«r. 14.- 32. flboniKmcnfe'Redingungen: NVonnsmcMS- Preis pränumerando! Li«4eIjäk>rZ. 3Z0LÜ5» monatl. 1,10 MI, »rSchcntlich SZ Pfg. frei ins Haus. Einzelne lilummer 6 Big. Gonnmgs- nummcr mit ittuüricrier Zonntags- Seilc-ge„Die Reue Well">0 P° Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expediiion ist bis 7 Udr abends geöffnet. Telegramm Adresse: „Sozialdtmokrat Berlin". Zcntralorgan der rozialdemokratifchen Partei Deutfchlands. Neüaktion: EW. öS, Linöenstraße Z. Fernsprecher: Amt Moritzplah. Nr. 154 90—151 97. Donnerstag, den 14. Januar 1015. Expedition: EW. öS, Linöenstraße Z. Fernsprecher: Amt MoriNplan. Nr. 151 9v—'.51 97. M« Ui MlS Der«MW Ml WM. SemWon öes Grafen Serchtolö. Wien, 13. Januar. tW. T. B.)?as„�rcmdenblatt" veröffentlicht in seinem heutigen Abendblattc folgende Mit teilung: Der Minister des k. und t. Hauses und des Aeuffern Graf Bcrchtold, welcher«eine Majestät schon vor längerer Zeit gebeten hatte, ihn in Gnaden seines Amtes zu enthebe», hat diese Bitte nunmehr an allerhöchster Stelle erneuert. Der Kaiser hat die gewichtigen persönlichen Gründe, welche den Minister des Acustern zu seinem sti ü ck- tritt bewogen haben, gewürdigt und allergnädigft geruht, seiner Bitte zu willfahren. Zum Nachfolger des Grasen Bcrchtold wird der ungarische Minister beim Allerhöchsten Hoflager Baron Stephan B u r i a n zum Minister des t. und k. Hauses und des Acustern ernannt werden. Graf Leopold Berchtold, der im 52. Lebensjahre steht, wurde nach Zurücklegung der vorgeschriebenen Laufbahn 1854 Attache in Paris, 1SS9 LegationSrat iu London, 1503 Botschaftsrat in Petersburg, wo er bis zum Juni IVOS verblieb. Im De- zember 1996 kehrte er als Botschafter nach Petersburg zurück und bekleidete diesen Posten bis zum Rärz 1911'. Mitte Februar 1912 wurde Graf Berchtold als Rachiolger des Grafen Aehrcnthal Minister des Aeutztrn. Westlicher Kriegsschauplatz. Der französische Tagesbericht. Paris. 13. Januar. fW. T. 589 Amtlicher Bericht von gestern nachmittag 3 Uhr: Zivischon Meer und Diso fand rinc zciNvoilig ausseNondc, an einigen Elctlcn ziemlich heftige Kanonade statt. Nördlich Toissons wurden sehr bewegte Kämpfe um die Schünrngräbrn geliefert, welche wir am 8. Januar und 19. Januar erobert hatten. Ter Feind unternahm am gestrigen Tage mehrere Ofsensivstöhr, welche wir zurückschlugen. Wir gewannen neue Schühcngröbenstücke. Zwischen Toissons und R c i m s fanden Artillcriekämpfc statt. Unsere schweren Gcschübc beschossen wirksam dir deutschen Batterien und Miueiuverser. In der Champagne und st» Gebiet von Touain richtete unsere Artillerie ein sehe genaues Feuer auf die gegnerischen Stellungen, illahc Perthes war die Feldbefestigung nördlich der Farm Brause jonr der Schauplan eines erbitterte» Kampfes. Der Feind konnte einen Schüheiigraben im Innern der Befestigung errichten, deren vorspringenden Winkel wir beseht halte»; der Kampf dauert fort. An den Argonncn und bis zur IN aas ist nichts zu melden. Auf den M a a S h ö h c n wurden zwei deutsche Angriffe, einer im Wald von Consenvoue, der andere im Wald von Bonchot abgewiesen. Sudöstlich Circn-sur-Bczouzc über- raschtc eine unserer Abtcilnn eine deutsche Kompagnie, welche das Tort Saint Sauvcur vlündertc(!?> nnv fäilug sie in die Fluch». In den Bogescn und im Elsaß war der Tag ruhig. Das schlechte Wetter und der Schneesturm dauern an. Paris, 13. Januar.(W. T. B.s Amtlicher Bericht von gestern abend 11 Uhr: Nordöstlich Soisions beschoß der Feind während der ganzen Nacht heftig unsere Stellungen beim Plateau von PerriercS und dem Borsprung 132. Er unternahm hevle, um leßtgenaiintc Stelle wiedertinzunchmen, einen bedeutenden Augriff, dessen Ergebnis noch nicht bekannt ist. Kein anderes bc- achicnswcrtcs Ereignis ist zu melden. Der Seekrieg. Die Geretteten unseres Kreuzergefchwaüers. Tie Zahl der in der Seeschlacht bei den Falklandinseln geretteten Lffizicrc und Mannschaften konnte jetzt amtlich festgestellt werden. Bon der„Scharnhorst" ist niemand gerettet, von der„ G n e i s c u a u" 17 Lfsizicre, 171 Deckofstzierc, Untcrofstzicre und Mannschaften, von der„Nüruber g" kein Lsstzicr, 7 Dcckoffiziere, llntcrofffziere und Mannschaften, von der„Leipzig" 4 Lsstziere, 15 Deckoffizirrc und Mannschaften. Mau darf aber annehmen, daß in dieser Zahl noch uicht alle Geretteten enthalten sind. GS ist möglich, dast der eine oder der andere von der Besatznug der dcntschen Die Melüung des Großen Hauptquartiers Amtlich. Großes Hauptquartier, den 13. Zanuar 1915.