mm i im W. Westlicher Kriegsschauplatz. NsuLrale HeurteiZung ösr Kriegslage. Bern, 9. Januar.(W. T. B.) Der..Bund" ichreibt zur Kriegslage: Nach und nach sind vier Druckstellen an der d e u t s ch e n W s st f r a n t sichtbar geworden: Lombartzyde— Avern, Xicnl— Albert, Perthes— LemeSnil und Flircy— Cirey. Aber stärker als die Kämpfe an diesen Punkten, wo ein Durch- brach geplant oder gewissermaßen vorkrokiert schien, hebt sich der exzentrische Kamps um Stcinbach ab, welcher vermehrte Äusmerk'amkeit fordert. � Zu dem Vorstoß der Deutschen im Such aab schnitt meint das Blatt, daß diese �Kämpfe die Entscheidung der Sch'acht vorbereiten. Jeder streifen, welcher hier von den Russen abgeschält werde, entblöße und schwäche ihren rechten Flügel und inachc das dahinterliegende Warschau sichtbar und verwundbar. Der„Bund" hält daher die strategische Lage der Deutschen und Oesterreicher im Osten für gesund und vielversprechend, die der Russen für weniger günstig, ohne daß schon eine Entscheidung nach irgendeiner Seite gefallen wäre. Der„�bitü'tziiugskrieg*. Paris, 9. Januar.(53. T. 33.) In einem Artikel über die Cntwickelung des Krieges schreibt der„T e m p s": Der Krieg habe einen Charakter angenommen, welchen man nicht erwartet habe. Man müsse jetzt mit einem Abnützungskrieg rechnen und deshalb gefährliche Ungeduld vermeiden. Deutschland könne trotz großer Menschenverluste noch viele Reserven aufstellen. Tie Verbündeten könnten den Sieg nur um den Preis härtester Opfer erringen. Deutschland sei noch nicht am Ende. Die großen Schwierigkeiten würden im Frühjahr beginnen, namentlich wenn die Neutralen hart blieben. Der Krieg, welchen Frankreich augenblicklich führe, sei eine harte Prüfung, Ungeduld wünsche eine 33eschleunigung der Operationen, aber Geduld sei nötig. Die Kampflage in Zlanüern. Ter Korrespondent der„Times" in Nordfrankreich berichtet über die Lage im Asergebiet fotgendeS: Es ze gl sich immer mehr, daß die an der kanalisierten Dser bervorg..'enen Ueberschwemmungen zwar im Anfang für die Vcr.ejdigung der Verbündeten von außerordentlichem Wert waren, jetzt aber für die ausgebreilete Angrisssbewegung, die durch die seit kurzem eingetre tenen englischen Verstärkungen möglich ist, agen läng sind die Verbündeten aus der linken Seite durch das Meer und aus der rechten durch die Ucberschwemmungszor.e behindert. Diesem Umstände ist es auch zuzuschreiben, daß das Vordringen aus der Strecke Nieuport— St. George— Westende mit unverhältnismäßig großen Opfern verbunden war und unsere Fortschritte gegen Nousselaere gleichfalls sehr langsam vorwärts kamen. Unsere Per- Inste an L ssizieren, Unteroffizieren und Sanitätspersonal sind seit unserem angriffsweisen Vorgehen erheblich größer als früher. Es mutz sich zeigen, ob die Lffizierscadres der neu ausgeschifften Armeen eine genügende Ausbildung erfahren haben und die er- forderlichen Führereigenschaften besitzen, um die entstandenen Lücken vollwertig auszufüllen. jedenfalls, so schließt der Berichterstatter der„Times", wird oui{)_ mit den neu eingetroffenen Verstärkungen kaum eine neue Phase des Kampfes beginnen, denn jeder Fußbreit Landes wird s-rage des Offizierersatzcs Schwierigkeiten verursacht als beim deutschen Heere. De? Luftkrieg. aus den" B.'tteriesalven. welche die Deut'chcn abgaben. Die Flammen der Granaten und Kartätschen waren hier deutlich sichtbar. Treffer wurden nicht wahrgenommen. Tie Flieger Kr- schwanden in der Richtung nach Hcyst. Typ und Natioiialitä: der Flugzeuge waren nicht erkennbar. Gestlicher Kriegsschauplatz. Die rusjlfche Heneralftabsmelöung. Pctorsl.urft, v. Januar.' lW.?. 3?.) Ter Große Gencralitab teilt mit:?luf unserer ganzen Front war an? 8. Januar kein Er- eignis zu verzeickinen außer bei der Meierei Mogbely, in deren Umgebung sich ein erbitterter Kamps entsponnen hat. Die Melöirng öes Großen Hauptquartiers Amkliä). Großes Hauptquartier, den 10. Januar 1915. Westlicher Kriegsschauplatz. Das s6)lech!e Wetter hielt auch gestern an: die Lys ist an einzelnen Stellen bis zur Breite von 800 Metern aus den Ufern getreten. Feindliche Versuche, uns aus unseren Stellungen in den Dünen bei Nieuport zurückzudrängen, schlugen fehl. Nordöstlich Soissons wiederholten die Fran- zosen ihre Angriffe, die gestern sämtlich unker großen Verlusten für sie abgewiesen wurden, über 100 Gefangene blieben in unserer Hand) die Kämpfe dorkselbst sind heute wieder im Gange. Westlich und östlich Perthes(nordöstlich des Lagers von Chalons) griffen die Franzosen erneut heftig an. Die Angriffe brachen unter sehr schweren Verlusten für die Franzosen zusammen: wir machten etwa 150 Gefangene. 5n den Argonnen gewannen wir weiter Gelände: hier wie in Gegend Apremont nördlich Toul dauern die Kämpfe noch an. Am 8. Zanuar abends versuchten die Franzosen erneut, das Dorf Ober-Burnhaupt im Nachtangriff zu nehmen. Der Angriff scheiterte gänzlich. Ansere Truppen machten weitere 230 Franzosen zu Gefangenen und erbeuteten ein Maschinengewehr, so daß sich die Beute von Ober-Burnhaupt auf zwei Offiziere, 420 Mann und ein Maschinengewehr erhöht. Die Fran- zosen hatten auch hier augenscheinlich schwere Verluste, eine große Menge an Toten und Verwundeten liegt vor der Front und in den angrenzenden Wäldern. Gestern fanden nur kleinere Gefechte im Oberelsaß statt. Gegen Mitternacht wiesen unsere Truppen bei Nieder-Aspach einen französischen Angriff ab. Oestlicher Kriegsschauplatz. Tie Witterung hat sich noch nicht gebessert: auf der ganzen Ostfront blieb die Lage unverändert. Kleinere russische Vorstöße südlich Mlawa wurden abgewiesen. Oberste Heeresleitung. ** Der österreichische Generalstabsbericht. Wien, 10. Januar.(W. T. B.) Amtlich wird vcr- lautbart: 10. Januar 1915: Tie allgemeine Lage hat sich nicht geändert. Südlich d c r W e i ch s e l beschossen die Russen gestern unsere Stellun- gen ohne jeden Erfolg. Sie richteten ihr Feuer namentlich gegen eine von uns besetzte Höhe nordöstlich Z a k l i c z Y n. Nördlich der Weichsel stellenweise heftiger Geschütz- kämpf. Ein Versuch des Gegners, mit schwächeren Kräften die Nida zu passieren, mißlang. In den Karpathen herrscht Ruhe. Zwei Auf- klärnngsdctachements des Feindes, die sich in der Buko- w i n n zu nahe an unsere Vorpvstcnlinic heranwagten, wurden durch Artillerie- und Maschinengewchrfeucr zcr- sprengt. Am südlichen Kriegsschauplatz kurzer Geschütz- kämpf bei den östlich Trcbinjc bis an die Grenze borge- schobencn eigenen Stellungen. Ter Stellvertreter des Ehefs des Gcncralstabs. von Hocfer, Fcldmarschalleutnant. die englische Arbeiterschaft im neuen?ahre. Unser Londoner Korrespondent schreibt uns: Artbur H e n d e r s o n. der Sekretär der Arbeiterpartei und der gegenwärtige Präsident der Arbeiterfraktion des Unterhauses, ist aus Anlaß des Neujahrs zum Mitglied des Privy Gönnet l, des königlichen. Geheimen Rats, ernannt worden. Es ist dies eine hohe Auszeichnung, sicher die höchste, die ein Führer der Arbeitervartei annehmen kann, ohne auf seine amtliche Stellung in dieser zu verzichten. Ter Privy Council ist eine Körperschaft mit überaus wichtigen Verfassung-:- mäßigen und staatsrechtlichen Funktionen, dem u. a. im gegenwärtigen Krieg auch der Erlaß von Verordnungen, deren Spielraum praktisch unbegrenzt ist, obliegt. Hender- ion ist das zweite Mitglied der Arbeiterpartei, dem diese Würde zuteil wird: das erste war der alte südwalisische Berg- arbeiter Abrahams. Von einstigen Arbeiterführern besitzen sie jetzt außerdem noch der frühere liberale Minister Jvbn Burns und der alte liberale Bergarbeitersührer Thomas Burt. Die Mitglieder des Privy Council führen vor ihrem Namen den Titel„The Night Honourable". Die Auszeichnung ist ohne Zweifel eine Anerkennung der Regierung ssir die von Henderion in der Kriegszeit eingenommene Haltung. Er bat- nach der Kriegserklärung, die er bis zum- letzten Augenblicke bekämpfte, das vom Genossen Ramsay Macdonald niedergelegte Amt des Fraktions- Präsidenten provisorisch übernommen und hat später die Re- krntenwcrbung und die Politik des„Burgfriedens" energisch unterstützt. Darüber, ob die Akzeptierung der Regierungs- auszcichnung, von feiten eines so exponierten Führers der Partei, am Platze war, werden innerhalb der englischen Ar- beiterpartei die Meinungen ganz entschieden auseinander- gehen. Man kann nickst wissen, welckie Maßnahmen der Privy Council zur Modifizierung oder Aufhebung des gewöhn- lichen Rechtszustandes während der Kriegszeit noch