Nr.352. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Breis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 m, monatl. 1,10 m wöchentlich 25 Bfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 6 Bfg. Sonntags nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage Die Neue Welt" 10' a. Boft. Abonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in die Bost Zeitungs Breisliste. Unter Kreuzband file Deutschland und Desterreich- Ungarn 2,50 Mart, für das übrige Ausland Mart pro Monat. Postabonnements nehmen an: Belgien, Dänemark, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz Ericheint täglich. Vorwürts Berliner Volksblatt. 31. Jahrgang. outati Die Infertions- Gebühr Geträgt für die fechsgespaltene Rolonel geile oder deren Raum 60 Big., für politische und gemertschaftliche Bereins und Bersammlungs- Anzeigen 30 Pig. ,, Kleine Hnzeigen", das fettgedrudte 28ort 20 Bfg.( aulässig 2 fettgebrudte Worte), jedes weitere Wort 10 Pig. Stellengesuche und SchlafiteBenan zeigen das erste Bort 10 Big., jedes weitere Wort 5 Bfg. Worte über 15 Bitchftaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müjien bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Erbedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 68, Lindenstraße 3. Fernsprecher: Amt Moritplat, Nr. 151 90-151 97. 1 DT blitas si Freitag, den 25. Dezember 1914. Expedition: Sw. 68, Lindenstraße 3. Fernsprecher: Amt Morigplak, Mr. 151 90-151 97. Heftige Kämpfe in Ost und West. Friede auf Erden. Evangelium Lucas II, 1-14. 1. Es begab sich aber zu der Zeit, daß ein Gebot von dem Kaiser Augustus ausging, daß alle Welt geSchätzet würde. 2. Und diese Schäßung war die allererfte, und geschah zur Zeit, da Cyrenius Landpfleger in Syrien 3. Und jedermann ging, daß er sich schäßen ließe, ein jeglicher in seine Stadt. war. 4. Da machte sich auch auf Joseph aus Galiläa, aus der Stadt Nazareth, in das jüdische Land zur Stadt Davids, die da heißt Bethlehem, darum daß er von dem Haufe und Geschlechte Davids war, 5. auf daß er sich schäßen ließe mit Maria, seinem vertraueten Weibe, die war schwanger. 6. Und als sie dafelbst waren, kam die Zeit, daß fie gebären follte. 7. Und sie gebar ihren ersten Sohn, und wickelte ihn in Windeln, und legte ihn in eine Krippe; denn fie hatten sonst keinen Raum in der Herberge. 8. Und es waren Hirten in derselbigen Gegend auf dem Felde bei den Hürden, die hüteten des Nachts ihrer Herde. 9. Und siehe, des Herrn Engel trat zu ihnen, und die Klarheit des Herrn leuchtete um sie; und sie fürchteten sich sehr. der Todesnacht; des Tages Losung ist der Kampf. Noch Die Meldung des Großen Hauptquartiers heutige Zeit tennt nur den ſtillen Frieden des Kirchhofs, Amtlich. Großes Hauptquartier, den 24. De- immer gilt der Saß, daß wie der einzelne im wirtschaft lichen Daseinstampf durch nichts mehr erregt wird, als durch zember 1914, vormittags.( W. T. B.) die Gefährdung und Bedrohung seiner wirtschaftlichen seine Arbeitskraft zu einer bloßen Ware gemacht hat, die nach Der Feind wiederholte gestern in Gegend Stellung, so auch die Frage der wirtschaftlichen Machtstellung Nieuport seine Angriffe nicht. Bei Birschoote die Staaten und Völker in ihrem Verhalten zueinander bemachten unsere Truppen in den Gefechten vom stimmt. Und das kann auch nicht anders sein unter der 21. Dezember 230 Gefangene. Sehr lebhaft war Herrschaft des Wirtschaftssystems der freien Konkurrenz. die Tätigkeit des Feindes wieder in der Gegend das den Arbeiter von den Produktionsmitteln getrennt und des Lagers von Chalons. Dem heftigen feind- denselben Grundsägen wie jede andere Bare gewertet und in lichen Artilleriefeuer auf dieser Front folgten ihrem Preis durch Angebot und Nachfrage bestimmt wird. in Gegend Souain und Perthes Infanterie- Wer heute schon an die feste Dauer eines Klassen- und Weltangriffe, die abgewiesen wurden. Ein vom friedens glaubt, gibt sich nur einer Selbsttäuschung hin, verFeinde unter dauerndem Artilleriefeuer ge- baben und nicht haben können. leiht Hoffnungen und Wünschen eine Realität, die sie nicht haltener Graben wurde uns entrissen, am Abend Das scheinen auch einzelne Politifer in unseren Reihen aber wiedergenommen. Die Stellung wurde vergessen zu haben, die meinten, durch Friedenspredigten nach diesem gelungenen Gegenstoß aufgegeben, ließen sich zum mindesten zwischen Europas Kulturvölkern da Teile des Schüßengrabens vom Feuer des feste Bürgschaften des Friedens schaffen, und die mun, nachFeindes fast eingeebnet waren. Ueber 100 Ge- lichen Entwicklung mit rauher Hand beiseite geschoben werdent dem sie sehen, daß ihre Friedenshoffnungen von der geschichtfangene blieben in unserer Hand. und in dem ausgebrochenen Machtintereffenkampf die Arbeiter Unsere Truppen haben von Soldau- Neiden- lasse fast aller beteiligten Nationen in anderer Weise Stellung burg her erneut die Offensive, ergriffen und in zu der Fragen der Nationalität und Internationalität mehrtägigen Kämpfen die Russen zurück- nimmt, wie ihren Erwartungen entspricht, sich einem gegeworfen. Mlawa und die feindlichen Stellun- fährlichen Besimismus in die Arme werfen und von einem allgemeinen Rückschag der sozialistischen Arbeiterbewegung, gen bei Mlawa sind wieder in unserer Hand. In von der Vergeblichkeit langjähriger Aufflärungsarbeit usw. reden, Biesen Kämpfen wurden über 1000 Gefangene Weil sie die Bedingungen der Verwirklichung ihrer Friedensgemacht. wünsche nicht erkannt, die Schwäche des Kapitalismus und die Am Bzura- und Rawkaabschnitt kam es bei Stärke internationaler Bande überschätzt und die mannigfachen Wechselbeziehungen nicht zu würdigen vermocht haben, die 10. Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nichtigem Wetter, bei dem die Artillerie wenig innerhalb der großen weltwirtschaftlichen Zusammenhänge im nicht; siehe, ich verkündige euch große Freude, die zur Geltung kommen konnte, an vielen Stellen einzelnen zwischen der nationalen Wirtschaftsgestaltung und allem Volk widerfahren wird; 11. denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids. 12. Und das habt zum Zeichen: Ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen. 13. Und alsbald war bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerscharen, die lobten Gott und sprachen: 14. Ehre sei Gott in der Höhe, und Friede auf Erden, und den Menschen ein Wohlgefallen! Weihnachtsbotschaft. zu heftigen Bajonnettkämpfen. Die Verluste der den Lebensverhältnissen des Proletariats bestehen, so schließen Russen sind groß. Auf dem rechten Pilicaufer diefe Peſſimiſten nun, daß nicht sie die Entwicklung falsch bein Gegend südöstlich Tomaszow griffen die haben, sondern daß die Entwicklung unrecht hat. Nicht hat urteilt und ihre Hoffnungen für politische Tatsachen genommen Russen mehrmals an und wurden unter schweren sich die Theorie der tatsächlichen Entwicklung anzupassen, sonVerlusten von den verbündeten Truppen zurück- bern umgekehrt die Entwicklung der Theorie. geschlagen. Stets wird der Mensch, auch der fähigste Realpolitiker, sich uaturgemäß von seines Herzens Drang, vom Wollen und Wünschen, Weiter südlich ist die Lage im allgemeinen in seinem Urteil beeinflussen lassen. Auch unsere Altmeister, unverändert. Oberste Heeresleitung. Marr und Engels, haben sich mehrfach in ihrer Beurteilung politischer Situationen getäuscht und den jeweiligen Stand der tapitalistischen Entwicklung überschäßt; aber sie waren zit gründliche Geschichtstheoretiker, um daraus jemals die FolgeDer österreichische Generalstabsbericht. rung zu ziehen, troß der Korrektur ihrer Auffassung durch den Wien, 24. Dezember.( W. T. B.) Amtlich wird Geschichtsverlauf hätte doch ihre Auffassung recht, die Geschichte verlantbart: 24. Dezember mittags. Im oberen Naghunrecht gehabt. Nach ihrer Ansicht behält die Geschichte der Agertal bei Deförmezö steht der Kampf. Im Ideologie gegenüber immer recht Im Ideologie gegenüber immer recht und so sagt denn auch Friede auf Erden! Wie eine inhaltsleer gewordene. atores a tal wiesen unsere Truppen gestern mehrere An- Friedrich Engels offen in der Einleitung zu der Marrschen naibe Mär aus frommen Kindertagen dringt heute diefe alte griffe unter großen Verlusten für die Ruffen ab und zer Schrift Die Klassenkämpfe in Frankreich 1848 und 1850" über die unrichtige Beurteilung der politischen und ökono Beihnachtsbotschaft von den Kirchtürmen herab zu uns ins sprengten ein feindliches Bataillon bei Also- Bereczke. Im oberen Ungtale gewinnt unser Angriff allmäh- mischen Krise jener Jahre durch Mary: stille Gemach. Friede? Jahrhundert auf Jahrhundert ist lich Raum gegen den Uzscerpaß. Am 21. wurden im Gebiete verstrichen, seit solche Verheißung, wie die Lutas- Legende be- diefes Karpathentals 650 Ruffen gefangen genommen. Die richtet, einst armen judäischen Hirten verfündet wurde; aber Kämpfe an der bekannten galizischen Front dauern bisher ist teine Botschaft so wenig in Erfüllung gegangen, fort. An der unteren Nida machten unsere Truppen in Die Geschichte der christlichen Völker ist nicht einem Gefecht am 22. Dezember über 2000 Gefangene. wie diese. Im Raum von Tomaszow und an der Rawkaminder als die der anderen durch Ströme und Meere von Blut dahingeschritten. Innerhalb der neuentstandenen christ- auralinie wird weitergekämpft. lichen Kirche gaben vielmehr innere Glaubensstreitigkeiten alsbald selbst Anlaß zu vielhundertjährigen, die fruchtbarsten Gegenden des Morgen- und Abendlandes verwüstenden Kämpfen. Vom 11. bis zum 20. Dezember wurden von uns insgesamt 43000 Russen gefangen genommen. Im Innern der Monarchie befinden sich jetzt bereits 200000 friegsgefangene Feinde. von Hoefer, Feldmarschalleutnant. n Die Geschichte hat uns unrecht gegeben, hat unsere damalige Ansicht als Jllusion enthüllt. Sie ist noch weiter gegangen: sie hat nicht nur unseren damaligen Irrtum zerstört, sie hat auch die Bedingungen total umgewälzt, unter denen das Proletariat zu kämpfen hat. Die Kampfweise von 1848 iſt heute in jeder Beziehung veraltet, und das ist ein Punkt, der bei diefer Gelegenheit näher untersucht zu werden verdient.. -WGT ... Die Geschichte hat uns allen, die ähnlich dachten, unrecht ges geben. Sie hat flar gemacht, daß der Stand der ökonomischen Entwicklung auf dem Kontinent damals noch bei weitem nicht reif war für die Beseitigung der kapitalistischen Produktion; sie hat dies bewiesen durch die ökonomische Revolution, die seit 1848 den Doch niemals vielleicht im Laufe einer fast zweitausendganzen Kontinent ergriffen und die große Industrie in Frankreich, Desterreich, Ungarn, Polen und neuerdings Rußland jährigen Entwicklung hat die Friedensverkündung so wenig erst wirklich eingebürgert, aus Deutschland aber geradezu ein den Tatsachen entsprochen; wie heute. Europa starrt in Industrieland ersten Ranges gemacht hat alles auf tapitalistischer, Waffen. Die jahrzehntelange Drohung des Weltkrieges ist zur während vielleicht nebenan der Weihnachtsbaum brennt, im im Jahre 1848 also noch sehr ausdehnungsfähiger Grundlage." traurigen Wahrheit geworden. Jenseits der Grenzen, im einsamen Gemach die heißen Augen rot um den gefallenen Engels gibt zu, er und Marr hätten zu Anfang der Diten und Besten, tobt ein entfegliches Ringen der Völker, Gatten oder Sohn, die im vorigen Jahr noch froh und heiter wie die Beltgeschichte es kaum je gefehen hat. Der Schrecken das Weihnachtsfest mitfeierten und nun in ferner fremder Erde fünfziger Jahre den„ Stand der ökonomischen Entwickelung" überschäßt und die kapitalistische Produktion bereits reif für rajt in wildem Wüten. Selbst während der Weihnachtstage ruhen- wer weiß wo? Friede auf Erden! Wo findet man diefen Frieden! die Beseitigung" gehalten. Auch heute läßt sich bei der werden, da England und Rußland die Friedensmahnungen bes Bapstes abgelehnt haben, die Waffen nicht ruhen. Immer Was wir um uns sehen; ift Stampf, wilder, mitleidslofer Stampf- Stompliziertheit der Bedingungen, bei der Verschiedenheit der denen immer wieder auf dem Schlachtfeld zwischen den Völfern und im täglichen Leben erreichten Entwickelungsstufe in den verschiedenen Ländern, neue Truppennachschübe, neue mit endlosen Namenreihen gefüllte um die wirtschaftliche Selbſterhaltung, um die eigene Griſtenz, im bei der Verschiedenheit in dem politischen Selbstbestimmungs. Berlustlisten folgen. Wie manche Frau und Mutter weint sich heute, stetig ſich erneuernden Widerstreit der Interessen. Unsere drang der Völker ein endgültiges Urteil über den Reifegrad neue Opfer fordert der Riesenkampf des Kapitalismus nicht mit doller Gewißheit abgeben. Aber auch wenn die Stunde des sozialistischen Sieges noch nicht schlägt, wenn eine neue' kapitalistische Aera heraufziehen sollte eine Aera der imperialistischen Expansion, eine Periode großer wirtschaftlicher Jnteressenkoalitionen der Völker zum Zweck der Anglicderung fremder Wirtschaftsgebiete und Ausweitung des eigenen wirtschaftlichen Machtbereichs, also eine Steigerung des Kapitalismus über seine heutige Entwicklungsstufe hinaus— selbst dann wäre kein Anlaß zur Resignation zu unmännlicher Entmutigung. Denn auch dann wird der sozialistische Gedanke und die sozialistische Arbeiterbewegung nicht abflauen und sich nicht allgemach, wie naive Imperialisten hoffen, in den kapitalistischen Großstaat hineinmausern. Das hieße die ganze kapitalistische EntWickelung und ihre Tendenzen verkennen: die weitere Potenzierung des Kapi- talismus, die Zunahme seines Druckes auf die Massen, die Mehrung der wirtschaftlichen Gegensätze, die Vergrößerung der Unterschiede in der Lebenshaltung der Kapitalisten und der Arbeiterklasse. Mit dem imperialistischen Kapitalismus steigt notwendig auch der Sozialismus! Vielleicht wird die Kampf führung sich teilweise in anderen Formen abspielen, denn eine Veränderung der wirtschaftlichen Grundlagen bedingt auch eine veränderte Taktik; aber mehr noch als für die abgelaufene Zeit der Arbeiterbewegung gilt für die nahe Zw kunst die Losung: Vorwärts bis ans siegreiche Ende! Kein Verzagen, weil nicht alle Hoffnungsträume reiften und die Entwickclung anders verläuft, wie mancher träumte— sondern durchhalten! Der Wintersonnen wende folgt nach unabänderlichem Naturgesetz das Lenz erwachen l—_ Westlicher Kriegsschauplatz. der französische Tagesbericht. Paris, 23. Dezember, 3 Uhr nachmittags. sW. T. B.) Amtlich. In Belgien rückten wir gestern leicht zwischen dem Meer und der Straße N i e u p o r t— Wcstcndc und im Gebiet von Steenstraate und Bixschoote vor, wo wir ein Gehölz Häuser und eine Redoute nahmen. Lestlich Bethune nahmen wir Kit, die englische Armee Givenchi des la Bassee wieder ein. Im Gebiet von A r r a s verlangsamt heftiger Nebel die feindliche und unsere Tätigkeit. Oestlich Amiens, an der Aisne und in der Champagne Artillerielämpfc. Im Gebiet von Perthes-lds-Hurlus eroberten wir uach heftiger Kanonade und zwei Stürmen daS letzte Stück der am 21. Dezember teilweise gewonnenen Linie. Der durch- schnittliche Gewinn beträgt ungefähr 800 Meter. In dem letzten Schützengraben, welchen wir einnahmen, nahmen wir eine Maschinen gcwehrabteilung mit Mannschaften und Material gefangen. Ein heftiger Gegenangriff wurde abgewiesen. Nordöstlich B e a u Säjour, wo der Feind neuerdings erfolglos angriff, rückten wir ebenfalls vor. Einen merklichen Fortschritt erzielten unsere Truppen im G r u r i e w a l d auf einer Schützengrabenfront von 400 Meter und einer Tiefe bis zu 250 Meter. Wir sprengten zwei deutsche Linien und besetzten dir Aushöhlungen. Um Boureuilles dauern die Kämpfe an. Die gestrigen ziemlich großrn Fortschritte konnten anscheinend nicht behauptet werden. Kein Zwischenfall auf de» Maashöhen und im Oberelsaß. Keine japanischen Truppen für Europa! London. 24. Dezember. sW. T. B.) Das Reutersche Bureau erfährt in Bezug aus die Berichte in französischen Blättern über die Entsendung japanischer Truppen nach dem europäischen Kriegsschauplatz, daß diese Frage niemals erwogen w o r d e n sei, da ihr technische und finanzielle Schwierigkeiten im Wege stehen. Japan befinde sich jedoch noch immer im Kriege und setze sein Zusammengehen mit den Berbündeien fort; eS zweifle nicht an dem schlietzlichen Ausgange des Krieges. Ein �elügerichtsverfahren gegen öle Gräfin de Neroöe. Brüssel, 24. Dezember.(SB. T. B.) Am S. Dezember ist die Gattin des Obersthofmarschalls des Königs der Belg. er, Gräfin Marie Louise de Merode, auf der Fahrt von Antwerpen nach Brüssel von deutschen Posten angehalten worden. Ihr Gepäck wurde unter- sucht, und es fanden sich darin mehrere Papiere, die den Verdacht aufkommen ließen, daß der Graf und die Gräfin Beziehungen zu England und Frankreich gepflogen haben, die für die deutsche� Interessen hätten schädlich werden sollen. Ohne weiteres legten die Papiere die Schuld nicht klar, aber das Material war doch so stark belastend, daß ein feldgerichtliches Versahren notwendig er- schien und angeordnet wurde, handelt es sich doch um Verbrechen, welche nach den deutschen KriegSgesetzcn mit dem Tode oder mit Zuchthaus bestraft werden. Wie wir hören, hat am 22. dieses Monats in Brüssel daS Feldgericht stattgefunden. Ter Gerichts- Hof gelangte jedoch zu einem freispre chenden Urteil, da die Verdachtsgründe nicht ausreichten, um die Schuld als erwiesen an- zusehen. Trotz des freisprechenden Urteils stand dem General- gouverneur in Belgien das Recht zu, die Verdächtigen in ein deutsches Gefangenenlager abführen zu lassen. Wenn Pn diesem Recht kein Gebrauch gemacht wurde, so sind sicherlich Er- wägungen maßgebend gewesen, welche von einer großmütigen Rücksicht geleitet waren. Gestlicher Kriegsschauplatz. Krakau üas Hauptziel üer Rusienheere. Amsterdam, 23. Dezember.
