Zlr. 1.- 3Ä. Jahrg. BbonnementS'Redingangfn: ItBonrpmerüä■'BrctS rrimimaranfcst PiettcIiiörL MM SU. monatV IM SU. Woche« ÜÄ 25'Srg. frei inj Haut. einzelne Sluwme: ö Pkz. LonntagZ« nuiumer mit illusiriener SomUagt« Beitage»Die Neue Well" 10 Post» sidomiemem: I t» Marl vro Ptonat. eingetragen in lue Posi. Zeimno?» PreiZlifte. Unier Kreuzband ntr Deulichland und Oeslerreich- Ungarn ?SZ Marl, iür das übrige Ausland 4 Marl vro Monat. Posiabonnement« nebmsn an: Belgien, Danemarl, Holland. Amlien, Uuxen�urg. Portugal. Rumänien, schweben und die schweif wchelot lZglich. erlin S.w."( 5 Pfennig denftr. 3, 4. Hof IS- S Die Tnfertlonf' Gebühr f fhAg)'ör die 2 zeile r'der deren njt politische urri) aewertscyiiirtiche iievein;»« SCrfammi u ng<'■ Anz'. igen'<> P. jedes Weilers Wort 10 P�g. Slellengefuche und Lchln'nHkn.ZN' zeigen das erste Äoi-t 10 Psg... weitere Sott Pkg. Wo"-e uder 1:)tnch- staben zählen'ür zwei Wanc. �■li-iruw fiir die höcfinc l'inimurc Utüsteu Iiis t> Uhr nücknuiltags in bor Erve in"'.in abgegeben werden. Die ßr.vepliion ist dis 7 Uhr abends geofjncl. Telegramin- Adresse: ,»5o?is!tlcmo!si'al fterii«'» Verlinev Oolksblakt. Tentralorgan äer foslaläemokrati festen Partei Veutfcsttanäs. Reüattion: SW. öS, �inöenstraße Z. Fernsprecher: Am» Ältorwplap, Nr. 131»0—131 97. Freitag, den 1. Januar 1915. Expedition: EW. öS, Ätndenlkafie 3. Fernsprecher: Amt Moripplop. Nr. 13190— 131»7. Sie Ähreswende im WelMege. Jahr 1?14 in Rückblick unö Ausblick. Wieder ging ein Fahr zu Cude— eine gar winzige Zeit- syanne, wenn man sie nickt als Lebensabschnitt des eigenen kurzbemessenen Daseins, sondern als Zcitenmotz im geschicht» lsijhen Aufstieg und Verfall der Völler, als Zeitabschnitt in der Entivickelung der Menschheit und ihres Kullurwerdens betrachtet; und doch haben brelleicht die Ereignisse des abge- laufenen Jckires auch d...m, wenn man sie von diesem über die Alltäglichkeit des Lebens weit hinausragetrden Stand» puM' überblickt, eine größere � Bedeutlmg für den Welt» geschichtsverlauf, als die irgendeines anderen Jahres seit, den Tagen der großen französsschen Revolution und der ihr folgen- den napoleonischen Kriege. Denn, was seit langem Europas Völler drohend am politischen Horizont heraufziehen sahen. ist zur Tatsache geworden: der Gcwittcrsturm des Völler- kritzges. Von seinem Ausgang hängt nicht nur dos nächste politische Schicksal der beteiligten europälscheii Staaten ob, sondern im wesentlichen auck die Wirtichaftsgestaltung der Alten wie der Neuen Welt in den kommenden Jahrzehnten und damit zugleich die innere Struktur der politischen und gewerkschaftlichen Arbeiter b e w e g u n g. Fast die ganzt Welt befindet sich, in den Strudel des Ricsenkanrpfes hineingezogen, in einem unge> Heuren Gärungsprozeß. Es will ein Neues werden: eine neue Epoche weltgeschichtlicher EntWickelung. Dock noch sind im Heutigen Kampfgewoge die Eharakterzüge des Neuwerdenden nur erst in dunklen Umrissen zu erkennen. . Mit einer Wirtschaftskrise sehte das Deutschland em. Tie um die Mille des Jahres 1913 aus gebrochene schleichende Krise Halle nach und nach von einem Industriezweig auf den anderen übergegriffen. Vom Bau markt ausgehend, hatte sie, durch die überipekulative Bau Politik vieler großstädtischer Terraingescllschaften gefördert, sich weiter auf die eng mit der Bautätigkeit zusammenhängen- den Gewerbe ausgedehnt, vor allem die Holzindustrie und innerhalb dieser wieder vornehmlich auf die Bautischlerei, dann aber auch aus die Formeisen-, Ziegel-, Stein-, Mörtel-, .oemeiltmdustrie usw. Zugleich gestaltete sich die Lage der meisten Textilgewerbezweige immer ungünstiger, teils infolge des im Oktober 1912 neu ausgebrochenen Ballankrieges und seiner Nachwirkungen, die den Export nach dem Südosten Europas und dem Orient lnickerten, teils infolge der inneren wirtschaftlichen Unsicherheit und der ungewöhnlichen Witte- rung, die einen vorzeitigen Frühjabrsabschluß und eine Ver- kürzung des Wintergeschästs zur Folge hatte. Und schließ» lieh wurde gegen Schluß des Jahres 1913 auch die Eisen- und Stahlindustrie mit in die Krise hineingezogen. . So begann das Jahr 1911 für die Industrie mit äußerst ungünstigen Aussichten. Drohend erhob sich das Schreckgespenst einer anhaltenden und weiter um sich greisenden Arbeitslosigkeit. Wieder hatte die durch die enorme technische Entwickelung ge- steigerte planlose industrielle Produktion jenen Höhepunkt erreicht, wo die einheimischen und die offenstehenden fremden Erportmärkte die Masse der erzeugten Waren nicht mehr zu fassen vermögen imd das entstandene Mißverhältnis der Warenproduktion zum Warenverbrauch sich nach altem kapi- talistischen Gesetz notwendig in einer Wirtschaftskrise ent- ladet. Einer Krise, die regelmäßig zu einer Entlassung bis- lang beschäftigt gewesener Arbeiterschichten und Verschlechterung ihrer Lebenslage führt, denn sie vor allem müssen den Unsinn der heutigen Produktionsweise büßen, die im Ueber- sluß der von ihr selbst gesckiasfenen Waren erstickt, lvährend Millionen die allernotwendigsten Bedarfsartikel entbehren müssen. Eine seltsame Eigenart unserer vielgepriesenen Wirtschaftsordnung: Mangel aus Ueberfluß. Nicht mehr, wie einst im grauen Mittelalter, entsteht die Wirt- schaftskrise daraus, daß auf den Feldern zu wenig gewachsen ist oder Krieg und Pestilenz die Erzeugung der zur Bedarfs- deckung nötigen Waren verhindern, sondern es ist zu viel produziert worden, nicht absolut zu viel--- gar mancher vie Nelöung öes Großen Hauptquartiers Amtlich. Großes Hauptquartier, den 31. Dezember 1914. jW. T. B.) Westlicher Kriegsschauplatz. An der Küste war im allgemeinen Ruhe. Der Feind legte sein Arkilleriefeuer auf West- ende Bad, zerstörte einen Teil der Häuser, ohne militärischen Schaden anzurichten. 3n der von uns gesprengten Alger Auberge Fme südöstlich Reims wurde eine ganze französische Kompagnie vernichtet. Starke französische Angriffe nördlich des Lagers von Chalons wurden überall ab gewiesen. Im westlichen Teil der Argonnen gewannen unsere Truppen unter Fortnahme mehrerer hintereinander liegender Gräben und Gefangennahme von über 250 Franzosen erheblich Boden. In Gegend Flirey nördlich Toul scheiterten französische Angriffsversuche. Im Oberelsaß in Gegend westlich Sennheim brachen sämtliche Angriffe der Franzosen in unserem Feuer zu sammen. Systematisch schössen sie Haus für Haus des von uns besetzten Dorfes Steinbach in Trümmer, unsere Verluste sind aber gering. Oestlicher Kriegsschauplatz. Lage in Ostpreußen und in Polen nördlich der Weichsel unverändert. An und östlich der Bzura dauern die Kämpfe fort, in Gegend Rawa machte unsere Offensive Fortschritte: auf dem Ostufer der Pilica ist die Lage unverändert. Oberste Heeresleitung. ** Der österreichische Generalstabsbericht. Wien. 31. Dezember.(W. T. B.) A m t l i ch wird bekanntgegeben: 31. Dezember, mittags. Gestern entwickelten die Russen in der Bukowina und in den Karpathen eine lebhaftere Tätigkeit. Unsere Truppen hallen am Suczawaflusie im oberen Gebiet des Czeremosz; weiter westlich ans den Kammböhen der Karpathen, dann im Nagn ag- tale bei Ocrkoermrzoe, wo gestern wieder ein Angriff des Feindes unter schweren Verlusten scheiterte, endlich im obersten Gebiet der Latorcza und nördlich des Uszoterpasses. Westlich dieses Passes hat der Gegner keinen 5larpathenübergang in Händen. Im Räume von G o r l i e e und nordöstlich Z a k l i c z v n wurden die gestern und auch in der vergangenen Nacht fort- gesetzten heftigen Angriffe der Russen überall abgewiesen. An der N i d a herrschte Ruhe; weiter nordwärts schreitet der Angriff der Verbündeten fort. Bor Przemysl wurden russische Patrouillen in österreichisch-ungarischen Uniformen festgestellt. Cniziere und Mannschaften des Feindes, dir sich dieser unzulässigen Kriegslist bedienen, haben aus die Bc. günstigungen der internationaleu Gesetze und Gebräuche keinen Anspruch. Tic Ruhe aus dem Balkankricgs schauplatze hält an. Ocstlich T r e b i n j e zwang unsere Artillerie die Montenegriner nach mehrstündigem Geschützkampf zum Rückzug. Ter Stellvertreter des Ehess des GencralstabeS von Hocser, Feldmarschalleutnant. Seit öem 11. November IIb 000 rustlsche Gefangene gemacht. S e r l i n, ZI.Dezember.(HJ. T. ö.) Buo dem Großen Hauptquartier erfahren wir: Unsere in Polen kämpfenden Truppen haben bei der an die Kämpfe bei Lodz und E o w i c z anschließenden Verfolgung über 56C00 Gefangene gemacht und viele Geschütze und Mafchlnengewehre erbeutet. Die Gefamtbeute unserer am 11. November ln Polen elnfetzenden Offensive ist somit auf 1ZH 000 Gefangene, über 100 Geschütze, über 300 Maschinengewehre gestiegen. könnte noch diese und jene Ware gebronchen und entbehrt sie schmerzlich— aber zu viel im Verhältnis zu der künstlich herabgedrückten VerbrauchSsähigkeit der Arbeiterschaft. Und neben der schwer auf der Arbeiterschaft lastenden wirtschaftlichen Depression erhob sich wieder das Balkonschreck. gcspenst: die' Gefahr neuer aus dem Nationalitätenstreit der Balkanvölker herauswachsender kriegerischer Verwickelungen. Wie mit Blut und Brand der Balkankrieg im Jabre 1912 be> gönnen hatte, so hatte er auch 1913 geendet— in einem unheilvollen Bruderstreft zwischen den gegen die Türkei ver- kündeten Balianstaaten. Unzufrieden mit der ihm zuge- fallenen Landboute hatten die bulgarischen Machthaber in Sofia ans Grund der Tatsache, daß Bulgarien im Kanmf gegen die Türkei die größten Menschenopfer gebracht hatte, eine Erweiterung der ihm zugefallenen Landesteilc gefordert. Da Serbien und Griechenland diese Forderung ablehnten, kam es zu neuen blutigen Kämpfen, in welchen beide ver- einigten Mächte siegten und Rumänien als lachender Vierte die Gelegenheit wahrnahm, von Bulgarien die Abtrennung des nördlich der Linie Turtukai— Dobiü lsch— Baltschik gelegenen bulgarischen Gebietsteiles zu erzwingen. Gegenseitige Ermattung beendete den driften Balkan- krieg, aber nicht den N a t i 0 n a l i t ä t e n k a in p f. Serbien verlaugte, von Rußland in seinem Begebren de- stärkt, nach einem Zugang zum Adriatischen Meer. Dadurch wurde es in einen immer schärferen Gegesiiatz zu Oesterreich- Ungarn getrieben, der durch das tödliche Attentat auf. den österreichischen Thronfolger in Sarajewo am 28. Juni des vergangenen Jahres zum offenen Konflikt zwischen beidni Mächten führte. Da Teutschland für Oesterreich-Ungarn, Rußland und Frankreich für Serbien Partei ergriffen, spitzten sich die Gegensätze immer schärfer zu. bis die Nichtachtung der Forderung der deutscheu Regierung au Rußland, c> solle seine eifrig im Geheimen betriebene Mobilmachung einstellen, die Entscheidung brachte. Ter lange drohende Krieg der curop.:'- scheu Großmächte, dem sich auch England und Japan als Ver- bündele Rußlands anschlössen, nahm seinen Anfang. Ein gigantisches Ringen, wie es die Weltgeschichte bisher nie gesehen bat. begann und bewirkte zunächst auf fast allen Gebieten wirtschaftlicher Tätigkeit fast völlige Stockung, äls hätte ein Starrkrampf das gesamte Wirtschastsgetriebc er- grmen, bis Ende August nach und nach eine Erholimg des Wirtschaftslebens, eine gewisse Neuorientierung und Unwrga- nisierung begann, die die Fortsetzung der bisherigen Betriebs- tätigkcit ermöglichte, wenn auch in beträchtlich vermindertem Umfang. Eine Wiedererstarkung des Wirtschaftsprozesses, die dann auck im Zusammenhang mit der Kriegsgesetzgebung und vor allem dem Znsammenarbeiten staatlicher w'd kom- munaler Behörden mit den Gewerkschaften zur Verringerung der zunächst stark anschwellenden Arbeitslosennot führte, dank der gewerkschaftlichen Organisationen, die, einst so oft verkalgt und geschmäht, nun eine brauchbare Grundlage iür die össeift- licke Arbeitslosenunterstützung boten, an die sich die. gemeurd- liche und staatliche Unterstützungstätigkeit anlehnen konnte. Seit fünf Monaten dauert bereits dieser gewaltige Völkerkamps, ohne daß sich heute am Jahresbeginn schon ein bestimmtes Ende absehen ließe. Tie Entscheidung blnbt dein neuen Jahr vorbehalten. Hoffen wir, daß sie bald fallen möge und nach dem Frieden ein neues schnelles Wiederaus- blüben des Wirtsckzastslebens, eine neue Entarknng der Arbeiterschaft und ihrer Kultmarbeit im Dienste der Humanität und besseren Zukunftsgestaltung einsetzt. Mag immerhin lue Zeit nach dem Krieg manche veränderten Situationen bringen und neue, größere Ausgaben als bisher stallen, so bietet doch der bisherige gesellschaftliche Entwickelungsverlauf die sichere Gewähr, daß über alle kleinen Widerwärtigkeiten und inneren Reibungen hinweg die Arbeiterbewegung schließlich ihren Siegeslaus fortsetzen wird, bis sie ihre historische Mission restlos erfüllt hat. In dieser G-wißbrit überschreiten wir, unbeirrt durch pesstmistischc Strömungen. die Schwelle des neuen Jahres— einer froheren Zukunft entgegen, die uns gehören wird, trotz alledem und alledem. Westlicher Kriegsschauplatz. Der französische Tagesbericht. - Pqriö, Dczruili«.>>W. T. B.) Amtlich wird von ersicr» abend„in 11 Uhr niitj,ctcilt. daß kein wesentliches ErrifiuiS, außer einigen Artillerictäinpfcn i-n Gebiete von Areas und »lif den AlaaShöhen und einige» Fortschritten in der Champagne, die ziemlich bemerkenswert sein sollen, zu berichten sind; daS schlechte Wetter hat auf dem größten Teil der Front fort- gedauert. Die öentschen Schützengräben. Porig, 81. Dezember.(D U.) In einer Besprechung über das Kampsspstem in dgn Schützengräben schreibt das„Journal": Die Ivenigsten Leute haben einen Begriff von den Schwierigleiten init denen unsere Truppen inz�ampfe gegen die deutschen Schützengräben zu ringen haben. So sahen sich die Unsrigen, zuverlässigen Jnsor- »rationen zufolge, beim Bordringeii gegen einen deutschen Schützen- grabeli bei Perthes außer einer Reihe von Maschinengewehren einein der neuen deutschen Minenlverfer von 24,5 Zentimeter, einer b-Zenii- nieter-Feldkanone unter Panzerkuppel und einer 3.7-Zenlimeter-Re» voiverkanone gegenüber. Diese Auszählung genügt wohl zum Beweise, wie stark die Verteidigungsstellungen von den Deutschen organisiert sind, denn der betreffende Schützengraben, dessen Besitz die Deutscheu so hartnäckig behaupten, ist ohne jede strategische Bedeutung. Wie gewaltig müsse» da die Kampfmittel sein, die die Deutschen au wirklich wichtigen Punkten aufgestellt haben. Deutsche Ilieger über Dünkirchen. London, 31. Dezember.(W. T. B.) Wie das Reutersche Bureau aus Dover erfährt, haben sieben Flugzeuge Bomben ü b e r Dünkirchen abgeworfen. Eine Ersinüung öer„Times*. Berlin, 81. Dezember.