Nr. 4. 5 Pfennig Abonnements- Bedingungen: • bonnements Brets pränumerando: Bierteljährl 8,80 L monatl. 1.10 möchentlich 25 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 6 Big Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage„ Die Neue Welt" 10 Bfg. Bost. Plbonnement: 1,10 Mart pro Monat Eingetragen in die Bost Seitungs. Breisliste. Unter Streuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2,50 Marf für das übrige Ausland 4 Mart pro Monat. Bostabonnements nehmen an: Belgien, Dänemark, Holland, Italien, Luxemburg, Bortugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz Erideint täglich. • Montagsausgabe 5 Pfennig Vorwärts 32.Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Rolonelgeile ober deren Haum 60 Pfg., für politische und gemerschaftliche Bereins und Versammlungs- Anzeigen 80 Pfg. ,, Kleine Anzeigen", das fettgebrudte Wort 20 Bfg.( guläffig 2 fettgedructe Borte), jedes toritere Bort 10 fo. Stellengesuche und Schlafstellenan zeigen das erste Wort 10 Big.. jedes weitere Bort 5 Bfg. Borte über 15 Buch staben zählen für zwei Borte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ij bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm Abreffe: ,, Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 68, Lindenstraße 3. Fernsprecher: Amt Morigplatz, Nr. 151 90-151 97. Montag, den 4. Januar 1915. Expedition: SW. 68, Lindenstraße 3. Fernsprecher: Amt Moritzplatz, Nr. 151 90-151 97. Erfolgreicher Kampf um einen russischen Stüßpuntt. Die Formidable von einem deutschen Unterfeeboot versenkt. Der Seekrieg. Der Untergang der Formidable". Amtlich. Berlin, 3. Januar.( W.T.B.) Am 1. Januar, 3 Uhr vormittags, hat eins unserer Untersee= boote, wie es durch Funkspruch meldet, im englischen Kanal, unweit Plymouth, das englische LinienSchiff Formidable" durch Torpedoschuß zum Sinken gebracht. Das Boot wurde durch Zerstörer verfolgt, Der stellvertretende Chef des Admiralstabes. aber nicht beschädigt. Behnke. Wie die Formidable" sank. London, 3. Januar( Meldung des Reuterschien Bureaus.) Dic Zahl der von der Besatzung der" Formidable" Geretteten be trägt 201, da noch ein Boot mit etwa 40 Geretteten auf der Höhe Einer der Geretteten erzählte: Am Freitag früh bei hoher See fand plötzlich eine gewaltige Explosion statt. Sofort strömte das Wasser ein, die Feuer wurden gelöscht und die Seizer famen an Ded. Glüdlicherweise explodierte das Magazin nicht. Als ich Die Boote wurden niedergelassen, der Kutter sant aber. Gine Bar fasse und eine Binasse tamen mit vieler Mühe herab. Wir fuhren mit der Parkasse ab und sahen die„ Formidable" langſam überholen. Dreiviertel Stunden später sant das Schiff. Bis zuletzt er tönte die Dampfpfeife. Wir sahen den Kapitän bis zum Ende bon Lyme Regis aufgefischt wurde. auf Ded fam, legte sich das Schiff schon start nach Steuerbord über. auf seinem Poſten ſtehen. Der Signalgeber blieb bei ſeiner Arbeit, bis das Schiff umschlug und in die Tiefe fant. Ein schwerer Verlust. Kopenhagen, 3. Januar.( W. T. B.)„ Daily Tele. graph" führt aus, daß vom Marinestandpunkte dieser VerLuft der ernste ste Schlag fei, den der Feind bisher gegen die englische Flotte gerichtet habe. Das Schiff gehörte zum Bauprogramm von 1897, es wurde 1901 fertiggestellt, war aber jetzt noch brauchbar. Auch der Verlust vieler unerfeßlicher Offiziere und Mannschaften sei zu beklagen. Die Meldung des Großen Hauptquartiers Das Jahr 1914 in Jtalien. Amtlich. Großes Großes Hauptquartier, 3. Januar 1915.( W. Z. B.) den Westlicher Kriegsschauplatz. Vor Westende erschienen gestern mittag einige von Torpedobooten begleitete feindliche Schiffe, ohne zu feuern. kämpfe staff; ein feindlicher Infanterieangriff Auf der ganzen Westfront fanden Artillerieerfolgte nur nordwestlich St. Menehould, der unter schwersten Verlusten für die Franzosen abgeschlagen wurde. Deftlicher Kriegsschauplah. Rom, Ende Dezember.( Eig. Ber.) Wenn nicht der Krieg alle Verhältnisse und Maße ins Ungeheure verzerrt hätte, würde das Jahr 1914 es schon verdienen, daß man ihn für Italien einen ausführlichen Rückblid widmet. Hat es doch in der Aufstandsbewegung in der Romagna, in dem gleichzeitigen Generalftreif ganzen Zande und in dem versuchten Eisenbahnerstreit proletarische Ereignisse von großer Bedeutung geeinen radikalen Bruch mit der ſeit zwölf Jahren herrschenden bracht, in der Uebernahme der Regierung durch ein offen fonservatives, mit den Klerifalen liebäugelndes Ministerium Bolitik herbeigeführt und auch in der Partei ſelbſt entscheidende Wandlungen gezeitigt. Durch den Ausschluß der Freimaurer aus der Partei und durch das Verbot von Wahlbündnissen bei den Gemeindewahlen, die auf dent Parteitage von Anfona beschlossen wurden, ist eine AbIn Ostpreußen und im nördlichen Polen folgt: befonders im viemont und in Süditalien find zablfplitterung von Parteiorganisationen er keine Veränderung. In Polen westlich der reiche superhalb der Partei stehende autonome jozialiſtiche Weichsel gelang es unseren Truppen, nach mehr- Srganisationen entstanden. Auch die Rejſtate der städter tägigem harten Ringen, den besonders stark be- ichen wahlen, die im Jahre 1914 zum ersten Male unter dem allgemeinen Wahlrecht stattfanden, find ganz entscheidend festigten Stützpunkt der russischen Hauptstellung, von dem Parteitagsbeschluß von Ankona beeinflußt worden: Borzymow, zu nehmen, dabei tausend Ge- in Rom, Turin, Genua, Benedig und zahlreichen kleineren fangene zu machen und sechs Maschinengewehre Bologna gelang es unserer Partei, ihre Mehrheitsliste durch. Städten haben die Klerifalen gefiegt, nur in Mailand und zu erbeuten. In drei Nachtangriffen versuchten zubringen und die Stadtverwaltung zu übernehmen, die in die Russen, Borzymow zurückzugewinnen, ihre Steapel, wo die Sozialisten sich von der Partei abwendeten, Angriffe wurden unter großen Verlusten ab- cinem demokratischen Block aufiel. Aber was find diese Ergewiesen. der Wissenschaft, wie der Vulfanforscher Mercalli und der Auch öfflich Rawa kam unser Angriff lang- alariaforicher Celli, von Diplomaten, wie Di San sam vorwärts. Die in den russischen Berichten Giuliano und Visconti Venosta gegenüber Sen Ereignissen, die Europa erschüttern? Die Maße und Werte mehrfach erwähnten russischen Erfolge bei Jnow- find heute andere geworden. Was vorher wichtig erschien lodz sind glatt erfunden. Sämtliche russischen und wichtig war, ist jest Kleinfram. Angriffe in jener Gegend sind sehr verluftreich schaueit dem Jahre 1914 entwendet, nur auf den einen für die Russen abgewiesen und gestern nicht unft gerichtet: auf Italiens Stellung zum Weltkriege. Was mehr wiederholt worden. die Monate vorher gebracht haben, die Zeiten normalen Rebens, in denen ein Parteitagsvotum und ein Lohnkampf, eine Protestbewegung und ein Ministerwechsel Beachtung finden konnten, das fällt heute völlig in das Dunkel der Gleichgültigkeit. Im übrigen ist die Lage östlich der Pilica unverändert. Oberste Heeresleitung. Ernennung Moltkes zum So wird auch in Italien alles Interesse, das sich rückwesentlich dazu bei, die offiziellen Streise zur NeutralitätsAls der Weltkrieg ausbrach, zitterten die Juniereignisse Der erfolglose englische Fliegervorstoß in in der Romagna noch im ganzen Lande nach und trugen der Nordsee. Chef des Stellvertretenden Generalstabes. erflärung zu bewegen. Was bei den verbündeten Reichen Nach den jetzt vorliegenden Meldungen hatten die en g- Amtlich. Berlin, 3. Januar.