Nr.345.- 31. Jahrg. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Preis pränumerands: Bierteljährl. 3,30 m, monatl 1.10 R., möchentlich 25 Bfg. frei ins Haus Einzelne Nummer 5 Bfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage Die Neue Belt 10 Ba. Bost Abonnement: 1,10 Mar! pro Monat. Eingetragen in die Bost Beitungs Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2,50 Mart, für das übrige Ausland 4 Mart pro Monat. Bostabonnements nehmen an: Belgien, Dänemark, Holland, Italien, Luxemburg, Bortugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz Ericheint täglich. Vorwärts Berliner Volksblatt. 5 Pfennig Die Infertions- Gebühr Geträgt für die fechsgespaltene Kolonelzeile oder deren Raum 60 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Bereinsund Bersammlungs- Anzeigen 30 Bfg. ,, Kleine Hnzeigen", das fettgedrudte Wort 20 Pig.( gulässig 2 fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 10 Big. Stellengesuche und Schlafstellenan zeigen das erste Wort 10 Pfg., jedes weitere Bort 5 Bfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Erpedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet, Telegramm- Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 68, Lindenstraße 3. Fernsprecher: Amt Morikplatz, Nr. 151 90-151 97. Freitag, den 18. Dezember 1914. Expedition: SW. 68, Lindenstraße 3. Fernsprecher: Amt Moritplan, Nr. 151 90-151 97. Das Scheitern der ruffischen Offensive in Polen Die russische Offensive in Polen Die Meldung des Großen Hauptquartiers gescheitert. Wie eine Dampfwalze" sollten sich nach dem Bilde eines englischen Journalisten die russischen Armeen unwiderstehlich Der Seekrieg. Großes Hauptquartier, 17. De- Zwei englische Torpedobootzerstörer verzember, vormittags.( W. T. B.) Bei Nieuport setzten die Franzosen ihre nichtet. Amtlich. Berlin, 17. Dezember.( W. ung alles in ben Grund ſtampfend ihren Weg nach Deutsch. Angriffe ohne jeden Erfolg fort. Auch bei Zille- T. B.) Ueber den Vorstoß nach der Ostküste land bahnen. Daß diese reichlich naive Ansicht sich nicht be- beeke und La Baffee wurden Angriffe versucht, Englands werden nachstehende Einzelheiten bewahrheiten würde, werden ja alle verständigen und die aber unter sehr starken Verlusten für den Feind kanntgegeben: Bei Annäherung an die englische Kriegsnachrichten der verschiedenen Länder einigermaßen aufmertiam verfolgenden Engländer und Franzosen bereits seit abgewiesen. Bochen selbst gesagt haben. Ber in Rußland, Frankreich und England gewähnt haben sollte, daß Posen und Oberschlesien den sich heranwälzenden russischen Heeressäulen widerstandslos preisgegeben sein würde, der hatte sich über die deutsche Wehrkraft gründlichster Täuschung hingegeben. Küste wurden unsere Kreuzer bei unsichtigem Die Absicht der Franzosen, bei Soissons eine Wetter durch vier englische Torpedobootzerstörer Brücke über die Aisne zu schlagen, wurde durch erfolglos angegriffen. Ein Zerstörer wurde verunsere Artillerie vereitelt. Deftlich Reims wurde nichtet, ein anderer kam in schwer beschädigtem Zustande aus Sicht. Die Batterien von Hartleein französisches Erdwerk zerstört. Von der oft- und westpreußischen Grenze pool wurden zum Schweigen gebracht, die Gasbehälter vernichtet. Mehrere Detonationen und drei große Brände in der Stadt konnten von Bord aus festgestellt werden. Die Küstenwachtdie Küstenwacht- und Signalstation von Whib stationen und das Wasserwerk von Scarborough, Die deutsche Offensive war erfolgreich und brachte im ist nichts Neues zu melden. ganzen 80 000 Gefangene, ohne indessen die russische Riesenarmee zunächst in ihrer Gesamtposition zu erschüttern. Aber schon die vor zirka zehn Tagen gemeldete Einnahme von od z bewies, daß die Ruffen sich ernstlich rückwärts zu konzentrieren begannen. Dann gab es wieder eine Zeitlang Positionsfämpfe, bis auch der deutsch österreichische Erfolg in Best galizien die Russen zu einer weiteren Rüdwärtsbewegung nötigte. B Die Meldung des deutschen Hauptquartiers vom Donners: tag, den 17. Dezember, bestätigt endgültig den Erfolg der Baffen der Verbündeten in dem seit vier Wochen andauernden Riefenringen in Polen und Westgalizien. Die Meldung des deutschen Hauptquartiers kennzeichnet Charakter und Bedeutung des deutsch österreichischen Waffen erfolges durchaus präzis mit den Worten: ,, Die von den Russen angekündigte Offensive gegen Schlesien und Posen ist völlig zusammengebrochen." Die von den Russen angekündigte Offensive gegen Schlesien und Posen ist völlig zusammengebrochen. Die feindlichen Armeen sind in ganz Polen nach hartnäckigen erbifferten Frontalkämpfen zum Rückzuge gezwungen worden. Der Feind wird überall verfolgt. Bei den geftrigen und vorgeftrigen Kämpfen in Nordpolen brachte die Tapferkeit westpreußischer und heffischer Regimenter die Entscheidung; die Früchte dieser Entscheidung laffen sich zur Zeit noch nicht übersehen. Oberste Heeresleitung. * Der österreichische Generalstabsbericht. Wien, 17. Dezember.( W. T. B.) Amtliches So starte Truppenmassen die Russen auch ins Gefecht zu bringen und so rasch sie immer ihre großen Verluste durch Communique. Die lesten Nachrichten laffen nicht mehr Nachschübe zu ergänzen vermochten, der nicht minder gezweifeln, daß der Widerstand der wurden zerstört. Unsere Schiffe erhielten von den Küstenbatterien einige Treffer, die nur geringen Schaden verursachten. An anderer Stelle wurde noch ein weiterer englischer Torpedobootzerstörer zum Sinken gebracht. Der stellvertretende Chef des Admiralstabes. gez. Behncke. Englische Darstellung des Bombardements von Hartlepool und Scarborough. London, 17. Dezember.( W. T. B.) Meldung des russischen Reuterschen Bureaus. Das Kriegsministerium teilt waltigen Stonzentration deutscher und österreichischer Truppen auptmacht gebrochen ist.- Am Südflügel in mit: Es waren offenbar zwei Schlachtschiffe und ein Panzerhaben sie trog hartnädigsten und tapfersten Widerstandes nicht der mehrtägigen Schlacht von Limanowa, im Norden von kreuzer, die bei Hartlepool in Sicht kamen. Sie begannen um standzuhalten vermocht. Der vorläufige Ausgang der Riesen- unseren Verbündeten bei Lodz und nunmehr an der Bzura 8 Uhr früh die Beschießung, um 8 1hr 15 Minuten kam ein schlacht besteht in dem Rückzug der Russen auf der ganzen vollständig geschlagen, durch unsere Vorrückung über die Kar- Bericht von der Küstenbatterie, daß feindliche Schiffe getroffen pathen von Süden her bedroht, hat der Feind den allge- und beschädigt worden waren. Diese dampften um 8 Uhr Dieser Zusammenbruch der russischen Offensive, meinen Rückzug angetreten, den er, im KarpathenLinie von Lowitsch bis Krakau und Jaslo. den die amtliche Meldung des deutschen Hauptquartiers mit vorland hartnädig kämpfend, zu decken sucht. 50 Minuten weg. Kein britisches Geschütz ist getroffen worden. Recht als Charakteristikum des Erfolges der Verbündeten be- Hier greifen unsere Truppen auf der Linie Krosno- Eine Granate fiel in die Reihen einer Abteilung von Genietruppen, wertet, ist für den Augenblick ein so wichtiges Ereignis, daß Zakliczyn an. An der übrigen Front ist die Verfolgung im einige andere fielen in die Reihen des 18. Bataillons der leichten von Hoefer, Generalmajor. die besonnenen Beurteiler der Lage gern darauf verzichten Gange. tönnen, in übertriebenen Hoffnungen zu schwelgen. Denn das Gerede von der bernichtenden Niederlage" Durhamer Infanterie. Die Verluste der Truppen betragen fieben Tote und vierzchu Verwundete. Die Stadt erlitt einigen Schaden. Die Gasfabrik wurde in Brand geschossen. Von der Russen ist einstweilen eine unsinnige und irreführende kann, sondern daß die Entscheidung abhängig bleibt von dem der Bevölkerung, die sich auf den Straßen drängte, wurden unUebertreibung. Eine Millionenarmee, wie die russische, die Endergebnis langwieriger, wechselnder Riesenoperationen. gefähr 22 Personen getötet und 50 verwundet. Auch sollten wir meinen, daß der derzeitige Zusammen- Gleichzeitig erschienen ein Schlachtschiff und ein Panzersicherlich im Laufe dieser Zeit imftande war, ihre Lücken durch bruch der mit so gewaltigen Streitkräften einfegenden russischen kreuzer vor Scarborough. Sie löften 50 Schüsse, die beträchtNachschübe zu ergänzen, I äßt sich einfach unter den Offensive gegen das deutsche Gebiet ſchon ein Erfolg ist, der lichen Schaden anrichteten. In Scarborough gab es dreizehn zwar seit vier Wochen schwere Verluste erlitten hat, aber auch Der russische Bericht über die Lage heutigen Bedingungen, unter denen Riesenschlachten sich sehen lassen fann. auf einer Front von mehreren Hundert Rilometer geschlagen werden, nicht vernichten. Wiebiel Gefangene und wieviel Geschüße den Armeen der Verbündeten in die Hände gefallen sind, läßt sich nach der Meldung des Hauptquartiers zurzeit noch nicht übersehen. Aber auch dann, wenn diese Siegesbeute sehr groß gewesen wäre, würde bei weitem die Ueberzahl der russischen Truppen sich doch durch den rechtzeitigen Rückzug in Sicherheit gebracht haben. in Polen. Petersburg, 16. Dezember.( W. T. B.) Der Stab des Generaliffimus teilt mit: Der Feind ist in der Gegend von MIawa gegen die Grenze zurückgeworfen worden. Auf dem linken Tote. Nirgends ist eine Panik entstanden. Die Haltung der Bevölkerung war so gut, als man nur wünschen konnte. Weitere Meldungen über die Angriffe der deutschen Kreuzerflottille. London, 17. Dezember.( W. T. B.) Die letzten Berichte aus Scarborough befagen, daß zwölf Personen getötet und vierundzwanzig verwundet worden sind. Amsterdam, 17. Dezember.( W. T. B.) Die Blätter Die alte, strategisch- naive Auffassung, als ob in diesem Weichselufer fanden den ganzen Tag über hartnäckige melden aus London: Ein Augenzeuge der BeStriege, der gegenüber 1870/71- unter ganz neuen Be Angriffe der Deutschen in der allgemeinen Richtung schießung von Scarborough erklärt, daß die deutschen bingungen und in einer ganz anders gearteten Strategie von Sternofia auf Sochaczew statt. Unsere Truppen Kriegsschiffe außerordentliche Saltblütigkeit und Mut beburchgekämpft werden muß, die Entscheidungen so rasch und waren gezwungen, diesen Angriffen unter ungünstigen fundeten. Nichts wies darauf hin, daß es deutsche und nicht so glatt zu fallen vermöchten, wie im letzten Deutsch örtlichen Bedingungen Widerstand zu leisten, und gingen britische Schiffe waren. Die Kriegsschiffe fuhren in die Bucht ein und näherten sich dem Pier meiter, als ein Kriegsschiff je Französischen Feldzuge, scheint sich noch immer mit erstaun- gegen Abend etwas zurück. Auf anderen Zeilen der Front dauern die Gegen- getan hat, soweit man sich erinnern fann. Einer der ältestent licher Zähigkeit in den Köpfen unserer Zeitungsstrategen zu angriffe unserer Truppen auf den Feind und seine Fischer von Scarborough sagte, daß es kein Lotse wagen dürfte, ein Schiff so nahe an die Küste heranzubringen. Diesen irrigen und verwirrenden Ansichten gegenüber Stellungen fort und behindern dadurch seine Truppen Gin verwundeter Matrose in Hartlepool erzählte: Sogilt es, ganz im Sinne unserer Heeresleitung, die durch alle verschiebungen in die Gegend, wo sein Hauptangriff stattfindet. bald die Annäherung des Feindes signalisiert war, machten bisherigen Erfahrungen des Krieges im Diten und Westen er- Unsere Truppenbewegungen hinderten das weitere Vorrüden wir uns für das Gefecht fertig, aber das Feuern begann schon, härteten Tatsachen im Auge zu behalten, daß dieser Krieg der Desterreicher, die von jenseits der Starpathen tamen. An ehe wir den Hafen verlassen hatten. Die Küstenbatterien beantworteten fräftig das feindliche Feuer. Der erste Schuß nicht mit wenigen entscheidenden Schlägen beendigt werden den anderen Fronten keine wesentliche Veränderung. halten. traf uns gerade: als wir den Hafen verließen: er ging in die Kommandobrücke, tat aber wenig Schaden. Ich glaube nicht, daß unsere Kugeln den Feind erreichten. Unser Schiff wurde dreimal getroffen. Wir slüchteten nach dem Tees, den wir um Iv'/» Uhr erreichten. Ein anderer Kreuzer, der Hartlc- Pool verließ, blieb unbeschädigt. Amsterdam. 17. Dezember.(W. T. B.) Der„ N i e u lo e Rotterdamsche Gourant' meldet aus London: Es ist unnötig zu sagen, daß der Angriff auf die Oslküste hier einen tiefen Eindruck gemacht hat, obwohl das ruhige Aussehen von London nicht gestört worden ist. Die Menschen erwarten ge'pannt die weitere Entwickclung der Ereignisse, über die die Admiralität Mit- teilungen versprochen hat. Inzwischen erhellt aus den Berichten, daß in den beschossenen Städten der Schaden nicht unbeträchtlich ist! darunter befindet sich auch ein altes Kunstdenkmal in Jorkshire. — Die.Evening P o st" sagt, daß die Beschießung von Scarborough bei vielen den bereits gefaßten Plan zur Aus- führung gebracht hat, sich bei einem Einfall in Sicherheit zu bringen. Die Bahnzüge von Scarborough hatten viel mehr Passagiere als gewöhnlich. Ein Augenzeuge erzählte dem Bericht- crstatter der„Dorkshire Post*, daß in Scarborough Tausende aus den Häusern auf die Straße strömten und nach der Eisenbahn- station und in der Richtung der Hauptstraße nach dem Innern des Landes zogen. Die wenigsten hatten irgend etwas bei sich. Die meisten verließen den Zug in Jork. Vom Zuge aus konnte man den ganzen Auszug der Menschen auf der Hauptstraße wahrnehmen, die nach dem Innern des Landes zogen, mit Kindern auf Karren und allen möglichen anderen Fahrzeugen. Die Dombenverwüftungen. Amsterdam, 17. Dezember.(5B. T. 58.) Nach den in hiesigen Zeitungen vorliegenden Meldungen der Londoner Morgenblätter wurde in Hartlepool namentlich das Ost viertel beschädigt. Eine ganze Häuserreihenahe bei der Küfienbatterie ist vernichtet, viele Betvohner sind unter den Trüm- m e r n begraben. Tie erste Granate in Hartlepool fiel auf einen großen Gasbehälter, der zersprang und Feuer fing. Tarauf wurde ein kleiner Gasbehälter getroffen. Die ganze Gasanstalt ist zer- stört. Man ließ sie ausbrennen. Arbeiter wurden nicht getroffen. In Scarborough sind das Grand Hotel, zwei andere Hotels, die Kirche, Schule und ein Mädchenheim gc- troffen worden. Außerhalb der Stadt wurden die Feuertürme am Hafen beschossen und die meisten Hänser an der Hafenseite beschädigt. Die Opfer des deutschen Klotten- bombardements. London, 17. Dezember.