(®. T. B.) Die Meldung der„TimeS", daß die Franzosen das Bois-Ie-Prbtre»ardösllich von Pont-a-Mouffon in Besitz genommen und begonnen hätten, die Außenforts von Metz zu beschießen, beruht auf Erfindung. Ein tinüliches Märchen. Bcrliu, 31. Dezember.(W. T. B.) Lügen des„Matin". Ter„Matin" vom 8. Dezember 1914 brachte die Nachricht, deutsche Landsturmoffiziere iu Antiverpeu hätten sich geweigert, au die Front zu gehen und etwa 100 von ihnen seien zur Aburteilung nach Köln gesandt. In Brüssel. Antwerpen und Mecheln sollten die Garnisonen deshalb durch bayerischen Landsturm abgelöst sein. Wie uns von zuständiger Stelle mitgeteilt wird, sind diese Nachrichten erfunden. Englijche Spionenfurcht. Liudou, 31. Dezember.(W. T. B.) Die Polizei hat alle feind- lichcn Fremden, die Naturalisierten beiderlei Geschlechts und die iu England geborenen Nachkommen von Fremden bis zum zweiten Glied benachrichtigt, daß sie den Bezirk um den Tyue verlassen müssen. Ausgenommen von dieser Verfügung sind nur Personen in hohem Alter und Kinder. Die Deutsche» iu Sunderland müssen nach Orlen dreißig Meilen landeinwärts übersiedeln. In diesein Falle erstreckt sich der Befehl auf Männer, Frauen und Kinder, gleichgültig ob sie uaturali- sicrt oder nicht. Gestlicher Kriegsschauplatz. Englifche Melöung üer Kämpfe bei Varfchau. London, den 30. Dezember 1914.(X. IL) Ter Sonderkorrespondent des„Daily Telegraph" in Warschau, der bekannte englische Journalist Granville Forteshue, sendet seinen« Blatte über die Kämpfe um die polnische Hauptstadt folgende Beschreibung: Ter Kamps um Warschau hat begonnen u«rd die große Schlacht ist inr Gange. Alan hört in der Stadt deutlich das Donnern der Ka- nouen. Vom Weichbilde Warschaus aus sieht mau über die uner- mcßlichen Ebenen Polens, die während der Nacht von sechs brennenden Dörfern schauerlich beleuchtet«Verden. Man kann ganz deutlich im Krachen der Geschütze sechs verschiedene Tonarten unter- scheiden. In sechs Noten jagt der furchtbare bleierne Sturinioind durch die Luft, um iu erdbebenähnlichein Tonnern zu enden. Hun- dcrlc von Eisenstücken sausen durch die Unendlichkeit des Raumes dahin, mit dem Brummen vorsintflutlicher Rieseniusekten. Ter Höllculäri» ist charakteristisch für die moderne Schlacht. Die Russen nennen das Musik... Es ist«vohl nur ein Trauermarsch. Solche Gedanken durchzogen mich, als ich«nich die Jerusalemer Chaussee entlang wagte, die zun, Schlachtfelde führt und aus der vor mir wohl eine Viertelniillion Menschen marschiert luaren. Was mögen diese Soldaten empfunden haben, als sie zum erstenmal« die Watte- Wölkchen platzender Granaten über sich sahen? Ehre, Ruhin oder ein schrecklicher Tod«varten auf sie. Alle einpfinden in diesen ersten Momenten das gleiche: ein Gemisch von Furcht und lüsterner Neugier. In vorderster Reihe kämpfen jetzt ganz neue deutsche Reser- vc». Sie geivinnen unleugbar Geläirde. bis nicht auch auf unserer Seite Verstärkungen herangezogen sind. Der Todesmut, mit de im die Deutschen fechten, spottet jeder Beschreibung. In der Nacht Vorn Mittwoch zu», Donnerstag wurde von deutschen Regimentern ein Sturinangrifs auf russische Schützengräben univeit Sochatschclv unternommen, die als uneinnehmbar erschienen. Die Russen glaubten nicht anders, als daß die Deutschen wahnsinnig geworden wären und beschlossen hätten, sich selbst auf die russischen Bajonette zu spieße». Ei» Hagel von Blei und Eisen empfing die Stürmer. Zehnmal versuchten die Deutschen den Angriff, zehnmal mußten sie zurück. Als sie jedoch zun, elstenmal mit dem Bajonett vorgingen, ivar die Verteidigungskraft der Russen erlahmt und sie räumten ihren Gegnern freiwillig die Stellungen mit Gefühlen gemischt aus Belvunderung und Zorn. Der Kampf lvird an Heftigkeit de», Ringen in Flandern um „ichis nachstehen. Denn die tapfersten russische» Soldaten, die Eliie der Armee,«verde den Deutschen gcgeiiübergestellt, um die Hauptstadt Polens zu retten. Leute, deren Mut zum Teil schon ans den Schlachtfeldern der Mandschurei die Feuerprobe bestände,, halie, russische Garde und sibirische Linienregin, enter. Von etiler freiwilligen Räumung Warschaus kann keinesfalls die Rede sein. Deutsche Flugzeuge über Sochatschew. Petersburg, 31. Dezember.(T. U.) Fünf deutsche Tauben sind über Sochatschew plötzlich erschienen und ließen eine große Anzahl Bomben fallen. Die Bevölkerung wurde von unbeschreiblicher Panik ergriffen und floh nach allen Seiten, lieber 100 Personen wurden teils verletzt, teils getötet. Eine Bo»,bc fiel in ein Haus am Marllplatze." zündete und setzte dadurch erneu ganzen Straßenzug an, Markte in Flammen. Der Materialschaden ist sehr bedeutend. Die deutschen Flieger hielten sich in einer für Jnfanteriefeuer un- erreichbaren Höhe. Ballonabwehrkanonen waren nicht zur Stelle. Die Tauben enttarne«, unbehelligt. Fast täglich werden deutsche Flugzeuge bei Warschau gesichtet. Ei«, Bonibardeinent der Stadt ist aber seit dem letzten Zeppelin- angriff nicht mehr erfolgt. Die Flieger dienen offenbar nur zu Auf- klärungszwecken für die deutsche Heeresleitung. Der Krieg und Sie Kolonien. Mkunft öeutfther Kriesssefangener in Englanö. Loudo», 31. Dezember.(W. T. B.) Vorgestern ist in Liverpool der Dampfer„Appam" mit ungefähr 350 Kriegsgefangenen aus Togo, Nigeria und von der«v e st- afrikanischen Küste augekommen! in Plymouth sind vorgestern mehr als 600 deutsche, österreichische, ungarische und türkische Gefangene angelangt. Die Kampfe in öen öentschen Schutzgebieten. Das Reichskolonialamt hat soeben einen ersten Nach- trag zu seineu Mitteilungen über den Krieg in den deutsche«, Schutzgebieten erscheinen lassen, der sich mit de» Vorgängen in Deutsch-Ostafrika beschäftigt und die frühere Darstellung bestätigt, daß es bis jetzt den Engländern nicht gelungen ist, etwas Wesentliches gegen diese deutsche Kolonie zu unternehmen. Im Gegenteil sind die vielfachen Versuche englischer Streitkräfte, in das Schutzgebiet einzufallen, mit teilweise relativ sehr schlveren Verlusten für die Engländer gescheitert. Wenn auch die Engländer sich sagen, daß das Schicksal der deutschen Kolonien in Eu r o p a entschieden wird und schon deshalb — und natürlich auch mit Rücksicht auf die bedrohliche Lage in den eigenen Kolonien, die durch den„Heiligen Krieg" in Mit- leidenschaft gezogen worden sind— von dem Aufgebot so starker Offensivkräfte Abstand nehmen, die notwendig wären, um die größeren deutschen Kolonien in Afrika erfolgreich anzugreifen, so beweisen doch die bisherigen Kämpfe speziell in Ostafrika, daß die deutschen Schutztruppen trotz ihrer isolierten Lage ent- schlössen den Kampf gegen den Feind aufgenommen und bisher mit bestem Erfolg durchgeführt haben. Nach dem bisherigen Aus- gang der Kämpfe ist auch anzunehmen, daß die weiteren Opera- tionen der feindlichen Streikräfte ebenso negative Resultate haben werden wie bisher. Den Mitteilungen des ReichSkolonialamts entnehmen wir fol- gende Einzelheiten: Der Gouverneur von Deutsch-Ostafrika berichtet über die Zeit vom 24. 21 u g u st b i s 16. Oktober 1914. Er telegraphierte am 24. August folgendes:„Bisher kein Landangriff auf Ostafrika er- 'olgt. Starke Truppenansammlungen an den Grenzen. Englische Kreuzer beschossen Funkenturm Daressalam. beschlagnahmten dort und in Tanga Handelsschiffe, bombardierten Bagamojo ohne er- heblichen Schaden. Offene Küstenplätze nicht verteidigt. Besetzung nicht erfolgt. Wir haben, nach geringem Widerstand Taveta be- etzt. Diesseits tot Förster Bröken Belgischer Dampfer auf Tan- ganjika-See zerstört. Funkenturm Daressalam von nnS zerstört." Iu, Anschluß hieran bemerkt das Kolonialamt, daß über eine B e» e tz u n g d e u t s ch- o st a f r i k a n i s ch e r K ü st e n st ä d t e durch die Engländer auch bis heute nichts bekannt geworden ist. Unterm 29. August berichtet der Gouverneur über das erste Landgefecht: In der Rähe von Moschi wurden 36 berittene Engländer zurückgeworfen, wobei sechs Engländer und zwei Schwarze getötet wurden. Tann folgten Zusammen- stöße bei Taveta und Tsavo. In letzterem Gefecht«ourde der Frei- «villige von Hollwedel(soll wohl heißen v. Holwede) und«ncr As- kari verwundet. Auf der Gegenseite waren viele Verluste von Eu- ropäeri« und indischen Truppen zu verzeichnen. Am 9. September erfolgte ein Sturm auf K a r o>, g a am N j a s s a- D e e, der aber von den Engländern abgeschlagen wurde. Auf unserer Seite«vur- den mehrere Europäer und eine Anzahl 2lskari getötet oder ver- wuniet. Die angreifende Kompagnie zog sich auf deutsches Gebiet zurück. Weiter hat der Hilfskreuzer„Muansa" den englischen Dampfer„Sybill", als er im Begriff war 150 indische Sol- daten und zlvei Geschütze nördlich Schirati an der Ka- rungabucht des Muansa-ViktoriaseeS zu lande««, angegriffen. Das Schiff„Sybill" wurde durch mehrere Granatenvolltreffer schlver beschädigt. Die Besatzung hatte anscheinend viele Verluste durch das Maschinengeivehrfeuer.„Sybill" stellte ihr Feuer ein und dainpfte nach Norden. Aus unserer Seite ein Aslari verwundet. Der Bericht von, 28. September besagt:„Verstärkte 10. Kompagnie«ourde nördlich Longido im Lager von Engländern, Buren und Askari überfallen. Der Ueberfall wurde von 75 R e i- t e r n, in der Hauptsache Engländern und Buren, ausgeführt. Nach etwa halbstündigein Gefecht floh der Feind zersprengt und eilig. Nach Beeitdigung des Gefechts wurden bei flüchtigem Zählen 19 tote Engländer und Buren festgestellt. Erbeutet wurden 31 ge- sattelte Reittiere, 10 Gewehre und viele Patronen. Der Gegner konzentrierte sein Feuer stark auf die Europäer. Europäer und Askari der Detacheinents habe» sich vorzüglich benomine«,. Stim- mung der Gruppe ist ausgezeichnet. Verlustliste: tot: Leutnant Walde, Freilvillige Breitkrcuz, Rothbletz, Hartinann, Kossel, sechs Askari; schiververivundct: Hauptmann Tafel(Dumdumgeschoß), Unteroffizier des Bcurlaubtenstandes Rieth, Freiwilliger Brennicke, 7 Llskari; lcichtvcrioundet: Feldivebel Nickel, Feldtvebel des Beur- laubtenstandes Beckel, Vizefeldwebel d. R. Dr. Sinnig, Freiwillige Horn, Fritz Koenig, Hauschake, 6 Slskari." Im Bericht Nr. 11 von, 30. September wird Mitteilung gemacht, daß die belgische Station G o m a am K i w u von deutschen Truppen genommen wurde, und daß auf dem Kilvusee ein arinieries deutsches Motorboot kreuzt. Näheres hier- über bringt das Telegramm vom 16. Ottober. Danach lvltrde�der belgische Posten in Nyakalengo auf der Insel Klvidschloi am 24. Sep- teinber angegriffen. Er ergab sich nach eineinhalbstündigein Ge- fecht. Verluste des Gegners: 6 Askari gefallen, 7 verwundet. Unsererseits ein Askari verivundet. Kriegsgefangen ein Offizier und 44 Zlskari, erbeutet etwa 50 Mausergetvehre und viel Muni- tion, sowie das zweite belgische Stahlboot. Zlm 26..Sept emb er ging Hauptmann Schulz mit der 4. und 13. Kompagnie Patrouillenkorps gegen das feindliche Lager in Stärke von 2—3 Jnderkompagnien, Somali und Europäern. serner 3 Maschinengetvehren und 1— 2 kleinen Geschützen am Zu- sammenfluß von Tsavo und Loldureishfluß vor, un, sie mit 6 Ma- schinengewehren zu beschießen. Nach kurzer Beschießung wurde «vieder in das Lager zurückinarschiert. 10 Engländer. 30 englische Farbige sollen gefallen sein. DicSzcits schlver verwundet: Hauptmann Schulz, Feldtvebel Röhng, Feldlvebel der Landlvehr Rein- Hardt, Reservist Fromm; leichtverwundet: Bizefeldwebel des Beur- laubtenstandes Wideweg, L 2l Start; 1 Askari vermißt. Die Berichterstattung des Gouverneurs endet mit dem 16. Ot- tobcr. lieber die weiteren Ereignisse iu Ostafrika ist das Reichs- kolonialamt auf die g e g n e ri s ch c n Berichte angeiviesen. Aus diesen Berichte«, geht hervor, daß von Erfolgen ihrerseits gegen unsere Truppen keine Rede fein kann. Kriegsschauplätze waren wiederum ausschließlich die Grenzgebiete, und zwar in erster Linie die an der Grenze zwischen Deutsch- und Britisch-Ostafrika liegenden Landesteile. Das Material des Kolonialamts schließt wie folgt: „Betrachtet man die Nachrichten des Gouverneurs über die Kämpfe während der ersten LI- Monate und die späteren Meldungen aus London über die schwere englische Niederlage, die «vir vorläufig nach Tonga verlegt haben, so kann man sich von der jetzigen Lage auf dein ostamkanischen Kriegsschauplatz bereits ein annähernd zuverlässiges Bild machen. Und dieses Bild ist überaus erfreulich! Denn es zeigt/daß unsere Schutztruppc unter ihrer tapferen Führung bis jetzt Llußerordentliches geleistet hat. Sie hat es verstandest, unter heldenmütiger Anspannung aller Kräfte, oftmals gegen große Uebermacht kämpfend, den Feind aus dem Schutzgebiet sernzuhallen und ihn,«vann und Ivo er die Grenzen überschritt, zum schleunigem Rückzug zu zlvingcn. Dabei hat die Schutztruppe keineslvegs— wie Lord of Crelo« im britischen Oberhaus angegeben— irgendwelche Verstärtun- gen durch Reservisten aus anderen Teilen der Welt erhalten. Die einzigen Berstärkungen lieferten vielmehr die weiße Zivil- bevölkern»« des Schutzgebietes selbst, die dortige farbige Polizei- truppe uno auch die ehemaligen ausgedienten Askari, die sich ii« großer Zahl sofort nach Krieasaus- brück freiwillig zun, Dienst gemeldet hatten. Tie Engländer dagegen«vprcn in der vorteilhaften Lage, sich indische Streitkräfte heranholen zu können, wodurch ihnen von vornherein ein großes numerisches Uebergeivicht sicher«var. Un, so höher sind die bisherigen Leistungen unserer ostafrikanischen Truppe zu veranschlagen, aus die«vir mit Stolz und mit froher Zuversicht für die weitere Zukunft des Schutz. g e b i e t c S herüberschauen." ** ''* London, 31. Dezeinber.(93. T. 93.)„Central NewS" melden aus Nairobi vom 4. Dezember: Der Feldzug in Deutsch- O st a f r i k a dürfte sehr laiwwierig und anstrengend werden. ES ist anzunehmen, daß die Deuffchen ihr beste Kolonie mit aller Macht verteidigen werden. Bei der Anlage der Eisenbahnen haben sie die Verteidigung des Landes berücksichtigt. In Tabora, 530 Meilen lande«, rwärts von Daressalam. hoben sie eine massive moderne Festung errichtet. Als der Krieg ausbrach, waren alle verfügbaren Mannschaften der African Risles im Jubalande an der Grenze des italienischen Somalilandes. Die nächste britische Eisenbahnstation «var Voi. Es ist verwunderlich(?), daß die Deutschen die Ugandabahn nicht rechtzeitig zerstört,. Mmnbassa besetzt(?) und dadurch das Protektorat von ausivärtiger Hilfe abgeschnitten(?) haben. Wolffs Telegraphenbureau bemerkt hierzu: Diese Aeußerungen zeugen von einer ungewöhnlichen, aber nach der empfindlichen englischen Niederlage bei Tanga erklärlichen Bescheidenheit., vom südafrikanischen Kriegs- schauplatze. Der Surenaufstanö noch nicht nieöergebrochen! Kapstadt, 31. Dezember.