( W. T. B.) Berfoals forrette Auslegung des Dreibundvertrages angesehen lischen Flieger, die Bomben sowohl auf die deutsche nalveränderungen. Generaloberst v. Moltke wird wurde, schien der italienischen Bevölkerung, die die Klauseln Nordseeinsel Langeoog als auch auf Curhaven niederwarfen, für die Dauer des mobilen Verhältnisses zum Chef des Stell- dieses Vertrages nicht kannte, als eine kaum zu hoffende Befeinerlei Erfolge. Die sämtlichen aus den englischen vertretenden Generalstabes der Armee, General der Infanterie freiung von gefürchtetem Unheil, als eine für das ganze Land Flugzeugen geworfenen Bomben haben ihr Ziel verfehlt. Da D. Freiherr v. Manteuffel wird unter Enthebung von heilsame Lösung. Nur die Nationalisten und die Klerikalen gegen darf als sicher angenommen werden, daß die Engländer der Stellung als Chef des Stellvertretenden Generalstabes jubelten dem Beschlusse nicht zu. bei diesem Angriff vier Wasserflugzeuge verloren der Armee zum Stellvertretenden Kommandierenden General haben. Ferner wird von glaubhaften Augenzeugen versichert, des XIV. Armeekorps ernannt. daß der englische kleine Kreuzer Arethusa" durch einen Bombenwurf beschädigt worden ist. Auf einem weiteren eng Der Stellvertretende Generalstab ist derjenige Teil des Großen lischen Schiff, das ebenfalls, und zwar von mehreren deutschen Generalstabs, der hier in Berlin die Geschäfte der Seeresleitung Bomben geworfen worden ist, wurde Brandwirkung beob- wahrzunehmen hat. achtet. Endlich dürften noch zwei englische Torpedobootszerstörer beschädigt worden sein. Der leichte Kreuzer Arethusa" ist im Jahre 1913 auf Stapel gelegt, hat ein Deplacement von 3560 Tonnen und enfivideft 30 000 Pferdestärken. Seine Bestückung besteht aus arvei 15,2-8entimeter-, feds 10,2-3entimeter- Geschüßen, vier Maschinengewehren und vier Torpedolanzierrohren. Die Befatzung beträgt 400 Mann. Die Lage in Südafrika. Der österreichische Generalstabsbericht. Seitdem ist vieles anders geworden. Niemand kann es verkennen, daß seit dem Oftober, besonders seit dem Eingreifen der Türkei in den Weltkrieg, die Strömung an Stärfe gewonnen hat, die Italien an der Seite der Allianzmächte an dem Striege teilnehmen sehen will. Falschen Vorstellungen und Erwartungen in Italien selbst kommt sicher ein gut Teil Verantwortung zu. Die Hauptrolle bei dieser Aenderung der Stellung der italienischen öffentlichen Meinung zur Neutralitätsfrage kommt aber der Besorgnis um die italienifchen Interessen an der Adria zu, die man durch jede wesentWien, 3. Januar.( W. T. B.) Amtlich wird verlaut- liche Machtverschiebung für bedroht hält, wenn Italien zu bart: 3. Januar 1915, mittags: Die abermaligen Versuche des dieser Machtverschiebung nichts beigetragen hat. Feindes, unsere Schlachtfront westlich und nordwestlich Gorlice Heute sind die einzigen Verfechter der Neutralität die zu durchbrechen, scheiterten wieder unter schweren Verlusten Sozialisten und die Klerifalen. Die Sozialisten, weil sie des Gegners. Während dieser Kämpfe, die den ganzen Tag prinzipiell den Krieg ablehnen und ihn im Sonderfalle für andauerten, wurde eine vielumstrittene Höhe südlich Gorlice eine Gefährdung aller Kulturwerte, für eine Schwächung von unseren Truppen im Sturme genommen, ein feindliches Italiens halten, unter der das Proletariat und die proleAmsterdam, 3. Januar 1915.( Privattelegramm des Bataillon niedergemacht, ein Stabsoffizier, vier Subaltern- tarische Bewegung am schwersten leiden würden; die Klerifalen, Die Einberufung zweier Referveflaffen in offiziere und 850 Mann gefangen, zwei Maschinengewehre er- weil sie durch einen Sieg der mitteleuropäischen Reiche einen Transvaal und im Nordwesten der Kapkolonie zeigt den Ernst der beutet. Auch ein Aeroplan des Gegners, der herabgeschossen großen Zuwachs an Einfluß erwarten. Aus demselben Lage in Südafrika. Die Rotterdamsche„ Nieuwe Courant" fragt, wurde, gehört zur Siegesbeute. Grunde haben sie zu Anfang die Neutralität bekämpft, als was eigentlich am Oranje- Fluß geschehen sei. Oder erfordere der diese und die Teilnahme an der Seite der Dreibundmächte in fritische Zustand im Innern die Zwangsmobilisation? Die BeFrage ftand. fetzung der Walfisch- Bai fönne doch eine solche Maßregel nicht er. flärlich machen. Borwärts".) An der übrigen Front keine Ereignisse. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. von Hoefer, Feldmarschalleutnant. Der Widerstand der sozialistischen Partei ist trotz aller Spaltungsgerüchte geschlossen und einig. Einzelne haben der Partei den Rücken gekehrt, um die neue Losung:„Krieg und Revolution" auf ihre Fahne zu schreiben, sie sind mit großen Worten vorangestürzt, aber das Proletariat ist ihnen nicht gefolgt. Trotzdem blicken aber die italienischen Massen mit schwerer Sorge aus das neue Jahr. Tie Beispiele stärkerer Parteien haben gezeigt, daß die Kraft des organisierten Proletariats noch nicht ausreicht, den 5trieg zu verhindern. Ueber eine Milliarde ist für Rüstungen ausgeworfen worden. Tie teil- weise Unterbindung des Außenhandels, der Rückstrom der Auswanderer aus den kriegführenden Ländern, die Finanzkrise und der Mangel an Rohstoffen zeitigen Arbeitslosigkeit, Teuerung und weitgehendes Elend. Unter dem Druck von Kriegsrückschlägen und unter der Last der Kriegsdrohung zieht das Jahr herauf, das neue Jahr, das Europa den Frieden wiedergeben soll und den sorgengebeugtcn sozialisti- scheu Massen zeigen, daß trotz allem und allem die prole- tarische Internationale nicht tot ist— selbst durch die maß- losen Schrecken und Wirrnisse des Weltkrieges nicht umzu- bringen,_ Westlicher Kriegsschauplatz. Der französifthe Dericht. Ter amtliche französische Bericht vom 3. Jammr nach- mittags lautet: In der Nacht vom 31. Dezember zum 1. Januar unter- nahni der Feind auf zahlreichen Punkten Angriffe, die leicht abgewiesen wurden. Die Gegend nördlich Lys war am 1. Januar der Schauplatz eines Artilleriekanipfes, der beson- ders lebhaft auf den Dünen in Nieuport und Zonnebeke war. In St. Georges setzte der Feind die Gegenangriffe nicht fort, alle unsere Gewinne wurden behauptet.(?) In der ganzen Gegend von Arras, Albert und Rotze fanden Ärtillerieduelle statt. Der Feind sprengte uns zwei Munitionskästen zwischen Beaumetz und Achicourt. Als Entgelt haben wir seine Gräben vor Parvillers und La Boiselle umgestürzt und seine vor Fri- court etablierten Minenschlcuderer zerstört. Unsere Artillerie erzielte gleichfalls glückliche Resultate in der A i s n e- g e g e n d, wo sie feindliche Artillerie zum Schweigen brachte und mehrere Truppenansammlungen zerstreute. Wir in- stallierten uns auf denl Plateau Nouvion in den durch Minen- explosion entstandenen Aushöhlungen. Tie Deutschen konnten uns dort nicht zuvorkommen, noch uns daraus ver- treiben. Alle ihre Gegenangriffe wurden abgeschlagen. In der Gegend von ReimS bombardierte der Feind heftig. In der Gegend von Perthes nahmen und behielten wir ein Gehölz, zwei Kilometer nordöstlich von Le Mesnil» les-HurluS. Der Feind unternahm keinen Gegenangriff. Im Argonnenwald im Gehölz La G r n r i e hatte das gestern ge- meldete lokale Zurückweichen weiter keine Folgen. Wir ge> wannen einen Teil des verlorenen Terrains zurück und halten unsere Stellungen fest. Auf den Maashöhen fand ein Artilleriekampf von großer Heftigkeit statt. Im W o ö v r e- gebiet behielten wir die am 30. Dezember gewonnenen Stellungen, ohne daß der Feind einen Gegenangriff unter- nominen hätte, und konnten imGehölzLePrStre einen leichten Fortschritt verzeichnen. In den Vogesen. in Brs- menil. drei Kilometer von Badonviller, schlugen wir einen deutschen Angriff zurück, indem wir dem Feinde große Per- luste beibrachten. Die Deutschen erlitten gleichfalls große Krieg unö Kunst. In einem Aufsatz.Krieg und Kunst' don Riearda Huch in de»»Südd. Monalsheften' heitzt eS: .Der Krieg stellt eine schwierige Aufgabe, indem er Völker und einzelne in die Stellung von Sichbekämpsenden setzt, die sich noch eben vielleicht achteten oder liebten, die jedenfalls suchten, gerecht gegeneinander zu sein. Er setzt Haß vorau», er könnte ohne Haß nicht bestehen und führt deshalb leicht zu innerer