BftonnemcntS'Bedingungen: B6£mn«iicnl;3• Smä ptanumeronbr: S-iencliäbrt. 3.S0 SÄf_ monatl. 1J0 SJtL. NijjcheMlich 25 Pfg> frei ins Haus. Einzelne Nuuwier 5 Big. Sonntags- nunimln int! illustrierter Sonntags- öeilnge„Die Neue Welt" 10 P�q. Post« Ststonneinent: l.iv Mar! pro Mo not. Eingelragen in die Post- Zeitungs- VreisUste. Unter Kreuzband tür TeutfÄland und Oesterreich- Ungarn 2.50 Mar!, für das übrige Ausland 4 Mar! pro Monat. Postabonnementj r Climen an: Belgien, Däneniarl, Grolland. A'.alien, Luxenrburg. Porluga!. Situnglüei!, Schweden und die Schiretz. ckildeiist lzgstch. Vevlinev Volksblcltt. !52. Jahrgang. dic IiilsrNons-Lebüsii' leträzt ftir die fechsgespaliene Kolonc?. gelle oder deren««mm P>a„ iör politische und gewerlianiiniche rimoni:-. »nd üZerseuiiiNtiiugs.Anzeigen;«o „Kleine An retejen', das st'ttg'di oeli.' Wort 20 Psg.(juläffig 2 iettgedriukta Worte), jedes weitere Wort 10 Pjg. 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Zwischen lr'a Basier und Earciicy, zwischen Albert und Roste, im Gebiet von Bcrncuil und Blaue Lablon bei EraoneUe endete eine ljcfiigc Kanonade zu unsercn Gunsten. An leütercr 3tclle zerstörten wir außerdem deutsche Befcstigungswerkc. Im Gebiet von Perthes und Brau Sejonr behaupteten wir unseren Gewinn pom 30. Dezember. In den Ar gönnen nud im Gr» rie- w a l d griff der Feind sehr heftig auf beinahe der ganzen Front an und gewann an einigen Stellen 150 Meter. Es wurde» sofort Gegenangriffe unternommen. Im Gebiet von B e r d u n tobten heftige Artillcrickampfe, zwischen Maas und M o s e l unternahmen die Deutschen in der Rächt vom 3.). zum 31. und am Morgc» des 31. sechs heftige Gegenangriffe, um die von uns am 30. Dezember eroberten Schützengräben wicderzunchmen. Alle Gegenangriffe wurden glänzend abgewiesen. Unsere Flieger beschossen nachts die Bahn- Höfe von M e tz und A r n a v i l l c. Wir rücken fortgesetzt Schrill für Schritt bei Steiubach vor. Die feindliche Artillerie zeigte am Morgen des 31. Dezember eine große Tätigkeit, aber am Nachmittage gewannen unscrc Batterien sichtlich an Überhand. Paris, 2. Januar. iW.?. B.) Amtlicher Bericht von gestern 11 Uhr abends. ES sind noch keine Rachrichkcn über die Operationen des Tages eingetroffen. Neubilüung von achtzehn englischen Armeekorps. London, L. Januar.(W. T. B.) Meldung des Reuter- scheu Bureaus. Sechs neue Armeen zu je drei Armeekorps sind gebildet worden. Kommandeure werden sein: der ersten Armee General Haig, der ziveiten Smith Dorrten, der dritten Hunter, der vierten Jan Hamilton, der fünften Lestlie Rundle, der sechsten Bruce Hamilton. /!cht Tage tzeimatsurlaub für französische Verwundete. Lyon, 2. Januar. sG. T. B.) Wie der„Republican" auS Pari« ineldet, hat der Kriegsminister angeordnet, daß j edem Per- mundeten, bevor er in die Front zurückkehrt, ein Heimats- Urlaub von acht Tagen gewähr: werde. französische fliege? bei Saar-Louis. Liesdorf bei Saar-LvuiS, 1. Januar lbtü.(W. T. B.) Zwei feindliche Flieger überflogen gestern unseren ungeschützien !jrt in geringer Höhe, warfen einige Bomben ab und Verschlvanden in der Richtung nach der französischen Grenze. Erbentung eines französischen Miniatur- LenkbaUons. Frankfurt a. M., 2. Januar.(SS. T. B.) Die„Frankfurter Zeitung" meldet aus Koblenz: Gestern abend ist auf der Grube Idylle bei Kruft ein französischer Lenkballon nieder- gegangen. An der Landungsstelle fand man französische Karten, Instrumente und ein Signalhorn, seiner eine dcuiiche und eine französische Flagge. Das Bezirkskommando, das sofort Mitteilung crhiell, emiandle 200 Mann, die den Ballon nach Koblenz verluden. Der Lenkballon war ungefähr 13 bis 20 Meter lang und halte einen Durchmesser von 1 b i S 3 M e l c r. Eine Gondel war nicht vorhanden. Lponer Vorkehrungen gegen Luftangriffe. Lyon, 2. Januar.(W. T. B.) Hiesigen Blättern zufolge bat die Stadlverwaltung beschlossen, im Einverständnis init den militärischen Behörden die B e l c u ch t u n g.von Brücken und Hafenanlagen künftig von 0 Uhr abends an zu unterdrücken. Bürgermeister Herriot erklärt, die Bevölkerung brauche deswegen nicht beunruhigt zu fein. Da Lyon ein militärisch wichtiger Punkt sei, mitstte die Maßregel getroffen werden, um die Bevölkerung zu schützen. Der Seekrieg. Weitere soMann öer„formiüable" gerettet. London, 2. Januar.(W. T. B.) Meldung des Reuter- scheu BureauS. Weitere achtzig Mann der Besatzung der „Formidable" sollen durch einen Fischdanipfor gerettet worden sein. DaS Rettungswerk wurde durch Sturm sehr erschwert. Die Meldung des Großen Hauptquartiers Amtlich. Großes Hauptquartier, den 2. Januar 1915.(W. T. B.) Westlicher Kriegsschauplatz. Feindliche Angriffe gegen unsere Stellungen in und an den Dünen nördlich Nieuport wurden abgewiesen. In den Argonnen machten unsere Truppen auf der ganzen Front weitere Fortschritte. Heftige französische Angriffe nördlich Verdun sowie gegen die Front Äilly— Apremont nördlich Commercy wurden unter schweren Berlusten für die Franzosen abgeschlagen, drei Offiziere und hundert Franzofen gefangen genommen. Es gelang unseren Truppen, hierbei das heiß- umstrittene Bois Brule ganz zu nehmen. Kleinere Gefechte südwestlich Saarburg hakten den von uns gewünschten Erfolg. Die Franzosen beschießen in letzter Zeit systematisch die Orte hinter unserer Front; im Anterkunftsraum einer unserer Divisionen ge- lang es ihnen, fünfzig Einwohner zu töten. Die französischen amtlichen Berichte meldeten, daß die Franzosen im Dorfe Steinbach Schritt für Schritt vorwärtskämen. Bon Steinbach ist unsererseits kein Haus verloren; sämtliche französischen Angriffe auf den Ort sind zurückgewiesen. Oestlicher Kriegsschauplatz. An der ostpreußischen Grenze ist die Lage unverändert. Oestlich Bzura- imd Rawka- Abschnitt gingen unsere Angriffe bei einigermaßen günstiger Witterung vorwärts. In Polen östlich der Pilica keine Veränderung. Oberste Heeresleitung. -i--st der österreichische Generalstabsbericht. Wi lauibart ist u n v letzten T leren K Die nm lesiencil zurück e ii . o 3. Januar. sW. T. B.) Amtlich wird der- 3. Januar, mittags: Tic allgemeine Lage c r ä n d c r t. Nach den erbitterten Kämpfen in den agen im Räume südlich Tornow und in den mitt- a r p a t h e n ist vorübergehend R n h e eingetreten. Nszokerpaß kämpfende Gruppe wurde vor über- feindlichen Kräften von den Kaminhöhen ctlvas g c n o m m c n. Ter Stellvertreter des Ehefs des Gencralstabes von Hocscr» Feldiiiarschallciltiiant. die englische ßliegerstottille. Pari-, 2. Januar.(SB.?, B.) Der„ T e m p s" veröffentlicht Mitteilungen über die e» g l i f cki e W a f f c r f I u g z e u g f I o t t e, deren Organisation verhältnismähig neuen Datums ist, da sie erst seit loenigen Memaien besteht. Erst nachdem Marineininister Ehurchill bei der Borlehung des Marinebudgets für die Luft- flotte eingetreten war, hat sie eine starke Eiitwickelung ge- nommen. Nach den ll'litteilungei'. des„Tcmps" verfügt England heute über hu ndertdrei Flugzeuge, darunter z w e i u u d- s c ch z i g W a s s er fl ug z eu g e, sowie über huudertzwanzig ständige Flieger nud zwanzig besonders aus- gebildete Offiziere, Längs der Küste sind fünf Stationen für Wasserflugzeuge angelegt. Es wird angenommen, daß die englische Luftflotte am Ausgang des Jahres hundertachtzig Offiziere und fünfzehnhundert Mann haben werde. Für die Ausbildung von Fliegern sind allein fünf Millionen Frank, für Bau und Unterhalt der Flugzeuge neun Millionen verausgabt worden. Die erste Kriegsrechnung. Ter erste Abschnitt des Krieges ist zu Ende, und die Re- giemugen beginnen die ersten Rechiiungeil über die Krieg- kosten zu präsentieren. Die englische Regierung Hut türzlich erklärt, daß die Kosten sich auf rund eine Million Pfund pro Tag stellen. Es inüßten also schon zu diesem Zwecke mindeste»» 130 Millionen Pfund Sterling ausgegeben worden fem. Zur Deckung der Kosten bat die englische Regierung zunächst 91 Millionen Schatzwechsel mit sechsmonatlicher Laufzeit av�- gegeben. Jetzt nimmt sie eine 3> Mrozentige Anleihe von 330 Millionen zum Kurse von 95 Proz. auf. Mit Einrech- nung der Tilgung stellt sich die Verzinsung ans-1 Pro;. Ter Erlös für die Regierung wird nach dein„Economist" rund 333 Millionen Pfund ergeben. Wahrscheinlich werden aber die Schatzwechsel enienert, so daß der Gcsomterlvs aus den Staatsschulden für den Krieg vorläufig-133 Millionen Pfund betragen werde. Davon werden aber an Belgien 10 Millionen. an Serbien 0,8, an Australien 18, an Kanada 13, an Südafrika 7, an Neu-Secland 5,35 und an Aegypten 5 Millionen Pfund gegeben werden, so daß für England selbst 335 Millionen übrig bleiben. Tie englische Staatsschuld betrug am 31. März 649,77 Millionen Pfund, infolge des Krieges erfährt sie eine Per mehrung um rund 300 oder 390 Millionen, wenn die Wechsel erneuert werden sollten, d. l>. um 46 Proz. beziv. 7-3 Pro;. Außerdem sollen Steuererhöhnngen im laufenden Jabre etwa 330 Millionen Mark und im kommenden Jahre 1310 Millionen Mark einbringen. � In Frankreich betragen die Knegskoste» bis zum 10. De- zeinber nicht weniger als 6411 Millionen Frau(. wovon an Belgien 350, an Serbien 90, an Griechenland. 30 und an Montenegro 0,5 Millionen Frank geleistet worden sind. Die durchschnittlichen Kriegskosten Frankreichs stellen sich somit auf 16 P2 l 1 l i o n e n pro Tag. Zur Deckung dieser Kosten hat die Regierung zimachst einen Teil der Einzahlungen auf die 3bavrozentige Anleihe vom Juni, im Gesamtbeträge von 5 15-- j. Millionen, ver- wendet, dann rnrzfristige„Bons der Nationalverteidigung" ausgegeben, die über eine Milliarde eingebracht haben, ferner in England eine Anleihe von l03 Millionen ausgenommen und schließlich bei der Bant von Frankreich 3600 Millionen geborgt. Dafür zahlt sie an diese ein Jahr nach der Kriegs- beendigling 3 Proz. Zinsen, wovon 2 Proz. für einen Tilgungsfonds bestimmt find. Rußland hat in den ersten drei und einem halbeii�Monat. 3855 Millionen Marl* für den Krieg anfgewendet. �Die tag- lickien Ausgaben Rußlands stellen sich somit ans 36,- Millm- neu Mark, gleich etwa 46 Millionen Frank. Zur Deckung der Ausgaben Wurden 400 Millionen Rubel Zprozentiger Staatsabligationen mit kiwzer Berfallzeit, 400 Millionen äprozentiger Schatzscheine, 300 Millionen-Ipro- zontiger Schatzscheine begeben, eine innere lprozentige An- leihe im Betrage von 500 Millionen gemacht und 13 Millionen Pfund in England geborgt. Die ersten Anleihen scheinen einfach an die Staatsbank begeben zu sein. Außerdem ist eine Reihe von Steuererhöhnngen vorgenommen und es Mird die Einführung von neuen Stenern, darunter einer Ein- kommenstener, aeplant. England, Frankreich und Rußland verwenden somit iür den Krieg tagaus und tagein 113 Millionen Frank. Tic Ge- samtzahl ihrer Soldaten dürfte nicht 41 Millionen über- schreiten. Somit kostet ihnen ein Soldat rund 10,5 Frank pro Tag. Nimmt man an. daß auch Teutschland und Oesterreich- Ungarn ähnliche Kesten zu tragen haben, die ziifanimen eine Armee von 10 Millionen haben, so steigen ihre Ausgaben pro Tag auf 105 Millionen Frank. Außerdem kommen noch die Kosten der Belgier, der Serben, Türken und Japaner, die, knapp gerechnet, sich auf 10 Millionen Frank pro Tag stellen müssen. Die Gesamtkriegsmisgahen dürfen somit mindestens 330 Millionen Frank(fast 300 Millionen Mark) betragen. Professor Wolf(Die Kriegsrcchnittlg, Verlag G. Reimer in Berlin) berechnet die täglichen unpiittelbaren Kosten des Weltkrieges für die Kriegführenden ans 150 Millionen Mark. Unsere Rechnung, die nicht ans inutmctßlichen Zahlen, sandmi auf den Angaben der kriegführenden Länder selbst beruht, ergibt also eine bedeutend höhere Kriegsrcchvnng. Allerdings sind dabei auch die Mobilifationskosten mit einbegrisfen.?lber die weiteren Kosten dürfen keineswegs niedriger, eher höher sein. Wolf glaubt, daß die Kriegskosten höchstens 7 M. pro Tag betragen, in Wirklichkeit find sie bedeutend höher. Rves Gnyot nimmt umgekehrt an. daß diese sich auf 10 M. pro Tag und Mann stellen, rechnet aber bloß mit 18'„ Millionen Soldaten, während ihre Zahl 31 Millionen überschritten Hai. Dabei jtcM unsere Rechnung die privaten Ausgaben in der Forin der Liebesgaben usw. noch nicht in Betracht. Auch diese sind keineswegs gering. Teutschland Hab zur Deckung seiner Kosten zunächst ich Milliarden emittiert und wird jetzt vorläufig Dchatzwcchsel bei der Neichsbank diskontieren. Oesterreich und Ungarn haben eine hinerc Anleihe von 2,8 Milliarden Mark und bei deutschen Banken eine solche von 30» Millionen aufgenommen. Ungarn plant auch eine Kriegseinkommensteuer, die aber blos; zur Linderung der Not einzelner Gegenden verwendet werden soll. Es sei noch erwähnt, daß auch Preußen eine Anleihe von 1 V2 Milliarden herauszugeben beabsichtigt. Von den neutralen Staaten hat Holland Schatzwechsel von zirka 90 Millionen Gulden vergeben und beabsichtigt eine innere Anleihe von 27ä Millionen aufzunehmen. Schweden .nahni.eine innere Anleihe von 30 Millionen Kronen auf und erhielt in New Jork 5 Millionen Dollar gegen Schatzwechset. Norwegen nahm eine kleine Anleihe von 0,0 Millionen Pfund in.England, dann eine Anleihe von 3 Millionen Dollar in Amerika auf, mit der die frühere Schuld ausgeglichen wurde. Schließlich machte es eine innere Anleihe von 20 Millionen Kronen. Dänemark emittierte 5 Millionen Schatzscheine und 00 Millionen Kronen als feste Anleihe. Tie Schweiz machte zwei innere Anleihen von insgesamt 80 Millionen Frank. Italien beabsichtigt eine Milliarde Lire zu leihen. Griechenland erhielt von Frankreich 20 Millionen und von England -10 Millionen Vorschuß. Bulgarien bezeichnet seine Mobili- sierungskosleu mit 33 Millionen Leva. Außerdem hat China in London eine Anleihe aufgenommen. Ebenso melden sich setzt die südamerikanischen Staaten. Den Neutralen hat der Krieg schon jetzt eine Vermehrung ihrer Schuldenlast von mindestens 800 Millionen Mark gebracht. Die' ersten fünf Kriegsmonate hatten somit 30.8 Milltar- den Mark gekostet, ohne die Verluste der Industrie und die Kriegsschäden zu rechnen. Tie indirekten Kriegskosten der Industrie sind aber nach Guyot noch größer als die nmnittel- baren Ausgaben. Dann die.Kriegsschäden. Diese werden in Belgien allein auf 3.32 Milliarden Frank, für Ostpreußen auf 100 Millionen Mark geichätzt. Dann aber kommen noch Polen, Galizien. große Teile Frankreichs, der Reichslande hinzu. Außerdem" die ungeheuerlichen Verluste an Schiffen und Schiffsladungen. Man wird wohl nahe an der Wirk- lichkeit fein, wenn man die gesamten Kriegsverluste für die erste Kriegsperiode ans 43 bis 30 Milliarden Mark ansetzt. Dadurch erhöben sich die Kriegskosten auf 70 bis 80 Milliarden Mark, also auf ungefähr die S n in in c, die das A n« lagekapital der Eisenbahnen der kämpfen- d c n L ander i n Europa(1910) bot r u g. Zum Untergang üer„Emöen". London, 2. Januar. iW. T. B.) Tor von der Admiralität veröffentlichte Bericht dc-Z Kapitäns des Kreuzers„Sydney" über dm Untergang der„Emde n" besagt; Ans eine Patau illenmhrt erbielte» wir ein Funkentelegramm von den Kokosinseliiz worauf wir sogleich— es war 7 Uhr morgens— mit Polldampf Kurs auf die Inseln nahmen. Wir erreichten bald eine Gesckiwindigteit von zwanzig Knoten, sichteten um 9 Uhr 13 Minutchi! Land und sahey fast.unmittelbar darauf den Ranch der Emden", die mit großer Geschlviildigkejt auf uns zstkaili. Sie eröffnete das Feuer um 0 Ubr 50 Minuten. Ich bielt mich in möglichst großen, Av stand, Hm den Vorteil auszunutzen, daß ich weiter tragende Eeschntzc hatte. Das Feuer der„Emden" war zu Beginn des Gefechts sehr genau und schnell, ließ aber bald nach. Alle Verluste an Bord der„Sydney" sielen in den Ansang des Gefechts. Ter erste Schornstein der„Euchen" wurde zuerst weggeschossen, darauf der vordere Mast. An Bord brach ein schwerer Brand aus. Nachdem der zweite und schließlich der dritte Schornstein umgefallen waren, hielt das Schiff auf den Strand Ein£an6 öes Elends. Seit über vier Monaten ist der größte Teil Russisch-PolenS, und zwar fast alle Gouvernements westlich der Weichsel, der Schau- platz des gewaltigen Ringens der verbündeten deutschen und öfter- reichischen Armeen mit der russischen, die, gestützt auf daZ FestnngS- dreieck Nowo-GeorgijewZk, Waschau, Jwangorod, den Schlüssel zur Beherrschung des ganzen Weichselgebietes in erbitterten Kämpfen verteidigt. Seit Monaten wälzen sich die ge- ivalligcn Heereskolonnen der Deutschen, Oesterreicher und Russen Über das Land westlich der Weichsel, das, zwischen dem deutsch-österreichischen und dem russischen Aufmarsch- gelände liegend, von der russischen Negierung aus strategischen Gründen nur mit wenigen Straßen und Eisenbahnen veriehen ist. Schon einmal war dieses Gebiet der Schauplatz großer Schlachten— als Napoleon I. 1812 auf seinem Zuge nach Moskau den Wider- stand der russischen Armee an der Weichsel brechen mußte. Aber wie weit stehen diese Kämpfe und die durch sie bewirkten Ver» Wüstungen au Umfang und Heftigkeit hinter denen zurück, die die jetzt Von Ost und West einmarschierenden Millionenheere in das un- glückliche, zum Kampfplatz erkorene Land hineingetragen haben. Eine gewisse Vorstellung von diesen Verwüstungen gibt uns ein Bericht, den die Vertreter des zentralen Bürgerkomitees in Polen, Fürst TschetwerlynSki, GrabSli und KarpinZki vor kurzem der Regierung in Petersburg unterbreitet haben. Dieser Bericht. der sich nur bis zum 1. Dezember erstreckt, also die Wirkungen der geivaltigen Dezemberschlachten bei Lodz, Lowicz usw. noch gar nicht umsaßt, stellt fest, daß in den von den Deutschen und Oesterreichern zu verschiedenen Zeiten besetzten Ge- bieten 75 Prozent der gesamten Bevölkerung Polens oder neun Millionen Menschen leben. Unter dem Kriege haben gelitten: die Gouvernements Kaliich, Petrokow, Kjelez, Radom, Suwalki, Plozk; außerdem: 1 Kreise des Gouvernements Lomsha, 10 Kreise des Gouvernements Warschau, 4 Kreise des GonvernementS Ljublin und 5 Kreil'e des Gouvernements Cbolm. Der Bericht nennt namentlich 3N Kreise, die durch die auf ihrem Gebiet geschlagenen Schlachte» am meisten mitgenonimen sind. Zahlreiche Wohnstätten sind zerstört; in vielen Dörfern ist kein HanS heil geblieben, die aufgewühllen Aecker und Wiesen sind für die Lanvwirtschaft völlig unbrauchbar geworden. Am stärksten haben die Dörfer im Kreise Kozienice gelitten. In der Stadt Kaliich sind 325 Häuier zerstört, darunter 90 Proz. Steinhäuser. Aehnlich sind die Zustände� in vielen anderen Städten und Städtchen der vom Kriege betroffenen Kreise. Scharen von Flüchtlingen suchen sich beim Herannahen der feind- lichen Armeen in Sicherheit zu bringe». Warschau allein be- herbcrgte am 1. Dezember 82 000 Flüchtlinge; viele Tausende haben sich nach dem Innern de? Reiches begeben. In Warschau. Ljublin. Lodz, Suwalki und anderen Städten sind Aihle für die heimatlos Gewordenen cingenchtet; sie geniigen aber bei weitem nicht dem Ansturm der nach Zehntausenden zählenden Flüchtlingsmenge, die der cisenstarrende Krieg vor sich hertreibt. zu. Wir Laben noch zwei Salven auf die„Emden" ab und nahmen dann die Verfolgung cincS Haichelsschisfcs auf, das sich wävrend des Gefechts genähert hatte. Es war das erbeutete britische Kohlen- boot„Burest", das mit einigen Deutschen und Ehinesen bemannt war. Die Deutschen bohrten ein Leck in das Schiff, das bald darauf sank. Tic„Sydney" kehrte sodann zur„Emden" zurück und rettete die im Wasser schwimmenden Mannschaften. Ter deutsche Kreuzer hatte noch die Flagge am Top. Wir fragten: „Wollt Ihr Euch ergeben?", erhielten aber keine Antwort, so daß wir wider Willen genötigt waren, um i'A Uhr das Feuer wieder zu eröffnen. Fünf Minuten später jedoch stellten wir das Feuer ein und begannen zu retten, was noch zu retten war. Arn folgenden Tage hatte ein Offizier eine Unterredung mit dem Kapitän der„Emden". Es wurde beschlossen, die Ver- wuirdeten und Gefangenen herüberzubringen, was wegen der starken Brandung schwierig war. Ter Zustand der„Emden" war unbeschreiblich. Tie Verluste an Bord der„Sydney" betrugen vier Tote und zwölf Verwundete; aus der„Emden" waren acht Ossiziere und lll Mannschaften verwundet. Eis Offiziere und 200 Mann wurden zu Gefangenen gemacht. Unter den Gefangenen befanden sich 54 Verwundete. Tie Beschädigung der Sydney ist sehr gering, das Schiff wurde zehnmal getroffen. beschlagnahmtes Kupfer aus Amerika. Washington, 1. Januar.