Nr. 53. Erscheint täglich außer Montage. Preis pränumerando: Biertei jährlich 3,30 Mart, monatlic 1,10 mt, möchentlich 28 Vfg. fret in's Haus. Einzelne Nummer 6 Pfg. Sonntags- Nummer mit tlluftr. Sonntags- Beilage Neue Belt" 10 Pfg. Boft- Abonnement: 8,30 Mt.pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. Defterreich Ungarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3 Mt.pr.Monat. Eingetr. t der Post- Beitungs- Breisliste für 1894 unter Nr. 6919. Vorwärts 11. Jahrg. Infertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Bfg.. für Vereins: und Versammlungs Anzeigen 20 Pfg Inferate für die nächite Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in Der Expedition abgegeben werden. Die Erpedition ist an Wochentagen bis 7 Ubr Abends, an Sonn und Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Sernspredjer: Amt I. 1508. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin! Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Von der Bombe. Sonntag, den 4. März 1894. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. In Deutschland hat Fürst Bismarck dieses staats- son en der herrschenden Klasse, sondern männische Kunststück gar zu häufig gebraucht man fann gegen die herrschende Klasse selbst. Die Anarchisten- Bombe beherrscht gegenwärtig die sagen seit 1878 hat er blos vom Schreck und von Ge- Unter den romanischen Völkern hat leider die Phrase, tapitalistische Welt. Sie ist deren Grund- und Eckstein gespenstern gelebt: abwechselnd vom rothen und vom Kriegs- die ja auch schon manchmal unser Fluch war, einen worden und die Summe ihrer politischen Weisheit. Sie gespenst. Und das deutsche Volt hat entdeckt, daß großen Einfluß. Und es wäre unrecht, wollten wir richtet wackelnde Ministerien auf und macht sie start, sie weder das rothe, noch das Kriegsgespenst Fleisch und Blut leugnen, daß die blutrünftigen Phrasen der Anarchisten giebt Gesetze und hat ein Regierungssystem geschaffen. In gehabt haben, wohl aber, daß die angebliche Rettung nicht wenigen unserer Genossen den Sinn verwirrt und das Frankreich, dem politisch entwickeltsten Lande des euro- von diesen windigen Gespenstern, die keinem Menschen ein Denken getrübt haben. In Deutschland kamen wir früh päischen Festlandes, steht seit einem Vierteljahre die ganze Haar gekrümmt, dem deutschen Volke Milliarden an Geld zu einer scharfen Abtrennung von dem anarchistischen FrrenPolitik unter dem Zeichen der Bombe. Das Ministerium und den Rest seiner politischen Freiheiten und Rechte ge- häusler- Tohu- Wabohu. Nicht so in Frankreich, Italien und Cafimir Perier, das schon im Sterben war, wurde durch kostet hat. Ein gebranntes Kind scheut das Feuer. Und Spanien. Dort war eine Lektion durch die Thatsachen nothBaillant lebendig geschossen und lebt von Vaillant die Reichsregierung konnte um so weniger daran denken, wendig. Anläßlich der Ravacholiaden zur Störung des und dessen Nachfolgern, die für das nöthige Futter die Bismarck'sche Attentatspolitik in Gestalt der franzö- Maifestes im Jahre 1892 fonnten wir bereits zu unserer forgen. Die spanische Regierung ist ebenfalls durchsischen Bombenpolitik wieder aufleben zu lassen, als die Freude feststellen, daß die französischen Genossen den Andie anarchistischen Bomben in Madrid und Barcelona deutsche Sozialdemokratie, dank der ihr inlebenden Kraft archismus sich von den Rockschößen schüttelten und seine gerettet worden. Und in Italien ist es ähnlich. Ohne die und den Fehlern und Sünden ihrer Feinde zur reattionäre Natur durchschauten. Allein es blieb doch manches Vaillant- Bombe wäre es Crispi nicht möglich gewesen, mächtigsten Partei in Deutschland, und, tragikomischer schiefe Urtheil zurück, und der Züricher Kongreß vorigen seinen Staatsstreich durchzuführen, das Standrecht zu pro- Weise, der Regierung in ihrem Froschmäuslerkrieg mit Sommers belehrte uns, daß aus den Köpfen unserer franzötlamiren und sich zum Diftator von Italien zu machen. dem Junkerthum momentan im Reichstag eine unentbehr- sischen Genossen noch etliche anarchistische Spinnweben zu entNur zwei Kulturländer Europa's sind von den Bomben liche Stüße geworden ist. fernen waren. Die Bomben der Vaillant, Henry und Genossen und der Bombenpolitik verschont geblieben: England und So blieb Deutschland von der Seuche der Bombenpolitik haben dies gethan. Sie haben mit einer Deutlichkeit, die fein Deutschland. England, weil es infolge seiner eigenartigen verschont, obgleich die Anhängerschaft des Millionärezüchters Mißverstehen zuließ, den Überwiß der„ Propaganda der That" politischen und wirthschaftlichen Entwickelung eine festere und Sozialistengesetzvaters- namentlich die national- Jedem greif und fühlbar gemacht; und in sämmtlichen Basis von bürgerlicher Freiheit und staatsmännischem Common liberalen" Mannesseelen Himmel und Hölle in Be- französischen Partei- Organen finden wir jetzt in bezug auf sense, b. h. politisch- gesundem Menschenverstand besitzt, als wegung setzten, um Deutschland in das Schlepptau der die Frage der Taktik und die Stellung des Sozialismus irgend ein anderes Land der Welt. Deutschland, weil französischen Panama- Gesellschaft zu bringen. zum Anarchismus eine Klarheit, die wir bis jetzt oft verFürst Bismarck mit seiner 1878er Attentatspolitik, die mit der So gründlich wie die Attentatspolitik in Deutschland mißt haben. Und das ist ein Gewinn, der für alle Uebel Bombenpolitik wesentlich eins ist, gewiffermaßen prophylaktisch abgewirthschaftet hat, wird sie auch in Frankreich ab- der Bombenpolitik reichlich entschädigt. Aus Spanien und vorbeugendgewirkt hat, und weil jene seine Politit wirthschaften; in Spanien wird sie den endgiltigen Krach Italien ist das Gleiche zu vermelden. In Italien ist zwar von der deutschen Sozialdemokratie aufs Schlagendfte ad nicht verhindern, und Herr Crispi wird feinem die sozialistische Presse gegenwärtig gefnebelt. Allein die absurdum geführt und Lügen gestraft worden ist. Die Bis- Schicksal nicht entgehen er benützt die Galgen Partei ist auf dem Posten und arbeitet an ihrer Reinigung marc'sche Attentatspolitik findet sich genau und in allen frist, welche der Bombenschreck ihm gewährt hat, und Organisation. Sie hat eingesehen, daß die Phrase bisher zu Einzelnheiten wieder in der Casimir Perier'schen Bomben mit bekannter Bismarck'scher Genialität“ zur nervös be- oft die Logik hat ersehen müssen. Die tolle Ansicht, die in politit, wie seinerseits die Bismarck'sche Attentatspolitik schleunigten Berunjenirung" der Monarchie und aller Italien sehr verbreitet war, der Räuber sei ein Revolutionär nur eine vergröberte Uebersetzung aus dem Französischen sonstigen Stüßen der herrschenden Bankdiebstahl- und Stand- im Sinne des proletarischen Befreiungskampfes, und das Joch des Louis Philippe und Napoleon war. rechts- Wirthschaft. des Kapitalismus könne abgeschüttelt werden, wenn jeder Es ist die alte Geschichte- jedes große, die Masse tüchtige Kerl in die Berge ginge mit einer Flinte oder in der Menschen erschütternde und empörende Verbrechen, oder die Städte mit einer Dynamitbombe, um jeden Bourgeois jede That, die als ein solches Verbrechen hingestellt werden oder Beamten niederzuknallen, sie ist durch die Bomben der fann, regt in der Masse der Menschen die heftigste Sehn- Vorläufig allerdings herrscht die Bombenpolitik noch Vaillant und Konsorten und durch die letzten Putsche in sucht nach persönlicher Sicherheit, weil jeder Einzelne sich be- in den drei romanischen Staaten und wirkt auch über deren Sizilien und Massa- Carrara aufs schlagendste widerlegt, broht glaubt und die Menschen suchen Schuh bei der Grenzen hinaus, sodaß sogar die freie Schweiz" einige der und damit das Haupthinderniß ernster Organisation aus Polizei, bei der Regierung. Nur Sicherheit! Auf die Segnungen" abbekommen hat. Indeß, neben dem vielen dem Wege geräumt worden. Freiheit und andere Jdeale wird gepfiffen". Das haben Schlimmen, das die Bombenpolitik dort für den Augenblick Die Bomben haben uns kurirt," schreibt ein italiealle Despoten seit Jahrtausenden gewußt, und die Attentats über einen Theil unserer Genossen und über das Volk im all- nischer Genosse, der weiland stark an die„ revolutiopolitik, von der die Bombenpolitik nur die modernste Spiel gemeinen verhängt, hat sie doch auch eine sehr gute Folge nären" Räuber geglaubt hat und was die Bomben art ist, hat alle Despoten der Welt zu Anhängern und gehabt, welche die Nachtheile voll aufwiegt. Wir meinen nicht gethan, das hat das Mißlingen der Hungerrevolte gethan: Ausübern gehabt. Wenn sie in neuerer Zeit eine größere die Erkenntniß, daß Rinaldini- Phrasen nichts Revolutionäres wir haben gelernt, daß das Proletariat, Rolle spielt als in früheren Zeiten, so ist das blos, weil find; daß die Meinung, durch vereinzelte Ausbrüche blinder um zu siegen, eine Macht haben muß, und bei der reißend schnellen Bersetzung der politischen und Wuth könne der Sache des arbeitenden Volkes genügt daß es diese Macht nur erlangen kann durch sozialen Machtfaktoren auch die festesten" Regierungen werden, ein verderblicher Wahn ist, und daß die Emanzi Propaganda und Organisation! Die deutschen sich schwach fühlen und demgemäß das Bedürfniß pation der arbeitenden Klasse nur das Werk des organi- Brüder sollen zufrieden mit uns sein!" empfinden, ihre Unentbehrlichkeit dem Angstbürgerthum sirten Klassenkampfes des Proletariats sein kann, möglichst oft und eindringlich zu beweisen. welcher sich zu richten hat nicht gegen einzelne Per wickelung Rußlands." Ja, er hatte sich gesonnt im Lande der Freiheit und sich berauscht in allen Süßigkeiten des Lebens und darüber die Tyrannei und die Knechtschaft vergeffen, die die Brüder zum Wahnsinn treiben, unter denen die ganze Nation erstickt. Er wendet sich ab von dem, was sein Glück gewesen, er verwirst es, um sich dahin zu stellen, wohin Rußlands tausendfältiger Jammer ihn ruft. Dort ist sein Blaß, und nirgends sonst!... Feuilleton. Nachdruck verboten.] Helene. [ Alle Rechte vorbehalten [ 58 Roman in zwei Bänden von Minna Kautsky. War es nicht sonderbar, daß sie so oft und dringend nach Sofia gefragt hatte? Jedes Wort fiel ihm ein, das er über sie gesprochen, das sie ihm gleichsam zu entlocken gewußt... und er erinnerte sich des Blickes, der Handbewegung, die ihre kuappen Aeußerungen begleitet hatten. Schon hat sein frankhaft erhöhtes Schuldgefühl eine neue Anklage gegen sich erhoben. Natalie war geblieben, weil fie seine Neigung für Sofia errathen und seine Abtrünnigteit vorausgesehen hatte. Damals schon? Wie konnte sie das? Er schüttelt den Kopf nein, nein, das war unmöglich! " Heuchler, Heuchler!" ruft er sich zu und schlägt sich hart vor die Stirn, ist es Dir noch nicht klar geworden, daß Du nach ihr verlangt hast, von dem ersten Augenblick an, wo Du sie geschaut? Und heute, und jetzt?! Da kannst kaum die Stunde erwarten, wo Du sie wieder siehst, ihre Stimme hörst und ihr in die Augen blickst.... Und bist Du nicht felig, wenn ihre Hand Dich berührt, wenn nur die Falte ihres Kleideß Dich streift? Und verlangst Du nicht nach dem Glück, von ihr geliebt zu werden, so wie Du sie liebst, in heißer, verzehrender Gluth?!" Er erschauert.... ihm graut plötzlich vor diesem Glück, an das er seine Seele gehängt hatte. Und da fällt ihm das Wort Atschin's ein, die grausame Selbstverspottung: Die Bäume der Bombenpolitiker wachsen nicht in den Himmel, und je höher sie wachsen, desto gewaltiger wird der Krach, desto gründlicher das Strafgericht werden. " Der Mond ging unter und die flimmernden Sterne blickten in mildem Glanze auf diese dunkle Erde hernieder und auf den bleichen Mann, der da sann und sann. Als er sich wieder erhob, war er ein Anderer. Er hatte die weichlichen Empfindungen von sich geworfen, er war ein Kämpfer geworden, der vor nichts mehr zurückschreckt. Langsam aber festen Schrittes ging er abwärts, die Augen zu Boden geheftet. Mechanisch nahm er den Weg nach Oberstraß. Er ging an dem Palmhof vorüber und verschwand in dem Gewirr unregelmäßiger Häuschen, die von der Universitätsstraße abbiegend, nach abwärts führten. Es graute im Osten, als er sein Zimmer betrat. Eine Gestalt erhob sich bei seinem Eintritt von dem Stuhle, auf dem sie gesessen. ihm Es war Atschin. Du?!" rief Lazar. Atschin ging auf ihn zu. " " -" Kurz, die Bombe hat nicht der Bourgeoisie allein Segen" gebracht. In den Arbeitern der romanischen lich. Es ging ihm so vielerlei im Kopfe herum, es war um die Wände hinaufzulaufen. Er erwartete Telegramme, die nicht eintrafen, und die Ankunft seines Seelöwen", der ihm Bericht erstatten sollte, ob es wieder einmal gelungen war, den" Reichs- Anzeiger", so hatte er ironisch den Sozialdemokrat" getauft, über die Grenze zu schmuggeln. „ Es geht immer schwerer," murmelte er, ich muß weitere Verbindungen einleiten neue Ausfallsthore schaffen." Er rannte in seinem Bureau hin und her und fingerte in der Luft herum, als schriebe er geheimnißvolle, nur ihm fichtbare Zeichen in dieselbe. So, die Augen in die Höhe gerichtet, stieß er mit dem Fuße unversehens an eine Tonne Weinstein, die in der Ecke lagerte. Verdammtes Zeug!" rief er, muß mir immer auf's neue die Galle erregen!" Es war seine Idee gewesen, den Sozialdemokrat" in solche Tonnen zu verpacken, diese mit Weinstein aufzufüllen und als Weinstein zu verschicken. Aber der Sozialdemofrat" wog im Verhältniß zu schwer, und so mußte es unterbleiben. Aber fehlgeschlagene Experimente konnte sein Ehrgeiz und das verschwendete Geld seine Sparsamkeit als Administrator nicht verwinden. Er versetzte der Tonne einen dröhnenden Fußtritt und " Ich habe Deine Rückkehr erwartet," forschend sah er sagte gallig: in's Antlig:" Was nun?" Lazar legte seine kalte Hand in die seine. " Ich bin der Eure...!" VIII. Wir leben vergnügt im Auslande, wir studiren und Ter rothe Postmeister zeigte sich an dem Morgen nach philofophiren und sonnen uns, und schwaßen von der Ent- der Versammlung noch ein gut Theil nervöser als gewöhnJetzt fannst Du Dir daraus kühlende Tränkchen bereiten, so viel Du willst Weinstein soll sehr gesund sein, daß man sich auch noch über seine eigenen Dummheiten so ärgern muß! Es klopfte leise an die Thür. Sie öffnete sich gleich darauf und ein junger, stämmiger, tiefgebräunter Mann, mit beiter Brust und großem Kopfe, beleuchtet. „ Gesegnet sei die Bombe!" Dolitische Leberlicht. Berlin, den 3. März. Länder hat sie einen Umschwung der Anschauungen be-| Ausbrüchen militärischen Geists Aulaß, welche die Unver| Jahre Kerker betragen, geendet. Das Ausnahmsgericht hat sich wirkt, der von den heilsamsten Folgen für die internationale träglichkeit dieses Geistes mit der bürgerlichen Ordnung und der Aufgabe gewachsen gezeigt, die ihm gestellt war. Die jungen Arbeiterbewegung sein muß. Sie hat allen, die noch den der modernen Kultur so recht drastisch veranschaulichen. Daß Leute, welche den Bestand der Monarchie" durch Beschmieren Irrlichtern des Anarchismus nachliefen, den Sumpf enthüllt, die gegen Herrn v. Kirchhoff und dessen Familie gerichtete von Brieftäften in Frage stellten, figen hinter Schloß und Riegel, und viele von ihnen, Die zu 6 bis 8 Jahren schweren Kerters dem sie zueilten, und den Weg der Befreiung gezeigt und Beitungsnotiz eine im höchsten Grad ehrenrührige war, das verurtheilt sind, werden ihr jugendliches Ungestüm mit dem wird niemand bestreiten ebensowenig, wie daß die That Leben bezahlen. Desterreich könnte die Todesstrafe füglich entUnd so können wir, mindestens mit ebenso gutem Recht, Kirchhoff's vom Standpunkt des menschlichen Gefühls aus behren. Desterreichs Kerfer besorgen das Geschäft der Hinrichwie die französische Panamagesellschaft, ausrufen: in einem Zustande großer Erregung geschah. Aber tung prompt mittels Tuberkulose und Skorbut. Sind aber so die Handlungsweise Kirchhoff's rechtfertigen, das heißt die höchstgespannten Forderungen der Loyalität und der dynastider Selbsthilfe und der Lynch justiz das Wort reden schen Treue erfüllt, so wird den Herren trotzdem nicht wohl das heißt einem Zustande der Barbarei. Was dem General dabei. Der unglaubliche Standal, welchen der Prozeß enthüllte, recht ist, ist dem Soldat und jedem anderen Bürger billig. spielte, werfen düstere Schatten auf das Glück der Koalition. Die Rolle, welche die Prager Polizei und das Gericht dabei Und was würde der Herr Kriegsminister dazu sagen, wenn Der Omladinaprozeß hat den Ausnahmezustand in Prag, Aus dem Reichstage. In Fortsetzung der Berathung jeder Soldat, der in der Armee mißhandelt wird, statt den zu dessen Rechtfertigung er bestimmt war, nur noch mehr Beschwerdeweg 31 als eine durch nichts zu rechtfertigende Maßregel beleuchtet. des Militäretats wurde zunächst die bereits zur parlamen allerdings sehr problematischen tarischen Seeschlange gewordene Forderung nach Einführung gehen, den mißhandelnden Unteroffizier oder Offizier einfach Es ist merkwürdig, daß überall, wo Gründe fehlen, sich zur einer neuen und zeitgemäßen Militär- Strafprozeßordnung todt schösse und dann, auf grund der heutigen Rede des rechten Zeit eine Bombe einstellt. Gestern wurde eine mit nicht von mehreren Rednern wieder einmal gestellt. Die vom Herrn Kriegsministers, Straflosigkeit, wo nicht gar eine näher definirtem„ Sprengstoff" und Eisennägeln gefüllte Glasfugel im Hof einer altezechischen Redaktion in Prag gefunden. Kriegsminister darauf ertheilte Antwort lautete echt preußisch. Belohnung verlangte? Die Nachfrage nach dem Stande dieser Angelegenheit verbot und sofort stürzte sich die gesammte Koalitionspresse auf dieses Gnadengeschent des Himmels, um daraus zu beweisen, wie nothder Herr zwar nicht, ja er war sogar so herablassend zu wendig die Erlassung des Ausnahmszustandes am 12. September vorigen Jahres war. meinen, daß in der Frage noch keine Indiskretion liege, aber Judiskretion seinerseits wäre es, über den Inhalt einer Borlage etwas mitzutheilen, die noch nicht für die Vorlage an das Parlament reif sei. Nur so viel wolle er sagen: wenn er einmal eine solche Vorlage an das Haus bringe, so wird dafür gesorgt sein, daß die Disziplin in der Armee unter keinen Umständen Schaden leide. Mit anderen Worten sollte das wohl heißen: Moloch Militarismus will und kann sich mit der Deffentlichkeit im Gerichtsverfahren nicht vertragen. Warum er dies nicht kann, ist nur zu bekannt, und wer da noch Zweifel haben sollte, dem dürften sie durch die von Bebel später vorgeführten Thatsachen aus dem Militärleben geschwunden sein. Unser Genosse brachte neben einer großen Zahl von Soldatenmißhandlungen besonders auch die Fälle des General Kirchhoff und Gradnauer zur Sprache. " Der Herr Kriegsminister hat die Aufregung, die durch die Begnadigung des Generals Kirchhoff hervorgerufen worden ist, vollständig mißverstanden. Wir kennen Niemand, der dem Urheber des Alle diese Künste halfen aber gar nichts. Das Bewußtsein Attentats menschliches Mitgefühl verweigert hätte, das der ganzen Bevölkerung, daß der Ausnahmszustand in Prag ein was die öffentliche Meinung beunruhigte und aufregte, das völlig unbegründeter und unverantwortlicher Gewaltakt fei, wird ist der Gedanke, daß eine Handlung, die das Gesetz mit durch diese Dinge nur noch deutlicher, und der Haß aller aneiner schweren Strafe belegt eine Strafe, die auch in ständigen und vernünftigen Leute gegen die