(W. T- B.) Meldung des Neuterschen Bureaus. Oberst Marth unternahm mit einem Kommando von achthundert Mann mit vier Feldkano'nkn und- vier Maschinen- ge wehren mit Kamp alS Unterführer einen Angriff auf eine Abteilung Anhänger der Regierung, die 480 Mann stark und mit zwei Maschinengewehren ausgerüstet war. Der An- griff fand am 22. Dezember bei Waterhol in der Nähe von Schuitdrift westlich Kakamas statt. Die Anhänger der Re- gicrung leisteten kräftigen Widerstand, mußten aber schließlich einige Meilen zurückgehen, bis Verstärkungen kamen. Wiederholte Versuche der Buren zur Umgehung miß- glückten. Die Buren gingen bei Sonnenuntergang nach Waterhol zurück._ Sechsmonatiges Suösetproviforlum in Oesterreich. Wien, 31. Dezember.(W. T. B.) Die„Wiener Zeitung" veröffentlicht eine Kaiserliche Verordnung betreffend em sechsmonatigesBudgetprovisorium. Loyalitätserklärung öes indischen National- kongrelses. Madras, 31. Dezember.(W. T. B.) DaS Reutersche Bureau meldet: Hier ist gestern der indische Nationalkongreß eröffnet«vorden. Die Eröffnungsrede betonte die Loyalität der gebildeten indischen Klassen. Der Präsident Bhupendra nath basu sagte, es sei nicht der Augenblick. Fragen zu erörtern, über welche die Meinungen auseinandergingen. „Wir müssen." erklärte der Präsident,„der Welt das Schau- spiel eines einigen Reiches bieten!" Der Kongreß nahm so- dann eine Resolution an, die Loyalität und Treue zum Ausdruck bringt. Die Rede öes australischen Premier- Ministers. London, 31. Dezember.(W. T. B.) Die„Times" meldet aus W a l l i n g t o n vom 29. d. Mts.: Bei einem Empfange des australischen Preinierministers Fisher in Auel- land erklärte dieser. die Frage der Verteidigung des Stillen Ozeans sei sehr dringend. Es sei ganz unver- nünstig, von dem Mutterlande, vor dessen Toren der Feind stehe, zu verlangen, daß es seine Energie auf die Verteidigung entfernter Dominien vertvende, die selbst stark genug seien, sich zu helfen. Australien und Neuseeland müßten schon ans Selbstachtung die Politik, sich auf den britischen Steuerträger zu verlassen, aufgeben.— Das VerteidigungSdopartement teilt mit, daß Neuseeland alle zwei Monate 1800 Mann zur Verstärkung des Kontingents absendet. Rußlanö unö öas englische Protektorat über slegppten. Die Petersburger„Retsch" erörtert eingehend die Prokla- miorung des englischen Protektorats über Aegypten und erklärt, aus der ganzen Kriegslage im nahen Osten habe sich für Eng- land die Notivendigkeit ergeben, mit der„Fiktton der poli- tischen Abhängigkeit Aegygtens vom türkischen Sultan�»in Ende zu inachen. Was die russische Politik betreffe, so habe dieser Schritt eine außerordentlich wichtige Bedeutung für Rußland.„Dieser Schritt— so bemerkt das Blatt— beseitigt ein ernstes Hin der- nis auf unserem Wege nach Konstantinopel." Diese Bemerkung des führenden liberalen Blattes unterstreicht nochmals das seit dem Beginn des russisch-türkischen Krieges zutage tretende Bestreben der russischen Politik, die Meer- cn genfrage und die Frage der Herrschaft über Kon- st a n t i n o p e l auf die Tagesordnung der europäischen Politik Zu setzen. Japanische Politik. Tokio, 30. Dezember.(X. U.) Die hakbamiliche Zeitung „Tokio A s a h i" veröffentlicht über die Richtschnur der japani- schen Politik gegenüber China und den europäischen Großmächten folgende bezeichnende Erklärung: Ter Grundzug der japanischen Diplomatie wird sich stets einer etwaigen Aufteilung des chinesischen Gebietes feindlich erweisen. Es geht dies deutlich sowohl au» dem englisch.japanischen Bündnisverträge, wie auch aus der Verständigung zwischen Japan einerseits und Ruh- land und Frankreich andererseits hervor. Schließlich beweisen dies auch die zwischen Japan und den Vereinigten Staaten aus- getauschten Noten. Angesichts de« Verhaltens einiger Mächte jedoch erscheint eine weitere Aufklärung notwendig. Um ganz freimütig zu sprechen, so ist es nicht allein das Gefühl gute Nachbarschaft halten zu wollen, aus dem heraus Japan sich einer Aufteilung Chinas abgeneigt zeigt. Die Verhinderung der Verletzung chinesischen Gebietes ist eine Lebensfrage für Japan selbst. Tie Gründe hierfür liegen auf der Hand. Die zukünf» rige Prosperität Japan« hängt von unserem Sandel mit China ab und dem sich daraus herleitenden Aufschwungs unserer nationalen Industrie. Die geographische Lage Japans zum Unterhalt von Handelsbeziehungen mit China ist einzigartig und viel günstiger als die irgendeiner anderen Na- tion der Welt. Im Falle einer Aufteilung Chinas werden die anderen Staaten den japanischen Handel natürlich nicht begünsti- gen. sondern mit Schutztarifen aller Art ihre neuerworbenen Ge- biete zu verteidigen wissen. Infolgedessen würde Japans Handel und Industrie in und für China vernicktet werden. Außerdem bedeutet jedoch das Vorhandensein europäischer Staaten, sozusagen vor der Türe Japans, eine ungeheure Gefahr für unsere Zukunft, denn es ist Japan in seiner augenblicklichen Lage unmöglich, in Heeres, und Flottcnvcrmehrung mit den europäischen Großmächten gleichen Schritt zu halten. der �oüeiüa-Zwifchenfall. Rom, 31. Dezember.(T. U.) Obgleich der Hodeida- Zwischenfall prinzipiell als erledigt gelten kann, da die Türkei Genugtuung versprochen hat, fahren einzelne Blätter fort, ans dem Vorfall ernste Zerwürfnisse zwischen der Pforte und Italien abzuleiten und z. B. ein italienisches Ultimatum an die Pforte als bevorstehend zu bezeichnen. Es ist anzunehmen, daß sich dahinter nur die Wünsche der Kriegspartci verbergen. Die italienische Regierung ist der Ansicht, daß die Psorte, sobald die technischen Schwierigkeiten des Verkehrs mit Hodeida beseitigt sein werden, die letzte Formalität zur Schließung des Zwischenfalls erfüllen wird. Ernennung neuer Senatoren. Rom, 31. Dezember. sW. T B.) Ter König hat 3s neue Senaioren ernannt, darunter den Direktor des„(Sornere dclla Sera' Albertini. den Bolsckaslcr in Madrid Longare und den Erfinder der Radtotelegraphic Marconi. die Interessen öer amerikanischen Exporteure. London, 31. Dezember. M i l I i o- n e n Mark an Unterstützungen ausgezahlt! Tic bei Beginn des Krieges beschlossenen Maßnahmen der Gewerkschaften bedeuteten nichts weniger als eine Drücke- bergerci, sondern sind nichts anderes als eine Streckung der Mittel. Und wenn da und dort die Höhe der Unter- stutzungen eine weise Einschränkung erfuhr, so dehnten die Organisationen auf der anderen Seite die Dauer der Unter- stützung vielfach aus und bedachten auch die unter normalen Verhältnissen ausgesteuerten Mitglieder. Auch daß die Toppelversicheruug der erkrankten Mitglieder aufgehoben und diese an die Krankenkassen allein verwiesen wurden, ist durch andere Einrichtungen wettgemacht; unterstützen doch eine Reihe von Gewerkschaften über die statutarischen Be- stimmungen hinaus auch die Frauen der Kriegsteilnehmer. Tie deutsche Arbeiterschaft kann nut Stolz auf das große Werk der Liebe sehen, das sie im Innern des Reiches voll- brachte, während ihre Blüte kämpfend an den Grenzen oder im freurden Lande stand! Aber ist deswegen das Mitleid mit dem vom Krieg direkt betroffenen Arbeitsbrüdern des Auslandes ein Ver- brechen? In Belgien bemüht sich die deutsche Verwaltung, das Elend der Bevölkerung zu mildern; in Frankreich spenden unsere Feldgrauen Greisen, Frauen und Kindern von ihrem Brot, von unseren Liebesgaben; achtungsvoll schweigt die Büchse, wenn der durstende Feind den inmitten beider Schützengräben liegenden Quell aufsucht, und mit einem Händedruck trennen sich die ritterlichen Gegner, die gemein- sam die gefallenen Toten der Erde übergeben haben. In England schirmt die Organisation der englischen Seelente die gefangenen deutschen Kameraden. Uns aber singt eine de, tische Zeitung das Lied von den Arbeitergroschen, um das rege Gefühl des Mitleids mit einem am Boden liegenden Gegner ciiiznlullen, der vielleicht morgen unser Freund sein soll!_ verlin und Umgegenö. In der Berliner Berwaltun!» de» Dertilarveiteröerbandes waren gleich nach Kriegsausbruch über 1000 Mitglieder arbeitslos, davon 793 bezugsberechtigt nir die Arbeitslosenunterstützung; sie erhielten zwei Drittel des soitst laut statnt üblichen»satzes. In der zweiten Woche wurden ausgezahlt 3dlS,10 M. Bon Woche zu Woche erniedrigten sich diese Zahlen, so daß in der Weihnacht-- Woche nur noch an 11 Mitglieder 50,50 M. an Arbeitslosenunterstützung aus der Verbandskasse gezablt wurden(jetzt bekanntlich nur noch die Hälfte des statutarischen«atzes). Vom 1. September ab wurde auf Veranlassung der Berliner Gewertschaftskommisiion an alle arbeitslosen Verbandsmitglieder, ob bezugsberechtigt oder nicht, ans Kosten der Stadt Berlin ein Zuschuß zu der Verbands- Unterstützung gezahlt, und zwar die Hälfte der vom Verband gc- zablten Unterstützung. Hierdurch wurde der statutarische Unier- stützmigssatz erreicht. Von den ausgesteuerten und nichtbezugs- berechtigten Mitgliedern erhielten die ledigen 1 M., die verheirate- ten 5 IN. Dieser Zuschuß wurde von den Gewerkschaften gleich bei der VerbandSunierstützung mit ausgezahlt. Nach Inkrafttreten dieser Bestimmung erhielten 475 der Berbandsmitglieder in einer Woche 1813,90 M. als Zuschuß der Stadt Berlin ausgezahlt; in der Weihnachtswoche erhielten noch 50 Mitglieder den städtischen Zuschuß mm insgesamt 197,25 M. Während dieser 16 Wochen vom 1. September bis 26. Dezember erhielten die arbeitslosen Mitglieder dcS Textilarbeiter-Verbandes in Berlin 11 022 M. städtischen Zuschuß ausgezahlt. Die Berliner Verwaltung des Textil- arbeiterverbandes zahlte in der Weihnachtswoche an 78 arbeits- lose Mitglieder eine Gesamtunterilüyuug von 1219,60 M. Ter Höchstsatz der einzelnen Unterstützung betrug 21,75 M.. der Durchschnittssatz 18 M. Es kamen fünf verschiedene Unterstützungssätze zur Auszahlung: Die städtische 197,25 M.. die öOprozentige Ver. bandSunteri'tützung 50.50 M., die Ertrau nterstützung dc§ Verbände» 211 R., vom Martonds der Berliner Gewerkschatten 581 M. und eine Extraunterstützung unserer Berliner Verwaltung vom hierzu von den arbeitenden Mitgliedern gesammelten Listengeld 203.85 2','. Tie Posamentenbranche hatte zur Wcihnachtsunterstützung der arbeitslosen Posamentierer noch ertra auf Listen gesammelt und hiervon pro Arbeitslosen auch 10 M. gezahlt. Auch die Chefs der Posamentenbranche haben auf Anregung der Verwaltuirg zweimal a 10 M. an arbeitslose Posamenticrergehilsen gezahlt. In der Färbereibranche haben ebenfalls einige Firmen zur Lmderung der Not ihrer orbeitslofeil Arbeiterschaft beigetragen, namentlich die Berliner Velvetsabrik R. M«ngei:s u. Söhne. Durch Berhonh. .u i-gen der Verwaltung wurde aber a»ch erreicht, daß in den HrZßere» fSdxteSen bis Arbeit wieber arfgatoamen tenfe, twd jedenfalls war daS mehr wert, als alle Unterstützungen. Viele» Arbeitslosen wurde durch den sehr gut funktionierenden Arbeits- Nachweis des Tertilarbeiterverbandes Arbeit nachgewiesen. Viele gingen als Armierungsarbeiter auf Schanzenbau und so war es möglich, die Zahl der Arbeitslosen zu venmndern, so daß jetzt der Stand der Arbeitslosigkeit niedriger ist, als im Vorjahrs zur Weih- nachtszeit. Hoffen wir, daß es nicht wieder schlechter wird; leider sind Aussichten dazu vorhanden. Zu erwähnen wäre noch, daß ebenfalls auf Veranlassung der Berliner Gewerkschaftskommisfion die Landcsversicherungsanstali Berlin bei Bedarfsfall einen Zuschuß zu der sonstigen Arbeitslosenunterstützung gezahlt hat. Die An» träge hierzu mußten von den Gewerkschaften gestellt werden, aber nur für ihre Mitglieder; die Unorganisierten hatten bedeutende Schwierigkeiten, diese Unterstützung zu erhalten. Von der Berliner Verwaltung des Textilarbeiterverbandes wurden t» Anträge aut Unterstützung bei der Landesversicherungsanstalt Berlin ge- stellt, davon wurden 22 abgelehnt, 14 hiervon, weil die Antragsteller inzwischen vom Arbeitsnachweis des Verbandes Arbeit erhalten hatten. Der hier gezahlte Zuschuß betrug 1 bis 8 M. pro Woche, je nach der Zahl der Kinder unter 14 Jahren. Es wird nnn niemand sagen können, daß die Gewerkschaften versagt haben: das Gegenteil trifft zu. Die Gewerkschaften haben bedeutend mehr getan als allseitig erwartet wurde. Es ist viele Rot gemildert worden, und hätten wir unsere Gewerkschaften nicht gehabt, so wäre die Rot und das Elend weit, weit größer gewesen. In einzelnen Branchen sieht es in Berlin jetzt freilich noch sehr trübe aus, z. B. in der Sticker-, Posamenten- und Teppichweber- branche. In anderen Branchen wieder ist wegen Militärlieferun- gen ein guter Geschäftsgang und guter Verdienst. Es ist deshalb die Pflicht aller ZKitglieder, die zurzeit einen guten Verdienst haben, zur Stärkung der Hauptkasse gern und willig nicht nur die fälligen Beiträge zu zahlen, nein, auch jede Woche Extramarken zu kaufen je nach Einkommen, damit der Verband die schwere Zeit ungeschwächt übersteht. Deutsches Reich. Objektivität. Die Generalkoininission hatte ihrer letzten Streikstatistik wie immer eine Besprechung hinzugefügt, in der es u. a. heißt: ,.Der Verteidigungskampf der gesamten deutschen Nation nach außen hat die Interessengegensätze zwischen Arbeit und Kapital im Innern zurücktreten lassen. In der Ausfechtung dieser Interessengegensätze ist Waffenstillstand eingetreten. Wie sich in Zukunft die Entwicklung der Arbeiterorganisationen gestalten wird, läßt sich heute noch nicht voraussehen. Möglich, daß die Wirt- schaftlichen Kämpfe der Arbeiterschaft eine objektive Wür« d i g u n g in bürgerlichen Kreisen finden und die Gewerkschaften künftig verschont bleiben von all dem kleinlichen, im Polizei- licheu Geiste von den Behörden in so reichem Maße ausgeübten Drangsalierungen." Diese Ausführungen geben der.Arbeitgeber-Zeitung' Anlaß zu der folgenden Erwiderung: „Wer von anderen Objektivität verlangt, wird sie zunächst selbst zu üben haben, und somit glauben wir, daß sich vor allem die gewerkschaftlich organisierte Arbeiterschaft wird besinnen müssen, ob sie selbst immer mit der nötigen Objektivität zu Werke ge- gangen ist und ob sie den Ratschlägen einer oft wenig gewissen- hasten Demagogie folgend, recht daran getan hat, die zahlreichen Schwierigkeiten der Arbeitgeber für nichts zu achten und häufig genug einen Kampf vom Zaun zu brechen, mehr um des Kampfes als um des Erfolges willen!" Die„oft wenig gewissenhaften Demagogen", die hier beschuldigt werden, mehr um des Kampfes als um des Erfolges willen Kämpfe vom Zaun zu brechen, können nur die Gewerkschaftsleiter selbst sein, dieselben Leute, die von anderer Seite im Gegensatz dazu oft genug als„Bremser" oder— um ein modern gewordenes Wort zu ge- brauchen— als„Miesmacher" bezeichnet worden sind. Daß die „Arbeitgeber-Zeitung" diesen Augenblick als den gegebenen ansieht, um ein derartiges Urteil abzugeben, zeigt deutlich, wie recht die GeneraSommWo« bat. Mim ffe ffe He Zukunft nur bt aller» vorsichtigster Form die Möglichkeit einer objektiven Würdigung der Arbeiterkämpfe in gewissen Kreise» erwägt. Die„Arbeit- geber-Zeitung" wird nicht gut abstreiten können, daß ihre Kenn» zeichnung die an der Spitze der deutschen GewerkfchaftSorganisation stehenden Persönlichkeiten am sichersten treffen muß. Wenn daS nicht beabsichtigt war, dann um so schlimmer für daS Unternehmer- Organ._ ftusUuift. Arbeitslosigkeit i« de« Niederlande«. Die niederländische Gewerkschaitskomunssion veröffentlicht all- monatlich Angaben über die Arbeitslosigkeit ihrer Mitglieder. Aus ihrer letzten Erhebung geht hervor, daß am 1. November das Ver- hältnis schon weit günstiger war als in den Vormonaten. Von den angeschlossenen Mitgliedern waren völlig arbeitslos Bäcker 2 Proz., Bauarbeiter 18,5 Proz., Diamantarbciter 85,6 Proz., Brauereiarbeiter 2 Proz.. Fabrikarbeiter 6,4 Proz.. Glasarbeiter 25 Proz., Handlungsgehilfen 6,1 Proz., Transportarbeiter 47,1 Prozent, Restaurationsangestellte(Kellner) 24,4 Proz., Kleider- macher und Näherinnen 18,6 Proz., Steindruckcr und Lithographen 12,8 Proz., Maschinisten und Heizer 15,2 Proz., Metallarbeiter 8,8 Proz., Möbeltischler usw. 23,9 Proz., Bouaufseher 7,7 Proz., Maler 22,3 Proz., Tabakarbeiter 7,6 Proz., Fleischer 2,9 Proz., Stukkateure 19,1 Proz., Textilarbeiter 1,2 Proz., Zimmerer 12 Proz., Topographen 9,6 Proz., Seeleute 7,9 Proz. Von ins- gesamt 87 695 Mitgliedern waren am 1. Oktober 17 947 arbeitslos, am 1. November dagegen bei 87 626 Mitgliedern nur 16 392.