Nr. 12. 32. Jahrg. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Preis prǎnumerande: Bierteljährl 8,30 W monatl. 1.10 RI wöchentlich 25 Pfg. frei ins Haus. Ginzelne Nummer 6 Bfg Sonntags nummer mit illustrierter Sonntags Beilage Die Neue Welt 10 a Bost bonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in de Boft Beitungs Breisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich. Ungarn 2,50 Mart, für das übrige Ausland Mark pro Monat. Bostabonnements nehmen an: Belgien, Dänemark, Holland, Italien, Luxemburg, Bortugal, Rumänien, Schweden und die Ehweiz Cricheint täglich. Vorwärts Berliner Volksblaff. 5 Pfennig Die Infertions- Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Kolonel. geile oder deren Raum 60 Bfg., für politische und gewerkschaftliche Vereins. und Bersammlungs- Anzeigen 80 Bfg. ,, Kleine Hnzeigen", das fettgedruckte ort 20 fg.( zulaffig 2 fettgebrudte Marte), jebes weitere Wort 10 Big. Stellengesuche und Schlafstellenan zeigen bas erste Wort 10 fg, jedes meitere Bort 5 Bfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müjen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 68, Lindenstraße 3. Fernsprecher: Amt Morikplan, Nr. 151 90-151 97. Dienstag, den 12. Januar 1915. Expedition: SW. 68, Lindenstraße 3. Fernsprecher: Amt Morikplatz, Nr. 151 90-151 97. Fortgang der Kämpfe des Pofitionskrieges. Westlicher Kriegsschauplah. Die Meldung des Großen Hauptquartiers Vom österreichisch- serbischen Der französische Tagesbericht. Paris, 10. Januar.( W. T. B.) Bericht von nachmittag 3 Uhr: Zwischen Meer und Oise fanden Artilleriekämpfe ftatt. An der Aisne und in dem Gebiet von Soissons fonnte der Feind trot zahlreicher Angriffe die gestern von ihm verlorenen Schüßengräben nicht wieder einnehmen. Er beschoß gegen Abend erneut Soissons. In der Champagne zwischen Reims und den Argonnen richtete unsere Artillerie ein sehr wirksames Feuer Amtlich. Großes Hauptquartier, den Hauptquartier, 11. Januar 1915.( W. Z. B.) Westlicher Kriegsschauplah. Kriegsschauplah. Keine Erftürmung Belgrads. Budapest, 11. Januar.( T. U.) Nach einer Meldung aus In Gegend Nieuport- Vpern und südlich ujviser( Neusas) entsprechen die Meldungen mehrerer Blätter fanden nur Artilleriekämpfe statt. von einem Bombardement sowie der Erstürmung Belgrads Ein französischer Angriff bei La Boiselle nicht den Tatsachen. nordöstlich Albert scheiterte gänzlich. Nördlich Soissons griffen die Franzosen, gegen die deutschen Schüßengräben und zerstreute an mehreren Stellen Gruppen arbeitender Soldaten. Wir organisierten die eroberten Stellungen in Perthes und in der Umgebung des Dorfes die sich nur in einem kleinen Stück unserer vorund wiesen einen Gegenangriff westlich Perthes ab. Bei Beau Sedersten Gräben festgesetzt hatten, erneut an, eriour erzielten wir einen doppelten Fortschritt, indem wir westlich zielfen bisher keine Erfolge; die Kämpfe dauern Boden gewannen und nördlich eine Feldbefestigung einnahmen. In den Argonnen beschoß der Feind das Gebiet von Four de Paris. Wir erwiderten das Feuer und zerstörten ein Blockhaus. Die Anstrengung des Feindes war gegen die Höhe 263 westlich Boureuilles gerichtet. Wir behaupteten alle Stellungen zwischen Argonnen und Maas. Von den Maashöhen ist nichts zu berichten. Im Walde von Apremont brachte das Feuer unserer Artillerie einen feindlichen Angriff zum Stillstand. In den Bogesen nordwestlich Wattweiler und in dem Gebiete von Thann wiesen wir ebenfalls einen Angriff ab. Paris, 10. Januar.( W. Z. B.) Amtlich. 11 Uhr abends. In vergangener Nacht sind in der Champagne zwei deutsche Gegenangriffe, der eine nördlich Perthes, der andere nördlich Beau Séjour, abgewiesen worden. In den Argonnen brachen awei fleine feindliche Angriffe bei Fontains Madame und Saint Hubert zusammen. Heftiges Gewehrfeuer bei Höhe 273 westlich Boureuilles und Maurissonsbach. Kein Angriff. Ruhige Nacht auf der übrigen Front. noch an. In der Nähe von Soupir fand in den letzten Tagen kein Kampf statt. Destlich Perthes nahmen unsere Truppen das ihnen entrissene Grabenstück zurück. Der Feind hatte schwere Verluste. In den Argonnen schriften unsere Angriffe weiter fort. Im Oberelsaß herrschte im allgemeinen Ruhe. *** Deftlicher Kriegsschauplah. Der türkische Krieg. Die Kämpfe im Kaukasus. Petersburg, 11. Januar.( W. T. B.) Der General. stab der tautajusarmte e teilt mit: Der Kampf in der Gegend von Raraurgan dauert mit großer Hartfonderen Veränderungen. nädigkeit an. Auf den anderen Kriegsschauplätzen feine beRückzug der Russen von Täbris. Konstantinopel, 11. Januar.( T. U.) Nach zuverlässigen Infor mationen verließen die russischen Truppen, die schon vor einigen Tagen das Stadtgebiet von Täbris verlassen hatten, jest auch die Umgebung und zogen sich nach Dichilfa zurück. Die Russen vers sammeln port große Streitfräfte, um den llebergang über den Arages zu verteidigen. Die Preisgabe der Interessenzone in Nordperfien bollzieht sich für Rußland unter ehernem Zwange. Auf der einen Seite rüden die Türfen siegreich vor, auf der anderen Seite haber fich die Schachfetvenen, der mächtigste und friegeriichste Stamm in Persien, jegt einmütig gegen die russischen Bedrüder erhoben und ändert. Bei der ungünstigen Witterung komLage in Ostpreußen und Nordpolen unver- machen men auch unsere Angriffe in Polen westlich der Französische Mobilisierungsmaßnahmen. Weichsel nur langsam vorwärts. Oberste Heeresleitung. Der österreichische Generalstabsbericht. Wien, 11. Januar.( W. T. B.) Amtlich wird verlautParis, 10. Januar.( W. T. B.) Lyon Républicain" meldet: Der Kriegsminifier erklärt in einem Rundschreiben an die Presse, die Nachricht über die endgültige Außerdienststellung der Jahrestlaffe 1887/1888 der Territorialreferbe fei nur teilweise richtig. Bisher seien Mannschaften der Territorialreservbe von 1887/1888 nur aus der inneren Zone ent Lassen worden; sie würden nach Bedarf wieder einberufen. Die Mannschaften, die als Handwerker und Bäder verwendet bart: 11. Januar 1915. werden. würden auch in der inneren gone nicht entlassen. Wie der Temps" mitteilt, ist die Einberufung der Jahres. Ilaffe 1917 bereits in Erwägung gezogen, ein endgültiger Beschluß jedoch noch nicht gefaßt worden. Die Tätigkeit der deutschen Luftflotte. London, 11. Januar.( W. T. B.) Daily Chronicle" meldet: Am Abend des 9. Januar flog ein Luftschiff, das aus dem inneren Belgien über Veuren( Furnes) und Dünkirchen fam, nebst drei Flugzeugen in großer Höhe über Calais weg in der Richtung auf Dover; Geschütze wurden bei Calais in Stellung gebracht ohne jedoch den deutschen Luftschiffern Schaden zu tun. Gefangennahme feindlicher Flieger. Amsterdam, 11. Januar.( W. T. B.) Ein Blatt meldet aus Sluis: Eins der Flugzeuge, die am Sonnabend über der Küstenstrede erschienen sind, mußte bei 3eebrügge niedergehen, da das Reservoir getroffen worden war. Ein französischer Flieger und ein englischer Offizier wurden gefangen genommen. Gestlicher Kriegsschauplah. Russischer Bericht über die Kämpfe in Polen. Die Situation ist unverändert. In Russisch- Polen an der unteren Nida gestern hartnädige Kämpfe. Hier gingen die Russen zum Angriff jezt gemeinsame Sache mit den Türken. Eine Rede General Liauteys. Baris, 11. Januar.( T. 11.) Der Generalresident von Maroffo, General Liauteh, hat am Neujahrstage in Rabat an die Zivil- und Militärbehörden sowie die Spigen der französischen Kolonie eine Rede gehalten, aus der hervorgeht, daß der Zustand in Maroffo feines wegs so sehr befriedigend ist, wie die franzöfifchen Communiqés es glauben machen wollen. General Liauteh wandte sich besonders an die zurzeit in Marokko diensttuenden Offiziere, denen er sagte, daß der Dienst, den sie fern vom Vaterland in Maroffo erfüllen, nicht minder wichtig fei als der, den die in der europäischen Front fechtenden Kameraden leisteten. Jeder auf seinem Posten, das sei der Hauptgrundsatz und die Richtschnur eines jeden Soldaten. Die Lage auf dem Balkan. über und versuchten an mehreren Stellen mit bedeutenderen Kräften die Flußniederung zu passieren. Sie wurden jedoch Zürich, 11. Januar.( T. 11.) Aus französischer Quelle unter starken Verlusten überall abgewiesen. Während dieser Infanterieangriffe in den Nachbarabschnitten heftiger Ge- fowie Griechenland habe eine Verständigung stattwurde berichtet, zwischen Italien, Rumänien und Bulgarien schützkampf, der mehrere Stunden hindurch anhielt. gefunden, so daß wiederum ein Balkanbund unter An den übrigen Fronten hat sich nichts Wesentliches er- taliens Führung entstehen würde. Die„ Agenzia eignet. Stefanie" erklärt diese Nachricht als durchaus unbegründet. Einer unserer tätigen Aufklärungspatrouillen gelang es Petit Parisien" meldet, in Rumänien werde nächgestern nacht, die feindliche Stellung zu durchbrechen, in den stens die Mobilmachung angeordnet werden. dahinter gelegenen Ort einzudringen und bis zur Wohnung 85 000 Mann seien jest unter den Waffen, 330 000 Mann des feindlichen Regimentskommandeurs vorzustoßen. Von würden bis Ende des Monats einberufen werden. Binnen dieser kühnen Unternehmung kehrte die Patrouille mit einem furzem fönne Rumänien 600 000 Mann bereitstellen. Offizier und sechs Mann Gefangenen zurück. Da nenerdings festgestellt wurde, daß sich Angehörige der russischen Armee österreichisch- ungarischer Uniformen bedienen, um Patrouillen und kleinere Abteilungen zu überfallen, wird nochmals betont, daß Offiziere und Mannschaften des Feindes wegen dieser Art, die Geseze und Gebräuche im Landkrieg verlegt, nicht als Kriegführende behandelt werden. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes von Hoefer, Feldmarschalleutnant. " „ Daily Telegraph" berichtet aus Athen, die Besichungen zwischen Griechenland und der Türkei würden immer gespannter. Giornale d'Italia" gibt eine Unterredung wieder, die ein Mitarbeiter in Sofia mit mehreren politischen Persönlichfeiten Bulgariens über die Haltung dieses Staates hatte. Genadiew hätte dem Mitarbeiter danach erklärt, der Balkanbund, der sich gegen Oesterreich und Deutschland richten sollte, sei zerfallen. Die Bevölkerung Bulgariens habe die Nentralitätserklärung freudig aufgenommen, und es wäre un sinnig, fie aufzugeben. Geschow, einer der Führer der Nationalisten, soll gemeint haben, Bulgarien werde seine Neutralität gegebenenfalls zugunsten eines gemeinsamen Budapest, 11. Januar.( B. T. B.)„ Az Est" veröffentlicht Borgehens mit Rußland, Italien und Rumänien aufgeben. Auf dem linken Ufer der Weichsel herrschte in den letzten eine Mitteilung aus dem deutschen Hauptquartier Malinow, einer der demokratischen Führer, hätte die Tagen fast vollkommene Waffenruhe. Nur an der Front- in Polen, die er von seinem dortigen Vertreter erhalten hat. Hoffnung ausgesprochen, daß es Bulgarien möglich sein werde, stellung Sucha- Bolimoff fanden erbitterte Kämpfe statt. Es Die Russen erhalten tagtäglich neue Verstärkungen, aber seine Ansprüche durchzusehen, ohne deshalb in den Krieg eingelang hier den Deutschen, einige Vorteile zu erringen. Sie seit einiger Zeit sind sie doch genötigt, ihren Rückzug fort- greifen zu müſſen. benutzten, um sich unseren Stellungen nähern zu können, voll zusetzen. Im Verlaufe des Rückzuges nehmen sie die schon kommen das System der Belagerungsfämpfe, indem sie sich früher vorbereiteten Stellungen ein, was die Verfolgung Petersburg, 11. Januar.( T. 11.) Das leht erschienene offizielle russische Communiqué befagt u. a.: Die Kampflage. Die Lage im Kaukasus. mit tiefen Gräben heranarbeiteten und zum Schutze gegen ziemlich schwierig gestaltet. Obwohl die Russen ziffernmäßig Die sozialdemokratischen Dumaabgeordneten Sobelem unb unser Infanteriefeuer schwere Panzerschilder vor sich her die stärkeren sind, haben die deutschen Truppen doch die Tschenkeli, deren Wahlfreise direkt oder indirekt durch, die hielten. Bei dem Dorfe Sucha selbst kam es zu mehreren Oberhand. Nur geht das Vordringen gegen Warschau türkische Invasion bedroht sind( Genosse Tschenkeli ist in Batum Bajonettkämpfen zwischen unseren Truppen und den Deutschen. jetzt ein wenig langsam. Der politische Erfolg, den die Ein- und Genosse Sfobelew in Baku gewählt); befinden sich zurzeit Es gelang uns, einige der von den Deutschen eroberten nahme Warschaus bedeuten würde, würde nicht ganz im Ver- im Kaukasus, wo sie als Vertreter der Freien Cefonomischen Geſell Schüßengräben wieder au uns zu reißen. hältnis zu den großen Opfern stehen, die ein Gewaltsturm schaft an der Hilfsaktion für die vom Kriege betroffene BebölfeIn Galizien habe keine besondere Veränderung der gegen Barschau erfordern würde. Die Kämpfe schreiten daher rung teilnehmen. Wie der Korrespondent der„ Kiewskajn Myil" Front stattgefunden. im langsamen Tempo fort. meldet, find die beiden Abgeordneten in Batumi, Kars und Ardogan also unmittelbar hinter der Kampflinie gewesen und haben in die Die französische Kammer und der Krieg. teiner dazu zu bringen, das Wort, zu ergreifen. dortigen Verhältnisse persönlich Einblick getan. Endlich ergriff auf die allgemeine Aufforderung hin der Vertreter Nach den Worten dieser Genossen meldet der Korrespondent der Paris, 10. Januar.