Koalitionsregierung, Tausenden von Fällen vollstrect worden welche sich zum Träger der reaktionärsten Gewaltpolitit macht, wird immer größer. ist und vollstreckt wird, an einem preußischen Auch in Belgien weiß man Bombenattentate oder General thatsächlich straflos geblieben ist. Will man denn einmal, unbekümmert um die Folgen, die Selbst- was man dafür hält, gegen die Sozialdemokraten auszuhilfe für erlaubt erklären, so ändere man das Gesetz und nützen. Als dieser Tage zu Lüttich eine Höllenmaschine, begnadige man die Duyende und Dußende von die allerdings nur ein Topf mit Sand war, aufgefunden Fahr- wurde, Soldaten, die wegen Selbsthilfe auf Fahr wurde, veranstaltete man bei mehreren" Judividuen" und zehnte ja auf Lebenszeit im Gefängniß sind, sowie auch bei mehreren Sozialdemokraten Haussuchungen. Nur die vielen vielen bürgerlichen Verbrecher dieser Art. Dann die Haussuchung bei unserem. Genossen Smeets, Rehaben wir zwar das Faust recht, aber wir haben doch dakteur des Travail( Die Arbeit), hatte einen Erfolg. Unter den Manuskripten, die die Polizisten sich mitzunehmen mindestens gleiches Recht für Alle. erlaubten, befand sich auch ein scharfer Artikel gegen-die Anarchisten. V Es Der preußische Kriegsminister ging besonders auf den Zum russischen Handelsvertrage. In die Kom legten Fall ein. Wir wollen dabei konstatiren, daß der mission zur Berathung des russischen Handelsvertrages Herr Kriegsminister das Attentat auf Harich für gerecht- wurden gewählt: Dr. von Bennigjen, Dr. Hammacher, Crispi hat in der italienischen Kaminer einen sehr fertigt erklärte. Möller- Dortmund, Schulze- Henne, Dr. Bachem, v. Kardorff, schwierigen Stand. Seine große Rede", deren Inhalt wir Was würde wohl einem Arbeiter geschehen, der sich Holy, Freiherr v. Stumm- Halberg, Freiherr v. Buol- Beren vorgestern mittheilten, wurde nur mit sehr getheiltem Beider gleichen Handlung schuldig machte? berg, Herbert, Schippel, Schule Königsberg, fall aufgenommen, und die Kommissionen, welche seitdem Aber freilich, die Arbeiter haben keine besondere" Dr. Lieber- Montabaur, Rickert, Lenzmann, Ander, von der Kammer gewählt wurden, enthalten sämmtlich eine Ehre wie die Herren vom Militär und deshalb werden Dr. Freiherr Heeremann von Zuydwyk, Dr. v. Frege, Loge, regierungsfeindliche Majorität. Das Blatt Crispi's droht erftere auch Jahre lang eingesperrt für Handlungen, welche, v. Koszielsti, Klose, Weidenfeld, Freiherr v. Hammerstein, deshalb schon mit einer Kammerauflösung. von einem Offizier ausgeführt, am Bundesrathstische zwar v. Salisch, Aichbichler, Weber- Bayern, Freiherr v. Manteuffel wäre das der Anfang des Staatsstreich 3. Jedenbedauert, aber als ein" Att der Nothwehr" zu entschuldigen und Graf v. Mirbach. Die Kommission wird ihre Thätig- falls hat Crispi mit seiner Politit bis jetzt vollständiges versucht werden. feit möglichst beschleunigen und vielleicht schon heute ihre Fiasko gemacht, und jeder Mißerfolg zwingt ihn zu tolleren Die Diskussion wird nächste Woche fortgesezt werden. -bis schließlich der Kladderadatsch" den Arbeit beginnen. Für den Posten des Vorsitzenden ist der Wagnissen Der Militarismus ist und bleibt ein Rührmich- nationalliberale Abg. Dr. Hammacher in Aussicht ge- Experimenten dieses politischen Dr. Eisenbart ein nichtan: der Reichstag hat das Recht, Geld für die Soldaten nommen. In längstens acht Tagen wird, so vermuthet die Biel setzt.Der Rücktritt Gladstone's wird dieser Tage amtlich zu bewilligen, aber er hat nicht das Recht, sich in die Bossische Zeitung", die Kommission ihre Thätigkeit beendigt Daß er bevorsteht, wird auch von inneren Angelegenheiten der Armee einzumischen, das ist haben. Die zweite Lesung im Plenum wird zweifellos an angekündigt werden. Sache des obersten Kriegsherrn, das Beschwerderecht der der Hand mündlicher Berichterstattung sich abwickeln und den gladstonistischen Organen jetzt zugestanden. Es unter Soldaten geht den Reichstag nichts an, und das Militär- die dritte Lesung mit der Schlußabstimmung auf dem Fuße liegt feinem Zweifel, daß die Entfernung des großen alten Strafgesetzbuch wird zwar in der Form etwas geändert, in folgen. Man nimmt an, daß die ganze Berathung etwa Mannes" von der politischen Bühne für die liberale Partei der Sache aber unverändert aufrecht erhalten- so erklärte bis zum 15. März beendet sein wird. noch verderblicher sein wird, als weiland der Tod Windheute kurz und bündig der sonst so höfliche neue Kriegs- Herr v. Hammerstein war gestern ein Druckfehler. horst's für das deutsche Zentrum. Durch das Gewicht minister, und zerstörte damit alle Frühlingshoffnungen der Soll Herr v. Manteuffel heißen, der das„ Volt" ab- seiner Persönlichkeit und der in ihr verkörperten politischen Herren Nationalliberalen auf eine Reform der Militär- zuschütteln gesucht. Nur ein anderer Name für dieselbe Erfahrung von zwei vollen Menschenaltern ist es Gladstone Strafprozeßordnung. Das war deutlich gesprochen und wir Kouleur. gelungen, widerstrebende Elemente zusammenzuhalten, die freuen uns dessen. Uns hat der Herr Kriegsminister nichts nach ihm feiner mehr zusammenzuhalten vermag. Lord Neues gesagt. Er bestätigt nur, was wir allezeit geltend Rosebery, der voraussichtliche Nachfolger Gladstone's, ist ein gemacht: der Militarismus ist nicht zu reformiren liberaler Whig, der die Radikalen sofort abstoßen und er muß beseitigt werden. darum genöthigt sein wird, bei seinen alten Freunden, den jetzt mit den Tories vereinigten unionistischen" Whigs, Unterstützung zu holen. Da nun aber diese Whigs sich von den Tories in nichts mehr unterscheiden, so wird wahrscheinlich eine Verschmelzung der gemäßigteren Elemente der liberalen Partei mit den Konservativen erfolgen, und der radikale Flügel der liberalen Partei a b= gesprengt werden. Unter solchen Umständen wäre ein liberal- konservatives Mischmasch- Ministerium keineswegs unwahrscheinlich. Die Kirchhoff- Affäre, die heute im Reichstag zur Sprache kam, gab dem Herrn Kriegsminister zu einigen der durch einen braunen Vollbart noch mächtiger wurde erschien auf der Schwelle. Der Postmeister war mit einem Sprunge an feiner Seite und blickte ihn angstvoll forschend an. Er athmete auf, als der Ankömmling aus dunklen Augen ihm treuherzig entgegen lachte. Gott sei Dant, die Sendung war nicht abgefangen worden. Ohne jeden Unfall?" fragte er, während er dem Mann die Hände schüttelte. Uebrigens wehrt das„ Volk" sich heute in eigener Sache". Und wenn auch seine Ausführungen sonst nichts beweisen, so doch wenigstens, daß in der fonservativen Bartei eine gräuliche Verwirrung herrscht. = Der Omladina Prozeß hat, so schreibt unser Wiener Korrespondent, mit schweren Verurtheilungen, die zusammen 96 " Es ist eine heifle Geschichte," er seufzte und fuhr sich so energisch in die schwarzen Haare, als wenn er sich fie ausreißen wollte, dann vertrat er ihr doch den Weg, und sich gleichsam ermunternd: Hol's der Kuckuck, ich hab' Sie einmal ins Auge gefaßt, und wenn Sie wollen?" Wenn Sie mich zu etwas brauchen können-" Er musterte sie von oben bis unten und begann zu schmunzeln. Es wird gehen Gie sehen nicht gerade ver Trotz des starten Wogenganges kam ich über den dächtig aus." Bodensee, aber ich mußte mit der Landung warten, bis der Das hoffe ich," sagte Helene ebenfalls lächelnd, aber Mond untergegangen war, und diese war ziemlich schwierig." hat denn mein Aeußeres etwas damit zu thun?" Mein tapferer Seelöwe," rief der Postmeister entzückt, Der Postmeister ging um sie herum und examinirte sie indem er zärtlich die muskulöse Gestalt des Mannes be- weiter. trachtete, der seines Zeichens Schuster war, aber dieser friedlichen Beschäftigung entfagte, um ein gefahrvolleres gut Handwerk zu üben. „ Seit fünf Wochen haben sie uns nichts mehr weggeschnappt." Es ist einzig, dafür werde ich Dich zum Admiral er nennen," und der Postmeister schlug den jungen Mann auf die Schulter, der in dem Augenblick so glücklich aussah, als wäre ihm soeben eine offizielle Auszeichnung zu Theil geworden. Für die nächste Zeit werden wir aber doch die großen Ausfallsthore vermeiden müssen und neue Listen ersinnen," sagte der Schuster. " Natürlich... das schlichte schwarze Kleid wäre ganz Sie sehen bescheiden und anständig darin aus nur" Nur?" " " nicht " Was ist denn das?" Jedenfalls hat es mit dem, von liberalen Kanne gießern geträumten, Sturm auf das Oberhaus" seine guten Wege. Nach den heute Abend eingetroffenen Nachrichten hat seine Demission eins Gladstone gestern gereicht. Parlamentarisches. Die Budgetkommission setzte heute die Berathung über die Unglücksfälle auf den Schiffen„ Baden“ und„ Brandenburg" fort und erhielt zunächst von der Regierung Auskunft über die Unterstützungsbeträge, die den Hinterbliebenen der ums Leben Eines ist dabei unangenehm, und das können Sie gekommenen Offiziere und Mannschaften gezahlt werden. ändern-" Daß Sie so hübsch sind." Helene lachte. Lachen Sie nicht, dann werden Sie ja noch hübscher!" rief er in seinem humoristischen Merger. Liebster Onkel, drücken Sie darüber eine Auge zu, in allem Anderen sollen Sie mit mir zufrieden sein, und „ Selbstverständlich, selbstverständlich-es krabbelt nun sagen Sie, was Sie von mir erwarten." mir schon wieder so was im Kopfe herum etwas ganz Mein Gott, es ist etwas sehr einfaches, simples, was Niederträchtiges Du sollst in diesen Tagen mit Freuden jede Frau auszuführen vermag," meine Künste sehen," deklamirte der Postmeister, rieb sich Um so besser." die Hände und lachte vergnügt in sich hinein. Da klopfte es wieder. Schon wieder eine Störung, daß diese Leute Einen nicht in Ruhe lassen können!" rief der Postmeister so laut und unwirsch, daß der Draußenstehende sich über die Aufnahme, die er finden würde, faum täuschen konnte. Aber die Thür ging auf und Helene trat herein. Der Postmeister starrte sie an, als begriffe er nicht, was sie wolle, dann schien er sich zu erinnern und nickte ihr zu. ,, Aha, schon gut. fertig". Der Stämmige erhielt im Flüstertone einige Befehle und entfernte sich. Jezt erst streckte der Postmeister der jungen Frau die Hand entgegen und drückte sie kräftig. Sie sind wirklich gekommen, schau, schau!" Nehmen Sie Play, wir sind gleich " 1 Sie haben mich dazu aufgefordert." " Ja, ja- ja es war vielleicht ein Unfinn." Wenn Sie das glauben, lieber Onkel, dann will ich wieder gehen." " es etwas, von dem Niemand sprechen wird, keine That, es wird weder Ihren Ehrgeiz befriedigen, noch Ihrer Eitelfeit schmeicheln." Die Sie beide als selbstverständlich bei mir voraus segen," scherzte sie. Er sah sie etwas boshaft an. Na, Ihr denkenden Frauen strebt doch Alle höher, und fochen z. B., das ist eine Beschäftigung, die nichts Verlockendes für Euch hat," „ Ei, kochen ist gut und nüglich, wir werden kochen, verlangt nur nicht, daß Küche und Herd das Einzige sein soll, für das wir Verständniß besitzen sollen, das Einzige, das uns was angeht. Jede Arbeit ist ehrenvoll, wenn sie gut gemacht wird, aber auch die Frau hat höhere Inter effen, sie muß an allen geistigen Bestrebungen ihrer Zeit Theil nehmen und Zeit und Gelegenheit haben, sich dafür zu bilden. Und das wollen wir doch, wir Sozialisten oder nicht?" Sie sah ihn schelmisch von der Seite an. ( Fortsetzung folgt.) Die Wittwe des auf der Baden" verunglückten Lieutenants erhält mit ihren zwei Kindern jährlich 350 M., ein Betrag, der zwar den Bestimmungen des Relittengefeges entspricht, aber auch von der Marineverwaltung als durchaus unzureichend bezeichnet wird. Die auf der Brandenburg" Verunglückten hinterlassen 15 Mittwen und 37 Waisen, für die nach dem UnfallversicherungsGesez, soweit die Arbeiter in Frage kommen und nach dem Gesetz für die Fürsorge im Dienst Berunglückter, soweit Offiziere betroffen sind, im ganzen etwa 12-13 000 m. jährlich zu zahlen find. In der Diskussion über das Unglück auf der Brandenburg" nahm zuerst der Abg. Singer das Wort, um sich gegen die geftrigen Ausführungen des Staatssekretärs für die Marine auszusprechen. Der Artifel im Reichs- Anzeiger" hätte durch seine ungeschickte Ausdrucksweise gerade das Gegentheil von dem bewirkt, was beabsichtigt war. Statt die Ursache des Unglücksfalles aufzuklären, hätte der Artikel zu der Annahme berechtigt, daß die Probefahrten der Schiffe dazu dienten, die Konstruktion der Fahrzeuge und die Haltbarkeit des Materials zu prüfen, während dies doch während der Fertigstellung der Schiffskörper und der Maschinen zu ge fchehen habe und auch thatsächlich ausgeführt werde. Der Redner stellt fest, daß nach den Ausführungen des Staatssekretärs in dem Mangel einer Sicherheitsvorrichtung an dem Ventil des Dampfrohres die Ursache der Explosion zu suchen fuchen sei und daß die Zeichnung des fraglichen Maschinentheils ohne von dem beaufsichtigenden Regierungsbeamten kontrollirt zu sein, zur Herstellung in die Werkstatt gegeben worden ist. Sei dies der Fall, so führte der Redner aus, so liege unzweifelhaft ein Konstruktionsfehler vor, der die Aftiengesellschaft Bultan" für alle aus dem Unglück entstehenden Folgen auch zivilrechtlich verantwortlich mache. Falls die noch schwebende Untersuchung den von dem Staatssekretär angeführten Thatbestand ergebe, erwartet der Redner von der Regierung, daß sie unnachsichtlich vorgehe und die Interessen der HinterIn bliebenen gegen den Bulkan" energisch wahrnehme. seinen weiteren Ausführungen fragt der Abg. Singer den Staats FI felretär wie es möglich sei, daß der auf der Werft befindliche] Eine Juterpellation betreffend den Sonntags 1 Regierungsbeamte, deffen einzige Thätigkeit in der Beaufsichtigung unterricht in Fortbildungsschulen haben im Namen des Schiffsbaues bestehe, die Zeichnung eines so wichtigen Kon- der nationalliberalen Partei die Abgeordneten Dr. Osann, struktionstheiles nicht geprüft und kontrollirt habe. Ferner Dr. Paasche und Möller( Dortmund) eingebracht. Derselbe wünscht der Redner Auskunft darüber, ob der Aufsichtsbeamte lautet: " Parteinachrichten. nicht verpflichtet sei, die einzelnen Maschinentheile, vor ihrer 1. Erkennen die Verbündeten Regierungen an, daß nach den Umhüllung durch Rohre, auf Vollständigkeit und Dauerhaftigkeit an vielen Orten hervorgetretenen Schwierigkeiten vom 1. Oftober zu prüfen, damit etwaigen Mängeln abgeholfen werden kann, so 1894 an der Fortbestand und die gesunde Entwickelung der für lange die einzelnen inneren Theile noch kontrollirt werden den gewerblichen Mittelstand unentbehrlichen Fortbildungsschulen können. Bei dieser Nachprüfung würde die fehlende Sicherheits- in vielen Theilen Deutschlands ernstlich gefährdet ist? vorrichtung vermißt worden sein. Wenn auch den Opfern des 2. Beabsichtigen die Verbündeten Regierungen noch in dieser erschütternden Vorfalls auf der Brandenburg" nicht mehr ge- Seffion dem Reichstage eine Gesetzesvorlage zu unterbreiten, holfen werden kann, so erachtet der Abg. Singer es doch für welche diese Gefährdung des Fortbildungsunterricht an Sonneine Ehrenpflicht des Reichs, die Hinterbliebenen vor Noth zu tagen beseitigt, ohne die religiösen Interessen zu schädigen? schüßen, und nicht zuzulassen, daß die Wittwen und Waisen der verunglückten Arbeiter und Beamten auf die Privat- oder öffentliche Wohlthätigkeit angewiesen werden. Schon jetzt werden unter dem Protektorat einer Prinzessin Kollekten zu diesem Zweck veranstaltet und wenn dies auch von humaner Gesinnung Parteifinanzen. Bei Gelegenheit einer Parteifonferenz des der Veranstalter zeuge, so dürfe Marineverwaltung 5. schleswig- Holsteinischen Wahlkreises zu Ihehoe wurde be nicht zugeben, daß die Privatbettelei ihr die ausreichende richtet, daß die Einnahmen im vergangenen Jahre 1125,55 M., Fürsorge für die Hinterbliebenen der Verunglückten abnehme. die Ausgaben 962,04 M. betrugen, sodaß ein Kassenbestand von Der Staatssekretär für die Marine wiederholte zunächst seine 163,51 m. verblieb. Außerdem wurde von den Genoffen des gestrigen Ausführungen und hob nochmals hervor, daß er nur Kreises zur Reichstagswahl die Summe von 1980,15 M. auf seine persönliche Ansicht über die Ursache des Unglücks aus- gebracht. Gewiß ein Zeichen, daß die sozialistische Idee selbst in gesprochen habe. Er wolle der Untersuchung nicht vorgreifen, biefem, fast ausschließlich ländlichen Wahlkreise stetig weiter gebe jedoch die bestimmte Versicherung, daß, falls die Unter- bringt. fuchung ein Verschulden des Vultan" feststelle, die Regierung die Gesellschaft verantwortlich machen werde. Auf die Frage des Abg. Singer bezüglich des beaufsichtigenden Regierungsbeamten und die nicht stattgehabte Kontrolle der Zeichnung sowohl als der fertigen Maschinentheile, gab der Staatssekretär die Antwort, daß die Regierung zu jener Zeit vor etwa 2 bis 2 Jahren auf der Werft des Bulkan" gleichzeitig vier Schiffe im Bau, und für die Beaufsichtigung dieser Bauten nur einen Regierungsbeamten zur Verfügung hatte, der nicht im stande gewesen sei, die Bauten in allen Einzelheiten so genau zu revidiren, wie es nothwendig sei. " " " Gegen die Münchener Bost" ist soeben ein Preßprozeß zu Ende geführt worden, der für weiteste Kreise von großem Interesse sein dürfte. In der Münchener Post" vom 5. Juli vergangenen Jahres war ein Artikel enthalten, Futtermangel und Fleischpreise" betitelt. In jenem Artikel wurde gesagt, daß durch den im Schlachthof ausgeübten Zwischenhandel und das dort übliche Prayerwesen, das Fleisch vertheuert würde, weshalb das be zügliche System im Interesse des Publikums einer eingehenden Kritik unterzogen wurde. Im fraglichen Artikel wurde geradehin von den Prayern geredet und weder der Name einer Person noch der Verein der Wiehschaffner näher bezeichnet. Doch der Viehschaffner- Verein befigt juristische Rechte, und da sich 14 Prager durch den Artikel beleidigt fühlten, stellten diese Beleidigungstlage gegen den Redakteur der Münchener Post". Die Beweis aufnahme und Verhandlung war eine umfangreiche. Der§ 193 des R.-Str.-G.-B., Wahrnehmung berechtigter Interessen, wurde dem Genossen Schmidt nicht zugebilligt und er zu 120 M. Geldstrafe und Tragung sämmtlicher Kosten verurtheilt.-Berufung ist eingelegt. Diese Erklärung des Staatssekretärs führte zu einer lebhajten Distusfion, in der namentlich von den Abgg. Richter und von Massow unumwunden ausgeführt wurde, daß es unbegreiflich erscheine, wie die Marineverivaltung nicht genügend Aufsichtsbeamte für die Schiffsbauten verwendet habe. Wäre wirklich ein Mangel an solchem Personal vorhanden gewesen, so hätte der Schiffsbau nicht so, wie geschehen, forcizt werden dürfen. Es müsse schmerzlich bedauert werden, daß der Unglücksfall auf der Brandenburg" der mangelnden Beaufsichtigung des Schiffsbaues verschuldet sei und die Marineverwaltung träfe schwere Verantwortung hierfür. Die Ueberstürzung bei der Herstellung der Die zärtliche Fürsorge der Polizei für die Sozial Flotte räche sich durch solche Vorkommnisse bitter und eine Kon- demokraten tam wieder einmal zu voller Geltung bei Gelegenheit sequenz derselben sei die Absetzung fämmtlicher Neubauten für einer Parteikonferenz, welche am 25. Februar in Staßfurt Schiffe, damit den in Bau befindlichen die nöthige Beaufsichti- stattgefunden. Neben dem Lokal, in dem die Konferenz tagte, gung zu Theil werden könne. hatte sich in einer leerstehenden Wohnung die Polizei eine Macht ftube eingerichtet, um gleich bei der Hand zu sein, wenn den Genossen etwa ein Leids angethan worden wäre. Gewiß recht rührend! " -Berlammlungen: Verein der Bauanschläger Berlins und Umgegend. Sonntag, den März, Bormittags 10 Uhr, bet Brochnow, Sebastianstr. 