— Auch die Zahl der von teilweiser Arbeitslosigkeit Betroffenen ist zurückgegangen. Am 1. Oktober wurden 11 904 Mitglieder gezählt, die nur drei Tage oder weniger pro Woche arbeiteten. Diese Zahl war am 1. November auf 8816 gesunken.— Insgesamt waren am 1. November von 87 626 Mitgliedern 33 718 ganz oder teilweise arbeitslos oder unter die Waffen gerufen. 5. y. Mus öer Frauenbewegung. Die Tätigkeit der schweizerische« Genossinne« während des Krieges. AuZ Zürich wird uns geschrieben: Wie sehr auch die neutralen Länder unter den gegenwärtigen Kriegswirren zu leiden haben, ist des öfteren dargelegt. Von allen aber hat die Schweiz die meisten Männer an die Heere der Krieg- führenden abzugeben gehabt. WaS hier einträchtig nebeneinander gelebt und gearbeitet, zog oftmals in fremde Lande. Die Familien blieben zurück, ungewiß über das Schicksal ihres Ernährers wie über ihr eigenes. Was wird aus uns? Wie sollen wir den Unterhalt bestreiten? Wird man uns in der Schweiz dulden oder wird man uns ausweisen? DaS waren die bangen Fragen, auf die man Antwort erwartete. Die Warnungen der Parteiblätter, daß die Schweiz im Falle eines Krieges nicht genügend Nahrungsmittel im Lande habe, von aller Zufuhr abgeschnitten werde, die Mahnungen an die Regierung, für größere Vorräte an Getreide Sorge zu tragen, haben mehr auf die Bevölkerung als auf die Regierung gewirkt. Da in der Schweiz Unterstützungsbedürftige nach der Heimatgemeinde, Landesfremde an die Grenze abgeschoben werden, sahen Vieltausend Familien ihren völligen Zusammenbruch vor Augen. Schweizerinnen standen als Eheftauen von Deutsche» und Oesterreichern vor der Gefahr, gewalt« sam aus ihrer Heimat vertrieben zu werden. Unsere Genossinnen nahmen sich vor allem erst dieser Not an. Gleich in den ersten Tage» nach der Mobilmachung wurden all diese Frauen zn einer Versammlung eingeladen. Und sie kamen, kamen in dichten Reihen. Schüchtern, langsam, einzeln und in Trupp» au« einem ganze« Hause. Man sah eS ihnen an: sie hatten noch nie eine Berfammkurtg besucht, tz äffen vielleicht noch nie einen so großen Saal gesehen. Abgehärmte Testalte» waren es, denen Mutter Sorge tiefe Furchen gegraben. Gebrochen, ver» zweifelnd kamen sie, gehoben, in ihrem LebenSmnte gestärkt, gingen sie. Viel konnte ihnen freilich nicht versprochen werden. Der Referent sagte ihnen, daß die Schweiz wenigstens für sechs Wochen genügend Lebensmittel im Lande habe und daß bis dahin die bisher über Deutschland geleitete Einfuhr wahrscheinlich über Genua oder Marseille zu ermöglichen wäre. Kohlen reichten ebensolange aus und da Deutschland solche abgeben könne und so» gar Interesse daran habe, wenigstens nach einer Seite einigen Handel auftecht zu erhalten, sei weitere Zufuhr zu erwarten, sobald die Bahnen frei würden. Auch sei eine Ausweisung nicht zu befürchten, da Deutschland erklärt habe, für alle Unter« stützungen aufkommen zu wollen. Die erste dieser Versamm« lungen fand in Zürich statt und zeitigte einen großen Erfolg. Sofort wurden in allen Stadtkreisen ähnliche Versamm- lungen einberufen und die Genossinnen in anderen Orten zu dem gleichen Borgehen aufgefordert. In den größeren Städten, zuerst wieder in Zürich, wurden zahlreiche Auskunftsstellen errichtet, die gleich vom ersten Tage an benutzt wurden. Die Frauen ohne Unterschied erhielten unentgeltlich Auskunft und Beistand, alle ihnen zustehenden Rechte wurden durch diese AuskunftS- stelleu wahrgenommen und in aufopferndster Weise waren die Genossinnen Tag für Tag von früh bis spät tätig. Sie haben so mehr Segen gestiftet als all die vielen Wohltättgkeits« Veranstaltungen und Sammlungen. Für die Schweiz trifft unsere Genossinnen der Ruhm, zuerst die Initiative ergriffen zu haben, um der Not zu steuern und die Verzweifelnden aufzurichten. Sie haben auch zuerst protestiert gegen die wucherische Verteuerung der Nahrungsmittel, und zuerst gekämpft um die Herabsetzung des Milch- Preises, die auch schließlich durchgesetzt wurde. Später kamen auch die bürgerlichen Frauen und zwar mit allerhand Sparproblemen. Eine größere Tätigkeit entfalteten sie, unterstützt von unseren Genossinnen, um durch die Einführung der Kochkiste eine Ersparnis und Vereinfachung im Haushalt durch» zuführen. Nachdem vie notwendigsten Aufgaben erfüllt, begann man nun nach dem Ausruf der Genossin Zetkin für den Frieden zu wirken. In der weiten Halle einer Kirche kamen die Arbeiterfrauen von Zürich zu» sammen. Wieder waren es Frauen, die kaum je einer sozialdemokratischen Veranstaltung beigewohnt und die nun den flammenden Worten des alten Greulich und zweier Ge« uossinnen lauschten, die von der Kanzel herab ihnen daS wahre Evangelium des Friedens predigten. Mit einem in diesen Räumen nie gehörten Beifall gaben die Frauen zu verstehen, daß ihnen aus den Herzen gesprochen war. Auch hierin werden sehr bald andere Orte folgen. Sind die eigentlichen Parteiorgani- sationen in ihrer Tätigkeit fast lahmgelegt oder sehr beeinträchtigt, da ihnen bedeutende Kräfte entzogen sind, so haben die Frauen die Zeit gut nützen können und sogar eine Vermehrung des Mitgliederbestandes zu verzeichnen. Mehr als alles andere berechtigt diese Tatsache zu der Zuverficht, daß die Zeit nach dem Kriege die Zeit des Sozialismus sein muß. Bielleicht sollen uns gerade in den Frauen die eifrigsten und unermüdlichsten Kämpfer erstehen. 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Füsstier-Regimenter Nr. 3, 4. 6, 7, 9, 11, 12, 14, lö, 16, 18, 23, 25, 27, 29, 33, 34, 35, 38, 46, 49, 50, 51, 34, 56, 60, 64, 69, 72, 74, 76, 77. 78, 83, 84, 85, 87, 89, 91, 93. 110, 113, 114. 115. 116, 117, 118, 137, 138, 145, 153, 158, 160, 162, 164, 165, 170, 171, 172, 175, 176: R e serve-Jnfa nteri e- Regimeuter Nr. 2, 6, 7, 10, 11, 12, 13, 17, 18, 19, 22, 23, 23, 34, 36, 37, 39, 52, 69, 72, 74, 76, 78, 94, 110, 116, 130, 201, 208, 228, 236; Rsserbe-Ersatz-Regimenter Nr, 2, 4; Ländw.-Jnf.-Regimenter Nr. 2, 3. 9, 10, 11, 12, 13, 16, 18, 21, 23. 30, 34. 35, 37, 40, 51, 55, 68, 71, 73, 75, 81, IIS; Brig.-Eri.-Bataillone N t, 11, 13, 14, 15, 16, 19, 25, 33, 40, 44, 55, 80, 81; Landsturm-Bataillone II. Altona, I. Bochum, Braunsbcrg II, Erfurt. Königsberg I, Lotzen I, Mannheim, Offenbach, Osterode II, Schneidemühl II, stolp; Jäger- Bataillone Nr. 1, 3, 5, 8, 9, 14; Reserve-Iäger-Bataillone Nr. 7, 19, 21, 23. Kürassiere Nr. 8; Grenadiere zu Pferde Nr. 3; Dragoner Nr. 10; Reserve- Dragoner Nr. 3; Husaren Nr. 7; Ulanen Nr. 2, 6, 7, 8, 12, 15; Reserve-Ulanen Ztr. 6; Jäger zu Pferde Nr. 3, 7, 10; 2. Landwehr-Eskadron des I. Armeekorps. 1., 2., 3., 5., 6. Barde- Feldartillerie-Regimcnt; Feldartillcric- Regimenter Nr, 21, 33, 38, 41, 43. 46, 51, 52, 54, 69, 82; Reserve- Feldartillerie-Regimenter Nr. 5, 14, 45, 46, 49, 51. 2. Garde-Fugartillerie-Regt; Futzartillerie-Regimenter Nr. 3, 7, 10; Reserve-Fußarlillerie-Rea. Nr. 2. Pionier-Regiment Nr. 19; Pionier-Bataillone l. Nr. 21, II. Nr. 26, I. Nr. 27, I. Nr. 28; 50. Reserve-Komp.; 2. Landw.-Pion.- Kompagnie des VI. Armeekorps. Landmehr-Eisenbahn-Baukomp. Nr. 5; Eisenbahn-Laukomp. Nr. 24; Fernsprech-Abt. des XX V. Reservekorps. San.-Komp. Nr. 2 des IV. Armeekorps. Säilächtereikolonne des IV. Rcscrvekorvs. . Die sächsische Verlustliste Nr. 84 meldet Verluste des Ge- neralkommando des XIX. Armeekorps. Etappenirlfpektion III. Postdirektor. Brig.-Ers.-Bat. Nr. 47, 63; Leib-Gren.-Reg. Nr. 100; Gren.- Zteserve- und Landw.-Rcg. Nr. 100; 2. Gren-Reg. Nr. 101; Res.- 10. Int.-Reg. Nr. 134; 11. Inr.-Reg. Ar. 139; 15. Jns.-Reg. Nr. 181; 16. Jns.-Reg. Nr. 182; Res.-Fnf.-Reg. Nr. 242, 243, 245. Res.-Feldart.-Reg. Nr. 24, 53. I. Pion.-Bat. Nr. 22, Riesa; Landw.-Pion.-Komp., XlX. Ar. meekorvs; 2. Landst.-Pion.-Komp. des X ll. Armeekorps. D ie w ü r t t c m b e r g i s ch e Verlustliste Nr. 86 veröffentlicht Verluste des Brig.-Ers.-Bat. Nr. 53; Fnf.-Reg. Nr. 120, 121; Rcs.4gnf.-Neg. Nr. 121; Landw.-Inf.-Reg. Nr. 125; Jns.-Reg. Nr. 180. Ulanen-Reg. Nr. 20. Res.-Feldart.-Rcg. Nr. 54. Berichtigungen früherer Verlustlisten. � ßm der Partei. Philister über Dir! Der Redaktion der„Arbeiter-Jugend" haben es die von unS gegenübergestellten Urteile der, Leipziger Volkszeitung" und der »Cbemnitzer Volksstimme" über den Ariikel des Genossen Heinrich Schulz im Jungvolk-Almanach angetan. Mit der Tapferkeit, die einem kriegsbegeisterten Ghmnasiasten alle Ehre inachen würde, rettet' sie gegen den„ehrwürdigen"„Vorwärts" zu Felde, nachdem sie den Kritiker der.Völkszeitung" mir dem Vorwurf in den Sand gesetzt hat, er sei ei n P h t li st e r, der nicht über seine Naienspitze hin- wegsehen könche.' Einer solch durchschlagenden theoretischen Beweis- fübrung gegenüber wird die„Leipziger Volkszeitung" wohl die Waste» strecken müssen. Aber auch uns ergeht es rechl übel' Bor- wärlS getrieben durch den„Willen zur Tapferkeit", den die Re- daklion der„Arbeiter-Jugend" an leilender Stelle des Blattes den Jugendlichen in palheüschen Worten predigt, wirft uns unser Zttlrer ohne Furcht und Tadel vor, wir hätten dem Boykott des Jungvolk'AlmanachS durch den Abdruck der„BolkSzeitungS"- Kritik Vorschub geleistet. Ganz auf dem Holzwege! Wir wünschen dem Jungvolk-Almaiiach trotz des stritligen Artikels wegen seines sonstigen Inhalts weüesle Verbreitung. Aber wir wollen einmal ernsthaft reden, verehrter Kollege von der„Arbeiter-Jugend". Sind Sie Ivttklich so weltfremd, daß Sie nicht begreifen, w a r u in der„Vorwärts" sich mir dein bloizen Abdruck der beiden Urteile über den Jungvolk-Almanach begnügre? Sie wissen wohl auch, warum wir gerade diese beiden Urteile zweier Parteiblätter über einen Artikel eines sozialdemokratischen Schritt- stellers unseren Lesern unterbreiteten. Nicht um den Jungvolk- Almanach zu boykottieren, wie Sie unS unterschieben, sondern um unseren Lesern an einem Beispiel zu zeigen, welche Begleit- crscheinungen der Krieg f ü r unsere Partei zeitigt. hjum Beweise aber, daß daö„ehrwürdige Aentralorgan" der Redaktion der„Arbeiter-Jugend" ohne Bitternis gegenübersteht. wünschen wir ihr zum Jahreswechsel, daß st- im neuen Jahre zu ihren alten Traditionen zurückkehren möge i Magistratsratswahl in Nürnberg. Bei der Magistratsralswahl in Nürnberg, die am Dienstag- abend votgenommen wurde, wählte das Gemeindekollegium fünf Sozialdemokraten, 3 Forischrililer, l Nationalliveralen und 1 Mittelsläudler. Von den Sozialdemokraten wurde» gewählt: der Geschättsiübrer der„Fränkischen Tagespost" Karl Fentz, der Be- zirksleiter des Bauarbeiterverbandes Johann Merkel swieder- gewählt), der Parieisekreiär Martin Treu(wiedergewählt), der Redakteur der„Fränkischen Tagespost" Map Schneider und der Gastwirt Karl Zav i- Der Magistrat setzt sich in 0, ukwist wie folgt zusammen: ans 7 Fortschrittlern tbisher 9), 8 Sozialdemokraten (bisher 5), 2 Natioimlliberalen(bisher 3), 2 Mitielständlern(bisher 2), 1 Demokraten(bisher 1). Zum Vorsitzenden des GesamtkollegiumS (Stadtverordiielenversammlung) wurde der Landtagsabgeordnete Ge- nosse Dorn gewählt.— Das Nürnberger Rathaus war srühcreitte feste Domäne der Fortschrittler. Mus Industrie und Handel. Tie Gründung der Äriegsgetreidc-Gesellschaft m. b. H. Auf Veranlassung der Preußischen Staatsregierung ist vor kurzem eine Gesellschaft mit. beschränkter Hastung unter dem Namen„ÄrregSgetreide G. m. t. H."-gegründet worden, die. ihren Sitz in Berlin hat lPrinz-Louis-Ferdiuand-Stratzc 1, Telephon- nummern Zeittrum 12 881/85». Tie satzungsmäßigc Ausgabe dieser Gesellschaft ist es, soviel Getreide wie möglich, wenn nötig unter Zuhilfenahme von Enteignungeu, zu erwerben und für die letzten Monate vor der neuen Ernte bereit zu holte». Die Abgabe des Getreides erfolgt erst nach dem 15 Mai. Die Gesellschaft arbeitet gemeinnützig derart, daß ihre Dividende auf 5 Prozent beschränkt ist;.im Falle der Auflösung der Gesellschaft erhalten die Gesellschafter nicht mehr als den Nennwert ihrer Anteile. Ter etwaige Rest des Gesellschaftsvermögens fällt dem Reiche zur Verwendung siir gemeinnützige Zwecke zu, insbesondere zur Berwenduiig für die Kriegs- und Hinterbliebenenversorgung. Das Stammkapital ist von dem Preußischen Staat iin Verein mit allen deutschen Großstädten und einer Anzahl unserer großen industriellen Ilnter- nehmungeri aufgebracht worden. Es ist ein Aufsichtsrat gebildet worden, in den der Staat und die Städte je fünf ordentliche Mit- glieder und das Großgewerbe drei ordentliche Mitglieder entsenden. Die Gesellschaft wird nach ZNöglichkeit freihändig durch Vermitte- lung des deutschen Getreidehandels ihre Käufe vornehmen.. Strafbare Umgehung der Höchstpreis-Borschristen. Die vom Bundesrat erlassenen Verordnungen über die Höchst preise für Getreide werden auch jetzt noch übertreten. Eine Art der Umgehung, deren Straibarkeit den Beteiligten nicht allgemein de kannt zu sein scheint, besteht darin, daß der Müller dein ihm Ge treide liefernden Landwirt oder Händler verspricht, eine gewisse Menge Kleie zu einem Preise zurückzuliefern, der niedriger ist als der Höchstpreis und der Marktlage nicht entspricht. Wenn in solchen Gegengeschäften Kleie um einige Mark niedriger als der Höchstpreis gehandelt wird(sogar ein Preis von 1 M. für den Doppelzentner soll vorgekommen sein), so liegt darin eine strafbare Um« gehung der BundeSrarsverordnung, denn bei der all« gemeinen Knappheit an Futtermitteln und insbesondere au Kleie ist daS Nachlassen am Kleieupreise nicht eine rechtlich bedeutungslos« Gefälligkeit des Müllers, sondern eine geldwerte Leistung, die er dem Getreideverkäufer neben dem Höchstpreis für seine Ware und über diesen hinaus gewährt. Bei dieser Schlebung ist es belanglos, ob die Vereinbarung als Teil deS Getreide- tieferungsvertrages selbst oder besonders getroffen wird. Nach der jetzigen Faffung der Verordnung macht sich übrigens nicht nur der strafbar, der den Höchstpreis überschreitet, also der Käufer und der Verkäufer bei einem abgeschlossenen Geschäft, sondern ebenio, wer einen anderen zum Abschluß eineS solchen Vertrages auffordert oder sich zu einem solchen Verlrag erbietet. Die Strafe besteht in Gefängnis bis zu einem Jahr oder in Geldstrafe bis zu zehn- tauieud Mark.