(W. T. B.) Der Senator Walsh sagte in einer Rede in Montana: 31 ainerika nische Schiffe mit 19 350 Tonnen amerikanischen Kupfers wurden seit Beginn des Krieges festgehalten und die Ladungen beschlagnahmt. 9000 Tonnen Kupfer wurden in Gibraltar zurückbehalten. Der Redner sprach die Ueberzeugung aus, daß der Meinungsaustausch alle Differenzen beseitigen werde. der Krieg und Sie Kolomen. Englische besetzung üer Walfischbai. Kapstadt, 2. Januar.(W. T. B.) Meldung deS Renter- schell BureauS. Die 33 a I s i s ch b a i wurde Weihnachten von einer st a r k e n?l b t e i l u n g s ü d a f r i k a n i s ch e r S o l- baten besetzt. Die Landungen fanden gleichzeitig bei der Niederlassung und dem Ausladeort statt. Widerstand wurde nicht geleistet. Australische Zlaggenhistung auf üen Salomonsinseln. Melbourne, 2. Januar. iW. T. B.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Die Australier haben Bougainville, die größte der Salomonsinseln besetzt und dort die britische Flagge gehißt. der türkische Krieg. �rüakhan üurch ü!e Türken besetzt? Konstantinopel, 2. Januar.(W. T. B.) Hier läuft das G e- r ü ch t um, das türkische Heer sei in A r d a k h a n, eine Stadt 8 0 K i l o m e t e r im Innern des Kaukasus, eingezogen. —„Terdjumon-i-Hakikat" versichert, die gleiche Nachricht auS authentischer Ouelle ersahren zu haben. Die Besetzung der Stadt habe vorgestern staltgefunden. Bisher hat da? große Hauptquartier über diese Angelegenheit noch keine Meldung veröffentlicht. §ranzöstsche Phantasten. Paris, den 2. Januar.(?. II.) Der„N ew Zjork Herald" will aus bester autorisierter Ouelle den Inhalt der deulsch-türkischen Abmachungen erfahren haben. Er setzt seinen Lesern folgendes Phantasiegebilde vor, das natürlich den Weg durch die ganze fron- zösische und englische Presse machen wird: In der ersten Hälfte des Dezember ist der neue Vertrag zwischen Deutschland und der Türkei unterzeichnet worden. Er zerfällt in zwei Teile. A) Deutschland ver- pflichlet sich gegenüber der Türkei: 1. Während der geiamlen Kriegs- Die Aermsten dieser Armeil können nicht einmal flüchten, da ihnen die Möglichkeit dazu fehlt. Während nun die zurückgebliebene Landbevölkerung sich mit Hilfe spärlicher, von den Requisitionen verschonter LebenSmittelvorräte irgendwie durchzuschlagen sucht, leidet das Proletariat der Städte am höchsten unter dem Still st andder Fabriken und dem Mangel an Lebensmitteln. Die ganze blühende polnische Industrie liegt danieder, weil sie keine Robstoffe hat und von dem Kohlenrevier bei Dombrowa abgeschnitten ist. Eine Enquete bei 81 Großbetrieben iir Warschau und Umgebung stellte schon Mitte September fest, daß von den in diesen Betrieben sonst beschäftigten 38 900 Arbeitern nur 22 000 oder 56 Proz. teilweise Beschäftigung fanden. An Stelle der bisherigen 237 000 Arbeitstage in der Woche entfielen auf sie nur 82 500. das heißt die noch am besten gestellte Großindustrie Warschaus machte Mitte September nur von 34 Proz. der norinalen Arbeitskräfte Gebrauch. Schlimmer noch liegen die Verhältnisse iin Kleingewerbe und bei dem stark verbreiteten Warickiauer Swealingsystem, auf das im Jahre 1907 allein in der Schuh- macherei 15 000 Arbeiter mit 40 000 Angehörigen entfielen. Alle diese Erwerbszweige wiesen schon Milte September eine starke Ar- beitslosigkeit auf. Jetzt sind die Verhältnisse in Warschau derart, daß nach den Angaben der vom Bürgerkomilee eingesetzten Haus- inspektion in Warschau allein 70000 und in dem?lrveitervorort Praga 10 000 Notleidende gezählt werden. Warschau ist hierbei die einzige Großstadt Polens, in der die Verhältnisse relativ am günstigsten liegen, da die von Warschau strahlenförmig auslaufenden Eisenbahnen die Zufuhr von Rohstoffen und den Abtransport von Waren ermöglichen. Wie es westlich der Weichsel aussieht, geht aus einem Bericht des bekannten polnischen Soziologen L. Krzywicki in der„Russkija Wedomosti" hervor:„DaZ gesamte Textil- und Bergbaurevier idas übrigens seil Beginn deS Krieges von preußischen Truppen besetzt gehalten wird) hat entweder seine Produktion gänzlich eingestellt oder stark ein- geschränkt. Im Gouvernement Petrokow allein werden 207 000 Arbeiter gezählt. Sie haben schon im September kaum ein Zehntel ihres bisherigen Einkommens gehabt; jedoch die jetzt in diesem Gouvernement stattfindenden Kämpfe haben auch diese geringen Einnahmequellen zum Versiegen gebracht. Mitten un te r dem L o d z e r P r o l e- tariat steht mit allen seinen Schrecknissen das Gespenst des Hungers. Insgesamt haben zurzeit von den 400 000 Fabrikarbeitern des ZartumS Polen— von den Hand- werkern schon gar nicht zu reden— nicht mehr als 50 000 irgend welche Arbeit. Schätzt man den MonalSloh» eines Arbeiters auch nur auf 25 Rubel lS4 M.). io kann man den Lohnausfall der Ar- bester mit 8 bis 9 Millionen Rubel(18 bis 20 Millionen Mark) im Monat berechnen." Die hier wiedergegebenen Schilderungen liefern naturgemäß nur einen kleinen Slusschnitt dessen. waS sich in Wirklichkeit in diesem verwüsteten, von Lebensmitteln entblößten, fast von der ganzen Welt abgeschnittenen Lande abspielt. Hier haben nicht nur die Schrecken der Schlachten und die bitterste Not ihren Einzug gehalten, hier hat datier der Türkei alles notwendig werdende Material, Munition und Geld für den Truppenunterhalt zu liefern. 2. Der Türkei Flieger, Mannschaften für allerlei Spezialwaffcn des Heeres, und so viel Offiziere wie möglich zu stellen. 3. Der Türkei ein Fünftel der Kriegsentschädigung zu überlassen, die Deutschland von seinen be- siegten Gegnern erhalten wird. 4. Keinerlei Separatfrieden zu schließen und im Falle einer deutschen Niederlage im FriedenSver- trage auf der Jmegralität des türkischen Territoriums zu bestehen. E) Die Türkei verpflichtet sich ihrerseits: 1. Am Kriege gegen Groß- britannien und Rußland teilzunehmen. 2. Den Heiligen Krieg zu verkünden. 3. Keinerlei Separatfrieden zu schließen. 20000 Drusen als Kriegsfreiwillige. Konstantinopel, 2. Januar.(W. T. B.) Ein Telegramm aus Damaskus meldet, daß der Drusenchef Emir Said an der Spitze von dreihundert Reiter» in Damaskus eingetroffen sei. Er habe dem Wali angekündigt, daß z w a n z i g t a u i e n d freiwillige Drusen bereit seien, nach dem Kr i e g S sch a up la tz ab- zugehen.___ verwunüetenelenü in Serbien. Kopenhagen, 2. Januar.(W.T.W.) Die Petersburger R j eis ch vom 11. /24. Dezember berichtet aus Moskau, daß bei dem letzten slawischen Diner in Moskau die Serben Dlagutm Jlitsch und Georg! George witsch anwesend waren, die soeben aus Serbien angekommen waren. Sie berichteten, daß sich in N i s ch im Lazarett mehr als 1600 verwundete Soldaten befinden, von denen e r st 500 verbunden iverden konnten. Die übrigen müssen warten, bis sie herankommen. ES sind keine Verbandsmiltel da, kein Jod. kein Marli), kein Spiritus. In derselben Nummer der Zeitung ist eine Korrespondenz aus W i l n a abgedruckt, wonach allein in dieser Stadt obne die dorthin gekommenen Flüchtlinge 2518 Arbeitslose, und un Gouverne- menl 5296 Arbeitslose sich befinden. Der„Petersburger Herold" vom 11./24. Dezember meldet, daß der Redakteur der Litauer Zeitung„Litewslija Jswestija" in Wilna Juli Sckimont wegen eines Artikels seiner Zeitung zu zwei Wochen Festungshaft verurteilt worden ist. Kriegsbekanntmachungen. Zurückhaltung mit Gabensenduugeu nach dem Lftcn. Berlin. 2.�Januar.('33. T. Bö Wir werden von ivohl- unierrichteter Leite darauf aufmerksam gemacht, daß es sich empfiehlt, mit der Versendung von Gaben für das Ost he er einige Zeit, et'wa acht bis zehn Tage, Pause zu machen. Die Abfuhr der Spenden ist immer noch in sehr spärlichem Umfange möglich. Slllein in Gnesen standen noch vor wenigen Tagen etwa 130 Eisenbahn- wagen mit Liebesgaben, deren Weiterbeförderung vorläufig zumindest zweifelhaft ist. Solange derartige Stockungen noch bestehen, wird man namentlich mit verderblichen Sachen, Eß- waren und dergleichen, am besten zurückhaltend sein. Aufruf an die deutschen Hausfrauen. In der Zeit vom 18.— 24. Januar 1915 soll, unter wärmster Billigung Ihrer Majestät der Kaiserin, in ganz Deutschland eine Reichswollwoche siattssliden. Ter Zweck dieser' Reichswollwoche besieht dann, für nnsere inr Felde stehenden Truppen die in den deulfchen Familien noch vor- handenen überflüssigen warmen Sachen und getragenen Kkeidungs- stücke(Herren- und Fraucnkleidung. auch Unlerkleidun'g) zst sänmteln. Es sollen nicht nur wollene, sondern auch baumwollene Sachen sowie Tuche eingesammelt werden, um daraus namentlich Heber- ziehwesten, Unterjacken, Beinkleider, vor allem aber Decken anzufertigen. Gerade an Decken besteht für die Truppen ein außerordenllicher Bedarf, da sie den Aufenthalt in den Schützengräben sehr erleichtern und enräglich machen. Mit großem Errolg sind bereits von fach- verständiger Seite aus alten Kleidern aller Art Decken in der Größe der Krieg auch Leidenschaften entsesselt, die auf dem Boden Russisch- Polens in den letzten Jahren systematisch großgezogen worden sind. Wie alle, auch die polenfreundlichsten, russischen Beobachter schildern, zeitigt der polnische Antisemitismus gegenwärtig die wider- wärligsten Erscheinungen. Und die nach Millionen zählende jüdische Bevölkerung Polens hat nicht nur unter den Verwüstungen des Krieges zu leiden, der sie brotlos gemacht und von ihren Heim- statten vertrieben hat, sie stöhnt auch unter dem doppelten Druck der politischen Rechtlosigkeit und deS Rassenbasses, mit dem sie das polnische Volk versoigt, das mit ihr gemeinsam unter das eiserne Rad des Krieges geschleudert ist. Beobachtungen eines Lanüfturmmannes. Ein Mitglied des Steinarbciterverbandes sendet seinem Per- bandSorgan aus dem Felde folgende Schilderung: ....... 1. Dezember 1911. Aus BahnübergangSposten erlebte ich ein kleines Stück Krieg an der Straße Lille— Aper« und Kortrik— Wervik. Auf der Schienenstraße Lazarettzüge, ganz langsam fahrend, Züge mit Munition und Geschützen, Züge mit frischen Mannschaften. Humo- ristische Inschriften zieren diese Wagen, z. B.: Ein Waggon alter Knochen und vieles andere. Auf der«-traße, welche die Bahn kreuzt, gehen Soldaten, vom General bis zum jüngsten Kriegsfreiwilligen aller erdenklichen Waffengattungen. Innerhalb zwei Stunden kommt eine große Zahl Autos, Kraftwagen von ganz unheimlichen Dimensionen. Tie Ablösungsmannschaften ziehen in die Schützen- grüben. Feldgrau sahen sie alle einmal, jetzt sehen sie lehmiarbig ans. Viele tragen eiserne Kreuze. Einer schleppt ein Kopstissc». ein anderer eine wollene Decke, viele haben auch ihren..Affen" ziemlich leer, damit sie nicht so viel zu tragen haben. Frohe Und ernste Gesichter. Eine Abteilung singt munter„Lieb Vaterland, magst ruhig sein". LcbenSmittellvagen der Garde, der Artillerie, Infanterie, Kavallerie iverden vorbcigeführt, Autos aller Truppen- teile sausen vorüber. Meldereiter, Ulanen. Feldgendarmen reiten und laufen hurtig ihrem Ziele zu. Auch Eisenbahner und Mann- schaften vom Roten.Kreuz, schwerbeladene Haferwagen, mit sechs Pferden bespannt, fahren vorbei. Tas frische Blnt dringt durch den ersten Notverband. Küchenwagen bringen das fertige Essen in die Schützengräben. Ein Gewimmel von Menschen und Tieren, und doch eine ruhige Ordnung: sobald ein Landsturin- Wachtposten den Arm hebt, hält der höchste Offizier und das schnellste Auw sofort lieber uns deutsche Flieger und zwei Fessel- üallons nicht iveit von dem kleinen Städtchen. Kanonendonner ringsum, daß die Häuser krachen und' wackeln. Maschinengewehr- teuer mit seinem grausigen Geknatter ist zu vernehmen. Es ist derreinc. Hexenkessel; man kann es nicht wieder vergessen. Das Gedicht"von Jenny Horn hat mir sehr gut gefallen. Ein verwundeter Bayer sagte mir heute früh:„Woan i na erst Wieda außikimm, dann gehts na a bißl schärfer zua. Uns Bayern steckts hoalt im Bluat." Unsere Truppen halten eine musterhafte Diszi- plin, gegen die fianzössscke Bevölkerung� herrscht nicht der ge- r i n g st e Groll. Auch über die Steinindustrie Bemerkens- wertes habe ich schon viel gesehen. Vielleicht einmal später darüber. bon 1,50:2 Msier hergesisllr worden, die ciiien hervorragenden Er- satz für fabrilmätzig erzeugle wollene Decken bilden und deren Her- siellungSlosten nur ein Viertel einer fabrikmäßig hergestellten wollenen Decke betragen, Zu dieser Ausgabe bedar? die unterzeichnete Stelle der tätigen Mitarbeit aller deutschen Frauen. Die Organisation dieses Sammelwerkes wird sich in den Gauen des. Baterlandes verschiedenartig gestalten— je nach den Eigen- lümlichkeiten und den besonderen Lebensverhältnissen ihrer Be- wohner. Aber Euch allen wird rechtzeitig die Mitteilung über die Einzel- beiten zugehen. � Zunächst richtet Euch schon darauf ein. in Euren schränken nachzusehen, was �hr entbehren könnt, um eS denen zu widmen, die mir ihrer Brust und ihrem Blut unS alle beschützen. Gebr. soviel Ihr irgendwie entbehren könnt l Nur diejenigen Familien, in denen ansteckende Krankheiten herrschen, bitten wir, sich im Interesse der Allgemeinheit an dem ttiebeswerk auf diese Weise nicht zu beteiligen. Also nochmals, deutsche Hausfrauen, frisch ans Werk! Sammelt aus Schränken und Truhen, was Ihr an Entbehr- lichem findet! Schnürt eS zu Bündeln, packt es in Säcke und haltet es bereit, wenn alle unsere Helfer in der R e i ch s w o l l w o ch e vom 1 8. bis 2 4. Januar ISIS an Eure Türen klopfen. Berlin, den 1. Januar 1912. Kriegsausschuß für warme Unterkleidung E. V. Berlin-Reichstag. Fürst zu Solm-Horstmar. Was Sie konservative Partei vom Kriege erwartet. Tic ionservailve„Kreuzzeitung" hat für ihre Neujahrs- nmnmer bei konservativen Politikern eine Umfrage über: „Was lehrt uns der Krieg?" veranstaltet. Aus allen Ant- Worten geht hervor, daß die konservative Partei einen Zieg ihrer inner- und außerpolitischen Ziele, eine wesentliche Stärkung ihrer gesamten Position erwartet. Für die äußere Politik erhoffen die Führer der konservativen Partei eine neue Aera deutscher Weltpolitik, die über die bloße Perflüchtigung und das Turchhalten hinaus neue Ziele ver- folgt. Was die l n n e r p o l i t i s ch e n Verhältnisse angeht, so wünschen und erwarten sie eine Stärkung des monarchischen > Gedankens und der religiös-kirchlichen Ideen und Kräfte. Sie sehen in dem Verlauf des jetzigen Krieges eine unein- geschränkte Rechtfertigung der militärischen Organisation und der.Wirtschaftspolitik Teutschlands und erwarten deren all- gemeine Anerkennung. Von dem Fortschritt der politischen Freiheiten ist fast nirgends in den Antworten die Rede und Ivo das geschieht, wird eine Schwächung des demokratischen Gedankens durch die Erfahrungen dieses Krieges und durch e:-.,e nach dein Friedensschluß zu beginnende entsprechende Politik einer„starken Regierung" erwartet. Wir geben nachstehend einige der bezeichnendsten Ant- Worten wieder: Teutschland läßt sich nicht vernichten. Es läßt sich auch nicht einen Vernichtungskrieg gleich dem jetzigen aufzwingen, ohne den Kriegszielen der Feinde eigene Ziele entgegenzusetzen, die über die Erhaltung des Daseins weit hinausgehen. Es weiß, daß ihm der Krieg, den es"nicht gewollt und begonnen. neue>v el t g e sch ich t Nch e Aufgaben gestellt hat. Äxh ist es nicht an der Zdt. fie einzeln zu'crörtern. Graf Westarp.