(W. T. 59.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Nichtamtlich wird gemeldet, daß in Scarborough fünfundzwanzig und in Hartlepool achtundvierzig Personen getötet wurden. In Hartlepool wurden außerdem hundertdreißig Personen verwundet.— Durch ein Torpedoboot wurden sieben Verwundete gelandet. London, 17. Dezember.(W. T. B.) Das P r e ß- bureau teilt mit: Nach den letzten amtlichen Berichten wurden in Hartlepool 55 Zivilisten getötet und 115 verwundet. Drei Dampfer durch Minen vernichtet. London, 17. Dezember.n Augenblick hat tun können. DaS Ministerium hat daS volle Bewußtsein seiner Verantwortlichkeit, und der Senat kann sicher sein, daß es seine Pflicht erfüllen wird.(Allgemeiner Beifall.) Damit schloß die Besprechung. Die französischen Kriegskreüite. Paris, 17. Dezember.(W. T. B.) 5di« von den Kammern »iir daS erste Halbjahr 1015 geforderten Kredite betrogen 3 525 264 407 Franken, was einer Mehrausgabe von 5 92g 442 S«S Franken gegenüber dem gleichen Zeilraum des Vorjahres entjprichl. Die Mehrausgaben umfassen 5 428 602 304 Franken sür KriegS» ausgäbe n. Der Regierungsentwurf verschiebt die Ein- führung der E i n k o m m e n st e u e r auf 1S16. Befreit von der Erbschaftssteuer werden Erben direkter Linie und Ba tten aller Nr. 345. 31. Jahrgang. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Leonhard Tauscher tot. Garde- Reiter- Reg., Dresden; 1. Husaren- Reg. Nr. 18, und das Großenhain. Freitag, 18. Dezember 1914. ander= Eisenbahn- Bautomp. Nr. 1; Fernsprech- Abteilung Nr. 1. nicht mehr verabschiedet werden. Von dem Oberversicherungsamt Die sächsische Verlustliste Nr. 77 veröffentlicht Verluste der nahestehender Seite ist mir mitgeteilt, daß unter diesen Umständen Ref.-Br.g. Nr. 46; Gren.- Landw.- Reg. Nr. 100; 2. Gren.- Reg. Nr. fein Gedanke ist, daß das Drtsstatut am 1. Februar 1915 in Kraft 101, Dresden; 3. Jnf..Reg. Nr. 102, Bittau; Ref.- Inf.- Regimenter treten tann, sondern dann erst zum 1. April in Geltung treten wird. Nr. 102, 103; 5. Jnf.- Reg. Nr. 104, Chemniz; Schüßen-( Füs.-) Reg. Eine solche Verantwortung, Zehntausende von Personen unter der Nr. 108, Dresden; 9. Jnf.- Reg. Nr. 133, 3widau; Ref.- Inf.- Reg. Nichtversicherung weiter leiden zu lassen, vermögen wir nicht zu Nr. 133; Landw.- Inf.- Reg. Nr. 133; 11. Inf.- Reg. Nr. 139, übernehmen. Andererseits muß dann doch die Stadt die ent Döbeln; 15. Inf. Reg. Nr. 181, Chemniz; 16. Inf.Reg. Nr. 182, fprechende Steigerung der Armenlast auf sich nehmen. Die BeFreiberg und Truppenübungsplatz Königsbrüd; Ref.- Inf.- Regi- ftimmungen der Reichsversicherungsordnung über die Heimarbeiter menter Nr. 243, 245; Landst.- Jnf.- Bat. Pirna; 2. Jäger- Bat. 13, versicherung haben sich teilweise als praktisch ganz undurchDresden; Ref.- Jäger- Bat. Nr. 13; Res.- Jäger- Bat. Nr. 25. führbar erwiesen; sie waren nicht mehr aufrechtzuerhalten bot Notgesetz die Möglichkeit einer weiten Regelung, die in der Vorlage im allgemeinen zutreffend gegeben ist. Die Anstände, die auch wir gegen eine Reihe von Einzelheiten haben, wiegen für uns nicht so schwer, I. Bion. Bat. Nr. 12, Birna; II. Bion.- Bat. Nr. 12, Pirna; um eine Verzögerung zu rechtfertigen. Daß z. B. nur auf AnPion..Bat. Nr. 22, Riesa. trag" die Befreiung der Hausgewerbetreibenden mit 2500 M. VerLuftschiffertruppen. dienst von der Versicherungspflicht erfolgen soll, halten wir für einen Mangel; auch bezüglich der Bemessung des jährlichen Arbeitsverdienstes und der Einteilung der Lohntlassen hätten wir Ausstellungen zu machen, ebenso über die Zuständigkeitsfrage. Den letzteren Mangel aber, der das Verhältnis Berlins zu Groß- Berlin angeht, werden wir auch durch Ausschußberatung nicht beseitigen tönnen. Die von den Vorrebnern angefochtene Bestimmung, die den Auftraggebern / Broz. der Gesamtsumme des Entgelts der für fie arbeitenden Hausgewerbetreibenden an die Krankenkassen abzuführen auferlegt, halten wir für eine sehr glüdliche und werden von ihr nicht ab gehen. 3. Felbart.- Reg. Nr. 32, Pirna. 1. Fußart.- Reg. Nr. 12, Mezz. Leonhard Tauscher, der 74 jährige Veteran der deutschen Sozial demokratie, ist Mittwoch nacht in Stuttgart gestorben. Die öffent liche Wirksamkeit Tauschers beginnt mit den ersten Anfängen der deutschen Sozialdemokratie. Schon anfangs der 60er Jahre betätigte er sich in den Arbeitervereinen fortschrittlicher Richtung, schloß sich aber bald nach Lassalles Tode dem Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein an, dessen Führer für Bayern er wurde. In Augsburg, wo Tauscher nach mehreren Wanderjahren fich niederließ, stand er auch an der Spige der Gewerkschaftsbewegung und wurde Präfident der Drganisation der Manufakturarbeiter. Sowohl an dem in München erschienenen Proletarier" als auch an dem in Augsburg herausgegebenen I. ,, Volkswillen" war er eifriger Mitarbeiter und später Redakteur. Zahllose Gefängnisstrafen hatte er zu ertragen und doch gelang es ihm, das Augsburger Breßunternehmen durch alle Gefahren hine| 19. Armeekorps. San. Komp. 3 des 12. Armeekorps; San.- Komp. 2 des durchzusteuern, bis schließlich das Sozialistengesetz die Drganisation Die württembergische Verlustliste Nr. 80 enthält Verund die Presse zertrümmerte. 1879 überfiebelte Tauscher lufte des Gren.- Reg. Nr. 119; Landw.- Inf.- Reg. Nr. 119; Inf. nach ber Schweiz und wurde Geschäftsführer der Ge- und Landw.- Inf..Reg. Nr. 120; Ref.- und Landw.- Inf.- Reg. Nr. noffenschaftsdruderei Sottingen, die den Sozialdemokrat" Her 121; Gren- Reg. Nr. 123; Landw.- Inf.- Regimenter Nr. 124, 125; ſtellte. Von Zürich aus hat Lauscher hat Tauscher wader mitgekämpft Inf.- Regimenter Nr. 127, 180. 1. Landw.- Est.; 4. Landw.- Est. Feldart.- Reg. Nr. 13. Pion. Bat. Nr. 18. an der Bezwingung des Ausnahmegesezes und feiner Väter. 1888 übersiedelte er mit dem„ Sozialdemokrat" nach London, um nach dem Fall des Sozialistengefezes nach Stuttgart zurüdzukehren und ins Diezsche Geschäft einzutreten. Von 1893 bis 1902 lag die Munitions- Kol.- Abt. des 12. Armeekorps. " politiſ the Rebattion der Schwäbischen Tagwacht" in Tauſchers Stadtverordnetenversammlung.atungen gepflogen und find an dem vorliegenden Entwurf geHänden. Auch in dieser Stellung blieben ihm Gefängnisstrafen nicht erspart. Tode. Magiftratsrat Mayer: Das Drisstatut stellt sich dar als ein Kompromiß. Die Allgemeine Drtstrantentaffe hatte einen Entwurf ausgearbeitet und uns überreicht; wir haben dann mit ihr Bes zu der mit einigen Modifitationen auch die Billigung des wurf an alle Ortsvorstände der Vororte und alle bezüglichen Kassen weitergegeben werden, damit ein einheitliches Statut für Groß- Berlin zustande kommt. Oberregierungsratv. Gogtowski will mit allem Nachbruc es fönnte ja sonst dahin kommen, daß ein Arbeitgeber die Versicherungslaft los ist, indem er einfach in einen Borort berzieht. Ob es möglich sein wird, das Statut bei allen Vororten fo zum Durchbruch zu bringen, daß es zum 1. Februar in Kraft treten tann, entzieht sich meiner Kenntnis. Natürlich ist jeder Tag zu bedauern, den die Leute weiter warten müssen, nachdem sie am 4. August entrechtet worden waren. Wir halten das Bedürfnis für brennend ( Hört, bört bei den Sozialdemokraten.), die Einrichtung unverzüg lich in Tätigkeit treten zu lassen. Bei den Landtagswahlen 1900 fandte ihn der Bezirk 35. Sizung vom Donnerstag, den 17. Dezember 1914, nachm. 5 Uhr. Oberversicherungsamts gefunden hat. Von legterem soll der EntCannstatt in den Landtag. Bei den Gemeinderatswahlen 1905 Vorsteher Michelet eröffnet die Sibung nach 5% Uhr. übertrugen ihm die Stuttgarter Genossen ein Stadtratsmandat. Den Vorentwurf zum Neubau einer Badeanstalt mit Beide Vertrauensstellungen bekleidete Tauscher bis zu seinem Säuglingsfürsorgestelle und Armenamt in der Bremer Str. 22 dahin wirken Birta 50 Jahre hindurch hat Tauscher seine Kraft in hat ber eingesetzte Ausschuß gutgeheißen, einen weitergehenden Anden Dienst der Sozialdemokratie gestellt. Sein ganzes Leben trag auf Angliederung einer öffentlichen Turnhalle dagegen mit 5 und Wirken war fest verwachsen mit der Entwicklung der Partei. gegen 4 Stimmen abgelehnt. Schon bei den Wahlen zum Zollparlament erhoben ihn die Arbeiter Die Vorlage gelangt nach den Ausschußanträgen zur Annahme. Um 6 Uhr schreitet die Versammlung zur Augsburgs als ihren Kandidaten auf den Schild. Während seines Aufenthalts in Württemberg war er einer der rührigsten Agitatoren Wahl eines Bürgermeisters der Partei. Eine unerschütterliche Ueberzeugungstreue, ein un- an Stelle des mit Alauf des Jahres ausscheidenden Dr. Reide. besiegbarer Jdealismus, ein reiner Charakter, ein harmlos- kindliches wahl des bisherigen Bürgermeisters; 10 Bettel sind unbeschrieben. Mit sämtlichen 104 gültigen Stimmen erfolgt die Wieder Gemüt, aus dem echte Freundschaft den Mitkämpfern gegenüber Ebenso wird der besoldete Stadtrat Fischbed, dessen Amtsentsprog, zeichneten Leonhard Tauscher aus. periode gleichfalls Ende 1914 erlischt, mit 110 von 111 gültigen Stimmen wiedergewählt; 8 Bettel sind weiß. Die Beiſegung Tauschers findet am Sonnabend, nachmittags 4 Uhr, im Stuttgarter Krematorium statt. Verlustlisten. Für den verstorbenen Stadtv. Riemer( N. L.) werden gewählt: in das Kuratorium des Nicolaus- Bürger- Hospitals Brüder ( Soz.), in das Kuratorium der Constant- Sala- Stiftung Manasse ( Soz.). Der von der Straßenreinigung mit der Firma A. Tab bert u. Genossen abgeschlossene Vertrag über die Kehricht- und Die Berluftliste Nr. 104 der preußischen Armee Schneeabfuhr und über die Bespannung und Bedienung der enthält Verluste folgender Truppen: Fahrzeuge foll vom 1. April 1915 ab auf 3 Jahre verlängert werden. Die Versammlung stimmt zu. Stappeninspektion der 4. Armee. Zur Annahme des Regats des Dr. phil. Georg August Freund im Betrage von 6 Millionen gibt die Versammlung gleichfalls ihre Zustimmung. Stadtv. Hahn( A. L.): Wir sollen hier jetzt in drei Tagen über eine solche Vorlage schlüssig werden! Gerade der Kollege Brückner hat überzeugend für einen Ausschuß gesprochen. Es wird doch auch noch genügen, wenn das Statut etwa am 15. Februar in Kraft tritt. Die Ausschußberatung wird mit ganz Inapper Mehrheit beschlossen. Mit dem Befchluß des Magistrats, dem türkischen Roten albmond" eine Spende von 20 000 M. zu überweisen, er flärt sich die Versammlung einverstanden. Schluß 48 Uhr. Aus Groß- Berlin. " Durch das beim Kriegsausbruch erlassene Notgesets vom 4. Auguft Was trieb die Kinder ins Warenhaus? Grenadier- bziv. Infanterie- bzw. Füsilierregimenter Nr. 6, 9, 12, 16, 19, 30, 31, 37, 38, 39, 41, 43, 46, 47, 51, 58, 78, 85, 88, 92, 96, 98 136, 144, 145, 146, 150, 151, 152, 155, 156, 158, 160, 164, 169, 170, 171, 173; Reserve- Infanterie- Regimenter Nr. 2, 3, 6, 7, 8, 9, 11, 12, 13, 19, 23, 30, 31, 35, 37, 38, 39, 46, 48, 81, betr. die Sicherung der Leistungsfähigkeit der Krankenkassen sind die 116, 203, 207, 212, 234, 237, 239; Landwehr- Infanterie- Regimenter Bestimmungen der Reichsversicherungsordnung über die Nr. 2, 3, 5, 7, 12, 22, 34, 35, 48, 75, 81, 87; Brigade- Ersatz- Bataillone Nr. 5, 7, 29, 34, 50; Landsturm- Bataillone Bielefeld, Krankenversicherung der Heimarbeiter außer Straft gesetzt worden. Angesichts des günftigen Standes der Allgemeinen Ortsfrankenkasse beabsichtigt der Magistrat die Wohl Königsberg I, Lösen I, Tilsit I; Jäger- Bataillone Nr. 2, 3, 4, 14; Festungsmaschinengewehr- Abteilung Nr. 2. Stab der 2. Kav.- Brig.; 2. Garde- Drag.- Reg.; Kürassier- Regi- taten dieser Versicherung den Hausgewerbetreibenden wieder zugäng durch die bewachte Pforte, als ob sie zu den Stammmenter Nr. 2, 5; Dragoner- Regimenter Nr. 12, 17; Suſaren- Regimenter Nr. 3, 17; Ulanen.Regimenter Nr. 1, 9, 11; Jäger zu Pferde Nr. 3( siehe auch Jnf.- Reg. Nr. 171); Randst.- Est. des 5. Armeekorps. 2. Garde- Feldart.- Reg.; Feldart.- Regimenter Nr. 7, 9, 11, 18, 24, 34; Ref.- Feldart.- Regimenter Nr. 11, 17. ich zu machen und legt der Versammlung den von uns bereits im Wortlaut mitgeteilten Entwurf einer Sabung vor, die auf einfacher Grundlage die Versicherungspflicht regeln und spätestens am 1. Februar 1915 in Kraft treten soll. lich sei, von einem guten Stande der Allgemeinen Ortsfrankentasje Stadtv. Obersky( A. 2.) meint allerdings, daß es nicht gut mögeinige Unklarheiten auf, deren Ursache indessen in der Reichsversiche zu reden, denn die Ansprüche an sie jeien enorm. Die Sabung weise Diese Frage drängte sich mir auf, als ich unlängst einen Schwarm Kinder in ein Warenhaus eilen sah. Ohne Begleitung Erwachsener gewährte ihnen der große Portier ungehindert Einlaß. Eine solche Nachsicht hatte dieser Gestrenge noch nie geübt. Und immer neue Scharen liefen ungeniert kunden des Hauses gehörten. Und sie scheinen wirklich Stamm" zu sein, diese Jungens und Mädels, denn sie steuerten auf ein bestimmtes Ziel los. Am Treppengewirr hindurchzuschlängeln und den Seitenaufgang im ersten aufgang schwenkten sie ein, um sich rasch durch das MenschenEilig gings die Treppe hinauf bis in den vierten Stock des Stockwerk zu erreichen. Von hier hatten sie nun freie Bahn. " 1. Garde- Fußart.- Reg.; Fußart.- Regimenter Nr. 3, 5, 6, 7, 10; Rej.- Fußart.- Reg. Nr. 2, 7. Bionier- Bataillone: Garde; II. Nr. 2; II. Nr. 4; I. Nr. 9, 10; rungsordnung selbst zu suchen sei. Redner beantragt Ausschuß Hauses. Und dort oben herrschte bereits ein tolles Treiben. I. Nr. 15; II. Nr. 15; I. Nr. 16. Telegraphen- Bat. Nr. 5. San. Komp. Nr. 3 des Garde- Reservekorps. * Die bayerische Verlustliste Nr. 122 meldet Verluste des 2., 4., 5., 21. Infanterie- Regiments; 1., 2. Jäger- Bataillon; Reserve- Infanterie- Regimenter Nr. 5, Brigade- ErsatzBataillone Nr. 8, 10; 6. Thebauglegers- Reg. Bayreuth: Res. Kav. Reg. Nr. 6; 2. Feldart.- Reg. Würzburg; Res.- Feldart.- Reg. Nr. 6; 1., 2., 3. Fußart.- Regiment; Pion. Reg. Ingolstadt; 1. Pion.