(W. T. B.) Westlicher Kriegsschauplaß. 3n der Gegend von Nieuport fand ein heftiger Artilleriekampf statt, der die Räumung der feindlichen Schützengräben bei Palingsbrug (Vorort von Nieuport) zur Folge hatte. Die feindlichen Angriffe am Kanal von La Bassee sind endgültig abgewiesen. Französische Angriffe auf La Boiffelle und die Höhe von Nouvron wurden zurückgeschlagen. Den gestrigen erfolglosen französischen Angriffen auf die Höhen bei Crouy folgte ein deutscher Gegenangriff, der mit einer vollständigen Niederlage der Franzosen und einer Säuberung der Höhen nordöstlich Cuffies und nördlich Crouy endigte. Unsere Märker setzten sich in Besitz von zwei französischen Stellungen, mach- ten siebzehnhundert Gefangene und eroberten vier Geschütze sowie mehrere Maschinen gewehre. Französischer Sappenangriff in Gegend südlich St. Mihiel ist erfolgreich abgewiesen. Unsere Truppen setzten sich in Besitz der Höhen nördlich und nordöstlich Nomeny. Zn den Bogesen ist die Lage unverändert. Oestlicher Kriegsschauplatz. Die Lage im Osten änderte sich gestern nicht. Oberste Heeresleitung. Der ö'siemichische Generalsiabsbericht. Wien, 13. Jnnunr.(33. T. B.) Amtlich wird vcr lautbart: 13. Januar Istlö: Tic Borstöstc, die der Gegner an der untere n N i d a immer wieder versucht, richten sich besonders gegen eine in iiiiserer Widerstandslinie liegende Ortschaft. Durch heftiges Artilleriesener, das an der ganzen Front anhält, unterstützt, versucht feindliche Infanterie, nach vorne Raum zu gewinnen und in die Ortschaft einzudringen, was stets unter schweren Berlustrn mistlingt. Bor den eigenen Stellungen in G a l i z i c n und in den Karpathen herrscht grösttcnteilo Ruhe. Nebel und Schnee- treiben begünstigen kleinere Unternehmungen unserer Truppen» die verschiedcncnorts zu gelungenen Ilcbcrfällcn und sonstigen Plänkeleien führen. Auch an, südlichen Kriegsschauplatz im all- gemeinen Ruhr, nur uilbedentendc, Aufklärungszweckcn dienende GrcnzrckontrcS. Ter Stellvertreter des Chefs des Generalstabcs: von H v c f e r, Feldmarschalleutnant. Schiffe auch noch gerettet ist, ohne dast die Behörden bisher davon Nachricht bekommen haben. 3>on den beiden Begleitschiffen„Baden"»nd„Santa Jsabcll" ist die gesamte Besatzung gerettet. Llnskunst über die Persönlichkeit der Geretteten erteilt das Zcntral-Nachwcisburcnu des ReichsmarincamtS. Gin norwegischer Dampfer üurch eine Mine versenkt. Hnnibnrg. 13. Januar. iW. T. 58.) Ter norwegische Dampfer„ C a st o r". ist in der Nordsee gesunken. Nach Angabe des Kapitäns ist der Dampfer anscheinend auf eine eng- tische Btine gelaufen. Tie Mannschaft wurde bis auf einen Heizer gerettel. Eine Aufwartefrau ivurde verletzt. Die Bemannung ist in Hamburg cingeiroffen. die Russiffzierung Galiziens und öie ukrainische§rage. t Seit mehreren Monaten ist das östliche und mittlere' lilalizien in russischen Händen. Tie eigentiimliche Boden- beschaffenheit Ostgaliziens— schreibt der österreichische. Historiker Richard C! h a r m a tz in der konservativen Wochen- schrist„Das neue Teutschland"— liest es ratsam erscheinen,' das strategisch ungünstige Gebiet dem Feinde zu überall'.- Worten, um ihm in geeigneten Stellungen erfolgreich ein gegen treten zu können." Allerdings haben die russischen Riesenarmcen nicht nur Ostgalizien, sondern nach erbitterte, i Kämpfen auch das mittlere Galizien überschwemmt. Berücksichtigt man aber den engen Zusammenhang zwischen den Operationen der deutschen und österreichischen Armeen in Polen und Galizien, so ergibt sich, dast das endgültige Schick- sal Galiziens auf den Schlachtfeldern Rnssisch-Polcns ent- schieden wird. Inzwischen must aber Galizien das Schicksal aller vom Feinde okkupierten Provinzen teilen uich die Herrschaft der russischen Eroberer über sich ergehen lassen. Wie..es dort zu- geht, lästt sich zurzeit schwer feststellen, da aus den von den Russen besetzten Gebietsteilen nach außen keine Nachrichte:; dringen und die russische Presse nur sehr wenig über Galizien schreiben darf. Es ist aber klar, daß die russischen Eroberen der Bevölkerung ihre Macht fühlen lassen und namentlich gegenüber den galizischen Inden ihre in Rußland erprobten Methoden anwenden. Andererseits ist aber anzunehmen, daß die russischen Behörden und