- Tic sittliche und politische Erneuerung des ganzen deutschen Volkes und die Erfolge unserer Waffen eröffnen für die innere und äußere Politik Teutschlands große Aussichten, falls nach dem Kriegs die monarchische ÄiUvalt die Führung behält und mit narker Hand auch widerstrebende Kräfte dem monarchischen StaatSgedanksn unterzuordnen entschlossen ist. Justizrat Tr. Klasing, Bielefeld. � Sicht nicht auch der Verbissenste heute ein, welch unwägbaren Schatz wir an der monarchischen Verfassung unserer Staaten, an den geschichtlich begründeten engen Beziehungen zwischen Fürsten und Volk besitzen? Hätten wir daS schlagfertige, überlegene Heer. wenn die Strömungen Erfolg gehabt hätten, welche die Befehls- gelvalt des Kaisers schwächen, dein Parlamente aber ein Recht, in die inneren Angelegenheiten der Heeresverwaltung hineinzu- reden, geben und damit das schöne Band gegenseitigen Vertrauens zwischen unserm Kaiser und seinem Heere lockern wollten? Karl Stockmann, Gcschästsfiihrendes Mitglied des Hauptvereins der Dcutschkonservativcn. Die durch den Krieg hervorgerufene nationale Erhebung und Wiedergeburt wird von lveittragender Bedeutung für die innere Politik sein. Eine starke Regierung wird ein Zurück- »ehen der Demokratie und ein Anwachsen der rcchtsftehen- den Parteien erleben. Das gewaltige Völkerringen hat Männer hervorgebracht, wird Männer hervorbringen, die wie im Kriege, so auch im Frieden ihre Pflicht zu tun wissen werden. Das Volk hat den Wert tüchtiger Führer erkannt; es wird auch im Frieden nach solchen verlangen. Deshalb sollen die besten und tüchligsten, aber auch die uneigennützigsten und unabhängigsten Männer die Führung übernehmen. Tann heißt es: Fort mit jeder Umschmei- chelung und selb st süchtiger Ausnutzung des Vol- k e s; keine Rechte, wo die entsprechenden Pflichten nicht erfüllt werden; einmütiges Zusammenarbeiten aller Stände, Berufe und Konfessionen im Dienste des Vaterlandes. Tang sind die bisher gebrachten großen Opfer auch für unsere innere EntWickelung nicht vergeblich gewesen! Fürst zu Salm-Horstmar. Politische und konfessionelle Zerrissenheit, eist w ü st e r A n- sssurm gegen jede himmlische und irdische?lutorität. ein fieberhaftes Jagen nach errafftem Reichtum, der Drang nach zügellosem Sichausleben, alles deutete auf eine schwere Erkrankung der Seele des deutschen Volkes hin. lind nun hat ein reinigender Sturm jene Dünste und Nebel verjagt und uns gezeigt, daß nicht die Seele dcS deutschen Volkes krank war, sondern nur jene Elemente, welche sich anmaßen, seine Führer, die T o l m c tscher seines Denkens und Empfindens zu sein. � Freiherr von Wangrnheim, Vorsitzender des Bundes der Landwirte. Als der Kriegssturm losbrach, waren wir zufrieden mit der Losung:„Durchschlagen!" Heute aber, nach den riesengroßen. Iwiligen Opfern müssen wir mehr fordern:„Ein Vorwärts aus der ganzen Linie für die Größe und für die Zu- tu n f t D e ü t s ch l a n d s." Wie es ein deutscher Krieg ist, den wir führen, so muß es auch ein deutscher Friede sein, ge- schlössen unter dem gezückten deutschen Schwert! Darum überschreitet unser Voll die Schwelle de? neuen Jahres auch mit sichcrem Siegesbewußtsein; nirgends auch nur eine Spur des Angekränkcltseins von der Blässe unreifer liricdensgedanken! Und der Neujahrswunsch für die innere Politik? Nun, es ist ein alter Erfahrungssätz der Weltgeschichte, daß nach jedem großen Kriege die Kämpfe um die Fragen der inneren Politik mit stärkerer Kraft einsetzen. Sie sind nicht zu vermeiden, und ohne sie würde das politische Leben auch unendlich verflachen. Sorgen wir beizeiten dafür, daß diese Kampfeszeit uns Konservative nicht unvorbereitet antrifft. Auchhier ist Bereitsein alles. Aber vergessen wir auch nicht ganz bei den kommenden Parteikämpfen die Versöhnlichkeit des gegenwärtigen Gottesfriedens, jene Friedfertigkeit der Ge- stnnung, die dem politischen Gegner Gerechtigkeit widerfahren läßt. Hinter uns liegt, weiß Gott, viel häßliches Parteigezänk um Min- derwertiges! Vor uns die Zukunft einer neuen deutschen Erde! Sie fordert eine großzügige nationale Politik auf der Grundlage konservativer Weltanschauung, aber auch das Opfer jeder Partei- politischer Engherzigkeit. Dr. Georg Inner, Mitglied des Hauses der Abgeordneten. Die konservative Partei, deren überzeugte Mitglieder ohne Bruch mit der Vergangenheit in die Gegenwart eingetreten find, hat durch das machtvolle Jnerscheinungtreten des deutschen Volks- geistes und den bisherigen Gang der Kriegsercignisse eine Recht- fertigung ihrer militärischen, wirtschaftlichen, religiösen und nationalpolitischen Gr u n d a n- schauungen erlebt. Der Konservativismus bleibt auch nach dem Kriege eine kultur- und staatspolitischc Notwendigkeit; er wird für die Erhaltung des aristokratischen Geistes— auch in demokratischen Einrichtungen— zu sorgen und dahin zu wirken haben, daß aits der Kriegslage keine Fehlschlüsse gezogen werden. Die Neuorganisation der innerstaatlichen Verhältnisse(Rechts-, Bil- dungs- und Verfassungsfragen) verlangt die Befestigung des monarchischen Staatsgcfüges und die Verinner- lichung des deutsch-völkischen Geistes, daß man sowohl die Scylla eines überspannten Perfönlichkeitswertcs als auch die Eharhbdis einer agitatorischen Vergötterung der Masse ver- meidet. Julius Werner, Pfarrer. Zweifellos werden alle, welche ein starkes Heer und Flotte früher für überflüssig hielten, von diesem verhängnisvollen Irr- tum jetzt geheilt sein und denen danken, die unbekümmert um oft verletzende Angriffe ihre Pflicht taten und Heer und Flotte in den Sraud setzten, den ruchlosen Uebcrfall abzuwehren; unsere Kolomen mußten leider infolge zum Teil ungenügenden Schutzes einstweilen preisgegeben werden... Und>wch eines: Mit Ver- kündung des Kriegszustandes unterstehen wir der Militär- gewalt, Anordnungen, die zunächst den gewohnten Lauf ander- ten, werden heute von unserm an Zucht und Ordnung gewöhnten Volke leicht, ja gern ertragen. Und haben wir nicht auch in Friedenszciten ort genug eine Unbequemlichkeit, Einschränkung auf uns zu nehmen?! Wer konnte sagen, daß er unter der Militärgcwalt unfrei geworden sei! E. W. Ernst, Fabrikdirektor in Brandenburg. Das deutsche Volk selbst aber mutz iminer mehr hineinwachsen in die großen Aufgaben der W e l t p o l i t i k, die auf uns immer stärker eindringen werden. Noch haben U>eite Kreise unseres Volkes diese ueuen Aufgaben nicht voll verstanden. Wir haben vielfach Weltpolitik getrieben mit ungenügenden, unzulänglichen Mitteln. Hier muß das deutsche Volk ganz andere Opfer noch bringen, um unfern gesamten Auslandsdienst zu er- weitcrn und verbessern. Wolfgang Eisenhart» Schriftsteller. politische Uebersicht. „Ter Krieg als Erzieher". Da? Zentralblatt der christlichen Gewerkschaften(?ir. 26; 1014) bemerkt in einem Rückblick auf die Kriegstagung: .Auch wir schließen uns dem Wunsche an. daß der Krieg mit dem Wust von Vorurteilen und Mißtrauen aufräumen möchte, unter dem der Arbeiterstand schwer zu leiden und zu kämpfen hat. Die Kritiker unserer deutschen Sozialpolitik werden durch den Gang dieses Krieges schon ins Unrecht gesetzt, denn es ist eine unbe- stritlenc Totsache, daß unser im Feld kämpfendes Heer seine Gesundheit, Tatkraft. Disziplin und feinen Ordnungssinn nicht zuletzt der deutschen Sozialpolitik mit verdankt. Es widerstrebt jedoch dem aufnchtigen Patrioten, dem Vaterlande in dieser Zeit der Not, wo eS um feine Existenz, seine Ehre und sein Dasein kämpft, gleichsam eine Gcgenrechnung für geleistete Dienste zu präsentieren... Aber auch andere Vorurteile gegen den monarchischen Staat und gegen die bürgerliche Ordnung werden verschwinden müssen, und manche unserer Volksgenossen, die nicht selten auf internatio- nalen Kongressen und Tagungen die Zustände in Deutschland schwarz in schwarz ausgemalt haben und dadurch, wenn auch ungewollt. beitrugen, im Ausland das Vorurteil gegen Deutschland, den „Hunnen- und Barbarenstaat", zu stärken, werden umlernen müssen." Die sozialistisch geschulten Arbeiter werden da in manchem anderer Meinung sein._ Tie Mittelständler zum Ministerbcsuch. In dem Bericht des Landesausschusies Rheinland und Westfalen vom Reichsdeutschen Mittel st andSverbande wird die „große Beunruhigung" vermerkt, die angeblich die Aufhebung des Verbot» der Zugehörigkeit von Beamten zu Konsumvereinen bei Miltelständlenr und Handwerkern hervorgerufen habe. Während der Kriegszeit soll aber»von der Eröffnung eines Kampfes" abgesehen werden: Die Beunruhigung des Mittelstandes ist aber nicht nur durch diese Aufhebung dc§ Verbots begründet, sondern auch durch andere Anzeichen da'ür, daß maßgebende Kreise allem Anschein nach der sozialdemokratischen Gedankenwelt vom Staats- soztalismuS tätiges Interesse bezeigen. Als eürS dieser Anzeichen ist in Mitielstaiidslreiien der M i n i si e r b e s u ch bei den sozial« demokratischen Gewerkschaften und Konsumvereinen in Berlin sehr vermerkt worden. Die Mitielständler sind unnötig besorgt. Die Ivirtschastlichen Maßnahmen im Interesse der Heeresleitung haben mit Sozialismus nicht Viel mehr als Aeußcrlrchkeiten gemein. ktriegskuchen. lieber die Festsetzung von Backtagen für Konditoren fand am gestrigen Sonnabend eine Konferenz im Handels- Ministerium zwischen Vertretern der Regierung und der Konditoren statt. Ter Direktor der Gewerbabteilung im Handels- Ministerium legte den Standpunkt der Regierung dar und wies darauf hin, daß, falls die Verschwendung des Weizenmehls in Zukunft weiter vor sich ginge, würden wahrscheinlich zahlreiche Konditoren und Bäcker ihr Geschäft in einigen Monaten schließen müssen. Tie amvesenden Vertreter des Groß- Berliner KondiiorengewerbeS erklärten, daß es den meisten Kon- ditoren wohl keine besonderen Schwierigkeiten bereiten würds. während der tlricgszcit sämtliche Kuchenartcn mit höchstens 20 Proz. Weizenmehls herzustellen. Man habe bereits in letzter Zeit praktische Verniche nach dieser Richtung hin gemacht, die bei Hinzusügung von 20 Proz. anderer Mehlarten, wie Surrogaten, Kartoffelstärkemehl usw. und Verwendung von 50 Proz. reinen Weizenmehls ein durchaus schmackhaftes Kuchengebäck ergeben hätten. Auf Grund dieser Beratungen wird am 10. Januar 1915, vielleicht schon früher, eine demcnisprechende neue Bundes-- ratsberordnung erfolgen. Zwangseinziestnng von Vorräte». Nach dem gewiß einwandfreien Zeugnis des früheren kon- servcnivcn Reichstagsabgeordneten. Tomänenrat Rcttich-Rofiock, v e r st e ck c n die Landwirte in Mecklenburg den H a f e r, um später noch höhere Preise dafür zu erzielen. Rertich hat seinen Berufs- kollcgen in den„Landwirtschaftlichen Annale»" angcraien, den Hafer aus den Markt zu bringen, weil sie sich sonst verspekulieren, denn es würde bei weiterer Zurückhaltung zur Beschlagnahme und Eni- cignnng geschritten. Jetzt hat das m e ck l c n b u r g- s ch w c r i n s ch e � M i n u st e r i ii m zu derselben Sache folgende Bekanntmachung erlassen: Zwecks Deckung des Haferbedarfs für die Heeresverwaltung iit die-rpezialkommisston zur Beschaffung der Landlieferungen � im Kriege ermächtigt worden, im Lande vorhandene Be- stände an gedroschenem und ungedrrffchenem Hafer, soweit iie nicht unbedingt für den eigenen Wirtschaftsbctrieb erforderlich sind, nach Maggabe der gesetzlichen Bestimmungen für Heercszwccke s i ch e r z n st c l l cn.... Da die Spezialkominisston in der Lage ist, beim freihändigen Ankauf günstigere Bedingungen zu stellen, als beim R e q u i s i- t i ons- bzw. Landl i escrungsv erfahren, so wird den Besitzern im eigensten Interesse dringend empfohlen, von der sich jetzt noch bietenden Gelegenheit des freihändigen Verkaufs in möglichst großem Ilmfange Gebrauch zu machen und ihre Vorräte der Spezialkömmission zum Ankauf für die Heeresverwaltung zur Verfügung zu stellen. Wegen des Erlvcrbs de? Hakers für die HecreSverlvaltung im Wege der Requisition bzw. der Landlieferungcn werden dem- nächst wc i t c r c Anordnungc n ergehen." Unnötige Anklage. Gegen den schlesischen Sekretär deS Londarbeiierberbandes, Genossen Grützner, war ein Verfahren wegen Urkundenfälschung eingeleitet worden, weil er Beschwerden von Kriegersrauen wegen verweigerter Familienunterstützung mit deren Namen unter- zeichnet hatte! Natürlich geschah daL im Einverständnis mit den Frauen und deshalb mußte das Verfahren jetzt eingestellt werden. Wozu erst solche Anklage?, Ersahwahle» zum Abgeordnetenhaus. Die noch ausstehenden Ersatzwahlen zum preußischen Abgcord- neienhauS— es sind acht— dürften nach der„Boss. Ztg." nun doch in nächster Zeit vorgenommen werden. Die Anberaumung der Wahltcrmine steht für die nächsten Wochen zu erwarten. Tie verhafteten Tumaabgeordnete» vor dem Kriegsgericht! Wir erfahren mit einiger Verspätung, daß die deS„Hochverrats" angeklagten fünf sozialdemokratischen Tumaabgeord- neten nebst den übrigen sechs Teilnehmern der Beratung, die den Gegenstand der Anklage bildet, dem Kriegsgericht übergeben sind und nachSlriegsgesetzabge* urteilt werden sollen! Tie russische Regierung wagt es also nicht einmal, den Prozeß gegen unsere tapferen rnssi scheu Genossen dem für politische Prozesse vorgesehenen„außerordentlichen" Zivil- gerichtshof zu übergeben. Ein Kriegsgericht, das auch der elementarsten Garantien der Rechtsprechung ermangelt. soll in aller Heimlichkeit seilt Urteil in einem Prozeß fällen. dessen Vorgeschichte und Verlauf mit dem dichtesteu Schleier verhüllt ist. Genau wie zur Zeit des Wütens der Konter- revolntion iu den Jahren 1906—08 soll das Kriegsgericht durch Schnelligkeit, Zielsicherheit und unumschränkte Macht- fülle das ersetzen, was der Anklage an rechtlichen Grund- lagen ermangelt. Wir werden wohl sehr bald den Ausgang deS Prozesses erfahren. Unsere herzlichen Sympathien, wie die Sympathien der gesamten Internationale, begleiten unsere russischen Gc- noffeu auf ihrem schweren Wege, die auf schwerstem Posten, in schwierigster Zeit ihrem Gelöbnis treu blieben, alle Kräfte einzusetzen für den Kampf gegen den Krieg. Amerikanische Hoffnungen. Washington. 2. Januar.(Meldung des Reuterschen Bureaus.) An die z e n t r a l a m c r i k a u i sch c n und s u d- amerikanischen Staaten ist die Einladung crgaugeu, im nächsten Frühjahr Vertreter zur Besprechung der finanziellen und kommerzielle»Z? ragen, die sich aus dem Kriege ergeben wurden, nach Washington zu entsenden. Tic Beamten des Staatsdepartements. des Schatzamtes und des HandelSamteS sind der Ansicht, daß die panamerikanische Bewegung die hauptsächlichste Hoffnung der südamerikanischen Staaten bilde, um die finan- zielle Unabhängigkeit voil Europa zu sichern. Man rechnet in diesen Kreisen mit der Möglichkeit, daß New Bork ein ernster Konkurrent Londons iin Kampfe um die Vorherrschaft auf dem Gebiete der Weltftnanz werde. Viele Millionen amerikanischen Kapitals, die englische Anlagen in Südamerika ersetzen könnten, lägen brach. Die Diktatur Juanschikais. London, 2. Januar.(W. T. B.)„Daily Telegraph" meldet auS Peking vom 30. Tezember: I n a n s ch i k a i hat ein Gesetz durchgebracht, das ihm die P r ä s i d e n t s ch a f t a u s Lebenszeit sichert und ihm das Recht der Wahl seines Nachfolgers einräumt. Revolution iu Paraguay. Buenos Aires, 2. Januar.(W. T. B.)„La Prcnsa" bringt ein Telegramm aus der Grenzstadt F o r m o s a. wonach in Paraguay eine Revolution ausgebrochen ist. Ter Aufsland habe mit der Mcu- terei eines Artillerieregimcnts begonnen. Der Präsident sei gc, fangen genommen worden. Letzte Nachrichten. Karl Goldmart acjtorben. Wien. 2 Januar.(W. B.) Ter Komponist Karl G o I d m a r k ist im 85. Lebensjahre heute gestorben. Nen.cmMn.eif CharlotienburfT WümerödoifcrötrW'W AJandorf&ß Spltte'markt Bslle-Aiiiancestr. Gr. Frankfurterstr. Brunnenstr. Kottbuser Damm Wilmersdorferstr. 118-119 Inventnr-Änsverkanf ffiiiimiifliiiiiiiiiiiiiiiitiiiL'iifiiiflaiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiniiiniiiiiinfflniipiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiMiiiiiiiiiiiiiiiniifliiiiiiiiiiiiifliiiiiiiiiniiiiiiifini« Es kommen bei der Inventur ausser zurückgesetzte Waren, grosse Posten andere besonders vorteilhafte Artikel und Restposten enorm billig zum Verkauf Kurzwaren Stiefelsenkel........... 3 paar 10 n. Wäscheknöpfe 25 p; Drnckknöple........ 12 Dutzend 40 pl Halbleinenband 3 stock 25 Armblätter...... paar20, 28, 35 pr. Armblattaillen A�..�°'. 75 p?. Strumpfhalter£ÄrS6rö3eh< 25 p: Strumpfhalter-«r Kinder....... 15 pt Haarnetze.............. 3 stock 40 pr. Haarnadeln rait. f p�nack 10 pr. 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Nr. 3. 32. Sonntag, 3. Jaunar l915. die vereinigten Staaten und öas Rüstungswesen. ?!fw Jork, Anfang Dezember Ivli.