39: Bersammlung. Verein der Maschinisten und Heizer Berlins. Sonntag, den 4. März, Nachmittags 5 Uhr, in den Armin- Hallen, Kommandantenstr. 20: Berfammlung. Militär-, Lieferungs- und Zivil- Schneider. Dienstag, den 6. März, Abends 8% Uhr, in Moabit, Stromstr. 28: Versammlung mit Frauen. 5. März, Abends 8 Uhr, Dresdenerstr. 45: Bersammlung. Erhöhung der Freie Vereinigung der Graveure und Ciseleure. Montag, den Arbeitslosen- Unterstügung. Berbesserung des Arbeitsnachweises. Große öffentliche Versammlung am Montag, den 6. März, Abends 8½ Uhr, Herren- und Knabenkonfektions- Schneider und Schneiderinnen. in Neft's Salon, Weberstr. 17. Tagesordnung: Berichterstattung über die Berhandlungen mit der Firma Baer Sohn. Achtung, Schlächter! Versammlung des Bereins zur Wahrung der Interessen der Schlächtergesellen und Mamsells Berlins und Umgegend heute, Sonntag, den 4. März, in Bolg' Lokal, Alte Jakobstr. 75( im Tunnel). Bor trag und Vereinsangelegenheiten. Achtung, Schuhmacher! Montag, den 5. März, Abends 8 Uhr, in Joel's Salon, Andreasstr. 21: Vereinsversammlung der Arbeiter und Arbeiterinnen der mechanischen Schuhfabriken. Tagesordnung: Bortrag über Darwinismus. Humoristischer Verein ,, Waldesrauschen". Sonntag, den 4. März, Nachmittags 5 Uhr, in Kurz' Geſellſchafts- Sälen, Hasenhaide 52-53: Damenabend. Vergnügungsverein Belle- Alliance". Sonntag, den 4. März, Nachmittags s uhr, im„ Deutschen Hof"( Garten- Saal), Buckauerstr. 15: Stung Serren). Tanz, Vorträge, Berloosung 2c. 2c. mit Damen. Aufnahme neuer, nicht zu junger Mitglieder( besonders Vergnügungsverein Italia". Sonntag, den 4. März, Nachmittags 5% Uhr, Glfafferir. 26, 1: Gigung. Aufnahme neuer Mitglieder. Fidelitas. Geselliger Verein Hertha". Sonntag, den 4. März, bei Roll, Adalbertstraße 21. Von 6-7 Uhr Probe. Nachher Fidelitas und Tanz. Vergnügungsverein„ Einigkeit". Sonntag, den 4. März, Nach)= mittags 6 Uhr, im„ Englischen Hof", Neue Noßftr. 3: Sigung. 6 Uhr, tin Lotale des Herrn Dietrich, Alexandrinenstr. 32: Gesellschaftsabend. Vergnügungsverein„ Ascania". Sonntag, den 4. März, Abends Vergnügungsverein„ Immergrün. Sonntag, den 4. März, Abends 6% hr, bet Herrn Wilhelm Meyer, Görligerftr. 63: Geſellige Buſammenfunft. mittags 6% Uhr, in den Parlaments- Hallen, Landsbergerstr. 38: Sigung. Vergnügungsverein Alpenglühen". Sonntag, den 4. März, NachFidelitas. Arbeiter- Bildungsschule. Wegen der am Montag stattfindenden beiden Boltsversammlungen zu gunsten der Arbeiter- Bildungsschule( siehe Inferat) fällt der Unterricht an diefem Abend aus. Diejenigen, welche noch mit Billets vom legten Stiftungsfest im Rückstande sind, werden gebeten, umgehend mit dem kaffirer abzurechnen. Gerichts- Beifung. Das leidige ,, Sozialdemokratische Liederbuch". Wegen Aufreizung zum Klassenhaß(§ 180 St.-G.-B.) wurde gestern der Buchhändler Louis Abel vor der II. Strafkammer hiesigen Landgerichts I zur Verantwortung gezogen. Der Angeklagte betreibt hierselbst eine sehr umfangreiche Kolportage- Buchhandlung engros und bezog in dieser Eigenschaft auch das von J. H. W. Dieß in Stuttgart verlegte Sozialdemokratische Liederbuch". Einige Exemplare der fünften Auflage dieses Buches wurden bei ihm gefunden und daraufhin die Anklage gegen ihn erhoben. Der Angeklagte sprach seine Verwunderung darüber aus, daß, nachdem dieses Liederbuch bereits in der 5. Auflage erschienen und weder gegen den Verfasser Max Regel, noch gegen den Verleger Dieß ein Strafverfahren eingeleitet worden sei, der Staatsanwalt nun gerade ihn als passendes Objekt für eine Anklage herausgegriffen habe. Bei dem Riefenumfang Eine Bemerkung des Abg. Jebsen, welcher meint, daß nach seiner Ansicht der Marineverwaltung genügend Baubeamte zur Verfügung stehen und daß nur das Vertrauen auf die Zuverlässigkeit des" Vulkan" die Verwaltung veranlaßt habe, nur einen Aufsichtsbeamten auf die Werft zu schicken, giebt dem Abg. Lieber VeranZu einem Monat Gefängniß wurde der Genosse Bruhns, feines Geschäftes tönne er den Inhalt des Liederbuches lassung zu der Behauptung, daß dem„ Bultan" gegenüber ganz Redakteur der Bremer Bürger- Zeitung" verurtheilt, weil er den nicht prüfen, sondern habe sondern habe sich auf die Versicherung besondere Veranlassung zur Vorsicht am Blaze gewesen wäre. Der Redakteur des" Courier" beleidigt haben sollte. Diese wurde seines Geschäftsfreundes Dieß verlassen, daß früher Abg. Lieber begründet ffeine Ansicht durch die Mittheilung, daß gefunden in einem Artikel, den Bruhn zur Abwehr gegen von der Polizei beanstandete Stellen aus dem Liederbuch fortdie Spree" ein ebenfalls vom„ Vultan" erbautes Schiff, auf der Beschimpfungen und unwahre Behauptungen, die Ordemann gelassen worden seien und letzteres ohne jede Besorgniß verkauft ersten Ausreise eine schwere Havarie erlitten, und daß dasselbe in seinem„ Courier" verbreitet, geschrieben hatte. Der Staats- werden könne. Abg. Dieb, als Beuge vernommen, erklärte es Schiff auch auf der Heimreise, die der Redner selbst mitgemacht anwalt erachtete öffentliches Interesse" für vorliegend und stellte für sehr wahrscheinlich, daß er eine solche Versicherung abgegeben hat, zu Schaden gekommen sei. Beide Unfälle seien auf Bruch Strafantrag, während Drdemann als Nebentläger auftrat. habe. Der Staatsanwalt beantragte 50 m. Geldbuße. Rechtsan der Maschine zurückzuführen und der Regierung hätten diese Aus der Urtheilsbegründung ist hervor zu heben, daß das Gericht anwalt Dr. Richard Grelling hielt dagegen aus objektiven Borkommnisse, die man damals möglichst verschwiegen habe, be- in der Behauptung Ordemann'3, der Angeklagte fülle sich und subjektiven Gründen eine Freisprechung für geboten. Der fannt und zu ganz besonderer Vorsicht Veranlassung sein müssen. Die Taschen auf Kosten eines armen Unternehmers( es hatte sich Staatsanwalt habe überhaupt nur drei Lieder unter Anklage geDie Besprechung wandte sich hierauf wieder der Fürsorge um den Ankauf eines Hauses für die sozialdemokratische Partei stellt; die zahlreichen übrigen Lieder bewiesen aber ganz deutlich, für die Hinterbliebenen zu. Die Redner aller Parteien traten gehandelt) nicht unbedingt eine Beleidigung ersehen könne". daß da, wo vom Kampfe die Rede, immer nur ein geistiger dafür ein, daß es Pflicht sei, ausgiebig, eventuell durch Erhöhung Kampf mit geistigen Waffen gemeint sei. Die Lieder enthalten des zu diesem Zweck im Etat vorgesehenen Dispositionsfonds, feine aufreizendere Sprache als manche Lieder in den gewöhnfür die Familien der Verunglückten zu forgen. Die Marinelichen Kommersbüchern. In subjektiver Beziehung sei es doch verwaltung wird der Budgetkommission noch im Laufe der Etats: ungweifelhaft, daß dem der sozialdemokratischen Partei fernberathung eine Uebersicht der erforderlichen Summen zustellen, stehenden Angeklagten der strafbare Dolus vollkommen gefehlt deren Bewilligung beim Reichstage beantragt werden soll. habe. Letterer Ansicht war auch der Gerichtshof, der den Angeklagten freisprach. Im weiteren Verlauf der Berathung nahm der Abg. Lingens die Gelegenheit wahr, sich nach dem Stande der katholischen Seelforge in der Marine zu erkundigen und erhielt, wie er meinte, befriedigende Auskunft auf seine Fragen. Für die dritte Nate, der, auf grund einer Denkschrift von 1892, bewilligten Personalvermehrung der Marine wurden die angeforderten 971 Mannschaften und Offiziere und ein Geldbetrag von 800 000 m. bewilligt. In Erledigung einer weiteren Anzahl Kapitel beschloß die Rommission noch in Rücksicht auf die Verbilligung der Lebensmittel einen Abstrich bei den Etatsansägen für Verpflegung, der rechnerisch von den Referenten festgestellt werden soll. Nach vierstündiger Berathung mußte die Kommission wegen Beginn der Plenarsizung abbrechen und vertagte sich bis Montag Vormittag. A13 " Polizeiliches, Gerichtliches ze. Genosse Pörsch, Rönigsberg, wurde zu einer Geldstrafe von 50 m. verurtheilt, weil er einen Bolizeikommissar beleidigt haben sollte. Das Sozialdemokratische Liederbuch von M. Kegel wurde in der Buchhandlung des Boltsblattes" in alle in 10 Exemplaren beschlagnahmt. R 11081 Soziale Iteverlicht. " Eine prinzipiell nicht unwichtige Anklage wegen Vergehens gegen die Gewerbe- Ordnung führte gestern zwei Direktoren der Aktiengesellschaft, BörsenCourier" vor das hiesige Schöffengericht.§ 135 der Gewerbe- Ordnung verbietet die nächtliche Beschäftigung weiblicher Achtung! Klempner! Kollegen, wir haben wohl nicht Arbeiter in den Fabriken und es war in Frage gekommen, ob nöthig, unsere überaus traurige Lage in unserem Beruf ein- und inwieweit diese Bestimmung auf die weiblichen Arbeiter angehend zu schildern. Die Kollegen fühlen nur allzu sehr die zuwenden sei, die während der Nacht in den Zeitungsbruckereien Folgen unseres wirthschaftlichen Niederganges. Arbeitslosigkeit, das Busammenlegen der schon durch die Maschinen selbst geniedere Löhne, unwürdige Behandlung von seiten der Unter fnifften Beitungen besorgen. In der Druckerei des Börsennehmer sind ständige Klagen in den Kreisen der Kollegen. Courier" hatte man geglaubt, ein Mittel gefunden zu haben, Andererseits drängt sich uns aber die Frage auf, ist es nicht um die billigen weiblichen Arbeitskräfte auch in Zukunft beZeit, daß wir zu einem einmüthigen Handeln greifen. schäftigen zu können. Es war die schlau ersonnene Einrichtung Nicht selten heißt es: Die Klempner wissen ja doch nicht was getroffen worden, daß von der Maschine die Zeitungsnummern sie wollen." Kollegen, machen wir diesem Zustande ein Ende. durch ein nach dem Expeditionsraume führendes Fenster dort13. Kommiffion. Russischer Handelsvertrag. Am Dienstag, 6. März, findet in Feuerstein's Salon, Alte hin gebracht und dort von den Arbeiterinnen zusammengelegt Referent wird Abgeordneter Möller( natl.), als Rorreferent Jakobfir. 75, eine öffentliche Versammlung. Kollegen besucht wurden. Der Gewerbe Inspektor hielt auch diese Arbeit Dr. v. Frege, bez. Graf v. Mirbach fungiren. Zur Sprache tommt zunächit, nachdem sich die Agrarier über diese Versammlung recht zahlreich und sorgt dafür, daß die Ver- nicht für zulässig und das Gericht hatte nun zu entscheiden. den frühen Beginn der Kommissionssitzungen( 10 Uhr) sehr mißammlung zum Nußen und nicht zum Schaden unserer Bewegung Rechtsanwalt Träger beantragte die Freisprechung der Angeflagten, indem er darauf hinwies, daß hier die betreffenden Ar liebig ausgesprochen, Artikel I: Die Behandlung der Deutschen beiterinnen den Fabrikraum, wenn man den Druckereiraum als in Rußland und der Russen in Deutschland. Die Konservativen einen solchen anerkenne, überhaupt nicht zu betreten harten und im Often und die Antisemiten überhaupt fürchten eine Ueberdeshalb von einer Beschäftigung im Fabritbetriebe nicht geschwemmung mit russischen Juden, wenn diese nicht anders besprochen werden könne." Der Gerichtshof war der Meinung, handelt werden dürfen wie andere meistbegünstigte" Ausländer. Dem allseitig im Nachweis ausgesprochenen lebhaften daß das Zusammenlegen der Zeitungsblätter mit zu dem übrigen Es wird darauf hingewiesen, daß die Gewerbeordnung und die Wunsche unserer Kollegen, die Fensterfrage aufzuheben, sehen wir Fabrikbetrieb gehört und daß nach den Definitionen des ReichsSanitätspolizei alle denkbaren Handhaben bieten, um unan- uns genöthigt, sowohl wegen der überaus günstigen lauen Witte- gerichts der Druckereibetrieb zu den Fabriken zu rechnen sei, genehme Elemente abzuschieben.§ 1 wird mit 18 gegen 8 St. rung als auch wegen der überaus großen Arbeitslosigkeit, Rech- mindestens aber doch zu den Werkstätten, die nicht nur vorüberangenommen. Es fehlen aso 7 Mitglieder. nung zu tragen; da wir nicht gewillt find, denjenigen Elementen gehend, sondern ständig durch elementare Kraft betrieben werden. Artikel 2 handelt von dem gegenseitigen Recht der das Privilegium auf Arbeit zu sichern, welche unsere Beschlüffe per: Dec Gerichtshof nahm ferner an, daß die Aussonderung der Deutschen und Russen, im Nachbarstaate Grundbesitz und bemanent ignoriren. Da sich für nächste Woche keine Versammlung ab- betr. weiblichen Personen aus dem eigentlichen Betriebsraum nur wegliches Vermögen zu erwerben und zu besitzen, zu flagen und halten läßt, konnte der Vorstand nicht umhin, selbständig die gewählt sei, um die betr. Bestimmung der Gewerbe- Ordnung zu so fort. Aufhebung der Fensterfrage auf Montag, den 5. März, fest- umgehen und erkannte deshalb auf je 20 M. Gelbbuße. zusehen.( Siehe Inserat.) Der Vorstand. J. A.: W. Daudert. Artikel 2 wird mit 12 gegen 9 Stimmen angenommen. Artikel 3 und 4( Freiheit vom Heeresdienst, die Stellung der Aktiengesellschaften) werden ohne größere Debatte angenommen. ausfällt. Tschöle. Liedtke. Werner. Sarisch. Knaus. Drange. Achtung, Töpfer! In der mechanischen Privat Telegramm des Vorwärts". " Wegen Majestätsbeleidigung, die er im schwer berauschten Zustande begangen, wurde der Landarbeiter Johann Friedr. Albert Lutsch aus Rixdorf am Sonnabend von der ersten Streifs in Desterreich. In Wien ist von Neuem ein Straffammer des Landgerichts II zu der horrenden Strafe von Artikel 5 handelt von den möglich en Ein- und Aus- Bildhauerstreit ausgebrochen, da ein Fabrikant die be- neun Monaten Gefängniß verurtheilt. Leider sind die De fuhrverboten, die aus Rückfichten auf die Gesundheit, die willigte achtstündige Arbeitszeit durch Ueberstunden zu durch nunzianten in dem uns vorliegenden Bericht nicht aufgeführt, Beterinärpolizei und die öffentliche Sicherheit oder ausbrechen suchte. In Bozen beabsichtigen die Kleiderfa daß wir nicht im Stande sind, deren Namen zu veröffentanderen schwerwiegenden Gründen" ausnahmsweise zulässig sein sollen. Die lettere, allerdings sehr elastische ma cher in furger Beit in eine Lohnbewegung einzutreten und lichen. Fassung foll in den Händen Deutschlands wirt zwar für die Abschaffung der Stüdarbeit, und den famer anzuwenden sein, wie eventuell von der Seite zehn stündigen Arbeitstag. Rußlands. Die Fassung habe nicht anders gefunden werden eberei in Nach od wurden 18 Arbeiter und Arbeiterinnen tönnen, sei aber durchaus annehmbar. Der Artikel wird mit gemaßregelt, weil sie Mitglieder des Arbeiter- Bildungsvereins find; darauf legten sämmtliche Arbeiter, 400 an der Zahl, die 18 gegen 8 Stimmen angenommen. Arbeit nieder. Der Streit der Gießer und Former bei Wien, 3. März. In der Lampenfabrik von Ditmar in Artikel 6( den Verbrauch, die Lagerung, die Wiederaus- Weipert fuhr u. f. w. eingeführter Erzeugnisse keiner differentiell ungünstigen Weipertu. Söhne in Stockerau dauert noch fort. Der Wien ist ein Streit von sämmtlichen 850 Arbeitern ausgebrochen. Behandlung zu unterwerfen), Art. 8, 9, 10, 11, 12 rujen feine Rampf wird wohl immer schwerer, aber auch interessanter, da Zuzug von Metallarbeitern aller Fächer ist fernzuhalten. Stand beide Parteien an Nachgiebigkeit nicht zu denken scheinen, obzwar sehr günstig. Unterstützung nothwendig. Sendungen sind zu weitere Disfussion hervor. richten an Desterreichischer Metallarbeiter", Wien, Heumühl Bei den entsprechenden Bestimmungen des Schlußprotokolls auf beiden Seiten schon große Opfer gebracht wurden. Buzug ist streng fernzuhalten und Unterstützung dringend gaffe 12. wird die Gleichstellung der russischen See: und erbeten. Sämmtliche Sendungen an Josef Odstrcil, Landgrenze bei der Verzollung als eines der wichtigsten Stockerau, Bahnstraße 11. Zugeständnisse an Deutschland anerkannt ebenso der Wegfall der differentiell günstigen Behandlung der auf finnischen Schiffen in Finnland eingeführten Waaren. Artikel 18, 14, 15, 16, 17, 18 werden angenommen. Bei Artikel 19( die bekannten Eisenbahn- Bestimmungen betr.) wird die Sigung abgebrochen. Nächste Sigung Montag. Kein Nothstand. Bei dem Nachtwächter in& Imshorn meldete sich ein vagabundirender Schuhmachergeselle und begehrte verhaftet zu sein, weil er eine Strohdieme vorfäglich in Brand gesteckt habe, um ein Unterkommen im Gefängniß(!) zu finden. In Leipzig machte eine Bigarrenarbeiterin einen Vergiftungsverfuch aus Furcht vor Arbeitslosigkeit. Briefkaffen der Redaktion. Saarbrücken. Arbeiter Koufumverein New- Yorker Bolts Zeitung, William St. 184, New- York( halbjährig 6 M.) Friedenstraße. Vorsitzende: Frau Geheime Justizratb Beseler, Derflingerstr. 22, 2 Tr. R. Jaufen. Nein. Für den Inhalt der Jnierate über nimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Sonntag, den 4. März. Freie Volksbühne. Lessing Theater. I. Abtheilung. Nach mittags 21/2 Uhr: Sodoms Ende. National Theater. IV. Abtheilung. Nachmittags 2 Uhr: Rabale und Liebe von Schiller. Opernhaus. Die Medici. Montag: Fra Diavolo. Schauspielhaus. Ein Sommernachtstraum. Montag: Sie ist stumm. American- Theater. Dresdener- Straße 55. Jeden Abend 81/2 Uhr: Lumpensusanne oder: Die Obdachlosen von Berlin. Parodistisch- realistisches Traumbild aus dem Müllwinkel( frei nach den VerLumpensusanne, gen.„ Die Gräfin", brecher- Album) bearb. v. Oskar Wagner. ein schon geprüftes Mädchen Franziska Häser. Die Bombe, Aftervermietherin im Müllwinkel des Sonnenaufgangs" Josephine Delclisseur. mit bewegter VergangenMartin Bendix. Täglich Auftreten des Brunwald heit " Deutsches Theater. Der Herr beften Bauchredners d. Jektzeit Senator. Montag: Romeo und Julia. Berliner Theater. Recht. Montag: Kean. Aus eigenem Leshing- Theater. Madame SansGêne. Montag: Ohne Geläut. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Die Brautjagd. Montag: Dieselbe Vorstellung. Residenz- Theater. Der Maskenball. Vermischte Anzeigen. Montag: Dieselbe Vorstellung. Neues Theater. A Basso porto. Montag: Dieselbe Vorstellung. Central- Theater. Ein Blißmädel. Montag: Geschlossen. H. Blank. Ferner u. a.: ,, Direktor Hippe" von Martin Bendix, sowie Hugo Schulz, Alfred Bender. Anfang Wochentags 1/2 Uhr, Sonntags 61/2 Uhr. Adolph Ernst- Theater. Charley's Taute. Schwank in 3 Att. v. Brandon Thomas. Vorher: Die Bajazzi. Adolph Ernß- Theater. Charley's Parodiſtiſche Boſſe mit Gesang in 1 at Tante. Vorher: Die Bajazzi. Viktoria Theater. Der Südstern. Montag: Dieselbe Vorstellung. Aleranderplan- Theater. Das Heirathsbureau. Hierauf: Charley's Tante. Montag: Dieselbe Vorstellung. National Theater. Die blonde Gina. Die Weber. Montag: Dieselbe Vorstellung. Theater Unter den Linden. Der Obersteiger. Montag: Dieselbe Vorstellung. American Theater. Lumpen= Susanne, oder: Die Obdachlosen von Berlin. Montag: Dieselbe Borstellung. Wallner Theater. Unter vier Augen. LO Montag: Heimath. Wintergarten. Spezialitäten- Borftellung. Reichshallen Theater. SpezialitätenVorstellung. Apollo Theater. Vorstellung. Spezialitäten Baufmann's Variété. Spezialitäten Vorstellung. National- Theater. Große Frankfurterstraße 132. Doppelvorstellung zu einfachen Preisen. Novität: Die blonde Gina. Voltsstück mit Gesang in 1 Akt von Julius Neue. Hierauf: Novität: Die Weber". Schauspiel in 4 ften v. Carl Peters. Regie: Mar Samst. Rasseneröffnung 5 Uhr. Anfang 71/2 Uhr. Morgen: Diefelbe Vorstellung. Central- Theater. Alte Jakobstraße 30. Nachmittags 3 Uhr: von Ed. Jacobson u. Benno Jacobson. Musik von Franz Roth. In Szene gesetzt von Adolph Ernst. Anfang 1/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Kaufmann's Variété Am Stadtbahnhof Alexanderplatz. Täglich: Spezialitäten- Vorstellung und Konzert von nur Künstlern 1. Ranges. Auftreten der Ballet- Gesellschaft Columbia( 10 Damen), Balletmeisterin Rosa Fricka. Auftreten der Elite ParterreAkrobaten u. Pantomimentruppe Hermandez. Im Mädchen- Pensionat. Romische Pantomime mit Ballet. The Willon's, Doppel- Jongleure. Joië di Dios, Rostüm Soubrette. Geschw. Howala, Duettiſtinnen. G. Cordes, Gesangs- Humorist. Sonntags 6 Uhr. Anfang:{ Wochentags 8 Uhr. Entree Wochentags 50 Pf. A. Zimmermann. Unferm Kollegen und Genossen Eduard Nitsche Sozialdemokratischer Wahlverein zu feinem heutigen, und dem Kollegen für den 2. Berl. Reichstags- Wahlkreis. und Genossen Fritz Höhne 267/2 zu seinem morgenden Wiegenfefte ein donnerndes Hoch. Der Arbeitsnachweis der Seifensieder und Berufsgen. Na Eduard und Frige, trinfen wir. noch' ne große Weiße? Unserem Genossen und Budiker Paul Salzwedel zu seinem morgigen Wiegenfeste ein Donnerndes Hoch! 2134b Die Stammgäste. Aeh- äh- noch ne' Weiße. Fritze Lehmann von Schikajo zu seinem vierunddreißigsten Geburtstag ein dreimal donnerndes Hoch, daß die Mittwoch, den 7. März, Abends 82 Uhr, in Rennefahrt's Salon, Dennewigstraße Nr. 13: Versammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag des Genossen Wilhelm Pfannkuch über:„ Dient die Sozialdemokratie dem Kulturfortschritt?" 