___ Dertcuerimg der Briketts. In der Mitteldeutschen Braunlohleti- indiistne finden demnächst Besprechungen statt, um Preis- erhödungen vorzunehmen. Einzelne Werke sind bereits selb- ständig zu einer Preiserhöhung vorgegangsn, indem sie den Brikett- preis um durchschnittlich 12 M. für 10 Tonnen erhöhten. Neue Tarlohnskajsenscheinc. Im Hinblick auf den starken Bedarf des Verkehrs an Zahlungs- mittel» zu 20 M. ist jetzt auch mit der Bei auSgabung von DarlehnS- lajsentchetneit zu 20 M. begonnen worden. Vom Kohlcnsyndikat. Das rheinisch-westfälische Kohlensyndikat teilt durch Runb schreiben mit, daß die eingeforderten Erklärungen, iich des selbständigen Verkaufes bis zum 31. Januar 1015 zu enthalte« von allen Beteiligten rechizetlig eingegangen sind. Damit ist die Grundlage für den endgültigen Abschluß deS neuen Shndi'atsvertrages gegeben. Russische Anleihen. Der Petersburger„Slowo" kündigt eine innere Anleihe von 500 Millionen Rubel an. Konkurse im Kriegsjahr 1914. Im ganzen eben verslostenen Jahre sind nach einer Statistik der Finanzzeilschrift„Die Bank 7738 Konkurse(gegen 9775 im Vorjahr) eröffnet worden. Davon entfallen aus das erste Halbjahr 4487 Konkurse(im ersten Halb- jähr 1913 5266); im iweileii Halbjahr, das süns Kriegsmonate einschließt, sind 3251 Konkurse it. V. 4509) eröffnet worden. Aus dem statten Rückgang der Konkurse, die namentlich das zweite Halbjahr auf- weist, dürfen Rückschlüsse auf die wirlschanliche Gefamtlage in Demsch- landnatürlich nur mit Vorsicht gezogen werden. Denn der Schutz, den die Gerichte heule allen schwachen Schuldnern angedeihen lassen, und die GeichäftSauisicht, die in zahlreichen Fällen an die Stelle des Konkurses getreten ist, haben die Ziffern erheblich beeinflußt. Dazu kommt der oft beklagte Uebelstand, daß die Amtsgerichte zwar Aus- kunfl über alle diejeuigeu Konkursaufträge geben, die zur Eröffnung des Verfahrens geführt haben, nicht aber über diejenigen, die mangels Masse zutückgewiesen worden sind. Im Iahte 1913 haben tiacd der Reicksstatistik diese schwersten aller Fälle 2961 von ins- gesamt 9775 KonkurSaufttägen, also einen sehr hohen Prozentsatz. ausgemacht. Soziales. Ter vom Vormund unabhängige Lehrling. Taß ein unter Vormundschaft stehender Lehrling auch ohne die Erlaubnis des. Vormunds gegen seinen Lehrherrn Klage erheben kann, bestätigte in ibrer letzten Sitzung die 4. Kammer des Berliner Kauftnannsgerichts in einem dort verhandelten Rechtsfall. Der Klage erhebende Lehrling 28. ist das uneheliche Kind eines Kaufinanits D. ttud hat vom Gericht einen scrretär T. zum Vor- mutid erhaltetr. Wegen Differenzen mit seinem Lehrherrn verließ 28. die Lehre, erhob Klage beim Kauftnannsgericht und ließ sich durch seinen unehelichen Vater in der Verhandlung vertreten. Ter Lehr- chef hatte sich jedoch in der Zwischenzeit an den'Vormund des jungen Mannes geivandt und von ihm die Bestätigung erhalten, daß er nicht mit der Klage seines Mündels einverstanden sei. Der Lehrherr brachte das. auch itt der Verhandlung vor und wollte sich auf die Klage des Lehrlings bztv. seines unehelichen Vaters nicht einlassen. Wenn der Vormund nickt einverstanden sei, so könne der Lehrling nicht klagen, denn hier habe der Vormund mehr zir sagen, als der uneheliche Vater. Das Kauftnannsgericht trat dem Gesetz etitspeecheud dieser Auffässung nicht bei, es war vielmehr der Ansicht, daß sich der Lehrherr auf die Verhandlung einlassen müsse.'Nachdem W. einmal'die Erlaubnis-er- halten, in die Lehre zu gehen, könne er auch ohne die Erlaubnis feines Vormunds selbständig gegen seinen Lehrherrn bzw. Arbeitgeber klagen. Der Befund ohne Uutersuchuug. Die schablonenhafte Behandlung der Unfallrentner durch „Vertrauensärzte" treibt manchmal unglaubliche Blüten, io daß sich der Vorsitzende deS Lberversicherungs- amtes Potsdam im Interesse des Rechtes des Älagers in einem Kalle zu einer scharfen Zurückweisung solcher„Per fahren" genötigt' säh mtd seiner Auffassimg das ganze Kol legitim beitrat. Der Arbeiter Gottfried Goroll in Königsberg(Neumarkt erlitt eiitech Unfall, nachdem er eine Rente bezog, die von der Br riifsgrnossenfchoft auf Grund des Gutachtens des BcrtrauensarzteS anfgelioben wurde..In der Verbandlung vor dem Lberversiche- rungsautt stellte sich heraus, daß der Dr. Schjhifrld, der die Streichung der Reute vorgeschlagen hatte, den Kläger zum leifte». mal im Jahre 1911 gesehen hatte. Ein späterer Gutachter, Tr. Wille, schlug eine lOprozentige Rente vor. imd im summarischen Verfahren ohne Untcrsuchtmg, einfach rechnerisch, kam der Vertrauensarzt zu seinem Gittachten. Ter Vorsibenve des Potsdamer ObernersicherungSamtcs rügte diese Art von Versabftm. sehr fcharf und bemerkte: Es gebt auf keinen Fall, daß von einem Vertrauensarzt ein Gutachten oline Untersuchung erstattet wird und sich dann die Berufsgenossenschaft darauf stützt, obwohl tbr Vertrauensmann gar nicht imstande war, sich von dem Zustande des Kranken ein Bild zu utachen, wie er es soll! DaS Ober versicherungsantt beschloß daraufhin die persönliche Ladung deS Klägers, um durä) seinen Gcrichlsarzt ein ärztliches Urteil zu hören._ Was kostet die Alters- und.Invalidenversicherung den austratischc« Staat? Australien besitzt seit dem Jahre 1908/09 eine?tlters- und Invalidenversicherung, die dem Muster der neuseeländischen Bch- sickerung nachgebildet ist. Wie diese erstreckt sie sich nickt nur auf die Angehörigen bestimmter Berussklassen, sondern umfaßt aha Bürger uttd Bürgerinnen, denen sie ohne irgend welche Beiträge oder Leistungen im Alter oder bei.eintretender Invalidität eine Rente gewährt. Die Belastung des Staatswesens durch eine solche Einrichtung ist. natürlich nicht gering. Dem australischen Statistischen Jahrbuch zufolge haben sich"die Ausgaben siir die Per« sichcrung in den ersten vier Jahren folgendermaßen entwickelt: 1908/09 1909/10 1910/11 1911/13 Mark Mark Mar! Mark Renten.... 9250 560 16823620 37491 360 42864 240 VerwaltnngS kosten 45 940"28 460 749 840 796 2QO Zusammen 9 296 500 17 552 080 38 241 200 43 600 440 Die außerordentliche Steigerung der Renten im zweite« und dritten Jahre erklärt sich dadurch, daß die Altersrente erst in der zweiten Hälfte des Rechnungsjahres 1908/09. die Invalidenrente aber erst im nächsten Jahre einsetzte. Die Verwaltungsausgaben sind vom zweiten Jahre ab nur nock ganz langsam gestiegen; sie beliesen sich im Jahre 1911/12 auf knapp 2 Proz. der Ausgaben für die Renten selbst. Auf den Kops der- Bevölkerung berechnet, ergab die Versicherung eine jährliche Belastung von Z, 5 M. n« dingS zu beachten, daß in den StaatsauSgaben auch die vor» fassuiigsmäßigen Zuschüsse des Bundesstaates an die Einzel staaten enthalten sind. Am 30. Juni 1012 liefen in Australien rund 79 000 Alters- und 11 000 Invaliden-, zusammen also 90 000 Renten. Seit dem 10. Oktober 1912 bat Australien auch als eriwr Staat eine feste MutterschastSprämie in Höhe von 100 M. ringe- führt, die jeder Mutter bei der Geburt eines Kindes ausgezahlt wird. Bis zum 26. April 1913 woxan 61 180 solcher Prämien zur Auszahlung gelangt,, was also dem.Staat im Lauft eines halben Jahres eine Ausgabe von über 6 Millionen Mark vor- urfächt hatte. Angesichts dieser ziemlich großetr Ausgabe für. ein Lrtttd jjpg EfjprvÄneWSMbO Ministerium ttook mit dem Gedanken um, die Prämie künftig nur an bedürftige Mütter zu geben._ Gerichtszeitung. Schlecht belohntes Mitlc'td.. Seme Gutmütigkeit hat ein Tischler sehr schwer biißetr müssen, der gestern als Zeuge in einer Strafsache wegen�v e r« suchter Erpressung und Betruges vor der 4. Straf» kammer des Landgerichts II erscheinen mußte. Attgeklagt war der Händler Ernst Rcnttvig, der aus der Unter» suckungshaft vorgeführt wurde. Eines Nachmittags im Oktober v. I, wurde der Zeuge B. im Tiergarten von dein Angeklagten angesprochen. der ihm in den rührendsten Tönen seine Not klagte. Er gab� an, Artist am Zirkus Busch gewesen zu sein und erklärte, daß er infolge des Krieges keine neue Anstellung erhalten könne. Aus Mitleid nahm B. den Angeklagten mit in. seine Wohnung, gewährte ihm Kost und Obdach und gab ihm sogar, als er zu allen möglichen Dingen, die sich später als erschwindelt herausstellten, Geld brauchte, bares Geld in Höhe von 75 M. Eines Tages war N. aus der Wohmmg ver« schwunden. Am nächsten Morgen erhielt der Zeuge eine» Brief, in welchem der Angeklagte mit einer Anzeige bei der Staatsanwaltschaft drohte, wenn B. ihm nicht umgehend 100 M. schicke. Der Zeuge wandte sich sofort an die Kriminalpolizei, wo ihm von dem Tezer- nenien siir Erpresttingshandluitgen, Kriminalkommissar Dr. Kopp, die Mitteilung gemacht würbe, daß er einem alten getverbsmäßigen Erpresser in die Hände gefallen märe. Wie sich vor Gericht ergab, ist der Angeklagte schon mit 1, 2/2 und 3 Jahren Gefängnis wegen Erpressung vorbestraft. Mit Rücksicht aus die Gemeingefährlichkeit deS Treibens des Angeklagten erkannte die Strafkammer auf 2 Jahre und 2 Monate Gefängnis und 5 Jahre Ehrverlust. Gefallene Juristen. 1071 deutsche Juristen und aus der Justiz hervorgegangene Reicks� und Verwaltungsbcamte find bis zum 28. Dezember nach der 4.Vra,> lustliste der„Deutschen Juriilen-Zeitung" nach amtlichem Material im Kriege gefallen, n. a. 6 RechtSlehrer, 236 Rcgierungs- und Ver. waltungsbeamte, Richter. Staatsanwälte, 204 Rechtsanwälte, 282 As- sefforen, 342 Referendare usw. Diese Siatistik, aufgestellt nach dein von den Reichsämtern und Landesjustizverwaltungen der Juristen- Zeitung überlasseneu Material, zeigt, daß der Krieg'auch unter den Juristen reiche Ernte hält. Eingegangene Druckschriften. Die deutschen Bergwerke. Ein Verzeichnis der wichtigsten Sleiu- kohlen ,, Brouuiohlen-, dlali- und Erz-Bergwerke in Deutschland. Heraus- gegeben vom Verbände der Bergarbeiter. 288 S. Selbstoerlag in Bochum. Ter Säemann. Monatsschrift siir Jugendbildung und Jugmdkimde. Heft 9— 11. Organ des Bundes für Schulresorm. ttüizclhejt 2 Ä. B. G.'Teubncr, Leipzig. Zwanzig Gedichte. Von G. Stammler. 2,50 M.. geb. 3,60, M.— Worte an eine Schar. Von G. Stammler. 1,80 M, geb. 2,80 M. H. 6f). Schöll, Heidelberg- 50 Jahre Berbändstätigkeit des Verbandes der Konsum» vereine der Provinz Brandenburg. Dargestellt voui Verbandssekreiär H. Hildcbrandt. l4S S. Selbstverlag, Berlin, Glogauer&tv. 19. Zwischen Krieg und Frieden: IL. Der Krieg und die Büelt- machtsstellung des Deutschen Reiches. Von M. Apt.— 13. Der mitteleuropäische Wirtschaftsblock und das Schicksal Belgiens. Von H. I Sosch. Jede Nummer 80 Vf. S. Hirzel, Leipzig. Kriegsfürsorge in Grutz-Bcriin."Ein Führer berausgegebeu von der Zentrale jür private Fürsorge. 50 Ps. Verlag 2. und S. Wr-nth-I. Berlm C 19. Deutscher Bauarbeiterverband. Zweigvercin Berlin. Auf dem Kriegsschauplätze sind folgende Mitglieder gefallen: BeseKlm, Wilh., Putzer, Bezirk Osten II Bündel, Kärl, Fahrstuhlarbeiter, Bezirk Neukölln (jekriie, Reinh., Hilfsarbeiter, Bezirk Wedding (lunäermann, Karl, Stukkateur, Bez. Nordost Hamrnel-Hnx, Wilh., Spanner, Bezirk Neukölln Bernte, Karl, Maurer, Bezirk Moabit »lakob, Karl, Maarer, Bezirk Nordost KlischKe, Gustav, Einschaler, Bezirk Neukölln Komm, Karl, Hilfsarbeiter, Bezirk Osten II Krause, Berm., Hilfsarbeiter, Bezirk Neukölln Kühlicke, Berm., Einschalcr, Bezirk Pankow � Kun?e, Gustav, Jsolierhelfer, Bez. Friedrichshag. Küster, Gtto, Steinholzhelfer, Bezirk Moabit Keutlokk, W ilh., Rabitzträger, Bez. Charlottenburg KÜeK, OttO, Putzer, Bezirk Schöncbcrg I�eumann, Karl, Putzer, Bezirk Charlottenburg I>tietrei, �dolf. Einschaler, Bezirk Moabit Rieclrich, Otto, Spanner, Bezirk Neukölln Richter, Bruno, Maurer, Bezirk Moabit ZpecR, Martin, Hilfsarbeiter, Bezirk Steglitz stein, Otto, Einschaler, Bezirk Südost Schimmelptennix, Karl, Spanner, zWa» Waldhelm, Aug., Stukkateur,®Cäirr§or?S6ut0e' Westphal, Berm., Maurer, Bezirk Moabit Wittenderg, Georg, Maurer, Bezirk Moabit Ehre ihrem Andenken! 145/10 IM,, Örtliche Vcmaltnng, t. d. i Eeri. Relehstagswahlkreis Köpenlcker Viertel. Bezirk ISS I Den Mitgliedern zur Nachricht. datz.unser. Genosse, der Tischler dohanu Roß Görlitzer etv. 68 gestorben ijt. Gdre seinem Zl» denken l Die Beerdigung findet am .Sonntag, den 8. Januar, nach- »litlagS 8 Uhr, von der Halle des Gcmcinde-Frieddoses in Baum- schulenwcg, Kiesholzfiratze, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht vor Vorstand. Kachrnf. KSpenicker Viertel. Bezirk 191 I. Ten Miig.iefcan zur Nachria I, Cnß unser Genosse, der Arbeiter Bermann Krüger Sorauer Str. 2 gestorben ist. Ghrr seinem Andenken 1 21S/17 Der Vorstand. ! Sozialdemokratischer Waiilvereio d. 2. Eeri. Ileieiislasswaölkrois. Friedriehstadt(Zahlmargen). Hierdurch die traurige Mii» 1 teilring, dafi unser Mitglied, dei f Hilssai bester Lmil Lewin j a 20. Tezembe, in' Aller vo j 60 Jahren gestorben ist. Wir werden seiner stets ge- s denken! .Der Genosse wird beerdigt am Zonnabciid, den 2. Januar er.. ! mittags 1 Uhr, aus dem Zentral- | jriedbos in Friedrichsjeldc. Rege Beteiligung erwartet Der Borstand. freie Turnerscbalt Wilmersdorf- Schmargendori. Am 30. Dezember verstarb nach kurzer, ichwerer Krantbeil unser Turngenosse und VereinSwirt Wilhelm Reuter Berlin» Wilmersdors, Gasteincr Slrafie 6. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet morgen Zonnabend, den 2. Januar 1915, nachmittags 2'/, Ubr. aus dem Gemeinde. Friedhose. Berliner Straße, statt. 