( Meldung der Agence Havas.) Der der polnischen Presse das Wort. Er begnügte sich mit der Be erwähnten Kiewschen Zeitung, daß die gegenseitigen Beziehungen Heeresausschuß der Kammer hat beschlossen, mehrere merkung, daß der Deutsche auch nach einem Siege Rußlands kraft der Völkerschaften im faukasischen Grenzgebiete, der Armenier, nterausschüsse zu bilden, welche die Fragen bezüglich des seiner inneren Organisation noch ein schrecklicher Gegner sein werde. Mohammedaner und russischen Sektanten, die besten seien. An- Rekrutierungspersonals, der Bewaffnung, der Munition, der Be- Man müsse die polnische Frage mit zärtlicher Aufmerksamkeit be fangs habe man gegen die dortigen Mohammedaner Mißtrauen Kleidung, der Verproviantierung und des Gefundheitsdienstes handeln und nicht mit einem so umnachteten Verstande, wie dies gehegt und die Armenier sprachen sogar von der Notwendigkeit der prüfen sollen. Der Ausschuß hat ferner beschloffen, die Auf- seitens der Russen geschehen sei. Da diese Anspielung dem VorBewaffnung der christlichen Bevölkerung gegen die Mohammedaner. merksamkeit des Kriegsministers auf die Lage der Mann sigenden nicht gefiel, wurde der Redner am Weitersprechen gehindert Aber, so erklärte Genosse Skobelew, diese Befürchtungen erwiesenschaften der Territorialreserve in der inneren Zone und in der und die Versammlung geschlossen. sich als vollkommen grundlos. Die dort in großer Zahl angesiedelten Armeezone zu lenken. Die türkischen Finanzen. England und die Vereinigten Staaten. russischen Seftanten hätten ihm erklärt, sie seien von der Loyalität Paris, 11. Januar.( W. T. B.) Humanité" tritt der der mohammedanischen Bevölkerung fest überzeugt, und nach ihrer verschiedentlich geäußerten Ansicht entgegen, die Tagung des Drangsalierung der Juden in Petersburg. Meinung würde die Bewaffnung eines Teiles der Bevölkerung nur Parlaments müsse möglichst kurz sein, und erklärt, der unnüßen Haz säen. Im allgemeinen konstatieren die beiden Ab- Krieg habe im Wirtschaftsleben der Nation eine tiefgehende Ver- Kopenhagen, 11. Januar.( W. T. B.) Nach der„ Rjetsch" vom geordneten eine gedrückte Stimmung der kaukasischen Mohamme- änderung hervorgerufen und ernste, dringende Probleme auf- 4. Januar hat im Moskauer Stadtbezirk in Petersburg in diesen daner, die sich durch den. Krieg mit der Türkei in eine schiefe geworfen, nicht nur für die Armee, sondern auch für die Industrie, Tagen die Polizei eine Razzia nach denjenigen Juden vorgenommen, Situation verjetzt sehen. Die Fabriken und die ganze wirtschaftliche Organisation des die sich in Petersburg aufhalten, ohne das gesetzliche Recht dazu zu Staates. Die Anwesenheit von 200 Deputierten an der Front haben. Es wurden eine Menge von Juden verhaftet und mit Arrestwerde an den Ergebnissen der militärischen Operationen nichts strafen belegt. Konstantinopel, 11. Januar.( W. T. B.) Die Regierung hat der ändern, aber wenn mangels Kontrolle der Methode in der Kammer einen Gefeßentwurf vorgelegt, der zur Beſtreitung der militärischen und zivilen Organisation Anarchismus und Ver. Kriegsausgaben einen außerordentlichen Kredit schwendung Plaz greifen würden, wenn infolge eines übereilten von 10 Millionen Pfund verlangt. Der Gesezentwurf ist Schlusses der Session der Exekutivgewalt unumschränkte Vollmacht gelassen würde, dann könnten die französischen Soldaten Helden ciner Kommission überwiesen worden. Die Kammer begann hierauf die Besprechung des Staatssein- Frankreich würde doch vom preußischen Militarismus geHaushaltes. Der Berichterstatter teilte mit, daß mit den oben schlagen und zerschmettert werden! Deshalb verlangen wir erwähnten außerordentlichen Krediten sowie mit den außerordentlichen so schreibt das Blatt, daß die Kammer nicht nur wie Ausgaben von annähernd 3 Millionen Pfund, die bereits gemacht gewöhnlich, sondern länger als gewöhnlich tage. worden seien, und mit dem Defizit des gewöhnlichen Staatshaus- Was das Volk vom Parlament verlangt, ist nicht mehr ein Schauhaltes, das Defizit des nächstjährigen Staatshaushalts etwa ſpiel aufreizender politischer Debatten oder von Lawinen von Reden, was es erwartet und fordert, ist eine ernste, ge20 Millionen Pfund betragen werde. regelte, planmäßige und gewissenhafte Arbeit, aus der die nationale Verteidigung großen Nußen ziehen kann. Die Ursache des Heiligen Krieges. Die in Washington, 11. Januar.( Meldung des Reuterschen Bureaus.) Der Text der Antwort der englischen Regierung auf die Note der Vereinigten Staaten ist gestern veröffentlicht worden. Er versichert im allgemeinen, daß alle in der Note berührten Punkte sorgfältig und in demselben Geist der Freundschaft und Offenheit erwogen worden seien, der die Note kennzeichne. Darauf wird die Ansicht entwickelt, daß über den Umfang der Erschwe rung des amerikanischen Handels durch England ein großes Mißverständnis bestehe. Die englische Note führt zum Beweise die Ziffern der Ausfuhr von New York nach Skandinavien, Italien und Holland für November 1913, verglichen mit denen für November 1914 an. Me diese Ziffern, ausgenommen die nur meldet wird, hielt aus Anlaß der in Damaskus von der arabischen enorme Vermehrung der Ausfuhr. Die Ausfuhr nach Jugend zu Ehren des ägyptischen Nationalisten Abdul Aziz vers Paris, 11. Januar.( W. T. B.) Der„ Eclair", der von Dänemark habe im November 1913 558 000 Dollar, im November anstalteten Feier der Oberkommandant Tschuisch eine Anfang an gegen eine japanische Intervention Stellung 1914 aber 7101 000 Dollar betragen. Die englische Note weist Rede, in der er Leute, welche glauben, es sei genommen hat, glaubt, daß von der Verwirklichung der Inter- darauf hin, daß der ungünstige Einfluß, den der Krieg auf einige Deutschland, das uns in diesen Krieg getrieben habe. Dies ist eine bentionsidee teine Rede mehr fein könne. Rußland befürchte, daß große Industrien, z. B. die Baumwollindustrie, gehabt habe, verfalsche Auffassung, die man berichtigen muß. In Wirklichkeit wollen es den Japanern den Weg für eine spätere Invasion vorbereite, mutlich auf die verminderte Kauffraft Frankreichs, Englands und Frankreich, England und Nußland das Kalifat unterdrücken, indem wenn es ihnen die transsibirische Eisenbahn zur Verfügung stelle, Deutschlands zurückzuführen sei. Sodann werden die Ziffern der sie Tag und Nacht darauf sinnen, ihre Besitzungen vor den inneren Der Hauptgegner der Intervention fei jedoch Eng- amerikanischen Kupferausfuhr nach neutralen Ländern erWirren zu bewahren, die durch die Bande hervorgerufen län b, das die Fäden für Landungen in den Händen halte, aber örtert, die sämtlich eine große Vermehrung aufweisen, woraus zu werden könnten, welche ihre muselmanischen Untertanen mit dem den Aufforderungen, Japan zur Intervention zu veranlassen, täglich Kalifat verknüpfen. Ich habe wiederholt in Konstantinopel weniger Gehör schenke. Das Kabinett in London halte feine haupts mit dem Botschafter von Frankreich gesprochen. Gegenüber seinen sächlichen Einwendungen aufrecht und zeige Mißtrauen und beinahe Beschwerden über die Erhebung der Muselmanen verwies ich auf schlechten Willen, der einer Weigerung gleichkomme. die Leiden der unter französischer Herrschaft stehenden Muselmanen. Der Dreiberband hatte begonnen, uns als Feinde anzusehen, weil wir gleich zu Beginn des europäischen Krieges mobilisiert hatten. Kurze Zeit darauf versuchte Rußland durch Eindringen in den Bosporus unsere Flotte anzugreifen. Gott sei Dant ging unfere Flotte aus dem Zusammentreffen siegreich hervor und der Versuch NußLands scheiterte. Diese Erklärungen des türkischen Oberkommandanten stellen, so bemerkt das Wiener K. K. Telegr.- Korresp.- Bureau, die beste Antwort auf das russische Orangebuch dar, das die Schuld an dem Bruche zwischen der Türkei und dem Dreiverband DeutschLand zuzuschieben sucht. Wien, 11. Jamuar.( 2. T. B.) Wie aus Konstantinopel ge- Intervention. wenig veränderten für den Handel mit Solland, erwiesen eine # Beilegung des Zwischenfalles von Hodeida. " Der Gefangenenaustausch. schließen sei, daß der größte Teil des Kupfers nicht für die betreffende neutrale, sondern für eine kriegführende Macht bestimmt gewesen sei, die nicht direkt habe importieren können. Die englische Note sagt weiter über die Beschlagnahme. bon Lebensmitteln, England sei bereit, zuzugestehen, daß Lebensmittel nicht beschlagnahmt werden sollten, wenn sie nicht für den Feind bestimmt wären, fönne aber in dieser Hinsicht kein Bern, 11. Januar.( W. T. B.) Der Bundesrat hat die Ver- definitives Versprechen geben. Die englische Regierung treter der Schweiz in Paris und Berlin angewiesen, den Ne- weist auf die steigende Gefahr hin, daß neutrale, an Feindesland gierungen, bei denen fie beglaubigt find, für den Fall des end- grengende Länder zu Stapelpläßen großen Maßstabes für den gültigen Zustandekommens einer Verständigung über die Feind würden. England suche daher im Interesse seiner eigenen Rüdbeförderung dauernd für militärische 3wede nationalen Sicherheit alle für den Feind bestimmten Güter anzuunverwendbarer Militärperfonen zum 8wecke der halten, ohne die Zufuhr von wirklich für die Neutralen selbst beDurchführung dieser Rückbeförderung die Dienste des schweizerischen stimmten Gütern erschweren zu wollen. Die Antwortnote iveist auf Roten Kreuzes und Sanitätszüge der Armee zur Verfügung zu die kleine Zahl von Schiffen hin, die vor ein Prisengericht gestellt stellen. worden seien, dessen Entscheidungen nicht ungünstig für die Neutralen seien. Vom 4. August bis 3. Januar feien von den Vereinigten Staaten 773 Schiffe nach Skandinavien, Holland und Italien gefahren, aber nur 45 davon vor ein Prisengericht ge= tommen. Die Antwort befont die Unmöglichkeit, ver. bächtige Schiffe. auf hoher See zu untersuchen. Die Ladung könne nur im Hafen gründlich untersucht werden. Die Note weist darauf hin, daß Baumwolle nicht auf der Konterbandelijte stehe, aber England sei besonders gewarnt wor den, daß Kupfer unter Baumwolle verborgen werde, so daß die Ballen hätten ausgeladen und gewogen werden müssen. Es sei schwer für England, Kautschut aus seinen Kolonien nach den Vereinigten Staaten ausführen zu lassen, da er von den Kriegführenden nötig gebraucht werde und der Verdacht bestehe, daß seit Beginn des Krieges große Mengen von Kautschut aus Amerika ausgeführt worden seien. Eine Arbeiterdemonstration gegen den Krieg. Zurin, 11. Januar.( W. 2. B.) Die hiesige Arbeiterschaft vers auftaltete gestern in einer großen Versammlung eine Kundgebung gegen eine Beteiligung Italiens am Kriege, Russen und Polen. Die von Grey gezeichnete Note schließt, die englische Regierung wünsche, daß der Ausfuhr und dem Konsum amerikanischer Güter durch Neutrale kein Hindernis in den Weg gelegt werde. Maskenbälle, Voltsfefte", intime Theaterabende, Galabor. " Der Schacherkongreß in Wien. Das gemütliche" Wien schwamm in Freuden. Zwar, die späteren ſtellungen, Empfänge, Feuerwerk wechselten in endloser Folge. ( Der Wiener Kongres", Ende 1814- Anfang 1815.) Bon Karlernst Knap. Das große Drama, dessen beherrschender Spieler der erste Napoleon war, wurde vor hundert Jahren durch einen der übeisten aber leider auch umfassendsten und folgereichsten diplomatischen Kuhhandel beschlossen, den die Welt bisher gesehen hat. Dieses internationale Schachergeschäft in Quartformat nannte sich " " Nom, 11. Januar.( W. T. B.) Giornale d'Italia" erklärt bersichern zu können, daß der Zwischenfall von Hodeida seiner Lösung entgegengehe. Die Pforte hat den Behörden in Yemen Befehl gegeben, den Zwischenfall zu beenden, indem sie alle von der italienischen Regierung aufgestellten Forderungen ohne Unterschied annehme, darunter auch die Begrüßung der italienischen Flagge. Giornale d'Italia" sagt: Unsere leitenden Kreise wissen, daß die Anordnungen der Pforte in diesem Sinne erlassen worden sind und keinen Anlaß zu Zweifeln bieten. Die Ausführung dieser Kopenhagen, 11. Januar.