(Eig. Ber.) Die„New Aorter Evening P o st", vielleicht das ernsteste ü'tatt in den Bereinigten Staaten, schreibt am 1. Dezember zu den Versuchen, die Vereinigten Staaten zu bewegen, eine große Stärkung des Heeres und der Flotte vorzunehmen, wie folgt: —„Daß der Präsident Wilson in unserem jetzigen„Kriegsbereit- schasts"-Rummel kühles Blut zu bewahren gedenkt, geht aus den Nachrichten, die heute aus Washington einlaufen, erfreulicherweise klar hervor. Es ist ganz deutlich zutage getreten, daß der heutige Brand in Europa einen wilden Raubzug auf den Kongreß nach mehr Soldaten, mehr Matrosen und mehr Schiffen entschuldigen soll. Wir sehen im Ausland den gänzlichen Zusammenbruch der militärischen Prätcnsion, daß große Rüstungen den Frieden sichern, und lvir hören von unserem Flottenverein, unseren erschrockenen Gärtnern(Bem.: Mr. Gardncr— Gärtner leitet die Bewegung im Kongreß), unseren Rooscvelts und Chauvinistengenerälcn, daß auch lvir die Torheit Europas nachmachen müssen, selbst wenn dieses jetzt seinen Boden mit Blut tränkt. In denselben Augenblick, da der„sinn- loseste der Kriege" die Zivilisation selbst bedroht, sagt man nns, daß die Bereinigten Staaten ihrer inneren Entwickelung Einhalt gebieten, ihrer Industrie hunderttausende Arbeiter entziehen und viele hundert Millionen an Schätzen ausschütten müßten, als wenn jeder jetzt nicht sehen könnte, daß die cnropäiscken Rüstungen mit Sicherheit einen Konflikt erzeugen mußten, hätte es selbst keine andere Ursache gegeben. Daß es einige Leute, die hinter dieser Bewegung stehen, ans- richtig meinen, obwohl sie zu erschrocken sind, um nüchtern denken zu können, geht aus der Liste der New Aorker hervor, die sich kürz- lich zusammengetan haben, um eine Untersuchung bezüglich unserer Kriegsbereitschaft zu verlangen— um zu sehen, ob wir wirklich „sicher" sind. Eine Untersuchung, wie sie von ibnen und dem Kongreßmitglied Gardner verlangt wird, ist unnötig. Tic Tat- fachen, die sich auf unsere Kriegsbereitschaft beziehen, sind leicht erhältlich. Sie sind in den Berichten unserer Kriegs- und Flotten- sckretäre, den Botschaften unserer Präsidenten in den vergangenen Jahren enthalten. Sie find von diesen Beamten zu jeder Zeit er- hältlich. Ter Flottcnvcrein ist so sicher, daß er sie alle kennt, daß er genau weiß, was in bezug aus Heer und Flotte zu empfehlen ist. Jedem militärischen Attache in Washington steht die ganze Geschichte zur Verfügung. Information zu erlangen ist nicht das Ziel des Kongreßmitgliedes Gardncr, ivic es auch immer mit den New thorkern stehen mag, in denen so plötzlich der Wunsch wach geworden ist, mehr Licht auf unsere Lage zu werfen. Er verlangt, daß Offiziere des Heeres und der Flotte vor Kongreßausschüssen erscheinen, um darüber auszusagen, was nach ihrer Ansicht getan tvcrdcn muß, was etwa dem gleich käme, wenn man die durch den Zoll geschützten Fabrikanten, einlüde, ihre eigenen Tarifsätze vorzuschreiben. Wenn dies durchgeht, werden wir eine llntcrsuchung von der äußersten Sensation haben, bei der sich unsere Generale streiten werben, ob wir 205000 oder 500000 reguläre Truppen haben müssen, und unsere Admiräle, ob wir 50 Schlachtsschisfe oder 250 llnterscc- boote besitzen solle«. Es ist ein Glück für das Land, daß der Präsident sich nicht ins Bocksborn jagen läßt. Mit Mut und in weitblickender staats- männischer Art läßt er uns wissen, daß er eine derartige Unter- suchung als unzeitgemäß betrachten würde. Er gibt nicht als Grund an, daß man kühles Blut bewahren muß, wenn die Nachbarn aufeinaiwer schießen. Er stellt sich auf den weit edleren Stand- Punkt, daß sich diesem Lande die größte Gclcgenbeit bietet, die es je gehabt oder die vielleicht je ein Land gehabt, die Gelegenheit nämlich, in der Beendigung des Krieges die führende Rolle zu spielen. Nie zuvor cröfncte sich einem amerikanischen Staats- man»« eine größere Möglichkeit, sich nützlich zu erweisen, als die, die sich jetzt dem Woodrow Wilson auftut. Daß er es in sich hat, die Gelegenheit zu ergreifen, wenn sie sich darbietet, beweist klar die Stellung, die er jetzt einnimmt. Denn er sieht, wie wirkungs- los, wie heuchlerisch unser Ruf nach Frieden, das Angebot unserer guten Dienste, unser Hinweis auf den Weg der Abrüstung sein würde, machten wir diesen Appell, wenn wir eben erst dem Rüstungskartell neue Zugeständnisse gemacht, wenn wir eben erst neue hundert Millionen votiert hätten. Näherten wir uns so den europäischen Kämpfern mit neuen Waffen in den Händen, so würde dies bedeuten, daß wir unsere moralische Stellung verscherzten. Nie haben die Vereinigten Staaten in der Welt moralisch höher gestanden als heute; dies wird durch die Art beglaubigt, in der beide Gruppen von Ber- bündeten sich unsere gute Meinung zu verschaffen suchen. Wenn die Vereinigten Staaten die Größe der Stunde wahrnehmen wollen, müssen sie zu den Kriegern gehen nicht mit der Nachricht von einer sklavischen Nachahmung der bösartigen Politik, die einige an den Rand N:s moralischen und materiellen Verderbens und andere darüber hinaus getrieben hat, sondern mit der Bereitwillig- kcit, in eine andere Richtung zu führen. Das drohende Wachstum unserer Flotte ist sowohl im deutschen Reichstag wie im englischen Parlament als c i n Entschuldigungsgrund für die weitere Bc- lastung britischer und deutscher Steuerzahler durch das Bauen von immer mehr Schlachtschiffen angeführt worden. Nach unserer Ansicht ist dies nicht nur nickt die Zeit, eine Ilntersuckung über unsere Kriegsbereitschaft abzuhalten, es ist die Zeit, die Bewilligung eines jeden neuen Schisses abzulebnen med die Welt der Abrüstung entgegcnzusühren. indem wir ansangen, selbst abzurüsten. Das durch eine derartige Handlungsweise gegebene hohe Beispiel würde den Opfern des Krieges— und sicherlich den aufgeklärten Geistern in allen Weltteilen wie ein ergreifender Weckruf klingen. Wir haben sicher Ursache zur äußersten Dankbarkeit, daß der Inhaber des Weißen Hauses dies sieht und innerlich empfindet und bereit ist, wenn notwendig, die Kritik kleiner Geister zu er- tragen, die in diesem ganzen schrecklichen Leiden und Blutvergießen, diesem Zusammenbruch des Christentums nur die Ztotwendigkeit zur Vorbereitung zum Gemetzel scben. Wir sind überzeugt, daß der Präsident die Sache nur darzulegen braucht, und das Volk wird sich um ihn scharen» wie es immer getan hat, wenn er an die Ge- rechtigkeit und Menschlichkeit appelliert bat. Das amerikanische Volk denkt darüber nach, was all dies bedeutet. Hunderttausende sind nack diesem Lande geflohen, um den Lasten des Militarismus zu entgehen; sie haben keinen Wunsch, hier neue Lasten auf sich zu nehmen. Es gibt auch genug Leute im öffentlichen Leben, die den Präsidenten unterstützen werden. Da ist das Kongreßmitglied Walter L, Hensley von Missouri, ein Mitglied des Kongreß- ausschujses fiir Flottenangelegenheiten, der offen die Ansicht aus- spricht, daß dies nicht die Zeit für eine Untersuchung sei, daß die Lebre, die wir aus dem europäischen Ringen zieben muffen, darin besteht, daß wir uns enthalten, mehr Schlachtschiffe und Zer- störunyswaffen herzustellen. Aber dies ist die Stunde, in der alle, die es empfinden, ihre Stimme hörbar machen müssen. Jeder Amerikaner, der den Wunsch hat, daß sein Land die Welt zurück in die Pfade des Friedens führen soll, sollte sich jetzt entschließen, dem Präsidenten mit Wort und Tat beizustehen." Das Kriegsbrot. Von einem Parlamentarier, der an den seinerzeitigen Vorhand- lungeu im Rcichsanu des Innern teilgenorninen hat, wird uns ge- schrieben: Es unterliegt keinem Zweifel, daß wir in Teutschland bis zur nächsten Ernte mit den vorhandenen Weizenbeständen nicht aus- reichen. Es ist daher begreiflich, wenn Versuche unternommen werden, den Zeitpunkl möglichst hinauszurücken, wo die Bevölkerung wahrscheinlich allgemein auf den Bezug von Gebäck aus Weizenmehl verzichten muß. Diese Bemühungen sind durchaus löbliche. Aber eS fragt sich, ob alle gutgemeinten Ratschläge und der Appell au die patriotische Pflicht einen durchschlagenden Erfolg zeitigen können. So weit wir unsere Beobachtungen machen konnten, sind die er- teilten Ratschläge vielfach ganz unbeachtet geblieben. Soll etwas geschehen, so muß auch hier eine ZwangSmaßrcgel, wie in so vielen Fällen während des Krieges, vorgenommen werden. Man muß sich bei Erörterung dieser Frage auch darüber klar sein, ob es wirklich für die Verwendung der vorhandenen Bc- stände von großer Bedeutung ist, die Feinbäckerei einzuschränken, oder gänzlich zu untersagen. Die Einschränkung der Erzeugung solcher Backwaren würde zur Folge haben, daß für einen Teil der Bevölkerung auf längere Zeit als unter normalen Verhältnissen Fein- gebäck auf den Tisch gestellt werden lömuc. Auf dem Lande vcr- sichtet man meist auf Fein- oder Weißgebäck. Für die gesamte Lebensmittelversorgung ist es nicht von entscheidender Le- dcutung, ob wir einen oder zwei Monat früher mit den Weizen- beständen zu Ende kommen. Es wird auch vielfach in den Kundgebungen der Eindruck erweckt, als ob Feingebäck eigentlich nur ein Genußmittcl, aber nicht ein Nahrungsmittel sei. Das trifft natürlich nicht zu. Es könnte vielmehr mit guten Gründen geltend gemacht werden, daß insbesondere die Verwendung von Zucker in hohem Maße für Feinbäckerei auch ein Mittel ist, um eine Verlängerung der Mehlbestände herbeizuführen. Man darf ferner nicht unberücksichtigt lassen, daß. wenn, wie vielfach gefordert wird, das Weißgcbäck verschwindet, dafür ein größerer Konsum an Roggen- brot eintreten muß. Da wir nun auch hier leinen llebersluß haben, so verschieben wir nur den Konsum, ändern aber an der Gesamt- Versorgung nicht das geringste. Es erscheint unS auch lein so entsetzlicher Zustand, daß schließlich sür einen Zeitraum die Bevölkerung, wenn die Weizenbeslände zu Ende sind, aus Gebäck aus Weizenmehl verzichten»ruß. Vor allen Dingen würde es gleichmäßig allen fühlbar werden, nicht aber, daß sich ein Teil des Volkes dieser Unannehmlichkeit durch bessere Versorgung auch für die Häuslichkeit gänzlich eniziehen kann. ES muß ferner eingewandt werden, daß eine Einschränkung der Bäckerei der Weiß- wäre dazu führt, daß im Haushalt Gebäck aus Weizenmehl her- gestellt wird. Wir kommen also mit diesen Maßnahmen kaum weiter. Eine andere Klage geht dahin, daß so wenig Kricgsbrot vcr- langt wird, das heißt, Brot mit mehr als 5 Proz. Znsatz von Kartoffelmehl. Auch hier wird sogar vom Ministerium dcS Innern die Aufforderung an die Bevölkerung gerichtet, Kriegsbrot zu verlangen. ES ist möglich, daß ein paar tausend Leute dieser Aufforderung nach- kommen. Für den gesamten Konsum sind diese schönen Ratschläge voll- ständig nutzlos. Kriegsbrot würde sofort in größeren Mengen vcr- langt werden, wenn es billiger wäre als anderes Brot. Da? wäre auch möglich, wenn daS Reichsamt des Innern dafür gesorgt hätte, daß Kartoffelmehl oder Kartoffelflocken zu einem Preise ans den Markt kommen, der weit unter dem Preis von Roggeninchl steht. Das ist nun leider nicht geschehen, im Gegenteil, eS ist der Preis sür Kartoffclflockeu im Jillcresse der Gesellschaft für Kartoffcltrocknung so hoch bemessen, daß der Preis dem für Roggcnmehl ziemlich gleich sieht. Auf diesen Fehler ist das ReichSaint des Innern vor der Preisfestsetzung wiederholt hingewiesen worden, ohne daß leider diese verständigen Hinweise die nötige Berücksichtigung gefunden haben. Man möge uns also mit den Bemühungen, der Bevölkerung zu empfehlen, Kriegsbrot zu essen, höflichst verschonen, Iveil immer in solchen Fällen das Gefühl wachgerufen wird, warum sollen wir das doch immerhin minderwertige Brot essen, während andere sich um diese Erinahuungen nicht kümliicrn. Tollten die Erhebungen über unsere Gctreidebestände vorn 1. Dezember lOli ergeben haben, daß wir sehr haushälterisch um- gehen müssen, so gibt eS kein anderes rationelles Mittel, um das Ziel einer dauernden und sicheren Versorgung zu erreichen, als anzuordnen, daß allgemein ein höherer Prozentsatz von 5kartoffclmehl pariser Lazarette. Der bekannte schwedische Schriftsteller Gustav Hcllstrocm veröffentlicht in den Stockholmer„Dagens Nhheten" eine Schilderung seines Rundganges durch die Pariser Lazarette, der wir die nachstehenden Proben entnehmen. Ich liege schlaflos die lange Nacht hindurch und suche vergebens nach einer neuen Sprache, nach neuen Worten.-in die ich das fesseln könnte, was ich in den letzten zwölf Stunden gesehen habe, lind ich denke: steht nicht vielleicht doch plötzlich einer auf. einer, mir einer Prophetendonnerstimme des alten Testaments begabt, der völlig neue, entsetzliche Flüche schleudert gegen die, die diesen grausigsten aller Kriege aus dem Gewissen haben? Er dürste nicht die sanfte Sprache des verträumten Friedensapostels reden. Nein. Er müßte der furchtbare, schonungslose Realist sein. „Hier sieht es doch aber sehr nett und sauber aus," würden sie dann vielleicht sagen.„Eine ausgezeichnete Einrichtung, seine, weiße Verbände, schneeweiße Laken, freundliche, weißgekleidete Schwestern... aus jedem Nachttischchcn ein Labetrunk... An was mangelt es denn den Leuten eigentlich hier?" Und dies wäre die Antwort: treten Sie hinzu, schlagen Sie die Bettücher zurück und lösen Sie die Verbände! Oder solgen Sie mir in den Aufnahmeraum, vor dessen Pforte lautlos Stunde �um stunde die Ärankemvagen anrollen... Was haben S:e nur, tfi«, die soeben noch den Krieg verherrlichten? Schlechte Gerüche hier drinnen? Zu warin, Oder sollte es etwa die grausige Wunde da drüben sein—? Sie können es nicht mehr aushalten? Sie möchten wieder hinaus an die Lust? Ja, aber sehen Sie nur noch vorerst den armen Teufel, der da drüben ans dem Opcralions- tisch liegt! Treten Sie nur näher heran! Wie. das können Sic nicht?! Soll ich Ihnen sagen, was er hat? Er hat eine Wunde in der rechten Bauchhöhle, eine Wunde, so groß wie eine Stein- metzsaust und so tief... ja, so tief. Sie wanken, der Schweiß steht Ihnen aus der Stirn, Sie müssen hinaus—? Warten Sie ein Weilchen, hier im Gang ist es kühler.�— da haben Sie einen Stuhl... Und nun will ich es Ihnen sagen... Noch vor dreieinhalb Mo- nmen war dieser durchlöcherte Mann sricdlichcr Kassierer einer Weinfirma. Er hat Frau, er hat Kinder. Ich bin einen Tag über von Ambulanz zu Ambulanz ge- wandert und habe unter den Verwundeten gelebt; nicht unter jenen, die man in den Straßen antrifft, die bereits die Erlaubnis erhalten, auszugehen, nein, unter den„emsmeiz ble-scs". Ick babe olles in allem etwa zehn provisorische Lazarette besucht. Schulen, Luxushotels und Privatpalästc, die mit Kriegsbeginn ihren Charakter geändert haben. In den Sälen, in denen sich sonst die fran- Aösische Arfftokratie zu glänzenden Festen versammelte, in den Teeräumen der Luxushotels, durch die kürzlich noch der Tango rauschte, in den Schulzimmern, in denen sich Kinder mühevoll durch das ABC durchbuchstabiertcn, oder den katholischen Bersamm- lungssälen, in denen die Fäden des Ultrauwntanismus hinaus- ech Pannen wurden über das Land— überall, überall das nämliche Bild, in der nämlichen Atmosphäre: der drückenden Atmosphäre des Krankenhauses. Da ist die mustergültige amerikanische Arnim- lanz, schneeweiß von den Wänden bis zu der Ordonnanz, die von ■einem weißbeba ndsckuhtcn Priester Befehle erbätt, mir als Führer zu dienen. Da ist das Palais des Barons Edmond de Rothschild, der seine sämtlichen Kostbarkeiten nach England geschickt, die Marino rvcrklcidungen und Bronzezisclierungen der Wände mit weißem Stoff überzogen und einen Ricsenankaus in Betten und Operationsmaterial gemacht bat. Da ist der greise, lächelnde Kirchenherr von St. Augustin, der es erleben muß, wie die schreck- lichen Flüche eines Verwundeten zu dem Kruzifix über seinem Lager aufsteigen. Oder das Elhsäe-Palace-Hotel, wo die Ver- mundeten sich damit zerstreuen können, die schweren Goldornamenic oder die heiter lächelnden Amoretten der Decke anzustarren... Der Arzt kommt! Eine weißgekleidete elegante Hilssschwester in koketten Lack- schuhen meldet ihn in den zwei länggcstreckien Sälen an. Vom Treppenslnr her klingt Sporengeklirr und eine gutmütig brummende Stimme, die da sagt:„Lem ma soeur, bon, von!" Tann tritt er ein: in weißem Operationsmantel, aber in Stiesel und Sporen, ans dem runden Keltenschädel eine weiße Mütze— wie sie die Köche tragen, und unter einer breiten, offenen Stirn ein wohlwollendes Gesicht, das in einem spitzen, schwarzen Bärtchen endet. „Guten Morgen, Kinder!" bullert er in den Saal.„Schönes Wetter heute, was? Na, wie geht's euch denn allen?" „Bern jour, mon clocieur!" kommt es von allen Betten. während aller Augen aus ihn gerichtet sind, als sei kommandiert worden:?tugcn links! „Na, mein Junge, wie geht's dir denn heute?" Er hat sich au den Mann gewandt, der der Tür zunächst liegt. Es ist ein Bauernburschc von zweiundzwanzig, drciundzwanzig Jahren. Sein eines Bein steckt unter der Decke hervor. Es ist un- förmig und dick wie ein Elefantenbein, und der Fuß ist kein Fuß mehr: Wundbrand. Es sieht entsetzlich aus, aber der Arzt sagt ganz ruhig:„So, nun ist es bald so weit. Und nun sollst du mal sehen: bald ist es wieder so fein und schlank und weiß wie eine leibhaftige Prinzessin." Der Verwundete sieht von dem verstümmelten Fuß auf den Arzt und lächelt schwach: „Glauben Sie das wirklich, mon äoeteur?" „Gewiß, mein Sohn. Aber nun muß ich mal dein anderes Bein sehen." Die Decke wird zurückgeschlagen, aber das andere Bein— iit nicht da. Oder nein, dock, es ist doch noch etwas von ihm übriggeblieben, ein winziger, in Binden gehüllter Stumpf, etwa 15 Zentimeter. „Na, nun zieh mal„die Mütze" ab, mein Sohn." Und der Kranke zieht die Hülle von dem Beinstumpf ab, etwa wie ein anderer eine tveiche, gestickie Mütze abzieht. „Und nun hör' mal, was ich dir sagen will, mein Junge. Das Bein da ist schlecht amputiert. Du sagst ja auch, es war in der Fcldambulanz, oben bei Arras.. Da suid sip eben überbürdet, und man darf ihnen deshalb keinen Vorwurf machen, denn es gibt noch mehrere vom Wundbrand zu retten, als dich. Da ist eS nun so geworden, wie es ist. Tu verstehst also, wir müssen noch ein kleines Stückchen von deinem Bein absägen, damit wir dir später ein künstliches machen können." In dem Gesicht des jungen Burschen wühlt und zuckt es, und plötzlich bricht er in Tränen aus. „Nur immer gefaßt sein, nur nicht weinen, mein Kind!" „Mais, mon doctcur, ich habe soviel ausgeholten! da sehen Sie meinen Fuß an, und dann das Bein— das Bein, das fort ist. und dann-- dann habe ich geglaubt, nun sei es endlich zu Ende. Und nun---- nein, also noch einmal! Und dann vielleicht iwck immer kein Ende, vielleicht—---" „Nun sei doch mal vernünftig, mein Kind. Du mußt doch einsehen, daß du dein Bein, so, wie es jetzt ist. nie wirst gebrauchen können. Ich verspreche dir, daß diese Operation die letzte ist; mehr schneiden wir dir nicht mehr fort. Und wenn du dann heimkommst zu den Deinen, und man hört durch die Gassen dein Holzbein klappern, da wird ein jeder immer ivieder an dich denken, und ein jeder wird sagen:„Seht, da kommt Gaston, der Held!" Verstehst du wohl? lind nun kannst du die Mütze wieder überziehen." Und der Arzt wendet sich zur Oberschwester: „Morgen also!" „Bien. mon«locteur!" Der Vertvundete wischt mit seinem breiten, knochigen Hand- rücken die Tränen fort. Seine Stirn ist gefurcht, seilt Gesicht von Schmerzeu entstellt. „Morgen also?" fragt er mit mühsam verhaltenem Schluchzen. „Ja, morgen." „Daß es doch niemals ein Ende nimmt! Ach, hätten sie mich doch lieber totgeschossen da draußen!" Der?lrzt hat sich zu mir gewendet: „Hier sehen Sie den Mutigsten, den ich bis jetzt getroffen habe, Monsieur. Nicht wahr, mein Sohn? Es ist ein Marincsoldat. Er kennt keine Nerven." Aus dem iveißen Kiffen schaut aus uns ein wettergebräuntes, bärtiges, verbittertes Gesicht. Die