( 5 Pfennig) Die Insertion;-Sedilhi' beträgt für die scchsgespaltene Kowiiel- zeile oder deren Raum W Pfg„ für politische und gcwerlschaftliche LercinS- und Versnnnniungs-Anzeigcn M Pfa> „NUitic Mrrcigcn", das settgedruckic Wort 20 Pig.(zulässig üscttgedruilte Worte), sedeS weitere Wort 10 Psg, Etellcngesuche und Echlasstellenan- zeigen das erste Wort 10 Psg,, jedes weitere Tort Z Psg. Worte über 1ö Buch- staben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Erpedition abgegeben werden. Die Erveoition ist bis 7 Uhr abends geöffnet, Keöaktion: SM. 68, Linüenstraße Z. Fernsprecher: Amt Moritzplan, Nr. läl SV— 131 S7. Donnerstag, den 7. Januar 191s. Expedition: EW. öS, �inüenstraße Z. Kernsprecher: Amt Morittplat«, Nr. löl t>v— 131 07. Zcntralovqan der rozialdemokratifchcn Partei Deutfchlands. Ur. 7.- 32. Jahrg. ntonncmen tS'Bcdingungcn: »lbonnement-• VreiZ pränumerando! Liertelsährl. S.ZO Ml» monatü 1.10 Msi. wöchcmlich 2ö Pfg. frei ini Haus. Einzelne Nummer S Pfg. Sonntags- inunmer mit illustrierter Sonntags- Beilage„Die Neue Welt* 10 P°q. Vost- blbonnement: 1.10 Marl pro Monat. Eingetragen in die Post> ZettungS- VreiSliste. Unter Kreuzband für Teutschland und Oesterreich> Ungarn 2.50 Marl, für das übrige Ausland t Marl pro Monat. PoitabonnemcntS nehmen an: Belgien, Dänemark. Holland. Italien Luxemburg. Portugal. Slumänicn. Schweden und die Schweiz. oicheliil lZglich. Telegramm-Adresse: „Sozissliemslilsl Rer»»". Westlicher Kriegsschauplatz. Der französische Tagesbericht. Paris, 6. Januar.(W.T.B.) Amtlicher Bericht vom Dienstagabend 11 Uhr: In der vergangenen Nacht bemächtigten sich unsere Truppen eines Steinbruches an der Straßen- Verzweigung R o u v r o i s- S t. M i h i c l, ebenso der benachbarten Schützengräben. Andere Operationen werden nicht gemeldet. DaS Wetter ist andauernd sehr schlecht, der Ncge» fällt unaufhörlich. Die Stärke öer öeutschen Schlachtfront in Frankreich. Bern, tö. Januar.(SS. T. B.) Ober st Müller schildert im Bund die Gefechte um Flirey und den mißlungenen Durchbruchsversuch der Franzosen bei Thiau- c o u r t Mitte Dezember. Die Deutschen verdanken ihren Er- solcf, so sagt er, neben dem geschickten Zusammenarbeiten der Infanterie und Artillerie ganz besonders der unerschütterlichen Disziplin, Standhaftigkeit, Ruhe und großen Schicßtüchtigtcit ihrer Infanterie, welche den Jsrctnd kaltblütig aufs Korn nimmt, wenn er auf wirksame Schußweite herangekommen ist. Was die Leute bei diesem Wetter in den Schützengräben aus- zuhalten haben, ist unbeschreiblich. Ohne die vorzügliche Ver- pflegung wären die Abgänge ungeheuer. Stellenweise stehen die Schützen bis über die Knie im Wasser, das. sich in dem undurchlässigen Lehmboden des Woevre überall ansanimelt. Mit welcher Manneszucht und Ausdauer die Leute solche Un- bilden ertragen, gehört auch zum' Heldentum der Kriegs- gcschichte. Zlls Trost bei dem ewigen Regen dient den Leuten einigermaßen das Bewußtsein, daß die drüben es auch nicht besser haben. Müller nieint, für die allgenieine Kriegslage hätten diese Kämpfe insofern Bedeutung, als sie zeigten, daß die deutsche Schlachtfront allenthalben stark genug sei. um die gewonnenen Stellungen zu halten, bis der Zeitpunkt gekommen sei, um selbst zum Angriffe überzugehen. französische presiekritik am französischen Sanitätswesen. Paris, C. Januar.(28. T. SB.) Die«tlibre Parole" kritisiert das französische Sanitätswesen aufs schärfste und be- weist seine Mangelhaftigkeit durch die Anführung von Bei- spielen. So berichtet das Blatt, datz sich in dem Kurort B a g- nisres-de-Luchon lHaute Garonne) LSOB Verwundete befunden hätten, aber weder ein Arzt, noch ein Krankenpfleger; die Zimmermädchen der Hotels hätten die Dienste von Kranken- Pflegerinnen übernehmen müssen. Die Krankenwärter seien zum Teil völlig unausgebildct. In der Gegend von Zt e u f ch ä t e a u hätten Tiiphuskcanke wegen der Uebersüllung der Lazarette vor ihrer völligen Genesung in ein Erholungsheim übergeführt werden müssen. Die Verwundeten lägen zum Teil auf Stroh. Den aus der Gegend von Aperir kommenden Verwundeten seien die Verbände nicht er- neuerl worden; sie seien in Viehwagen ohne Heizung und Beleuch- tung abtransportiert worden, auf 700 bis 800 Mann sei ein Arzt gekommen; auch in jenem Gebiet diene Stroh als Krankenlager. Selbst in Paris würden die Verwundelen in ungenügend ein gerichteten Lazaretien untergebracht; im Hospital Saint A n l o i n e seien von je zwölf Verwundeten fünf gestorben. Das Blatt erklärt, es könnte noch viele Beispiele ansübren. und macht Vorschläge zur Abstellung der Uebelstände. die es für leicht aus- führbar erklärt. General Ghersils foröert bessere Schieß- ausbilöung. Paris, 6. Januar.(W. T. B.) Im„Echo de Paris" berichtet General Cherfils über die militärische Lage und erklärt, die Schießausbildung der französischen Infanterie lasse zu wünschen übrig; man müsse dies bei der Ausbildung neuer Jahrgänge berücksichtigen. Die beut- scheu Scharfschützen bewiesen, wie� mörderisch genaues Schießen sei. Unter den Franzosen seien Scharfschützen'selten; sie hätten nur hier und da einige in einzelnen Regimentern, wo die Schießausbildung unter Leitung von Spezialisten gründlich betrieben würde. Verbot öer �Schü'hengrabenfreunöfchaft". Durck, Armeebefehl vom 29. Dezember ist nach der„T ä g- lichen Rundscha u" das Fraternisieren und über- hauptjedeZlnnähcrungan den Feindim Schützen- graben verboten worden. Besonders aus den Weihnacht»- tagen sind mehrfach Begrüßungen von Schützengraben zu Schützen- graben gemeldet worden. So entnimmt die«Boss. Ztg." einem ill ü WM W Die Meldung des Großen Hauptquartiers Amtlich. Großes Hauptquartier, den 6. Januar 191Z, vormittags.(W. T. 35.) Westlicher Kriegsschauplatz. Die Franzosen setzten gestern die planmäßige Beschießung der Orte hinter unserer Front sort. Ob sie damit ihre eigenen Lands- lenke obdachlos machen oder töten, scheint ihnen gleichgültig zu sein,- uns schadet die Beschießung wenig. Bei Souain und im Argonnenwalde bemächtigten wir uns mehrerer feindlicher Schützengräben, schlugen verschiedene feindliche Angriffe zurück, machten zwei französische Offiziere und über 200 Mann zu Gefangenen. Auf der vielumstrikkenen Höhe westlich Sennheim faßten die Franzosen gestern früh erneut Fuß, wurden aber mit kräftigem Bajonettangriff wieder von der Höhe geworfen und wagten keine neuen Borstöße. 30 Alpenjäger wurden von uns gefangen genommen. Oeftlicher Kriegsschauplatz. An der Ostgrenze und im nördlichen Polen auch gestern keine Veränderung. Zn Polen westlich der Weichsel stießen unsere Truppen nach Fortnahme mehrerer feindlicher Stützpunkte bis zum Suchaabschnitt durch. 1400 Gefangene und 9 Maschinengewehre blieben in unserer Hand. Auf dem östlichen Pilicaufer ist die Lage unverändert. Oberste Heeresleitung. * ♦ ♦ Der österreichische Generalstabsbericht. Wien, k. Januar.(W. T. B.) Amtlich wird ver- lantbart: k. Januar 1915: Tie nun schon mehrere Monate mit wechselndem Erfola .geführten Gefechte im karpathi scheu Waldgebirge danern an: sie charakterisieren sich als Unternehmungen kleineren Stils in oft weit getrennten, einsamen Tälern. In den letzten Tagen durch Eintreffen von Ergänzungen ver- stärkt, versucht der Feind in einzelnen Flusioberlänscn durch Vorstöße Raum zu gewinnen. Westlich des Uzsoker Passes und in den Ostbcskidcn herrscht Rnhc. An der Front nördlich und südlich der Weichsel gestern Geschützkampf. Der Stellvertreter des Chefs des Gencralstabs. von Hoefer, Feldmarschallcntnant. Feldpostbrief, der datiert ist:„Schützengraben, Massines, 25. 12.", folgende Schilderung eines„Friedcnstages im Kriege": Heute, am 25., wurde plötzlich von feiten des Gegners „H u r r e e" geschrien. Wir wurden stutzig, kamen aus unfern Mausefallen, und siehe da, die Engländer kamen auf uns zu, schwenkten weiße Zigarettendosen und Tücher. Gewehre hatten sie nicht bei sich, also konnte es sich nnr um eine Gratulation hau- dein— und richtig! Wir gingen uns nun auf die Hälfte— 200 Meter liegen wir nämlich nur auseinander— entgegen, und die Begrüßung ging in Amvesenheit von beiderseitigen Offizieren vonftatten. Es wurden nun Zigaretten, Zigarren und sonstige Sachen ausgetauscht. Sogar gegenseitige Aufnahmen w u r- den gemacht; mir tat es leid, datz ich meinen Apparat für den Augenblick nicht bei mir hatte.... Dann fingen die Engländer an, mit einem mitgebrachten Fußball zu spielen. Stach Eintritt der Dunkelheit zogen sich beide Parteien in ihre Salons zurück, mit dem Versprechen, daß sie sich in den nächsten drei Tagen der Feiertage wegen nicht beschießen wollten. Die Ilbmacfmngen sind ebrenwörtlich von feiten beider beteiligten Artillerie- und In- fanterieoffiziere gemacht. Franzosen, welche einen Abschnitt weiter liegen und sich dabei nicht beteiligten, wurden den ganzen Tag weiter von unserer Artillerie unter Feuer genommen. Alles andere und auch wir bewegten uns den ganzen Tag frei draußen herum. Ein F r i c d c n s t a g im Kriege. Es ist nur schade, daß es nicht der endgültige Frieden ist/ >« ill Wen. Maßnahmen zur Streckung öer Getreiöevorräte. Uns wird geschrieben: Zu den verschiedenen Mitteln, die den Zweck haben sollen, unsere knappen Weizenbestände zu strecken, kommt jetzt die tief in das Wirtschaftsleben einschneidende Verordnung des Bundesrates. Säiutlicbe Maßnahmen, die den Zweck haben, die Volks- ernährung sicherzustellen, oder die Absicht verfolgen, keine unliebsamen Störungen oder Stockungen in der Ernährungs- lveise des Volkes eintreten zu lassen, sind von der Arbeiter- schast und ihren Vertretern aus das wärmste und entschiedeustc unterstützt worden. Deshalb ist auch der Zusatz von Kartoffel- Trockenpräparaten zum Brot von den Arbeiterorganisatio- nen gutgeheißen worden, obwohl unbegreiflicherweise keine rechtzeitigen Vorkehrungen getroffen worden sind, daß diese eiweißarmeren Produkte billiger, als Mehl, den Produzen- ten zur Verfügung zu halten, sondern diese Produkte un> Ist M. gegen ihren früheren Preis gestiegen sind. Dadurch wurde der gute Zweck zu einem erheblichen Teile illusorisch gemacht. ' Die späteren Verordnungen bezüglich der Ersparnis von Wcißgebäck haben mehr Beunruhigung als prattischen Erfotg gezeitigt. Nun glaubte die Regierung strengere Maßnahmen ergreifen zu müssen, uin greifbare Erfolge zu erzielen. Diese Maßnahmen sind aber geeignet, eine völlige Umstürzung ein- mal in der Ernährungsweise und zum anderen im gesamten Bäckerberufe und dessen Existenzbedingungen herbeizuführen. Bei Fachleuten bestehen aber auch hier wieder berechtigte Zweifel, ob die Verordnung das erstrebenswerte Ziel erreicht, die Weizenbestände zu strecken. Das, was bisher von der Ver- ordnung an die Oeffentlichkeit gedrungen ist, ist sehr wenig bestimmt in seinen Einzelheiten. Man. weiß nicht, ob größere Weizenbrote, d i e m i t 3st P r o z. R o g g e n m e h l d u r ch- setzt sind, gestattet oder verboten sind. Falls nur über- Haupt solche Gebäckstücke bis IM Gramm gebacken werden dürfen, ist für die Arbeiterbevölkeruug der Genuß des Weizen- brotcs so gut wie unterbunden, während die wohlhabende Be- völkerung sich den„Luxus", wegen des„Spätauistebeus", weiter gestatten können. In den Lokalen könnte nach wie bor Weißgebäck(eventl. gegen Bezahlung, wie das jetzt schon zum Teil geschieht) verzehrt werden. In den besseren Bäckereien des Westens würde der Umsatz an weißer Ware also so ziemlich der gleiche bleiben. In den Arbeitervierteln aber würde Weißware so ziemlich ganz verschwinden. Dafür würden Kuchenwareix jedenfalls in etwas höherem Maße kon- sumiert. Tie Ersparnis an Weizenmehl dürfte, namentlich in bestimmten Gegenden kauni ins Gewicht fallen. Dagegen muß die volkswirtschaftliche Umwälzung geradezu revolutio- uierend ivirken. Da das Frühgebäck meist in Fortfall kommt. werden die in Groß-Berliu beschäftigten zirka IL— 11 MV Brotausträger und-austrägerinnen fast sämtlich arbeitslos. Durcb die plötzliche Beseitigung der Nachtarbeit, von der man nicht weiß, bis zu welcher Stunde morgens sie verboten ist, wird, gleichviel, für die Arbeiterschaft und für viele Beamte und Geschäftsleute das Bringenlassen von Gebäck überflüssig sein. Das Tages-Kleingebäck hat in Arbeitervierteln keine oder fast keine Bedeutung. Dadurch werden in Groß-Berliu mindestens 2000 Bäckergesellen arbeitslos, die am Tage nicht die genügende Beschäftigung finden können. Weiter aber werden eine nicht unerhebliche Anzahl Bäckereien, namentlich Kleinbäckereien, ihre Läden schließen müssen, darunter ein Teil, wo der Inhaber im Kriege ist und die Frau mühsam den Betrieb aufrecht erhält. Diese Kleinbäckcrcien leben fast nur von den Frühstückskunden und der Kleinweiü- und -kuchenware. Es sind dies nach Schätzung etiva 3— 100. Die drohende Verordnung hat bereits die Mehlhändler mobil gc- macht, die den Bäckereien in Zukunft keinen Kredit mehr gewähren wollen, was die Katastrophe beschleunigen müßte. Ob diese volkswirtschaftlichen Schäden den berechtigten, beab- sichtigten Gewinn rechtfertigen, ist zu bezweifeln. Klar ist ferner nicht, ob die Bäckereien, die keine Weizengebäcke ber- stellen, vom Nachtarbeitsverbot gleichfalls betroffen werden sollen. Wenn ja, würde ein Teil der Brotbäckcreien, die jetzt schon in Tag- und Nachtschicht voll ihren Betrieb ausnützen müssen, gar nicht über genügende Produktionsmittel und Räumlichkeiten verfügen, uin die versärnnte Produktion des Nachts ani Tage wieder wettmachen zu können. Sich vorher einzurichten, war fast unmöglich, weil die Verordnung zu plötzlich kommt. In manchem Betrieb werden aber auch bei Einrichtung auf die Verordnung die Spesen so hoch werden, daß sich der Betrieb nicht mehr lohnt, oder daß er unter den Lasten zusammenbricht. Die st ä n d i g e Nachtarbeit und die Schäden derselben in langer