( 2. T. B.) Die" Rjetich" vom Anordnungen ist, wie gebräuchlich, der Feststellung der Tatsachen 2. Januar berichtet über das 150. Slawendiner in Petersburg, das und Berichte durch den italienischen Konsul und von seiten des der polnischen Frage gewidmet war. Der Hauptredner des Abends, Walis von Yemen nachgeordnet. Der Wali hat alsbald eine Unter- Schtsche glowitow, hielt den Polen ihre Sünden vor, und fuchungskommission ernannt, eben um die Tatsachen festzustellen, betonte, indem er auf Rosciuszkos Ausspruch Finis Poloniae" hinund der italienische Konsul in Hodeida ist von der„ Giuliana" ge- wies, daß sich die Polen nicht davon träumen lassen sollten, es landet, um an der Untersuchung teilzunehmen und sie zu be- würde ein neues Polen ohne die ruffischen gefeßgebenden Instituschleunigen. tionen zustande kommen. Von den anwesenden Polen war effen" aufgemacht wie das Portal aur ewigen Einigkeit Europas. Schöpfer und Könige des Walzers, Lanner und Johann Strauß, Bei alledem schlichen die politischen Geschäfte im Schneckenwaren noch Knaben, aber die Musi" war auch schon vor ihnen in tempo weiter. Der Kongreß tanzt, aber er marschiert nicht Wien besonders heimisch und allmählich erflangen die Quadrillen, ein Wort des Fürsten von Ligne, eines österreichischen Felddie Polonäsen, die Lanciers und Françaisen in den pruntvollen marschalls, der nie im Felde stand, aber durch seine LiebensHerbergen der„ erhabenen“ und„ erlauchten" Gäste, deren man so würdigkeit und seinen Geist lange Zeit eine sehr einflußreiche Rolle viele noch nicht auf einem Fled beisammen gesehen hatte. Der spielte. Mühsam flidte man die von Napoleon durcheinandergute Kaiser Franz", über dessen unfreiwillige Bonmots die geworfene Landkarte von Europa wieder zusammen, ohne jede von der Natur besser Bedachten wie der mit allen Hunden gehetzte Rücksicht natürlich auf die je bezüglichen Untertanen" zumal, Verwandlungskünstler Talleyrand nicht schlecht wizelten, nachdem der schlangenfluge Talleyrand, der seine Leute kannte, brachte aus seiner sehr schmal gewordenen Börse täglich 500 000 durch den Popanz der Legitimität die Fürsten gründlich Gulden auf, natürlich in der Hoffnung, daß sie sich schließlich wieder hineingelegt und gegeneinander gehetzt hatte. verzinsen würden. Da war der phantastische und von allen Einer der Memoiren- Am 1. März landete Napoleon mit etiva 1500 Mann im Frauen bergötterte Bar Alerander I. schreiber des Kongresses, der Teichtsinnige und reichlich Golf Jouan an der französischen Küste. Am 6. März traf die verschuldete sächsische Adlige Karl von Nostiz sein Tagebuch Depesche von seiner Flucht in Wien ein. Man hat es neuerdings Man hat freilich behauptet, daß auf dem Wiener Kongre, an findet sich unter einer Reihe anderer Quellenwerke über den Kon- so darstellen wollen, als ob die Bestürzung des Kongresses durchbem etwa ein Dußend regierender Fürsten und Prinzen teilnahmen, immerhin zum erstenmal auch Wille und Schicksal der greß in dem sehr hübschen Buch„ Der Wiener Kongres", aus nicht so groß gewesen sei, zumal die Arbeiten in der HauptVölker neben den Interessen der verschiebenen„ Kabinette", als bei Robert Qut in Stuttgart, herausgegeben von Friedrich fache beendet und eine allgemeine Ginigung bereits erzielt geweſen Subjekte der Polifit erschienen seien. Weiß Gott, man muß sehr redsa entwirft eine äußerst boshafte Tafel der in Wien ver- fei. Dem widerspricht, daß fast sämtliche Memoirenschreiber: sammelten Potentaten. v. Costig, die Gräfin Bernstorff, der Graf de la Garde, die Gräfin genau hinsehen, wenn man diese Zeichen der neuen Zeit" in dem Anwesend waren ferner der König von Württemberg, Karl Thürheim, W. v. Humboldt, der Erzherzog Johann, übereinränkevollen Hin- und Herzerren und Gefchiebe entdecken will. Wan August von Weimar, der Großherzog von Baden, der Herzog von stimmend berichten, wie Fürstlichkeiten, Diplomaten, Felda hatte aus der Revolution und aus dem neuen Wind, der mit den Koburg. Dazu kamen nun die eigentlichen politischen Macher marschällen und Schranzen gleichmäßig das Herz in die bewußte Dekreten des traditionslosen Napoleon in die Welt fuhr, nichts ge- und Geschäftsführer: der schlaue Metternich, in seinen Me- untere Gegend fiel. So schreibt, um nur eine Zeugin anzuführen, lernt. Mit den Gebietsteilen, um die man sich am heftigsten raufte, thoden durchaus ancien régime, voll glänzender Fuchsenflug- die Gräfin Bernstorff:„ Ungeachtet die Politiker gewöhnt waren, wie einzelne Gebiete in Süd- und Westdeutschland, Polen, Nordheit, die Grafen Nesselrode und Stackelberg für Rußland sich zu beherrschen, so blieb diese Schreckenstunde in ihren Mienen italien und Südfrankreich, ging man um, wie Knaben mit Brief- und der einzig unermüdliche Arbeiter des Kongresses, der doch deutlich zu lesen. Am tiefsten war sie Talleyrands Zügen marken beim„ Verkloppen". Man kann sagen: wenn auch die innere Politik seit der Erhebung des dritten Standes, hinter öfterreichische Publizist und Staatsmann Friedrich von Genk eingegraben; am lautesten äußerte sie sich bei Stewart( einem dem bald ein vierter sich bilden sollte, langsam den Fürsten per- gegenüber allen diesen durchgefiebten klugen Leuten hatten die Vertreter Englands), und Alexanders Blässe, seine gedrückte sönlich und ihren Kabinetten entglitt und zu einem Kampfobjekt preußischen Vertreter Fürst Hardenberg und vor allem der groß- Physiognomie sprachen deutlich aus, was sein Mund um keinen der gegeneinanderringenden Bevölkerungsklassen wurde, so hat sich deutsch- idealistische Gelehrtenpolitiker Wilhelm v. Humboldt einen Preis gestanden hätte." Und die europäische Idee", von deren Geburt auf dem diese Entwickelung bezüglich der äußeren Bolitit bedeutend sehr schweren Stand. Gin Troß von spekulierenden„ Edelleuten", langsamer vollzogen. Wille und Macht der Gesamtheit ist bis von Bevollmächtigten der winzigen reichsunmittelbaren deutschen Wiener Kongreß" auch heute noch hier und da gefabelt twird? Es heute noch nicht so bewußt geworden, daß die Volksmassen auch ihr Piraten, Weibern, Bedienten und internationalen Hochstaplern ist von ihr in den Ergebnissen dieses ersten und pomphaftesten, internationales Geschid selbst leiten und bestimmen. bervollständigten das Bild. Damit die Literatur nicht fehle, wurde aber auch verderblichsten europäischen Konzertes" auch nicht eine der katholisch gewordene Romantiker Friedrich Schlegel herum- Spur zu finden! Das hätte auch nur mit einem Wunder zugehen gereicht, während in der Kirche der Schicksalsdramatiker und eben können. Denn der europäische Staatenbund liegt selbst heute noch falls katholisch konvertierte Zacharias Werner die vornehme Ge- in weiter Ferne. Er fann erst Wirklichkeit werden, wenn die sellschaft durch ekstatische Rodomontaden vor dem fälligen Souper Völker über ihr Wohl und Wehe durchaus und allenthalben selbst zu Tränen rührte. entscheiden. Wiener Kongre" und fand in der Donaustadt vom Herbst 1814 bis in das Frühjahr 1815 hinein statt. Die Menschheit von heute könnte dieses jämmerliche Kapitel in die Katakomben der Historie einsargen, wenn nicht die Beschlüsse dieses Kongresses der Art, mit der der Feudalstaat die äußere Politik zu behandeln pflegte, für lange Zeit den Boden bereitet hätte. Freilich, die Fajjade des Wiener Kongresses war mit festlichem Prunk und dem biedermännischen Motto: Ausgleich der Intern politische Ueberflcht. Keine Erhöhung der Höchstpreise. Gegen die dom Professor Eltzbacher geforderte Herauf- setzung der Höchstpreise für Roggen und Hafer um 30 bezm. öCTAt. spricht sich jetzt auch eine offiziös bediente Korre- spondenz aus: „Man wird eS kaum mit der Fürsorge für die unbemittelten Kreise vereinbar balten können, wenn man in Kriegszeiten, wo durchweg gesteigerte Kosten in der ganzen Lebenshaltung eintreten, den Verbrauchern„zur Belehrung" gerade das unentbehr- lichste Nahrungsmittel verteuert. Nach den letzten Maßnahmen des Bundesrats zur Streckung unserer Getreidevorräte wird auch wohl nirgends im Deutschen Reich jemand noch über die Not- wendigkeit zur Sparsamkeit mit der Brolfrucht im Zweifel sein. Die Einschränkungen im Bäckereibctrieb haben weit be- lehrender gewirkt, als eine Verteuerung des Brotes eS erreichen könnte, die gerade die ärmeren Schichten als eine schwere Be- I a st u n g empfinden müßten. Wenn den angeblich zu niedrigen Höchstpreisen weiterhin nachgesagt wird, sie beförderten die Aus- fuhr unseres Getreides in das Ausland, so ist es bei dem er- lassenen Ausfuhrverbot und der strengen Kontrolle unserer Aus- fuhr wohl kaum möglich, daß irgend welche nennenswerten Posten über unsere Grenze gelangen. Die angegebenen Gründe sind also durchaus nicht beweiskräftig für die Notwendigkeit einer Erhöhung der Höchstpreise." Gegen die Festsetzung von Höchstpreisen für Futter- mittel nimmt die Korrespondenz mit folgender Begründung Stellung: „Die Forderung von Höchstpreisen für Futtermittel, die aus landwirtschaftlichen Kreisen zum Schutz unseres Schweincbestandes teilweise erhoben wird, dürfte dem Vernehmen nach keine Aus- ficht auf Verwirklichung haben. Soweit es sich um ein- heimische Futtermittel handelt, ist hier bereits durch den Bundes- rat Borsorge getroffen: Höchstpreise würden daher im wesentlichen nur für ausländische Futtermittel in Frage kommen, deren Ein- fuhr seit Kriegsausbruch nahezu aufgehört hat. Daß Deutschland nicht imstande ist, einen Schwcinebestand von nahezu Millionen Stück, dessen Erhaltung zum großen Teil auf ausländische Zufuhren angewiesen ist. durch einen Krieg hindurch zu bringen, ist ohne weiteres klar. Es bleibt daher nur eine Niög- lichkeit, nämlich dieses für die Volksernährung außerordentlich werlvolle Material sobald als möglich in Dauerware um- zuwandeln, wie es schon kürzlich dringend empfohlen wurde. Hier bietet sich für dieGe mein den eine dankbare Aufgabe, an der Versorgung des Lebcnsmittelmarktes mitzuwirken, indem sie zu den jetzt günstigen Preisen Schweine aufkaufen und ihre Verwertung zu Dauerwaren selbst in die Hand nehmen."_ Die Tagesordnung deS Abgeordnetenhauses. Der Präsident deS Abgeordnetenhauses beabsichtigt, wie der„Post" aus parlamentarischen Kreisen mitgeteilt wird, die erste Sitzung auf Dienstag, den ü. Februar, 2 Uhr nachmittags, mit der Tagesordnung: Erste Lesung des Haushaltsplanes, anzuberaumen. Tie Ansehung zu der für das Abgeordnetenhaus ungewöhnlich späten Stunde erfolgt, um den Fraktionen Gelegenheit zu geben, vorher sich über die Geschäftsbehandlung deS Haushalts und die Gestaltung der Session schlüssig zu machen.__ Behörden und Konsumvereine. Der Vorstand des Verbandes sächsischer Konsum- b e r e i n e hatte sich Mitte September mit einer Eingabe an die Generaldirektion der sächsischen Slaatseisenbahnen gewendet, in der ersucht wird, den Beamten und Arbeiteni der Staatseisenbahnen, die Mitglied eines Konsumvereins werden wollen, keinerlei Schwierigkeiten zu machen. Nach acht Wochen, Mitte Dezember, ging der Bescheid ein daß die Eisenbahnverwaltung gegenüber der Beteiligung ihrer Arbeiter und Beamten an Konsumvereinen schon bisher grundsätzliche Neutra- lität beobachtet habe, solange diese Bewegung lediglich Wirtschaft- lichen Zwecken diene. Dieses Verfahren habe sich bewährt und es solle darin keine Aenderung eintreten. Zur Bekräftigung dieses Standpunktes wurde auf eine Rede des früheren Finanz- Ministers Dr. Rüger, die dieser in der Landtagssession 1907/1908 über die Frage gehalten hat, hingewiesen. Diese Rede schränkt aber die in der Antwort an den Verband der Konsumvereine mit Nach- druck betont« Neutralität sehr ein, denn Dr. Rüger erklärte damals, daß Arbeitern und Beamten in Staatsbetrieben sofort die Zu« geHörigkeit zu einem Konsumverein untersagt oder die Entlastung angedroht werden würde, wenn sich die Leiter des fraglichen Konsumvereins parteipolitisch(das heißt sozialdemokratisch) betätigen. Der VerbandSvorsiand hat in einer weiteren Eingabe auf diesen Umstand hingewiesen und erklärt, daß er mit diesem Bescheid die Sache nicht als erledigt ansehen könne. Er müsse ersuchen, daß die Freiheit der wirtschaftlichen Organisation der Eisenbahner nicht von einer derartigen Bedingung abhängig gemacht werde. Was Konsum- vereinSleiler in ihrer freien Zeit außerhalb des Betriebes tun und lassen, danach habe der Konsumverein nicht zu fragen. Es wird daher um einen weiteren klaren und eindeutigen Bescheid darüber ersucht, ob die Regierung den vor sieben Jahren durch Dr. Rüger vertretenen Standpunkt in dieser Beziehung aufrechterhalte.— Bemerkt sei noch, daß nach den bisherigen Erfahrungen vorgesetzte Beamte sich auch an die bisherigen Grundsätze der Eisenbahnverwaltung oft nicht kehrten, sondern die Konsumvereine schlechthin als sozialdemokratische Einrichtungen ansahen und daraus die den Arbeitern ungünstigen Konsequenzen zogen. Unter Prävcntivzcnsur gestellt wurden noch die„Reußische Tribüne" in Gera und daS Kopfblatt„Reußische Volkszeitung" in Greiz. Todesurteil wegen Kriegsverrats. Das stncgsgerickt der Landwehrinspektion Knsterburg hat wie das„Ostpreußische Tageblatt" meldet, die Hökerin Auguste Kamschat wegen KriegSvcrrats zum Tode verurteilt. Die Ocffentlichkcit war während der Dauer der Verhandlung aus- geschlossen._ Landsturmleute, die Kriegsgefangene bewachen, sind Kriegsteilnehmer. Die Frage, ob Landsturmpslichtigc. die Kriegsgefangene betvachen, im Sinne des§ 2 des Kriegstcilnehmerschutzgesetzes„gegen den Feind verwendet" sind, hat das Oberlandesgericht Dresden in einer Ent- scheidung, die die„Leipziger Zeitschrift für deutsches Recht" veröffent- licht, bejaht. Ter Beklagte war bei dem Landsturm-Jnfanteriebataillon Nr. 7 eingestellt. Dieses ist zwar immobil, wird aber zurzeit zur Bewachung oou Äriegsgefapgeneu verwendet. Die Kriegsgefangenen haben dadurch, daß sie in Gefangenschaft geraten sind, nicht aufgehört, Teile des feindlichen Heeres zu sein. Tic Aufrcchterhaltung der Ge° fangenschast ist eine gegen den Feind gerichtete Maßnahme. Die Truppenteile, die zur Bewachung der Kriegsgefangenen und damit zur Ausrechterhaltung der Gefangenschaft verwendet werden, sind daher I im Sinne de?