dunklen Augen starren den Arzt ausdruckslos an, während die Lippen murmeln: „Bon jour. mon clocteur!" Tic Schivesteru haben seine Decke zurückgeschlagen und lösen den Verband. Er liegt unbeweglich, mit fest zusammengepreßten Lippen, die braunen Finger in die Matratze gekrallt. Kommt man denn niemals dieser Wunde bis auf den Grund?... Doch, nun liegt sie offen da---. Ich weicke unwillkürlich zurück. Während ein Unterarzt und zwei Sckioestern die Wunde untersuchen» erzählt mir der Chefarzt des Mannes Geschichte: „Ein Granatsplitter battc ibm die Hüfte ausgerissen. Er sank um und kam neben einen Kameraden zu liegen, der leichter verwundet war. Als uuii der Kugelregen sich etwas gelegt hatte, versucht der andere diesen hier mit sich fortzuschleppen. Es ging deuu auch einiger- maßen— commc ei. comin xa— ein paar hundert Meter. Tann aber sagt dieser hier:„Nein, auf diese Weise kommen wir im Leben nicht weiter. Laß Tu mich ruhig liegen und sieh zu. daß Tu selber zur Ambulanz kommst, hinterher können sie mich dann st, holen." Ter Kamerad geht also. Als er so etwa an die fünfzig Meter i uk ist, sieht dieser hier, wie ihm der Kopf abgerissen wird, glatt über deet dem Broi zuzcsetzi wird als degeittoarftft. Und glaudt man. bax Weizenmehl zur Verwendung für die Kuchenbäckerei untersagt werden muh. dann stelle man die Bestände an Weizenmehl gleichfalls nur für die Brotfabrikation zur Verfügung und reserbiere einen Teil zur Verwendung für Kranke in Lazaretten und Krankenhäusern. Das wurde den Erfolg haben, daß alle gleichmäßig unter den ungünstigen Verhältnissen zu leiden hätten, ohne daß die Zumutung eine solche loäre, die al-Z unerträglich erscheinen könnte. Wenn uns der Krieg keine übleren Beschwernisse auferlegt, als eine Zeitlang auf Fein- gebäck zu verzichten, so wäre das erträglich. Aber es wäre nur ge- recht, tvenn diese Unannehmlichkeit allen Teilen gleichmäßig zum Bewußtsein kommt. »» • Gegenüber der fortgesetzten Mahnung der Behörden, KriegSbrot herzustellen und zu konsumieren, wird dem„Berliner Lokal�Anzeiger' geschrieben: ,.TaS alS Zusatz nötige Kartoffelwalzmehl ist zurzeit sehr schwer erhältlich. Die Fabriken sind mit Austrägen überhäuft und nicht imstande, die vielen Bestellungen auszuführen. Einzelne Fabriken nehmen überhaupt keine Bestellungen mehr an. Die Bäcker be- schränken sich nun auf den gesetzlich vorgeschriebenen ö prozcntigen Zusatz, denn sie müssen haushälterisch umgehen mit ihren Vorräten, um dem Gesetz zu genügen. Das Verfahren aber, die Kartoffel lclbst zuzubereiten, ist, wenn auch gesetzlich gestattet, allzu umständ- lich und gerade für die Berliner Bäcker mit besonderen Schwierig- keiten verbunden, da die Kartoffel erst geschält, gekocht und zerrieben werden muß. ES wäre wohl Sache der Regierung, Abhilfe zu schaffen. ES muß dafür gesorgt werden, daß die Bäcker Rohmaterial in ausreichenden Mengen erhalten.* Das neue Konkurrenzklauselgesetz. Am 1. Januar ISIS ist das Gesetz zur Aenderung der Kon- Zurrenzklausel(§§ 74, 75 und 76 Absatz 1 des Handelsgesetzbuches) n Kraft getreten. Danach ist eine Vereinbarung zwischen dem Kaufmann und dem Handlungsgehilfen, die den Gc- 'ilfen für die Zeit nach der Beendigung des Dienstverhältniffes in einer Tätigkeit beschränkt(WeitbewerbSveroot) ungültig, 4. wenn der Handlungsgehilfe insgesamt nicht mehr als .500 M. jährlich aus seinem Arbeitsverträge bezieht, 2. wenn der Handlungsgehilfe zur Zeit des Vertragsabschlusses minderjährig ist, S. wenn sich der Prinzipal die Erfüllung aus Ehrenwort oder unter ähnlichen Versicherungen versprechen läßt, 4. wenn ein Dritter an Stelle des Handlungsgehilfen die l?crpflichtung übernimmt, daß sich der Handlungsgebilfe nach Be- cndigung des Di enftverhältniff eS in feiner gewerblichen Tätigkeit beschränken wihHe, ß. wenn di« Vereinbarung nicht schriftlich erfolgt, 6. wenn Kcr Prinzipal nicht eine von ihm unterschriebene die vereinbarte Bestimmung enthaltende Urkunde dem Gehilfen aus- zehändigt hat, 7. wenn sich der Prinzipal nicht verpftichict, für die Dauer -er Konkurrenzklauscl eine Entschädigung zu zahlen, die für jedes TfaHr mindestens die.Hälfte der von dem Handlungsgehilfen zuletzt oezogenen vertragsmäßigen Leistungen erreicht. ES braucht nur eine dieser Bedingungen nicht erfüllt zu sein, ..m die lkngültigkeit der Konkurrenzklausel herbeizuführen. Wie früher ist die Konkurrenzklausel auch künftig insofern eingeschränkt, als sie unverbindlich ist, soweit»sie nicht zum Schutze eines berechtigten geschäftlichen Interesses dient". Sie ist ferner unverbindlich, soweit sie unter Berücksichtigung der gewährten Entschädigung nach Ort. Zeit oder Gegenstand„eine unbillige Er- schwmmg des Fortkommens des Gehilsen enthält". Diese Be- fchränkungcn der Konkurrenzklauscl sind freilich für den Handlungs- gehilsen sehr Kveifelhaner Art, da immer erst die Gerichte über ihre Auslegung zu entscheiden haben werden. Wesentlich ist aber noch die klare Vorschrift, daß die Konkurrenzklausel nicht aus einen Zeitraum von mehr alS zwei Iahren von der Beendigung des Dienstverhältnisses an erstreckt werden kann. «»»»»" I I I I I Hälfe. Dieser hier aber kriecht drei Kilometer weiter bis zur nächsten Ambulanz. Mit einer solchen Wunde und dem ungeheuren Blutverlust— drei Kilometer. Das glaube ich. wird wohl der Rekord im Kriechen sein. Allerdings—- er brauchic dazu einen Nach- mittag und eine ganze Nacht..." Dcr Marinesoldat sieht dem Arzt starr in die Augen und nickt bekräftigend, während die Wunde wieder vollgepackl wird, langsam und gewissenhaft. Wir kamen in einen Raum, in dem nur ein einziges Bett stand. Da liegt ein junger Mem'ch mit der alten Geschlchte: sieb- zehn Granatsplitter und Wundbrand in einem Bein. Sein leichen- blasses, abgemagertes Gesicht trägt keinen menschlichen Ausdruck mehr; man füblt auf den ersten Blick: er ist hinüber: in dem nämlichen Augenblick, da das Geschütz ausslammte, hat er die Grenze überschritten; und nun liegt er da mit schwarzumrandeten Augen und lacht ein heimliches, ein wahnwitziges Lachen, als er den Arzt erblickt. „Wir haben ihn absondern müssen." sagt der Arzt.„Er hat den Verstand verloren. Er leidet an.Halluzinationen oder besser gesagt, nicht an.Halluzinationen, sondern an dem, was er e r- lebt bat--. Ich bin der Sache nie recht aus den Grund ge- kommen, wie es eigentlich zuging, als er verwundet wurde. Ich weiß nur soviel, daß es in einem Handgemenge um eine Regi- mentSiahne war, die es zu retten oder ,zu verlieren galt. ES muß die reine Hölle gewesen sein. Und das brachte ihn um den Ber- stand... Nun siebt er das alles innner wieder um sich, Stunde um Stunde, und über all diesem irgendem graufes Fabelwesen. Es ist schlimmer als zehn Schlachtfelder, wenn er zu phantasieren beginnt." Er legte ihm die Hand auf den Kopf und streichelte ihn. „Armer Junge! Auch Tu gehörst nicht zu einem' Krieger- gcichlcckst... Und das totenfavbene Gesickt in den Kissen zuckt in einem wahnwitzigen Lachen.----- .Doktor," sage ich auf dem Gang,„sagen Sie mir mal auf- richtig, gibt cd wirklich solche, die wieder hinausmöchtcn an die Froni-r �. „Monsieur, ich antworte Ihnen daraus, was unlängst ein englischer Offizier'zu mir sagte: derjenige, der behauptet, daß er sich in das Interna dz draußen zurücksehnt, der lügt. Einen solchen Krieg Tat ja die Welt noch nicht exlebt. Und solche Löcher, wie die Kanonen der Verbündeten sowobl wie die der Deutschen in einen Menschlmköroer reißen,-- das ist cintack unerhört. Etwas anderes ist es allsrdtngs. resigniert und mutig.zmickzukchren, wann man wieder hergestellt ist.'Das will aber nicht heiße«, daß man hinaus möchte, wenn es auch, im Grunde genommen, so vielleicht besser ist. Denn vor einigen Monaten noch war es Enthusiasmus. kllun aber ist es das Erkennen, um lnaS es gilt, und dcr Wille, zu gehen. Und wenn man dann erst mal draußen ist—--" Er zuckt die Achseln. „Da peitscht einen dann eben die Nervenspannung w'.eoer an." Ein aroßes Privatbotel im Parc Monceaux-Vicrtel. Ich bin tagsüber von Hospital zu Hospital gewandert; ich habe verstümmelte Wegen ber sonstigen Einzelheiten des neuen Gesetzes muß auf feinen Wortlaut verwiesen werden. Doch ist hier bervorzubeben. daß die oben mitgeteilten Einschränkungen der Äonkurrenzklauiel erkauft worden sind durch einen grundsätzlichen Rück- schritt im Arbeitcrrccht. Das neue Gesetz erklärt es aus- drücklich für zulässig, daß der Handlungsgehilfe für die Nicht- cinhaltung der Kowkurrenzklausel ins Gefängnis gesperrt werden kann. Der Geschäftsinhaber kann für seine zivilrechtlichen Verpflichtungen, die er dem Handlungsgehilfen gegenüber hat, immer nur insofern in Anspruch genommen werden, als er in Geld zu leisten hat. Der Geschäftsinhaber kann nicht für zivil- rechtliche Verpflichtungen ins Gefängnis gesperrt werden. Vom 1. Januar ab aber kann der Geschäfisinhaebr wählen, ob er den Handlungsgehilfen für die Nichteinhaltung der Kon- kurrenzk'lausel nur zivilrechtlich oder auf Umwegen strafrechtlich der- folgen lassen will. Die neuen Vorschriften finden mit Ausnahme dcr vorstehenden Bedingungen unter Nummer 5 und 6 auch auf die vor dem 1. Januar ab aber kann dcr Geschäftsinhaber wählen, ob er den zum 1. April 1945 hat der Geschäftsinhaber Bedenlzeit, ob er die früher vereinbarten Konkurrenzklauseln unter dem neuen Recht dadurch gültig machen will, daß er dem Gehilfen die vorstehend unter Ziffer 3 vorgeschriebene Entschädigung schriftlich verspricht und ihm ein höheres Einkommen als 1500 M. jährlich zusichert. /ins öer Partei. Ein Zeitungsjubiläum. In festlichem Gewände präsentiert sich die jüngste Nummer der „Frankfurter Volksstimme". Waren es doch mit Ablauf des Jahres 25 Jahre, daß unser Frankfurter Parteiblatt das Licht der Welt erblickte, 25 Jahre erfolgreichen Kampfes für unsere Welt- anschauung. Wie viele unserer Parteiblätter hat sich unser Jubilar aus den kleinsten Verhältnissen heraus entwickeln müssen, aber dank der Opferwilligkeit unserer zum Teil schon längst dahingegangenen Genossen gelang cS. das Blatt mir den Jahren zu einem achtunggebietenden Faktor im politischen und öffentlichen Leben Frankfurts und weit darüber hinaus zu entwickeln. Und wahrlich, an Opferwilligkeit für unsere sozialistischen Ideen hat es— eine bei Sozialdemokraten ja eigentlich selbstverständliche Tugend— auch in Frankfurt unter der kleinen Schar unserer damaligen Genossen nicht gefehlt. So erzählt Genosse B r ü h n e in der Jubiläumsnummer, daß ein schon längst verstorbener Genosse seufzte:„Wie sollen wir die 80 M. auf- bringen!" als es sich darum drehte, einen„eigenen" Redakteur für das Blatt anzustellen. Aber das Geld wurde aufgebracht, und Genosse Gustav Hoch war dcr Glückliche, der für das fürstliche Honorar von monatlich 80 M. dem Blatte fein geistiges Gepräge geben konnte. Die Jllbtläurnsnummer, inhaltlich sehr reichhaltig ausgestattet, gibt uns ein Stück Parteigeschichte. Sie zeigt uns Jüngeren, daß solidarisches Zusammenhalten und nicht zu erschütternde Zielklarheit allezeit die besten Bundesgenossen in unserem Kampfe für die Befreiung der Menschheit bedeuten. Sie mahnt uns, unseren Vor- kämpfern nachzueifern, treu und fest zur Fahne zu stehen zum Wohle unserer Partei, zum Wohle dcr Arbeiterklasse� Wir wünschen unserem Jubilar, daß er sich auch in der Zukunft als eine scharfe und schneidige Waffe des sozialistischen Proletariats erweisen möge!_ Aus Stuttgart. linier der Ueberichrift„Zur Aufklärung" bringt die»Schwäbische Tagwacht" folgende Notiz: Unser Parteiorgan für den ö. württembcrgischen ReichstagSwahl- kreis, die in E ß l i n g e n herausgegebene„Volkszeitung", war in letzter Zeit nicht mehr in der Tagwachtdruckerei, sondern in Privat- druckereien hergestellt worden. Wir haben unsere Leser in der Nr. 290 unseres Blattes davon unterrichtet, weöhalb die Tagwacht- ges ellschaft die Drucklegung der,. Volks zeit ung" e i n g e st e l l t hat. Inzwischen haben unter Mitwirkung deö Partei- Vorstandes Verhandlungen zwischen beiden Teilen stattgefunden, die bei gegenseitigem Entgegenkommen zu dem Ergebnis geführt haben, daß von Anfang Januar an der Druck der.Volkszeitung" wieder von der Tagwachtgesellschaft übernommen werden kann. Eine Soldaten gesehen, amputierte Gliedmaßen, Wundbrand, zerschmetterte Schultern, furchtbare Wunden und eine furchtbare Resignation. Nun sinkt die Tämiuerung herab. Ich sitze in einem großen Salon mir Marnroriäulen und ziselierten Bronzeorna- urcnten. Draußen vor den hohen, weißen Türen, die auf die Terrasse führen, liegt der kleine Park melancholisch im Zwielicht des entschwindenden WinterrageS. Tie Baumstämme stehen schwarz gegen den Abendhimmel; von den kahlen Zweigen tropft es. Das Privathotel ist als Genesungsheim eingerichtet für die, die aus den Hospitäler,: ausgeschrieben werden. Das Zimmer, in dem ich sitze, ist der Osfiziersraum. In einem Lehnstuhl sitzt ein Oberitleutikant, dem ein Arm und ein Bein fehlt. Auf cincui Ruhebett liegt ein Major eines aftitaiüschen Kavallerieregiments. Er liegt unbeweglich und stiert teilnahmslos vor sich hin. Ein Jnfanterieleutnant wird gerade von einem Wärter wie ein kleines Kind angezogen, nur drunten im Park ein wenig auf- und abzu- gehen Auf einem Beil in der Ecke liegt ein Artilleriemajor auf dem Bauche und läßt sich die linke Wade massieren, die ihm die Kugel duraffchlogen hat. In einer anderen Ecke macht ein Haupt- mann eines Kolonialregiments in voller Uniform— Mutze,' Pele. rinc. Handschuhe— unaufhörlich die Runde um sein Bett. Er wandert ununterbrochen, ohne auch nur einen Augenblick innezu- halten, ununterbrochen— in die Runde, in die Runde, in die Runde--. Er ist wahnsinnig... Er ist unverletzt; keine Kugel hat ihn getroffen, aber die Nervenspaunung war für ihn zu groß,— er brach) zusammen. In die Runde, immer wieder in die Runde ivandert er um sein Bett, als fei er vor dem Feinde auf einem Erkmidungsgaug... Au einem Tisch in der Mitte des Zimmers sitzt eine Dame von etwa 45 Jahren. Es liegt etwas unsagbar Niedergedrücktes, Hoffnungsloses iifer ihr. Tann und wann wirst sie einen Blick zu dem Offizier hinüber, der massiert wird,— es ist ihr Gatte. Und dieser eine flüch-tige Blick sagt alles. Bei Möns wurde er verwundet, und nun l't er bald wieder hergestellt, nun muß er bald wieder hin- aus. Aierzebn Tage noch, und dann wird es von neuem beginnen — dieselbe Angst, dasselbe unheimliche, endlose Warten, die langen, schlaflosen Nächte und die nicht endenwollenden Tage, die man vergeblich mit irgend etwas auszufüllen sucht, um sich nur wieder hinüberzuretten in die nächste schlaflose Nächst. Und nun ist auch noch der Winter da.— Wie, wenn er nun niemals wieder heimkehrt---? Die Offiziere sitzen in sich selbst versunken da, niemand spricht ein Wort. Nur derjenige, der massiert wird, murmelt hin und wieder ein..Tonnerwetter!" wenn dcr Masseur ihn zu hart anfaßt. Und der wahnsinnige Hauptmann wandert immer weiter— in die Runde, in die Rmide, in die Runde——— Uich hier in diesem Räume wird mir plötzlich klar, was mir angesichts klaffender Wunden und verstümmelter Gliedmaßen nicht klar geworden: ick, fühle es plötzlich, was es eigentlich bedeutet, dem Kriege Auge in Auge gegenüberzustehen; ich fühle nicht die Span- uung des Schlachtfeldes, nicht den tausendfach lauernden Tod, nicht die zäh aufflammende Begeisterung, sondern ich fühle das Innerste, das Letzte: die eisige Totenstille, die sich auf alle Bilder des Grauens niedersenkt und doch niemals imstande sein wird, sie aus der Er- inncrung zu löschen... (Aus dem Schwedischen von Wcmcr Peter LarjenZ Versammlung der Eßlinger Produktivgenossenschaft Vereinsdruckerei bat dem zugestimmt. Haupwunkie der getroffenen Vereinbarung find, daß die Herausgeber der»Volkszeitung" ausdrücklich die „Schwäbische Tagwacht" als Organ des 1. und 2. Reichstagswahl- kreiscs anerkennen und die„VolkSzeitung", wie von Anfang an, im wesentlichen aus den 5. ReichstagSwahtkreiö angewiesen bleibt, sich auch jeder Konkurrenztäligkei: gegenüber der„Tagwacht" in. bezug auf Inhalt und Aufmachung sowie jeder Agitation außer- halb des 5. Rcichötagswahlkreises zu enthatten hat. Wir hoffen, daß e-S gelingen wird, unserem Eßlinger Bruderunternebmen nach Nelisrwindung der unliebsamen Differenzen zu neuer Blüte zu verhelfen. Geschäftsleitung der„Schwäbischen Tagwacht". Im Wandel der Zeiten. Durch eine Notiz in der„Düsseldorfer Volkszeitung", in der das rigorose Eintreiben des Mietzinses gegeißelt worden war, fühlten sich z w e i N c n ß e r H a u S b e s i tz e r beleidigt. Sie strengten Privatllage an gegen den verantwortlichen Redakteur Gen. Gerlach. DaS Schöffengericht hat jetzt die Eröffnung des Hauptverfabrenö abgelehnt, und zwar mit Bezugnahme auf den§ 493 Str.-G.-B. (Wahrnehmung berechtigter Interessen). Es heißt in dem Bescheide unter anderem: ... Der Angeschuldigie hatte da? Recht, Maßnahmen zu rügen, welche nach feiner Auffassung mit der vom ganzen Volke zu erwartenden Opserwrlligkeit im Widerspruch stehen und welche geeignet find, den sozialen Frieden zu stören. Das Interesse au der Unterlassung derartiger Maßnahmen hat in den gegenwärtigen Zeitverhältnisien jeder Deutsche. Wenn der Angeschuldigte daher von diesem Gesichtspunkte aus das Verhalten der Kläger einer Kritik unterzog, so handelte er innerhalb der Grenzen deS§ 193 sonst ganz exemplarische Strafen zu gewärtigen hätte. skeslerUZWUiIeli�Wsi". Theater 6 Ulur:„Extrablätter!" Ueutachcs Künstlcr-Th. !! Uhr:.Tagend. 8 Uhr: I-nther. Deutsches Opernbaus, Cbartottenh. u ühi: Fra IMavolo. 7 Uhr: I-ohengrln. Friedricb.Wilbetmstidt. Theater. 8 Uhr: Gasparone. tjJebr. Herrnfeld-Theater 8 � So leben wir! Zwei leuchtende Punkte, Kleines Theater 4 Uhr; Jcttchen Gebert. 8 Uhr: Fräste SchwMnkc. KomOtllenhaua 8 UIir Biedermeier. liOssing-Thcater ö Uhr; l.lllom. S Uhr: Jugendfrcimdc. T.uMtsplelhaii* S;< Das leutnantsmilndel. Jlel ropoI-Thcatcr Woran wir denken! Operetten-Theater 8 Uhr: Der Jach. Fhemann, 8 Uhr: Der liebe Fe pl. Residenz-Theater 8 Uhr: Der Raub der Sabinerinnen. 