zu er- greifen baben wird. Dabei kann die Mitgliedschaft eines so säbigen und unter den Massen io einflußreichen Arbeiterführers wie Henderson, nach der einen oder anderen Richtung sehr wohl von größerer Bedeutung werden. Es trifft sich, daß der„Daily Citizen" gerade in seiner Nensahrsnümmcr einige Aenßerungen Hendersons über die Aussichten der englischen Arbeiterschaft im neuen Jahre vcr- öffentlicht. � Je länger der Krieg dauert, um so schwerer Wird cS, meint Henderson, die soziale und industrielle Lage voraus- zusehen, in der wir uns beim Friedensschluß befinden werden. Wenn wir aber aus den Erfahrungen der letzten fünf Monate einen Schluß ziehen dürfen, dann brauchen wir besonders heftige wirt'chaftliche Störungen nickst zu befürchten, und die Arbeitslosigkeit wird ungefähr die heutige Höhe behalten. Aber wenn die Arbeitslosigkeit auch jetzt nicht abnorm ist. so herrscht doch sehr viel Elend, vor dem die Behörden nickst die Augen ver'ck'ließen dürfen. Der Umstand, daß sich 290 999 bis 399 999 G e w c r k- schaftsmitglieder dem Heere angeschlossen haben, beschränkt die Arbeitslosigkeit auf ihr normales Maß: wo sie größer ist, iM erleichtert die staatliche Kriegsuntcr- stütznng der Gewerkschaften einigermaßen die Lage. Henderson rechnet damit, daß öer Krieg das ganze Jahr 1915 oder mindestens den größten Teil desselben überdauern wird. Tie Arbeiter müssen fordern, daß die Regierung sich darum kümmert, was zu geschehen habe, wenn die Millionen von Kriegsfreiwilligen dann plötzlich wieder auf den Arbeitsmarkt geworfen werden. Im politischen Leben tritt Henderson für die Wahrung des„Burgfriedens" ein. Inzwischen sollten die Arbeiter- organisationen ihr Hauptaugenmerk auf die Erziehungsarbeit unter ihren Mitgliedern und die innere Festigung der Be- wegung richten. In bezng auf die internationalen Bcziehun- gen der Arbeiter meint Henderson. daß es das größte Unglück wäre, wenn der Krieg zu einer dauernden Entfrem- dung führte. Aber er befürchtet das nickst, denn er glaubt, daß die unabweisbare Notwendigkeit gc- meinfamer Aktionen i i ch gleich nach Einstellung der Feindseligkeiten so stark fühlbar mache Ii w c r d e. d a ß s i ch z w i i ch e n den Arbeite r- führernber verschiedenen Länder eine e n- g e r c Freundschaft als je bilden werde. Die Interessen der Arbeiterklasse sind in der ganzen Welt die gleichen. Nichts könnte eine dauernde Spaltung in zwei feindliche Lager rechtfertigen. Als Merkwort für das neue Jabr empfiehlt Henderion den Arbeitern die folgenden Sätze:„Dos Jahr 1911 hat der 5 Pfennig) lir. Ii. 33. Jahrg. Die Inlcrtlons- Gebühr ketiZgi für di« lechSgespallei-.e Kolon?!» zeile'oder deren Ronm P!g.. jür Voiuiiche und gewerkschaftliche BereinS- und VerlaniMlnungs-Anzeigen 80 P'g. „Klein« anzeigen", das seltgedrucK- Werl 20 Psg.(zulüffig 2 fettgedrucNe Worte), fedcs wiitere Wort 10 Pig Stellengesuche und Cchlaffjcllenan- zeigen das erste Wort 10 Psg.. icdrs weitere World Psg. Worte Uder IS Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Äuinuier müssen d,s 5 Uhr nachmittags in der Exbediiion abgegeben werden. Die Ezvediiio» ig biS 7 Uhr abends geöffnet. Tesegrainiii- Adresse: „SsülZltkemolifZt Berti»". rozialdcmokrati leben Partei Deutfcblands. Mantaa den 11 �nnnar Expeöttion: EW. öS, Linöenftraßo Z. oen Z.J.. �annar j Fernsprecher: Amt Morittplati. Nr. l.'.l i»v-iai»7. llbokinementz-llejlngunzetzi MonnemenlS- Preis drännmerando: Pierieljährb S.S0 Ml., monatl UO Ml, wüchenllich 25 Pfg. frei ins HauS. Einzelne Nummer 5 Pfg. SonniagS- nuuuner nri! illustrierler Sonntags- Beilage„Die Neue Bell'!0 Pfg Poft- AbonncnieiU. I.IO Mark pro Monat. Eingelragen in die Pofl. geitungs. NreiSUfie. Unter Kreuzband iür Teuifchland und Oesterreich- Ungarn 2.50 Marl sür das übrige Ausland 4 Marl pro Monat. PoslabonnementS nehmen an: Belgien. Dänemark, tholland. Jiolien. Luxemburg. Portugal, KlUitSuren. Schweden und die Schweis Crtiela, lZgssch. Zentralorgan der '■ i-T!!'HUJi Vf'T'tTti VV'Ti" TAIO � UUKlllflBHB Keöaktisn: EW. b8, �inöenftraße Z. Fernsprecher: Amt Morivpla». Nr. läl i>0— lal»7. 5MI die Schwöb? und d!c Gefahren der sogenaunien Tiplo- matie gezeigt. Co tierit nun an den Arbeitern, sich zu ver� cinisieu, damit sie die Fähigkeit, die Weisheit und die Kraft einer friedlichen und einigen W c l t d e m o k r a- t i c zeigen können." Wir haben die Aeußerungen HendersonS etwas ausfuhr- fich wiedergegeben, um zu zeigen, wie ein englischer Arbeiter- mbrer, der auf der äußersten Rechten der Bewegung licht und wohl dafür mit hoher Auszeichnung von feiten der ' wprerung belohnt wird, denkt. Das schien uns um so nötiger, weil m Teutschland von mancher Seite vereinzelte Aeußerungen englischer Arbeiterführer augenscheinlich begierig aufgegriffen werden, um zu beweisen, dag irgendein nennenswerter Teil der englischen Arbeiter- ichaft jingoistischen Auffassungen huldigt. Tas war schon am Ansang des Krieges entschieden nicht der Fall und wird es init jeder Woche weniger. Eine deutsche RichtigsteUung. Amtlich. Berlin, 10. Januar 101ö.(W. T. B) Ter amtliche russische Bericht vom 7. Januar behauptet, die Rugeu hätten das Dorf B r z o z o in o zwischen Przasnysz und .Alawa aiigegrlffcii, unsere dortigen Truppen fast� voll- pcuwlg aufgerieben und den Rest gefangen genonunen. � Ticsc Nachricht ist erfunden. Das Dorf Brzozowo ist nce von unseren Truppen beseht gewesen Dagegen haben in der Stacht vom 5. zum 6. Januar etwa drei russische Kompagnien, die auf der Straße von Grudusk in geschlossener Masse vorgingen, das Torf Borzizie- R o d z w o r i angegriffen. Ter Angriff wurde ohne Schwierigkeit abgewiesen. Bon uns wurde e i n M a n n verwundet, keiner gefangen. Die Verluste der Russen konnten bei dem heftigen Schneetreiben, das in der Stacht herrschte, nicht festgestellt werden. Der Seekrieg. Oeläftigung der neutralen Schiffahrt. Kopenhagc,!, 10. Januar.(9B. T. 23.)„Nationaltidendc" schreibt: Die nordische Schiffsreedervereinigung hat eine Be- kanntmachung erlassen, wonach die n e u e n"e n g l i s ch c n Kon t e r b a n d c b e st i m m u n g c n in höchstem' Maße der Schiffahrt Schwierigkeiten machen. Praktisch gesprochen: Es ist den Reedern ganz unmöglich, zu kontrollieren, ob ein Schiff oder eine Ware konfisziert worden ist oder nicht, da man nicht kontrollieren kann, wie sich die Bestimmungen während der Dauer der Reise ändern. Die englischen Behörden machen derartige Schwierigkeiten und lassen alles so unklar und unsicher, daß man mit dem Risiko stets rechnen muß, selbst wenn das Schiff nicht für gute Prise erklärt wird, daß eine große Verzögerung eintritt. Tie Vereinigung rät daher, daß die Reedereien dem Zeitbefrachter hieraus Rcgrcßforde- rungen herleiten können, falls das Schiff trotzdem angehalten wird. Teeibenüe Minen. Stockholm, den 10. Januar.(T. U.) Eine Bekanntmachung der schwedischen Marineverwaltung besagt, daß in den letzten Tagen in der offenen Ostsee sowie an der schwedischen Küste treibende Minen in größerer.stahl beobachtet worden seien, die eine Gefahr für die Handelsschiffahrt bedeuteten. Ten Kapitänen werden bewndere Vorsichtsmaßregeln, wie verstärkter Ausguck und Stilliegen während der Nacht, anempfohlen. Der Krieg unö Sie Kolonien. Zu öen Kämpfen in Kamerun. Paris, 10. Januar.