ch l o i i e n sind leicht verderblickie Waren, wie z. � frische« Obst, frische Wurst; ferner feuergeföbrliche Gegen« st ä n d e, wie Patronen. Streichhölzer und Tolchenleuerzeuge mit Benzinsüllung. Päckchen mit Flüssigkeit sind nur zu- gelasicn. wenn die Flüssigkeit in einem starken, sicher ver'chlossenen Behälter enthalten und dieser in einen durchlochten Solzblo-t oder eine Hüll- aus starker Pappe fest verpackt ist, und sämtliche Zwilchen- räume mit Baumwolle. Sägespänen oder einem schwammigen Stoffe sa angefüllt sind, daß beim Schadhaftwerden dcS Behälters Die Flüssigkeit ausgelaugt wird.„,. m... Sendungen, die den vorstehenden Bedingungen nicht entsprechen, werden von den Postanstallten unweigerlich zurück« "*' Der Staatssekretär de? ReichS-PostamtS. Kraetke. Tie Ausstattung unserer Truppen mit Wollsachen. Veranlaßt durch verschiedene Artikel in der Presse, in denen leb- hast über mangelhafte Ausstatlung unserer Soldaten mit Wollsachen geklagt wird, weist die Militärverwaltung darauf hin, daß in den Winiermonaten, d. h. in der Zeit vom 1. 10. bis 31. 8. jeder Mann des Feldheeres, der Ersatz- und BesatzungStruppen mit warmer Unter« lleidung für Rechnung des Reichs versehen wirb. Für die bereits im Felde stehenden Mannschaften ist da« Unter« zeug schon vor Beginn der kalten Jahreszeit durch die Bekleidungs« ämler nachgeschickt worden, während die später zur Front gesandten Ar. 352. 31. Iahrgaog. L Itiliy te. Jtnuitlf Wim WsM Freitllg. 25. Aeiember Ml Verlustlisten. Tie Preußische Verlustliste Nr. 110 enthält Verluste folgender Truppen: 1. Garde-Nes.- und 2. Garde-Ers.-Reg.; Garde-Gren.-Re- gimenter Alexander, Franz, Elisabeth. Garde-Füsilier-Reg. Grenadier-, bezw. Infanterie-, bezw. Füsilier-Rcgimenter Nr. 3, 4, 5, 10, 11, 16, 18, 20, 24, 28, 29, 34, 39, 43, 44, 45, 46, 47, 48, 49, 56, 67, 74, 75, 76, SO, 81, 84, 85, 88. 89, 92, 95, 96, 97, 98, 99, 109, III, 112, 142, 145, 146, 147, 153, 156, 157, 158, 162, 163, 165, 173, 174; Reserve-Jnfanterie-Negunenter Nr. 2, 9, 10, 11, 12, 13, 20, 23, 24, 27, 30, 31, 46. 48. 49, 53, 67, 75, 77, 80, 82, 90, 91, 92, 93, 99, 109, 205, 206, 214, 229; Reserve-Ersatz-Regimenter Nr. 2, 4; Landwehr-Jnfanteric-Regilnentcr Nr. 5, 6, 7, 9, 10, 22, 24, 26, 27, 30, 33, 46, 47, 48, 51, 52, 55, 84, 99; II. Landwehr-Jnfanterie- Batoillon Breslau; Brigade-Ersatz- Bataillone Nr. 6, 11, 12, 13, 14, 15, 27, 35, 50, 76; Lairdsturm-Lataillone 2. I Breslau, IV Darmstadt, I Glciwitz, Lätzen I, Mainz, Marientverder, II Mosbach, II Neuß, II Neustrelitz, Nienburg, Preußisch-Stargard, Wiesbaden; Rescroe- Jäger- Bataillone Nr. 11, 18; Festungs-Maschinengewehr Abteilungen Nr. 3, 4. 1. Garde-Dragoncr; Garde-Husaren; Dragoner Nr. 1, 4, 7, 10, 12, 16, 19, 21; Husaren Nr. 5, 8, 10; Ulanen Nr. 1, 11, 12, 14, 15; Jäger zu Pferde Nr. 2, 3; Kavallcrie-Rcg. der 49. Reserve- Division; Res.-Kav.-Abtlg. Nr. 43; Kavalleric-Ersatz-Abtlg. des XXL Armeekorps; 3. Landsturm-Eskadron des V. Armeekorps. Ttab der 30. Feldartillerie-Brigade; 3. und 4. Garde-Feldart.- Reg.; Fcldartilleric-Regimenter Nr. 18, 24, 33, 80, 82; Res.- Feldart.-Rcgimenter Nr. 36, 44; 1. Landsturm-Batterie des XVII. Armeekorps. Futzart.-Regimenter Nr. 1. 5, 7, 9, 10; Res.-Fußart.-Re- gimenter Nr. 1, 5, 9, 18, 25; Landwehr-Fußart.-Bat. Nr. 8; Res.- «xutzart.-Batterie Nr. 23; Mörser-Regiment Nr. 6. Pionier-Regimenter Nr. 18, 23, 24, 25, 29, 30; Pionier- Bataillone; Garde Nr. 6. 7. I. Nr. 8, I. Nr. 9. II. Nr. 10. Nr. 11. II. Nr. 14, I. Nr. 15, II. Nr. 15. I. Nr. 17, I. Nr. 21. I. Nr. 26, I. Nr. 27, I. Nr. 28, 52. Res.-Pionier-Äompagnie. Eisenbahn-Baukompagnie Nr. 25. Äriegslazarett Bricnnc. «-» ch Die ba perischcn Verlustlisten Nr. 127 und 128 bringen Verluste der 6. Res.-Div.; des Brig.-Ersatz-Bat. Nr. 2; der Ins.- Regimenter Nr. 1, 3, 8, 12, 13, 15, 16, 17, 19, 20, 21; des Ref.- 5. Jnf.-Reg.; des Res.-Jnf.-Reg. Nr. 2, 3, 11, 12, 14. 21; des Land- sturm-Jnf.-Bat.„Bamberg", des Landstnrm-Jnf.-Bat.„Landshut": des 4.. 5. und 6. Feldart.-Reg., des Res.-Feldart.-Reg. Nr. 6. Tie sächsische Verlustliste Nr. 81 bringt Verluste des Brig.- Ersatz-Bat. Nr. 46; 88; des Leib-Gren.-Reg. Nr. 100; des Gren.- Landwehr-Reg. Nr. 100; des 2. Gren.-Reg. Nr. 101; des 3. Inf.» Reg. Nr. 102; des Landwehr-Jnf.-Reg. Nr. 102; des 5. Jnf.-Reg. Nr. 104; des Res.-Jnf.-Reg. Nr. 104; des Landw.-Jnf.-Reg. Nr. 104; des 6. Jnf.-Reg. Nr. 105; des 7. Jnf.-Reg. Nr. 106; des 8. Jnf.-Reg. Nr. 107; des Res.-Jnf.-Reg. Nr. 107; des Landw.- Jnf.-Reg. Nr. 107; des Schützen-(Füsilier-) Reg. Nr. 108; des 9. Jnf.-Reg. Nr. 133; des Res.-Jnf.-Reg. Nr. 133; des 10. Inf.- Reg. Nr. 134; des 11. Jnf.-Reg. Nr. 139; des 12. Jnf.-Reg. Nr. 177; des 14. Jnf.-Reg. Nr. 179; des 15. Jnf.-Reg. Nr. 181; des 16. Jnf.- Reg. Nr. 182; des Res.-Jnf.-Reg. Nr. 241; der Res.-Jnf.-Reg. Nr. 242, 243, 244, 245; des l. Jäger-Bat. Nr. 12; des Res.-Jäger- Bat. Nr. 25, 26; des Gardc-Rcilcr-Reg.�des 1. Huf.-Rcg. Nr. 18; ..ef.-Fllßart....------- Rei.-Sanitäts-Kompagnic Nr. 2; des Stappen-sanuäts-Tepot Ar. 3. Tie württembergische Verlustliste Nr. 83 bringt Ver- luste des Jnf.-Reg. Nr. 180; des Res.-Jnf.-Reg. Nr. 248; deS Feldart.-Reg. Nr. 65; der Landfiurmbatterle; deS Rei.-Feldlazarett Nr. 93."_ Zum Mietsrecht. Noch immer tauchen Zweifel wegen der Mietstreitigkeiten aus. Wiederholt haben wir an der Hand des Gesetzes, der Auf- fassuwg des Reichsgerichts sowie des Iustizministers und des Aufsatzes im Justizministerialblatt vom vortragenden Rat Tr. Gäthe das Rechtsverhältnis dargelegt. Durch eine Reihe Gerichtsentscheidungen konnten wir mitteilen, daß unsere Auffassung von den oberen Gerichten durchweg ge- billigt wurde. Und dennoch werden im Kreise von Laien, wohl ans Grund einiger in e r st c r Instanz ergangener falscher Entscheidungen, Bedenken rege gemacht, ob nicht doch die Fainilie eines Kriegsteilnehmers exmittiert werden kann. Diese Bedenken sind völlig haltlos und lediglich geeignet, die rechtswidrige Anmaßung einiger Hauswirte zu unterstützen. Es darf nach dem Gesetz keine Familie eines.Kricgsteil- nehmers exmitti?rt werden, und zwar weder aus der von dem Kriegsteilnehmer gemieteten Wohnung noch ans seinem Geschäststokal. Anlaß zu dieser Wiederholung geben uns völlig verkehrte Darlegungen, die nach dem„Freien Gastwirt" der Gastwirt Genosse Litfin in einer Versammlung des 4. Bezirks Berlin gemacht hat. In dem Versammlungsbericht beißt es: Kollege Krohne ist der Auffassung, daß der„Vor- wärts" wegen Mietauskunft schon genügend Ausklärung gegeben hätte. Kollege Litsin sowie die Versammlung sind cnt- gegengesetzter Ansicht; geradezu Verwirrung hätte der„Vor- wärts" erzeugt. Denn wenn ein Kollege im Felde ist, braucht der Hauswirt nur dem Kollegen seiner Frau einen wohnbaren Raum aus Stube und Küche zu lassen, das Lokal könne er jeder. zeit räumen lassen, wenn die Miete nicht pünktlich bezahlt werde. Tie Auffassung des Genossen Litfin ist durchaus falsch. Sie harmoniert mit Emgaben, die Hauswirte beim Ober- befehlsbaber und bei der Polizei gegen uns gemacht und in einer Eingabe an den Bundesrat wiederholt haben, ist aber glücklicherweise mit dem Gesetz unvereinbar. Es ist bedouer- lich, daß ein Genosse in einer Versammlung so wenig Ver- ontwortlichkeitsgcfühl zeigt, daß er die völlig uichgltbare, von Gerichten zurückgewiesene Auffassung von Aaüsbesitzerorganen als zutreffend hinstellt und dadurch in viele Familien von Kriegsteilnehmern überflüssige Sorge bringt. Seine Ansicht ist glücklicherweise weder mit dem Gesetz noch mit bürger- sicher oder sozialdemokratischer Moral vereinbar. Weder Räumung der Wohnung noch Räumung des Geschästslokals darf nach dem Gesetz der Wirt gegen die Familie eines Kriegsteilnehmers durchsetzen. Erst kürzlich— am 17. dieses Monats— teilten wir die Abweisung der Räumungsklage eines Hauswirts Abramowsky mit. die dieser auf Räumung eines Friseurladens gegen die Frau des im Felde Siebenden angestrengt batte. Erstaunlich, daß bei der Einfachheit der Rechtslage noch immer Besorgnisse auffauchen, die lediglich durch einseitig- stes Interesse von Hausbesitzern erklärlich ffind. Hat der Kriegsteilnehmer� allein lohne Unterschrift der Ehefrau) gemietet, so ist nach dem einstimmig vom Reichstag angenommenen Gesetz vom 4. August 1914 zwar die Zustel- lung einer Klage zulässig, aber es muß das Versahren von Amts wegen bis nach Beendigung des Kriegszustandes aus- gesetzt werden: ein Urteil darf nicht ergehen. Hat die Frau mit u u t e r s ch r i c b e u, so gilt sie nach zutreffender Ansicht nur als Bürgin. Einer Klage gegen sie muß also ein Urteil gegen den Ehemann vorausgehen. Aber auch wenn die Ehefrau nicht nur als Bürgin erachtet wird— �die Praxis in Berlin ist diese ungünstigere—, so wohnt die Ehefrau auf Grund des Vertrags und auf Grund ihres Rechts und ihrer Pflicht als Ehefrau(!5 1354 de? Bürgerlichen Gesetzbuchs) in der Wohnung. Deshalb darf gegen sie nicht auf Räumung erkannt werden. Wo dennoch— z. B. auf Grund eines leider abgegebenen Anerkenntnisses— ein Urteil auf Räumung ergeht, ist dieses nicht voll- streckbar. Denn gegen ihren Mann ist kein Urteil er- gangen. Wohnen aber zwei Personen(auch auf Nichteheleute trifft dies zu) mit solidarischer Verpisichtung zur Mietzahlung in einer Wohnung, so darf ein Räumungsurteil nur voll- streckt werden, wenn es gegen beide Personen ergangen ist. (Rcichsgerichtsentscheidung vom 6. März 1888, Bolze Band 5, S. 316 Nr. 980.) Deshalb und auf Grund des Ge- setzes vom 4. August 1914 bat der Justizminister in Preußen und ebenso die höchsten Justizverwaltungen der anderen deutschen Staaten, die Gerichtsvollzieher angewiesen, ohne ausdrückliche Zustimmimg des Vollstreckungsgerichts keine Exmission gegen Familien von KriegZteil- nehmern vorzunehmen. Gegen eine etwa vom Voll- streckungsgericht ausgesprochene Zustimmung ist Beschwerde zulässig. Wir haben den Beschluß des Landgerichts abge- druckt, der solcher Beschwerde stattgab, weil die richterliche Zustimmung in allen Fällen, wo nicht ein Urteil auch gegen den Mann ergangen ist, dem Gesetz widerspricht. Hausbesitzer sistd gegen diese durchaus dem Kriegszustand, dem Gesetz und der Moral entsprechende Folge bei den Behörden Sturm gelaufen. Tic Behörden haben die Eingaben ablehnend be- schieden und die Befürwortung einer Bundesratsverordnung im Sinne einiger Hgusbesitzer abgelehnt, weil das Gesetz vom 4. August 1914 solche Verordnung nicht zuläßt. Aber Ge- nosse Litfin ist der Ansicht, wenigstens aus dem Lokal dürfe der Wirt„jederzeit" die Frau eines Kriegsteilnehmers heraussetzen! An die Franc» von Kriegsteilnehmern richten wir aber wiederholt die dringende Mahnung: laßt Euch von niemand einschüchtern, kein Gericht und kein Gerichtsvollzieher darf Euch ans den von Eurem Mann allein oder gemeinsam mit! Euch gemieteten Räumen exmittieren. Hütet Euch aber, vor Micteinigungsämtern oder vor Gerichten etwa anzuerkennen: Ihr seid Miete schuldig oder gar Ihr seid verpflichtet zu räumen. Allen dahin gerichteten Bestrebungen setzt die Wahr- heit entgegen: Ich bin dem Vermieter nichts schuldig, ich lehne es ab, irgend etwas anzuerkennen: das darf ich nicht, wrilj allein mein Mann über die Micträume zu bestimmen hat! und es eine Versündigung an meiner sittlichen Pflicht als Ehefrau und an meinem im Felde stehenden Mann wäre, anders z» handeln._____ Mus See Partei. Ter grtränkke Rechtsanwalt. Der Rechtsanwalt Mieses m Leipzig fühlte sich durch zwel Berichte der„Leipziger Volkszeitung", worin sein Auflrelen in Pro- zessen einer Kritik unterzogen wurde, beleidigt und klagte deshalb gegen die verantwortlichen Redaktcure Müller und S ch u in a n n und außerdem noch gegen den Genossen K r e s s i u, den er als Ge- richrsberichterstatter im Verdacht hatte, die kritischen Betrachtungen versaßt zu haben. Die Genossen Müller und Schumann hatten als Vertreter der„Leipziger Voltszeitung" Widerklage erhoben, weil der Rechtsanwalt Mieses behauptet hatte, die„Volkszeitung" bringe „Tchmähartikel schlimmster Art". Das Gericht kam zu einer Verurteilung aller drei Angeklagten und belegte den Genossen Kressin-alS Verfasser mit 200 M. Strare, Schumann mit 50 M. und Müller mit� 100 M. Die Widerklage wurde jedoch abgewiesen, weil Müller und Schümann nur prcßgcsetzlich als Angeklagte fungierten und nicht als Täter bestraft werden. Sie seien aber nicht Täter und könnten deshalb auch nicht beleidigt werden und klagen. Ein öüjhres Kriegsbilö. Ein Angestellter des Textilarbeiterverbandcs, der einer Fuhr Parkkolonne zugeteilt ist und Belgien und Frankreich durchzieht, be richtete über die Eindrücke, die er dabei empfing, in folgender er- greifenden Weise: ..... Wir. die wir hinter der Front sind, brauchen zwar für unser Leben nicht viel zu fürchten, müssen aber daS ganze E l e n d, das der Krieg mit sich bringt, mit ansehen, und dazu ge- hört meiner Ansicht noch ein ebenso starkes Herz und ebenso starke Nerven wie beim Liegen in der Schützenlinie. Da siebt man rechts und links auf den Feldern tote Pferde liegen, zerbrochene Wagen, auch zuweilen noch einige unbegrabene Soldaten der Franzosen. Die Leiber dieser und die Pferdekadaver gehen schon in Verwesung über, sind deshalb aufgedunsen und verbreiten üble Gerüche. Man kommt durch ein Dorf, da- nur noch ein rauchender Trümmerhaufen ist. Wieder ein anderes Dorf: mehrere Häuser sind noch unversehrt. Vor einem zerstörten sitzt eine Frau und weinl bilterlich. Zwei Kinder stehen neben ihr, ein kleines trägt sie noch im Arm. Ihr Mann ist im Krieg. Ob sie ihn jemals wiedersehen wird— wer weiß eS! Hoffen wir es mit ihr!— Beim nächsten Dorf... hat eine große Schlacht getobt, und in Massengräbern liegen Hunderte von Menschen, die sich erbittert gegen- überstanden, friedlich beisammen.... An den Ufern der... hat ein heftiger Kampf getobt, an dem sich unklugerweise auch die Einwohner der nahen Stadt... beteiligten. Die.Stadt" ist ein Trümmerhaufen, aus dem wohl kaum jemals wieder eine wirkliche Stadt erstehen Wird, ein'Karthago von 1914. Ein Vorgang in dieser„Stadt", bei den, mir die Tränen in die Augen traten, wird mir zeitlebens m Erinnerung bleiben. Kommt da ein junger Mann laut weinend eine Bergstraße herab. Er hatte in Kastel gearbeitet. Da er von dort aus hierher keine Bahn benutzen konnie. war er bis D... gelaufen. Nun ist er„zu Hause", sieht die Trümmer, stürzt eilig hinzu, hinein zwischen die kahlen, himmelwärts ragenden Wände und siebt sich um. Da hinten, wo früher eine Kammer war. liegen seine beiden Ellern, zu denen er zurückgeeilt ist, tot und starr. Sie liegen schon mehrere Tage, ohne daß sich jemand um sie kümmerte, kümmern konnle. denn alle hatten für und mit sich zu tun. Der Jammer dickes jungen Menschen, der sich die Füße wund gelaufen hatte, um zu seinen geliebten Eltern zu kommen, und der sie so wiederfand. schnitt mir tief ins Herz, und nie werde ich diese Begebenheit vergeffen.— Unsere Fahrt gebt weiter und immer weiter. Wir kommen durch einen ausgedehnten Wald. Mitten darin treffen wir eine große Anzahl Leute, die aus ihren Wohnorten ge- flüchtet sind. Sie kochen hier ab, hausen hier. Sie seben sehr verwilder: auS, denn sich zu reinigen haben sie keine Gelegen- heit. Sie haben die ihnen am notwendigsten erscheinenden Gegenstände schnell zusammengerafft und sind hinauSgeeilr in den Wald der ihnen nun Obdach bietet. Am Waldrand sitzt eine junge Frau' mit einem in Wolltücher gewickelten Kindchen im Arm. Ein Mann, der Deutsch kann, sagt uns, daß sie erst am Tage vorher entbunden habe. Wünschen wir, daß sie ihre primitive„Wohnung" entbunden habe. Wünschen wir. oax ue ipre pr»»,»,»,,._____ schließlich ohne Schaden für ihr« Gesundheit verlassen wird.— Wenn man in Ortschafren kommt, die ganz geblieben sind, grinst einem auch da» Elend aus ollen Winkeln entgegen: kein Licht, kein Salz, kein a»,„* ,mh emme Kartoffeln, die ohne jede Zutat diesem Elend kommt noch, daß die Leute nichts von ihren im Felde stehenden Angehörigen erfahren. Während wir doch ständig mit unseren Lieben korrespondieren können, ist ihnen das nicht oder doch nur dann möglich, wenn diese in Gefangenschaft geraten sind; nur dann können sie von ihnen etwas erfahren.... Die Fluren sind zerstampft, und was wir für unsere Verpflegung brauchen, müssen wir für uns nehmen, wo wir was finden. Und Elend und Jammer überall!... Mag kommen, was will, ein? steht fest: daß unsere, des Proletariats. Aufgabe bleiben muß. alles in Bewegung zu setzen, daß in Zukunft Kriege völlig unmöglich werden. Am Ende deS Krieges müssen wir unseren Brüdern in allen Ländern wieder die Hand reichen, in die sie hoffentlich kräftig einschlagen werden. Und wenn sie und wir alle stets eine friedfertige Haltung zu einander bewahren, dann wird der jetzige Krieg wenigstens das eine Gute zeitigen, daß der Weldfriede endlich eintritt und für immer aufrecht erhalten bleibt.._ �110 einem zertretenen Lande. Keilt Kriegsschauplatz hat bisher so fürchterlich gelitten, wie die westliche Hälfte Polens, westlich von der Weichsel. Seil Monaten ziehen Millionenheere kreuz und quer durch das ausgesogene, ver- wüstete, zertretene Land. da-Z in kurzer Zeit alles verloren hat, was Generationen geschaffen haben. Die Landbevölkerung ist zun, größten Teil geflüchtet— entweder in die Städte oder in die Wälder, wo sie ein Dasein führen, das an die Urzeiten der Menschengeschichte erinnert. In den zahlreichen Städtchen und Städten sind meist nur die Aermften zurückgeblieben— zum großen Teil Juden, die nicht entfliehen konnten. Hier sind sie allen Schrecken des Hungers und der Not ausgesetzt, ganz zu schweigen von den Unbilden, die sie von beiden Armeen, von Freund und Feind zu erdulden haben. Oft aber auch werden sie. ebenso wie die Bauern auS den Dörfern, aus ihren Heimstätten vertrieben, denn im gewaltigen Ringen der Millionen- beere bilden die Städte und Städtchen wichtige Positionen. um die gekämpft wird— bis oft nur ein Trümmerhaufen vom ganzen Orte zurückbleibt. Während der gewaltigen Schlachten in Polen sind manche Städte viele Male von einer Hand in die andere über- gegangen, immer nach erbitterten Artillerie- und Jnfanteriekämpselr, unter denen naturgemäß auch die friedliche Bevölkerung sulchlbar zu leiden batte.� Ein typische? Bild dieser Zustände finden wir, unter zahlreichen anderen, in der„Nowoje Wremja", deren Kriegsberichterstalter die Lage in L o d z schildert, kurz vor der letzten Besetzung der Stadt durch die deutschen Truppen. „Die Stadl— schreibt er in seinem Bericht vom 2. Dezember— ist den zweiten Monat fast von der Welt abgeschnilten. ist jedenfalls ohne regelmäßige Verbindung. Sie zählt 700 000 Einwohner, darunter 150 000 Arbeiter. Fast alle Fabriken und Werke haben schon� längst die Arbeit eingestellt. Zurzeit der Anwesenheit der Deutschen wurden die Armen mit Mühe vom Bürgerkomitee unter- stützt. eZ fehlte aber an Lebensmittelzufuhr. und wenn die Schlacht in der Umgegend tobte. hörte die Zufuhr über- Haupt auf. Es inangelte an Brot. Vor den Bäckereien und Brotlädeir standen lange Menschcnrerhen. die Türen der Läden waren aber geschlossen. Wegen Mangels an Brot ging man zu Makkaroni über, aber in einigen Tagen waren alle Vorräte ausverkauft. Darm griff man zu Kartoffeln. Die Kartoffelpreis« __-.--,■ i stiegen sofort auf da» Vierfache, und für die Unbemittelten erwies sich selbst die Kartoffel als unerschwinglich. An ihrer Statt mußte man zu Rüben greifen. Es gibt bicr eine Unmenge Armer. Bleiche, halbverrückle Frauen laufen Euch auf der Straße nach, greifen Euch am Aermel, blicken Euch mit entzündeten Augen ins Gesicht. Hinter ihnen Kinder. Mit geschwollenen Gesichtern, blau vor Kälte, in Lumpen gehüllt, fast barfuß, mit dem Ausdruck tierischen Hungers im Gesicht. Sie laufen, verfolgen die Passanten und klappern mit ihren Holzpantinen auf dem Bürgersteig. Ein entsetzliches Bild... Bon der Ferne, vom Schlachtfelde, schien Lodz in Flammen zu stehen. Jeden Tag fanden in der Stadt mehrere Feuersbrünste statt. Während eines Bombardements siel ein Geschoß in die alte Gas- anstalt, und von allen Seiten eilte die Feuerwehr nun zum Löschen dorthin. Die dunklen Straßen wurden von ihren Fackeln erhellt, zu dem Donnern der Kanonen kamen die Signalpsiffe und das Alarmaeläute hinein, laut hallte das Klappern der Pferdehufe in den Häusern wider, und wilde? Gestöhn erfüllte die Stadt. Da, dort in der Stadl eine Explosion, fortwährend das Klirren ge- platzier Fensterscheiben, Kanonendonner in den Bororten, am fernen Horizont jedoch blitzen wie die Morgenröte die explodierenden Schrapnell? auf. Im Felde, bei den Geschützen, ist eS ruhiger, leichter als in der Stadt. Da gibt es keine Erregung, keine Furcht, da geht �alles seinen cigenartig-geinessenen, vorgesehenen Gang.... I» dcrlStadt jedoch ist eZ schlimmer. Hier kämpft der Feind mit ungleichen Waffen gegen Schutz- und Wehrlose... Die gute Parole. Lieber Freund! Soeben Deine schöne Ansichtskarte erhalten, bedauere sehr, daß Du immer noch krank bist. Trotzdem wird eS Dir noch besser gehen als es uns in den ersten Stunden ergangen ist. Wie Du mir schreibst, ist Dein Schwager schon sett einiger Zett gefallen. H... W... ist auch schon in der ersten GefechtSwoche gefallen. Er war am Hals schwer verwundet und soll nach einigen Stunden gestorben sein. Während des Gefechts lag er verwundet vor mir; es dauerte mich sehr, aber ich konnte ihm nicht helfen, denn wir mußten unS wegen deS schweren Artilleriefeuers der Franzosen zurückziehen. Sehr ernsthaft waren bis jetzt die Stunden, und immer noch keine Aussicht auf Völker- .'rieben. Seit August sind wir immer im Freien, des Nacht? sind wir in den Deckungsgräben: die sind mit grünen, Fichtenholz bedeckt und bilden unsere moderne Wohnung. Frühmorgens um 4Vz Uhr gehen wir heraus und laufen hin und her. um warm zu werden.... Ich war auch bereits 14 Tage krant. Da kannst Du sehen, wie gut es uns geht. Das eine Gute ist, daß wir alle 4 bis 5 Tage abgelöst werden. Wir liegen also 1 bis 5 Tage im Schützengraben und dann ebensolange weiter zurück zur Erholung. Jetzt sind ja die Anstrengungen nicht mehr so groß wie sin Anfang bei den großen Märschen.... Ich habe bis jetzt Glück gehabt, aber man weiß noch nicht, wie es einem noch gehen kann. Man weiß nicht, ob man noch Mensch ist. Tag und Nachr. Sonn- tag und Wochentag, immer nur Kampf. Für un-Z könnte � eS nichts Besseres geben als die Parole:„Meie de auf Erden und den Menschen ein WohlgefalMn!