Ur. 9.- 33. JakM. NdonnementZ-keSIngungen: Nvonncments- Preis Lränumerand»! Vierieljädrl. 520 Ml. monotL 1,10 Ml, wöchenlllch 25 Pfg, frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Psft Sonniags» nummer mii illustrierter Sonntagsbeilage.Die Neue Well" lll Post» Llbonncment: l.Ill Marl pro Monat. Eingelragen in die Post- ZeitungS. Preisliste. Unter Kreuzband für Deulschland und Ocslerreich• Ungarn 2�0 Marl, für das übrige Ausland i Marl pro Monat. Postabonnements nehmen an: Belgien, Dänemarl, Holland. Italien. Luxembura. Portugal, Liumänisn, Schweden und die Schweiz. cilcheint lZgllch. Verlinev Volksblnkt. � S pksnnig) vle snsettlon5-6eblll,f tetrügt für die fcchZgespalleiie kkolonel. zcilc oder deren Raum Kg Psg, sjir politische und gewerlschafUichc Bercins und PersamnilungS-Anzeigen»a B>g „Al-in- Anreizen", das fcttgcdruS Wort 20 Pfg.(zulässig 2 fcttgedruiltc Wortes, jedes lveiterc Wort lv P>g Stellengesuche und Schlafslellenan zeigen das erste Wort lll Psg., jedes weitere Wort 5 Psg. Worte über löBuclv slabcn zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Erpeditton abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet, Telegramm- Adresse: „Seziaidemekrat Kcrila'*. NO 55 Zcntralorgan der fozialdcmohrat» f eben Partei Deutfcblands. Neöaktion; SV). 68, Linöenstcahe 3. Fernsprecher: Amt Mort9pla9, Nr. 99— 97. ÜlWII! l'»»MI Willis Sonnabend, den 9. Januar 1913. Expeüition: SW. 68, Linüenstraße 3. Tsernsprechcr: Amt Älkoritzplai!, Nr. l!>l 97. ersolgrelchsp Westlicher Kriegsschauplatz. Die Kämpfe vom 25. Dezember bis 5. Januar in französischem Licht. Paris, 8. Januar. sT.!!.)• Das Kriegsministerium veröffentlicht einen Ueberblick über die Ergebnisse der Kämpfe zwischen dem 25. Dezember bis zum 5. Januar. Es wird darin betont, daß trotz des infolge des schlechten Wetters scheußlichen Zuftandes des Terrains drei bedeutende Gefechte stattgefunden hätten, alle mit ausgesprochenem Erfolg für die Franzosen. Es seien dies die Einnahme von St. Georges, die Ausdehnung des französischen Terrains bei Perthes und die Einnahme von Steinbach. Außer- dem habe sich auf der ganzen Ausdehnung der Front die Offensiv- tätigkeit unaufhörlich durch Gewinne bekundet. An gewissen Punkten habe der Feind nur wenig reagiert, während er auf anderen heftige Gegenangriffe unternommen habe. Diese seien überall zurückgeschlagen worden, nirgends habe der Feind Erfolge erzielt, die sich auch nur im entferntesten mit denjenigen der- gleichen ließen, die diese elf Tage den Franzosen eingebracht hätten. Der Gesunöheitszuftanö öer französischen Truppen. Lyon, 8. Januar. fW. T. B.) Der„Progrös" meldet: Der G e s u n d h e i t s a u s s cd u ß der Kammer, der den Ober- kommandierenden I o f f r e gebeten halte, an der Fiom eine Unler- suchung über den Gesundheilszustand der Truppen durchführen zu dürfen, hat den Bescheid erhalten, Joffre werde dem Vorsitzen- den des Ausschusses sowie einigen Mitgliedern die Untersuchung er- möglichen. ES sei aber unzulässig, daß alle 44 Mitglieder des Aus- schusses an der Front verweilen. „Humanile" meldet dazu: Der K a m m e r a u s s ch u ß für Gesundheitswesen nahm einen Anlrag an, in dem das Bedauern darüber ausgedrückt wird, daß es ihm infolge des Beschlusses des Generalissimus Joffre unmöglich sei, an Ort und Stelle Fest- stcllungen über das Funktionieren des Sanitätsdienstes der Armee machen zu können, um die Einführung von Verbesserungen zu er- Wägen..Humanitö" fügt hinzu: Dienste, die gut funktionieren, fürchten keine Kontrolle, die anderen Dienste wollen keine Kontrolle. Englische Verluste beim Fliegerangriff auf Cuxhaven. Basel, 7. Januar. kW. T. B.) Den„Baslcr Nachrichten" lvird aus London berichtet, daß der Luftangriff aus Cuxhaven nicht von sieben, sondern von neun Flug- zeugen ausgeführt wurde, von denen nach den Aussagen des in Amsterdam weilenden Luftschiffers Hewlett s e ch s vernichtet worden sind. Gestlicher Kriegsschauplatz. Eine rujsische Zaljchmelöung. Amtlich. Berlin, 8� Januar.(W. T. B.) Die aus Petersöurg stammende Nachricht, daß bei Kalisch infolge des Zusammenstoßes von zwei Militärzügen tausend deutsche Soldaten getötet worden seien, trifft nicht zu. Bei dem erwähnten Eisenbahnunfall haben nur drei oder vier Leute ihr Leben emgebüßt, zwei find verwundet worden. Zehn rusiksche Flugzeuge vernichtet. Basel, 7. Januar.(W. T. B.) Die„Basler Nachrichten" berichten: Nach dem„Nnßkoje Sloivo" sind bei den Kämpfen bei Lodz und L o w i c z zehn r u s s i s ch e A e r o p l a n e verloren gegangen. vom österreichisch.rustlsthen Kriegssthauplatz. Zur Lage Przempsls. Wicu, 8. Januar. lW. T. B.) Die Kriegsbericht- e r st a t t e r der Blätter melden: Um P r z e m y s l herrscht ver- hältnismäßig Ruhe. Tie Angriffsveriuche des Feindes verlaufen er- gebnislos. Die Besatzung macht regelmäßige Ausfälle, die mit der Hcrembringung von Gesangenen und erbeutetem Kriegsmaterial ciidigcn. Der Poslvcrkchr wird, wenn die Witterung es erlaubt, durch Flugzeuge besorgt. Vor Przemtiil wiederholen sich die Mculerungsversllche russischer Soldaten, die sich weigern zu stürmen. Einige Bataillone wurden bereits abtransportiert. Viele Soldaten wurden in den letzten Tagen von Offizieren niedergeschossen. In den Karpathen find die Flüsse vielfach ausgetreten. Die Bodenver- Hältnisse sind derart schlecht, daß Operationen beinahe ganz unmög- Uch find. Die Melölmg öes Orssien Hauptquartiers Amtlich. Großes Hauptquartier, den 8. Januar 1915.(W. T. B.) Wesi!i6)Lr Kriegsschauplatz. Der andauernde Regen sumpft das Gelände in Flandern mehr und mehr an, so daß die Operationen stark behindert werden. Oesi- lich Reims versuchten die Franzosen heute nacht, uns einen Vorgraben zu entreißen. Durch einen sofort angesetzten Gegenangriff wurden sie in ihre Stellungen zurückgeworfen und verloren fünfzig Gefangene an uns. In der Mitte und im Ostteil der Argonnen machten unsere Truppen wieder Fortschritte. Ein nächtlicher französischer Angriff gegen unsere Stellung am Buchenkopf südlich Diedols- hausen sVoaesen) wurde abgewiesen. Wiederholte Angriffe der Franzosen auf die Höhe westlich Sennheim brachen in unserem Artilleriefeuer zusammen. Wir machten zwei Offiziere und hundert Mann zu Gefangenen. Um die Ortschaft Ober-Burnhaupt südlich Sennheim wird zurzeit noch gekämpft. Oesilicher Kriegsschauplatz. Auch im Osten herrschte ungünstige Witterung. An der ostpreußischen Grenze und im nördlichen Polen änderte sich nichts. Oestlich der Rawka schritten unsere Angriffe fort, 1600 Russen wurden gesangen genommen, fünf Maschinengewehre von uns erbeutet. Auf dem östlichen Pilica-Afer fanden nur Artilleriekämpfe statt. Oberste Heeresleitung. * * Der österreichische Generalstabsberickt. Wien, 8. Januar.(W. T. B.) A m t I i ch wird vcr- lautbart: 8. Januar 1915: Die allgemeine Lage ist unverändert. Keine andauernden Kämpfe. In den O st b e s k i d e n wnrdc ein über die Höhen oft- � lich Czeremcha von starken russischen Kräften angesetzter Vor■ stoß durch Gegenangriff weit zurückgeschlagen» hierbei-Istp Gefangene und drei Maschinengewehre eingebracht. Am südlichen Kriegsschauplatz scheiterte ein Nachtangriff aus unsere Vorpostenlinie bei A v t o v a c vollkommen. Der Stellvertreter des Chefs des Gcncralstabs. von Hocser, Fcldmarschallcutnant. Der türkische Krieg. Der türkische Generalstabsbericht. Konstantiiiopel, 8. Januar.(W. T. B.) Amtliche Mel- d u n g. Unsere in der Gegend von Aserbeidschan operieren- den Truppen haben K o t u r besetzt. Der Feind hat auch diese Gegend verlassen und sich in der Richtung nach Salmas und Choi zurückgezogen. Unter den in den Kämpfen bei Mianduab Gefallenen befindet sich auch Großfürst Alexander Michaelowitsch, Gencraladjutmit des Zaren, und der russische Konsul von Saudschbnlak. Zum türkischen Vormarsch in Persien. Konstantiilopel, 8. Januar.(W. T. V.) Der Vormarsch der türkischen Truppen in P c r s i s ch- A s s e r b e i d s ch a n wird als überaus bedeutsam betrachtet, denn die oSmanische Armee wird ans diese Weise beständig durch Taufende von kurdischen und persischen Freiwilligen verstärkt. Die Russen habe» bereits die wichngsicn Punkte de? von ihnen besetzten Gebiets verloren und sich .nach Merache an der Straße nach Täbris zurückgezogen. tief ßMa. das bisherige kriegscrgebnis. Von Richard G ä d k c. Das Ergebnis der ersten fünf Kriegsmonate für die verbündeten Heere Deutschlands und Oesterreich-Ungarns wird inan am kürzesten dahin zusaininensassen dürfen, daß es ihnen überall geglückt ist, die Gegner in die Verteidigung zurückzn- Wersen. Das Gebiet des Deutschen Reiches ist mit Ausnahm> weniger Grenzstriche in Ostpreußen und iin südlichen Elsas: frei vom Feinde. Die Schäden des KriegSswrms mrschädlia zu»rächen, der einige Woclsen hindurch über Ostpreußen gc braust ist. sind wir schon setzt eifrig am Werke. Ganz Belgien. mit Ausnahme eines kleinen Kipfels, ist in unsereü Händen und ist uns mit seiner Kohle und seiner Industrie schon jetzt dienstbar. Ter Besitz der belgischen Küste bilde: eine ernste und schwer empfundene Drohung für England u»j gefährdet seine maritime Ueberlegenheit wenigstens ans eine:: beschränkten, sich aber altmählich erweiterndem Gebiete. Eck: an Ausdehnung Belgiens etwa gleicher Teil Frankreichs in gleichfalls unter unserer Herrschast, und auch dort haben wir Kohlenbergtverke und eine blühende Industrie dem Gegner entzogen. Dieser selbst aber-schädigt durch seine eigenen, seit Monaten an den Ort gebannten Trnppenmassen einen noch größeren Raum des heimischen Landes und bat seine Volt-- traft viel schärfer anspannen müssen, um den hohen Anforde rungen des Krieges militärisch gewachsen zu bleiben. Im Osten haben wir beträchtliche Landstrickst: Polens in unserer Hand lind beziehen ans dem größtenteils wohlhabenden Lande einen Teil des Unterhalts für unsere Heere: auch hier wiederum sind sehr wichtige Kohlengruben von uns oder u>: seren Verbündeten mit Beschlag belegt, deren Ausbeute der Gegner für seine Weichielfestungen schmerzlich vermißt. Als einziger Schnldposten steht demgegenüber der Verlust de-: größten Teils von tssalizien an die Russen, ein Verlust, der iliis doch nicht unmittelbar trifft und von-Oesterreich-Ungarn zeitweise ertragen werden kann. Augenblicklich scheint dieser Gewinn des Feindes bereits wieder gefährdet zu sein. All das mag schließlich wenig erscheinen, wenn man er mit dem glänzenden Anfang des Krieges vergleicht. Uno niemand ist weniger geneigt als ich, zu leugnen, daß es noch großer Unstrenguiigen bedürfen ivird, um dm dauerhaften Frieden zu erkämpfen, auf den wir alle hoffen. Aber wir haben doch eine ganze Menge erreicht, wenn lvir an die überlegenen Streitmasscn denken, die unsere Gegner gegen uns aufbieten konnten! Es ist unwahrscheinlich, daß ihnen in Knkunft möglich sein wird, was sie mit ihren besten n w noch unerschntterten Truppen in den ersten fünf Monaten nicht erreichen konnten. Ihr Verlust war reichlich 600 000 Offiziere und Mannschaften allein an Gefangenen, ihre Ein büße an Kriegsmaterial aller Art fällt schließlich schwer in die Wagschale: dazu tritt übrigens noch der Verlust der Russen an die Oesterreicher, der den der letzteren aller Wahr- scheinlichkeit nach gleichfalls übersteigt. Man darf annehmen. daß die Aufstellniig kriegstüchtiger neuer Truppen den drei Gegnern schwerer fallen wird als uns. und daß ihnen so mit der Zeit sogar die Zahlüberlegenheit in der Feldschlacht ab- handen kommen wird. Im Westen befinden sich die Tinge in einem labilen Gleichgewicht der beiden Gegner. Ilnsere Versuche, die seind liche Stellung in Flandern einzurennen, haben zu einem vollen Erfolge, besonders infolge der Ueberschwemmung, nicht geführt. Die Gegner halten sich die Wage. Beide Parteien hglten sich gegenseitig fest, Brust an Brust gepreßt. Die Versuche Josfres, zur Offensive überzugeben, sind völlig gescheitert. Damit ist freilich nicht gesagt, daß sie nicht mit größerer Tgtkrgst und mit stärkeren Massen wiederholt werden könnten. Man hat in der-letzten Zeit wiederholt von der Bildung eines neuen französischen Heeres und der Absicht des französi schen Oberseldherrn gespochen, mit ihm durch den Oberelsaß gegen die deutschen Verbindungen vorzugehen. Im allge- meinen verlieren Ilnternehmungen. von denen man so lange vorher spricht, viel von ihren Aussichten. Davon abgesehen. wäre der Gedanke ja so übel nicht. Aber mit Gedanken allein gewinnt man keine Kriege, jeder bessere Kriegs? chiiler kann sie schließlich haben. Zuletzt kommt es immer noch auf die Gegenrnaßregeln des Feindes an und darauf, daß inan nnci? im Kampfe der Sieger bleibt. Das„dumme Gesicge" ist ja nach dein zu früh verstorbenen Feldmarschall Grasen Schlieffeil letzten Endes das entscheidende. Ter Beharrungszustand. wie er seit Monaten aus dem westl'chen Knegsschanplatze besreht, bat aber der deutschen Heeresleitung cnnögllcht, im Osten so viel Kräfte änzu sammeln, daß man dort einen vollen Sieg über die russische Heeresniacht anstreben durfte. Die große Gunst der zentralen Lage Teutschlands und Ocsterreichffsqgariis und unser manniüfirflc? Eisenbahnnetz aaben nnN den arosien Verteil ui die Hand, verschiedene und weitgetremite Gegner durch dieselben Trnpven bekämpseir zu können. Armeekorps, die denke im Westeil fochten, konnten wenige Tage später t-(W Vtilometer weiter östlich auftreten und so das llebergewicht der feindlichen iWussen ivenigstens teilweise ausgleichen. Ter Schulung und der Hingebung unserer Eisenbahner sind wir ebensoviel Tank schuldig wie der Äriegstnchtigkeit u nd dem Tpferiuut unserer Truppen. Ter genialen Äriegsführung Hindenburgs gelang es. den keineswegs luitiichtigen russischen ffeldherrn nlitten in seiner Tünden Maienblüte gn ertappen und gu strafen. Wie er eitrig westwärts strebte, deiil Kerne Teutschlands au, mit den Verbündeten in Flandern durch eine mächtige Angriffs-- bewegiuig die ersehnte Entlastung>u bringen, wurde er überraschend von den deutschen Heerscharen im Norden, von den verbündeten Testerreichern im 2 iiden Polens angefallen. Er erlitt eine Angaht verlnstreicher Teilniederlagen und tonnte nur unter größter Anstrengung seiner Truppen den beiden verbündeten Heeren eine neue Fnmt entgegensetzen. In schweren und blutigen Kämpfen wurde auch diese weiter und ineitcr zurückgedrängt, während eine kombinierte Armee von Oesterreickern und Tentschen über den Weltteil der Karpathen hinüber seine äußerste linke sv tanke plötzlich