§ 2 deS ReichsgescheS vom 3. August 191? gegen den Feind verwendete Truppen. Skrupellose Kriegslieferanten. In Sachsen wurde kürzlich von höchster amtlicher Stelle in einer Mitteilung an die Presse scharf gerügt, daß die Fabrikanten und Verkäufer von Waren, die als Liebesgaben oder sonst für mili- tärische Zwecke bestimmt sind, der Profitsucht häufig in der unvcr- antwortlichsten Weise frönten. Ein krasser Fall solcher Art wurde jetzt vor einem sächsischen Landgericht verhandelt. Ein Mühlen« bcsitzer und ein Mehlhändler hatten sich wegen Nahrungsmittel- fälschung und Verkaufs gefälschter Nahrungsmittel zu verantwor- ten. Ein Brotfabrikant hatte täglich große Mengen Brot für die gefangenen Russen in Königsbrück zu liefern, und trat deshalb mit dem Mehlhändler in Geschäftsverbindung. Dieser versprach, recht billiges Mehl zu besorgen, das der Mitangeklagte Müller lieferte. Wie letzterer vor Gericht behauptete, habe ihm der Mehlhändler bei der Bestellung gesagt,„das Mehl kann gar nicht dunkel genug sein, die Russen fressen alle s". Durch die eidlichen Aussagen des Obermüllers und eines Müllergesellen, die die Sache angezeigt hatten, wurde festgestellt, daß sich die Mehllieferung, 200 Zentner, in einem schauderhaften und ekelerregenden Zustand befand. In dem Roggen wurde ein großer Teil sogenannter Spritzdreck gc- funden, unter dem aller möglicher Schmutz sowie Hülsen, Samen und Mutterkorn sich befand. Zwei Sachverständige bekundeten, daß eine Menge Ungeziefer, Maden, Milben und deren Exkremente in dem Spritzdreck gefunden wurde, der ohne jeden Nährwert sei, in allen Fällen das Produkt verschlechtere und auch gesundheitsschäd- lich sei. Sogar zu Viehfutter sei das Zeug zu schlecht.— Nach diesen gravierenden Ergebnissen der Beweisaufnahme wurden der Müller zu 500 M., der Mehlhändler zu 100 M. Geldstrafe der- urteilt. Ueber zu große Härte des Urteils brauchen sich die Ver- urteilten nicht zu beklagen. Und wären die beiden in der Mühle Beschäftigten nicht so gewissenhaft gewesen, dann wäre wahrschein- lich aus dem„Mehle" Brot für die gefangenen Russen gebacken worden. Kriegöivohlfahrtspflege für Hausbesitzer. Der preußische Minister des Innern hat am 1. November verfügt, daß von den Angehörigen der vor dem Feinde stehenden Familienväter alles fernzuhalten sei, was nieder- drückende Empfindungen in ihnen auslösen könne. Im Osten des Staates denkt man vielfach nicht daran, diese Ermah- nungen zu beachten, und nicht nur auf dem Lande, sondern auch in Großstädten ist die ÄriegSwohlfahrtspflege eine hockfit Mangel- hafte. So wurde in Königsberg i. Pr., wo die Lebensmittelpreise und Mieten ganz außerordentlich hoch sind, der sozial- demokratische Antrag, den bedürftigen Familien der Kriegs- teilnehmer zu der gesetzlichen Unterstützung feste Zuschläge zu ge- währen, von der Stadtverordnetenversammlung a b g eck c h n t. Dafür wurde eine Summe für Unterstützungen von Fall zu Fall bewilligt. Wer eine Unterstützung erhalten und wie hoch sie sein soll, das wurde ganz in das Belieben der Kriegswohlfahrtsstelle des Magistrats gestellt, an die sich die Familien zuerst tvenden müssen, wenn sie eine Zuwendung erreichen wollen. Diese Unter- stützungen sind natürlich bestimmt, di e Not der bedürftigen Kriegerfamilien zu lindern. Niemand dachte in der Stadtverordnetenversammlung daran, zu erklären, daß Frauen von der geringen Unterstützung auch noch einen Teil zur Bezahlung der Miete verwenden sollten. Die Frauen wurden aber sehr bald von den Helfern und Helferinnen des Magistrats veranlaßt, eine» Te i l der Unterstützung dem Hauswirt zu g eben, ob- lvohl die Komnmnc Mietunterstützung nicht beschlossen hatte. Zahl- reiche Konflikte entstanden, aber der Magistrat ist nicht den be- dürstigen Kriegen: beigespningcn, er hat im Gegenteil dekretiert, daß die Familien der Kriegsteilnehmer etwa zwei Drittel der Miete von ihre» Unterstützungen zu zahlen haben. Dabei sind auch jetzt noch keine besonderen Mietunterstützun gen eingeführt. In einem längeren Merkblatt, das der Magistrat herausgegeben hat, heißt es: „Eine Einigung dabin, daß ein erheblicher Teil der Miete. etwa zwei Drittel derselben, schon während des Krieges vom Mieter gezahlt, der Rest aber vom Vermieter erlassen werde, liegt daher in den meisten Fällen in beiderseitigem Interesse und wo sie nicht von den Beteiligten selbst erzielt, nach Lage des Falle» aber angemessen ist, gehört es zu den Aufgaben der Kricgswohlfahrtspflege, sie durch Ver- Mittelung ihr er Organe herbeizuführen oder doch wenigstens zu versuchen. Weigern die Frauen der Kriegsteilnehmer sich, trotz aller Vorstellungen einen angemessenen Teil der Mi ete zu zahlen, erreicht also die Kriegswohlfahrtspflege die Fortführung einer geordneten Wirtschaft nicht, so ist ihnen entweder jede Unter- stützung zu verweigern oder die Unterstützung ganz oder zum Teil unmittelbar an den Wirt selb st abzuführen. Welcher dieser Wege einzuschlagen ist, muß nach Lage des einzelnen Falles entschieden werden; die Zahlung an den Wirt selb st ist namentlich dann zu empfehlen, wenn er sich bereit erklärt, den Rest der Miete fallen zu lassen und über die Miete des laufenden Monats vorbehaltlos zu quittieren/' Damit läuft die ganze kommunale Kriegswohlfahrtspflege auf eine Fürsorge für die Hausbesitzer hinaus. In Königsberg betragen die Mieten für ganz kleine Wohnungen 20 bis 30 M. monatlich. Sollen die Kriegerfamilien 14—20 M. Miete entrichten, so reicht dazu in vielen Fällen nicht ein- mal die kommunale Unter st ützung aus. Und von was leben die Familien? DaS Merkblatt hat der Magistrat herausgegeben, ohne die Stadtverordnetenversammlung auch nur zu hören. Kaum eine zweite große Stadt dürfte gegen arme Familien der Kriegstcil- nehmer so verfahren wie der Magistrat der Stadt Königsberg. Soziales. Die Bcrufögenossenschaftcn und der Krieg. Von beteiligter Seite wird uns geschrieben: Tie in den nächsten Monaten erfolgende Beitragscrhebuug der Berussgenossenschaften für das abgelaufene Geschäftsjahr geschieht in der Form der sogenannten Umlage. Es wird die Summe der Ausgaben des Geschäftsjahres, verringert um die aurechnungs- fähigen Einnahmen, auf die einzelnen Mitglieder nach Matzgabe der von ihnen gezahlten Löhne und der Gefahrklasse ihres Gewerbs» zweiges verteilt. Schon jetzt läßt sich übersehen, daß die Ausgaben- summe wohl durchweg höher, dagegen die Lohnsumme bei den meisten BerufSgenossenschaftcn wesentlich niedriger als die vor- jährige gewesen sein wird. Auch solche Berufsgcnossenschaftcn, von deren Gowerbszweigen sich einzelne durch Kriegslieferungen sogar ungewöhnlich starker Beschäftigung erfreuen können, werden bei anderen Gewerbszweigen einen Rückgang der Löhne zu verzeichnen haben. Die natürliche Folge hiervon wird eine mehr oder weniger erhebliche Erhöhung des auf je 1000 M. der Lohnsumme ent- fallenden Beitrags sein. Ist aber ein bcträchlliches Steigen des Turchschnittsbcitrags auch in günstigen Geschäftszeiten uncr- wünscht, so kann es geradezu die Gestalt eines Notstandes an- nehmen, wenn zahlreiche Beitragspflichtige durch Minderung oder auch völligen Ausfall ihrer Einnahmen außer Stand gesetzt sind, den auf sie entfallenden Versicherungsbeitrag zu entrichten, und der Ausfall im nächsten Jahre von den übrigen, die noch leistungsfähig geblieben sind, gedeckt werden muß. Zur Erörterung von Maßnahmen, wie etwaigen Aebelstänkew wirksam begegnet werden könnte, hat am 6. d. M. auf dem Reichs- Versicherungsamt unter dem Vorsitze seines Prästbenten Dr. Kaufmann ein« Besprechung mit Vertretern deS Verbandes der Deutschen BerufSgcnosienschasten stattgefunden. Dabei konnten diese aus den Aeußerungen der Vertreter des Reichsversicherungsamts erkennen, daß das Reich grundsätzlich geneigt und gewillt ist, den Berufsgenossenschaften und den in ihnen vertretenen Kreisen der Industrie und des Handwerks so weit, als es bei weitherziger Aus- lcgung des Gesetzes nur möglich ist, entgegenzukommen. Jnsbesou- der« wurde in Aussicht gestellt, daß denjenigen Berussgenossen- schaften, die es beantragen, im laufenden Jahre die Erhebung eines Zuschlags zur Rücklage erlassen werden wird. Schon dies wird einer Anzahl von Genossenschaften, die für den angegebenen Zweck eine bedeutende Summe auszuschreiben hätten, wesentliche Erleichterung bringen. Es herrschte ferner Einstimmigkeit der Meinungen darüber, daß die Berufsgenossenschaften nach s 762 der Reichsversicherungsordnung nicht erst der Genehmigung des Rcichsversicherungsamts dazu bedürfen, BeitragsauSsälle vorläufig aus der vorhandenen Rücklage zu decken. Zweifelhafter erschien es, ob es sich mit Wortlaut und Sinn des Gesetzes vereinbaren läßt, den Berufsgenossenschaften zu gestatten, schon bei der Feststellung des Umlagebcitrags einen Teil der vorjährigen Ausgaben durch Darlehen zu decken, die unter Verpfändung entsprechender Teile der Rücklage aufgenommen würden. Genauere linterlagen soll der Verband der Deutschen Berufsgenossenschaften noch beschaffen. Die beteiligten Kreise, und zwar sowohl Vorstände der Be- rufsgenoffenschaften wie ihre beitragspflichtigen Mitglieder, dürften durch diese Mitteilungen befriedigt werden. Sollt« sich aber das Reichsversicherungsamt bei der Prüfung der letzten von jenen drei Fragen endgültig genötigt finden, einem Angriff der Rücklagen zur Verringerung der umzulegenden Beitragssumme seine Ge- nckhmigung zu versagen, weil er sich mit dem Wortlaut des Gesetzes auch bei gutem Willen nicht vereinbaren ließe, so dürfte«Z Sache des Bundesrats sein, aus Grund seiner Vollmachten durch eine Verordnung zu helfen. Es wäre dazu nur die bundesrätliche Er- klärung nötig, daß eine Lage wie die gegenwärtige, den„Notfall" im Sinne des 8 746 der NeichSversicherungsordnung in sich schließt. Daß daS Reichsversicherungsamt nach solcher Erklärung des Bundesrats von seinem Genehmigungsrechte den wohlwollendsten Gebrauch machen wird, darf man sicher sein. /tos Industrie und tzaadel. Tie Notlage der russischen Bauernschaft. DaS offiziöse Organ des russischen Handelsministeriums, die „Handels» und Jndustriezeitung", schildert die Lage der russischen Bauernschaft nach der diesjährigen Ernte folgendermaßen: Im größten Teil der Gouvernements deS mittleren Wolga- Rayons reicht weder das Brotgetreide für die Ernährung der Bauernschaft, noch die Futtermittel� für das Vieh. Die Bauern sind vielerorts gezwungen, ihr Vieh zu verkaufen. In den Gouvernements Pensa, Simbirsk, Nischni- Nowgorod, Kasan, Tula und Orel bedürfen die Bauern der staatlichen Unterstützung, um bis zur neuen Ernte durchhalten zu können. In den übrigen Gouvernements des W lga-Reviers und zum Teil des ZentralgebietcS werden die Bauern wahrscheinlich nicht hungern brauchen, sie werden aber, nach den Worten des offiziösen Organs,„nicht umhin können, ihren Viehbestand zu ver- ringern". In der Tat schlagen die Bauern schon jetzt ihr Vieh zu fabelhaft billigen Preisen an die Viehhändler loS. In den übrigen Gouvernements des„Schwarzerdegebiets", namentlich in den südwestlichen und südlichen Gouvernements, wird die Lage als„günstig" bezeichnet, d. h. die Bauernbevölkerung braucht nicht zu hungern, hat aber keine„überschüssigen" Produkte für den Berkauf. Die Lage der Bauern in den nördlich des„Schwarzerdegebiets" liegenden Gouvernements ist noch schlimmer. Hier hat die Miß» ernte zu einem starken Angebot der Viehvestände geführt, die mit 30 oder 50 Proz. unter den Normalpreisen losgeschlagen werden. Für den Frühling wird Saatmangel und— infolge der Verringerung der Viehbestände— Mangel an D sin gemitteln erwartet. In Westsibirien ist die Ernte mittelmäßig ausgefallen; aber da kein Absatz zu erwarten war, sind die Gctreidepreise sehr stark gefallen._ Steigermig der Weizenpreise in England. Kopenhagen, 11. Januar.(W. T. B.)„BerlingSke Tidende" meldet aus London: Die Steigung der Weizenpreise in Verbindung mit der Preiserhöhung in Amerika verursacht in London große Erregung. Tie Regierung will eine Kommission zur Untersuchung der Ursachen der Preissteigerung einsetzen und Matzregeln treffen, um die Frachten und Preise zu kontrollieren und einzelne Reeder und Großeinkäufer zu verhindern, sich unrühmliche Vorteile aus Kosten der Nation zu verschaffen. Die Spekulanten nutzen die Situation sehr stark aus. Tie russische Staatsschuld im Kriegsjahr. Wie aus dem in der Reichsduma eingebrachten Entwurf des Etats des FinanzunnsteriumS für 1916 hervorgeht, ist die russische Staatsschuld im verflossenen Jahre von 8809,5 Millionen Rubel auf 10 473,1 Millionen Rubel oder um 1663,6 Millionen Rubel(3575 Millionen Mark) gestiegen. Diese Summe setzt sich aus folgenden Posten zusammen. Am 4. September wur- den 12 Serien vierprozentige Schatzscheine für 300 Millionen Rubel herausgegeben; ferner wurden emittiert: fünsprozentige kurzfristige Schatzscheine für 800 Millionen Rubel, eine kurz- fristigc Anleihe in England in Höhe von 12 Millionen Pfund Sterling(113,5 Millionen Rubel), eine fünsprozentige innere Anleihe in Höhe von 500 Millionen Rubel, eine Serie der vierprozeniigen Staatsrente in Höhe von 10 M i l l i o n e n R u b e ll Außerdem gingen ein ewige Einlagen im Betrage von 1250,8 Millionen Rubel. Die Gesamtsumme der im verflossenen Jahre gemachten Anleihen belief sich auf 1724,5 Millionen Rubel; es wurden in demselben Jahre 61,1 Millionen Rubel getilgt, Lette Nachrichten. Weitcrc Mannschaftseinstrllungr» in Rußland. Basel, 11. Januar.