Nnauirichtig- keit; denn die Menschen haben nun einmal im allgemeinen den Trieb, ihre Feindschaften moralisch rechtfertigen zu wollen. Aber man braucht ja kein Recht, weder zur Liebe, noch zum Hätz! Man kann mit gutem Gewtsien hassen, solange man mit seinem Haß nichts be- weisen will.... Ich hörte neulich erzählen, ein russischer Soldat sei in einen Graben gefallen, in dem ein verwundeter Oesterreicher gelegen habe. Der Russe habe jenen herausgezogen und zu seinem Regiment ge- tragen, nachdem der Oesterreicher versprochen gehabt habe, man werde ihn frei wieder ziehen lasten. Bei_ den Oesierreichern angelangt. babe der Rüste noch erklärt, er habe soeben als Mensch gebändelt, in der Schlacht werde er wieder Feind sein und nach de» Feindes Leben trachten. Für die Wahrheit der Anekdote kann ich mich nicht verbürgen, doch ist sie nicht unglaublich, und es werden ähnliche Züge öfter berichtet. ES scheint, datz die Soldaten das Problem. wie man sich zu seinen Feinden verhalten soll, ohne Mühe lösen: allerdings ist es für sie wohl leichter, als für die zu yaufe Bleibenden.... Die. welche zu Hause bleiben, haben eS schwerer, den inneren Ausgleich zu finden; viele sind im Grunde gleichgültig, da sie tatsächlich tvenig vom Kriege spüren, und steigern sich absichtlich in eine Leidenschaft- lichkeit, die dann da» Matz überschreitet: viele empfinden das Nicht- kämpfen wie eine Schuld, die fie dadurch auszugleichen suchen, datz sie den Feind mit Worten bekämpfen. Selbsiverständlich gibt eS auch zu Hause echten Hätz und, wie gesagt, kann und darf in diesem Falle nie- mand am Hätz Ansiotz nehmen. Rur daran möchte ich erinnern, datz mau seinen Hätz entwertet, wenn man den Gegner allzusehr herabsetzt. Am glühendste» batzt man denjenigen, den man achten und lieben, mit dem man einig sein möchte. GeWitz neigt Liebe dazu, schön, lind Hotz dazu, hätzlich zu sehen, gewitz möchte der Liebende wie der Hassende, datz die ganze Welt seine Gefühle sowie die daraus fließenden Meinungen" teilte; allein der Kulturmensch hält doch darauf, sein Urteil nicht durch Affelte bestechen zu laffen. und sollte das besonders tun, wenn er etwas drucken lätzt. Es wäre besser, Künstler würden nicht zu Kundgebungen der- anlatzt, durch welche dt« Kunst in die Leidenschaften des TageS gezogen wird; denn der Künstler steht nicht darüber, wobl aber die Lwnst. Das Kunstwerk wird von einem einzelnen hervorgebracht, aber wie dieser einzelne von der Vergangenheit aller Völker beeinflutzt wurde. so gehört sein Werk auch der ganzen Menschheit. Man ipricht von Heimatkunst, Volkskunst, sogar von Frouenkunst: aber eS gibt doch nur eine Kunst, und nicht seine Herkunft, nur seine Oualität kann ein Werk aus ihrem Bezirk ausschlietzcn. Mögen gegnerische oder neutrale Künstler u»S hasten oder beleidigen, ihre Werke haben unS nichts zuleide getan, und wer sie liebt, sollte das Recht haben, sie weiter zu lieben, wer sie befitzt, sich ihrer zu freuen." wie es in Warschau aussieht. Der Warschauer Berichterstatter der„Retsch' schildert in anschaulicher Weise das Leben in der polnischen Hauptstadt, die, mit Militär und Flüchtlingen überfüllt, die Schreckniste der Schlacht und der eventuellen Belagerung immer näher heraufziehen steht. Verluste in Stein dach, wo unsere Infanterie gestern drei neue Häuserlinien nahm. französische Erwartungen. Paris, 3. Januar.(W. T. B.) Ter„TempS" veröffentlicht eine kurze Uebersicht der Kriegserdgnisse bis Ende 1914 und schreibt: Die Kriegserklärung Oesterreich-Ungarns an Serbien hatte die Neutralität Italiens zur Folge, dagegen setzte der Einfall in Belgien England in Bewegung, welches sich aus Belgiens und also auch auf unsere Seite stellte. Der deutsche Plan mißlang trotz des anfänglichen glänzenden Anscheins. Frank- reich ist noch lange nicht niedergeschmettert. H i n d e n b u r g ist zur Defensive in Polen gezwungen, wo sich eine so zahlreiche Armee nicht lange wird halten können. In den Karpathen und in G a l i z i e n wurden die Oesterreicher und Ungarn geschlagen. Alle Bemühungen, Przemysl zu retten, waren vergeblich. Wir glauben, daß der Vormarsch der russischen Armeen gegen Schlesien unter guten Bedingungen wieder ausgenommen werden kann. Diese kurze Zusammenfassung der Lage erlaubt un» trotz der Trauer der gegenwärtigen Stunde, alle unsere Hoffnun- gen für die Zukunft zu bewahren.(Notiz des W. T. B.: Der „TempS" mutz natürlich auS allen Kelchen Honig saugen, um seine Leser bei Laune zu erhalten. Daß er sich erlauben darf, mit der Wahrheit so umzugehen, beweist, in welcher Unwissenheit die Franzosen erhalten werden.) Der Luftkrieg. Lyon, 2. Januar.(W. T. B.) Der„Nouvelliste de Lyon" meldet aus Furnes: Die Bezirke von Furnes und Cou- dekerque hätten durch die letzten Bewerfungen durch deutsche Fliegerbomben schwer zu leiden gehabt. Zahl- reiche Menschen seien verletzt, mehrere getötet worden. Die Bomben waren mit Schrappnellkugeln gefüllt, die die Mauern der Häuser durchlöcherten. Die Dombenwürfe. Amtlich. Berlin, 3. Januar.(W. T. B.) Havas meldet aus Paris mn 29. Dezember: Eine amtliche Note erklärte das deutsche Eommuniquö vom 26. Dezember für unrichtig, welches das Werfen von Bomben auf Nancy als eine Ver- geltungsmaßregel für die Bewerfung der Stadt Freiburg und des Lazarettdorfes Jnor mit Bomben durch französische Flieger darstellte. Letztere hätten niemals etwas anderes als kriegerische Operationen ausgeführt, die durch mili- tärische Rücksichten begründet waren, sie hätten nur militärische Gebäude getroffen. Tatsächlich fielen die Fliegerbomben in Freiburg: 1. auf ein Privathaus; 2. auf ein durch rotes Kreuz kenntlich gemachtes Krankenhaus(St. VincentiushauS); 3. in die Nähe eines die städtischen Kunstsammlungen enthaltenden Gebäudes. In Jnor fielen die französischen Bomben ausschließlich auf Lazarettgebäude, wodurch die Kranken aufs äußerste er- schreckt und geschädigt wurden. Die belgischen Requisitionen. Amsterdam, 3. Januar.(W. T. B.) Das Haager Korre- spottdenzbureau meldet: Der niederländische Ge- sandte in Berlin, der durch den spanischen und den amerikanischen Botschafter unterstützt werde, hat sich an die deutsche Regierung wegen der R e o u i s i t i o n e n von Lebensmitteln in Belgien gewandt. Die deutsche Regierung gab sofort die Versicherung, datz solange die belgische Bevölkerung von außerhalb mit Lebensmitteln versorgt würde. Wer Warschau— schreibt der Berichterstatter— früher gekannt hat, wird die Stadt nur mil Mühe wiedererkennen... Die überall herrschende Unruhe und Besorgnis wird schon durch die Tatsache des Krieges selbst herauibeichworen, der in so unmittel- barer Nähe auSgefochten wird. Man denkt nur an den Krieg, der den einzigen Gesprächsstoff bildet. Und man findet keinen Ort, wo man sich von diesen Gedanken und Gesprächen frei machen könnte... Es sind aber nicht nur die KriegSereigniste, die die Unruhe wach- rufen, auch die durch den Krieg bewirkten Komplikationen im Leben der Stadt lasten drückend aus der Bevölkerung. Warschau ist ein großer Mittelpunkt des Handels, der nicht nur den Westen und Süden Rußlands, sondern auch die inneren Gouvernements und das fem Sibirien mit Waren versorgte. Jetzt klagt Warschau über schlechten Geschäftsgang. Produktion und Absatz sind stark zurückgegangen. Zu gleicher Zeit sind die notwendigsten Bedarfsartikel, wie Brot, Fleisch. Eier. Milch. Salz usw. teuer geworden. Wohnungen sind jetzt billig. Aber fie müssen geheizt und beleuchtet werden. Gegenwärtig leidet aber Warschau besondere NotanKohleund Petroleum. Das einzige Heizmaterial in Warschau ist Steinkohle. Aber die Dombrowacr Kohlengruben, die Warschau mit Kohlen versorgten. sind in den Händen der Deutschen. Der Transport von Kohle aus dem Donetzgebiet ist zu Kriegszeiten mit großen Schwierigkeilen verknüpft. Deshalb