Truppensührer sich vor allzu großen 3l»sschreitnngen hüten, um sich nicht die Svnivathien der- russenfreundlichen Elemente unter den gali'zischen Ruthenen und Polen zu verscherzen.' Hier kommen wir ans ein Gebiet, dessen Hilters ilchunss notwendig ist. nnt die bisherige und jetzige Politik Rußlands Galizien gegenüber zu verstehen. In Galizien leben neben 4,C Millionen Polen 3,2 Millionen Ruthenen oder, wie sie in Rußland genannt werden: Ukrainer. Namentlich Ost- galizien zeigt ein vollkommen rnthenisches Gepräge. Tie rukhenische Bauernschaft bildet hier die kompakte Masse der Bevölkerung, während die Polen vorzugsweise als herrschende Schicht: als Grundherren, Beamte. Kansleutc usw. im Lande leben. Seit jeher hat die russische Staatsidee, die den Ukrainern den Ebaraktcr einer besonderen Nation abspricht. Galizien oder„Rotrnßland" als versprengtes Stück des „slawischen Rußlands" betrachtet und sich die„Befreiung" Ostgaliziens zur Aufgabe gestellt. Tie traurige Wirtschaft licke Lage der rnthenischen Banernschafi. ihre politische Eni rechtung durch den in Galizien herrschenden volnischcn'Adel schuf schon in den Wer Jahren des vorigen Jahrhundert-' den Boden für eine rnssophile Agitation in Galiaen, die namentlich icit den Wer Jahren von Rußland ans eifrig ge- fördert wurde. Mit der Zeit trat hier aber ein schroffer Umschwung ein. Tic wirtschaftliche und kulturelle Hebung der rnthenischen Bauernschaft und ihr Politischer Emanzipation'. kämpf im Rahmen des österreichischen Staates führte eine Spaljung im rnthenischen Lager herbei. Ästährend die kleine moskalophile Partei, von Rußland wie von den herrschenden polnischen Parteien Galiziens unterstützt, noch immer die Au- gliedernng an Rußland herbeisehnte, trat das Gros der Ruthenen in den Kampf für die kulturelle, und wirtschaftliche Hebung ihres Volkes und für die Gleichberechtigung der Ruthenen auf galizischeni Boden ei». Tie Erfolge, die ich hierbei errangen, wirkten nickt nur auf die iuneie Politik esterreichs zurück, sie führten auch einen völligen U in s ch lv u n g i n d e r H a l t n n g des offiziell e n R n st- lands gegenüber Galizien herbei. War Ostgalizien bisher nur ein Objekt des panslawistischen Ailsdehnnngsdrangcs, das bei einer günstigen Gelegenheit in den Schoß des „Mütterchen Rußlands" zurückgeführt, werden sollte, so verwandelt es sich nun. angesichts des Anfblüheus der rutheni- scheu Bildung und Kultur auf galizischeni Boden, in einen der österreichischen Politik natürlich erwünschten— A n- zieh n n g s p n n k t f ü r d i e r n f s i s ch e ll k r a i n e. Tie galizischen Ruthenen bilden bekanntlich nur einen kleinen Teil des ukrainischen Volkes, das den Südwesten und Süden des europäischen Rußlands bevölkert. Ihre Zahl beträgt gegenwärtig annähernd 32 Millionen, das von ihnen bewohnte Gebiet beläuft sich auf 850 000 Ouadratkilometer, ist also l(st mal größer als das Deutsche Reich. In früheren Jahrhunderten zwischen Rußland und Polen aufgeteilt und zu der Eristenz eines„staatenlosen" Volkes verurteilt, werden die Ukrainer vom offiziellen Rußland nickt als Nation an- erkannt: der Ukas vom 30. Mai 1876 beraubte"e eines eigenen Schrifttüins, die ukrainische Literatur wurde»erfolgt, die (Zchulei! dienten bent Zweck einer gewaltscnnen Rusilfizierung. Tcr Erfolg war, dniz die oberen Schichten des irkrainischen Volkes sich, wie schon ein Inhrhundert früher, den? herrschen- dein Arohrnffentnm nssimilierten', sie Voltsinassen fedoch, vor allein die bäuerliche Vevöliunng. die das Gros der Ukrainer ansiilachr, blieben ihrer �vrachc treu, und aus sie stützte sich die tleinbürgerlichc Intelligenz, als der politische Umschwung Dom Jahre 1905 auch der ukrai n i s ch e n A e- wc g u n g den Boden ebnete. Tie Äonterrevolntion von 1906/07 warf auch.die ukrainische Bewegung zu Boden, aber desto stärker wui�e seitdem für die russische Ukraine die Anziehungskraft der ci� starkenden ruthenischen Kultur in Tstgalizien.