zu umfassen und ans die Wr'ichsel in nördlicher Richtung zurückzuwerfen begann. Am 17. Tc.zember schien es einen Augenblick, als werde das gewaltige russische Hanptheer eine entscheidende Niederlage noch ivesllich der Weichsel erleiden und nur in Trümmern oft- wärtS entkommen. Mit unleugbarem Geschick und eherner Entschlossenheit hat sich die russische S�ereoleitung dieser Gefahr entzogen. In inichtlichem Abniarsche wich sie iuii eine vorbereitete, starke Stellung näher der Weichsel zurück, wo sie auf engerem Räume und darum mit größerer Kraft ibren zähen Widerstand fort- setzte. Zugleich rasite der feindliche Feldherr alles znsaininen, was er erübrigen konnte, scheint aitch die Belagerniigsarmee von Przemysl geschwächt Ztl haben, nni die Gefahr, die seinem linken Flügel drohte, zu beseitigen. In verzweifelten, mehr- tägigen Angrisseii hat er den rechten österreichischen Flügel aiif den Kamin der Karpathen zurückgelvorfen titid damit wieder!t.'icht nnd Belvegiingsranm gewoimen. Tie Gefahr bestellt gleichivohl weiter, sie wird in die Erscheinung treten, sobald seine Massen in Polen über die Weichsel zurückgehen müssen. Hier setzen die Tentschen trotz der ungünstigen Witte- rnng, die alle Vewegungen und alle Zufuhr erschwerte, ihre nngestüine Angrisssbewegung fort und allmählich ge- lang eS� ihnen, an perschiedenen Stellen in die feindliche Front einzubrechen. Schon tämpfen sie östlich der Bznra, der Ralvka nnd der mittleren Piliza nnd stnd mir noch 40 Kilometer von Warschan entfernt. Soweit wir sehen können, steht die Schlacht günstig für sie. Taß E n g l a n d zurzeit die Seeherrschaft noch nnbe- stritten ausübt, erfahren wir täglich am eigenen Leibe. Gewisse Aussichten liegen für uns in der erfolgreichen Tätigkeit unserer Unterseeboote. Ein großes englisches Schiff nach dem andern fällt ihnen zum Opfer, die Unruhe und Besorgnis der Engländer ivachsen täglich. Tie Beschießung von Hartlepool und Scarborongh,.die deutschen Flieger über Tover rauben ihnen die Zuversicht, ans chrer Insel noch länger niniahbar zn sein. Teren Unangreifbarkeit aber bil- det für sie den Angelpunkt ihrer äußeren Politik und ihrer uriegsührungk stillt jene, dann sinken ibre Hoffnungen auf den endliche.!! Sieg glatt zu Boden. Daher die fieberhasten Versuche, ein großes Landheer aufznstelle». Und man sollte diese immerhin nicht gering schätzen? auch weniger tüchtige Truppen können in der Verteidigung vorzügllches leisten. Tie serbischen Ereignisse spielen keine entscheidende Rolle. Tas Land, um dessentwitlcn der furchtbare Weltkrieg entbrannte, ist ganz in den Hintergrund getreten. Auch sein Geschick wird sich in den Ebenen Polens und an beiden Ufern des Acrineltanals erfüllen. Homdaröement an öer Küste öes Schwarzen Meeres. Kouslautiilopel, 8. Januar.(W. T. B.) Der Große General- st ab teilt mit: Die russische Flotte hat entgegen dem internatio- nalen Recht heute die offene Stadt S i n o P e beschossen und dabei zwei Häuser leicht beschädigt. Verluste an Menschenleben sind nicht zu beklagen. Bier Barken sind gesunken. Hin- gegen haben türkische Schiffe mit Erfolg russische Truppen, die sich in und nördlich von Makriali an der russischen Küste befanden, beschossen. Am 5. Januar machte ein englischer Kreuzer östlich von M e r s i n a einen LandungSversnch. DaS Feuer unserer Küsten- wachen zwang den Feind, sich zurückzuziehen. Er ließ vier Tote zurück. Ilottenöebatte im englischen Gberhause. Londu», 8. Januar.(W. T. B.) In der gestrigen Sitzung de-- Oberhauses führte bei der Flottendebatte Marqueß of E r e w e aus: Es hat keinen Seekrieg gegeben, in dem die Suprematie aus der See so schnell und mit so geringen Kosten gewonnen wurde. England ist es gelungen, in unglaublich kurzer Zeit die Gewalt über die See zu gewinnen. Es ist unmöglich, der Flotte genug für ihre Leistungen zu danteu. Zugleich darf man die Unterstützung der australischen, französischen und. japanischen Flotte nicht vergessen. lieber die Beschießung von Scarborongh sagte Crewe: Berletznugen der Haager Konvention können in einigen Fällen erwidert werden, aber England wird sich nie aus unter- schicdslose Repressalien einlassen. Deutschlands Aktion werde sich schließlich selbst rächen. Erewe erklärte, die Flotte würde jeden Monat relativ stärker; die Bemannung jedes Schiffes würde eine Reserve erhalten. s. Zu dein Untergang des„F o r m i d a b l e" bemerkte Lord Erewe: Die Admiralität kam endgültig zu dem Schluß, daß das Liiiienschisf„Forinidable" durch zwei von einem Unterseeboot ab- geschossene Torpedos in den Grund gebohrt würde. Der Kapitän der„Formidable" sigualisierte einem anderen Schiff in der Rühe, ec- solle nicht zu Hilfe kommen, sondern wegen der Gefahr eines Angriffes des Unterseebootes fernbleiben. Erewe erklärte diese Handlungsweise unter dem Beifall des Hauses für eine tapfere Tat, würdig der Traditionen der englischen Flotte. Kriegsminister Lord Kitchener führte aus: Trotzdem deutsche Truppen vom westlichen Kriegsschauplatz nach dein Osten befördert worden waren, blieb der Feind doch stark genug, um sein ausgebildetes SN stein von Laufgräben zu behaupten und die Ver- bstndeten aufzuhalten. Die Kämpfe haben den Charakter eines F e st u n g s k r i e g e s ailgenommen. Tic einzigen bedeutenden Kämpfe zwischen Briten»nd Deutschen fanden statt, als die Lauf- gräbeu bei Givenchy, die von Jndicru besetzt waren, von den Deutschen heftig angegriffen wurden. Einige Laufgräben wurden verloren, jedoch am nächsten Tage wieder gewonnen. Tie Streit- macht Freiichs wurde durch eine Anzahl Territorialformationen nnd eine Tibision, bei der sich ein kanadisches Regiment befindet, ver- stärkt. Lord Kitchener kam hierauf aus die Lage aus dem östlichen und dem südöstlichen Kriegsschauplatz zu sprechen und ftihr dann fort: In Mesopotamien setzte das indische Erpeditionskorps den Lormarsch nach Norden fort, griff den Feind bei Kenia an, besiegte die Türken und brachte ihnen schwere Verluste bei. Ter pielbesprochene Vormarsch der Türken nach Aegypten bat bisher nicht stattgeftindeii. Kleine Abteilungen türkischer Truppen unter deutschen Offizieren wurden von englischen Flug- zeugen auf dem Marsch durch das Land östlich des Suezkanals beobachtet. ES sind jedoch keine größeren Heereskörper erschienen, und es hat auch kein nennenswertes Gefecht mit den den Kanal bewachenden Truppen stattgefunden. In O st a f r i k a mißglückte der Angriff auf die deutsche Stellung bei Tanga. Wir besetzten jedoch gewisse Punkte auf deutschem Gebiete. Die topographisclien Schwierigkeiten bilden vorläufig ein Hindernis für den weiteren Vormarsch. In Kamerun rückte ein gemischtes Korps unter General Dobell vor und besetzte einige wichtige Stellungen. Bei dem deutschen Angriffe auf die englische O st k ü st e erwiderte die Küstenbatterie in Hartlepool das Fener der deutschen Kriegs- schisse, ohne gegen die überlegenen Geschütze der deutschen Kreuzer viel ausrichten zu können. Durch den mutwilligen Angriff auf die unverteidigten Badeorte wurde kein militärischer Vorteil erzielt. Tie Rekrutierung verläuft normal. Ter vorauszusebende Rückgang in der Weihnachtswoche wurde durch die nachherige Stei- gerung fast wettgemacht, lieber 218000 Mann, die bereit sind zu dienen, haben sich in die ausgelegten Listen eingezeichnet. Während der ersten Abschnitte des Krieges gab der M a n g e l an Offizieren zu Besorgnissen Anlaß. Wir vermochten jedoch die Ojftzierkadres deS Expeditionskorps zu ergänzen, und verfügen jetzt über eine beträchtliche Anzahl Reserven. Seil Ausbruch des Krieges wurden 20 100 Offiziere in die Armee eingereiht. Lord Eurzon wünschte, daß die Erklärung Lord Kitcheners doppelt so lang und doppelt so ausführlich gewesen wäre. Er sagte: Lord Kitchener war mit seinen Mitteilungen sehr sparsam, nament- lich über die Vorgänge in Afrika und im Persischen Golfe hätte mehr gesagt werden können. Bor kurzem hörten wir, daß der deutsche Kreuzer„Königsberg" in einer Flußmündung der ostafrikanischen Küste eingeschlossen sei. Seitdem haben wir nichts mehr über das Schicksal des Schiffes und seiner Besatzung er- fahren. In den afrikanischen Berlu st listen wurde nichts über die Mannschaft gesagt. Es ist unbekannt, wer den Feldzug in Ostafrika leitet. Man kann weder die Regierung noch die lokalen Behörden tadeln, daß sie den Krieg nicht voraussahen, wohl aber, daß sie keinen Plan für einen möglichen Krieg vorbereiteten. Wir wissen nicht, ob die Operationen in Ostafrika und in Kamerun vom Kriegsamt oder von: Kolonialamt geleitet werden. Obwohl die I Deutschen auf dem Kontinent ihr KriegSziel nicht erreichten, sind ! sie doch iin Besitze fast ganz Belgiens und eines großen Teiles von Frankreich. Es ist gegenwärtig rein Anzeichen dafür vor- I h a n d e n, daß ihre Mittel erschöpft sind. Die kolossalen deutschen Streitkräfte besitzen einen Mut, der dem der englischen Soldaten gleichkommt. Dieser uns unerklärliche Mut wird durch den Haß gegen uns gestärkt, dessen wir mit unserem Phlegma- tischeren Temperament unfähig sind. Ter Krieg dürfte durch Zahlen entschieden werden. Wenn auch der Staatssekretär des Kriegsamtes eine erstaunliche Anzahl Soldaten an die Front zu schicken vermochte, so herrscht doch das Gefühl vor, daß diese Streitkräfte gegen die Stärke der Armee, die wir zn Hause ballen und eiiiiiben, u n g ü n st ig kontrastier t. Tie Erklärungen Lord Kitcheners über die Rekrutierung enttäuschten einigermaßen. Die Gesamtzahl der nörigeu Soldaten dürfte weit über zwei Millionen ausmachen. Es fragt sich, ob es möglich sein wird, diese Zahl nufzutreibeu. Die Ratio», von der man diese Opfer verlangt, verdient genauere Auskünfte. Lord E r e w e erklärte, der o st a f r i k a u i f ch e F e l d z u g werde vom Kriegsamt geführt. Eine Aufgabe der neuen Armee sei es, die furchtbar schweren Verlusie zn ersetzen. Alle Lücken seien sofort ausgefüllt worden. Lord Erewe ftibr fort: Es ist gesagt worden, daß sich die Verbündeten mit Grund beklagen könnte», daß wir nicht Streitkräfte ins Feld schicken, die unserer militärischen Stärke entsprechen. Es sollte jedoch nicht vergessen werden, was die Flotte für die Verbündeten leistet. Die An- zahl der aufgebrachten Rekruten ist zufriedenstellend. Wir haben so viele Leute, als wir im Augenblick ausbilden können. Heber die Anzahl der zu Hause und im Auslande zu verwendenden Truppen kann nichts gesagt werden. Es besteht jedoch kein Grund zu der Behauptung, daß Truppen, die für den Kontinent fertig ausgebildet find, zurückgehalten werde». Lord Portsmouth fragte, ob die Regierung beabsichtige. ein Gesetz zn erlassen, durch das Naturalisierten, die in feindlichen Ländern geboren seien und sich der englischen Ratio- ualität unwürdig erwiesen, die Zertisitatc entzogen werden können. Ter Lordkanzler antwortete, der richtige Weg, solche Personen zn behandeln, sei nicht die Entziehung der Naturali- sierung, sondern die Anwendung der strengen Gesetze, die gegen- wärtig in Kraft seien. Auf eine Anfrage erwiderte Viscount Alkendale: Am 1. Januar waren 27 000 Deutsche, Oesterreicher und Ungarn ans freiem Fuß, während 13 000 Onterniert waren. Tie Anzahl der ans freiem Fuß besindlichen Frauen betrug 18 000. Eine sozialistische Konferenz in Lonöon. Amsterdam, 8. Januar.(Privattelegramm des„Vor >v ä r t S Am Sonnabend findet in London eine Konferenz zur Besprechung der Kriegslage statt, an der zwölf Führer der belgischen, englischen und französischen Sozialisten teilnehmen werden. Es ist die Teil- nähme von Bandervelde, Longuet und Keir Hardie angemeldet. Die Konferenz will eine Parallele zu der von Kopen- Hägen bilden.____ die japanische Intervention. Paris, 8. Januar.(W. T. B.)„Journal des Dvbats" iveudet sich sehr scharf gegen den Gedanken einer japanischen Intervention und erklärt, sie sei unnötig, da die Ver- kündeten ohne japanische Hilfe den Gegner besiegen könnten. Es sei klar, daß die japanische Intervention teuer bezahlt werden müsse. Tie Anwerbung käuflicher Söldner hätte immer grausame Ueberraschungen mit sich gebracht. Der Gedanke, eine Intervention durch A b t r e t n n g I n d o ch i n a s zu bc- zahlen, müsse völlig von der Hand gewiesen werden. Falls derartige Opfer nötig sein sollten, sei es nicht an Frankreich. diese Opfer zu tragen, Frankreich habe Opfer genug gebracht und müsse noch genug Opfer bringen, ohne daß es sein ganzes Kolonialreich oder einen Teil davon opfern müsse. Alle Franzosen müßten dies verstehen und danach handeln. Aehnlich äußert sich„Eclair" nnd betont, man müsse mit den Gefühlen der Vereinigten Staaten und der englischen Schutzgebiete rechnen, die bisher die Gleichberechtigung der gelben Raste nicht anerkannten. Nach einer Intervention Japans in Europa könnten Kanada, Australien und Britisch Kolumbien den gelben Einwanderern den Einlaß als un- erwünscht nicht mehr verweigern. /lbspnthverbot in Frankreich. Paris, 3. Januar.(W. T. B.j In dem am Donnerstag ab- gehaltenen Ministerrat unterzeiäinete Präsident P o i n c a r ö ein Dekret, wodurch der Verkauf und Transport von A b s y n t h und ähnlichen Getränken in ganz Frankreich endgültig verboten wird, ferner ein Dekret, welches die Eröffnung neuer Ausschänke für mehr als 23 Proz, enthallende Spirituosen und Liköre verbietet. Verpflegung im Jelöe. ii. -.. 