8 Uhr: Krümel vor Paris. Rose-Theater 8 Uhr: Onkel Brüslg. 8 Uhr: Sein ganzes Glück. Sehillcr-Thcatcr O. 8 Uhr; Husarenfieber. Schiller TIi. Fharlottcnbg, 8 Uhr: Trici Aeosta. 8 Ulir; Nora. Thalia-Theater 8 Uhr: Die Ehre. 8 U)ir: Kam'rad Mamie. Theater am\oIlendoripl. 81;, U.: Der Versehwender. i'l, U.: Immer feste draff! Theater a. U.Weitlcodammerbrücke o1;, U.: Die Scbmelterlingsschlacht. 8.10 U.; Die deutsche Marke. Theater des Westens 8üiir: Waldmeister. Theater in der Köaiggrätzcr Straße 8 � Rauseb. Trianon Theater ol/3 U.: Der HUttenbeiKtacr. 81/, U.; Das Ucbesnest. Volksbühne. Theater a. Bülowplatz 8 Uhr: Wenn der junge Wein blüht. ' Ohr: Gütz von Berlichingon. H'alhalla-Thoater 4' Die Förster-Christi. Heute Sonntag. 3 Januar; 2 Große Yorstellnngen 0 nachm. 3Va u. abds. 7H» Uhr'. � Nachm. hat jeder Erwachsene 1 Kind I r e'i unter 12 Jahren auf allen Sitzplätzen, jedes weitere Kind unter 12 Jahren die Hälfte. In beiden Vorstellungen ungekürzt Ost und West. Gr. patriot. Schaustück aus d. Gegenwart. 100 Mitwirkende. In der Kachm.-Vorstg. wird in dem Schaustück nicht geschossen. Welses 5 dress. Büren. URANIA Ttt4se4o.tr* Sonntag und Montag l'uhl- .. ul(Halbe Preise): Die Weichsel u. die masuriechen Seen. ... /dsnda 8 Uhr: gut den Lchlachtteldern OslprauSens. V erzeichnis über Hörsaalrorträge und über V aterländisohe Vorträge borvorragender Gelehrter im Januar und i'ebruar kos tonlos. SARRASANI Busohgeb. Tel. Norden 10408 Heute Sonntag, den 3. Januar: I 3 Uhr J| 7', Uhr| Gala- 2 Vorstellungen 2 3m Zeichen des Kalbmonds. Fuiscn-Theater. 3 Uhr: Ttutiche Frauen. 8'/, Uhr: Tas grobe Ringen. Ab MitNvoch: Der Stabstrompeter. Große Polle. easino-Meater. Lothringer Straße 87. Täglich 8 Uhr. Heute Sonntag, den 3. Januar: Wieder ein neuer Schlager. Der größte Erfolg feit Bestehen: Dureb Dick und Dünn. VolkS-Lustspiel in 3 Akt. v. Hans Berg. Dazu eistklalfige Spezialitäten- Kriegsaufnahmen. Theatcw Folios Capnec 6V* Possen-Theater Rorltz m ird energisch, Das Lentnantsfenster. Gandwchrlcate. Martin Kettner a. G. Voigt-Theater. Badstr 58. Badete. 58. Heule Sonntag, den 3. Januar: „Unsere feldgrauen Jungen." Zeitbild mit Gelang In 5 Bildern. Kastenerönming 7 Uhr, Ans. 8 Uhr. Reicbsballen-Tlieater. Stette Sänger. Zum Schluß: „Unser Oskar"! von Mehsel. Anfang heute 7'/, Uhr. H'-ate' 2 Vorstellungen Janaar- Spielplan. 9*� Kleine Preise."W Minderzahlen nachmittag halbe Preise! usstellung IUr Verwundeten- und Krankon-FUraoroe un Kriege Montan, 4. Januar, aoendi 8 ,, Im Hauptsltzungsiaai dee Reichstags l tinemz Ui VortragÄ'mPaalzow .Das Heui es-Sanitälsv»esen imKrluge Mhtwuch. 6. Januar abends 8, Vortrag Holländer ,0le historischd tntwicklung des Knegs-Sanitats wesens. Untnti 50 Pf, für AusstelluRg und Vonrag. »onnaoencl, 9 Januar,»Dendi C w Vortrag 6 öttlcher ,01« UNwirtii k der frau In tfer Verwunilsten- ,,.'"I Kranlcen.fiirsorre im Kriajs," tinintl 10 Pf.(Cr AüsstliliiBZ und Vortrag Hochbahn Kottbnsertor Theater Sanssouci Hochbahn Kottbnsertor ,1914" Heute Sonntag, 3. Januar nochmaliges Gastspiel: Kriegszeitbild m. Gesang in! Akten v. Otto Reutter u. Max Reinhardt. -ur-.------; Preise;»O Pf.- 75 Pf.-vr��v-r�-- Anfang: Konzert 7 Ulir.:: Vorstellung 8 Uhr. IMV Rauchen gestattet. TU* 7885* Morgen, den 4. 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Geschäftsauf- _J sieht, erste Bof. M, Silbarb erg. bchmidstr. 41, Amt Mpl. 13019 auch auswärts.—— B ReutersVerke Ziehung am 7-9. Januar L Deutsche Luftfahrer- otterie 7364 mit 90% garanf. Gew. zus. M, 200 000 l 60000 30000 20000 Lose ä 3 Mark bei freier Zusendung des Loses und Gewinnliste empfiehlt und zersendet* Carl Heintze, BERLIN W, Unter den Linden 3. ■» 5. Kranken- und SterbekaD der im aligemeinen Uerkelirsivtseu beschäftigten persaneu und verwandten Kerufsgenolsen „Eintracht" n. G.) Ordentliche General- Versammlung am Mittwoch, d.!1. Februar liilZ. abends 8»/, Uhr, in„Schulz' Prachtfale", Königsgraben Ar. 2 (Ecke Münzstraste). TageS ordnung: 1. Jahres- und Kassenbericht Pom Jahre 1914. 2. Wahlen der Mitglieder für den Vorstand, Aussichtsrai und Schieds- gericht sowie deren Ersatzmänner. L. Befchlnstfassung über eingegangene 'Anträge. 4. Verschiedenes. 795b Dcc Vorstand. F. A.: H. S u h r, Rendant. Feldpostbriefeu beizufügen l �Bei Husten, Heiserkeit, rauhem Hals sind Kaiohnl'a - 3 f dnöe 4 Start Buchhandlung vorwärts Wntropfen �ln ihrer Wirkung einzig. Nur echt mit Marke Fl. �nMedlso"jp- SL SOm M. 1,- In Trogerien Ii. Äpotheten, ivo nicht, durch Dtto Reichel, Berlin 13, __ Ei'enbahnstr. t, Pelz-StoBas Skunk« und Steinmarder sehr preiswert. so w, alle sonstigen m P c 1 ar, w a re u? empfiehlt nach be-r endet. lingr.-Sais.® im EinzerverJiaui i zu aufiergewöhnl. g- bllllg.Preittcn- Kinderkragon v.2,00» an, Oamenkragen v. 5 7,00 an.« R. Michaelis,| Kürschnernleister. � Große Frankfurter• Straße 99, I u. Ii. am Strausberger PI. Sonnt, geöffnet. Katzenfelle 1. Reißen, Allen-Von* äii»''lecern bedeutend herabgcseUto Preise. Der kürzlich verstorbene Heri Dr. Georg August Freund(Berlin, Unter den Linden 09, und Haleusee. Georg-Wilhelmstmste) hat in seinem Testainellt bestiniint, daß aus seinei» Nachlast die sorllausendeii reget- mästigenUilterstützungen und sonstigen Zuiveiidungen(besonders auch Musifuvierrtcht), ivelche er zu seinen Lebzeiten gewährt Hai, so lange ipeiler gewährt werden sollen, als hiersür ein Bedürfnis vorliegt bezw. die mit den Ziiioeudmtgm versolgte» Zwecke sortdauern. Es werden daher alle Personen, welche nach dieser Bestimmung ein Recht aui weitere Unterstützungen oder Zuwendungen zn habe» glauben. auigesorderi, sich bis zum 12. Ja- nuar 1913 unter Beibringung der Beweise für die bisherige Gewährung bei dem unter- zeichucten Destamentsvollstrecker zu melden. In dein gleichen Testament Hai der Erblasser allen Personen, die ihm etwas schuldig geworden sind. die Schuld, soweit es sich nicht um lwvoihekariich oder anderweitig go sicherte Forderungen handelt, er- lasse«. ES werden auch diese Per- sonen zwecks Bescheinigung des Schnldcrlasscs sowie zwecks Fest stcllung der für den Nachlast zu zahlende« tzrrbfchaftssteuer um Meldung bei dem Unterzeichnet cn ersucht. Bemerkt wird, daß die ErbschastS- steuer laut leslamentarischcr Bestimmung aus dein Nachlag bezahlt wird, so dast hierdurch den bedachten Personen Unkosten nicht erwachsen. Berlin W. 15, Kurfürstendamm 24, den 1. Januar 1915. Ter Testamentsvollstrecker. Justizrai L i e b r c ch t. J, Baep BaiMf Ecke Pnnz.-Alleo Herren- und Knaben- Moden, Berufskleidung. Elegante Paletots, Ulster, Joppen in jeder Preislage. Gr. Stof'lager z. eleg. Maßanfertlgung. äsap* Billigste, teste Preis«, �PelzwareiT Fabrik und Lager von Stolas, Krawatten, Militär-Pelzwesten, Pelzhüten, Pelzjacken, Muffen, Pelzen; Kinriergarnit. usw. Xur reelle Ware, von der einfachsten bis zur elegantesten. Tausende' Sachen auf Lager. Auch Einzelverkauf zu büligeu Preisen.— Sonntags geöffnet. F. 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KkÜM i>tS„Wmarts" Knlilltl WstlM. � Verlustlisten. Tis Verliiitiijte Nr. 115 der preußischen Armee cnt- hriit Verluste folgender Truppen: «tab der'2. Infanterie-Brigade. 1. und 4. Gurde.-Neg.! Garde.Gren.-Reg. Alexander; Garde- Rcs.-Zäger-Bal.! Garde-Schützen. und Res.-Garde-Lchützen-Bat.; Gren,- bzw. Inf- bzw. Füs.-Regimenter Nr. 5, 1, 8, 10, 11, Ich 13, 14, 15, 17, 23, 26, 20, 31. SS, SB, 38, 89, 40, 11, 42 43,' 45, «7, 48, 50, 57, 58, 61. 62, 64, 66, 71, 72, 77, 86, 81, 82. 86, 87, 60, 11, 02. 04. 06. 07, 100. 111, 112, 114, IIB, 117, 128, 120, ISO, 131, 132, 143, 144, 146, 147, 148, 150, 152, 153, 154, 155, 156, 158, 150, 161, 163, 166, 167, 160, 173; Neg. Nr. 2 der Brigade Doussin. Ers.-Reg. Königsberg II. Otcs.-Jnf.-Regimenter Nr. 2. 8, 10, 15, 16, 17, 19, 23, 24, 25, 32, 34, 36. 40, 51, 57, 64, 65. 68, 70, 71, 73. 70, 81, 82, 84, 87, 88, 91, 98 116, 118, 130, 202, 208, 212, 226, 233, 234, 237. Nes.-Ers.-Reg. Nr. 2. Landw.-Jnf.-Regimenter Nr. 1, 2, 3, 4, 9, 10, 11, 13, 18, 24, 28, 34, 38, 47, 48, 52, 71, 80, 31; 1. und 3. Westfälisches Landw.-Jnf..Bat. Breslau; Brig.-Ers.-Bataillone Nr. 5, 8, 11, 24, 32, 35, 41, 42, 49, 76; Landw.-Brig.-Ers.-Bat. Nr. 26; Lands!.- Bataillone II. Breslau, II. Köln, Gruppe, I. Karlsruhe, Neufahr- Wasser, Rawitsch I, Rybnik, Wiesbaden. Inselwache Sylt. Jäger-Bataillone Nr. 3, 7, 8, 10; Res.-Jägcr-Bataillone Nr. 3, 4, 8, 23; Nadrabrer-Abt. Nr. 2 der Landst.-Arig.»off mann; secstungs-Maschinengeiv.-Abt. Nr. 5; Ers.-Maschincngetv.-Komp. l'i c. 2 des 6. Armeekorps. _ 1. Garde-Drag.; Kiirassiere Nr. 2, 4; Dragoner Nr. 11, 23; Sief.-Dragoner Nr. 1, 6; Husaren Ar. 7 und v. Buttlax; Jäger zu Pferde Nr. 8; 1. Landst.-ESk. des 5. und 3. des 17. Armeekorps. 3. Garde-Feldart.-Brig.; 2., 3. und 4, Garde-Feldart.; 1. Garde-Feldart.-Res.-Reg.; Feldart.-Regimenter Nr. 1, 3, 5, 0, 1 1. 15. 27. 33, 34, 37, 40, 47. 53. 54, 55, 58. 59, 60. 61, 62. 68, 82; Res.- Feldart.- Regimenter Nr. 20, 43, 46. 50; 1. Landw.-Abteilung des 10. Armeekorps; 1. Landw.-Batt. der 53. gemischten Landw.- Jnf.-Brig. Futzart.-Regimcntcr Nr. 11, 16; Res.-Fußart.-Negimcnter Nr. Ii, 25; Landw.-Bat. Nr. 20 und Landw.-Bat. der 8. Ers.-Div.; Landst.-Bat. des 14. Armeekorps; 1. Ref.-Batt. Nr. 22; Schwere dlüsten-Mörser-Batt. Nr. 6; Halbe Schwere Knsten-Mörscr-Batt. Nr. 7. Pion.-Regimenter Nr. 18, 20, 24. 25, 29, 30, 31; Pionier- Bataillone: I. Garde, Nr. 1, 2, I. Nr. 2. l. Nr. 3, I. Nr. 4, II. Nr. 4. I. Nr. 5. I. Nr. 6, I. Nr. 8. Nr. 9. l. Nr. 10, II. Nr. 10, I. Nr. 11. II. Nr. 14, I. und II. Nr. 15, I. und II. Nr. 16. Nr. 21, 1. Nr. 26, I. und II. Nr. 27; Bataillon Weber(früher Meß); Ers.-Lat. Nr. 16; 43., 49., 51. und 52. Res.-Komp.; 2. Landw.- Komp. des 9., l. des 14. und 15., 2. �cs 18. Armeekorps; Schein- wcrferzug des 7. Armeekorps; Rcs.-Scheinwerferzug des 26. Re- scrvekorvs. 1. Munitionskolonnen-Abteilmrg des 1. u. 2. des 3. Armeekorps; 2. Jnfanterie-Munitionskolonnc des 11. Armeekorps; Reserve-Jn- fanterie-Munitionskolonne Nr. 52; 3. Artillerie-Munitionskolonne des 11. und 7. des 20. Armeekorps. Sanitäts-Komp. Nr. 1 des 18. Armeekorps; Feldlazarett Nr. 4 des Olarde-Rcs.-.Korps; Nes.-Feldlazareit Nr. 0 des 1. und Nr. 38' des 8. ReservekorpS; Feldla.zarett Nr. 11 des 20. Armeekorps; Rest- Feldlazarett Nr. 86. Train-Depot des Gardckorps und des 11. Armeekorps; Schwere brooiaut-Kolonne Nr. 2 der Train-Abteilung Nr. 1; Res.-Btickerei- Kalo nu« Nr. 30. Bezirkökommando Halle a. S. •» * Tie württeur bergische Verlustliste Nr. 87 bringt Verluste des Res.-Jnf.-Reg. Nr. 119; des Landw.-Jnf.-Reg. Nr. 119; dcS Rci.-Jnf.-Reg. Nr. 121; des Landw.-Jnf.-Reg. Nr. 121; des Gre- nadier-Reg. Nr. 123; des Jnf.-Reg. Nr. 124; des Landw.-Jnf.-Reg. Nr. 124; des Jnf.-Reg. Nr. 180; des Landsturm-Jnf.-Bat. Horb; des Manen-Reg. Nr. 20; des Res.-Feldart.-Reg. Nr. 26; des Feld- artillerie-Reg. Nr. 49; des Feldart.-Reg. Nr. 65; des Pionier-Bat. Nr. 13; der Etappenfuhrpark-Kolonnc Nr. 3. fius Groß-öerlin. Im Zickzack üurch üen Grunewalö. Immer kleiner wird der Grunewald, aber noch gibt es dort der Wege so viele, daß man nicht immer gleich mit sich ins Reine kommt, wohin man feine Schritte lenken solle. Daheim ist kein fester Entichluß gereift; bis nian im Walde aussteigt, so denkt man. wird man sich's aber schon überlegt haben, ob man nach Pichelsbergc, Schild Horn, Hundekehle, zur Saubuchr oder sonst wohin wandern will. Aber die ttcberlegung kommt auch am Aussteigczicl nicht zur Reife, und so geht man schließ- lich nach rechts oder links, wie der Augenblick und der in solchen Augenblicken etivas faden sweinige freie Wille des Menschen es ihm �eingibt. An solchen Tagen durchschlägt man den gor- dischen Knoten des Grübelns über das Endziel im Walde, indem man auf dieses verzichtet. Heute ist niir mal das Endziel gar nichts, die Bewegung alles, sagt man sich, und durchwandert im Zickzack den Wald, auf den Wegen, die einem am einladendsten erscheinen. Bald hier, bald dort biegt man links oder rechts in ein Gestell, ohne die Wegschilder eines Blickes zu würdigen. Auf diese Weise wird die Wanderung so abwcchslungs- reich, wie sie mancher sich selbst und dem Grunewald gar nicht zugetraut hätten. Ganz von selbst weicht man.dem breiten Waldwege ans, den Papierkörbe bis gen Schildhorn flankieren, und in denen, wie die Sage geht, bisweilen wirklich Papier gesunden werden soll. Rein, wir gehen, ebenfalls ganz vo i selbst, den Spuren der Spechte nach, die aus Baumstümpfen ganze Hansen gelben, morschen Holzes Heransmeißeln, nni Genießbares in diesen schlechten Zeiten zu erwischen. Es ist nicht schwer, einen dieser Gesellen bei der Arbeit zu beobachten; wie er mit seinem Kopfe nicht bloß geistig(denn die Spechte sind t'lngc Tiere), sondern auch körperlich arbeitet, ohne eine Gehirnerschütterung davonzutragen. das fordert unseren Neid heraus.— Eine Zickzack- lau»? hat uns aus dem hohen Walde auf eine große Lichtung gelockt oder vielmehr an ihren drahtnmgiltertcn Rand. Eine gute Anzahl Nebelkrähen halten auf kleinen Erdhügelchen Be- sprechungen ab. Dazwischen eine Anzahl bei weitem seltenerer Gäste des Grunewaldes, nämlich Elstern. Kleiner, aber mit längerem, keilsörmigem Schwanz, lind mit der auffällig ein- fachen schwarzweißen Färbung ihres prallsitzenden Federrockes, wacht die Elster eine weit elegantere Figur, als die behäbige, plumpe Rebelkrähc. mit der sie sich im übrigen ausgezeichnet zu vertragen scheint. Im Fliegen aber ist ihr die Krähe über- legen. Beide gehören zum Geschlecht der Raben, und ihre Verträglichkeit beweist auch in diesem Falle, daß eine Krähe der andern die Augen nicht aushackt. Glücklicherweise hält die Elster zur Winterszeit gewöhnlich ihren Schnabel; wenn sie späterhin gesprächiger wird, entspricht ihr Geschrei wenig ihrer Eleganz.— Wir sind, nach einigen Stunden, irgendwo in die Havelbcrge geraten. Nun muß die Havel schon mitgenommen werden, der Blick auf die dunkle, hier und da von dünnen Eisplanken geglättete Fläche, mit dem blauschwarzcn Wald rechts und links und dahinter. Aitch hier, auf dem Eise, watscheln gravitätisch Nebelkrähen, die wohl hier und da einen toten Fisch ergattern. Ten Möwen können sie es nicht nachmachen, die das Gewässer auf- und abpatrouillieren, bald langsam wiegend, bald in rascher Wendung säh auf den Spiegel herabschießend, eine Beute packend und gleich wieder rauschend aus dem Wasser ausstiegen. Irgendwo gehen wir von der Havel wieder in die Höhe, und nun, wo cS wieder nach Hause gehen soll, halten wir einigermaßen die Richtung nach dem Bahnhof ein. Dichte Schonungen, Lichtungen, Waldmoore werden in bunter Weihe passiert. Inzwischen ist es Nachmittag geworden, der Wald hat sich gefüllt, und Zug um Zug bringt neue Ausflügler. Wir aber kehren befriedigt heim, denn der frühe Morgen und das ziellose Wandern im sonst so verpönten Zickzackkurs hat uns gut belohnt._ Zum Ehrenbürger der Stadt Berlin hat der Magistrat den unbesoldeten Stadtrat Geheimrat Dr. Straßmann ernannt.____ Jahre im Dienste des Gemeinwohls. -Aus Anlaß seines LSjährige» Siadtvcrordueten-Jub.iläums erschien gestern in der Wohnung des Genossen Stadthagen der Vor- stand der Stadtverordneten-Versammlung mit dem Vorsteher Michelet an der Spitze und überreichte eine künstlerisch ausgeführte Glückwunschadresse.' Den Begrüßungsworten des Herrn Michelet schloß sich im Namen der Fraktion der Alten Linken Herr Cassel au, der ein schönes Blumenarrangement übermittelte, mit herz- lichen Morien der Anerkennung der Arbeit des Genossen Stadt- Hägen im Dienste der � Stadt Berlin. Die sozialdemokratische Fraktion gratulierte durch ihren Vorstand; auch die Freie Fraktion befand sich unter den Gratulanten. Neben den Vertretern' der Fraktionen hatten sich auch Einzelpersonen eingefunden, so Herr Kaempf, der Präsident des Reichstags und Siadtverordnetenkollege; auch der Oberbürgermeister, Herr Mermuth, hatte ein freundlich gehaltenes Schreiben gesandt, in dem die Wirksamkeit des Ju- bilars anerkannt und ilun ferneres Wohlergehen gewünscht wurde. Später fand sich auch der Vorstand der Wahlvereine Berlins ein. Vom Genossen Stadthagen begaben sich die'Deputationen zu Herrn Jäcobi, um auch ihm zu seinem 25 j ä h r i g c n Stadtverordneten-Jubiläum zu beglückwünschen. Ihm wurden ebenfalls Bluuicnspenden überreicht-- Auch diesem Herrn hatte der Oberbürgermeister schriftlich gratuliert. Ter Wortlaut der Adresse. Die Adresse, welche die Berliner Stadwarordneieu-Versainm- lung durch den Voritand hat überreichen lassen, lautet: Hochgeehrter Herr Kollege! 