„Ter russische Nationalismus"— schrieb Genosse Ltto Bauer, einer der besten Kenner der osteuropäischen Nationalitätenprobleme. ini Januarheft des„Kampf" von 1911—„erkennt die drohende Gefahr. Er fühlt, daß jeder Sieg der Ruthenen in Galizien die ruthenischen Absonderungsbestrebungen in der Ukraine stärken muß. Er muß es versuchen, auch in Galizien der ruthenischen Bewegung entgegenzutreten, auch die galizischeu Ruthenen für die russische Schriftsprache, für die Emgliedc� rung in den russischen Volkskörper zu gewinnen, wenn er es verhindern will, daß von Galizien aus die ruthenische Bewegung in die Ukraine überschlägt... Und da oll das fruchtlos bleibt, be ginnt der Gedanke zu keimen, d e in russischen Volke werde die nationale Einheit, dem russischen Staate die Herrschaft über die Ukraine nicht gesichert sein, solange nicht der russische Polizist auch in Tstgalizien jedes ruthenische Buch verbrennen und russische Bücher auf die Schulbänke legen kann.„Rußland wird keine Ruhe haben, bis nicht die russische Fahne auf den Karpathen weht ruft der Führer des russischen Panslawismus." Tiefe Worte Bauers haben sich als prophetisch erwiesen. Tie russischen Heereskolonnen haben weniger aus militärisch- strategischen als aus politischen Gründen ihren Weg nach Galizien genommen. Tos erhellt aus der fieberhaften Tätigkeit der russischen Verwaltungsbeamten in Galizien, die ihr Hauptaugenmerk darauf gerichtet haben, das r u t h e nische S ch r i f t t u m, das ruthenische Schul w e s e n zu beseitigen. Tiefer Kampf gilt weniger den Ruthenen als österreichischen Staatsangehörigen, als der ukrainischen Bewegung im Herzen Ruß- l a n d s, er geht darauf aus, der überspannten z e n- tralistischcn Staatsidec der Großrussen Geltung zu verschaffen. Aber schon das Krampfhafte, Gekünstelte dieser Idee offenbart ihre innere Schwäche. Ebensowenig wie die Ruthenen Galiziens sich ihre selbstgeschaffene Kultur werden nehmen lassen, wird das ukrainische Volk in Rußland sich von dein Kampf um politische und soziale Gleichstellung zurück- halten lassen.____ Der Krieg und Sie Kolonien. Die Hefechte in Deutsch-tdstafrika. Tas Reichskolonialamt ieili folgende allere Meldungen deS Gouverneurs von Ljtafrika mit: Telegramm vom 7. Oklober 19l-l:„Amtliche Nachricht über englische Kriegserklärung einging S. Äugusl früh; am gleichen Tage aus TarcSsalam ausfahrender Tamvicr„König" wurde von eng- lischem Kreuzer beschossen, rückkehrte Hafen. Von V e r t e i d l- gung offener Stadt TarcSs alam wurde abge- sehen. Hafeneinfahrt durch Versenkung Docks gesperrt. Schutz- truppe nahm landeinwärts Stellung. 8. August englische Kreuzer „Asträa" und„Pegasus" anliefen Taressalam,„Pegasus" beschoß ohne Erfolg Funkcnturm, einstellte Feuer nach Hissung weißer Flagge. Kreuzer nabmcn als Prisen vandelsdampfer„Tabora", „F e ld m a r s ch a l l",„König" und Flottillenfahrzeuge sowie im Hafen versenkte„M ö v e". Funkenturm aus militärischen Gründen von unS durch Sprengung niedergelegt. Sämtliche b e s ch l a g- n a h m t e Dampfer blieben im Hafen. 17. August„Pegasus" nahm als Prisen in gleichfalls unverteidigtem Tanga Handelsdampfer„Markgraf" und kleineres Fahrzeug, die Hasen blieben, wegführte 8. September einen Schlepper und einige Leichter. 23. August„Pegasus" bombardierte u n- verteidigtes Bagamojo, da seine Bedsttgungen vom Be- fehlshaber nahe befindlicher Schutztruppenkompagnic abgelehnt wurden. Einige 30 Granaten gefeuert, zollstark, Bezirksamt leicht beschädigt, Einwohner rechtzeitig auf Mission zurückgezogen, keine Menschen verletzt, Gegner hat keinen Punkt der K ü st e besetz t. Im Innern wurde am 13. August«s p h i n x- Hafen fN j a s s a s e el aus Slip liegender Tainpier„Hermann v. Wisfinann" von Engländern genommen. Kapitän und Maschinist, die noch ohne Kenntnis von Kriegsausbruch, gesangen. 1ö. August wurde unter Lberleitung Haupmanns von Prince Taveta von der Schülzcnkompagnic unter Hauptmann Hering nach geringem Wider- stand genommen. 22. August aus T a n g a» j i k a s e e belgischer Dampfer a» Lukugamündung von„H c d w i g v. W i s s in a n n" unter Oberleutnant zur See von Horn schwer beschädigt, Gefecht mit belgischen Landgeschützcn; diesseits keine Verluste. 29. August Zusammenstoß Patrouille Leutnant von Oppen mit bc- riitcner englischer Abteilung bei E n g a r e l e n. Beim Gegner 3 Europäer, 2 Farbige tot; diesseits keine Verluste. 8. bis 9. Sep- tembcr nachts ivird Stabsarzt Dr. Schuhmacher bei Verwundeten- transport überfallen und nach Meldung überlebender Eingeborenen trotz Zeigen Genfer Flagge und Er- k e n n e n g c b c n als Arzt niedergeschossen; es ist des- halb Protest an Gouverneur Nairobi gesandt. 