns für die Krieger- familien eingesetzt hat. Nene Kinderlesehalle. Das Kuratorium der Stadtbibliothek beschäftigte sich in seiner letzten Sitzung u. a, mit der Beratung des Etatscnt- IvUrscs für 1915. Bei dieser Gelegenheit wurde auf den er- freülichen Zuspruch hingewiesen, den die Kinderleschallcn bisher gefunden haben, DaS Kuratorium beschloß daher für das nächste Jahr die Eröffnung von zwei neuen Kinderleschallcn, und zwar im Norden Berlins, in Aussicht zu nehmen. Tic Kunstschule. Tie Grundrißanlage der königlichen Kunstschule, die dtS Untergrundbahnbaues wegen ihr bisheriges Heim in der Klosterstraße Verlanen mußte, um im Klcistpark neu zu er- stehen, ist nunmehr von der königlichen Akademie des Bau Wesens genehmigt worden. Die Langssront des nach dem .Kleistpark zu flach eingedeckten MonuinentalgebäudeS wird an der Grunewaldstraße errichtet werden und es ist in dem Enl- wurs namentlich großer Wert auf die Anlegung günstigen Einfallichtes sowie auf die Anlage von großen, hellen und luftigen Hörsälen und' modern ausgestalteten Zeichensälcn gc legt worden._ Mietsunterstützunge» der Landesverficherungsanstalt Berlin. Die Landesversicherungsailstalt Berlin hat beschlossen, die Aktion der Stadtgemcindc Berlin, betreffend Gewährung von Mietsunterstützungen durch folgende Maßnähmen zu unter stützen: Versicherten, welche von der Landesvcrsicherungsanstalt Berlin seit mindestens vier Wochen Arbeitslosenunterstützung erhalten, kann auf ihren Antrag eine Loprozenfige Erhöhung ihrer Arbeitslosenunterstützung als Mietsunterstühung gcivährt werden. Tic Mictsuuterstützung wird direkt an den Hauswirt abgeführt. Anträge sind im Bureau der Landesversiche rungsaustalt Berlin. Am Köllnischen Park 3, zu stellen. Die Mictsuntcrstütziing darf die Hülste der zu zahlenden Miete im In- oder Auslande, auch nicht an die Obcr-Postkontrollä in Bern, die mit Briefen und Paketen gar keine Befassung hat und die ihr nnmittelbar zugehenden Anfragen wegen Postanweisungen erst wieder an das Ausgabe-Postamt zurückgeben inutz. Durch derartige unzweckmäßige Adressierung und den Befrag von 15 M. monaklkch nicht übersteigen. T Mindestsatz der Mietsunterstützung beträgt 6 M. monatlich. er Um dem Mangel an Petroleum zu begegnen, haben die Gemeindebehörden kürzlich, wie wir berichteten, Erleichterungen für die Versorgung der Häuser und Haushaltungen mit Gas zu ErlcuchtungS- und Kochzwccken geschaffen dadürS, daß die Zuleitungen auf Kosten der städtischen Gaswerke gelegt und bei?!tck!l- vorhalten von BeleuchtungSgegenständen imdÄochapparaten für 10 Pf. 750 Liter GaS geliefert werden. In Verfolg dieses Gesichtspunktes hat der Berliner Mogistrat in der gestrigen Sitzung nunmehr auch Maß- »ahmen zugestimmt, durch die den Hausbesitzern Gelegenheit ge- geben wird, zu vorieilhasten Bedingungen für ihre Grundstücke elektrische Installation zu crlöngt'n. Die Berliner Elektrizitätswerke haben sich bereit erklärt, die JnsiallationSkostcn siir die Hauswirte und die Mieter unter günstigen RückzahkungSbcdingungen zu ver- auStagen. Es ist hierbei ausdrücklich vorgesehen, daß die In- stallation durch jede von dem Antragsteller zu bezeichnende In- stallationSfirma ei folgen kann, Ter Lindcntunnel. Die Freilegung der Opern-Tunnelstraße am Kastanien- Wäldchen ist nunmehr erfolgt. Da es geböten erschien, Not- auSlässe anzulegen, mußte eine Verlegung der Straßenbahn- gleise weiter östlich erfolgen. GegeMvättig beschäftigt man sich mit der Rohrverlegung an der Singakademie, hinter dem Gießhause, und auch in der Umgebung des Prinzessinnen- Palais und deS Opernhauses sind zahlreiche Baubuden auf- geschlagen, da die unterirdischen Arbeiten auch hier jetzt leb- basier einsetzen dürsten. Selbst das Denkmal der Kaiserin Augusia am Opernplatz mußte abgebrochen werden, solange es der Fortgang der technischen Arbeiten erfordert. Nachfrage» nach dem Verbleibe von Postsenbungc» au Kriegs- oder Zivilgefangenc im Auslände sind von den Ab sendern ftetS nur an das Postamt zu richten, bei dem die Sendung aufgeliefert Wörden ist, nicht aber an sonstige Stellen Wenn man alt wird. Siebzig Jahre war er geworden, der Maurer Karl Hube. Kirch- hofstraße 44 wohnhaft. Treu und brav war er seinem Berufe nach- gegangen/bis e>? nicht mehr ging. Die allen Knochen wollten»ich mehr. Und es gab ja auch genug junge, kräftige Leute, die noch etwas leisten konnten. Da brauchte man ihn nicht mehr. Schließlich mußte die Invalidenversicherung eingreifen. Aber die kleine Ren!