- Bat. München; 2. Pion..Bat. Speyer; 3. Pion.- Bat. Ingolstadt; Res.Bion. Komp. Nr. 1; 2. Landw.- Pion.- Komp. III. Armeekorps; Ref.beratung. Stadty. May( N. 2.) befürwortet das gleiche. Seine Fraktion Hunderte von Kindern ergökten sich an den ausgestellten Spielbegrüße die vorgeschlagene Maßnahme mit großer Freude, habe aber fachen, und nicht wenige Neugierige befanden sich darunter die auch gewisse Bedenten gegen Einzelheiten des Sabungsentwurfs und am Weihnachtsabend sicher nichts von all den schönen Auslagen wolle vor allem die Annahme eines gleichen Ortsstatuts durch die erhalten werden und deren einzige Freude in der BeBororte in höherem Maße sichergestellt wissen, als es die Begründung trachtung der Gegenstände besteht. Hier aber erfüllen die in Aussicht stelle. primitivsten Dinge das Seelenleben der staunenden Kinder Stadtb. Brüdner( Soz.): Wir werden gegen den Antrag auf mit einer Welt phantastischer Bilder. Und die SpielwarenAusschußberatung stimmen, weil die gegen die Vorlage erhobenen und möglichen Einwendungen die Verzögerung nicht gerechtfertigt lager der großen Warenhäuser haben sich im Laufe der Zeit erscheinen lassen, die bann eintreten würde. Selbst wenn zu wahren Ausstellungen entwickelt, die nicht nur das Auge der Ausschuß heute Ausschuß heute vom Vorstande ernannt wird, tann des Kindes sondern auch das Erwachsener reizen. Vom Einunter Umständen diese Vorlage nicht mehr vor Jahresschluß fachsten bis zum Kompliziertesten, vom Billigsten bis zum aus dem Ausschuß herauskommen und von der Versammlung Teuersten kann hier erstanden werden. in Abbildungen und Originalen das Sanitätswesen vergangener Tage| zialen Zwecken gewidmete Kunst, durch unblutige und eventuell Hand des Katalogs. Die Ausstellung für Verwundeten- und Betrachtung an der Zeiten vorgeführt. Es verdient eine eingehendere blutige Eingriffe, Erſatzſtücke für verlovene Gliedmaßen und Krankenfürsorge im Kriege. In den weiteren Räumen der Ausstellung bekommen wir eine zu was bei dem Widerstreit der hier in Dieser Katalog selbst gibt weit mehr als eine bloße Aufzählung Pädagogen und Mechaniker, durch körperliche und seelische Erder aufgestellten Gegenstände. In seinem ersten Abschnitt: das ziehung in und außerhalb der Werkstatt ganz erstaunliche HeilGeſtern mittag wurde die Ausstellung für Verwundeten und Sanitätswesen des Feldheeres führt er den Besucher resultate zu erzielen, den Krüppel zum Gebrauch verlekter, selbit Krankenfürsorge im Kriege" im Reichstag( Eingang Nordseite) er- in die treffliche Organiſation unseres Militärsanitätswesens ein fehlender Gliedmaßen zu befähigen und wieder in den Stand au öffnet. Gin wirtungsvolles, wenn auch etwas füßliches Treppen- mit den Leidensstationen des Verletzten vom Schlachtfeld zum Wagen- sehen, sich ohne Almosen durchs Leben zu schlagen. In dem diesen gemälde empfängt den Besucher: Der erste Verband hinter dem halteplak, zur Empfangsabteilung auf dem Hauptverbandplak, zum Abschnitt der Ausstellung erläuternden Katalog widmet der verSchlachtfeld an der flandrischen Küste mit einer Vision des Ver- Leichtverwundeten- Sammelplatz und zur Etappe oder aber bei diente Anstaltsleiter des Zehlendorfer Krüppelheims das alle wundeten, der über Meer und Dünen in der Luft schwebenden Ger- schwerer Verlegung zum Feldlazarett, Kriegslazarett, Etappen- Berliner Arbeiter kennen lernen müßten der Frage der Wiedermania, ein besonders durch die Perspektive und die Beleuchtungs- lazarett, Lazarettzug, Garnison- resp. Reſervelazarett und Genesungs beschäftigung der Verletzten in der Industrie Lesenswerte Betrach heim. Ebenso bieten die folgenden Abschnitte zum Teil ganz aus- tungen. Wenn man mit ihm die Zahl dieser Kriegskrüppel jetzt effekte wirkendes Bild. Beim Eintritt in die große Wandelhalle fällt einem schon von gezeichnete Einführungen in ihre Spezialgebiete. bereits auf 40 000, bei längerer Dauer des Krieges auf 100 000 schäßt, so gewinnt diese Frage in der Tat die allerernsteste BeFerne der riesige, die eine Seite des Kuppelraumes einnehmende Schlachtschiffburchschnitte mit der Darstellung der Sanitätsräume in Anschauung von der Verwendung der Röntgenstrahlen im Kriege( illu- deutung. Es wird nicht bloß Sache des Staates, sondern auch der Natürlicher Groge in die Augen: Operationsraum, Schwingetojen, striert an schönen Transparenten); von der zahnärztlichen Tätigkeit, Arbeiter und ihrer gewerkschaftlichen Organisationen sein, zu dieser Gleitbahn zum Transport der auf Hängematten liegenden Ver- von der uns besonders die Schienen und Verbindungsdrähte zur Frage Stellung zu nehmen Teszten usw. find zu sehen, daneben die Einrichtungen eines Lazarett. Seitung gebrochener Stieferteile intereſſiert; von der Bekämpfung Betracht kommenden Interessen nicht bloß zwischen Arbeitgeber der Kriegsseuchen( Photographien, Reinkulturen der KrankAuf der anderen Seite der Kuppelhalle bedarf das von dem Ar- heitserreger), ber Grkennung und Bekämpfung der Infektionskrant Arbeitern nicht so ganz leicht sein dürfte. chitekten Weinert geschaffene 12 Mter lange Schlachtenrelief eingehen- heiten im Felde usw. Eine Koje gibt uns Präparate, Tafeln, Stader Betrachtung; es stellt in sehr verkleinertem Maßstab eine moderne tistiken über den Alkohol und seine verheerenden Wirkungen; eine kommen wir der Medizinalabteilung des Ministerium..s des Innern Schlacht mit ihrer gewaltigen Ausdehnung, ihren Schüßengräben, große Reihe anderer Kojen führt uns die moderne Krankenpflege vor Dant schulden, eine Menge auch die Arbeiter anregender und be Schlachtfeld und auf den Chausseen bis zum Feldlazarett dar. Diesem stellung, ein anderer behandelt Geschichte und Einrichtungen der erwarten lassen. Leider steht der Eintrittspreis einem solchen Transport der Verwundeten ist ein großer Teil der zahl- Krankenorden( Johanniter-, Maltheserorden); in weiteren Sälen Massenbesuch hindernd im Wege, er beträgt 50 Pf., nur an einem lojen in der Wandelhalle aufgestellten Modelle und Muſter ge- finden wir ſtatiſtiſche Tabellen und Karten über das Krankenpflege- Tage unserm personal, die Zahl der Lazarette, die Verbreitung der Pocken in der gesezt, vermutlich um durch den trotzdem zu erwartenden starken wie wir hören Sonnabends- wird er auf 10 Pf. herabvon Krankenbahre bis zum Lazarettzug und widmet, betragen Berlins so die den Sanitätsausrüstungsgegenstände aller Art für Krankenträger, Hilfs- England, das wir in den letzten Jahrzehnten nahezu eingeholt haben. Verwundeten zugute kommen sollen. Es wäre erwünscht, wenn vielleicht zu bestimmten Stunden und mailerbehälter und Feldröntgenwagen, Laboratorien, Untersuchungsunter sachverständiger Führung die Preisermäßigung Blab iten und gelungensten in der Ausstellung. Der Beschauer bekommt griffe oder es den Arbeiterorganisationen möglich wäre, billige Billetts an ihre Mitglieder abzusehen. schiffes, in welches die Verletzten später übergeführt werden. ihren Haubizen perjonal und Aerzte, Krankenzelte und Notbaraden, fahrbare Trinkinftrumente usw. Im Lesesaal des Reichstages und dem angrenzenden Edjaal wird und Arbeitnehmer, sondern auch zwischen verkrüppelten und heilen Alles in allem bringt die Ausstellung, für deren ZustandeBesonders hervorheben müssen wir aber an dieser Stelle den auch an anderen Tagen der Krüppel fürforge gewidmeten Teil als einen der wichtig in der Tat einen Einblick in dieſe ganz moderne, humanen und so-O Doch da5 Bestaunen der Gegenstäude allein gab den Kindern keinen Freibriest massenhaft die Zpielwarenausstellung zu betreten? Ta hinten in einer Abteilung, wo die Eisen bahnen, die Damvftnaschinen usw. Aufstellung gefunden haben, dreht sich von einer dichten Kette fröhlicher Kinder umlagert ein Karussell, das Zahlungsfähige von Zeit zu Zeit zu einer Fünspfennigtour aufnimmt. Das Geschäft blüht hier so glänzend, daß es nur schwer ist heranzukommen. Ein durch maschinelle Vorrichtung betriebener Leierkasten sorgt für die musikalische Unterhaltung der Fahrgäste sowohl wie der Um stehenden. Nun erst wurde es mir verständlich, weshalb die Kinder so zahlreich ungehindert in das Warenhaus strömen konnten. Das Karussell ist zur Weihnachtszeit ein lukratives Objekt inmitten der Spielwarenausstellung des Warenhauses ge worden.__ Nationaler Frauendienft. Seit reichlich vier Monaten arbeilet jetzt in Berlin der Nationale Frauendienst. Diese nach Ausbruch deö Krieges zusammengetretene Frauenorganisation für Kriegswohlfahrtspflege widmet sich der Für- sorge für hilfsbedürftige Kriegerfamilien und für andere durch den Krieg in wirtschaftliche Bedrängnis geratene Personen. Auch aus den Reihen unserer Genossinnen haben im Hinblick auf den Notstand der KriegSzeit viele sich hilfsbereit dem Nationalen Krauendienst zur Verfügung gestellt, un- geachtet aller Gegensätze, die sonst zwischen ihnen und den bürger lichen Frauen bestehen. sDah von unseren Genossinnen außerdem noch eine besondere Hilfsaktion geschaffen wurde, sei hier nur neben bei erwähnt.) In den vier Monaten haben Scharen von Hilfe. suchenden, die durch Einberufung des Ernährers zum Kriegsdienst oder durch eigene Erwerbslosigkeit beistandSbedürftig geworden waren, Frauen und auch Männer, sich an die Bureaus des Nationale» Frauendienstes gewendet, und den allermeiste» konnte irgend ein Beistand geleistet werden. Schwerlich wird in der nächsten Zeit der Zustrom nachlasien, sondern eher ist noch eine Steigerung zu er- warten. Die Einziehung von Landftunnpflichtigen mehrt weiter die Zahl der unterstützungsbedürftigen Angehörigen von Kriegsteil nehmen», und das Vorrücken des Winters steigert in vielen Familien das Bedürfnis nach besonderen Hilfen. TaS wird dem Nationalen Frauendienst noch viele zuführen, die bisher nach ihm zu fragen nicht nötig gehabt hatten. Der Nationale Frauendienst wirkt in Anlehnung an die für die Dauer deS Krieges eingerichteten Unterstützungskommissionen der Stadt, denen die Entscheidung über die an Kriegerfamilien aus Reichs- und Gemeindemitteln zu leistenden Unterstützungen obliegh Neben den 23 Unterstützungskommissionen, deren Bezirke sich mit den Steuerkassenbezirken Berlins decken, stehen 28 H i l f S- kommissionen des Rationalen Frauend ienstes. Vertreterinnen dieser Hilfskommissionen werden zu den Sitzungen der Unter- stützungSkommissionen hinzugezogen, dürfen an den Beratungen teil- nehmen, haben aber keine beschließend« Stimme. In den Bureaus der HilfSkommisfionen find Tag für Tag einige hundert Frauen be- müht, den Beistandverlangenden nach Kräften zu nützen mit An- hörung ihrer Klagen und Wünsche, mit Erteilung von Auskunft und Rat über die Wege zur Durchsetzung ihrer Hilfsansprüche, mit Fest- siellung der Notlage durch Ausführung von Recherchen in den Woh- nungen. Von dem Umfang dieser Arbeiten kann man sich eine Vorstellung machen, wenn man hört, daß pro Woche in den 23 BureauS zusammen 20— 2Ö000 Personen abzufertigen find. Nötigenfalls wird direkt eingegriffen mit sofortiger Gewährung dringendster Hilfe, deren Kosten aus Stadtmitteln und Privatspenden gedeckt werden muffen. Groß ist die Zahl der Bittenden: darmn möge, wer nicht sogleich seine Wünsche erfüllt sieht, nicht ungeduldig werden. Man gibt Brotmarken und MUchmarken, auch Anweisuitgen auf Mittagessen, das in Speisehäusern eingenommen oder von da geholt werden kann, und Gutscheine auf Lebensmittel, die in den Verkaufsstellen der Konsum- genoffenschaft(zum Teil auch in einigen anderen Geschäften) an- gekauft werden können. Auch durch Tpendung von Kleidung. Stiefeln, Wäsche usw. ist schon manchem geholfen worden. Außerdem ist es dem Nationalen Frauendienst möglich, zur Arbeitsbeschaffung bei- zutragen durch selbständige Vergebung von Strick- und Flickarbeit. Aber ein wirksamerer Beistand als alle diese direkten und meist nur kleinen Hilfen ist manchmal die bloße R a t e r t e i I u n g. die den Hilfesuchenden auf den rechten Weg weist. Hier kann der Nationale Frauendienst wertvolle Fingerzeige z. B. auch den Mieteschuldnern geben, deren Rotlage jetzt die Stadt durch Regelung der von ihr zu gewährenden Mietebeihilfe und durch ihre Mieteeinigungsämter zu mildern suche. Mietebeihilse wird von der Unterstützungskommission bewilligt, aber nur auf mündlichen Antrag des Bedürftigen, und ebenso greift das Mieteeinigungsamt nur auf Antrag ein. Im .Vorwärts' ist bierüber erst kürzlich das Nötige gesagt worden. Wer einer Mietebeihilfe bedarf oder zur Vcrmittelung mit seinem Hauswirt ein Mieteeinigungsamt anrufen will und hierüber noch nähere Auskunft wünscht, kann sie beim Nationalen Fraucnverein erhalten. Auch zu den Verhandlungen der Mieteeinigungsämter werden Bertreterinnen deS Rationalen FrauendicnsteS hinzugezogen. Alle, die eine Hilfskommission deS Nationalen Frauendienstes in Anspruch nehmen wollen, sollen beachten, daß jeder daS nur in dem Bureau feines Bezirkes tun kann. Wir geben hier die Liste der 23 Kommissionsbezirke mit den dazu gehörenden Stadt- bezirken und den jetzigen Bureau? der Kommissionen. 1: 1—14, 148—144, Postsir. 16; ll: 15—80, Gitschiner Str. 07/103; III: 31 bis 40, Kurfürsienstr. 166; IV A: 50—666, Askanischer Platz 3; IV L: 67-780, Johanniterstr. 4; VA: 70-97, 137—142, Äöpe- nicker Str. 74; VL: 03—1136. Mariannenplatz 27/28; VI: 114 bis 136, Kommandantenstr. 14; VH A: 145—165, Blumenstr. 97; VHB: 166-177, Bromberger Str. 13/14; VII C; 178-181, PeterS- burger Str. 4; VIIlA: 182-188, 189A, D, F, 194-201, Georgen- kirchstr. 48; VIII L. 1806. C. E, 190A— 198H. Elbinger Str. 4; IX. 202-217. 269-271. Rosenthaler Str. 40/41, Ausg. 6: XA. 218—241, Schönhauser Allee 161; XB, 242—248, Greifcnhagener Straße 58/59; XC, 249A— 254E, Schönhauser Allee 134a; XI, 256-268, 272—278, Wattstr. 16; XII A. 279-288, 297—304, Alt- Moabit 11; XII 6, 284A-290c!. Gerhardtstr. 4/5; XII C. 291-296, 309, Turmstr. 44; XHl A. 305-308, 310-3140, Plantagenstr. 15; XHIB, 315-3266, Pankstr. 