(W. T. B.f Der Gouverneur von West- asrikalhat an Doumergus ein Telegramm gerichtet, in dem es beißt: Tie Deutschen griffen Edea in Kamerun an, wurden aber zurückgeschlagen. Zwanzig Europäer l?f und vierundfünfzig eingeborene Schützen blieben auf dem Kampfplatz. Unsere Ver- lusle sind gering. Zsolfss Telegrapbeubureau bemerkt hierzu: Daß die Schutz- truppe gegen Edea zum Angriff geschnitten ist, zeugt für die zu- versicktlichc und kampfcsfrohe Stimmung, die bei unseren Käme- runern herrscht. Daran vermögen auch solche„Sicges"bericht- der Gegner nichts zu ändern.. Lieferungen an öie Zeinöe. Schon vor einigen Wochen wurde darauf aufmerksam gemacht, daß einzelne deutsche Geschäftsleute sich nicht schämen, über neutrales Gebiet hinweg Lieferungen au Deutschlands Feinde zu machen oder ihnen solche anzubieten. Man kann darüber hinweggehen, daß z. B. eine deutsche Fabrik durch einen norwegischen Agenten Krücken an England und Rußland verkaufen wollte; es handelte sich hierbei immerbin um Hilfsmittel für Verwundete und Verstümmelte, wenn auch natürlich'der Fabrik gar nichts an dem Humanitären Zwecke, desto mehr aber an einem guten Geschäft lag. Ganz anders aber liegt es mit Lieferungen, die direkt oder indirekt der Kriegführung zunutze kommen. Darüber schreibt der Kopenhagen er Mitarbeiter des„H a m b u r g e r E ch o": »Was gegenwärtig in den größeren skandinavischen Städten vor- geht, ist ein»s kau dal, und zwar so arg, daß selbst die einheimische Bevölkerung sich davon mit Ekel abwendet. Dem Schreiber dieser Zeilen' wurde von durchaus glaubwürdiger Seite versichert und von einem höheren Beamten der dänischen Staatseisenbahnen bestätigt, daß geradezu ungeheuere Mengen von Waren aus Deutschland nach Rußland und England über Dänemark und Schweden befördert wür- den. Die dänische Staatsbahn ist infolge dieses Transitverkehrs so vollauf beschäftigt, daß die Beamten länger als gewöhnlich und ange- strengter arbeiten müssen. Besonders seien eine Zeitlang ganze Eisenbahnzüge voller Drehbänke nach Rußland ge- gangen. In Dänemark und Sckweden— sicher auch in Norwegen— befinden sich eine ganze Anzahl deutscher und r u s s is ck e r Agenten, die gegenseitig Geschäfte abschließen. Tie Waren werden natürlich zuerst au dänische oder schwedische Firmen adressiert, aber von diesen gleich weitergesandt. Und wenn dann ein Tag so recht..fett" gewesen war, kann man sie sicher abends beim Champagner finden— natürlich hier nur natiouenweife—, wo sie sich Patriotismus antrinken und patriotischen Radau machen, wie kürzlich in einem vornehmen Kopenhagener Hotel, so daß die ein- heimischen Gäste nicht allein protestieren, sondern auch angeekelt von diesen Gesellen, das Lokal verlassen. Patriotische Lieder, wie„Die Wacht am Rhein",„Teutschland, Deutschland über alles" usw.. aus solchen Kehlen und in einem neutralen Lande gesungen, dessen Gastfreundschaft sie benutzen, um täglich ihr eigenes Vaterland zu ver- raten, indem sie mit den Feinden desselben Geschäfte, verboicue Ge- schäfte machen, das ist eine Gemeinheit, für deren Charakterisierung die deutsche Sprache einfach versagt." Es ist bekannt, daß Rußland zwar immer neue Menschenmaisen aufbringen und in seine Heere stecken kann, daß es aber schon jetzt ihm an Kriegsmaterial mangelt. Tie russische Industrie ist noch nicht genug entwickelt, um den außerordentlichen Anforderungen nach- kommen zu können; vor allem verfügt sie nicht über hinreichend Werk- zeugmaschinen, kann diese auch nicht schnell genug herstellen. Daß da die Einsuhr von Drehbänken eine große Hilfe ist, liegt auf der Hand. Diese Drehbänke aber kommen aus Deutschland? TaS ist nicht viel besser als die Lieferung eigentlichen Kriegsmaterials. „Wer, so schreibt der Korrespondent des„Hamburger Echos" weiter,„bei diesem Geschäft wird ja verdient, kolossal verdient. Und das ist die Hauptsache! Laß sich die Blüte der deutschen Nation mit den Feinden Teutschlands bernmschlagen, tot oder zum Krüppel schießen, wenn nur der Profit blüht und die Geschäftemacherei dabei nicht zu kurz kommt. Vor kurzem wurde dem Schreiber dieser Zeilen gesagt:„Können Sie Zeißsche Instrumente und Gummi- waren aus Teutschland herbeischaffen, sind Sie in kurzer Zeit ein reicher Mann!" Und öS soll wahr lein: die Rüssen bieten fabelhafte Preise für alles, was sie notwendig haben, was sie gern aus Deutsch- land— auch trotz des Krieges— beziehen möchten. In der Antwort des Staatssekretärs des Innern aus eine Anfrage der Berliner Kauf- mannschaft über den Handel mit dem neutralen Ausland wird solchen Menschen, die bewußt oder unbewußt mit den Angehörigen einer feindlichen Macht Geschäfte abschließen, Zuchthaus angedroht. Nun wohl, man suche die Betreffenden und verfahre mit ihnen nach dem Gesetz! Hier liegt ein doppelter Grund vor: nicht allein der Handel mit den Feinden Deutschlands ist es, sondern es kommt noch hinzu, daß diese Menschen das Ansehen Deutschlands in den Augen der neutralen Länder in den Schmutz treten!" Keir tzaröie ernstlich erkrankt. Amsterdam, 10. Januar 1913.(Privattelegramm des„Vo r w är t s".) Die„Times" meldet eine schwere Er- krankung K e i r H a r d i e s. Es heißt, er habe einen S cb l a g- an fall erlitten. Erst vor kurzem mallste er eine Blind- dannopcration durch. von �Znseeles Wirken. Einem Gcntcr Brief im„Nieuwsn Rott. Courant" entnehmen wir:„Daß die Not in Gent jetzt„fchrcckenerregend" fei, ist wobl übertrieben. Ganz gewiß ist Armut da, aber Hunger wird noch nicht gelitten. Die Vcrmittelungen des Bürgermeisters Braun und des Schöffen A n s e e l e haben zu einer unter den gegebenen Umständen befriedigenden Regelung geführt. Durch ein Komitee von vermögenden Leuton, die sich das„Grüne Kreuz" nenni, wird täglich in der Niederländischen Schauburg(Theater) ein nahrhaftes Mittagessen, bestehend aus Suppe, Fleisch und Gemüse, um den geringen Preis von 3ö Centimes verabreicht. Nicht nur Mittellose, sondern auch Personen aus dem Mittelstande, die in gewöhnlichen Zeiten eher wohlhabend genannt werden können, machen Gebrauch davon. Die Stadt läßt an neuen Erb- werken arbeiten. Jede Schicht arbeitet täglich 5 bis 6 Stunden. Gegen mäßigen Lohn, was die Not immerhin mildert.... Eine Kriegsschatzung ist nicht auserlegt worden. Aber die Stadt muß das Heer unterhalten. Die Zahl der deutschen Soldaten wechselt natürlich alle Tage. Außerdem hat die P r o v i n z ihren Teil von der Kriegsschatzung von 4Sl) Millionen aufzubringen. In der unlängst abgehaltenen Sitzung des Provinzialrais hat diese Angc- legenleit auf der Tagesordnung gestanden und ist, wie es heißi. durch die Tazwischenkunft eines Finanzinstituts geregelt worden. Die Stadt hat auch eine Buße von 100 000 M.(davon 20 000 in Gold) wegen eines zerrissenen Telephondrahts bezahlen müssen. Sie hat jetzt auch eine Besteuerung unverheiraleicr Bürger eingeführt, und zwar: Bürger von 27 bis.30 Jahren bezahlen ö Fr., bis 10 Jahre 10 Fr., bis 50 Jahre 15 vis 20 Fr. Außerdem sind Zuschläge nach dem Wert des bewohnten Hauses eingeführt. Mit der Junggesellensteuer hat man vor allem lue K l ö st e r treffen wollen. Manche von ihnen bezahlen 200 vis 300 Fr. Ter volkstümlichste Mann von Gent ist Eduard A n s e e l e. Eine ganze Legende hat sich um feine Person ge- woben. In ihm lebt der Typus der alten Gemeinoeyäuptcr wieder auf, die sich kein Blatt vor den Mund nahmen und dura) herzhaftes Zugreifen Freund und Feind zur Achtung zwangen. Von all den Geschichtchen, die über Anseele im Umlauf sind, jind viele nur legendenhaft. Jeder Folklorrst weiß jedoch, daß eine Legende nicht eines Grundes von Wahrheit entbehrt. Anseele iit sicher ebenso kühn wie temperamentvoll, aber ihm geht auch diplo- matische Geschicklichkeit nicht ab, und so weiß er manchmal zu er- reichen, daß die Genter Bevölkerung— besonders die Arbeiter- bevölkcrung— zu ihrem Rechte kommt!" Die Kriegstagung öes englischen Oberhauses. London, 10. Januar.(W. T. B.) Oberhaus. Lord Lv- cas erklärte im Namen der Regierung, daß streng vermieden wer- den müsse, bei Besprechungen der militärischen Vorbereitungen Zahlen zu erwähuen. Wenn England wüßte, wieviel Mann in Teutschland aufgestellt und ausgebildet werden, so wäre das ftir die Verbündeten von größter Bedeutung. Ebenso könnte schon die Angabe einer einzigen Zahl für Deutschland Wert besitzen. Alles was gesagt werden könne, sei, das Kriegsamt trachte, die A u s- r ü st u n g mit der Rekrutierung in Einklang zu erhaltet. Das geschebe gegenwärtig, und um mit der beschleunigten Rekru- tierung Schritt zu halten, mache daö KriegSamt enorme Anstreu- gungen, um für Ausrüftungsgegenstände zu sorgen. Die hierfür geschaffene Organisation gewinne schnell an Umsang. Der Ein- wand, daß Churchill Zahlen angegeben habe, sei nicht ganz zu- treffend. Churchill habe nur in seinen Rekrutierungsreden ge- sagt, daß, wenn die nötige Anzahl Menschen aufgebracht werden könnte, 25 Armeekorps aufgestellt werden sollten. Er habe damit einen Wunsch ausgedrückt. Lord S e l b o r n e sagte: Deutschland hat gezeigt, daß es die wunderbarste K a in p f m a s ch i n e besitzt, über die jemals eine Nation verfügt bat. Die Aufgabe, die den Verbündeten ob- liegt, ist außerordentlich ernst und schwierig: das sollten die Eng- länder voll einsehen. Deutschland hat den Vorteil der zentralen Lage und des einheitlichen Kommandos. Deshalb ist es nötig, daß Kriegstage an öer Drei-Kaifer- Rsichsecke. Aus Kattowitz wird uns geschrieben: Drci-Kaiser-Ecke wird ein Stückchen Erde bei Myslowitz� in Oberschlesien genannt, wo die Grenzen Deutschlands, Oesterreichs und Rußlands zusammenstoßen. Wer in Friedenszeiten zum ersten Male in das gewaltig entwickelte