« reichte nicht hin und nicht her. Ein kleiner Handel init Bleistiften und anderen Kleinigkeiten mußte noch etwas einbringen. Von Bau zu Bau. von Kneipe zu Kneipe wanderte unser alter ÄrbeitSdeteran. Mancher früherer Kollege kaufte dem allen Hube eine Kleinigkeit ob, oft aus lauter Gefälligkeit. Ta kam der Krieg und selbst der kleine Handel stockte. Es wollte durchaus nicht mehr gehen. Da kriegte es der alte Herr satt, der so seßhaft war. daß er 22 Jahre in derselben Wohnung wohnte, Tie letzien zwei 1-ahre ganz allein. Sonn- abendnacht griff er zum Strick. Und als Haußnachbar» nach'hin sehen wollten, war der alte Hube eine Leiche. Gerädert. Ein tödlicher Eiscnbahnunfall hat sich am Sonntagnachmittag in Lichtenberg'ereignet. Dort werden in der Zoptener Straße an der Bahnübersührung gegenwärtig von der Firma Helfmann u. Winkel in Lankwitz Tunnelarbeiten auSgesührt, die am Sonntag von dein llöjährigen Arbeiter Karl Schneeringe aus der Türrschmidtstraße 14 bewacht wurden. Entgegen der Vorschrift hatte der Wächter die Gleise betreten, als plötzlich der von Straußberg nach Spandau bc- stimmte Zug 4356 herannahte. Ehe der alte Mann zurücktreten konnte, wurde er von der Lokomotive erfaßt, überfahren und auf der Stelle getötet. Einen schweren Ucbcrfall verübte am Sonntagmorgen der Gc- legenbeiisarbeiter Willi Döring ails Reinickendorf. D. iibwisiel in der Provinzstraße die Steinsetzerfrau Martha Sl binterrücks und schlug sie zu Boden. Berzlveifelt schrie die Ilebersallene um Hilse, woraus ihr der Unhold den Mund mit einem Knebel verftopsle. Durch die Hilferufe angelockt, kamen Passanten hinzu, worauf der Täter die Flucht ergriff und leider auch entkam. Erst im Lause des Sonntags gelang'es, ihn zu verhastcn. Boltskunstabcnd in �ricdrichsfcldc-Karlshorst. Heule TienStag. abends s Uhr. sinder der zweite Volkskunst- a b e ii d in der Aüla der höheren schule an der Tre-lomallec statt. KaUcu a 10 Pf. noch am Eingang zu haben, Kindcrvcianstaltungen in Neukölln. Mittwoch, de» 9,: Ämchenvorlesungen in den beiden Jiigendhernim und bei Bartich. Hermannstr. 19. Anlqug 5 4lbr. Donnerstag.' den ib.: Arbeiwslunden für Mädchen.- Freitchj.' den 11.: Für Knaben in den bellumic» üofalcu. Ansaug l Uhr nachmnicigS. Für den 13, und 10. Vezirk kommt als neu üinzu Tabbcri. Stcinniehstr, III. Söuniag, den j;!., mittags Ii Uhr: Kinovorstellung INI Exoelsior- Lichlspiethaus, Bergstr, 151, Eintritt Kinder 5 Bs,. Erwachsene 15 Vi. Mittwoch: den tu.: MärchenvorstelluNg bei Bartsch, Hermaimttr, 49. Zur Zlussührung gelaugt„Die Zwergenpost", WelhvachtSmärchen in drei Akten, Eintritt für Kinder 5 Pf,. Erwachsene ro Pf, Billetts zu allen Verävstaltuiigcn sind zn haben im Bureau des ZSadwereiv, Reckarsir, 8; BorwärtSsvedltion, Siegsriedslr.'J8; bei Brandl, Pjlügerftr. 19; Pusch, Böhmische Str. 13 /Gärtner, Atssmannstr. 14. Gewerkschaftliches. Die Arbeitslosigkeit in Herlin und Hrandenburg. Von den zurzeit geführten Statistiken über die Beurteilung der Arbeitslosigkeit in den einzelnen L a n d e s g e b i c t c n sind die gewerkschaftlichen Arbcitslösenzählungen zweifellos die zuverlässigsten. Diese Erfahrungen werden aber leider nur am Schlüsse eines jeden Ouartals vorgenommen und bei der Veröffentlichung der Ergebnisse nur die Arbeitslosenprozent- zahlen angegeben, so daß die wirkliche vorhandene Zahl der Arbeitslosen daraus nicht zu entnehmen ist. Aber abgesehen von diesen beiden Mängeln ist es möglich, an der.Hand dieser Zahlen wertvolle Vergleiche anzustellen