9. September Gefecht der 5. Kompagnie bei Karonga, unser Angriff abgeschlagen, 6 Euro- päer tot. 3 gefangen, davon 2 schwer verwundet, weitere ö ver- wundet; Farbige: 27 tot, 39 verwundet, 29 vermißt, 2 Geschütze und 2 Maschinengewehre verloren; bei Gegner 5 Europäer tot, mehrere verwundet, erhebliche Verluste an Farbigen. 12. September Gefecht des Tetachcinents Bock von Wülfingen bei Kisii inördlich Schirati) gegen sehr überlegenen Gegner in starker Siel- hing, sieben Stunde» lang. Unsere Verlliste: 8 Europäer tot, 11 verwundet, 27 Askari tot, 2ö verwundet. Beim Gegner: 14 Euro- päer. LS Farbige tot. 14. September wurde Grenze des Bukoba- bezirks durch die Engländer überschritten; letztere besetzten später das Gebiet bis zum K a g e r a. 13. September mehrtägige un- entschiedene Gefechte bei A b e r c r o n, keine Verluste an Europäern. 1.3. September Beschießung des indischen Truppentransport führen- den englischen Dampfers„Sybill" auf dem Bictoriafee durch Granatfeucr des kleinen deutsche» Dampiers„Muansa". „ S b b i l l" abfuhr beschädigt nach Verlusten a n i n- d i sch e n Truppen. 20. September erfolgreiches Gefecht der Abteilung des Leutnants Langen bei Elmabitct; Verluste: 4 Askari tot, 3 verwundet; Verluste Gegners 30 bis 40 Mann. Ver- nichtung des Kreuzers„Pegasus" vor Zanzibar durch die„Königsberg"; letztere keine Verluste. 22. September siegreiches Gefecht des Detachements v. Boemken, Kompagnie Mcth- »er und arabisches Hilsskorps bei Majorini. 2 Europäer und 7 Farbige verwundet; Gegner 2 Europäer tot. 1 verwundet, 8 Askari tot, 7 vcnoundct. 24. September im Gefecht bei L o l d u r e i sh der 4. und 13. Kompagnie 3 Europäer verwundet; bei Gegnern stärkere Verluste; Lager M a j o r i n i genommen, 2 Geschütze und viele Gewehre erbeutet, durch Pulverexplojion 1 Europäer getötet, s l verwundet. 27. Sepiember Angriff auf das Lager der 10. Kom ! pagnie nördlich Longrdo durch cnKische berittene Abteilung. Unsere Verluste: 6 Europäer tot, 3 vcNvundet, 7 Askari tot, 3 verwundet; beim Gegner 19 tote Europäer. 30. September und folgende Tage Vorgehen gegen den Kongo nördlich und südlich des K i w u s e e s durch Hauptmann Wintgens und Motorboot unter Oberleutnant z. S. Wunderlich, belgische Station Goma nommen, ferner Insel Kwidschivi und belgisches Stahlboot. Einige Europäer gefangen, diesseits keine Verluste. 30. September bi 7. Oktober englische Kreuzer, wahrscheinlich„Blackprmce" und „Tarthmouth". absuchen Küste, aus Insel Koma 1 Europäer ac fangen genommen. Europäer wie Askari haben sich in den Gefechten ausgezeichnet gehalten. Gegenwärtige Lage: Engländer haben nördlichen Teil Bukobckbezirkö bis Kagera besetzt, Teile unserer Truppen haben Taveta besetzt und stehen >)» änderen Punkten in Britisch-Ostafrika nördlich unserer Grenze Schutztruppe durch eingezogene und freiwillige Europäer sowie chrrch Polizeitruvpen erheblich verstärkt, ferner arabisches Hilis kazws ausgestellt. Schnee. Telegramm vom 8. Oktober 1914(Ergänzung zu vorstehendem Tel. v. 7. Okt.): „Eingeborenenbevölkerung überall ruhig. Steuern zum Teil schon eingegangen. Trotz Einziehung wehrfähiger Europäer wird auf einem großen Teil der Pflanzungen' noch weitergearbeitet hauptsächlich Anbau von Lebensmitteln. Regenverhältnisse günstig Post hat Vorzügliches geleistet, auch Eisenbahnbetrieb hat sich großen Anforderungen gewachsen gezeigt. Schnee." Der türkische Krieg. Neuer Erfolg üer türkischen§lotte. London, 12. Januar.(?. U.) Nach hier vorliegenden halb amfiliSen Depescken hat die türkische Schwarze-Meer-Flotte die be- festigte russische Hafenstadt M a k r j a l i etwas südlich von Votum bombardiert und die Befestigungen fast völlig zerstört. Besonders heftig war das Bombardement der inneren Hasenanlagen, wo säuft liche russische Handelsschiffe, die sich dorthin geflüchtet hatten, zum Sinken gebracht wurden. Wohnhäuser wurden nicht zerstört. Die russischen Geschütze konnten das Feuer nicht erwidern, da sie keine genügende Tragweite besaßen. Weitere Einzelheiten sind noch nicht bekannt. Englische verteiöigungsmaßregeln am Suezkanal. Paris, 13. Januar.(W.T.B.)„Journal" meldet aus Madrid: Passagiere des aus Ostasien in AlgeciraS eingetroffenen Dampfers„Alicante" berichten, daß sie bei der Fahrt durch den Suezkanal längs der Ufer zahlreiche englische Truppenlager gesehen haben, und daß neue bedeutende Ver. teidioung Sorbetten ausgeführt wurden. Flieger übe:fliegen ständig das ganze Gebiet. Nach der Durchfahrt seien sie einem Truppentransport von 38 Dampfern begegnet, der von einem großen Geschwader begleitet war. Italien und Rumänien. Paris, 13. Januar. 