oberschlesische Industrie- rcvier kam, der startete dieser„Ecke" einen Besuch ab. Iticht weit besondere Naturschönhciten zu einem solchen lockten, sondern um die Begebenheiten au den Grenzübergängen, vorzüglich am russi- schen, in näheren Augenschein zu nehmen. Das sich hier bietende Bild, besonders im Herbst und im Frühjabr, wenn die Rück- oder Auswanderung der vielen Tausende von Saisonarbeitern begann, war auch stets interessant. Man konnte die verschiedensten Volks- rossen beobachten. Tic Drei-Kaiser-Monarchien sind hier durch zwei mittelgroße Flüsse, die schwarze und weiße Przemsa, getrennt. Die Verbin- düng zwischen der deutschen Grenzstadt Myslowitz und dem russischen Grenzort Modrzejow stellt eine etwa 150 Meter lange Brücke her. Sic ist von beiden Reichen gemeinsam errichtet. An ihrem Instand sieht aber sckion der Unkundige, wo der deutsche Anteil aufhört und der russische beginnt. Vor ihrem Betreten fällt einem eine große Tafel auf. Sie enthält eine Warnung des Magistrats der Stadt Myslowitz, über die Brücke hinüber bis zur russischen Grenzsperre zu gehen, da keine Garantie für Zurückkommen über- nommen werden könnte. Eine solche vielsagende Warnung war in Friedenszeiten nötig! Besonders dem Besucher, der nicht im Besitze eines russischen Grenzpasses war, wurde Vorsicht geraten. Die Grenzwacht hielten russische Gendarmen, Kosaken und Infanteristen mit scharfgeladenem Gewehr und aufgestecktem Seitengewehr. Ter Ucbergang nach Oesterreich vollzog sich frei und un- gehindert. Nur Zollbeamte hielten Nachschau, ob nichts Zoll- pslidUigeS über die Grenze gebracht wurde._ Sie walten auch in der KriegSzeit unter dem Schutze von Militärposten ihres Amtes, haben aber wenig Beschäftigunä, weil das Aussuhrverbot besteht. Die russische„Herrlichkeit" dagegen ist von der Grenze verschwun- den. Der Krieg hat sie weit in das Innere deS Landes vertrieben. Nur einsam, als sei es noch mitten im Frieden, hält die Statue der Maika VoSka Mutter Gottes) jetzt russische Greuzwacht. Tie an den Grenzen aller drei Reiche wohnende Bevölkerung besteht größtenteils aus armen Berg- und Hüttenarbeitern. Sie waren bei Kricgsbeginn sehr beunruhigt, weil sie damit rechneten. die Schrecken des Krieges am eigenen Leibe verspüren zu müssen. Tie deutsche und österreichische Grcnzbevölkcrung ist bis jetzt glück- licherweise' davon verschont geblieben. Hoffentlich bleibt es auch immer io. denn das deutsche Grenzgebiet beberbergt hier Millionen von Menschen und Milliardcnwerte. Das ist auch dem Feind nicht unbekannt. Tic Dankbarkeit der hier wohnenden Bevölkerung den Soldaten gegenüber ist unbeschreiblich. Sie war besonder? bei Truppen- und Verwundetentransporten zu beobachten. Die Leute, größtenteils selbst arm, geben ihr letztes. Alles, was den Soldaten nur zur Labung dienen konnte, wurde herbeigeschafft. Die Grenz- bevölkerung weiß, was sie den Volksgenossen im Waffcnrock schuldig ist. Zaghafte Gemüter haben aber auch ohne Invasion schon manche Angst ausgestanden, die schon in den letzten Tagen des Juli ein- setzte, als die Russen mit der vernichtenden Tätigkeit in ihrem eigenen Lande begannen. Besonders in der Nacht vom 31. Juli zum 1. August machten sich nahe der Grenze sehr heftige Tetona- tionen bemerkbar, die von Sprengungen der Sosnowitzer Eisen- bahnbrücke herrührten. Die Grenzbewohner glaubten, der Tonner rühre von Kanonen her und zeige den Einmarsch der Russen an. Es kehrte aber die Ruhe bald wieder, als unsere Truppen einen Borstoß nach Rußland hinein unternahmen und keinen besonderen Widerstand fanden. Die von Myslowitz aus über die Przemsa nach Rußland führende Brücke war wunderbarerweise nicht zerstört worden, so daß auch hier der Vorstoß der deutschen Truppen ohne Schwierigkeiten vor sich gehen konnte. Nur ein echt russischer Feuerwehrmann versuchte ibn aufzuhalten dadurch, daß er sich den Truppen entgegenstellte und erklärte, der Zutritt nach Rußland sei verboten Als ihm aber bedeutet wurde, daß es mit dem Ver- bieten jetzt aus sei. gab der Tapfere seinen Widerstand auf. Gleich am ersten Kriegstage war die wichtige oberschlesische Jndustriegrenze gedeckt. In kritischen Tagen wird aber durch die überreizte Phantasie ängstlicher Menschen viel erdichtet. Auch die französischen Goldautomobile, welche auf der Fahrt nach Rußland sein sollten, waren durch ganz Deutschland bis nach Oberschlesien, nahe der russischen Grenze, gekommen. Bestimmt hatte man sie auch eines Tages erwischt. Eine große oberschlesische Tageszeitung berichtete sogar über alle Einzelheiten, die sich bei diesem Fang zugetragen hatten, und wußte auch genau die Zahl der Goldfüchse anzugeben, die man dabei erbeutet hatte. � ES waren viele, viele Millionen, die sich dann bei jeder Weitererzählung noch beträchtlich vermehrten. Wer in jenen Tagen einen kühlen Kopf behielt und die Geschichte als aus dem Reich der Fabeln zu er- klären wagte, der mußte gefaßt sein, als russischer Spion an» gesehen, wenn nicht gar bezeichnet zu werden. Wehe dem armen Teufel von deutschen Staatsanaehörigen, der vor dem Kriege unbewußt, wie das zum Beispiel bei Laura- Hütte, wo die Grenze unkenntlich ist, schon oft passierte, auf russisches Gebiet kam. Meistens waren es harmlose Spaziergänger, die unbetvuht auf russisches Gebiet gekommen und von den wie Hvänen schleichenden russischen Grenzposten gefaßt und in die Gefängnisse geschleppt wurden. Wie es ihnen dort erging, darüber kann ein Genosse vom Deutschen Holzarbeiter- verband Auskunft geben, der auch„unbefugt" die russische Grenze überschritten batte. Wer sich beim Erkennen seines Irrtum? etwa durch die Flucht wieder auf deutsches Gebiet zu retten versuchte, dem konnte es noch übler ergeben, denn die Polten schössen rück- sichtSkoS auf den Fliehenden. Es hatte in der Tat fast den An- schein, als würden die Grenzposten für da? Einsangen eines Deutschen belohnt. Was aber in den ersten Kriegslagen über russische Spionageversuche erzählt wurde, das geht auf keine Kuh- haut. Die reinsten Spionenjagden wurden veranstaltet. Nur ein Beispiel. Drei junge Männer besteigen eines Abends in der Dämmerung das flache Dach ihres hohen Wohnhauses und hielten Ausschau nach der russischen Grenze, um die feindlichen„Luft- schiffe" besser sehen zu können, die sich allabendlich zeigten, sobald die Sterne erschienen. Von den Bewohnern eines gegenüberliegen- den Hauses werden sie beobachtet und da auf dem Dach auch noch eine Telegraphenleitung war, wurden sie sogleich als„Spione" er» kannt, die entweder Telephongespräche abfassen oder die Leitung zerstören wollten. Im nächsten Augenblick wurde aus sie geschossen. Blitzschnell verschwanden die drei nun wieder durch die Dachfenster in das Innere Jies Hauses. Da man nun bei näherem Zusehen im Hause die„Spione" nicht fand, ging die wilde Spioneniagd mit Schießerei durch die Straßen. Glücklicherweise ist niemand dabei zu Schaden gekommen. Diese ans Krankhafte grenzende Nervosität ist längstens ge- wichen und hat einer ruhigeren Beurteilung Raum gegeben. H. L. Stachelöraht im Kriege. Taufende und Abertausende Kilometer von Stacheldraht haben beide kriegführenden Parteien im Felde verwendet; der Stächet- draht spielt im gegenwärtigen Kriege eine Rolle, wie nie vorher. und er ist zu einer Verteidigungswaffe von höchster Wirksamkeit entwickelt, zu deren Bekämpfung alle möglichen Mittel und Kunst- griffe der Kriegstechnik angewandt werden müssen. Damals, als die Engländer in Südafrika den Burengeneral Dewet mit Stachel- draht fangen wollten, war es ganz anders: wie oft hatten sie ihn nicht ringsum mit Stacheldraht eingekreist, und immer wußte cr das Hindernis zu durchbrechen. Er trieb nämlich eine Herde Vieh vor sich her, die die Stacheldrahtverhaue niederstampfte, so daß der Weg frei wurde. Gegen ein modernes Stacheldrahthindernis, wie es heute Anwendung findet, würde dieser Kunstgriff wenig nützen, denn, so führt eine holländische Zeitung aus, bei den heutigen Stacheldrahthindernissen, die viele Meter tief sind, werden lange und kurze Pfähle in den Boden gesteckt, zwischen denen die Drähte kreuz und quer ausgespannt sind, außerdem bringt man unter dem Drahtgewirr womöglich noch Wolfsgruben und Flatterminen an, und zu alledem kommt noch die Bewachung durch Infanterie in der Nähe, in deren Feuerbereich das Drahthindernis liegt. Weder Reiterei noch Infanterie mit der blanken Waffe kann ein solches Hindernis überwinden. Es muß erst durch besondere Kräfte aus dem