4. Januar 1015. Es genügt nicht, daß dem Soldaten etatsmäßig eine aus- reichende Verpflegung zusteht, daß große Vorräte guter und bester Lebensmittel aufgespeichert sind— sie müssen auch pünktlich und regelmäßig an den Mann herangebracht werden. Die schönste Wurst» die im Proviantamt liegt, nützt dem hungrigen Infanteristen im Schützengraben gar nichts und ist für ihn lange nicht soviel ivert, als ein Stückchen hartes Brot in feinem Tornister. Und es kann tatsächlich vorkommen, daß Proviantämter überfüllt sind, die Soldaten draußen aber den Schmachtriemen anziehen müssen. Der Krieg kennt auch in dieser Hinsicht keine Rücksichten aus die Be- guemlichkeit des einzelnen. In der Theorie ist das Herauschieben von Lebensmitteln an die Front sehr einfach, die Praris türmt aber vielfach gewaltige Schwierigkeiten auf. Handelt es sich um die Versorgung einer Truppe mit wenig veränderlicher Kopszahl, die zudem nicht oder nur wenig örtlich verschoben wird, dann allerdings läßt sich ein geregelter"Nachschub leicht durchführen. Und in solchen Fällen ist selbst der Mangel guter, nahe an die Versorgungsgebiete heran- reichender Eisenbahnen kein allzugroßes Hindernis. Ganz anders ist die Sache, wenn auf einer langgestreckten Front häusige, Plötz- liche und starke Truppenverschiebungen notwendig werden, oder Ivenn ei» großes, alle Wege beanspruchendes Heer wochenlang unaufhörlich vorwärts strebt, wobei das Tempo und die Wegstrecke immer von den Ereignissen der Stunde bestimmt werden. Dann kann selbst ein gutes Eisenbahnnetz nicht viel nützen, weil alle Be- rechnungen über den Haufen geworfen tverden und die Lebens- iniüelwagen überhaupt nicht weit genug vordringen können. Solche Schwierigkeiten hat der Krieg für die Truppen in Ostpreußen in gehäuftem Maße gebracht. Sie wurden allerdings gemildert da- durch, daß man sich aus den vorhandenen Beständen in der nächsten Umgebung des Operationsgebietes, insbesondere aus dem schier unerschöpflichen Viehbestand Ostpreußens verproviantieren konnte. Möglichst umfangreiche Versorgung der Truppen aus dem Opera- tionsgebiet selbst ist übrigens einer der Grundsätze der Inten- dantur. Aus dem Innern des Landes und durch Berabfolgung von Konserven soll die direkte Verproviantierung ergänzt werden, soweit sie den Bedarf nicht decken kann. Brot ist fast niemals in ausreichender Menge bei Privaten oder aus privaten Bäckereien zu haben, besonders dann, wenn die Ortschaften von den Ein- wohnern geräumt stnd. Da dies in Ostpreußen vielfach der Fall war, hat sich die Verpflegung der Truppen schwieriger gestaltet. Trotzdem aber klapvte die Lebensmittelversorgung der Mann- schatten. Jetzt im Stellungskrieg ergeben sich kleine Störungen höchstens noch aus plötzlichen" Verschiebungen. Im übrigen sind die Einrichtungen zum Heranziehen von Lebensmitteln an die Front so ausgebaut, daß Klagen nicht mehr erhoben zu werden brauchen. Ileber die Grundlagen, den systematischen Plan der Jntendan- tur, die Gliederung des Verteilungsnetzes und die technischen Trans- portmiitel habe ich bereits früher einmal in großen Zügen be- richtet. Tie letzten Ausläufer im Verteilunas- und Zuführungs- netz der Intendantur bilden die D i v i f i o n s- P r o�v i a n t- ä m t e r. Sie liefern die Lebensmittel, die sie zum Teil selbst beschaffen, direkt an die Truppen; zwischen ihnen und den ver- brauchenden Verbänden venniitelt der Verpflegungsofftzier. Die Menge der auf den Kopf zu liefernden Lebensmittel ist festgelegt, aber die Zahl der zu einem Verbände gebärenden Mannschaften verändert sich fast täglich je nach den von der Stunde und ihren Ereignissen abhängigen Disposisionen des Armeeoberkommandos. Dazu kommt der Avgang an Kranken und Verioundeten. Weiter ist zu berücksichtigen, daß die ganze Armee nicht gleichmäßig nach einem bestimmten Küchenzettel für jeden Tag in der Woche be- köstigt wird. Die einzelnen Truppen nihrer haben darin freie Hand. Je nach dem Bedürfnis kann heute die doppelte Portion Speck oder eines anderen Lebensmittels gegeben werden.�morgen wieder weniger davon und mehr von einer anderen. Die fest- gesetzten täglichen Portionen bedeuten nur Durchschnittszahlen. Wie die einzelnen Verbände ihr Wochen- oder Monatsquantum auf die einzelnen Tage verteilen, ist ihre Sache. Hieraus ergibt sich die Aufgabe des V e r p f l e g u n g so f f i z i'e r s. Er bestimmt die tägliche Anforderung aus dem Proviantamt. Die im Lauf des Tages eintretende Veränderung in der Kopfzahl kann er dabei allerdings nickt berücksichtigen, er kennt sie ja im voraus nicht. Tie Zahl der Mannschaften wird dreimal im Monat festgestellt und hiernach die benötigten Lebensmittelmengen bestimmt._ Am Monatsschluß wird nach dem täglichen Bestände und den gelieferten Menge» ermiüelt, ob der betreffende Truppenteil von einzelnen Lebensmitteln zuviel oder zu wenig empfangen hat. Das Er- gebnis der Abrechnung soll natürlich bei den nächsten Anforde- runaen berücksichtigt werden. Daß zu wenig verlangt wird oder ein Truppenteil sich weigert,, das zu wenig Empfangene nackzufor- dern, soll so selten sein, wie ein rufsischr Großfürst au der Front. Ich stehe vor dem Proviantamt der... Division. Ganze Züge von Lebensmittelwagen schieben sick heran. Mit einigen Wagen- führern zusammen trete ich in Jias Bureau. Die Leute holen ihre Wunschzettel hervor. 20 Pf. Speck, 5 Pf. Kaffee, 50 Pf. Salz steht aus dem einen Zettel, 5 Kisten Manuschastszigarren, 1 Kiste Osftzierszigarren, Käse, Zucker, Reis liest der andere ab, dann kommt einer, der Schinken verlangt, Tee und Schmalz, der folgende soll'Backobst, Rum und Pfefferkuchen bringen. So geht es fort. in bunter, wechselnder Reihe. Ruhig schreibt der Unteroffizier die Empsangszetiel aus. für jedes Lebensmittel einen besonderen Zettel, und belastet die Empfänger in seinem Schuldbuck. Manch- mal sagt er auch:„Ist nicht da!" Dann muß der Soler mit an- derem fürlieb nehmen oder ungetröstet zurückfahren und das Peck melden Die Empfangszettel präsentieren die Wagenführer dem Proviantamtinspektor, der als gütiger Geber aus seinen Borräten willig schöpft. Da hat er Schinken, geräucherten und in Dosen konservierten Speck und Würste ausgestapelt, in einem andern Käse, im dritten Zigarren und Tabak, im vierten Brot usw. usw. Im Kühlhause der in einem ehemaligen Gutsbaus eingerichteten Schlächterei hängen reihenweise die Rinder- und Schweineviertel und in einem großen Vtehstall stehen noch ungefähr 50«chweine und Kühe, bestimmt, das Schicksal ihrer Vorgänger zu teilen.— Schnell waren die Wagen beladen und nicht lange dauerte es und sie hatten sich ans die verschiedenen Wege nach ihren Bestimmungs- orten verteilt. Bei einem Fahrzeug gab es eine„Panne". Es war ziemlich glatt, ein Gaul hatte die Stollen abgeschliffen und schlidderte infolgedessen. Fir waren zwei Mann vom Wagen her- unter, einer holte aus einem Kasten einen Sckiraubenscklüssel und einige geschärfte Stollen Sein.Namerad hob das Pferdebein ans sein Knie, schnell wurden die stumpfen Stollen herausgeschraubt und scharfe eingesetzt Dieselbe Prozedur an dem andenl Bein— und schon rollte der Wagen weiter. Auch wir wurden verproviantiert. Wurste, Schinken und aller- band gute Sacken wurden in unser Quartier nack Gr. W. gebracht. Es war alles von vorzüglicher Qualität, der �chmken zogar besser. als ich ihn jemals gegessen hatte. Düw sll, Kriegsberichterstatt«, Ein neues Hlatt Larkins. Luiidoii, 8. Januar. iW. T. V.) In Glasgow erscheint ein neues revolutionäres irisches Blatt namens „Worker", das von dem Arbeiterführer L a r k i n heraus- gegeben wird.?as Blatt ist für daS Tnbliner Publikum bestimmt. Der internationale tzilfsausfchuß für Belgien. Von der huilimdischm Grenze, 8. Januar. tT. lt.) Aus London wird gemeldet, daß der Vorsitzende des internationalen HtlfSansschusses iiir Belgien von einer Reise aus Belgien zurückgekehrt sei und die Maßnahmen beschreibt, die unier gemeinsam amerikanisch-belgischer Leitung zur Ernährung der Bevölkerung getrosten seien. Es stehen über SWO Personen für die Hilfeleistung zur Verfügung. Der AuZ- schütz versorgt öbbObbü Menschen mit Brot: es erfordert die-Z einen Aufwand von 700 000 Pfund Sterling monatlich. Außerdem iverden 1 100 000 Menschen, die gänzlich auf die Wohltätigkeit an- gewiesen feien, mit dem Nötigen versehen; dies erfordert monatlich eine halbe Million Pfund Sterling. Jeder Einwohner, ob arm oder reich, bekommt eine Ration von einem Kilo Brot. Die Zufuhren entsprechen kaum dem Bedarf. Der Vorsitzende äußerte sich sodann über die freundliche Mitwirkung der holländischen Behörden, welche die Zufuhren wesentlich erleichtern. Ein belgischer Hirtenbrief. Amtlich. Berlin, 8. Januar. sW.?. B.) Tie„Norddeutsche Allgemeine Zeitung" bringt heute folgendes E o tn m tt- n i q u v: Ter E r z b i s ch o f von M e ch e I n Kardinal Mereier hat einen Weih nachts Hirtenbrief erlassen, der seiner Weisung nach am 1. Januar und den darattstolgenden Sonntagen von den Kanzeln verlesen werden sollte. Der Hirtenbrief enthält neben seinen rein religiösen Darlegungen eine Reihe von v o l i t i- s ch e n Ausführungen, die sich mit dem gegenwärtigen Ztt- stände der Lkkupation nicht vertragen und eS daher den dentscheu Behörden zur Pflicht machen, gegen seine weitere Verbreitung einzuschreiten. Hierauf voin General- gouverneur aufmerksam gemacht, hat der Kardinal schristlich und mündlich erklärt, daß es ihm fern gelegen habe, durch seine Kund- gebung aufreizend zu wirken: er sei im Gegenteil von der Absicht geleitet gewesen, die Bevölkerung zu beruhigen und sie unter Schonung ihrer patriotischen Gefühle zur Botmäßigkeit und äußer- lichen Unterordnung unter die bestehende deutsche Gewali zu er- mahnen. Da aber der Generalgouverneur über den Hirtenbrief anderer Ansicht sei und von ihm eine aufreizende Wirkung be- sorge, so bestehe er nicht auf der Ausführung seiner Weisung an die ihm unterstellte Geistlichkeit, den Hirtenbrief fernerhin zu ver- lesen und zu verbreiten. Ter Geueralgouverneur hatte bereits vor- her die Verlesung und die Verbreitung des Hirtenbriefes untersagt. Hiermit kann die Angelegenheit als erledigt angesehen werden. Irieöensgerüchte. Fratttsttrt>t. SB., 8. Januar.(T lt.) Die„Frankfurter Zeitung" berichtet auS Berlin: In einzelnen hiesigen Blättern wird das Gerücht erwähnt, daß auf französische Anregung hin vor mehreren Wochen eine neutrale Macht den Versuch zu einer Feststellung der Grundlagen erwogen habe, auf denen ein Sonderfrieden zwischen Frankreich und Deutschland zustande gebracht werden könnte. Der Versuch sei aber über die ersten Anfänge nicht üinausgekommen, weil er bei der Stiinmung aus deutscher Seite völlig aussichtslos gewesen sei. Es ist gewiß richtig, daß. wenn ein solcher Lersuch unternommen worden wäre, er auf deutscher Seite keine Gegenliebe gefunden hätte, aher in politischen Kreisen ist von einem solchen Versuche überhaupt nichts bekannt und er ent- spreche auch nicht der militärischen Lage, tote sie vor einigen Wochen bestanden hat und wie sie zurzeit besteht, denn mögen auch die Ansichten über die inneren Zustände von Frankreich in verschiedenen Berichten auseinandergehen, das eine ist nicht zu bezweifeln tmd das weiß man in Dentschlaud auch ganz gut, daß die Franzosen in ihren militärischen Anstrengungen noch nicht nachgelassen haben, sondern im Gegenteil sich bemühen, den letzten Mann aufzubieten. Deutsche auf italienischen Schiffen. Amtlich. Berlin, 7. Januar. kW. T. B.) Tie„Norddeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt: Die französischen Seestreitkräfte haben neuerdings ihr Vorgehen gegen die aus neutralen Schiffen reisenden Reichs- angehörigen noch verschärft, auch in solchen Fällen, wo die deutschen Reisenden nicht nach Deutschland heimkehren, sondern sich nach über- ferttchen Gebieten begeben wollen, al'o für die militärische Ver- Wendung nicht in Betracht kommen. Ueberdies ist die Grenze des wehrpflichtigen AltetS von Sä Jahren auf SO hinausgesetzt worden. Mit Rücksicht hierauf schließen jetzt die italienischen Schis fahrtS gesellt chatten alle männliche tt Deutschen unter SO Jahren von der Beförderung mit ihren Dampfern aus. Die Kriegsgefangenen in Gesterreich. Wien, 8. Januar. iMeldimg deS Wiener K. K. Tel.- Korrefv.- Bureans.) Wie die Blätter von unterrichteter Seite erfahren, hat der hiesige spanische B o l i-v a s t e r die Mehrzahl der Kriegs- g efang enenla ger und Offizierstationen für Kriegsgefangene Aitfattg Dezember einer eingehenden Besichtigung unterzogen. Hier- bei wurde dem Botichaitcr ermöglicht, in nngehiitderiett Verkehr mit den kriegSge'angcnen Tisisieren und Mannichaftett zu treten. Mit bietet Besichtigung wurde der Zweck vettolgt, der russischen und der serbischen Regierung Gelegenheit zu geben, sich in denkbar etiimand- ireiesterWeise über die Art det Behandlung ihrer ktiegSgesangetten Staats- angehörigen zu unterrichten. Der Botschafter hatte Gelegenheit, sich ans eigener Wahrnehmuiig davon zu überzeugen, daß die Vehand- lnng der Kriegsgefangenen den si engsten Vorschriften des Völker- rechts und der Humanität in jeder Wciie entspricht. Dem Ver- nehmen nach wird von unserer Seite eine besrisicie Forderung nach einer ebenso zuverlässigen uns weitreichenden Orientierung über das Los der österreichtich-ungarischen Kriegsgefangenen gestellt werden. Sollte diese Feststellung nicht termingemäß erfolgen oder ein nicht berricSigendeS Ergebnis baben, so werden wir gezwungen sein, über die Art der weiteren Behandlung der feindlichen Kriegsgefangenen neue Entschlüsse zu fasicii. �ntermerung deutscher Nisftonare in Indien. Leipzig, 7. Januar. tW. T. B) Misstonar Rüger, der die Interessen der Leipziger Milsion in Hinterindien vertritt, meldet unter dem 12. November von Jvoh in Pcrak, daß er in P e n a n a seinem Wohnort, mit sämtlichen anderen deutschen' Männern dieser Stadt am 24. Oktober gefangen ge» nommen und 14 Tage in strenger Haft gehalten wurde. Er durste weder seine Famtlie noch einen eingedorenen Missionsgehilfen sehen, dem er gern Tienstantveisititgen gegeben hätte. Am 7. Nov. wurden diesechs ver- heirateten Deutschen mil ihren Familien nach Jpoh gebracht, 28 un- verheiratete Deutsche nach Singapore. Der Rtssionar durste in der meist von Ehinesen bewohnten Stadt mit Frau und Kind auf eigene� Kosten Privatquartier beziehen, wie die deutscheu Äausleute: auch konnte er für die seiner Pflege unterstehenden indischen Ehristen Gottesdienste halten. Mehr als 10 Kilometer darf er sich von der Stadt nicht entfernen.— Ans Vorderindien sind im Missionshause zu Leipzig noch keine neuen Nachrichten eingetroffen. Dagegen meldet die an der W e st k ü st e Indiens tätige Baseler Mission, daß am 3. Dezember bereits 13 ordinierte und 10 n ich tordinierte Missionare interniert waren; bis zum 15. Dezember wurde die Kriegs- gefangenschast aus sämtliche aus Teutschland gebürtige Missions- leute dieser Gesellschaft ohne Unterschied des Geschlechts und des Alters ausgedehnt. Tie Männer bis zum 4Z. Lebensjahre sind in A h m e d n a g a r untergebracht, wo setzt mit Einschluß der auS Ost- asrika herübergeführten einige Tan send Deutsche int er- ni e rt sein sollen. Für die älteren Männer, die Frauen und Kinder, ist da? bei Madras liegende Militärlager von Pallava ram als Jnterniermtgsort gewählt. Em anstanöiger Aufruf. Wie jetzt bekannt wird, hat der Gouverneur der eng- l i s ch e n G o l d k ü si e bei Ausbruch des Krieges einen Aufrut erlassen, in dem es heißt: „Unter mi? leben deutsche Untertanen, die das größte, einem kriegerischen Volke widerfahrende Mißgeschick trifft: bei Ausbruch deS Krieges nicht im eigenen Lande sein zu können. Ich erinnere Euch daran, daß mehrere von ihnen viele Fahre an der Goldkiiste lebten, die zum Wohle der Bevölkerung als Missionare, Aerzie und Kanslente atbeiten, daß manche von ihnen untere persönlichen Freunde sind, und daß wir von allen Beweise von Güte und Beistand er- fuhren. Sie haben Anrecht aus unsere Riiierlicktkeit. Die Häuptlinge sollen unsere Untergebenen wissen lasten, daß sie es schwer be- strafen Iverden, wenn jemand von ihnen Gelegenheit sucht, die Leute zu beleidigen oder zu belästigen, die viele Jahre als untere guten Freunde tmd Gäste unter uns lebten. Laßt uns die Wechselmlle des KtiegeS tuhig, geduldig und entschlosten, nach guter englischer Sitte ertragen, ohne eitle Ruhmredigkeit und feige Verzweislung. Wenn Ihr in Zeiten der Prüfung Euch stark erweist, so wird Euer Ruf mächtiger sein, als er durch Jahre der Wohltat je werden könnte."