(W. T. B.) Teil„Basler Nachrichten'� zufolge ruft Rußland am 15. Januar den Jahrgang 1915 unter die Waffen. Es hofft, damit einen Truppenzuwachs von 583000 Mann zn erhalten._ Eine italienische Note. Rom, tl. Januar.(W. T. B.)„Giornalc dVJtelia" und die „Tribuna" veröffentlichen folgende Rote: Dieser Tage gingen in den hiesigen politischen und journalistischen Kreisen die törichsten Gerüchte um, besonders über angebliche militärische Maßnahmen. So brachte ein Blatt das Gerücht, daß vier Klassen der Mobilmiliz im Januar einberufen würden. Dieses.Gerücht entbehrt jeder BegrSadnaz. Gewerkschaftliches. Ausdehnung der gewerkschaftlichen Kriegshilfe. Teilaffordlöhne für bie einzelnen Arbeiten bei gleichzeitiger Heim und Werkstattarbeit. Einrichten Infanteries Landsturmmäntel M. -, 30 Taschen( beim Infanteriemantel mit Streifen Vorderteile, Kanten machen( beim Landsturmannähen). mantel mit Futtermachen u. Hereinmachen) Desgl., ohne Vorderteile einbügeln Rüdenteil mit Gurt und Schliz ohne Riegel-, 30 Wermel mit Riegel. Buſammenſezen. Spiegel.. Kragen machen einschließlich Bügeln und Spange ohne Knöpfe annähen In der Weihnachtswoche waren mehr als 50 Proz. der mit Beginn des Krieges arbeitslos gewordenen Mitglieder des Verbandes der Buchdruckerei- Hilfsarbeiter und Arbeiterinnen ausgesteuert. Der Verband hätte in dem Bewußtsein erfüllter Pflicht jede weitere Unterstügung ablehnen können. Er tat dies jedoch nicht. Der Verbandsvorstand beschloß viel mehr, allen Mitgliedern, die während der Kriegsdauer ausgesteuert sind, vom 2. Januar ab auf die Dauer von fünf Wochen eine Ertraunterstützung zu gewähren, die je nach der Beitragsklasse und Mitgliedszeit zwischen 2 M. bis 4,50 M. pro Woche betragen soll. Alle noch bezugsberech tigten Mitglieder erhalten wie bisher die Hälfte der statutari schen Arbeitslosenunterstützung bis zur zwanzigsten Woche, alsdann tritt bis auf Widerruf auch für sie die beschlossene Ertraunterstützung auf 5 Wochen in Kraft. Bügeln, mit Borderteile einbügeln Obgleich gerade der Verband der Buchdruckerei- Hilfs- Ausfertigen, Staffieren, Riegel, Haken und arbeiter mit zu den von den Folgen des Krieges am heftigsten Desen. betroffenen Organisationen gehörte, konnte der Vorstand sich zu dieser Ausdehnung der Unterstüßung entschließen, weil die in Arbeit stehenden Mitglieder des Verbandes eine echt follegiale Hilfsbereitschaft zeigten und gern und freudig ihre Solidarität bekundeten. Berlin und Umgegend. mäntel M. 30 -, 50 -, 50 -, 40 -, 80 -, 70 --, 60 -, 30 -, 40 -, 25 -, 10 , 10 -, 20 -, 70 -, 70 , 30 Hafen ld. Seite , 35 -, 30 25 -, 25 , 60 -, 70 -, 70 -, 80 1,58 <-20 1,70 -, 20 Kragen auffezen und Kanten steppen...—, 15 Hermeleinfegen mit Achfelfutter auffezen Knopflöcher Bügeln. Knöpfe annähen Gardeligen sind ertra zu bezahlen. Litewka. Einrichten. Taschen. Zusammenseßen mit Schoßtaschen Futter machen mit verdeckter Leiste Kante machen und Futter einsetzen Hafen einsetzen und Taschenriegel Aermel machen -, 50 M. 2 <-, 40 -, 60 , 25 , 80" P H 1, 25 " -, 50 " , 20 " P -, 30 " Knopflöcher -, 25 Bügeln -, 60 " Ausfertigen, Staffieren, Riegel, Hafen u. Desen Knöpfe annähen. -, 65 M , 15 Kragen machen einschl. Bügeln und Spange Sragen aufießen und Kante steppen. Aermel einsetzen einschl. öffin. in Die Einfeßer nahmen am Sonntag den Jahresbericht ihrer Branchenkommission entgegen. Der Bericht läßt erkennen, daß die Tätigkeit der Kommission sowie das Versammlungsleben im ersten Halbjahr rege waren. Mit dem Ausbruch des Krieges hat sich aber das Bild geändert. Die geschäftliche Situation, die im Baugewerbe ohnehin ungünstig war, verschlechterte sich noch mehr. Die Arbeitsgelegenheit im Beruf war so gering, daß viele Einsetzer in anderen Erwerbs zweigen Arbeit suchen mußten. Bei Schanzarbeiten, in der Stellmacherei, auch in der Sattlerei fanden sie zum Teil Beschäftigung. Die Folge davon war natürlich, daß der Besuch der EinsetzerFür Hosen sind die Teilarbeitslöhne nicht mit den Zwischenbersammlungen und das Interesse an den eigenen Berufsangelegen- meistern vereinbart, jedoch bitten wir unsere Mitglieder, entheiten erheblich zurüdging und das Tätigkeitsfeld der Kommission sprechend den nachstehend aufgeführten Löhnen Bezahlung zu vers auf diese Weise eingeengt wurde. Da namentlich die Bezirksver- langen: fammlungen in lezter Zeit mangelhaft besucht waren, lag von einem Bezirk der Antrag auf Einstellung der Bezirksversammlungen vor, den die Versammlung aber ablehnte. Während der Kriegszeit sollen jedoch keine Bezirksversammlungen abgehalten werden, weil sie jetzt feinen Erfolg versprechen. Die statutenmäßige Neuwahl der Kommission wurde dadurch erledigt, daß die Versammlung die bisherigen Kommissionsmitglieder mit der Fortführung der Geschäfte betraute. Teilakkordlöhne für Militärarbeit. Jufolge der vielen begründeten Klagen von Heimarbeite rinnen wegen ungenügender Be zahlung ist zwischen dem Arbeit geberverband für das Damenschneidergewerbe Deutschlands und dem Berband der Schneider, Schneiderinnen und Wäschearbeiterinnen Deutschlands folgende Vereinbarung über die Beza hlung der Teilarbeiten zustande gekommen: B Todes- Anzeigen B Dem Andenten unserer auf dem Kriegsschauplaß 209/8 260/3 gefallenen Genossen! In den Stämpfen im Dften fiel unser Genoffe Krauza Annenstraße 12. Bezirk 225. Sozialdemokr. Wahlverein f. d. 3. Berliner Reichstagswahlkr. Am 12. Dezember 1914 fiel in Rußland durch Kopfschuß unser Genoffe Hermann Wießner Scharnweberstr. 147. Sozialdemokrat. Wahlverein Niederbarnim. Bez. Reinickendorf- West. An seinen schweren Wunden verstorben ist am 27. Dezember 1914 im Feldlazarett in Sanidi in Polen unser Genosse 260/2 Friedrich Schulz Alt- Stralau 46. Sozialdemokr. Wahlverein Niederbarnim. Bezirk Stralau, Am 25. Dezember fiel auf dem Schlachtfelde in Frankreich unser Parteigenosse, der Gärtner 194/10 Friedrich Weber. Sozialdemokratischer Wahlverein Wilmersdorf. Sozialdemokratischer Wahlverein 1. d. 4. Berl. Reichstagswahlkreis Stralauer Viertel. Bezirk 327. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Genosse, der Arbeiter Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Einäscherung unser es lieben 28 Emil Nowy Bernhard Stepputat fagen wir allen Beteiligten, insMemeler Str. 4, gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Dienstag, nachmittags Uhr, von der Halle des Zentral- Friedhofes in Friedrichsfelde aus statt. Im rege Beteiligung ersucht 219/2 Der Vorstand. Danksagung. besondere Herrn Walded Manasse für die ergreifenden Worte, tiefgefühlten Dant. Elise Warsow. Gebrüder Nowy. Für die herzliche Teilnahme bei der Für die vielen Beweise herzlicher Beerdigung meiner lieben Frau, Teilnahme und die vielen Stranz unserer guten Mutter sagen wir spenden bei der Beerdigung meines allen Freunden und Bekannten sowie lieben Mannes Fritz Golz dem Wahlverein des 6. Streises, Befage ich allen Verwandten und Bezirk 616, den Kollegen der Firma faunten sowie dem Gesangverein" Cyklop" und dem Gesangverein Anatreon", dem sozialdemofr. Wahl- Gesundbrunner Harmonic" unsern berein, dem Verband der Freien Gast besten Dank. " " 104A und Schankwirte Deutschland und Im Namen der Hinterbliebenen dem Berein Berliner Restaurateue meinen herzlichsten Dank. 859b Frau Witwe Luise Golz. Blanujer 95. Otto Czmock. Stepperin Biese einsetzen Handarbeiterin. Bügeln Einrichten Knopflöcher. Landsturmhose Hose mit Biese 1,25 1,35 -, 15 -, 90 1, -, 55 , 60 ---, 10 , 11 -, 05 -, 08 Mit dem Berliner Gewerbegericht ist eine Verständigung dahin erfolgt, daß wegen aller Streitigkeiten für Militärarbeiten, die am Berliner Gewerbegericht gebildete Schlichtungskommission angerufen werden soll. Es ist daher zunächst weder das Jnnungsschiedsgericht, noch das Gewerbegericht direkt zuständig, sondern es soll durch Ver mittelung des Verbandes der Schneider und Schneiderinnen, Sebastianstr. 37-38, die Schlichtungskommission angerufen werden. Der Verband der Phantasiewestenfabrikanten hat infolge der Bemühungen des Schneiderverbandes fich bereit erklärt, mit Wirkung vom 1. Januar an wieder die tariflichen Löhne zu zahlen. B Oskar Wollburg Trauer Magazin Berlin N., Brunnenstraße 56. Große Auswahl in schwarzer Konfektion; auch einz. Röcke, Blusen, Hüte etc. Anfertigung nach Maß in 12 Stunden. 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Ein Redner sprach sich für Kündigung aus, während von anderer Seite erklärt wurde, daß sowohl der Vorstand als auch die Schlichtungskommission und die Vertrauens männerfonferenz sich gegen die Kündigung ausgesprochen hätten und die ganzen Verhältnisse so liegen, daß es besser sei, wenn man in dieser Zeit von einer Lohnbewegung absehe. Die Versammlung be schloß, daß eine besondere Versammlung einberufen werde, die sich speziell mit dieser Frage befassen solle. Deutsches Reich. Kriegsopfer aus Gewerkschaftskreisen. Wöchentlich 60 Opfer seiner Kollegen als Opfer des Krieges zu haben, gibt der Buchdruckerverband an. Der Gemeindearbeiterverband schreibt: Woche für Woche verbluten 25 bis 30 Kollegen auf den Schlachtfeldern. Aus der Frauenbewegung. Kindererziehung. In manchen Parteifreisen besteht die irrige Auffassung, daß alle schiefen und falschen Urteile über die Sozialdemokratie durch den gegenwärtigen Krieg im Bürgertum weggewischt worden seien. Man ist dort nur etwas vorsichtiger in seinen Aeußerungen ge= worden. Nur selten wagt eine Stimme, offen heraus die alten, aber darum nicht weniger törichten Vorwürfe zu wiederholen. So findet sich in dem„ Oeffentlichen Anzeiger für den Kreis Kreuznach" vom 9. Januar einen Artikel über„ Kindererziehung", in dem es heißt: Wer einen Blick für das ihn umgebende tägliche Leben hat, der kann es unmöglich übersehen, daß die heranwachsende Jugend, trotz der Jugendpflege, sich zuweilen in einer Art und Weise gehen läßt, die nicht mehr schön ist. Hier handelt es sich um Prügeleien, dort wird versucht, Pferde scheu zu machen oder Tiere zu quälen, hier hört man Schimpfworte oder unflätige Redensarten, dort fieht man kleine Knirpse Zigaretten rauchen. Was aber das Schlimmste ist, oft vermißt man die Achtung vor hochgestellten Leuten, die Achtung vor dem Alter und vor den Damen. Daß diese Vorkommnisse in hohem Grade ungesund sind, liegt auf der Hand, und daß ein solches Gebaren nachteilig auf das ganze Boff mirten muß, falls ihm nicht rechtzeitig gesteuert wird, ist leicht einzusehen. Niemals hätte die Sozialdemokratic fo anwachsen fönnen, wenn nicht die Achtung vor dem Gesetz und der Obrigkeit sowie vor der bestehenden Ordnung infolge der bösen Drachenfaat von Wühlern und Hezern bei vielen in ihr Gegenteil umgeschlagen wäre. Daß dies möglich war, ist nur auf einen Mangel an Erziehung zurückzuführen Darum, wer Freude an seinen Kindern haben will, so daß fie ihm selbst zum Segen werden, der muß mit seinen Kindern leben und sie im Glauben an Gott sotie in Liebe, Achtung und Ehrerbietung gegen die Eltern, Lehrer usw. erziehen. Auf solcher Grundlage, auf solchem Boden wächst kein Sozialdemo krat und fein Verächter von Gesez und Ordnung; auf solchem Boden gedeihen aber das deutsche Mädchen, die deutsche Frau und Mutter, denen in inniger Liebe zum Vaterlande kein Opfer zu schwer, zu hoch und zu teuer ist; auf solchent Boden wächst der Mann, der jederzeit bereit ist, mit dem letzten Blutstropfen für die Größe, den Ruhm und die Ehre seines Vaterlandes einzutreten, und der sterbend noch ausruft: Hoch Tebe Se. Majestät der Kaiser!" Der Verfasser ist ein Lehrer. Kaufgesuche. Platinabfälle, Goldsachen, SilberTel. Mpl. 346 faden. Verkäufe. Teppiche( Farbenfehler) enorm billig. Gardinen, Steppdeden direkt Fabri!. Mauerhoff, Große Frantfurterstraße 9, parterre. Borwärts". leser 6 Prozent. 68 Pelzftolas! allerart jezt Räu mungspreise! Bettenverlauf. Herren garderobe. Brachtteppiche. Gardinenauswahl. Steppdecken. Tischdecken. Aussteuerwäsche. Uhrenverkauf. Schmucksachen. Spottbillig! 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Fiisilier-Regi- menter Nr. 2. 3. 4. 5, 6, 9, 12, 13, 14, 16, 17, 18, 23. 31, 32, 34, 35, 38, 41, 42, 43, 44, 46, 49, SS. S6, S8, 62, 64, SS, 67. 70, 71, 72, 74, IS, 76, 84, 87, 92, 93, 96, 97, 98, 99, 109, 110, 112, 113, 115, 116, 129, 131, 132, 135, 136, 140, 141, 144, 147, 148, 151, 152, 153, 156, 162, 165, 168, 170, 172, 174, 175, 176; Regiment Keller des Detache- ments v. Westernhagen; Res.-Jnf.-Regimenter Nr. 2, 3, 6, 10, 11, 12, 18, 20, 22, 23, 31, 32, 34, 35. 36, 38, 51, 55. 61, 66. 69, 71, 76, 79, 83. 86, 94, IIS, 204, 205, 208, 211, 213, 217, 233, 236, 237; Res.-Ersatz-Regimenter Nr. 3, 4; Landw.-Jnf.-Regimenter Nr. 4, 12. 18. 21, 31. 33, 37, 47. SS, 61. 66, 73. 75. 76, 77, 81, 84; Ueber- planmäßige Landw.-Jnf.-Bataillone Nr. 2 und 6 des 4. Armeekorps; Brig.-Ers.-Bataillone Nr. 8, 28. 35. 36 u. 38 lNr. 36 u. 38 s. Res.- Ers.-Reg. Nr. 4), 41, 42; Landw.-Brig.-Ers.-Bat. Nr. 38; Landst.» Bataillone Braunsberg II, Deutsch-Eylau ll, Marienburg, Neisse, II. Neustrelitz, Preutzisch-Stargard, Thorn, Tilsit l; Jäger-Bataillone Nr. 1/3; Res.-Jäger-Bataillone Nr. 1, 2, 4, 15, 22. Kürassiere Nr. 3; Dragoner Nr. 11; Husaren Nr. 8; Ulanen Nr. 9, 15; Res.-Ulanen Nr. 2; Jäger zu Pferde Nr. 2, 6; Feld- kavallerie-Reg. Nr. 1 des 6. Armeekorps. Feldarü-Regimenter Nr. 3, 11, 15, 17, 19, 47, 71, 72, 74, 75, 76, 79, 80, 84; Res.