185/6 Der Vorstand. Allen Verwandten und Be- kannten zur Nachricht, daß mein geii-blcr Vater, der Drechsler- meister Wilk. Prause nach kurzem Leiden im Alter von 62 Jahien am 2s. Dezember verstorben ist. 7ij0b Dies zeigen tiesbetrübt an Die Hinterbliebenen. E. Prause und Frau. M. Sperber. Die Beerdigung findet am 2. Januar, nachmiitags 8 Uhr. vom Ahrenssclder Friedhof aus statt. Verhaod der Lithographen. teiüdruckeru.verwandten Beriiit (Deutscher Senefelder-Bund). Den MitjUiedern bicimit zur Kenntnis, daß solgcnde Kollege,> gesallen sind: Paul Meßmer 5tupierdrucker. am 9. November beim Sturm in Flandern. Iheodor Einbrodt Steindrucker, am 6. Dezember im Feldlazarctl Nr. 7 an Herzschwäche infolge eines Kopsschusses, den er im Oste, erhallen hat. 108/5 Paul Perschmann Steindrucker, am 8 Dezember bei den Kämpsci in Pmen. Wir werden unseren gefallenen illolleaen ein ehrendes Aiidenlen bewahren! Die Berwaltung Berlin I und V. Dienslag, den 29. Dezember. entschliej nach schwerem Leiden aieine liebe Frau tnus Karveek 3e&. Böhm. In tiefster Betrübnis Otto Karweck. Beerdigung am Sonnabend, den 2. Januar 1315, vormittags ll'/a Uhr, von der Halle des städliicheii Friedhofes, � Seestraße (Ecke Müllerstratze), aus. Sozialdemokratischer Wablverein Berlin-WllmersdorL Am Mittwoch, den 30. Dezember, verstarb nach iurzem Leiden unser Genosse, der Gastwirt Wilhelm Reuter IM 33. Lebensjahre. Die Beerdigung findet am Sonnabend, nachmittags 2'/z Uhr, von der Halle des WilmerSdorjer Gemcindesriedhojes aus statt. 194/4 Der Vorstaad. Danksagung. Für die vieren Beweise herzlicher Teilnabme be! der Beerdigung meines ieben ManncS und guten BatcrS «Joseph Krause sagen wir allen Verwandten und Bekannten unseren, berzlichsten Dank. Witwe Eleonore Krause «nd Kinder. 785 b Deutscher Baoarheherverhand. Zweigvercin Berlin. Bezirk Wilmersdorf. Am 30. Dzcmber starb unser Mitglied, der Gastwirt Wilhelm Reuter. Ehre seinem Andenken: Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 2. Januar, nach- miltags 2>/z Ubr, von der Halle des Gemestide-Kirchhoses in W!l- mersdors, Berliner Straße, aus statt. 145/3 Die örtliche Verwaltung. Deutscher Bolzarheiter-Verhand. Zahlstelle«erlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, Nachricht, datz unser Kollege, der Tischler .lokann Roß Görlitzer Str. 63 im Alter von 41 Jahren gc- stoiben ist. Ehre seinem Andenken l Die Beerdigung findet am Sonntag, den 3. Januar, nach- mittags 3 Uhr, von der Leichen- Halle des neuen Treptower Ge- meinde-Fricdhofcs, Kiefholzstratze, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 95/6 Die Orfsverwaltung, Den Heidentod sürs Vaterland starb am 19. Dezember aus dem östlichen Kriegsschauplatz nie n heitzgelieblc. Mann, unser Herzens- guier Valer, Sohn, Bruder. Schwager, Ontel, Enkel und Neffe, der Friseur /MbGi't Hirthe im noch nicht vollendeten 32 Lcbensjabre, Dies zeigen schmerzersüllt an Derta Hirthe geb. Bengsch 7796 nebst Kindern. Es ries die Pflicht ihn in den Streit Und tapfer zu kämpjcil war er bereit. Wir hofften aus ein Wtrderfchn. Doch grötzer ist jctzi unser Leiden. Da dieses nicht niehr kann gcschehn. Geflossen ist sein junges Blut Zu früh jllr uns. Er war so gut. Leicht sei ihm die fremde Erde l Wand der Lithographen. Steindrucker u-vemandtenDerule (Deutscher Scnefeldcr-Bund). Nachruf. Den Mitgliedern die traurige Nachricht, datz unser Kollege, der Lichtdruckcr Ernst Weiß am 15. Dezember im Alter von 35 Jahren an Lungcnleiden ver- starben ist. Sein Andenken wird uns stets in Erinnerung bleiben. 108/6 Tie Berwaltung IV. 2entra!?erljand der Asphalteurc Deutschlands, Nachruf. Den Mitgliedern zur Nachricht. datz der Kollege Paul Radke an den Folgen eines Kopsschusses. welchen er aus dem Schlachtselde im Osten erhielt, am 21. Dezem der im Lazarett verstorben ist. Ehre seinem Andenken l 291/11 Die Drlaverwaltung. Turnverein„Fichte" Berlin. (Mitglied des ülrbeiter- Turncr-Bundes.) Unfern Mitgliedern die traurige Nachricht, datz unsereTurnfchwcster Zill LcBneicJer Nitglied der 6 Frauenabteilung. im Aller von 23 Jahren ver- iiorben ist. Ehre ihrem Andenken.' Die Beerdiguiig findet am Sonntag, den 3. Januar, nach- mittags 3 Uhr, auf dem Fried- hos der Freireligiösen Gemeinde Pappclallee 15/17, statt. Rege Beteiligung erwartet 185/5 Ter Vorstand. Danksaxnnx. Für die rege Beteiligung und Kranzspenden bei der Beerdigung des Zimmerers' Eco Riinspie's lagen wir allen Teilnehmern herz- liehen Dank. 791b Die trauernden Hinterbliebenen. Rest-Ausverkauf motar HamsD-MäDlel Vom Export noch übrig b.icbene fcinfarbige 1 » » » » ge-» Winter- u.Uebergangs-Nlster,» Capes, schwarze Franc«-- � mäntel_» l zu Spottpreisen in Serien• von 8 M., 10 M., 12 M.» Joseph& Bender,» 1 237/7* 26 Jägerstras.e.[ Sonntag von 12—2 Ubr. !■■■■■■£■■■■■■■ t Sonnrag von 12—2 Ubr. b »»»»»»«»»»»» ■m Schimpfer! achtet auf die gesetzlich geschützte Packung, um Qoldfarb echt zu erhalten! Stall besonderer Meldung. Am 30. Dezember 1914, m NagS '],l Ubr, entschliej nach längerem Leiden mein lieber Mann, unser guter Sob». Bruder, Schwager und Onkel, der Restaurateur Wilhelm Reuter im 33. Lebensjahre Dies zeigt iicsbetrübt im Namen der Hiniervliebenen an Edda Reuter geb. Ritsche. Die Beerdigung findet morgen Sonnabend, den 2. Januar 1915. nachmittags 2», Uhr, aus dem WilmerSdorjer Gemeinde- Fried- hose statt. 80A �jndhetlstofoa AGMsarb FttltSsStlltflJtfk DJI.W.Z.10OA2. Health snuff robacco fabac ä priser de sanr& lafcaka do zazywania dla zdrowte. labscco da naso alla saluta. ■■■■»»»»».»■■■■■■■ i '•"Ä�Westmann Deutscher Iransportarlieiter-tErtiani. QrtSverwattung Spandau. Unfern Mitgliedern hiermit zur Nach, ich:, datz am 4. Dezcmbei ansei langjähriger Kollege Karl Lelchovv in Frankreich gesallen ist. Ehre seinem Andenken.' 69116 Die Drisverweitung. I Inventur-Ausverkauf nur Lss.ii 55 kurze Zeit. eleganteste und einfachere Plüschmäntel Seal, Wollpläsch, Seidenplüxch........ 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Laden Geöffnet von 9—2 und von 4— 7 Ubr. i o.cnkliaicr und tl innicnhnrjter Vorstadt: A. Wolgast Wallslratze 9. Geöffnet von 9—2 und von 4—7 Uhr. <,esnndbrnnnen: Fi> ch er, Baslianslr. 6, Laden. Geöffnet von 9— 2 und von 4— 7 Uhr. s chbnhnuser Vorstadt: Kart Mars, Greisenhagenei str. 22. Geöffnet von 9—2 und von 4— 7 Uhr. , die, siiii: Karl Schwarzlote. Bismarckstr. 23. Geöffnet von 7 Uhr morgens bis 8 Uhr abends. Alt-«, licnicke; Wübeim Dürre, Köpenicker Stt. 6. Nanu sciinlcnocx/: H. Hornig. Marienldaier Str. 13, l. Bernaa, Hfintgentai, Zepernick, Sch»now, Schön biück»nd Duch: Heinrich Brote. Mühtenstr. 5. Laden. Itolinsdori, Ealkcnbcrj; müi Ealkcnhorst: Paul G e n s ch, BodnSdori. v enosiemchaslshaus.Paradies'. � « hariottcnhnrx: Gufiav S chaiuderg, Sesenhemrer Str. 1. Ge- öffnet von 9— 2 und von 4— 7 Uhr. Kick'» aide, Scli möckn itz; Oskar Mable. Bismarckstr. 4. Erkner, Vcn-Zittan: E m i l I w a n g. Schaniweberstr. 10. Ercdcrsdorl-Pctcrskagc», Exgersdorl: Ussenwajjer, Pelersdag-n. Ericdcnan, JSteglit*, Stidcnde,«srt L- Eichterfelde, l.ank»itz: H>. B e r n i e e, Alsenstr. 5 in Steglitz. Geöffnet von 11—1'/. und von 4'/,— 7 Uhr. Ericdrichshaxea, Eichtenao, Rahnadorf, Schöneiche, Kl.-Sch» nebeck: Ernst Wertmann, Friedrichshagen, Köpe- nicker s trage 18. Cirtinaa: Franz Klein, Friedrichsir. 10. Aoiiannistiial, Rodo»: Max G o n I ch u r. Barkstr 23 Rarishorst: Lskar Schaarichmidt. Augusle-Vitlorja-Str. 18. Rönixs-W naterhausen, W ildau, Mlederlehrae: Friedrich Baumann, Bahnhojstr. 2. Eingang Beestower Straße. Köpenick: Emil Witzlet Kietzeritr. 6. Laden. Geöffnet von moigens 7 Ubr bis abends 8 Uhr. i Irlitenbcrg 1. Eriedrichsfeide. Rohcnschönliauscn: Otto Settel. Warlenbergitrage l(Laden/ Geöffnet von 8'/,— 2 und von 4'/»— 7 Uhr. Elclitcnberg II, Muninielsbnrs. Stralau; fl. Noten. Cranz. Cttl-Botzaagen 56 Geöffnet von ll—l'/, und von 4'/,— 7 Uhr. I.aiilsdori. Ranisdorl. Ricsdori: V. Hetzberg, Kaitts- dori, Ferdinansslraxe 17. T ariendort: Augnn Leid. Cbau'jeeitt. 29. I! aricnicldc: Einii Weinerl. Berliner Str. 114 II. >« i,> I»xcn. I cxicxnrtcn Gustav Bergmann, KönigSallee Ecke Gartenslratze. Vcnkölin: P. H e i n r i ck, Neckaritr. 2. cm Lasen. Geöffnet von 9— 2 und von 4— 7 Ubr; Neukölln. Britz: Rohr, Sieg/riedstratze 28/29 Geöffnet von 9— 2 und von 4— 7 Uhr Mcder-Schönewelde: Wilhelm Unruh, Brückenilr. tO. II. V o« a» es: Wilbeim J a v v e. Lulherstr. 2. D bcr-Schönc» cide: Alired Bader. WilbetmiiienHojftr. 17, Laden. Geöffnet von 7 Uhr morgens bis 8 Uhr abends. Panko», Mcderschönhaiiaen. Mordend, Erz.-Bach- bulz. itlankcnburg:: Ritzmonii, Muvleuilr 30. Geöffnet von U— l1/, und von 4'/,— 7 Uhr. Itciniekcndorl- Ost. W'ilheliiisrnh und tzctiö» bot-, P. G u r> ch. Provmzilr. 56. Laden. Geöff.tei o. ll—l1/, u- 4'/,— 7 Uhr Scbenkendort V.Könlgs-Wuilerhaujen: Epr. Hantsch t e, Lorsslr. 10 Sciiönebcrx: Bilvctiii Bäum, er, Marlin Luibcr-tr. 69.>m Laden. Geöffnet von 9— 2 und von 4— 7 Uhr. Spanoau, onnendumin. Staaken. Seegefeld und 1- ulkeniiagcn: Stoppen, Brettenr. 64. Geöffnet von 8 Uhr morgens bis v Uhr abends. Tegel, Dorsig» aide, Wittenau. W'aldmannsliist, Itcrmsoorl, Nohen- Sfenendorf, Dirken» erder, Ircie Scholle u. Reinickendorf- Weat: Vam Mienajl, Borfigwatdc, Räuichslratze 10. Geöffnet von 11—1'/, u. von 41/,— 7 Uhr. Teltow: Wilhelm B o n o w, Tetloio. Berliner Str. 16. T empethoi: Joh. ztzr o h n. Boruijiastr. 62. Trcpto»: Rod. Gramenz. Kieiholznrage 412, Laden. Geöffnet von 7 Uhr morgens bis 8 Uhr abends.. W clkensee, Reineradorl: K. Fuhrmann,«edanstr. lOo, Part. Geöffnet von 11—1'/, und von 4»/— 7 Uhr.. � � j r W ilmersdorf, Ilalcusee, Scliiuargondorf: Paul schabe rt, Withetmsaue 27. Zeuthen. Miersdorf: Ernst H ütt l g. Zenthen. Miersdsr,er Str. 14. Zossen: M a t u j ch e l, Maril/rr. 5. SämUlcht Parteiliteratur sowie alle wijienichafllichen Werte werden gtliejert. Sonntags find die Ausgabestellea geschloffen. Hanke'® BrotbSckerelen bringen sich zum Heuen Jahne ihrer werten Kundschaft in Erinnerung und empfehlen ihr bekanntes Pdiianbrot Nu» schied von uns das alte IaHri Sank in de» l�lrem der Ewig eil! Dies Jadr, das; ach— so stlimnfch war- Den icrieg mis bradit'— die ich«.'tu Seit; So Manchem bracht' es Leib mid Trauer; Demi reiche Ernte Hielt der Tod;— Dem'�sirgersmamie, wie dem Bauer Bracht' durch de» Krieg co mau e Not. Das neue Jahr ist nun eifdnenen!— Wir orüßtcu es mit Glascrklaug; Und schau'u mit hoffmiiigsfroheu Mienen Entgegen ihm.— uns ist nicht bang— Ist Krieg euch ssterall ani Erde», Nidit lange währet mehr die Nor; Bald wird es wieder Frieden werden Und Jeder stndet dar.» sein Brot.— Und Hanke wünscht all' seinen Kunden: Dan dieses neue Jahr bcschcer' Necht viele schöne lrohe Simiden, Glüh, Segen. Reichtum und viel Ehr!— Daß Freud' und Hoffnung wieder blühen; Daß aller Kummer sei verda ut; Und daß teoti aller Not und Mühen Noch wachs und blüh' das Denchche Land. Neujahr 1915! mit d laut Bundesratsverordnung vorgeschrieb.„K."- Zusatz. Dasselbe ist kräftig, wohlschmeckend u. hält sich lange frisch. Hanke's Brotbäckereien be8flic2en in allen Stadtteilen Berlins u.Umgegend f0�et; 14 SiO jncScintr. 4». Etnaami C sUlteidiöntonicrSi lilt-äv di äliferftt. H5 tremlinitr«lt. 4!» N önualtecnftt. 150 . ai'etnbftretoen 1 . Antlamer Str. 28 . euiincmünSer Str. 114 . Mlilietstt. IOSb . ZleiuictcnVvrf er Sit.»» . Sinöuw-i.sct«rt. 14 . Sdittet'tt. 12 . Litbenwaldtt Str. 44 . UJcintdcnlioret Str. 50 . Piiibuiet feit. 20 . Ptintena lltc 10 . Sttitintt S it. 7 . SJeUermaiimtr. H4 . Ztteienwaldet Sit. 2» . Panlttt. 0 1 lLtttcittkt. 8 a Wall,'lt. 21 Nene Ho dislt. si . Wie' eniit. 7 . Bern,»et Sit, 10 . U.tedmt Sit. 15 . Lude latver Sit. 4 ,«oidiner Sit. 70 . Sdiwedenitt. 5 N«winemündet Sit. . Kotlotet itt. 20 „ NecketmünSet Sit. 1 . Feiiaftt.-1 . lLiianneelit. 08 . Keniikit. 84 » Boqenftt.>8 ., Nanin-tilr. 20 Bieientoaiet Sit, e».'leuc..viiinttt. 1�2 . 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Nachmittags 3 U h r: Lesstiig-Theater: Liliom. Deutsches Opernhaus: Fra Diavolo Schillcr-Thcater Charlottcnburg: Uriel Acosta. Monlis Operetten- Thealer: Der lachende Ehemann. Volksbühne: Wenn verjünge Wetn blüht. Abends 8>/, Uhr: Volksbühne: llnbeslimmt. WrlcMeho Hilfe bei Hustenanfällen und starker Verschleimung durch Reichels Echte Asthmatropfen. Berühmt durch ihre Wirkung! Zahlreiche Erfolgsberichte! Fl. 2,50 Otto Reichel, Berlin 43, Eisenbahnstr. 4. IUI IMtüliC fj Hustenai Allen unseren lieben Gasten, Freunden und Bekannten tum Iahrrswrchstl die herzlichken Glüchrnunsche! Oswglll Wermulk und Ersu 1 Sckönksuser Allee 118», Ecke Kopenksxetier Str. 1. Bötzowr Ausschank .«.seesseeeeeeeeese»«»»»»s Kssssssssssss w vi/ \l/ vi/ vi. W vi/ 0/ zum neuen Jahr!| Unserer werten Kundschaft die besten Glückwünsche ScbSnhauser Allee 70c. ff«ifjcgeeg-egggccsge� y Meiner werten Kundschaft die herzlichsten Glückwünsche zum neuen Jahr Hermann Warner, Fernsprecher: Amt Norden 640. � Meiner werten SUiuölchaft wünsche rin fröhl dies neues Jahr v. Uli»ieI««Iin, Handlung gerauchecter Seefische, Keiibuser Damm 6. bltLL En gesnnile? Nenjalis wünscht allen Bekannten, Freunden und Genossen Max r'tsdei', Stephanstraße tt. Hugo Meyer, der alte Rlxdorscr, am Treptower Park 37, wünscht seinen lieben Gästen und Freunden im Kriegsdienst und zu Hause ein fröhliches neues Jahr! ?rosit 5lsujskr! wümdU 786b Hermann Mchwclkardt. Rollkrag, RitterstraBc 30. Wünsche allen meinen Gästen einfrohes, fröhliches, neues Jahr. .D rtlir<>! nttkoivMkl, Spandau. Bismarckstr. 6. Ein frohes nenes Jahr wünscht allen Güsten, Freunden und Genossen 776b tluxo i�ocfikaus, Gastwirt, Schliemannstrafte 30. 