2. Diskussion. 3. Anträge und Fragen. 373/9 Die Zahlstellen des Vereins befinden sich bei: Lindemann, Restaurant, Moritstr. 9; Windthorst, 3igarrengeschäft, Junterstr. 1; Schröder, Zigarrengeschäft, Kreuzbergftr. 15; Grube, Restaurant, Mariendorferstr. 5; Südke, Restaurant, 3ossenerstr. 10; Sasse, Restaurant, Markgrafenstr. 102; Werner, Restaurant, Bülowstr. 59; Faller, Restaurant, Pallasstr. 16; Müller, Restaurant, Gräfeftr. 31; Kitzing. Restaurant, Bellealliancestr. 74. Billets zu der am 2. Osterfetertag stattfindenden Matinee sind vom Dienstag, den 6. März, ab bei den Genossen Dochow, Mariendorferstr. 7, und Mewes, Steinmetstr. 22, sowie in allen Zahlstellen zu haben. Der Vorstand. Sozialdemokratischer Wahlverein ganze Weberstraße wackelt! 2141b für den 4. Berl. Reichstags- Wahlkreis. Frize det -tnei- fen. mußte Dir ver 21416 fezer Franz Hermann zu seinem Unserem Freunde, dem Zusammenheutigen Wiegenfeste ein dreimal don nerndes Hoch. Denke an die Russin 21166 Hermann, merkst Du was? und die Schwarze. Todes- Anzeige. Den Mitgliedern des Sozialdemokr. Wahlvereins für Dienstag, den 6. März, Abends 8½½ Uhr, im Lofale ,, Königsbank"( Haase), Große Frankfurterstraße Nr. 117: Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Reichstags- Abgeordneten Paul Singer über:„ Die politische Situation." 2. Diskussion. 3, Vereinsangelegenheiten. 4. Ver schiedenes. 492/2 Den Parteigenossen, welche noch nicht Mitglieder des Wahlvereins sind, zur Nachricht, daß Neuaufnahmen ohne Einschreibegebühr in dieser Der Vorstand. Bersammlung stattfinden. Sozialdemokratischer Wahlverein den 6. Reichstags- Wahlkreis für den 6. Berliner Reichstagswahlkreis. zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Buchbinder Otto Eichler an der Proletarier- Krankheit verstarb Dienstag, den 6. März 1894, Abends 81/2 Uhr: Versammlung im ,, Swinemünder Gesellschaftshaus", Swinemünderstraße Nr. 35. Tages Ordnung: Der russische Handelsvertrag und die Stellungen der Parteien im Die Beerdigung findet heute, Sonntag, Reichstage. Referent: Reichstags- Abgeordneter Genosse Schulze. Diskussion. Nachm. 4 Uhr, von der Leichenhalle des Vereinsangelegenheiten. Verschiedenes. Zionskirchhofes( Weißensee) aus statt. 490/3 Um rege Betheiligung ersucht Der Vorstand. 490/4 Deutscher Holzarbeiter- Verband ( Bahlstelle Berlin.) Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege Carl Supra 482/14 Der Vorstand. Berliner Arbeitervertreter- Verein. Mittwoch, den 7. März, Abends 8½½2 Uhr, bei Seefeldt, Grenadierstraße Nr. 33-34: Versammlung. Tagesordnung: 1. Das Vorgehen der Berufsgenossenschaft resp. der unteren Verwaltungsam 2. März an Blutvergiftung ge- behörden gegen die Bevollmächtigten der Krankenkassen. storben ist. 2. Anträge des Berufsgenossenschafts- Verbandstages zur Novelle des Die Beerdigung findet am Sonntag, Unfallversicherungs- Gesezes. 3. Verschiedenes. Die Krankenkassen- Vorstände werden aufgefordert, ihre Bevollmächtigten Nachmittags 8 Uhr, vom Städtischen Krankenhause am Friedrichshain aus zu dieser Versammlung zu entsenden. Gäste haben Butritt. statt. Um rege Betheiligung bittet Um pünktliches und zahlreiches Erscheinen ersucht Der Vorstand. Die Ortsverwaltung. Am 2. März, Morgens 2 Uhr, verstarb unser Kollege, der Klavierarbeiter Carl Supra ,, Sanssouci", nach kurzem, schwerem Krankenlager. Kottbuserstr. 4a. Sonntag, den 4. März 1894: Stettiner Sänger Anfang 7 Uhr. Entree 50 Pf. Dies allen Freunden und Bekannten 21126 zur Nachricht. Die Kollegen der Pianofabrik von A. Wöhler. Die Beerdigung findet Sonntag, den 4. März, Nachmittags 3 Uhr, vom Städtischen Krankenhause am Friedrichshain nach dem Friedhof der Zionsgemeinde in Neu- Weißensee statt. Achtung! Gesangverein Nord: Treffpunkt am Eingange des Friedhofes Großes Bunkt 3 Uhr. Gustav Adolph. Programm! am 27. Februar starb nach kurzem Zum Schluß: " Im Manöver". Ensemble von Mensel. Montag: Viktoria- Brauerei. Herr Coulisset Dienstag: Böhmisches Brauhaus. und Hermann und Dorothea. Abends 72 Uhr: Ein Blitzmädel. Posse mit Gesang in 4 Atten von Costa. Montag: Geschlossen. Dienstag, den 6. März, zum 1. Male: Novität! Novität! Ein gesunder Junge. Circus Renz, ( Karlstraße.) Sonntag, den 4. März cr.: 3wei Vorstellungen. Nachm. 4hr( 1Kind unt.10Jahr. frei). Große Komiker- Vorstellung. 11. a. Kandelaber, ger. v. Herrn G Renz. Prinz Carneval, vorgef. von Herrn R. Renz. Die Handakrobaten Gebr. Detroit; Auftr. sämmtl. Clowns 2c. Abends 71/2 Uhr: Auf auf zur fröhlichen Jagd! Gr. Sport- Schaustück v. Dir. Fr. Renz, Parforce- u. Rastadenritt. Meute von 40 Hunden. Außerdem: d. ostpr. Hengst Blondel, vorgef. v. Dir. Renz. Colmar u. der Steiger Alep, ger. v. Frl. Oceana Renz. ratweil'sche Bierhallen Leiden der Arbeiter Joseph Witt. 2132b Derselbe war bei mir seit einundzwanzig Jahren als Flaschenspüler thätig, und verliere ich in ihm einen arbeitsamen, treuen und braven Mann, dem ich stets ein ehrendes Andenken bewahren werde. Berlin, den 1. März 1894. Oswald Berliner, Brauereibefizer. Allen lieben Freunden, Bekannten und Verwandten sage hierdurch für Kommandantenstr.77-79. die zahlreichen Beweise der Liebe und Aelt. u. größt. Etablissem. Berl. Theilnahme bei der Beerdigung meiner meinen innigfien Dank. Täglich abwechselnd. Programm Brau Marie Brid, geb. Herzog, bei freiem Entree der ersten Wiener Damenkapelle Mikloska und Auftreten von Künstlern. Spezialitäten 1. Ranges. Täglich Auftreten des Fräulein Miss Wobb, Taubenkönigin, mit ihren 24 dressirten Tauben. Sonntags Anf. 5 Uhr. Entree 30 Pf. Stunde 60 P1. 2144b Der trauernde Gatte Paul Frick. Alcazar. Dresdenerstr. 52/53( City- Passage.) Cravatten- Schulze und das gesammte neue Riesen- Programm. Sonntag Anf. 6 Uhr! R. Winkler. 3 Kegelbahnen. 6 Billards, pro Nur noch wenige Tage. C. Koch, fr. Gambrinus. Präuschers at Museum Säle für Versammlungen täglich von früh 9 bis 10 Abends für und Festlichkeiten d. ikarischen Spiele in der Luft, sind noch an verschiedenen Tagen ausgef. v. d. Troupe Daineff; der tautas. Jockey Mr. Wassiliams u. f. w. zu haben. anat. erwachs. Herren. Dienstag u. Freitag Damentag. unwiderruflich: Montag: Auf auf zur fröhl. Jagd! ereinszimmer zu vergebenen Schluß sonntag, den 1. April. Fr. Renz, Direktor. bei Seehausen. 463/14 Buchhandlung des„ Vorwärts" Beuthstr. 2, Berlin SW. Neueste Agitationsschrift. Gestern, Sonnabend, den 3. März, gelangte zur Ausgabe: Christenthum u. Sklavenfrage. Aus den Reichstags- Reden der Abgeordneten Dr. Lieber, Pastor Schall und A. Bebel bei Berathung des Kolonialetats vom Februar 1894. Preis: Einzeln 5 Pfg. Bei Bezug von 100-500 Gr. 3 Pfg., bei Bezug von über 500 Gr. 2 Pfg. pro Eremplar. Porto zu Lasten der Besteller. Diese neueste Agitationsschrift eignet sich ihres Inhaltes wie des billigen Preises wegen zur Massenverbreitung, besonders in katholischen und in jenen Gegenden, wo das protestantische Muckerthum dominirt. Gegen die salbungsvollen Reden Lieber's und Schall's fonstatirt Bebel in seiner scharfen und schlagfertigen Weise den Widerspruch zwischen chriftlichen Redensarten und chriftlicher Praxis und weist an den geschichtlichen Vorkommnissen die Thatsache nach, daß die Vertreter des Christen thums allezeit und überall jede Form wirthschaftlicher Ausbeutung: Sklaverei Leibeigenschaft- freie" Lohnknechtschaft -im Interesse der jeweilen herrschenden Klassen zu vertheidigen verstanden haben trotz der entgegenstehenden theoretischen Lehren des Christenthums. 443/18 Am Montag, den 5. März, erscheint: 3weite Auflage von Antisemitismus und Sozialdemokratie. Bon A. Bebel. Preis: 20 Pfg. Porto 3 Pfg. Wiederverkäufern Rabatt. Am Dienstag, den 6. März, erscheint: Gegen Gottes- und Bibelglauben. Zwei Schriften von Dr. A. Douai. I. ABC des Wissens für die Denkenden. II. Eine Antwort an die Bekenner des Theismus. Preis: 30 Pfg. Porto 5 Pfg. Wiederverkäufern Rabatt. Vom Standpunkt der naturwissenschaftlichen Erfahrungen aus legt der Verfasser in dieser Schrift in einzelnen Rapiteln( Gott, Unfterblichkeit, die menschliche Willensfreiheit) die Unhaltbarkeit der Beweise" dar, die von den Vertretern des Gottes- und Bibelglaubens für das Dasein eines persönlichen Gottes und den göttlichen Willensaft der Weltschöpfung angeführt werden. Verantwortlicher Redakteur: Robert Schmidt in Berlin. Drud und Verlag von Mag Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. Hierzu zwei Beilagen 2. Beilage zum ,, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 53. Die Sonntag, den 4. März 1894. 11. Jahrg. zuvor. österreichische Wahlrechtsfrage. Gebiet 15, im czechiſchen Gebiet von Weſtböhmen 18 VerſammSoziale Leberlicht. fennbar noch energischer, ungeduldiger und dringender als je durch ihre Wortführer diesem Satz beiflichten müssen. In der In Wien wurden 21, in Brünn 9, im Reichenberger Resolution vom 21. Februar heißt es: Das derzeitige Parlament, welches selbst das Bewußtsein lungen abgehalten, alle vom gleichen Geiste beseelt. Schon die hat, daß es keine Volksvertretung ist, sondern auf engherzigen Wien, 1. März 1894. bloße Ankündigung dieser Versammlungen weckte die Regierung und ungerechten Privilegien beruht, hat nunmehr eingestandenerAls sich vor nun drei Monaten das Roalitionsministerium aus ihrem Traum. Sie ließ durch ihr Preßbureau verkünden, maßen seinen Rechtsboden verloren, und hat somit auch das dem Abgeordnetenhause vorstellte, erklärte der Ministerpräsident der Lärm sei ganz überflüssig, denn glücklicherweise habe gerade formelle Recht verwirkt, dem Volke Gesetze zu oftroyiren; es ist Windischgräß, daß seine erste und wichtigste politische Auf- in diesem Augenblick das Ministerium die„ leitenden Grundsäße" fomit unfähig zu jeder weiteren Thätigkeit; es hat nur noch die gabe die Durchführung einer umfassenden Wahlreform sein werde der Wahlreform entdeckt und festgestellt, welche sie den Koalitions- Aufgabe, sich selbst endlich zu beseitigen und Play zu machen für und daß alle anderen großen politischen Fragen ruhen müßten, parteien beim Zusammentritt des Reichsrathes vorlegen; wolle. eine wirkliche Volksvertretung. bis diese Frage gelöst sei. Diese Erklärung war nur der Aus- So hatten die Massenversammlungen ihren Zweck zum Theil Der Satz wurde allerdings von den Polizeikommissären der druck des Gefühls, welches in allen Kreisen besteht, daß es dank erreicht, bevor sie noch abgehalten waren. Freilich hüllt die Re- Abstimmung entzogen und von den Staatsanwälten konfiszirt, der ungeheuren Wucht der Wahlrechtsbewegung nicht möglich sei, gierung zunächst ihre Pläne in geheimnißvolles Dunkel. Unter aber er ist darum um nichts weniger wahr, er kennnzeichnet die heutigen Verhältnisse bestehen zu lassen. Was freilich dem Siegel der Verschwiegenheit haben die Klub- Obmänner die vollständig die derzeitige politische Lage in Desterreich. das Koalitionsministerium unter Wahlreform verstand, war von leitenden Grundsäße" zur Begutachtung erhalten, und was In furzer Zeit wird wohl das Geheimniß der leitenden vornherein nichts weniger als das allgemeine, gleiche und direkte einzelne Blätter darüber bringen, ist bloße Vermuthung. Eins Grundsäße" enthüllt sein, und der Kampf, welcher darauf geWahlrecht. Es war sogar noch weniger als was die Wahlreform steht fest: die alten liberalen Pläne, eine Vertretung der Arbeiter- richtet ist, den privilegirten Klassen ein möglichst großes Stück des Grafen Taaffe geboten hatte. Während Graf Taaffe schaft, deren laute Forderungen ihnen am unbequemisten sind, ihrer Vorrechte zu entreißen, wird von Neuem entbrennen. Die beabsichtigt hatte, innerhalb der heute bestehenden Kurien der und die zunächst abgefunden werden sollen, auf dem Wege der Wahlrechtsbewegung in Desterreich hat in raschem Ansturm ihr Tändlichen und städtischen Bezirke die bisherigen Nicht- Arbeiterkammern oder nach dem Baernreither' schen Vor- vor wenigen Monaten noch schier unerreichbar scheinendes Ziel, wähler zum gleichen Wahlrecht mit den bisherigen Wählern schlag durch Ertheilung des Wahlrechtes an die Mitglieder der die alte Verfassung zu beseitigen, erreicht. Was nun folgt, ist zuzulassen, ging das Koalitionsministerium von vornherein Krankenkassen zu schaffen, sind von der Regierung und den eine Reihe von Einzeltämpfen, bei welchen sich die Zähigkeit und darauf aus, für die bisherigen Nichtwähler eine gesonderte Kurie Liberalen felbft aufgegeben. Sie sind nachgerade zur Einsicht der Opfermuth der österreichischen Arbeiterklasse, welche in diesem zu schaffen, um den Besitzstand des Bürger- und Bauernstandes" gelangt, daß eine solche Arbeiterfurie ein politisches Monstrum sei, Kampfe unbestritten die Führung hat, von Neuem bethätigen unangetastet zu lassen. Immerhin war die ganze Sache auch in und sie wissen, daß die Ertheilung des allgemeinen Wahl- werden. dieser Form noch, so sehr sie auf den Nägeln brannte, der Re- rechts unvermeidlich ist. Die einzige Rettung für ihre Mandate gierung höchst unangenehm. sehen sie darin, daß sie die neuen Wählermassen durch EinEs war natürlich, daß die Wahlrechtsbewegung eine Pause schachtelung in eine Kurie von ihren alten erprobten Schafen machte, so lange bis die Absichten der neuen Regierung einiger- trennen, und ihre Vertretung möglichst verdünnen. maßen erkennbar und festgestellt waren. Man mußte die Po- Auch in dieser Beziehung wird die Regierung und das Achtung, Kollegen im Schneidergewerbe! Die Schneider sition des Gegners erst fennen lernen, bevor der Angriff erneuert Parlament mit sich reden lassen müssen. Es war von vorn wurde. In thörichter Berkennung der Sachlage faßte aber die berein klar, daß das allgemeine, gleiche und direkte Wahlrecht Nürnbergs haben in anbetracht ihrer traurigen Verhältnisse an Regierung diese taktisch nothwendige Bause als Ermüdung, ja nicht auf einen Schlag zu erreichen sei. Aber es ist ebenso klar, die Unternehmer die Forderung höherer Löhne und Einführung als ein Symptom des Rückganges der Wahlrechtsbewegung auf daß jede Bresche in dem heutigen Zustand eine ununterbrochene von Wertstellen gestellt, und werden, wenn bis zum 10. März Da fie aber nur unter einem unausweichlichen Zwang in der Reihe von Verfassungsrevisionen eröffnen muß, die erst beim diese Forderungen nicht bewilligt sind, in einen Streit eintreten, Frage des Wahlrechts vorwärts zu treiben ist, so machte sie den allgemeinen, gleichen und direkten Wahlrecht Halt machen kann. weshalb Zuzug strengstens fern zu halten ist, damit wir als Versuch, als dieser Zwang vermeintlich nachließ, zu verschleppen, Das Parlament wird nach Durchführung der Wahl- Sieger aus dem Kampf hervorgehen. Lasse sich kein Kollege verhinauszuschieben und zu versumpfen. Die Parlamentsferien von reform Plener Windischgrät so schroffe Gegenfäße ver- leiten, nach Nürnberg zu kommen und uns den Kampf zu er Weihnachten bis zum 20. Februar wurden allerdings zur Er- einigen, wie vielleicht fein anderes der Welt. Die Sozialdemo- fchweren, dann werden wir siegen. Alle Zuschriften sind zu wägung von allerlei Projekten ausgenügt und die bewährtesten fratie und der bäuerliche Radikalismus werden naturgemäß richten an August Dröger, Brunnengasse 34. Rechenkünstler der Wahlgeometrie waren eifrig an der Arbeit, gerade infolge dieses Kuriensystems mit weit erheblicherer An alle sozialdemokratischen Radfahrer Vereine Dußende von auftauchenden Projekten zu prüfen und auf ihren Stimmenanzahl eintreten, als dies nach dem Taaffe' schen und Einzelfahrer Deutschlands! muthmaßlichen Erfolg durchzurechnen. Es sollen über 70 solcher Entwurf möglich gewesen wäre. Das ist an und für sich aller- Der Arbeiter Radfahrer Verein Berlin hat beschlossen, zu Rechenerempel aufgegeben und auf dem Papier durchgeführt dings nicht als ein politischer Gewinn anzusehen, denn für die Pfingsten einen Kongreß aller sozialdemokratischen Radfahrer worden sein. Das Problem, welches sich die Regierung stellte, ist frei Ausnüßung des Wahlrechtes im Sinne der politischen Erziehung, abzuhalten. Damit soll der vorjährige Wunsch zur Ausführung lich nicht zu lösen. Es sollen die bisherigen zur Koalition vereinigten im Sinne der Verbreitung unserer Grundsäße ist das Moment gebracht werden: die Gründung eines Radfahrer- Bundes über reaktionären Parteien ihre Site behalten, es soll auch keine Ber- des Klaffenkampfes im Wahlkampf entscheidend. Aber anderseits ganz Deutschland. Als provisorische Tagesordnung ist folgendes schiebung zwischen den verschiedenen Nationalitäten eintreten und muß der Umstand, daß neben einem Gräflein des böhmischen aufgestellt: es sollen die zu den bisherigen 1 700 000 Wählern neu hinzu- Großgrundbesitzes, das die imposante Stimmenzahl von 15 1. Wie ist es möglich, einen existenzfähigen Bund über ganz tretenden 31/2 Millionen Wähler eine parlamentarische Vertretung bis 20 Wählern hinter sich hat, ein Sozialdemokrat Deutschland zu gründen ein Majoritätsverhältnis irgend oder radikaler ohne daß das Bauer Der figt, 2. Anträge aus der Mitte der Versammlung. wie verrückt würde. Das ist ungefähr die Quadratur und mehr Wählern ins Parlament geschickt wurde, eine 3. Eventuelle Bestimmung des Siges und Wahl des BundesDie Absurdität vorstandes. des Kreises, die gesucht wird, und angesichts der Generalpause zersetzende, ja sprengende Wirkung haben. in der Wahlrechtsagitation vermeinten die scharfsinnigen des Kuriensystems wird gerade durch die neue Kurie auf die Anträge zur Tagesordnung und sämmtliche Zuschriften sind Politiker der Koalitionsregierung, sie würden sich mit dem an- Spitze getrieben: die Klassengegensäge, der Streik zwischen zu richten an Oskar Rosenhain, Ritterstr. 