*... Gewerkfthastliches. Eine internationale Hilfsattion für öie belgische Arbeiterschaft. Die belgischen Geiverkschaften und Genossenschaften sind aiil Ende ihrer Mittel angelangt. Unter den Hundcrttausenden von Einwohnern Belgiens, welche jetzt unterstützt werden müssen, um überhaupt leben zu können, befinden sich zahl reiche Gewcrkschafts- und Genossenschaftsmitglieder. Nach und nach haben die Organisationen alle ihnen zur Verfügung stehenden Mittel zu deren Unterstützung aufgebracht. Die Brüsseler Buchdrucker z. B. konnten nur durch die Hilfe eines Gönners, der ihnen 40000 M. auf ihre Wertpapiere vor streckte, eine Zeitlaug ihre Mitglieder über Wasser halten. Jetzt aber ist die Not überall sehr groß. ' Die Gewerkschaften haben schon vor Monaten einen dringenden Aufruf um Hilfe au die englischen Organisationen gerichtet. Neuerdings haben sie auch zwei besondere Vertreter der Landeszentrale nach England geschickt. welche unter den Auspizien des Parlamentarischen Komitees des Gewerkschaftskongresses in England herumreisen, um diese Hilfsakfion zu fördern. Bisher aber ist das Ergebnis nicht allzu erfreulich. Rund 30000 M. find in drei Monaten von den englischen Gelverkschaften zusammengebracht worden zur Unterstützung der belgischen Bruderorganisationen. Davon stammen 18000 M. von der großen Bergarbeitcrorganisation, welche nicht weniger wie 2 Millionen Mark für den als Prince-of-Wales-Fonds bekannten Kriegs- bezw. nationalen UnterstützungsfondL stiftete. Weitere 12 000 M. wurden durch den Sekretär der Tertilarbeiter übermittelt, aber auch darunter befanden sich 5000 M. aus dem Internationalen Streikfonds der Textilarbeiter, welchen derselbe Sekretär verwaltet. Dabei haben die Gewerkschaften der Bergarbeiter und Textilarbeiter in England über 1 Million Mitglieder. Auch die englischen Genossenschaften beteiligen sich an einer solchen Hilfsaktion. Die internationale Zentralstelle der Genossenschaften, welche sich seit einiger Zeit in London befindet, hat beschlosien, einen Aufruf zur Unterstützung der Belgier an alle Länder, mit Ausnahme von Deutsch- land und iDc st erreich, zu richten. Ein gleicher Aufruf geht an die geiverkschaft- lichen Landeszentralen aller Länder von festen des holländischen Gewerkschaftsbundes. Die englische Presse bringt die unzutreffende Nachricht, daß auch dieser Aufruf an die Deutschen und Oesterrcicher nicht gesandt werden soll. Die Arbeiter auch dieser Länder werden hinter der Opferwilligkeit ihrer englischen und französischen Klassengenossen kaum zurück- stehen. Serlin und Umgegend. Der Burgfrieden in den Berliner Tchuhfabriteu. Ter Arbeiterschart der Firma Z. C a r s ch, Rungestr. 20, wurde am Weihnachtsabend eine besondere liebenswürdige Behandlung zuteil. Anstatt des ordnungsmäßig verdienten Lohnes sollte sie mit einem geringen Vorschuß vorlieb nehmen. Selbstverständlich empfand dies jeder einzelne sehr unliebsam, da jeder zu den Fest- tagen seinen vollen Lohn benötigte. Dabei verlangte der Unter- nehmer, daß am Sonntag(3. Feiertag) gearbeitet werden sollte. wa§ aber nun von den Arbeitern abgelehnt wurde. Eine Kommission. die dies dem Unternehmer zu unterbreiten hatte, wurde mit Tat- lichkeiten bedroht. Wir meinen, auch von Schuhfabrikanten sollte man in der jetzigen Zeit eine anständigere Behandlung der Ar» veiter voraussetzen. Aber statt dessen müssen wir immer wieder beobachten, wie man die Arbeiter zu schädigen sucht. In letzter Zeit hatten wir mehrfach Gelegenheit, berechtigte Klagen über die Be« Handlung jugendlicher Arbeiter entgegenzunehmen. To wurden bei der schon genannten Firma einem solchen die Stunden für den Be- such der Fortbildungsschule von dem ohnehin kläglichen Lohne in Abzug gebracht; Ueberstundcn wurden aber nicht bezahlt. Bei der Firma Bruno Krause lJnh. Fleischer), Brunnen- straße 188, scheint die Ausnutzung der Jugendlichen noch mehr im Schwange zu sein. An der schweren Sohlensteppmaschinc mit Fuß- betrieb und auch als Stanzer, wofür sonst nur erwachsene Arbeiter in Frage kommen, werden lkjährige junge Leute mit 12 und 13 M. Lohn beschäftigt. Andere junge Arbeitsburschen erhalten dort bis berab zu 7 M. Lohn. Außerdem wird über die Behandlung geklagt. Leider ist es der Firma bisher auch immer gelungen, die Ge- schlossenhcit der Arbeiterschaft zu hintertreiben. Taß dies nur zum Schaden der Arbeiter gereichen muh, ist erklärlich. Tas zeigen wieder die Lohnsäde, die den Arbeitern jetzt für die schweren Mili- tärfilzstiefel gezahlt werden. Tie Zwicker erhalten für dieselben einen west niedrigeren Lohn, als in anderen Betrieben. Außer dem ohnehin schönen Gewinn heimst also die Firma noch einen Extra- Profit auf Kosten der Arbeiter ein. An die Arbeiterschaft der Firma richten wir deshalb den Appell, endlich sich zu ermannen und das zu fordern, was ihr gebübri, um nicht fortgesetzt nicht nur sich selbst, sondern letzten Endes auch die Arbeiterschaft in den anderen Schub- sabriken zu schädigen. Zentralt'erhand der Schuhniachcc Teutschlands, Ortsverwaltung Berlin. Mastregclunge» im Kaufhaus Fr. Hahn. Die Firma Kaufhaus Fr. Hahn, Alexanderplatz, gehört zn denjenigen Firmen, die den Angestellten groß« Gehalts- abzüge machte, obgleich der Umsatz infolge großer Heercsaufträge nicht gesunken, sondern im Gegenteil gegen das Borjahr ganz erheblich gestiegen ist. Der Zcntralverband der Hand- lungSgehilfeu bemühte sich auch— im Auftrage der An« gestellten— die Abzüge zu beseitigen. Nach langwierigen Verhand- luugen mit den Geschäftsinhabern der Firma Hahn wurde auch er- reicht, daß für den November 30 Proz. gegen bisher CS8', Proz.. und vom 1. Dezember ab wieder die vollen Gehälter gezahlt werden. Gleich nachdem diese Verhandlungen zum Abschluß gebracht waren. wurde einer Anzahl von Angestellten gekündigt, da diese, wie die Firma Hahn angibt, überflüssig seien. Au» der Auswahl der ge- lundigteu Angestellte» und aus Handlungen und Aeußerungen eines der Geschäftsinhaber geht klar hervor. daß von der Kündigung solche Angestellte betroffen wurden, die in den Betriebsversammlungen für eine Verbesserung ihrer Lage ein- getreten find oder welche die Firma Hahn im Verdacht hat, der Bewegung nahezufiehen. Der Zentralverband der Handlungsgehilfen hat cS an Bemühungen, die Kündigungen der Angestellten rück- gängig zu machen, nicht fehlen lassen. Leider scheiterten diese an dem rücksichtslosen Vorgehen der Firma. Da die Firma auch jetzt noch große HeereSliefcrungen hat. erwarten die Angestellten, daß die in Frage kommenden Militärbehörde» die Angelegenheit etwas näher untersuchen werden. Der Zentraloerband der Handlungsgehilfen wird mit wineni wichtigen Material zur Beurteilung der Vorgänge gern zur Verfügung stehen. Zentralverband per Handlungsgehilsen Ortsverwaltung Groß-Berlin, Berlin C, Münzstr. 20, veutsthes Reich. Weihuachtsunterstiitzung des Bergarbeiterderbandes. lieber 500 000 M. hat der Bergarbeitervcrband im Dezember als Unterstützung an die Familien seiner im Kriege befindlichen Mitglieder ausgezahlt. Die UnterstützungSsumme ist abgestuft nach der Dauer der MilgliedSzeit und nach der Zahl der Kinder unter 15 Iahren. So erhielten die allermeisten Familien je eine Summe von 30 bis SO M., in einzelnen Fällen, wo die Kinderzahl besonders groß ist, auch überöOM. Diese kameradschaftliche Liebesgabe ist den Kriegersamilien just vor Weihnachten sehr zu statten gekommen und hat sie gelehrt, daß der Bergarbeiteroerband auch den Familien seiner Mitglieder ei» treuer Freund ist. Es ist zu erwarten, daß diese kamerad- schaftliche Treue mir Treue vergolten wird. Die hoffentlicki recht bald aus dem Kriege zurückkehrenden Mitglieder werden gewiß nicht die seitens des Verbandes ihren Familien bewiesene LiebeStätigkeit vergessen und darum besonders eifrige Verbändler fein. Aber auch an die bei der Berufsarbeit verbliebenen Berbändler ergeht der Ruf, so sest und geschlossen wie Erz und Gestein auch im neuen Jahre zum Verbände zu halten. DaS genügt jedoch nicht. ES ist auch die Pflicht eines jeden treuen Verbändlers, neue Mitglieder für die Organisation zu werben, damit sie noch leistungsfähiger wird und den Kampf für die Arbeiterrechtc mit vollem Erfolg durch- führen kann._ Mus Industrie und Handel. Amerikas HaudelSbeziehungen im zweiten Kriegsmouat. Ter Kriegszustand in Europa übt ans den amerikanischen Markt sowohl in der Ausfuhr wie in der Einfuhr einen immer deutlicheren Einfluß aus. Die von dem Bundesamt für Handel in Washington kürzlich veröffentlichten Zahlen für Monat September, verglichen mit dem gleichen Monat des VorjabrS, beweisen die gewaltige, zu direkt beispiellosen Mengen in die Höhe gegangene AuSfubr an NahrungS- mittel», deren Grund in dem Bedarie der kriegführenden Länder und Heere zu suchen ist. und die auffällige Abnahme in der AuZ- fuhr von Baumwolle, Maschinen und Material für Maschinen- fabrikation. ES wurden ausgeführt: an September 1314 September 1913 eingemachtem Rindfleisch 2 885 356 Pfund 364 633 Pfund frischem Fleisch über 7 037 400„ 634 523. Gerste....... 2781268 Bushel 251 254 Bushel Hafer....... 10 780163„ 318 928. Weizen...... 25 869 100„ 11071 163, Reis....... 10 448 817„ 1486 995, Im Gegensätze hierzu erlitt der Absatz nach dem Auslände an Baumwolle und Maschinenfabrikaten im Vergleich zur Ausfuhr der- selben Waren in, September vorigen JabreS insgesamt eine Einbuße von 61 902 668 Dollar, wovon allein fast 60000000 Dollar Minderwert auf die BaumwollauSfuhr fallen. Die GesamtauSfuhr im Werte von 156 337 301 Dollar, verglichen mit dem Gesamtwert von 213 240 000 Dollar im September 1913, verteilte sich auf die kriegführenden und zwei südamerikanische Staaten folgendermaßen: 1913 1914 Dollar Dollar Argentinien...... 5151 071 3 054 986 Belgien....... 4798 174 747880 Brasilien....... 2 791 656 2 817 898 Frankreich..... 17 552 766 19 008 516 Deutschland....34 783<>24 2 37« Rußland...... 2 030 257 217383 Großbritannien.. 68 458 248 41878100 Im Vergleich zur Ausfuhr im Monat August 1914 beläuft sich der Mehrwert der Ausfuhr im Monat September auf 45968200 Dollar. Dieie bedeutende Zunahme der Ausfuhr seit dem ersten KriegSmonat beruht wiederum auf dem sich anscheinend steigernden Bedarf der kriegführenden Mächte an Nahrungsmitteln und auf dem lebhafter gewordenen verkehr nach einigen der mittel- und füd- amerikanischen Länder. Die Vereinigten Staaten führten im September 1914. Waren im Werte von 140 089 600 Dollar ein im Vergleich zu einer Einfuhr von 171 084 840 Dollar im September 1913. Die Einfuhr hob sich von Großbritannien. Argentinien, Kanada. Euba und den Nieder- landen, zeigte aber eine bedeutende Abnahme von Deutschland, rankreich. Belgien und Rußland. Allgemein blieb der Handel mit )eu>schland. Rußland und Belgien auf seinem Tiefftand stehen, der Handel mit Großbritannien hingegen konnte auftechierhalten werden._ Notenzwangskurs in Belgien. Der Generalgouverneur von Belgien hat der„Tocicte Generale de Belgique" das ausschließliche Recht zur Ausgabe von Banknoten zunächst für die Dauer eines Jahres erteilt. Die Noten der ..Societe Generale de Belgique" erhalten Zwangskurs. In der Urkunde heißt eS: Zum RegierungSkommissar bei dem Noten- departement der.Society Generale de Belgique" ernenne ich Herrn Felix Somary. Die belgische Nationalbank darf vom heutigen Tage ab weder neue Noten ausgeben, noch Noten wieder in den Berkehr bringen, die an sie zurückgeflossen sind oder in Zukunft zurück- fließen. Der Gcneralgouverneur für die Banken in Belgien wird ermächtigt, alle erforderlichen Maßnahmen� zu treffen und Aus- nahmen von diesem Verbot in besonderen Fällen zuzulassen. Zur Begründung dieser Maßnahmen gibt der Generalgouver- neur weiter bekannt: Die Belgische Nationalbank hat auf Beschluß des belgischen StaatSministeriumS vom 26. 8. 1914 ihren gesamten Mctallbcsland, eine große Menge zur Ausgabe fertiger Noten, ihre Noten-Klisch�eS und Notenstempel, ferner die bei ihr deponierten Werte de« Staates, die von Privaten als Kaution für den Staat hinterlegten Werte sowie die Wertpapiere der Caisse Gensralc d'Epargne et de Retraite nach London gebracht. Eine mit Zustimmung der deutschen Regie- rung nach London entsandte Kommisston, bestehend aus Mitgliedern des VerwallungSratS der Nationalbank, die einen Teil dieser Werte nach Brüssel zurückbringen wollte, erhielt von der Bank von Eng- land. bei der die Werte deponiert sind, den Bescheid, daß sie sich mit dem belgischen Finanzminister in le Havr« ins Einvernehmen setzen solle. Der belgische Finanzminister aber erklärte, daß er sich die Verfügung über die in England befindlichen Metallvorräte, Noten und Klischee» der Raiionalvank vorbehalte. Die Natioualbank hat ferner im Widerspruch mit ihren Sta. tuten, die die Gewährung von Blankovorschüssen untersagen, der belgischen Regierung große Summen ohne Deckung vorgeschossen. Der belgische Finanzminiiter hat diese Vorschüsse in Anspruch ge- nommen mit der wörtlichen Begründung, daß sie.den Charakter einer Requisition trügen, der die Bank zu gehorchen habe, obgleich sie ein Brivatinstitut sei". tBrief des Finanzminister» an die Naiionalbank vom 20. 8. 1914.) Das Verhalten der Nationalbank und des Finanzministers ist wider Recht und Gesetz. Es verletzt die von der belgischen Regie- rung der Rationalbank gegebene Verfassung auf da» schwerste und stellt das Land vor eine große Gefahr, denn der belgische Finanz- minister könnte den Mctallvorrat der Bank, diese Reserve der Volke- Wirtschaft, direkt oder indirekt zu Kriegszwecken verwenden. Da- durch würde die Grundlage de» Notenumlaufs von rund 1600 Mil- lionen Kranken erschüttert werden. Alles dieses bedroht die Leben». interessen der belgischen Bevölkerung auf das schwerste. Die deutsche Regierung steht vor der Möglichkeit, daß die belgische Regierung Noten eines im okkupierten Gebiete Belgiens befindlichen Instituts zur Unterstützung feindlicher Handlungen gegen die deutsche Regie- rung ausgibt. Aus all diesen Gründen sehe ich mich gezwungen, der Belgischen Nationalbank das Recht zur Notenausgabe zu cnizichcn und den Gouverneur sowie den Staatskommissar dieses Instituts abzu- rufen. Tie rechtmäßig ausgegebenen Noten der Nationalbank be- kalten Zwangskurs. Um das Wirtschaftsleben des Landes bor einer Katastrophe zu bewahren, habe ich dem ältesten belgischen Bank- institut, der Societe Generale de Belgique, das Notenpribilcg erteilt. Tie Noten dieses Instituts erhalten Fwangskur�. Taö Noten- Departement der Societe Generale de Belgique wird die Möglich» keit habe», in voller Freiheit und auf solidester Grundlage die Be- dürfnissc von Handel. Industrie und Landwirtschast zu befriedigen. Sie wird den Abbau des Moratoriums herbeiführen helfen. Die Zivilverwaltung wird gemeinsam mit der Societe Generale de Belgique insbesondere auch die Frage untersuchen, welche Schritte eingeleitet werden können, um den Besitzern der Einlagen bei der Caisse Generale d'Epargne et de Retraite und diesem In- stitut selbst zu ihrem Eigentum wieder zu verhelfen, das gegen- wärtig widerrechtlich in der Bank von England festgehalten wird. Erhöhung der Kohlenpreise. Die oberschlesischen Gruben erhöhten auf Grund soeben heraus- gegebener Preislisten laut.BrcSlauer Zeitung" ab 1. Januar die Kohlenpreise je nach Verbrauchsgebiet: Grobkohle um 1.50 bis 1,90 M.; Nußkohle II. Sortierung und Erbskohlc um 1 bis 1,70 M.; Staubkohle um 0,20 bis 0,50 M. per Tonne. Ter Wirtschaftskrieg. Tie„London Gazette" teilt mit, daß die Ausfuhr aller Arten Sprengstoffe und Gebrauchsstoffe der Schuhwarenindustric sowie aller Wasserfahrzeuge und Schwimmdock», auch Teile davon und Zubehör, nach allen Ländern außer den britischen Besitzungen und Protefioratcn verboten ist. Soziales. Gegen Gehaltsabzüge. Jimner wieder muß das Kaufmanns- oder Gewerbeaericht Parteien klarmachen, daß der Unternehmer ein Recht zu einem Gehaltsabzug keineswegs daraus ableiten darf, daß er ge- ringen Verdienst hat. So in ihrer letzten Sitzung die dritte Kammer des hiesigen Kaufmannsgerichts. Ein Partiowarenhändler Matlatzki hatte im August d. I. dem Verkäufer erklärt, er müsse mit einer von ihm, dem Chef, jeweilig zu bestimmenden GehaltSminderung einverstanden sein. Der Ber» käufer stimmte dem jedoch nicht zu. Er protestierte auch an jedem folgenden MonatSschlutz gegen die vom Geschäftsinbabcr vorge- uonrmenen Gehaltsabzüge, die zuerst 40 Proz., dann 33 K und zuletzt 20 Proz. betrugen. Als sich M. auch auf wiederholtes Er. suchen nicht dazu verstehen wollte, die Restbeträge nachzuzahlen, schritt S. zur Klage. In der Verhandlung machte der Beklagte geltend, daß sein Reinverdienst jetzt nur zehn Prozent betrage, er könne darum dem Personal nicht das volle Gehalt zahlen. Ein Prinzipalsbeisitzer fand jedoch diese Verdienstquote sehr reichlich. Er selber verdiene nur vier Prozent, geh« aber deswegen doch nicht mit dem Personal so um. Tas.Kaufmannsgericht verurteilte den Bellagten, dem Au- trage des Klägers gemäß, 285 M. Gebolt nachzuzahlen. Eine Ge- haltSminderung könne nicht innerhalb der VcrtrogSdauer einseitig vom Arbeitgeber festgesetzt werden. Darunter, daß Beklagter etwas weniger verdient habe wie in regulären Zeiten, könne nicht gleich der Angestellte leiden. Umgekehrt würde ihm ja auch mdn gleich das Gehalt erhöht worden sein, wenn sich die Geschäftslage bc- sonders günstig gestaltet hätte._ Stundung von Hypotheken. Der Bundesrat hat nach einer im gestrigen..Reichsaiizeiger" veröffentlichten Verordnung zugelassen, daß der Richter bei Rechts- streitigkeiten auf Zahlung deS Kapitals einer Hypothek oder Grund- schuld oder der Ablösungssumme einer Rentenschuld statt einer dreimonatlichen Zahlungsfrist auf Grund der BundesratSverord- nung vom 7. Augui't 1914 fortan eine sechsmonatliche Zahlungsfrist gewahren kann. Auch kann wegen solcher Forderung die Voll- strcckung auf die Tauer von sechs Moriaten eingestellt werden. Gegen den Mankounmg. Als eine gröbliche Ausnutzung des wirtschaftlich Schwäche- rcn bezeichnete das Landgericht zu Stade den Anstellungs- vertrag, nach welchem die jyilialleiterin der Ziirma Bernhard Scestädt zu Hamburg, die in Hamburg, Altona. Harburg und Umgegend eine ganze Anzahl Brotniederlassungen betreibt. beschäftigt werden. Eine solche �ilialleiterin war. weil sich bei ihr angeblich ein Manko von 431,83 M. herausgestellt hatte, ohne Einhaltung der vertraglichen LkündigungSftist sofort entlassen worden. DaS Gehalt für den Rest des laufenden Monats wie auch, die von der Angestellten hinter- legte Kaufton im Betrage von 16t> M. wurden von der Zjirma einbehalten. Hiergegen erhob die ssjilialleiterin Klage beim Kaufmannsgericht in Hamburg auf Zahlung des Rest- gehalts und der Kaution. Die Klägerin führte aus, der Angestelltenvertrag verstoße gegen die guten Titten, weil sie zu dem unerhört niedrigen Gehalt von 60 M. monatlich, von welchem noch jedesmal 10 M. zur Bestreitung der Kaution in Höh« von 300 M. abgezogen wurden, angestellt sei. Diese» Gebalt siebe in absolut keinem Verhältnis zu der Verantwortung, die den Angestellten von der Firma aufge- bürdet werde. Aber auch für da» Manko an sich könne sie(die An- gestellte) keineswegs haffbar gemacht werden, da es ihr nicht mög- lich gewesen sei, bei den Jnventuraufnahmen. die von anderen Angestellten während der Geschäftszeit vorgenommen worden find, infolge Bedienen» der Kundschaft von Ansang bis zu Ende mit- zuwirken. Außer Brot werden in den Niederlassungen der Firma noch eine ganze Anzahl anderer Artikel, wie Schmalz, Butter. Zucker. Eiswafteln usw. geführt. Wiederholt hatte die Klägerin den Geschäftsinhaber ersucht, ihr doch kür die angelieferten letzteren Artikel, um diese nachwiegen zu können, eine Dezimalwage zur Verfügung zu stellen, welchem Ersuchen dieser aber trotz Zusage nicht nachgekommen ist. Auch wurde für Schwund der Waren beim Abwiegen, infolge Eintrocknen», wie e» z. B. in den Konsumver- einen der Fall ist. keinerlei Mankovergütung gewährt. Da» Kauf«ann»gericht Harburg verurteilte die Firma und wies sie mit ihrer Widerklag« auf Ersetzung des Mankos ab.