Arbeitszeit ohne jeden Ruhetag hat die Organi sation stets bekämpft, diese plötzliche„Amputation" ab Nllt der dadurch bedingten Schädigung der in der Bäckerei Beschäftigten ist ihr aber denn doch etwas sehr bedenklich. Würden die Arbeitcrvertreter vorher gefragt worden sein, so hätten sie diese Bedenken auch zuin Ausdruck gebracht. Wir halten diese Verordnung für übereilt und verfrüht, weil wir die Getreidevorräle nicht für derartig knapp halten da', wiche schiverwiegende Eingriffe in das volkswirtschaftliche Leben ge rechtfertigt erscheinen. Wir glauben, daß mehr Getreidevorräte vorhanden sind, als die Enquete Anfang Dezember festgestellt hat. Bei dieser Erhebung hat kein Teklarationszwang bestanden. Deshalb haben viele Landwirte und Händler die Getreidevorräte, Bäcker und Mühlen die Mehlbestände, teils aus Egoismus, teils aus Furcht vor Requisition oder Beschlagnahme niedri- ger �angegeben. Tie Verordnung hat auch im eigenen Volk die sorge erhöht, im Auslände aber den Eindruck bewirkt, als seien wir in Teutschland einer Hungersnot nahe. Ueber diese Wirkung aber werden die größten Feinde iin eigenen Lande, die Spekulanten und alle jene Produzentenkreise, die die Ge- treibe- und Kartosfeibestände systematisch zurückhalten, außerordentlich erfreut sein, weil dadurch die öffentliche Aufmerk- famkeit von dieser egoistischen„Einsperrungspolitik" zwecks Bereicherung dieser Leute abgelenkt wird und alle Schuld und alle Leiden aus die Backwarenproöuzenten und aus die„Ver- schwender", die Konsumenten, abgewälzt werden. Bevor diese in ihren Folgen ganz unabsehbare Verord- nung erlassen werden sollte, hätte man die gesamten Be- st ä n d e an Getreide und K a r t o f s e l It b e s ch l a g- n ahmen solle n. Damit wäre wahrheitsgemäß der wirkliche vorhandene Vorrat festgestellt worden und zugleich hätte sich der Weg für eine Kontingentierung, eine prozentuelle oder vroportionale Zuweisung au Produzeuten und Konsumenten ebnen lassen. Der Weg der Beschlagnahme ist der einzige, der Abhilfe, llebersicht, sachgemäße Verteilngsmöglichkeit bis zur neuen Ernte schafft. Heute haben Landwirte noch die vorjährige Ernte aus Lager und die diesjährige noch ungedroschen in den Scheunen. Tie Beschlagnahme ist jetzt aber bereits eher zu spät als zu früh, denn es ist schon allzu viel Getreide verfüttert worden und mit jedem Tage wird menschliche Nahrung mehr für das Vieh verbraucht. Spekulauteu und z. T. auch Getreideproduzenten wollen, daß die Höchstpreise noch weiter steigen sollen. Sie werden, wenn nicht bald ein dauerhafter Riegel vorgeschoben wird, diese Absicht auch erreichen, haben sie bereits schon er- reicht. Die Abnehmer sind wehrlos. Sie in ü s s e n die Produkte haben, und wenn der Händler nicht zum Höchstpreis liesern will, müssen siv eben mehr bezahlen. Wenn also die Regie- rung selbst dem Drängen der Interessenten nach Erhöhung der Höchstpreise nicht willsährk. so werden die Spekulanten weiter, wie bisher, oder vielleicht noch in verböferter Form durch„AnlieserungSgebühren" uud dergleichen den Höchst- preis umgehen und verhöhnen. Es ist also zu den durchgreifenden Mitteln noch nicht zu spät, aber es ist höchste Zeit. ____ Karl Hetzschold. westlicher Kriegsschauplatz. Die Lage in polen in englischer Beleuchtung. Haag, 5. Januar. iT. U.) Der Warschauer Korrespondent der „Times" sendet über die Lage in Polen folgenden Drahtbericht nach London: Ten deutschen Angriffen konnte seit kurzem durch die Heranziehung größerer Truppenmassen und durch die Heranziehung weiterer sibirischer Reserven wesentlich besierer Widerstand geboten werden wie bisher und man glaubt, nunmehr den deutschen Auf- marsch zum Stehen gebracht zu haben. Namentlich die Lesterreicher haben in den letzten zehn Tagen große Verluste erlitten. Aber dennoch ist die Durchbrechung der österreichischen Linien bei Gorlice und Zaklyzhn, wodurch das österreichische Heer in zwei Teile ge- spalten werden soll, noch nicht gelungen. Nordöstlich Malogocz am Oberlaus der Nida, scheinen die Oesterreicher Gelände gewonnen zu haben. Sehr starke feindliche Streitkräfte sind auch am Nawka auf-> getreten, wo Borzymow von ihnen bedroht(und auch bereits ge- uomnien) ist. Doch ziehen auch hier die Nusfcn fortgesetzt Verstärkungen heran. Verpflegung im ZelSe. ..., 3. Januar 191Z. Ter moderne Krieg hat, wie so vieles andere, auch das Ver- pflegmtgswefen im Felde sehr verändert und. wie man unbedenklich zugeben kann, wescnilich verbessert. Ohne Veränderung und Ver- befserung des Verpflegungsivesens würde der moderne Krieg allerdings auch kaum zu führen sein. Vor und nach der Schlacht bei Tannenberg hatten die Truppen unter ständigen Kämpfen Tages- Märsche von 40— 50 Kilometer zu leisten. Hätten die Mannschaften dabei auch noch selbst abkochen sollen, so lvären sie sicher bald zu- sammengÄrochen. Ter Soldat lsat, wenn er körperlich vollständig erschlafft ist, nicht mehr die Energie, sich noch stundenlang um sein Essen zu bemühen, dabei die Umständlichkeiten des Abkochens zu überwinden; oftmals konnte auch von einer stundenlangen Rast keine Rede sein. Tie Mannsckastcn mußten immer zum Abmarsch bereit erhalten werden. Unter solchen Umständen muß ihnen warmes Essen fertig geliefert werden. Anderenfalls besteht die Gefahr, daß die ermüdeten Truppen ihre Beköstigung vernachlässt- gen und sich einfach hinwerfen, sowie sie einen Augenblick Ruhe haben, nur um zu schlafen. Dabei würden die Kräfte natürlich schnell verbraucht, die Marsch- und Gefechtstüchtigkeit würde leiden und die geschwächten Körper den Krankheiten geringeren Wider- stand entgegensetzen. Es muß also der Verpflegung erhöhte Aufmerksamkeit und Sorgfalt zugetvendet werden, und zwar sowohl der Oualität der Lebensmittel als aucki dem sicheren und pünktlichen Heranbringen kalter und warmer Kost an die Truppen. Die Kricgstüchtigkeit wird durch die Begeisterung allein nicht gesichert, dazu gehört auch eine gute und reichliche Ernährung. Daß bei aller Vorsorge die Verpflegung im Bewegungskrieg zuweilen nur mangelhaft ist, läßt sich nickt vermeiden. Manchmal sind die technischen Schwierig- Zeiten einfach nicht zu überwinden. Kurze Störungen lassen sich verhältnismäßig leicht ertragen, wenn die Truppen vorher gut be- köstigt worden sind und nachher für die Entbehrungen wieder entschädigt werden.— Stach meinen Beobachtungen kann ich sagen, daß im allgemeinen die Verpflegung berechtigten Ansprüchen durch- aus genügt. War-sie einmal mangelhaft, so lag es an technischen Schwierigkeiten. Jedenfalls ist die Heeresleitung darauf bedacht, seder Nnzuftiedenheit in dieser Beziehung das Tor zu verschließen. Sie rechnet die beste Verpflegung als eines der hervorragendsten Mittel zur Erhaltung der Leistungsfähigkeit der Truppen. Einen wichtigen Platz unter den Verpflegungseinrichtungen nimmt die Feldküche ein. Tie Erbeutnng zahlreicher russischer Feldküchen gestattet der Heeresleitung, auch eine Reihe von solchen Truppenverbänden damit auszustatten, die sie bei Beginn des Krieges noch entbehren mußten. Heute besitzt auch die Kavallerie teilweise Feldküchen, und die Praxis hat gezeigt, daß sie von dieser Rusilsche Verstärkungen für Warschau. Basel, 5. Januar.(JB. T. 93.) Die„Basler Nachrichten" melden: DaS russische Gardekorps hat sich von der Bzura und der Rawka zurückgezogen, um über Weihnachten zu ruhen. ÄuS ganz Rußland werden neue Regimenter nach der Gegend von War schau gebracht. Tie Aushebung der Jahresklasse 1916 vollzieht sich regelmäßig. vom öflerreichisth-ru/flsthen Kriegsschauplatz. Zur Lage in Süüpolen und Halizien. Nach den österreichischen Darstellungen läßt sich die gegenwärtige Kriegslage tn Südpolen und Galizicn folgendermaßen zusainmeilsassen; Die Kampieslinie, die im Norden Polens etwa östlich der Bsura und Mlawa verläuft, findet in Südpolen längs der Flüsse Nida und D u n a j e tz ihre Fortsetzung. Dort stehen sich die beider- seiligen Truppen in stark befestigten Stellungen gegenüber. Der Kampf hat hier mehr einen Charakter des Posiii onSkampfeS an- genommen, da beide Parteien in festen, schrapnellsicher ausgebauten Erddeckungen einander gegenüberstehen. Die Angriffe der Russen auf die österreichische Linie sind im Feuer zusammengebrochen. Andererseits sind die russischen Linien, die in mehreren Reihen hintereinanderliegen, nicht minder stark.— Die durch die Nida und Dunajetz gebildete Linie findet ihre Fortsetzung längs des B i alla- s l u s s e s und biegt bei Gorlice nach S ü d o sl e n um, indem sie sich im allgemeinen auf den Karpathenkämmen hält. Die Hauptanstrengungen der Russen sind gegen den bei Gorlice gebildeten Winkel gerichtet, den sie bisher erfolglos und unter schweren Verlusten zu durchbrechen versuchten. In der K a r p a t h e n l i n i e sind die russischen Anstrengungen zunächst auf eine Forcierung des DuklapasseS gerichtet, da diefet Paß den einzigen Weg durch die Karpathen darstellt, der seiner Breite und Wegsamkeit»ach auch für Kolonnen mit Feldartillerie passier- bar ist. Huch dort sind die russischen Angriffe bisher abgewiesen worden, ebenso am benachbarten Lupkowerpaß. Minder bedeutsam erscheinen die Kämpfe am U z o k e r- und Lereczke-Paß und bei Oekormezö, da cS sich dort meist um kleine russische Abteilungen handelt, die durch das unÜbersicht- liche und unwegsame Gelände nach Ungarn einzubrechen versuchen. Bisher wurden auch diese Durchbruchsversuche von den Oesterreichern stets mit beträchtlichen Verlusten der Russen zurückgewiesen, wenn auch jetzt bei dem starken Schneefall die Verfolgung der russischen Abteilungen in dem unwegsamen Waldgebirge begreiflicherweise auf Schwierigkeiten stößt. Dasselbe gilt für die Lage im Komitate Mar maros, wo die Nüssen gleichfalls immer wieder über Körösniezö kleinere Ein- bruchsversuche unternommen haben. Von einem wirkungsvollen Einfall der Russen in Ungarn kann aber gar keine Rede sein. vorstoße üer Russen über üie Karpathen. Budapest, S. Januar.(W.T.B.)„Az Est" meldet: Ein Teil der in das Komitat Ung eingedrungenen russischen Truppen drang durch das L y u t a t a l in das K o m i t a t Bereg ein. Die Russen waren wohl numerisch im Uebergewicht. Jedoch unsere Truppen stellten sich ihnen in neugruppierten günstigen Positionen entgegen, um die Gegner in Kürze wieder zurück- zudrängen. Die Lage ist nicht beunruhigend, was schon daraus hervorgeht, daß die Äcetonfabrik in Perccseny ihren Betrieb forts etzt Die letzten russischen Schlachtberichte. Wien, 0. Januar.(T.-U.) Tie Korrespondenz Rundschau mcl- dct aus Kopenhagen: In den neuesten amtlichen russischen Com- muniques, die hier vorliegen, heißt es: Zwischen der unteren Weichsel und P i l i c a finden nur unwesentliche Ge- fechte im Gebiete von Bolymow statt. An der Rawka wechseln stellenweise Angriffe der unseren mit denen der Deutschen ab. Im Zentrum zwischen der Pilica und der oberen Weichsel sind bloß Artillerieduelle zu verzeichnen. In Westgalizien hennnt der fußhohe Schlamm den Fortgang unserer Operationen, die sich erfolg- reich(?) gestalteten. Die Kriegsberichterstatter der russischen Blätter telegraphieren, daß die Russen, obwohl es ihnen bisher gelungen sei, die heftige Offensive der Verbündeten abzuwehren, doch noch in Bedrängnis seien. Tie neuen Pläne des Großfürsten Nikolai Niko- Waffe ebenfalls mir großem Vorteil benutzt werden. Abgekocht wird nur noch verhältnismäßig selten, inanchmal dann, wenn die Soldaten genügend Zeit und außeretatsmäßige Rohstoffe haben und die Lust verspüren, sich ein Ertragericht herzustellen. Bestimmungsgemäß sollen die Feldküchen jedem Soldaten einmal täg- lich warmes Essen und Kaffee liefern. Nach Möglichkeit wird frisches Fleisch verwendet, woran es in Ostpreußen bisher nicht tehltc. Es wird im allgemeinen sehr viel Fleisch gegesicn. Es gibt Erbsensuppe, grüne Erbsen, Kohlsuppe oder Reis mit Fleisch, und soweit der Vorrat reichte, gab es auch schon Huhn niit Reis. Ich habe bei verschiedenen Truppenteilen das Essen gekostet und es stets sehr schmackhaft und bekömmlich gesunden. Sowobl die Konserven als auch die frischen Nahrungsmittel sind meistens von ausgezeich- neter Oualität. Wie groß sind nun die Portionen? Jeder Soldat, auch der Offizier, hat seine eiserne Ration im Tornister oder Beutel. Sie besteht aus einer Dose Fleischkonserven, 750 Gramm Brot und 400 Gramm Eierzwieback; darf aber nur in Notfällen angegriffen werden.— Für die tägliche Verpflegung sind vorgesehen: 200 Gramm Dauerfleisch oder 375 Gramm frisches Fleisch, 200 Gramm Speck, 150 Gramm Reis, 25 Gramm gebr. Kaffee und 25 Gramm Salz. Dazu kommen sogenannte Zugaben, die aber schon als obligatorisch gelten; es sind das: 0,10 Liter Rum oder Branntwein, 2 Zigarren oder Zigaretten, 65 Gramm Schmalz oder Pflanzenfett, 45 Gramm Käse. 3 Gramm Tee. 17 Gramm Zucker. Diese Zugaben werden nochmals ergänzt durch besondere Zugaben, nämlich Backobst und Nudeln, und an den Festtagen noch Pfeffer- kucheu. Das Dauerfleisch wird in verschiedenen Formen verabreicht, als Kom'erven, Wurst oder Schinken. Das frische Fleisch ist zu- meist Schweine- oder Rindfleisch, in bescheidenerem Umfang Hammelfleisch. Geflügel gibt es naturgemäß nur für kleine Ver- bände bei besonderen Gelegenheiten.