34. Stiftung zur Fürsorge für arme Kinder. Eine sehr zweckmäßige Stiftung hat der am 29. September verstorbene Dr. phil. Georg August Freund der Stadt Berlin ver- macht. DaS etwa 5�/, bis 6 Millionen Mark betragende Vermögen soll zu einer Stiftung zusammengefaßt werden, die hilfsbedürftigen Kindern zugute kommen soll, insbesondere solchen, die einer geeigneten elterlichen Fürsorge entbehren oder zu Hause einer schlechten Behandlung oder gar Mißhandlung ausgesetzt sind, oder von ihren Angehörigen ausgebeutet werden. Auch die Gewährung von Unterstützungen zur befferen Ausbildung solcher Kinder bis zu deren GroßjÄrigkeft soll nicht ausgeschlossen sein. Der Verstorbene bekundete durch semen Willen eine warme Liebe für die armen, mißhandelte« und ausgebeuteten Kinder, die er schützen möchte; manches Kind dürfte damit vor der Fürsorge- erziehung bewahrt werden und doch eine geordnete Erziehung er- halten können. Eine solche ErziehungSmöglichkeit ohne Jnanspruch- nähme der Fürsorgeerziehung ist eine dringende Notwendigkeit, und weite Kreise, die eS mit den armen Kindern gut meinen, werden dem Stifter für seinen Entschluß Tank wissen. Vorerst tritt die Stiftung»och nicht ins Leben, da der ZinSgenuß der Schwester des Stifters aus Lebenszeit zusteht. Erst nach dem Ableben der Schwester wird die Stiftung Wirklichkeft; sie dürste dann viel Segen stiften._ Die zweite Kakaostube des Roten Kreuzes von Berlin ist gestern in der Petersburger Straße 14 ihrer Bestimmung übergeben morden. Die Tatsache, daß die tägliche Besucher- zahl der in der Brunnenstraße ebenfalls vom Roten Kreuz von Berlin eingerichteten Kakaostube über 3000 Personen beträgt, spricht deutlich dafür, daß diese Kakaostuben der Be- sriedigung eines tatsächlichen Bedürfnisses dienen. Bekanntlich wird in diesen Kakaostuben zum Preise von 2 Pf. eine große Tasse guten Kakaos mit einer Schrippe verabfolgt. In der Petersburger Straße befindet sich außerdem im Zusammen- hang mit der Kakaostube eine Suppenküche, wo eine schmack- hafte und kräftige Suppe nebst einem Stück Brot zum Preise von 2 Pf. und mit einer Fleischwurst zum Preise von 3 Pf. zu erhalten ist. Geöffnet ist die Kakaostube von früh V->3 bis 9 Uhr, von 11 bis l/zZ Uhr und von 4 bis 7 Uhr nachmittags. Ter minderbemittelten Bevölkerung und namentlich der schulpflichtigen Jugend ist auf diese Weise Gelegenheit ge- geben, sich in einem behaglich eingerichteten Räume durch warme Getränke zu stärken, was gerade in der jetzigen Jahres- zeit besonders not tut._ Tie„Rettung" der deutscheu Heilsarmee. In große Bedrängnis ist die HeilSannec durch den Krieg ge- raten. Es ist allgemem bekannt, daß diese sonderbaren Heiligen von England auS regiert werden und auch materiell verbündet und verpflichtet sind. In Berlin befindet sich das Hauptquartier Breite Straße iEcke Gertraudtenstraße). Um sich zu helfen, ist eine vor- läufige Uebertragung der Eigentumsverhältnisse vorgenommen worden. Folgende Bekanntmachung über eine handelSgerichtliche Eintragung bei der HeilSarmee-GrundstückSgesellschaft m. b. H. be- sagt: Oberstleutnant und Leiter der Heilsarmee in Deutschland Karl Treite in Berlin ist an Stelle des Geschäftsführers William John Mag Alloman, der im Auslande weilt, auf Grund des§ 29 des B. G.-B. für die Dauer von deffen Behinderung zmn einst- weiligen Geschäftsführer bestellt.' Vorläufig dürfte also die Heilsarmee„gereitet' sein. Mit den Kartoncl-Höchstprciscn beschäftigte sich vorgestern abend eine im großen Saale des Lehrer» vereinShauseS von den Kartoffel-Groß- und Kleinhändlern stark be- suchte Versammlung. Einberufer der Versammlung war der Verein der Kartoffel-Großhändler zu Berlin. Der Geschäftsführer des- selbe», Ernst Wilm. schilderte die durch die Festsetzung der Höchst- preise geschaffene schwierige Lage der Kartoffelhändler; seüie Ausführungen ergänzte für den Kleinhandel Generalsekretär für Handel und Gewerbe G. Bergmann. Ter Kernpunkt der Darlegungen be- stand darin, daß die für Groß-Berlin festgesetzten Höchstpreise für den Kleinhandel von 3 Pf. für daS Kilogramm erstklassiger und von , Pf. für daS Kilogramm zweitklassiger Speisekartoffeln die Händler der Möglichkeit berauben, im Kleinhandel Kartoffeln zu verkaufen. CS müsse daher, um den Kleinhändlern«ine nur geringe Verdienstmöglichkeit zu lassen, der Höchstpreis für den Zentner erstllassiger Kartoffeln auf 4,35 M. und für zweitklasfige Kartoffeln auf 4,10 M.festgesetzt werden. Beim Auswiesen sollen 10 Pfd. 45 Pf. bezw. 42'/z Pf. kosten. Ferner solle die Behörde bei neuen Beratungen Vertreter der Kartoffelhändler hinzuziehen. Eine Entschließung, die diese Wünsche enthält, wurde einstimmig'an- genommen. Unseres ErachtenS liegt kein zwingender Grund vor, in dieser schweren Zeit eine Senderung an der im Einverständnis mit den Magistraten und den Landräten deS Groß-Berliner WirtschaftS- gebietS getroffenen Preisfestsetzung vorzunehmen. Wenn den Klein- händleni bei den gegenwärtigen Preisen ein germgerer Verdienst bleibt, so wäre das höchstens ein Beweis dafür, daß der Großhandel zu hohe Preise von ihnen fordert. Tie Charlottenburger Stadtverordnetenversammlung beschäftigte sich am Mittwoch unter anderem mit dem sozialdemo- kratischen Antrag, der die sofortige Weirerführung des Baues der Badeanftati in der Krummestratze bezweckt. Die Debatte darüber gestaltete sich zu einer Debatte über die Arbeitslosigkeit im allgc- meinen. Genosse Scherenberg wies in der Begründung daraus hin, daß der Magistrat zwar in Worten immer die Notwendigkeit der Beschaffung von Arbeit anerkannt, praktisch aber seine Geneigt- heit dazu nicht betätigt habe. Ebenso sei eS zu tadeln, daß ge- lernten Arbeitern unter Androhung der Entziehung der Erwerbs- losenunterstüyung zugemutet werde, die Arbeit ungelernter Arbeiter zu verrichten und daß beim Neubau des Krankenhauses Westend die Malerarbeiten an eine Firma vergeben seien, die bedeutend unter dem Tarif bezahle. Vom Magistrat wurde demgegenüber auS- geführt, daß die Verwaltung bestrebt sei. das Projekt der Badeanstalt nach Kräften zu sörvern, daß eS aber an den not- wendigen qualifizierten Arbeitern fehle, die für die schwierigen Betonarbeiten geeignet seien. Genosie Gebert betonte, daß die AuSschachtungSarbeiten bei der Badeanstalt schon im August hätten vorgenommen werden können. Hätte man das damals getan, wo ein Ueberangebol von Arbeitskräften vorhanden war, dann könnte man jetzt weiter arbeiten. Der Antrag selbst war gegen- standslos geworden, da der Magistrot seine Bereitwilligkclt zur Förderung des BaucS erklärt hatte, die Antragsteller zogen ihn des- halb zurück. Das gleiche tat die Partei der Hausbesitzer bezüglich eines Antrages, der die Residenzpfsichl der Beamten bezweckte. Der Bürgermeister Maier halte die Erklärung abgegeben, daß die Rc- siderrzpflicht der Beamten und Lehrer in dem gleichen Umfange wie in Berlin bestehe; man könne eS aber dem Magistrat nicht ver- wehren, wenn er jedem, der ein berechtigtes Jntereffe daran habe, das AnSwärtSwobnen gestalte. Die nächste Sitzung findet erst im Januar statt. Kürzung der Kriegsunterstützmrg in Nicdcrbarnün. Für Mieltunrerstützungen bewilligt« die Ponkower Gemeinde- Vertretung weitere 100000 M. Bei dieser Gelegenheit wurde all- seitig gegen die eigenartige Handhabung des Riederbarnimer Krei'eS bei Gewährung des ZuschuffeS zur Reichsunterstützung für die Angehörigen von KnegSteilnebmern protestiert Auf Beschluß deS Kreistages soll der Krei« diesen Zuschuß bis zu lOOProz. gewähren. Der KreiSauSschuß vertritt nun die Auffassung, daß in den Fällen, wo neben der Frau mehr al« 4 Kinder zu unterstützen sind oder wo den UnterstützungSbercchiigten noch andere Einnahmequellen zur Ber- fügung stehen, der lOOprozenttge Zuschuß gekürzt werden muß. In einer rein ländlichen Gemeinde inag dieser Standpunkt viel- leicht eine Berechtigung haben, aber tn den angrenzenden Gemeinden Berlins find die Mieti- und Lebensverhältnisse durchaus nicht billiger als in Berlin selbst. Der Landrat ist dagegen der Meinung, daß der Kreit Riederbarnim«in vorwiegend landlicher sei. für den der Maßstab der Berliner Vechälinisse nicht angelegt werden könne. Auch bei den größeren Gemeinden mit vorwiegend großstädtischem Eharakter könne grundsätzlich keine Ausnahme zugestanden werden. da diese Gemeinden stark genug seien, etwaige Mehrbelastungen selbst zu tragen. Hiernach wird in Niederbarnim verfahren und sind von den etwa 2100 IlnterstützungSfällen Pankows bisher etwa 800 vom Kreis beanstandet worden, die dann zum überwiegenden Teil Mietsunterstützungen von der Gemeinde erhalten mußten. Tie Ausstellung im Borwärtshause» Lindensir. 3, ist in dieser Wockie täglich von 3 Uhr nachmittags bis 3 Uhr abends geöffnet. Zur Ausstellung gelangen gute Jugendbücher, Beichäftigungsspiele, künstlerischer Wandschmuck und sozialistische Lileratur. Der Verkauf der Bücher und Spiele findet im Ausstellungsraum statt. Die Ausstellung befindet sich im 1. Hof links parterre._ Der heutige Freitag schulfrei. Das Oberkommando in den Marken hat angeordnet, daß wegen unserer Siege in Polen heute die Schulen in Berlin und der Provinz Brandenburg geschlossen sind. Es soll aber eine Schulfeier abgehalten werden, wobei die Kinder auf die Bedeutung des Sieges hingewiesen werden sollen. Ein Wcihnachtsfest für alle aus Frankreich vertriebene» hier an- säisigen Deutschen findet am Mittwoch, den 23. Dezember, abends 5 Uhr, im Lehrer-Vereinshause. Alexandetplatz, statt. Alle Personen. die an der Feier teilnehmen wollen, werden ersucht, sich die kosten- lose Eintrittskarte persönlich im HilfSbund für gebildete Frauen und Mädchen(LepkeS Kunsthau?, Potsdamer Str. 12Sa) Freitag, den 18. d. und Sonnabend, den 19. zwischen 10 und 1 Uhr abzuholen. da für die Kinder und hilfsbedürftigen Frauen eine Bescherung mit dieser Feier verbunden ist. Wer ist der Tote? Im Straßenbahnwagen gestorben ist ein unbekannter Mann, deffen Leiche die Revierpolizei beschlagnahmte und zur Feststellung der Persönlichkeit nach dem Schauhause bringen ließ.' Der Tote ist etwa 65 bis 70 Jahre alt. hat graues Haar und ebensolchen Vollbart. Er trug ein graues Jackett, eine schwarz- gestreifte Hose, einen dunklen mit schwarzer Seide gefütterten Winter- Überzieher und eine goldene Brille. Der Deutsche Arbeiter-Wanderbund„Die Naturftrunde"(Ortsgruppe Berlin) wiederholt wegen Ueberfüllung deS Saales bei der vorigen Veranstaltung den Vortragsabend.Die vier Jahreszeiten im norddeutschen Flachland«' am Sonntag, den 20. Dezember, im großen Saale von Obiglos Festsälen, Koppenstr. 29, Saalöffnung ö'/j Uhr. Einlaßkarten zu 20 Pf. sind in der Geschäftsstelle Fritz Kruse, Mariannenstr. 11, bei Horsck. Engelufcr 15, Blankenstein, Schillingstr. 17-18. Heyse, Boyenstr. 19, Diebel, Koppenstr. 28 und in ObigloS Festsälen zu haben. /lus öer Partei. Zwei Urteile. lieber de» soeben erschienenen Almanach„Junge Volk' schreibt die„Leipziger Volkszeitung": Kein Almanach für die arbeitende Jugend. Der„Burgfriede" in Deutschland hat es mit sich gebracht, daß über die Gründe der sozialdemoftatischen RetchStagSfroltion für die Bewilligung der KriegSkredite nicht viel gesprochen werden konnte. Hier und da haben sich Abgeordnete von ihren Wählern Vertrauen?- zeugniffe ausstellen lassen, eine DiSkuifion darüber, ob die Ab- stimmung anders hätte ausfallen können, mußte jedoch bis nach den, Kriege verschoben werden. In dem jüngst erschienenen„Jung- voll 1915", Almanach für die arbeitende Jugend, wird ober jetzt schon vom Genossen Heinrich Schulz eme Darstellung der KriegScreignisse gegeben, die nur die eine Seite zu Worte kommen läßt. Ist es vom pädagogischen Standpunkte aus schon unangebracht, vor solchem Forum Verhältnisse als abgeschlossen zu schildern, die noch int Flusse sind und über die erst in spaterer Zeit abschließend geurteilt werden kann, so ist eS noch weniger an- gebracht, wenn in die proletarische Jugend Fragen der Parteitaktik htnctngespielt werden. Trotz der sonstigen vortrefflichen AuS- stattung deS„Jungvolk 1915' können wir aus diesem Gmnde die Verbreitung des diesjährigen Almaita chs für die arbeitende Jugend nicht empfehlen. In der Chemnitzer„Volks stimme' fällt E. H. folgendes Urteil: Mit diesem Kalender legt die Arbeiterbewegung alle Jahre Ehre für sich ein und kann stch neue Freunde werben. In diesem Jahre war der Kalender bereit? fertig gestellt, als der Krieg auS- brach. Nun mußte manches fortbleiben, und durch rasch herbei- geholten Ersatz Ausgleich dafür geschaffen werden. DaS ging nicht ohne manchen Schaden ab. Den Artikel von Heinrich Schulz über den Weltkrieg 1914 hat die Militärzensur arg ver- stümmelt. Es wäre auch von ihrem Standpunkt aus besser, sie hätte ihn unverändert gelassen. Denn Schulz steht fest auf dem Boden der Notwendigkeiten und läßt sich au» durch da? Grauen vor dem furchtbaren Morden nicht i n e i n e weichliche Friedens st immung hitt einjagen sondern vet kündet die Prlrcht zum Opfermut. Was er in der'vorletzten Nummer der.Arbeiterjugend' über den Weltkrieg als Erlebnis ge- schrieben hat, tst vielleicht das beste, was überhaupt von trgendwent wellgeschichtliche Ereignis zur Jugend gesprochen worden tst. Aber wenn hter wenigstens nur äußere Umstände den Schaden angerichtet haben, tst das Leitgedicht„Neujahr 1913' von L. L eine ««rsührung der Jugend zu schlechter Tendenzreimerei und die Plauderet von Therese Schlesinger über den Zukunft«- st a a t mehr wte oberflächlich. Gemeindew-Hlrrfolgc. Bei der Wahl der G-meindebevollmächtigien in AuaSburg "5.. Sozialdemokratie 5 Vertreter, da; Zentrum 9 und die Liberalen 10. D,e iozialdemokratische Fraktion tm Augsburg« Rat- Hause ist nun 11 Mann stark. Auf Grund dieser Sitze erhielt unsere wt V« 5 m �°?'strat 2 wettere Vertreter, so daß sie nun auch dort 3 Sitze«nn« hat.' In Kempten erhielt bei der Gemeindewahl die Sozial- demolratte zw« Vertreter im Gemeindekollegium. angesichts der Resultat 9 � Verhältnisse ein überaus günstiges Trotz des 1905 bedeutend verschlechterten Wahlrecht« zum Ge- meindeauSschuß der Geniemde W i l h e l m s b u r g bei Harburg gelang es unseren Genossen am Montag gelegentlich der Ertatzwohl veziriN.eder.Georgenwerder � toU� 1« ansässigen und 2l8 nicht- AU,9. Ktunmen gegen 140 ansasfig« und 4 nichtansäifige Stimmen gewählt. Dannt zteht der ersl« Sozialdemokrat m dn, Ausschuß der größten Gemeinde der Provinz Hannover ein. Gewerkschaftliches. die Lithographen an Sir Keichsreglerung. „ßn der zweiten KnegSsitzung des Reichstags am 2. Te- r e,siC eingegangener Petitionen dem K w e-A iur.Berücksichtigung überwiesen. Darunter be- sindet nch auch eme vom Gehilsenverband der Lithographelt mtdStemdrucker, der die Reichsregierung ersucht, für die Bereitstellung von Bütteln Sorge zu tragen, die den finanziell Soziales. Zum Bergarbeiterschub. " Das schwachen Gemeinden ermöglichen, auch ihrerseits die Unter- Jund ähnliches mußten zunächst als Gründe für die Vertragslösung J heute nacht für eine freiwillige Patrouille, Sie müssen nämlich stügung der Arbeitslosen zur Durchführung zu bringen. Be- dienen. Dem Syndikat gegenüber wurde jedoch festgestellt, daß es den Französisch sprechen." Zu Befehl! Ich bin gern dabei!" wenn wir tot oder lebendig einen Franzosen gründend wurde ausgeführt, daß, wie alle Gewerkschaften, Gaswerken, die bereits die neuen, hohen Preise zahlen, die vollen Eiserne Kreuz, Die Nacht fan. Wir präpelten mit auch der Verband von jeher die Unterstügung der Arbeits- Quantitäten Kohlen anliefert. Jene Gaswerke gar, die bisher in bringen. Wir sollen feststellen, welches Regiment drüben steht. der Hauptfache englische Kohlen verarbeiteten, erhielten Lieferungs- Vier Mann außer uns." lofen als eine feiner vornehmsten Aufgaben betrachtet und angebote mit teilweise sehr erheblichen Preisabstrichen. Als man gutem Appetit, pußten die Gewehre, und ich ging dann zum Feldfeit feinem Bestehen allein für Arbeitslosenunterstügung das Syndikat auf diese Tatsache aufmerksam machte, schüßte webel, mit dem ich bei einer Flasche Wein unser Unternehmer be1 553 316 M. ausgezahlt habe. Der Krieg habe den Verband es vor, es handle sich hierbei um jene Quantitäten Rohlen, sprach. Die Nacht war völlig dunkel, kein Stern sichtbar. Aus dent in einer finanziell ungünstigen Lage überrascht. Das Litho- die bis zum Kriegsausbruch nach Belgien und Frankreich worden seien. Nur diese Mengen würden den Graben heraus; jeder drückte noch einmal die Hand unseres Zuggraphie und Steindrudgetverbe ist seit vielen Jahren im exportiert gewinnenden Kunden zu Au herabgesezten Preisen führers, dann ging es auf Strümpfen hinaus über den Schnee, Niedergang begriffen. Durch die letzten Handelsverträge ist neu die Ausfuhr nach Amerika, Rußland, Frankreich, Italien und angeboten, um diese zu langfristigen Geschäftsverbindungen bewegen das Gewehr übergehängt. Außer einem 200 Meter langen Band, anderen Ländern immer geringer geworden; der Export nach zu tönnen. Damit ist eigentlich schon festgestellt, daß das Kohlen das uns beim Rüdzuge die Richtung sichern sollte, hatten wir noch Das Band zerriz bald, und ich steckte die syndikat in der Lage ist, zu liefern, wenn es will. Das Gaswert zwei Bajonette mit. den Vereinigten Staaten von Amerika hat sich um Drei einer großen süddeutschen Stadt hat nun nach einem Ausweg gesucht, Bajonette in den Schnee. Nun ging es über Drahtverhaue an viertel seines Wertes verringert. Dazu kommt noch ein wesent- um die Gaserzeugung nicht zu gefährden. Und siehe da, das Kohlen- den Horchposten vorbei, die mit gespanntem Gewehr hinaushören licher Rückgang des Absages in Ansichtskarten im Inlande. syndikat findet sich bereit, das volle Quantum Kohlen zu liefern, wenn in die Nacht; denn nur 600 Meter von uns entfernt find andere Fast seit einem Jahrzehnt mußte der Verband große Summen der erhöhte Preis von über 18 M. pro Tonne bezahlt wird und wenn Gewehre und Mitrailleusen, um uns den Tod entgegenzuschleudern. für die Unterſtügung seiner arbeitslosen Mitglieder aufbringen. das Wert seine Rechte an den bisherigen Vertrag nicht auf prozessualem Der Schnee knirscht. Der Feldwebel vornweg, und wir in Linie Bald über Kohläcker, bald über StrohDie wirtschaftlichen Krisen der Jahre 1902, 1908 und 1912 Wege geltend zu machen versucht. Kommt unter dieser Vorausschußbereit hinterher. steigerten diese Ausgaben derartig, daß nur durch Extra- fegung ein neuer Bertrag austande, dann will das Syndikat später haufen, Ruhe und tiefes Schweigen. Plößlich sehen wir den noch einige tausend Tonnen Kohlen zu den alten Breifen nachliefern. Seitengraben der Franzosen. Wir nieder. Ungefähr 50 Meter beiträge die dadurch entstandenen Verpflichtungen ge man sieht also, die Notlage, in der sich die Koblenverbraucher be- vor uns standen Gestalten in Gruppen zusammen, dreimal vier deckt werden konnten. Fast zwei Jahre hindurch finden, weil englische Kohle nicht mehr ins Land tommt, wird jezt Mann. Eine Stimme rief:" Qu'est là?"(„ Wer ist da?") Somußte der Verband pro Quartal 20 000 M. zur schon weiblich ausgenügt. Wir finden, es wäre an der Zeit, dieser fort antwortete ich: Une patrouille qui a perdu le chemin, ne tirez pas, nous sommes des camerades."( Eine Patrouille, Sanierung seiner Krankenkassenabteilung hinzuzahlen. Diese Geschäftspragis einen Riegel vorzuschieben. die vom Wege abgekommen, schießet nicht, wir sind Kameraden.") enorme Anspannung ließ zwar durch die bessere Geschäftsfonjunktur etwas nach, aber der Rückgang des Berufs blieb Eine russische Kriegsanleihe in England. Nach einer Londoner De quel régiment?"( Von welchem Regiment?") schallte es " Du vingtième régiment."( Von den Zwanzigern") unaufhaltsam und ließ ständig eine große Zahl Mitglieder Meldung verhandelt Rußland mit Londoner Banten wegen einer zurüd. ohne Beschäftigung. Allein an Arbeitslosenunterstügung, zahlte Emission von 40 Millionen Pfund russischer Kriegsanleihen rief ich hinüber, mich vorwärts bewegend. Der Feldwebel flüsterte: Immer näher heran!" Nach zehn Schritten sah ich zu meinen der Verband 1906: 80 013 m. aus, 1907: 95 350 m., 1908: in England. Füßen Drahtverhaue und Wolfslöcher, hinter die sich die Fran166 103 m., 1909: 177 073 m., 1910: 158 150 m., 1911: 30sen zurückgezogen hatten. Où est le chemin pour Maricourt?" 127 524 M. und 1912: 142 337 m. Die Mitgliederzahl ( Wo ist der Weg nach Maricourt?") rief ich, um was zu sagen. De quel régiment êtes- vous?"(" Von welchem Regiment ſeid hielt sich in diesen Jahren faft gleich. Sie betrug rund thr?") rief eine rauhe Stimme, die vorher schon tüchtig geflucht 16 000, damit umfaßt der Verband 85 Proz. der in den hatte. Mein Feldwebel sprang nunmehr vor; er schoß, dabei angeschlossenen Berufen beschäftigten Gehilfen. Gleich zu BeIn Dortmund wurde von der Straffamumer cin stürzte er über den Draht. Die Franzosen schrien und sprangen ginn des Krieges sah sich der Verband gezwungen, Steiger der Zeche„ Westfalen" wegen Hebertretung in den Graben. Pas de doute, ce sont des Allemands!"( Sein alle Unterſtügungseinrichtungen bedeutend zu fürzen, zum berggesetzlicher Bestimmungen zu 20 M. Geldstrafe verurteilt. 3weifel, das sind Deutsche!") schrie einer, und plötzlich krachten Teil ganz zu streichen, nur um die in der jezigen Zeit So etwas fommt nicht oft vor und auch in diesem Falle hat Schüsse und fegten über uns fort. Die ganze Schüßenlinie schoß. Einen Augenblid Ruhe; wir sprangen einige Schritt zurück und wichtigste Unterstützung der Arbeitslosen durchführen fönnen. Doch auch sie mußte ermäßigt werden, wenn es noch einige Umstände gekostet. Nach der Radbodkatastrophe, die große Erregung brachte und legten uns mit der Nase in den Schmuz; denn schon wieder schwirrnicht in wenigen Wochen die Mittel völlig aufge auch ein wenig die Gewissen weďte, wurde vom Landtag eine ten die Kugeln über uns hin, wühlten vor und neben uns den braucht sein sollten. Statt ber statutengemäßen Säße Novelle zum Berggesetz beschlossen, in der leider die wirksamsten Boden auf. Wir lagen eng zusammengerängt, 30 Meter vor von 9, 12 und 15 M. wöchentlich, je nach der Beitrags- Bestimmungen gestrichen worden waren. Aber auch die geltenden, uns der Schüßengraben. Etwa drei Viertelstunden vergingen jo. zahlung, wurden die Leistungen auf 3 M. für Ledige und völlig unzulänglichen Bestimmungen wurden oft genug nicht be- Die Verstärkung der Franzosen, die sich auch eingestellt hatte, lief 5 M. für Verheiratete herabgesetzt. Trozdem stiegen die Aus- achtet. So wird bestimmt, daß, wenn die Temperatur in den trappelnd durch die Laufgräben; bann war Rube. Sin und wie gaben enorm. Allein vom 1. August bis 7. November sind Grubenräumen über 26 Grab steigt, die Arbeitsschicht nur 6 Stun- der tauchte noch ein Franzmann auf. Einer stedte sich sogar eine 221 234 M. für diese Notstandsunterstützungen ausgezahlt den dauern darf. Sonst dauert sie 8% Stunden und mehr. Auf Bigarette an. Dann stiegen ganze Gruppen über den Drahtverhau worden. Das ist in einem Quartal bei weitem mehr als der Zeche Westfalen"( Nachbarzeche von Radbod") gibt es aber und näherten sich in dichter Schüßenlinie. Laßt sie nur heranBetriebspunkte, wo die Temperatur 29% bis 34 Grad beträgt. Ja, femmen!" sagte unser Feldwebel. Entsichern! Legt an! Gebt sonst in einem Jahre. Aber die Steigerung der Arbeitslosen es find fogar 37 Grab festgestellt worden. Gefteigert wurde die Feuer!" Salbe auf Salve trachte auf die schwarzen Gestalten, zahl ist auch eine ungeheure. Wenn vor Beginn des Strieges Size noch durch die aufsteigenden Dämpfe einer heißen Quelle. Die, getroffen, aufschrien, fielen; die anderen schossen. mit einem durchschnittlichen Arbeitslosenstand im Verband von Troß der geltenden Bestimmungen hat der Steiger in den dumpfen sprangen nunmehr zurüd, warfen uns hin, ohne uns zu rühren. 600 gerechnet wurde, so schnellte diese Zahl bei Kriegs- heißen Räumen es bei ber achtstündigen Schicht belassen. Es ist Aus allen Schüßengräben der Franzojen trachte es im wüften ausbruch auf 7718 in die Höhe. Diese Zahl ist erfreulicherweise gegen den Steiger Strafanzeige erstattet worden. Zuerst hat die reuafeuer. Einige weitere Sprünge zurüd. leber uns stieg gefunten bis auf 3037 am 1. November, wobei allerdings be- Straffammer in Münster in der Sache abgeurteilt, fie erfannte eine Reuchtrafete hoch. Lange fchivebie fie, che fie erlosch. Wir tont werden muß, daß die Verringerung der Arbeits- auf Freisprechung des Steigers. Das Kammergericht in Berlin hielten Kriegsrat. Sit... faufte die nächste hoch. Schwapp. lofigkeit zum größten Teil den Umstand zuzuschreiben hob das Urteil auf und berivies die Sache zur abermaligen Berlagen wir wieder. Serrgott, einer fehlt!" rief unser Feldwebel. losigkeit zum größten Teil den Umstand zuzuschreiben handlung an die Dortmunder Straffammer. Die Bergbehörde hat.." brüllte er, aufrecht sich stellend, bist Du verwundet?" Leider ist, daß viele Arbeitslose in anderen Erwerbszweigen auf Grund ihrer Feststellungen die Uebertretung bestätigt. Darauf keine Antwort. Aber nun arbeiten wieder Flinten und Maschinengewehre. Aber auch das ging ohne Schaden vorbei. dent 7. November wurde auf 20 M. Gelbftrafe erkannt. Unterkunft gefunden haben. Mit Lager hatten wir zwei Postkarten an einem Stein mitgebracht; Diese Berurteilung ist in der Tat ein feltener Fall. Die harten hatte ich mit allerlei öflichkeiten auf französisch besah sich der Verband gezwungen, auch die bisherigen Unterstügungssäge in der Weise zu beschränken, daß in den Aber für den Bergarbeiterschutz will solche Verurteilung malt. Diesen Stein schleuderte unser Feldwebel in den gegenüberStädten, in denen eine Arbeitslosenunterstützung durch die kaum etwas bedeuten. Der wichtigste Schutz liegt in vorliegenden Schüßengraben, an den mir uns wieder herangeschlichen Gemeinde gezahlt wird, die Verbandsunterstügung eingestellt beugenden Maßregeln: den Arbeitern selbst muß die Ueber hatten. Mit übertretenem linten Fuß mußte ich langsam zurüd. wurde. Trozdem bleiben noch 1200 Mitglieder übrig, die machnung der nötigen Schutzmaßregeln in weit höherem Grade Am nächsten Tage schossen die Franzosen ohne Ende. Mir wurde außer vom Verband von keiner Seite eine Unterſtügung er- als bislang übertragen werden. Je schneller dieje alte Forde volle Anerkennung zuteil. Der Hauptmann nahm mich in sein halten. Denn es gibt noch eine große Zahl von Gemeinden, rung völlig erfüllt wird, desto besser steht es mit der Ver- Quartier, wo ich jest als Dolmetscher fungiere. Meine Kame raden nennen mich nur den Franzosen". die noch keine Arbeitslosenunterſtügung gewähren. Der Verhütung von Unglücksfällen. band hat sofort bei Kriegsausbruch die außerordentliche Wichtigkeit der Unterſtügung der Arbeitslosen erkannt und alles getan, die äußerste Sorge von den Arbeitslosen jernzuhalten. Da aber die Mittel jest erschöpft sind, muß nunmehr die Sorge für die Arbeitslosen den Gemeinden überlassen werden. Deshalb ersucht der Verband die Reichsregierung, daß bak denjenigen Gemeinden, die nicht aus eigenen Mitteln die Unterstügung ihrer Arbeitslosen durchführen können, aus Reich mitteln die dazu erforderlichen Summen zur Verfügung gestellt werden. Berlin und Umgegend. zu " Gerichtszeitung. Hochstapler. 