„Die Firma," hieß es in der Begründung,„fei verpflic�et. zu beweisen. daß die Angestellte da» Manko fchuldhafferweiie verbraucht habe. Diesen Beweis habe die Firma in keiner Weise erbracht. JnSbe- sondere kann sich die Beklagte hierbei nicht darauf berufen, daß die Klägerin die Auffiellung(Inventurliste) anerkannt habe, denn hieraus ergebe sich nur. daß die Klägerin Einwendungen gegen die Richtigkeit der Aufstellung nicht erhoben habe, nicht aber, daß sie zur Zahlung des Mankos bereit fei. Der Inhalt de» Vertrage». der inSoefondere der Klägerin auch die Haftung für die Fehlbeträge ihrer Vertreterin, die sie nicht zu übersehen in der Lage ist, auf- erlegt, sei derart, daß ein Angestellter, der wirtschafllich unabhängig ff, bei vernünftiger Prüfung der Sachlage ihn nimmermehr als| fernt, und zivar 1% Meter tiefer als St. Zwischen den beiden be. Vertragsinhalt annehmen wird. Nur der wirtschaftlich abhängige fand sich Weidengebüsch. Der Verlegte 2. behauptet, St. Habe bei Angestellte, der eine Stellung auch unter harten Bedingungen an. Abgabe des Schusses fahrlässig gehandelt, und hat deshalb gegen nehmen muß, um sich sein Brot zu verdienen, könne fich zu einer ihn Alage auf Schadenersah erhoben. solchen Abrede verstehen. Eine solche Abrede tönnte des unjittlichen Charakters entbehren, wenn die übrigen Bedingungen des Anstellungsvertrags so glänzend wären, daß sie ein Aequivalent für das in ihm liegende Risiko bildeten. Davon fann aber im vorliegen den Falle teine Rede sein. Ein Monatsgehalt von 60 M. sei bei den in Harburg herrschenden teuren Lebensverhältniffen eine so geringe Entlohnung, daß die Klägerin überhaupt davon kaum leben könne. Die Abrede der Haftung der Kaution bziv. die Mankohaftung überhaupt bei gleichzeitiger Gewährung eines solchen Gehalts fennzeichne sich als eine nicht zu billigende Ausnutzung des schwachen Angestellten, der um jeden Preis eine Stellung annehmen muß, verstoße daher gegen die guten Sitten im Sinne des § 138 des Bürgerlichen Gesezbuches und jei deshalb nichtig." Gegen dieses durchaus vernünftige und treffende Urteil des Harburger Kaufmannsgerichts legte die Firma beim Landgericht in Stade Berufung ein. Das Landgericht zu Stade hat die Berufung der Firma unter Auferlegung der Kosten abgewiesen. Der Zentralverband der Handlungsgehilfen als die gewerkschaftliche Organisation der kaufmännischen Angestellten, der die betreffende Filialleiterin in ihrem Vorgehen gegen die Firma auf das tatkräftigste unterstützt hat, wird nun mehr alles tun, unt zu erreichen, daß auch die übrigen in Frage kommenden Angestellten der Firma nicht mehr unter fo maßlos harten Bedingungen" au arbeiten brauchen, wie es vom Landgericht zu Stade bezeichnet worden ist. Gerichtszeitung. Berlängerung der Verjährungsfristen. Der gestern abend erschienene ,, Reichsanzeiger" teilt eine Verordnung des Bundesrats mit, die diefer dahin erlaffen hat, daß die noch nicht verjährten in den§§ 196, 197 des Bürgerlichen Gesetzbuchs bezeichneten Ansprüche nicht vor dem Schluß des Jahres 1915 verjähren. Dadurch ist die Verjährungsfrist um ein Jahr verlängert. Nach § 196 verjähren in zwei Jahren( vom Schluß des Jahres ab ge= rechnet, in dem die Forderung entstanden ist) z. B. die Forderung an Kaufleute, Handwerker und Fabrikanten für Lieferung von Waren oder Ausführung von Arbeiten, der Gastwirte für Nahrung und Petöftigung, der gewerblichen Arbeiter und der Angestellten, der Tagelöhner, des Gesindes, der Handarbeiter wegen des Lohnes, ber Lehrherren wegen des Lehrgelbes, der Aerzte, Bahnärzte, Hebammen für ihre Dienstleistungen, der Rechtsanwälte und Notare, der Zeugen und Sachverständigen wegen ihrer Gebühren und AusTagen. Alle derartige Ansprüche würden, wenn sie im Jahre 1912 entstanden sind, mit Schluß des Jahres 1914 verjähren. Durch die Verordnung ist die Verjährungsfrist bis zum Schluß des Jahres 1915 erstrect. Nach§ 197 des Bürgerlichen Gesetzbuchs verjähren in vier Jahren die Ansprüche auf Rüdstände von Zinsen( einschließlich Miets- und Bachtzinsen) sowie die Ansprüche auf Renten, Auszugsleistungen, Besoldungen u. bgl. Schadenersazanspruch aus einem Jagdunfall. Das Landgericht Brieg und das Oberlandesgericht Breslau haben den Schadenanspruch zuerkannt. In feinen Entscheidungsgründen führt das Oberlandesgericht aus: Ob die Parteien sich zur Zeit der Abgabe des Schusses gesehen haben, kann dahingestellt bleiben. Aus der Art der Verlegung des Klägers ist jedenfalls zu schließen, daß der Beklagte nicht hoch geschossen hat, was bei gegenüberstehenden Schüßen allgemein Brauch ist, sondern daß er sogar niedrig gehalten hat. Der Beklagte durfte aber in der Richtung nach der anderen Schüßenlinie auf den Fajan erit dann schießen, wenn dieser so hoch gegangen war, daß durch den Schuß die gegenüberliegende Schüßenlinic nicht gefährdet wurde. Der Beflagte durfte nicht nach unten schießen, auch wenn der Kläger noch nicht berechtigt gewesen wäre, jeinen Standort zu verlassen. Indem der Beklagte einen nicht maidmännischen Schuß abgegeben hat, ohne seinen Standort, wie es üblich ist, feinen Jagdgenossen durch einen Zuruf bekanntzugeben, hat er fahrlässig gehandelt. Daß, wie der Beklagte behauptet, ein eigenes Verschulden des Klägers vorliege, ist nicht anzunehmen. Auch wenn von dem Jagdleiter noch nicht durch ein Zeichen das Ende der Jagd angefündigt war, durfte doch der Kläger annehmen, daß tatsächlich die Jagd ihr Ende erreicht hatte. Die Schüßenfetten waren bis dicht an das Weidengebüsch herangelangt. Es war bereits 4 Uhr nachmittags, also zu einer geit, wo im Dezember mit Rücksicht auf die einbrechende Dunkelheit an eine Fortsetzung der Jagd nicht mehr au denken war. Der Kläger hatte feinen Grund, anzunehmen, daß der Beklagte am Ende des Buschwerks noch schießen werde. Nach waidmännischer Uebung hätte der Beklagte seine Absicht, zu schießen, kundgeben müssen. Konnte aber der Kläger eine Schußabficht des Beklagten am Ende des Strauchwerts nicht mehr vermuten, so hatte er seinerfeits teinen Anlaß, das Verlaffen seines Standortes feinen Jagdgenossen kundzugeben. Er durfte aber weiter auch annehmen, daß der Beklagte von seinem höher gelegenen Standort nicht nach unten schießen werde. Den Beklagten trifft hiernach die alleinige Schuld an dem Unfall und er ist beshalb dem Aläger zum Schadenersatz verpflichtet. Das Reichsgericht bestätigte jetzt das Urteil des Oberlandesgerichts. Die eigenen Landslente geplündert. Daß während der Ruffenzeit in Ostpreußen nicht nur die Feinde, sondern auch schlechte Elemente unter den Deutschen die Gelegenheit zum Plündern wahrgenommen haben, bewies eine Verhandlung vor dem Königsberger Kriegsgericht, das gegen den Droschkenkutscher Zey und dessen Ehefrau verhandelte. Leh betrieb sein Gewerbe in Königsberg, während seine Frau mit den Kindern in ihrer Heimat Allenburg wohnte. Nach dem Einzug der Ruffen in Allenburg wurde das Haus, in dem die Frau wohnte, niedergebrannt, so daß sie mit den Kindern in einem Eisenbahnwaggon hausen mußte. Trotzdem sie so den Einfall der Russen am eigenen Leibe zu spüren bekam, hat die Frau es fertig gebracht, während der Ruffenzeit ein ganzes Warenlager aus verlassenen Häusern zusammenzustehlen. Als der Ehemann einmal von einem Besuch in Allenburg zwei große Säde nach Königsberg brachte, wurde er beobachtet und die Säde untersucht und beschlagnahmi. Dann wurde auch bei der Frau in Allenburg Haussuchung gehalten, wobei weitere gestohlene Waren in großen Mengen vor gefunden wurden. Das Gericht fah die Frau als Hauptschuldige an und verurteilte sie zu zwei Jahren Gefängnis, der Ehemann tam wegen Schlerei mit vier Monaten Gefängnis davon. Bei der Ausübung der Sagd, und namentlich bei Treibjagden, besteht für jeden säger die Pflicht, die nach den Umständen beim Schießen erforderliche Vorsicht zu beobachten, damit andere in der Nähe befindliche Menfchen nicht verlegt werden. Trifft den Jäger in dieser Beziehung eine Fahrlässigkeit, gibt er insbesondere bei Trebbin. Am Sonntag, den 27. Dezember, abends 7 Uhr, im Bolal einer reibjagd einen waid männisch nicht gerech ten Schuß a b, fo haftet er für den dadurch verursachten der Bitme Gleiche: Bablvereinsversammlung. Tagesordnung: Aufnahme Schaden. So hat am Dienstag das Reichsgericht ent- neuer Mitglieder. Parteiangelegenheiten. Berschiedenes. schieden. Am 5. Dezember 1911 fand auf dem Jagdgebiet der Gemeinde Bramsen bei Brieg eine Treibjagd statt. Es waren zwei Schüßenlinien gebildet, die sich gegen das Ende der Jagd auf 30 bis 40 Schritt Entfernung gegenüberstanden. Einer der Jagdteilnehmer, der Schornsteinfegermeister R. aus Brieg, gab zum Schluß noch einen Schrotschuß nach einem Fajan ab. Dabei traf er aber einen anderen Jagogenossen, den Fleischermeister 2. aus Schönau, der durch Schrotkörner am Bauch, Oberschenkel und an der Hand erheblich verlegt wurde. 2., der seinen Standort in der Schüßen. tette bereits verlassen hatte, war etwa 140 Schritt von K. entCharlottenburg. Kranken- u. Sterbekasse der Maurer Charlottenburgs. Zuschußzkaffe. Sonntag, den 24. Januar 1915, borm. 10 Uhr, im Staffenlofal, Spree ftraße 17: Mitglieder- Versammlung. Tagesordnung: 1. Bericht vom 4. Bierteljahr. 2. Jabresbericht des Kassierers. 3. Bahl eines 2. Schriftführers und 2 Aufsichtsratsmitglieder mehrerer Erfagleute. 4. Raffenfachen. fowie Regen Besuch erwartet 291/7 Der Vorstand. Allgem. Ortskrankenkasse für Berlin- Lichterfelde. Am Sonnabend, den 2. Januar 1915, abenbe 8, Uhr, findet im großen Rathaus. Adam Theis Klara Schuck Verlobte. Wirksame Hilfe bei Asthma 7386 Hustenanfällen und starker Verschleimung durch Relchels Echte Asthmatropfen. Berühmt d. ihre Wirkung! Zahlreiche Erfolgsberichte! Fl. 2,50. Otto Reichel, Berlin 43, Eisenbahnstr. 4. J Parteiveranstaltungen. Weihnachtsveranstaltungen. Jugendfektion Neukölln. Die Jugendsettion beteiligt sich am Sonn tag, den 27. Dezember( 3. Weihnachtsfeiertag), an der Weihnachtsfeier der Beginn 6 1hr. Zotal: Bartschs Festfäle, Hermannstr. 49. Wir bitten um Arbetterjugend. Programm: Gesang, Rezitation, Biolinsolo und Ansprache. regen Besuch. Eintrittspreis: Erwachsene 20 Pf. Beranstaltungen für Kinder in Neukölln. Die für den 2. Feiertag angefündigte Weihnachtsfeier fann umständehalber erit am Sonntag, den dritten Feiertag, und zwar nicht bei Bartsch, Hermannstraße 49, sondern im Karlsgarten stattfinden. Der großen Nachfrage wegen finden zwei Feiern statt und zwar um 4 Uhr nachmittags und um 1.7 Uhr abends. Es ist Vorsorge getroffen, daß die Besucher der ersten Vorstellung nachher in den Nebenräumen Unterkunft finden. Nach der Vorstellung geBeifammensein. mütliches Der Arbe terturnverein Schöneberg veranstaltet am 1. Weihnachtsfeiertag, abends 7 Uhr, im Restaurant Ebrecht, Martin- Lutherstr. 69, im Tunnel ein gemütliches Beisammensein mit anschließender Weihnachtsfeier. Kaulsdorf. Sonnabend, den 26. Dezember( 2. Weihnachtsfeiertag). nachmittags 4 Uhr, findet in amanns Gefellichaftshaus, Inhaber Koslowski, Frankfurter Str. 50, für die Stinder der im Felde stehenden und der arbeitslosen Parteigenossen eine Weihnachtsbescherung statt. schließend gemütliches Beisammensein. Röntgental- Zepernick- Buch. Heute findet im gofal von Marg, Röntgental, Bärwolfstraße, die Bescherung der Kinder der am Drt eingezogenen Krieger statt. Das Programm besteht aus Vorträgen, Rezitation und Gesang. Herren 50 Bf., Damen 25 Bf. AnZeliow. Am 1. Weihnachtsfeiertag, abends 8 Uhr, findet im Rotal des Geneffen W. Bonow die Weihnachtsfeier statt, bestehend aus Rezitationen und Liedern zur Laute. Mitwirkende find Frl. Böhm. Frau Helene Böttcher, Frl. Elja Knüttel, Dr. Heinz Schall- Caspary und Hans Fuhrmann. Der Eintrittspreis beträgt 20 Bf. In Adlershof war es infolge der Opferfreudigkeit unserer Genossen und Genoffinnen möglich, den Kindern der Kriegsteilnehmer und Arbeitslojen eine würdige Weihnachtsfeier zu bereiten. Ueber 350 Stinder tonnten beschenkt werden. Ein Chorgesang der Kinder leitete die Feier ein. Dann hielt die Genoffin Bobm- Schoch eine längere Ansprache an die Kinder. Ein Prolog Sierauf folgte ein von 12 Rindern dargestelltes Theaterstud. sowie einige der Feier angepaßte Lieder des Gesangvereins Frohsinn" bildete den Schluß der würdigen Feier, die unseren Kleinen noch lange in der Erinnerung bleiben wird. Jugendveranstaltungen. Neukölln. Am 27. findet die Beihnachtsfeier des Jugendausschusses bei Ba tich, Hermannstraße 49. statt. Mi wirkende sind: Dr. Dunder ( Feftrede), Fri Steiner Rothstein( Bioline), Hans Heinz Fuhrmann( Rezitation) und das Böhmiche Frauenterzett. EintrittsJugendliche 10 Bf., Erwachsene farten sind für den geringen Preis 20 Pf. in den Jugendheimen, Fuldastraße 55/56 und Nogattraße 15, sowie auch bei Bartsch erhältlich. Beginn pünktlich Uhr. 6 Schöneberg. Sonntag, den 27. Dezember, abends 6 Uhr, findet im 2okal von Eberecht, Meininger Str. 8, eine Weihnachtsfeier, bestehend aus Gelang des Schöneberger Frauenchors; Musik ausgeführt von den Jugendlichen und Rezitationen statt. Der Eintritt ist fret. Weißensee. Am 3. Feiertag findet im Jugendheim, Gäblerste 46, abends 6 Ubr, eine Weihnachtsfeier statt. Dr. Heinz Schult Caspary fingt Lieder zur Laute, der Jugendheim- Gesangschor dreistimmige Lieder. Reger Besuch wird erwartet. Reinickendorf: West. Am Sonntag, den 27. Dezember( 3. Feiertag), nachmittags 6 Uhr, findet im Jugendheim, Wachholderstr. 44, eine Beihnachtsfeier, bestehend aus Vortrag des Genossen Fride, Mufitaufführungen, Regitationen und Bescherung statt. Alle Jugendlichen sind freundlich eingeladen. Brik Buckow. Am zweiten Weihnachtsfeiertag, nachmittags 6 Uhr: Beihnachtsfeier bei Beder, Chauffeeftr. 97. veranstaltet die Arbeiterjugend im Lotal von Aug. Lange, Röntgental, Röntgental. Zepernid. Buch. Am 3. Feiertag, abends 6 Uhr, Siemensstr. 1. einen Elternabend, bestehend aus Rezitationen, Gesang und Borträge. Eintritt frei. Lanfwik. Am 3. Feiertag, nachmittags 4 Uhr, im Heim, Raiser Wilhelm- Str. 35( Eingang von der Seydligstraße): Weihnachtsfeier. An sprache, Gesang, Rezitationen, Lieder zur Laute. Eintritt frei. Frauenveranstaltungen. Verein für Frauen und Mädchen der Arbeiterklasse. Montag, ben 28. Dezember, in Stellers Neuer Philharmonie, Köpenicker Str. 96/97: Weihnachtsfeier mit Kinderaufführung( Der geftiefelte Kater). Ana Erster Wahlkreis. Die Weihnachtsfeier findet am Montag, den fang 6 Uhr. Saaleröffnung 5 lhi. Eintritt für Erwachsene 20 Pf. 28. Dezember, abends 7, Ubr, in den Corona- Brachtsälen, Kommandantentraße 72, statt. Zur Aufführung gelangen Märchenvorlesungen mit Lichtbildern, Rezitationen und Lieder zur Laute unter Mitwirkung des Fräulein M. Echipsmann und des Herrn Dr. Heinz Schall- Caspary. Außerdem Beicherung der Kinder. Entree frei, Garderobe 15 Bf. Um rege Beteiligung Der Bildungsausschus. der Mitglieder ersucht 5. Kreis. Frauenleseabend der 2. und 3. Abteilung. Sonntag, den 27. Dezember, findet in den Musikerfälen, Staiser- Wilhelmstraße, eine Weihnachtsfeier statt. Anfang- 6 Uhr. Für unsere Kinder! E Des Krieges wegen statt 2 M. für 1,20 M. für jedes Buch werden abgegeben folgende gut ausgestattete und mit vielen Bildern versehene Märchen Carmen Sylva- und JugendCigaretten BF Trustfrei! Monats- Garderobe! 4-500 getragene Anzüge f. Herren: Smoling, Frad u. Behrod- Anzüge( auch 3. verleihen), Winterpaletots und Ulster fowie bon Ravalieren getragene, fast neue Sachen( a.Seide), f. jed. Figur paff. in größter Auswahl 8. unübertroff. billigen Preisen. 12r., deshalb billiger wie i. Laden. Wassertor. faal, Berlin- Lichterfelde, Schiller- Hirsch Kieferbaum, straße 12/13 I. straße 32, cine ordentliche Ausschuß- Sihung statt, zu welcher die Mitglieder des schriften Märchen von Gebr. Grimm Märchen von Andersen Eine Reise ins Märchenland von Mäding Hinaus ins Freie von Mühlmeister und Otto Ernst Blumenmärchen v. Kreidolf Bruder Lustig. Kinderlieder von Ferdinands Buchhandlung Vorwärts Berlin SW., Lindenstr. 3 Steinarbeiter. Sämtliche Mitgliedsbücher find in Ordnung zu bringen Ausschuffes hiermit eingelaben werden. und bis spätestens 3. Januar im Verbandsbureau oder Tagesordnung: 1. Boranschlag 1915. 2. Verschiedenes. 279/17 in einer der folgenden Zahlstellen abzugeben: Faber, NW., Stephanftr. 11 Bergemann, Reukölln, Goetheftr.7| Dröger. Weißensee, Berl. Allee 257 Groß, Schöneberg, Sedanstr. 17. Die Ausgabe der neuen Bücher erfolgt Mitte Januar. Am 31. Dezember vormittags von 9-12 Uhr findet die Auszahlung der Extraunterstüßung statt. Bezugsberechtigt find biejenigen ausgeftenerten Kollegen, welche im Monat Dezember brei Wochen arbeitslos find oder wareu. Etwaige Wünsche und Be fchwerden bittet der Vorstand drei Tage vor der Versammlung schriftlich einreichen zu wollen, bamit das einschlägige Material zur Stelle geschafft werben kann. Berlin- Lichterfelde, b. 24. XII. 1914 Der Vorstand. Sans gilder, M. Mobrad, Borfizender. Schriftführer. 178/3 Zentralverband der Steinarbeiter( Ortsverwaltung Engelufer 15 I, Zimmer 7. Berlin). Freireligiöse Gemeinde. Freitag, den 25. Dezember, vorm. 9 Uhr, Neukölln, dealpaffage"; Tegel, BahnhofPappel Allee 15-17; ftraße 15 und Ober- Schöneweide, Klarastr. 2: Freireligiöse Borlesung. Bormittags 11 Uhr, Kleine Frankfurter Str. 6: Bortrag von Herrn A. Fischer. Am Sonntag, den 27. Dezember: Vortrag von Herrn G. Kotter:" Welträtsel und Lebenswunder". Damen und Herren als Gäste willkommen. 99 Hoffnung 66 Berliner Schneiderei- Genossenschaft( E.G.m.h.H.) gegründet von organisierten Schneidergehilfen Berlin N. Brunnenstr. 185( am Rosenthaler Tor). Großes Lager fertiger Anzüge Winter- Paletots u. Ulster Bozen- Mäntel. Loden- Pelerinen. Kinder- Anzüge. Arbeiter- Berufskleidung. Elegante Maßanfertigung. Lieferant der Konsum- Genossenschaft u. der Ortsgruppe Berlin d.Arb.- Radf.- Bund. Am 1. und 2. Weihnachtsfeiertag sowie am Neujabrstag bleibt unser Geschäft ganz geschlossen. Tel. Amt Norden 1591. 106/17 Todes- Anzeigen Scied Dem Undenten unserer auf dem Kriegsschauplaß gefallenen Genoffen! Im Lazarett verstarb unser Genosse Paul Iden Buchbinder, Nogatstr. 53. 15. Bezirk. Die Beerdigung fand auf dem Garnison- Friedhof in der Hasenheide statt. 245/17 Sozialdemokratischer Wahlverein Neukölln. Gefallen auf dem Kriegsschauplatz im Osten unser Genosse 243/15 Robert Stiehl Albert- Freytag- Str. 38. Sozialdemokrat. Wahlverein Niederbarnim. Bez. Reinickendorf- Ost. Die ersten Kriegsopfer unseres Bezirks sind die Parteigenossen, Bildhauer Edmund Arlt Reservist im Desterreich. Feldjägerbataillon I, gefallen am 22. Oftober in Galizien, und Steindrucer Theodor Einbrodt 243/16 Landwehrmann b. Ersabbat. Res.- Inf. Regt. Nr. 52, gefallen am 2. Dezember in Rußland infolge eines Kopfschusses. Sozialdemokr. Wahlverein Kreis Niederbarnim. Bezirk Kaulsdorf. Deutscher Transportarbeiter- Verband Bezirk Groß- Berlin. Folgende Kollegen sind im Felde gefallen: Gustav Hanff, Arbeitskutscher. Hermann Koernke, Droschfenchauffeur. Adolf Kosow, Industriearbeiter. Wilhelm Kübler, 2agerarbeiter. Joseph Retzmer, Industriearbeiter. Richard Seifert, Geschäftskutscher. Paul Smolinski, Industriearbeiter. Richard Scheibe, Raffenbote. Kurt Stöckmann, Geschäftsdiener. Erich Weidig, Droschkeuchauffeur. Gustav Witt, Speditionsarbeiter. Gustav Wohlgemuth, Industriearbeiter. Karl Wudtke, Geschäftschauffeur. 