— Die ctatsmäßigen Liese- rungen an die Truppen werden durch Liebesgaben in keiner Weise berührt. Ganz gleich, ob der Soldat Berge von Liebesgaben oder gar keine bekommt— er hat unter allen Umständen Anspruch auf die vorgesehenen Portionen. Ich glaube, daß in einzelnen Fällen die gereichten Portionen frischen Fleisches die vorgesehene Menge überschreiten, während bei anderen Gelegenheiten und Truppen- teilen weniger gegeben wird. Entscheidend ist dabei das Angebot und der Vorrat an Vieh. Ehe man frisches Fleisch verderben läßt, wird man natürlich lieber die Portionen größer machen. Bei Plötz- lichen Truppenverschiebungen kann sich ein zu großer Vorrat an Fleisch zeigen, es kommt auch vor, daß Vieh über den normalen Be- darf geschlachtet werden muß. In Rußland freilich haben unsere Truppen mit solchen„Kalamitäten" kaum zu kämpfen; sie finden dort meistens leere Ställe und Speicher. ES kann ihnen � daher nicht schaden, wenn sie reichlicher bedacht werden, sobald die Ge- legenheit dazu sich bietet. Etwas gering erscheint mir die vorgesehene tägliche Portion Zucker. Es würde wohl allgemein begrüßt werden, wenn die lajewitsch, mit deren Durchführung die russische Heeresleitung be- reits begonnen habe, seien allerdings danach angetan, den Echivierig- leiten dauernd ein Ende zu setzen. Der Seekrieg. Nehr Rettungsmittel für öie englische Marine. London, 6. Januar.(W. T. B.) U e b e r l e b e u d e des Linienschiffes„F o r in i d a b l e" haben erklärt, daß die englischen Rettungsringe völlig ungenügend feien, da sie es nicht ermöglichten, bei Seegang den Kopf über Wasser zu halten. Es besteht die Absicht, die O f f i z i e r S s ch w i m m- w e st e, die mit Luft aufgeblasen wird, auch für die Mannschaft einzuführen. Der türkische Krieg. Siegesmelüungen öes türkischen Nachrichtenbureaus. Konstantinopcl, 6 Januar.(W. T. B.) DaS türkische Nachrichten- burcau veröffentlicht Meldungen über die jüngsten Kämpfe b e i A s e r b e i d s ch a n. Nack diesen sind die türkischen Truppen, durch persische Stämme verstärlt, am 28. Dezember in der Gegend von M i a n d o a b auf eine russische Kolonne gestoßen, die aus 4000 Mann Infanterie, 300 Kosaken und Artillerie bestand und durch An- Hänger Sedjes und Daulehs verstärkt war und die Dörfer der Um- gegend plünderte. Die Russen wurden vollständig ge- schlagen. Sie hatten mehr als 200 Tote. Die Türken und Perser hatten 6 Tote und einige Verwundete. In einem anderen Kampfe in der Gegend von Urmia wurden zwei Parteigänger Sedjes und Daulehs, darunter der berüchtigte Baghirkhan gefangen genommen und 100 russische Reiter ge- tötet. Infolge dieser Niederlagen ist die Moral der russischen Truppen gebrochen. Weitere türkische Erfolge. Kollstantinopel, 5. Januar.(23. T. 83.) Nach heute angelangten Nachrichten haben unsere Truppen im Verein mit den verbündeten Stämmen in A s e r b e i d s ch a n noch weitere Erfolge errungen, außer dem Sieg bei Miandoab. Die Russen haben auf ihrem Rückzüge zwei Geschütze und zahlreiche Gefangene verloren. Südlich von Miandoab schlug eine andere türkische Ko- lonne den Feind und erbeutete eine beträchtliche Menge von Waffen und Munition. Ein Zusammenstoß im SchVarzen Meer. Konstaiitinopel, 6. Januar.(W. T. B.) Der türkische G e n e r a l st a b macht bekannt: Gestern kam es auf dem Schwarzen Meer bei S in o p e zu einem Zusammentreffen zwischen zwei türkischen Kreuzern und einem aus siebzehn Einheiten zusammengesetzten russischen Geschwader. Einzelheiten fehlen. Auf jeden Fall ver- mochte der Feind trotz seiner numerischen Ueberlegenheit nicht, unsere Schiffe zu beschädigen. vom süöafrikansschen Kriegs- schauplatze. Deutsche ßlieger über Lüüeritzbucht. Kapstadt, 6. Januar.(W. T. B.) Zwei deutsche Flieger erschienen über dem Lager bei L ü d c r i tz b u ch t und warfen einige Bomben ab. Mobilisierung öer Hurghers. JohaimeSburg, 5. Januar.(Meldung des Reuterschen Bureaus.) Die Burghers begeben sich gemäß dem Aufruf der Regierung in großer Zahl nach den ihnen angewiesenen Stationen. Die Kom- mandoS sollen sich gleichmüßig aus der britischen und der Hollands- scheu Bevölkerung zusammensetzen. Heeresleitung es ermöglichen könnte, die aus den Mann entfallende Menge Zucker zu erhöben.— Man darf wohl annehmen, daß so mancher Soldat im Felde bester ernährt wird als in seinem Zivil- leben. Und sicher kommt mancher mit dem Wunsch in die Heimat zurück, seine Lebenshaltung nun nicht wieder einschränken zu müssen. Er wird sich ftagen: warum soll ich bei produktiver, werteschaffendcr Arbeit schlechter leben als im Kriege, wo doch nur zerstört und vernichtet wird? Gewiß, die Lebenshaltung der deutschen Arbeiter würde ungünstig beeinflußt, wenn der Krieg für daS� Reich unglücklich ausginge; daß aber das durch eine Kriegs- entschädigung nicht belastete Teutschland in der sozialen Fürsorge einen tüchtigen Schritt vorwärts tun wird, das darf und muß man erwarten. Düwcll, Kriegsberichterstatter. Gut behandelte Spione. Das Verbrechen der Spionage wird in Kriegszeiten rasch mit dein Tode bestraft. Es kommt jedoch auch vor, daß Spione sehr gut behandelt werden, allerdings nur dann, tocnn sie sich bereit finden lassen, dem Heere, von welchem sie ausgesandt worden sind. Bot- schasten besonderer Zlrt auszurichten. In dem„Bericht über die Be- lagerung von Hesdin"(Depart. Pas de Calais), der im Jahre 1639 vom Rititer von Ville niedergeschrieben wurde, heißt es, wie die „Vita" berichtet, unter anderem:„Ein Spion, der vom Grafen Piccolomini an den Grafen von Hanape, den Gouverneur der Stadt, geschickt wurde, um die Kunde zu bringen, daß Hilfs- und Ersatztruppen unterwegs seien, fiel in die Hände der Feinde, die ihm den Brief des Piccolomini abnahmen und ihn, indem sie ihm eine große Summe Geldes als Entschädigung versprachen, ver- leiteten, dem Fubrer der belagerten Truppen einen anderen, unter- geschobenen Brief zu übergeben. In diesem zweiten Briefe, in welchem die Handschrist des Piccolomini täuschend nachgeahmt war, stand geschrieben, daß der Gouverneur am besten täte, wenn er sich ergäbe, da ihm von außen doch keine Hilfe gebracht werden könne. Ter Graf von Hanape ging ahnungslos in die ihm gestellte Falle und erklärte sich, als er sah, daß die Belagerer zum Sturm bereit waren, bereit, die Festung auszuliefern..." Es kommt auch vor, daß Spione großmütig behandelt werden, ohne daß sie ihre Auftrag- geber zu verraten uud zu betrügen brauchen. Im Jahre 1859 war- tete das Heer des Generals Bourbaki auf den Feind, der sich nirgends blicken ließ, als die Vorposten eines Tages einen öfter- reichischen Spion singen. Man brachte ihn sofort vor den franzo- fischen Heerführer und es entspann sich nachstehendes Gespräch:„Es ist also festgestellt, daß Du ein österreichischer Spion bist."—„Ja- wohl, Herr General."—„Und Du glaubst wirklich, daß dies ein ehrenwerter Beruf ist?"—„Jawohl, Herr General."—„Möchtest Du als Spion in unsere Dienste treten?"—„Nein, Herr General!" —„Dann bist Du frei; aber mach Dich raick aus die Socken und er- zähle Deinen lieben Oesterreichern, daß wir hier schon zwei Stunden auf sie warten, und daß uns die Geschichte langweilig zu werden anfängt."—„Soll geschehen, Herr General." weitere Hurenaufstanöische gefangen. London, 6. Januar.(W. T. B.) Das Pressebureau teilt mit: Der Burenführer P i e n a a r und elf andere sind bei Sakuwaka in Betschuanaland gefangen genommen worden, ohne Wider- stand zu leisten. Gesterreich-italienischer Zwischenfall l Mailand, 6. Januar.(T. U.) Die Ocsterreicher haben bei dem Rückzug von Belgrad unter den Geiseln auch vier Rcichsitalieuer fortgesührt, obwohl diese sich als solche auswiesen. Das römische Kabinett beabsichtigt, darüber in Wien freundschaftliche Vorstellungen zu erheben. England und die vereinigten Staaten. London, G. Januar. CSS. T. B.) Tie Blätter melden aus Washington: Die Erklärung, daß England allen Schaden, den die Konterbande-Bekanntmachung den amerikanischen Reedereien zugefügt hat, bezahlen will, ferner die Erklärung, daß seit dem 4. Dezember keine für Italien bestimmten Schiffe mehr in Gibraltar zurück- gehalten worden sind, erweckt allgemeine Zufriedenheit in Amerika. Man betrachtet die Mitteilung als den Vor- läufer einer zufriedenstellenden Regelung der Streiffrage. Englische(Vjfiziersverluste. London, 6. Januar.(T. u.) Die„Times" enthalten in ihrer letzten Offiziersverlustlisie die Namen von 27 toten, 6S verwundeten und 13 vermißlcn Offizieren. Die indischen Truppen haben diesmal den Hauplantcil an den Verlusten erlitten. Sowohl unter den Toten wie unter den Verwundeten befinden sich nicht nur englische Offiziere der anglo-indischen Armee, sondern eine große Anzahl von indischen Offizieren. Besonders schwere Verluste haben die 2. und 4. Gurkhas sowie das 34. Bona-Kavallerie- und das 20. Desoan- Kavallerie-Regiment erlitten. Von englischen Regimentern haben besonders das leichte Dorkshire Infanterie-Regiment der königl. Leib- garde, das South Staffardshire Regiment, das leichte Infanterie- Regiment Herzog von Cornwall, das Gloucestershire Regiment, das Worcestershire Regiment und das Jnfanterie-Regiment Herzog von Wellington schwere Verluste an Mannschaften erlitten. De? Steuerausfall in Frankreich. Lyo», S. Januar.(W. T. B.)„ProgröS" entnimmt dem Exposö Ribots zu dem Gesetzentwurf betreffend die provisorischen Budgetzwölftel, daß das Erträgnis der indirekten Steuern in den ersten vier Kriegsmonatcn gegenüber demselben Zeitraum des Vorjahres einen Ausfall von 35,2 Proz. aufweise. Der Ausfall an Alkoholsteuer betrage 47 Proz., an Zuckelsteuer 85 Proz. und an Tabaksteuer 16 Proz. Das Erträgnis der d i- rekle n Steuern entspreche ungefähr dem Erträgnis des Vor- jahres, dagegen wiesen die Stempelsteuern einen Ausfall von 69 Proz., die Zölle von 56 Proz. und die Telegraphen-, Telephon- und Post- Umsätze einen solchen von 23 Proz. auf. Das Schicksal öer Garibalüianer. Man schreibt uns: Italienische Zeitungen sollen nach Angabe des Pariser„E�celsior" behauptet haben, daß Bruno Garibaldi verwundet von deutschen Soldaten gefunden und getötet worden und daß auf den Kopf seines Bruders Peppino von deutscher Seile ein Preis von 50 006 Frank ausgesetzt worden sei. Diese Angaben sind völlig erfunden. Auf deutscher Seite ist von einer Teilnahme der Garibaldianer in der Front nichts wahr- genommen worden, auch nicht in den Argonnen, wo der ersterwähnte Vorfall staltgefunden haben soll. Es ist nur bekannt, daß diese bedauernswerten, übelberatenen Leute, von den Franzoien schlecht behandelt, großen Teils ivieder heimgekehrt sind. Der Rest soll sich zum Teil in Avignon befinden. zum Teil in das erste Fremdenregiinent(Fremdenlegion I) gesteckt worden sein. Zu irgendwelche», besonderen Haß gegen diese italienischen Freiwilligen besteht für die Deutschen kein Anlaß. Das Tölen von Verwundeten überlassen wir den Negern im Dienste Frankreichs. das Aussetzen von Preisen auf den Kopf gesürchteter Persönlichkeilen den Russen._ Kriegsbekanntmachungen. Feldpostbriefe bis.'Ztto Gramm. Es wird darauf aufmerksam gemacht, daß Feldpostbriefe nach dem Feldheer im Gewicht über 250 Gramm bis 500 Gramm vom 11. bis einschließlich 17. Januar von neuem zugelassen werden. Die Gebühr beträgt 20 Pf. Reisen zu Bcrwundcten in Belgien. Amtlich. Berlin, 6. Januar.(W. T. B.> Dem Besuche der» wuudeter und kranker Krieger in de» Lazaretten Belgiens stehen im allgemeinen Bedenken nicht mehr entgegen. Auch»st die Weiterfahrt mit der Elseubahn über die Grenze für Bducher von Lazaretten in Belgien möglich. Die Weiterfahrt wird jedoch nur gestaltet, wenn der Reisende im Besitz eines vom stellvertretenden Generalkommando vorschriftsmäßig ausgefertigten Aus- weiies ist. Weiblichen Angehörigen wird der Aufenthall in Belgien nur ausnahmsweise erlaubl. Unter diesen Umständen ist die für Reisen zum Besuch kranker oder verwundeter sowie zur Beerdigung veistorbencr deutscher Krieger bestehende Fahrpreisermäßigung aus den Strecken der pieußi'ch-Hcisischen Slaatseisenbahneu und der Reicksciienbehneu in EIiaß-LotHringen auch bei Reisen bis zu den Uebergaugs- stattoiien nach Belgien gewährt worden, ivenn die zu Besuchenden in belgischen Lazaretten liegen oder die Verstorbenen in Belgien beerdigt werden. Besuche in Frankreich können zurzeit noch nicht gestattet werden. Privates Material für die Zentralnachwciscbureaus. In den Briefen von Kriegsgefangenen finden sich häufig Mit« teiluiigen über Mitgefangene. Es würde die Arbeit der amtlichen Zeniralnachweiieburcaus wesentlich erleichtern, wenn ihnen vom Publikum derartige Briefe oder Auszüge daraus zur Verfügung gestellt werden. Soweit es sich un, M a r i n e a n g e h ö r i g e handelt, sind solche Briefe dem Zentralnachweisebureau der Marine, Berlin, M a r t h ä i k i r ch st r. 9. einzusenden, Briefe von gefangenen Angehörigen der Armee hingegen dem Z e ir l r a l n a eh iv e i s o b u r e a u des Kriegsministeriums in der Doroiheenstraße._ Burgfrieden. Die Genossin Frau Dr. Rosa Luxemburg ist aus- gefordert, sich spätestens am 13. Januar im Frauengefängnis in der Barnimstraße zur Verbüßung der ibr durch Urteil des Landgerichts Frankfurt a. M. auferlegten Gefängnis- strafe von einem Jahre elilzufinden. Eine eigenartige Be- tätignng des Burgfriedens. Am 20. Februar wurde Genossin Luxemburg wegen Auf- forderung zum Ungehorsam gegen die Gesetze zu der enorm Hoheit Strafe von einem Jahre Gefängnis verurteilt. Begmtgen soll die Straftat durch Reden bei Frankfurt a. M. sein. Zunächst war der Versuch unternommen, eine Anklage wegen Hochverrats aus Aeußerungen der Genossin zu deduzieren. In"der Verhandlung vor der Strafkammer widerlegte die AngeUagie in glänzender Rede die Auffassung des Staatsanwalts und führte seine Teduktioneii � mit Recht aus seine mangelnde Fähigkeit, in sozialdeniokratischen Bahnen zu denken, zurück. Sie legte dar, daß die Rede nicht eine Aufforderung zum Ungehorsam gegen die Gesetze, sondern nur eine großzügige Propaganda für ein Milizsystem und für den Frieden enthalten habe. Mit berechtigter Ironie wies die Angeklagte darauf hin, wenn es wahr wäre, sie habe zum„Vor- gesetztemnord" aufgefordert, die Anklage selbst aber zugebe, sie habe die Einführung des Milizsystems auch in Deutschland befürwortet, so mühte sie danach gegen die Borgesetzten der künftigen deutschen Milizheere, ja zu Attentaten auf den Präfidenten der künftigen dcut- scheu Republik aufgestachelt haben. Das Kolleg, da» die Angeklagte der Staatsanwaltschaft und dem Gericht hielt, fiel auf steinigen Boden. Das Gericht gelangte zur Verurteilung. Und das, wiewohl das Gericht zugab, es liege keine Aufforderung zu einer kon- k r e t e n Gchorsamsverletzung vor. Zahlreiche Juristen, auch aus bürgerliche» Kreisen, hielten das Urteil für juristisch unhaltbar. Das Reichsgericht verwarf indessen am 22. Oktober die Revision, weil diese an den..tatsächlichen Feststellungen des Vordcrrichters" scheiterte. Formell hat das Urteil also die Rechtskraft erlangt. Der Krieg, den abzuivehren die Genossin sich bemühte, ist da und trotz des sogenannten Burgsriedens soll sie als Opfer ihrer von der gesamten Sozialdemokratie geteilten Auffassung von der Noiwmdigteit eines allgemeinen Weltfriedens auf ein Jahr ins Frauengefängnis in der Banümstraße. Hoffen wir, daß die tem- peramentvolle Ttreiterin für die Verwirklichung des Friedens ohne zu großen Schaden für ihre Gesundheit die FreiheitScutziehung übersteht.