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Glocke.Lerlut. Druck u.13er1az:Lorwärt» Susdruckerei u. iLerlagsunlillll Paul Singet a. Eo.. LrrlmsM Nr.t. 32. Jahrg. KMs-ScilM des Lswiirls" flr ZRe»-WM t. Januar 1913. Msfiihrungsverorönung betreffenö Einigungsämter. Der gestrige„Reichs-Anzeiger" veröffentlicht die Ausiührungs- Verordnung zu der Bundesralsbekanntmackung vom 1Z. Dezember über die kommunalen Einigungsämler, die zwischen Mietern und Vermietern oder zwischen Hypolhekenschuldnern und Hypolhekengläubigern einen billigen Ausgleich vermitteln sollen. Danach ist der Antrag aus Verleibung des Rechts, das Erscheinen einer Parlei zu erzwingen, die Parteien zur Auskunft zu ver- anlassen und von ihnen eine eideS st ältliche Versicherung der Richtigkeit und Vollständigkeit ihrer Auskunft entgegenzunehmen, an den Minister des Innern zu richten. Die anderen wesentlichsten Bestimmungen der Ausführungs- Verordnung gehen dahin: Den Vorsitz bei den Verhandlungen des EinigungsamtS hat ein für daS Richteramt oder den höheren Verwaltungsdienst be- fähigtes Mitglied zu führen, das vom Gemeindevorstand(Gemeinde- Vorsteher) ernannt oder bestätigt wird. Die Pflicht zum E r s ch e i n e n ist in der Regel eine per- sönliche. Aus Gesetzen oder Generalvollmachten sich ergebende Ver- tretungsbefugniffe sind anzuerkennen. Von der Verhängung einer Ordnungsstrafe ist, wenn die Zuwiderhandlung durch die persönlichen oder wirtschaftlichen Ver- hälinisse des Verpflichteten entschuldigt wird, sowie in der Regel dann abzusehen, wenn sie erstmalig erfolgt. Die Höhe der Ordnungsstrafe ist nach der wirlichastlichen Lage de« Betroffenen unter den Gesichtspunkten der Wirksamkeit und des Grades des Ver- fchuldens abzumessen. Vor der Verhängung der Ordnungsstrafe ist diese unter Bestimmung eines neuen Termin« anzudrohen. Das Nichterscheinen der Beteiligten ist in der Regel als entschuldigt anzusehen, wenn sie einen zur AuskunsiSerteilung schrifrlich bevoll- »nächtigten Vertreter entsenden, der mit ihren für die Vermittelung erheblichen Verhältnissen vertraut ist. Auswärtige Vermieter können sich durch ihre Hausverwalter vertreten lassen. Auswärtige Hyvoihekengläubiger können nur dann in eine Ordnungsstrafe ge- nommen werden, wenn sie vor dem von der Gemeindebehörde er- suchten Gemeindevorstande(Gemeindevorsteher) ihres Wohnortes oder Aufenthaltsortes unentschuldigt nicht erscheinen und auch einen Ver- treter nicht entsenden. Schweben vor einem EinigungSamt mehrere Sachen, an denen ein und derselbe Vermieter oder ein und derselbe Hypothekengläubiger beteiligt ist, so sind diese Sachen möglichst derart miteinander zu vereinigen, daß nur einmaliges Erscheinen dieser Beteiligten erforder- lich wird. DaS Verfahren vor dem EinigungSamt ist nicht ö f f e n t- lich. Die Mitglieder des Einigungsamtes haben die Ver- Handlungen sowie die hierbei zu ihrer Kenntnis gelangenden Ver- hältnifse geheim zu halten. Der Vorsitzende hat sie hierauf hinzu- weisen. /tos Groß-öerlin. Unser Neujahrswunsch. Unsere Lescrgemeinde, der wir heute unseren Neujahrs- Wunsch darbringen, ist nicht mehr dieselbe wie im Vorjahre. Viele Tausende aus Grotz-Bcrlin stehen im Felde und setzen ihr Alles ein, um den Sieg der deutschen Waffen herbei zuführen. Wir wissen, daß sie im Geiste bei uns sind, und ihnen ist bekannt, daß auch wir an sie denken. Wir senden ihnen unseren Gruß ins Feld und hoffen, daß ihrem Mühen der Erfolg beschieden sein möge, ein Erfolg, der ein dauernder werden möge. Denen daheim, die unserem Blatte die Treue bewahrt haben, wünschen wir, daß auch sie durchhalten mögen trotz aller Schwierigkeiten. Diese Treue hat uns über vieles fortgeholfen und gezeigt, daß Frcundestreue kein leerer Wahn ist. Möge sie auch ferner sich betätigen! Mag das neue Jahr uns auch noch manche Entbehrungen der verschiedensten Art bescheren: Ausdauer und Zähigkeit gibt die Gewähr des Fortschritts auf allen Gebieten! Das Wochenabonnement. Im Laufe des Jahres haben unsere Parteifreunde den lebhaften Wunsch geäußert, den„Vorwärts" im Wochen- abonnement beziehen zu können. Diesem Verlangen hat der Verlag seit einigen Monaten entsprochen. Der„Vorwärts" kann wöchentlich bezogen werden zum Preise von Pfennig. Durch diese Einrichtung ist es den Abonnenten leicht gemacht, ihr Blatt auch in der jetzigen schtveren Zeit zu halten. Jede Botenfrau sowie unsere Speditionen nehmen Bestellungen auf den„Vorwärts" entgegen. Wir bitten auch unsere Partei- genossen, auf diese Einrichtung zum Bezüge des„Vorwärts" besonders hinweisen zu wollen. Unseren Lesern teilen wir gleichzeitig mit, daß am 2. Januar eine Ausgabe des„Vorwärts" erscheinen wird. Tas Tcmpelhofer j?eld im Jahre 187O/7t. Wenn im Jahre 1ö/l> ein Flieger das Tempelhofer Feld über- kreuzt hätte, so hätte er einen seltsamen Anblick gehabt. In einer riesigen Zickzacklinie überzog damals eine Reihe langer, schmaler Häuser, ganz neu erbaut, das große Feld. Jedes der Häuser auf dieser Zickzacklinie stand in westöstlicher Richtung derart, daß die vorherrschende Windrichtung zwischen den einzelnen Häusern hin- durchstreichen konnte, ohne daß die von dem einen Hause kommende Luft eines der anderen überzog. Das System dieser Barackenanlage für Verwundete— denn um eine solche handelte es sich— war aus jenen Lehren der vorantiseptischen Zeit hervorgegangen, die der ver- pestelen Luft den ungünstigsten Einfluß aus die Wundheilung zuschrieb. Ilm alio zu verhindern, daß die von der einen Baracke kommende Lust eine andere berührte, ordnete man die Lage der einzelnen Baracken zu einander in per beschriebenen Weise an. Das Vorbild der Anlage auf dem Tempelhofer Feld war das Lincoln-Hospital in Washington, das während des amerikanischen Sezessionskrieges gute Dienste ge- leistet hatte. Die drei Winkel, aus denen die Zickzacklinie auf dem Felde bei Berlin bestand, befanden sich unter verschiedener Ver- waltung. Der nördliche war vom MilitärfiskuS, der südliche vom „Berliner Hilfsvcrein für die deutsche Armee im Felde" errichtet worden: die mittlere, größte Gruppe der Baracken war von der Stadt Berlin erbaut. Quer durchschnitten wurde das Feld durch die Eisenbahn, damit so die Verwundeten möglichst nahe bei der für sie bestimmten Baracke den Zug verlassen konnten. Von der inter- essanten Anlage ist nach zeilgenöisiichen Bildern und Beschreibungen jetzt ein großes naturgetreues Modell hergestellt worden. Dieses Modell ist, was vor allem alte Berliner interessieren wird, gegen- wärtig auf der„Ausstellung für Verwundeten- und Kranken-Fürsorge im Kriegs" im Reichstage zu sehen. Aus der Säuglingsfursorge der Stadt Berlin. Die Berliner SäuglingSfüriorge stellen hatten schon im vorletzten Jahr eine bedeutende Erweiterung des Kreises ihrer Schützlinge gehabt. Noch viel stärker war die Jnanspruchnabme in dem letzten Jahr, dem Etatjahr 1313/14(1. April 1313 bis 31. März 1314), aus dem jetzt der Jahresbericht vorliegt. In den Etatjahren 1311/12, 1312/13, 1313/14 wurden von den Säuglings- fürsorgestellen 13 841, 16 874, 13 231 Kinder neu in Obhut ge- nommen. Mit den je aus dem vorhergehenden Jahr gebliebenen Beständen von 3837, 3222, 2243 stellte sich für die drei Jahre die Gesamtzahl der von den Säuglingsfürsorgestellen behüteten Kinder auf 17 728, 23 336, 23 831. Die Zunahme fällt um so mehr ins Gewicht, da in derselben Zeit die Geburtenminderung in Berlin fortgeschritten ist. Verglichen mit der Zahl der in den drei letzten Etatjahren hier lebendgeborenen Kinder waren die neu in Obbut der Füriorgestellen genommenen Säuglmge 32 Proz.. 40 Proz., 47 Proz. Die beträchtliche Mehrung ist lediglich dadurch zustande gekommen, daß jetzt die unehelichen Kinder in iehr viel größerer Zahl als bisher den Säuglingsfürsorgestellen zugeführt werden. An den Neuaufnahmen der drei Jahre waren beteiligt die ehelichen Kinder mit 11336, 11283, 11 444, die unehelichen mit 2442, 2234, 7147. Verglichen mit der Zahl der in Berlin lebendgeborenen Unehelichen betrugen die Neuauwahmen Unehelicher 22,6 Proz., 22.4 Proz., 77,1 Proz. Diese außerordentliche Steigerung ist das Ergebnis der Tätigkeit des Vormundschaftsamts von Berlin, das seit dem vorletzten Jahre den Säuglingsfürsorgestellen die von der Siadt bevormundeten unehelichen Kinder zur Behütung zuweist. Die Fürsorgestellen können um so erfolgreicber arbeiten, je zeitiger ihnen die Kinder zu- geführt werden. Das Vormundschastsamt ordnet das schon sehr bald nach der Geburt an. Dieser Maßregel ist es mitzuverdanken. daß die Zahl der schon in den ersten Lebenswocheu zu den Fürsorgestellen gebrachten Säuglinge erfreulicherweise sich weiter erhöht hat. In den drei letzten Jahren waren unter den Neu- ausgenommenen 43.7 Proz., 22,2 Proz., 60.2 Proz., die noch im ersten Lebensmonat standen. Gemindert hat sich bei den Neu- aufnahmen leider der Anteil der Brustkinder: er war 62,7 Proz., 62 Proz., 62.3 Proz. Der Bericht gibt hierfür keine Erklärung: vielleicht ist sie in der Mehrung des Anteils der unehelichen Kinder zu suchen. AuS den sonstigen Angaben über das letzte Jahr sei noch erwähnt, daß sich gemehrt haben die Konsultationen bei den Fürsorgeärzten auf 188 734(Borjahr: 178 372). die Hausbesuche der Helferinnen auf 134 483(Vorjahr: nur 72 313). Die Still« Prämien haben sich leider gemindert, auf diesmal 182 321 M. für 3712 Mütter(Vorjahr: 182 332 M. für nur 3136 Mütter), so daß der Durchschnitt vro Mutter nur noch 18,83 M. war(Borjahr: 23.21 M.). Mit Milch und Nährpräparaten wurden 4214 Kinder (Vorjahr: 3324) versorgt. Der gesamte Betrieb der Fürsorgestellen einschl. Verwallungskosten erforderte 433 222 M.(Vorjahr: 377 333 Mark), pro Kind 16,83 M.(Vorjahr: 18,77 M.>. Der Bericht streift die Frage, ob die in den letzten Jahren beobachtete Minderung der Säuglings st erblichleit zurückzuführen sei auf die Säuglingssürsorge allein oder vorwiegend auf den bedeutenden Ge burtenrückgang und die hiermit gegebene größere Pflegemöglichleit. Statistisch läßt sich das nicht beantworten. Das Jahr 1314 hat übrigens, wie wir vorgreifend feststellen wollen, trotz unveränderter Fortdauer des Geburtenrückganges wieder mal eine Erhöhung der Säuglingssterblichkeit gebracht._ Arbeitslosenfürsorge der Stadt Berlin. Nach der Geschäfisslatistik für die Woche vom 7.— 13. Dezember sind bei den 23 städtischen Geichäftsstellen 1282 Gesuche eingegangen: davon wurden abgelehnt 331. an die Landcsversicherungsanstalt Berlin verwiesen 227. bewilligt 1248. Ausgeschieden auS der Unier stützung iüberwiegend wegen Wiedereintritts in Arbeit oder Erwerb) sind 1252 Personen, sie bezogen Unlerstützung im Gesamtbetrage von 65 386M., davon je 4 M. 13484 Personen, je 5 M. 2413 Personen. 2. Von der Stadt wurden an 6336 Mitglieder von 1 2 A r« beiter- und Angestelltenorganiiarionen, die selbst satzungsgemäß Unterstützung gewähren, Zuschläge im Gesamtbetrage von 13 536.27 M. gezahlt. Hiervon trafen auf die freien GeWerk- schaften 5732 Mitglieder mit 17 626.52 M.(und zwar Metallarbeiter 2337,32 M.. Holzarbeiter 2737,13 M. usw.). 3. Die Landesversicherungsanstalt Berlin hat von 13 171 bei ihr eingegangenen, teils von den städtischen Unter- stützungstommissionen ihr überwiesenen, teils von den Organisierten ihr eingereichten Gesuchen 13 838 genehmigt. Gegenüber der Vor- Woche sind ausgeschieden aus der Unterstützung— Personen, hinzugekommen 243 Personen. Insgesamt sind 33 333 M. an 4062 Per- sonen gezahlt worden.(Da die Organisierten bier nicht besonders angesührt werden, ist zu bemerken, daß eine Anzahl Organisierter unter 2 und 3 doppelt gerechnet wird.) Berlin als Vormund. Das Vormundschastsamt der Stadt Berlin hatte im Etatsjahre 1313/14. dem zweiten seit seinem Bestehen, eine beträchtliche Zunahme der Tätigkeit und eine erfreuliche Sleigerung des Erfolges. Der jetzt vorliegende Jahresbericht meldet daß in 1313/14<1. April 1313 bis 31. März 1314) neu 4601 Vormundschaften übernommen wurden, gegenüber 4213 im Vorjahre. Das erste Jahr hatte, da 843 Vor- mundichaften noch vor JahreSabschlnß wieder erloschen, mit einem Bestände von 3370 Mündeln abgeschlossen. In 1313/14 wurden diese 3370 und die 4601 neu dinzugekommencn Mündel bevormundet, zusammen 7971. Bis zum Schluß des JahrcS schieden durch Er- löschen der Vormundschaft noch 1827 Mündel auS, mithin blieb am 31. März 1314 ein Bestand von 6114 Mündeln. Die Stadt will die Vormundschaft nur über uneheliche Kinder führen, die in Berlin und nach dem 31. März 1312 geboren sind. Im ersten Jahre erhielt daS Vormundschastsamt 3163 Meldungen unehelicher Geburten und übernahm 4213 Vormundschaften, das zweite Jahr brachte 3141 uneheliche Geburten und 460l Vormundschaften(wovon 300 noch Geburten gus den letzten Wochen deS Vorjahres betrafen). Dabei ist zu berücksichtigen, daß oft überhaupt kein Vormund mehr vorgeschlagen werden konnte, im ersten und im zweiten Jahr 1682 mal und 2059 mal, nämlich 293 mal und 316 mal wegen in- zwischen schon eingetreleiren Todes des Kindes, 36 mal und 87 mal wegen bereits erfolgter Legitimation durch Ehe der Eltern. 1233 mal und 1626 mal deshalb, weil die Mutter vor und nach der Eni- bindung ihren Wohnsitz außerhalb Berlins hatte und nur zur Ent- bindung hierher gekommen war. An der hohen Zahl der Vormund- schaslsbeendigungen sind leider die durch Tod des KindeS herbei- geführten sehr reichlich beteiligt, diesmal mit 822 Fällen bei über« Haupt 1827, im Vorjahr mit 48 k bei überhaupt 843. Außerdem er- losch die Vormundschaft der Siadt im letzten bezw. vorletzten Jahr in 292(23l) Fällen wegen Legitimatron durch Ehe, in 4(1) Fällen wegen Ehelichkeitserklärung, in 6(0) Fällen wegen Adoption, ferner in 264(98) Fällen wegen Abgabe an andere Vormundschaftsgerichte, in 134(30) Fällen wegen Bestallung anderer Vormünder, in 2(2) Fällen aus sonstigen Gründen. Bon den 822(481) verstorbenen Mündeln waren 262(338) erst 0 bis 6 Monate alt. 204(83) über 6 bis 12 Monate, 83(0) über 1 bis 2 Jahre. Von den 232(231) legitimierten Mündel» waren 221(171) erst 0 bis 6 Monate alt, 212(60) über 6 bis 12 Monate, 126(0) über 1 bis 2 Jahre. Die hier hervortrelenden Unterschied erllären sich daran«, daß das Vormundschaftsamt im ersten Iah: seiner Tätigkeit zunächst nur Kinder des ersten Lebensjahres, i:: zweiten Jahre aber Kinder der beiden ersten Lebensjahre zu bevo: munden hatte. Unter den jüngsten Kindern räumt ja der Tod bc sonders stark aus. Legitimation dagegen erfolgt seltener schon in dcu ersten Lebensmonaten. Aus den Mitteilungen des Berichtes iibr, die Arbeit des Vormundschaftsamts seien nur noch einige Haup: punkte wiedergegeben. Aehnlich wie die Mündel habe» die für> geführten Prozesse sich gemehn: im ersten Jahre wurden 1113, in zweiten wurden 1671 Prozesse angestrengt. Stärker»och hat h für die Mündel erzielte wirtschaftliche Erfolg sich gesteigert. Uni. Einrechnung direlter Zahlungen der Erzeuger au Mütter und Pfleg: stauen war die Summe der für die Mündel geschaffenen Vci mögenswerte im ersten Jahre 312 000 M., im zweiten 1 000 612 ff Immer mehr gelingt es. die Erzeuger dazu anzuhalten oder, zwingen, daß sie für ihre Kinder sorgen. Aussondern muß man 1 Fälle, wo entweder ein Anspruch nicht verfolgt werden konnte odc über den Anipruch noch nickt entschieden war. Für die übrig: Fälle ergibt sich, daß bis Schluß des ersten Jahres in 68.2 Pro bis Schluß des zweiten Jahres in 77,2 Proz. der bis dahin üba nommenen Vormundschaften die Erzeuger für die Kinder sorgten. Eine recht tendenziöse Rechtfertigung deS KrlegSfürsorgeamtS de; Stadt Lichtenberg, das kürzlich die Empfänger von Familienuntc. stützmigen auf die Begleichung ihrer Mietverbindlichkeiten ausmerlsao