reichen die Vorräte bei weitem nicht für den Bedarf aus... Nicht nur die Einwohner, auch der Magistrat bat nur geringe Kohlenvorräte. Auch die G a s a n st a l t und dieEtektrizitätS- zentrale haben wenig Borräte. Wenn keine Zufuhr kommt, bleibt Warschau ohne GaS und Elektrizität. Schon jetzt macht sich hierin ein Mangel bemerkbar. Abends wird nur eine Seite der Straßen beleuchtet, der Straßenbahnverkehr ist eingeschränkt, in den Wohnungen darf das Gas nur zu bestimmten Stunden benutzt werden. Wer kein Gas und keine Elektrizität hat, muß sich mit Petroleum begnügen. ES aber zu erlangen, ist nicht leicht. Vor den Seifen- geichäslen steht man lange Reihen von Menschen, mit allen mög- lichen Gefäßen ausgerüstet, die in der Hoffnung hergekommen find, 2—3 Pfund Petroleum zu erlangen... Noch ein ähnliche? Straßenbild, das man oft sehen kann. Lange Reihen von Menschen: Dienstmädchen, Greise, Greisinnen. Kinder, Männer in Zivil und mit einer Kokarde, stehen vor einem Laden des Bürgerkomitees, wo Holz in Neinen Mengen verteilt wird. Feder erhält zwei oder drei Holzscheite, die wenn auch nicht zur Heizung, so zur Zubereitung von Speiien benutzt werden können. Die Stimmung ist unruhig. Aber man muß leben. Man arbeitet, geht in den Dienst, handelt. Die Läden, die Banken, die Bureau? find offen. Die Regierungsinstitutionen funktionieren. In den Lehranstalten ist der Unterricht wieder aufgenommen. Die Hpgiene öes Schützengrabens. Der moderne Stellungskrieg bringt einen langwährendcn Aufenthalt der Truppen in Deckungen mit sich, und bei dieser An- sammlung von vielen Menschen in den Schützengräben, die in engster Berührung und unter ungünstigen Behältnissen tagaus, tagein miteinander leben, ist die Gefahr für das Auftreten an- Steckender Krankheiten oder Erkältungen besonders groß. AuS keinerlei Reyuisit-ionen erfolgen würden, weder bezüglich der vom Ausland eingeführten, noch bezüglich der in Belgien bereit» vorhandenen Vorräte. Der türkische Krieg. Die Einnahme von �tröagom. Koustantinopel, 3. Januar.(W. T. B.) Nichtamtlich. Das Hauptquartier meldet: unsere Truppen nahmen vorgestern A r d a g a n, worüber folgende Einzelheiten zu bc- richten sind: Eine Abteilung unserer Truppen, die im Gebiet des Tschoruk operierte, traf bei ihreni Vormarsch auf Ardagan am 28. Tezeniber westlich von Ardagan auf Kosaken, die zu- ruckgetr eben wurden. Ardagan wurde von dreitausend Mann Infanterie und tausend Kosaken verteidigt, die über sechs Feld- geschütze und zwei Maschinengewehre verfügten und unter dem Befehl des Generals Zache n standen. Unsere Abteilung zögerte trotz ihrer geringen Zahl nicht, am Morgen des 29. Tc- zember die gut befestigten und durch Artillerie verstärkten Stellungen des Feindes anzugreifen. Tie blutige Schlacht endete gegen Abend mit der F l u ch t d e r R u s s e n. die großa Verluste hatten. Unsere Verluste waren unbedeutend. Vor ihrer Flucht setzten die Russen einen großen Teil der Stadt und ihrer MunitionS- und Lebensmittelmagazine in Brand, Plünderten das Eigentum der Muselmanen, unterwarfen sie tausenderlei Folterungen, töteten zahlreiche unbewaffnete Männer und Frauen mit dem Bajonett und stachen einem Manne die Augen aus. Eine große Menge Munition und Kriegsmaterial und ein Teil der Transportmittel des Feindes siel in unsere Hand. Die Freude der vom russischen Joch be- freiten Bevölkerung ist ungeheuer. Die von den Freiwilligen, die an der Seite der Armee kämpften, bewiesene Tapferkeit ist des Lobes würdig. In P e r s i e n zeigen unsere persischen Brüder die gleiche Ergebenheit. Unsere Truppen schlugen im Verein mit deit persischen Stämmen viertausend Russen, die über zehn Kanonen verfügten, bei Meyan Duwabsis(?), 50 Kilometer nordöstlich von Sautschbulak. vollständig. Die Russen hatten mehr als zweihundert Tote und eine Anzahl Verwundete und verloreil sechs Kanonen. Wir erbeuteten eine Anzahl Gewehre. Muni- tloil und Kriegsniaterial. Nach einer Meldung aus Erzeruni befmden sich große Transporte von russischen Gefangenen aus de' letzten Kämpfen auf dem Wege dorthin. Sechshundert stnd bereits eingetroffen. Iortschritte im Kaukasus. Konstantinopel, 3. Januar 1915.(W. T. B.) Das Große Hauptquartier teilt mit: Die Ka u ka su s- A r m e e setzt ihren s i e g r e i ch e n V o r m a r s ch fort. Ein Teil unseres Heeres. der b:s Sarikamhsch vorrückte, trug nach einer erbitterteil «chlacht einen endgültigen Sieg davon. Seit dem 25. Dc- zember haben unsere Truppen mehr als 2060 Russen gefangen gc- nommen, 8 Kanonen, 13 Schnellseuergeschütze, eine große Menge Waffen und Munition sowie Kriegsmaterial und Lebensmittel er- beutet. Unsere Truppen bemächtigten sich zwischen A m b- shjblxmdga und Kars zweier Militärzüge samt ihrer Ladung und zerstörten die Eisenbahnlinie Sarikamysch— Kars. Unsere Truppen, die weiter nordwärts operierten, haben einen neuen Erfolg davongetragen. Unsere Truppen, die von Tauschkerd auf russischem Gebiet vorrücken, haben ein russisches Bataillon in einer Schlucht unter Feuer genommen. Die Russen verloren 209 Tote und 496 Gefangene, der Rest wurde zerstreut. seinen im Felde gemachten Erfahrungen entwickelt nun Stabsarzt Dr. Feichtmeyer in der �Deutschen Medizinischen Wochenschrift" eine ganze Hygiene des Schützengrabens, deren beherzigenswerte Anwetsungen und Maßregeln Beachtung verdienen. »-.Zunächst muß für die Wasserdichtigkeit der Unter- stände durch Wellblech. Dachziegel und Regenrobre gesorgt werden. die sich in den umliegenden Ortschaften aufbringen lassen. Die Feuchtigkeit vertreiben eiserne Oefen mit langen Abzugsrohren, die über das Dach geführt werden, sodann auch die Blechrohre früherer Wasserrinnen, die AuSdünstunaSgafe ins Freie leiten. Sehr wichtig und zugleich schwierig ist die Frage der Lager- stätten. Da meist nicht genügend Bretter vorhanden sind, um Pritschen zu zimmern, so ist man auf die Verwendung von Stroh angewiesen, das lose am Boden liegt und bald zertreten und be- schmutzt wird, bald bei ungenügender Trocknung und Lüftung fault. Um diese Ucbelstände des losen Strohs zu vermeiden, soll man nach Möglichkeit Stroh in Mattenform verwenden, das unter Anleitung der Sanitätsmannschaften und Krankenträger verfertigt werden kann. Der Zeitaufwand wird reichlich aufgewogen durch die größere Sauberkeit, da die Matten gelüftet und von Schmutz und Ungeziefer durch Klopfen befreit werden können. Sehr prak- tisch ist das Einlassen einer Tonne in den Boden des Deckungs- grabens, in der das aufsteigende Grundwasser sich sammelt. Beim Neubau von Deckungen, die sich an Dörfer anlehnen, wird sehr oft die schon von den Franzosen in Friedenszeiten angelegte Grundwassertonne übersehen, die einen Schutz gegen die Ueber- schwemmuna der Kellergelasse gewähren soll. � Hat man die Tonne nicht bemerkt, so sammelt sich das Wasser bei hohem Grundwasser- stände trotz allen Ausschöpfens immer wieder an und der Unter- stand wird zum Danaidenfaß. Alle Abfälle müssen nach der abseits angelegten Müllgrube gebracht werden. Die Müllgrube muß ebenso wie die Latrinen und Gruben, die für die Beseiii- gung der Abfallstofse bestimmt sind, häufig mit Erde beworfen und desinfiziert werden. Im Winter sind gedeckte Latrinen notwendig- als sehr praktisch haben sich die fahrbaren Feldlatrinen der Frau- zoscn erwiesen. Der Fußbekleidung muß von feiten der Truppenärzte die größte Aufmerksamkmt geschenkt werden. Bei feuchter Witte- rung und besonders bei Aufenthalt im Walde ist es ganz unmöa- sich, daß Strümpfe und Schuhe trocknen, ohne daß sie ausgezogen werden. Daher sollte, wenn irgend möglich, zum Trocknen der Fußbekleidung eine besondere kleine Hütte gebaut werden, die durch einen eisernen Ofen erwärmt wird. Solzschuhe. Einwicklung der Füße in Wachspapier, ebenso Strohhullen von Flaschen können gegen