89. muthigen Spiel, dieses Räthsel zu lösen, weiter wursteln können, der Monopolistenklasse und der Klasse der Ausgebeuteten, Alle arbeiterfreundlichen Blätter werden um Abdruck dieses und die rechtlosen Boltstlassen würden sich an dem Bewußtsein welchen man beim Wahlkampf ängstlich ausweicht, wird im Aufrufs gebeten. genügen laffen, daß eine wohlwollende und wohlweise Regierung Parlament in einer Form und in einer Schärfe zum AusDas Kongreß Romitee. fich unaufhörlich über die Ertheilung des Wahlrechts den Kopf druck kommen, welche nichts zu wünschen übrig lassen werden. Lederarbeiter, Achtung! In den Weißgerbereien zu zerbreche. Man sprach schon davon, daß die Einbringung der Einleuchtend ist, was die Volfsversammlungen am 21. Fe neuen Regierungsvorlage, ja fogar auch eine bloße Entscheidung bruar einmüthig fonstatirten: daß das derzeitige Parlament Erlangen sind Lohndifferenzen eingetreten. Hauptforderungen über das Wahlsystem unmöglich vor dem Herbst zu gewärtigen praktisch und rechtlich unfähig zu jedem weiteren Schritt sind 10stündige Arbeitszeit und pro Woche 1 M. mehr Lohn. fei. Da war denn die Nothwendigkeit gegeben, die Herrschaften in der Gesetzgebung sei. In dieser Beziehung bedeutet Alle Geschäfte, bis auf eins, haben bewilligt. Buzug ist fernmittels sanfter Rippenstöße auf ihren Irrthum auf der Wahlreform Entwurf des Grafen Taaffe allerdings zuhalten. merksam zu machen. Am 22. Februar trat das Parla- einen entscheidenden Abschnitt in der Verfassungsgeschichte Ju Eßlingen bei Stuttgart ist die Einführung eines ment wieder zufammen und am 21. wurden in Desterreichs. Die Rechtlosigkeit der besiglosen Volksklassen wurde städtischen Arbeitsamtes, verbunden mit unentgeltlichem Arbeitsganz Desterreich Massenversammlungen abgehalten in weit größerer durch jenen Entwurf, der die Unterschrift des Kaisers trägt, als nachweis beschlossen worden. Bahl und weit mehr besucht als in dem früheren Abschnitt der eine weiterhin unhaltbare und unmögliche Vergewaltigung an Wehlrechtsbewegung, und die dort geführte Sprache war unver- erkannt, und unter dem Druck des Augenblicks habe alle Parteien bekommen, Bonntagsplauderet. = M von 50 000 = sehnende Verlangen, das geistige Besitzthum, das einer er- Wir sind keine Schwärmgeister, wir sind Realpolitiker, rungen hat, mit seinem Nächsten zu theilen? Ihm vielleicht, schreien und brüllen sie durcheinander. Nichts verab der im berben irdischen Behagen dahin lebte, neue Qualen, scheuen sie mehr, als das edle Vorrecht der Jugend, lieber Wehe den Mißvergnügten! Sie sind schlecht und blind! neue Bedürfnisse aufdrängen? Wozu jemanden aus der in Donquixoterie zu verfallen, als trockene, stumpfsinnige Herr Bronsart v. Schellendorf hat dies Urtheil über sie ge- Moral der Genügsamkeit aufrütteln und ihn in die Un- Gesellen zu werden; und so werden sie schließlich den sprochen. Hätte der Kriegsminister die Mitglieder der moral der Unzufriedenheit verweisen, die blind macht und Sancho Pansa's gleich, die sich zur Futterkrippe drängen sozialdemokratischen Fraktion, hübsch zur Kompagnie ge- schlecht dazu? Der Gallige wird nothwendig die Galle und nichts weiteres kennen. Sie zu Schwung, sie zu formt, bei einander, wie wollte er die Unzufriedenheit aus anderer erregen, ihr Geblüt in Wallung versehen und die idealem Pathos anfeuern? Die geistig Bedürfnißlosen zu den mürrischen Gemüthern austreiben und auspeitschen. festgefügte Ordnung stören, ein Beginnen, das jeden stolzer Regsamkeit wecken? Das wird ein schweres Unter Wie wollte er ihnen das Wort des alten, biederen, militärisch geschulten Sinn grausam verletzen muß. nehmen bleiben, und noch häufig werden sie thun, wie fie's patriotischen Ernst Moritz Arndt einblänen. Die preußische Die Moral des Kriegsministers hat sich unsere streit in diesen Tagen thaten. Sie werden sich dröhnend auf die Zucht ist wie eine derbe Wolljacke. Anfangs fragt sie die bare akademische Jugend" angeeignet, das heißt ihre breite patriotische Brust schlagen und sich ihres robusten Haut, dann aber hält sie tüchtig warm." Wie sollten die glückgesättigte, an Deutsch thümelei berauschte Mehrheit. Gewissens, ihrer robusten Gesinnung rühmen, die mit allem Widerborstigen, während sie in vergnügtem Schmatzen ihr Wenn sonst die Jugend der Zukunft zugewandt war, wenn Heimischen im beschränktesten Wortsinn Gößenanbetung schmackhaftes Kommisbrot fauen, zu frommen Heils sie sonst mit athemloser Begierde die Gedanken der Neuerer treibt und in allem Fremden die Menschenwürde mit empfindungen bekehrt werden! Leider müssen Bronsart's in sich aufzunehmen bemüht war, wenn sie sonst allem Füßen treten möchte. Die modische Auflage alter KraftPhantasien nur schöne Traumgebilde bleiben. Schwer mag es Werdenden sich dankbar erwies und keinen größeren Stolz renommiſterei, die erneuerte Ausgabe barbarischen Westauf der Seele des schneidigen Kriegsministers lasten, daß fannte, als sich zu dem Ausruf des Marquis Bosa zu be- kalmückenthums. er seine Glücksempfindung, seine heitere Vergnüglichkeit, die kennen: Ich bin ein Bürger derer, die da kommen wer Das mag noch allenfalls mit Genugthuung hinübergerecht und sehend macht, seinen verstockten Mitbrüdern in den", herrscht jetzt das Phlegma in der Mehrzahl des blicken ins befreundete Italien, wo Herr Crispi, der verder sozialdemokratischen Fraktion nicht auf Kommando mit deutschen Studententhums. Das Phlegma mit all seinen geßliche, den Medizinmann macht für alle schweren Kranktheilen kann; seine Jovialität, die in den Tiefen echter Tücken und Schrecken. Wenn früher die Jugend im natür- heiten in seinem Vaterlande. Ihn hat das Alter verHerzensfreudigkeit wurzelt, hat er darum doch nicht ein- lichen Werdedrang gerne zu denen stieß, die forttreikende knöchert, und was er als jugendkräftiger Mann beschwor, gebüßt. Die Neigung zu schönen Phantasien vereinigt sich Entwickelung verhießen, wenn sie in hastender Ungeduld, verleugnet der Greis. Er ist ebenfalls bei der Moral sonst schlecht mit dem starren Militarismus. Nüchtern, weil nicht alle Blüthenträume reiften", öfter in überreizte angelangt, die dem Genügsamen das Bürgerrecht barsch und schroff abwehrend treten die berufenen Hüter Melancholie verfiel, hat sie jetzt wenigstens in den reaktio- ertheilt und den Mißvergnügten zum Verbrecher des Militarismus auf, wenn frevlerische Hände die Heilig- nären Reihen des zufriedenen Studententhums derlei An- stempelt. Wie das wohl thut, wenn man sich im Besize thümer des gegenwärtigen Staates anzutasten wagen. So fechtungen nicht zu befürchten. Ihr Jdeal ist die weiß. Ich glaube es recht gern, daß diesem Moralumschwung thut Herr v. Bronsart nicht, davor bewahrt ihn seine heilige Wunschlosigkeit, ihre Schutzpatrouin die felige von der Mehrheit der bürgerlichen Deputirten freudiger frohverklärte Lebensanschauung. Aus ihr schöpft er Muth Trägheit. Sie steigt nicht auf die Berge, der auf Beifall gezollt wurde. Herr Crispi ist Sizilianer. Er kennt und Schwung der Rede. Wenn er in seinem Geiste end- tauchenden Morgenröthe entgegen, ihr ist im schwülen seine Heimath und insbesondere das üppige, wohlhabende lose Soldatenreihen aufmarschiren läßt, jeder Mann blizz Thaldunst am wohlsten. Viele, viele feinfühlige Kämpfer Gebiet, wo friedfertige Bürger hausen. Und dennoch kam blank bis auf die Knöpfe der Uniform, dann kann ihm werden noch ausziehen müssen, ehe sie die schwere, dumpfe es dort zu Revolten? Wo sind nun die Missethäter zu fein Trupp der Mißvergnügten irgend was anhaben. Un- Trägheit überwinden werden. Und wenn sie mit feurigen suchen? Natürlich unter den wenigen Mißvergnügten, die erschüttert bleibt der sonnige Gleichmuth seiner Seele. Er Zungen sprächen und wenn sie die goldherzige Beredtsamkeit in Italien blind sind und schlecht, wie anderswo. Und fährt nicht ingrimmig gegen die armen Teufel los, die des heiligen Chrysostomus befäßen, stets von neuem wird sollte die überwiegende Zahl von Guten und Zufriedenen, all den Glanz und all die Herrlichkeit nicht begreifen, sich wider sie die breite Majestät des Phlegmas aufpflanzen. also moralischen Leuten, von dem Häuslein von unmoraliwie sie vor seinem glückstrahlenden Auge sich aufthun. Werbt nicht um ihre Liebe, verzichtet auf jede heiße Theil schen zum Aufruhr verleitet worden sein? Es ist wider In weltmännischen Formen vielmehr hält er den vor nahme, verlangt blos fühle Gerechtigkeit und ruhige alle Logik. Aber Herr Crispi streichelt seine braven SiziNeid verschmachtenden Gegnern vor, wie frankhaft ihre Prüfung Eurer Gründe, und die jungen Eiferer für das lianer, er rühmt die stillen friedlichen Bürger, die von Scheelsucht sei. Auch durch die Späße und Späßchen, die Ueberlebte werden Euch schwerfälliger zu folgen im stande einigen Stänkern verführt wurden. Ein uralter Kniff, um seine Worte begleiten, klingt es leise durch, wie sehr sein sein, als der ungeschulteste Holzknecht im bayerischen Hoch- Mißvergnügte kirre zu machen. Aber die alten Kuiffe verStraftgefühl die Nermften bedauert, die in wüster Ungenüg- land. Der alte Virchow ist sicherlich kein Himmelstürmer fangen nicht mehr und die Moral von den Genügsamen samkeit ihre Tage verbringen, anstatt mit jedem neuen( unbeschadet seiner hohen wissenschaftlichen Ehren). Aber hat abgewirthschaftet. Nicht die Demuth, die jeden NackenMorgen mit soldatischer Gesundheit auf die Knie zu sinken ein Hauch echter schmerzlicher Resignation durchzog seine schlag still erträgt, ist die Tugend vorwärtsstrebender Männer. und die vollkommenste Ordnung der Welt, all das Ueber- Worte, als er vor wenigen Jahren auf die beklagenswerthe Im Kampf der Mißvergnügten gegen die allweil Fidelen, maß irdischer Glückseligkeit, der wir, sauber nach Rang und Jdeallosigkeit hinwies, die unserer studentischen Jugend zu gegen die allweil Zufriedenen, die in ihrem Pflegma er Stand geordnet, theilhaftig werden, zu preisen. Wozu die eigen im Gegensatz zur aufstrebenden jungen Arbeiter- stickten, wurden von jeher die Stufen erklommen, die zu nichtsnuhige Begehrlichkeit? Wozu das Grübeln über re- schaft. Mit Getrampel und Hurrahschreien wiesen die freierer Menschlichkeit führten. volutionäre Geisteskämpfe? Wozu das ausschweifende modischen Kraftproßen die Anklage von von sich. Ihre Mühen, die Welt der Erkenntniß zu erweitern? Wozu das Brutalität überhört jede feingeistige Mahnung. Alpha. Möbel- Magazin Berlin NW., Bremerstr. 67. Elegante EinsegnungsAnzüge. Otto& Slotawa, Lislermeister. 2. Geschäft: Gotzkowskystr. 3. 57291 Sarg- Magazin und Beerdigungs- Comtoir. Herren- u. Knaben- Garderobe, Arbeitssachen, Bestellungen nach Maaß. empfiehlt wie bekannt in reellster Ausführung und allerbilligsten Preisen Elegante HerrenAnzüge. J. BAER, Berlin N., Gesundbrunnen, Badstrasse 18, Edre der Stettinerstraße. Ich habe keine Filialen und Behe mit ähnlich lautenden Firmen in keinerlei Beziehung. Bitte daher genau auf Firma zu achten. H. Richter, Optiker, Berlin, C. Spittelmarkt,( Wallstr. 1) und Weinbergsweg 15b, nahe am Rosenthaler Thor. Anerkannt beste und billigste Bezugsquelle aller optischen Artikel, Rathenower Alumingold- Brillen und " " 1,50 Pincenez, garant. nie schwarz werd. M. 2,50 Nickelbrillen u. 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Tages- Ordnung: 1. Geschäftliches. 2. Erhöhung der Unterſtüßung für Arbeitslose und Verbesserung des Arbeitsnachweises. 8. Verschiedenes. 167/19 Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen ersucht Der Vorstand. Zahlstelle Berlin. Außerordentliche General- Verfammlung Mittwoch, den 7. März, Abends 81/2 Uhr, in Gratweil's Bierhallen, Kommandantenstraße Nr. 77-79: Zagesordnung: 1. Wie stellen sich die Mitglieder zu den von den Unternehmern geforderten Nebenarbeiten, wie Holzabtragen u. f. w.? Referent: Kollege Wiedemann. 2. Diskussion. 3. Die Konferenz der Zahlstellen der Provinz Brandenburg in Rottbus am 26. und 27. März, ev. Wahl eines Delegirlen. 4. Verbandsangelegenheiten. Mitgliedsbuch ist vorzuzeigen. Lacirer! Bezirksversammlung für den Norden Filiale IV der Vereinigung. Zwei Versammlungen. Dienstag, den 6. d. M., Ab. 8½½ Uhr, 1. In Gratweil's Bierhallen, Kommandantenstr. 77-79. Referent Montag, d. 5. März, Abds. 812 Uhr, b. Keller, Bergstr. 68( gr. Saal). Tages Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Dr. med. Gustav Heymann über:„ Die 2. Diskussion. 3. Verbands- und WerkstattKirche des Mittelalters." bei Schöning, Stallschreiberstr. 29: angelegenheiten. Herr Dr. med. Paul Bernstein über:„ Der Alkoholizmus und das Proletariat." Versammlung. 2. Bei Seefeldt, Grenadierstraße 33. Referent Herr Dr. Joël über: Religion und Sittlichkeit." Gäste( Damen und Herren) sehr willkommen. R Der Vorstand, 150/6 Am Donnerstag, den 8. de. Mts., Abends 8 Uhr, bei Seefeldt, Grenadierstraße Nr. 33: Tagesordnung: 1. Vorlesung:„ Die Weber". 2. Vorstandswahl. 3. Verschiedenes. 214/11 Achtung! Achtung! Bezirksversammlung für den Osten Montag, den 5. März, Abends 81/2 Uhr, in Haberecht's Salon, Große Frankfurterstraße Nr. 30. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Hoffmann über:" Bassermann'sche Gestalten" 3. Sozialdemokratischer Verein für 2. Distuffion. 8. Verbandsangelegenheiten. Außerordentliche Generalversammlung. Stralau- Rummelsburg Vertrauensmänner- Versammlung Südost Der Wichtigkeit der Tagesordnung wegen wird jedes Mitglied gebeten, pünktlich zu erscheinen. Verband deutsch. Zimmerleute ( Lokalverband Berlin). Am Mittwoch, den 7. März ds. Js., Abends 8½ Uhr, bei Bolt, Alte Jakobstraße 75: KF Versammlung. Tagesordnung: 1. Bortrag des Genossen Hansen über: Verbrecher und Verbrechen im Klassenstaat". 2. Abrechnung des 4. Quartals. 3. Verschiedenes. 472/7 Ad. Rickert, Kurfürstenstr. 41. Verband aller in der Metallindustrie beschäftigten Arbeiter Berlins und Umgegend. Am Montag, den 5. März 1894 Abends 8½ Uhr, im Klubhaus ,, Süd- O#", Waldemarstraße Nr. 75: Bezirks- Versammlung für den Süden. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Dr. Bernstein über: Fabrit Hygiene" 2. Diskussion. 3. Aufnahme neuer Mitglieder. 4. Verbandsangelegenheiten und Verschiedenes. Die Kollegen der Firma Beermann vor dem Schlesischen Thore, und Frifter& Rohmann sind hierzu besonders eingeladen. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen ersucht 488/5 Der Vorstand. Verein der Plätterinnen n. verw. Berufsg. Berlins. Dienstag, 6. März, Abends 8 1hr, in Bolt' Festsälen, Alte Jakobftraße 75: Versammlung. Tagesordnung: 1. Die Bedeutung des 1. Mai und die Beschlüsse des Parteitages. Referent: Genoffe Fritz Hansen. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. 496/1 Der Vorstand. Verband der in Holzbearbeitungsfabriken und auf Holzplägen beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen Deutschlands. Ortsverwaltung Berlin I. Montag, 5. März, Abends 8½ hr, bei Säger, Grüner Weg 29: 488/11 Mitglieder- Versammlung. Tages Ordnung: 1. Vortrag. 2. Verbandsangelegenheiten. 3. Gewerkschaftliches und Fragekasten. Die Mitglieder werden ersucht, ihren Pflichten nachzukommen. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Der Vorstand. Achtung Genossen!! Große öffentliche Versammlung der Bureau- Angestellten und verwandten Berufsgenossen und Umgegend. Deffentl.Versammlung am Montag, den 5. März, Ab. 81/2 Uhr, im Lot. d. Herrn Vowinkel, Hauptstr. 83. Tagesordnung: 1. Vortrag des Genossen J. Sigg über die Ernährung des Arbeiters. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Gäste willkommen. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Der Vorstand. 111/7 Montag, d. 5. März, Abds. 812 Uhr, bei Hoffmann, Oranienstr. 180. Tages- Ordnung: 1. Besprechung über Lohn- und Arbeitsverhältnisse.( Hierzu sind die Kollegen der Möbelfabrik von J. C. Pfaff besonders eingeladen.) Um zahlreichen Besuch aller Versammlungen ersucht 432/12 Die Ortsverwaltung. Die neuerrichtete Zahlstelle in der Landsberger Allee bei Krause befindet fich nicht Nr. 147, sondern Nr. 152. Sozialdemokratischer Agitationsklub für den Often Berlins. Sonntag, den 4. März, Abends 6/2 Uhr, im Lokale ,, Bum Freischük", Fruchtstraße Nr. 36a( oberer Saal): Große öffentliche Bekanntmachung. Bersammlung für Männer u. Frauen. Invaliditätsund Altersversicherung. Die Berichte unserer Rontrollbeamten ergeben, daß seitens einer großen An zahl von Arbeitgebern noch fortgesetzt gegen die Bestimmungen des Gesetzes vom 22. Juni 1889, insbesondere bezüglich der rechtzeitigen und ordnungsmäßigen Verwendung Marken verstoßen wird. Wir sehen uns daher veranlaßt, nachfolgend die hauptsächlichsten der hier in Betracht tommenden Bestimmungen nochmals in Erinnerung zu bringen. von Tages Ordnung: 1. Vortrag des Genoffen Georg Wagner über: Die direkte 2081b Gesetzgebung durch das Volk." 2. Diskussion. Nach der Versammlung: Gemüthliches Beisammensein und Tanz. Entree 10 Pf. Der Einberufer. Montag, den 5. März 1894, Abends 29 Uhr: Zwei große Volks- Versammlungen 1. 1. Die Marken, welche der Arbeitgeber aus eigenen Mitteln zu er werben hat, sind bei jeder Lohn- Die zahlung regelmäßig in die Quittungskarten der Versicherten einzutleben. Es hat die Markenverwendung also nicht zu beliebigen Zeiten, etwa bei Auflösung des Arbeitsverhältnisses, sondern, je nach der Lohnzahlung, z. B. wöchentlich, monatlich, vierteljährlich für diejenige Arbeitsdauer, für welche der Lohn gezahlt wird, zu er folgen. 2. Die Marken sind von dem Arbeitgeber in die Quittungskarte einzufleben; die Markenverwen dung darf also nicht dem Verzu gunsten der Arbeiter- Bildungsschule. Germania- Säle, Chausseestraße Nr. 103: Vortrag des Reichstags- Abgeordneten Wilh. Liebknecht: Geschichte als Erzieherin."( Fortsetzung vom 5. Februar d. J.) 2. Joël's Saal, Andresstraße 21: Vortrag des Genossen Dr. Zadek: Die Darwin'sche Theorie und die Entwickelungsgeschichte der Menschheit." Frauen haben Zutritt. 3ur Deckung der Unkosten Entree nach Belieben. Die Vertrauensmänner sind unterrichtet. 454/19 Achtung! Große Der Einberufer. Achtung! Volks- Versammlung Montag, den 5. März, Abends 8 Uhr, sicherten überlassen werden, und in Ahrends' Brauerei, Moabit, Thurmstraße Nr. 26-27. hat zu erfolgen durch Einkleben der Marken, nicht etwa dadurch, daß die Marken lose in die Duittungskarte hinein gelegt werden. 3. Weigert der Versicherte die Be schaffung einer Quittungskarte oder deren Herausgabe, so wird das Polizei- Revier, in deffen Bezirk die Arbeitsstätte gelegen ist, auf Antrag des Arbeitgebers eine neue Karte für Rechnung des Versicherten ausfertigen. Berufung auf Unkenntniß dieser, wie aller übrigen in Betracht kommenden gung von Ordnungsstrafen. am Dienstag, den 6. März 1894 Abends 82 Uhr, bei Hensel, Anordnungen schüßt nicht vor VerhänInvalidenstraße 1, Ecke Brunnenstraße. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Genossen Millarg: Unternehmergewinn und ArbeitsIohn." 2. Bortrag des Kollegen Walther:" In unserem Berufe gepflegte Hirsch- Duncker'sche Palliativmittelchen und die Vertretung unserer Interessen beim Unterstaatssekretär von Rottenburg." 3. Diskussion. 4. Wahlen zur Agitationskommission, Bertrauensmann und des Gewerkschafts- Delegirten. 5. Verschiedenes. Der Einberufer. 466/3 Charlottenburg. Judem wir vorstehende Bestimmungen nochmals in Erinnerung bringen, for dern wir Arbeitgeber und Versicherte Tagesordnung: Vortrag über: Die Steuervorlagen und die Franen des Proletariats. Referentin: Genoffin Klara Zetkin- Stuttgart. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen, besonders der Frauen, ersucht Die Frauen- Agitationskommission. Dies ist die letzte Versammlung, in der Genossin Bettin vor ihrer Abreise referirt. 