Wege geräumt werden, und obwohl Freund und Feind auf die Bekämpfung der Stachcldrahthindernisse vorbereitet waren und im Felde eine Reihe neuer Bckämpfukigsarten ersonnen haben, bc- deutet die Wcgräumuug eines Stacheldrahthindernisses eine sehr ansehnliche Leistung. Mit Zangen soll der � Stacheldraht durch- kniffen werden. Selbst im Schutze der Nacht ist das Durchschneiden der Drahthindernisse nicht leicht« besonders das der deutschen. ti'ir für eine vollständige und dauernde strakemsche Zusammenarbeit zwischen uns und den Verbündeten Sorge tragen, sowohl auf poli- tischem als auch auf militärischem Gebiete. Wenn das freiwillige RetrutierungSsyslem nicht genug Menschen liefert, müssen wir zur allgemeinen Welirpflicht schreiten. Dieser Fall mutz entsprechend früh vorbereitet werden, damit nicht ein nationales Chaos eintritt. Der Lordkanzler sagte: Die lllufgabe Englands in diesem Kriege deckt sich nicht ganz mit der der Verbündeten; England müsse vor allem für die Herrschaft zur See sorgen. Es sei mit uerhältniSmätzig geringen Verlusten imstande gewesen, diese Vor- berrschaft zu erhalten. Ter VCnnccbebatf werde mit einer Geschwindigkeit hergestellt, die noch vor kurzem unerreichbar gewesen wäre. Das gelte sowohl von den Explosivstoffen wie von den Ge- schössen und Gewehren. Tie größte Wohltat des Krieges sei, datz er England seine Mängel einsehen gelehrt habe. Tie enge Füh- lungnahme zwischen den lllberkommandierenden der verbündeten Länder sei unmöglich, die Stäbe seien jedoch in Fühlung und die Lberkommandierenden über die einzelnen Operationspläne unter- richtet. Es würden alle Anstrengungen gemacht, ohne Rücksicht auf die Kosten, den deutschen 42-Zentimetermörsern eine gleichwertige Waffe gegenüberzustellen. Lord C u r z o n fragte, ob Sir Roger Casement nach dem, was vorgefallen sei, seine Staatspension weiterbeziehen werde. Tie Aufgabe, vor die sich England gestellt sehe, sei die größte seit Be- stehen des Königreiches. Das Oberhaus wünsche zu wissen, ob das Kriegsamt, das mit Arbeiten überbürdet fei, überhaupt Zeit gehabt hätte, über Vorbereitungen zu einer eventuellen Einführung der allgemeinen Wehrpflicht nachzudenken. Lord C r e w e erklärte, ein R e k r u t i e r u n g s s h st e m, das einen Stillstand oder auch nur eine Entmutigung der britischen Exportindustrien mit sich brächte, würde auf den schließ- lichen Erfolg der britischen Waffen ungünstiger einwirken, als wenn die Rekrutierung um einige Tausend hinter den Erwartungen zurückbliebe. Tie Rekrutierung in Irland sei trotz der Unglück- lichen Differenzen, die dort bestanden, zufriedenstellend. Mit Be- zug auf Sir Roger Casement sagte Lord Crewe, er sei gegenwärtig nicht in der Lage, eine Pension zu beziehen und werde kaum je- mals in diese Lage kommen. Das Haus vertagte sich sodann bis zum 2. Februar. Verschärfte Ueberwachung üer Deutschen in Cnglanö. lieber Kopenhagen wird gemeldet, daß die Erbitterung über das deutsche Bombardement der englischen Ostküste an den in England noch aushältlichen Deutschen ausgelassen werde. Das englische Blatt„Globe" fordert die Regierung auf, alle Deutschen in Eng- land zu verhaften, soweit sie es noch nicht sind. Die Regierung fordert übrigens, daß alle Deutschen, die in englischen Küstenstädten wohnen, 30 englische Meilen landeinwärts ziehen. Auch die Deut- scheu, die die englische Nationalität angenommen haben, werden von der Maßnahme betroffen, die die Regierung damit begründet, Beweise erhalten zu haben, datz die Deutschen vom Lande aus den deutschen Kreuzern Signale gegeben haben. Die Deutschen werden von den neuerlichen Maßnahmen schwer betroffen und erleiden in wirtschaftlicher Beziehung große Verluste. Die Adressen aller Deut- scheu werden auf dem Polizeiamt eingetragen. Wie es bisher schon in einer Reihe von Städten gehalten wurde, so darf sich jetzt über- Haupt kein Deutscher mehr als fünf englische Meilen vom Wohnsitz entfernen; er muß sich wöchentlich dreimal auf dem Polizeiamt einfinden und seine Papiere vorzeigen. Ausfuhrverbot für Kakao. London, 10. Januar.(W. T. B.)„London Gazette" veröffentlicht das Ausfuhrverbot für Kakao für alle Häfen Europas, des Mittelmeercs und des Schwarzen Meeres mit Ausnahme der russischen, französischen, belgischen, spanischen und portugiesischen. Tas Ausfuhrverbot für T e e wird auf- gehoben. Getreiüenot in üer Schweiz. Ter Berner„Bund" stellt fest, daß gegenwärtig nur noch fiir 23 Tage Getreide im Lande ist. Tausende von tiZagenladungen seien schwimmend, könnten aber infolge der Berkebrsstockung ibr Ziel nicht erreichen. Der Bundesrat tue alles, um die Versorgung des Landes sicherzustellen. Ter Bundesrat hat beschlossen, daß die Einfuhr von Getreide und Getreideproduktion ausschließlich dem Bund vorbehalten sei. Tie Maßnahme hat vorübergehenden Eha- rakter für die Tauer des gegenwärtigen Krieges. Bezweckt Samariter-Zelüpoftbrlefe.*) Brüssel, den...... Werter Genosse! Deinen werten Brief habe ich erbalien. Die Liebesgaben, welcke ich erhalten habe, habe ich gerecht verteilt. Dafür besten Dank. Die Zusendung von„Arbeitcr-Samaritern" wäre mir sehr angenehm; es sind hier Interessenten vorhanden, die geneigt find, der Kolonne beizutreten, da nach allgemeinem Urteil die Milglieder des A.-S.-B. durch ihr gesittetes Benehmen sehr geachtet sind. Die M-hrzahl der Samariter sind Akademiker, meist Juristen und Mediziner, welche die Tätigkeit mehr als s-port auffassen und dem Ernst der Sache nicht gewachsen sind. Tie meisten sind noch sehr jugendlich und erst jetzt, da Hand angelegt werden muß, enttäuscht. Es gehört ja auch ein gestählter Körper dazu, um die Strapazen auszuballen, die ich in Kürze mitteilen will. Sämtliche Sanitäter, welche in Brüssel stationiert sind, gelten als Begleitmannschaften, die den Verwundetenzügen beigegeben werden. In jedem Zuge befinden sich 200— 600 Verwundete und Gefangene. Jeder Pfleger bekommt 1 bis ö Wagen� zugeteilt. In jedem Wagen befinden sich ungefähr 20 Insassen, Schwcrver- wundcte jedoch weniger. Ter Transport der armen Verwundeten ist sehr primitiv: in Güterwagen auf Stroh gebettet, ohne Heiz- Vorrichtung. Ein Glücksfall, wer eine Decke hat. Beim Anfahren schweren Erschütterungen auegesetzt, dauert der Transport 8 bis 10 Tage bis zur Heimat. Schwerkranke, nickst mehr Transport- mhige werden jedoch unterwegs den Lazaretten überwiesen. Unsere Begleitmannschaften begleiten die Züge bis Lültich. Tauer hin und zurück t— 2 Tage. Die Pfleger üben die Tätigkeit ganz lelbitändig aus, da meistens kein Arzt im Zuge ist. Zu jedem Zuge wird ein Transportleiter oder Obmann bestimmt, welcher die Verantwortung übernimmt. Bei zwei Transporten hatte ich dieses Amt. Daß diese Transporte in den kalten Wagen<3 Grad Kälte) nicht sehr angenehm sind, kann sich jeder denken. Erkältet kommt meiit ein jeder zurück, um dann die 24 stündige Ruhe an- zutreten. Unser Gesundheitszustand ist bis auf die Erkältungen befriedigend. Unser Quartier mußten wir wechseln. Da hier kein Militär ist. ist auch keine Küche. Wir müssen uns selbst verpflegen, wofür es I,S0 M. pro Tag gibt. Bei den teuren Preisen sehr wenig. Ein gutes Mittagessen kostet 1—2 Frank(80 Pf. bis 1,60 Markt. Eine Erhöhung ist beantragt worden. Ich wünsche Euch allen ein frohes Fest! Wir werden das unselige in Feindesland feiern. A. B. Bei V e r d u n....... Liebe Freunde! Wie ich zu meiner größten Freude erfahren habe, habt Ihr Eure Tätigkeit wieder aufgenommen. Hoffentlich haben viele ein« sehen gelernt, daß die Samariter keine Ueberslüssigen sind. Ich habe in der ersten Schlacht bei Longwy viele verbunden, Freund wie Feind. Selbst der Feind ist einem sehr dankbar dafür, wenn auch einmal ein Fanatiker darunter ist. Leider bin ich nicht als *j Diese Briefe entnehmen wie dem„Arbeiter-Samariter", Kird Lamit eine Verminderung der Schwierigkeiten, die der'' Getreideeinfuhr nach der Schweiz entgegenstehen. Verhaftung Deutscher in Japan. Noch einer Meldung der Londoner„Morning-Post" sollen in Tokio mehrere Deutsche verhaftet worden sein, u. a. der Präsident der Nickel-Compagnie Holstein und der Chef eines Exporthauses HauSwall. Angeblich sei die Verhaftung erfolgt, weil der Verdacht � bestehe, daß diese Deutschen die Operationen der deutschen Kriegsschiffe im Großen Ozean begünstigt haben. Internationales Schiedsgericht für Konterbande. Tic„Tailh Chronicle" meldet aus New Vvrk, daß der Vorschlag, ein internationales Schiedsgericht fiir Konter- bände zu