21 Bom eigenen Wagen totgefahren. Mir Aus dem Einen schrecklichen Tod hat der 33 Jahre alte Kutscher Rudolf Dbst gefunden. D. war bei einer Firma J. Jacoby beschäftigt. Als er am Mittwoch eine Wagenladung nach Kunersdorf beförderte, wurde er während der Fahrt auf der Chaussee von einem schwerent asthmaanfall heimgesucht und stürzte vom Bod herunter. Die Räder des schweren Wagens gingen dem Berunglückten über Kopf und Bruit hinweg, so daß der Tod auf der Stelle eintrat. D. hinterläßt eine Witwe mit fieben unmündigen Sigungstage der Stadt- und Gemeindevertretungen. Friedrichshagen. Heute nachmittag 5 Uhr im Rathaus, FriedrichDiefe Sigungen find öffentlich. Jeber Gemeindeangehörige ist be. Eingegangene Druckschriften. " Die Neue Zeit" erscheint wegen der erschwerten Versendung während der Weihnachtszeit am 18. Dezember als Doppelnummer ( r. 11 und 12); fie hat folgenden Inhalt: Josef Steiner( Bordeaux): Anton Hof Die französische Arbeiterbewegung während des Krieges. Fr. Mehring: Kriegsgeschicht richter: Der ungarische Proteftionismus. Heinrich Cunow: Geschichtsschreibung und Geschichts liche Streifzüge. Gustav Bang( Kopenhagen): Danemark während des Krieges. Alexandra Kollontan: Staatliche Mutterschaftsversicherung. Notizen. Feuilleton. Literarische Rundschau. Anzeige. auffassung. www Vom Wahren Jacob ist soeßen die zweite Weihnachtsnummer, zu Wie leicht die Welt, in der man sich nicht langweilt, es Schwindlern macht, fie um etwas Geld zu erleichtern, wenn der Schwindler sich den Nimbus eines Bornehmen", ja gar den eines leibhaftigen Fürften gibt, zeigte wieder gestern eine Verhandlung vor der 3. Straffammer des Landgerichts in dern. Berlin I unter Vorsitz des Landgerichtsdirektors Bieber. Die Rolle eines infognito reifenden Angehörigen regierenden Steinarbeiter. Die Sammlung für die Kinder der arbeitslosen Fürstenhauses brachte dein angeblichen Kaufmann Bepi Müller und zum Heeresdienst eingezogenen Kollegen hat mit dem aus dem eine Anflage wegen Betrugs und schwerer Urkundenfälschung ein. ftraße 87. Ortsfonds entnommenen Betrage 1050 M. ergeben, welche unter Der Angeklagte, welcher der Sohn eines fleinen Gasthofbejizers 350 Kinder zur Berteilung gelangen. Die Arbeitslosen selbst erhalten in Basing ist, spielte seit einer Zeit in gewissen Kreisen der Gefell- rechtigt, ihnen als Zuhörer beizuwohnen. 6 M. aus der Drtskaffe. Beitere 6 9. erhalten fie aus dem Mai- schaft eine etwas buntle Rolle. Er trat stets sehr elegant auf und fonds sowie 2 M. in Gutscheinen für Waren der Konsumgenossen war in den vornehmen Fünfuhrtees, z. B. im Kaiserhof, eine be. schaft. Für die aus dem Maifonds stammenden Beträge fommen kannte Erscheinung. Hier machte er auch die Bekanntschaft der nur die Verbandsmitglieder in Betracht, welche zu Weihnachten bier Gattin eines in Spielertreisen sehr bekannten Herrn, dem er sich zehn Tage und länger arbeitslos find, während die Verbands. als Baron von der Mühlen verstellte. Im Laufe der weiteren unterstügung auch denen zuteil werden soll, welche in den legten Bekanntschaft, die auch zu intimen Beziehungen des angeblichen beiden Bochen in Arbeit getreten sind, im letzten Halbjahr aber Barons und der Frau führte, ließ der Angeklagte durchblicken, Ferner follen daß er etwas biel Höheres" fei. Er sei gezwungen, sich unter weniger als 18 Wochen gearbeitet haben. an diesem Monatsschluß an die Ausgesteuerten, welche in diesem diesem Namen infognito in Berlin aufzuhalten, offiziell werde er Monat drei Wochen arbeitslos find oder waren, 15 ftatt 10 M. als auf der Jagd in Afrika befindlich geführt. Es werde eine ausgezahlt werden. Hiermit glaubt der Vorstand den Wünschen der Zeit geben, zu der er fein eigenes„ Ich werde groß schreiben Mitglieder weitgehendit Rechnung getragen zu haben und erwartet, müffen. Auf die Frage, ob er ein Herzog fei, erklärte der daß auch fie ihr möglichstes im Berbandsintereffe tun. Bor allen Schwindler, daß er noch etwas Söheres jei, er habe sich jetzt mit Dingen müssen sämtliche Mitgliedsbücher bis zur 52. Woche in Ord- feinem Vater überworfen, weil er die Tochter des Königs von nung gebracht und bis spätestens Sonntag, den 3. Januar, im Ver- Bayern heiraten sollte. Der Mann der Frau, mit der der Angebandsbureau oder in einer der Zahlstellen Faber, Dröger, Berge flagte intim verkehrte, wurde tatsächlich in den Glauben versetzt, mann oder Groß zur Ausstellung eines neuen Buches abgegeben er habe einen Angehörigen eines regierenden Fürstenhauses vor sich und war deshalb sofort bereit, der vermeintlichen Königlichen Soheit" 2500 M. zu pumpen, die angeblich der Sohn des Oberhof marschalls von Mirbach für eine dem Kaifer von Rußland zu schenfende wertvolle Vase" benötigte. Als Sicherheit" gab der Schwindler einen Wechsel, den er mit dem Namen des zurzeit im In Felde befindlichen Beutnants Erich von Deuster fälschte. ähnlicher Weife näherte sich der Angeklagte einer 55jährigen Frau, die er im Café Cumberland kennen gelernt hatte. Dieſe ließ sich, ba fie bares Geld gerade nicht zur Verfügung hatte, verleiten, aus Liebe zu dem falschen Herrn Baron ihre sämtlichen Brillantringe zu versetzen, da dieser sein Offizierstavaliers- Ehrenwort" einer Spielschuldsache einlösen mußte. Wie die Verhandlung er gab, hatte es der Angeflagte fertig gebracht, acht Monate lang ohne einen Pfennig Einfünfte zu haben, in der elegantesten Weise auf zutreten. Die Nelte im Knopfloch, die er zweimal täglich wechselte, Loftete jedesmal eine Mart, täglich schickte er drei Baar Handschuhe zur Reinigung, die teuersten Badstiefel zog er nur dreimal an. Das Urteil lautete auf 1 Jahr und 6 Monate Gefängnis unter An= rechnung von 2 Monaten der erlittenen Untersuchungshaft. werden. Zentralverband der Steinarbeiter. Drtsverwaltung Berlin. Deutsches Reich. Der Metallarbeiterverband hat mit Abschluß der 17. Kriegswoche am 28. November mehr als vier und eine halbe Million an Arbeitslofenunterfügung für feine Mitglieder gezahlt. Die Zahl der Arbeitslojen, die mit 75 407 oder 19,7 Broz. der Mitglieder in der zweiten Kriegswoche den Höhepunkt erreicht hatte, ist auf 16 793 oder 4,9 Broz. zurückgegangen. Die Zahl der zum Militär ein gezogenen Mitglieder hat sich auf 181 552 erhöht. Aus Industrie und Handel. Kriegsgeschäfte des Kohlensyndikats. Kleine Nachrichten. Kriegsliften. Wie das Koblenign bitat während des Krieges fein Geschäft zu erweitern und seine Profitrate zu erhöhen verjucht, dafür ein Beispiel. Das Syndikat schließt mit den städtischen Baswerten in der Regel brei und fünfjährige Lieferungsverträge ab. Die Bedingungen find febr scharfe, insbesondere binfichtlich der zeitlichen Anlieferung der Kohlen. Die zu Beginn des Jahres 1912 zustande gefommenen Beiträge wiefen eine Preisnominierung von 15,30 m. für bie Tonne Sohlen au. Mittlerweile aber, und zwar bis zu Beginn des Krieges, war der Preis auf über 18 M. gefteigert worden. Ausbruch des Strieges stellte das Syndikat die Lieferung zunächst chener Regiment im Felde ist, schreibt nach Hause: Es war am Abend des 24. November; die Sonne ging ganz ein. Als sich das dann nicht mehr rechtfertigen ließ, wurde den Gaswerken, die Lieferungen zu den alten, niedrigen Preisen zu beanspruchen hatten, eröffnet, daß sich das Syndikat an die Er- aur Neige, als ich zu meinem Feldwebel befohlen wurde. füllung der Berträge nicht mehr gebunden fühle. Arbeitermangel fagte er, über den Schüßengraben weglugend, ich brauche Mit Ein Charlottenburger Kriegsfreiwilliger, der bei einem Mün „ Liebe Eltern! gleich die letzte nummer des 31. Jahrganges erschienen. Der Preis der Nummer ist 10 Bf. Parteiveranstaltungen. Bruchmühle. Sonnabend, den 19. Dezember, abends 8%, Uhr: Bablabend bei Mille. Borfigwalde. Am Sonntag, den 20. Dezember, nachmittags 4 Uhr, findet in den Borfigwalder Festsälen, Konradstr. 42/43, eine Weihnachtsfeier für die Kinder und Frauen der im Felde stehenden Mitglieder statt. Es wird erwartet, daß sich fämtliche Parteigenoffinnen und Genossen daran beteiligen. Bezirk Schönciche und Umgegend. Am Sonnabend, den 19. Des gember, abends 8%, 11hr, findet in Fichtenau, Gesellschaftshaus, Hauptstraße, eine Versammlung mit folgender Tagesordnung statt: 1. Belche Ansprüche haben die Kriegsteilnehmer, ihre Angehörigen und interbliebenen bei ber Kranken, Invaliden- und Angestellten Bersicherung. 2. Die Kriegs- Wochen. hilfe nach der Bundesrats- Berordnung vom 3. Dezember 1914. Referent: Benoffe Wajewig. Wegen des überaus wichtigen Themas ist es nötig, daß besonders die Frauen, deren Männer im Felde stehen, sowie Landsturm pflichtigen, welche ihrer Einberufung entgegensehen, anwesend si nd. Jugendveranstaltungen. Neukölln. Die Arbeiterjugend veranstaltet am Sonntag, ben 20. De zember eine Sonnenwenbfeier in den Gesener Bergen. Es wirken mit: ber Männerchor Neukölln, Herr Ernst Reuter( Festredner) und Herr Emil Sühne als Rezitator. Die Teilnehmer treffen sich nachmittags 4 Uhr in der Berliner Schweiz". Vorher: Wanderung von Grünau über Müggelheim nach den Gojener Bergen. Treffpunkt: morgens 7 Uhr Hohenzollernplas und Reuterplay; mittags 1 Abfahrt vom Bahnhof Mentolin nach Schmödwik. Die Arbeiterjugend der ganzen Umgegend ist eingeladen. Treptow Baumschulenweg. Die Jugendlichen des Ortsteils Baumschulenweg begeben ihre Weihnachtsfeier verbunden mit Sonnenwendfeier am Sonntag im Lotale des Herrn Erbe. Musikalische Darbietungen; Bortrag des Herrn M. Gottschar über das Thema: Die Sonnenwende. eben Die Jugendlichen von Treptow beteiligen fich an der Sonnenwendfeier auf R.ben Gofener Bergen. Treffpunkt: 8 Uhr vormittags am Ringbahnhof Sie Treptow, Fahrt bis Grünau. 1 Brik Buckow. Sonntag, den 20. Dezember: Sonnenwendfeier in 1 den Gofener Bergen. Treffpunkt: 8 Uhr Germania Bromenade. Nach zügler: 3 Uhr Gosener Berge( Schiller- Warte). Das Heim ist geschloffen 2. Feiertag: Weihnachtsfeier bei Beder: Bescherung. Anfang 6 Ühr. Briefkasten der Redaktion. night. R. C. 2222. 1. und 2. Ja. 8. Sie müssen auf 2öfung bes1 fleisch Ia 88-97, bo. Ia 82-87, bo. a 75-79; Bullenfleisch Ta 84-89, Bertrages flagen. Nhi. 1. Wegen Lungenkrankheit zurüdgestellt; Sie do. Ila 74-81; Rühe, fett 64-68, do. mager 46-50; Freffer 64-72, fönnen noch eingezogen werden. O. P. 87. Ihre Frau erhält von Freffer, dänische, 00-00, Bullen, dänische, 60-70; Stalbfleisch: der Gemeinde Unterstügung, in der Ihre Aushebung zum Militär erfolgt. Doppellender 125-135; Mafttälber Ia 90-100, bo. IIa 75-89. Hammel 2. M. 1000. 10 Fragen fönnen wir im Brieftaften nicht beant fleisch: Maftlämmer 76-88; Hammel la 70-75, bo. Ila 65-69; Schafe morten; fommen Sie in die Sprechstunde. 5. S. 100. Wegen 65-72. Schweinefleisch: Schweinte fette 78-83, fonstige 70-76; Gemüse, Nervenleiden untauglich. A. K. 9. Benn der Sohn für Ihren Unters inländisches: Kartoffeln, Dabersche 50 kg 3,75; weiße Raisertronen Magnum bonum 3,75; Woltmann 3,50-3,75; Borree, balt gesorgt hat, haben Sie Anspruch auf Unterſtügung. Stellen Sie An- 3.50; trag bei der Steuerkaffe. R. R. 44. Zurüdgestellt wegen Lungen Schod 0,70-1,00; Sellerie, Schod 3,50-6,00; Spinat 50 kg 10,00-18,00; frankheit.- K. B. 4. Nein. J. B. 306. Sie können noch einge- Mohrrüben 2,00-3,00; Kohlrabi Schod 1,00; Birsingtohl Schod zogen werden. S. 2. 68. 1. Ja. 2. Nein. 42. 2. N. Nein. 4,00-10,00; Birfinglohl 50 kg 3,50-4,50; Weigtohl Schod 3,00-8,00, Die Mietsforderung geht vor. M. St. 44. 1. Erheben Sie den Ein- Weißtohl 50 kg 2,50-3,50; Rottohl, Schod 4,00-10.00; Roitobl 50 kg 3,50 wand der Unzuständigkeit. 2. Der Angeklagte kann den Antrag im bis 4,00; Grünfobl 50 kg 3,00-5,00; Stoblrüben Schod 3,50-5,00; Teltower Termin noch stellen. Beantragen Sie Abweisung der Klage eventuell Rüben 50 kg 12,00-16,00, Märtische Rüben 50 kg 3,00-10,00; BlumenZahlungsfrist bis zu drei Monaten. A. 15300. Bersuchen Sie es mit fohl, Erfurter, 100 St. 00,00-00,00, Rosentohl 50 kg 20,00-25,00, Meereinem Antrag. E.. 85. 1. Mit dem Tage, an dem er auf Antrag rettich Schod 5,00-12,00, Beterfilienwurzel Schodbund 1.00-3,00; 9. 3. 25. 1. Sie meinen wohl Gent( Belgien), Hauptstadt der bel- entlassen wird. 2. und 3. Ja. 4. Nein. Radieschen Schodbund 2,50-3,00; 3wiebeln 50 kg 7,50-8,50; Sürbis gischen Provinz Ostflandern. 2. Nicht bekannt. 3. Diese Anzeigen 50 kg 0,00-0,00. Apfelsinen: italienische 50 kg 10,00-12,00, dito werden zu dem ermäßigten Preise von 30 Pf. pro Zeile aufgenommen. Amtlicher Marktbericht der städtischen Marktballen- Direktion über 200 Stüd 9,00-11,00, 300 St. 10,00-11,00, Murcia 200 St. 15,00-18,00, F. M. 3. Sie fönnen verflagt werden. F. O. 75. Wenden Sie den Großhandel in den Zentral- Markthallen.( Ohne Verbindlichkeit.) dito 300 St. 15,00-18,00, Messina 160 St. 11,00-12,00, 200 St. 10,00 bis sich an das Vormundschaftsgericht. M. 101. 1. Ja. 2. Wahrscheinlich Donnerstag, den 17. Dezember. Fleisch: Rindfleisch per 50 kg, Djen 11,00, 300 St. 10,00-11,00. Die juristische Sprechstunde findet für Abonnenten Lindenstr. 3, IV. Sof rechts, part rre, am Montag bis Freitag von 3 bis 6 Uhr, am Sonnabend bon 5 bis 6 Uhr statt. Jeder für den Brieftast en bestimmten Anfrage ist ein Buchstabe und eine Zahl als Mertzeichen beizufügen. Briefliche Antwort wird nicht erteilt. Anfragen, denen teine Abonnements quittung beigefügt ist, werden nicht beantwortet. Eilige Fragen trage man in der Sprechstunde bor. Verträge, Schriftstücke und dergleichen bringe man in die Sprechstunde mit. Leipziger Straße Soweit Vorrat A- WERTHEIM Königstraße Rosenthaler Straße GURM 2 b di δ ge Ite 20 117 G. M. B. H. 111 fr tr Moritzplatz it Billige Lebensmittel Fleisch ohne Schmorfleischch. Pld 90Pf. Schmorfleisch Koh Pid. 1 M. Rinderkamm.. Pfd. 80 Pf. Rinderbrust... Pfd. 80 Pf. Querrippe..... Pfd. 70 Pt. Gehacktes..... Pld. 65 Pt. Pökelrinderzunge Wurstwaren Fische Thüringer Zervelat- u. Piund Fischen, Pfd. Geflügel Brat- u. Suppen- Hühner Stück Enten 1.40 bis 3.60 Soweit Vorrat Obst EB- u.Kochäpfel 2 Pid. 25 PL. Rote Eßäpfel. Pfund 16 Pf. 2.30 bis 4.10 Tafeläpfel.... Pfund 18 Pt. Mandarinen.. Pfund 30 Pf. Tafelbirnen.. Plund 28 Pf. Fasanen stark, Stck. 1.90 bis 3 M. Tafelbutter...... Pfund 1.73 Pfirsiche. Pfund 30 u. 40 Pf. Para- Nüsse.. Pfund 68 Pf. Haselnüsse.. Pfund 60 Pf. Haselnüsse lange, Pid. 70 Pf. Lebd. Lausitzer SchuppenSalamiwurst.... Pfund 2 M. Karpfen..... Pfund 85 Pf. Echte Braunschweiger Lebende Lausitzer SpiegelKarpfen.... Pfund 95 Pf. Zervelatwurst in Fettdarm 2 M. Zervelatwurst... Pfund 1.60 Leb. Plötzen u. Bleie Pid. 45 Pf. Butteru. Käse Apfelsinen Dr. 30 40 60 Pf. Salamiwurst.... Pfund 1.60 Lebende Hechte.. Pfund 95 Pf. Koch- u. Backbutter Pfund.... Pfund. 1 M. Schinkenwurst.. Pfund 1.70 Tafellachs ganze 50 Pf. u. 1.25 .1.52.1.58 Kalbskeule u. Rücken ... 