und sie zeigen auch jetzt mit einer kaum zu übertreffenden Deutlichkeit die tiefeinschneidende Wirkung des Krieges auf die Arbcitslage und das Wirtschaftsleben in den einzelnen Landesgebieten, Im n e u e st e n„ R e i ch s a r b e i t s b l a t t" v o in M o n a t N o v c m b e r Ist l 4 werden nun die Ergebnisse der gewerkschaftlichen Arbeitslosenzählungen nach Landesteilen von Ende September veröffentlicht. Zur besseren Uebersicht sind in der nachstehenden Tabelle die ermittelten Arbeits- loseiiprozenizahlen von Berlin und Brandenburg seit dem Fahre lulL aufgeführt und um Vergleiche zu ermöglichet! die ReichsdurchschnittSziffcrn mit angegeben. Nach diesen Be- richten waren von 100 Gewerkschaftsmitgliedern arbciislös: in Berlin im Deutschen Reich imd Brandenburg im Durchschniil 19 l 4 1913 1912 Igll 19,3 1012 Ende März.. 5,3 4.4 3,2 2,3 2,2 1,3 „ Juni.. 5,0 4.8 3,7 2,5 2,7 1,7 „ September 15,7 4,4 2,9 lo.! 2,7 1,3 „ Dezember.— 7,9 5,4~ 4,8 3,0 Die Gebietsgruppe Berlin und Brandenburg, die schon vom Jähre IfllL an bezüglich ihrer Arbeitslosen- ziffer stets unter allen Rejchsgebietsteilcn hervorragte, tritt bei der im September 1914 vorgenommenen Erhebiing erst an die fünfte Stelle. Höhere Verhältniszahlen als in Berlin Und Brandenburg wurden festgestellt im Königreich Sachsen und den Thüringischen Staaten mit 29,9. Bayern rechts des Rheins mit 20, o, Großhcrzögtum H esse u und Hessen-Nassau mit 17,9 und iu Württem- berg und Baden mit 17,7 Prozent. Erst in weiterem Abstand folgen nach Berlin und Brandenburg die Rhein- prövinz mit 12,5, Elsaß-Lothringcn und Rheinpfalz mit 11,5, Posen und Schlesien mit 11,4. dann ferner die Gebiets- den berichtenden Organisationen stellt die der Buchdrucker verhältnismäßig die meisten Arbeitslosen. Von diesem Verband waren nach dieser Angabe zu Ende September in Berlin und Brandenburg-11 Proz. der vorhandenen Mitglieder arbeitslos. Ebenfalls hohe Vcrhältniszahlen weisen noch auf: die Buchbinder mit 34,4, die Holzarbeiter mit 30,3, die Lithographen und Steindrucker mit 28,2, die Porzellanarbeitcr mit 26.0, die Hutmachcr mit 22.7, die Friseurgehilsen mit 22,6, die Glaser nnt 21,2 und die Glasarbeiter mit 20,2 Proz. Verhältnismäßig die Ivenigstcn Arbeitslosen hatten in Berlin die beiden Verbände der Kupferschmiede und der Brauerei- und Mühlenarbeiter mit je 0,3 Proz. Serlin unü UmgegenS. Die Werkzeugschleifer, soweit sie nicht zum Heeresdienst ein- gezogen sind, lmbcn gegenwärtig reichliche Vcichäiiigung. DaS ist hauptsächlich aus die Miluärlicferungen zurückzuführen. Es wird vielfach verlangt, daß Ueberstunden und Sonntagsarbcit geleistet wird. Äuch die A. E.-G. verlangt das. Dagegen lehnt die fsirma ab, dafür den übliche» Zuschlag von 25 Proz. zu zahlen, obgleich die Löhne an sich verhältnismäßig bescheiden sind.— Die Werkzeugschleifer der„Knorr-Bremse" führen bitlcre Klage darüber, daß die S t a u b s a u g e a n l a g e bis heule»och nicht wieder hergestellt ist, die seinerzeit bei der Einsturzka'astrophe beschädigt wurde. Gerade jetzt ist die Anlage»öliger denn je. Differenzen beim Bau des Westhafens. Tie Finna Hab ermann u. GnckcS. Berlin. Banstelle Westhasen, hat mit dem Verbände der Maschinisten und Heizer. Ge« schäflssrelle Berlin, am 25. Mai d. I. eine» Tarifvertrag abgeschlossen. Dieser halte Gültigkeit bis zur Fertigstellung deS WcsthasenS. In- folge von Differenzen und Mißnänden hatte das Maschinenpersonal gekündigt. Die Firma verlangte voin Arbeitsnachweis der Ma« schinisten Ersatz. Da infolge des Krieges Maschinisten und Heizer sehr begehrt sind, konnte der Firma der verlangte Eriatz nichi gestellt werden: Personal in der benöligten Anzahl war auf dem Arbeits- nachweise nicht vorhanden. Die Firma folgerte nun daraus ein Recht, von dem Tarifvertrage mit dem Maschinisten- verbände zurückzutreten und kündigte kurz entschlossen den Vertrag. Tie Verwaltungsstelle erhob durch ihren Vertreter, den Bevollmächtigten Jacobi, Klage beim Tarifeinigungsamt. Nach