013. T. B.) Ter„Temps" meldet aus Rom: Offizielle Kreise stellen in Abrede, daß eine S olidarität zwischen Italien und Rumänien be stehe. Eröffnung üer franzö'jlschen Kammer. Paris, 13. Januar.(W. T. B.) In der gestrigen Sitzung der Kammer waren die Deputierten in großer Zahl anwesend. Unter allgemeiner Aufmerksamkeit eröffnet Alterspräsident Mackau die Session mit einer Ansprache. Er sagte, der einzige Gedanke und Wunich Frankreichs sei, den lang vorbereiteten Angriff zurück. zuschlagen, und den Feind niederzuwerfen. Er fordere die Kammer auf, auch weiterhin der Armee das ermutigende Sckiousptel der Einigkeit zu bieten.(Lebhafter Beifall.) Dir nehmen, erklärte der Redner, entschloffen alle Opser auf uns. welches auch die Dauer der Prüfung sei. Wir halten durch ohne schwach zu werden bis zum endgültigen Sieg, welcher uns Ehre. Freiheit und dauerhaften Frieden sichert.(Titimüliger Beifall.) Die Kammer wählte darauf mit 474 Summen D e s ch a n e I und alle Mitglieder des ausscheidenden Bureaus wieder. Das Haus vertagte sich auf Donnerstag. Eine parlamentarische Kritik. Paris, 13. Januar.(W. T. B.) Gustave Herve greift in der„Guerre Sociale" die Regierung an und erklärt: Der Beschluß von Josfrc und Millerand, dem Kammerausschuß für Gesund- heitswesen Untersuchungen über den Gesundheitszustand der Armee und das Funktionieren des Gesundheitsdienstes zu vcrwci- gern, sei eine Ohrfeige für das Parlament, welches be- rechtigt sei, eine Kontrolle auszuüben. Gerade der Gesundheits- dienst sei sehr schlecht. Der Beschluß von Josfre und Mille- rand, nur dem Vorsitzenden des Ausschuffes und dem zweiten Aus- schußmitgliede die Besichtigung zu gestatten, beweise, daß die Lei- tung des Sanitätsdienstes eine Kontrolle fürchte, denn zwei Personen könnten unmöglich ein umfassendes Bild gewinnen. Ter Ausschuß würde Schönes gesehen haben, wenn er gewisse Ambu- tanzen besichtigt hätte, wo ansteckende Kranke derart gepflegt wür- den, daß die Krankenpflegerinnen überall ein wenig Wäsche. Arznei- mittel und das allernotwendigste Material zusammenbetteln müßten, damit die Tvphuskrankcn nicht„wie Hunde verrecken". Frankreich würde einwilligen, daß die Mannschaften der Klasse 1917 ehrlich durch Feindeskugeln fallen, aber es dürfe und werde nicht zulassen, daß achtzehnjährige Knaben in Kasernen an Lungenentzündung zugrunde gehen. Die Kammer dürfe die Ohrfeige, die der Beschluß von Josfre und Millerand sei, nicht einstecken. Täte sie es doch, so sei sie eine nette Kammer. Die Wähler jedenfalls seien anders geartet:„Wenn die Deputierten den Minister nicht mit allen Mitteln zwängen, sie ihre Aufgabe ausführen zu lassen, die eben in der Kontrolle der öffentlichen Dienste besteht, so wird die Nation den Minister nach dem Kriege zu finden wissen." Aehnlich äußert sich die„Libre Pa- role". Sie schreibt:„Wir verlangen nichts, als weniger Zensur über Dinge, die mit dem Krieg nicht zusammenhängen. Bisher haben wir in der Kammer geschwiegen, in der Ueberzeugung. daß der Augenblick nicht für Schwätzcreien geschaffen sei, aber da wir nur die Rednertribüne der Kammer haben, um eine Kontrolle fordern zu können, die zuweilen verweigert wird, so darf man sich nicht wundern, wenn einige das Schweigen, das alle sich auferlegt haben, brechen." Russiphe Iuüenverfolgungen. Nicht weniger als 213 Pogrome haben die Russen in Polen bisher auf dem Gewissen, wenn die Angaben des Feld- rabbincrs Dr. Levy im Hamburger„Israelit. Familienblatt" stimmen, woran ja kaum zu zweifeln sein dürfte. Er führt eine lange Liste niederträchtiger Schandtaten und Justizmorde ini traurigsten Sinne des Wortes an, mit denen die Heere des Zaren die„lieben Juden" beglückt haben. In den Syna- gogen wurden Galgen errichtet und viele geschändete Frauen haben den Tod weiterem Leben vorgezogen. �.. Verurteilung eines rusilschen Redakteurs. Kopenhagen, 12. Januar.(W. T. B.) Das Petersburger Be« z irlsgericht verurteilte den Redakteur des Journals B o r j b a zu zwei Monaten Gefängnis wegen Verbreitung falscher Nachrichten über Regierungshandlungen. Gegen den Lebensmittelwucher in England. Amsterdam, 13. Januar.(Privattelegramm des„Vor- wärts".)