die Nässe benutzt werden. Ebenso ist eS sehr wohltuend, wenn man nachts eine Wärmflasche in Gestalt eines mit einem Strumpf umhüllten warmen Ziegelsteines hat Sehr praktisch ist der japanische Taschenofen, ein mit Filz umhüllter Blechkasten mit durchlöchertem Teckel, in den Solzkohlenpatronen hineingelegt wer- den. Tie Spender der Liebesgaben in der Heimat sollten diese L eschen häufiger ins Feld schicke!,. Bei der Hygiene im Schützengraben ist auch auf eine sorg- fältige Zahnpflege zu achten, da durch die schlechte Beschaffen- heit der Zähne besonders leicht Verdauungsstörungen auftreten. Die Kost muß leicht und abwechselnd sein; eine bessere Ausnutzung der Nahrung wird durch häufige Verabfolgung von Käse be- wirkt, der auch viel Feit und Eiweiß enthält. Das gleiche gilt vom Hering, der außerdem einer Kochsalzverarmung des BluteS und dadurch der Hitzschlaggefahr vorbeugt. Wenn nicht absolut einwandfreies Ouellwasser vorhanden ist. müssen fahrbare Trink- w a s s e r b e r e i t e r in Tätigkeit treten, oder das Wasser kann nur mit Tee oder Kaffee und abgekocht verabreicht werden. Bei nasser Witterung ist häufige Verabfolgung von heißem Tee. von Rum und Wein erforderlich; der letztere schließt als Glühwein genossen die Gefahren aus. die nicht abgelagerte Weine mit sich bringen. Körperliche Reinlichkeit ist natürlich auch hier eine Grundbedingung aller Hygiene. China und Japan. Petersburg, 2. Januar.( W. Z. B.) Nowoje Brentja" meldet aus Beting, daß die offiziöse" Beting Daily News", die bisHer immer zur Ruhe ermahnt hätte, jetzt die japanische Regierung wegen ihrer Aeußerungen über Kiautschou im Parlament scharf angreife und erkläre, China werde sich holen, was ihm gehöre. Die Lage in Portugal. Eine Fälschung. wie sehr von ihrer Durchführung das Wohl der Menschheit ab. hängt. Die Zeit wird kommen, wo unzählige das einsehen werden, bie es bisher noch nicht erkannt haben, und diejenigen es wieder lernen werden, die es heute vergessen haben mögen. Ropenhagen, 2. Januar.( W. Z. B.) In allen heute hier eingetroffenen russischen Zeitungen wird amtlich ein angeblich gefundenes Geheimzirkular veröffentlicht. Danach soll die Von solchen Gedanken beseelt, Genoffen, bliden wir der Zudeutsche Regierung noch am 9. März 1914 auf die Not- funft des sozialdemokratischen Vereins Breslau entgegen. Möge wendigkeit hingewiesen haben, durch deutsche Agenten, ohne Rüder auch fernerhin wachsen, blühen und gedeihen, fest im Innern, ficht auf die Kosten, Rebolutionen in Frankreich und in fraftvoll nach außen. Das ist mein inniger Wunsch, wie es auch Marotto hervorzurufen, um Rußland und Frankreich für den der Eure ist. Unentwegt wollen wir für seine Erfüllung, für die von Deutschland vorbereiteten Krieg zu schwächen. Ausbreitung und Verwirklichung der großen Ideen des Sozialislichsten Grüße Euer mus wirken. Darin ganz mit Euch vereint, sendet Euch die herzGenf, 3. Januar.( T. U.) Der" Temps" bespricht die Lage in Portugal im gegenwärtigen Konflikt; er erklärt fie für ziemlich derartiger Hinweis der deutschen Regierung weder am 9. März Notiz des W. T. B. Nach unseren Feststellungen ist ein verwidelt. Während die Kammer der Regierung unbeschränkte 1914 noch sonst erfolgt. Bei dem angeblichen Geheimzirkular hanErmächtigung erteilt habe, befindet sich der Senat in der Oppo- delt es sich um eine ungeschickte Fälschung. Daß die sition. Man müsse gleichzeitig den Schwierigkeiten seiner inneren russische Regierung solches Zeug amtlich veröffentlichen läßt, kann Politik und den in Portugal bestehenden Sympathien für Frank- nach den seit Kriegsausbruch aufgebeďten unwahrhaftigkeiten in reich Rechnung tragen. Während man die Freunde Deutsch- amtlichen russischen Erklärungen nicht wundernehmen. lands hauptsächlich unter der unbedeutenden Gruppe der Miguelisten antreffe, habe Frankreich unter allen anderen Parteien eine große Zahl Freunde und keine ausgesprochenen Feinde. Uebrigens sei Portugal, das allerdings bis jetzt noch feinen aktiven Anteil an dem Konflikt genommen habe, schon zu start engagiert. Rußland und Serbien. Berlin, 3. Januar.( W. T. B.) Die„ Norddeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt unter dem Titel:„ Mitteilungen des serbischen Gesandten in Petersburg": Die Nowoje Wremja" vom 10./23. d. M. veröffentlicht eine Unterhaltung zwischen ihrem Vertreter und dem serbischen Gefandten Spalaikowitsch in Petersburg, der wir folgendes entnehmen: " Der Gesandte erinnerte mich an den 11./24. Juli, als es für alle flar wurde, daß der einzige Ausweg aus der schweren Lage der Krieg sein mußte. Ich hatte, so sagte der Gesandte, Todesstrafe wegen einer Rede. Wie dem Berl. Tageblatt" aus Wien telegraphiert wird, veröffentlicht das in Biala erscheinende Amtsblatt der galizischen Statthalterei, die„ Gazeta Lwowska", folgendes: Der Redakteur Joseph Kotet aus Proẞniz bei Mährisch- Ostrau wurde vom Militärkommandogericht wegen öffentlicher Ruhestörung, bewirkt durch eine staatsfeindliche Rede vor dem aufgelösten Konsumberein in Smrzik, standrechtlich zum Tode durch den Strang berurteilt. Dieses Urteil wurde im Gnadenwege in Todesstrafe durch Erschießen umgewandelt und zwei Stunden nach Verlautbarung im Hofe des Gerichtsgebäudes vollstreckt. Ein Parteijubiläum. Berlin- Schöneberg, 30. Dezember 1914. Ed. Bernstein. Der Brief wurde mit großem Beifall aufgenommen. Genoise Löbe, der den Dank der Jungen" an die Bahnbrecher unserer Bewegung aussprach, versicherte ihnen, daß die neue Generation zwar aus den veränderten Verhältnissen die erforderlichen vernünftigen Folgerungen ziehen, aber immer den großen dealen des Sozialismus, der Demokratie und der Menschenverbrüderung treu bleiben würde. Mit Gejang, wie sie begonnen, schloß die erhebende Feier, während deren man auch der 3000 im Felde kämpfenden Mitglieder gedachte. Die Sonderbeilage der Volkswacht" mit der Gründungsgeschichte des Sozialdemokratischen Vereins wurde aus agitatorischen Gründen auch an die 5000 Straßenverkäufer der Zeitung abgegeben. Politische Uebersicht. Die Bekämpfung und Verhütung der Senchen im Krieg. Der Abteilungschef für das Medizinalwesen im preußischen Das 25jährige Bestehen der Breslauer Ministerium des Innern, Ministerialdirektor Geh. Ober- Medizinaleine ausführliche Unterhaltung mit dem Minister des Aeußern, Parteiorganisation wurde am Neujahrstage mittags rat Prof. Dr. Kirchner, sprach am Sonnabendavend im überfüllten Herrn Ssasonow, der große Entschlossenheit an den Tag legte und mir in kategorischer Form erklärte, daß Rußland in durch eine Jubiläumsversammlung gefeiert. Den Vorsiz Plenar- Sizungssaale des Reichstages über die Bekämpfung und feinem Falle aggressive Handlungen Oester- führte Genosse Gustav Tize, der am Neujahrstage 1890 als Verhütung der Seuchen im Kriege. Der Redner führte aus, daß reichs gegen Serbien zulassen fönnte. Der erster Vorsitzender des Vereins gewählt worden war: mit ihm in allen bisherigen Kriegen bedeutend mehr Menschen durch Miniſter teilte mir mit, daß er Gelegenheit genommen habe, hatten sich 15 weitere Jubilare eingefunden. Genosse Schüz, Seuchen als auf offenem Schlachtfelde getötet wurden. Auch diesaus diesem Anlaß mit voller Offenheit mit dem deutschen Bot- auch ein Gründer des Vereins, gab der Festversammlung in mal herrsche in Rußland, Desterreich und unter den russischen Geschafter Grafen Pourtalès zu sprechen. Der Leiter der russischen einstündiger Rede einen Abriß der Geschichte der Partei am fangenen im Deutschen Reiche die Cholera. Es ſei aber glückOrte mit all ihren trüben und sieghaften Tagen. Gen. Eduard daß ein Ueberfall auf Serbien die größten Lebensinteressen Bernstein hatte dem Verein einen Glückwunsch übermittelt und auch von den im Felde stehenden deutschen Truppen fernzu= Rußlands berühre, und deshalb