_ politische Ueberstcht. Eigenartige Betätigung des Burgfriedens. Tic„Norddeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt: Falsche Anffassnng. „Eine eigenartige Betätigung deS Burgfriedens" nennt der „Vorwärts" die an Frau Dr. Rosa Luxemburg ergangene Auf- sorderung, die sich am 15. Januar zur Berbüßung der ihr durch Urteil des Landgerichts Frankfurt a. M. zuerkannten GeiängntS- strafe von einem Jahr zu stellen. Das Frankfurter Gericht hatte im Februar v. I. Frau Luxemburg Ivegen Aufforderung zum Ungehorsam gegen die Gesetze zu der erwähnten Strafe verurteilt. die eingelegte Revision ist vom Reichsgericht im Oktober v. I. verworfen worden, und es handelt sich jetzt also ganz einfach um die Vollsireckung eines rechtskräftigen Urteils. Was diese Maß- regel mit dem Bnrgfriedeit zn tun hat, bleibt daS Geheimnis des „Vorwärts". Ter„Burgfrieden" ist von der Regierung selbst proklamiert. Ter Sinn einer solchen Maßnahme kann doch nur sein, die politische Verfolgung der Oppositionsparteien ivenigstenS für die Zeit des Krieges tmd mit Rücksicht auf den Krieg e i n z n st c l l c n. Insofern bedeutet die Lollstreckung des Urteils gegen Genossin Luxembung allerdings dttc_„eigenartige Betätigung den Burgfriedens". Unsere Stellung- nähme zum Urteil ist im übrigen die gleiche>vie in Friedens- zcitcu. Einige rechtsstehende Blätter können es sich nicht versagen, auch im jetzigen Moment noch gegen Genossin Luxemburg zu polemisieren, obgleich es ihr doch verwehrt ist, jetzt ihre Anschauungen auseinanderzusetzen. So schreibt die„Teutschc Tageszeitung": „Ausgesprochen muß aber werden, daß gerade dieser Krieg, in welchem der von Frau Dr. Rosa Luxemburg belämptte „Militarismus" sich so klar alS Hort und Rettung unseres Volkes und Vaterlandes erwiesen hat, erst besonders deutlich zeigt, w i e schwer die geitaimte Genossin sich mit ihrer Agitation ver- sündigt hat." Tic„Tägl. Rundschau" gar leistet sich einen nicht näher zn charakterisierenden Ausfall: „Der Ausbruch dieses Krieges hat die angeblich von der ge- sannen Sozialdemokratie geteilte?lussasiung der Genossin Luxem- bürg zur hirnlosen Fratze gemacht. Und heute, da wir jeder einzelne unter uns am eigenen Leibe empfinden, daß das von der Genossin Luxemburg mit Kot und Geiser bespieue deutsche Heer unser kostbarster Besitz ist, wirken die h y st e r t s ch e n Gehässig- leiten der Luxemburg nur um so widerlicher. Warum also gerade ihr unter dem Zeichen des heimischen Burgfriedens durch diese herrliche Offenbarung der Seele de? deutschen..Militarismus" ein sinnwidriger Vorteil zugeschanzt werden tollte, ist unerfindlich und wird besonders unerfindlich auch den Genossen sein, die heute draußen käiiipfeit und bluten und sich vermutlich über ihren „Vorwärts" wundern." Tie Etatsberatung im preustifchen Abgcordnetcnhautc. Der preußistbe Landtag wird sich in seinem im Februar be- giimenden TagungSabschnttt voraussichtlich einzig und allein mit dem Etat zu besasten haben. Tie Ausstellung deS Etats begegnet in diesem Jahre naturgemäß besonderen Schwierigkeiten, es tvird kaum möglich feilt, ein auch nur annähernd zutreffendes'Bild von den Einnahmen und Ausgaben zu enlwetsen. Dieser Umstand in Verbindung mit dem Wunsch. den„Burgfrieden" zwischen den Parteien nickt zu stören, halte den Minister des Innern ttud den Fmanzminister veranlaßt, die Vertreter aller Fraklioiteit des Ab- georditetenhaiffeS zu einer Aussprache über eine eventuelle Aeuderung deS Verfahrens bei den Etatsverhaitdltntgen einzitladett. In der Beiprechuttg, die am Freitagnachmittag im Ministerium deS Jimerit stattfand, wurde zunächst allseitig ein Vorschlag verworfen, der dahin ging. Überdoup! feinen neuen Etat aufzustellen, sondern dem Landtage lediglich einen Äeseyeniwurf zu unterbreiten, der die Äenebmigttitg des laufenden Etats unter Berücksichltgttttg der sich aus einer Anlage ergebenden Aenderungen ausspricht. ES ivird dem Landtage al'o wie alljährlich und wie es die Verfassung vorsieht, ei» EtaiSentivurf zugeben, der ivenigstenS nach Möglichkeit den äugen- blicklichen Verhältnissen Rechnung tiägt, wenngleich aus leicht erficht- lichen Gründen ein solcher Etat wesentlich auf Schätzungen beruhen dürfte. Keine Uebereinstimmung wurde dagegen über den Wunsch der Mehrheit der Fraktionen erzielt, an-Z den Etatoberatungen alle? auS- zuschalten, was Gegenstand emer größeren politischen Erörterung sein und den MeinungSstieit nach außen hetvomitett könnte. Im Gegensatz zu den übrigen Fraktionen erklärten die Polen und Sozialdemokraten, daß sie es mit ihrer Pflicht als Volksvertreter nicht vereinbaren könnten, zu den Positionen, die direkt als Kämpfpositionen gegen ihre Parteien aufzufasien sind, ciuiach zu schweigen. Zu einet Verständigung kam es nicht, die FraktiottSverlreler loerden ihren Freuttdeu Bericht erstatten und dann deren Beschlüsse abwarten. Den Sozial- demokraten, die in der Budgetkommission nicht vertreten sind, will man dadurch eittgegettkotnmett, daß mau die Kommission um sieben Mitglieder verstärkt und einen Sitz den Sozialdemokraten ein- räumt. In der Budgetkommission sollen alle Wünsche vorgebracht und auch die Erkläruttgeu der Regierung etttgegeitgettomnten werden. Nur im Plenum sollen sich die Redner Beschränkungen auferlegen. Tie Soziaidemolraten werden in nächster Zeit eine Fraktions- sitzung abhalten und zu den aiigoregtett Fragen Siellnng nehmen. Zur tilitgelegenheit Weils. Berlin, 8. Januar.(W. T. B.) TaS Mitglied des Reichstages Dr. Georg W e i l l aus Straßburg ist nach dem Be- kanntiverden seines Briefes, aus dem hervorgeht,� daß er in die französische Armee eingetreten ist, gemäß§ 27 des Reichs- und Staatsangehörigkeitögesetzes vom 22. Juli 1913 durch Beschluß des Ministeriums in Elsaß Lothringeii vom 3. Januar 191.7 seiner Staatsangehörigkeit verlustig erklärt worden. Dr. Weill hat damit aufgehört, Deutscher zu sein, und zu- gleich seine Wählbarkeit zum Reichstag ver- l o r e n. Hiervon hat der Stellvertrcier des Reichskanzlers dem Präsidenten des Reichstages mit dem Anheimstellen der weiteren Veranlassimg Mitteilung gemacht. Eegeu die Einsperrung von(Hekreidevorräten. Tie Mahnung der mecklenburgisch-fchwerinschen Regierung, die Hafervorräte nicht einzusperren, ist bei den Landwirten des Groß- Herzogtums auf unfruchtbaren Boden gefallen, trotzdem angedroht war, zu Requisitionen überzugehen. Jetzt muß die Schweriner Re- gierting ihre Ankündigung wahrmachen; laut Bekanntmachung wird sie den Hafer zwangsweise mit Beschlag belegen: „Um den Haserbedarf der Heeresverwaltung zu decken, ergeht die Anordttiing, daß sämtliche B e st ä n d e an gedroschenem und ungedroschenem Haser. soweit solche nickt in dem eigenen Betriebe unvedingt notwendige Verwendung finden müssen, für die Zwecke der Heeresverwaltung hiermit nach Maßgabe der geietzlichen Bestimmungen sichergestellt tvcrden. Wenn somit den Besitzern die freie Ver- fügung über ihre Haserbestände genommen ist, so liegt ihnen'doch die V e r p s I i ch t n n a ob. für die sorgsame Behandlung und Ausbeivahnmg der Borräte Sorge zu tragen, da die Verantwortung für etwaige nach der Sicherstellttng entstehende Schädigungen und Verluste den Besitzern verbleibt � und Em- schädigungsansprüche dieserbalb nicht erhoben werden dürfen.� Ten Besitzern wird anheimgegeben, die noch nicht gedroschenen Hafer- bestände möglichst beschleunigt ausdreschett zn lasten. Die Abgabe von Hafer an andere Abnehmer ist mir aus Grund einer vor- gängig zn erwirkenden Erlaubnis der Spezialkommisfion zulä'sig. Veräußerungen oder Fortgabe der sichergestelltett Vorräte ohne Erlaubnis der Spezialkommisfion ziehen die gesetzlichen Rechts- folgen nach sick." Ein gleiches Vorgehen wäre nicht nur im Interesse der Heeres- verwaltttttg, sondern auch der LebenSittittelversorgung überhaupt zu empfehlen.__ Errichtung einer städtischen Mastanstalt. Tie Stadt Hörde wird eine städtische Masianstalt errichten. Tie Stadt läßt die Abfälle wöchentlich zweimal abholen. Das Vor- gehen von Hörde sollte von allen Getnetttden nachgeahmt werden. Ein neuer Spionageprozest. Wegen versuchten Verbrechens gegen§ 1 des SpionagegesetzeZ wurde der Kaufmmm Florian Liebig vom Reichsgericht zu f ü tt s J a b r e n Zuchthaus, zehn Jahren Ehrverlust und Stellung unter Polizeiaufsicht verurteilt. Das Gericht stellte. fest, daß der Angeklagte von Oktober 1812 bis November 1813 in München als Spion für das russische Nachrichtenbureau tätig war. Doch konnte tttchl nachgewiesen werden, daß er wirklich geheim zu haltende Sachen an Rußland ausgeliefert hat. Umbildung des bnlgarisihen Kabinetts. Sofia. 8. Januar.(Meldung der Agtnce bulgare.)' Vorübergehende Meinungsverschiedenheiten zwischen den drei in der Macht befindlichen liberalen Gruppen über die Be- setzung der freien Ministerien, haben zn Gerüchten von einer Ministerkrise Anlaß gegeben. Diese Gerüchte sind ersunden. Ter Ministerpräsident wird zu einem ihm paffend crscheiueudeu Zeitpunkt zu einer nur teilweise n Umbildung des Kabinetts schreiten.__ Tie Käinptc in Albanien. Rom, 8. Januar. Tic„Agenzia Steiam" meldet von gestern aus D u r a z z o:.Heute früh fand ein kurzer G e- i ch ü tz k a m p f zwischen dem Rusbul und Sau Biagio statt. Ter übrige Tag vertief ruhig. Ter Damvfer„Umberto" ist »ach Italien abgefahren. Er hat den italienischen Gesandten Aliotti, den französischen Gesandten Fontcuay und mit wenigen AuSnahnien auch die Mitglieder der italienifcheu Kolonie au Bord. Tic Behörden befinden sich an Bord der„Sardegna", ivährcnd die zuri'tckgeblicbeneu Italiener teils auf der „Sardegna", teils auf der„Mifurata" Aufenthalt genommen haben.'_ Letzte Nachrichten. Die Toten der„Formidnblc". London, 8. Januar. iW. T. B.) Die Admiralität ver- öffentlicht die Liste der mit dem Ltinenfchiff„F o r m i- dnble" untergegangenen Seeleute. Die Liste enthält über fünf h ii n d e r t Name». Rumänische Gittbertiinngni. Basel, 8. Fanuar.(f8. t. Bo Wie den„Basier Nachrichten" aus London mitgeteilt wird, haben alle Rumänen, die dem aktiven Heere angehören und im Auslände wohnen, den Befehl er- halten, zurückzukehren. Tie Beute von Tfingtau. Basel, 8. Januar. iW. T. B.' Den ,. Basier Nachrichten' zu- folge hat Japan die gesamte Geschüvbetitr von Tfingtau an Eng- land verkauft. Dasselbe Blait berichtet, daß in den Kämpfen bei Lodz und Lowicz acht russische Generale schwer verwundet worden sind, darunter Graf Keller und General O r l o w. Rückkehr nach Paris. Luv», 8. Januar.>W. T. B.„Lyon Nepublicain" wldet aus Bordeaux: Knegsminister Miller and und das Personal seines Rinifferiunts verließen gestern endgültig Bordeaur, um nach Paris zurückzukehren, wo heute der Gesninkdienst wieder aufgenommen wird, WerlSoialieiii!, üannar: Berliner Theater .'i1/, ülir: Peterchens Mondfahr!. „Eilrabliiter!" Benttjchea Künstlcr-Th. 8Dix: Luther. Dentscbes Opernhaus, Charlottenb. 8ühr:ßer Feldprediger. Frledrich-Wilhelmstädt. Theater. 8 Uhr; tSasparone. Sonnt. 3 Uhr: Heimat. Oebr. Herrnfeld-Theater äühl: So leben wir! Zwei leuchtende Punkte, Kleines Theater 8 � Ernste Schwanke. KomOdlenhans 8Dhr: Biedermeier. Ijesnlng-Theater VI, Uhr:--- Z. 1. Male; Linstaplelhana 8llt ü.; LeDtnantsmttndel. Sonnt. S1/, ü.; Dorf o. Stadt. Zletropol Theater 8ühx: Woran wir denken! Sontis Opcrettcn-Thcatcr 8ülu': Der liebe Pepi. Kose Theater 4 Uhr; Tausend und eine Nacht. 8 Uhr; Sein ganzes tilfick. Residenz-Theater 8 mir: Krümel vor Paris. Sehlller Theater O. 8 mir: Nora. Sehlller Th. Charlotten!» 8 � Husareufieber. Thalia Theater 8� Kam'rad Wroe. Theater am Zio Nendorf pl. 8'/, U.: Immer feste drufl! Sonnt. 3'/, D.: Der Verschwender. Theater a. d.Weidendammerbrücke 8wühr: Die dentsche Harke. Sonnt. 3'/, ü.: Verlorene Ehre. Theater des Westens 8 Uhr: Waldmeister. Theater in der Königgrätzer Straße Neueinstudierung; VI2XJ.: Merodes und Mariamne. Trlanon Theater 8Ulir: Das Liebesnest. Volksbühne. Theater a. Bülowplatz SW. ülu-; ß{jjz yßil Jj�jj Walhalla-Theater 81/4 D-: Die forsier-Chrisll. URANIA Ta48'"i,».tr- Abends 8 Uhr: Auf den Schlachtfeldern OstpreuSens. Verzeichnis über Hörsaalvorträge und über Vaterländische Vorträge hervorragender Gelehrter im Januar und Februar kostenlos. SÄRMSÄNI bietet bei billigen Preisen ein niegesohautes �iesen-programm außerordentl. Reichhaltigkeit. 2 Sonnab., 9., Sonnt.,<0. Januar; 3 I hr je 71l, Uhr Fest-Vorsteüungen. 2 Itläl. Robert Steidl sotde der glänzende Jannar- Spielplan. sw Kleine Preise! Morgen: ieMtaof�l-forstellüiiD Kinder nachmittags halbe Preise! liothrinpcr Straße 87. Täglich 8 Uhr. Wieder ein neuer Schlager. Der größte Erfolg feit Bestehen; Durch Sick und Dünn. Volkz-Lustlpicl in 3 Akt. v. Hans Berg. Dazu erstklass. L:pcz.-Kr!egsa!isnahn'.. Sonntag 4 Uhr: Deutsche Mütter. Voigt- Thea t er. 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Siedakt.: Alfted Wielepp, Neukölln. Inseratenteil vercmtw. TH. G locke, Berlin. Druck u. Verlag: BorwärtS Buchdr. u. VerlagSansLatt xaul Singer& Co, Berlin SVV. Hierzu 8 Aettagen u.Unlerhaltungsht. Nr. 9. 32. Jakrgang. SnlWt dks Lsmiirls" Knlim Uillisdliilt. Somlckelld, 9. Jamlllr l9!Z. Verlustlisten. Die Verlustliste Nr. 120 der preußischen Armee enthält Verlusle folgender Truppen: Reitendes Feldjägerkorps; 2. Garde-Ersatz-Jnf.- und 2. Garde- Res.-Jnf.-Reg.; Garde-Gren.-Reg. Elisabeth; Garde-Reserve-Jäger- Bat.; Lehr-Jnf.-Reg.; Grenadier- bzw. Infanterie- bzw. Füsilier- Regimenter Nr. 2, 3, 5, 8, 9, 12, 16, 22, 23. 