„Taily Citizen" eröffnet die heftigste Kampagne gegen die skandalöse Lebens in ittelverteuerung. DaS Wochcnbudgct eines normalen Haushalts stieg seit Juli von 1 Pfund 8 Shilling 11 Pence auf 1 Pfund 7 Shilling SVa Psncc. Die Getreidehäudler beschuldigen den amerikanischen Ring. Teil- weise wirft auch die Verlängerung und Gefährlichkeit des dänischen Transportweges auf die Verteuerung ein, aber entscheidend ist das Wuchertreiben. Macdonald, von„Daily Citizen" bc- fragt, fordert Höchstpreise. Ein Leitartikel der«Daily Citizen" greift die Landlords an und fordert auf. die wirtschaftlichen Nationsseinde nicht ivcnigcr zu bekämpfen als den bewaffneten Feind. Die Konterbandefrage. London, 13. Januar.(W. T. B.) Das Rcutersche Bureau bc- richtet aus Washington unter dem 11. Januar: Der englische Botschafter hat heute dem Staatssekretär B r y a n mitgeteilt, daß es mehrere Tage dauern würde,«bc die vollständige britische Antwort, zu der die gestrige Note die Einleitung bildete, abgeliefert werden würde. Es verlautet, daß England beschlossen hat, einen kauf- männischen Sachverständigen nach Washington zu entsenden, der in kommerziellen Fragen die Borschaft beraten soll. Die„Times" berichtet aus New?)ork: New Jork World bemerkt zu der englischen Note: Tie Note geht nicht so frei- mutig, wie es wünschenswert wäre, aus die Hauptpunkte der amerikanischen Beschwerde ein. Das Staatsdepartement leugnet nicht, daß England zu Durchsuchungen berechtigt ist, es wendet nichts gegen die übliche Definition der Konterbande ein und garantiert auch nicht für die Ehrlichkeit aller amerikanischen Er- porteure; wohl aber legt es Nachdruck auf die Ungewisse Politik Englands Artikeln gegenüber, die als Konterbande erklärt worden sind und aus die Ungerechtigkeit, die in der langen Hinhaltung der Schisse und Ladungen liege. Tie Londoner Regierung braucht unerträglich lange Zeit, um ihren Argwohn in die Tat umzusetzen. Sie soll doch radikal zu Werke gehen! Sie hat den Handel mit den Neutralen, der nicht durchtoeg Konterbande sein kann, überflüssig aufgehalten. Der Schutz der Rechte der Neutralen ist die Pflicht der Vereinigten Staaten. Unsere nationale Würde und unser Selbstinteresse würden leiden, wenn wir die Kontroverse im gegenwärtigen Stadium fallen ließen. Obwohl Großbritannien nicht immer dieser Ansicht war. kann nach seiner Ansicht jeder mächtige Kriegführende willkürlich bc- stimmen, was als Konterbande zu gelten hat. Deshalb sollte aber auch deutlich gesagt werden, was Konterbande ist und dieser Bc- schlug unverrückbar sein, und wenn kein Beweis für die Schuld erbracht werden kann, der Fall schnell erledigt werden. Wir bc- dauern, daß in diesen wichtigen Punkten, die wertvollere Gelegen- heit zu einer freundschaftlichen Haltung geben als Worte, die eng- lisch? Note viel zu wünschen übrig läßt. Das Blatt fährt fort: England führt Krieg mit Deutschland und ist berechfigt, sich aller Hilfsmittel der Zivilisation zu bedienen. Um Deutschland zu blockieren, hat es die Nordsee geschlossen und doch hat es nicht, wie es seine Pflicht gewesen wäre, die Blockade erklärt und dafür die Verantwortung übernommen. Es hat den Handel der Neu- tralcn terrorisiert, um gewisse Waren aus Deutschland ernzuhalten. Um seine große Seemacht gegen den Feind zur äußersten Geltung zu bringen, hat es nicht gezögert, seine Freunde ins Unglück zu stürzen. Hält man das Großbritannien entgegen. schützt es die Notwendigkeit vor, die in KriegSzeiten weder Freunde noch Gesetz kennt, und wirft uns unlautere Handlungen vor. ohne dafür die Beweise zu erbringen. DaS englische Reick? mutz darüber von den Vereinigten Staaten noch mehr zu hören bekommen, denn es handelt in einer ernsten Frage zweideutig. Amerikanisches Kriegsmateria! für Rußland. New Hork, 12. Januar.(W. T. B.)