die kaiserliche Regierung ge der nach der„ Breslauer Volkswacht" folgenden Wortlaut hat:/ balten. Aber auch Ruhr, Typhus, Pest, Poden, Dyphtherie herrzivungen sein werde, diejenigen Maßregeln zu ergreifen, die fie im gegebenen Moment für notwendig befinden werde. Diese Erklärung des Herrn Spalaikowitsch ist hoch interessant. Wie das deutsche Weißbuch( Anlage 4) feststellt, hat Herr Ssasonow dem Grafen Pourtalès nur erklärt, Rußland könne unmöglich zulassen, daß die serbisch- österreichische Differenz zwischen den Be= teiligten allein ausgetragen werde. Wir kannten bisher nicht die Form, in der Herr Ssafonowo den Inhalt dieses Gespräches an den serbischen Gesandten weitergegeben hat. Aus der Veröffentlichung der Nowoje Wremja" erfahren wir nun zum ersten Male, daß Herr Ssafonow dies in einer Weise getan hat, die von den Er flärungen erheblich abwich, welche er dem deutschen Botschafter gegenüber gemacht hatte, und die eine offene Kriegsdrohung Rußlands an Deutschland und seinen Verbündeten für den Fall enthielt, daß Oesterreich- Ungarn es wagen sollte, sich von Serbien ohne die russische Sanktion Genugtuung zu verschaffen. Nachdem der serbischen Regierung durch die Erklärung des Herrn Ssajonow der Rüden gestärkt war, ist es allerdings nicht verwunderlich, daß sie im Vertrauen auf die ihr zugesicherte rujjische Waffenhilfe das österreichisch- ungarische Ultimatum ab. lehnte und es auf einen Krieg ankommen ließ. Werte Genossen! Erlaubt mir, Euch und den Mit- schen auf den Schlachtfeldern; doch bestehe die Hoffnung, daß auch gliedern des sozialdemokratischen Vereins Breslau, die an Eurer diese Seuchen dank den Fortschritten der Wissenschaft, ganz beBersammlung nicht teilnehmen können, meinen herzlichen Glüd- fonders aber dank der umfassenden Maßnahmen der deutschen Bewunsch zum 25jährigen Bestehen Eures Vereins zu übersenden. hörden schon in Friedenszeiten, von Deutschland und auch von den Unter schweren Verhältnissen feiert Ihr diesen Tag. Ein Krieg, im Felde Stehenden ferngehalten werden können. Pocken, Typhus, wie ihn die Welt nie zuvor gekannt, lastet auf den Völkern Europas. Cholera lassen sich durch Impfung fernhalten; gegen Dyphtherie Nie zuvor waren so gewaltige Massen für Kriegszwecke aufge- werde den Truppen Heilserum mitgegeben. Es werde auch durch boten, nie zuvor wurden Kriegsmittel von gleich zerstörender Wir fünstliche Brunnen für die Truppen gesundes und reichliches Trinkfung in Anwendung gebracht, und wir müssen weit aurüdgehen in wasser und durch transportable Küchen schmackhaftes Effen geder Geschichte der Menschheit, um ein Beispiel zu finden für die schaffen. Dringend notwendig sei die möglichst schnelle Beerdigung Summe von Opfern an Menschenleben, Menschenkraft und wirt. der Gefallenen, Vergrabung der Tierkadaver und möglichste Sauberkeit in den Kasernen, Privatwohnungen und Kriegsquartieren. fchaftlichen Gütern, die dieser Krieg schon gefordert hat. Zu diesen furchtbaren materiellen Verlusten gesellen sich nicht Ganz besonders müssen die Ratten, die die schlimmsten Bestverminder schwere moralische Schäden. Nie zuvor hat ein Krieg so breiter seien, ausgerottet werden. Deutschland habe unter der sehr im Widerspruch gestanden mit der Kultur Seuchenplage am wenigsten zu leiden, weil schon in Friedenszeiten feiner Zeit. Nie zuvor hat ein Krieg in so viel enge Verschlin- durch Quarantänen, Desinfektion, Isolierbaraden, Ausräucherung gungen handelspolitischen, sozialpolitischen und allgemein tulturellen der aus verdächtigen Ländern kommenden Schiffe usw. die umBusammenwirtens der Völker zerstörend eingegriffen, niemals vor- fassendsten Maßnahmen zur Fernhaltung der Seuchen getroffen ber ein Krieg so enge Bande persönlicher Natur zerrissen, wie der gegenwärtige. wurden. Der Redner unterstüßte seine Ausführungen durch Borführung Damit ist jetzt auch von amtlicher Seite durch einen Anhänger Keine Partei kann dies tiefer empfinden, als die Sozialdemo- von Lichtbildern. Er teilte auch noch mit, daß es in nicht allzu des Dreiverbandes Klargestellt, daß es Rußland von Beginn der fratie. Denn feine Partei fühlt sich in so hohem Grade als Ver langer Beit gelingen werde, auch der Malaria und der SchlafKrise an nicht auf deren Beilegung, sondern auf ihre Verschärfung sehr als Bannerträgerin des Kulturfortschritts, wie sie, die Partei dürfen die Deutschen in dieser schweren Zeit ohne besondere Be Menschheitsgedanken, feine so Herr zu werden. Jedenfalls angekommen ist. der Arbeiterklasse. fürchtungen in die Zukunft bliden. Der Führer der Arbeiterpartei als englija Beit entfallen, nur mit gemischten Empfindungen begehen können, Sodann besichtigten die Versammelten die in den Räumen des Staatsretter. Wenn wir daher die Gedenktage unserer Bewegung, die in diese so wollen wir sie jedoch darum nicht etwa verzagten Gemüts feiern. Amsterdam, 3. Januar 1915.( Privattelegramm Zwar wissen wir nicht, welche Opfer an Gut und Blut dieser des Vorwärts".) Die Ernennung Hendersons, Arieg noch weiterhin unserem Volte auferlegen wird. Wir wissen der zu den fünf neuen Mitgliedern(?) des Privy mur, welche Pflichten gegen das eigene Land uns obliegen und sind Councils( des geheimen Staatsrats) gehört, bedeutet eine gewillt, ihnen gerecht zu werden. Solange Deutschland in seiner Anerkennung für das Wirken Hendersons zugunsten der Teil- Sicherheit, seinem Gebiet und seiner Unabhängigkeit ernsthaft genahme der Arbeiterpartei an der Refrutenwerbung. fährdet ist, wird die Sozialdemokratie diese Pflichten getreu erHenderson erklärte einem Mitarbeiter des Daily Ci- füllen. Mehr aber harrt unserer. Der Krieg wird sein tizen", des Organs der englischen Arbeiterpartei, er hoffe, Ende finden, und wir wollen hoffen und unser Bestes dafür tun, daß nach dem Friedensschluß der internationale Ver- daß es möglichst bald und in einem solchen Abschluß geschehe, band der Arbeiterklaffe enger als je sein werde. der einen für alle beteiligten Völker erträglichen, Das abgelaufene Jahr habe sehr deutlich die Gefahren die Gewähr der Dauer in sich tragenden Frieden bringt. Dann der sogenannten Diplomatie gezeigt. Eine Friedensunion in England. In England ist eine„ Union of Democratic Control" gebildet worden, die die Vorbereitung des künftigen Friedens anstrebt. Die Union gedenft in allen Ländern Europas die Agitation für den Frieden aufzunehmen. werden die Völker aufzubauen haben, was der Krieg zerstört hat an wirtschaftlichen und fulturellen Gütern eine Aufgabe, größer, viel größer, als sie mancher sich vorstellen mag, und die auch an uns Sozialisten erhöhte Anforderungen stellen wird. Rüsten wir uns geistig, sie zu erfüllen. Wir werden es um fo mehr können, je mehr wir uns selbst treu bleiben, je mehr wir an den Grundsäken festhalten, welche die Partei groß gemacht haben und sie bisher allen Verfolgungen und Verlodungen erfolgreich Trotz bieten ließ. Gerade die Erinnerung an die Zeit der Die Zensur in Frankreich. Gründung unseres Vereins muß uns in dieser Ueberzeugung festi Paris, 3. Januar.