69/14 Ehr hrem Andenken! Die Bezirksleitung. Deutsch.Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Es starben folgende Mitglieder im Felde: Adolf Friedrich, Metallarbeiter geb. 6. 7. 78 zu Köpenid. Max Müller, Anschläger geb 23. 10. 85 zu Berlin. Willi Schweitzer, Klempner geb. 21. 1. 88 zu Reinidendorf b. B. Wilhelm Seltrecht, Elettromonteur geb. 2. 2. 80 zu Berlin. Fritz Prahl, Metallarbeiter geb. 21. 11. 80 zu Berlin. August Wiebrecht, Metallarbeiter geb. 7. 6. 87 zu Harburg. Paul Lehmann, Schloffer geb. 3. 5. 86 zu Berlin. Fritz Schwibbus, Anschläger geb. 16. 6. 79 zu Dresden- Plauen. Willi Borowsky, Schloffer geb. 31. 10. 86 zu Blankenfelde, Kr. Teltow. Gustav Schulz, Metallarbeiter geb. 25. 3. 88 zu Mosau. Karl Thiele, Schleifer geb. 20. 8. 79 zu Herzberg. Ernst Schoel, Schloffer geb. 11, 2. 76 zu Groß- Aklade. Adolf Klöß, Metallarbeiter geb. 28. 6. 89 zu Gießen. Franz Buchholz, Schloffer geb. 19. 2. 89 zu Neuhof. Vinzenz Babelek, Metallarbeiter geb. 20. 11. 87 zu Bolewih. Kurt Frick, Schloffer 129/13 geb. 22. 2. 82 zu Guben. Ehre ihrem Andenken! Sozialdemokratischer Wahlverein f. d. 2. Berl. Reichstagswahlkreis. Bezirk 48. Nachruf. Am 14. d. Mts. verstarb ganz plöglich unser Genosse, der Maler Hermann Klauk an Schlaganfall. Wir werden ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren. Die Beerdigung hat bereits stattgefunden. 207/13 Der Vorstand. Sozialdemokratischer Wahlverein Deutscher Holzarbeiter- Verband.d. 3. Berl. Reichstags- Wahlkreis. 95/1 Zahlstelle Berlin. Im Felde starben folgende Mitglieder: Robert Welzel, Tischler, beim Kampf in Rußland. Richard Ribbe, Tischler, in Frankreich schwer verwundet, im Lazarett in Berlin geft. Karl Scheide, Tischler, im Gefecht in Belgien. Max Polzin, Tischler, im Gefecht bei pern. Wilhelm Stewin, tijdler, bei den Kämpfen in Rußland. Robert Urbach, Tischler, im Gefecht vor Warschau. Otto Roch, Tischler, schwer verlegt, im Lazarett in Rosenberg( Ober- Schlesien) gest. Paul Loose, Vergolder, im Rampf in Rußland. Ehre ihrem Andenken! Die Ortsverwaltung. Verband der Gemeinde- u. Staatsarbeiter Filiale Groß- Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß folgende Kollegen auf dem Schlachtfelde gefallen find: Gustav Walter, 13. Revierinspektion. Robert Koch, 11. Revierinspektion. Otto Felsch, 29. Revierinspektion. Julius Frischke, Deffentl. Beleuchtung. August Sudrow, Lichtenberg. Wir werden ihnen ein chrendes Andenken bewahren. 36/15 Die Ortsverwaltung. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Genosse, der Masseur Joseph Meissner ( Bezirk 221) gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Einäscherung findet am Sonnabend, den 26. Dezember ( zweiter Weihnachtsfeiertag), nachmittags 3 Uhr, im Strematorium in Treptow statt. Um rege Beteiligung ersucht Der Vorstand. Verband d. Gemeinde- u. StaatsarhFiliale Groß- Berlin. Den Mitgliedern geben wir hiermit Nachricht vom Tode des. Kollegen Josef Meißner Masseur in Britvatbadeanstalten. Ehre seinem Andenken! Einäscherung am Sonnabend, den 26. Dezember, nachmittags 3 Uhr, im Krematorium Treptow. Um rege Beteiligung der Kollegen ersucht Die Ortsverwaltung. 36/14 ArbeiterRadfahrer- Bund „ Solidarität“, Mitgliedschaft Berlin. In Erfüllung der traurigen Bflicht geben wir hierdurch allen Mitgliedern bekannt, daß unser Bundes genoffe Oskar Gutsche 5. Abteilung an den Folgen einer schweren Verwundung auf dem Schlacht. felde am 9. November berftorben ist. 12/12 Ehre seinem Andenken! Die Ortsverwaltung. Die Ortsverwaltung. Deutscher Transportarbeiter- Verband. Bezirksverwaltung Groß- Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Brauereiarbeiter Hermann Krüger von der Brauerei Engelhardt am 20. Dezember im Alter von 28 Jahren verstorben ist. Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 26. Dezember, nachmittags 3 Uhr, bon der Leichenhalle des Emmaus- Kirchhofes in Neukölln, Hermannstraße, aus ftatt. Den Mitgliedern ferner zur Nachricht, daß unser Kollege, der Kohlenarbeiter Wilhelm Prange am 22. d. Mts. im Alter von 43 Jahren verstorben ist. Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 26. d. Mts., nachmittags 2 Uhr, von der Leichenhalle des Johannis- Kirch hofes, Plögensee, aus statt. Ehre ihrem Andenken! Die Bezirksverwaltung. 69/13 In trauriger Pflichterfüllung fielen im Beften unsere innigftgeliebten, berzensguien Söhne, Brüder, Bräutigams und Schwager im blühenden Alter von 29 und 27 Jahren Wilhelm Krüger Unteroffizier der Reserve im Res. Infanterie- Reg. 206, Friedrich Krüger Reservist im Infanterie- Reg. 64. Dies zeigen im tiefften Schmerze 1479 an Wilhelm Krüger und Frau Georg Krüger und Braut Flora Oesterreich als Verlobte Erna Groß als Verlobte Neukölln, Ziethenstr. 44. Sehr schwer war schon der Tren nungsschmerz, Jezt aber bricht uns fast das Herz. Wir können Euch nichts mehr bieten, Mit nichts mehr Euch erfreuen, Nicht einmal eine Handvoll Blüten Auf Eure frühen Gräber streuen. Ruhet sanft in fremder Erde! Allzufrüh und fern von der Heimat fiel am 7. Dftober in der Schlacht an der Aisne( Frank reich) mein lieber Sohn und Bruder, der Reservist Richard Heise 7446 im Alter von 23 Jahren. Dies zeigen tiefbetrübt an August Heise, Karl Heise, Petersburger Str. 2. Möge ihm die fremde Erde leicht fein! Sozialdemokratischer Wahlverein Neukölln. Am Dienstag, den 22. Dezember, verstarb unser Genosse Karl Kirschtowski Treptower Straße 91. 11. Bezirk. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 26. Dezember, nachm. 2 Uhr, vom Gemeinde Friedhof, Mariendorfer Weg, aus statt. Zahlreiche Beteiligung erwartet Der Vorstand. Zentralverband der Glasarbeiter Zahlstelle Berlin. Am Mittwoch, den 23. Dezember, verstarb unser Mitglied, Sollege Josef Zemann. am Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Sonntag, den 27. d. Mis., nachmittags 3, Uhr von der Leichenhalle des neuen St. Michael- Kirchhofes am Mariendorfer Weg, aus statt 7476 Die Ortsverwaltung. Nach drei Monaten langer, qualvoller Ungewißheit erhalten wir die den letten Funken Hoffnung vernichtende Nachricht, daß mein inniggeliebter Mann, herzensguter Bater, lieber Sohn, Bruder, Schwager, Dntel und Neffe, der Res.- Gefr. Franz Rudolph geb. am 8. November 1886 jeinen am 14. September erhaltenen Wunden am 16. September im Lazarett Filain ers legen ist. Dies zeigen fiefbetrübt an: Frau Anna Rudolph geb. Baum: garten, nebst Sohn. Gustav und Marie Rudolph, Eltern. Familie Richard Rudolf. " " P Karl Giese. Paul Schönke. August Schwarz, Feldwebel im 16. Fuß Art. Regt., 3. 8. im Felde. Frau Martha Jllig geb. Rudolph. Franz Baumgarten. Helene Baumgarten nebst Tochter. Pauline Hartwig geb. Rudolph. Er ist dahin, den meine Seele liebte, Der treue Gatt und des Kindes Glüd. Er ist dahin, der nie mein Herz betrübte, 7305 Und läßt uns hier allein zurüd. Ruhe sanft in fremder Erde! Allzufrüh und fern von seinen Lieben starb den Heldentod in Belgien infolge eines Kopfschusses mein über alles geliebter, herzens guter, unvergeßlicher Mann, mein lieber Sohn und Schwiegersohn, unfer lieber Schwager und Onfel, der Gefreite der Landwehr im 35. Infanterie- Regiment, 4. Komp. Anton Kroll im blühenden Alter von 34 Jahren. Dies zeigt im Namen aller trauernden Hinterbliebenen im tiefsten Schmerze an Die tiefgebeugte Witwe Anna Kroll, Transvaalftr. 11. Sehr schwer war schon der Trennungsschmerz, Jeht aber bricht mir fast das Herz. Als Held starbst Du, für mich zu früh Bergessen können wir Dich nie. Ich kann Dir nichts mehr bieten, Mit nichts mehr Dich erfreu'n, Nicht eine Handvoll Blüten, Auf Deinen Hügel streu'n. Ruhe sanft in Feindesland! Nachruf. In den Kämpfen im fernen Westen fiel am 22. Oktober unser Kollege, der Schmied Reinhold Wagner von Charlottenburg, Leonhardstr. 12. Bir betrauern in dem Toten einen Kollegen wahrhaft edler Gesinnung. Er wird uns stets unvergeßlich bleiben. 136A Ehre seinem Andenken! Die Kollegen der Firma Orenstein u. Koppel, Abt. Glühofenschmiede. Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Metallarbeiter Karl Kirschtowski Neukölln, Treptower Str. 91, am 22. d. Mts. an Lungenleiden gestorben ist. am Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Sonnabend, den 26. Dezember, der nachmittags 2 Uhr, von Reichenhalle des Gemeinde- Friedhofes in Neukölln aus statt. Rege Beteiligung erwartet 129/12 Die Ortsverwaltung. Deutscher Bauarbeiterverband. Zweigverein Berlin. Bezirk Südost. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß das Mitglied Ernst Hausknecht am 22. Dezember verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am 26. Dezember, mittags 12 Uhr, bom Krankenhaus am 11: ban nach dem Emmaus- Kirchhof in Neutölln, Hermannstraße, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 145/8 Der Vorstand. Alzufrüh und fern von seinen Lieben starb in französischer Ges fangenschaft mein inniggeliebter Bater, unvergeßlicher Mann, Sohn, Bruder und Schwager Paul Sucker im 27. Lebensjahre. In tiefem Schmerz im Namen der Hinterbliebenen Luise Sucker geb. Banse. Gar einfach war Dein Leben, Du dachtest nie an Dich Nur für die Deinen fireben War Deine höchste Pflicht. Verband der freien Gast- und Schankwirte Deutschlands. Ortsverwaltung Neukölln. Den Mitgliedern zur Nachricht, dag die Frau unseres Kollegen Meißel, Frau Anna Meitzel Pannierstr. 59 verstorben ist. Die Beerdigung findet am Sonntag, den 27. Dezember, nachmittags 3 Uhr, auf dem Gemeinde Friedhof in Neukölln ſtatt. Rege Beteiligung erwartet 45/7 Die Ortsverwaltung. Für die rege Beteiligung bei der Beerdigung unseres lieben Sohnes Karl Schreiber fagen wir allen Verwandten und Freunden, sowie dem Herrn Chef Glaſemann, Herrn Schönlant für die trostreichen Worte, dem Jugendausschuß und Wahlverein Neukölln, den Kollegen der Firma Mier u. Glasemann und dem Wanderbund unseren herzlichsten Dank. Gustav Schreiber und Frau, Vor Beginn meiner Lageraufnahme verkaufe ich bis 31. Dezember d. J. 8 Uhr abends: echt Sealbisam, Pelzmäntel, gorz tangisan, Persianer, Electric- Seal, 100, kurz u. je nach Qual ( regulärer Preis teilweise das Dreifache). Plüschmäntel, strachan, Federplüsch, Wollplüsch, 25, Seidenplüsch, zu 8 Einheitspreis. 75, 50, ( ohne Rücksicht auf früheren Preis). Ein Posten step regul. Preis bis 50, 15.gediegene Posten zum Aussuchen sonstiger Eine Sealplüschmäntel, 192, tiger Preis bis 87, echter Green Kostüme in Fantasiestoffen, Posten glatte Schneiderarbeit, 75,-, 50,-, 25, ohne Rücksicht auf Wert und Preis. Röcke, Blusen, Stolen, Muffen, Gesellschaftskleider bis 50%, und mehr ermäßigt. Sonder- Trauermagazin. Abteilung 2. Feiertag und Sonntag 12-2 geöffnet. Westmann Mohrenstraße 37a( Kolonnaden). II. Große Frankfurter Str. 115( nahe Andreasstraße). Berantwortlicher Rebakteur: Alfrey Wielepp, Neukölln. Für den Inferatenteil verantw.: Th. Glode, Berlin, Drud u.Berlag: Vorwärts Buchbruderei u. Berlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Warnung vor Preisspekulation. Mannschaften vor ihrem Abgang biermit ausgestattet wurden. Nach, zu gleicher Zeit hat er aber geglaubt, baß es nüßlich fein würbe, einer Verfügung des Kriegsministeriums sollen die verwundeten oder Deutschland und Oesterreich- Ungarn, wenn auch in nicht ganz Wir haben wiederholt das die Allgemeinheit schädigende Treiben ertranften Mannschaften während ihres Aufenthalts im Lazarett flarer Weise, doch deutlich genug darauf hinzuweisen, daß sich auch der Landwirte und Händler gekennzeichnet, die ihre Borräte aus England an einem europäischen Kriege beteiligen könnte. Zu der= darüber belehrt werden: und 1. daß sie vor ihrem Ausrüden ins Feld erneut mit feldbrauch- felben Zeit also, wo England sich nach dem Fallenlassen seiner Spekulation auf höhere Preise vom Markte fernhalten. Jetzt weist barer Bekleidung und Ausrüstung, also auch mit warmer wollener Konferenzidee den Anschein gab, zu wünschen, daß sich Desterreich- ein Landwirt darauf hin, daß seine Berufskollegen sich auch selbst Unterkleidung versehen werden, Ungarn auf Deutschlands Vermittelung hin nachgiebig zeigen durch das Einsperren des Getreides Schaden bringen fönnen. In sollte, weist Sir Edward Grey den österreichisch- ungarischen Bot- den Landwirtschaftlichen Annalen" schreibt der Domänenrat Rettich schafter in London auf die englische Flottenmobilisation hin( Blau- Rostod früherer Reichstagsabgeordneter: buch Nr. 48), gibt dem deutschen Botschafter zu verstehen, daß sich auch England an einem Ariege beteiligen fönnte, und unterrichtet die Botschafter des Zweibundes sofort von diefer an die deutsche Adresse gerichteten Warnung, womit der Sieg der Kriegspartei in Petersburg besiegelt war. 2. wo sie diese Bekleidung und Ausrüstung zu empfangen haben 8. baß fie beshalb wegen wollener Unterkleidung nicht auf Liebesgabenjammelstellen angewiesen find. Die Unterstützung der Kriegsinvaliden. Unterstügungsgesuche von ehemaligen Heeresangehörigen ses Mannschaftsstandes und von Unterbeamten der Militärverwaltung sowie von deren Hinterbliebenen werden noch immer häufig unmittelbar an das Miegsministerium gerichtet. Ueber derartige Gesuche haben aber bestimmungsgemäß die örtlich zuständigen stellvertretenden Generalfommandos allein und endgültig zu entscheiden. Um Verzögerungen in der Erledigung der Unterstüßungsgesuche zu vermeiden, fann den Gesuchstellern in ihrem eigenen Interesse nur dringend geraten werden, sich vorkommendenfalls an das für ihren Wohnort zuständige Bezirkskommando zu wenden, das die Gesuche dem ihm vorgesetzten stellvertretenden Generalfommando borzulegen hat. Die Bewilligung der Veteranenbeihilfen erfolgt durch die Zivilbehörden. Gesuche um diese Beihilfe find daher stets au die Ortsbehörde, in Berlin an das Königliche Polizeipräsidium, zu richten. Eingaben an das Striegsministerium find awedios, da biefem eine Einwirkung auf die Entschließungen der Zivilbehörden nicht zusteht. Durch Eingaben an das Kriegsministerium geht nur unnötige Beit verloren. zu Der Reichskanzler feits darin, Es war das gerade diejenige Saltung, die nach der fachverstän digen Ansicht des englischen Botschafters Buchanan am ungeeignetsten rar, eine gute Stimmung zwischen den Mächten hervorzurufen. Unter diesen Schwierigkeiten wird man es als einen besonderen Erfolg betrachten dürfen, daß es Deutschland gelang, DesterreichUngarn dem Wunsche Rußlands, in Sonderverhandlungen einzutreten, geneigt zu machen. Hätte Rußland, ohne seinerseits militärische Maßnahmen zu treffen, die Verhandlungen mit Oesterreich- Ungarn, das nur gegen Serbien mobilisiert hatte, im Gang gehalten, so hätte die volle Aussicht auf Erhaltung des Weltfriedens bestanden. Statt dessen mobilisierte Rußland gegen Oesterreich- Ungarn, wobei Safonow fich völlig flar darüber war( vgl. Blaubuch 78), daß da= mit alle direkten Verständigungen mit Desterreich- Ungarn hinfielen. Das mühsame Resultat der deutschen Vermittelungsverhandlungen war damit mit einem Schlage erledigt. war damit mit einem Schlage erledigt. Was geschah nun seitens der Ententemächte, um den Frieden in dieser lebten Stunde zu erhalten? i- Ungarn verlangten, was fie Serbien nicht hatten zumuten wollen. in „ Nach Mitteilung der Heeresverwaltung stößt die Beschaffung der für die Verprovianiierung der Feldarmee unbedingt erforder lichen Mengen Safer neuerdings auf gewiffe Schwierigkeiten, und es scheint auch, als ob sich bei der Beschaffung anderer Gegen stände folche ergeben würden. Der Grund liegt zweifellos einerdaß die Landwirte mit dem Dreichen Rüdstand gekommen sind, andererseits aber auch in einer unberkennbaren 8urüdhaltung der Befiger überhaupt. Sowohl Landwirte wie Händler find zum Teil wenig ge neigt, vorhandene Borräte abzugeben, weiliie anscheinend mit einem Steigen der Preise, vielleicht sogar mit einer Aufhebung der Höchstpreise rechnen. Es fann auf das bestimmteste versichert werden, daß diese Hoffnungen nicht erfüllt werden, daß vielleicht eher das Gegenteil eintritt und mit einer Verschärfung der Gefeße gerechnet werden kann. Im Augenblick handelt es sich darum, in möglichst lurzer Zeit eine große Menge Hafer für die Armee zu laufen. Daß die angeforderte Menge vorbanden ist, steht fest. Es geht daher an alle Besitzer Landwirte wie Händler das dringende Ersuchen, ihre Vorräte umgehend der Marine- Beschaffungsstelle oder einem Proviant amt anzubieten. Sie find zur Abgabe zum Höchstpreis gefeßlich berpflichtet und müssen damit rechnen, daß bei einem weiteren Burudhalten zur Beschlagnahme und Enteignung geschritten wird. Daß in solchen Fällen der höchstpreis erzielt wird, muß bezweifelt werden. " Herr Rettich fügt dem schließlich noch hinzu: Vorstehende Ausführungen( über die falsche Rechnung beim weiteren Zurückhalten des Safers) beruhen auf zuverlässigen Benachrichtigungen. Sir Edward Grey nahm seinen Konferenzvorschlag wieder auf. Auch nach Ansicht des Herrn Safonow war jetzt der geeignete Moment gekommen, um unter dem Drud der russischen Mobilisation gegen Defterreich- Ungarn den alten englischen Gedanken der Konverfation zu vieren wieder zu empfehlen.( Deutsches Weißbuch Seite 7.) Graf Bourtalès ließ den Minifter nicht im Zweifel darüber, daß nach seiner Auffassung die Entente- Mächte hiermit dasselbe von Oesterden Erklärungen Vivianis. Nämlich unter militärischem Drud nachzugeben. Unter solchen Unt- Selbst wenn die Ermahnung nichts nußen sollte, wissen wir Berlin, 24. Dezember.