längeren Auseinandersetzungen beider Parteien fällte daS EinigungS- mnt unter Vorsitz deS Herrn MagistratSrat Dr. v. Schulz folgen- den Spruch: 1. Der Tarifvertrag vom 25. Mai 19 lt bleibt in Kraft, und zwar bis zur Ferligsteliung des Wesihasenö, wie dies in demselben festgelegt worden ist. 2. Zu Ziffer 4 des Tarifvertrages„Allgemein- Bestimmungen" wird folgendes vereinbart: Wenn der Arbeitsnachweis der Maschinisten nicüt in der Lage ist, der Firma die geeigneten Ar- beilskräfle zu vermitteln, so ist diese berechligt, auf andere Weise die erforderlichen Arbeitskräfte sich zu beschaffen. 8. Maßregelungen der zurzeil im Betriebe vcschristigicn Ar- bester dürfen mif keinen Fall vorgenommen werden. Weihuachtszuwcndung a» Kriegsteilnehmer. Aus dein Ertrage einer Sammlung, die rund 1000 M. ergeben hat, läßt die Filiale Berlin I des Zemralverbandes der Lederarbeiter ihren im Felde stehenden Mitgliedern eine Weihnachtsunterstützung von je 12 M. zukommen. Die verheirateten Kriegsteilnehmer erhalten außerdein noch für jedes Kind 2 M. Der Betrag wird den An- gehörigen zur beliebigen Venvendmig für die betreffenden Krieger ausgezahlt. Auch diejenigen Mitglieder, die bis zum 20, Dezember noch ciiibenifcn werden sollten, erhalten die Unterstützung. Etwa 200 M., die vom Ertrage der Sammlung noch übrig bleiben, über- wies die am Sonnlag abgehaltene Mitgliederversammlung der Haupt- lasse, die WeihnachtSünterslütznngcn an die Arbeitslosen gewährt.— Ferner nahm die Versammlung die Neuwahl des Filialuorstandes vor. An Stelle des zurücktretenden Vorsitzenden H ei d e l h er g wurde Fritz Burckhardt und an Stelle des beim Militär stehenden Beisitzers K r e t s ch a ck wurde Paul S cd m i d t gewählt. Die übrigen Vorstandsmitglieder wurden wiedergewählt. Mus öer Partei. Parteiliteratur. Der Dcutsch-Französische Krieg 1870/71. Von Hugo Schul z. Mit diesem reich illuftrterhm Werk bringt der Verlag der Buch- Handlung V o r io ä r t S ei» Buch auf den Weihnachtsmarkt, das dem Arbeiter das Verständnis der großen weltgeswichllichen Ereig- niste unserer Tage erleichtern kann, da cS in klarer und gemein- verständlicher Art die polilischcn, strategischen und toklischen Probleme des Krieges behandelt. Das ist um so eher der Fall, als der Kriegs- fchanplatz von 1870/71 einen Teil des riesigen Operationsgebietes im heutigen Wellkriege bildet. Der Verfasser, Genosse Hugo Schulz, ist al-s gründlicher Kenner des Heerwesens und der Kriegsgeschichte zur Genüge bekamit. Der Preis des geschmackvoll gebundenen Werkes beträgt 3 M. und eignet sich vorzüglich als Weihnachtsgeschenk. Soziales. Zur Wöchneriunenhilfc. Zwecks Erlangung der Wäckmerinnenhilfe, die nach der im Sonnlagsblatt veröffentlichten Bundesratsoerordnimg vom 3. Dezember 1911 den Frauen von Kriegsteilnehmern zu- kommt, dienen nachfolgende Darlegungen: Der Anspruch steht de» Ehefrauen der Kriegsteilnehmer für die Entbindungen, die nach dem 4. August erfolgt sind, zu. Ehr- trauen, die nicht selbst bei einer Kasse versichert sind, wenden sich an eine der Kassen, denen ihr Ehemann vor Begilin der Kriegs- teilnähme angehörte, unter Vorlegung einer vom Staudesamte zu fordernden Gcbnrtsnrkundc für Krankenkafsenzwecke, welche unentgeltlich verabfolgt wird. Hat der Ehemann die vorgeschriebene Mitgliedschaft von 0 Wochen ununterbrochen oder 20 Wochen(nicht zusammcnbängend) vor Beginn der Kricgsteilnahmc nicht bei der in Anspruch zu nehmenden Kasse allein zurückgelegt, so sind vordem entsprechende Mitgliedsbescheiiiigungen von den in Frage kommenden anderen Kasse» anzufordern. Es sind diese einwandfreien Be- schcinignngcn um so notiucndigcr, al>s die Krankeniassc diesen Nach- weis selbst als Beleg für Verrechnung ihres Erstattnngsanspruchs an das Reich benötigt. Für solche Ehefraucu. welche auf Grund einer vcrsichcrungs- Pflichtigen Vcschäftignng selbst einen Anspruch bci der Kasse haben, der sich infolge des Notgesctzcs vom 4. August nur auf die gesetzlichen Regcllcistungen