-Feldart.-Regimenter Nr. 12, 13, 14, 15, 46, 47. Fußart.-Regimenter Nr. 5, 7, 8, 10, 13, 15, 16, 18; Res.-Fußart.° Regimenter Nr. 13, 15, 16, 17. Pionier-Regimenter Nr. 20, 23, 24, 29, 30; Pionier-Bataillone: Garde-Ersatz, II. Nr. 2, I. Nr. 3, I. Nr. 6, I. Nr. 9, II. Nr. 11, U. Nr. 14, L Nr. 16, I., II. u III. tWeber) Nr. 16, I. Nr. 17, T. Nr. 21, I. Nr. 28, t. u. II. Nr. 27, I. Nr. 28; 43. u. 52. Res.- Komp.; 2. Landw.-Komp. des 18. Armeekorps; Scheinwerferzug des GsrdekorpS. Eisenbahn-Baukomp. Nr. 17; Etappen-Telegraphen-Direktionen Nr. 6 u. 7; Fernsprechabteilungen des 1. Reservekorps; Etappen- Kraftwagen-Kolonnen Nr. 2, Nr. 9. der 3. Armee u. Nr. 23; Etappen- Kraftwagenpark der 1. Etappeninspektion. Nes.-Jnf.-MunitionSkolonne Nr. 49 a. 62; Res.-Art.-MunitionS- kolonne Nr. 62. ArmierungS-Bataillone. SanitätS-Komp. Nr. 2 de« Garde-ReservekorpS. Nr. 1 des 1, Armeekorps. Nr. 1 deS 4. Armeekorps, Nr. 2 des 17. Armeekorps, ?.r. 2 der Division Fuchs; Kriegs-Lazarett-Abt. Nr. 47 der Etappen- 'nipektion Berlin; Feldlazarett Nr. 6 deS 8. Armeekorps; Res.-Feld- lazarette Nr. 29, Nr. 50 deS 4. Reservekorps und Schneidemühl. Garde-Train-Ersatzabteilung; Train-Ersatzabtcilung Nr. 2; -rram-Abteilung Nr. 4; Garde-Divifions-Brückentrain Nr. 3. *• <.? ü rt t e m b e r g i s ch e Verlustliste Nr. 90 bringt Verluste Res.'Jnf..Reg. Nr. 119; Jnf.-Reg. Nr. 121; Res.-Jnf.-Reg. Nr. �r- m'' Jm.-Reg. Nr. 180; Res.-Feldart.-Reg. Nr. 26 u. �, Ferbart.-Reg. Nr. 65; Pionier-Bat. Nr. 13; 2. Sanitäts-Komp.; ö.'vcmnats-Komp. die Sackermeister unö das Nachtbackverbot. Eine Protestversammlung der Bäckermeister Groß-Berlins gegen dw neue Bundesratsverordnung, besonders das Verbot der Nacht- arbeit, war in den letzten Tagen in der Presse angekündigt worden. Die Versammlung fand am Montagabend im Konkordiasaal statt, der bis auf den letzten Platz von einer gedrängten Teilnehmerschaft ge- füllt war. Auch eine Anzahl auswärtiger Vertreter von Bäcker- nieisterorganisationen, sowie anderer mit ihnen sympathisierender Vereine waren anwesend. Die Versammlung trug jedoch einen anderen Charakter, als man nach den vorhergegangenen Aeußerungen in der Presse erwarten konnte. Eine Protestversammlung war es nicht. Um eS kurz zu sagen: Die Vertreter der Bäckermeister haben sich durch Rücksprache mit Regierungsvertretern überzeugt, daß die Verordnung notwendig sei, um die Ernährung des deutschen Volkes für alle Fälle sicherzustellen, und daß auf eine Zurücknahme oder eine Aenderung der Verordnung nicht zu rechnen sei. Deshalb ap- Prllieren die Bäckermeister— das war der Hauptzweck der Ber- sammlung— an die Bevölkerung Berlins, Rücksicht zu nehmen auf die schwierige Lage, in welche die Bäckermeister durch die Verordnung gekommen seien. Wie Obermeister Fritz Schmidt ausführte, gilt a.-> Nacht im Sinne der Verordnung die Zeit von 7 Uhr abends bis ' Ubr morgens, doch soll Sonntags mindestens 5 Stunden, nämlich on 7 bis 13 Uhr vormittags, gebacken werden dürfen, wie dem Ober- Meister von behördlicher Stelle versichert worden ist. ®'e übrigen Redner vom Vorstandstische führten im wesent- liehen aus, daß nach Lage der Sache nichts weiter übrig bleibe, als mit der Verordnung zu rechnen und zu versuchen, daß nicht durch beiondcre Verordnungen noch andere Härten herbeigeführt werden.— 1; hergestellten Arten von Backware wollen die Bäckermeister auch serner herstellen. Ueber die Zusendung der Frühstücksware an die Kunden stnd die Meinungen geteilt. Einige wollen es hierin beim a.ten lassen, dagegen empfahl Obermeister Schmidt, da ja die meisten Kunden zur gewohnten Frühstückszeit keine frische Backivare mehr hauen können, sollten die Bäckerläden erst um 6 Uhr morgens , und den Kunden teils am Abend frische Ware für das Frühstück am solgenden Tage zugesandt werden. �~-lie'vre'e Vereinigung der Bäckermeister hat— wie ihr Vor- sitzender P e t e r s o h n sagte— beschlossen, kein Frühstück mehr aus- tragen zu lassen. Lebhaften Beifall fand ein Redner, der das Verbot der Nacht- arbeit mit Freuden begrüßte und die Hofft, ung aussprach, daß es auch nach dem Kriege bestehen bleibe, weil die Abschaffung der Nacht- arbeit ein sozialer Fortschritt sei und weil dadurch die Leistungs- fähigkeit der großen Brotfabriken, aber nicht der Kleinmeister ein- geschränkt werde.— Andere Redner meinten, durch die Verordnung werde die Herstellung von Weißwaren so eingeschränkt, daß es für viele Kleinmeister gleichbedeutend sei mit dem wirtschaftlichen Ruin, denn nur an der weißen Ware, aber nicht am Brot könne der kleine Meister etwa» verdienen.— Ferner wurde betont: Es sei eine Ver- schwendung und widerspreche deshalb dem Zweck der Verordnung, wenn Hausfrauen, wie das in den letzten Tagen sehr häufig geschehen '"...große Vorräte von Weizenmehl ankaufen, die doch verderben müssen ehe sie verbraucht werden können. Obermeister Schmidt erklärte: Im Hause hergestellte Kuchen werden die Bäckermeister nicht mehr zum Ausbacken annehmen. Ferner wurde ausgeführt, die jetzt vorgeschriebene Mehlmischung se, nicht so ausgiebig wie reines Mehl. Tie neue Ware werde also kleiner aussehen als die bisherige. Man möge deshalb nicht die, Bäckermeister der Ausbeutung des Publikum» beschuldigen. Schließlich wurde die folgende Resolution einstimmig an- genommen: Dia Versammlung bedauert, daß eine so tief einschneidende Verordnung, wie es die Abschaffung der Nachtarbeit ist, in einer das Bäckerhandwerk so bedrückenden Zeit erfolgen mußte, wo doch so viele Betriebsinhaber, besonders aber die Frauen der im Felde stehenden Kollegen sich denselben kaum anzupassen vermögen. Die versammelten Bäckermeister ersuchen deshalb die Regierung, während der Ueberganszeit Milde walten lassen, und bitten das Publikum, auf den schwer sich durchringenden Bäckermeister Rück- ficht zu nehmen.— Die Innungen sehen es als ihre vornehmste Pflicht an, die Frauen der im Felde stehenden Kollegen bei der Ausführung der Verordnung auf jede Weise zu unterstützen und bitten auch das Publikum, auf diese Frauen besonders Rücksicht zu nehmen. Mit derselben Tagesordnung wird sich auch eine Versammlung der Gesellen beschäftigen, die heute nachmittag 4 Uhr in Kellers Fest- sälen, Koppcnstratze, stattfindet. /tos Groß-öerlin. Glühwürmchen. Frühmorgens im winterlichen Berlin. Noch liegt der Riesenleib in gemächlicher Ruhe. Nur hier und da reckt und streckt er, wie im letzten Traum, die mächtigen Glieder. Trübe flackern ein paar Gaslampen, in großen Abständen da und dort eine. Berlin ist„helle", aber auch sparsam. Im Winter früh um fünf oder sechs wäre es Luxus, die Straßen glänzend zu erleuchten. Und in Kriegszeiten wird doppelt gespart. Durch die Stille des Morgens klingt dumpf das Rattern der ersten Stadtbahn- und Vorortzüge. Wie feurige Schlangen winden sie sich im Winternebel hin, dicht- gefüllt mit den Bataillonen der werktätigen Arbeit. Lawinen- gleich, lautlos und doch hurtig quillt's aus den Portalen, ein schwarz flutender Strom fleißiger, schweigsamer Menschen, und alle zwei bis drei Minuten wiederholt sich, wie die Arheit einer Maschine, dasselbe Schauspiel. Dichtgefüllt sind auch die aus dem Morgendunkel grell leuchtenden Früsswagen der Elektrischen. Der erwachte Großstadtriese meldet sich... eine Fabrik- pfeife gellt... wieder eine... noch eine. Tie schwarzen Punkte auf den Straßen bewegen sich hastiger, verschwinden hinter den Mauern, für ein Weilchen ist der Morgenverkehr abgeflaut. Lichtbündel glänzen auf hinter den Fabrikfenstern, glühend stieben die ersten neuen Funken aus den Essen, lang- sam beginnen die Maschinen ihren gleichmäßigen Takt. In tiefem Dunkel ruhen noch die meisten Wohnhäuser. Nur aus den Milch- und Bäckerläden fallen schüchterne Lichtstreifen auf das schlummernde iAtraßenbild. Und zwischen den Elektri- schen, den zur Werkstatt pendelnden Arbeitsmenschen huscht es von Haus zu Haus, trepvauf und treppab, geschäftig trippelnd hin und her... flimmernde Glühwürmchen im Wintermorgen der schlaftrunkenen Großstadt. Jahrzehntelang war es. so. Mit dem immer mächtiger schwellenden Riesenleibe Frau Berolinas mehrten sich auch die Glühwürmchen, die der erwachenden Riesin ihre erste Atzung brachten. Und nun soll es mit einem Male anders werden. Der Krieg erst mußte kommen, um Bresche zu legen in groß- städtische Gewohnheiten, die unverrückbar schienen. Tage- lang schon ist Unruhe eingekehrt bei den Lämpchen, die dem Heere der Frühstücksausträger den dornenvollen Morgenweg erleuchten. In Gruppen finden sie sich debattierend zu- sammen, die alten Weibchen und auch manche„Jungschen", die sich mit dem Austragen frischer, duftender Backware ihr eigenes erstes Frühstück verdienen und noch ein paar Groschen dazu. Viel war's ja nie, was das Geschäft einbrachte, aber über die ersten Nahrungssorgen des grauenden Tages kamen ganze Familien hinweg. Untröstlich sind die Veteraninnen des Frühstücksbeutels. Auch das noch mußte ihnen der Krieg nehmen I Und beneidet werden die„Kolleginnen von der Presse", denen es noch er- laubt ist, als wandelnde zweibeinige Glühwürmchen den lese- hungrigen Berlinern nach wie vor die freilich stark abge- inagerte Morgenzeitung auf den Kafseetisch zu legen. „Wat nutzt det Jammern," sprudelt die immer resolute Müllern,„da is doch nu mal nischt zu machen I Habt Ihr denn jar keen Verständnis dafor, det et in so'ne schwere Zeiten ooch mal'ne Weile ohne de warme Semmel sehen muß? Nee. so schlimm, wie et aussieht, is et nich. Et is noch kccner jestorben von'ne altbackene Semmel, die nich knusperig war. Un schließlich wird sich det jeehrte Publikum daran jewöhnen, det die Semmeln schon von jestern sind. Jejessen Verden se doch... verlaßt Euch druff!" Spxachs und trollte sich unter dem Lachen der Kolleginnen ins nächste Haus. Bekanntmachung. Das Oberkommando in den Marken erläßt folgende Be- kanntmachirng betreffend die t c i l w ei sc Aufhebung der Bekanntmachung des O b c r k o m in a n d o s v o in 23."November 191 1: Im Anschluß an die Bekannt- machung des Herrn Reichskanzlers über die Bereitung von Backwaren vom 5. d. Mts.(R. G. Bl. S. 8) setze ich die Ziffer I meiner Bekanntniachung vom 23. Noveniber 1914— O. 8147—(Verbot des Ausbackens weißer Ware in der Zeit von 2 Uhr mittags bis 8 Uhr abends) vom 13. I o n u a r d. I. ab außer Kraft. Dagegen bleibt Ziffer II meiner Bekanntmachung vom 23. November 1914(Verbot des Ausstellens von Brot in Gast-, Schank- und Speisewirtschaften) unverändert in Kraft. Der Oberbefehlshaber in den Marken. gez.: von Kessel, Generaloberst. Ter Beschäftigungsgrad in Berlin. Nach dem vom Slatistischen Amt der Stadt Berlin soeben der- öffenllichten Bericht über den Beschäftigungsgrad hat in dem mit Rücksicht auf die vergangenen Festtage diesmal ausnahmsweise zwei Wochen umfassenden Beobachtungszeitraum eine nicht unerhebliche Abnahme der Zahl der versicherungspflichtigen Personen stattgefunden. Dabei. handelt es sich indessen nur um eine in dieser Zeit regel- mäßig wiederkehrende Erscheinung, indem teils zum Zwecke der Dampfkesselreiiiigung, teils wegen der Beftandaufnabme am Schlüsse des Jahres Arbeiterpersonal vorübergehend abgemeldet wird, während zugleich auch der Ablauf des Weihnachtsgeschäftes zu Entlassungen des AuShflföpersonalS führt. Schon bei den der Aufsicht des Berliner Magistrats unterstellten Krankenkassen sank die Zahl der versicherungspflichtigen Mitglieder im Dezember 1912 um 27 240 oder 3,28 Proz., im Dezember 1913 um 25 788 oder 3,21 Proz. Die Abnahme bei der um etwa( größeren Vergleichszahl für 236 Krankenkassen Groß< Berlins bc- ziffcrt sich für die Zeit vom 19. Dezember 1914 bis zum 2. Januar 1915 auf 20119 oder 1,88 Proz. Da bis zu dem letztgenannten Dezemberzeftpunkt sortdauernd Zunahme des Beschäftigungsgrades stattgefunden hat, so ergibt sich für den ganzen Monat Dezember diesmal eine noch viel geringere Abnahme, als nach den Erfahrungen der beiden letzten Jahre zn erwarten war. Gleichwohl haben einige Gewerbegruppen eine Zunahme aufzuweisen, insbesondere die Metall- und Maschinen« industrie, bei der die Steigerung 1384 oder 0,76 Proz. beträgt. Aus den dem Bericht gleichfalls zu entnehmenden Angaben über die Zahl der bei 41 Verbänden der freien Gewerkschaften ermittelteir Arbeitslosen ergibt sich eine Steigerung von 14 999 am 21. De- zember 1914 auf 15 334 am 4. Januar 1915, d. i. um 336 oder 2,23 Proz., darunter bei den Holzarbeitern um 220, bei deir Maurern um 79. Dagegen ist eine Abnahme festzustellen u. a. bei den Lithographen um 34, bei den Bildhauern um 64, wo sie aller- dings wesentlich auf den Uebergang zu anderen Berufen zurückzu- führen sein dürfte._ Abschluß der Berliner Stadthauptkasse für 19111. Die Stadthauptkasse schließt mit einem Gesamtüberschuß von 1 290 106,44 M. ab.