( W. T. B.) Wie wir erfahren, hat der ständen konnte Deutschland und Oesterreich- Ungarn der Konferenz- bem Domänenrat boch Dank dafür, daß er die Tatsache des EinReichskanzler an die Kaiserlichen Botschafter und Gesandten nach- gebanke unmöglich sympathisch sein. Troßdem erklärte Deutschland sperrens von Vorräten durch Landwirte bestätigt. in London, daß es im Prinzip den Vorschlag einer Intervention der folgenden Runderlaß gerichtet: bier Mächte annehme, ihm widerftrebe lediglich die Form einer Nonferenz. Gleichzeitig drang der deutsche Botschafter in Petersburg in Sajanow, auch seinerseits Konzessionen zu machen, um ein Kompromiß zu ermöglichen. Daß diese Bemühungen fruchtlos blieben, Westfalen der Zentrumsabgeordnete Landgerichtspräsident a. D. ift bekannt. Rußland selbst schien an der weiteren Vermittelungstätigkeit Sperlich im Alter von 69 Jahren gestorben. Er hatte seinen wurde, nichts mehr zu liegen. Ge ordnete in der Nacht vom 30. zum Glaz- Sabelschwerdt von 1890-1893 und seit 1912. Deutschlands in Wien, die bis aut legten Stunde weiter geführt Bobnfiz in Schweibniz und vertrat im Reichstage den Wahlkreis 31. Juli die Mobilisation seiner gesamten Streitkräfte an, was die Mobilisation Deutschlands und dessen spätere Striegserklärung zur Folge haben mußte. Großes Hauptquartier, den 24. Dezember 1914. In der Rebe, die Ministerpräsident Viviani in der franzöfischen Kammer gehalten hat, befindet sich der Passus, daß Frankreich und Rußland am 31. Juli dem englischen Vorschlag beigestimmt hätten, die militärischen Vorbereitungen einaustellen und in Verhandlungen in London einzu treten. Hätte Deutschland zugestimmt, so hätte der Friede noch treten. Hätte Deutschland zugestimmt, so hätte ber Friebe noch in dieser letzten Stunde erhalten werden können. Da ich diese im franzöfifchen Barlament ausgesprochene falsche Behauptung gegenwärtig von der Tribüne des Deutschen Reichstages nicht widerlegen fann, so sehe ich mich veranlaßt, Euer pp. die nachfolgenden Darlegungen zuzustellen mit dem Ersuchen, dabon den weitestgehenden Gebrauch zu machen. Angesichts dieses Ganges der Ereignisse ist es nicht verständlich, wie ein verantwortlicher Staatsmann den Mut finden kann, zu behaupten, daß Deutschland, das sich der russischen Mobilisation, den Der britische Konferenzvorschlag, der im englischen Blaubuch militärischen Vorbereitungen Frankreichs und der Mobilisierung der unter Nummer 36 abgedrudt ist, stammt vom 26. Juli. Sein In- englischen Flotte gegenüber fanb, noch am 31. Juli durch die Annahme halt war, daß Vertreter von Deutschland, Frankreich, Italien mit einer unter den erhobenen Waffen der Entente- Mächte abzuhaltenden Sir Edward Grey in London zusammentreten sollten, um dort einen Konferenz den Frieden hätte retten fönnen. Es war nicht das bis Ausweg aus den Schwierigkeiten, die in der serbischen Frage ent- zur letzten Stunde in Wien vermittelnde Deutschland, das die Idee standen waren, zu suchen. Von Anfang an hat Deutschland den der Vermittelung der vier Mächte unmöglich gemacht hat, es waren Standpunkt vertreten, daß der serbisch- österreichische Konflikt eine bie militärischen Maßnahmen der Entente- Mächte, die Friedensworte Angelegenheit sei, die nur die nächstbeteiligten beiden Staaten be- im Munde führten, während sie zum Kriege entschlossen waren. rühre. Diesen Standpunkt hat auch Sir Edward Grey später selbst anerkannt. Deutschland mußte den englischen Konferenzvorschlag ablehnen, weil es nicht aulaffen konnte, daß Cesterreich- Ungarn in einer Frage jeiner nationalen Lebensinteressen, die nur Desterreich.Ungarn felbft anging, einem Tribunal der Großmächte unterstellt wurde. Aus dem deutschen Weißbuch geht hervor, daß auch OesterreichUngarn den Konferenzvorschlag als unannehmbar bezeichnete. Durch seine Kriegserklärung an Serbien dokumentierte es feinen festen Willen, die serbische Frage ohne das Dazwischentreten ber Mächte allein zu regeln. Bugleich erflärte es aber, um alle gerechten Ansprüche Rußlands zu befriedigen, fein bollfommenes territoriales Desinteressement Serbien gegenüber. Da Rußland sich nicht mit dieser Versicherung begnügte, war aus der serbischen Frage eine europäische geworden, die zunächst in einer Spannung zwischen Desterreich- Ungarn und Rußland ihren Ausdruck fand. Um zu verhindern, daß aus dieser Spannung eine europäische Konflagration fich entwidelte, mußte ein neuer Loden gesucht werden, auf dem eine Bermittelungsaktion der Mächte sich anbahnen fonnte. Es war Deutschland, dem das Verdienst gebührt, diesen Boben zuerst betreten zu haben. Staatssekretär von Jagow wies in seinem Gespräch mit dem britischen Botschafter am 27. Juli darauf hin, daß er in dem Wunsche Rußlands, mit Oesterreich- Ungarn direkt au verhandeln, eine Entspannung der Lage und die beste Aussicht auf eine fried. Diesem Wunsch, durch den die eng liche Lösung erblickte. lische Konferenzibee auch nach russischer Mei nung vorläufig ausgeschaltet war, bat Deutschland von dem Tage, wo er geäußert wurde, mit aller Energie, die ihm zu Gebote stand, in Wien unterstüßt. Rein Staat tann ehrlicher und energischer danach gestrebt haben, den Frieden der Welt au erhalten, als Deutschland. England selbst verzichtete nunmehr darauf, feine Konferenz idee weiter zu verfolgen und unterſtüßte auch seinerseits den Gebanken der direkten Verhandlungen zwischen Wien und Petersburg ( Blaubuch 67). v. Bethmann Hollweg. Politische Uebersicht. Was bedeutet der Burgfriede"? An der Debatte über die Bedeutung des Burgfrieden3" beteiligt fich nun auch die Kreuz- Zeitung". Soweit das Verhältnis der Regierung zu den Parteien dabei in Frage tommt, urteilt sie nach einer Wiedergabe von Ausführungen im Berl Tagebl." dahin: Abgeordneter Sperlich gestorben. Wie die Schlesische Volkszeitung" meldet, ist in Altena in Neue Bestimmungen über den Grenzverkehr. Bom Oberbefehlshaber im Dsten find zur Bereinheitlichung der Bestimmungen über den Grenzverkehr zwischen den von deutschen Truppen besetzten Teilen Rußlands und dem Inlande neue Beftimmungen erlaffen worden. Dieselben enthalten, fura gefaßt, folgendes: 1. Der Berlehr von Menschen ist nur gegen Ausweise gestattet, welche von den stellvertretenden Generalfommandos und den Etappenbehörden erteilt werden. 2. Die Ausfuhr von Waren aus Nußland wird untersagt mit Ausnahme von: 1. Geflügel aller Art, nachdem feine Seuchenfreiheit amts. tierärztlich festgestellt ist; 2. Eier, Milch und Butter; 3. frischem Fleisch, Wurst, Schinken, Sped bis zu 10 Bfund und Mehl bis au einem Zentner; 4. Gemüse, Tee, Branntwein, guder, Buderwaren, Salz und Petroleum. 3. Der Gesellichaft, Wareneinfuhr in Bofen ist bas alleinige Recht zugestanden worden, Waren aller Art, insbesondere Getreide und Mehl, für die Heeresernährung und Bolkswirtschaft fowie dafür erforderliche oder nüzliche Gegenstände einzuführen. 4. Die Einfuhr von Waren aus Deutschland nach Rußland ist untersagt. Ausnahmen regeln die Etappenbehörden und die Gesellschaft „ Wareneinfuhr". Die Ausnahmen sind nur in beschränktem Umfange zugelassen." Wie man fieht, behandelt das Berliner Tageblatt" weniger das Verhältnis der Parteien zueinander als das des Staates zu den Parteien. Das ist insofern etwas anderes, als fich in diesem Verhältnis allerdings ein Wandel nicht nur vollziehen fann, sondern muß, wenn eine Bartei ihr grundsägliches ,, Widerstand gegen die Staatsgewalt" Verhältnis zum Staate ändert. Durch die off brachte den Kaffierer der Fabritarbeiter in Deutsch- Lissa bei Breslau, nung, daß das gefchebe, mögen gewiffe Rundgebungen staatlicher Genoffen Neufch, vor das Kriegsgericht. Steusch war von dem DrtsOrgane, die das Berliner Tageblatt" erwähnt, bestimmt worden sein. Es ist selbstverständlich, daß der verantwortliche Vertreter polizisten als unbefugter Kollektant" angefehen worden und sollte der Staatsgewalt eine Zeit freudig begrüßt, in der der Staats- abgeführt werden, was er fich nicht ohne weiteres gefallen lassen der sogar gebante alles beherrschend in den Vordergrund tritt. Wir werden wollte. Das Gericht erkannte an, daß sich der Polizist den Säbel gezogen hatte uns mit ihm freuen, wenn das kein vorübergehender Zustand in unberechtigter Ausübung seines Amtes. Keusch mußte beshalb in einem Irrtum befand, jedoch nicht der Polizist erhielt bleibt." Reine Aufhebung von Zöllen. Wie die Nordd. Allgem. 8tg." mitteilt, ist eine Er weiterung des Verzeichnisses zollfreier Waren nicht zu erwarten. Namentlich gelte dies auch für die Einfuhr von Startoffelmehl. Man wird diese Ablehnung umso mehr bedauern, als die Lebensmittel- und Rohstoffversorgung Deutschlands während der Kriegszeit wesentlich durch Zollaufhebungen erleichtert würde. Späte Erkenntnis! zu drei Mark Geldstrafe verurteilt werden nichts. Letzte Nachrichten. Englischer Peffimismus. Amsterdam, den 24. Dezember 1914.( Privattele. gramm des Vorwärts".) Auffallend ist die gedämpfte Stimmung in der englischen Presse. Die Morningpost" meldet aus Petersburg, das russische Heereskommando sei neuerlich gezwungen, sein strategisches Hauptziel, nämlich Diese begegneten jedoch Schwierigkeiten, und awar Spierig. keiten, die nicht von Deutschland und Desterreich.Ungarn, sondern bon den Entente- Mächten herbeigeführt wurden. Sollte Deutschlands Bemühen gelingen, so bedurfte es des guten Willens der nicht unmittelbar engagierten Mächte, es bedurfte aber auch des The uns der Weltkrieg den„ Burgfrieden brachte, hat beMadhe, then benen vermittelt werden sollte, die im Gange be- fanntlich der Breslauer Polizeipräsident den Stindern und den Einfall in Ostpreußen und Schlesien, aufzugeben und sich Still der Hauptbeteiligten, denn wenn eine der beiden Police ation, baß bieje Aftion nie zum Ziele gelangen konnte. Eltern verboten und diese Maßnahme gewaltsam durchgeführt. Damit würde es Warschau zu Liebe die Belagerung Krataus von findliche attion burch militärische Maßnahmen störte, so war her. Jugendlichen die Teilnahme am Arbeiter. Sängerfest ihrer zur Besetzung der innersten Defenfiblinie zurückzuziehen. Wie Frankreich sich verhielt, ergibt sich mit Deutlichkeit aus Dagegen lagte der Vorfigende des Arbeiter- Sängerbundes. dem französischen Gelbbuche. Gs traute den deutschen Verfiche Seine Streitfache ist jetzt plötzlich auf Grund der bekannten aufgeben. Diese Meldung sticht noch von den gestrigen PetersDer Polizeipräsident wird burger Meldungen der englischen Bresse ab. Danach sollte rungen nicht. Alle Schritte des deutschen Botschafters, Freiherrn Verfügungen inhibiert worden. bon Echoen, wurden mit Mißtrauen aufgenommen, sein Wunsch laglos gestellt", weil er nachträglich erlaubt, daß die Kinder Krakau das Hauptziel sein, während Warschau erst in zweiter auf magigende Einwirtung Frankreichs in Petersburg wurde nicht am Sängerfest am vorigen Pfingstfest teilnehmen dürfen! Linie kommen sollte. Die gleiche gedämpfe Stimmung zeigt beachtet, denn man glaubte annehmen zu sollen, daß die Schritte Er fleidet diese Erkenntnis in folgende Worte: Herrn von Schoens nur dazu bestimmt waren, à compromettre ie stand es nun mit dem guten Willen der Mächte? la France au regard de la Russie". Aus dem französischen Gelbbuch ergibt sich, daß Frankreich einen einzigen politi. ichen Schritt im Interesse des Friedens getan hat. Was für eine Haltung hat England angenommen? In den diplomatischen Gesprächen gab es sich den Anschein, bis zur lebten Stunde zu vermitteln, aber seine äußeren Handlungen hatten es auf eine Demütigung der beiden Dreibundmächte abgesehen. Eng land war die erste Großmacht, die militärische Maßnahmen in großem Stile anordnete und dadurch eine Stimmung inebefondere bei Rußland und Frankreich schuf, die allen Vermittlungs. aktionen im höchsten Grade abträglich war. Es ergibt sich aus dem Berichte des franzöfifchen Geschäftsträgers in London vom 27. Juli ( Gelbbuch Nr. 66), daß schon am 24. Juli der Befehlshaber der englischen Flotte distret feine Maßnahmen für die Zusammenaiehung der Flotte bei Bortland getroffen hatte. Großbritannien hat also früher mobilisiert, als selbst Serbien. Gro- britannien hat sich ferner ebenso wie Frankreich geweigert, in Petersburg mäßigend und zügelnd einzuwirken. Auf die Melbungen des englischen Botschafters in Petersburg, aus denen gang flar hervorging, daß nur eine Mahnung an Rußland, mit der Mo " 1 Der Königliche Bolizeipräsident. ein Artifel des militärischen Mitarbeiters der„ Times" ter bei der Abschätzung der deutschen Heeresstärke die Reserven Breslau, 21. November 1914. auf gut 4 Millionen berechnet; diese ständen zwar qualitativ Nachdem der gegenwärtige Krieg das deutsche Volk wie faum der geübten Feldarmee nach, könnten aber infoige des deut. je zubor zu einer einmütigen Erbebung eniflammt bat, würde es ichen militärischen Geistes sehr leistungsfähig werden. Eng. nicht angemessen erscheinen, wenn die staatlichen oder kommunalen Berwaltungsbebörden minderwertige Interessen dadurch betonten, land brauche wohl den Massenkrieg nicht zu fürchten, denn daß fie in den gegenwärtigen Zeitläuften unerheblich erscheinende de Bbündeten hätten doppelte Volfszahl, größere Hilfs. Berwaltungsstreitfachen zu Ende übrten. Es ist jetzt von größerem mittel und einen ebenbürtigen Geift. Aber der Sieg fei nicht Werte, die Einheit der Nation und ihr großzügiges Streben un aeftört zu lassen, als in unbedeutenden Einzeliachen dem Rechte zum Siege zu verhelfen oder Gefeßesübertretungen zu abnden. Dieferhalb nehme ich meine Verfügung vom 19. und vom 27. Mai d. J., wonad Jugendlichen der Zutritt zu dem bei dem Schlesischen Arbeiter Sängerfen am 31. Mai und 1. Juni d. J. in der Schantwirtschaft Bürgerfäle von Sindermann in Morgenau und im hiesigen Ge wertschaftshause veranstalteten Gesangsaufführungen berboten berboten worden war und verhindert wurde, hierdurch zurüd. ( Unterschrift.) immer das Resultat der überlegenen Zahl und der Geldmittel, sondern hänge von der guten politischen Zeitung des Krieges, der rechtzeitigen Vorbereitung der militärischen Maßregeln, der gemeinschaftlichen Aktion aller Verbündeten und einer entschlossenen rüdsichtslosen Offensive ab. Artikel fordert eine Zusammenkunft der verbündeten Heerführer, um den gegenwärtigen Zustand zu beraten. Der Artikel drüdt sowohl die Enttäuschung über NußDer Genoffe Karl Seliger, dem diese Verfügung zuging. lands Versagen im Augenblicke eines westlichen OffensivDer bilisation einzuhalten, die Situation retten konnte, hat Sir Edward kämpft seit bier Monaten in Rußland; den Vorteil vom borstoßes aus, dient aber auch der Stimmungsmache für die Greh nichts getan, sondern die Dinge gehen lassen, wie fie gingen.[ Burgfrieden aber hat in diesem Falle der Polizeipräsident. allgemeine Wehrpflicht. Bells and pe Spezialarzt Haut, Harn, Frauen leiden, nero. Schwäche, Beinkranke jeder Art, Ehrlich Hata Sturen in Dr. Homeyer u. Co. fonz. Laborat. j Blut untersuchung., Fäden i. Harn usw. Friedrichstr. 81, gegenüber Banoptikum Spr. 10-2, 5-9, Sonnt. 11-2. Honorar mäßig, auch Teilzahl. Separates Damenzimmer. Dis ultimo Wirtsch.- Bücher 1915 Wirisch. Blicher 1915 bis ullimo. 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Verlagsanstalt Baul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 2 Beilagen u. Unterhaltungsbl. 8. Mr. 352. 31. Jahrgang. 2. Beilage des Vorwärts" Berliner Volksblatt. Freitag, 25. Dezember 1914. Der Frauen- Lefeabend für Groß- Berlin im Dezember fällt aus. Personalmangel bei der Großen Berliner Straßenbahn. Durch die Presse geht eine befremdliche Nachricht, die von einer biesigen Korrespondenz verbreitet wird und folgenden Inhalt hat: Die Unterstüßungsdeputationen Groß- Berlins haben von bem Berliner Polizeipräsidenten eine Zuschrift erhalten, worin diefer darüber Klage führt, daß es der Großen Berliner Straßenbahn augenblicklich schwer fält, für ihr durch die Aushebungen start eingeschränktes Personal aus den Reihen der Arbeitslosen passenden Ersatz zu finden. Nach der Auffassung des Polizeipräsidenten ist an dem Mangel an Geneigtheit, in den Dienst der Straßenbahn zu treten, wesentlich die von den Unterstübungstommissionen in liberaler Weise gewährte Speisung und Barunterstübung schuld. Er stellt daher anheim, nur noch solche Personen zu unterstüßen, die sich vorher darüber ausgewiesen haben, daß sie vergeblich bei der Großen Berliner Straßenbahn wegen Beschäftigung angefragt haben. Die Straßenbahn hat sich bereit erklärt, einen solchen Ausweis in jedem Falle zu erteilen. Diese Maßregel des Herrn Polizeipräsidenten erscheint um so zmedmäßiger, als bei dem Arbeitermangel der Großen Berliner Straßenbahn eine weitere Einschränkung der Verkehrsverbin bungen nicht ausgeschlossen erscheint. Soweit wir unterrichtet find, haben die Unterstützungsdeputationen einhellig der Anregung des Polizeipräsidenten Folge geleistet." Nach unseren Ermittelungen treffen diese Mitteilungen zu. Der Herr Polizeipräsident scheint von der Voraussetzung auszugehen, als gäbe es einen erheblichen Prozentsaz von Arbeitslosen, die lieber Unterstützung nehmen als Arbeit. Diese Voraussetzung ist in ihrer Allgemeinheit falsch. Das ist schon deswegen der Fall, als allgemein bekannt sein dürfte, daß die gegebenen. Unterftübungen jo minimal sind, daß sie ein Durchkommen nicht gewähr leisten und es ist durchaus überflüssig, die Unterstüßungskommisfionen zu noch größerer Strenge zu veranlassen. Wenn lediglich ein Hinweis erginge, daß in bestimmten Betrieben Arbeiter angenommen werden, so ist dagegen nichts zu sagen. Es dürfen aber EB stündige Arbeitszeit 2,80 M. erhalten, während der Stundenlohn des männlichen Aushilfspersonals nur 35 Pf. beträgt. Die VerWeihnachten in der Gewerkschaftsherberge. Der Krieg hat auch auf das Herbergswesen einen besonderen fammlung war darin einig, daß eine Lohnaufbefferung bringend Einfluß ausgeübt. Je länger der Krieg dauerte, desto mehr entnotwendig ist. Sie beauftragte den Transportarbeiter- Berband, vöfferten sich die Serbergen. Der Grund liegt auf der Hand. Die die Bewegung einheitlich zu regeln und faßte ihre Forderungen jüngeren Kräfte wurden zum Heere eingezogen, auch die Landin der nachstehenden, einstimmig angenommenen Resolution sturmpflichtigen famen nach und nach an die Reihe. Andere wieder harren der Einberufung und können ihren Aufenthaltsort nicht zusammen: Die heute am 23. Dezember in den Musikerjälen tagende gut wechseln. Es bleiben übrig die älteren Dienstuntauglichen Versammlung des Aushilfspersonals der Großen Berliner und diejenigen, die am Ort Arbeit gefunden und nicht sofort ein Straßenbahn ist der Auffassung, daß der Lohn von 3,50 M. pro Arbeitstag völlig ungenügend ist; ferner die zu leistende tägliche anderes geeignetes Unterkommen haben. Die Herbergen der GeDienstzeit weit das Maß dessen überschreitet, was bisher von werkschaften haben immer noch sozusagen die Elite der Herbergsdem Personal der Straßenbahn gefordert wurde. Das geringe gäfte, die in der Hauptsache durch die Schule der Gewerkschaften Entgegenkommen der Betriebsleitung, wonach im Monat 2 freie gegangen find. Tage bezahlt werden sollen, genügt feineswegs, um dem Aushilfspersonal zu ermöglichen, bei den stark gestiegenen Preisen der Lebensmittel und Bedarfsartikel die Eristenz aufrecht zu erhalten. Die Versammelten halten deshalb eine Aufbesserung ihrer Bezüge refp. Regelung des Dienstes nach folgenden Grundsägen für dringend geboten: a) ein Mindestlohn von 4 M. pro Tag, b) die Bezahlung der freien Lage, c). Bezahlung der lleberstunden mit 50 Pf. pro Stunde, d) die Festlegung der täglichen durchschnittlichen Arbeitszeit auf 10 Stunden für Schaffner und 9 Stunden für Fahrer, e) jede Woche einen freien Tag., Die Versammelten erklären von der Ausführung ihrer bis. her in dieser Sache gefaßten Beschlüsse Abstand zu nehmen und beauftragen den Deutschen Transportarbeiter- Berband, als die zuständige Organisation, mit der Wahrung ihrer Interessen. Sie ersuchen die Verbandsleitung, oben genannte Wünsche der Straßenbahnverwaltung zu unterbreiten und in evil. VerhandJungen mit ihr einzutreten. 