beschränkte, ist zu beachten, daß ihnen die Mehr- lcislungcn nach der Verordnung, als: Wochengeld, auch für Sonn- und Feiertage. Entbindnngskostcnbeitrag in Höhe von 25 M. und TtiUgclft ebenfalls zukommen, soweit ihr Ehemann die oben an- gedeuteten Mitgliedschastszeiten zurückgelegt hat. Für bereits ab- geschlossene Unterstützungsfälle kommt eine entsprechende Rech- lcistuiig der Kasse in Frage. Für den Bezug des Stillgcldcs wird am zweckmäßigsten eine ärztliche Bescheinigung Über die Tatsache deS Stillens der Kasse vorzulegen sein, wobei zu beachten ist. daß nicht etiva, wie an- genommen werden könnte, die Zahlung erst noch Wegfall des Wochengeldes, sondern sofort von der 1. Woche bis zum Ablauf der 12. Woche erfolgt. Tic Kosten für Arzt- oder Hebammenhilse bei Schwangcrschastebcschwrrdrn sind unter Vorlage der entsprechenden Rechnung des Arztes oder der Hebamme sowie der Mitglieds- nachweise für den Ehemann bei der Kasse zu erheben; sie werden vis zum Betrage von insgesamt 10 M. erstattet, Lohn für den Entlassungotag. In dem Berickn aus dem Gewerbegericht, der in der Sonntag- nummer abgedruckt ist, muß es im vorletzten Satz des zweiten Absatzes heißen:„Die Wartezeit zn vergüten, ist ihm nicht vcr- weigert worden."_ Gerichtszeitung. Ter Alkohol vor Kriegsgerichten. Aus der Fülle des Materials, das vor den Kriegs- gerichten schädliche Folgen von Alkoholwirkungen zeigt,.seien aus„Der abstinente Arbeiter" die nachstehenden Fälle wieder- gegeben: Am 9. Oktober wurde der Matrose Karl F. vom Feldkriegs- gcricht der 1. Marine-Inspektion zu 10 Jahren und 3 Monaten Gefängnis verurteilt! Am 24. September hatte F., angetrunken. einen Bootsmannsmaaten auf der Straße belästigt, riß sich— von einem Posten verhaftet— zweimal los, fuchtelte mit dem Messer, schimpfte, wollte schlagen usiv. Da tätlicher Angriff auf eine Wache im Felde vorlag, kam es zu der harten Bestrafung. * Soldat Schneider(2. Jahrgangs vom 1. Chevauleger-Regimcnt (Nürnberg) war betrunken. Am 15. August sollte er einem Vize- feldwebcl ans der Siraße die Urlaubskarte zeige». Schneider wollte ausreißen, der Feldwebel wollte ihn halten, und es kam zu einer kleinen Balgerei. In einen Lattenverschlag des Wachtlokals verbracht, riß S. eine Latte ab und fuchtelte mit ihr herum. Tie Anklage ging ans tätliches Vergreisen an einem Vorgesetzten. Das Kriegsgericht Nürnberg hatte pathologischen Rauschzustand ange- iiommen und freigesprochen. Auf die Berufung des Gerichts- Herrn verurteilte das LberkricgSgericht zu 12)4 Jahren Gefängnis. * Vom Kriegsgericht der 38. Division wurde der Wehrmann Ernst Adolf Krieg vom Landsturm- Jnfanteric-Bntaillon Eisenach zu 1 Monat Mittelarrest verurteilt. K. hatte im Wirtshaus Streit bekommen, weil er viel prahlte. Er verletzte einen Gast erheblich durch einen Schlag mit einem Stuhl, schimpfte in der Wirtsstube ans seinen Hauptmann, seinen Feldwebel usw. Das Gericht sah den Fall milde an, weil festgestellt wurde, daß K.„leidenschaftlicher Alkoholiker" ist. * Der Landsturmmann Max Glodek aus Posen ist nach Görlitz zum Bcwachungsdienst kommandiert. G. kam mehrere Male betrunken oder gar nicht zum Dienst und führte Dienstbefehle nicht aus. Am 27. Oktober entfernte er sich aus seinem Ouarticr und kam erst am 28. betrunken zurück. Sogar zu einer Vernehmung vor dem Kricgsgerichtsrat erschien er betrunken. Ein medizinischer Sachverständiger sagte aus, G. sei sehr nervös, auch die geringste Menge Alkohol berausche ihn. Der Anklagevertreter beantragte 4 Wochen strengen Arrest; das Gericht erkannte aus 2 Monate Gefängnis. * Die beiden Füsiliere Griinm und Schimurra„saßen" bei Kriegsbeginn in Spandau; sie wurden von der Amnestie am 15. August ersaßt und sollten nun mit ins Feld. Aus Freude über die Begnadigung leisteten sie sich aber zunächst eine Bierreise. Erfolg: Einschlafen im Cbaussecgrabcn, wörtlicher und tätlicher Widerstand gegen die Bahnhosswache, die sie forlholcn wollte, Be- leidigung des anführenden Offiziers usw. Das Kriegsgericht