5 Pfund 50 Pf. Tischbutter...... Pfund 1.65 Teewurst.. Pfund 1.35 Seemuscheln 1. ganzen Pid 90 Pf. geteilt Pfd. 1 M. Kalbskamm... Pid. 80 Pf. Jagdwurst..... Pfund 1.10 Pfund 1.10 Kalbsbrust..... Pid. 80 Pf. Pastetenleberwurst Pd. 1.20 Schweinekamm und Landleberwurst. Pfund 1 M. Schuft....... Pfund 85 PL. Rotwurst.... Pfund 85 65 Pf. Pökelkamm. Pland 80 Pt. Lachsschinken.. Pfund 2.40 Kleinfleisch zopökolt, Pid. 30 Pl. Rollschinken ca. 6-8 Pfund 1.55 Hirsch, Dammwild und Wildschwein, Hasen u. Schinken nach Prager Kaninchen zu den billigsten Art zum Backen u. Kochen Pfd. 1.55 Tagespreisen. Moselwein inkl. Flasche 1,1 Fl. b. 10 Fl. 1912 Obermoseler.... 67 65 Pf. 1911 Wintringer..... 87 85 Pf. 1912 Zeltinger Pfund Rheinwein inkl. Flasche 1/1 Fl. b. 10 Fl. Gemüse Märk, Rübchen Pfund 5 Pf. Pfd. Pfund 68 Pf. Maronen..... Pfund 23 PL Räucherwaren Räucherwaren Tafelbutler 4- Pid.- Pak. 82 u. 84Pf. Kieler Bücklinge 3 Stück 25 Pt. Frucht- Marmeladen Kieler Bücklinge 2 Stück 10 Pf. Pfund..... 28 45 50 60 Pf. Schwarzwurzeln pl. 25 Pt. Sprott- Bücklinge.. Pfund 48 Pf. Loewenkäse Ahlb. Flundern Pid. 45 u. 60 Pf. Echter Emmenthaler Pid. 1.20 Blumenkohl. 12 15 Pl. Ostsee- Sprotten.. Pfund 60 Pf Limburger... Pfund 68Pt. Merrettich.... Pfund 18 Pi. Pfund 65 Pf. Kochbirnen.. Pfund 15 Pi. Butter, Schmalz, Käse Rotkohl....... Pfund 5 Pf. für Feldpostsendungen. Kranzfeigen. Pland 45 Pl. Pfund Aale geräuchert 1.15 1.40 1.60 Sardellen Pfund 85 Pf. und 1.40 Isl. Kräuterheringe 2 St. 35 Pf. Stonsdorfer...... ..1.10 Halb und Halb.... 1.10 1.40 Flensburg. Tafel- Aquavit 1.30 Westfäl.Jagdkorn Literkrug 1.70 Kognak- Verschnitt..... 1.35 Deutsch.Kognak Weindestillat 2.40 Bierkäse Bordeauxwein inkl. Flasche 1½ Fl. b. 10 Fl. Io li de in b di 111 Ta tr 3 b ge to m b 61 id W id be do Südwein id ft inkl. Flasche 1/1 Fl. b. 10 Fl. 1911 Les Bessannes 92 90 Pf. Feiner Tarragona.... 92 90 Pi. 1909 Etoile d'Azur... 1.15 1.10 Douro Portwein..... 1.45 1.40 .... 1.45 1.40 1907 Chât. Verdignan. 1.65 1.60 Alter Malaga dunkel.. 1.70 1.60 95 90 Pf. 1908 Chât. Cantemerle 1.90 1.85 Insel Samos.. 1912 Dürkheimer.... 72 70 Pf. 1912 Jlbesh. Rittersbg. 93 90 Pf. 1909 Terref. de la Tour de Mons 1.35 1.30 Insel Madeira 1.05 1 M. 1912 Gaubickelheimer 1.05 1 M. 1910 Geisenheimer.. 1.35 1.30 1.35 1.30 1910 Winkel. Steinack. 1.55 1.50 1911 Oppenh. Goldberg 2.10 2 M. 1911 Bernkasteler... 1.45 1.40 1911 Aldegund. Bienengarten. 1.65 1.60 1911 Zelting. Schloßbg. 1.90 1.80 1909 Chât.Pontet Canet 2.50 2.40 Vermouth di Torino... 1.05 1 M. Am Sonntag sind unsere Geschäftshäuser von 1 Uhr ab geöffnet! je ft tr I fü Dem Andenten unserer auf dem Kriegsschauplak gefallenen Genoffen! Am 1. Dezember starb bei einem Eisenbahnunglüd in Belgien der Genosse Arno Kaufmann im Alter von 32 Jahren. Bezirk 102 207/10 Sozialdemokr. Wahlverein f. d. 2. Berliner Reichstagswahlkr. Am 11. Oftober fiel im Westen der Maschinenarbeiter Wilhelm Busch Höchsteftr. 23( Bezirk 381). Am 11. Dezember starb infolge einer Verwundung im Lazarett der Hausdiener Wilhelm Bonack 218/8 Reichenberger Straße 47( Bezirk 158). Sozialdemokr. Wahlverein f. d. 4. Berliner Reichstagswahlkr. Auf dem Schlachtfelde in Belgien fiel am 11. Dezember unser Parteigenoffe 196/17 Willi Kübler. Nachruf. Sozialdemokr. Wahlverein Wilmersdorf. Am 16. Nopember starb infolge feiner auf dem Schlachtfelde er littenen Krankheit im Lazarett Stofel D.- Schl. unser lieber Stollege, der Dreher Theodor Buchholz. Ehre seinem Andenken! Die Dreher der Firma F. G. Dittmann. Bei den Kämpfen an der Aisne fiel am 8. November cr. unser Mitglied langjähriges Fritz Ulbrich 53/13 Unteroffizier d. R. im Füs.-R. 35. Ehre seinem Andenken! Berliner Volks- Chor. Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Gürtler Otto Schenk am 15. d. Mts. an Lungenleiden gestorben ist. am Die Beerdigung findet Freitag, den 18. Dezember, nachmittags 2 Uhr, von der Leichenhalle des Gemeinde- Kirch hofes in Neukölln, Mariendorfer Weg, aus statt. Den Kollegen ferner zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Dreher Heinrich Ahlers Neukölln, Thüringer Str. 5, am 14. d. Mts, an Magenleiden gestorben ist. am Die Beerdigung findet Sonnabend, den 19. Dezember, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des St. ElisabethKirchhofes, Berlin, Aderstraße, aus ftatt. Ehre ihrem Andenken! Rege Beteiligung erwartet Die Ortsverwaltung. 129/9 Allen Verwandten und Befannten die traurige Nachricht, daß am 13. d. Mts., nach langem, schwerem Leiden mein innig geliebter Mann, der Schloffer Wilhelm Abel verschieden ist. Dies zeigt in tiefstem Schmerz an Witwe Minna Abel. Die Feuerbestattung hat am 16. d. Mits., nachmittags 2, Uhr, im Treptower Krematorium stattgefunden. 700b. Deutscher Transportarbeiter- Verband. Ortsverwaltung Spandau. Unseren Mitgliedern die trau rige Nachricht, daß bei den Kämpfen im Besten folgende Mitglieder gefallen find: Otto Schulz Robert Körk Hermann Schönefeld. Ehre ihrem Andenken! 69/11 Die Ortsverwaltung. Sozialdemokrat. Kreiswahlverein Niederbarnim. Bezirk Friedrichshagen. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unsere langjährige Genossin Frau Anna Jacobi am 14. Dezember nach furzem, schwerem Krantenlager verstorben ift. Ehre ihrem Andenken! Die Einäscherung findet heute Freitag, nachmittags 4 Uhr, im Berliner Strematorium, Gericht: Straße 37/38 statt. Um rege Beteiligung ersucht 243/14 Die Bezirksleitung. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und zahlreichen Kranz spenden bei der Beerdigung meines lieben Mannes und guten Vaters, fagen wir allen Verwandten und Bes Deutscher Die Liliput- Nummer 00 Transportarbeiter- Verband. Matador- Baukasten Bezirksverwaltung Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege Johann Weiler Lichtenberg, Gürtelstr. 24 am 14. Dezember im Alter von 49 Jahren verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Freitag, den 18. Dezember, nach mittags 3 Uhr, von der Leichen halle des Marzahner Friedhofes aus statt. 69/9 Die Bezirksverwaltung. Spezialarzt Dr. med. Wockenfuß,. Friedrichstr. 125,( Oranienb. Tor). für Syphilis, Harn- u. Frauenleiden Ehrlich- Hata- Kur( Dauer 12 Tage) Blutuntersuchung. Schnelle, sichere schmerzlose Heilung ohne Berufsstörung. Teilzahlung. Spr. 11-2 u. 5-8, Sonnt. 9-10. Knabenanzüge Ulfter, Byjacks, einzelne Hosen am billigsten direkt in der Spezialfabrik Pröstels Knabenbekleidung" 50 Andreasftr. 50, 1. Etage. Kein Laden. Arbeiter kannten, insbeſondere ſeinem Meiſter, Gesundheits- Bibliothek und Herri Künstling, Kollegen Kolleginnen unsern herzlichsten Dant. Witwe Ernestine Wünsche nebst Kindern. 1492 Jedes Heft 20 Prg. Seit 1913 im Deutschen Reiche eingetragene Wortmarke: Tado". ( Ingenieur Johann Korbuly). a 10 517 Einfache& Ie A Rolle 6 Seilbahn Storch Schulbank SEL Wagen Wage Tisch.Stüle MATADOR Karren Winde Gabel Schubkarre Mit dieser kleinsten ProbeAusgabe des Matador, welcher 45 Vorlagen beigegeben sind, kann man unter anderen auch sämtliche hier abgebildeten Gegenstände bauen. Grösse 00 Modellnummer mit 45 Vorlagen Mk. 1.10 Grösse 0 Reklamenummer mit 71 Vorlagen Mk. 1.75 Grösse 1 Normalnummer mit 141 Vorlagen Mk. 3.00 Grösse 2 Doppelnummer mit 200 Vorlagen Mk. 5.00 Grösse 3 Grosse Nummer über 200 Vorlagen Mk. 10.00 Grösse. 4 Feine Nummer über 200 Vorlagen Mk. 15.00 Zu beziehen durch: Buchhandlung Vorwärts Berlin SW, 68, Lindenstr. 3 Heines Werke 3 Bände 4 Mart Buchhandlung Vorwärts Berantwortlicher Redakteur: Alfrey Wielepp, Neukölln. Für der Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u.Verlag: Vorwärts Buchdruderei u. Verlagsanstalt Baul Ginger& Co., Berlin SW, d m d S b g Militärpersonen, die bor dem Feind gefallen sind oder während deS Krieges und des darauffolgenden JahreS an erliltenen Verletzungen oder an Krankheiten, die sie sich während deS Militärdienstes zuge« zogen hatten, verstorben sind. Die Maßnahme findet auf Militär Personen der verbündeten Armeen Anwendung. Für den Wieder- ausbau der infolge des Krieges zerstörten Gebäude und Unter- stützung der durch den Krieg Gesckiädigten ist ein Kredit von SOS Millionen vorgesehen. Der Entwurf erhöht den Höchstbetrag für die Ausgabe von Schatzscheinen während des ersten Halbjahres 1315 auf zwei Milliarden. Der Ministerrat beschloh ferner, von den Kammern eine Kredit- gewährung zu verlangen, um die Bevölkerung der besetzten Gebiete zu unterstützen. Die Zahl der unter den Waffen siehenden Deputierten beträgt ISO. Sie wurden benachrichtigt, dah sie in der Kammer- sitzung nur Zivilkleidung tragen dürfen. Die Unabhängige Arbeiterpartei und öer Krieg. Unser Londoner Korrespondent schreibt uns: Der Vor stand der I. L. P.(Unabhängige Arbeiterpartei) hat jetzt gegen die kriegsfreundliche Haltung, die das Tageblatt der Arbeiterpartei, der„Daily Citizen", während des Krieges einnimmt, formell Verwahrung eingelegt. Sie be nutzte als Anlast hierzu gewisse Angriffe, die der„Citizen" gegen einen kritischen Aufsatz George Bernard Shaws erhoben hat. Der Parteivorstand fastte die folgende Resolution: „Wennschon wir nicht alles unterschreiben können, was der Aufsatz Shaws enthält, so sind wir doch der Meinung, dah bisher in ihm die besten Gedanken zu finden find, die der Demokratie in Zukunft als Richtschnur dienen können, und wir protestieren mit Entrüstung gegen die redaktionellen Kommentare, die Politik und die Leitung der.Daily Citizen", der einen unschönen und giftigen persönlichen Angriff gegen einen hervorragenden und loyalen An- Hänger der sozialistischen Arbeiterbewegung gerichtet hat." Der„Labour Leader", das Organ der I. L. P.. der öffentlicht ferner den Text der am 2. Dezember von Haase im deutschen Reichstag verlesenen sozialdemokratischen Er klärung und bemerkt dazu: .Dieie Erklärung beweist dah auch die Mehrheit der deutschen Reichstagsiraklion nicht so jingoistisch geworden ist, wie gewiffe englische Arbeiterverlreter, die wir namhaft machen könnten. Die Erklärung gegen eine Annexionspolitik ist deutlich und mutig und berechrigr zu der Hoffnung, dah sich die Sozialisten Deutichlands nach dem Kriege mit ihren Genoffen aus anderen Ländern zu der Forderung eines gerechten und dauerhaften Friedens vereinigen werden." Man darf hoffen, daß die Haltung der I. L. P., die bis zum Kriege unbestritten die geistige Führerschaft der eng- tischen Arbeiterbewegung besäst und einen weit grösteren Ein- ftust ausübte als die bloste Zahl ihrer organisierten Mit- fflieder erkennen lästt, auch jetzt wieder in steigendeni Mäste ihre Wirkung auf die Stimmung der englischen Arbeiterklasse nicht verfehlen wird. Die Gräber der Gefallenen. Brüssel, 16. Dezember.(W. T. B.) Die Präsidenten der Zivil- berwalluiigen der belgischen Provinzen sind vom Ver- waltungschef beim Generalgouverneur angewiesen worden, für die Erhaltung und Pflege der Grabstätten der Ge- s.allenen Sorge zu tragen. Die Gräber find zu bezeichnen be »iehungsweise die vorhandenen Bezeichnungen wetlerfest zu machen und durch Eintragung in genrcindeweise anzufertigende Karten fest- zulegen. Den Gemeinden wurde ferner aufgegeben, ein Verzeichnis zu führen und ihre Vorstände sind für die Erhaltung der Krieger- gröber verantwortlich gemacht worden Die amerikanische Ilotte. Washington, 15. Dezember. In einem Berichte deS Marineministers heiht es: Die jüngsten Ereigniffe im See- kriege haben das Vertrauen in die Unterseeboote gelräktigt. Das Marineamt schlägt deshalb eine erhöhte Zahl von llntersec- booten und einen ausgiebigeren Gebrauch dieser Waffe vor. Die amerikanischen Marinefachleute glauben jedoch, dah der Dread- " o u g h t nach wie vor den hauptsächlichsten Bestandteil einer guten Flotte bilden muß. Die Vereinigten Staaten stehen in bezug aus Unterseeboote nach einer Aufstellung vom Juli dieses Jahres an dritter Stelle. Deutschland, das eine größere Flotte besitzt als die Vereinigten Staaten hat weniger Untersee- boote. Japan nur halb so viele. Was die Vereinigten Staaten auf dem Gebiete des Baues von Unterseebooten getan haben, ist jedoch noch nicht ausreichend. Wenn die Vereinigten Staaten eine Division von Unterseebooten fertig haben werden, wird der Schlachtschiffflotte eine starke Waffe hinzugefügt sein, die in zukünftigen Unterste. operationen eine große Rolle spielen wird. Der Marmestlretar betont nachdrücklichst die Notwendigkeit des Ausbaues der L u s t- floite. die bisher vernachlässigt wurde, und fordert dafür mindestens fünf Millionen Dollar. falls als.eigenmächtiges Beutemachen"(§ 128) mit harter Gefängnis- strafe, unter Umständen sogar mit Zuchthausstrast belegt werden, und zwar nach§§ 7 und 161 des Militärstrafgesttzbuchs auch dann. wenn die Tat in einem von deutschen Truppen besetzten ausländischen Gebiet begangen wird. Wer sich widerrechtlich Beute- oder Fundstücke aneignet, erwirbt selbst kein Eigentum daran und kann eS auch nicht durch Verschenken oder Verkaufen aus andere Personen übertragen. Die Militär- und Zivilbehörden sind deshalb zur Beschlagnahme befugt. Wer solche Gegenstände durch Geschenk oder Kauf an sich bringt, kann sich dadurch der Hehlerei schuldig machen. ES wird daher vor Aneignung und Anlauf dringend gewarnt und hiermit die Aufforderung verbunden, olle bisher aus Rechts- Unkenntnis ohne Anzeige eigenmächtig in Verwahrung gehaltenen oder erworbenen Beutegegenstände unverzüglich a» die Milirär- oder OrtSpolizeihehörde. im Ausland an die nächste Militärbehörde, ab- zuliefern. Wer ohne Befugnis im Besitze solcher Stücke betroffen wird, setzt sich und die an der Aneignung etwa Mitbeteiligten der Gefahr unnachsichtlicher strafrechtlicher Verfolgung auS. politische Ueberficht. Kampflose Reichstagswahl. Im dritten Hamburger Reichstagswahlkreis haben sämt- liche bürgerliche Parteien beschlossen, zu der am 29. Januar 1913 stattfindenden Nachwahl für den verstorbenen Abgeordneten Metzger keinen Kandidaten aufzustellen. Die Wahl des sozialdemokratischen Kandidaten H. S t u b b e wird sich daher ohne Kampf vollziehen. Aus dem hessischen Landtag. Die KriegStagung ging am Donnerstag zu Ende. Im Ausschuß der Kammer hatten unsere Genossen beantragt, in dem Gesetz über die Verschiebung der Landtags wählen vorzusehen, dah die Bestimmungen über das Doppel st immrecht der Fünfzigjährigen und die Steuerrückstandsklausel wenigstens für die Wahlen im Spätjahr 1915 aufgehoben