( W. T. B.) Die Zeitungszensur, gen. Es war ja die Zeit des Triumphs über ein Gesez, das gewelche von den Oppositionsblättern seit langem der Nachficht gegen schaffen worden war, der Sozialdemokratie den Garaus zu machen, über der regierungsfreundlichen Presse beschuldigt wird, wird von und gegen deffen Rüden und Tüden sie sich siegreich behauptet der Humanité besonders scharf angegriffen. Sie schreibt, daß hatte. Vergegenwärtigen wir uns, in welch gefährlicher Lage die gewisse Meldungen, welche die nationalistische Presse ungehindert deutsche Sozialdemokratie in den Tagen sich befand, als sie unter veröffentlichen dürfte, in ihren Spalten von der Zenfur unter- das ächtende Ausnahmegesetz gestellt wurde wirtschaftlich gedrückt wurden. Alle Lügen des„ Matin", daß die Russen brochen, ihrer Preffe, ihrer Schriften, ihrer Organisation beraubt, fünf Tagemärsche vor Berlin stünden, daß die deutsche Armee ver- die Geister zum Teil niedergedrüdt, zum Teil irre geworden und loren sei und alles gefangen oder getötet werde, seit mit Erlaub wie das alles fiegreich überwunden wurde, weil der Kern fest nis der Zensur veröffentlicht worden. Aber wenn die„ Sumanité" und gefund geblieben war; fest in den Grundfäßen, geeinen der unzähligen Fälle melde, welche die Unzulänglich- fund im Bewußtsein der Notwendigkeit des Zusammenhalts; er feit des Sanitätsdienstes zeigen, wenn sie sage, daß es innern wir uns dessen, so werden wir guten Mutes in die Zukunft nicht patriotisch sei, in den Garnisonen vorbestrafte Leute für die Entsendung zur Front auszuwählen, da eine solche Entsendung für den französischen Soldaten doch keine Ehre bilde, so trete sofort die Schere in Tätigkeit. Wollen die, schließt das Blatt, welche für Frankreich verantwortlich sind, einen derartigen Skandal weiterdulden? 2 schauen, dann wird die Erkenntnis von der Größe der vor uns liegenden Aufgaben uns nicht Entmutigung, sondern Ermutigung einflößen, uns um so fräftigere Anfeuerung sein zu neuem Wirken, neuem Schaffen. Sodann besichtigten die Versammelten die in den Räumen des Der Vortrag wurde mit lebhaftem Beifall entgegengenommen. Reichstags veranstaltete Ausstellung für Verwundeten und Krankenfürsorge. Die Italiener in Albanien. Sardegna ist aus Balona in Durazzo eingetroffen. Das Rom, 3. Januar. Die Tribuna" meldet: Das Schiff Blatt erklärt die Gerüchte, daß die Regierung die Absicht hätte, Blatt erklärt die Gerüchte, daß die Regierung die Absicht hätte, in Dura 330 ähnliche Operationen wie in Valona vorzunehmen, für phantastisch. Auch Giornale d'Italia" fagt: Die Anwesenheit der Sardegna in Durazzo hat das einzige Ziel die Intereffen gegen eine mögliche Bedrohung bon Personen und Vermögenswerten zu schüßen; es bildet feineswegs ein Vorspiel zu anderen Besetzungen oder Ausfchiffungen von Truppen, sofern folche nicht lediglich einen provisorischen Charakter hätten, um irgendeinen Aufstand zu erstiden.dea Nazionale" erklärt, das Gerücht von der Landung von Matrosen in Durazzo sei falsch; eine Landung habe weder stattgefunden, noch sei eine solche beabsichtigt. Letzte Nachrichten. Japan scheidet aus dem Krieg aus. Stockholm, 3. Januar.( W. T. B.) Die Zeitungen geben eine Meldung aus Tokio wieder, nach welcher aus hervorragender Quelle alle Gerüchte, daß Japan Truppen nach den Kriegsschauplägen in Europa senden würde, und daß japanische Offiziere bei der russischen Artillerie in Bolen dienen, als falsch bezeichnet werden. Japanische Offiziere feien mur als Attachees bei dem russischen Heere anwesend. Japan habe sich an den Krieg beteiligt, um die Bündnispflicht gegen England zu erfüllen, die nur das Mitwirken zum Schutz der Interessen im fernen Orient auferlegt, aber nicht die Hilfe in europäischen Kämpfen. Japanische Truppen werden nicht nach Europa gegen Lohn vermietet. Da kiautichau jetzt in japanischen Händen ist und die deutschen Kriegsschiffe im Stillen und im Indischen Ozean zerstört oder entwaffnet sind, ist Japans Rolle im Kriege praktisch ausgespielt, und es wartet ruhig und mit Geduld den Schluß des allgemeinen Krieges ab. Die Revolution in Paraguay. Genossen! In diesem Sinne, bin ich überzeugt, werdet Ihr den Tag der Gründung Eures Vereins feiern. Und dazu laßt mich im Der Austausch der Kriegsgefangenen. Geiste bei Euch sein. Gedenken wir der sorgenvollen Zeiten, die unsere Partei durchgemacht, und der großen Siege, die sie erftritten Wien, 2. Januar.( W. T. B.) Die Politische Korre- hat, der materiellen Opfer, die sie zu tragen, und der geistigen spondenz" meldet aus Rom: In vatikanischen Kreisen gibt Stämpfe, die sie zu überwinden hatte. Auch heute wieder bewegen man der Hoffnung Ausdruck, daß der vom Papste an die allerhand Meinungsverschiedenheiten die Geister in unseren Reihen. Buenos Aires, 3. Januar. Nachrichten aus Paraguay zufriegführenden Mächte ergangene Vorschlag über den Aus Verheimlichen wir uns ihre Bedeutung nicht, aber erörtern wir sie folge ist der ehemalige Kriegsminister Oberst Escebar das Haupt tausch der für den Heeresdienst untauglich gewordenen im parteigenössischen Geist. Dann werden auch die heutigen Dis- der Revolution. Escebar nahm kürzlich seinen Abschied, weil der Ariegsgefangenen bald allerseits günstige Auf- fuffionen, wie so viele früheren Auseinandersetzungen der Partei, Präsident der Republik ihn zu einer durch den Krieg in Europa nahme finden werde. Dem Heiligen Stuhle sind bereits ihr schließlich zum Heile gereichen. In Einem jedenfalls wollen wir bedingten gewissen Sparsamkeit aufforderte. Passagiere des von mehreren beteiligten Staaten zustimmende Antworten zu- heute schon einig sein: in dem Entschluß, an den fundamen- Dampfers Meriko" bestätigen, daß die Hauptleute Pereyra und talen Grundsäken unserer großen Bewegung un- Mendoza den Präsidenten verhaftet und in eine Arerfüttert festzuhalten, mag kommen, was da kommen tilleriefaserne eingesperrt haben. Zwischen der Polizei und deu mag. Nichts ist geschehen, was die Ueberzeugung von ihrer Rich Aufständigen fanden mehrere Rämpfe statt, alle Verbindungen tiglett widerlegen könnte, vieles aber eingetreten, was uns lehrt, find unterbrochen. gegangen. Aus einem Telegrammwechsel zwischen Wilhelm II. und dem Papst geht hervor, daß Deutschland fich mit dem Austausch einverstanden erklärt hat. = Aus Groß- Berlin. mäßig eine Gruppierung der Kranten auch nach dem Gesichts. beladenen Breiterwagen von der Hohenlohebrüde in die Revaler punkt der oft endedung. In den Anstalten im Friedrichs. Straße einbiegen. Er fuhr dabei gegen die Bordschwelle und rate hain, in Moabit, am Urban, an der Gitschiner Straße über- durch den unerwarteten Rud so unglücklich unter den Wagen, dez wiegen die zahlenden Kranten, im Virchow- Krankenhaus ist die Räder über ihn hinweggingen. Die Berlegungen waren so die Gruppe ungefähr ebenso groß, wie die der zunächst oder schwer, daß er auf der Stelle verſtarb. überhaupt auf Kosten der Armendirektion behandelten Kranken, Keine Vermittler für das Bekleidungsamt. In der Presse erscheinen vielfach Anzeigen, in denen sich Perfonen zur Vermittlung von Angeboten an das Be kleidung Beschaffungsamt oder zur Vertretung im Kinder- Krankenhaus ist diese andere Gruppe die weitaus alte Rentenempfänger Theodor Flegel aus der Wicherstraße den Tödliche Straßenunfälle. Als am Sonnabend der 76 Jahre auswärtiger Firmen vor diesem Amte erbieten und sich als größte( im letzten Jahr 2921 von 3145 behandelten Kindern). Fahrdamm überschreiten wollte, wurde er von einem ihm entbei ihm besonders zugelassen" oder eingeführt" bezeichnen. Dem- Die zahlenden Kranken sind größtenteils Mitglieder von gegenfommenden Leichenwagen erfaßt und zu Boden geworfen. gegenüber wird darauf hingewiesen, daß für den Geschäftsverkehr Krantentassen( einschl. Berufsgenossenschaften. Die Die entstandenen Verletzungen waren so schwer, daß sofort der des Amtes in erster Reihe die Dienstanweisung für die Bekleidungs- fünf für Stranfenfassen in Betracht kommenden Anstalten( das Tod eintrat. Ein anderer schwerer Unfall ereignete sich in der ämter maßgebend ist, wonach die Beschaffungen, soweit als irgend Stinder- Krankenhaus scheidet hier aus) hatten zahlende Kranke Wrangelstraße. Dort wollte die 36 Jahre alte Chefrau Anaa angängig, unmittelbar vom Fabrikanten oder Selbstherſteller er- im letzten Jahr 31 807, im vorlegten 31 701, darunter Kranken- Reichow aus der Wrangelstraße 90 den Fahrdamm überschreiten. folgen sollen. Das Amt hat demgemäß keine zur Abgabe von fassenmitglieder im legten Jahr 27 346, im vorlegten 26 820 wurde so schwer verletzt, daß