__' Politische Uebersicht. Germanisicrungsm abnahmen im Rcichslande. Strastburg, G. Januar.(W. T. B.) Tie Amtliche Karre- spondenz veröffentlicht eine von den kommandierenden Gene- ralen des 14. 15., 16. und 21. Armeekorvs gezeichnete Verordnung, durch welche mit Gültigkeit ab 13. Januar 1915 das Gebiet der deutschen Geschästsiprache gegenüber den bisheri- gen Bestimmungen unter Aushebung der Ausnahmeverord- nungen von 1877 nnd 1882 namhaft e r w e it o r t wird. Nicht einbegriffen sind in Lothriirgen der Stadtkreis Metz, sowie iräher bezeichnete Ortschaften der Kreise Diedenhofen-Ost, Tiedenhosen-Wejt, Bolchen und Chatean Salins, ferner gewisse Orte in de» unterelsässischen Kreisen Molsheim nnd Schlettstadt, sowie der Ort Deutsch-Rumbach im oberelsässi- schen Kreise Rappoltsweiler. Tie Verordnung verbietet unter Androhung von G e s ä n g n i s st r a s e n bis zu einem Jahre u. a. in Zukunft die Anbringung von sranzösi- schen I n sch r i s t c n, Ausschristen nnd Anschlägen in den öffentlichen Straßen, insbesondere auch in den Verkaufsläden und sonstigen Geschäftsräumen. Der äußere Aufdruck auf Geschäftsbriefen, Rechnungen. Quittungen und sonstigen Geschäfts- papieren ist vom 13. Januar ab im Gebiet der deutschen Ge- schästssprache nur in deutscher Sprache gestattet. Auf die bisher üblichen Warenbezeichnungen findet die Verordnung keine Anwendung. Tie Buch- und Rechnungsführung sämi- sicher Gewerbetreibender hat nur in deutscher Sprache zu er- folgen. Tie Rechnungsführung darf in beiden Sprachgebieten nur in deutscher Währung erfolgen. Schließlich verfügt die Verordramg, daß Vereinstrachten und Uniformen, die im Schnitt oder Abzeichen fremdländischen Unisoniien ähnlich sind, nicht anzuwenden sind. Der Gebranch der französischen Signaltrompete(Clairons) ist verboten. Frreie Z?ahrt für ostpreusiische Flüchtlinge. Nach behördlicher Anordnung kann auch solchen ostpreußi'chen Flüchtlingen freie Fahrt gewährt werden, die von ihren eben- falls geflüchteten Angehörigeil aus der Flucht getrennt worden sind und von dem ersten ihnen staatlicherseitS zugewiesenen Unterkunflsort zu dem ihnen bekannt gewordenen Unterkunftsort der Angehörigen gelangen wollen, um dort zu bleiben. Tie Freifahrtgewährung zu solchen Reisen soll an die Vorlegung einer polizeilichen Be- s ch e i n i g u n g geknüpft fem, daß die Fahrt zum Zweck der Wiedervereinigung mit den Angehörigen erfolgt, daß diese letzteren sich an dem angegebenen Orte befinden und einer Unterbringung der Flüchtlinge dort mit ihnen zusammen nichts im Wege steht. Ebenso soll den ostpreußischen Flüchtlingen auch dann freie Fahrt gewährt werden können, wenn sie initerhalb der für ihre Unter- bringung bestimmten Landesteile anderweit bei Verwandten oder Fieunden untergebracht werden wollen, die zu ihrer Aufnabme bereit sind, und wenn diese Umquartlerung von den staatlichen Behörden gutgeheißen wird._ Zum Todesurteil gegen de» euglischen Kriegs- gefangenen. Der Lordmayor von Lceds bemüht sich, wie die„Köln. Ztg." nach der„Times" meldet, um die Unterstützung deS Gesandten der Bereinigten Staaten zugunsten des in Deutschland kriegsgcfangenen englischen Soldaren William L o n s d a l e, der zum Tode ver- urteilt worden ist. Der Gesandte beantwortete ein Telegramm des Bürgermeisters dahin, daß er sein Bestes tun wolle und daß er dem amerikanischen Botschafter in Berlin telegraphiert habe. Verbot des Karnevals. Die preußische Slaatsregierung hat mit Rücksicht auf den Ernst der Zeiten sür die bevorstehende Karnevalszeil alle öffentlichen Maskeraden, Fasinachlsvorstellungen und Maskenbälle verboten. Lieferantenprofite. Uns geht folgende Berichtigung zu: In der Nummer deS„Vorwärts" vom 30. Dezember vorigen Jahres ist behauptet worden, eine Viehhäiidlerversammluiig in Frankfurt a. M. Habe festgestellt, ich Hätte den ganzen Einkauf des lschlachimehes sür eine Armeekoiiservenfabrik an mich gerissen, der Viehhandel sei trotz mehrfacher Bemühungen ausgeschlossen worden, mein Verdienst betrage wöchentlich mehr als 32 000 M. Demgegenüber stelle ich fest: Für die Armeekoniervensabrik Mainz habe ich vertraglich den kommissionswcisen Einkauf von Schlachtvieh übernommen. Mein Verdienst beträgt nick: den zehnten Teil der behaupteten Summe, davon habe ich dann noch die erforderlichen Aufwendungen für Bureaumiele. Personal, Fernsprecher und die verschiedenen sonstigen Spesen zu decken. Bei der Lieferung unterstützt mich eine ganze Anzahl von Vieh- händlervereinen, welche vereinsweise das Vieh abliefern, sodann 2—300 leistungsfähige Einzelfirmen. Hermann Daniel, Viehhändler, Mainz. Ein Ultimatum an Mexiko? Frankfurt a. M., 6. Januar. Nach cinem Telegramm der„Frankfurter Zeitung" aus Amsterdam meldet der„Daily Telegraph": Die Vereinigten Staaten haben ein Ultimatum an Mexiko gerichtet, worin gesagt wird, daß der erste Zusammenstoß, der jenseits der Grenze in der Gegend Naro— Douglas sich ereignen werde, zu dem Ergebnis führe, daß die Vereinigten Staaten die F e i n d s c l i g k c i t c u eröffnen. � Ter Ausstand in Albanien. Turazzo, 6. Januar.(Meldung der Ageuzia Stefani.) Die Aufständischen stehen im Kampfe mit den Truppen E s s a d Paschas in der Ebene von K rosa. Die Italiener, die sich auf dem Dampfer„Re Umberto" ein- geschifft hatten, sind ivieder au Land gegangen. Die gesamte italienische Presse sagt, daß Italien nicht daran denke, sich um die inneren Händel Albaniens zu bc- kümmern. Die Blätter, welche von den albanischen Ereignissen eine Festlegung und Ablenkung Italiens von der Beteiligung am großen Kriege fürchten, tadeln es, daß italienische Schiffe sich am Kampfe beteiligt hätten, wodurch die Aufständischen veranlaßt werden könnten, nach Valoua zu marschieren. Wenn Italien Valona halten wolle, so wären dazu mindestens 30(XD Mann nötig, welche jetzt unentbehr- sich seien. Die„Neue Freie Presse" meldet aus Rom, daß die italienische Regierung trotz drohender weiterer Zwischenfälle entschlossen sei, eine direkte militärische Intervention gegen die albanischen Rebellen unter allen Umständen zu vermeiden. Tie Meuterei in dem Gefangenenlager in Zeyst. Rotterdam, 6. Januar.(T. U.) Der Kriegs minister hat auf eine Frage des Abgeordneten Troelftra hin der Zweiten Kammer einen ausführlichen Bericht über die Ergebnisse der Unter- suchung gesandt, die nach den Ereignissen im Gefangenenlager in Zeyst am 3. Dezember arigestellr wurde. Daraus ergibt sich, daß die Beschwerde der belgischen Mannschaften, aus der sich die Meuterei entwickelte, entweder unbegründet war oder Dings betraf, die bei der überstürzten Einrichtung des Lagers nicht sofort geordnet werden konnten. Bei der Meuterei selbst hatten die Belgier die holländischen Soldaten in der gröblichsten Weise bc- schimpft. Die holländische Wache übte tatsächlich Langmut bis zum äußersten. Der Minister schließt den Bericht mit der Feststellung, daß bei allem Bedauern dieses Vorgehen nicht nur notwendig. sondern auch angebracht war und daß die beteiligten Offiziere durchaus pflichtgemäß gehandelt haben. Nur dem rechtzeitigen Eingreifen sei eS zu verdanken, daß größeres Uebel verhindert wurde. Hätte man anders gehandelt, das hätte den Geist der Gemüter noch stärker geltend gemacht und zu ernsten Vorfällen Anlaß gegeben._ Aufstand in den Philippinen? London, 6. Januar.(T.-ll.) Nach übereinstimineudsn Mel«. düngen hiesiger Blätter ist ans den Philippmeuinseln eine Auf- standsbewegung im Gange. Tie Revolte richtet sich gegen alle englisch Sprechenden. Tic Aufständischen haben mehrere Kabeln mit dem Fcstlande durchschnitten, so daß über die Ausdehnung der Revolution nur spärlich Jnfonnationei! eintreffen. Bereits vor einiger Zeit hatten amerikanische und englische Staatsbürger sich über die drohende Haltung der Eingeborenen beklagt und die Kon- sularvcrtretcr waren bei dem amerikanischen Kriegsministerium um verstärkten militärischen Schutz eingekommen. Man hat jedoch in Washington der Ailgelegenheft offenbar nicht genügende Bedeutung beigemessen. Jetzt soll der Aufstand sich bereits über die ganze Insel Luzon ausgedehnt haben. Alle Europäer, die sich ihres Lebens nicht mehr sicher fichlten, sind nach Manila geflüchtet. Die amerikanische Regierung wird voraussichtlich ein Kreuzergeschwader nach dem Aussiaiidsgebiete entsenden. Man erwartet umgehend das Eintreffen weiterer Informationen. /kns der Partei. VcrsammkllngSvcrbote in Hamburg. Dem Sekretariat der sozialdemokratischen Parier in Hamburg ist von der Polizeibehörde mitgeteilt worden, daß nach Anordnung des stellvertrctenhen Generalkommandas des 9. Armeekorps die B e z i r k s v e r s a m m l u n g e n verboten sind, „da sie auf parteipolitischer Grundlage beruhen". Das„Hamburger Echo" schreibt dazu: Man habe bis jetzt nicht vernommen, daß einer anderen Partei Versammlungen ihrer Organisation oder von Teilen ihrer Organisation untersagt worden seien. Im Gegenteil würden Versammlungen großen Stils, in denen politische Themata behandelt werden, unbelästigt abgehalten. Das Hamburgische Parteiorgan be- streitet die Zulässigkeit dieses Verbots, weil der Burgfriede nicht ge-- fährdet werde._ Unsere Tote». Einen schweren Verlust hat die Arbeiterbewegung in Barn- b erg zu beklagen. Am 5. Januar starb dort der Genosse Arbeiter- sekretär Karl Pelikan im Alter von 46 Jahren an der Wasser- sucht. Pelikan, von Beruf Schreiner, stammte aus dem mittel- fränkischen Städtchen Pappenheim; in der Fremde kam er mit den sozialistischen Jdeeii in Berührung, denen er sich alsbald mit Eifer und Hingevung widmete. Als er sich später in Bamberg nieder- ließ, halte er rasch das Vertrauen der Arbeiterschaft gewonnen, so- wöbl in der Gewerkschatts- als in der Parteiorganisation stand er bald an führender Stelle. Er wurde sozialistisches Mitglied des Gemeindekollcgiums und ist erst vor wenigen Wochen� in den Magistrat gewählt worden. Seit 1968 war er Arbeiterselretär, auch leitete er die Bamberger Jugendbewegung sehr geschickt und erfolg- reich.__ Letzte Nachrichten. Meldung des türkischen Hauptquartiers. Konstantinopel, 6. Januar.(W. T. B.) Mitteilung des Grüßen Generalstabes: Unsere aus der Richtung Somai und Bajrrgue vor- rückenden Truppen haben Urmia, einen wichtigen Stützpunkt der Russen, besetzt. Nach dem unentschiedenen Seegefecht, das gestern zwischen der russischen Flotte und türkischen Kreuzern stattfand, bat die russische Flotte ein italienisches Kauffahrterschisf in Grund gebohrt, obwohl es seine Flagge gehißt hatte. Verlustlisten. Die Preußische Verlustliste Nr. IIS eMält Verluste folgender Truppen: vstub der 3. Garde-Jnf.- und der 1. Inf.-Division; Höheres Landwehr-Kommando Ar.- zur besonderen Verwendung; 1. Garde- Ersatz-. 2. Garde-Res.- und 4. Garde-Reg.; Garde-Mstlier-Reg.; Garde-Grenadier-Regimenter Alexander, Franz, Elisabeth, Augu'sla und Nr. S; Garde-Res.-Iägcr-Bataillon; Grenadier-, beziv. In- fanterie-, bezw. Füsilicr-Regiinentcr Ar. 2, 3, 4, 5, 6, 7, S, 9, 10, 11, 12, 19, 20, 22, 23, 24, 27, 28, 20, 33. 34, 35, 36, 37, 38, 39, 41, 43, 44, 45, 46, 49, 50, 51, 52, 53, 55, 56, 58, 62, 64, 66. 67, 69, 70, 71, 72. 73, 78, 80, 81, 83, 84, 87, 89, 90, 91, 92, 93, 95, 96, 97, 98, 99, 109, III, 113, 114, 118, 131, 132. 135, 136, 140, 143, 145, 147, 148, 151, 154, 159, 163, 168, 169, 172, 174; Ersatz- Regiment Königsberg II; Ref.-Jnf.-Regimentcr Nr. 2, 3, 6, 8, 9, 10, II. 12, 13, 15, 18, 19. 20. 23. 24. 26, 32, 36. 53. 56. 61. 65, 66, 71. 76. 78, 80, 82, 87. 88. 94. 99, 110, 205. 209, 210, 212, 213, 214, 229, 233, 237, 239; Regiment Nr. 2 der Brigade Dons sin; Res.- Ersatz-Regimenter Nr. 3, 4; Landwehr-�lrf.-Regimenter Nr. 2. 3, 5, 8, 9, 11, 13. 17, 18, 20, 22, 28, 29, 30, 31, 34. 35, 48, 51, 53, 60, 71, 75, 76, 77, 80, 81, 84, 109, 110, 116, 118; Komb. Ersatz- Bataillon Nr. 23/63 des 24. Reservekorps; Brig.-Ersatz-Bataillone Nr. 5, 7. 8, 10, 11. 12, 14. 15, 26, 27, 31, 34. 39, 41. 49. 56. 81; Landwehr-Brigadc-Ersatz-Bataillon Nr. 26; Landsturm-Bataillone Allenstein II, l. Beuthen i. Ob.-Schles., Bremerhaven, Calau, I. Cassel, Deutsch-Krone, Frankfurt a. O., Freiburg i. Baden, II. Heidelberg, Kattowitz, I. Mosbach, Neusatz a.£., Neustettin, II. Ncustrelitz, Posen, Stettin, Tilsit I, II. Trier I; Landsturm- Bataillon Nr. 52 der Landsturm-Brigade Hoffmani:; Jäger- Bataillone Nr. 3, 7, 9; Nes.-Jäger-Bataillone Nr. 4. 6, 7, 11, 17; Garde-Maschinengewehr-Abteilung Nr. 1; Maschincngewehr-Ab- tcilungen Nr. 4, 9; Reservc-Maschinengewehr-Abteilung Nr. 4; 1. Ersatz-Maschinengewe'hr-Komp. des XX. Armeekorps und solche der Landsturm-Brigadc Hoffmann; Festungs-Maschincngewehr- Abteilung Nr. 2, 3, 8, 9. 2. Garde-Dragoner; 3. Garde-Ulancn; Garde-Res.-Ulanen; Leib-Kürassier Nr. 1; Schwere Reiter Nr. 1; Kürassiere Nr. 2, 6; Dragoner Nr. 18; Husaren Nr. 10; Ulanen Nr. 4. 