bilden, in den Vereinigten Staaten spuipathisch ausgenommen worden sei. Ein derartiger Schiedsgerichtshof müßte das Recht haben, die Fälle von Beschlagnahme eines Schiffes zu prüfen und Entscheidungen eines Prisengerichts- Hofes für ungültig zu erklären. Ter Gerichtshof könnte ferner die Ursachen von Reibungen zwischen den Rationen. beseitigen durch Festsetzung von Bestimmungen über Konter- bände und über die Rechte von Schiffern und Reedern. Tie Meldung klingt nicht sehr glaubwürdig. Eines besonderen internationalen Schiedsgerichts fiir Konterbande bedürfte es, wenn der gute Wille zu einer Verständigung da'■ wäre, gar nicht, denn im Haag besteht der international� Prisengerichtshof, der jetzt schon das Recht hat, Entscheidun. gen der internationalen Prisengerichte aufzuheben. Weny weder England noch einer der anderen seekriegführendezn Mächte Neigung hat, den internationalen Prisengerichtshof anzurufen, wird auch keine Neigung bestehen, die Entschciduoig eines«pezialschicdsgerichts zu respektieren. politische Ueberstcht. Zur Durchführung der Höchstpreisbestimmungrch. Amtlich wird nntgetcilt; In der Bekanntmachui�g über die Höchstpreise für Getreide und K l c t e vom 28. Oktober 1911(Reichs-Gesetzbl. es. 102) waren i/o Großhandelshöchstpreise insbesondere für den Verkebi zwischen Erzeuger, Verarbciter und Händler festgelegt Dabei war als Verarbciter an Mühlen. Grießfabriken, Brauereien, Mälzereien, Roggen- oder Gerste-Kaffeefabrik/bn, Hafer- flockenfabriken und ähnliches gedacht An diescan Sachverhältnis ist weder durch den Wortlaut, noch nach der Absicht der Aendenmgen, die an jener Bundesratsverordnung vorgenommen sind, geändert worden. Ter Begriff des Verbrauchers, wie er sich in!; 6 Absah 1 der Bekannt- machung über die Höchstpreise für Roggen, Gerste und Weizen vom 19. Dezember 1911 und in§ 1 Absatz 2 in der Bekanntmachung über die Höchstpreise für Hofer vom selben Tage befindet, ist danach möglichst eng auszulegen und auf den unmittelbaren Verbrauch im"igenen Hanse und der eigenen Wirtschaft zu beschränken. Danach würde eine Brauerei für ihre Hafereinkäufe wohl als Verbraucher anzu- sehen fein, insofern sie ihn an ihre Pferde verfüttert. Fiir ihre Gersteeinkäufe ist sie dagegen Vcrarbcitcr und kann also nicht als Verbraucher angesehen werden. Die neuen Vorschriften über Backwaren. Nack den Vorschriften über die Bereitung von Backware, die der Bundesrat am 3 d. M. erlassen hat, und die am 15. d. M. in Kraft treten, dürfen in Zukunft nur noch drei Sorten von Back- wäre hergestellt werden, nämlich Roggenbrot, Weizenbrot und Kuchen. Zum Roggenbrot dürfen in Preußen Weizenmehl und Roggenauszugsmehl überbaupt nicht verwendet werden, dagegen muh zu allem Roggenbrot außer dem Roggenmchl auch— und zwar mindestens in dem in Z 5 der Bekanntmachung vom 5. d. M. genau bestimmten Verhältnis— Kartoffel, Gerstenmehl, Hafermehl, ReiSmehl oder Gerstenschrot verwendet werden. Ter Kartofsclzusatz kann auS Kariofsclflocken, Karloffelwalzmehl, Kartoffelstarkemehl« gequetschten oder geriebenen Kartoffeln bestehen. Roggenbrot, das Kartoffel oder die anderen genannten Zusätze rrnr in der vorgeschriebenen Mindestmenge enthält, kann ohne wei- lere Bezeichnung abgegeben werden. Roggenbrot, das mehr Kar- toffcl oder andere zulässige Zusätze enthält, ist mit dem Buchstaben K zu bezeichnen. Werden mehr als 20 Gewichtsteilc Kartoffelflocken, Kartoffelwalzmehl, Kartoffelstärkemehl oder Gersten- mehl usw. verwandt, so muß das Brot mit den Buchstaben K. K. bezeichnet iverden. Tie Zusätze sollen in erster Linie dazu bei- tragen» datz aus dem vorhandenen Roggenmchl mehr Brot herge- ' stellt werden kann, also die vorhandenen Brotvorrätc„strecken". ' Wenn auch das Brot mit stärkerem Zusätze sich nicht villiger stellen sollte, so ist es doch die vaterländische Pflicht der gesamten BeWbikennig, daß sie nur K. K. Brot oder doch wenigstens I< Wrot kauft, und der Bäcker, daß sie nur solches Brot herftcUen. W�nn sich die nötige Menge von Kartoffelflocken, Kartoffclwalz- ir/chl oder Kartoffclftärkemchl nickt beschaffen läßt, sind gequetschte >�>er geriebene. Kartoffeln, die in jeder Bäckerei bereitet werden können, zu verwenden. Rogg«tdrot kann in jeder beliebigen Form und Größe gebacken werden.� Die Zusammensetzung muß aber stets dieselbe sein. Auch das kleinere Roggengcbäck bat daher mindestens den vorgeschric- benen, Kartoffclzusatz zu enthalten und es darf dazu kein Weizen- mehl und kein RoggcnauszugSmehl, das in Preußen übrigens nicht hergestellt werden darf, verwendet werden. Eine Ausnahme ist nur für das sogenannte Vollkornbrot zu- gelassen, d. h. für ein Brot, das aus einem bis zu mehr als S3 vom Hundert durchgemahlcnen Roggen besteht. Dieses kann otne Kartoffelzusatz gebacken werden, darf aber auch andere Zusätze, wie Weizenmehl und dergleichen nicht enthalten. Das zum Weizenbrot verwendete Mehl muß 30 Gewichts- teile Roggenmehl unter 100 Teilen deS Gesamtgeivichis enthalten; sein Weizengehalt kann bis zu 20 Gewichtsteilen durch Kartoffelstärkemehl oder andere mehlhaltige Stoffe ersetzt werden. Weizen- auszugsmehl und Roggenausziigsmehl dürfen zum Weizenbrot nickt verwendet werden. Weizenbrot darf nicht in Stücken von mehr als 100 Gramm Gewicht hergestellt werden. Das sogenannte ' Kastenbrot ist also in Zukunft verboten. Als Kuchen gilt jede Backware, zu der mehr als 10 Gewichts- teile Zucker auf 00 Gewichtsteile Mehl oder mehlartiger Stoffe ver- wendet werden. Bei der Bereitung von Kuchen darf nicht mehr als die Hälfte des Gewichts der verwendeten Mehle oder meblartiger Stoffe aus Weizen bestehen. Sonstige Schranken sind der Berwen- dung der Mehle zum Kuchen nicht gezogen. Es ist also die Ver- Wendung von Wcizenauszugsmehl bis zur Hälfte des gesamten Mehlgehalts und die Verwendung von Roggcm-. Kartoffel-, Gersten-, Hafer-, Reis-, Btais mehl usw. in beliebigen Mengen zulässig. Alle diese Vorschriften gelten nicht nur für Bäckereien oder Konditoreien, die Ware für den Verkauf herstellen, sondern über- Haupt für die Herstellung von Backware, mag sie für den eigenen gewerblichen Betrieb(Hvtclbäckereien usw.), im landwirtschaftlichen Betrieb oder auch im Hause(Hausbäckerei) erfolgen. Die Bor- schristcn gelten namentlich auch, wenn den Bäckern der fertige Teig nur zum Ausbacken übergeben wird. Die Bäcker werden daher gut tun, wenn sie sich von der vorschriftsmäßigen Zusammensetzung des Teiges nicht überzeugen können, das Ausbacken abzulehnen. Die Bekanntmachung über das Verfüttern von Brotgetreide, Mehl und Brot vom 3. Januar 1013 verbiete unter Androhung .strenger Strafen auch das Verfüttern von Brot mit Ausnahme von verdorbenem Brot und Brotabfällen. Das in den Bäckereien oder Verkaufsstellen zurückbleibende Brot, das nicht abgesetzt werden konnte, ist, auch wenn cS altbacken geworden ist, weder verdorben, noch ist es Absall. Die Verfüttcrung wäre also strafbar. Es ist aber zulässig, solche einwandfreie alte Ware zur Herstellung neuer Backware zu verwenden. Dies ist auch bei altem Roggenbrot ohne besondere Schwierigkeiten möglich und sollte überall geschehen. Letzte Nachrichten. Von einer Lawine verschüttet. � Tavos, 10. Januar.(W. T. B.) 22 Schüler der Anstalt Schiers in Begleitung zweier. Lehrer unternahmen heute früh eine Skitour in Richtung Parsenbütte oberhalb DavoS. Die erste Abteilung geriet in eine Rutschlawine und wurde verschüttet. Die zweite Abteilung begann sogleich unter Mithilfe einer Rettungs- Mannschaft die Bergungsarbeit. Alle Verschütteten bis auf einen, der wahrscheinlich tot ist, konnten ausgegraben werden. Einer der Ausgegrabenen ivar tot. ein zweiter starb auf dem Transport. Die übrigen wurden gerettet. Samariter anerkannt, aber meine Kameraden schätzen es sehr, daß ein Samariter unter ihnen ist; denn unsere Samariter kommen erst, wenn die Schlacht zu Ende ist; dann ist cö mit manchem Verwundeten zu Ende. Ich greife aber sofort ein. Hoffentlich kehren unsere Samariter gesund wieder zurück. Nun seid alle gegrüßt.' Th. H., Dortmund. Die Ritterlichkeit der„Cmden�. Aus indischen Blättern gibt die„Kölnische Volkszeitung" eine Blütenlese von Preßstimmeii über die..Emden" und ihre Taten. Von Bedeutung scheint, was über die Behandlung der Besatzungen der gekaperten Schiffe erzählt wird. Als Kommandant v. Müller einmal von den Kriegsgefangene» Abschied nahm, rief er ihnen nach:„Gute Reise, meine Herren, Ihr werdet aber noch mehreres von mir hören, denn ich bin mit meiner Arbeit