25 Jahre sind verflossen,.seitdem Sic in die Stadtverordneten- Versammlung von Berlin eingetrelen sind. Obwohl damals des jüngste Mitglied, haben Sie doch bald durch Ihre eifrige Tätigkeit im Dienste unserer k-tadt sich Beachtung und An- erkcnnung Jbres pflichttreuen Strebens zu erringen gelmißt. Ihre gründliche Sachkunde auf zahlreichen Gebieten unserer Verwaltung, Jbr umfassendes Wissen und scharfer Verstand sichern Ihren Anregungen stets lebhaftes Interesse, auch bei denen, die Ihre Anschauung auf wirtschaftlichem und politischem Gebiet nicht leiten. In. den vordersten Reihen Ihrer Gesinnungsgenossen sind Sic unerinüdlich und unerschrocken für Ihre Ilebcrzeugung eingetreten und stets eifrig bestrebt, dahin zu wirken, daß die sich ständig erweiternden Aufgaben unseres großen Gemeinwesens im Interesse der Llllgemeiichcit gelöst ivcrden. Indem wir Ihnen für die unserer Gemeinde gewidmete wertvolle Tätigkeit den Dank der Stadtverordncten-Versammlung aussprechen, wünschen wir Ihnen und uns, daß Sie noch lange in unserer Mitte Ihre Kraft dem Gemeinwohl mögen widmen könne». Berlin, 2. Januar 1915. Stadtverordnete zu Berlin: Michelet, Cassel. Gericke, Frief, Liebenow. Bruns, Schulz, Pfannkuch, Soekcland, Hellriegel. Brot- und Mcstlverbrauch in Berliner Familien. Das Sialisiiiche Amt der Stadl Berlin hat eine besondere Er- Hebung Über den Gclreideverbrauch für menschliche Ernährung ein- geleitet. Der Direktor des Statistischen Amtes der Stadt Berlin äußert sich über die Frage im„Berliner Tageblatt" folgendermaßen; „So wichtig für die ganze Frage des Geireidebedarss die Kenntnis des auf die Ernährung emiallendeii Anteils ist. so wenig liegen Angaben darüber vor. Die Reichsstatistik stellt'Berechnungen lediglich für den Gesamtverbraiich von Brotgetreide a», die aber sowohl die den gewerblichen wie, den Fülteruilgsizwecken zugesührten Mengen mit' umfassen, iür. die vorliegende Auf- gäbe also vollständig im Stiche lassen. Für diese aber werden in Berlin nach den.Angaben de� Verfassers Zählblälter angewandt, auf welchen außer der Alterszuiainmenietznng der Familie»- Mitglieder nach. einigen wenigen bezeichiieiiden Gruppen der wöchenl- l'che Verbrauch der'Familie an Gebäck jeder Art, ferner an Roggen- und Weizenmehl anmgeben ist. Aus diesen Zahlen wird der Ge- saintverbrmich der Familie an Roggen- und Wcizengebäck iowie an Mehl in Gewichtseinbeilen und daraus schließlich der Gcireidewert dmch eniiprechende Umrechnung festgestellt. Tie Berechnungen liege» bereits für etwa 2500 Familien von Ma- g i st r a l s b e a in l e n sowie für z u n ä ch st 15 0 Arbeiter- f a in i l i e n vor. Damit sind sür den Verbrauch breiter Schichten des Mittelstandes und seine Abstufung nach den Arbeiter- kreisen hin schon im wesentlichen bezeichnende Ergebnisse ge- Wonnen. Es wäre zu wünschen, daß ähnliche, ans der Wirklichkeit der Verhältnisse heraus gewonnene Ermittelungen auch in anderen Teilen des Reiches, in den Städten sowie aus dem platten Laude vorgenommen würde», eine Aufgabe, die schon an sich, selbst ohne ihre gegcnwär.iige nalionale.. auch eine dauernd wirtschattsstalistiichc Bedeutung besitzt, dabei in ihrer Ausführung nur verhältnismäßig gering« Schwieligkeiten bieten und geringe Kosten verursachen kann. Datin hätte die Berliner Statistik nicht nur für Berlin, sondern dar- über hinan? iür das ganze Vaterland wohl nicht ganz nutzlose An- regungen gegeben."_ Todcssturz aus dem Kascrnciiscnstcr. Gestern nacht stürzte sich der Oelonomiehandwerler Walzardt aus einem Fenster der Kaserne. ' Der Lebensiiiiidc war sofort tot. Welche Motive W. zur Tat ver- anlaßt haben, ist mibefinniti Verlängerung" der Friiiiksurtcr Allee. Der vom Bahnhof Frankstirter Allee lich bis zur Friedrichsfeldcr Grenze durch Lichtenberg hiiiziehende Slraßenziig Frantsurler Chaiistee bat, wie berichwt wird, vom 1. Januar d. I. ab die Bezeichnung Krankfiirler Allee erhalten. Infolge dieser Ilmbenciinung ist die bis zum Beginn der Großen Franlsurlcr Straße an der Friedenstraße ur Berlin sicii erstreckende Frankfurter Allee neu numeriert worden. Tie Um- nnnierjeriiiig der Häuser hat in der Weise stattgefiinden, daß mir dem Zählen auf der Südseile von der Memelrr Straße in Berlin ans begonnen und durchlaufend bis zur Rosenfeldcr Siraße an pce Kriedrichsieldec Grenze fortgesetzt und von dort aus der Nordsesle wieder bis nach Berlin hinein bis zur Großen Frankfurter Straße durchgeführt wird. Die bisherigen postalischen Bezeichnungen sür die umnumeriertet Grundstücke bleiben auch weiter bestehen. lieber die Scchs-Millioncn-Stistung des kürzlich verstorbcncir Dr. Freund, deren Bedingiingei! wir bereits im„Vorwärts" ini!- geleilt haben, enthält die heutige Nummer unseres Blattes t»r Inseratenteil einen Aufruf, den ivir Jiileressenlen zur besonderen Beachtung empfehlen. Ter Hund als Gcflügelmiirder. Eine überraschende Aufklärung haben fortgesetzte Einbrüche in den Laubeiikolonien des Nordens ge- funden. Die Talen erschienen um so rätselhafter, als jedesmal eine größere Anzahl Geflügel dabei getötet und am Tatort zurückgelassen wurden. Um Diebslähte konnte cS sich also nicht handeln. In einem Falle, der sich in einer Laube aus Weißenseer Gebiet abspielte. wurde» nicht weniger als dreizehn Hühner und eine größere Anzahl Zuchlkaniiicheir morgens vom Besitzer getöret ausgefunden. Jegr endlich siiiden die merkivirrdigeir„Bluttaten" ihre Ausklärnng. Bei einem gleichen Vorgang, der sich in der Laubenlolonre an der Kreuzung der Gabler- inid Roelckeslraße abspielre, wurde der Täler in Gestalt eines Hundes aus frischer Tat betroffen. Er war gerade dabei, im Hühnerstall mehrere Hühner abzuwürgen. ES gelang jedoch nicht, den vierfüßigen Einbrecher sestzuhatten. Strasteuuiifällc. Am Andreasplatz wollte gestern morgen ein bisher unbekannt gebliebener Herr unmittelbar vor einem fahrenden Slraßenbahliwagen der Linie 22 das Gleis überschreiten, wurde dabei aber von de», Waggon ersaßt nnd umgestoßen. Beim Sturz auf das Slraßenpflasler erlitt er eine Kopfwunde und Verletzungen im Gesicht. Der Verun�jickle wurde i» besinnungslosem Zustande nach dem Krankenhaus F�orichshaiii gebracht. Zu einein Zusammenstoß zweier Slraßenbahnwagen kam es am NeujahrStage 1 Uhr nachmittags in der Motzstraße. Dort fuhr ein Zug der Linie 60 in die falsche Weiche und stieß infolgedessen gegen einen aus enigegengeietzler Richtung kommenden Waggon derselben Linie. Bei dem Anprall wurden an beiden Wagen die Platt- formen eingedrückt; mehrere Fahrgäste erlitten ganz geringfügige Verletzungen. Ein tödlicher Straßeimnfall ereignete sich gestern nachmittag gegen. 3 Uhr in Schöneberg. Vor dem Hause Sedanstr. 9 lief das sechsjährige Mädchen W d z i ck im Eiter des Spielens kuxz vor einem herannahenden Slraßenbahnwagen der Linie 23 ans daS Gleis und wurde, da dcr Fayrer trotz größter Bemühung denWagen auf so kurze Entfernung nicht rechtzeitig zum Stehen bringen konnte. umgestoßen. Die Kleine geriet nntec den vorderen Schutzrahmen und konnte nur als Leiche hervorgezogen werden. tri» gefährlicher Kcttcrbrund kam am Sonnabendnachmittag in der Wilhelmstraße 16 zum Ausbruch. Ein Lagerkeller der Firma Patzschke n. Co. im Ouergebäude, das von zahlreichen Parteien be- wohnt ist, stand dort in großer Ausdehnung' in Flammen. Es brannten Kisten, Kasten sowie Immobilien und Desinfeltions- apparaie usw. Durch kräfliacS Eingreifen der Feuerwehr mit mehreren Schlauchleitungen gelang' es. den Brand auf ddn Lager- keller auf der rechten Seite zu beschränken. Volkskonzerte. DaS nächste Polls konzert des P h i I h a r m o n i« s ch e n Orchesters findet am Donnerstag, den 7. Januar, in den K a m Nl e r- S ä l e n, Teltower Str. l— t, statt. Der Vorverkauf zu den Volkskonzerten findet statt: in der Berliner Gelverkschaftskommission, Engelufer 15. Zimmer 13, außer Sonnnabendnachmittags, nnd in den be- treffenden Konzertsälen. Tie im Vorverkauf nicht unter- gebrachten Karten werden abends an der Kasse verkauft. Ter Eintrittspreis beträgt 30 Pf., Kaffencröfinung 7 llhr, Beginir des Konzerts 8> llhr._ Das Bliithner-Orchester unter Leitung des Herrn Kapellmeisters Paul Donath konzertiert vom Dienstag, den 12. Januar, an jedem D i e n S l a g in den Bürgersälcn in Neukölln, Bergstr. 147. Soziales. Verfaulte Kartoffeln. Von amtlicher Seile ist- die deutsche Bevölkerung wieder- holt dringend ermahnt worden, mit Brot und Kartoffeln sparsam umzugehen. So berechtigt diese Ermahnungen sind, so wenig werden sie manchmal gerade dort beachtet, wo sie de- sonders befolgt werden müßten. Denn viele Kartoffeln ver- derben bei Landwirten, iveil sie von diesen zurückgehalten werden, um höhere Preise zu erzielen, und in Ostpreußen ließ in einem Falle ein Landwirt nicht weniger als neunzig Scheffel Kartoffeln, die einer armen Kriegerfrau gehörten, auf de m Feld e verfaulen. Auf einem Gut im Kreise Fischhauscn stand-ein Inst- mann im Dienst, der am 3. Augusi in den Krieg zog. Seine Frau blieb mit drei Kindern im Alter von drei, zwei und einem halben Jahre zurück. Von dieser Frau, die hoch schivangcr ist, wurde verlangt, sie solle aus dem Gute regelmäßig arbetten. Solange ihre Mutter die Kinder beaufsichtigte, arveitete die Frau auch. Doch die alte Frau hatte selbst eine Wirtschaft, mid� sie konnte sich schließ- lich um die Kinder ihrer Tochter nicht mehr kümmern. Darauf ging die Jiistfrau auch nickt mehr arbeiten, wohl aber grub sie ihre De- putalkartoffe n aus. Als der Inspektor aufgefordert wurde, die Kar- tosieln der Frau— etwa neunzig Scheffel— nach Hause zu fähren, weigerte er sich. Ja, er drohte der Frau, das bereits geschmälerte De- putat gänzlich zu entziehen, wenn sie nicht auf dem blute arbeiten würde. Tie Kartoffeln tagen eine balbe Stunde von der Wohnung der Frau entfernt aus dem Felde und tonnten nur mit einem Fuhr- werk heimgeschafst werden. Das wurde der Frau hartnäckig ver- weigert. Sie fuhr nach Königsberg, suchte hier die Hilfe des Re- gierungspräsidenien in Anspruch zu nehmen, der ihr auch beim ziveiteu Male versprach, die Ortsbehörden mobil zu machen. Leider geschah nichts. So mußten denn die neunzig Scheffel Kartoffeln auf dem Felde verfaulep, die einigen Familien das ganze Jahr hindurch zur Ernährung häueii dienen können, lind das in einer Zeit; in der die Nahrungsmittel so teuer und knapp find. Nicht nur die arme.Kriegerfrau, sondern auch das Allgemeinwohl ist hier stark geschädigt worden, nnd deshalb müßte gegen die Schuldigen nicht nur auf dem Wege des Zivilprozesfes eingeschritten werden. Sächsische Konsumvereiiic in der KriegSzeit. Noch angestellten Ermittelungen über die Einwirkungen deS Krieges ans die Konsumvereine bat der Krieg den Koilsum außer- ordentlich beeinflußt. Tic Erhebungen erfassen die Verhältnisse von 139 sächsischen Stonfumbcccuicn. Ter Gesami umsah dieser Vereine betrug 1m Monat September 1914 S 596 8SS M., so dag sich ein Wenigerumsay von 1 052 815 M. ergibt. In IN Vereinen ivar ein Umsatzplus gegen das Vorja'hr vorhanden. Tieses Plus betrug zusammen tvötXt M. Bei sieben einen Mehrumsah ausweisenden Vereinen liegt der Umsahsteigerung jedoch die im Lause des letzten Jahres vorgenommene Erweiterung der Betriebe durch Verschmcl- zung mit anderen Vereinen zugrunde, während bei den übrigen fünf Konsumvereinen das verbleibende PluS ein ganz geringes ist. Der Rückgang des Umsatzes betrug im September gegenüber dem gleichen Monat des Vorjahres 13, 7ä Proz., gegen 14,8S Proz. iin August. Bei dem ziemlich starken Rückgang im August batte man angenommen, dast der Rückgang ein natürlicher sei, nachdem sich die Mitglieder in der letzten Jutiwoche besonders reichlich mit Lebensmitteln versehen hatten und aus diesem Grunde der Bedarf im August geringer sein mußte. Tie September-Statistik zeigt ober, dag diese Annahme falsch war. Der Rückgang des Konsums ist im September fast ebenso bock, und daraus ergibt sich, dag tat. sächlich der Konsuln eingeschränkt werden mutzte.— Recht deutlich zeigt sich die ungünstige Lage der sächsischen Konsumvereine und ihrer Mitglieder, wenn man ihre Umsatzstatistik mit der anderer deutscher Konsumvereine vergleicht. In den Vereinen der meisten anderen deutschen Bezirke ist der Unterschied zwischen den Umsatz- rückgängen in den beiden Kriegsinmiaten wesentlich großer. Zum Beispiel betrugen die UmsatzriickgLnge für den Monat September im Verbände stvürttembergischer Konsumvereine 12,5 Proz. gegen 10,3 Proz. im August, im Verbände mitteldeutscher Konsumvereine 0,5 Proz. gegen 12,8 Proz. im August, im Verbände branden. burgischer Konsumve reine 10,5 Proz. gegen ti,3 Proz. im August. Nach den bisher vorliegenden Berichten wird das industriereiche Sachsen am meisten und schwersten von den Wirkungen des Krieges auf die Voltswirtschaft betroffen. Verhältnismäßig besonders große Rückgänge des Umsätze*, weisen die größeren Vereine in den Orten auf, in denen die Textilindustrie heimisch ist. Zum Beispiel betrug der Umsatz in Mcranc im September 1013 83 358 M., 1011 dagegen nur 58 101 M., in Glauchau 10 715 M. gegen 33 105 M., in Liuchach 105 150 M. gegen 18 750 M., in Plauen i. P. 183 001 Mark gegen 119 444 M., in Leisnig 51080 M. gegen 30 330 M., in Hartha 16 770 M. gegen 37 200 M., in Neugersdorf 67 812 M. gegen 51 502 M.. in Löbau 50 308 M. gegen 37 601 M. Bei den vier größten sächsischen Vereinen betrugen die Septemberumsätze: Leipzig-Plagwitz 1013: 1 050 271 M.. 1011: 1 703 001 M.. Vorwärts- Dresden 1 888 511 M. gegen 1600 062 M., Chemnitz 373 000 M. gegen 318 750 M., Zwickau 272 165 M. gegen 2-10 010 M. Rahrungsulittelversorguiig. Zu unserem gestrigen Artikel schreibt uns ein Fachmann: Tie Befürchtungen der Heeresverwaltung, daß� in sanitärer Beziehung nicht so einwandfrei gearbeitet werden kann, wenn Nachtbetrieb statt- findet, sind völlig gerechtfertigt. Ter Sachverständige legt das in Uebereinstimmuug mit unserer Auffassung ausführlich dar und weist noch daraufhin, daß auch unsere Mutmaßung zutreffe, daß es off an praktischen, langjährig tätig gewesenen Köchen und Konscrvenmcistern fehle. Erst kürzlich iei mit vollem Recht von der Heeresverwaltung bei einer einzigen Firma die Lieferung von 200 000 Büchsen bean- standet und die Abnahme abgelehnt. Tie Firma habe die beanstan- deten Waren dann vernichtet. Das hätte sie freilich nicht tun sollen, denn durch Wiederauskochcn hätte eine völlig einwandfreie Ware sich herstellen und zu billigeren Preisen abgeben lassen. Aus die Einzelheiten der Darlegungen deS Fachmannes gchm wir nicht ein. Tie Vorkommnisse zeigen deutlich, lvie sehr im All- gemeininteressc statt der Prwatwirtschaft eine Organisation zur Her- stellung der Nahrungsmittel wäre, die von der Allgemeinheit und für die Allgemeinheit betrieben wird. Kleine Nachrichten. die Arbeit öer ßelöpoft. Der deutsche Feldpostvcrkehr nimmt dauernd und m einem Verhältnis zu, wie es der gewöhnliche Postverkehr nicht kennt. So hat sich die bei der Berliner Posisammelstelle verarbeitete eigentliche Briefposi nach dem Felde von Mitte September bis Mitte Dezember um 150 Proz. und die Päckchenpest»im über 500 Proz. vermehrt, während im gewöhnlichen Postverkehr die durchschnittliche Zunahme für ein ganzes Jahr 0 bis 7 Proz. ausmacht. Ter heimische Postverkehr selbst hat annähernd wieder den Umfang an- genommen, den er vor Ausbruch des Krieges hatte. Es werde» deshalb an die BelnebSeinrichtungeu der Rcichspostverwaliung jetzt dauernd Anforderungeil gestellt, die weit über das zu Friedens- zeiten bestehende Maß hinausgehen. Die ständige und außerordentliche Zunahme des Feldposiverkehrs ist nicht nur eine natürliche Folge der fortgesetzten Vermehrung unserer Truppen. Auch die Intensität des Feldposiverkehrs wächst dauernd, zumal unsere Truppen aus dem westlichen Kriegsschauplatze sich über- wiegend in festen Stelluiigeu befinden und dadurch weit mehr Gelegenheit zum Schreiben haben, als dies in den beiden ersten Monaten nach Ausbruch des Krieges, die unter dem Zeichen der großen Märsche standen, der Fall war. Tie ungewöhnliche Zunahme des Feldposiverkehrs von der Heimat zur Armee spiegelt sich in der ununterbrochenen Vermehrung des Personal- bestandes der heimischen Postsammelstellen wieder, die die auf- gelieferten Feldpostsendungen bearbeiten. Das Personal der im Deutschen Reiche vorhandenen 23 Feldpostsammelstellen, das Milte August 3100 Köpfe zählte, war Anfang Oktober auf 7300 Krätte angewachsen und umfaßte Mitte Dezember gegen 13000 Köpfe. Seit dem Bestehen der Postsammelstellen ist für sie Grundsatz, daß alle tagsüber bei ihnen eingehenden Feldpostsendungen sortiert und nach den, Felde abgesandt werden. Anfang Dezember Ivar die Zahl der täglich von den Postsammelstellen»ach dem Felde abgesandten B r i e f b e u l e l auf insgesamt 2 9 000 gestiegen. DaZ Sorliergeschäft bei den Postiammelstellen ist außerotdcntlich schwierig. Tie Feld- Postsendungen müssen hier nach mehr als 13 000 Einheiten sortiert werden. Die in der Friedensarbeit erworbenen verkehrSgeographi- scheu Kenntnisse nützen dem Sortierbeamten hierbei nichts. Grr' handhabt das Feldpostsortiergcschäfl auf Grund eines Druckwerkes, der sogenannten Feldposiübersicht, die darüber Auskunft gibt, zu welcher Feldpostanstalt der einzelne Truppenteil ge- hört. Bei den außerordentlich vielen Truppenverschicbungen, die der jetzige Krieg mit sich bringt, unterliegen diese Angaben viel- sachem Wechsel. Dazu kommen die Zugänge an neuen Truppen- teilen und Formationen. Die Feldpostübersicht muß deshalb alle drei bis vier Tage vollständig neu aufgelegt werden. Mitte August hatte sie noch einen Umfang von 60 Druckieiten Folioformat; jetzt mnfaßt sie bereits 200 eng bedruckte Seiten. Die Feldpostübcrsicht ist dabei nur maßgebcud für die Leitung der an unsere mobilen Tiuppen gerichteten Feldpostbriefe. Die Feldpostbriefe an die nicht beim Feldheere befindlichen Truppen(Kriegsbesatzungen und die große Zahl der Ersatzformationen) werden an der Hand eines besonderen Druckheftes sortiert, das seit der Mobilmachung auch bereits einige 30 Neuauflagen erlebt hat und von ursprünglich 10 Druckseiten Folioformat auf deren 80 angewachsen ist. Rechnet man dazu noch die den Feldpostanstaltcn für ihren Briefsortierdienst gelieferten Leitbehclfe. so ergibt sich insgesamt für den deutschen Feldpostbetrieb ein Leit Material von über 500 Druck- feiten F o l i o f o r m a t, das alle drei bis vier Tage neu er- scheint._ Em neuer P oftwag enbrand. Unlängst ist wieder eine größere Postladung offenbar Infolge Selbstentzündung einer Sendung verbrannt, nämlich ans der Station Alten essen, als ein mit Postpaketen beladener Eisenbahnpost- wagen dort rangiert wurde. Aus dem Wagen schlugen plötzlich die hellen Flammen heraus. Als man ihn öffnete, war der-Jnyalt schon in voller Glut, so daß nur noch wenige Pakete gcretict werden konnten. In dem Schutt des Wageninhalts sind u. a. Behältnisse gesunden worden, die augenscheinlich mit B e n z i n oder dergleichen I gesüllr gewesen sind. Aus der Selbstentzündung eines solchen Pakets erklärt sich auch das außerordentlich schnelle Umsichgreifen ; des Feuers; denn der Wagen brannte mit seinem Inhalt, der etwa 500 Pakete umfaßte, biiinen Iveuigeu Minuten bis auf das Unter» gcstcll nieder. Ein großer Teil der Pakete stammle aus Sachsen. Hannover'und Westmlen. Viele Pakete- waren nach Oberhausen sRhemland), Kurs Oberhausen-EnimcriÄ und Holland sowie nach Duisburg, Mülheim iRuhr) und Kurs Tuisburg-Krefeld bestimmt. Auch Pakete für S o lb a t e u sind mit vernichtet worden, wenn auch wohl nicht in besonders großer Zahl. Amtlicherscits wird crueul vor der Versendung feuer- gefährlicher Gegenstände durch die Post dringend ge- warnt. Wer sich darüber binweasctzl und leicht entzündbare Gegen- stände versendet, lann die Allgemeinheit auf das empfindlichste schädiaen und dabei auch die Wohltaten zu Nichte machen, die Liebs und Opfersinn unseren Soldaten im Felde zugedacht haben. Parteiveranstaltungen. Sechster ZSahlkreis. Jugendabteilung. Die Versammlungen der jugendlichen Rtigiieder finden am Mittwoch, den 6. Januar, abends 8 Ubr. in nachilehendcn Lokale» statt: Nletschmann, Gerich Istr. 71: Franke, Bad- straße lg. und Schröder, Etromstr. 