machte und Zahlungsunlusligen die Einbehaltung eines Teiles ihr Familienunterstützung in Aussicht stellte, unternimmt das„Lichter berger Tageblatt". Es versteht sich von selbst, daß Familien ihren Verpflichtungc:: zur Zahlung der WohnungSmiete nachkommen sollten, sobald s>. hierzu in der Lage sind. Wenn wir dennoch daS Vorgehen de« KriegssürsorgeamtS g tadelt haben, so deshalb, weil es im Widerspruch mit den von d.. Stadtverordnetenversammlung beschlossenen Kriegssürsorgemaßnahm c: steht und geeignet ist. Härten gegen zahlungsunfähige Kriegersamili: heraufzubeschwören. Diese von uns getragenen Bedenken schein. indessen für das.Lichtenberger Tageblatt" nicht zu bestehen, c macht sich seine Autgabe, die in einseitigem Interesse der Grun besitzer getroffenen Maßnahmen deS FürjorgeamtS zu rechtfertige sehr leicht, indem es schreibt: Mit der„Erbitterung" der Kriegerfamilien wird eS noch i lange gute Wege haben, als die Unterstützungen von den unter stützten Frauen dazu benutzt werden, die Kuckenläden zu plündei:: wie wir daS unter der Spttzmarke„Kuchenvöllerei in der Krieg not" an anderer Stelle unserer Zeitung schildern. ES ist fern. eine in den fünf Kriegsmonatcn vielfach bestätigte Erfabruug, do die Mehrzahl der Kriegcrfamilien mit den ihnen bewilligten tni bezahlten Unterstützungen wirtschaftlich viel besser dastehen o vor dem Kriege, wo der Mann einen nicht unerheblichen£v seines Arbeitsverdienstes für sich verbraucht hat. Unter drei Umständen kann man wohl verlangen, daß die Frauen auch in die Zahlung der Miete Sorge trogen. Wir halten infolgedesiV die Maßnahmen des KriegSfürsorgeamtS unserer Stadt für durc au» gerechtfertigt. Ernstlich auf die gegen die Mehrzahl der Kriegerfamilien an gesprochenen Verdächtigungen de« lüderlichen und gewiffenloscn WittschaftenS— der„Kuchenvöllerei in der KriegSnot"— einz» geben, wäre zu viel verlangt. Menschen, die verantwortungslos genug sind, um den Ernst d Lage, in der sich die Ration in bezug auf die Bollsernährung b findet, unberücksichtigt zu lassen, wird es leider in allen B völkerungSschichletr geben. Ein starkes Stück ist es jedoch, a> i gemein zu behaupten, daß„die Unterstützungen von den untci stützten Frauen zur Plünderung der Kuchenläden" benutzt werden. Wer so argumentiert, kann von tieferer Einsicht in die soziale:: BerhSliniss« der minderbemittelten Klaffen in der gegenwärtigen Z wahrlich nicht erfüllt sein._ Jugendwehrkompagnien der Straffenreiniger. Nach einem Beschluß der städtischen Deputation für dii:- SiraßenreinigungSwesen sollen die im Betttebe der Sttaßenreinigui: beschästigten jugendlichen Arbeitskräfte vom 12. Lebensjahre ab d: Fortbildungsschule zur militärischen Vorbildung wöchentlich eine:: Nachmittag überwiesen werden, sie sollen dort zu Jugend wehrkompagnien zusammengefaßt, ausgebildet und im Geläni. geübt werden. Zu Führern der Kompagnien und Züge haben sich einige a' alte Militärs sehr geeignete Oberaufseher und Aufseher freiwillig gemeldet. Die Hilfsbereitschaft der Mannschaft und Burschen der Straßci: reinigung hat sich überdies in dieser Zeit auch zum WeihnachlSsc' in erfreulicher Weise kundgetan, indem diesmal der Erlös au« de::: Verkauf de« von den Straßen eingesammelten Papier« im Betrage von rund 1900 M. nicht, wie sonst üblich, zur Veranstaltung vi Weihnachtsfeiern in den Abteilungen verwendet, sondern mit al seitiger Zustimmung zur Unterstützung unter bedürftig« Familien de: im Felde stehenden Arbeitskameraden verteilt worden ist. Schließlich war e« auch in diesem Jahre möglich, au» bei Stiftung des verstorbenen Stadtverordneten Mentel im Verein mi: freiwilligen Gaben der Firma Johanne« Gerold, Lützowstraße 0 bierselbst, wiederum den bedürftigsten und kinderreichsten Familie des Arbeiispersonal« der Straßenreinigung hübsch auSgestattei WeihnochtSpakete, enthaltend Kaffee, Kakao, Zucker, Mehl und Rei zu spenden. So haben weiterhin 40 Familien eine kleine Weihnacht. gäbe erhalten können, die freudig und dankbar im Sitzungssaal dei Deputation entgegengenommen wurde. Eine KindrSlriche im Funddurrau. Am 27. November». I wurde aus dem Bahnhof Alexanderplatz ein Pappkarton in Vee Währung gegeben. Weil er nicht wieder abgeholt wurde, so übe: wie« die Station ihn dem Fundbureau de« Schlefischen Bahnhof: Dort erregte da« Paket endlich Verdacht, weil es einen üblen Gerw verbreitete. Als man es nun vorgestern öffnete, entdeckte man ii dem Karton die Leiche eine« neugeborenen KindeS, die schon so sta-l verwest war, daß man das Geschlecht nicht mehr feststellen konnte. Eine zweite KindeSleiche wurde vorgestern Nachmittag auf Cha: lottenburger Gebiet aus dem unbebauten Gelände der Königii Elisabeth-Straße am Spandauer Berg gesunden. ES war ein neu geborenes Mädchen, dessen Leiche in ein weißleinene« Tuch ein gewickelt und dann in einen weißen Karton gelegt war. Ein schwerer Eisrndahnunfall hat sich in der vorletzten Nacht an der Wannseebahnstrecke ereignet. Als der Hilfsschaffner Willi Blick aus Lichtenberg auf einem dienstlichen Ganae ein Eisenbahnglei zwischen den Stationen Lichterfelde und Steglitz überschreite:' wollte, übersah er das Herannahen eines Wannseezuges. Er wuri von der Lokomotive erlaßt und zur Seite geschleudert. B. erlitte!:: schwere Zertrümmerung des linken Unterschenkels und fand iin Stubenrauch-Krankenhause Aufnahme. Im Autilopenhaus de« Zoologischen Gartens ist wieder ein i,ik> essantes Zuchtergebnis in Gestalt einer jungen Sumpfantilope sehen, die unter der Pflege ihrer Mutter gut gedeiht,«ehr mci würdig ist, wie da« daneben stehende Männchen, der Vater, vv.i Frau und Kind absticht. Tr ist gehZrnt und schwarz, daZ Weibchen ungehärnt und rot. Das lange, etwas rauhe Haarkleid mit der weisen Fleckung ist allerdings dasselbe, ebenso die eigenartige, langbeinige Gestalt mit den„weichen" Spreizhufen, die bei jedem Schritt auseinanderweichen. Darin kennzeichnet sich, daß die Tiere >ür die Bewegung im Sumpf und seichtem Wasser angepaßt sind, ähnlich wie das Renntiers an das nordische Moor und das Kamel u.l den Wüstensand. Zugleich belehrt ein Rundgang durch das ÄntilopenhauS init seiner großen Tiersammlnng, wie verschieden- artig die Antilopen aussehen. Die moderne Säugetiershstematik hat sie auch längst in verschiedene Gruppen aufgelöst, die alle ebenso wlbsiändig zu bewerten sind, wie die übrigen horntragenden Wieder- lauer, wie Ziegen, Schafe und Rinder. Tie jionfcreliz der Arbeitervibliotlickare von Grotz-Berlin findet ain Ätontag, den 4. Januar ISlS, abends 81/2 Uhr, im Sitzungszimmer des Verbandes der Wahloereine, Lindenstr. 3, lV. tzof rechts III statt. Tagesordnung; 1. Vortrag des Herrn Otto Herfurth:„Das Linden der Bücher". 2. Diskussion. 3. Kleine Anfragen/ Eine schwarze Damentaschc mit Inhalt ist am Sonntag, den 88. Dezember, gesunden worden. Die Eigentümerin kann dieselbe bei Bernhard Witthuhn, Lichtenberg, Rittergutstr. 23, in Empfang nehmen. Eine Schwindeldank. Zu der vor kurzem unter dieser Ueber- fchrift gebrachten Meldung teilt uns Herr M. Ludwig. Schwclbciner Straße 2, mit, daß er mit dem Inhaber dieser Bank nicht identisch ist. IugenÜveranftaltungen. Brih-Buekow. Heute nachmittag 2 Uhr Spaziergang. Bei Frostwdter Eislaus. Treffpunkt Hanncrnann-, Ecke Rungiusswaße. Sonntag, den 3. Januar 19t5. Wanderung nach Saar- mund, Potsdam. Fahrgeld 80 Pf. Tresfpuntt s Uhr Germaniapromenade. Decken, Proviant und Liederbücher nicht vergessen. Kleine Nachrichten. die wahre Ursache öes Weltkrieges. In den„CamsiuSstimmen" finden wir folgende Erklärung des WcltiriegeS: Ein Grund für die Katastrophe des Weltkrieges ist die schamlose, der Hölle entstiegene weibliche Kleidermode, welche so viele junge Leute, und Ehemänner sogar, verjährt hat; Gott wollte diese seine Geschöpfe nicht mehr ansehen, er wendete daS Antlitz seiner Gnade bon den Menschen, die solch schamloses Auftreten duldeten, hinweg und zeigt nun das Antlitz seines gerechten Zornes, und er wird es so lange zeigen, bis diese schamlose Modekleidung der Frauen mit Ver- achtung gestraft oder durch das Volks geri cht abgeschafft wird. Wollen die Völker den Frieden, so schaffe man die Ursachen des Krieges aus der Welt— und diese Ursachen sind die Himmel- schreienden Sünden der Glaubens- und Sitlenlosigkeit und der öffentlich sich breitmachenden Aergernisse. Yao mundo a, soandalis, wehe der Welt um der Aergernisse willen!... Die„schamlose, der Hölle entstiegene weibliche Kleidermode" aber ist nach den„Canisiusstimmen"— der geschlitzte Frauenrock. Was doch ein zur Schau gestelltes mehr oder minder anreizendes Bein nicht alles zuwege bringt! Sturm an der englischen Küste. Wie aus London gemeldet wird, hat in den letzten Tagen ein schweres Sturmwelter in England zu Lande und zu Wasser be- deutenden Schaden angerichler. Mehrere kleinere Schiffe sind zu- gründe gegangen. Ein Segler ist mit seiner B e- mannung gesunken. Mehrere F i s ch d a m p f e r aus Grimsbh werden vermißt; einer von ihnen ist von den Deulschen in der Nordsee aufgebracht worden. ömfkaften öer Reöaktwn. Tis jurististös Svrechstunds findet für Abonnenten Lindcnftr. 3, IV. Hof rechts,»art'rre, am Montag biS Freitag von 3 bis 6 Uhr, am Sonnabend von ü bis ö Uhr statt. Jeder für den Briefkasten bestimmten Anfrage ist ein Buclistake und eine Zahl als Lüxrrzejgzxn beizufügen. Briefliche Antwort wird nicht erteilt. Anfragen, denen keine Abonnementsouittung beigefügt ist, werden nicht beantwortet. Eilige Fragen trage man in der Sprechstunde vor. Verträge, Schriftstüitc und dergleichen bringe man in die Sprechstunde mit. Zwei Streitende, Neukölln. Das erfahren Sie am besten im Eisen- bahnauskunstsburcau Bahnhos Alexandcrplatz oder Bahnhof Friedrich slraße. — Z. litt). 1. Ja.�insoscrn, als das Kind noch aus den Namen des Ehe- mannes geht. 2. sie kann nur aus Antrag des Ehemannes bestrasi werden. 3. Die Heirat wird beiden vorläufig verboten werden. 4. Sie kann in der Wohnung bleiben.— M. M. Ii). Versuchen sie es mit einem Antrag bei der Stcucrtasje.— SIS. F. 4L. Das können wir nicht wissen.— Zh. S. UO. Die Kündigung besieht zu Recht.— Z. 4i). Wegen Herzkrankheit zurückgestellt.— 21. B. 4 Sie haken zu beanspruchen ein Wochengeld von 1 M. täglich aus 8 Wochen und ein event. Srillgeld von 50 Pf. täglich für 12 Wochen nach der Niedertnnft.— Landsturm, l. Ja. 2. Nach der W-hrordnimg.— A. Z. 70. Sie können Zeugnis und Eid verweigern.__ Eingegangene Druckschriften. Hest 13 der„Neuen Zeit" vom 1. Januar l&lö ist erschienen. ES hat folgenden Inhalt: Die Partcitakllk während des Weltkrieges. Voni Gustav Eckstein.— Die englische Arbeiterklasse und der Anlijakobinerkricg. (Zur Vorgeschichte der Internationale.) Von N. Rjasaiww.— Vom Wirt-» ichastsmarkt. Von Heinrich Cuuow.— Landwirtschast und Krieg. Voie Karl Marchionini.—"Notiz: G. E., Die Rückwirkungen des Weltkrieges aui Palästina.— Feuilleton: Die Künstler und der Krieg. Von Nudolj Franz,. — Literarische Rundschau: Sp.: Artur Dix, Der Wcltwirtschaststrieg. Tie Ritter des Eisernen Kreuzes in alphabeti cher Reihen-- folge. Bd. 1. Hest 1. 30 Pf. H. Bcrmühler, Bcrün-Lich lers eld e. Amtlicher Marktbericht der städtischen Markthallen-Direktion über den Großhandel in den Zenlral-Marklballen.(Ohne Verbindlichkeit.) Donnerstag, den 31. Dezember. Flenchc Rindfleisch per 50 kg, Ochien- jleisch lu 88-97, do. IIa 82-87, do. Lila 75- 1; Bullensleisch la 80—91. do. IIa 76—83; Kühe, seit 64—68, do. mager 46— 50; Fresser 64—72, Fresser, dänische, 53— 60, Bullen, dänische, 58—70; Kalbfleisch: Doppellender 135— 145; Mastkälber la 105— 115, do. IIa 90— 104. Hammel« fleisch Mastlämmer 99—100; Hammel la 83— 9l. do. IIa 76—82; Schafe 80—85. Schweinefleisch: Schweine feite 80—85, sonstige 75—79; G e m ü i e.. inländisches: Kartoffeln, Dabcrsche 50 kg 3.75; weiße Kaiserkrone» 3.50; Magrmm bonum 3.75; Wollmann 3,50— 3,75; Porree. Schock 0,70—1,00; Sellerie, Schock 3,50—6,00; Spinat 50 kg 25,00—30,00;.; Mohrrüben 2,50—3,00; Kohlrabi Schock 0,00; Wirsingkohl Schockt 4,00—10,00; Wirsingkohl 50 kg 4,00—5,00; Weißkohl Schock 3,00—8,00,. Weißkohl 50 kg 4,00; Rotkohl, Schock 4,00—10,00; Roikohl 50 kg 4,00 bis 4,50; Grünkohl 50kg 7,00-10 00; Kobbüben Schock 3,00—5,00; Teltower Rüben 50 kg 12,00— 16,00, Märkische Rüben 50 kg 3,00—10,00; Blumen� kohl. Erfurter, 100 St. 00,00-00.00. Rosentohl 50 kg 25,00-30.00, Meer- rettich Schock 4.00�-12,00, Pctersilienwurzct schockbund 1.00—3.007 Radieschen Schockbund 2,50— 3,00; Zwiebeln 50 kg 9,00—10,00— Apfelsinen: italienische 50 kg 10,00— 13,00, diio 200 stück 8,00— 11,00.. 300 St. 9,00—11,00, Murcia 200 St. 8,00—13,00, dito 300 stück 8,00—14,00, Mesfiua 160 St. 11,00—12,00, 200 St. 9,00-11,00, 300 St. 8,50—11,00._ Wetteraussichte» für das mittlere Norddeutschland bis Sonnabendmittag: Langsam aujklarend. fortschreitende Erwärmuncz und östlich der Oder vielsach ncbeLg. Sonst ziemlich bester und meist trocken. Im Westen vorwiegend wolkig und leichte Niederschläge. u. Konditoreien� ÜläoMi Nonssm l Inh. Gust. Müller» i FiliaUn int Süden. Osten n. Umgebmig. f p Jn, Qro Oicerstr. 11. Spez. f biUiiuüiu Cates achmackh. Bretp Leykestr. 18. gutes großes Brotr itP. 2. MiiFHcP BiMöÄCiB Kcichcabergerp Straöe 95| E Adalbert- ,5 straße 92. iBSSiSl? Neukölln Wissraannstraße 46. P jsselieri)', Jatinslraill ÖFriläpi nv' Marlendorfer Strasse 8. Joyiicker, Ratiborstr.l?. M leificii � Darjjnff Nis Un, Allerstr. L I i IlulilU 1 ADorkaünigui.KucheQw.b DicJilnn Cöpenicker- i»J ul Strasse 117. mümr Nk. Sprero- bergerstr. 6. Miftenwalder" Straße 44 Köllnisches Ufer 72 ? Ulnnf ILelliNerpromenadeZg 1 iliClllli Anerkannt gate Kaeheaw. t Beerdigunas-An«t. ul. Brieneisen NcakSlln Eorlinerstr. 7—8. Tel. 1186. Holz- and Metallsargfabrik mit eigenem Fuhrpark. Feuerbestattung Otto eensers Wienerstr. 28. * Ononl Melchiorsfr 17 ).öüöt/l Tel. Moritzpl. 176. iaiTuGliSr"-6-'"6-8'"1-- Frankf. Alleenurl 70. P.Moseniann.Keichenbergerst.nO Fenerbestatt. incl. Nebengeb. 150 31k. f« jb. Sierhandlung. Jiergroßlidlg. Rfsinsky, Cöpeaicker Sirasse 28. Tel. Morlizplatz 14092. & Allgemein., Versch. P R. Schcllenbcrger, Caf6 n. Condit.B _ � �uköl In. Bergstraße 25/26. H (? Badeanstalt. H Lindenbad, Lindenstr. 109H H Soolqucll«. frie Jriclnt.8. Liet.t.K«in. 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Müller u Spiel-, Sehreib-, fapw. Q öchloßstr 4 C f Wildau »Volksgarten Otto Heiser «ipficlilt sich Vereiaea a. Tooiijtea. H e................ j i ""?,«lNtwortlscher Redakteur: Alfred Wletepp» Neukölln. Für de» Inseratenteil verantw.: T st. Gtnlle, Berlin. Drück n. Ve r taa c VoriockrtS wnchdruckerec a. Berlassanjtalt Pank Singer Sc Co, Berlin SW»