noch nicht fertig, sondern werde das KrieqSipiel bis zum äußersten Ende weiterführen und werde mein Schiff nicht in fcind- liche Hände fallen lassen." Dieselbe Höflichkeit den Kriegsgefangenen gegenüber und der- selbe ritterliche Sinn zeichneten auch seine untergeordneten Oifiziere aus. Als eine große Anzahl englischer Kriegsgefangenen auf dem gekaperten Dampfer„Gryfovale" bei Kolombo ans Land gesetzt werden sollte, kam— so erzählt einer derselben— einer der Oifiziere der„Emden" zu uns und wünschte uns allen eine glückliche Heimreise; während unserer Gefangenschaft versah uns ein anderer Offizier mit Spielkarten und angenehmer Lektüre. Kapitän Jsdale der versenkten„Nibeira" berichtet:„Als die be» waffnete Mannschaft der„Emden" mein Schiff bestieg, war die erste Frage:„Habt Ihr Damen an Bord! Wenn das der Fall sein sollte, wird Euer Swiff unversehrt bleiben." DaS war bei ihnen kein leeres Wort, denn, daß die erbeutete„Kabinga" nicht versenkt, sondern als Transportschiff für die Uebersührung von 400 Gefangenen nach Kalkutla verwendet wurde, Halle sie einzig dem Umstände zu verdanken, daß sie Frau und Kind ihres Kapitäns an Bord mitfübrle." Die Freundlichkeit des Kommandanten ging so weit, daß er dem Kapitän de? schwedischen Dampfers„Dovre" für die Ueber- bringung nach Rangoon der 70 Kriegsgefangenen der„Clan Matheson" sogar das Fahrgeld bezahlen wollte. Selbstverständlich vernichtete er die Schiffsvapiere der gekaperten ischiffe, allein die Kapitänsdiplome stellte er deren Eigentümern großmütig zurück. Wenn er auch die meisten Schiffe, die ihm in die Hände sielen, nach dem bestehenden KriegSrechle versenkte, so sorgte er, daß keinem lebenden Wesen ein Haar gekrümmt wurde. Selbst Hunde und andere Tiere ließ er totschießen, bevor das Schiff in den Grund gebohrt wurde. Ueberbaupt sind alleMannschaftender zerstörten Schiffe voll desLobes über die höfliche und ritterliche Behandlung von feiten der Besatzung der „Emden". Keinem wurde ein Leid angetan, abgesehen� von der Kaperung und Versenkung der Schiffe nach Kriegsrecht. Selbst diese Härte suchte man zu mildern durch die Ankündigung:„Kapitän, wißt Ihr. daß Krieg ist zwischen Deutschland und England I Nach Ktriegsbrauch müsse» wir Ihr Schiff versenken." Die orientalifthe Zivilisation. Achmed Abdullah, ein gelehrter Scheich, der in Afghanistan ge- boren ist, wegen seiner direkten Abkunft vom Prophrten in der mosleinilischen Welt hohe Verehrung genießt, und der dabei, ein für einen Nachkommen des Propheten seltener Fall, in Europa erzogen und gebildet wurde, hat kürzlich einen Artikel veröffentlicht, der eine vernichtende Anklage gegen die Zivilisation des Westens und eine begeisterte Verteidigung der Welt deS Islam enthält. Wenn auch die Dinge hier unier einem einseitigen Gesichtswinkel gesehen sind. so verdienen die Worte des gelehrten Scheichs doch schon deshalb Beachtung, weil sie von der zunehmenden Erftarkung des mohammedanischen Selbstbewußtseins beredtes Zeugnis ablegen. „Die Annahme, daß die Bewohner des Westens den Orientalen überlegen seien," schreibt der Scheich,„ist irrig. Dafür würde ein ohne Voreingenommenheit vorgenommenes Studium der Ge- schichte unzweideutige Beweise ergeben, und das deweiien auch unweigerlich die gegeliivärtigen Zeitereignisse. Ich weiß wohl, daß die westliche Zivilisation schon seil 300 Jahren die Führung in der Welt hat. Aber tvaS sind drei Jahrhunderte im Maßstabe der Elvigkeil! An das Recht des Westens aus die Weltherrschaft zu glauben, heißt nichts anderes, als an das Vorurteil der Rassen und den Größenwahn der Religionen glauben. Was haben denn die christ- lichen Völker zur Besserung und Reinigung der Welt getan, was die orientalischen Völker nicht vorher schon getan hätten? Und wa? die Laster anbetrifft, io frage ich: Ist die Entartung im Orient größer als im Westen? Aber auch die vermeintliche lieber- legenheit der reinen Arier, der weißen Rasse, die Europa und Indien eroberte, besteht nur in der Einbildung. In Indien wurden diese lvuiiderbaren Arier von den niederen Rasten, die sie unter- worfen hatten, aufgesogen, gerade so wie die Normannen von den Angelsachsen, die griechischen Bewohlier Alexandriens von den Aegyptern, die Mongolen von den Chinesen aufgesogen wurden sind, wie eben stets und überall der geistig Starke den Schwachen ab- iorbiert. In Asien und in Indien insbesondere hat die Zivilisation schon einen hochgradigen Gipfel erlangt, bevor noch von einem seines Namens werten Christentum die Rede sein konnte. Akbar. der berühmte Großmogul, predigte schon die Duldung und die Ge- rechligkeit in jenen barbarischen Zeiten, in denen daö Leben eines Juden in Europa der Spielball eines untvissenden und brutalen Pöbels war. Und er, der Mobammcdancr, baute und beschenkte indische Tempel und Wohllätigkeitsanstalten, während man in Europa die Shnagogcir verbrannte und die Menschen mit Hilfe der Folter zum Christentum bekehrte. Er war es auch, der schon damals den Ver- such machte, der indischen Herrschaft den Willen des Volkes als Grundlage zugeben, lange bevor Voltaire, Robespierre und Rousseau in Europa ihre demokratischen Ideen verbreiteten. Und Rom wie die ganze hellenisch-lateiniiche Zivilisation würden ohne den rettenden Einfluß des Orients unweigerlich verloren gegangeu sein. Der Gedanke, den Christus und seine Apostel vertraten, war ein rein asia- tischer Gedanke. Er war es, der den arischen Geist aus der dunklen Nacht rettete und den ersten Lichtstrahl in die barbarische Nacht Nord- europas fallen ließ. Asiatische Christen waren eS. die die Sittlichkeit des arischen Roms veredelten und der römischen Well den Huinani- tälsgedanken Asiens einpflanzten." Mwsch, den 13. Januar: Zablabend in Groß-Berlin. /ius Groß-Serlin. verbot üer Veräußerung vonVollbeftanüen. Tos Oberkommando erläßt folgende Bekanntmachung: Für das Gebiet der«tadt Berlin und der Provinz Branden- barg ordne ich hiermit an: Zämtlichen Fabrikanten und Händlern ist dir Veräußerung der f>ei ihnen lagernden eigenen und fremden Bestände sowie der eigenen bei Spediteuren und in Lagerhäusern lagernden Bestände an wollenen, wollgcmischtcn, halbwollenen und baumwollene» Decken sowie an Filzdecken— soweit nicht die Stücke nachweislich zur Ausführung eines unmittelbaren Auftrags einer Heeres- oder Marincdienststelle bestimmt sind— bis auf weiteres verboten. Tie Fabrikanten und Händler haben dem Königlichen Ober- kommando in den Marken, Berlin, Hinter dem Gießbaufe Z, binnen drei Tagen nach Erlaß dieser Anordnung eine Aufstellung dieser Bestände einzurÄchen, soweit es sich um mindcnstcnS 50 Stück insgesamt handelt. Die Bestände haben vorläufig in den Lagerräumen zu ver- bleiben, in denen sie sich zur Zeit der Beschlagnahme befinden. Berlin, den 10. Januar 1915. Der Oberbctchlshabcr in den Marken. gez. v. Kessel, Generaloberst. Tie Neichswollwoche. Tas Interesse für die in der Zeit vom 18. bis 24. Ja- nuar 1915 geplante R e i ch s w o l l w o ch e zeigt sieb an einer großen Zahl von Zuschriften, die dem Kriegsausschuß sur warme Unterkleidung täglich zugehen. � Ter Kriegsausschuß für warme Unterkleidung ist leider nicht in der Lage, selbst jede einzelne Zuschrift eingehend zu beantworten, wird aber alle eingegangenen Schreiben an die für jeden Stadt- und Landkreis errichtete lokale Wöllkam- Mission abgeben.' Für die Stadt Berlin bat das Note Kreuz von Berlin lMarkgrafenstraße 10) die Durchführung der Angelegenheit übernommen. Es wird deshalb gebeten, sich wegen aller die Abholung und Verarbeitung der einzusammelnden warmen Sachen betreffenden Fragen an die lokale Stelle für Berlin, an das Rote Kreuz von Berlin, zu wenden. Im übrigen mag hier nochmals betont werden, daß wäh- rend der Rcichswollwoche selbstverständlich auch alte Portieren, Tcppiche, Läufer sowie Pelzsachcn aller Art gern angenom- men werden, ebenso Flicklappen von wenigstens Handgröße. Tagegen erscheint es nicht möglich, Seidenreste, alte Voll- fäden und dergl. bei dieser Gelegenheit zu verwerten. Tie Wirkung des Krieges auf die Berliner Hochbahn. Tie Berliner Hochbahn bat im Jahre 1914 insgesamt 77 027 400 Personen gegen 71 525 370 im Vorjahr befördert. Es bedeutet dies eine Zunahme von 5 502 030 Personen. Das Er» gebnis des Jahres 1913 kann aber mit dem des Kriegsjahres nicht verglichen werden. Vor zwei Jahren fanden große Erweite- rungen des Netzes der Gesellschaft statt. Am 1. Juli wurde die Linie Spittelmarkt— Alexanderplatz, am 27. Juli die