vcr- urteilte Grimm zu 10 Jahren, Schimurra zu 10 Monaten Ge- sängnis. Das Dberkriegsgericht des 8. Armeekorps beließ es bei der gleichen Bestrafung Schimurras; Grimm erhielt 3 Jahre 7 Monate Gefängnis! * Ter Schuhmachersgast Stanislaus G. vom kleinen Kreuzer ...shamburg" betrank sich bei Gelegenheit eines Garnisonurkaubs. als sein Schiff am 15. August vor Wilhelmhavcn lag. Im Suff widersetzte er sich der Patrouille, die ihn an Bord zurückholen sollte. Er kam mit 2 Jahren 1 Tag Gefängnis davon, weil das Feld- gerickl nur Widersetzung gegen eine militärische Wache, begangen im Felde, und Ungehorsam annahm, den tätlichen Angriff aber fallen ließ. Ter Vorsitzende empfahl dem Verurteilten ein Gnaden- gcsuch an den Kaiser und versprach Befürwortung durch das Gericht. Vom Ausschank durch de» Schalter. Ist der Ausschank von Bier nur dann gestattet, wenn die Konzession sich ausdrücklich auf den Schalter bezieht? Diese Frage bejahte dieser Tage das Obervcrwaltungsgericht in dein nachstehend geschilderten Falle. Ein Gastwirt in Lüneburg erhielt von der Polizeivcrwaltung eine Versügung. durch die ihm ausgegeben wurde, durch einen söge- nannten Schalter, eine Oeffnung, die vom Schankraum nach dem Flur geht, nichts mehr ausznschänkcn und keinen Kleinhandel mit Branntwein zu betreiben. Die Polizeiverivaltniig ging davon ans, daß dem Wirt durcki die Urkunde der Ausschank und der damit ver- bundene Kleinhandel mit Branntwein nur in den Schank- und Logierzimmern konzessioniert sei. Nach vergeblichen Beschwerden des Wirts erklärte das Ober- Verwaltungsgericht aus seine Klage das Verbot deS Ausschanks und des Kleinhandels durch den Schalter für berechtigt. Gründe: Ter Ausschank und der Kleinhandel mit Branntwein, der mit jenem verbunden sei, dürfe durch einen Schalter nur erfolgen, wenn sich die Konzession daraus ausdrücklich erstrecke. Das sei hier nicht der Fall, so daß das Ausschankverbot gerechtfertigt sei. Kleine Nachrichten. Eisenbahnkatastrophe in Italien. Auf der Strecke Rom— Neapel hat sich ein schweres Eisenbahnunglück ereignet. Der Rom— Neapclcr Schnellzug fuhr auf einen entgleisten Güterzug auf. Dabei wurden ein Viehwagen des entgleistcit Zuges und vier Wagen dritter Klasse des Schnellzuges zertrümmert. Von den Reisenden, zum größten Teil Soldaten und Offiziere, waren drei sofort tat, zwei andere starben auf der Weiterfahrt nach Neapel. Fünfzig Leute wurde» schwer verletzt: auch von ihnen werden einige kaum mit dem Leben davonkommen. Eisenbahnunglück in Tirol. Bei Vierschach im Pustcrtal ist am Montag ein Güterzug mit großer Geschwindigkeit mit einem fahrenden Lokomotivzug zusammengestoßen. Vierzehn Wagen wurden vollständig zertrümmert. Ein Schaffner ist tot, drei Mann vom Zugpersonal sind schwer verletzt worden. Der Zugverkehr ist unterbrochen. Bestrafte Aufdringlichkeit. AuS dem Gefangenenlager Friedrichsielde bei Wesel schreibt man der„Belgischen Arbeiierstimme": DaS Gefaiigenenlager übt eine große Anziehungskraft auf die Bewohner des angrenzenden In- dustriegebietS aus. Besonders sind es die Lertlelerinncn deS „schwächeren Geschlechts", die ihre Neugier nicht bändigen können und mit aller Gewalt„persönliche Verbindungen" mit den Kriegsgefangenen suchen. Abgeschnittene Unisormknöpse sind ein beliebtes HandelSobjckt, und manche„Dame" schätzt sich glücklicher im Befitze eines belgischen, französischen oder englischen Kommißkiwpfcs, als wenn ihr eins goldene Brosche verehrt würde. Ter Zutritt zum Gefangenen- lager ist anerkennenswerierweise Unbefugten streng untersagt. Eine militärische Postcnkeite sorgt für Jnnehaltung des Verbots. Als sich nun vor einigen Tagen besonders ausdringliche Damen an die Kriegsgefangenen heranmachen Ivolllen, ivurden sie von den Wacht- Posten sestgenomme» und dem wachhabenden Offizier vorgeführt. Der Offizier fällte folgendes salomonische Urteilt Die verhafietru Frauensleute sind in die Lagerküche zu führen, allwo sie zur Strafe drei Stunden Kartoffeln schälen müssen! *» • Drei jungen Mädchen aus Görlitz hatte es ein im dortigen russischen Ge'angeneiUazer mitergebrachier russischer Knegsfrei- ivilliacr angetan. Ter Kommandant des Lagers erließ in der Görliycr Lokalpresse solqenven Aufruf: Die drei junqen Damen. welche sich bewogen gefühlt haben, dem russischen Kriegsgefangenen einj.