— Der im Vergleich zu den Vor- jähren geringe llcberschuß ist im wesentlichen ans Minder- einnahmen von 2 332 308 M. bei den Steuern zurückzuführen. Hieran sind u.a. beteiligt die Gewerbesteuer mit 412 544 M.. die Ilmsatzsteuer mit 1 342 746 M. und die Kinematographen- usw. Steuer mit 332 532 M. Die Gaswerke schließen Haupt- sächlich infolge größerer Abschreibungen mit einem Minderertrage von 1 112 880 M. ab. Für die Armen- Verwaltung mußten 1 283 264 M. und für die Bauverwaltung 817 820 M. mehr aufgewendet werden, als im Etat vorgesehen. Die Kapital- und Schuldenverwaltung schließt gegenüber dem Etat um 3 685 455 M. günstiger ab. Die Fertigstellung des Gesamtabschlusses hat sich infolge Einberufung vieler Beamten zu den Fahnen verzögert.__ Kurse der Arbeiterbildungsschule im 4. und 5. Wahlkreis und in Lichtenberg. 4. und 5. Kreis. Freitag: Die wissenschaftlichen Grundlagen der modernen Arbeilerbcwegung. Sechs Vorträge. Erster Vortrag am Freitag. den 6. Februar 1916, abends ft29 Uhr. Vortragender: Dr. Hermann D u n ck e r. Der Kursus findet im Lokal von Heinrich, Große Frankfurter Straße 30, statt. Für diesen Kursus haben die im 4. und 6. Wahlkreis zum Vorverkauf gelangenden Berechtigungskarten Gültigkeit. Die Karten sind bei den Bezirksführern und im Bureau des Wahlvereins des 4. Berliner ReichstagSwahlkreiseS, Stralausr Platz 10/11, zu haben. Preis der Karte 50 Pf. * Lichtenberg. Sonntag: Wirtschaftsgeschichte. Von der Urzeit bis zum Kapitalismus. Acht Vorträge. Erster Vortrag am Sonntag, den 31. Januar 1915, vormittags 10 Uhr. Vortragender: Wilhelm Reimes. Der Kursus findet im Cafs Bellevue, Lichtenberg, Haupt- stratze 2, statt. Für diesen Kursus haben die in Lichtenberg und den benachbarten Bezirken des Kreises Niederbarnim zum Vorverkauf gelangenden Berechtigungskarten Gültigkeit. Die Karten find bei den Bezirksführern in Lichtenberg und den benachbarten Bezirken deS Kreises Niederbarnim zu haben. Der Gesamtlehrplan der Schule ist erschienen und liegt auf den Zahlabenden aus. Städtischer Speisekartoffelverkauf. Ter Verkauf von Speisekartoffeln durch die Stadt Berlin beginnt am heutigen Dienstag und findet zu den üblichen Marktzeiten in folgenden Markthallen statt: Zcntralmarkthalle in der Dircksenslraße(Stadtbahnbogen 126), Markthalle II Friedrichstr. 18, Markthalle V Magdeburger Platz, Markt- Halle VI Ackerstraße, Markthalle VII Dresdener Straße, Markthalle VIII Andreasstraße 56, Markthalle IX Pückler- straße 54, Markthalle X Arminiusplatz(Moabit), Markt- Halle XI Marheinekeplatz, Markthalle Xm Wörther Str. 45, Markthalle XIV Schönwalder Stratze 19. Weniger als fünf Pfund werden nicht abgegeben; der Preis für den Zentner beträgt 3,30 M. Außerdem findet ein Verkauf von Speise- kartoffcln durch die Verwaltung der städtischen Güter statt, und zwar in Mindeslmengen von 80 Zentnern zum Preise von 3 M. für den Zentner bei Lieferung ins Haus und in Mindestmengen von 50 Zentnern zum Preise von 2,85 M. für den Zentner ab Lager. Der Verkauf findet nur gegen Barzahlung und gegen Entnahme von Verkaufsscheinen statt, die in der Zeit von 8 bis 1 Nhr im Stadthaus in der Kloster- straße(Zimmer 332) zu beziehen sind. Die Verkaufsstellen sind durch Schilder und Plakate kenntlich gemacht._ Rückgang der Kindcrspeisung. Die Schulspeisung erfolgt bekanntlich in Berlin vom Verein für Kindervolksküchen gegen Bezahlung für jede Portion durch die Stadt. Im November betrug die Zahl der verausgabten Speisemarken an Schulkinder 587 429, während im Dezember 521 992 Speisemarken an diese Kinder verausgabt würben, also 65 437 Portionen weniger als im November. Der Rückgang ist sicher auf bessere Beschäftigung der Eltern der Kinder zurückzuführen. Es zeigte sich, daß zahlreiche Ellern ihre Kinder die Schulspeisung nicht mehr in Anspruch nehme» lassen, sobald sie ihrer nicht mehr bedürfen. Zwei Arbeiter bei eine»« Gerüsteinsturz schwer verletzt. Ein schwerer Unglücksfall hat sich am gestrigen Montag, vor« mittags 11 Uhr, auf dein Lagerplatz der Hvlzgroßhandlung Dav. Francke Söhne in der Hoffmannstr. 11/20 in Treptow ereignet. Dort waren Arbeiter damit beschäftigt, einen Schuppen abzureißen, der auf einer anderen Stelle lvieder aufgebaut werden sollte. Di« Leute arbeiteten auf einem auf Blöcken ruhenden Brettergerüst und hatten einen Balken des niederzureißenden Schuppens so gegen da? Gerüst gelehnt, daß er weit vorstand. Als nun ein Kutscher mit seinem ArbeitSfuhrwrrl an dem Gerüst vorbeifahren wollte, stieß der Wagen gegen den vorstehenden Balken. Das Kantholz stemmte sich gegen die Bretter des Gerüstes und schob sie von den Holzblöcken herunter. Dabei wurden die Arbeiter Henning aus der Schwedter Straße und Kohord aus der Krossener Straße in Lichtenberg mit in die Tiefe gerissen. Kohord erhielt ei« fhwere Verlegung des Rückgrats, Henning schwere innere Ver- 1$ 248a in etivas zu berüdsichtigen. Dieser Paragraph lautet: bereits wieder in Torgau bei der Gefangenenkommandantur einlegungen. Die beiden Berunglückten erhielten von einem hinzu. Wer aus Not geringwertige Gegenstände entwendet oder geliefert worden. gerufenen Arzte die erste Hilfe und wurden dann in einem Stranten unterschlägt, wird mit Geldstrafe bis zu 300 M. oder mit Gewagen nach dem Krankenhause Bethanien gebracht. Das Befinden fängnis bis zu 3 Monaten bestraft." Dieser Paragraph kam der beiden Arbeiter ist bedenklich. gestern einer Frau Prenge zugute. Schwindler in Uniform. " Ein Aufschneider. Der Barbier Heinrich Sander aus Einbed in Hannover war als Sanitäter einige Monate im Felde gewesen und kehrte vor einiger Sie hatte sich unter der Anklage des Diebstahls im Rückfalle Zeit zurück. Als Barbier erzählt er gern, aber jegt ließ er seiner vor der 8. Straffammer des Landgerichts I zu verantworten. Es In hiesigen Nachtlokalen fiel ein Feldwebelleutnant, der mit handelte sich bei dem Diebstahl nur um Kleinigkeiten: um ein Phantasie die Zügel etwas zu ſehr schießen und schmückte seine Erdem Eisernen Kreuz erster und zweiter Klasse geschmüdt war, un- Storsett und eine Untertaille von unbedeutendem Werte. Die Ange- lebnisse so aus, daß sich die Polizei ins Mittel legte. Sander mußte liebsam auf. Der Mann prahlte mit seinen Heldentaten in einer flagte hatte, wie sie unter Tränen zugab, diese beiden Sachen einem denn auch zugeben, daß er nicht nur sehr übertrieben, sondern auch Weise, die einem wirklichen Helden ganz fern liegt. Auch sonst war geflagte ist Mutter zweier Kinder, ihr Ehemann steht im Felde, ichen Volkswillen" lesen, aufgegeben, öffentlich im„ Tageblatt" folWeise, die einem wirklichen Helden ganz fern liegt. Auch sonst war mit ihr zusammen wohnenden Mädchen weggenommen. Die An- frei erfunden habe, und es wurde ihm, wie wir im hannoversein Gebaren wie die Art, mit" Damen Bekanntschaften anzu- sie befindet sich in gesegneten Umständen und hatte, wie sie glaub- gende Erklärung abzugeben:" Die von mir an einigen Biertischen Inüpfen, nicht sehr schön. Der Krieger erzählte, wie er acht Schlachten haft versicherte, mit der Not der schweren Zeit zu fämpfen. Das über die Kriegslage unüberlegt gemachten Aeußerungen vermag ich mitgemacht, eine französische Fahne erobert und andere Heldentaten Storiett hatte die Eigentümerin inzwischen zurückerhalten, die nicht aufrecht zu erhalten. Sie sind unrichtig. Uebrigens ausgeführt habe, bis er verwundet worden sei. Die Kriminal- Untertaille will die Angeklagte zerrissen und zu anderen Zwecken nicht aufrecht zu erhalten. polizei sah ihn sich genauer an und stellte ihn jetzt als Schwindler verwendet haben. Die Sache lag für jie insofern schlimm, als sie halte ich mich auch außerstande, mir über die Lage Heinrich Sander, feft. Der vermeintliche Feldwebelleutnant entpuppte sich als ein in der Zeit ihrer früheren Dienstmädchentätigkeit zwei fleinere ein richtiges Urteil zu bilden. Musketier von Hoeren, der auf teine einzige Heldentat zurüd- Diebstahlsvorstrafen erlitten hat, mithin straffchärfender Nüdfall Barbier." Diese Erklärung wird hoffentlich allen Kriegsaufbliden tann, vielmehr als magenfrant nach Hause geschickt worden vorlag. Der Staatsanivalt war nur bereit, der Angeklagten mil- schneidern zur Lehre dienen. dernde Umstände zuzubilligen und beantragte das niedrigste zu1war und sich jezt hier als Schwindler herumtrieb. Er wohnte in lässige Strafmaß von drei Monaten Gefängnis. Das Gericht einem möblierten Zimmer in der Kurfürstenstraße, das er nicht glaubte aber mit Recht den§ 248a auch auf diesen Fall anwenden bezahlte. Seiner Wirtin hatte er vorgeschwindelt, daß er auf zu können. Das Urteil lautete auf eine Woche Gefängnis. givei Monate nach Berlin zur Fliegerabteilung kommandiert sei. Seine nagelneue Uniform mit Mantel, Degen ufiv. hat er sich wahrscheinlich auch erschwindelt. Vermutlich in hiesigen Geschäften unter der Vorspiegelung, daß sein Regiment 26" die Sachen bezahlen würde. Diese sind jetzt von der Kriminalpolizei im Zimmer 90 für die Geschäftsleute zur Besichtigung ausgestellt. Ein anderer Schwindler in Uniform hat dieser Tage auf dem Gesundbrunnen sich bemerkbar gemacht. Er erschien in der Uniform cines Unteroffiziers als Verwundeter, eine Hand in der Binde tragend und gab an, eine Wohnung mieten zu wollen. Wurde er allein gelassen, benutzte er die Gelegenheit zu Diebstählen. In einem Falle wurde er beobachtet, wie er mit der verwundeten Hand" den Gasautomaten seines Inhalts zu berauben versuchte, Man sei auf auch wie er fremde Wohnungen öffnen wollte. der Hut! Gegen schlechte Nahrungsmittel. „ Gerade in der Kriegszeit ist es durchaus notwendig, mit aller Strenge auf die Befolgung der Geseze zu dringen, die im Interesse unserer Wolfsernährung erlassen sind." Unter dieser Erwägung begründete gestern der Vorsitzende der 2. Straffammer des Landgerichts III die gegen zwei Fleischermeister erkannte einpfindliche Strafe wegen Vergehens gegen das Viehfeuchengeses. Ueber den Schlachthof des Fleischermeisters Wilhelm Kurzweg zu Weißensee war am 4. September wegen feitgestellter Maul- und Klauenfeuche die Sperre verhängt, und dies war auch durch Anschlag aut Eingang zum Hofe öffentlich bekanntgegeben worden. Wie durch die beamteten Tierärzte nachträglich festgestellt wurde, waren schon am 9. September trotz der Sperre mehrere Rinder, deren Eigentümer nicht ermittelt werden konnte, auf den Hof gebracht worden, und am 12. September wurde die Sperre durch den Fleischermeister Wilhelm Weidner in Weißensee durchbrochen, für den einige auf dem Viehhofe getaufte Rinder quf den Kurzwegschen of getrieben worden waren. Da der Angeklagte Kurzweg fchon mehrmals auf dem einschlägigen Gebiete borbestraft ist, so beantragte der Staatsanwalt gegen ihn 600 m., gegen Weidner 100 M. Geldstrafe. Unter Berücksichtigung der Gefahren, welche eine solche Uebertretung der Bestimmungen des Viehseuchengesebes nach sich ziehen kann, verurteilte das Gericht Kurzweg zu 600 M., Weidner zu 300 M. Geldstrafe. Das Urteil versette die als Zeugin vernommene Frau Weidner in solche Erregung, daß fie fich zu unziemlichen lauten Aeußerungen hinreißen ließ. Sie wurde wegen Ungebühr vor Gericht in eine Ordnungsstrafe von 20 M. genommen. Gründlich. Eine lustige Kriegsepisode erzählt der„ Nottingham- Guardian". Der Kommandant eines entlegenen Blazes in Englisch- Afrika erhielt Ende August folgenden Befehl: ,, Der Krieg ist erklärt. Laßt alle Untertanen der feindlichen Mächte in haft nehmen." Zwei Wochen später erhielten die Behörden folgende Antwort:„ Ich babe sieben Deutsche, vier Russen, awei Franzosen, fünf 3taliener, amei Rumänen und einen Ameri aner festgenommen. Ersuche um Mitteilung, mit wem wir im Krieg sind!" Parteiveranstaltungen. Erster Wahlkreis, 4. Abteilung. Mittwochabend 8%, Uyr: Bahl abend in den Corona- Sälen, Sommandantenstr. 72. Bortrag des Genossen Karl Wermuth. Dritter Wahlkreis. Für die Bezirke 227, 228, 228a und 229 findet Der gemeinschaftliche Zahlabend bei Wegener, Sembelit. 30, ſtatt, Brik. In unserem Drt findet ein gemeinschaftlicher Zahlabend im Lokal von Neye( Lindenpart), Chausseeftr. 18, ftatt. Wilmersdorf. Au Stelle der Bezirkszahlabende finden am Mittwoch, 18. Januar, Abteilungsversammlungen statt. 1. und 2. Bezirk: Biche, Teesener Str. 54. Ede Paulsborner Straße; 3., 4. und 5. Bezirk: Andreas, Pfalzburger Straße; 6., 7. und 8. Bezirk: Schilling, Lauenburger Straße; 9a. und 9b. Bezirk: Mauer, Durlacher Straße, Ede Tübinger Straße, Treptow- Baumschulenweg. Mittwoch, den 13. Januar, abends 8, Uhr: Gemeinsamer Zahlabend, für Baumschulenweg im Gesellfchaftshaus, Baumschulenstr. 78; für Treptow in Beilers Gesellschaftshaus, Am Treptower Part 20. Tagesordnung: 1. Nationalismus und Internationalismus. 