24, 26, 30, 31, 32, 35, 87, 38, 44, 45, 47, 49, 53, 54, 55, 59, 61, 67, 70, 72, 75, 84, 85, 87, S8, 89, 93, 97, III, 113, 115, 116, 132, 135, 140, 144, 146, 148, 151, 153, 157, 159, 161, 163, 165, 169, 170, 171, 172, 178, 175; Ersatz-Reg. Königsberg I und II; Res.-Jnf.-Regimenter Nr. 5, 8, 9, 10, 11, 12, 13, 16, 17, 19, 20, 22, 23, 25, 26, 30, 31, 32, 35, 37, 88, 39, 46, 48, 51, 53, 56, 71, 72, 75, 80, 84, 86, 87, 88, 109, 204, 206, 207, 208, 212, 217, 219, 236; Res.-Erfatz-Regimenter Nr. 1, 4; Landw.-Jnf.-Regi- menter Nr. 3, 6, 8, 10, 18. 19, 20, 21, 23. 24, 26. 31, 33, 34, 35. 36, 37, 49, 51, 53, 55, 73, 81, 82, 99; Landwehr-Ersatz-Bat. Kulm; Brig.- Ersatz-Bataillone Nr. 5, 6, 8, 9, 14, 41, 43, 50, 76, 83; Landsturm- Bataillone Aachen, Beuthen i. Oberschl., II. Deutsch-Eylau, Eisenach, Glogau, Hardersdorf, Heidelberg, I. Karlsruhe, I. Mosbach, Münster II, II. Neustrelitz, Striegau, Waldenburg, Worms; Jäger- Bataillone Nr. 2, 10; Res.-Fäger-Bataillone Nr. 1, 2, 5, 18, 23, 24; Ftstungs-Maschinengewehr-Abteilungen Nr. 4, 14. 2. Garde-Dragoner; Kürassiere Nr. 2, 4; Schwere Res.-Reiter Str. 2; Grenadiere zu Pferde Nr. 3; Dragoner Nr. 4, 10, 15; Husaren Nr. 10, 12, 14, 17; Res.-Husaren Nr. 4, 9; Husaren-Reg. v. Buttlar; Klanen Nr. 8, 11, 12; Jäger zu Pferde Nr. 1, 2, 10; Ersatz-Kav.-Reg. des I. Reservekorps; Nes.-Ersatz-Eskadron des XX. Armeekorps; 3. Landsturm-Jäger-Eskadron, 4. Landsturm-Eskadron des XVIll. Armeekorps. 3. Garde-Feldort.-Reg.; Feldart.-Regimenter Nr. 2, 5, 18, 19, 22, 33, 34, 35, 36, 46, 47, 56, 59, 63, 74, 81; Regiment Wittich; Res.- Feldart.-Regimenter Str. 6, 7, 11, 12, 25. 2. Garde-Ref.-Fußart.-Reg.; Fußart.-Regimenter Nr. 5, 7, 10, 13, 15; Nes.-Fußart.-Äegimenter Nr. 2, 7, 9, 18. Pionier-Regimenter Nr. 23. 25; Pionier-Bataillone: II. Nr. 3, I. Nr. 4, II. Nr. 5. I. Nr. 7. I. und II. Str. 3. II. Nr. 10. II. Nr. �15; Scheinwerferzug des VII. Armeekorps. Res.-Eiscnbahn-Baukomp. Nr. 20; Fernsprech-Abtcilung des XVI. Armeekorps; Feld-Lustschiffer-Abteiiung des XXIII. Armee- korps; Feldfliegertruppe; Etappen-Krastwagen-Kolonne Nr. 16 der IV. Etappen-Inspektion. Sanitäts-Komp. Nr. 2 des VII. Armeekorps; Feldlazarett Nr. 3 des XVII. Armeekorps. � Train-Abteilung Nr. 3; Feldbäckerei-Kolonnc der 8. Ersatz- Division. Feldpost-Krastwagenpark Nr. 7. � Die b ah er i s ch e Berlustliste Nr. 134 bringt Verluste des Res.-Jnf.-Reg. Nr. 20. des Brig.-Ersatz-Bat. Nr. 2, des Res.-Feld- artillerie-Regiments Nr. 6, des 2. Pionier-Bat. und der Res.- Pionier-Komp. Str. 6. Die sächsische Verlustliste Nr. 89 enthält Verluste der Grc- nadier- bezw. Jnfanterie-Regimenter Nr. 102, 106, 108, 133, 134, 178, 179, 182; der Res.-Jnf.-Regimenter Nr. 101, 106, 107; der Landwehr-Jnf.-Regimenter Str. 101, 107. Kriegskrüppelfürsorge. Im Reichstagsgebäude ist zurzeit eine Ausstellung für Verwundeken- und Krankenfürsorge im Kriege eingerichtet, die sich begreiflicherweise starken Zuspruchs erfreut. Die mannigfachen Darstellungen, welche die Mittel zum Transport, zur Pflege und Heilung der Verletzten veranschaulichen, sind auch äußerst interessant. Der Laie staunt über die sinnreichen Einzelvorrichtungen und das ganze System der Fürsorge für die unmittelbaren Opfer des Krieges. Zweifellos hat der menschliche Erfindungsgeist nicht nur auf dem Gebiete der Zerstörungs- Werkzeuge große Fortschritte gemacht, auch die Vorkehrungen zur Heilung der vom Kriege geschlagenen Wunden sind in hohem Maße vervollkommnet worden. Ob allerdings auf letzterem Ge- biete der höchstmöglichste Grad von Vollkommenheit erreicht ist und ob all die sinnreich erdachten Maßnahmen auch in der Praxis in wünschenswerter Weise stmktionieren, entzieht sich der Beurteilung durch den Laien. Ein verhältnismäßig kleiner Teil der Ausstellung ist der Kricgskrüppclfür sorge gewidmet. Es sind hier einige � asckte ausgestellt, aber sie betreffen ein Gebiet, welches das regste Interesse verdient. Wird doch hier der Versuch gemacht, die Frage zu beantworten: Was wird aus den vielen Invaliden werden, die infolge Verlustes von Gliedmaßen aus ihrer Laufbahn geworfen sind? In und nach früheren Kriegen hat diese Frage den verantwortlichen Stellen nicht viel Kopfschmerzen ver- ursacht. Ter Soldat hat vor dem Feinde seine Schuldigkeit getan; im Lazarett wurden seine Wunden notdürftig geheilt, nachher mochte er sehen, wie er durchkommt. Ter AerS: Nun Bruder, nimm den Bettelstab, Soldat bist Du gewest, batte in nur zu vielen Fällen seine buchstäbliche Bedeutung. Der KricgSinvalide mit der Drehorgel war lange Zeit eine Erscheinung, die durch ihr Austreten nicht gerade zur Berkündung des Ruhmes de? dankbaren Baterlandes beitrug. Darüber sind sich glücklicher- weise alle maßgebenden Stellen einig, daß das unwürdige Bild des kriegst nvalidcn Leierkasten mann es aus unseren Straßen ebensowenig wieder erscheinen dars, wie das des kriegsinvaliden Hausierers. Die Frage ist nur, auf welchem Wege das verhütet werden soll? Mit der schmalen Pension, die dem Invaliden gereicht wird, ist es nicht getan, auch wenn die Pensionen gesetzlich erheblich er- höht werden sollten. Die Fürsorge für die Kriegskrüppel muß außerdem weitsichtiger und großzügiger gestaltet werden. Erfreu- lickerwcisc kann konstatiert werden, daß die Ansätze zu einer solchen weitsichtigen Fürsorge bereits vorhanden sind. Die Ausstellung zeigt einige Mittel, deren man sich dabei bedienen will. Die Tätig- keit des Arztes dars sich nicht darauf beschränken, die Heilung der Wunden zu fördern, er mutz den Heilungsprozeß so zu l-nken suchen, daß die G e b r a u ch s sä h i g t c i t d e r G l i e d e r nach Möglichkeit erhalten bleibt. In vielen Fällen, wo dieses Ziel während der Dauer der eigentlichen Wundbehandlung nicht zu er- reichen ist, läßt sich durch nachträgliche Operationen doch noch eine ziemlich weitgehende Gebrauchöfähigkcit des verletztes Gliedes herbeiführen. Neben blutigen Eingriffen spielt hier die BeHand- lung mit Heißluft und Elektrizität, vor allem aber die mediko- mechanische Behandlung eine große Rolle. Hinzu tritt der Er- sitz verlorener Glieder durch künstliche Ersatzstücke. Dieses ganze Gebiet ist auch schon im Frieden kultiviert worden. Einerseits in der K r ü p p e l f ü r so rge, die es sich vornehm- lich zur Aufgabe macht, verkrüppelte Krieger so zu fördern, daß sie einen Platz im Erwerbsleben ausfüllen könne», andererseits in der reichsgesetzlichen Unfallversicherung. Die Krüppelfürsorge hat bisher in bescheidenem Rahmen großartiges geleistet; der Krieg schafft ihr nun eine riesige Vergrößerung ihres Arbeitsgebietes. Der Grundgedanke dieser Fürsorge ist, in dem Menschen, der sich nicht mehr des Besitzes seiner gesunden Gliedmaßen erfreut, gar nicht den Gedanken aufkommen zu lassen, daß er nun kein nütz- liches Glied der menschlichen Gesellschaft mehr sei. Es wird ihm gezeigt, daß und wie er es lernen kann, die noch vorhandenen Reste seiner Glieder wieder zu gebrauchen. Daß hierbei glänzende Er- folge erzielt werden können, wird in der Ausstellun,» im Reichs- tagsgebäude an einer Reihe zum Teil wunderbar anmutender Bei- spiele gezeigt. Da ist, um nur eins zu nennen, die Darstellung eines heute noch lebenden Mannes zu nennen, der beide Hände und Füße verloren hat. Durch zweckmäßige Ersatzteile und fleißige Uebung hat er es soweit gebracht, daß er sich nicht nur ohne fremde Hilfe ankleiden und reinigen kann, er kann auch seinem Beruf als Drechsler nachgehen und bekleidet die Stellung als' Vorsteher der Drechslerwerkstatt im Krüppelheim in Königs- berg i. Pr. Von den Kriegskrüppeln wird alles ferngehalten werden müssen, was in ihnen das Gefühl nährt, daß sie auf das Mitleid ihrer Nebenmenschen und deren Almosen angewiesen seien. Sie sollen, soweit nur irgend möglich, in die Lage versetzt werden, sich ihr Brot selbst zu verdienen. In dieser Beziehung ähnelt die Auf- gäbe, die gegenüber den Kriegskrüppeln zu leisten ist, der Tätigkeit der Organe der reichsgesetzlichen Unfallfürsorge. Sie wird sich aber sehr wesentlich von der hier geübten Praxis unterscheiden müsien, wenn sie ihren Zweck erreichen soll. Die meisten Berufsge- nassen schaften erblicken ihre Hauptaufgabe darin, den Un- fallverletzten ihre Renten zu kürzen. Der Kampf um die Rente ist ein umfangreiches, aber nichts weniger als erhebendes Kapitel in der Geschichte der deutschen Sozialpolitik. Im Interesse der Helden, die im Dienste des Vaterlandes zu Krüppeln geworden sind, wird man von vornherein darauf achten müssen, daß ihnen das Stiederdrückende, das dem Kampf um die Rente notwendig an- haftet, erspart bleibt. Ein schwieriges Problem wird auch die Wiederein- f ü h r u n g des verkrüppelten, aber durch die Kunst deS Ortho- päden wieder erwerbsfähig gemachten Arbeiters in das Wirt- schaftsleben sein. Es soll versucht werden, jeden möglichst in seinem erlernten Beruf, nötigenfalls in einem verwandten Beruf wieder leistungsfähig zu machen. Bei aller Achtung vor den in dieser Hinsicht durch geeignete Behandlung erzielten Erfolgen wird doch bezweifelt werden müssen, daß mit den künstlichen Gliedmaßen die volle Leistungsfähigkeit wieder erlangt werden kann. Die A r b c i t s v e r m i t t e l u n g für die in Frage kommenden Per- fönen wird sehr sorgfältig erwogen werden müssen. Es wäre der- fehlt, sich auf die patriotische Woge zu verlassen, die das deutsche Volk ersaßt hat und die auch manchen Unternehmer veranlassen dürfte, solche Kriegskrüppel in ihren Betrieb einzustellen. Das Ge- fühl der Dankbarkeit verblaßt nur zu schnell, es ist keine gute Grundlage für ein Bauwerk, das längeren Bestand haben soll. Man ist leicht geneigt, in der Unterbringung der fraglichen Per- sonen in staatlichen Betrieben die beste Löi'ung des Pro- blems zu sehen. Aber auch hier wird es Bedenken und Schwierig» leiten geben. In den erwerbstätigen Kriegsinvaliden soll nicht das Gefühl Platz greifen, daß sie nur geduldet sind und das Gnaden- brot essen. Ihre persönliche Freiheit und Unab- hängt gleit muß ihnen in jeder Beziehung gewährleistet sein. Sie sollen gegen unberechtigte Entlassungen möglichst geschützt fein, dabei aber in gutem Einvernehmen mit ihren Nebenarbeitern bleiben. Eine spezielle Arbeitsvermittelung für Kriegsinvaliden schmeckt sehr stark nach„Wohltätigkeit"; bei der Vcrmittelung durch den allgemeinen Arbeitsnachweis erfordern die Bedürfnisse der In- validen eine besondere Berücksichtigung, die aber doch wiederum nicht zu auffällig in Erscheinung treten darf. Diese Andeutungen, bei welchen aber bei weitem nicht alle in Betracht kommenden Punkte berührt sind, dürften genügen, um zu zeigen, mit welchen Schwierigkeiten die Kriegskrüppelsürsorge zu kämpfen haben wird. Wird es schon viel Mühe und Fleiß er- fordern, den einzelnen Jiwaliden soweit zu bringen, daß er sich der verletzten Glieder und ihrer Ersatzteile mit der erforderlichen Geschicklichreit bedienen kann, so fördert die Einordnung der wieder- hergestellten Invaliden in das Wirtschaftsleben»och einen großen Komplex von Fragen zutage. Es handelt sich um ein Gebiet der Kriegsfürsorgetätigkeit, an welchem sich notwendiger- weife auch die Gewerkschaften beteiligen müssen, ja, das ohne deren Mitarbeit gar nicht in befriedigender Weise gelöst werden kann. Es soll bereits eine Organisation gebildet sein, die sich die Fürsorge für die Kriegsinvaliden und die Förderung ihrer Er- werbsfähigkeit zur Aufgabe gemacht hat. Die Personen, die dort mitarbeiten, mögen von den besten Absichten beseelt sein; wenn diesen Körperschaften nicht berufene Vertreter der Ar- beiterschaft angehören, dann wird ihrem Wirken in starkem Matze das Odium der„Wohltätigkeit" anhaften. Das mutz aber gerade hier, im Interesse der Objekte der Fürsorge nach Möglich- keit vermieden werden. J\nz Groß-Seriin. der verbannte Karneval. Auch Prinzen haben ihre Schicksale. Der leichtlebige Prinz mit Schelle und Narrenkappe ist ivegen seiner allzu losen Streiche in die Verbannung geschickt worden. Die Kriegs- furie hat ihm, der selbst gerne Schläge austeilt, einen Klaps versetzt, von dem er sich vor Jahresfrist nicht wieder erholen wird/ Recht so! Der tolle Prinz ist ja international und in allen Gassen zu Hause, aber bei uns, die wir seit Monaten mit so viel Leid bepackt sind, hat er diesmal wirklich nichts zu suchen. Nun sitzt er einsam auf deni augesägten Theaterthrönlein und vertreibt sich die Zeit mit philosophischen Betrachtungen. Ist eS nicht eine närrische Welt? Ist sie nicht närrischer, als ich Obervergnügungsrat selbst es bin? Bocksprünge wie ein Satyr macht der außer Betrieb gesetzte Narrenprinz im stillen Kämmerlein. Er kennt seine Pappenheimer. Da verspritzen Hunderttausende für daS Vaterland ihr Blut, Zehntaufende wandern hinüber in das Land, aus dem noch niemand zurückkehrte, in zahllosen Familien herrscht tiefste Trauer um Menschenopfer, und das alles hätte Tausende, die nicht viel zu denken und desto mehr zu genießen gewohnt sind, nicht gehindert, dem lustigen Prinzen auch in diesem Jahre zu huldigen, wenn nicht die preußische Staatsregierung mit einem weisen Verbot dazwischengefahren wäre. Wie närrisch, daß überhaupt ein Verbot nötig war! Wieviel närrischer, daß es noch Leute gibt bei uns, die sich zu entrüsten wagen über ihr gestörtes Vergnügen! Wohl ist es betrübsam, daß auch auf diesem Gebiete wieder viele kleine Existenzen um den ihnen zu gönnenden Verdienst der Karncvalszcit kommen, doch größere Rücksichten, die an die innersten Gefühle unseres Kulturvolkes greifen, müssen solchen sozialen Bedenken voran- gehen. Die goldglitzernden Festsäle sollen keinen Narrenlärm hören, keinen Flitterstaat sehen. Die Geigen und Flöten schweigen, die Maskenkostüme und die Sektflaschen verstauben. Die Freude an der Tollheit ist verbannt unter der zwingenden Macht der Verhältnisse. Wird es überall so sein? Wird der Geist der Zeit auch in die Privathäuser dringen, wo man so gern Feste feiert, unbekümmert um die Sorgen da draußen? ES ist zu hoffen, daß auch Hausbälle und häusliche Maskenfeste in dieser schrcckerfüllten«Saison nicht den Zorn der Kritik herausfordern. Wir wollen uns nicht die Freude rauben lassen an gelegentlichen Genüssen edler Kunst, wollen unsere Seele für wenige Stunden ausheitern an den bleibenden Altären unserer Dichter und Denker, aber für rauschende Ver- gnügungen in tollender Lust ist unsere Zeit zu ernst. Das mögen sich auch alle gesagt sein lassen, die immer noch ihre kindliche Freude finden an den zum Kindischen und Widerlichen ausgearteten Bockbierfesten, um deren Begräbnis mit dem Kriege es