5, 7, 9, 12, 14; Res.-Ulanen Nr. 2;' Jäger zu Pferde Nr. 1. 3, 5, 6; Landwehr- Kavallerie-Regimcnt Nr. 2 des VI. Landwehrkorps und Nr. 1 der 3. Landwehr-Division; Res.-Kavallerie-Äbteilung Nr. 48; 2. Ersatz- Landsturm-Eskadron des XVII. Armeekorps. 4. Garde-Feldart.-Reg.; Feldart.-Regimenter Nr. 5, 6, 19, 22, 27, 33. 34, 38, 42. 44. 45, 53, 55. 57. 60. 71, 72, 76. 80. 84; Feldart.- Regiment der 4. Landwehr-Division; Feldart.-Res.-Regimcnter Nr. 6, 11, 46, 52. 1. und 2. Garde-Fußart-Reg.; Futzart.-Rcgimcnter Nr. 4, 5, 6. 7, 8, 9, 10, 20; Futzart.-Ersatz-Batterie Nr. 21; Res.-Futzart.- Regimenter Nr. 1, 2, 4, 6, 11, 13, 20; Futzart.-Landwehr-Bataillone Nr. 3. 8, 20. Pionicr-Regimcnter Nr. 18, 23, 24, 29; Pionier-Baiaillonc: l. Garde. I. und II. Nr. 1, I. und II. Nr. 2. I. und II. Nr. 4. I. Nr. 5, I. Nr. 6, II. Nr. 7, II. Nr. 8. I. und II. Nr. 9. II. Nr. 10. II. Nr. 14, II. Nr. 15, Nr. 16, I. und II. Nr. 21; Pionier-Ersatz- Bataillone Nr. 2, 21; 44. und 52. Res.-Pionier-Komp. Eisenbahn-Baukompagnien Nr. 6, 16 und 22; Fernsprcch- abteilung des XV. Armeekorps; Feldfliegertruppc. Feste Boyeu. Landwehr-Sanitäts-Komp. Nr. 17 der 70. Gemischten Landwehr-Brigade; Feldlazarett Nr. 4 des II. Armeekorps. Train-Abteilung Nr. 6; Fuhrpark-Kolonne Nr. 29 des IX. Armeekorps. Bezirkskommandos Neustettin und Paderborn. Kriegsbekleidungsämter des IX. und XVII. Armeekorps. Feldpostexpedition der Garde-Ersatz-Tivision. H* Die bayerische Verlustliste Nr. 133 bringt Verluste des Jnf.-Leibregiments; der Jnf.-Regimenter Nr. 1, 2, 3, 5, 6, 7, 9, 10, 11, 12, 13, 15, 16, 17, 20; der Res.- Jnf.-Regimenter Nr. 1, 2, 3, 4, 5, 10, 15, 16, 20, 21; des Landlvehr-Jnf.-Reg. Nr. 6; der Brigade-Ersatz-Bataillone 2, 8; des Landsturm-Jnf.-Bataillons Amberg; der Res.-Kavallerie-Regimenter Nr. 1, 5; des 5., 8. und 12. Feldart.-Reg.; der Res.-Feldart.-Reg. Nr. 1, 6: des 1. Fusiart.- Regiments; der Res.-Fußart.-Reg. Nr. 1, 2; der Res.-Munitions- Kolonnen-Abteilung Nr. 1; des 1., 2. und 3. Pionier-Bataillons; der Res.-Pionier-Komp. Nr. 1; der Feldluftschiffer-Abteilung Nr. 1; der Ref.-Fcrnsprecher-Abteilung Nr. 6. Gewerkschaftliches. �rbeitslosenZählungen im November 19�4. An den Feststellungen über die Arbeitslosigkeit ihrer Mitglieder im November 1914 beteiligten sich, wie schon im Vormonat, nur 38 von 52 sonst berichtenden Gewerkschaften, die insgesamt 1435 436 Mitglieder umfassen, von denen jedoch nur 1 315 831 befragt werden konnten. Diese lückenhafte Berichterstattung ist immer noch auf die fortgesetzten Einberufungen von Verbandsfunktionären zum Heeres- dienst zurückzuführen, deren Stellen durch passende Vertreter immer schwieriger zu besetzen sind. Aber immerhin lassen sich wertvolle Vergleiche ermöglichen, zumal unsere freien Gewerkschaften in ihrer übergroßen Zahl bei diesen Zählungen vertreten sind. In den berichtenden Organisationen waren zu Ende No- vember 1914 arbeitslos am Orte 107 195, auf der Reiie 1374, also zusammen 108 569 Personen, gleich 8,3 Proz. des Mitglieder- bestände«, für den berichtet worden ist. Verglichen mit dem Ergebnis des Monats November 1913, wo von 1959 604 befragten' Mit- gliedern 61639, gleich 3,1 Proz., beschäftigungslos waren, ist das immer noch ein Mehr von 46 930 organisierten Arbeitslosen. Gegenüber den Vormonaten jedoch ist die Arbeitslosigkeit wieder ganz wesentlich zurückgegangen. Dies geht am deutlichsten aus der folgenden Zusammenstellung hervor. Danach waren von 100 Mit- gliedern arbeitslos am Ort und auf der Reise: zu Ende Juli.. August. September Oklober. November Nach diesen Feststellungen ist die Arbeitslosigkeit in den Organi- sationen gegenüber dem September auf elwas mehr als die Hälfte und gegenüber dem ersten Kriegsmonat auf etwas mehr als ein Drittel zurückgegangen. Mit Ausnahme der folgenden 6 Verbände: Bauarbeiter, Glaser. Maschinisten, Notenstecher, Maschinenbauer und Textilarbeiter lHirsch-Duncker), von denen eine geringfügige Zunahme der Arbeitslosigkeit gemeldet wurde, ist dieser Rückgang der Arbeitslosenziffern gegenüber dem Vormonat Okiober bei allen Verbänden eingetreten. Am meisten macht sich der Rückgang der Arbeitslosigkeit bemerkbar in den Verbänden der Papierindustrie, des Grapdischen Gewerbes, der Industrien der Steinen und Erden und Holz- und Schnitzstoffe und der Textilindustrie. Den Durchschnitts- iatz<8,3) überschritten im Berichtsmonal 16 Organisationen. Von diesen weise» die Veibände: christliche Keramarbciler mit 39,2, Hut- arbeitcr mit 38.7, Bildhauer mit 38,1, Fylographen mit 32,9, Porzellanarbciler mit 27,2, Buchdrucker mit 22,6, Lirhographen mit 21.9. Glasarbencr mit 19,0, Friseurgehilsen mit 18,2 und Buchbinder mit 17,2 die höchsten Arbeitslosenziffern auf. Unler dem Durch- schnittssatz blieben 22 Verbände, von denen wieder acht Verbände weniger als 3 Proz. an Arbeitslosen zählten. In Anbetracht ihrer größeren Bedeutung seien die Arbeitslosen- prozentzahlen der über 100 000 Mitglieder zählenden Organisationen hervorgehoben. Diese betrugen: im Verband der Metallarbeiter Bauarbeiter. Fabrikarbeucr Transportarbeiter 10,8 Holzaibeiiec.. 33,0 Textilarbeiter.. 28.2 zu Ende August Septbr. . 21.5 14,1 . 16,4 11,4 16,3 11.2 8,6 26.8 17,1 Ok-br. 8,4 9.2 6,9 6.1 231 9.1 Novbr. 1914 5.3 10,1 3,7 4.8 19,0 4,9 zu Ende Novbr. 1913 3.1 2,2 2.5 5.8 1,7 Von diesen großen Organisationen haben die Mitglieder des Holzarbciterverbandes verhältnismäßig am meisten mir Arbeits- iostgkeit zu kämpfen. Mit Ausnahme des Banarbeiterverbandes stehen alle anderen 5 Verbände hinsichtlich der Arbeitslosigkeit im November günstiger als in den vorangegangenen Kriegsmonateii. Die Abschwächung im Berichtsmonat gegenüber dem Vormonat ist am größten im Texlilarbeiterverband und am geringsten im Trans- portarbeiterverband. Außergewöhnlich groß ist noch die Arbeitslosigkeit bei den Weib- lichen Mitgliedern. Sie ist in den beiden letzten KriegSmonaien fast um das doppelte höher als bei den männlichen Mitgliedern. Nur in 4 Organisationen wurde ein günstigerer s-land für die weiblichen Mitglieder gegenüber den männlichen festgestellt. M Irtenlen Mm nnl Dem AleMmM gesMese» Senoffea! Am 19. Dezember siel im Osten der Schlosser fnitiaUn Klevmsnn Grünauer>Ltr. 16, Bezirk 200 II. Im Osten fiel der Packer Preuß Ederlystr. 50, Bezirk 402 1. Am 25. Dezember fiel im Osten der Arbeiter Franz Droma Görlitzcr Str. 09, Bezirk 186. 218/20 Sozialdemokr, Wahlverein f. d. 4. Berliner Reichstagswahlkr Am 12. Dezember gefallen der Metallarbeiter FVrte Lehmann Manitiusstr. 9, 3. Bezirk. Am 12. Dezember an der Weichsel gefallen der Tapezierer Franz Hartmann 246/15 Mareschstr. 12, 11. Bezirk. Sozialdemokratischer Wahlverein Neukölln. Nach langem, schwerem Heiden entschlies heute morgen, 5'/, Uhr. mein innigstgeliebter Mann, unser herzensguter Bater, Seohn, Bruder, Schwager und Onlel, der Slereotypeur Adolf Werlitz im 57. Lebenssahre. Tics zeigen tiesbetrübt a» im Namen der Hinterbliebenen Witwe-�.nne» WerlltsB Artur und Paul Werlita als Söhne. Berlin, den 5. Januar 1915. Prenzlauer Allee 200. Die Beeidigung findet Sonnabend, den 9. Januar, vom Trauer- hause, Prenzlauer Allee 200. aus statt. Die Bcisetzimg erfolgt nach. . mittags 3 Uhr, aus dem Nazarcth-Kirchhof in der Seestraßc. 3/5 Sozialdemokratischer Walilverein (J. SMReiehstags-Wahlkrels. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Genosse Hieoltor fiielefeldt (Bezirk 236) gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am .yreitag, den 8. Januar, nach- mittags S'L Uhr, von der Halle des neuen Luiscnslädtischen Kirch- Hofes, Hermannstraße, aus statt. ver Vorstand. Sozialdemokratischer Wahiverein Ld.6.Berl. Reichstagswahlkreis. 20. Abt. Bez. 785. Am Dienstag, den 5. Januar, verstarb unser Genosse, der Tape- zierer Gottfried Klinke Malplaquctstraße 8. Ehre feinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 9. Januar, nach- miitags 8 Uhr, von der Leichen- halle des städtischen Friedhofes m Friedrichsfeldc ans statt. Um rege Beteiligung ersucht t>«r Vorstand. Sozialdemokrat. Kreiswahlverein Sierierharnim. Bezirk WciOcnsee. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß der Genosse Georx knsdmer (Bezirk III) gestorben ist. Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 7. Januar, von der Halle des Georgen-Kirch- hoseS, Roelckestraßc, aus statt. 18/17 Die Bezirksleitung. Den Tod auf dem Schlachtselde fand in Flandern unser lieber Sohn, Bruder, Neffe und Schwa- ger, der Kriegsfreiwillige, Schrift- setzcr 824b Max Liepelt Res.-Jns.-Rgt. Nr. 204 im blühenden Alter von 21 Jahren. In tiefer Trauer Ernstln« Mepelt nebst Kindern, Emma l-iepelt geb. Lobin. Neukölln, Mainzer Sir. 53. Deiitseher HolzarheiterverhaDd. Zahlstelle Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege< der Modell- tischler �nton Brzezina Nostocker Str. 13 im Alter von 49 Jahren der- slorben ist. Ehre seinem Andenke» k Die Beerdigung findet am Freitag, nachmittags 3' /, Uhr. von der Leichenhalle des städtischen Friedhofes in der Müllerstraße 45, aus statt. Um rege Beteiligung wird ersucht. Den Mitgliedern ferner zur Nachricht, daß unser Kollege, der Tischler Buchholz Reichenberger Str. 2 im Alter von 57 Jahren gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung sand am DienS- tag, den 5. Januar, auf dem neuen Mchael-Friedhof, Marien- dorfer Weg, statt. 95/9 Tie Lrtsverwaltung. Iferhaod der freien Last- und Schankwirte Deutschlands. Ortsverwaltung Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, dag der Kollege Otto Hänelt Blumentbalstr. 5, Bezirk 5, verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung hat bereits am 5. Januar 1915 stattgesunden. Verein der Stereotweure und Galvancplasliker Berlins u. ünig. Den Mitgliedern die Trauer- Nachricht, dag am Dienstag, den 5. Januar 1915, unser Kollege Adolf Werlitz nach langem, schwerem Leiden im Alter von 57 Jahren sanst cnl schlascii ist. In treuer Pflichlersüllung bat er jahrelang die Kassengeschäfte des Vereins geführt, in auf- opfernder, selbstloser Weise hat er bis an sein Lebensende sein Können und Wissen in den Dienst des Vereins gestellt; wir ver lieren in ihm einen treuen und braven Kollegen. Ehre feinem Andenken! Die Beerdigung findet am Soimabend, den 9. Januar, vom Trauerhause Prenzlauer Allee 203 aus statt. Die Beiscßung erfolgt um 3 Uhr aus dem Nazarety-Kirchhose in der Seestraße. Um zahlreiche Beteiligung ersucht 291/13 Der Borstand. Ten Mitglieder« zur Nachricht, daß der Kollege Frifz Golz Plaimser 05, Bezirk 3, verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Freitag, den 8. Januar, nach- uiiUagS 3 Uhr, aus dem neuen Jakobi-Kirchhos, Neukölln, Her- mannstraße 99, statt. Um rege Beteiligung ersucht 45/14 Tie Lrtsverwaltung. iBnurBSBrimSirS__ Meiter- Radfahrer- Verein Groß-Berlin. Den Heldentod fürs Vaterland 1 starb am 12. November 1914 unser Sportsgenosse Willi Rothe | durch Aopsschntz. 12/14 Der Vorstand. Verband d.Buch-u.St6indPuekepei- Usarbeiter und Arbeiterinnen Deutschlands. = Ortsverwaltung Berlin.- Am 4. d. M. verstarb nach kurzem Krankenlager unser Mitglied Aona Mann im Alter von 54 Jahren. Ehre ihrem Andenken! Die Beerdigung findet am Tonnerstag, den 7. Januar, nach- miitags 3'/., Uhr, auf dem Mal- thiaskirchbo' in Lrüdende, Schone- berger Straße, statt. S 28/16 Die Ortsverwaltung J Deutscher Metailartieiter-Verhand Verwaltungsstelle Berlin. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, die Arbeiterin Anna Roiiohow am 2. d. M. insolge UnsallS ge- storbcil ist. Ehre ihrem Andenken! Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 7. Januar, nach- mittags 3 Uhr. von der Leilhcn- Halle des Jakobi-Ktrchhoses in Neukölln aus statt. Rege Beteiligung erwartet 129/19 Die ortsverwaltung. Allzufrüh und scrn von seinen Lieben fiel in Belgien am 27. No- vember mein innigstgeliebter un- vergeßlicher Mann, unser Sohn, Bruder, Schwager und Onkel, der Wehrmann ferdmand Mädel im Alter von 34 Jahren. Dies zeigen m tiesstem Schmerze an 823h Elise ALdel als Frau Eltern und Geschwister. Danksagung. Für die herzliche Teilnahme beider Beerdigung meines liebeii Mannes sage ich allen Bekannten, Verwandten, Stammgästen, der Freien Turner- schalt vonIvtlmersdors, bem Lotterie- verein„Solidarität", dem Wahlverein, dem Deutschen Bauarbeiter- verband meinen herzlichsten Tank. Frau Witwe fslgdg ilgUtOs 33?l geb. Ritsohe, Verband d.Cemeinde-ü.Staatsarb. Filiale Groii-Bcrlln. 9! n(!) r u f. Den Mitgliedern geben wir hiermit Nachricht vom Tode des Kollegen Lrnil Zesch von der Parkverwal tung(Fried- richshain). Ehre seinem Andenken! 36/19 Die Ortsverwaltung. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und die vielen Kranz- svenden bei der Beerdigililg meines lieben Mannes, des SchloiserS Karl WoSff sage ich allen Verwandten und Be- kannten, insbesondere den Kollegen aus der Heimstätte Beelitz, sowie dem Sozialdemokratischen Wahlverein meinen herzlichsten Dank. UTA Frau Anna Böolff und Kiuder Voigtstr. 26. Danksagnng. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Einäscherung meines lieben Mannes, unseres guten Vaters Emil Seidler sagen wir allen Verwandten, Freun- den und Bckannien, insbesondere der Direktion und den Kollegen der Brauerei Patzenbofer, dem Verband der Sattler und Portcseuiller, den Herren der Vorcinschähungskom- Mission, sowie dem Wahlverein des 6. Kreises unfern herzlichen Dank. Ida Seidler nebst Kindern. Deutscher Iransportarheiter-Verband. Bezirksverwaltung Groß-Berlin, Den Mitgliedern zur Nachricht. daß unser Kollege, der Kasseubote Karl Röske von der Firma Heil, Eharlotten- straße, am 5. d. M. im Aller von 26 Jahren verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigtmg findet am Freilag, den 8. d. M., nach- mittags 3 Uhr, von der Leichen- Halle des HlmmcliahrtS-Kirchhoses, Nordend, aus statt. 