460/20 Das HOF Achtung! VI. Abonnements- Konzert findet am Montag, den 5. März 1894, Abends präzise 81/2 Uhr, 487/4 bei Martens, Friedrichstraße Nr. 236, statt. dringend auf, für die im Interesse der Freie Vereinigung der Civil- Berufsmusiker Berlins u. Umgegend Versicherten nothwendige ordnungsmäßige Durchführung dieser Vorschrif ten Sorge tragen zu wollen. Zugleich bemerken wir, daß in Fällen der Zuwiderhandlung, nachdem nunmehr drei Jahre seit Jnkrafttreten unterzeichnete Behörde von der ihr Kur- Bade- Anstalt und Massage bout H. Mania, Brunnenstr. 16. Montag, 5. März, Ab. 82 Uhr, in Bismarckshöhe, Bismarckstr. 80. des Gesetzes verflossen sind, die Dampf- und Heißluft- Kastenbäder, Wannen- und medizinische Bäder. Große öffentliche Versammlung des sozialdemokratischen Wahlvereins für Teltow- Beeskow- Charlottenburg. Tages Ordnung: Die Stellung der Sozialdemokratie zu den Handelsverträgen." 2. Distuffion. 1. Bortrag des Reichstags- Abgeordneten W. Klees- Magdeburg über: 3. Aufnahme neuer Mitglieder und Berschiedenes. Um zahlreiches Erscheinen ersucht 382/18 Der Vorstand. Möbelpolirer Nixdorfs! Heute, Sonntag, Nachmitt. 2 Uhr, bei Babenschneider, Nixdorf, Hermannstr. 118: Versammlung. Zagesordnung: 1. Bortrag des Kollegen B. Franke über Gewerbegerichts- Urtheile. 2. Wahl eines Kassirers für die Zahlstelle Rixdorf. 3. Verschiedenes. Alle Möbelpolirer sind hierzu freundlichst eingeladen. zustehenden Strafbefugniß in wei Fuß-, Arm- und einzelne Glieder- Bäder terem Umfange Gebrauch machen ohne den ganzen Körper zu strapaziren. Lieferant und Masseur sämmtlicher 54482* wird. Berlin, den 21. Februar 1894. Invaliditäts- und AltersVersicherungsanstalt Berlin Der Vorstand: Dr. Freund. Dr. Sträter. Freie Vereinigung der BureauAngestellten, Dragonerft r. 49 a III. Drts- Krankenkassen und freien Hilfskassen. Dienstag und Freitag von 1 Uhr ab nur für Damen. Die Filiale nur für Massage ist Thurmstraße 46, 4 bis 51/2 Uhr. Park Bade's Volksgarten. Treptow, Strasse. Jeb. Sonntag: Gr. Ball. Abonnement 1 M. Ausschank v. Weiss- u. Bair.- Bier. Einzelne Flaschen frei Haus Berlin. Rum, Schriftliche Arbeiten jeder echt und Façon, Literflasche 1,10, 1,60, 2,10, bei 5 Fl. 10 Pf. billiger. Art. Rath in Rechtssachen unentgeltlich. Abends 81/2 bis 91/2 Uhr, Sonntags 10 bis 12 Uhr. Inhaber: Eugen Neumann& Co., Conrad Neumann, 609 F6a. Belle- Alliance- Platz 6a. I Oranienstr. 8. Friedrichstr. 81. Einzelne Flaschen frei Haus Berlin. 449/8 Privat- Mittagstisch Theilnehmer erwünscht.( 50 Pf.) Luisen- Ufer 28, Neue 3 Tr. b. Schu I 3. 2084b Berantwortlicher Redakteur: Robert Schmidt in Berlin. Druck und Verlag von Max Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. 1. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 53. Parlamentsberichte. Deutscher Reichstag. 62. Sigung vom 28. Februar 1894, 2 Uhr. Am Bundesrathstische: v. Bötticher, v. Marschall, Bronsart von Schellendorff, von Haag. Graf Hohenthal, v. Walter. Eine Reihe von Petitionen wird als zur Berathung im Plenum nicht geeignet erklärt; die Betenten werden davon in Kenntniß gesetzt. verhandeln. bauten. Nachdem Referent Abg. Gröber den Antrag der Kommission empfohlen, wird derselbe troh nochmaliger Befürwortung der Forderung durch den Generallieutenant Frhrn. v. Fund gegen drei Stimmen angenommen. zum Bei der Forderung der ersten Baurate von 300 000 m. für eine Kavalleriefaserne in Karlsruhe bemerkt Kriegsminister General Bronsart von Schellendorff: Wir find bei Aufstellung des Etats mit der größten Sparsamkeit vorgangen, wir sind auch nicht von einer Bauwuth besessen, wie man sie bei Bautechnikern findet, wir wollen nur unsere Leute beffer unterbringen, unser werthvolles Material. Sonntag, den 4. März 1894. Damit ist das Extraordinarium des Militäretats erledigt. Das Haus geht zurück auf das Ordinarium. Zunächst steht zur Debatte das Kapitel Militär- Justiz wesen. 11. Jahrg. menschlichsten Mißhandlungen von Soldaten durch ihre Vorgefeßten in der letzten Zeit vorgekommen. Ehe ich darauf näher eingehe, nehme ich keinen Anstond, meine vorjährige Mittheilung über den Tod eines Soldaten in Frankfurt a. D. infolge der Mit verhandelt wird zugleich die von der Kommission vor- Mißhandlung des Hauptmanns Brei hiermit öffentlich und aus geschlagene Resolution: Die verbündeten Regierungen wiederholt drücklich richtig zu stellen. Die Untersuchung hat ergeben, daß zu ersuchen, nach dem Vorgang der Veröffentlichungen über die der betreffende Offizierbursche nicht infolge von Mißhandlungen allgemeine Kriminalstatistik auch die Veröffentlichung einer gestorben ist. Ich bedaure selbst aufrichtig, myſtifizirt worden Statistik über die von den Militärgerichten abgeurtheilten Straf- zu sein. Im Manuskript meiner vorjährigen Rede ist durch ein sachen zu veranlassen. Korrekturversehen ein Satz im Zusammenhang mit dem Fall Auf Antrag des Abg. Gröber beschließt das Haus das die bei der Zivil- Strafprozeßordnung geplanten Aenderungen auf dem Irrthum veranlaßt hat, als sei mir der Fall von Personen Abg. v. Marquardsen( natl.): Besonders erfreulich sei, daß selbst stehen geblieben, der den Kriegsminister v. Kaltenborn zu Extraordinarium vor, dem Rest des Ordinariums zu die Reform mit einwirken würden. mitgetheilt worden, die an dem betreffenden Fall direkt betheiligt Jm Extraordinarium sind durch die Budgetkommission von Abg. Gröber( 3): Die Verzögerung des Beschlusses scheine gewesen seien. Jener Satz bezog sich aber nicht auf das Vorherdem anschlagsmäßigen Betrage von 110, 853, 799 M. im ausschließlich darin begründet zu sein, daß man sich nicht dazu gehende, sondern auf das Nachfolgende und der Vorwurf Ganzen 8 385 300 M. durch Streichung oder Herabminderung fahrens einzugehen. Dieses große Prinzip müsse zum Durchbruch Vorsichtsmaßregeln hintangesetzt habe, ist also unbegründet. verstehen könne, auf daß Prinzip der Deffentlichkeit des Ver- des Generals v. Kaltenborn, daß ich die einfachsten von 27 verschiedenen Positionen abgesetzt worden. Abg. v. Podbielsky( df.) erklärt, bei günstiger Gestaltung kommen, die kleinen Uebelſtände, die möglicherweise daraus ent- Aus dem Westfälischen Regiment v. Steinmek, garnisonirt in der Reichsfinanzen die Forderungen der Heeresverwaltung entspringen fönnten, dürften nicht ausschlaggebend sein. Derselben Krotoschin, schreibt ein Rekrut an seine Eltern, er liege frank im gegenkommen zu wollen. Auffassung entspringe der Kommissionsbeschluß hinsichtlich der Lazareth, der Unteroffizier habe ihn so gegen die Kniescheibe geAbg. Richter: Wir hätten unsererseits gern gesehen, daß Kriminalstatistik. schlagen, daß er liegen geblieben fei; die Unteroffiziere schlügen die Streichungen am Militäretat noch größere Ausdehnung erKriegsminister Bronsart v. Schellendorf: So lange ein und schindeten die Rekruten so, daß die Leute auf der Straße fahren hätten, namentlich bei gewissen Kirchen- und Kasernen Gesezentwurf sich in den Vorſtadien der Bearbeitung befindet, darüber schimpften. Was könne ihn weiter erlösen als der liebe darf ich für meine Person darüber nicht sprechen. Sollte ich Gott es war also fein Sozialdemokrat( Lachen rechts) Darauf wird ohne weitere Debatte eine Reihe von Titeln aber die Ehre haben, Ihnen eine Militär- Strafprozeß- Ordnung er habe sich erschießen wollen. In Magdeburg im 66. Infanterieses Extra- Ordinariums bewilligt, entsprechend dem Kommissions- vorzulegen, so lege ich Ihnen nur eine solche vor, welche unter regiement 12. Kompagnie ist der Rekrut Wilhelm Kurz mit dem antrage werden gestrichen die erste Rate von 39 500 M. für fann im Kriege, im Frieden und in allen andern Verhältnissen, Sergeant habe ihn mit dem Kolben so vor die Brust gestoßen, daß allen Umständen verbirgt, daß die Disziplin gewahrt werden Tode abgegangen, nachdem er seiner Mutter erzählt hatte, der den Neubau von Maschinengebäuden in Langfuhr, 70 000 m. für den Neubau eines Dienst- und Dienstwohnungs- Gebäudes die uns noch widerfahren können. Alles andere sind für mich er zwei Stunden liegen blieb, weil er sich geweigert hatte, für den Kommandanten auf dem Truppen- Uebungsplatz bei Nebensachen.( Beifall rechts.) dem Sergeant seine Löhnung und Bier zu geben. Er hatte ry 3, 104 900 M. für ein Stabs- und Kommandanturgebäude in Abg. Lenzmann( Fr. Vp.): Diese Erklärung ist doch eine Athembeschwerden, spuckte Blut und starb. Ob eine Verfolgung Tilsit. Die erste Baurate von 40 000 m. für eine Kaserne Abschwächung der gestrigen. Wir wollen in der neuen Strafe des Sergeanten eingetreten ist, weiß ich nicht; ich nehme an, daß für eine reitende Feldartillerie in Brandenburg a./. hat prozeß- Ordnung Gerechtigkeit, absolute Gerechtigkeit; diese muß es geschehen ist. Bei der vierten Batterie des Artillerieregiments sie Kommission ebenfalls gestrichen. das höchste Prinzip des Reformwerts sein. An die Stelle des in Hagenau schlug im März 1893 der Sergeant Schäfer den Kommissar Oberst Erfling bittet dringend um Bewilli- geheimen Verfahrens muß das öffentliche treten. Wir wollen Rekruten Hoppe so über den Arm, daß dieser den Arm nicht gung der Forderung. Die Verhältnisse im alten Raferne- Die Kontrolle des gesammten Volkes auch bei der militärischen mehr hoch nehmen konnte. Er wollte Meldung machen, da fielen ment feien so jämmerliche, daß Erkrankungen unter Strafrechtspflege nicht entbehren. Das hebt die Möglichkeit beim Stalldienst zwei Unteroffiziere über ihn her, legten ihm oen Mannschaften in großem Umfange eintreten, daß die der Ausschließung der Deffentlichkeit im gegebenen Falle ja nicht ein Trense um den Hals und hingen ihn auf, bis er ganz blau Abtheilung an den Schießübungen und an den großen auf. Dringend nothwendig ist ja auch die Mündlichkeit des murde; dann nahmen sie ihn herunter und prügelten ihn durch. Herbstmanövern theilzunehmen verhindert war. Die Heeres- Verfahrens; das jetzige Berfahren ist ein Berrbild eines wirk- Die Unteroffiziere wurden zwar bestraft, aber in einer so milden verstärkung mache die Erbauung der neuen Rasernen zur unbe- lichen Gerichtsverfahrens, da der Angeklagte überhaupt bei der Weise, wie sie in Widerspruch mit Bestrafungen der Gemeinen besteht, oingten Nothwendigkeit. Verhandlung garnicht zugegen ist und erst nach langer Zeit von welche den geringsten persönlichen Angriff auf einen Vorgesetzten dem Urtheile erjährt. Wichtiger als Deffentlichkeit und Münd- machen. Die höchsten Vorgesetzten treten ja mit aller Energie lichkeit der Verhandlungen ist die strenge Begrenzung der fach dagegen auf, aber es nüht doch nichts. Am letzten Todtenlichen und persönlichen Kompetenz der Militärgerichtsbarkeit. Sonntag- Nachmittag ließ ein Sergeant der 9. Kompagnie des Dringend reformbedürftig sind auch die Vorschriften über das Infanterie- Regiments Nr. 34 die Stubenmannschaft 1/4 Stunde Gestrichen wird ferner die erste Baurate von 200 000 m. Beschwerderecht des Soldaten in diesem Zusammenhange. lang in der Kniebeuge stehen; als er am Abend am Todten, ür den Ausbau der Brückenkopftaferne in Torgau. Kriegsminister Bronsart v. Schellendorf: Die Gerechtigkeit Sonntag fo betrunken in die Kaserne fam, daß er nicht stehen Auch die erste Baurate von 200 000 m. für eine Kaserne des alten Verfahrens kann nicht bemängelt werden; es hat seine fonnte, ließ er die Mannschaft zuerst die Beine zum Bett hinausfür die Bedienungsmannschaften einer fahrenden Abtheilung Probe bestanden. Schwerfällig ist es ebenfalls, aber die Ge- strecken, dann sich vor dem Bette aufstellen, dann unters Bett Feldartillerie in Glogau wird trok längerer Befürwortung wissenhaftigkeit unserer Auditeure und Gerichtsherren ist nicht triechen, und einer mußte singen: Gott segne meine Studienjahre, durch den Oberst Erfling gemäß dem Kommissionsvorschlag anzutasten; das Beschwerderecht wird von dem König geregelt aus mir wird nichts, halleluja. Amen! Dann mußte er estrichen, ebenso ohne Debatte die erste Rate von und bleibt nach wie vor ein unanfechtbares Hoheitsrecht der den Schwur leisten: Ich schwöre zu Gott dem Allmächtigen, 10 000 Mart für den Entwurf Neubau einer Krone; wollen Sie darüber etwas beschließen, so protestire ich daß mir fünf Finger abfallen sollen, wenn ich wieder. evangelischen Garnisonkirche Garnisonkirche in Breslau, die erste gegen diesen Eingriff in die Rechte der Krone. besoffen bin. Dann mußte die Mannschaft wieder antreten und Baurate von 200 000 Mart für eine Artillerietaserne Abg. Bebel( Soz.): Der Kriegsminister hat gestern nichts sich gegenseitig ohrfeigen, dann in's Bett legen und schnarchen, in Schweidnih, weiter erste Raten für ein Dienstgebäude anderes erklärt, was früher schon von seinen Borgängern er- daß ihnen der Hals weh that. Von dem weiteren Fortgang der nebst Kaserne für das Bezirkskommando in Hamburg lärt worden ist, daß nämlich ein neuer Entwurf ausgearbeitet Sache ist mir nichts bekannt. In Goldap wurde ein Soldat so 5000 M., für eine Kaserne und Garnisonverwaltungs- Dienst wird. Wenn es noch irgend einem Zweifel unterliegen konnte, zugerichtet, daß er in's Lazareth fam, er mußte zweihundert Mal gebäude in Celle 8000 m. welcher Art dieser Entwurf sein wird, so wird die heutige, ganz das Gewehr strecken und bekam Schläge mit der Säbelkoppel gegen seine sonstige urbane Weise abgegebene sehr schneidige Er- und zwar mit der Schnallenseite. Anfangs Dezember v. J. ging flärung nicht mehr den geringsten Zweifel darüber lassen. Vor die Notiz durch die Berliner Presse, daß ein Soldat eines Gardeeiniger Zeit hat im bayerischen Landtag auf grund der Inter- regiments zu Fuß sich aus Heimweh den Leib aufgeschlitzt habe. Die pellation meines Parteifreundes von Volmar der Kriegsminister Sache soll anders sein, ich habe zwar keinen Beweis dafür, aber da fich von Asch erklärt, daß 1890 und 91 zwei neue Entwürfe aus eine genaue Untersuchung empfiehlt, will ich sagen, was mir mitgetheilt gearbeitet waren, die aber keine Zustimmung gefunden hätten, ist. Danach sollte ein Rekrut eine Stange hinauftlettern, konnte aber weil Bayern von seinem bewährten System nicht abgehen wollte. den gestellten Anforderungen nicht genügen, da hielt ihm der Wenn der Reichstag an dem mehrfach durch Resolutionen fund Feldwebel den Tegen unter den Rückentheil, aber anstatt daß gethanen Standpunkt festhalten will, so werden noch viele Jahre der Mann durch dieses eigenthümliche Anreizungsmittel anvergehen, ehe das Teutsche Reich zu einer ordentlichen Prozeß gespornt wurde, höher zu klettern, verließen ihn die Kräfte, er Zur Erwerbung eines Truppenübungsplates für das VIII. ordnung kommen wird. Was die Majorität des Reichstags verlangt, rutschte zurück, der Degen ging ihm in den Rücken und zum Armeekorps find 2 900 000 m. ausgeworfen, von welcher Summe darüber ist man seitens der Militärverwaltung nicht im Zweifel. Unterleib wieder heraus. Kurz darauf starb er. In Gnefen 2 350 000 m. fchon bewilligt sind und jetzt weitere 450 000 M. Die Vorfälle, die sich zugetragen haben und die trotz aller Gesetzte sich ein erfälteter Soldat an den Ofen, der Unteroffizier gefordert werden. heimnißkrämerei immer und immer wieder in die Deffentlichkeit stürzte ihm mit den Worten:" Was hat der Kerl hinter den Abg. Prinz von Arenberg( 3.) bringt zur Sprache, daß bringen, müssen immer mehr die öffentliche Meinung in Auf- Ofen zu suchen!" einen Eimer talten Wassers über den Kopf. die Anlegung dieses Uebungsplages in der Nähe der belgischen regung setzen. Um die Nothwendigkeit der Aenderung der Straf- Mit den raffinirtesten Mitteln wird den Soldaten die Sonntags= Grenze in dem Nachbarlande allerlei Befürchtungen erregt hat; prozeßordnung nachzuweisen, halte ich es für erforderlich Bei- ruhe genommen. In einer hessischen Garnison mußte sich eine Mann, man spreche von einem befestigten Lager und von allerlei strate- spiele zu geben. Ich erinnere nur an zwei Fälle, an den Fall schaft am Sonntag Nachmittag ins Bett legen, wieder aufstehen, gischen Nebenzwecken, die damit verfolgt würden. Der Minister Gradnauer und Kirchhoff. Ersterer, der Redakteur der sozial die Betten wieder machen, sich schnell waschen und anziehen, möge in dieser Beziehung eine beruhigende Erklärung abgeben. demokratischen Sächsischen Arbeiter- Beitung" hatte im Briefkasten dann auf Kommando Stiefel schmieren und bei glühendem Ofen. Kriegsminister Bronsart von Schellendorff: Der Platz die Notiz gebracht: Der Dr. Gradnauer habe, als er seine Reserve- nach Zählen eins, zwei eins, zwei die Stiefel wichsen und hat weiter feinen Zweck, als alle unfere sonstigen Korpsübungsübung gemacht hatte, dafür Sorge getragen, daß die sozialdemo- putzen. Ich habe nie in meinem Leben so geschwißt," schreibt pläge; es wird da nichts von einem befestigten Lager errichtet. fratischen Anschauungen auch in die Armee Eingang fänden. einer der Betheiligten. Schließlich mußten die Leute den ganzen Diejenigen, die solche Befürchtungen geäußert haben, sind Stra- Eine, wie ich zugebe, ungeschickte Aeußerung( Sehr Sonntag Nachmittag nähen, ohne ein Wort sprechen zu dürfen. tegen dritter oder vierter Güte.( Heiterkeit.) richtig! rechts), welche ihn ins Gefängniß brachte. Kein Selbstmorde aus Angst vor Strafe kommen allerdings vor, aber Der Titel wird bewilligt. Rechtsanwalt, fein Angehöriger hatte Zutritt zu ihm. meist sind so große Mißhandlungen vorhergegangen, daß der Gestrichen werden ferner 100 000 M. zur Anstellung eines Und was war das Endresultat? Nach einer langen Soldat sich aus Berzweiflung das Leben nimmt. Der Post- UnterVersuches auf einem Remontendepot die Remonten erst im Herbst Untersuchungshaft wurde er freigelassen, weil ihm nicht Beamte Schröder, Pflegefohn von Leuten, hier in Berlin, an die Truppen auszugeben. An der Forderung von 12 000 M. zur das allergeringste nachgewiesen werden konnte. In dem Körnerstr. 15, tödtete sich durch einen Schuß in die Schläfe. Herstellung einer Bligableiteranlage bei dem Kadettenhaus in Karls- bekannten Fall Kirchhoff handelte es sich um einen Mordver- Vorher schrieb er an seine Pflege Eltern, daß er schwer ruhe werden 2200 M., an der Forderung von 193 000 m. zu Ergän- such.