16 6m qaf s passid tható 10. il! 4 1851 Aus Groß- Berlin. Kriegs- Weihnacht. Jatisdeploy Das konnte man gestern beobachten bei der Weihnachtsfeier, welche die Verwaltung des Gewerkschaftshauses im Auftrage der Berliner Gewerkschaften für ihre Gäste veranstaltete. Der Saal I war festlich hergerichtet. Ein prächtiger Weihnachtsbaum erstrahlte Uhr öffneten sich die Saaltüren und, von Musik begrüßt, traten in seinem Glanze. Die Tafeln waren weiß gededt. Um sieben unsere Herbergsgäste ein, die sich erst gar nicht recht trauten, sich an die Speisetafeln zu sehen. Die Kellner brachten bald das Essen und es dauerte nicht lange, war die erste Scheu überwunden. Me ließen sich die Speisen gut munden. Dann nahm Genosse Sassen= bach das Wort und feierte die große Kulturaufgabe der Arbeiterbewegung. Er würdigte die jetzige Situation, zeigte die Aufgaben der Gewerkschaften auch in der Kriegszeit, legte dar, welche große Bedeutung gerade in jebiger Zeit die Gewerkschaften haben, welche Aufgaben sie erfüllen und hoffte auf einen baldigen Frieden und auf eine weitere Stärkung der Gewerkschaften. Die Dar legungen Sassenbachs wurden freudig aufgenommen. Dann kam der unterhaltende Teil des Abends an die Reihe. Im Gegensatz zu früher, wo die Gäste diesen Teil des Abends selber bestritten, rezitierte Herr Fuhrmann einige recht nette Sachen ernsten und auch heiteren Inhalts. Die Musik tat ein übriges. So verflossen die Stunden auch für diejenigen, die den Heiligabend nicht bei den Ihren verleben fonnten, die aber das Bewußtsein mitnehmen fönnen, daß die Allgemeinheit auch ihnen einige fröhliche Stunden verschafft hat. nicht zugunsten ein es bestimmten Betriebes Maßnahmen erli griffen werden, die zu Zwangsmaßnahmen werden. gibt noch eine Reihe anderer Betriebe, in denen es infolge der Mutter und Kinder umstehen den Weihnachtsbaum. Der Umgehungen des Verbotes öffentlicher Tanzluftbarkeiten. Amtlich wird mitgeteilt: In letzter Zeit mehren sich die Anzeigen, Kriegsarbeit an bestimmten Arbeitern mangelt. Man muß aber Vater fehlt; er steht seit Monaten im Felde. Es will feine bedenken, daß nicht jeder Arbeiter zu jeder Arbeit qualifiziert rechte Stimmung aufkommen. Die Mutter möchte den Kin- daß das Verbot öffentlicher Tangluftbarkeiten durch Vereinsveranstal ift. Das trifft besonders auf den Betrieb der Großen Berliner dern die Freude nicht nehmen und peinigt sich, fröhlich zu sein, tungen und durch Erteilung von Tanzunterricht umgangen wird. Der Veranstalter gründet einen Unterhaltungsverein, der ein- bis zweimal Straßenbahn zu. Zu Beginn des Krieges haben sich Tausende in ihrem Innern siehts anders aus.... wöchentlich seine Vergnügungen abhält, zu denen in mehr oder minder bei der Großen Berliner um Arbeit beworben und wurden ab- Früher war das anders. Wie sorgten sich Vater und einfacher Form jedermann Zutritt erhalten kann; sei es, daß er sich gewiesen. Die Klagen über Abweisungen bei der Straßenbahn Mutter lange vor dem Fest und beratschlagten, was sie den am Eingange als Mitglied einschreiben läßt gegen Entrichtung eines waren Legion und die uns zugegangenen Beschwerden hierüber Kindern zu Weihnachten schenken fönnten; fie berieten beide, fogenannten Garderobengelbes oder daß Mitgliedstarten durch Anenthielten oft recht bittere Worte. Damals wurden noch recht was den Kindern am nüßlichsten sei und was der Etat ver- reißer verteilt werden u. dergl. Die Besucher dieser Veranstaltungen strenge Borschriften an die Annahme von Personal: geknüpft, Vor- ftragen fönne. Und dann sollte eine kleine Aufmerksamkeit sind zum größten Teil halbwüchige Personen. Gefangt werden schriften, die im Kleinbahngesez wohl ihre Begründung finden gegenseitig auch sein. Wenn's irgend ging, wurde es möglich Schiebetänze u. dergl. Aehnlich ist das Vorgehen der Tanzlehrer, die mochten, die aber doch aufrechterhalten wurden, obgleich die Be- gemacht; die Hauptsache war aber, den Kindern eine Freude Tanzunterricht anfimdigen, tatsächlich aber gegen Eintrittsgad fchäftigung von Frauen im Straßenbahnbetriebe zu bereiten. Und nun steht die Mutter allein ohne den Bater zahlung jeden Besucher zulassen und am Tanz teilnehmen lassen. Das charakteristische Kennzeichen, daß es sich um die Umgebung entgegen ben fleinbahnge jeglichen Bestimmun- am Weihnachtsbaum. Sie hat es sich am Munde abgedarbt, des Tanzverbotes handelt, besteht einmal darin, daß Lokale in Frage gen zugelassen wurde. Jezt mag das etwas anders ge dem Gatten ein Weihnachtspaketchen ins Feld zu schicken. Ob fommen, die bis zum Kriegsausbruch öffentlichen Tanz abhielten, worden sein. Die jüngeren, fräftigen Männer sind zu den Fahnen er es heute hat? Ob er auch her denft? Wie mag es ihm und dann darin, daß diese Bereine ihre Tanzfestlichkeiten in kurzer Frist wiederholen, während die regulären Vereinsfestlichkeiten höcheingezogen und die noch übrig Gebliebenen suchen so gut es geht gehen? Ob er überhaupt noch lebt? Unterfommen. Daß diese bemüht find, soweit wie möglich in ihrem Unwillkürlich steigen, diese Gedanken am Weihnachtsbaum ftens zwei bis dreimal im Jahre stattfinden. Die Reviere werden angewiesen, diesen Umgehungen des Verbotes Berufe unterzukommen oder doch möglichst lohnende Arbeit zu auf und Taffen einen Augenblid die ganze Umgebung veröffentlicher Tanzluftbarkeiten besondere Aufmerksamkeit zu widmen finden, ist selbstverständlich. Es mag auch sein, daß mancher den gefſen. Da stimmen die Kinder das Weihnachtslied, an und und alle derartigen Veranstaltungen unbedingt zu verhindern. Dabei Weg zum Straßenbahndepot nicht wieder antreten will, der schon reißen die Mutter aus ihren Gedanken: ist den betreffenden Lofalwirten zu eröffnen, daß die Umgehung des ein oder zweimal zurüdgewiesen worden ist. Dazu kommt, daß Zanzberbotes in ihrem Lokale die Entziehung der Konzession gur ein Lohn von 3,50 M. für Aushelfer pro Tag für Berliner VerFolge haben tann. hältnisse ein sehr minimaler ist, wenn man in Betracht zicht, daß der für Berlin festgesezte ortsübliche Tagelohn 4 Mart beträgt. Es kann auch nicht die Absicht des Herrn Polizeipräsidenten sein, Der Weihnachtsgänsebraten wird in diesem Jahre zu einer bes Arbeiter in die Zivangslage zu bringen, zu jedem gebotenen Lohn fonderen Delikatesse, die sich nur wohlhabende Leute leisten fönnen. jak zu arbeiten, zumal unsere Heeresverwaltung in der jetzigen Die Preise für Gänse haben eine Höhe erreicht wie nie zuvor. Für Zeit besonderen Wert auf angemessene Entlohnung der Arbeiter schwere Gänse wurden 1,40-1,50 M. pro Pfund verlangt. Mancher, Iegt. der sich früher zu Weihnachten einen Gänsebraten leisten konnte, animmt in diesem Jahre infolge der horrenden Preise: Abstand. Und Es ist sicherlich anerkennenswert, wenn der Polizeipräsident fich um eine Bessere Verkehrsgelegenheit bemüht, aber der hier Dort in der Wohnung mir gegenüber brannte alle Jahre es geht auch so; müssen doch Tausende froh sein, überhaupt sich satteingeschlagene Weg kann nur gegangen werden, wenn der Herr der Weihnachtsbaum. Heute strahlen keine Weihnachtsfetzen. effen zu fönnen. of emotio Polizeipräsident auch die Lohnfrage nicht außer acht läßt. Unter ben für Berlin: festgesetzten ortsüblichen Tagelohn dürfte bei den heutigen Lebensmittelpreisen kaum herabgegangen werden können. ,, Und Friede auf Erden Und den Menschen ein Wohlgefallen So tönt es laut. Es ist, als ob dieses Lied nicht gesungen, sondern laut hinausgeschrien wird in die stille Nacht, damit es überall gehört werden möge. Es ist, als ob diese Worte noch nie mit soviel Innerlichfeit empfunden worden wären von den Daheimgebliebenen wie jest. Und überall wird nur ein Wunsch, nur ein Seufzer rege: Wenn bloß der Krieg bald zu Ende wäre! 49 und wann? Teurer Gänsebraten. Weihnachtsschnee. Straßen beeinträchtigte auch den Fußgängerverkehr und rief ver schiedene Unfälle hervor. Und doch wohnt die Familie noch da. Dieser Tage kam eine Depesche. Bater tot; gefallen im Dienste des Baterlandes. Gesund und munter ging er vor Monaten fort. Wer gestern früh die Augen aufmachte, war sichtlich überrascht Jezt deckt ihn die kühle Erde im fremden Land. Die über das schöne winterliche Bild, das sich dem Beschauer darbot. In Mutter ist mit den Kindern zu Bekannten gegangen; heute der Nacht zum Heiligabend war ein erheblicher Schneefall niebers Forderungen des Aushilfspersonals der Straßenbahn. Die, Schaffner und Wagenführer, welche die Große Berliner am Heiligabend hält sie es zu Hause nicht aus. Der Augen gegangen. Bäume und Sträucher waren in weiße Deden eingeStraßenbahn während des Krieges zur Aushilfe eingestellt hat, blid ist ihr zu schwer; die Todesnachricht noch so frisch. Ale hüllt. Der Tiergarten und die städtischen Barts gewährten einen erhalten nach vollendeter Ausbildung einen Tagelohn von 3,50 M., Erinnerungen steigen in der Mutter auf, wie er gesorgt hat prächtigen Anblic. Auf freien Blähen machte die Schuljugend sich topzu für die Wagenführer noch ein Zuschlag von 60 Pf. pro Tag für die Familie, fich nichts gegönnt, um allem gerecht zu wer die Freude, Schneemänner zurechtzubauen. In den Straßen Berfommt. Das ist derselbe Lohnjab, den die Aushilfskräfte auch in den. Und nun ist alles vorbei, die Mutter Witwe, die Kinder line stockte der Verkehr. Die Wagen tamen schwer vorivärts und Friedenszeiten erhalten haben, wo die aushilfsweise Beschäftigung Waisen. Sie zerdrückt eine Träne. Dann rafft fie fich zu- mußten vielfach Vorspann nehmen. Die Straßenbahnführer waren meift als Hebergang zur festen Anstellung betrachtet wird. Die sammen, die Kinder sollen's nicht merken, daß sie traurig iſt. wenig erbaut, wenn auf den Schienen ein schwerer Kohleninagen jetzt eingestellten Aushilfskräfte müssen aber damit rechnen, daß Den Kindern hat sie die Nachricht hoch verschwiegen. Sie nicht vorwärts tonnte und den Berkehr störte. Der Matsch in den ihre Beschäftigung nur eine vorübergehende ist. Deshalb, und weil fragen nach dem Vater, fragen, ob er bald wiederkommt? an ihre Arbeitsfraft sehr hohe Anforderungen gestellt werden, wenn der Krieg vorbei ist. halten sie die Entlohnung für unzureichend und wünschen eine Draußen im Felde. Dieser Tage ist das Paket angelangt, bessere Bezahlung, Vergütung der Ueberstunden und Gewährung von freien Tagen. In lezter Zeit hat das Aushilfspersonal der das die treuforgende Gattin, die liebende Braut, vor ein paar einzelnen Bahnhöfe. Bersammlungen abgehalten und sich über die Wochen abgeschickt hat. Mit wahrer Begierde wird es geöffnet. Berlins an den drei Weihnachtsfeiertagen von 10 bis 4 Uhr zu einer aufzustellenden Forderungen ausgesprochen. Die Berwaltung der Das erste ist, nachzusehen, ob einige handschriftliche Beilen von Besichtigung ihrer neuerbauten Vierfamilienhäuser ein. Dieselben Großen Berliner Straßenbahn hat darauf dem Aushilfspersonal denen daheim beiliegen. Richtig, da liegt der Brief obenauf. befinden sich in Briz, Eberstadtstraße, in unmittelbarem Anschluß au bis auf weiteres die Bezahlung von zwei freien Tagen im Monat Mit eilender Haft wird das Papier überflogen. Das Geficht die Ein- und Zweifamilienhäuser der Genossenschaft. bewilligt, wohl in der Annahme, die auf Verbesserung der Arbeits- unseres Feldgrauen heitert sich auf. Zu Hause geht's leidlich, berhältnisse gerichteten Wünsche damit befriedigt zu haben. Das alles noch gefund. Das beruhigt. Und nun die Weihnachts- waren die teuren Bodenpreise auch in der Umgebung Berling. Dieje Aushilfspersonal hält dies geringe Entgegenkommen aber durch spenden. Wieviel Liebe und Anhänglichkeit steckt in diesem führten dazu, daß Wohnungen im Einfamilienhaus unter einemt aus nicht für genügend, benn es wird eine allgemeine Lohn Patete und welch heißen Wünsche haben es beim Abienden be- monatlichen Mietspreis von 40 M. faum herzustellen waren. erhöhung: gewünscht. Da in den einzelnen Bahnhofsversamm gleitet. Und so wird es auch bewertet. So freudig auch die Jungen in diefer Sinficht untereinander abweichende Forderungen einzelnen Spenden entgegengenommen werden mögen, noch aufgestellt wurden, to nahm der Transportarbeiter- Berband die mehr freuen sich umjere Braben über die Anhänglichkeit, die Sache in die Hand, um ein einheitliches Borgehen zu ermöglichen. in dieser Sendung zum Ausdruck kommt. Die vielen Stra Zu diesem Zwved hielt der Verband am Mittwoch eine gutbesuchte bazen der lezten Zeit sind auf furze Zeit vergeifen. Dann Bersammlung des Aushilfspersonals ab. Dort wurde ausgeführt, aber steigt die Schnsucht nach Hause um so stärker auf und der Dienst sei viel schwerer, als man es sich bei Antritt der Stellung der heiße Wunsch, den Krieg baldigit am Ende zu sehen. Straßenfront benußen, während die Barterrebewohner von der gedacht habe. Die tägliche Arbeitszeit währt oft 11-12, ja in manchen Fällen jogar 14 Stunden. Ueberstunden sollen zwar bes Millionenfach find diese Wünsche: im Felde wie zu Sauje; zahlt werden, aber wenn die Bezahlung der lleberstunden gefordert wird, so machen die zuständigen Beamten allerlei Schwierigkeiten in Dit und Weft, in Nord und Süd, weit über die Landes. Bierfamilienhäuser der Baugenossenschaft Ideal. Die Baugenossenschaft Ideal" Tadet die Bevölkerung Groß " Die Veranlassung zum Bau der jetzt zu besichtigenden Häuser Mit solchem Preis kann man aber nicht Wohnungsmöglichkeiten für die große Menge der Bevölkerung schaffen. Es mußte deshalb versucht werden, billigere Wohnungen zu schaffen. Das ist der Genossenschaft jetzt durch den Bau der Bierfamilienhäuser gelungen. Die Häuser, in Form von Reihenhäusern gebaut, find so eingerichtet, daß die beiden Micier des 1. Stodwerks den Eingang) von der Innenfront das Haus betreten. Die Wohnungen find unier Ausnubung aller Raumberhältnisse modern und proftisch angelegt. Der M., für die ietspreis derfelben beträgt im 1. Stod monaffich 31,50 per Parterrewohnungen mit Gartenbenutzung und mit Veranda 3 M. und verweisen die Fordernden an die Direktion. Auch über die grenzen hinaus. Möchten diese Hoffnungen baldigit in Er mehr. Die Wohnräume, bestehen aus einent, größeren und einem Behandlung des Personals durch die Beamten wird allgemein ge- füllung gehen, damit endlich die Worte wahr werden: und Friede auf Erden flagt. Als eine Ungerechtigkeit wird es bezeichnet, daß die bei der Großen Berliner Straßenbahn beschäftigten Frauen für eine ſechs. Und allen Menschen ein Wohlgefallen, fleineren Zimmer, Küche, Keller, Boden und Badeeinrichtung. Die Räume sind mit elektrischen Anlagen für Beleuchtung und mit Gaseinrichtungen für Rochzwede ausgestattet. Die Benutzung dieser Ana luge ist nicht im Mietspreis mit einbegriffen. Die Häuser find von dem Architekten Karl Bücklers erbaut. Für die Besichtigung sind zwei Wohnungen bereits fertiggestellt und mit prämiierten Möbeln von der Firma Paul Kalisch ausgestattet. Die ganze Anlage ist großzügig durchgeführt, immer geleitet von dem gemeinnützigen Bestreben, der Arbeiterschaft moderne, gesunde und billige Wohnungen zu schaffen. Die Verdienste der Baugenossen- schaff„Ideal" auf diesem Gebiete sind ja auch allseitig anerkannt worden. Wir können unseren Lesern nur empfehlen, während der Feier- tage eine Besichtigung der neugeschaffenen Bauten vorzunehmen. Ungültigkeit einer neuen Berliner Polizeistunden» Borschrist. Die Berliner Polizeiverordnung vom 7. April 1914 bestimmt im § 1 unter Bezugnahme auf§ 365 des Strafgesetzbuchs, daß die Polizei- stunde die Zeit von 11 Uhr abends bis 6 Uhr morgens umfasse. Aus- nahmen könne die Ortspolizeibehörde bewilligen. Die Verordnung sollte der Schankwirt Glatz übertreten haben, indem er eines Morgens schon um 5% Uhr, statt um 6 Uhr öffnete. Er wurde deshalb wegen Uebertretung des Z 365 des Strafgesetzbuchs angeklagt, welcher im Absatz 2 bestimmt, daß der Wirt zu bestrafen sei, welcher da« Verweilen seiner Gäste über die gebotene Polizei- stunde hinaus duldet. DaS Landgericht sprach jedoch den Angeklagten frei und daZ Kammergericht verwarf die von der Staatsanwaltschaft ein- gelegte Revision mit folgender Begründung.' Indem der ß 1 der Polizeiverordnung unter Bezugnahme auf § 365 des Strafgesetzbuchs erkläre, daß die Polizeistunde die Zeit von 11 Uhr abends bis 6 Uhr früh umfasse, verstoße er gegen den§ 365 des Strafgesetzbuchs. Denn die Polizeistunde im Sinne des§ 365 sei nur die abendliche Polizeistunde. Eine Bestimmung, wie die zitierte, sei daher ungültig. Es könne nicht im Hinblick auf Z 365 bestimmt werden, daß die Wirtschaften von einem bestimmten Zeit- Punkt bis zu einem andern bestimmten Zeitpunkt geschlossen sein müßten. Durch eine auf 8 365 gestützte Verordnung könne nur die abendliche Schlußzeit als Polizeistunde festgesetzt werden.— In einem andern Rahmen seien allerdings auch noch andere Beschrän- kungen zulässig, wenn polizeiliche Gründe dafür vorlägen. So habe z. B. das Kammergericht Polizeiverordnungen für gültig erklärt, die für bestimmte Bezirke vor einer gewissen Morgenstunde den Branntweinausschank verbieten. Auch habe eS weitergehende Be- schränkungen für gültig erachtet, die in bestimmten Bezirken die Wirt- schaffen und Kleinhändler während der Lohn- und Vorschutzzahltage der Bergarbeiter(Oberschlesien usw.) betrafen. Dabei handelte eS sich aber um andere Erwägungen, nicht um die Polizeistunde gemäß 8 365 des Strafgesetzbuchs. Da die im vorliegenden Falle in Frage kommende Vorschrift un- gültig sei, so habe der Angeklagte freigesprochen werden müssen. Tie Post a« Weihnächte«. Die Paket-Ausgabeschalier im Oberpostdirektionsbezirk Berlin werden am 1. Festtag, den 25. Dezember, wie werktags offen- gehalten. Die Zahl der Ortspaket- und Geldbestellungen wird in den Tagen vom 25. bis zum 27. Dezember in den einzelnen Orten nach dem Bedürfnis deS Verkehrs eingerichtet. Am 2. Weihnacht?- feiertage, den 26. Dezember, erfolgt nach allen Landorten neben der Briefbestellung eine Paket, und Geldbestellung. Zu einem Zusammenstoß zweier Straßenbahnwagen. der eine fünfviertelstündige Verkehrsstörung zur Folge hatte, kam es Mittwoch abend in der Beuihftraße. Dort fuhr ein Zug der Linie 65 in die nicht in der Fahrn�ichcung stehende Spitzweiche und stieß infolgedessen gegen den Triebwagen eine» aus entgegengesetzter Richtung kommenden Straßenbahnzuges derselben Linie. Infolge deS Zusammenstoßes mußt« der Betrieb durch Kommandanten- straß«, über Dönhoffplatz, durch Jerusalemer-, Leipziger Straße und über den Spittelmarkt abgelenkt werden. Mehrere Fahrgäste meldeten sich als durch Glassplitter verletzt. An der Ecke der Großen Frankfurter und Markusstraß« wurde ein mit Stühlen und Tischen beladen« Geschäftswagen der Firma Hauff von einem Straßenbahnwagen der Linie 67 angefahren. Der Mitfahrer Georg Haug fiel infolge des Anpralls vom Bock und erlitt leichte Verletzungen. Lei« Spiele« totgefahren wurde da« 4 54 jährig« Töchterchen Dora de» Geschäftsmannes Schönfeld au» der Pankftr. 15. Die Kleine wollte unweit der elterlichen Wohnung vor dem Grundstück Nr. 68 über den Fahrdamm laufen. Sie wurde von einem daher» kommenden Kraftwagen umgestoßen und so heftig zu Boden ge- schleudert, daß sie an«in« Kopfverletzung auf der Stelle starb. Kommunales aus Tegel. In der letzten Gemeindevertretersitzung erstattet« der Dezernent für das Kriegsunterstützungswesen einen Bericht über die Ver- Handlungen der Vorortgemeinden mit der Stadt Berlin, die Arbeits- losenunt«stützung betreffend. Die Gemeindevertretung stimmte einhellig dem Vorschlage auf Beitritt zum Abkommen mit der Stadt Berlin zu, wodurch eine Reihe lnSherig« Härten beseitigt werden.— Ein Abkommen mit dem Bund der technischen und industriellen Angestellten, ähnlich wie eS mit den Gewerkschaften der Arbeiter bereits getroffen, lehnte die Vertretung vorläufig ab. da hier nur sehr wenige Personen in Frage kämen. Di« Ge- meinde würde indessen stellenlosen Technikern usw. beistehen.— Nach der Behandlung unwesentlicher Dinge folgte noch eine ver- trauliche Sitzung, in der nochmals über einen von der Gemeinde aufzunehmenden Kriegekredit von 1 Million Mark verhandelt wurde. Der frühere Tegeler Bürgermeister, Herr Oskar Albin W e i» gert, der bekanntlich vor 2 Jahren seines Amte» als Amts- und Gemeindevorsteher enthoben und auf Kosten der Gemeinde zwangsweise pensioniert wurde, ist jetzt ganz unerwartet in Leipzig verstorben und dort am 22. Dezember eingeäschert worden. Wiederwahl de« Bürgermeister« van Wittrnau-Barfigwalde. Bürgermeister Witte, dessen Amtsdauer jetzt ablief, ist in der letzten Gemeindevertretersitzung abermals auf 6 Jahre zum Ge- meindevorsteh« gewählt worden. Bei der einsfimmig erfolgten Wahl fanden Witte» Verdienste um die Gemeinde wie auch um den Kreis Riederbarnim und die Provinz rege Anerkennung. Eiue Gemeindevertreterwahl in Drewitz. Durch den Tod des GemeindevertreterS Gen. Siecke auf dem Schlachtfeld« war eine Nachwahl zur Gemeindevertretung in der 2. Abteilung erforderlich. Diese fand am 23. Dezember statt. AIS Kandidat der Partei wurde der Genosse Hermann Wirth aufge- stellt, der auch mit 17 gegen 13 Stimmen gewählt wurde. Dieser Sieg ist um so höher zu bewerten, als sich etwa 12 parteigenösfifche Wähler der zweiten Abteilung zurzeit im Felde befinden und bei der letzten ordentlichen Wahl auf unseren Kandidaten 26 Stimmen entfalle« find. Zur Beachtung für Arbeiterelter«! Für die Ostern 1915 die Schule verlassenden Söhne und Töchter der Arbeiterschaft, die weder an der kirchlichen Einsegnung noch an der Einsegnung ein« sonstigen ReligionSgemeinswaff teilnehmen, soll wiederum eine Jugendweihe stattfinden. ES können jedoch nur solche Teilnehmer zugelassen werden, die vorher angemeldet worden sind. Anmeldungen können schon jetzt, und zwar be» folgenden Adressen vorgenommen werden: Emil BoeSke, 68, Lindenstr. 3; Georg Tetzlaff, SW. 08, Charloltenstr. 