69/18 Die Bezirksverwaltung. LKranttv.Redakt.: Alfred Wielepp. Neukölln. Lnseratenteil vercmtlv. Th.GI0tte>Berltn.Drucko. Verlan Arbeiter•Tiirnverein Adlershoi. Den Mitgliedern zur Kenntnis, daß unser Tunigenosse (justav Lüderitz am 25. Dezember bei den Kämpsen im Westen im Alter von 25 Jahren durch Kopsschuß gefallen ist. Leicht sei ihm die fremde Erde l Danksagung. Für die vielen Beweise der Liebe bei der Beerdigung unseres innigst- geliebten teuren Sohnes und Bruders Ott« Wolfsteller sagen wir hiermit nochmals allen Ver- wandten und Freunden, den Herren Kollegen, insbesondere den Herren Sängern, unseren liesempsundcnen herzlichsten Dank. 825b Albert Wolksteller und Frau Anna als Eltern. Ella, Richard, Wanda als Geschwister. Gewerkschaftshaus. Sonntag, den 10. Januar 1915 Arbeiter- Wander- Verein. Uclitbilder vom Balkan. Ein Vortrag mit farbigen Etchtbildcrn von dem Rcichstags- abgeordncten Herrn Karl Legten. Vorgetragen von Herrn Ferdinand Krause. - Vor Beginn des Vortrages Konzert.-— Eröffnung ti Uhr.—— Beginn des Bortrages?>/. lU*. Sonnabend, den 9. Januar: jlnfanti d. Soefabier- Ausschanks ,50 M. pro Doppelzentner, scheint mir gegenüber dem Höchstpreise der Kartoffeln »ickit gerechtfertigt. Ich würde 24 bis 25 M. für IM Kilo als an- gemessen dein Preise der Kartoffeln gegenüber betrachten. Die jetzige'Preishöhe der.Kartoffelmehle muß hemmend auf größeren Verbrauch wirken. Die Fabriken für Kartoffelpräparate, die meist neuerer Schöpfung sind, haben sich in einein Syndikat vereinigt, wodurch die freie Preisbildung ausgeschlossen ist. Der hohe Preis des Kartoffelmehls ist die Schuld an der schweren Einführung des Kriegsbrotes. Wäre dieses größer lbilliger) als anderes Brot, so würde das Publikum gern kaufen, der Bäcker aber backt gern das, was seine Kunden verlangen." Hoffentlich werden Mittel und Wege gefunden, das Mehl wie die Zrisatzmittel dem Spekulantentum zu entziehen und die Voraussetzungen für eine systematische Lebensmittel- Versorgung durch Staat und Gemeinde zu schaffen. Hat der Krieg schon- auf manchen anderen Gebieten um- wälzend gewirkt, so dürfte auf dem Gebiete der Lebensmittelversorgung eine systematische Organisation der Verteilung der Nahrungsmittel auch eine der Kricgsnotwendigkeiten sein, welche uns wirtschaftlich stärkt. Die Bevölkerung wird sich an den neuen Zustand ge- wohnen müssen und sie wird das tun im Allgemeininteresse. Die juristische Sprechstunde findet von heute ab nachmittags von 4 bis 7 Uhr, Sonnabonds von 5 bis t> Uhr statt. � Lohnabzüge zur Unterstützung von Kriegcrfrauen. Räch Ausbruch des Krieges hielten manche Arbeitgeber es für nösig, die Familien ihrer zum Heeresdienst einberufenen Arbeiter zu unterstützen. Bei einzelnen Firmen wurden an der Kostendeckung die weiterbeschäftigten Arbeiter in der Weise beteiligt, datz sie all- wöchentlich einen bestimmten Anteil ihres Lohnes hergaben. Dieses Verfahren, das dem Arbeitgeber die Sachs erleichtert, ist doch nicht immer von den Arbeitern ohne Widerspruch hingenommcir worden. Ein Fliesenleger, der gegen den ihm auferlegten Lohn- obzug sich wehren zu sollen glaubte, schildert uns, welche Erfahrungen er dabei gemacht hat. Als er Anfang Dezember bei' der Firma Rosenfeld u. Co. sBerlin, Mohrenstraße) nach Arbeit fragte, sagte ihm noch vor der Annahme ein Meister, daß hier für Kriegerfrauen eine Unterstützungskasse besiehe, zu der die Arbeiter ihre Beiträge gäben. Der Arbeitsuchende erklärte, er habe selber für seine Angehörigen genug Ausgaben zu machen und könne daher nichts beisteuern. Die Antwort des Meisters verstand er dahin, daß man keinen dazu zwingen könne. Nachdem er dann ein- gestellt worden war, erhielt er am Ende der Woche für zunächst zwei Arbeitstage den Lohn ohne Abzug ausgezahlt. Sein Wider- spruch gegen die Heranziehung zu Beiträgen für die Unterstützungs- lasse hatte, so schien es, Erfolg gehabt. Ilm so größer war sein Verdruß, als am Ende der nächsten Woche ihm der erarbeitete Lohn um 1.35 M. gekürzt wurde, die man für jene Unterstützungskasse einbehielt. Auf der Lohntüte, in der man ihm den sogleich gekürzten Lohn überreichte, war der Abzug verrechnet. Der Arbeiter erhob Einspruch und wurde nachher von einem Buchhalter belehrt, daß die Firma und alle ihre Leute zu der Kasse beitrügen und einer allein sich doch nicht ausschließen könne. Den bei seinem Einspruch verharrenden Arbeiter, der auch hier wieder auf seine Ausgaben für die eigenen Angehörigen hinwies, entließ der Buchhalter mit den Worten, er möge ihm bald Bescheid über seine Entschließung zukommen lassen. In der nächsten Woche schrieb der Arbeiter auf den von ibm auszufüllenden Wochenzettel, er zahle keinen Ilnterstützungsbettrag und erbitte die 1,35 M. zurück. Am Lohnzahlungstag wurde ihm dann nicht nur der ungekürzte Lohn für diese Woche überreicht, sondern auch der ab- gezogene Betrag aus der vorhergehenden Woche zurückerstattet. Wie die Firma weiterhin sich zu der Lohnabzugsfrage gestellt hätte, kann der durch diese Lösung angenehm berührte Arbeiter nicht sagen, weil gleichzeitig zu seiner unangenehmen Ueberraschung auch das Arbeitsverhältnis gelöst wurde. Man händigte ihm seine Papiere aus— und er durfte gehen. Er versichert, der Grund seiner Entlassung sei ihm nicht angegeben worden. Die Entlassung des Arbeiters erwähnen wir nur, um zu be- gründen, daß er zum Punkt der Lobnabzüge über weitere Er- sahrungen mit dieser Firma nichts sagen kann. Es ist ihm immer» hin eine gewisse Genugtuung, daß er mit seinem Widerspruch durch- gedrungen ist.___ Die Beiratsstelle für entlassene Geisteskranke. Die von der Berliner Stadtverwaltung eingerichtete„Bei- ratsstelle für entlassene Geisteskranke" verfolgt den Zweck: den aus der Anstaltsbehandlung entlassenen und tn die bürgerliche Gesellschaft zurückkehrenden genesenen oder erheblich ge- besserten Kranken bei der Wiedergewinnung einer angemessenen Lebensstellung und Erwerbstätigkeit durch Unterbringung in geeigneten Arbeitsstellen behilflich zu sein. Nur allzuoft stößt sie dabei auf das alte Vorurteil, das in jedem früher geistig Erkrankten einen gefährlichen Menschen zu sehen meint. Wenn gleichwohl die Beiratsstelle in der kurzen Zeit ihres Bestehens bereits eine Reihe schöner Erfolge auf ihrem Wirkungsgebiet erzielt hat, so verdankt sie dies der aufopfernden Mitwirkung sozial gesinnter Frauen und Männer. Diese Erfolge sind aber jetzt infolge des Kriegsausbruchs zu einem großen Teil wieder in Frage gestellt. Viele Schützlinge der Beiratsstelle haben ihre dauernde Beschästigung verloren. Daher wendet sich die Beiratsstelle für entlassene Geisteskranke nochmals an alle human denkenden Arbeitgeber mit der herzlichen Bitte, sie in ihren Bestrebungen durch Angebot von Arbeitsstellen zu unterstützen. In Betracht kommen für Männer wie Frauen Arbeitsstellen so- wohl in größeren Fabrikbetrreben und kaufmännischen Unternehmen, als auch in den Werkstätten kleinerer Handwerker, ferner in der Garten- und Landwirtschaft; auch häusliche Beschäftigung in Form der sogenannten Heimarbeit für weibliche Personen oder Aufwarte- stellen sind äußerst erwünscht. Von Wichtigkeit ist vor allem, datz die Arbeitsgelegenheit eine möglichst regelmäßige und gesicherte ist; von geringerem Belang ist die Höhe der Entlohnung. Die Räume der Beiratsstelle befinden sich in Berlin NO, Eckert st raße 16 sArmenamt VII). Dort Ist auch Dienstags und Freitags nachmittags 5—6 Uhr in der ärztlichen Sprechstunde Ge- legenheit zu vorheriger Rücksprache gegeben. Zum Stadtverordnete« gewählt wurde der Architekt Max Bissing, der Vorsitzende des Bundes der Berliner Haus- und Grundbesitzer, anstelle des verstorbenen Professors Dr. Glatzel.__ Tie schwindenden„Knobländer". Zu den appetitlichen Sächelchon, die wir uns infolge deS Krieges von jetzt ab eine ganze Weile werden verkneife» müssen, gehören auch die bisher für einen Nickel leicht erschwinglich gewesenen „warmen Würstchen", deren Name sich über Wien hinweg in das echt berlinische„Knobländer" gemausert hat. An Fleisch zur Her- stellung dieser Volksdelikatesse fehlt es nach wie vor nicht. Mittler- weile ist aber immer mehr das ausgegangen, was zur Bindung des Fleisches der„warmen Berliner" unerläßlich ist, nämlich der Darm. Für diese Sorte Würste wird ein ganz besonderer Darm benutzt, von dem fast der gesamte Bedarf vom Auslande bezogen wurde. Nachdem nun die Vorräte nahezu aufgebraucht sind, haben die meisten Berliner Schlächtermeister, da zunächst kein Ersatz zu be- schaffen war, die Fabrikation der„Knobländer" bis auf weiteres einschränke» oder ganz einstellen müssen. In den letzten Wochen ließ sich als Vorläufer hier und da schon eine kleine Preissteigerung bemerken. Das Publikum wollte aber nicht anbeißen, weil es an den Nickelprcis für diese volkstümliche Ware zu sehr gewöhnt ist. Ohne Knobländer geht's aber auch! Straferlast. Während der„Roten Woche" im Frühjahr borigen Jahres wurden an das Itaiser-Friedrich-Dcnkmal in Charloltenbura niil roter Anilinfarbe die Worte„Rote Woche" angemalt. Die Täier wurden des- halb, wie bekannt, zu ziemlich empfindlichen Strafen verurteilt. Mir Beginn des Krieges wurden die meisten aus der Strafhaft entlassen; jetzt ist nun der Rest der Strafe, der bei einzelnen bis zu 14 Monaten ausmacht, durch folgende Benachrichtigung des Staatsanwalts erlassen worden: „In der Strafsache wider Sie teile ich Ihnen mit, daß auf Grund Allerhöchster Ermächtigimg Seiner Majestät des Königs durch Erlaß des Staatsministeriums vom 28. Dezember IL II der noch nicht verbüßte Rest der gegen Sie durch Urteil der Straf- kammer des Königl. Landgerichts Hl Berlin vom 8. Juni 1914 erkannten Strafe von einem Jahr sechs Monaten Gefängnis in Gnaden erlassen worden ist." Gedächtnissitzung der Pankower Gemeindevertretung. Am Dienstag trat die Gemeindevertretung zusammen, um das Andenken an den auf dem Schlachtfelde gefallenen Bürgermeister Kühr zu ehren. Gemeindcbeigeordneter Stawitz hielt die Ge- dächtniSrede, in der er ausführte, daß der Gefallene seit acht Jahren im Orte tätig gewesen und viel zu dem raschen Aufblühen der Ge- meinde beigetragen habe. Seine Charaktereigenschaften, sein persön- liche« Geschick hätten ihm überall Vertrauen eingebracht. Mit dem Hinscheiden des Syndikus Müller und deS Bürgermeisters Kühr habe die Gemeinde einen unersetzlichen Verlust erlitten. Die Gemeinde- Vertretung beschloß, die Leiche vom Schlachtfelde aus Polen zu über- führen und im Rathause aufzubahren.— Die jetzige Spandauer Straße soll in Wilhelm-Kuhr-Straße umgetauft werden. Hundesperre im Kreise Niederbarnim. Nachdem in der Kolonie Wendenschloß bei Köpenick an einem umherlaufenden Hunde die Tollwut festgestellt worden ist, werden auf Anordnung des Landrats die Gemeidebezirke Berlin-Oberschöne- weide. Friedrichshagen, Rahnsdorf. Schönciche, Klein-Schönebeck und die GutSbezirle Schöneichs und Köpenick-Forst als Sperrbczirke be- stimmt. Im Sperrbezirk müssen alle Hunde, auch wenn sie erst nach Anordnung der Sperre in diese Bezirke eingeführt werden, bis zum 8. März nnfilfiießlich festgelegt, angekettet'oder eingesperrt werden. Ter Festlegung ist das Führen der mit einem Maiilkorb versehenen Hunde an dcr'Leine glcichzuachten. Ausbau der Nordbahn. In einer Besprechung der Vertreter des Verkehrsausschusses an der Nordbahn mit dem Präsidenten der Elfenbahndirektion Berlin, Rüdlin. wurden Blättermeldungen zufolge die Verkehrswünsche der Ortschaften an der Nordbahn und die in Aussicht stehenden Ber- besserungen erörtert. Der Ausbau des dritten und vierten Gleises bis Birk'enwerder soll in diesem Jahr in Angriff genommen werden, da dazu die erforderlichen 6V4 Millionen Mark bereitgestellt worden sind. Mit den Erdarbeiten wird in allernächster Zeit begonnen werden. Die Mittel zur Weiterfübrung der Gleise bis Oranienburg sollen für deuHauZhalt des Jahres 1915 im Abgeordnetenhaus beantragt werden. Für die Erfüllung der beiden anderen Wünsche, Später- legung des Zuges 12 Uhr 55 Min. auf 1 Uhr 29 Min. oder 1 Uhr 36 Min. und für die Schaffung einer Zugverbindung um 19 Uhr 39 Min. sagte der Präsident wohlwollende Prüfung zu. Die Ein- legung eiues neuen Zuges 19 Uhr 39 Min. lehnte er ab. doch soll die Möglichkeit dazu durch Verschiebung der Züge geschaffen werden._ Rücksicht auf die gebrückte Lage vieler Privatmusiklehrer bezweckt eine besondere Verfügung des Unterrichtsininisters an die Regierungen und Provinzialschulkollegien. Infolge des Krieges ist die Erwerbs- tätigkcit der Privatmusiklehrcr und-lehrerinneu zum Teil sehr ein- geschränkt lvordeu. Viele von ihnen sind in eine wirtschaftliche Not- läge geraten. Ter Minister bezeichnet es deshalb als erwünscht, daß vollbeschäftigte Lehrer und Lehrerinnen gegenüber Angeboten von Privatmusikunterricht für die Tauer des Krieges möglichst Zurück- Haltung üben. Sie sollen die Uebernahme jedenfalls da ablehnen, wo dadurch die Erwerbstätigkeit Arbeitsloser geschädigt werden würde« Kabeldiebstähle. Weit über 199 Kabeldiebstähle hat ein„Spezialist" verübt, der schon seit Jahr und Tag von der Kriminalpolizei gesucht wird, aber trotz aller Beobachtungen und anderen Bemühungen noch immer nicht gefaßt werden konnte. Der Dieb sucht namentlich die Keller der Häuser auf, in denen sich Blockstationen für die Fernsprech- leitungen befinden, schneidet die Bleikabel, Kupferdrähte usw. aus und stiehlt auch in Privatkellern, was er an brauchbarem Metall findet. Er hat in vielen Fällen nicht nur großen Materialschaden angerickitet, sondern auch empfindliche Störungen des Fernsprech- Verkehrs verursacht. Nach der ganzen Sachlage muß mit Sicherheit angenommen werden, daß der„Spezialist" ein Mann ist, der früher einmal als Kabelleger, Kanalisationsarbeiter oder dergleichen vorübergehend im Dienst einer Behörde gestanden oder ausgeholfen hat. Sonst könnte er kaum überall so gut Bescheid wissen. Auf seine Ermittelung sind jetzt 599 Mark Belohnung ausgesetzt worden. Schon mit Rücksicht hieraus werden namentlich Hausbesitzer, besonders aber auch die Verwalter und Pförtner guttun, auf ihre Keller und auf fremde Leute, die auf ihren Grundstücken verkehren, scharf acht zu geben._ Ein grosser Wohnungöcinbruch im Ticrgartcnviortcl. Für 15 999 Mark erbeuteten Einbrecher in der vergangenen Nacht bei dem Rentier Lippmann in der Fasanenstr. 