wahrlich nicht schade wäre. Nicht nur Worte, sondern Taten. Uns wird geschrieben: „Es ist schon verschiedentlich auf die Notwendigkeit und die Pflicht hingewiesen worden, mit allem, was uns zur Verfügung steht, für möglichste Ausnützung aller Mittel, die Volksernährung während des Krieges zu pflegen, Sorge zu tragen. Auch auf die notwendige rationelle Stutzbarmachung der Küchenabgänge wurde hingewiesen. Getan ist in Berlin, so weit bisher Umschau danach gehalten wurde, noch nichts. Täglich gehen in der Millionenstadt Werte in die Müllkästen, die, richtig beachtet, im Jahre Millionen ausmachen würden. Was nützt es, wenn auf diese Tatsache immer wieder hingewiesen wird und alles beim alten bleibt! Ist es nicht möglich, in Berlin dem Beispiel Charlottenburgs zu folgen? Es würde sich für die Stadt Berlin nicht erst um Tastversuche handeln, da ja die in Charlottenburg gesammelten Erfahrungen, soweit sie sich praktisch erwiesen, sofort auf Berlin angewendet werden könnten. Auch die Stadt Berlin, oder vielmehr ihre Verwaltung, müßte sich doch endlich dazu herbeilassen, hier etwas zu tun, was geradezu eine notwendige Pflicht jeder Stadtbchörde ist. Es wird in dieser Zeit so viel, und mit großem Recht, aus die Pflicht des Volkes, sparsam in allem zu sein, was zur Volksernährung dient, umzu- gehen, hingewiesen. Warum müssen noch so ungeheure Werte im Müllkasten verkommen, die, richtig verwendet, dem Volke von großem Nutzen sein könnten? Der einzelne kann dabei wenig tun; hier muß die Gemeinde handeln! Sie ist es, der die Pflicht obliegt, die Angelegenheit in Fluß zu bringen. Den Hausbesitzern muß es zur Pflicht gemacht werden, Gefäße zur Aufnahme der Küchenabgänge aus den Höfen zur Verfügung zu stellen. Für Abfuhr und Ver- Wertung deS Materials muß die Gemeinde sorgen. Am richtigsten nimmt sie die Sache in eigene Regie, wobei ihr Fachleute gewiß mit Rat zur Seite stehen werben. Zweckmäßige Konservierung der Ab- gänge und Verfätterung in eigenen Schweinezüchtcreien, wozu der Gemeinde ja ausgedehnte Ländercien zur Verfügung stehen, wäre der weitere Schritt. Einige Hausbesitzer und Einwohner in den Vororten Berlins haben bereits praktische Versuche gemacht. Sie haben Behälter zur Aufnahme der Zlbfälle den Hausbewohnern bereitgestellt, und es hat sich ergeben, daß das Resultat ein recht erfteuliches war. Leute, die vordem Körnerfutter für die Hühner und Schrot und Kleie für die Kaninchen einkaufen mußten, behelfen sich jetzt in der Kriegsnvt auf die Weise, daß sie die Küchenabgänge verfüttern. Sie sind recht zufrieden mit dem Erfolg ihrer Versuche. Was hier im Kleinen geht, sollte das nicht im Großen auch möglich sein? Natürlich heißt es schnell handeln, denn wenn Zeit Geld ist, dann hier ganz de- sonders; jeder Tag der Versäumnis schädigt das Wohl des Ganzen." Wir können diesen Darlegungen nur zustimmen. Berlin hat in der Tat auf dem Gebiete der Verwertung von Küchenabfällen bisher vollständig versagt. Die ministeriellen Anweisungen auf Teilung des Hausmülls sind wirkungslos verhallt; mehr noch, in Grundbesitzervereinen hat man sich dagegen gewendet. Es ist aber höchste Zeit, daß die Gemeinde endlich eingreift und die Abfälle praktischer Verwendung zuführt. Tchriftskellev Sebaldt im Jrrenhausc! An die bekannte Zossener Schießplatzaffäre und daS mißglückte Verrückterklärungsverfahren gegen den jetzt in Thüringen amtieren- den Pastor Stier- Motzen schlössen sich öffentliche Angriffe deS Schriftstellers Max Sebaldt aus Steglitz, des Sohnes eines che- inaligen Ministers in türkischen Diensten, gegen beamtete Personen, so auch gegen den KriegSgerichtSrat Cell. Sebaldt war daraufhin wegen Beleidigung mehrmals zu längerer Gefängnisstrafe verurteilt worden, deren Berbüßung ihm durch die Amnestie bei Kriegsaus- bruch erspart blieb. Vor dem Kriege war Sebaldt nach der Schweiz entflohen, weil man ihn warnte vor der Ein- sperrung im Jrreuhause, wurde später in Straßburg durch seine frappierende Aehnlichkeit mit dem Reichskanzler er- kannt und verhaftet, aber bald wieder freigelassen. Anfangs Dezember sollte abermals gegen Sebaldt verhandelt werden. Dies- mal hatte der Teltower Landrat v. Achenbach Slrafantrag wegen Beleidigung und versuchter Erpressung gestellt. Der Termin wurde in letzter Stunde vertagt. Jetzt kommt aus Bayern die Nachricht, daß Sebaldt in Bayreuth verhaftet und in der dortigen Königlichen Heil- und Pflegeanstalt(Jrrenaustalt) interniert worden ist. In eingeweihten Kreisen hat man diese Entwickelung erwartet. ES war längst offenes Geheimnis, daß ein Aktellgutachten des Geheimen Medizinalrats Leppmann vorliegen soll, nach dem Sebaldt„gemein- gefährlich und internierungsbedürftig" ist. Mit der Jnternicrung dürfte der Sebaldt-Prozeß endgültig begraben sein. Kein Führer durch die deutsche Verlustliste. Der Führer durch die deutsche Verlustliste, auf den bereits viele briefliche Bestellungen eingelaufen sind, wird zunächst noch nicht erscheinen, sondern es wird am Ende des Feldzuges ein eist- sprechendes Werk herausgegeben werden. Eine Beamwortung der einzelnen Bestellungen in diesem Sinne ist dem Kriegsministerium leider nicht möglich._ Aufklärung der schweren Bluttat. Vor mehreren Tagen meldeten wir, daß der 35 Jahre alte Lederarbeiter Walter Krause zur Nachtzeit am Schönholzcr Weg aus incBrcten Wunden Blutend aufgefunden wurde. Der Schwerverletzte starb schon am nächsten Tage im Ärankcnbause. Der Kriminal- Polizei ist eZ jetzt gelungen, das Dunkel zu lichten und die Urheber der Verletzungen festzunehmen. Bei dem Ehepaar Krause wohnte der Arbeiter Max Kaltes in Schlafstelle. Zwischen den beiden Männern kam es öfter zu Streitigkeiten, die dazu führten, daß alle drei Personen, jede für sich, eine andere Wohnung bezogen. In der Nacht zum 28. Dezember ging Äalies mit einem Freunde, einem Arbeiter Friedrich Piest, nach Französiich-Buchholz hinaus, wo Krame arbeitete, um diesem einen Denkzettel zugeben. Erliest ihn während einer Pauic in der Nachtschicht aus der Fabrik herausrufen, und beide Männer fielen dann anr Schvnholzer Weg über ihn her, schlugen auf ihn ein, bis er zusammenbrach, traten ihn mit Füsten, ivarsen ihn endlich in den Weggrabcn und ließen ihn liegen. Kalies und Piest wurden jetzt von der Kriminalpolizei festgenommen. Beide geben zu, Krause geschlagen zu haben, behaupten aber, es sei ohne Werkzeug mit der bloßen Faust gewesen. Dagegen ist fest- gestellt, daß der Unglückliche mit einem Gasrohr"die schwersten Schläge erhalten hat. Wegfall der großen Bockbierfeste. Die seither in der Bockbiersaison von den großen Brauereien veranstalteten Bockbierfeste kommen für dieses Jahr in Wegfall. Abgesehen von der Verfügung des Ober- kommandierenden der Marken, die jede karnevalistische Veranstaltung mährend der Kriegszeit verbietet, sind auch die Säle der großen Brauereien ausnahmslos zu Reservelazaretten eingerichtet und für Vergnügungen nicht frei. Die Bockbierfeste werden sich daher lediglich in den Gastwirtschaften abspielen, und auch da nur in bescheidenem Umfange. I» der Spandaucr Stadtverordneten, ihuilg bemängelte Genosse Pieck bei der Beratung des Polizeietats die Erhöhung desselben um öü 000 M. Die jetzige Kriegszeit zeige, daß statt ivic bisher 72, jetzt tli bis 17 Beamte genügen, die Sicherheit aufrecht zu erhalten. Redner kritisierte ferner die Auflösung einer Betriebsversammlung der städtischen Straßenbahner und bestritt der Polizei das Recht zu diesem Vorgehen. Vom Oberlnirgermeister Költze wurde bestritten, daß die jetzigen Bemnten zur Sicherung der Stadt ausreichten.— Die Verträge wegen Entwässerung des Rieselfeldes Wansdorf zwischen der Stadtgemeinde Spandau und der Havelländischen Buch-Meliorations- gesellschaft und dem Kreise Osthavelland, ferner der Vertrag wegen Verlegung des Druckrohrs»uf der SchöiUrnlder Chaussee wurde angenommen.— Die Vorlage, Anlegung eines Friedhofs hinter dem städtischen Schlachthof, wurde nach einer ablehnenden Rede des Gc- nossen Pieck angenommen._ Die �riedrichsberger Bank und die Lichtenberger Stadtverordnetenversammlung. In der ersten Sitzung der Lichtenb-rger Stadtverordneten- Versammlung im neuen Jahre stand die Pelition der Friedrichs- berger Bank auf der Tagesordnung. Die Bank war am 3. August gezwungen, ihre Zahlungen einzustellen. Daß der Krieg allein nicht die Ilrsoche bildete, ist aus dem am 19. November an die größeren Gläubiger versandten Zirkular zu ersehen. Dort wird ausdrücklich gesagt, daß„in den letzten l3/4 Jahren die Abhebungen die Neuein zab lungen insgesamt um etwa sechs Millionen Mark überstiege»!" Zur Vermeidung des Konkurses strebt nun die Bank ein Moratorium an. In dieses wollen die Gläubiger nur willigen, wenn sie zunächst eine Teilzahlung von 20 Proz. auf ihre Forderungen sofort erhalten. Hierzu sind vier Millionen Mark erforderlich, die die Bank von Berliner Großbanken als Darlehen zu erhalten hofft, wenn— die Stadlgemeinde Lichtenberg dafür die Bürgschaft übernimmt. In die materielle Verhandlung über die Petition trat die Ver- sammlung uoch nicht ein, denn mit Recht wurde zunächst vom Genossen B r ü h l beantragt, daß alle Stadlverordneten den Sitzungssaal zu verlassen haben, die als Genossenschafter oder Sparer an der Bank interessiert sind. Wenn auch die Städteordnung keine unzweifelhafte Bestimmung enthalte, müsse doch jedem Stadlverordneten daran liegen selbst den Schein zu vermeiden, als ob das eigene individuelle Interesse dem Allgemeininteresse übergeordnet werde. Auch der Stadlverordnetenvorstehev Danneberg vertrat diese Auffassung. Einige Jnteresienlen dagegen glaubten, daß in diesem Falle von einem Jnter- essenwiderstreit nicht die Rede sein könne. Die Mehrheit stimmte jedoch dem Antrage Brühl zu. Das hatte die Vertagung der uzen Angelegenheit zur Folge, denn es soll nun ecit festgestellt werden, wer von den Stadtverordneten also der Beratung fernzubleiben hätte. WaS der kaum aufzuhaltende Zusammenbruch der Bank zu bedeuten hat, lassen die wenigen in der Petition mitgeteilten Zahlen ahnen. Dort wird angegeben, daß allein etwa 14 009 Lichtenberger Gläubiger in Frage kommen. Die Bank beruht auf genossenickiaflliltier Grundlage, folglich werden die 428 Mitglieder nicht nur ihr Mitgliederguthaben, fondern wahrscheinlich auch die volle Haftsumme Verlierern Auf 174 Lichtenberger Grundstücken ruhen 5ll.} Millionen Hypotheken. Außerdem sind eine große Zahl von Berliner wie auch Friedrichs- felder Existenzen beteiligt. Die Passiva belaufen sich auf zwanzig Millionen Mark. Diese dürftigen Angaben scheinen denen recht zu geben, die der Meinung sind, daß auch durch die Bürgschafts- übernähme seitens der Stadt das Fallissement nicht aufzuhalten ist, höchstens der Sladtsäckel noch in Mitleidenschaft gezogen wird. Bei der Konstituierung wurden die kürzlich aus der Ersatzwahl hervorgegangenen Vorsteher Tanneberg, sein Stellvertreter Genosse John und auch die weiteren Mitglieder des Bureau? wiedergewählt. — Einen Jnterpellalionsgegenstand bildete die ungenügende Be- leuchiung vieler Slraßenzüge, namentlich im Oristeil Boxdagen- Riimmelsburg und die ungleichmäßige Brcnnstärke des Gases. Qualität und Druck des Gases sind nach Ansicht des Direktors TremuS einwandfrei; dem Lichtmangel in den Siraßen soll nach dem Kriege abgeholfen werden.— Schließlich kam auch noch eine Petition der Gewerbetreibenden, die sich gegen den Verkauf be- stimmter Artikel auf den Wochenmärklen wendete, zur Sprache. Die Petenten und einzelne Stadtverordnete sind der Meinung, durch solche Pallialivmitielcben ihre Lage alifbesfern zu können. DieFrage soll demnächst nochmals verhandelt werden, wenn es sich um die event. Erneuerung des Vertrages mit dem derzeitigen Marklpächter handeln wird. Von unseren Genossen wird mit Nachdruck Uebernahme in eigene Regie der Stadl gefordert werden. Die Pachtsumme betrug bisher 93 000 M._ Sturmschäden. Der heftige Sturm, der in der Nacht zum Freitag sowie gestern in der Morgenstunde über Berlin und die Umgebung dahmfegre, hat vielen Schaden angerichtet. In den Parkanlagen sowie in den Wäldern der Umgebung wurde erheblicher Windbruch herbeigeführt. Bäume wurden geknickt und vollständig entwurzelt. Ganz vesonders hat der Orkan an den freiliegenden Stellen am Wasser ge- haust. Im Innern der Stadt fielen eine große Zahl von Fenster- scheiden dem Element zum Opfer. Dachziegel wurden von den Dächern gelöst und Straßenschilder durch die Gewalt des Sturmes aus ihren Befestigungen herausgerissen. 5llndcrbcraubungci>. Der Kriminalpolizei ist eS gelungen, die schon wegen wiederholter Kinderberaubungcn vorbestrafte Näherin E. Brandt auf friscber Tat zu ertappen, lieber flinfzig der be- raubten Kinder erkannten die Verhaftete als diejenige Person wieder, die ihnen beim Einholen die Geldbeträge fortgenommen hatte. Ein Wintervelodrom im Berliner Sportpalast. Die Stätte der letzten Berliner Sechstagerennen, der Sport- Palast in der Potsdamer Straße 72 a. wird in nächster Zeit wieder den Radsportfreunden der Reichshauptstadt ein Heim bieten. Den Bemühungen des Deutschen Rennfahrerverbandes ist cS jetzt gc- lungen. die polizeiliche Genehmigung zur Abhaltung von Radrennen zu erhalten, deren Einnahmen zum Teil wohltätigen Zwecke» über- wiesen werden sollen. In der Halle wird wie früher eine Holzbahn von etwa 100 Meter Länge eingebaut, auf der sich die bisher nicht! zu den Waffen ciiiberufplieii deutschen Siennfahrer bis zum Beginn- der Saison auf offenen Bahnen interessante Kämpfe liesern dürften. 1 Zu diesen gesellen sich noch eine Reihe Angehöriger neutraler Staaten, mit denen die Leiter bereits in Unterhandlungen getreten sind. ES ist beabsichtigt, die Bahn bis Ende März stehen zu lassen. An allen Sonnlagen und wahrscheinlich auch regelmäßig an einem Abend jeder Woche werden Fliegerrennen stattfinden, doch ist auch die Durchführung eines 24-Stunden-Rennens geplant. Die ersten Wettbewerbs sind für Ende dieses Monats vorgesehen. Zu dem Sturz von der Treppe, dem der 11 Jahre alte Schüler- Richard Walter zum Opfer fiel, wird uns vom Vater mitgeteilt, daß sein Sohn nicht- infolge jugendlichen Uebermutes abgestürzt ist, son- dern, wie die Feststellungen ergeben haben, durch einen Schwindel- anfall, den er erlitt, als er vorn dritten Stock über das Geländer sah. Vermißter Krieger. Der Soldat Artur Dotz von der 9. Kom- pagnie deS Schützenreginients Nr. 108 in Dresden ist am 80. August bei Bertoncourt verwunde! worden. Seit seinem Aussuchen des Ver- bandplatzes fehlt jedes Lebenszeichen von ihm. Nachrichten über den Verbleib des Vermißten sind an Albin Doß, Oberplanitz bei Zwickau, zu richten. Auf der Treptow-Sternwarte finden folgende Stinovomäge statt: Am Sonnabend, den 9. Januar, uin 5 Uhr:„Mit Ozeandampier von Bremen nach New Uork"; am Sonntag, den 19.