36. Die Genossen der Schöndauier Vorstadt beteiligen stich an der Versammlung bei Franke, Badstratze 10. Referenten sind die Genossen E. Eichhorn, E. Neumann und E. Döring. Der Vorstand. Neukölln. Die Bibliothek des WahlöereinS ist vom Montag, den 1. Januar ab zu den üblichen Zellen in den neuen Räumen, Ncckarstraßc 3, rechter Laden, geöffnet. ßrauen-Lefeabenöe. Wilmersdorf. Montag, den 1. Januar, bei Schilling, Lauenburger Straße 20. Baumschuleuweg. Montag, den 1. Januar, ff.3 Uhr, bei Erbe. Baumschulcnslr. 14. Köpenick. Dienstag, den 5. Januar, L Uhr, bei Lehmann, Vahnhos- straffe 44._ Geschäftliche Mitteilungen. Mit dem Jnventurausvcrkaüs zu auffergewohnlich billigen Preisen hat die Firma M a a ff e n, Oranicnplad und Leipziger Str. 42. begonnen. Die Firma Bre nninkmeyer u. Co., Königstr. 33 und Chaussee- straffe 113, hat den Beginn des saisonausverkauss am 2. Jan. angekündigt. Freireligiöse Gemeinde. Heute, Sonntag, den 3. Januar, vor- miitags U Uhr. KI. Frankfurter Str. 6: Vortrag des Herrn Dr. L. erchmidt: „Friedrich Nietzsche'. Damen und Herren als Gäste willkommen. Briefkasten üer Redaktion. Die iuristjfche Svrechlluiwe findet für Abonnenten Siuldeaftr. 3. XV, Hof rechts, narl'rre. am Vwntog t>iS Freitag von 3 vis 6 Uhr, am SoimaLenv von ö bis Ii Uhr statt. Jeder für den Brief kästen bestimmten Anfrage ist ein Buchstabe und eine Zahl alz Merkzeichen beizufügen. Briefliche Antwort wird nicht erteilt. Anfragen, denen keine Abonnementsousttung belgesligt ist, werden nicht beaiUwortct. Eilige Fragen trage Man in der Sprechstunde vor. Serträge, Tchriststüikc»nd dcrglrichcn bringe man»II die Sxrcchstuude mit. K. 57, CS wäre Ihnen zu einpsebleti, den Beitrag für die Verfichc- rung zu zahlen. Im anderen Falle inüfftcn Sie Widerspruch gegen den ZahlungSbesehl erheben.— L. L. 75. Nach vier Wochen: bewirken Sie Zustellung deS Urteils.— B. 100. Täglich 2 M. wurden wohl als an- gemessen zu erachten sein.— F. N. 10. Ihr Mann muff die rückstäiidige Miete nachzahlen.— M. 1. Die Ehesrau und die Kinder haben am Grund der vom Verstorbenen gellebten Jnvalidenmarken Ansprüche, die Eheirmr aber erst dann, wenn sie invalide ist: sie soll ihre Ansprüche beim VersicherungSamt anmelden.— G. 100. Nein.— K. F. 37. Der alte Kontrakt ist aus den neuen Vermieter übergegangen.—<£, 2. 100. Tic Steuern sind nicht verjährt. Mit einer Eittgaoe müssen Sie sich an die St-ucrdeputafion wenden.— N. R. 15. Wenn Sie verheiratet stnd. könnten' Sie aus Anirag der Ehefrau' bcslrait werden: lnsolge- dessen können Sie den Eid verweigern.— A. I. 0000. Kein. Wettcraussrchten sti r das mittlere Rorddeutschland bis Mvntagmittag: Im Westen veränderktche Bewölkung und an lsielcil Orten geringe Niederschläge, am Tage überall ziemlich mild; im Osten zellwetse nebelig, sonst heiter: in der Nacht zum Montag stellenweise Frost. Vom 4. Januar ab: Inventur-Verkauf zu außerordentlich billigen Preisen Ein großer Posten aus guten und haltbaren Stoffen gefertigte Winter- und Sommer-„ Herren-Anzüge, Ulster, Paletots zu den Serienpreisen M. 25— 28.— 32.— 36.— 39.— 42.— 45— 48.— 54.— 60.— 68.— 75— l�inhcitspr.isc m. IS.oo 28.oo 38.oo 48.oo Aenderunjen zum Selbstkostenpreis Zu ebenfalls bedeutend herabgesetzten Preisen: Westen, Beinkleider, Lodenjoppen, Pelerinen, Wettermäntel, Schlafröcke, Hausjoppen, Pelze u. Pelzjoppen t| ümMms- und Knuben- Besonders preiswert: Krieser- Llebessaben Lungenschützer, Leibbinden Lederwesten, SeideneWesten Wasserdichte Unterhosen Wolljacken, Handschuhe Halsbinden, Hemden Schlafsäcke Geschäftszeit: Sonntag 12— 2 Uhr, Sonnabend 1/29— 8 Uhr, übrigen Wochentage 1/a9— 7 Uhr Leweweber 34 Verlw C. KStfnifd*** 4-6-6 M«eilen unletet aaf öem MM«W Ml!« Smsseii! ?!m 10. November siel bei dem Sturm in Westflandcrn der Genosse Karl Haupt Oudcnardcrstr. 30. 20. Abtcllunci, Bezirk 788. 234/15 Sozialdemokr. Wahlverein f. d. 6. Berliner Relchstagswahlkr. Gefallen in Frankreich im Oktober unser Genosse, der Arbeiter Karl Preuß Lindcnprommenade 3, Gruppe 14. 243/19| Sozialdemokr. Wahlverein Kreis Niederbarnim. Bezirk Pankow. Dkiltsllin TrmisPiiriiirbcktr-verbiliid| Bezirk Grost-Berlin. Folgende Äollegcn sind im Felde gefallen: Bgnatz Hawliczek, Industriearbeiter EVIaX Keßler, Brettcrträgcr Adolf Kockert, Geschäftskutscher Felix Koschik, Kohleuarbeiter Willi Lindemann, Arbeitskutscher Franz Neese, Wäschckutscher Oskar Millrose, Arbeitskutscher Otto Roß, Geschäftskutschcr Franz Schulze, Fensterputzer August König, Warcnhausdieucr Ehre ihrem Zludcilkenk. 69/17 Tic Bezirksleitung. Deutsoli. Metallarbeiter-Verband Verwaltungsstelle Berlin. Es starben folgende Mitglieder im Felde: Paul Fischer, Former geb. 12. 4. 76 ZU Berlin. Wilhelm Ortzkeitis, Schleifer geb. 15. 3. 78 zu Berlin. Alex Schumacher, Schl-sier geb. 26. 10. 86 zu RHeinwinr. Georg Haherlandt, Schlosser geb. 14. 5, 82 zu Berlin. Friedrich Erhardt, Schlosser geb. 17. 12. 82 zu Borkow. Friedrich Böttcher, Schlosser geb. 4. 3. 86 zu LahnSfelde. Joseph Radigk, Schmied geb. 7. 4. 76 zu Arnsdorf. Richard Witzork/, Schlosser geb. 21. 12. 88 zu Vorbruch, IMax Kniese, Metallschleifer geb. 24. 5. 78 zu Weimar. Emil Kspf, Metallarbeiter geb. 11. 7. 86 zu Czettritz. Robert Schüler, Metallarbeiter geb. 15. 6. 90 zu Berlin. Max Pett, Dreher geb. 23. 1. 87 zu Buckowien. Albert Krause, Schmied geb. 24. 4. 81 zu Streganz. Ernst Hans, Dreher geb. 30. 10. 91 zu Berlin(starb am Thphus). Robert Reich, Schlosser geb. 23. 3. 81 zu Lüdersdorf. Franz Ackelbein, Metallarbeiter geb. 12. 9. 79 ZU Pyritz. Johannes Friedrich, Metallarbeiter geb. 6. 3. 92 zu Berlin. Alfred Staecker, Schlosser geb. 28. 6. 62 zu Berlin. Oswald Steffen, Schlosser geb. 6. 5. 92 zu Berlin. Karl Macrinus, Drücker geb. 23. 9. 87 zu Berlin. Paul Jüttner, RevolverdreHer geb. 12. 8. 90 zu Kreidelwitz. Ehre ihrem Andenken! 129.48 Tie OrtSverwaltung. Allen Verwandten, Freunden und Bekannten tage ich für die zahlreiche Beteiligung bei der Beerdigung meines neben Mannes, insbesondere dem Verband der Brauerei- und Mühlen- arbeit« meinen herzlichen Dank. 'b6b Hedwig Gzopnick. Deutseber Holzarbeiter-Verband Zahlstelle Berlin. Im Felde starben folgende Mitglieder: Paul Kneblewski, Stellmacher, im Gefecht in Rußland. Karl Klinitzke, Maschinenarbeiter, Paul Allrath, Stockarbeiter, in Frankreich durch Granatsplitter schwerverletzt gestorben. tEimst Feller, Tischler, im Gefecht bei Dixmuiden. Max Lehmann, Tischler. in den Kämpfen in Rußland. Wilhelm Dehler, Tischler, beim Gefecht in Rußland. Karl /Man�, ü'iirstcumachcr, im Kampf in Frankreich. Ehre ihrem Andenken I Vie OrtsverivaUunsf. Zahlstelle Berlin und Umgegend. Den Berufsgenossen zur Nachricht, daß folgende Mitglieder im Felde gefallen sind: Fritz Anders, Bezirk 23, siel im Westen. Viktor Klavikowski, Mw Osten. Ehre ihrem Andenken! 253,3 Der Verstand. Am Donnerstag, den 31. 12. 14, entichltef nach langem, schwerem Leiden unser�innigiigeliebter, unvergeßlicher Sohn, Bruder, Schwa- ger und r.nlel Otto Wolfsteller im 40. Lebensjahre. Um stilles Beileid bitten Albert Wolffteller und Frau nebst Gefchivistern Ella, Wanda und giichnrd(im Felde). � Beerdigung Montagnachmittag S'/s Uhr von der Leichenhalle des Georgen-KirchboieS, Landsberg« Allee'19— 23, aus. 601b �zisIdemliltt'stizcdei'VsbliMlii t.d. S.Berl.Belchstass-Wahlkrels. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Genosse, der Schloss« Alfred Licbtenslem (Bezirk 238) gestorben ist. Ehre seinein Andenken! Die Beerdigung findet am Montag, den 4. Januar, nach- mittags 4 Uhr, auf dem Georgen- Kirchhof, Landsberger Allee, statt. Um rege Beteiligung ersucht Uer Vorstand. Dealscher Hetatlarbelter-Verband Verwaltungsstelle Berlin, Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Schlosser Oeorx Linnemann (Bornemannslr. C), am 1. d. M. an HalSleiden gestorben ist. Die Beerdigung findet am Montag. den 4. Januar, nachmittags 2Vi Uhr, von dem Trauerhanse Bornemannslr. 6, nach dem PauIS- Kirchhof, Plötzensee, statt. Den Kollegen ferner zur Nach- richt, daß unser Mitglied, der Bohrer Antust Lessing (Bernauer Sir. 101) an Magen- leiden gestorben ist. Die Beerdigung findet am DienSiag. den 5. Januar, nach- mittags 21/o Ubr, von der Leichen- halle des' Elisabeth-KirchhofeZ, Prinzen-Allee, aus statt. Den Kollegen ferner zur Roch- richt. daß unser Mitglied, der Schlosser Lugen Melt (Rostoiker Sir. 31) am 2. d. M. an Lungenleide» gestorben ist. Die Beerdigung findet am Dienstag, den 5. Januar, nach- mittags 3 Uhr, von der Leichen- balle de§ HeilandS-Kirchhofes in Plötzenfee aus statt. �achrnk. Den Kollegen ferner zur Nach- richt. daß unser Mitglied, der Dreher Otto Oldenburg gestorben ist. Ten Kollegen serner zur Nach- richt, daß unser Mitglied, der Schleifer Karl Ooscknick gestorben ist. Ehre ihrem Andenken k 129/15 Die OrtSverwaltung TYPOGRiPHIi. Den liierten Mitgliedern die traurig» Nachricht, daß am 21. De- zember 1914 unser langjähriger SangeSbruder 53/17 Otto Wolfsteller nach schwerem Leiden im Aller von 39 Jahren verstorben ist. Ehre seinem Andenken! .Recht zahlreiche Beteiligung, be- sonders der S ä n g e r, erwartet vor Vonstnnd. | Beerdigung siehe vorstehend. Beulscber Hotzarbeitenerbaal Zahlstelle Berlin. Den Mitgliedern zur Nachrich'. daß unser Kollege, der Tischler Wilhelm pescb Neukölln, Wcserstr. 177 im Akter von 52 Jahren gc- starben ist. Ehre seinem Andenken k Die Beerdigung findet am Dienstag, den 5. Januar, nachmittags 3 Ubr, vom evangelischen Gemeinde- Friedhos in Neukölln aus statt. Um rege Beteiligung wird ersucht. Vaohraf. Den Mitgliedern ferner zur Nachricht, daß unser Kollege, der Tischler Franz Kusol Schonemchc Str. 13 im Alter von 50 Jahren ge- starben ist. 95/4 Die Beerdigung fand am Montag, den 28. Dezember, tn Buch statt. Ten Mitgliedern ferner zur Nachricht, daß' unser Kollege, der Tischler Joseph Zazek Samariterstr. 6 im Akt« von 37 Jahren gestorben ist. Die Beerdigung fand am Mittwoch, den 30. Dezember, aus dem Zcntrals riedhos in Friedrichs- selbe statt. Ehre ihrem Andenken: Die Ortsverwaltung. klaldciuMseberMm t.d. 6. Bert. Reicbstagswahlkreis, 22. Abt. Bez. 779. Am Sonnabend, den 2. Januar, oerstarb unser Genosse Franz Honsel Müllerstraße 91. Ehre seinem Andenken k Die Einäscherung findet am Dienstag, den 5. Januar, nach- mittags 4 Uhr. im Krematorium, Gcrichtftv. 37/38, statt. Um rege Beteiligung wird ersucht. Vor Vor-daad. Nachruf. In den Kämpfen in Rußland fielen unsere Kollegen Hermann klabnnde Neukölln, Leinestraße 58, Otto Dröbike Neukölln, Okerstraße 4. Wir betrauern die Toten als Kollegen von wahrhaft edler Gc- finnung Sie werden unS stets unvergeßlich bleiben. 28A Ehre ihrem Andenken! Die Kollegen der Eharlvttcn- burger Wasserwerke, Ä.-G.» Inspektion Neukölln. JZentralverband der itohinisten In. Heizer sowie Berntsu. Deutseli!. Verband der Brauerei- u, Mühlen- s arbeltera. verw-Berulsgenossen Zahlstelle Berlin. Den Mitgliedern diene zur Nachricht, daß unser Kollege, der HilsSaroeitcr Oskar Stanko (Brauerei Engelhardt) verstorben ist. Ehre seinem Andenken: Die Beerdigung findet am Montag, den- 4. Januar,, nach- mittags 4'/, Uhr, aus dein Sild- west-Kirchhös in Stahnsdorf statt, Rege Beteiligung«wartet 0!« Ortsverwaltung, Beerdigugsverein der Zimnierieute GroB-Berlins. Am Mittwoch, den 30, Dezember 1914, verschied an Herzschwäche unser Mitglied, der Kamerad Karl Langerwisch. Ehre seinem Andenken k Die Beerdigung findet am Montag, den 4. Januar, nach- mittags S'l, Uhr, von der Halle des MarkuS-KirchhoseS in Hohen- Schönhausen auS statt. 797b Der Vorstand. Danksagung. Für die vieren Beweise herzlich« Teilnahme bei der Beerdigung unseres lieben LaterS Max Jaap sagen wir allen Freunden und Bc- tanntcn'owie den Kollegen der Firma Bosse u. Co. unseren herzlichsten Dank, 119A tteschw. Jaap. Den Heldentod fürs Valertand starb am 14, Dezember im Osten nrein unvergeßlicher Sohn, unter lieber Bruder und Schwager, der Musketier Lrich Waelisch. Ruhe sanft in fremder Erde! Friedrich TSoelisch nebst Fsrau und Kinder». Verband derSattlerD.Porleteniller Qrtsuerwaltnilg Berlin. Den Kollegen biermit zur Nach- richt, daß unser Mitglied, der Sattler Lmil Seidler (Brauerei Patzenhofer NW.) verstorben ist. Ehre seinem Andenke»! Die Einäscherung findet am Montag, den 4. Januar, nach- mittags 4 Uhr, im Krematorium Gerichtstraße 37/38 statt. Um rege Beteiligung ersucht 157/19 Tie Lrtsverwaitung. liesohättssielle Groß- Berlin. Bezirk Xeukölln. Am 31. Dezember 1914 verstarb unser Mitglied, Kollege Hermann Heinrich. Ehre feinem Andenken k Die Einäscherung findet am. Montag, den 4. Januar, nachmittags 3 Uhr, im Krematorium in Treptow statt. 153/18 Zahlreiche Beteiligung erwartet Tie Ortsverwaltung. Allen Freunden und Bekanntest zur Ziachricht, daß mein lieber Mami. unier einziger Sohu Wilhelm Kurz am 31. Dezember verstorben ist. Die Beerdigung findet Heute Sonntag, den 3. Januar, nach. mittags 2 Uhr, ans dem Luisen- Kirchhos am Fürstcnbrunn« Weg statt. 28A Die Hinterbliebenen: Witwe Klurz. Familie W. Karz. Am 31. Dezember 1914 verstarb nach kurzem, aber schwerem Leiden meine liebe Frau, Misere gute Atuttcr, Großmutter und schwiegennuttcr Ottilie Wilhelm geb. VKirnei-. Um stille Teilnahme bitten Ole travermten Hmlee bliebenen H. Wilhelm nebst Kinder». Die Beerdigung findet am Sonntag, den 3. Januar, nach- mittags 4 Uhr, von der neuen Leichenhalle des Kirchhofes der St. Jalob!- Gemeinde/ Hermann- Nr. 99/t05 aus statt.' LOOb Verband fl.Genieinde-ii,StaatsaFh. Filiale<*roß-Berlin. Den Mitgliedern geben wir hiermit Nachricht vom Tode des Kollegen Lugen kichter von der städtischen Siraßen- reinigung Berlin. Ehre seinem Andenken! 36/18 Oie Ortsverwaltung. Allzufrüh und fern von seinen Lieben siel in Rußland am22.No- vcmber mein inniggcliebter. her- z-nSgutcr, unvergeßlicher Mann, meines Kindes treuforgender Vater, der Reservist Wilhelm Karin im blühenden Atter von23Jahren. DicS zeigt Im tiefen Schmerz an .Anna Karin und Kind. Du gingst«on uns mit schwerem Herzen Und hofftest ans ein Wiedersehen, Doch größer sind jetzt unsere Schmerzen, Da dieses nicht melsr kann ge- scheh'n. Ich kann Dir nichts mehr bieten, Mit nichlS mehr Dich crfreun, Nicht eine Handvoll Blüten Auf Deinen Hügel streun, 1I3A Allzu früh lind fern von seinen Lieben siel beim Sturinangrisf au der Weichsel am 15. Dezember mein inliiggelicbtcr Mann, imser guter, treusorgender Vater, Sohn. Schwicgersobn, Bruder, Schwager und Onkel, der Wehrmann Otto Korn im 06. Lebensjahre. Dies zeigt im tiefsten Schmerze an die traueindc Witwe Hartha Korn nebst Kindern. Er ist dahin, den meine Seele liebte, Der treue Gatte und der Kinder Glück, Er ist dahin, der nie mein Herz betrübte, Und läßt unS hier im tiefste» Schmerz zurück, Wer ihn gelaunt, wird unseren Schmerz verstehen. Ruhe saust Tn edles Herz, 34A MS Opter dcS Weltkrieges per- starb am WeihnachtSheiligabend im Lazarett zu Paderborn unser lieber Sohn. Bruder, Schwager, Onkel und Glesse, der Wchrnnuiu Willy Urzkeitis im 38. Lebensjahre. Tie Iraucrnden Hinterbliebenen Familie H. IJraslieltis, LOA Danzigcr Str. 8. Der Tod war für ihn eine Er- lösnng von leinen Leiden. Ruhe, fanst soweit von uns ent- sernt zwischen Deinen Kameraden. Danksagung. Für die herzliche Teilnahme bei der Beerdigung meines lieben Mannes und Vaters Lriedrich Klebe sagen wir allen Vertvandten und Freunden sowie den Meistern der Firma Orcnstein u. Koppel und den . Kollegen der Kcsscischmiede.. den* Nossen des 0 KreifeS, Bezirk 70", unseren herzlichsten Taut. Frau Ida Kloho liebst Kind. Danksagung. Für die vielen Beweise herz- lichcr Teilnahme bei der Bc- crdtguug meines guten Mannes, des Gastwirts Ulbert Grundmann sage ich allen Teilnehmern, ins- besondere dem llieichslagSab- geordneten Fritz Jubcil für feine trostreichen Worte, dem Verband der freien Gast- und Schankwirte, den Sängern, dem 4, Wahlkreise, den Genossinen und Genossen des 175. Bezirks und allen seinen Freunden meinen herzlichsteuDank. Witwe Antonie Grundmann, Pücklerstraßc 29. Danksagung. Allen dencn.dic unserem lieben, unvergeßlichen Sohn und Bruder bei seine Hinscheiden das letzte Geleit, gegeben und besonders Herrn Waldcck Manafse für seine trostreichen Worte am Sarge deSEntschlasency unseren tiefgefühlte- stcn Tank. 34A Franz Müller und Frau nebst Geschwistem, Malplaguetstr. 27. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Tciinahuie und die vielen Blumen- spenden bei der Beerdigung nieincs lieben Mannes, unseres stulen Vaters Rkax Höne sagen wir allen Vertvandten und Bekannten foivie der Firma Fahren- holz u. Voitig, dem Wahlverein und dem Verband der Freien Gastwirte uns««! herzlichsten Dank. 141A Frau Anna Höne und Kinder. >1 Flamme 1 Feuerbestattung mit allem Zubehör und Gebühren vori 105 M. an. löstMBnteunelstr.HI Fernspr. Moritzpl» 5582. Broschüre gratis. Sxmnatm Meter tCStC ni Coupoes ohne Rücksicht auf die früherenPreislagen Waschston- Reste Dieser Verkauf erstreckt sich auf fast alle Abteilungen unserer Häuser. preise billig* Qualitäten bekannt gut. WIIIIlIIIM!I!llIII!IW!I!I!I!IIlIIIlI!!lI!IlI!lI!!!IWI!III!IIIi!IIII!IlIIIII!!!!lIIll!IIWlIIIlIIIlI!I!Il!!Il!!IIlW!IWI!IIl!II!III!!IllIIl!I!IIlIIIWl!NIIIWlI»IlII!I!I!II Ln fast allen Abieilungen sind Waren herabgesetzt bis Cloderm Damm-Wänkl 590 9" 1575 J975 Qkgank ftcßüm'ftöcke 290 490 775 Zn Xofltimeu. 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