Linie Aleranderplatz— Nordring eröffnet, am 12. Oktober die Linie Wittenbergplatz— Uhlandstraße sowie die Linie Wittenberg- platz— Nürnberger Play mit der Verlängerung nach Wilmersdorf und Tahlem. Die Wirkung des Krieges auf den Verkehr der Hochbahn ergibt sich deutlicher aus einem Vergleich des � Verkehrs der ersten sieben Friedensmonate mit dem der füns .Kriegsmonate. Bis zum 31. Juli 1914 wurden auf der Hochbahn 51 332 700 Personen befördert, in den fünf Kriegsmonatcn dagegen ■25 694 700. Auf den Durchschnitt der Friedensmonate kommen also 7 333 242 Personen, auf den Durchschnitt der Kriegsmonate da- .gegen 5 138 940 Personen. Es hat also seit dem Ausbruch des Krieges ein Ausfall von durchschnittlich 2 194 302 Personen im ■Monat stattgefunden. Trotzdem im Jahre 1913 das ganze Netz nur zum kleineren Teil Mitarveitete, betrug der damalige Monats- durchschnitt 5 960 443 Personen, also immer noch erheblich mehr als in den Kriegsmonaten des letzten Jahres. In dem Ergebnis des Jahres 1914 sind auch nicht die militärischen Freifahrten mit inbegriffen. Seit der Mobilmachung werden die Militärpersonen und die Personen im Dienste der vaterländischen Wohlfahrt frei befördert. Deren Zahl wird für die fünf Kriegsmonate auf 1Ä Millionen geschätzt. Die Betriebseinnahme stieg von 9 383 249 Mar? im Jahre 1913 auf 10 106 500 M. im Jahre 1914. Tie Mehr- einnähme betrug somit 723 251 M. Vorzügliche Tauschobjekte. Von einer Kartoffelschalcnhandlung in der Bellermannftraße werden im Norden Berlins bereits seit längerer Zeit Kartoffel- schalen als Viehfutter gesammelt. Wie uns ein Leser aus der Malmöer Straße mitteilt, kommt der Wagen alle■Sonnabend mittags 1 Uhr, um von den Hausfrauen die Kartoffelschalen ab- zuholen. Alls Entgelt für das gelieferte Viehfutter bekommen die Frauen das gleiche Quantum Kleinholz. Die Frauen zeigen bei diesem zweckstnäß-gen Tauschhandel einen großen Eifer. Ein �amilicndrama hat sich in der Nacht zum Sonntag in Pankow ereignet. Ein in der Schulyestrvße wohnender Ingenieur vergiftete sich mit seiner Familie, bestehend aus Frau und einem kleinen Kind, durch Leuchtgas. In den Mittagsstunden des Sonntags wurden Haus- bewohner durch intensiven Gasgeruch aufmerksam gemacht. Die alarmierte freiwillige Feuerwehr fand die Familie bewußtlos vor. Bei dem Mann und der Frau waren Wiederbelebungsversuche von Erfolg, da? Kind war jedoch dereit» tot. Der Mann und seine Frau wurden nach dem Pankower Gemeindekrankenhaus ge- bracht. Der Ingenieur ist dort verstorben; er sollte am Montag seiner Heerespflich- genügen. Unfälle im Straßenverkehr. Von einem Pcstkraftwagen überfahren und getötet wurde gestern mittag der 54 Jahre alte Pförtner Franz Drohm aus der Oranienburger«traßc 62-63. Der Mann geriet unter den Kraft- wagen, als er von feiner Wohnung den Fahrdamm überschreiten wollte. Tie Verletzungen, die er hierbei erlitt, waren so schwer, daß er auf der Stelle verstarb. Am Sonnabend nachmittag gegen>14 Ubr lief vor dem Hause Frankfurter Allee 292 der 10jährige Erich Glimke im Eifer des Spiels gegen die Borderplattform eines herannahenden Straßen- babnwagcns der Linie 68. Der Knabe wurde umgestoßen und erlitt eine leichte Gebirnerschütlerung sowie eine Wunde über dem linken Auge.— Beim Besteigen eines fahrenden Straßenbahnwagens ist Sonnabend abend jzegen%9_ Uhr eine Frau Paul verunglückt. Sie wollte an der iscke der Schönhauser Allee und Stolpischen Straße auf einen Straßenbahnwagen der Linie 57 während der Fahrt aufspringen, kam dabei aber zu Fall und zog sich einen Bruch des rechten Armes zu. Tie Verunglückte fand im Krankenhause Friedrichshain Aufnahme.__ Eine große Versammlung des Zweckverbandes der Bäckermeister Groß-Berlins findet heute Montag, nachmittags 44h Uhr, in den ..Concordiasälen", Andreasstraße 64, statt, in der die Neugestaltung bei der Herstellung der Backwaren besprochen werden soll. Von einem tragischen Geschick ereilt wurde die Frau des Land- wehnuannes Krüger aus der Schlieperstraße 69 zu Tegel. Frau K. schrieb am Sonnabend abend einen Brief an ihren im Felde stehenden Mann. Gegen 9 Uhr eilte sie mit dem Brief zum nächsten Postamt. Als sie sich aus ihrer Wohnung entfernte, schlief ibr dreijähriges Töchterckien in der<:tube, während sie in der Küche die Lampe stehen lieh. Kurz darauf erwachte die Kleine und ging nach der erleuchteten Küche. Als sie nun die Mutter dort nicht an- traf, kletterte sie auf einen Stuhl und sah zum Fenster hinaus. Dabei verlor das Mädchen jedoch das Uebergewicht und stürzte in die Tiefe, wo es mit schweren inneren und äußeren Verletzungen liegen blieb. Das Kind wurde in bedenklichem Zustande nach dem Krankenhause gebracht. Eine traurige Aufklärung hat das Verschwinden des 38 Jahre alten Postsekretärs L. aus Schöneberg gefunden. L. wurde bereits seit zwei Monaten vermißt. Er entfernte sich am 11. November vorigen Jahres von seinen Angehörigen, um zum Dienst zu gehen. Seitdem blieb er spurlos verschwunden. Vorgestern wurde der Vermißte im Wannsee an der Tampferhaltestelle gelandet. ! f, Wctteraussichten für das mittlere Norbdcutschland bis Dienstag mittag. Im Osten zunächst noch ziemlich mild und größtenteils be- wölkt mit wiederholten, doch meist geringen Niederschlägen. Im Westen, später auch östlich der Oder vielfach heiter und ein wenig kälter. Kriegspsiichten! heiligste Pflicht öer Arbeiter in Siefen ernflen Zeiten ist es, üen von ihnen selbst geschaffenen Organisationen üie Treue zu bewahren. Ein jeöer organisierte Arbeiter fülle in üen Organisationen üie üurch üen Krieg geriffenen Lücken aus; werbe nach besten Kräften für üie slrbeiterorganisationen! Haltet Treue, tretet ein in Sie sozialöemokratisthen Wahlvereine, werdet Abonnenten des»vorwärts'. Beitrittserklärungen zu üen wahlvereinen werüen entgegengenommen im berliner verbanüsbureau, Serlin Sw öS, Linüenstraße 3, 3. f)of, flufg. IV, 3 Tr. Bestellungen auf üen �vorwärts" nehmen üie �auptexpeüition, Serlin Sw öS, Linüenstraße 5, sowie alle ßilialexpeüitionen entgegen. - Dem Genossen Fritz Zubeil zu seinem 67. Geburtstage trofc alledem einen herzlichen Glückwunsch! 85Sb hledrsre Geaoszsn des Kreises Teltow-Beeskow usw. rn W e P V J Jß I Verband d.GEii]einde-ii.Staalsarh. Filiale GrolS-Bcrlin. Den Mitgliedern geben wn I hiermit Nachricht vom Tode des | Kollegen Balsies Stepputat vom Wasserwerk(Invalide). Ehre seinem Andenke«: Beerdigung am Dienstag, den 12. Januar, nachmittags 2 Uhr, von der Leichenhalle des Zentral- Friedholes in Friedrichsselde aus. Ilm rege Beteiligung bei der Bestattung des Kollegen ersucht 41/3 die Ortsverwaltung Spezialarzt Dr. med. Wockenfuß, Friedrichstr. 125,(Oranienb. Tor). für Syphilis. Harn- u Frauenleiden— Ehrfich-Hata-Kur(Dauer 12 Tage) Blutuntersuchung Schnelle, sichere schmerzlose Hellung ohne Berufsstörung. Teilzahlung.* Spr. 11— 2 u. 3— S, Sonnt. 9— 10 Carmen Sylva- Cigaretten Trnstfrel k"TBNS Verantwortlicher Redakteure Spezialarzt f. Geschlechtskrankheiten. Harnleiden, Schwäche, Ehrlich-Hata-Kuren, Blut- und Harn-Untersuchungen. Dr. med. Karl iteinhardt. Institute; Dfimonctf ftA zwischen Dresdener und AnnenstraBe. r I lUZcllSir. UF Sprechst. 5—7, Sonntags 10— 11. Pnfcrieimpr'sfr 117 a- d. Lützowstr., Sprechst. st,11-2 roibUdmer oir. ui u, �.s-�io tr.abds., sonnt. 11-1. AllflrläPPnHp Seiten starke Broschüre gratis und post- AUiKltll CliliC frei in verschlossenem Kuvert. ist der schönste Ausflugsort? Immer noch PichelsWerder, beim Alten Freund. an der neue» Heerstraße 1 1 Die blendend weiße Wäsche, die durch Minlos* Waschpulver erzielt wird. Das 1 Pfd. Paket kostet nur 30 Pfg. Peek& Cloppenburg Inventur-Verkauf Preiswerte Angebote in allen Abteilungen Sel\r vorteill\aft! 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Von Hermann Wenda!'mit IIIu- [trafionen)— Hüll dich. Sklave! Oedichf von Rdolf Mätze— Die Kultur der Rrbeit und lljr« Stätten. Von Hugo Hillig(mit Ulu- (traiioncn)— Der alte Car.dltreidjcr. Erzählung VON P. Eitel(mit llluilraboncn)— Es keimt die Saat! öebicht VON F. Droop— Fliegende D'ätter— Die Stiefel von Hr. 13 — Volkskalender- Prophezeiungen. Von Rbolf ölaPbrenncr— Für unicreKätJcllöIcr Hierzu vier Dilber; Holländische Wohnstube— Fischcrboofe— Kühe auf der Weide— Winter— Süperbem: Ein Kunitblatt(DilbnisBcbels)— Ein roeoen Wandkalender Preis IQ Pfcnniq. Ernst Tänmig, Steglitz. Für den Jnseratenteilveranuv.: Tb. Glocke, Berlin. Druck u.Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co, Berlin SW,