�Januar, um 3 Uhr: „Interessante Bilder aus Italien", um ä Uhr:„Sitten und Gebräuche fremder Völker", um 7 Uhr:„Aus unseren Kolonien"; am Mittwckch, den 13. Januar, um 5 Uhr:„Theodor Körner". Nach jedem kinemato- graphischen Vortrage gelangen„Kriegsfllme" zur Vorführung.— Mit dem großen Fernrohr werden Saturn und Jupiter beobachtet, außerdem stehen den Besuchern noch kleinere Fernrohre zur kosten- losen Verfiigung, mit denen beliebige Objekte selbst eingestellt werden können. Freiwillige Hilfskräfte. Die gestern unter obigem Titel von uns veröffentlichte Zuschrift des Nationalen FrauendiensteS ist an- scheinend von einigen Lesern unseres Blattes falsch aufgefaßt worden. Das Bureau des Nationalen Frauendienstes bittet uns initzuteilen, daß eö sich in allen Fällen um ehrenamtlich tätige, nicht aber um besoldete Kräne handelt, deren schriftliche Meldungen an das Hauptburcau, Berlin W 50, AugSburgcr Str. 61, erbeten werden. Ms öer Partei. Die„Weimarische Bolkszeituug" unter Präventivzenfur. Die Redaltion der„Weimariichen Volkszeitung" erhielt Donnerstag abend folgende Verfügung: „Auf Grund des§ 4 deS Gesetzes über den Belagerungszustand und nieiner Bekanntmachung betreffend die Aufhebung der Presse-, Vereins- und Versammlungsfreiheit vom 16. November bestimme ich:„Jede Nummer der„Weimarischen Volkszeitung", auch soweit sie in Jena und Eisenach unter anderer Bezeichnung ericheint, ist vor dem Erscheinen nach näherer Anweiiung des Grohherzoglich Sächsischen Staatsministeriums in Weimar zur Prüfung vorzulegen. Die von der Prüfungsstelle beanstandeten Teile sind vom Abdruck und von der Verbreitung ausgeschlossen. Der Kommandierende General v. Haugwitz, Genera! der Infanterie." lieber den Grund zu dieser Maßnahme erfährt das„Jenaer Volksblatt", daß der„Weimarischen Volkszeitung" bereits nrehrmals Verwarnungen zu teil geworden find. In den letzten Tagen ist ein Artikel:„Des Proletariers Vaterland", zum Abdruck gekommen, der den General veranlaßt hat. die Prävenlivzeniur zu verhängen.— Wir können dazu bemerken, daß der Artikel anS der bürgerlichen Zeitschrift„Der Vortrupp" stammt. Gewerkschaftliches. Die Große berliner Straßenbahn unö ihr /tushilfsperfonal. Am 23. Dezember beauftragte eins Versammlung des AuSliilfsperfonals der Großen Berliner Straßenbabn die Leitung des Transportarbeiterverbandes, der Direktion sol- gende Forderungen zu unterbreiten: Erhöhung des Tage- lohnes von 3,50 Mk. auf 4 M., Gewährumi eines bezahlten freien Tages in jeder Woche, Bezahlung der Ueberstimden mit je 50 Pf., Innehaltung einer tägliche« Arbeitszeit von 9 Stunden für Fahrer, 10 Stunden für Schaffner.— Der Transportarbeiterverband hat den Auftrag durch ein Schrei- ben an die Direktion ausgeführt und darauf ein Antwort- schreiben erhalten, worin gesagt wird: „In Hinsicht darauf, daß wir bereits vor Eingang dieser Forderungen den Wünschen des Aushilfspersonals durch Ge- Währung der Wegegelder für die über 4 Kilometer von den Bahnhöfen entfernt wohnenden Bediensteten und durch Be- zahlung von zwei freien Tagen für den Zeitraum von vier Wochen entgegengekommen sind, haben wir weiter- gehende Forderungen abschlägig beschieden. Wir glauben zu diesem Bescheide um so inehr berechtigt zu sein, als das AusHilfspersonal nunmehr in seinen Bezügen den im ersten festen Anstellungsjahr befindlichen Angestellten gleich- gestellt ist. Es fehlt daher auch die Veranlassung, von dieser Entscheidung abzugehen." Zu dieser Antwort der Direktion nahm am Donnerstag eine zahlreich besuchte Versammlung des AusHilfspersonals Stellung. Es wurde entschieden verurteilt, daß die Direktion die Forderungen de vorigen Versammlung abgelehnt hat, ohne sich in eine Verhandlung mit der Leitung des Transport- arbeiterverbandes eingelassen zu haben. Ferner wurde darauf hingewiesen, daß es in dem erwähnten Antwortschreiben der Direktion heißt, das Einkommen der Schaffner betrage min- bestens 4 M. pro Tag.— Die Direktion rechnet also darauf. daß der von ihr gezahlte Tagelohn von 3.50 M. durch Trink- gelber der Fahrgäste aufgebessert wird. Diese Rechnung ist ebenso unsicher wie unwürdig. Ein Unternehmen wie die Große Berliner Straßenbahn sollte nicht so rechnen, sondern einen Lohn zahlen, der mindestens dem 4 M. betragenden ortsüblichen Tagelohn gleichkommt. In dem Antwort- schreiben der Direktion wird auch gesagt, daß Ueberstunden von jeher mit 50 Pf. bezahlt werden. Diele Bestimmung steht allerdings auf dem Papier. In der Versammlung wurden jedoch verschiedene Beispiele dafür angeführt, daß die Bezahlung für geleistete Ueberstunden tatsächlich verweigert worden ist. Ferner heißt es in dem Schreiben der Direktion, die durchschnittliche tägliche Arbeitszeit von 10 Stunden für Schaffner und 9 Stunden für Fahrer solle so lange beibehal- ten werden, als nicht Personalmangel oder Rücksicht auf den Verkehr zu einer Verlängerunng der Arbeitszeit zwingen. Demgegenüber wurde betont, daß die Arbeitszeit von 10 bzw. 9 Stunden schon die höchste Anforderung an die Ar- beitskraft stellt, um so mehr, da die Arbeitszeit nur durch ganz kurze, nach Minuten bemessene Pausen unterbrochen wird, die in keinem Falle ausreichen, um eine ordentliche Mahlzeit einzunehmen. Mit der Bezahlung der freien Tage, die vom 21. Dezember ab erfolgen sollte, hat es auch einen Haken. Wie ein Redner feststellte, müssen dem freien Tage immer erst 11 hintereinanderfolgende Arbeitstage borherge- gangen sein, so daß also jemand, der innerhalb von 14 Tagen aus persönlichen Gründen einen Urlaubstag hatte, den nächsten fälligen freien Tag nicht bezahlt bekommt.— Im allgemeinen wurde in der eVrsammlung betont, daß die Große Berliner Straßenbahn die Forderungen des Aushilfs- Personals ohne weiteres bewilligen könnte, um so mehr, als jetzt bedeutende Ersparnisse im Betriebe gemacht werden. denn neuerdings seien die Fahrzeiten so verkürzt worden, daß auf jeder der dafür in Betracht kommenden Linien täglich zwei Wagen weniger laufen. Da die Wagen meist überfüllt seien, müssen auch die Eumahmeii recht gute sein. Wenn die Direktion die Forderungen nicht bewilligt, so fehle es ihr nur am guten Willen. Schließlich wurde die nachstehende Resolutiou an- genonmien: „Das versammelte AusHilfspersonal der Großen Berliner Straßenbahn hat von der Antwort der Direktion Kenntnis ge- nommen und bedauert das geringe Entgegenkommen derselben. Die Versammelten sind der Meinung, daß es zweckmäßig ge- Wesen wäre, wenn die Direktion mit den Orggnisationsver- trctern über die in Frage kommenden Punkte verhandelt hätte. Es würde sich dann zum mindesten ergeben haben, daß eine Reihe vorhandener Härten auf irrtümliche Auffassung einzelner Beainten zurückzuführen find. Trotz der Bereitwilligkeit, in der schweren Zeit des Krieges für das Allgemeinwohl hohe Opfer zu bringen, müssen die Versammelten erklären, daß das von der Direktion Gebotene nicht ausreicht, um die Existenz aufrechtzuerhalten. Sie be-- auftragen deshalb erneut den Deutschen Transvortarbeiter- verband, Schritte zu unternehmen, um einen Ausgleich der Differenzen herbeizuführen. Andererseits verpflichten sich die Versammelten, die weiteren Resultate ruhig abzuwarten und die Einheitlichkeit der Handlung nicht zu stören." ö erlin unö Umgegenö. Die Wagen-, Auto- und Flngzeugsattler haben einen Tarif- vertrag, der bis zum 1. April d. I. läuft und am 4ö. Februar ge- kündigt werden kann. Eine am Mittwoch abgebaltene Branchen- Versammlung sprach sich für die Kündigung des Tarifs aus, weil der Lohn den heuligen Verhältnissen nicht entspreche und die Kon- junktur in diesem BerufSzweige außerordentlich günstig sei, voraus- sichtlich auch nach dem Kriege noch für längere Zeit günstig bleiben werde. Einen endgültigen Beschluß über die Taristündigung konnte die Versammlung nicht fassen. Das ist Sache der Wagenban- kommisfion, in der alle für den Wagenbau in Frage kommenden Berufe vertreten sind. Ferner besprach die Versammlung die Arbeitsverhältnisse in den Flugzeugfabriken. Hauptsächlich wurde beklagt, daß in den Rumpler- werten, entgegen einem Beschluß der dort beschäftigten Kollegen, die Akkordarbeit immer mehr um sich greift, was von einzelnen Arbeitern zum Nachteil der Allgemeinheit ausgenützt wird. Die Lackierer hielten am Donnerstag ihre Jahresversammlung ab. Vor Schluß des letzten Jahres ist bei der Firma Beermann eine Tarifvereinbarung abgeschlossen worden. Es soll demnächst eine Versammlung aller in Militärbelrieben beschäftigten Berufs- kollegcn stattfinden zwecks Herbeiführung einheitlicher Akkordverhält- nisse. Die ANordsätze weisen in den verschiedenen Betrieben auch die verschiedensten Abweichungen auf. Wenn nötig, wird sich die Organisatton zur Erreichung dieses Zieles an die MUttürverwattung wenden. Nuslanü. Für die belgischen Kinder. Der„Daily Eltizen", däS Londoner Arbeiierblatt, eröffneieeine besondere„Weihnachissammlung für belgische Kinder". Den Ertrag will daS Blatt dem König Albert aushändigen. Tie Früchte einer holländischen Aussperrung. Im vergangenen Fohre waren in den Niederlanden rund 5000 Tabakarbeiler ausgesperrt. Die Unternehmerorganisationeu hatten zu diesem Kampfmittel gegriffen, weil die Arbeiter cS wogten, Lohnforderungen zu stellen. Volle 3 Monate dauerte die Ausip-rrung. Sie bedeutete den schwersten Kampf, den die junge hollän- dische Gewerkschaftsbewegung je durchgekämpft hat. Die der modernen GewerkschafiSzentrale angeiSlosiene Tabakarbeiter- Organisation verausgabte rund 809 000 Gulden zur Durchsähruna ihres Widerstandes. Es war ihr denn auch ein glänzender Erfolg beschieden. Aus dem in diesen Tagen erschienenen Bericht dieses Verbandes geht hervor, daß als Ergebnis der Aussperrung eine Lohnerhöhung von rund 700 000 Gulden für die Arbeiter gebucht werden konnte. Solcher Erfolg war gewiß der Opfer wert, welche die holländlichen Tabakarbeiter und für sie auch viele Bruderorgantsationen anderer Länder gebracht haben._ „Kriegssozialismus" in Australien. In W e st a u st r a l i e n hat sich die Arbeilerregierung gezwungen gesehen, die eigenen staatlichen Sägemüblen bedeutend zu erweitern, um möglichst allen Arbeitslosen Beschäftigung zu geben. Infolge des Krieges nämlich baben eine große Anzahl privater Mühlen ihren Betrieb einstellen müssen. Die Regierung in Neu-Süd-Wales schlägt vor, daß alle StaatSangestcllten, die mehr als 6000 M. JahreSgehalt beziehen, 10 Proz. des Betrages, der über 4000 M. hinausgeht, abführen sollen, um für infolge des Krieges arbeitslos Gewordene Arbeits- gelegenheit zu schaffen. Zur Bekämpfung des LebensmittelwucherS beschlagnahmte sie große Lager von Weizen und Mehl, neueren Nachrichten zufolge die ganze letzte Ernte. Man erwartet, daß die Arbeilerregierung für den ganzen austra- lsschen Bund demnächst Höchstpreise scstsetzen und alle verfügbaren größeren Ouantitäten an Getreide konfiszieren wird. Soziales. Handlunftsgehilsin oder gewerbliche Arbeiterin. Wegen frist- und grundloser Entlassung klagte gestern eine Lageristin der Firma L i n d h o r st vor dem Gewerbe- gericht auf Zahlung von 200 M. Entschädigung für vier Monate. In erster Reihe handelte es sich um die Frage, ob Klägerin, wie sie meinte, als kaufmännische Angestellte zu gelten habe. Sie hatte drei Jahre bei der Firma gelernt. Bei Antritt des Lehrverhältnisses war ihr zugesichert worden, sie solle in allen Fächern, nur im gewerblichen nicht, ausgebildet werden. Nach Beendigung der Lehrzeit blieb sie gegen 50 M. Monatsgehalt bei der Firma. Sie wurde mit Etikettenschreiben, Stossezuschneiden und Gange- besorgen beschäftigt. Das 5�aufmannsgericht hatte diese Art der Beschäftigung als gewerbliche bezeichnet und die Klage dem Gewerbegericht überwiesen. Dies war hiermit zuständig, auch wenn die Klägerin kaufmännische Gehilfin wäre. Aus der Art ihrer Beschäftigung mußte aber ent- nommen werden, daß sie Gewerbegehilfin sei. Damit fiel. der Anspruch der Klägerin auf sechswöchige Kündigungsfrist, zulässig zum Quartalsschluß. Die Beklagte behauptete, für ihre gewerblichen Angestellten gelte tägliche Kündigung, wenn nichts Besonderes vereinbart sei. Ein entsprechender Aushang fei in sämtlichen Arbeitsräumen deutlich erkennbar angebracht. Die Klägerin dagegen berief sich auf eine Unterschrift die sie im Tommer vor Antritt threS UrlaudS hatte leisten muffen. Ihr war damals ein Revers vorgelegt worden, durch den sie sich verpflichtete, nicht vor dem 1. Januar 1915 aus dem Geschürt zu scheiden. Diese einseitige und daher rechtsungültige Verpflichtung verlangt die Firma von ihren sämtlichen Angestellten, um sich deren Arbeitskraft auch nach der Urlaubsgewährung zu sichern. Das Gericht sprach der Klägerin ein Monatsgehalt von 59 M. zu. Nachdem die Bindung der Klägerin bis 1. Januar 1915 erfolgt war, durste auch die Beklagte vor diesem Termin die Entlaflung niäu verhängen.' Die Entlaffung war aber am 2. Dezember er- folgt._ Ungültige Kündigung nach Gelialtskürzung. Wird mit Rücksicht auf den Krieg unter beiderseitiger Eiunülligung das Gehalt gekürzt, so kann diese Einwilligung nur dahin verstanden werden� das GeHall solle gekürzt, aber die Stellung soll für die ganze Dauer des Krieges vom Prinzipal nicht gekündigt werden. Diese Anschauunng ver- laugt eine Auslegung nach Treu und Glauben, die nicht am buchstäblichen Wortlaut haften bleibt, sondern den wahren Sinn der Erklärungen zu erforschen sucht. Das hiesige Kaiihi:annsg«richt hat sich jetzt zu dieser Auffassung bekannt. Tie S. Kammer des Berliner Kausmannsgcrichts Hai vor kur- zcm eine der Gehaltöherabs etzung folgende Kündigung des Gehilfen zum c für moralisch bedenklich, aber rechtlich unangreifbar erklart. Tie Erste Kammer desselben Gerichts versagte aber jetzt dieser HclidlungSweise auch die rechtliche Geltung. In dem betreffenden Falle wurde der die Klage erhebenden Kontoristin einen Monat nachdem sie mit der Gehaltsminderung einverstanden war, gekündigt. In der Begründung zu dem die beklagte Firma verurteilenden Er- kenutnis heißt eS u. a.: Wenn Beklagte Herabsetzung des Ge- Halts auf die Hälfte forderte, so mutzte sie irgendwelchen Gegen- wert dafür geben. Das konnte aber naturgemäß nur darin be- stehen, daß die Klägerin während der Kriegszeit in ihrer Stellung verbleibt. Es ist ihr zu glauben, daß sie auch nur von dieser Aus- saffung.k- 1 b! sparen Sie. wenn Sie im Leibhaus Rolenthaier Tor, Linienstraxe 200/4, Ecke Rosentlsaler- straxe, laufen. Anzüge 9.