würden. Durch diese wahlentrechtenden Bestimmungen würden in erster Linie gerade die Wähler benachteiligt, die jetzt auf dem Schlachtfelde für das Baterland zu kämpfen und zu bluten hätten. Der Ausschuh lehnte aber gegen die Stimmen unserer Genossen und eines Fortschrittlers den Antrag a b. Im Plenum wurden sämtliche Vorlagen der Regierung einstimmig angenommen. Mit einem Dank des Staats- Ministers an die Kammer und ihre Einmütigkeit, mit der sie die Vorlagen erledigt habe, schloß die Tagung. Kriegsbekanntmachungen. Das Eigentumsrecht an erbeuteten Gegenstände« Amtlich. Berlin, 17. Dezember. sW. T. B.) Amtlich wird ??'tgeii>ilt: Ueber das Eigentum an der von den eigenen �"ppen und vom Feinde verschossenen Munition und an erbeuteten Gegenständen find Zweifel hervor- getreten. Hierzu wird folgendes bekanntgegeben: „ Alle in, Eigentum der deutschen Heeresverwaltungen stehenden gegenstände bleiben im Jnlande wie im Auslände auch dann deren J-'flenium, wenn sie verloren oder, wie zum Bei'piel auch Munitions- teile, hei j�end einer Gelegenheit und aus irgend einem Grunde zuluckzelaffen werden. Den berufenen staatlichen Organen steht ferner für das Inland t?'e für das Ausland die ausschlichllche Befugnis zu, das An- etgnungsrecht an der.Kriegsbeute", das beißt an der Ausrüstung 0eS Feindes und an den von ihm zurückgelassenen MunitionSteilen, auszuüben. . Ebenso wie deshalb der Soldat, der feindliches Eigentum er- �uter, oder die Bebörde. die es beschlagnahmt, f'eferung verpflichtet ist. mutz jeder, der gt Jnlande oder in dem von deutschen Auslande a» sich nimmt, sie unverzüglich an zur Ab solche Gegenstände Truvpen besetzten die nächste deutsche ihrerseits verpflichtetest Elitär- oder Zivilbebörde abliefern, die ibrerfeitS verpstianer m, Ue Beutestücke den zuständigen Beutesammelstellen zuzuführen. Rur die Truppen besteht diese Ablieferungspflicht insoweit nicht, als t e der Beutestücke zur Ausbesserung oder Ergänzung der eigenen e, /g�uräßigen Ausrüstung bedürfen, oder sie anderen im Felde im™ Truppen zu diesem Zwecke alsbald zuführen. . Wer als Privatperson Fundslücke von der Ausrüstung der •uipfendcn Truppen abliefert, Hot im Jnlande Anspruch auf den jE�bftchen Finderlohn: im feindlichen Auslände wird ein Findrrlohn " der Regel zugevilligl werden. . Nach dem ReichSftrafgeietzbuch muß jede widerrechtliche An- k'gnuiig von Beute- oder FiinVstLcken olS Diebstahl(§§ 242 ff.) oder Unterschlagung(§ 246), nach dem Militär-Strafgesetzbuch gegebenen- Abänderung des Enteignungsverfahreus. Der Bundesrat hat durch Verordnung das Zwang?- verfahren zur Uebcrnahme von Gegenständen, für die Höchst- preise festgesetzt sind, wesentlich wirlsamer gestaltet. DaS Zwangsverfahren wird von der zuständigen Be- Hörde dadurch eingeleitet, daß sie an den Besitzer eine Aufforderung erläßt, worin der Antragsteller und die Umstände bezeichnet werden, unter denen er die Gegenstände übernehmen will. Kommt eine Verständigung nicht zustande, so ordnet die Behörde nach Prüfung etwaiger Einwendungen die UeberlassungderGegen stände an. Damit der Besitzer nicht die Möglichkeit hat, über die Gegenstände in der Zwischenzeit anderweitig zu verfügen, kommt die Aufforderung der Behörde der Wirkung einer Beschlagnahme gleich. Rechtsgeschäftliche Verfügungen über die beschlagnahmten Gegen- stände, sowie Verfügungen, die im Wege der Zwangsvollstreckung oder Arrestvollziehung erfolgen, sind nichtig; die Entziehung aus der Verstrickung wird unter Strafe gestellt. Auch gemeinnützig Organisatio neu erhalten das Recht, derartige Aufforderungen zu erlaffen, die auf die Dauer einer Woche dieselbe Wirkung haben wie die behördliche Aufforderung, zu weiterer Geltung aber einer Bestätigung durch die Behörde bedürfen. Derjenige, dem die Anordnung zugegangen ist, ist verpflichtet. die Gegenstände, deren Enteignung ausgesprochen ist, bis zum Ab lauf einer behördlich festzusetzenden Frist zu verwahren. Für die Verwahrung kann ihm eine Vergütung gewährt werden. Weiter ist in der Verordnung noch daSZwangSverfahren für un gedroschenes et reibe geregelt._ Das Ansdreschen des Getreides. Durch Erlaß vom 7. d. M. ordnet der Minister für Land- Wirtschaft an, daß die Landwirte in nachdrücklicher Weise auf gefordert werden, ungesäumt an daS Ausdreschen ihres Ge- t r e i d e s zu gehen. Die Schwierigkeiten, die den landwirtfchaft lichen Arbeiten in diesem Jahre entgegenstehen, haben zur Folge gehabt, daß daS Getreide noch nicht in dem Umfange wie sonst aus- gedroschen werden konnte. Dadurch ist die V e r s o r g u n g mit rotgetreide und namentlich auch die Beschaffung de» von der Heeresverwaltung benötigten Hafers im letzten Monat erschwert worden. Nachdem die Ernte und die Bestellungsarbeiten jetzt im wesentlichen beendet sind, muffen die Landwirte das Ausdreschen deS Getreides, inSbe sondere de» Hasers, möglichst fördern, damit die Versorgung deS HeereS von statten geht. Der Minister der öffentlichen Arbeiten hat zugesagt, daß Anträge auf Beförderung von Kohlen für land wirtschaftliche Betriebe vorzugsweise berücksichtigt werden sollen, so- weit es nach Lage der Verhältnisse ausführbar ist. Hoffentlich wird dieser Erlaß auch von den Landwirten befolgt, damit endlich eine Vermehrung der Zufuhren eintritt. Unter den Kriegsgesctzen. Zu fünf Jahren Gefängnis und Versetzung in die zweite Klaffe deS SoldatenstandeS verurteilt wurde vom Kriegs- g e r i ch t z u I n st c r b u�r g der Torpedoheizer der Landwehr Adam aus Gumbinnen. Kurz vor dem Einfall der Russen in Gumbinnen erhielt er den Beseht, sich in Danzig zu stellen. Er tat das nicht. sondern blieb während Ver Ruffenherrschaft in Gumbinnen. Später meldete er sich beim BezirkSkommanvo.»nd auch dem zweiten Befehl, nach Danzig zu gehen, jügte er sich nicht, worauf er im November festgenommen wurde. Der neue Bundespräsident der Schweiz. Bern, 17. Dezember. Die vereinigte Bundesversammlung wählte zum Bundespräsidenten für 18t5 Dr. jur. Giuseppe Motta. 1871 im Kanton Teisin geboren, ka t h o li s ch- k o n s e r v a ti v. Bundesrat feit 1311 und Vorsteher des Finanz- und Zoll« departementS; zum Vizepräsidenten des Bundesrats Camille Decoppet. 1862 im Kanton Waadt geboren, freisinnig. Bundesrat feit 1312 und Vorsteher deS MilitärdepartementS. Die Bundesversammlung bestätigte auch die fünf Lbiigen Bundesräte. Müller. Forrer. Hoffmann, Schultheß und Calonder für die neue dreijährige Amtsdauer. Politische Verfolgungen in Rusiland. Dieser Tage sind die Nummern 8—10 der nwrxistischen Zeitschrift ,. N a s ch a S a r j a". die feit Kriegsausbruch nicht erscheinen konnte, herausgegeben worden. Wie„Retsch" meldet, sind die Nummern sofort von der Polizei konfisziert worden. Laut Meldung desselben Petersburger Blattes ist der Moskauer Buchdruckerverband auf Befehl der Administration geschloffen worden. Alle diese Verfolgungen, an die die russische Arbeiterklaffe seit Jahrzehnten gewöhnt ist, werden aber unsere Genossen in Ruhland nicht abhalten, ihren Kampf für die politische und wirtschaftliche Befreiung des Proletariats fortzusetzen, he mehr Opfer dieser Kampf kostet, desto leidenschaftlicher, glühender wird das Streben der klassenbewutzten Avantgarde der Arbeiterschaft nach der Ver- wirklichung der Ziele, die die sozialistische Propaganda in den Herzen der russischen Arbeiter geweckt hat. Zur Aufklärung. Am 2. Dezember kam mir das Schriftstück zu Händen, in dem mir der Erste Staatsanwal: beim Landgericht I, Berlin, die Nieder- schlagung eines gegen mich und drei Genossen„gerichtlich noch nicht eingeleiteten Strafverfahrens" wegen Vergehens gegen§ 110 des Strafgesetzbuches anlündigte. Ich unterbreitete den Schriftsatz vor der ReichstagSsitzung einigen juristischen Kollegen, deren Begutachtungen zwar von einander abwichen, aber doch durch- weg Zweifel an der Rcchtsbeständigkcit einer solchen Niederschlagung ausdrückten. Einem anwesenden Vertreter des sozialdemokratischen Pressebureaus überließ ich auf sein dringendes Ersuchen hin das Schriftstück zur Veröffentlichung. Ich war sehr überrascht, als ich am andern Tag aus den Zeitungen ersah, daß die Notiz mit der Ueberschrift verschen war:„Abg. Ledc- bour begnadigt." Eine am 5. Dezember erfolgte Richtigstellung des„Vorwärts", daß es sich dabei nicht um eine Begnadigung handle, hat in der übrigen Presse, auch in der Parteipresse, leider keine Beachtung gefunden. Mittlerweile sind mir neue Tatfachen bekannt geworden, die mich nötigen, zur Aufklärung über die strittige Rechtsfrage, inwieweit. überhaupt ein schwebendes Prozeßverfahren niedergeschlagen werden kann, das Wort zu nehmen. Ich stelle zunächst auS den Akten folgendes fest: Anlaß zu dem Verfahren gegen mich gab die Generalver- sammlung der Sozialdemokratie Groß-BerlinS am 14. Juni d. I.. in der ich über die Anwendung des politischen Massenstreiks auf die preußische Wahlrechtsbewegung und iw Verteidigung des Koalitionsrechts mich geäußert hatte. Nach meiner Vernehmung vor dem Amtsgericht Groß-Lichterfelde erhielt ich am 31. Juli die Anklageschrift wegen Vergehens gegen§ 110 des Strafgesetzbuches, die ich kurzerhand im Reichstag meinem Kollegen, dein Rechtsanwalt Dr. Oskar Cohn zur Vertretung übergab. Ge- nosse Cohn schreibt mir nun über den weiteren Verlauf: „Am 5. August habe ich beim Gericht die Eröffnung der formellen gerichtlichen Voruntersuchung beantragt. Einen Bescheid habe ich auf diesen Antrag vom Gericht nicht erhalten; dagegen hat mir der Herr Erste Staatsanwalt am 7. August mitgeteilt, daß„das Verfahren bis auf wei- teres keinen Fortgang nehmen" werde. Ich habe nun weiter fchtgcftellt, dah das Landgericht l Berlin in der Tat weder über meinen Antrag auf Eröffnung der Voruntersuchung, noch über den in der Anklageschrift gestellten Antrag des Hermr Ersten Staatsanwalts auf Eröffnung des Hauptverfahrens Be- schluß gesaßt, sondern dem Herrn Ersten Staatsanwalt auf fein Ersuchen die Akten mit der Anklage zurückgegeben hat. DaS Ergebnis der nun von dem Ersten Staatsanwalt unternommenen Schritte ist Ihnen aus seinem Schreiben bekannt ssiehe oben). Dah er in dieser Weise das Verfahren nieder. schlagen lassen wolle, war auch mir nicht bekannt. Wie ich aus einem bestimmten Grunde annehmen darf, hat sich der Herr Erste StaatSamvalt dabei von der Erwägung leiten lassen, daß es nach dem Ausbruch des Kriege» nicht zweckmäßig fei, vor Gericht den Prinzipienstreit darüber auSzufechten, ob die Auf- forde rang, unter Umständen daS gesetzlich erlaubte Kampfmittel des Massenstreiks zu gebrauchen, eine strafbare Handlung sei oder nicht." „Wenn der Staatsanwalt die Anklage zurücknimmt, hat der - Angeschuldigte nach unserer Strafprozeßordnung kein Recht auf Durchfuhrung der Verhandlung. Ob freilich der Staatsanwalt die Anklage noch zurücknehmen darf, nachdem das Gericht sie schon dem Angeklagten zur Erklärung zugestellt hat, das ist eine unter den Juristen strittige Frage. Vielleicht läßt eS sich versuchen, sie durch einen Gerichtsbeschluß diesmal zur Enffcheidung zu bringen." Diesen Ausführungen Cohns stimme ich durchaus zu. Und das um so mehr, da die RechtSauffassung dcS Herrn Ersten Staatsanwalts der Sache eine weit über den Einzelfall hinausgehende Bedeutung verleiht. Es ergibt sich auch noch die Möglichkeit, einmal vor Ge- richt zum AuStrag zu bringen, ob überhaupt in Deutschland Gründe politischer Zweckmäßigkeit maßgebend sein können für die Niederschlagung eine» Strafverfahrens. Berlin, 17. Dezember 1314. _ G. Lebe Bour. Letzte Nachrichten. Schweres Explosiousuuglück in einem Laboratorium. Im Kaiser-Wilhelm-Jnstitut in Dahlem explodierte gestern abend ein Glasgefätz. Der Abtcilungsvorfteher Professor Dr. Otto Sackur wurde durch Glassplitter so schwer verletzt, daß er wenige Stunden nach der Katastrophe verstarb. Dem Stell- Vertreter Professor Dr. G c r h a r d I u st wurde dierechteHand abgerissen; er befindet sich im Kreiskrankenhause in Lichter- felde. Der Direktor Gehcimrat Professor Dr. Fritzhaber, der im Augenblicke der Explosion den Raum betrat, ist unverletzt ge- blieben. Das Gebäude und der Raum selbst haben nur geringen Schaden erlitten. Englische Verluste an Offizieren. London, 17. Dezember.(W. T. B.) Das Preß- b u r e a u teilt mit, daß das englische E x p e d i t i o n s- korps bis zum 11. Dezember 3871 Offiziere verloren hat, nämlich 1133 Tote, 2225 Verwundete. 313 Vermißte oder Gefangene. Bis zum 11. November hatte der Verlust 2120 Offiziere betragen. Die Verlustliste rale, 108 Oberste, 322 Majore, 123 2303 Leutnants. enthält 13 Gene- Hauptleute und Gefecht in Tripolis. Rom, 17. Dezember tW. T. B.) Die Agenzia Stefani meldet aus Tripolis: Infolge des Kampfes vom 28. November in der Umgegend von Nalut wurde, um die Ordnung und Sicherheit in diesen Gegenden wiederherzustellen, eine gemischte Kolonne unter dem Oberbefehl des Obersten Roversi, dem Kommandanten der Zone von Joffren, auf der Naluter Straße nach Fessato. Cabao und Zugan gesandt. Diese Kolonne kam am 15. Dezember mor- genS in ein tiefes Tal vor Nalut, das für einen Hinterhalt sehr geeignet ist, und wurde dort von Rebellen mit Feuer empfangen. ES entspann sich ein lebhafter Kampf, an dem sich auch die Be- satzung von Nalut wirksam beteiligte. Die Aufständischen, die auf einige Hundert geschätzt wurden, hatten sechzehn Tote und eine Anzahl Verwundete. Auf feiten der Italiener fiel ein ASkari, vier- zehn wurden verwundet. ***************** Sonntag, 20. Dez. von 12-8 geöffnet ***** A.Jandorf& C ** Spittelmarkt Belle- Alliancestr. Belle- Alliancestr. Grosse Frankfurterstr. Brunnenstr. Kottbuser Damm Kottbuser Damm Wilmersdorferstr. In dieser Woche auf Wunsch bei Einkäufen die Doppelte Anzahl Rabattmarken Von dieser Vergünstigung sind Lebensmittel und wenige Artikel ausgenommen. Pfefferkuchen Theater für Freitag, den 18. Dezbr. Berliner Theater 8 Uhr: Extrablätter!" Deutsches Künstler- Th. 8 Uhr: Luther. Deutsches Opernhaus, Charlottenb. 7 Uhr: Lohengrin. Friedrich Wilhelmstädt. Theater. 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