-frciw. Unterossizier Georg Hirschberg ihre Photographien zu übersenden, werden ersucht, sich dieselben aus dem Ge- schästszimmer der Kommandantur des Gefangenenlagers, Görlitz, Reue Kaserne, Stube 51, abzuholen, widrigenfalls dieselben ver- ö f f c n t l i ch t werden.____ Varteiveranstaltungen. Grster Wahlkreis, 2. Abtciluna. Morgen Mittwoch: Gemeinsamer Zabl abend bei Löwe, Holzgart cnftr. 6: Vortrag des Genossen Emil Eich- Horn: Kriegsgeschichtlich: Rückblicke. JriedririiSfelde. linier gemeinsamer Jahlabend findet am Mittwoch 90. Mir bei Bürger, Piinzenallce 30. statt. Roscnthal. Morgen Mittwach: Zahlabcnd jllr alle Bezirke im Lakai von Mielbrvd!, Walderscestr. ö: Vortrag. Mitgliedsbücher sind mitzu- bringen. Sreglitz. Mittwoch, den 9 Dezember, abends'1,9 Ubr, bci Schellbasr. Ahornftr. lä-r: Mitgliederoersammlimg des Wahlvcrcins. Vortrag über: „Zettgeichichtliche Rückblicke". Mitgliedsbuch legiliinicrt. Sämtliche Zahl« abende fallen aus. Lankioitz. Mittwoch, den 9. Dezember: Kemcinlamer Zahl.rbend bci Gicgl, Ecke Sehdütz- und Kaifer-Wilhelm-Jtraße. Schmargendorf. Mittwoch, den 9. Dezember, abends 8'/. Uhr: Zahlabcnd im Restaurant Goeh'ch, Warnenumder Str. 14/15. Biesdorf. Der Zahlabend füllt dieicn Mittwoch aus und findet am Mittwoch, den 16. Dezember. Ubr, bci Hirt e, Marzahner Str. 4, dafür cm Exlrazahlabend italt. Wichtige Geincindeangclegcnheilen. Neuciihagc»(tilbabu). Mittwoch, den 9. d. M.. abends 8'/. Ubr, findet bei Hätscher, Doltiitr. 12, eine Milglicdervc.saminlung statt. Tages. ordnung:'.Ter gegeiiwürtige Krieg". Referent: Genosse 2 e h m a» Ii. Um regen Besuch bittet die BezirlSIeitunz. Niedcrschönhansen-Nordriid. Mittwoch, den 9. Dezember, abends S1;., Uhr: Gemeinschaftlicher Zahlabend im„Schwarzen Adler"(Jnh. Rcitig, Blänkcnburger Str. 4. Bohnsdorf. Millwoch, den 9. Dezember, in„Villa Kahl": Mit- g li c d e r v c r f a m m l u n g. Tagesordnung: 1. Wcihnachtsbeschcrung stir Kinder bclr. 2. Olemcindevcrlrcterwahl. 8. Verciiisangclegcnbciien. Oberschöneweide. Heute, Dienstag, den 8. Dezember, nachmittags 5 Uhr, im Realgymnasium. Johannisthal. Mittwoch, den 9. Dezember, abends 8'/, Uhr: Mit- glicdcrocrsamiiilnng des Vahwcrcins im Arbcitcrhcim, Restaurant„Linden- bof", Friedrichstr. Ol. Tagesordnung:„Die Ursachen deS.Krieges". Rest- rent: Rcichslagsabg. Friy Zubcil. Jriedrichshageii. Am Mittwoch, den 9. Dezember, abends 8'/, Uhr. bci Lerche, Fucdrichstr. 112: Gemein ichajtltcher Zahladcno Auf der Tagesordnung ficht ein Vortrag des Genossen Dr. Fr. D i c d c- rtch über:„Völkerwanderungen". Borsigwaide-BZittenan. Der Zahlabend für sämtliche Bezirke findet gemeinsam am Mittwoch, den 9. Dezember, abcndS L'st Uhr, bci Wilhelm Schulze, Borsigwalde, Schubarlhstraije, statt. Sitzuugstage der Stadt- und Gemeindevertretungen. Brist. TienSiag, den 8. Dezember 1914, nachmittags 5 Uhr. Lichtenberg. Donnerstag, den 10. Dezember, 6 Uhr, im Rathaujc, Möllendorfstraße. Diele Sitzungen sind Ssscntlich. Jeder Gcmcindcangchöiige ist be- rechligl, ihnen als Zuhörer beizuwohnen. Eingegangene Druckschristen. Staatsbürger Bibliothek: Heft Zl Bormundichaftswcseti und Fürsorge int Tcutschen Reich.— Heft 54. Krieger- und Hinter- bliebcnen-Bcrsorguiig.— Jedes Heft 40 Pf.— Volksvcreinsvcrlag, M.-Gladbach. Briefkasten öer Reöaktion. Die juristische Sprechstunde findet für Slboniicnten Lindeustr. 8, IV. Hof rechts, parterre, am Montag bis Freitag von 8 bis« Uhr, am Sonnabend von» bis<> INir statt. Jeder für den Brief lasten be- simimlcn Anfrage ist ein Buchstabe und eine Zabl als Merkzeichen bei. zufügen. Btieflichc Antwort wird nicht erteilt.'Anfragen, denen keine Abonnemcnleguittuiig beigckügt ist, werden nicht beantwortet. Eilige Fragen nage man in der Sprechstunde vor. Berträge, Schriftstücke und dergleichen bringe man in die Sprechstunde mit. C. Z. 1)9. 