( Sehr richtig! links.) In einer Gerichtsverhandlung gegen mißhandelt sei. Allerdings hatte er, der schon einmal Gefängnißzungs- und Umbauten bei dem Kadettenhaus in Plo en 151 000 m. einen Schneidergesellen, wo es sich um dasselbe handelte, machte strafe hatte, Angst vor einer neuen Gefängnißstrafe. Die fort abgefegt. Abgelehnt werden 15 000 m. erste Rate für der Staatsanwalt Ausführungen, die vollständig zugetroffen gefeßten schweren Mißhandlungen tragen dazu bei, daß ein Theil den Neubau der Kriegsschule in Potsdam, 37 000 M. zum hätten auf die That jenes Generals. Kein Mensch hat dann er- der Leute sich das Leben nimmt. In einer Broschüre will die Bau eines Ererzierhauses für die Unteroffizierschule in Botsfahren, was das Militärgericht entschieden hat, bis mit einem Militärverwaltung nachweisen, daß die Behauptung, die undam, 100 000 M. zu Erweiterungsbauten bei dem Militär- Mal in der Presse die Notiz erscheint, daß der General mit gewöhnlich große Zahl von Selbstmorden sei wesentlich auf die Knaben Erziehungsinstitut zu Annaberg. -sage und schreibe 9 Monate Festung bestraft, aber bereits Behandlung der Vorgesetzten zurückzuführen, unrichtig sei und Für das Generalfommando in Met soll ein neues Dienst, nach 14 Tagen begnadigt sei. Was würde wohl einem andere Motive dazu vorlagen. Nach dieser Selbstmordstatistik Wohnungs- und Bureaugebäude erbaut werden. Die Kosten Zivilisten, paffirt sein? Der würde soviel Jahre Ge- fommen auf 10 000 Mann in der österreichischen Armee 12,58 find auf 600 000 m. veranschlagt, als erste Rate werden fängniß als der General Monate erhalten haben. Und Selbstmorde, in der deutschen 6,33, in der italienischen 4,7, in 14,000 M. gefordert. jetzt ist derselbe General mit dem rothen Adler der französischen 8,83, der belgischen 2,45, der englischen 2,09; Tie Absetzung der Position von der Tagesordnung wird be orden 2. Klasse dekorirt worden! Ist das Gerechtigkeit? die deutsche Armee steht also an zweiter Stelle, die übrigen bleiben schlossen. Angesichts solcher Zustände hat das Volk die größte Ursache, sehr erheblich dahinter zurück. Der Verfasser sagt, es zeige fich Im außerordentlichen Etat des Extra- Ordinariums sind immer wieder kategorisch eine Aenderung zu fordern. Das hier, daß die germanische Nation weit mehr zum Selbstmorde aber spielt auch unter anderem im preußischen Etat gefordert: zu weiteren Be- Militärstrafprozeß- Verfahren wird aber so lange ein mangel- neigt, als die romanische, wahrscheinlich verschiedene Behandlung eine Rolle dabei, denn schaffungen für artilleristische Zwecke als dritte Rate 28 201 500 m. haftes sein, als nicht das Beschwerderecht von Grund aus die gehört auch den germanischen Völkern. Die Kommission hat davon 2 Millionen abgesetzt. Zur Beschaffung reformirt ist. Allerdings handelt es sich hier um eine Prärogative England von Handwaffen sollen als letzte Rate 3 781 250 M. bewilligt der Krone, aber mit Verlaub Herr Kriegsminister, wir nehmen Der Versuch der Broschüre, zu beweisen, daß die Selbstmorde in werden; abgesetzt sind hiervon 11/2 Millionen. Zur artilleristischen uns dennoch die Freiheit über diese Dinge zu reden, sie in ihrer der Zivilbevölkerung ebenso zahlreich sind, wie in der Armee, ist Ausrüstung neuer Befestigungen, Verbesserung der artilleristischen wahren Gestalt zu zeigen, denn es kommen hier die Söhne unseres nicht gelungen. Wenn es in dieser Statistik heißt, daß nur Ausrüstung der wichtigeren Festungen, sowie zur artilleristischen Volkes in Frage bei Einrichtungen, die wir bezahlen müssen. 1,5 pet. aller Selbstmorde auf unangemessene Behandlung Ausrüstung von Küstenbefestigungen werden als dritte Rate Der Soldat hat nicht nur ein Beschwerderecht, sondern sogar die kommen, so ist das eine ganz falsche Aufstellung. In der Armee 10 104 500 m. gefordert. Die Kommission hat 1800 000 M. Beschwerdepflicht. Unterläßt er die Meldung, so wird er be- wird alles aufgeboten, um die Nubrik" Selbstmord infolge Mißabgefeßt. straft, ist aber die Meldung ungenau, so wird er auch bestraft, handlung" möglichst gering darzustellen. Auf die Nabrit, Furcht Die Kommissionsbeschlüsse werden ohne Debatte vom Hause und deshalb meldet er am liebsten gar nicht, denn er zieht seinen vor Strafe" treffen unzweifelhaft eine ganze Reihe Fälle ähn= genehmigt. Vorgesezten gegenüber doch den Kürzeren und auch seine Kameraden licher Art wie der Fall Schröder zu, der erst infolge fortgesetter Im Etat für Sachsen sind von der Kommission gezeugen aus demselben Grunde nicht gern gegen ihren Vorgesetzten. Mißhandlungen in einen Geisteszustand gerieth, der ihn Selbststrichen die zweite Rate von 50 000 M. zum Neubau von Ich besige eine Reihe von Briefen gemißhandelter Soldaten an mord begehen ließ. Aerger und Streit sollen in 12 pet. der Magazinanlagen in Leipzig, die erste Baurate von 50 000 ihre Eltern, worin die Soldaten flehentlich bitten, von ihrer Fälle gegen 2 pet. in der Zivilbevölkerung die Ursache von Mart zum Neubau eines Gebäudes für das Kriegsarchiv zu Mißhandlung ja nichts in die Deffentlichkeit zu bringen. Das Selbstmord beim Militär sein. Das möchte ich auch be Dresden und die erste Baurate von 300 000 M. zum Beschwerderecht muß also mit Garantie umgeben werden, daß es zweifeln. Die Hauptrubrik heißt: Aus unbekannter Ursache", Neubau einer Garnisonkirche in Dresden. ohne Echaden und Nachtheile für die Beschwerdeführer ausgeübt ie enthält 32 pet. der Fälle, bei der Zivilbevölkerung 18 pet. Das Haus beschließt dem Kommissionsvorschlag gemäß die werden kann. Jezt kommt eine sehr große Zahl von Soldaten Ich behaupte, daß sich bei den Militärbehörden viel leichter festStreichung der vorstehenden Position und setzt an der Forde- mißhandlungen gar nicht zur Kenntniß der Militärbehörden und stellen läßt, aus welchen Motiven der Mann sich getödtet hat, rung von 2210 000 Mart zur weiteren Beschaffung für also nicht zur Ahudung. Die größte Zahl der Mißhandlungen als bei der Zivilbevölkerung, wegen der strengen Kontrolle, artilleristische Zwecke" 11/2 Millionen ab, desgleichen im und infolge dessen der Selbstmorde kommt erfahrungsmäßig im welcher der Mann unterſtellt ist. Die Zahl von 32 pct. ist viel Nach wie vor sind trotz des aus zu hoch. Hier dürfte der allergrößte Theil der Selbstmorde Württembergischen Gtat 57 700 m. an der entsprechenden ersen Dienstjahre vor. Forderung von 814 000 m. gesprochensten Befehls des obersten Kriegsherrn die un wegen Mißhandlungen unterzubringen sein. Wenn der junge Die Forderung wird ohne weitere Tebatte abgelehnt, ebenso diejenige einer erfien Rate von 40 000 M. für die Erweiterung der Kavalleriekaserne in Riesenburg. M Mann beim Militär wohlwollend behandelt würde, könnten ihm Bei der nahenden Osterversehung wollen wir auf einen, Izudt Mancher, der im Strudel der Weltstadt untergegangen und die Dienstjahre sehr angenehm fein. Die Scheu in weiten in pädagogischer Hinsicht aufs schärffte zu verurtheilenden Miß der Polizei entweder wegen Bettelne oder Obdachlosigkeit zu Kreifen unserer Jugend vor dem Militärdienst würde sich in das stand in unseren Gemeindeschulen hinweisen. wiederholten Malen in die Hände gefallen ist, zusammen und Gegentheil verwandeln, wenn sie die Ueberzeugung hätten, daß Ueber die Versehung und das Zurückbleiben der Kinder ent- ftüßt sich auf die Barriere, die ihn vom Richtertisch trennt; der fie human behandelt werden. Am Schlusse der erwähnten scheidet nicht die Gesammtheit der Lehrkräfte, welche das Kind Richter blättert in den Aften, faßt den Angeklagten schärfer in's Broschüre wird ausgeführt, was geschehen müßte, damit diese das Jahr über unterrichtet haben, sondern einzig und allein der Auge, flüstert mit den Schöffen und erkennt dem Antrage des große Zahl der Selbstmorde nachließe. Da heißt es auch, daß Rektor auf grund einer einmaligen Prüfung. Es ist selbst- Anwaltes gemäß auf Arbeitshaus. Der Verurtheilte ist für sein das Breittreten der Mißstände in der Armee in öffentlichen Ver- verständlich, daß dabei der Zufall eine große Rolle spielt. Ist ganzes ferneres Leben als Arbeitsscheuer oder Professionsbettler" fammlungen dazu beitrage, den Widerwillen gegen den Militär- der betreffende Rektor abgespannt und nervös, werden die Fragen gebrandmarkt. Er wird nach Verbüßung der Vorhaft mit dem stand zu stärken. Auch darin sei ein Grund der vielen Gelbst- in gereiztem Tone gestellt, so wird manches Kind eingeschüchtert Polizeiwagen nach Rummelsburg überführt; hier ist das erste, morde zu suchen. Aber seit 1880 hat die Zahl der Selbstmorde sein und in der Verwirrung schlechte Antworten geben, wenn es daß man ihn der Bierde eines jeden Mannes, des Bartes, be langfam abgenommen, obwohl die sozialdemokratische Agitation auch das ganze Jahr über fleißig war und seinen Lehrer zu- raubt und ihm die Kopfhaare ganz kurz abschneidet, ihn also feitdem ungeahnt zugenommen hat. Im legten halben Jahr- friedenstellte. Die Kinder, welche gar erst am Ende der letzten gewissermaßen mit dem Zuchthäusler auf eine Stufe stellt. Ift zehnt ist die Angelegenheit der Wlißhandlungen hier im Stunde geprüft werden, find naturgemäß bereits so abgespannt, der nunmehrige„ Häusling" gesund und fräftig, arbeitet er auf Reichstag fortgesezt erörtert worden, und diese Er- daß sie die Prüfung gar nicht bestehen können. den Riefelfeldern, wenn alt und gebrechlich, reißt er Federn; örterungen haben mehr als alle Kabinetsordres dazu bei 3weifellos giebt es eine ganze Reihe vernünftiger Rektoren, Schuhmacher, Schneider, Tischler u. s. w. werden meistentheils Die Dauer der Besserungsgetragen, daß die Zahl der Mißhandlungen zurückgegangen ist. welche auf ihre einmalige Prüfung fein allzugroßes Gewicht im Hause selbst verwendet. Immerhin ist die Zahl der Selbstmorde im Vergleich zu der legen und die Anzahl der zur Versehung reifen Kinder dem haft" beträgt das erste Mal 6, dann 9, 12, 18 und Den wenigsten der zu ArbeitsBivilbevölkerung um so ungünstiger als feststeht, daß die Ur- Klassenlehrer bezw. der Klassenlehrerin überlassen. Es giebt aber als Maximum 24 Monate. fachen in der Armee viel weniger vorhanden zu sein brauchen, auch eine ganze Reihe solcher Rektoren, welche sich in schul- haus Verurtheilten gelingt es, wieder empor au fommen; als in der Zivilbevölkerung, namentlich bietet die materielle meisterlichem Unfehlbarkeitsdünfel über alle Borstellungen der namentlich in dieser traurigen Zeit, wo so viel Kräfte brach Noth feinen Grund. Der Reichstag muß, soweit es an ihm Klaffenlehrer hinwegfeßen und vollkommen selbständig nach der liegen, gehört ganz besonderes Glück dazu, unmittelbar nach dem liegt, dafür sorgen, daß die in der Armee stehenden Söhne des einmaligen Prüfung über die Bersegung bestimmen. Aufenthalt in einer derartigen Strafanstalt ein Unterfommen zu Volfes eine Behandlung erfahren, wie sie es als Männer, die Man sollte es für ganz selbstverständlich halten, daß zunächst finden; geschieht dieses nicht, dann ist der Entlassene unrettbar bereit sein müssen ihr Blut fürs Vaterland zu vergießen, verdienen. Die Leistungen eines Kindes beurtheilt werden, d. h. seine Zensur verloren, von allen Seiten begegnet man ihm mit mehr MißKriegsminister Bronsart v. Schellendorf: Ich gehe nur festgestellt, und je nach dem Ausfall derfelben die Entscheidung trauen, als irgend einem anderen Verbrecher. Der Verein zur auf den Fall Kirchhoff ein. Herr Bebel spricht von über die Versetzung getroffen wird. Uns sind aber Fälle be- Fürsorge für entlassene Gefangene" verschafft ihm im günstigsten einem Mordanfall. Mich verlegt der Ausdruck auf das tannt, wo gerade umgekehrt der Rektor zuerst die Entscheidung Falle eine Hofgängerftelle in Mecklenburg, bort ist schon vor tiefste. Kein preußischer General macht Mordanfälle.( Unruhe über die Versegung traf und dann an sein Lehrerkollegium die dem Eintreffen seine ganze Vergangenheit bekannt, die Tagebei den Sozialdemokraten.) Genau ist Herr Bebel über Mahnung richtete:„ Und nun, meine Damen und Herren, richten löhner und deren Kinder betrachten ihn mit Argusaugen; die den Fall nicht unterrichtet. Ein Artikel des Berliner Sie sich mit der Ertheilung der Zenfuren auch etwas nach dem Lage wird ihm bald unerträglich, bei Nacht und Nebel verläßt Tageblatts" hatte die Familienehre einiger Herren ver- Ausfall der Versetzung; sonst laufen mir nachher die Mütter das er das Dorf und der Landstreicher ist fertig. legt; fie flagten und der Redakteur Harich wurde zu Haus ein." 1000 m. verurtheilt. In dem Erkenntniß stand wunderbarer Weise ein Satz, aus dem erst für den General hervorging, daß die Beleidigung gegen ihn persönlich gerichtet war. Dadurch wurde für den General die Sache sehr wesentlich geändert. Rechtsmittel, gegen den Redakteur einzuschreiten, hatte er nicht mehr, um die ihm zugefügte Beleidigung zu rächen. In höchfter Berzweiflung und Erregung begiebt er sich, nachdem er einen Revolver und Munition gekauft hat, zu dem Redakteur, verlangt von diesem, zu erklären, daß er ein gemeiner Lügner fei.( Lachen lints. Zustimmung rechts.) Wenn Ihnen die Braut, die Frau oder die Tochter öffentlich beschimpft oder beleidigt wird, sie schlagen den nieder und dazu haben Sie ein Recht.( Unruhe und Lachen ( Beifall rechts.) Wir wollen hoffen, daß recht viele Lehrer so viel Gewiffen haben und es mit ihrem Amte so ernst nehmen, daß sie die Bensuren nach ihrer besten Ueberzeugung und ihrem besten Wissen ertheilen, und nicht nach dem zufälligen Ausfall der Prüfung. Auch die städtische Schuldeputation, speziell die sozialdemofischen Mitglieder derselben, thäten gut, ihr Augenmerk auf den gerügten Mißstand zu fenten. akademischen Blätter aus einer selbstredend nichtproletarischen Eine Kritik der Zustände in der Charitee bringen die Feder: tommt, was demonstrirt " Bleibt der aus dem Arbeitshaus Entlassene hier, ist sein Schicksal meistentheils schon besiegelt, er fehrt dahin zurück, wo er hergefommen. Der Polizeirichter, dem er entweder wieder wegen Bettelns oder aus dem Obdach wegen unterlassener Be schaffung eines Unterkommens" vorgeführt wird, urtheilt nach dem Buchstaben. Erbarmen fennt das Gesez nicht. Die gesundheitsschädliche Wirkung des denaturieten Spiritus ist, wie bekannt, in der Sizimg des Reichstages pom Interpellation gemacht worden. Derfelbe hatte darauf hin6. Februar von dem Abgeordneten Bubeil zum Gegenstand einer gewiesen, daß der denaturirte Spiritus bei seiner Verwendung Der Raum der zweiten medizinischen Klinik des Herrn Ger zu Hautausschlägen im Gesicht und auf den Händen, sowie zu links). Der Redakteur verweigert das, der General giebt einen Schuß Schacht, der an einer Seite durch drei große Fenster sein Tages- weniger beeinträchtige. Im Hinblick darauf hat nun das kaiserhardt, so heißt es in dem Aufsatz, ist zu vergleichen mit einem Verdauungsstörungen führe und das Sehvermögen mehr oder ab und stellt sich dann den Gerichten. Er befand sich im Zustande licht empfängt. Das ist aber auch die einzige Lichtseite des Hör liche Gesundheitsamt ein Rundschreiben an die hiesigen Kaffender Nothwehr; es konnte ihm auf der Welt niemand mehr faals. Der Vorstellungsraum ist gerade so groß, daß der Pro- ärzte versandt, in welchem diese ersucht werden, durch Ausfüllung helfen. In dem Erkenntniß, das rechtskräftig geworden war, war feffor und der Praktikant sich bequem um das Strantenbett be eines Fragebogens Stellung zu dieser Angelegenheit zu nehmen. ihm mitgetheilt, seine Zochter wäre gemeint, der von dem Redakteur angebotene Wahrheitsbeweis sei als unerheblich ab- egen fönnen. Der Zuschauerraum( das Parterre) ist nicht viel Speziell foll festgestellt werden, wieviel folcher Erkrankungen im gelehnt worden. Ein alter Offizier, 89 Jahre im Dienst, an größer und enthält an seiner Längsfeite zwei Bänke ohne Lehnen, Verlaufe des Jahres 1893 mit Bestimmtheit auf die Verwendung gelehnt worden. Ein alter Offizier, 39 Jahre im Dienst, an feinem Lebensabend gegroungen, zum Revolver zu greifen, um die so hoch, daß die Füße nicht die Erde erreichen. Jede der von denaturirtem Spiritus zurückzuführen waren, welchen Ehre seiner Tochter zu wahren, ist fein Raufbold, auch kein Galerien enthält auch eine Bant. So kann etwa der fünfte Charakter diese Erkrankungen trugen, begro. ob sie dauernde Mörder, oder es ist dann etwas nicht richtig im Staate. Ich vertrete Theil fämmtlicher Buhörer des Herrn Gerhardt, unbequem Schädigungen hinterließen. figend, feinen interessanten Vortrag genießen. Wer hier als General meine Kameraden. Dem General bewilligt Ein Familiendrama. Mit einer schweren Kopfwunde man mildernde Umstände, vor allem in dem Falle, wo es sich aber von dem Kranken noch annähernd das zu sehen be wurde am Freitag Abend in ein hiesiges Krankenhaus die um die Wertheidigung der Ehre einer deutschen Jungfrau handeit! Besuchern der Klinik zu zählen. Die Inhaber der zwei Die Echwerverlegte, die fast hoffnungslos darniederliegt, tonnte wird, ist zu den glücklichsten 22 Jahre alte Ehefrau Emilie des Konditors F. eingeliefert. Sächsischer Kriegsminister General v. d. Plauit: In der Gallerien lönnen nur die unbestimmte Borstellung haben, noch angeben, daß ihr Ehemann sie mittels eines schweren Stockes Sächsischer Kriegsminister General v. d. Plauit: In der daß da unten im Grunde des Schachtes etwas vor- verwundet habe. Der Thatbestand ist folgender: Das Ehepaar fächsischen Arbeiter- Zeitung war von dem Dr. Gradnauer selbst geht" Die Luft in diesem„ Hörsaal" ist von einer behauptet worden, was als Verbrechen qualifizirt war. Als die Untersuchung ergab, daß der Artikel von dem Dr. Gradnauer Beschaffenheit, daß ein Gesunder davon frank werden kann; fein wohnte in der Blankenfeldestr. 3. F. brach sich vor 2 Monaten wurde er aus dem Krankenhause auf einige Stunden beurlaubt gegen die Militärgerichtsbarkeit beweisen soll, ist mir unbegreif worden ist. Der zweite Wusterhörsaal" ist der des Herrn wohnte. Er ermittelte nun, daß seine Frau während seines nicht herrührte, wurde er sofort entlassen. Wie dieser Fall etwas under, daß bei Pneumonie- Kranken nach der Vorstellung in das rechte Bein und wurde nach der Charitee gebracht. Gestern der Klinik oft eine Verschlechterung ihres Zustandes bemerkt und fand, als er seine Wohnung betrat, daß niemand mehr dort lich. Die Mißhandlungen, so unwürdig fie des deutschen Heeres Virchow, auch die übrigen Räume des pathologischen Instituts Krantenlagers Möbel, Werthfachen und Kleidungsstücke verfind, sind auch durch drakonische Geseze nicht aus der Welt zu genügen den Anforderungen nicht, die ein bahnbrechender Ge- pfändet und die Pfandscheine verkauft hatte, und erfuhr ferner, schaffen. Der Fall beim 184. Regiment in Leipzig ist richtig vor lehrter wie Virchow zu stellen berechtigt ist. Die sonstigen Hör- daß seine Frau nach Elisabethstr. 66 zu einer Frau Liedtke vergetragen worden; der betreffende Unteroffizier ist mit 2 Monaten fäle der Charitee sind zum Theil etwas besser, zum Theil noch zogen war. Gegen 4 Uhr Nachmittags fand er sich bei seiner Gefängniß bestraft worden. Um 6 Uhr wird die weitere Berathung auf Montag schlechter. Doch fordern sie nicht in dem Grade das Interesse Ehefrau ein, um sie zur Rede zu stellen. Da sie ihm nicht einheraus, wie die beiden erwähnten. mal die Leibwäsche zurückgelaffen hatte, so wollte er gleiches mit gleichem vergelten, packte die Kleider ber Frau zusammen und wollte sich damit entfernen. Als er dabei von der Frau verhöhnt wurde, ergriff er einen schweren Spazierstock und versetzte in der Wuth der Fran einen Schlag auf den Kopf. Die Getroffene brach bewußtlos zusammen und mußte durch das 93. Polizeirevier mittels Krantenwagens nun gleichfalls nach der Charitee gebracht werden. F. wird als Polizeigefangener daselbst gehalten. 