sie kurze Zeit nach ihrer Sie geriet dabei unter die Räder eines Kraftwagens und Angeboten zugelassene" oder eingeführte"( auswärts wohnende Kranke mitgezählt). Die Kaffenmitglieder Einlieferung in das Urban Krankenhaus ihren Verlegungen Vermittler. Es nimmt, wie mehrfach bekanntgegeben, nur allein mehren sich bedeutend stärker als die ganze Gruppe der erlag. Der 65 Jahre alte Gastwirt Hermann Gärtner schriftliche Angebote an, denen ein Zeugnis der zuständigen Han- Bahlenden, stärker auch als die Gesamtheit der Behandelten. aus Lichterfelde wurde beim Ueberschreiten des Händelplages von dels- oder Handwerkskammer beigefügt ist. Alle mit Rücksicht auf In den fünf Anstalten stieg der Anteil der Stassenmitglieder einem Kraftwagen des Telegrafen- Bataillons so unglücklich überdas Bekleidungs- Beschaffungsamt erscheinenden Anzeigen über eine besondere Befugnis einzelner Personen aur ihr Anteil an der Gesamtheit der Behandelten von 46,6 Proz. an der Gruppe der Zahlenden von 84.6 Proz. auf 86,0 Broz., fahren, daß er nach kurzer Zeit starb. Anbahnung von Lieferungsabschlüssen müssen daher auf 47,3 Proz. als den Tatsachen nicht entsprechend bezeichnet werden. Steuerbefreiung in Oranienburg. Feuer in der Handelsstätte Luisenstadt. In der Nacht zum gestrigen Sonntag, furz nach 1 Uhr, schlugen aus dem Keller des Quergebäudes der Handelsstätte Luisenstadt" in der Wassertor straße 42, in dem sich der Pferdestall eines Fuhrgeschäftes befindet, Die Krankenhäuser der Stadt Berlin Die lebte Stadtverordnetenversammlung nahm u. a. einen Flammen heraus. Die herbeieilende Feuerwehr konnte noch rechtbehandelten im Etatjahr 1913/14( 1. April 1913 bis 31. März Antrag der Kriegskommission an, der für die Steuerleistung der zeitig drei in Stalle befindliche Pferde ins Freie bringen. Die 1914) 60 946 Arante, gegenüber 60 578 im Vorjahr. Kriegsteilnehmer folgende Grundsäße aufstellt: Allen zum Heeres- Flammen wurden in furzer Zeit erstickt. Nach Beendigung der Die Gesamtzahl war in beiden Jahren fast dieselbe, aber die dienst einberufenen Steuerpflichtigen, die nicht mehr wie 52 M. Löscharbeiten stellte sich heraus, daß in dem Pferdestall zwei verAnteile der beiden Geschlechter haben sich merklich verschoben. Staatseinkommensteuer zahlen, wird die Gemeindeeinkommen- schiedene Brandherde vorhanden waren. Es liegt also vorsätzliche Diesmal wurden 31 527 männliche und 29 419 weib- ſteuer während des Heeresdienstes erlassen. Dieser Grundsaz Brandstiftung vor. 81 findet aber nur Anwendung bei Einkommen aus gewinnbringender liche Strante behandelt, im Vorjahre 32 298 männliche und Beschäftigung, nicht aber für das aus ruhendem Kapital, Privat 28 280 weibliche. Nur die weiblichen Kranten sind zahlreicher vermögen usw. bestehende. Auch diejenigen, die während der geworden, die männlichen haben sich gemindert. Die einzelnen Kriegszeit ihr Einkommen unverfürzt weiter beziehen, erhalten Anstalten zeigen gegenüber dem Vorjahr keine erheblichen feine Steuerbefreiung. Ueber Ermäßigungsanträge zur Aenderungen der Krankenzahl. Beteiligt waren im letzten Einkommensteuer soll die Einschätzungskommission und im Falle Jahr das Krantenhaus im Friedrichshain mit 11 676, das der Ablehnung durch diese, der Magistrat entscheiden. Krankenhaus in Moabit mit 10 973, das Krankenhaus am Urban mit 9742, das Virchow- Krankenhaus mit 28 078, das Krankenhaus an der Gitschiner Straße mit 2332( nur Frauen), In einer der legten Nächte wurde der 35 Jahre alte Wert das Kinder- Krankenhaus mit 8145. Rinder werden nicht zeugmacher Walter Krause aus Reinickendorf auf dem Wege von nur in dem besonderen Kinder- Krankenhaus, sondern auch Buchholz nach Reinidendorf überfallen und so schwer verlegt, bak in den anderen Anstalten( mit Ausnahme derjenigen er am Sonnabend im Reinickendorfer Krankenhaus gestorben ist. an der Gitschiner Straße) aufgenommen. Im ganzen Wie sich herausgestellt hat, ist A. von den Urhebern des nächtlichen waren unter den Kranten des letzten Jahres 9655 Kinder Ueberfalles mit schweren Instrumenten so lange mißhandelt und 51 291 Erwachsene, gegenüber 9818 Rindern und worden, bis er bewußtlos liegen blieb. Die Leiche wurde beschlag51 265 Erwachsenen im vorletzten Jahr. Eine nennenswerte nahmt. Eine schwere Bluttat. Mehrung ist nur bei den Kindern festzustellen. Die Ver- Bom eigenen Fuhrwerk getötet. Der 44 Jahre alte Rutscher waltungsberichte der Strankenhausdeputation bringen regel- Paul Wunderlich aus der Bödikerstraße 8 wollte mit einem hoch Sozialdemokratischer Wahlverein Treptow- Baumschulenweg. Bezir! 8. Am Donnerstag, den 31. Dezember 1914 verstarb nach langem Leiden unser Genoffe, der Schmied Karl Wendt, Riefholzftr. 16. am Die Beerdigung findet Dienstag, den 5. Januar, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des Treptower GemeindeFriedhofes in Baumschulenweg, Stiefbolzstraße, aus ftatt. Um rege Beteiligung ersucht Der Vorstand. Spezialarzt Dr. med. Wockenfuß, Friedrichstr. 125,( Oranienb. Tor). für Syphilis, Harn- u. Frauenleiden Ehrlich- Hata- Kur( Dauer 12 Tage) 20 Arbeiter für leichtere Gleisarbeiten in der Lokomotivfabrit Borsig in Tegel fofort gesucht. Meldungen beim Bortier, Eingang Schöneberger Str. 30 Korbmacher auf Geschoßkörbe suchen sofort Moritz& Spitz Belleallianceftr. 83. Arbeiter Gesundheits- Bibliothek Jedes Heft 20 Prg. Blutuntersuchung. 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Beim Glase Bier vom Herzschlage betroffen wurde der 58jährige Invalide G. Klamm aus der Berlichingerstr. 73.-- Acht Tage tot in der Wohnug gelegen hat die 74jährige Almosenemp fängerin Luise Baul aus der Greifswalder Straße. 29. von der Volta- bis zur Usedomstraße, ist am 4. und 5. d. Mts. Straßensperrung. Der östliche Fahrdamm der Brunnenstraße, megen Verlegung von Gasrohren für Fuhrwerke und Reiter ge sperrt, der westliche Teil dieser Strede vom 6. bis 9. d. Mts. Wetteraussichten für das mittlere Norddeutschland bis Diens. tagmittag. Ein wenig fühler, im östlichen Küstengebiete vielfach heiter und trocken; in den übrigen Gegenden vorherrschend bewölft oder nebelig und an den meisten Orten geringe Niederschläge. Arbeiterwanderverein Berlin Sonntag, den 10. Januar 1915, im großen Saal des Gewerkschaftshauses, Engelufer 15: Bilder vom Balkan Ein Vortrag mit farbigen Lichtbildern von Karl Legien Borgetragen von Herrn Ferdinand Krause. ( Vor Beginn des Vortrages Konzert der Hauskapelle.) Eröffnung 6 Uhr. Beginn des Vortrages 7, Uhr. Eintrittskarte 20 Pt. Eintrittskarten find in unseren Bahlstellen: Bähtisch, Stalizer Str. 22; Weihnacht, Grünstr. 21; sowie in den Zigarrengeschäften von Horsch, im Gewerkschaftsbaus, Giebel, Engelufer 13, Schmidt, Wrangelstr. 62, sowie am Büfett im Hauptrestaurant des Gewerkschaftshauses zu haben. Der neue Tourenplan ist erschienen und steht Interessenten in unseren Zahlstellen zur Verfügung. 1/20 Der Vorstand. Schlosser, Dreher, 188/ 9* Fräser, Revolverdreher werden bei sehr gutem Verdienste eingestellt H. Büssing, Automobilfabrik, Braunschweig. Berlin SO. 16, H.& P. Uder, Engel- Ufer 5. Tabak- Großhandlung und Tabakfabrik. Rauch-, Kau-, Schnupftabake, Zigarren, Zigaretten. Vorteilhafteste Bezugsquelle für Wiederverkäufer. Größte Auswahl gelagerter Zigarren in allen Preislagen. zu Originalpreisen. kannten Marken Sämtliche be- Zigaretten Amt pl., 3014. Kriegspflichten! Spezialarzt Dr. med. Karl Reinhardt. Prinzenstr. 64 f. 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Bestellungen auf den„ Vorwärts" nehmen die Hauptexpedition, Berlin SW 68, Lindenstraße 3, sowie alle Filialexpeditionen entgegen. Verantwortlicher Redakteur: Ernst Däumig, Steglis. Für den Inferatenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drudu. Berlag: VorwärtsBuchbruderei u. Verlagsanstalt Baul Singer& Co., Berlin SW.