1. Wegen Tesorinationcii des Brustkorbes nur landstmiu- psiichlig. 2. Das hängt von der Krankeniafse ab: über die Ausnahme entscheidet der Kasscnvarstaiid.— R. Sch. Iii. Der Vorgänger hastet für den Vertrag, laiin aber seine Ansprüche gegen Sic geltend machen. Hat Ihr Wann den Vertrag gcschlasscii, so kann er seht nicht verklagt werden. — Neukölln(9. K. 79. Fragen Sie beim Bezirkelominando nach.— '?N. B. 89. Geringe körperliche'Fehler.— R. 4). 20. Sic müssen sich jetzt beim Bezirksiommando melden.— P R. l. Die Klag« scheint wenig Aussicht a f Ersatg zu haben; cveutl. wenden Sic sich an einen'Anwalt.— A. M. 10. Ihre Mutter soll sich zunächst an den Bezirisvorsteber um Unlerstichung wenden — H. ft. 35. Wahrscheinlich nichi, das entscheidet aber der Militärarzt. - H. B. 70. Ja.— T. U..10. 1. Ja. 2. Nein. 3. Zur Ein. regisirierung in die Ltsie.— Frau Haasr. Bode 14. Nein.— F. B. i. Die höheren Zuwendmigcn sür den einen Truppenteil kommen wabi- ichcinlich aus besonderen Slistnngcn. 2. Sie brauchen nicht neu ciuzii- kämmen. Der Miciszuschug wird Ihnen ständig weitergezahlt.— F. R..'18. Für die Miete hasicn Sie. Den Schlüssel tönncn Sie in Ihrem Besih bchaiici!, Sie müssen aber für Lüftung der Wohnung usw. Sorge tragen. — Wilhelm. 1. Die Frau beiomml Iiinerstützung, wenn Sie nicht als Rekrut eingezogen werden. 2. Beide Geburtsurkunden.— I. D. 37. 1. Sie müssen zu der Beerdigung die Einwilligung der zuständigen Kirchen- behörde haben. 2. Wenden Sic sich an den Vorstand deS Wabivereiiis F. D. 199. PlatlsugbUdung.- ff. W. 100. Wenden Sie sich zniiäoist an die Baupolizei. Wenn Ihnen von dort bescheinigt wird, daß oi« Wohnung gcsniidhcile schädlich ist. könne» Sic aus Amhebiing des Beitrages liagen und zugleich eine einstweilige Verfügung erwirken, nach der Sie die Wohnung sofort räumen tönnen.— I. T. 2. Ihr Mann ist sür Ihren Unterhalt vcrpsiichtct; sorderti Sic aber bric stich die Herausgabe der Papicic von ihm._ Slmtlicher Marktbericht der städttichen Marktballen-Direkiion über den Großhandel in den Zeniral-Marltballen.(Obne Verbindlichreil.> Montag, den 7. Trzcuibcr. Fleisch: Rindfleisch per 50 ku, Lchsei.- fleisch la 82-94, fco. IIa 78-81, do. Lila 69-77; Bullcnfleisch I» 82-�T. do. IIa 72—78; Kühe, seit 62—60, do. mager 45— 49; Fresser 67—7 4, Fresser, dänische, 48— 50, Bullen, dänische, 65— 75; Kalbfleisch: Doppcil ender 120—130; Mastkälber la 88—100, do. IIa 75— 87. Hammelfleisch: Mastlämmer 77—87; Hammel la 71—76, do. IIa 66—70; Schase 65—70. Schweinefleisch: Schweine seile 76— 83, sonstige 05—75; Geinüi c. inländisches: Kartoffeln. Dabcriche 50 kg 3.75—4,25; weihe Kaiser krönen 3,50— 3,75; Jlagnum bonum 3,75—4,00; Wollmcinii 3,50—3,75: Po: irr. Schuck 0,70—l,i)0; Sellerie. Schock 3.50—6,00; Spinat 50 kg 10,00—15,00; Mohrrüben 2,00—3,00: Kohlrabi Schock 0,80— 1,10; Wirsingkohl Sckwck 4,00— 10,00; Wirsingkohl 59 kg 3,50-4,50; Veihkod! Schock 3,00—8,00. Wcihkohl 50 kg 2,50— 3.00; Rotkohl, schock 4,00—10,00; Roifobi 50 kg 3,50 b!o 4,00; Grünkohl 50 kg 3,00— ö.i 9; K ohii üben Schock 3.50— 5,00; Teitowcr Rüben 50 kg 12,00— 10,00, Märkische Rüben 50 kg 3,00—10,00; Llumen- kohl, Erfurter, 100 St. 00,00-00,00, Rosenlohl 50 kg 15,00—22.00, Meer rcltich Schock 5,00—12,00, Pclersiiievwurzel Schockbund 1,00—3,00; Radieschen Schockbund 0,80—1,00; Zwiebeln 50 kg 7,00-8,00; Kürbis 50 kg 3,00-7,00.— Apfelsinen: italienische 60 kg 10,00—13,00, diio 200 Stück 9,00—11,00. 300 St. 10,00—11,00, mein 200 St. 16.00—18,00, dito 300 St. 16.00—18,00. Messina 160 St. 11,00-12,00, 200 St. 10,00- 11,00, 300 St. 10,00—11,00. Wettcrairsjichtrn für das mittlere Norddentschland bis Mittwochmittag: Ueberall sehr mild, im Süden vielfach heiter ohne er- hebliche Niederschläge. Im Norden vorwiegend trübe mit öfter Miederholitn Regenfällen. Dazivifchcn zeitweife aufklarend.