69. Während die Familie und das Per- sonal in den hintcreu Räumen 0er Wohnung, die das hohe Erdgeschoß einnimmt, schliefen, drückten sie am Hofe das Toilettenfenster ein, schlichen sich behutsam nach den vorderen Räumen. Dort erbeuteten sie aus dem Büfett das Tafelsilber. Anderes sehr wertvolles Silber- zeug, das besonders verschlossen war, blieb unberührt. Auf dem Rück- Iveae, den sie wieder durch die Toilette und deren Fenster nahmeir, stahlen die Einbrecher aus der Kleiderablage noch einen Herrenpelz aus Zobel und Kamtschatkabiber, der allein 8999 M. wert ist. Das gestohlene Silberzeug hat einen Wert von rund 7999 M. Das Tafel« Wer wurde vor Jahresfrist schon einmal gestohlen, Gi» schwerer Zusammenstost. Gestern vormittag erfolgte aus nock nicht aufgeklärter Ursache au der Kreuzung der Gitschiner und Alten Jakobstraße, und zwar auf dem nördlichen Fahrdamm, ein schwerer Zusammenstoß zwischen einem Straßenbahnwagen und einem Fuhrwerk der Meierei Bolle. Der Molkereiwagen wurde umgeworfen, der Kutscher Hermann Döring und die Mitfahrer Otto Ehrhardt und Anna Reichel wurden auf den Fahrdamm geschleudert und erheblich verletzt. Man brachte die drei Vermiglückten nach dem Krankenhaus Am Urban. Döring konnte nach Anlegung von Verbänden nach seiner Wohnung iranS- portieri loerden, während Ehrhardt, der eine schwere Gehirn- erschütterung erlitten, und die Reichel, die schwere innere Verletzungen davongetragen hatte, in dem Kraukenhaus verbleiben mußten. Ein dreister Automobüdiebstahl wurde vorgestern abend in der Prmz-LouiS-Ferdinand-Straße verübt. An der zwischen der Stadt- bahn uiid dem Weidendamm befindlichen Haltestelle für Kraft- droschkeu hatte in der zehnten Stunde ein Wagenführer sein Gefährt auf einen Äugeiiblick verlassen. Diese Gelegenheit benutzte ein un- bekannter Dieb, den Wagen heimlich zu besteigen und mit ihm davonzufahren. Andere Führer, die in der Nähe waren, glaubten, daß ihr Kollege selbst eine Fuhre bekommen habe, und achteten deshalb nicht auf den Vorgang. Der gestohlene Wagen ist noch nicht wieder er- mittelt. Es ist ein dunkelblauer Opellvageu mit einem �Goldstreifcn, heller Polsterung und einein sch!oo«zeii Verdeck mit Gepäckgitter. Zwei tödliche Unfälle ereigneten sich gestern nachmittag. In der Abteilung J der Bergmann-Elektrizitätswerke in der Hennigsdorfer Straße verui, glückte der 18 Jahre alte Arbeiter Paul Duchateau, der bei seinen Eltern in der Scestr. 69 wohnte, infolge einer Explosion, daß er bald darauf verstarb. Der 11 Jahre alte Sohn Richard des Fabrikarbeiters Walter aus der Stralsundcr Str. 49 hilft durch Zcituugaustragen mitverdienen« Als er gestern die Abendzeitung nach dem dritten Stock des Hauses Marienstr. 13' gebracht hatte, legte er sich oben, nach leidiger Kinder- unsittc. auf das Treppengeländer, um hmunterzurutschen. Er verlor dabei das Gleichgewicht, konnte sich nicht mehr halten und stürzte in die Tiefe. Mit schweren inneren und äußeren Verletzungen wurde er nach der Charite gebracht, wo die Aerzte nur noch seinen Tod fest- stellen konnten. Die Leichen beider Verunglückten wurden von der Polizei beschlagnähmt und nach dem Schauhause gebracht. ArbeitcrbildungSschule. Der Kursus der Oberstufe wird am Donnerstag, den 7. Januar, forlgesetzt. Märchenvorlesung. Am Sonntag, den 19. Januar, um 1-4 llhrj liest Adele Elkan m der Lesehalle der Gesellschaft für ethische Kultur, Rungestr. 25, eigene Märchen vor. Eintritt frei. Lichtbildervortrag der Stadt Neukölln. Am Mittwoch, den 13. d. M.. abends 8X> Uhr, veranstaltet die Stadtgememde in der Aula der städtischen Realschule mit dem Prähistoriker am Märkischen Museum, Herrn Dr. Kiekebusch, einen Lichtbildervortrag über das Thema:„Aus der märkischen Urzeit". Ter Besuch der Veranstaltung ist kostenfrei und wird angelegentlichst empfohlen. Kindern und Schülern, auch in Begleitung Erwachsener, ist der Eintritt nicht gc- stattet. Der wahre Jacob gelangt am Freitag früh zur Ausgabe. Für Händler beginnt der Verkauf in der Nacht von Donnerstag zu Freitag um 1 Uhr morgens in der Vorivärts-Expeditiou, Lindeustr. 3, 4. Hof, Soziales. Eine Kvnkurrenzklauscl vor dem Reichsgericht. Die Vereinbarung einer Konknrrenzklaufel, die den Zweck bat, Konkurrenzhandlnngen in bestimmten Bezirken auf gewisse Zeit zu verbieten, muß immer klar erkennen lassen, auf welche öebiefi! sich das Verbot erstrecken soll. Tort, wo eine Ab- grenznng nach Kilometern nicht angängig erscheint oder nicht möglich ist, muß man an Hand anderer Anhaltspunkte feste Grenzen vertraglich vereinbare n. Andernfalls ist, wie der gegenwärtige Rechtsstreit lehrt, die Konkurrenz- klausel überhaupt ungültig. T'o entschied am Tienstag das Reichsgericht. Die Firma Ruetc u. Co. in Hamburg, die an der Westküste Afrikas, wo sie Rohgummi einkauft und exportiert, mehrere Fakto- reien besitzt, hat im Januar 1908 mit dem Kaufmann R. aus Hamburg einen Anftellungsvertrag abgeschlossen. Demzufolge wurde R. für die Firma in Afrika tätig und verpflichtete sich bei einer Vertragsstrafe von 10 000 M., innerhalb dreier Jahre nach Austritt aus dem Geschäft weder an den Plätzen, Ivo die Firma jetzt Faktoreien hat, noch innerhalb der dazu gehörigen Bezirke, direkt Geschäfte in Rohgummi zu machen, noch sich an einem Ron- kurreiizunternehinen zu beteiligen. Ungeachtet dieser Bestimmung ist R. noch� innerhalb der drei Jahre nach Austritt aus dem Ge- schüft der Firma R. u. Co. dazu übergegangen, selbst Geschäfte in Rohgummi zu machen, er kaufte auch in den Bezirken in Süd- Kamerun, wo seine frühere Firma Faktoreien besitzt, Rohgummi ein und exportierte ihn nach Deutschland. Infolgedessen hat die Firma Rueie u. Co. gegen R. Klage auf Zahlung der vereinbarten Vertragsstrafe von 10 000 M. erhoben. Das Landgericht Hamburg hat den Beklagten verurteilt. Das Oberlandcsgcricht Hamburg aber hat die Klage abgewiesen. Zur Begründung seines Urteils führt das Ovcrlandesgericht aus, daß der Vertrag zu unbestimmt gesagt sei und dag er auch eine unzu- lässige Härte für den Beklagten enthalte. Verboten ist in dem Vertrage die Tätigreit in den Distrikten, wo die Klägerin Fakto- reien hat. Nun ist aber der Begriff des Bezirkes, in dem eine Faktorei liegt, kein abgegrenzter fester Landbezirk, es bestehen keine amtlichen Eintragungen hierüber! unter dein Bezirk einer Faktorei versteht man kurzweg den Bezirk, aus dem die Faktorei ihren Gummi bezieht. So geschieht es, dag die verschiedensten Bezirke ringförmig ineinander greifen. Daraus folgt, daß mit dem Aegriss des Bezirkes für die Äonkurrenzbestimmung ein fester "Inhalt nicht gegeben ist. Wollte die Klägerin die Konkurrenz für ein bestimmtes Gebiet ausschließen, so hätte sie aus amtliche Be- Zeichnungen Bezug nehmen oder eine ziffernmäßige Grenze im Um- kreis' festsetzen müssen. Jedenfalls muhte der Kreis, der durch die Konkurrenzklausel verboten werden sollte, bestimmt begrenzt wer- den. Dadurch, daß die 5klägcrin gewisse Faktoreibezirkc von der Konkurrenz ausgeschlossen haben will, wird auch das Fortkommen des Beklagten unbillig erschwert.— Die gegen das Urteil des C berlandesgerichts eingelegte Revision der Klägerin ist jetzt vom dritte» Zivilsenat des Reichsgerichts zurückgewiesen. Mus öer Zrauenbewegung. Gerichtszeitung. Feldpvsträubereien. Wieder wurde gestern ein Feldposträuber von den Moabiter Strafrichtern zu einer hoben Strafe verurteilt. Wegen Unterschlagung im Amte hatte gestern die 4. Straf- kammer des Landgerichts I unter Vorsitz des Geh. Justizrats Ungrr gegen den Wjährigen Postaushclfcr Franz Fuhrmann zu ver- handeln. Ter Angeklagte fand, nachdem er längere Zeit arbeits- los gewesen war, eine Anstellung bei der Post als Anshelfer mit einem Tagelohn von 0 Mark. Der Angeklagte brockte es fertig, schon nach kurzer Tätigkeit sich an den ihm anvertrauten Post- fachen zu�vcrgreifen. Cr öffnete mehrere an im Schützengraben liegende«oldaten gerichtete Feldpostbriefe tmd cnlwendetc daraus Zigarren und Zigaretten. Bei einer Haussuchung wurde mich eine neue Taschenlampe borgesunden, es ließ sich jedoch nicht feststellen, ob diese auch aus einem Feldpostbrief stammte.— Der Staatsanwalt beantragte gegen den bisher unbescholtenen Angeklagten eine Gefängnisstrafe von zwei Jahren, da eine derartige Hand- kungsweise gewissenlos und gegen die Interessen des Vaterlandes verstoßend sei. Das Urteil lautete auf 1 Jahr und 0 Monate Gc- fängiiis._ Bestrafte Eitelkeit. Am Dienstag entschied das Reichsgericht in einem Pro- zeß wegen Rückgabe von-laOO M., die als Vorschuß zur Er- langung eines Hoflieferantentitels gezahlt lvaren. Die Klage war abgewiesen. Denn ein Vertraa. in dem jemand gegen Entgelt die Verschassung des Hoflieferantentitels verspreche, perstoße gegen die guten Sitten und sei deshalb»ach§ 138 B.G.B, nichtig. Der Vermittler habe deinnach keinen„An- sprach auf die versprochene Vergütung; ist sie aber bereits gezahlt, so könne sie nicht zurückverlangt werden, auch wenn der Titel nicht verliehen worden ist, und selbst dann, wenn für diesen Fall der Vermittler die Rückzahlung ausdrücklich versprochen hatte. Das Reichsgericht billigte diese Rechtsanschauung. Der Sachverhalt war folgender. Cin Architekt K. in Berlin erließ in einer hessischen Zeitung eine Chiffreanzeige„Rasche und billige Beschaffung von Haflicfc- rantentiteln". Aus Grund dieser Anzeige trat ein Kaufmann D. in Gießen mit K. in Verbindung. Beide schlössen am 20. März 1012 einen Vertrag, wonach K. sein Möglichstes tun sollte, damit der Titel als Hoflieferant des Fürsten von Lippe-Detmold an D. verliehen werde; zur Durchführung dieser Bemühungen als Spesen und Honorar hatte D. an K. 4500 M. zu zahlen; sollte der Titel nicht innerhalb sechs Wochen verliehe» sein, so sollte T. die im voraus zu zahlenden 4500 M. zurückverlangen können; für die Beschaffung des königlich spanischen Hoflieferaiitenlitels an Stelle des lippischen Titels sollte D. 5000 M. zahlen, lieber die 4500 Mark stellte D. einen Wechsel aus, den er auch bei Verfall ein- löste. Mit dem lippischen Hoflieserantentitel wurde es aber nichts. Es wurde dann der Versuch gemacht, den spanischen Hoflieferanten- iitcl zu erlangen. In einem Nachtragsabkommen vom 17. Januar 1018 verpflichtete sich K., die erhaltenen 4500 M. an D. zurückzuzahlen, wenn D. nicht bis zum 20. Mai 1918 die Ernennungs- Urkunde, laut welcher er zum Hoslieferanten des Königs von Spanien ernannt sei, im Besitz haben sollte. Aber auch der spanische Titel blieb ans. D. verlangt nun von K. auf Grund der beiden Verträge'Rückzahlung der 4500 M. Während das Landgericht Berlin den Beklagten zur Rückzahlung verurteilte, hat das Kammergericht die Klage abgewiesen. In seiner Urteilsbegründung führt das Kammergericht aus: Der Vertrag vom März 1012, durch den der Beklagte sich zur Ver- schaffung des Hoflieferantentitels gegen Bezahlung verpflichtete und der sich als Werkvertrag im Sinne des§ 631 B.G.B, darstellt, verstößt gegen die gute» Sitten. In dieser Beziehung ist die Herr- schende Volksauffassung maßgebend, und zwar sind nicht die in Spanien herrschenden Anschauungen zugrunde zu legen, sondern die in Deutschland bestehenden. Nach deutschen Anschauungen ist der Vertrag aber unsittlich. Auch wenn der Hoflieserantentitel nickt durch Bestechung oder sonstige unlautere Mittel verschafft werden sollte, so verstößt rs doch schon schlechthin gegen die gute» Sitten, wenn jemand sich gegen Entgelt verpflichtet, einem anderen einen Titel zu verichasfe». Das herrschende Bolksbewußtseiu empfindet es als unsittlich, daß ein Titel gegen Entgelt verkauft wird. Der Vertrag vom März 1912 ist daher uichtig, und der Kläger würde deshalb weder zur Hingabe des Vorschusses, noch sonst zur Erfüllung des Vertrages verpflichtet gewesen sein. Nachdem er aber den Wechsel eingelöst hat, kann er den gezahlten Betrag nicht mehr zurückfordern. Ter Kläger kann sich für seinen Anspruch auch nickt auf den Nachtragsvertrag vom Januar 1913 berufen. Dieser zweite Vertrag ist nur eine Bestätigung des ersten Ver- träges; er enthält kein selbständiges Schuldoerjprecheii; aus ihm können deshalb auch keine besonderen Rechte hergeleitet werden. £hne Erfolg legte der Kläger das Rechtsmittel der Revision cin. Franenversammlungen während des Krieges. Einem Aufruf der Genossiii Z i e tz in der„Gleichheit entnehmen wir; „In vielen Orten des Reiches haben seit Kriegsausbruch Frauenversammlungen stattgesunden, die sich eines sehr starken Besuches erfreuten. Durchweg haben sie sich mit den Maßnahmen der Hilfsaktionen befaßt, die in allen größeren Orten unter nouimen worden sind. Ten Frauen ist in diesen Versammlungen Rechtsbelehrung erteilt worden über ihre Ansprüche an die städtischen und staat lichen llntcrftützungen, über das Mietsrecht, die Mietsbeihilfe und die in vielen Orten eingerichteten Mietsämter. Es wurde ihnen mitgeteilt, wo sie ihre Kinder unterbringen können, wenn sie sekbs der Erwerbsarbeit nachgehen, wo Arbeitsgelegenheit nachgewiesen Ivird, wer bei Krankheit und im Wochenbett ihnen beisteht und sie pflegt und vieles andere mehr. Und diese Belehrungen waren den meisten Frauen nicht nur Wegweiser und Ratgeber bei inateri eller Not, sie waren ihnen vielmehr eine Erlösung aus der Verein samung, eine Befreiung vom Gefühl des Verlassenseins, oft genug