—, lllster, Paletots 5.—, silberne Uhren 3.—, zol- dene Damcnubren 8.—. Kotdwaren. Brillanlen. Fahrräder, alles enorm billige Kriegsprciie. Zlus Uhren dreijähriger Garantteschcin. Eigene Werk- stutl. 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Berliner Reichstagswahlkr. m Der lod nahm mir meinen lieben Kameraden Paul Keslin Harle Kestin, geb. Hüller, Waidmannslust. Die Einäscherung hat bereits stattgefunden. SSozIaldemokratiselierWahlverein LdJJerl. ßeiciistagswalilkreis. 10. Abi. Bez. 61 S. Am Mittwoch, den 0. Januar, | verstarb unsere Genossin Henriette Czmoeh Stettiner Str. 58. Ehre ihrem Andenken! Die Beerdigung findet am I Sonntag, den 10. Januar, nach mittags 3 Uhr, von der Leichen- Halle des neuen Pauls-Kirchhoscs j in der Seestrafie aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 1 235/4_ Der Vorstand. ÄFlieitep- Radfahrer „Solidarität", Mitgliedschaft Berlin. In Erfüllung der traurigen Pflicht geben wir hierdurch allen Mitgliedern bekannt, dag unser Bundesgenosse FranxlVviutal 2. Abteilung in den Kämpfen bei Dixmuiden am 25. Oktober im Alter von 10 Jahren gefallen ist. 12/15 Ehre seinem Andenken! Die Ortsverwaltung. 837 Verwaltungsstelle Berlin. Den Kollegen zur Nachricht. dag unser Mitglied, der Drücker Bruno Stein am 3. d. Mts. an einem Unsall gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Montag, den 11. Januar, nach- mittags 2�< Uhr, von der Leichen- Halle des städtischen Fricdhoses, Müllerstraßc, Ecke Seestraße, aus statt. Rege Beteiligung erwartet 130/2 Die Drtsverwaitung. Verband der Biireaoangesteliten. Ortsgruppe GroB-Berlin. Am 6. Januar verstarb nach langer Krankheit unser Mitglied, der AnwaltsangesteMe Willi Simon im 27. Lebensfabrc. Wir ivcrden sein Andenken in Ehren halten. Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 9. Januar, nach- mittags 3 Uhr, von der Leichen- balle des St. Andreas- und Markus-KirchhosS in Wilhelmsbcrg aus statt. 46/20 ! Um rege Beteiligung der Kollegefi ersucht Die Drtsverwaitung. Zentralverliand der Zimmerer Dentsehiands. Zahlstelle Berlin und Umgegend. Bezirk 16. Den Berufsgenossen zur Nach- richt, daß unser Mitglied fcrämgnä Bastian verstorben ist. Ehre seinem Andenken! _ Die Beerdigung findet am Sonntag, 10. Januar, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle der Zions- Gemeinde in Nordend, LIankenselder Str. 7, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 255/4 Vv»- Vorstand. Im Osten fiel am 30. Dezember 1014 unser unersetzlicher Sparkollege Paul Schelze. Sein Andenken wird in uns nie erlöschen. Zmeran Neuer Taler Wilhclm-Stolzestr. 31. A Allzu früh und fern von seinen Lieben starb am 28. Dezember im Osten den Heldentod mein ge liebter Mann und treusorgender Vater meiner Kinder, unser guter Bruder, Schwager, Onkel, Sohn und Schwiegersohn, Wchrmann im 48. Infanterieregiment Otto Berndt im 38. Lebensjahre. Dies zeigen in tiefstem Schmerz an 128A Martha Berudt geb. Schauer und Kinder Witwe M. Berndt als Mutter Familie Schutt Familie Gallien Klara Berndt Ernst Berndt(zurzeit im Felde) Karl Berndt lzurzeit im Felde) Witwe Schauer als Schwiegermutter. Dn mußtest uns zu früh verlassen Und von den Deinen gehen, Wir können es immer noch nicht fassen, Daß wir uns nicht mehr wieder- sehen. Lieber Valer, ruh' in Frieden, Unsere Liebe deckt Dich zu. Leicht sei ihm die fremde Erdet Den Heldentod fürs Vaterland starb am 29. Ottober in Rußland unser lieber Sohn, Bruder, Schwager und Onkel kriellried Füs.-Regt. Nr. 33, 1. Komp. im 23. Lebensjahre. 840b In tiefstem Schmerz namens der Hinterbliebenen Haimund Friedrich »cbst Frau, Geschwister und Schwager, Rcichcnberger Straße 159. Ruhe sanft in Frieden! Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung meines lieben Mannes und unseres Vaters, des Schmiedes Karl Wendt sagen wir allen Verwandten, den Mietern im Hinterhause, sowie dem Wahlverein Treptow, dem Sparverein Bettelpsennig, den Kollegen und Sängern der Firma Picisch unseren innigsten Dank. 8306 Witwe Marie Wendt nebst Kinder». ReutersWerke - 3 Bände i Blart■ Buchhandlung Borwärks Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher! Teilnahme und Blumenspenden bei der| Beerdigung meiner liehen Frau Danksagung. Für die herzliche Teilnahme beim Hinscheiden unserer einzigen Tochter F Anna Reichow Margarete Rieiilelu sage ich allen Verwandten, Freunden| und Bekannten. Kollegen und Kol- leginnen der Firma Matthes u. Schwabe und der Firma Stock u. Co.| meinen herzlichsten Dank. 149A Otto Keichow, Wchrmann. I sage wir allen Verwandten und Be- kannten unseren mnigiten Dank. rsmilio A. Riehlein, Berlin X 65, Müllcrstr. 40. 34A „fräfa'-Takletteii ,m Verbrauch Mgvolk 1915 Ein Almanach für die arbeitende Zugend, herausgegeben von der Zentralstelle für die **** arbeitende Zugend Deutschlands**** 160 Seiten, mit vielen Bildern Zungvolk hat den Kreis seiner Freunde seit seinem Erscheinen jährlich erheblich vergrößert. 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Sch. 1S83. Tie Arbeiter sind verpflichtet, sich nach dieser Verjügung zu richten.— Scheidung lö. Das kann als Schcidiingsgrund angesehen werden. Sie nlüsien aber für den Unterhalt des Kindes sorgen.— F. 30. Anspruch aus Krankengeld haben-sie, nicht aber aus Zahrgcid und Reise- svesen.— Wetirmnnn 33. Nein.— 31. L. 8. Der Antrag ist tischt an deir Magistrat sondern an das Bezirkskomuiando zu stellen.— Köpenick 100. Die Rckiamation wird jetzt wenig Zlussicht aus Ersolg haben, sie wäre an daZ Bezirkskommando einzureichen.—(K. H. 39. sie haben beide Anspruch ans Unterstützung. Wenden Sic sich an die Krankcnkaisrn, bei dcnen die Ehemänner zuletzt Mitglied waren.— U. 2. 12. Wahrscheinlich, das entscheidet aber der Militärarzt. — Seume 13. 1. Wegen Herzkrankheit dienstuntauglich. Ob Sie trotz- dem noch eingezogen werden, tonnen wir nicht wissen. 2. Tic Steuer beträgt 2 Mark.— Z. 31.?ln dnS zuständige tzlmtZgertcht.— Tilo 100. Die Ausmusterung ist dadurch eben bestätigt.— N.N. Nein. — K.•$. in Neukölln. Gegen das ungehörige Vorgehen des Magistrats- beamte» mutz Beschwerde eingelegt werden.— 29. 2- 101. Kommen Sie in unsere Sprechstunde.— C. P. 50. Der Findcrlohn richtet sich nach dem Wert des Fundes. Er ist in Ihrem Falle lvahrscheintich nach beliebigem Ermessen zu bestimmen. Höhere Ansprüche dürsten deshalb kaum zu stellen sein.— Streitsache 190. Die Konzession kann ver- weigert werden.— 31. B. 11. Sie sinb dazu verpflichtet.— M. M. 100. Wenn die Kündigung nicht auch Ihrem Ehemann rechtzeitig zugestellt worden ist, ist sie rechtsunwirksam; Sic brauchen also die Wohnung nicht zu räumen. Teilen Sie das aber dein Hauswirt mit.— EberS- walde 39. Sic müssen den Vertrag bis Oktober einballen.— SB. 21. 77. Aus öhreit Angaben ist nicht zu ersehen, was Este meinen. A. 100. Sic hatten für den Bertrag bis zum 1. April 1V1S.— Mit KriegswörierLüch. 1,20 M., geb. Warum und wofür wir kämpfen? Von Prof. I. Haller. 50 Pf. Kloercs. Tübingen. Kürschners Jahrbuch 1313 1,30 M. H. Hillger, Berlin V.' 9. Warum hassen uns die Völker? Von Dr. M. Hirschfeld. 43 S. A. Marcus u. E. Webers Verlag, Bonn. Der Krieg 1911 in Wort nnd Bild. Heft ö u. 7. Einzelh. 30 Pf. Bong u. Co., Berlin IV. 57. Ter Reue Merkur.(November.) Monatsschrift sür geistiges Leben. Jährlich 15 M. G. Müller. München-Berlin. Krieg und Wirtschaft. Knegshefte des Archivs für Eoziakwisien- fchast und Sozialpolitik. HerauSgegehen von E. Lasse.(1. Heft des 40. Bandes.) Geh. 6,70 M. I. C. B. Mohr, Tübingen. Weihnachten im Weltkriege 1911. Herausgegeben von Margarete Pochhanuncr. l M., geb. 1,50 M. H. S. Locsdau, Berlin W. 15. 1. Bericht über die Blerwaltung der Tetitschen Bücherei des Börscnvercins deutscher Buchhändler zu Leipzig im Fahre l913. 40 S., mit Illustrationen. Selbstverlag, Leipzig. Was ist deutsct! 7 Versuch einer Selbstbestimmung im Deutschen Kriege Von Dr. E. Geistler. 60 Pi. H. Schrödcl, Halle a. S. Taschenbuch auf das Kricgsjahr 1911.13 für Deutschland und Lesterrcich-llngarn. Herausgegeben von A. Schremmer. Geb. 4 M. H. Schmidt, München. Tie Szene. 4. Jahrgang. Blätter für Bühnenkunst, herausgegeben von der Bereinigung tünstlevischer Bübncnvorstände. Erscheint monatlich. Pro Jahr 5 M.„Vita" Deutsches Verlagshaus, Eharlottenburg, Haiden- bergstr. 14. Ter Kampf um den Weltmarkt und der Bölkerkrieg 1911. Von D. DominieuS. 60 Pf.— Englert u. Schlosser, Franlsurt a. M. Tas Bölkerriugen 1911. Heft 2— 4. Von F. M. Kircheism. Emzeih. 50 Vs.— H. R. Sauerländer u. Co., Aarau(Schweiz). Turch Not und Dod. Schilderimgcu aus dem Welttricg 1914. Von H. Frobeuius. 2. Bd., IM.— F. TempSky. G. Freitag. Wien-Leipzlg. 'Tic Hochwachk. Monatsschrift für Schriftsteller und Literatursreundc 1. Lahrq., Seit t, 30 Ps.— Selbstverlag. Berlin, Dubliner Str. 30. Wie werde ich gesund? 1. Bd. Von Dr. W. Hotz. 1 27.— Erfolgreiche Wege der HeUkunft bei chronischen'Krankheiten Von Dr. W. Hotz. 30 Pf.— Verlag,„Gesundes Leben", Mellenbach und Leipzig. Ter Deutsche Krieg. Hest 22. Lesterreich-Ungarns Erwachen Von R. Ekaimrav.—.Heft 23. Nach Osten• Von A. Pavuet.— Jedes Hest 50 Ps.— Deutsche Berlagsauslalt, Stuttgart-Berlin Eingegangene Druckschriften. Der wahrhafte Krieg von F. G. Fichte. Reu bernusgegebai von K. Ä. Löwen stein. 73 Ps., gä. 1 M..Zeit im Bild", Berlin IV. 57. Hamburger Fremdcnblatt. Illuftriertc Wochcnchronik.(Amerikanische Ausgabe.) 20 Ps. Verlag A. Brofchek u. Co, Hamburg. Durch Kampf zum Friede». Tübinger Äriegsschrifte». Hest 1. Geschäftliche Mitteilungen. Das Warenhaus Arthur Behrendt, Schöncberg, Hauptslr 11. ver- auslallet augenblicklich einen austcrordeutlich billigen ZluSvcrkauj. Die Firma R. u. S. Moses, Reinickcndorser Str. 9—10, veranstaltet vom Aiontag. den 11. d. Mts. ab einen großen JnventurauSoerkauj in Manusatlur-, Mode-, Kurz- und Weißwaren. Amtlicher Marktbericht der städtiicbcu Rlarkthallen-Direttion übt den Grostbanbel in den Aentral-MarklbaUcn.(Ohne Verbindlichkeit. Freitag, den 8. Januar. 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Schock 0,70-1,00; Sellerie, Schock 3,30-6,00;_ Spinat 50 kg 15.00—25,00; Mohrrüben 3,00— 4,00; Wirsingkohl Schock 4,00— 10,00; Wirsingkohl 50 kg 5,00—6,00: Weißkohl Schock 3,00—8,00, Weißkob 50 k" 4,00—6,00; Rotkohl, Schock 4,00—10.00: Rotkohl 50 kg 4,00 bis 5,00; Grünkohl 50 kg 5,00-6,00; Kohlrüben 30 kg 5,00—6,00: Tcltvwer Rüben 50 kg 12,00—16,00, Märkiiche Rüben SO kg 3,00—10,00; Sioienkohl 50 kg 25,00—30,00, Meerrettich Schock 4,00—12,00, Peterftillenwurzel Schockbund 1,00—3,00: Zwiebeln 50 Jrg 11,00—12.00. Apfelsinen: italienische 50 kg 10,00—12,00, Dito 200 itücf 8,00— 11,00. 300 St. 9,00—11,00, Murcia 200 St. 8,00—13,00, dito 300 �'uck g, 00— 14,00, Mcssina 160 St. 11,00-12,00. 200 LI. 9,00-11,00, 300 St. 650— 11,00. Me'sina Blut- 80 St. 9,00, do. 100 St. 8,50-9,50, de. 150 Sk. 10,00.'_' Mächte des Weltkrieges� Erstes Heft: Das Zarenreieli. Inhalt: I. Gebiet und Bevölkerung. II. Üoziaie und Tvirtschaltliche Vcrliältiiiöse. lü. Das I'inanrwesen. IV, Bas zarische Eegime.... 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Das Austreten Luthers gab der längst vorhandenen Unzufrieden. heit einen mächtigen Aufschwmig und verschaffte dem poli- tischen und wirtschaftlichen Kampf eine religiöse Grundlage; denn das Evangelium sah in allen Menschen Brüder und wandte sich hauptsächlich an die Mühseligen und Beladenen. Darüber hinaus sahen Weiterblickende das Äeil in der Errich- tung eines natwnaldeutschen, christlichen Reiches— ein Ilm* stand, der im Äinbkck auf den Weltkrieg der Gegenwart von besonderem Interesse ist. Schweichel beginnt mit dem Aust'tande in Rothenburg und führt uns dann mit sicherer Äand durch die wesentlichsten Er- eignisse und Kämpfe jener großen Zeit. Nicht etwa in trockener Aufzählung der Tatsachen, sondern, wie es sich von einem In freien Stunden erscheint wöchentlich als 24 Gelten starkes Heft zum preise von 10 Pfennig. Jedes Hest bringt außer den Komanen Aufsähe(zum Teil auch illustriert) und Notizen aus allen Wissensgebieten, Skizzen oder kurze Erzählungen, sowie Scherz und Satire. Der Unterzeichnete bestellt bei der Buchhandlung Vorwärts, Berlin EW. 6S Lindenstraße 3 „In Freien Stunden" »ebst etner Sralis-ttunstbetlage zum-"Et et je von iu Pfennig wöchentlich frei In» Sau» Name: Ort und Wohnung:----- Diesen Bestellschein nimmt auch der Zeitungsbote entgegen. Kunstwerk von selbst versteht, durch Widerspiegelung jener Zeit in den Seelen der Menschen. Da tretei�uus ebensowohl die einfachen Repräsentanten der großen Masse, wie die ge- schichtlichen Führer jener großen Bewegung entgegen. Da klingt eine Liebesgeschichte in Kampf und Streit hinein, und Poesie vereinigt sieb mit Historie, um uns jene weltbedeutenden Ereignisse menschlich näherzubringen. Alles in Allem: Dies starke Werk eines Mannes, der mit Äerz und Tat stets auf Seite des schaffenden Volkes stand, muß das brennende Interesse jedes Arbeiters, jeder Arbeiterin finden. Wer den Roman schon kennt— man kann ihn gern zweimal lesenl— hat hier Gelegenheit, sich eine illustrierte Ausgabe für wenig Geld zuzulegen, denn das Werk wurde von Prof. Damberger- München mit künstlerischen Bildern geschmückt. Neben dem Kauptroman bieten wir unsem Lesern zunächst Sewastopol Aovelle von£co Tolstoi In dieser höchst zeitgemäßen Novelle führt uns der be- rühmte russische Dichter in die Zeit des Krimkrieges, da die vereinigten Armeen der Franzosen, Engländer, Türken und Sardinier den ersten Kriegshafen der russischen Flotte im Schwarzen Meer einschlössen und eroberten. Der Verfasser befand sich als junger Offizier in der Festung und schildert aus eigener Anschauung tiefergreifend Leben, Leiden und Kämpfe der Verteidiger, ihren Mut und ihr Verzagen, ihre Tugenden und Laster. Er beschönigt nichts, er verschweigt nichts.— Da Sewastopol auch im gegenwärtigen Kriege eine bedeutende Rolle spielt, Käsen der russischen und Angriffsobjekt der tiir- tischen Flotte ist, werden die meisterhaften Schilderungen Tolstois mit außergewöhnlichem Interesse gelesen werden. � f!erafniMti!ic!:cr yichlJenfl Wiklehh, Neukölln, gut den LnfeMenMl öMnllö.: Tb» llZlbK» Berlin. Druck u.Vcbläg:Äö?ldärtSBuchdrüc!er:j u. xjcrlWnnstalt Paul Singer& Co., Berlin SW.