89; Ernst Wenzel, NW. 21, Wilhelmshavener Str. 23; Kurl Swonfeld«, N 58. Kopenhagener Straße 42; Max Vogel, 0., Frankfurter Allee 100. Achtung! kurfuSteilnehm« in Renkölln! Die geplante Zu- fammenkunst findet am Sonntag, den 10. Januar, nachmittags 4 Uhr, im Bortragsfaal bei Bartsch, Hermannstraße 49, statt. Die Kommission. Metropol-Theat«. Infolge technischer Schwierigkeiten und wichtig« Aenderungen, die die Zensurbehörde verlangt, kann die Premiere von„Woran wir denken" erst am 26. Dezember, präzise 7H Uhr abends, stattfinden. Die für den 25. Dezember gelösten Premierenbilletts behalten für 26. Dezember ihre Gültigkeit. Das Geld für die am 26. Dezember bereits gelösten Karten wird zurückgezahlt. Arbeiter>Samariter.Bund. Kolonnen Gros.. Berlins. Sämtliche Mitglieder und KursuSteilnebmer treslen sich am Sonntag, den 27. De. zember(3. Feiertag), pünktlich um'/,10 Ubr in der Simsonstrasie. Reichs. tagSgebäude, Porta! 2, zwecks gemein'chaillichen Besuchs der Ausstellung für Verwundeten- und Krankensürsorge im Kriege. Unkosten 10 Ps. Er- scheinen ist Pflicht. KolonneKöpenick Nächster Lehrabend 28. Dezember. Sitzungstage der Stadt- und Gemeindevertretungen. Rosenthal. Am Dienstag, den 2S. Dezember, abends S Uhr, im Sitzungssaale deS neuen Verwaltungsgebäude», Hauptstr. S4. Diese Bitzungen find isscniltch. Jever Semeindeangrhörtge ist be- rechtigt, ihnen al« Zuhörer drtznwohnen. Keine Nachrichten. der Papst unö Sie Kriegsgefangenen. „Offervatore Romano' veröffentlichte dieser Tage ein Dekret der Kongregation für außerordentliche kirchliche An- gelegenheiten,»velche» besagt, daß der P a p st. der lebhafien Anteil an den Sengsten der vielen unglücklichen Kriegs« gefangenen sowie den Besorgnissen ihrer zahlreichen, jeder Nachricht von diesen Angehörigen entbehrenden Familien nimmt und den einen wie den anderen jede mögliche Hilfe und Erleichterung durch die ihm zur Verfügung stehenden Hilfsmittel zu bringen wünscht, auf den vertcht deS Monfignore Eugenia Pacelli, des Sekretär» der Heiligen Kongregation für außerordentliche kirch- liche Angelegenheiten, folgende Bestimmungen getroffen hat in dem Vertrauen, daß der Episkopat und der Klerus die Anordnungen deS Papstes weitherzig und sorgfältig ausführen und daß die Zivilbehörden andererseits diesem Werke der Menschlich- keit und Barmherzigkeit eine krättige und wirksame Mit- arbeit zuteil werden lassen. Die Bischöfe derjenigen Diözesen, in denen sich Kriegsgefangene befinden, sollen baldmöglichst, je nach Bedarf einen oder mehrere Priester be- zeichnen, die die in Frage kommend« Sprache genügend beherrschen. Sollten sie keine in ihrer Diözese haben, so sollen sie solche von anderen Lischöfen erbitten. Diese Priester sollen sich mit allem Eifer sowohl dem geistigen wie dem materiellen Wohl der Ge- fangenen widmen und versuchen, ihnen in den vielfachen Röten zu Helsen. Die erwähnten Priester sollen sich vor allem danach erkundigen, ob die ihr« Sorgfalt anvertrauten Gefangenen schriftlich oder auf andere Weise ihren Familien persönliche Nachrichten haben zu- kommen lassen. Sollten sie dies nicht getan haben, so sollen die Priester sie anhalten. eS sofort zu tun, zumindest auf einfachen Post- karten. Falls die Gefangenen aus Unwissenheit, Krankheit oder aus irgendeinem Grunde nicht imstande sein sollten, ihren Familien zu schreiben, so sollen die Priester eS in deren Namen selbst tun und alle« versuchen, damit diese Nachricht in die Hände der Adressaten gelangt._ Teutschfrauzöfische Annäherung im Schützengraben. Dem„Hamburger Echo' wird der folgend« Feldpostbrief zur Verfügung gestellt: Lieb« Frida und lieber Gustav! ... Wir hatten ja nun bisher auch schon allerhand erlebt, aber wa» ich gestern erlebte, habe ich doch nicht für möglich gehalten. Ich will Euch diese kleine Geschichte, die un« passiert ist, erzählen, ohne irgendwelche Uebertreibungen. Wochenlang liegen wir nun schon hier und beschießen un» gegenseitig. Einen Tag regnet es. am nächsten Tag ist wieder ganz schöne» Wetter. In der Nacht vom Sonntag auf Montag letzt« ein gewaltiger Regen ein. Am Montag morgen waren wir alle durchnäßt. Den Franzosen wird diese Feuchtigleit auch übel mitgespielt hoben, denn ihre Schützengräben lagen tiefer im Grunde. Run war e» vielleicht so gegen 12 Uhr mittag«, al» sich einer der Unsrigen den Witz macht« und sein« Zeltbahn ein paarmal hoch in die Luft warf. Darauf sahen wir. daß drüben einige Fran- zoien plötzlich mit der Mütze winkten. Das erweckte natürlich Ge- lächter. Kurz, da» Winken wurde hüben und drüben stärker. Ein Franzmann wurde schon f» frech, daß er sich mit der ganzen Brust zeigte, und wir hörten ihn rufen:.Nicht schieße, alte Kamerad.' Wie ein Blitz ging e« durch unseren Schützengraben, daß leiner schießen sollte. Auf beiden Seiten wurde man zutraulicher und eS dauerte wenige Augenblicke, so zeigte sich auf unserer Seite so gut wie drüben alle« mit der ganzen Brust über dem Rand de« Graben». Der Hauptmacher der Franzosen, der un« zuerst zuge- rufen hatte, sprang nun au» seinem Graben und bedeutete un«. wir sollten ihm einen Mann entgegenschicken. Ein Ge- freiter unserer Kompagnie, von Beruf Postaisistent, welcher einigermaßen fianzöfiich spricht, steigt herou» und geht ihm entgegen. AI» dann auf französischer Seite noch einer heraussteigt, schicken wir auch noch einen Mann rauS. Ungefähr in der Mite der beiden Gräben treffen sich nun diese vier Mann, begrüßen sich und schütteln sich kräftig die Hände. Etwa fünf Minuten unterhielten sich dieie vier. AI» dann unsere beiden zurücklehrten, hörten wir, daß einer der beiden Franzosen Lehrer und der andere Notar sei. Sie hätten gesagt, wir tollten nicht schießen, die meisten von ihnen wären Familienväter. Sie wollten auch nicht schießen. Bold daraus stieg au» einem Schützengraben, der unserem linken Flügel gegenüberliegt, auch ein Franzmann herau«. Auch dem schickten wir einen Mann entgegen. welcher mit ihm Schokolade eintauscht«. Die beiden saßen zwischen den beiden Schützengräben in einem Gcanatloch und machten die größten Zicken miteinander. Dann schickten wir ihnen einen Zettel rüber, wenn sie sich ergeben wollten, sollten sie bei Sbendonbruch rüberkommen. Doch sie antworteten, da« ginge nicht, schon wegen ihrer Offiziere könnten sie da» nicht machen. Doch jedenfalls hatten wir dadurch einen gemütlichen Nach» mittag. E» wurde von beiden Seiten nicht mehr geschossen. Nur die Artillerie machte nicht mit. Die Granaten sausten bei diese« Verhandlungen immer über unser« Köpfe weg. Nun kommt da» Scklönste noch, lieber G. Die» trug sich zu am 16.(Montag). Eben hören wir nun, daß bei dem Bataillon, da» sich rechts an uns anschließt, heule morgen U8.) 3 Offiziere und 20 Mann. Franzosen natürtich. rübergelommen sind. Die Zabl ist bestätigt, jedoch bezweifle>cb noch, doß wirtlich 3 Offiziere darunter sind. Wenn daS man kein Irrtum ist. Heute haben wir hier im Walde m unieien Unterständen gelegen Heute abend müssen wir nun die andere Kompagnie im Schützengraben wieder ablösen. Ja. meine Lieben, verdenken kann man e» den Fianzosen nicht, wenn sie keine Lust mehr baben. Es ist wahrlich lein Vergniigcn. Nachdem eS jetzt so stramm geregnet bai, friert eS seit peslein abend ganz eiivtm. Heute morgen tgiid ich in mrineni Kochgc'chirr, trelNeS gestern abend noch bald voll Kaffer war. eine dcel Z niimrlcr dicke EiSich'chl an der Wandung sitzen und in der Mitte wa-en noch ein paar Tropffn flüssig geblieben. Schützcngrabenverkehr in Frankreich. Aus einem Schreiben, da» der.Ostpreußischen Zeitung' zur Verfügung gestellt wird und von einem Husarenoffifter aus dem Schützengraben vor Verdun stammt, entnehmen w>r: .... Ein Husar von uns geht vor dem Schützengraben sporicreit und winkt den Franzosen zu. Der Husar gefällt ihnen, sie winken ihn in ihren Graben. Der Hu'ar geht bin und wird surchibar an« gestaunt. ES fanden sich noch drei Frauen ein, die den Lifitiercn gewaschene Wäiche brachten. Der Husar, ein Franzose und die drei Flauen werden von einem Kameraden photographier t. Der Husar trank darauf einen Ldfinib. erhielt Tabak und ging dann in seinen Schützengraben zurück...' .... Ein Hauptniann der... Grenadiere kommt au« seinem Unterstand heraus und sieht eine Unmenge Franzosen auf dem Rande unsere« Graben« sitzen und stehen. Sie tauschen mit unseren Soldaten Schnaps gegen Tabal und andere Dinge au«. Der Hauptmann entzückt, will die Leute ge« fangen nehmen, doch seine Leute sagen sofort:.Da« geht nicht, Herr Hauptmann, von uns sind 00 Mann bei den Franzosen.' Es war ein Mann hergekommen, einer ruber« gegangen, um gegenseitige Garantie zu haben.' Wen« die Pakete kommen. Ein im Felde stehender Solinger Genosse schildert den großen Moment des Eintreffen» eines Paket». Was er darüber sagt, ist von Nutzen für alle, die ihren Angehörigen Pakete in» Feld senden. Der Mann schreibt: „... ES kommen meine Pakete anl ES herrscht ein Jubel, alle» steht drum rum und harrt der Dinge, die da kommen sollen. Jetzt öffne ich die Pakete, verschiedene Kameraden halten sich schon die Nase zu. Sämtliche Eßwaren, wie Wurst, Bouillonwürfel. Zwieback. Schinken und Schokolade verdorben! Nur der Tabak und die Zigarren sind noch gut. Nachdem jeder ein« Zigarre«halten hat, ist die Meinung über die„Genietz- barkeit" schon eine andere geworden. Verschiedene Kameraden, die al«„Sachverständige" auftreten und ihr Können im Vertilgen von Viktualien schon öfter» bewiesen haben, meinten nun, wenn man die Wurst und den Schinken ab- kochte, dann ging». Gesagt— getan! Aber als es am Kochen war, — o wehl Alle» rennet, rettet, flüchtet! Ich nehme mir die letzte Schmalzlerprise von der Sterbekasse„Eintracht", ergreife den Topf samt Inhalt und bringe ihn an jenen sfillen Ort, wo man ohne Gesellschaft hinzugehen pflegt, und lasse ihn dort verschwinden. Eine leckere Mahlzeit für die— Ratten, die hier mindestens in Halbzugsstärke vertreten sind. Die werden sich schon auf die nächsten Pakete freuen!"...— Sehnsucht. Eine Episode will ich noch schildern, die ich gestern mit erlebt habe, schreibt ein Hamburger im„Echo": Eine Gruppe von unserer Kompagnie kehrte von einem Patrouillengang zurück und hatte dabei mehrere französische Gefangene gemacht. Die Kompagnie lag in Deckung, da wir gerade heftig durch feindliche Artillerie be« schössen wurden. Die Gefangenen kamen natürlich auch in Deckung. Da wir kameradschaftlich zu ihnen waren, gab einer d« Franzosen un» die Hand und tagte.Sozialist'. Er war auch Reservist, jung verheiratet und zeigte un« die Photographie seine» 2—3 Jahre allen Jungen. Wie un» da zumute war, wirst Du Dir wohl denken können. Unsere Verpflegung ist gut, sogar bedeutend besser al« vorher in Frankreich, bloß wir hatten e« un» nicht träumen lassen, daß der Krieg so lang« dauern würde. Der sehnlichste Wunsch von un« allen ist. wenn bloß erst Friede wäre und wir nach Hause können. Dazu ist scheinbar aber noch keine Aussicht. In ein paar Stunden geht» wieder in den Schützen« graben.—_ Tragischer Tod. Au» Hindorf geht der.Schlesischen Bergwacht" soeben die er- schüttelnde Nachricht zu, daß bei einem Brand des früher Wiehnerschen Bauerngutes, wobei drei Gebäude völlig niederbrannten, uns« alter wackerer Genosse der Stellenbesitz« M e n z und seine Frau ihren Tod in den Flammen gefunden haben. Diese Schrecken»- künde erfüllt jeden Genossen im Hirschberg« Kreise mit tiefer Trauer. Wenn auch der alte Menz körperlich schon sehr hinfällig war, so brachte er doch den Parteivorgängen und dem Wachstum unser« Bewegung selbst in seinem hohen Alt« stet» ein rührendes Interesse entgegen. Noch bei der letzten Reichstagswahl gab er mit feinen schwachen Kräften gern und freudig, wa» er nur geben konnte. Sein Lebe» war ein hartes Proletarierleben auf dem Lande, und ohne Zweifel hat er in jüngeren Tagen auf dem Lande manches Samenkorn für die Sache der Sozialdemokratie gepflanzt. Ei« Hilfsfonds für die Juden in Pole«. Wie da» Wolffsche Bureau au» London meldet, wurde dort zur Linderung der KriegSnot der Juden in Polen ein Fonds gebildet; I der bekannte Finanzier Rothschild hat 1000 Pfund Sterling für diesen Zweck gestiftet._ Brntlidier Marktbericht der städttichen Marktballen-Dtrektion übe« den Kroßhandel in den Zentral-Marktballen.(Ohne Verbindlichkeit.) DonnerStaa, den 24. Dezember. Fleisch: Rindfleisch per 50 ker, Ochsen- fleisch 1» 88-97, do. □& 82-87, do. lll» 75-81; Bullenfleisch I» 84—89, do. Ua 74—81; Kühe, fett 64—»8, do. map« 46—60; Fresser 64—72, Fresser, dänische. 53—60. Bullen, dänitch», 58—70; Kalbfletsch! Doppcllender 130—140; Mastkälber Ja 100— HO, do. IIa 86—99. Hammelfleisch: Maitlämmer 88—96; Hammel la 79—88, do. IIa 73-78; Schaf« 77—83. Schweinefleisch: Schweine sette 78—83, sonstige 72—73; K e m ü i e> iniindisches: Kattofieln. Dabeffche 50 kg 3.75; weiße Kaiserkrone» 3,50;• Magnura bonnm 3,75; Wollmann 3,50—8,76; Porree. Schock 0,70-1,00; Sellerie. Schock 3,50—6,00; Spinat 50 kg 12,00—20,00: Mohrrüben 2,50— 3,00; Kohlrabi Schock 0,00; Dirftnglohl Schoo 4,00—10,00;«irfinglohl 50 kg 3,50—4,50; Weißkohl Schock 3,00-8,00, i Weißkohl 50 kg 2,50— 8,50; Rottohi, Schock 4.00—10.00; Roilobl 50 kg 3,50 Bi« 4,00;«rünkobl 50 kg 2.00-600; Kodlrüden Schock 3.00-5,00; Teltow« Rüben 60 kg 12,00-16,00, Märkische Rüben 50 kg 3,00—10,00; Bünne»- lodl. Erfurter. 100 Lt. 00,00-00,00. Rosenkohl 50 kg 20,00-25,00, Meer> rettich Schock 4,00—12.00, Pelersilienwurzel Schockbund 1,00—3,00; Radieschen Schockbund 2,50-3,00; Zwiebein 50 kg 7,50-8,50; Stärii» 60 kg 0,00-0.00.— Apseiimen: italienische 60 kg 10,00-12,00, dit» 200 stück 8,00-11,00, 300 St. 9,00-11,00, Murcia 200 St. 11,00-13,00, dito 300 St. 10,00-14,00, Meffina 160 St. 11,00-12,00, 200 St. 10,00 bis 11,00, 300 St. 10,00-11,00.__ BSetterausfichtr» für da» mittlere R»rdde«tschla»b bi< Sonnabeudmittag: Ueberall ziemlich kühl und windig, noch größtenteils trübe und nebelig. Jedoch im Beste«, später auch im Ost« laugsaaeS Nachlassen der Niederschläge. Verband der Freien Volksbühnen URANIA 25., 26., 27. Dezember, nachmittags 22 Uhr: Deutsches Theater: Jedermann. Nachmittags 3 Uhr: Leffing Theater: Liliom. Deutsches Opernhaus: Fra Diavolo. ( Sonnabend: Martha.) Abends 8 Uhr: Bolfsbübne, Theater am Bülowplag. Montag bis Sonnabend: Göz von Berlichingen. Theater für Freitag, den 25. Dezbr. Berliner Theater An allen drei Feiertagen: 8 Uhr: Extrablätter!" 99 Deutsches Künstler- Th. Am 1. und 2. Feiertag: Taubenstraße 48/49. An allen 3 Feiertagen: 4 Uhr( Halbe Preise): Die Weichsel und die masurischen Seen. Abends 8 Uhr: Auf den Schlachtfeldern Ostpreußens. Hochbahn Theater Hochbahn Kottbusertor Sanssouci Kottbusertor Während der 3 Weihnachtsfeiertage Gastspiel„ 1914" Gastspiel Zeitbild m. Gesang in 4 Akten von Otto Reutter u. Max Reichardt. 75 Pf. Preise: 50 Pf. Anfang: Konzert 1,7 Uhr.:: Vorstellung 8 Uhr. Paul Obiglos Konzert- und Festsäle ( früher Keller), Koppenstr. 29. Freitag, den 25. Dezember( 1. Weihnachtsfeiertag) und Sonntag, den 27. Dezember( 3. Weihnachtsfeiertag): Gewerkschaftshaus. Während der Weihnachtsfeiertage. 1. Feiertag: Turnverein Fichte"( 7. Männer u. 1. Frauen- Abt.): Große Weihnachtsfeier. 2. Feiertag: Deutscher Arbeiter. Sängerbund. 3. Feiertag: Ronfum- Genoffenschaft: Bunter Abend. Marianne Geyer: Lieder zur Laute. Lichtbilder Ein genossenschaftl. Ausflug im heimischen u. fremden Lande 2c. Eröffnung 5 Uhr mit Beginn des Konzerts, Anfang der Vor. führungen 6, Uhr an allen Feiertagen. Am Heiligabend: Weihnachtsfeier Zirkus Alb. Schumann Große Wohltätigkeits- Vorstellung für Junggesellen beim WeihFreitag, den 25. Dezember 1914: große Vorstellungen 2 8 Uhr: Der große u. d. kleine Klaus. nachm. 3%, u. abends 7, U. 8 Uhr: Luther. Deutsches Opernhaus, Charlottenb, Heute 7 Uhr: Lohengrin. Morgen 8 Oberon. In beiden Vorstellungen: Auftreten von Weise's 5 dress. Orig. radfahr. u. rollschuhl. Bären. Abends 7, Uhr: Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Ost und West An allen 3 Feiertagen: 3 Uhr: Die Barbaren. 8 Uhr: Gasparone. Gebr. Herrnfeld- Theater An allen 3 Feiertagen: 3 Uhr( halbe Preise): So leben wir! 8 Uhr: Zwei leuchtende Punkte. So leben wir. Kleines Theater An allen 3 Feiertagen 3, Uhr: Nachmittagsvorstellung. Heute 8 Uhr: Jettchen Gebert. Morgen 8 Uhr: Fest der Handwerker. Komödienhaus An allen 3 Feiertagen: 8 Uhr: Biedermeier. Lessing- Theater Am allen 3 Feiertagen 3 Uhr: Liliom. Heute und morgen 8 Uhr: Jugendfreunde. Lustspielhaus 3 Uhr: Die Ehre. 8 Uhr: Wolkenreiter. Morgen 3, Uhr: Flachsmann als Erzieher. Morgen 8, Uhr: Leutnantsmündel. Montis Operettentheater. An allen 3 Feiertagen: 3 Uhr: Der lachende Ehemann, 8 Uhr: Der liebe Pepi. Residenz- Theater 3 Uhr: Großstadtluft. 8 Uhr: Krümel vor Paris. Morgen 3 Uhr: Der Raub der Sabinerinnen. Morgen 8 Uhr: Krümel vor Paris. Rose- Theater An allen 3 Feiertagen: 3 Uhr: Nachmittagsvorstellung. 8 Uhr: Lohmeyers Kinder Schiller- Theater 0. 8 Uhr: Nora. Morgen 8 Uhr: Krieg im Frieden. Schiller- Th. Charlottenbg. 3 Uhr: Prinz Friedr. von Homburg. 8 Uhr: Z. 1. Male: Husarenfieber. Morgen 3 Uhr: Wilhelm Tell. 8 Uhr: Die Neuvermählten. Amphitryon. Thalia- Theater An allen 3 Feiertagen: 3 Uhr: Nachmittagsvorstellung. Großes patriotisches Schaustück aus d. Gegenwart i. 4Akt. Sonnabend, 26., u Sonntag, 27./12. je 2 große Vorstellungen 2. In allen Vorstell., nachmittags u. abends: Ost und West u. Auftr. sämti, neuen Kunstkräfte. SARRASANI Zirkus- Busch- Gebäude. 25. Dezember, 3 Uhr nachm. und 72 Uhr abends Eröffnungs- Vorstellungen. An den Weihnachtsfeiertagen: Täglich zwei Vorstellungen. Kartenvorverkauf b. H. Tietz. 11 WINTER PARTEN 8 An den 3 Feiertagen je 2. Vorstellungen 2 mit Ferdinand Bonn und dem von Nachm. Abends 3 Publikum 8 und Presse Uhr glänzend Uhr beurteilten Dezember Spielplan. Kleine Preise! Kinder nachmittags halbe Preise! 8 Uhr: Kam'rad Männe. Voigt- Theater. Theater am Nollendorfpl. 3 Heute und morgen: U.: Aschenbrödel. 8 Uhr: Immer feste druft! Theater a. d.Weidendammerbrücke. An allen 3 Feiertagen: 810: Die deutsche Marke. Heute 3 Uhr: Heimat. Morg. 3 Uhr: Das Glück im Winkel. Theater des Westens. An allen 3 Feiertagen: 8 Uhr: Waldmeister. Badstr. 58. Badstr. 58. 1. Feiertag: ,, Ein polnischer Jude". 2. 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Die Depositenkassen eröffnen Geschäftstreibenden, Industriellen und Privaten laufende Konten für den Depositen- und Scheck- Verkehr und besorgen den An- und Verkauf von Wertpapieren, fremden Geldsorten, Schecks und Wechseln auf das Ausland, die Ausschreibung von Kreditbriefen, die Diskontierung sowie Einziehung von Wechseln, die Aufbewahrung und Verwaltung von Wertpapieren, die Versicherung von Wertpapieren gegen Kursverlust im Falle der Auslosung, die Einziehung der abzutrennenden Coupons. Beschaffung und Unterbringung von Hypothekengeldern. Stahlkammern. Nachlaß- und Vermögens- Verwaltung. Uebernahme von Testamentsvollstreckungen. Die Stahlkammerfächer der Depositenkassen stehen unter eigenem Verschluß der Mieter und eignen sich zur Aufbewahrung von Wertpapieren, Hypotheken- Dokumenten, Urkunden, Wertgegenständen und Schmucksachen. Die Vermietung dieser Schrankfächer erfolgt je nach Wunsch auf beliebige Zeit. Bedingungen für den Depositenverkehr und die Benutzung der Stahlkammern werden an den Schaltern der Kassen ausgehändigt. Die Deutsche Bank ist mit ihren sämtlichen Niederlassungen amtliche Annahmestelle von Zahlungen für Inhaber von Scheck- Konten bei dem Kaiserl. Königl. Oesterreichichen Postsparkassen- Amte in Wien. P eusdette .ba I bo690 KAISER BRIKETT Kaifer Brilett pläg bringt dem Weihnachtsfest die rechte Wärme! dia( alysis Damen Lorand Ja ind a wandelt Reste Konfektion Tuche, schwarz u. farbig, Kostümstoffe, neueste Muster, Astrachans, Krimmer, Seidenplüsch Paletots, Jacketts, Abendmäntel, Kostüme und Kostüm- Röcke Sammet, Seide usw. in grosser Auswahl 60 albas Kottbuser C.PELZ Strasse 5 Fernsprecher: Amt Moritzplatz, Nr. 9884 Verkäufe. Teppich- Thomas, Dranienſtr. 44 spottbillig farbjeblerhafte Teppiche, Gardinen. Borwärtslejern 5 Prozent 108* Ertrarabatt. 1609 Edelfanarien, Weibchen. Schulz, Riegnigerstraße 21. +42 Kanarienhähne, Beibchen. 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