2. Vereinsangelegenheiten und Verschiedenes. Reicrenten: Landtagsabgeordneter Konrad Hänisch und Gewerkschaftssekretär Franz Thurow. Schmargendorf. Mittwoch, den 13. Januar, abends 8, Uhr: Bahl abend im Restaurant Gaetsch, Warnemünder Str. 14/15. Lankwik. Mittwoch, den 13. Januar, abends 19 Uhr: Gemeinsamer Ein falscher Proviantamts- Assistent. der einen abgefeimten Schwindel mit Backmehr betrieb, wurde hinter Schloß und Riegel gebracht. Der 33 Jahre alte aus dem Rheinland gebürtige Kaufmann Karl Esser, der bis dahin in Rotterdam war, fam nach Ausbruch des Krieges nach Berlin, ließ fich hier eine Uniform eines Proviantamts- Assistenten machen und feßte nun einen großzügigen Schwindel ins Werk. Er besuchte zunächst Bäckermeister, erzählte ihnen, daß sein Schwager im Felde gefallen sei, und daß sich seine Schwester jezt gezwungen sehe, die von dem Gefallenen bisher betriebene Bäderei aufzulösen. Ihn habe die Unglückliche beauftragt, den Mehlbestand unter der Hand zu verkaufen, und so bemühe er sich, ihn in kleineren und größeren Posten bei Bäckermeistern unterzubringen. Die Meister bestellten um so lieber, als sie damit der Witwe eines Berufsgenossen zu helfen glaubten. Nach diesen Abschlüssen begab sich Esser zu Mehlgroßhändlern und kaufte hier angeblich für das Proviantamt ein. Köpenick. Der Zahlabend am Mittwoch fällt aus. Dafür findet am Seine Uniform und sein gewandtes und sicheres Auftreten verschafften ihm überall ohne weiteres Glauben. Von den MehlDiebstähle in der österreichischen Botschaft bildeten den Montag, den 18. Januar, abends 8 Uhr, im Stadttheater ein gemeinschaftgroßhändlern ging Esser zu Fuhrherren und nahm Wagen zur Absozialdemokratische Reichstagsfraktion den Kriegskrediten zu?" Referent: fuhr an. Diese leitete er dann zu den Bädermeistern, die ihm Gegenstand einer Verhandlung, welche gestern die 5. Straf- licher Bablabend statt. Tagesordnung: Aus welchen Gründen stimmte bie Bestellungen aufgegeben hatten und den vereinbarten Kaufpreis kammer des Landgerichts I beschäftigte. Wegen schweren Dieb- Genosse Zubeil. Friedrichshagen. Mittwoch, den 13. Januar, abends 81, Uhr, findet ahnungslos erlegten. Erst wenn die Mehlhandlungen mit dem stahls war der 17jährige Gymnasiast Martin Ludwig ant bet Lerche, Friedrichstr. 112, der gemeinschaftliche Bahlabend statt. Proviantamt abrechnen wollten, kam der Schwindel an den Tag. geklagt. Bohusdorf. Für unseren Drt fällt der Bahlabend morgen aus. Dafür findet Mittwoch, den 20. Januar, eine Mitgliederversammlung statt. Näheres wird noch bekanntgemacht. Falsche Fünfmarkstücke. Auf das Treiben einer Falschmünzerbande deutet das Auftauchen falscher Fünfmarkstücke. In den letten Tagen wurden wiederholt derartige Falfifitate in Umlauf gebracht, und obwohl bereits an verschiedenen Stellen Falschstüde angehalten wurden, konnte man den Fabrikanten bisher nicht er. mitteln. Die falschen Geldstücke sind den echten Münzen täuschend ähnlich nachgeahmt. Nur die Umrandung ist schlecht hergestellt. Die Falschstücke tragen das Münzzeichen A. und die Jahreszahlen 1897 und 1907. Im städtischen Obdach gestorben ist gestern ein unbekannter Mann von etwa 60 Jahren. Er wurde auf seiner Lagerstatt tot aufgefunden. Wahrscheinlich hat ein Herzschlag dem Leben des Mannes ein plöbliches Ziel gesezt. Der Unbekannte, dessen Leiche beschlagnahmt und nach dem Schauhause gebracht wurde, ist 1,70 Mieter groß, hat graues Haar und ebensolchen Schnurrbart und trug ein graues Jackett, eine dunkle Weste, eine graugestreifte Hose und Schnürschuhe. Die Leiche eines Russen wurde beschlagnahmt und zur Feststellung der Todesursache nach dem Schauhause gebracht. Es handelt sich um einen 38 Jahre alten aus Riga gebürtigen Händler Waldemar Erasmus, der in der Alten Jakobstr. 104 in Schlafstelle wohnte. Der Mann wurde vorgestern nachmittag um 6 1hr in seinem Bette liegend tot aufgefunden. Anscheinend ist er einem Blutsturz erlegen, von dem er in der vorhergehenden Nacht befallen wurde. Der Vergiftung erlegen ist der in der Schulgestraße in Bankow wohnende Ingenieur Wendt, der in der Nacht zum Sonntag fich mit seiner aus Frau und einem kleinen Kinde bestehenden Familie durch Leuchtgas das Leben nehmen wollte und in bedenklichem Zustande nach dem Krankenhaus gebracht wurde. Beim ersten Konzert des Blüthner- Orchesters am heutigen Dienstag in Neukölln, Bergstr. 147( Bürgerfäle), wirkt die Konzertfängerin Frau Brigitte Thielemann mit. Die Künstlerin bringt u. a.„ Almacht" von Schubert und„ Judiths Siegeslied" von Eyten mit Orchesterbegleitung zum Vortrag. Herr Konzertmeister Lambinon spielt das G- moll- Konzert von Bruch. In Unterstüßungsangelegenheiten für Biesdorf erteilen folgende der Gemeinde- Kriegskommission angehörenden Genossen bereitivilligst Auskunft: Alfred Daumann, Königstr. 20, und Otto Saufel, Königstr. 38. Ratsuchende wollen sich an die genannten Genossen wenden. Zeugen gesucht. Personen, welche gesehen haben, wie am 8. Dezember, nachmittags zwischen 3 und 31 Uhr, am Spandauer Schiffahrtskanal ein Radfahrer von einem Kraftwagen des Luftfchiffer- Bataillons überfahren wurde, wollen sich melden bei Frizz Steiner, Prinz- Eugen- Straße 10. Kinderveranstaltungen in Neukölln. Morgen Mittwoch: Märchenhorlesungen bei Bartsch, Hermannstr. 49, und in den beiden Jugendheimen, Idealpassage und Nogatstr. 15. Anfang 5 Uhr. Eintritt frei. Nur schulpflichtige Kinder haben Zutritt. Donnerstagnachmittag 4 Uhr Handarbeitsstunde für Mädchen und Freitag für Knaben in den belannten Lokalen. Gerichtszeitung. Diebstahl aus Not. Diebstähle eines Gymnasiasten. Der in der österreichischen Botschaft tätige Kanzleidirektor von Töply machte eines Tages die Entdeckung, daß aus einer in einer verschlossenen Schublade aufbewahrten Stahltassette fortgesetzt Geldbeträge verschwanden. Der Verdacht lenkte sich auf das Dienerpersonal, welches von nun an scharf beobachtet wurde. Ji Juli berschwanden aus dem Zimmer des Kangleidieners Borsch 120 m. und bald darauf wurden der Köchin Kerscher aus ihrer Kommode 110 M. gestohlen. Nunmehr wurde die Kriminalpolizei benachrichtigt, zumal die Diebstähle sich fortsekten und der geheimnisvolle Tater aus der Kaffette des Herrn von Löplh nach und nach etwa 1800 M. entiendet hatte. Bu allgemeiner leber raschung entpuppte sich der Dieb schließlich in der Person des jebigen Angeklagten Ludwig, des Sohnes des Botschaftspförtners. Es ergab sich, daß sich der junge Mensch mit zwei Nachschlüsseln des Nachts in die Zimmer geschlichen und dus Geld entwendet hatte. Mit seinem Raube spielte der Siebzehnjährige dann in verschiede nen Nachtlokalen den noblen Kavalier, obwohl er noch die Schulbant in der Sekunda eines hiesigen Gymnasiums drückte, aus dem er inzwischen entfernt worden ist. Mit Rücksicht auf die Jugend des Angeklagten erkannte das Gericht auf die niedrigste zulässige Strafe von 3 Monaten Gefäng nis und beschloß auch, ihn der bedingten Begnadigung zu empfehlen. Kleine Nachrichten. Eine schreckliche Drohung. Das Bestreben, fich von fremdländischen Sitten und Gebräuchen freizumachen, hat durch den Krieg einen gewaltigen Anstoß be tommen. Biele von denen, die früher nur dann den Gipfel der Eleganz erklettert zu haben glaubten, wenn sie die neueste englische Strawatte trugen, mit dem letzten französischen Westenschnitt den Neid gleichgearteter Seelen erregten, haben plöglich ihr Herz entdeckt. Mit Entsezen wendet der von ausländischem Wesen Belehrte fich von seinen früheren landesverräterischen Gewohnheiten ab. Wer einstens mit Vorliebe russischen Malofsoltaviar mit einer Flasche französischen Champagner herunterspülte, als Neubekehrter greift er zum„ schlesischen Kaviar", verschönt durch eine Flasche Grüneberger Ebelgewäch 3. Wie im leiblichen ist die Belehrung auch im geistigen Leben durchgeführt. Für alle die, die sich in der neuen Situation noch nicht richtig zurechtfinden, hat ein Vorfämpfer für das Deutschtum, ein gewiffer Franz BI and meister, unter dem Titel„ Deutsch sollt ihr sein" 25 Säge zum neuen Jahre 1915 komponiert- pardon- vertont. Unter anderem stößt der grimme Herr Blandmeister folgende furchtbare Drohung aus: d Die Fremdwörterei in Wort und Schrift wird abgeschafft! Wehe, ihr Zeitungsschreiber, Kunstrichter für Schaubühne und Schrifttum, wehe, ihr Gelehrten und Behörden, wenn ihr nach dem Jahre 1914 in eueren alten Fehler verfallt, uns mit euerem Kauderwelsch zu bedienen! Wir lesen's nicht mehr, und wir werden euch alle unter die Vormundschaft unserer deutschen Sprachgesellschaften stellen, bis ihr euch bessert; und wer sich nicht ändert, des Name kommt zum Gespött von Freund und Feind an den Pranger. Ob unsere Militärverwaltung mun in sich geht und beispielsweise den Kommandierenden General des Gardekorps durch einen Befehlenden Oberheerführer der Reib- Oberbeermacht“ ersetzt? Die Strafgesekbuchnovelle von 1912 läßt für einige Fälle Milderungen gegenüber den schweren Strafandrohungen zu. So schreibt 214 Str.G.B. als Mindeststrafe für die Straftat des einfachen Diebstahls Zuchthausstrafe von 1 Wiederergreifung entwichener Kriegsgefangener. bis zu 10 Jahren vor und läßt für den Fall mildernder Wie aus Torgau gemeldet wird, sind die in der Nacht vom Umstände Gefängnisstrafe nicht unter 3 Monaten zu. Das ist insbesondere für die Fälle, in denen Freitag zum Sonnabend aus Fort Zinna bei Torgau entwichenen französischen triegsgefangenen Offiziere, Oberleutnant eine Entwendung aus Not vorlag, oft außerordentlich Hart. 5e Moustier und Leutnant Baharte, am Sonntagabend Den Bemühungen insbesondere der sozialdemokratischen gegen 9 Uhr in Eilenburg, als fie dort aus einem Restaurant Agitation gelang es, die Fälle der Not durch einen neuen heraustraten, erkannt und festgenommen worden Sie sind! Bablabend bei Giegl, Ede Seydlik- und Kaiser- Wilhelm- Straße. Wahlsdorf a. Oftbahn. Der Zablabend für Mahlsdorf- Norb findet bei Moschinski, Lemfeftr. 188, für Mahlsdorf- Mitte bet Anders, Bahnhofstraße 37, für die Kolonie bei Laufs, Grunowstraße, und für Mahlsdorf- Süd bei Mader, Köpenider Allee, Ecke Wintlerstraße, statt. Alt- Glienicke. Der gemeinsame 8ablabend findet am Mitt woch, den 13. d. Mits., pünktlich 8, Uhr, bei Meier, Straße am Faltenberg, statt. Briefkasten der Redaktion. Die juristische Sprechstunde findet für Abonnenten Lindenstr. 3, IV. of rechts, parterre, am Montag bis Freitag von 4 b13 7 Uhr, am Sonnabend von 5 bis 6 1hr statt. Jeder für den Brieftast en bestimmten Anfrage ist ein Buchstabe und eine Bahl als Mertzeichen beizufügen. Briefliche Antwort wird nicht erteilt. Anfragen, denen teine Abonnements quittung beigefügt ist, werben nicht beantwortet. Sprechstunde vor. Verträge, Schriftstücke und dergleichen bringe man in die Sprechstunde mit. 1 Eilige Fragen trage man in der G. B. 106. Die Anmeldung erfolgt entweder beim Bezirkskommando oder beim Schulfommando einer der sieben Unteroffizierborschulen( Annaberg, Bartenstein, Greifenberg i. Pom., Jülich, Sigmaringen, Weil burg und Wohlau). Die näheren Bedingungen erfahren Sie bei Ob noch Einstellungen erfolgen, wissen wir nicht. der Anmeldung. D. 25. Der Fuhrherr ist für den Schaden verantwortlich- D. R. 100. - L. 52. Wegen Strankheit der Unterleibsorgane landsturmF. 90. Die Fraut pflichtig. Sie können also noch einberufen werden. erhält im Falle der Invalidität Witwenrente, die Kinder erhalten Waisengeld. D. B. 52. Kriegstrauung fann stattfinden. Die Frau hat dann Anspruch auf Unterstützung. 5. 2. 81. 1. Davon ist uns nichts bcJ. P. 18. Nein. fannt. 2. Sie stehen noch im Militärverhältnis. ger. gen. Amtlicher Marktbericht der städtischen Markthallen Direktion über den Großhandel in den Zentral- Marktballen.( Ohne Verbindlichkeit.) Montag, den 11. Januar. Fleisch: Rindfleisch per 50 kg, Ochsenfleisch Ia 86-96, do. IIa 79-85, do. IIIa 74-78; Bullenfleisch Ia 84-90, 58-62, Bullen, dänische, 58-70; Fresser, dänische, Kalbfleisch: bo. Ia 74-83; Stühe, fett 66-70, do. mager 44-58; Freffer 65-76, Doppellender 135-145; Mastfälber Ia 100-110, bo. IIa 75-85; 45-55. 93-100; Hammelfleisch: Maftlämmer bo. Ia 78-83; Schafe 82-88. Schweinc Stälber Gemüse, fleisch Schweine fette 84-90, sonstige 75-83. : Dammel la 84-92, inländisches: Startoffeln, Daberiche 50 kg 3,75; weiße Kaiserfronen 8,75; Woltmann 8,50-3,75; Borree, Magnum bonum 3.50; 0,70-1,00; Sellerie, Schock 3,50-6,00; Spinat 50 kg Echod Wirsingkohl 50 kg 5,00-6,00; Weißkohl Schod 3,00-8,00, Weißfohl 10,00-25,00; Mohrrüben 2,75-4.00; 2Birsingtohl Schod 4,00-10,00; 50 kg 4,00-5,00; Stotfohl, Schod 4,00-10,00; Rotfohl 50 kg 4,00 bis 5,00; Grünkohl 50 kg 5,00-6,00; Stohlrüben 50 kg 3,50-6,00; Teltower 50 kg 12,00-16,00, märkische Rüben 50 kg 3,00-10,00; Meerrettich Schod kg 25,00-30,00, 6,00-14,00, üben Rosenkohl 50 Beterfilienwurzel Schodbund 1,00-3,00; 3wiebeln 50 kg 11,00-13,00. Apfelsinen: italienische 50 kg 10,00-12,00, dito 200 Sfid 8,00-11,00, Murcia 200 St. 8,00-13,00, dito 300 Stüd 300 St. 9,00-11,00, 8,50-11,00. Messina Blut 80 St. 9,00, do. 100 St. 8,50-9,50, do. 8,00-14,00, Messina 160 St. 11,00-12,00, 200 St. 9,00-11,00, 300 t. 150 St. 10,00. Wetteraussichten für das mittlere Norddeutschland bis Mittwochmittag: Borwiegend trübe mit weitverbreiteten, an vielen Orten ergiebigen Regen- und Schnecfällen; dazwischen zeitweise aufflarend; Temperatur wenig verändert. Reichel's Echter Medico" Wacholder- Extrakt Ein vielseitig erprobtes u. wirklich bewährtes Naturheil mittel von gründlich blutreinigender Wirkung, das auf alle Organe einen ungemein wohltätigen Einfluß ausübt. Unendlich viele Erfolgsberichte bestätigen die überaus heilsame, oft wunderbare Wirkungskraft speziell bei Rheumatismus, Nieren Blasen- u. Frauenleiden.Wechselzuständen, Haut. u. Hämorrhoidalleiden sowie Magenschwäche zc.- Arztlich verordnet- Mt. 1,50 u. 2,50, für längeren Gebrauch, große Kanne ( sehr vorteilhaft) Mr25,-. Garantiert reinu. frisch, aber echt nur in Originalpadungen mit Marte ,, Medico" u. meiner Firma. In den Drogerien u. 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