von Verzweiflung. Ende November und Anfang Dezember haben auch in Berlin eine Anzahl stark besuchter Frauenversammlungen stattgefunden, deren Tagesordnung lautete:„Wer hilft den Frauen der Krieger und der Arbeitslosen?" Unter diesem Thema ist zunächst die ganze Hilfsaktion besprochen worden. Es wurde des weiteren dargelegt, welche Anträge der Parteiborstand und die Generalkommission der Gewerkschaften der Regierung unter breitet haben, um eine durchgreifende Fürsorge für die Krieger sraucn und für die Arbeitslosen herbeizuführen; welche Vor- schlüge die gleichen Krörperschaften der Regierung machten, damit die Bevölkerung bestmöglich mit Itahrungsmitteln versorgt und durch die Festsetzung von niederen Höchstpreisen vor der Aus- Wucherung durch Spekulanten bewahrt werde. Bei dem allein wurde wieder und wieder betont, daß es ein soziales Recht ist, das die Frauen der Krieger und die Arbeitslosen in Anspruch nehmen, wenn sie sich ihre Unterstützung holen, ein Recht, das für die Frauen der Einberufenen zudem gesetzlich anerkannt worden ist. ES wurde gesagt, daß die Empfangendeu deshalb zwar freundlich und höflich zu sein hätten, wie es sich für jeden anständigen Menschen geziemt, jedoch nicht kriechend und hundedemütig. In den Versammlungen wurde aber auch die Frage aufge tvorfen, ob denn nur Staat und Gesellschaft Pflichten gegen die Frauen zu erfüllen hätten oder ob nicht auch die Frauen P f l i ch- ten gegen die Gesamtheit erfüllen müßten? Und diese Frage wurde mit einem sehr energischen und nachdrücklichen Ja- toohl! beantwortet.... Während die Soldaten im Felde Riesenopfer bringen, können sie von denen in der Heimat und insbesondere von ihren Frauen eines fordern: daß diese alles tun, damit die Angehörigen de Krieger, die Kinder, Eltern, Geschwister und nicht zuletzt das eigene Weib gesund an Körper und Geist erhalten bleiben. Und darum haben wir auch Sorge zu tragen, daß der Geist der Roheit, der Barbarei, der Völkerberhctzuug keine Stätte in den Familien der Volksmassen findet. Die Mütter sollten ihren Kindern wieder und wieder sagen, daß die Russen, die Franzosen und die Eng- länder, die im Kriege den Deutschen und Oesterreichern gegen überstehen, nichts anderes tun, als was diese ihnen tun; daß auch sie ebenso wenig wie wir den Krieg gewollt haben, und daß sie ebenso wie unsere Krieger in dem Glauben kämpfen, ihr Vater- land mit Aufbringung aller Kräfte verteidigen zu müssen. Sie sollten ihren Kindern sagen, daß jeder der Soldaten auf der anderen Seite daheim auch eine Mutter hat, die um ihn sorgt und weint; daß die meisten daheim auch Weib und Kinder zurück- gelassen haben, die täglich mit bebender Lippe die Frage wieder- holen: Ob unser Vater noch lebt? Ob er gesund heimkehren wird? So sollen die Mütter den Geist edler Menschlichkeit in den Kin- der» wachhalten und ihre Herzen für ein großes Erbarmen und ein schönes Mitgefühl empfänglich machen. Dank ihnen darf das schöne Goethewort im Kriege nicht vergessen oder gar verpönt werden:„Edel sei der Mensch, hilffeich und gut." Wie wir uns innerlich zum Kriege stellen, wie sehr wir uns unablässig gegenwärtig halten, daß es eine harte, bittere Not- wendigkeit ist, die unS in das blutige Ringen mit unseren frühe- ren Kampfesgenossen getrieben hat; in wie hohem Maße die sozia- listischen Ideale in Herz und Hirn lebendig bleiben und all unser Tun bestimmen, davon wird es auch wesentlich abhängen, wie wir nach Beendigung des Krieges überall wieder leicht und schnell die notwendige kostbare Verständigung finden und das Band internationaler Kameradschaft und Freundschaft neu und fest knüpfen können. Doch noch eine weitere Pflicht wurde den Frauen ins Ge- dächtnis gerufen: die Pflicht im Dienste der Parteiorgani- sation, der Gewerkschaften und der Genössenschaften wie für die Verbreitung der Parteipresse zu wirken. Beides: die Organisationen und die Presse sind K u l t u r w e r k e, die sich die Arbeiter selber geschaffen haben, und nicht zuletzt haben die Ge- Nossen, die jetzt im Felde stehen, ihre beste Kraft dafür eingesetzt. Es wäre das Böseste und Schlimmste, was wir ihnen antun körnt- ten, wenn wir etwas unterlassen würden, was notwendig ist, diese beiden Einrichtungen, die besten Waffen für den sozialen Aufstieg des Arbeitsvolkes und seine Befreiung, intakt zu erhalten, oder wenn wir gar etwas täten, was diese Waffen zu schädigen ver- möchte. Frauen, die bisher noch nicht bei uns organisiert waren, sollten jetzt in unsere Reihen treten, und die Tatsache ihres Ein- tritts im Feldpostbrief ihrem Manne mitteilen. Eine größere Freude könnten sie diesem sicher nicht machen. Die bereits organi- sierten Frauen aber müssen mit verdoppelter Kraft in der Organi- sation und für sie wirken. Ferner: ohne Zeitung kann gegenwärtig kein Mensch sein. Die Frauen der im Felde Stehenden sollten deshalb die Partei- presse abonnieren und itachdem sie selbst sie gelesen, per Feldpost ihrem Manne senden. Das Verschicken kostet bekanntlich nichts. In ihren Feldpostbriefen schreiben die Ge- Nossen, daß sie geradezu hungrig sind nach sozialdemokratischer Zeitungslektüre, daß jeder Fetzen Papier gelesen wird. Da wäre es unverantwortlich, wenn die Genossinnen, die Kriegerfrauen ihren Männern nicht täglich die Parteizeitung schicken würden. Handeln die Frauen in diesem Sinne, so haben auch sie ihre Pflicht erfüllt. Ein starkes Band schöner Solidarität wird die Heimge- bliebenen umschlingen, sie werden bereit und wohlgerüstet sein, die Heimkehrenden zu empfangen, wenn erst der furchtbare Krieg be- endet sein wird und wir alle wieder gemeinsam für die Verwirk- lichung der hohen Ideale des Sozialismus wirken können." kleine Nachrichten. Gestatten, mein 9tame ist Müller: Im„Kunstwart" macht ein Mitarbeiter einige launige Be-- incrkunge» zu der deutschen VorstellungSwut: An der Wirtshaustafel. Bevor sie sich setzen, verbeugen sie sich und sprechen nach rechts und links und gegenüber mit mystischen Tönen:„Müller!"„Schulze!"„Meier!" Im Parke des Badeortes kommen durch irgend einen Zufall ein paar ins Gespräch und unterhalten sich reckt angenehm. Mit einem Male unterbricht der eine die Rede, lüftet den Hut und lagt:„UebngenS geslalten Sie, daß ich mich vorstelle, Lehmann." Woraus dann der andere ein Gleiches tut. Demt siehe, er heißt Krause. Jemand wird für den Bruchteil einer Minute mit zwei Herren zusammengeführt, von denen er nur den einen persönlich kennt. Aber der greift der Göttin Gelegenheit an die Stirnlocke:„Darf ich die Herren bekannt machen? Herr Hinze— Herr Kunze." Das find so die Hauptgelegenheiten, wo der„gebildete Mensch" den heiligen Eifer entwickelt, sich vorzustellen. Aber warum denn? Jeder beliebige Mensch, den kennen zu lernen ich ganz und gar keine Neigung habe, drängt mir seinen mir durchaus gleichgültigen Namen auf und zwingt mich außerdem dadurch, ihm den meinen zu itettnett, obgleich ich zu dieser Herausgabe meines ureigenen Be- sitzeS nicht im geringsten gewillt bin. Die Vernunft des höflichen Auftretens wird hier zum Unsinn und Unfug der Zudring- lichkeit. Wenn mir cin freundlicher Zufall— selten genug— das angenehme Gefühl gewäbrt, mich rein als Mensch mit einem Menschen zu unterhalten, welcher zwingende Grund liegt dann vor, welchen Sinn hat es dann, mir dieses Gefühl zu rauben und die Freude darüber zu beeinträchtigen? Vorher stand ich dem anderen völlig unbefangen gegenüber, nur als Mensch dem Menschen. Weiß ich aber erst, wie er heißt und was er ist, wo- inöglich auch wie gut oder schleckt es mit seinem Geldbeutel destellt ist— denn Stand und Einkommen zu enthüllen, gehört für viele ebenfalls zum dringenden Bedürfnis— dann steht er mir nicht mehr nur als Mensch, sondern als ein so und so beschaffener Mensch gegenüber, den ick gleich durch eine besonders gefärbte Brille be- irächtett muß. Gerade bei solchen Gelegenheiten wird die eilige Borstellung sehr häufig mit dem Worte„übrigens" eingeleitet. Waö ihre Ueberflüssigkeit selber betont. Außerdem: Mau versteht die Namen ja doch nicht. Ost, weil man sie mit Absicht undeutlich spricht. Also: wozu der Unsinn? Tod durch eigenen Leichtsinn. Am Sonntagnachmittag ereignete sich in A s ch e r S l c b c n cin gräßliches Unglück. Der dort wohnende Rangierführer Oertel halte ach am Sonnabendabend drei Arbeiter seiner Kolonne zu einem Achtel Bier eingeladen. Er hatte vorher auf der Bahn eine Feld- g r a n a t e an sich genommen. Der Einladung war aber nur der Eisenbahnarbeiter Marscheider gefolgt, Sie probierten beim Trinken an der Granate herum. Am Sonntagnachmittag sollte nun Fort- etzung folgen. M. kam wieder allein zu Oe. und setzte nun die Versuche fort. Die Granate kam zur Explosion und zerriß den M. buchstäblich. Oe,, der in demselben Raum saß und sich die Füße badete, erlitt schwere Verletzungen am linken Arm und und der linken Gesichtshälfte. Er wurde dem Krankenhause zugc- iihrt. Der Raum, in dem sich die beiden Leute befanden, ist stark beschädigt. Das Geschoß ist durch daS Fenster geflogen. Ein- zelne Körperteile des Di arsch eider lagen auf den benachbarten Dächern. Eine Granate gleichen KaliberS, die M. jedenfalls auch auf der Bahn entnommen hatte, wurde beschlag- nahmt._ Befördert. Wie lvir in der„Schwäbischen Tagwacht" lesen, ist Reichstags- abgeordneter Hermann Wendel zum OfsizierSstellvertreter befördert worden. Wendel hatte sich bei Kriegsausbruch als Kriegs frei- lo i l l i g e r gemeldet.____ Sitzungstage der Stadt- und Gemeindevertretungen. Lichtenberg. Henic Donmrstag, 6 Uhr, im RalhauS, Möllendots- iraßc. Ties« SiNungcii sind öffentlich. Jeder Gemcindeangchötlge ist be- techtigt, ihnen als Zuhöret beizuwohnen. ilt eingegangene Druckschriften. Tie Nenjahrsnummcr des„Wahren Jacob- ist soeben erschienen und enthält u, a, einen warmen Nachrus sür den verstorbenen Partei- Veteranen Leonhard Tausche r, dem cin gutes Bild desselben beigegeben ist, Der Preis der Nummer ist 10 Pf. Von der„Gleichheit-, Zeitschrist sür die Jnieresten der Arbeiterlimen unS soeben die Nr. 8 des 25, Jahrganges zugegangen. Aus dem Inhalt dieser Nummer heben wir hervor: Keine Illusion.— Frauen- Versammlungen während des Kriegs. Von Luise Zieh.— Wir Frauen, Gedicht von Beilb Scherz.— Notizenteil: Dienstbotensrage.— Für den Frieden.— Fraueni'limmrecht. Mit den Beilagen: Für unsere Mütter und Hausfrauen und Für unlere Kinder, Die„Gleichheit" erscheint alle 14 Tage einmal. Preis der Nummer 10 Pf. Zeitschrift für Uommunalwissenschaft. Hcsl 8/S. Herausgegeben von Diplomingcnier A, Betlowitz. Monatl. ein Hess. Jährl. 15 M. Deutsche BerlagSanstalt, Stuttgart, Natur und Gescllsa aft. Bd. 2, Hest 4, Herausgegeben von der Naturw.-Soziol. Gesellschaft. Jährlich 12 Hest« b Mi Soziologischer Verlag, Charlottcnburg 5. Reimchronik deS grosieu Krieges. Herausgegeben von W, Aid- mann. 1,20 M,, geb. l.SO M. A.Auers Musik- und Buchverlag, Stuttgart. öriefkaften üer Reüaktion. Die iurisiisch- Eprechstunde findet für Wonnenten Lindenstr. 3, IV. Hof rechts, parterre, am Montag bis Freitag von t bis 7 Uhr, am Sonnabend Briefkasten bestimmten Ansrage Merkzetchen beizufügen. Briefliche denen leine AbonnementSauittung Eilige Fragen trage man in der und dergleichen bringe man in die von t> bis ö Uhr statt, Feder sür den ein Buchstabe und eine Zahl als Antwort wird nicht erteilt. Anfragen, beigefügt ist, werden nicht beantwortet. prechstunde vor.!!> ertrage, Schriftstitcke Sprechstunde mit. Z. 7. Der Wirt ist im Recht, die Kündigung mutzte am 28. Dezember in seinem Besitz sein.— H. K. 31. 1. Sie haben nur Anspruch auS der niediigslen Lvhnklasse. 2. Sic haben Anspruch aui Wartegeld.— F. W. IVO." Wegen Hacmorrhoidallciden nur landsturmpflichtig.— H. 8. 106. Wenn Sie nicht selbst kommen können, schicken Sie doch jemand mit Ihrer Sache in die Sprechstunde.— F. W. 1000. Wenn das Zimmer nicht gekündigt ist, haben Sie Anspruch auf Miete— l*. SoS. Wegen Lungen- leiden dienstuntauglich— Zl. M. Moabit. Wenn der Vater zum Unter- halt des mieheltcheu Kindes verpflichtet wurde, haben Sie Ausbruch aus Unterstützung.— O. S. 100. Beim Magistrat.— F. B. 73. Ballen am Futz; wahrscheinlich felddienftiähig.— M. D. 100. 1. 400 Mark. "'Nein. Wenn die Frau invalid ist, bekommt sie Wilwenuntenstützung. _ic soll ihre Ansprüche anmelden. 8. Nur wenn die Mitalicdschost bei der Krankenkasse fortgesetzt worden ist oder wenn daS Mtglied innerhalb drei Wochen nach Ausscheiden aus der verflchc rungSpflichtigen Belchästigung ver- storbcn ist.— A. F. 30. Der binterbliebene Ehegatte und das Kind erben. — H. K. 38. Die Landesversicherungsanstalt Hai keinerlei Leistungen zu gewahren.— Es kann jemand die Staatsangehörigkeit sämtlicher deutscher Bundesstaaten erwerben.— M. 3. Wegen Herzkranlheit dienstuntauglich. Sie sind aber ans dem MUitärverhättnis noch nicht ausgeschieden und können noch eingezogen werden.— N. P. 12. Wegen Kurzsichtigleit zurüädeitellt.— O. P. vi». 1. Nein. 2. Nein. 3. Ja.— A. L. 11. 1. Rem. 2. Sassen Sie sich durch den Wirt unterfchristlich bestätigen, datz Sie mit dem i. April vom Vertrage entbunden sind.— P. A. 162. Sie können auf Scheidung klagen. 2. Die von Ihnen beabsichtigte Mit- teilung wäre zwecklos. Der Arzt wird sicher zwischen Rheumatismus und Lungenleiden zu entscheiden wissen.— C. F. 373. 1. Die Bezeichnung nimmt nur aus daS äutzcre Aussehen bezug.— Hainz 14. Wegen Er- krankung der Augen zurückgestellt.— G. B. 100. Ja.— E. L. 24. Das bestimmt die Militärbehörde. Ihr Mann kann sich aber mit einer Eivgabe an das Kriegsministerium wenden.— A. I. Nein. Wettarausiicbten für das mittlere Norddeutschland bis FreitagmAtag: West- mid ostwärts sorlschreitcnde langsame Erwärmung, im Südioeflen zeiltvcife auskärend, sonst überall vorwiegend bewöltt und nebelig, im Östlichen Küstettgebiele leichte Niederschläge.