2 Uhr vertagt. Abgeordnetenhaus. Abfälliger als bier Mediziner die Charitee tritisiven, ist auch wohl faum aus Arbeiterkreisen heraus über die unhaltbaren zu stände in diesem Institut geurtheilt worden. Ein Zeichen, daß der Kampf gegen die Charitee vollauf be 27. Sigung vom 3. März 1894, 11 hr. Am Ministertische: Bosse und zahlreiche Kommissarien. Die Spezialberathung des Etats des Kultusmini- rechtigt ist und daher energisch weiter durchgeführt werden muß. steriums wird fortgesetzt beim Gehalt des Ministers. Invaliditäts- und Altersversicherung. Wir machen auf die im Inseratentheil befindliche Bekanntmachung, betr. die Verwendung von Beitragsmarken, aufmerksam. etwa 1,50 M. ausmacht. Abg. Sattler( natl.): Herr Stöcker nahm die Forderung, die Namen derjenigen zu nennen, die nachher den von ihnen mitgemachten Sturm gegen das Schulgeset bereut haben, anDie österreichischen Thaler werden am 1. April d. J. In einem Eisenbahnzuge erfchoffen hat sich Freitag scheinend übel; ich wollte seinen Worten dadurch, daß er Namen nannte, nur einen tieferen Inhalt geben, denn sonst wiegen solche außer Rurs gesetzt und haben von diesem Zeitpunkt ab nicht mehr Abend der stellvertretende Direktor und Oberregisseur des ReAndeutungen, wie er sie gemacht hat, federleicht. Warum hat den Werth von drei Mart, sondern nur den Silberwerth, welcher fidenztheaters in Dresden, Felix Lüpschüß, der dort Birkusstraße 12a wohnte. In dem Müncheuer Berliner Schnellzuge Herr Stöcker nicht vor den Wahlen seine Worte fiber die Lehrer gesprochen? Herr Porsch hat die Art des Scheiterns des Volts- Für die Mirbach- Kirche, so berichtet die Bolts- 3tg.", faß ein Herr, der schon unterwegs durch seine Unruhe auffiel. fchulgesetes beklagt. Wenn ein Fehler gemacht worden ist, so wie in engeren Streifen die Kaiser Wilhelm- Gedächtniskirche ge: Bis Bitterfeld batte er im Speisewagen Platz genommen, dann og er sich in seine Abtheilung des Wagens Nr. 1 zurück. Als ift er bei der Einbringung des Gesetzes gemacht. Was Herr nannt wird, hat auch der brandenburgische Provinziallandtag der Bug die Station Jüterbock berührte, begab er sich in den Bachen über die Imparität gesagt hat, hat fich vielfach fchon 10 000 Mart in geheimer Eigung bewilligt. Mit den Char- Abort. Um 8 Uhr 53 Minuten lief der Bug auf dem hiesigen al3 irrthümlich erwiesen. Wir halten die ganzen Orden für eine lottenburger 40 000 Mart zusammen hat man also glücklich Anhalter Bahnhofe ein, und beim Nachsehen der Abtheilungen Angriffsorganisation gegen den Protestantismus; alfo verlangen wieder 50 000 Mart mehr für den Bau. Nun fehlen„ blos" wurde die Leiche des Theaterdirektors mit einer Schußwunde in Sie nicht die Rückberufung der Orden.( Widerspruch im Zentrum.) noch 1 450 000 Mart! Unter 31/2 Millionen Mart Gesammtkosten der rechten Schläfe aufgefunden und dem Schauhause zugeführt. Daß die Zustände des polnischen Privatunterrichtes nicht erträg gehts bekanntlich nicht ab. Bei 1500 Sigplähen kommen dabei Es wird vermuthet, daß Geldverlegenheiten, unter denen Lüpschütz lich waren, mag richtig sein, aber dann sollte der Minister nicht auf jeden Platz 2335 Mark Baukosten. zu leiden hatte, die Ursache zum Selbstmorde abgegeben habe. ein neues Experiment machen, sondern zu dem früheren Zustand Das Magistrate- Kolleginn hat beschlossen, dem Beschlusse Herr Lüpschütz beabsichtigte bekanntlich, in nächster Zeit als zurückkehren. Bezeichnend ist doch, daß die Polen mit der neuen der Stadtverordneten Versammlung, der Uraniasäulen Nachfolger des Herrn Barnay das Berliner Theater zu überMaßregel zufrieden find, daß fie die Ausdehnung derfelben auf Gesellschaft zur Erhaltung der wissenschaftlichen Apparate nehmen. Westpreußen und Oberschlesien verlangen. Diefem allgemeinen in den Uraniasäulen eine Beihilfe von 15 000 M. zu gewähren, Ansturm wird schließlich der Minister nicht widerstehen können. nicht beizutreten. Abg. Kuörcke( Freis. Vp.) hält die Klagen der Polen zum Ter Gärtner Rudolgh Selbig, der in Groß Lichterfelde den Obergärtner Kurz und den Buchhalter Detleff erstochen bat, wurde nach seiner am Freitag erfolgten Einlieferung in das Moabiter Untersuchungsgefängniß am Sonnabend zu dem ersten Berhör dem Untersuchungsrichter am Landgericht II, Landgerichtsrath Friedberg, vorgeführt. Hier hat derselbe dem Vernehmen nach das Geständniß wiederholt, welches er bereits vor der Polizei abgelegt hatte. " Theil für berechtigt und bemängelt die Verschiedenartigkeit der Ferien Die folgen des Droschkenfutscher Streifs machen sich in den Volksschulen und den höheren Schulen, die vielen Familien, noch immer in unliebsamer Weise bemerkbar. Noch immer laufen welche Kinder in beiden Schulen haben, Unbequemlichkeiten bereite. sowohl von Fuhrherrn wie von Kutschern Anzeigen gegen eheDaß Herr Sattler den Standpunkt des Ministers tadelt, weil die malige Streifende bei der Polizeibehörde ein wegen angeblich Polen damit zufrieden sind, kann man nicht als richtig bezeichnen. während des Streits begangener Frevelthaten. Die diesbezüge Denn es lann doch nicht die Aufgabe der Verwaltung sein, die lichen polizeilichen Erhebungen sind erst in den wenigsten Fällen Bolen unzufrieden zu machen. Nothwendig sei eine Feststellung erledigt. Wie in den Kreisen der Droschkentutscher verlautet, be- Genosse Kunert hat am Mittwoch in Plößensee eine sechsder Lehrergehälter, die zum großen Theil ungenügend sind. Daß obachtet die Polizeibehörde den Angeklagten" gegenüber ein vor monatliche Gefängnißstraße angetreten, welche ihm wegen Unterdie Geistlichen nicht für die Schulaufsicht qualifizirt sind, be- dem Streit nicht beobachtetes Verfahren. Während nämlich vor schlagung" des seinerzeit im Reichstage verwendeten Aftenmaterials haupte niemand; aber die Volksschullehrer sind es ebenfalls und dem Streit die Entziehung bezi. Verweigerung eines Fahr über Soldatenmißhandlungen auferlegt worden ist. Hoffen wir, deshalb sollte man sie auch zu Kreis- Schulinspektoren und Schul- scheines seitens der Polizei begründet wurde, soll dies jeht nicht mehr daß derselbe nach Abbüßung der Strafe im stande ist, mit dem= räthen machen; das würde der Entwickelung der Echulen nur beliebt werden; einigen Kutschern soll sogar auf grund vorgedachter, fetben Opfermuth, der ihn jederzeit in der Wertretung des Proleförderlich sein. noch unbewiesener Anschuldigungen die Zurückgabe des abgegebenen tariats beseelte, wieder an seine Stelle zu treten. Minister Boffe: In den Schulvorständen haben die Lehrer Fahrscheins verweigert worden sein. Daß alles dies von den in 21 deutschen Staaten, sowie in Hannover und Hessen- Nassau Stutschern sehr übel vermerkt wird, ist erklärlich. Uebrigens ist Polizeibericht. Am 2. d. M. Mittags erschoß sich ein Siz und Stimme und in den anderen preußischen Provinzen sind sehr bald eingetreten, was vorauszusehen war: die alten Mann in feiner Wohnung in der Dennewigstr. Auf dem Boden einzelne Städte schon dazu übergegangen, die Lehrer heranzuziehen Kutscher sind von den Fuhrherren gern wieder eingestellt worden, des Hauses Kesselstr. 9 wurde Nachmittags die bereits stark verzu den Schuldeputationen 2. Daß eine solche Entwickelung während die nenfabrizirten unfähigen Rutscher wieder entlassen wefte Leiche eines neugeborenen Kindes aufgefunden. Bor langfam geht, ist begreiflich. Eine Anregung dazu habe ich auch wurden, wenigstens zum allergrößten Theile. Die Fuhrherren dem Hause Linienftr. 243 schlug ein obdachloser Topfflechter ohne schon in Berlin gegeben. find dadurch in ein eigenartiges Dilemma gerathen. Diejenigen jede Beranlassung einer Frau mit einem Topfe auf den Kopf Leute nämlich, die während des Streits mit affenartiger Ge- und verlegte sie bedeutend. Der Thäter wurde verhaftet. schwindigkeit zu Droschkentutschern gemacht wurden, mußten fast An der Ecke der Zoffener und Blücherstraße wurde ein durch einen Rollwagen überfahren fämmtlich auf Kosten der Fuhrherren eingekleidet werden, da sie 11 jähriger Knabe felber teine Mittel hierzu besaßen. Jekt, nachdem die Freude und an der Stirn, sowie am Unterschenkel so schwer nicht lange gedauert hat, die Streitbrecher entlassen und die verletzt, daß seine Ueberführung nach dem Krankenhause erAbends wurde eine Frau in ihrer Wohnung, alten Kutscher wieder eingestellt worden sind, blieben den Fuhr forderlich wurde. Nach längerer unwesentlicher Debatte bemerkt Abg. Dittrich( 3): Wie die Mönchsorden im dreizehnten Jahrhundert den christlichen Gedanken gegenüber der gnostisch manichäischen Weltanschauung zur Geltung brachten, so werden die armen Franziskaner- Mönche auch am besten geeignet sein, den Verirrungen der Sozialdemokratie entgegenzutreten. Nach längerer weiterer Debatte, die nichts Neues zu Tage herren die Lumpen", da die alten Kutscher ihre eigene Kluft in der Elisabethstraße, von ihrem Ehemann, der seit längerer fördert, wird die weitere Berathung um 4 Uhr vertagt. haben, auf dem Halje. Um sie nun nicht von den Motten Zeit in der Charitee untergebracht ist und von dort auf einige Montag 12 Uhr( Anträge Bachem und Fortsetzung der fressen zu lassen, sahen die Fuhrherren sich genöthigt, soweit sie Stunden beurlaubt war, an Ropfe schwer verletzt, daß fie nach Etatberathung.) die„ Lumpen" nicht selber auf Pump entnommen hatten, wieder der Charitee gebracht werden mußte, wohin sich auch der Mann zu verkaufen, weshalb sie in Rutscherkreisen in denen Spitz- sogleich nach der That selbst zurüdbegeben hatte. In dem um namen besonders im Schwange sind jezt Pumpenhändler" 8 Uhr 53 Minuten Abends auf dem Anhalter Bahnhofe ein treffenden Zuge erschoß sich in einem Kloset ein Reisender kurz genannt werden. vor der Einfahrt des Zuges in den Bahnhof. Im Laufe des Tages fanden 3 kleine Brände statt. Lokales: -Achtung, vierter Wahlkreis. Eine der in der gestrigen Die Ihr hier eintretet, laffet jede Hoffnung zurück," Aufforderung zur Flugblattverbreitung veröffentlichten Adresse diese Worte Dante's tönnte man ebensogut als Inschrift über ist leider falsch angegeben. Herr Karl Trittelivig wohnt nicht den Eingang zum Arbeitshause meißeln. Ueberweisung an die Landespolizei bei diesem Ausspruch des Amtsanwaltes Falkensteinfir. 14, sondern Faltensteinstr. 7. Von 5 M. an 8 Mart. Billigster Detailverkauf für deutsche u. engl. riferne Bettstellen u. Matraken, Fabrit mit Dampfbetrieb. Detailverkauf nur KöpeDamenkleider werden angefertigt Stimmbegabter Tenor findet H. 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Soeben im Verlage von Gebr. Harz, Altona( Elbe) erschienen. Jeder, der Interesse an der Neugestaltung unseres religiösen und wirthschaftlichen Töpfer! Die neue Religion. Den Kollegen und Berufsgenossen Berlins und Umgegend zur Nachricht, daß die Fensterfrage vom Montag, den 5. März, ab als aufgehoben zu betrachten ist. Der Vorstand. J. A.: W. Daudert. Siehe auch ,, Soziales" in heutiger Nummer. Arbeiter- Bildungsschule( Oftbezirk). Sonntag, den 4. März, Abends 6 Uhr, in Schmiedel's Festsälen, Alte Jakobstr. 32: Versammlung. 2095b Vortrag des Genossen Jahn über:" Die Geschichte der Volkswirthschaft". Nachher: Gemüthliches Beisammensein und Tanz. Tellersammlung findet statt. J. A.: P. Schliebs. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Zahlstelle Rigdorf. 1753b Lebens hat, sollte es als eine Ehrenfache betrachten, diesem Buche Beachtung und Verbreitung zu verschaffen. Am Sonntag, den 4 März a. c., Vormittags 10/2 Uhr, im Lokale des Herrn Hoffmann, Bergstr. 133: Vereins- Versammlung. Tagesordnung: Bum 18. März erscheint das Volksblatt", Organ für die arbeitende Bevölkerung, auf rothem Papier gedruckt in einer der Bedeutung des Gedenktages entsprechenden ExtraNummer. Einzelpreis 15 Pf. Wiederverkäufern hoher Rabatt. Bestellungen werden baldigst erbeten an die 57402 Expedition des Volksblatt", Berlin SW., Beuthstraße 2. Köpenick. Am Dienstag, den 6. d. M., Abends punkt 8 Uhr, im Saale des Herrn Kautsch( Raiserhof): Gr. öffentl. Versammlung für Männer u. Frauen. Tages- Ordnung: 1. Die Ursachen der Arbeitslosigkeit. Referent Reichstags- Abgeordneter Förster- Hamburg. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes.- Entree 10 Pfennig. Der Einberufer. 479/10 1. Vortrag des Genossen Siegerist über Gewerbegerichte. 2. Diskussion. Verein zur Wahrung der Interessen der Zinkgiesser 3. Rottbuser Konferenz, event. Wahl eines Delegirten hierzu, und Vereinsund Stürzer Berlins und Umgegend. Angelegenheiten. Gäste willkommen. 432/13 Die Ortsverwaltung. Am Sonnabend, den 10. März 1894, in Nieft's BallSalon, Weberstraße 17: Das fprechend eingerichtete, seit der Neuzeit ent 16 Jahren bestehende, große Uhrenund Goldwaaren. Lager von Max Busse Genossenschafts- Bäckerei für Berlin und Umg. Gr. Wiener Maskenball Brunnenstr. 175 ( Eingetr. Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht.) Donnerstag, 15. März, Abends 8 Uhr, im Saale der Böhow'sden Brauerei, vor dem Prenzlauer Thor: Außerordentliche General- Versammlung. Hierzu verden die werthen Genossen mit dem ergebenen Bemerken eingeladen, daß der Eintritt nur gegen Borzeigung der Mitgliedskarte gestattet ist. Tages Ordnung: 97/17 = 1. Neuwahl des Vorstandes und des Aufsichtsraths. 2. Verschiedenes. Der Aufsichtsrath. Der Vorstand. Große öffentliche Versammlung sämmtlicher Militär-, Lieferungs- und Zivil- Schneider am Dienstag, den 6. März, Abends 81/2 Uhr, im Lokal des Herrn Lange, Stromstr. 28( Moabit). Tages- Ordnung: 237/20 1. Vortrag der Frau Gubela über:" Gewerkschafts- Organisation", 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Anfang 8% Uhr. Ende? Zu diesem von uns arrangirten Maskenball laden Freunde und Ge nossen ergebenst ein FRIEDRICHS RICHSHAIN 375/6 AktienDie Komitee- Mitglieder. Friedrichs- Verein Brauerei( ehem. Zögl. d. Friedr.- Waisenh.) Friedrichshain am Königsthor. Sonnabend, den 10. März, Abends 8 Uhr, 2123b im Böhmischen Brauhause: Ringer 22. Stiftungsfeit Heute, Sonntag: Großes verbunden mit der Abschiedsfeier des Konzert Serrn Dir. Wilski als Leiter der der Kapelle des Königin AugustaGarde- Grenadier- Regiments Nr. 4 ( Coblenz). Anfang 4 Uhr. Eintritt 30 Pf. Die Kollegen werden ersucht, recht pünktlich mit ihren Frauen Rinder frei. Programm unentgeltlich. in dieser Versammlung zu erscheinen. Zu gleicher Zeit machen wir die Kollegen darauf aufmerksam, daß sie die Beiträge der Kranken- Unterstützungskaffe in dieser Versammlung entrichten können. Der Einberufer. Zur Deckung der Unkosten findet Tellersammlung statt. Allgemeiner deutscher Tapezirer- Verein. ( Filiale Berlin.) Montag, 5. Märt, Abends 82 Uhr, im Lokale des Herrn Boltz, Alte Jakobftrahe Nr. 75: General- Versammlung. Tagesordnung: 2109b 1. Urabstimmung über die Fragen des Hauptvorstandes bez. der GeneralBersammlung und der Zeitung. 2. Verschiedenes. DF Die Bibliothek ist geöffnet. Die Ortsverwaltung. Verein deutscher Schuhmacher. Montag, den 5. März, Abends 8% Uhr: Versammlungen. Filiale I: bei Feindt, Weinstr. 11. Tagesordnung: Vortrag des Genoffen P. Jahn über Gefängnißarbeit. Diskussion. Vereinsangelegenheiten. Filiale II: bei Brüning, Rosenthalerstr. 11/12. Tagesordnung: Vortrag und Diskussion. Bockbier- Ausschank. Castan's Panoptikum. Neu! Eine 464/14 Filiale III: bei Werner, Bülowstraße 59. Zagesordnung: Vortrag und Diskussion. Die Ortsverwaltung. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Gente, Sonntag, Nachmittags 5 Uhr, in F. Wilke's Restaurant 3 Gleichheit", Andreasftr. 26: Gesellige Unterhaltung veranstaltet vom geselligen Verein ,, Die lustigen Brüderf' 495/1 Die Mitglieder werden gebeten, schon um 4 Uhr zu erscheinen. Bu zahlreicher Betheiligung ladet ein Der Vorstand. J. A.: J. Preuss. Verband der Geschäftsdiener, Packer und Berufsgenossen. Dienstag, den 6. März, Abends 9 Uhr, im Neuen Klubhaus, Kommandantenstraße 72/73( an der Beuthstraße): Grosse Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Vortrag. Referent Reichstags= Abgeordneter Bueb- Mülhausen. Neu! Vision: Psammenit, der lebende Mumienkopf. PassagePanopticum. Die Glocke von Fr. v. Schiller. Rummelsburger Anstalt. Entree 50 Pf. Alle ehem. Zöglinge und Freunde werden hierzu eingeladen. Achtung! Achtung! Chirurg- Branche.. neben der Juvalidenstraße Pferdebahn- Haltestelle empfiehlt: Uhren jeden Genres, Broches, Ohrringe, Armbänder, Halstetten, Medaillons, Herze, Shlipsnadeln, Stulpenknöpfe u. s. w. in massiv Gold, Silber, Doublegold, Granaten und Corallen. Die Versammlung bei Brüning, Rosenthalerstraße 11/12, taun heute aus baupolizeilichen Gründen nicht stattfinden, 485/5 Der Vertrauensmann. Erklärung. Der Schlosser Waldemar Jörgensen hat sich nach genauer Untersuchung durch den unterzeichneten Verein der bewußten Spigelei nicht schuldig gemacht. 21396 Gefangverein Unverzagt( Moabit.) Rechts- Bureau Zivil- und Straffachen gegründet 1880. 2133b F. Deter, Alt- Moabit 124 1. Fortuna- Säle Musit von Romberg. 3. Straußberger- Straße 3. Dargestellt in 15 lebend. Bildern. Jeden Sonntag: Grosser Ball. Jm fleinen Saal: Concordia- Festsäle Spezialität.- Vorstellung. C. Saeger, 64. Andreasẞtraße 64. Heute: Sonntag, den 4. März, bei grossartiger Dekoration und feenhafter elektr. Beleuchtung der gesammten Räume: Großes Strand- Concert Extramit nad Ball, folgendem ( 2 Orchester). Anfang 8 Uhr. Jeden Donnerstag: Grosse Soirée der 2. Distuffion. 8. Mittheilungen und Aufnahme neuer Mitglieder. 4. Antras Norddeutsch. Sänger. 3. des Vorstandes: Aufnahme eines sich auflösenden Vereins von Berufsgenossen. Fragekasten. Gäste haben Zutritt. Jeder Hausdiener ist eingeladen. 447/7 Der Vorstand. Bureau und Arbeitsnachweis: C., Neue Grünftr. 10, I. Fernsprecher Amt I 810. 73/9 C. Saeger. Märkischer Hof, Jeden Donnerstag: Grosse Gesellschaftsstunde. Empfehle meine Säle zu Privat Festlichkeiten u. Versammlungen; auch find einige schöne Vereinszimmer zu haben. Achtung! Treptow, Nieder- Schönweide, Achtung! Admiral- Strasse Nr. 18 c. Johannisthal und Rudow. Montag, den 5. März 1894, Abends 8 Uhr: Große öffentl. Volksversammlung für Männer u. Frauen in der„, Borussia- Brauerei", Nieder- Schönweide.. Tagesordnung: 1. Betheiligen wir uns an der Gemeinderathswahl? Referent: Stadtv. Th. Mehner- Berlin. 2. Distussion. 3. Wahl eines Vertrauensmannes. Zur Deckung der Unkosten wird ein Entree von 10 Pf. erhoben. Um pünktliches und zahlreiches Erscheinen ersucht 2110b Der Vertrauensmann. Lothringerstrasse 53, vis- à- vis der Pferdebahn- Wartehalle Jeden Sonntag im unteren Spiegelsaal: Großer Fest- Ball. abends und Sonntags an Vereine zu Die beiden Spiegel- Säle find Conn vergeben. F. Pietsch' Tanz- Institut, Berl. Bock- Brauerei jetzt Dresdenerstraße 116. März beg. neue Lehrkurse f. Damen u. Herren. Sonntag und Wochentags Meldungen jeder Zeit. Tempelhofer Berg: 5731L* 55. Bock- Saison. Seute 1. gr. Triple- Concert Sonntag: Brinkmann, Voigt, Rosin, Elif.-Rg., 1. G Drg.- u. 2. G.Dg.-Rg. Martens' Salon Größte Auswahl Ringen. in Massiv goldene Ketten, gefeßlich gestempelt, nach Gewicht bei niedrigster Façonberechnung. 236. Friedrichstrasse 236. Empfehle meine Säle zu Versamm lungen und Privat- Festlichkeiten, Altes Schützenhaus, Linienftr. 5, Sonnabend der 7. und 28. April 2120b B. Günzel, Spezialität: Borträts der sozialistischen Führer Lassalle empfiehlt seine Säle. und Mary in Cigarrenspitzen, Pfeifen, Brochen, Nadeln, Knöpfen, Stöcken, Büsten, Bildern u.bgl. en gros, en détail.( Man verlange den Preiskourant.)[* find frei geworden. Elysium. Echte Brillanten. Türkisen, sowie Edelsteine aller Art. Rheintiesel und Simili's. Tafelgeräthe, Bowlen, Bestecks Brautkränze in Silber und Alfénide. Die geschmackvollsten Muster find ftets am Lager. Der bedeutende Um faß ermöglicht den Verkauf zu Fabrit preifen. 5662L* Landsberger Allee No. 40/41. Jeden Sonntag: Grosser Ball. Säle zu Privatfestlichkeiten. Roh- Tabak!! 4863L* Eigene Fabrikation. Gr. Werkstatt für Reparaturen. Max Busse Uhrmacher und Juwelier Brunnenstraße 175 neben der Invalidenstraße. Pferdebahn- Haltestelle. Invalidenstraße 157, Früher neben der Markthalle. 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