„New Jork World" veröffentlicht einen Bericht vom 12. Dezember aus Viktoria in Britisch-Columbien, wonach dort der russische Da mpfcr Nowgorod" von der russischen freiwilligen Flotte nach Wladiwostok abgefahren ist. Er war mit 32 Waggons Kriegsmaterial für Rußland beladen, das in der Hauptsache aus vier großen Kanonen bestand, die mit der Munition je 10 Tonnen wogen. Die Sendung ist nach Viktoria auf der Kanadia-PacificbaHn befördert worden und dürfte aus einer Fabrik in P e n n s y l v a n i e n stammen. Ein hartes Urteil. London, 13. Januar. lW. T. B.) Der österreichische Kriegs- e f a n g e n e Hermann Blaß, der am 29. Dezember vor dem Kriegsgericht in Douglas schuldig befunden worden war. in einem Schreiben an seine Schwester sich ohne Grund über die Oumtiere und die Qualität der Nahrung beklagt zu haben, ist zu zwei Monaten Gefängnis verurteilt worden. Wien im Kriege. In einer Konferenz der Parteiführer des Gemeinderats wurde mitgeteilt, daß der staatliche Unterhaltsbeitrag an 109 317 Familien gezahlt wird. Aus Sammlungen werden die Nichtbezngsberechtigten(im Konkubinat Lebenden usw.l unterstützt. Das Erfordernis für diese Unterstützungen be- trägt nionatlich 118113 Kronen. Tie Cholera ist im Erlöschen, dagegen sind 13 neue Pockenfälle zu verzeichnen, die man auf Verschleypung durch das nicht kasernierte staatliche Sanitätspersonal(das gemeindliche ist kaserniert) zurückführt. Von der Schutz- impfung macht die Bevölkerung viel zu wenig Gebrauch. die amerikanische KriegshilfskommWon und RuPsch-Polen. Die„N o r d d. A l l g. Zeitung" schreibt unter diesem Titel: Wie wir hören, sind der Vorsitzende und einige Mitglieder der von der Rockeleller-Stiftung in Washington eingesetzten Kri e gs h i lfS- kommission Herr Wicliff-Nose und der Direktor des amerika- nischen Roten Kreuzes Herr Ernest Bicknell hier eingetroffen, nachdem fie sich über da« Wirken de« amerikanischen Komitees für die LcbenSmiltelversorgung Belgiens an Ort und Stelle ein» gehend unterrichtet haben. Tie Herren, die sowohl im Auswärtigen Amt, tvie im Reichsamt des Innern empfangen sind, hegen den Wunich, sich auch über die Lebensmitielversorgung der von den deutschen Truppen besetzten Teile Russisch-Polens zu unter- richten. Zu diesem Zweck werden sie mit dem zuständigen Abteilungs- direkter im Reichsam: des Innern und von einem von dem Ober- befehlShaber-Ost kommandierten Offizier in den nächsten Tagen eine Rundfahrt durch Russisch-Polen antreten, wobei die Orte Bendzin mit dem Kohlen- und Hüttenrevier von SoSnowice, Czenstochau, Wiclun, Sieradz, Lodz. Lowicz, Kutno und Kalo be- sucht werden sollen. Die Reichsre�-ierung würde es mit Freude be- grüßen, wenn die humanitären Bestrebungen, die sich in Amerika für die durch den Krieg notleidend gewordene Zivilbevölkerung Belgiens so erfreulich betätig: haben, sich auch der vielfach in noch schlimmerer Lage befindlichen Zivilbevölkerung Russisch-Polens zu- wenden würden. Cme Taktlosigkeit. Amsterdam, 13. Januar. iP r i v a t t e l e g r a m m des„Vor- wärt ä".) Die„Humanits" veröffentlicht einen Begrützungsbrisf V l i e g e n s an Weill, in dem er wünscht, daß Weill Dietzer Ab- geordneter bleibe, aber in der französischen Kammer. Der als Amsterdamer Gemsindeschöffe in öffentlicher Stellung siehende Vliegen demonstrierte schon einmal ähnlich und fand wegen eines Artikels in„Het Boll", worin er die Preisgabe der holländischen Neutralität besürworletc, nicht die Billigung deS Parteivorstandes. Vliegen ist Vorsitzender der Arbeiterpartei und nach Kopenhagen delegiert. «- Diese demonstrative Stellungnahme eines führenden Sozialisten eines neutralen Landes muß auf's schärfste zurückgewiesen werden. Gerade neutrale Sozialisten hätten in der gegenwärtigen Zeit die Pflicht, alles zu vermeiden, was die Gegensätze in der Internationale noch verschärfen muß. Sie haben besonders jetzt, wo die Sozialisten in den kriegführenden Ländern infolge der äußeren Umstände in jeder Weise gehemmt sind, die Aufgabe, unS die Verbindungen in der Jnter- nationale aufrechtzuerhalten. Kriegsbekanntmachungen. Urlauber und Schnellzüge. Die Benutzung von Sckinellzügen gegen Lösung einer Militär- fahrkarte und Zahlung deS Schnellzugzuschlagcs ist den beurlaubten Mililärpersonen nur dann zu gestatten, wenn eine Mindestentfernung von llO Kilometern erreicht wird. Die Offizicrstellvenreler sind Personen des SoldatenstandeS und Löhnungsempfänger und unier- liegen den für diese gegebenen Bestimmungen. Sie haben daher kein Recht aus Benutzung der 2. Wagenklasse. Dagegen haben sie hei Urlaubsreifen Anspruch auf Berabsolgung von Militärfahrkarten verbotene Parteiblätter. Unsi?r Weimarer unü Lisenacher parteiblättec auf sieben Tage, unser Gothaer Parteiblatt gänzlich verbaten. Die„Weimarer Vollszeitung" veröffentlicht an der Spitze ihrer Nummer vom 11. d. Mts. folgende Verfügungen: Stellvcrtr. Generalkommando Xl. Armeekorps. I. Nr. Kää. Presse. Abt. Nr. 21. Kassel, de» S.Januar 1915. Auf Grund des§ 1 des Gesetzes über den Bclagerungs- zustand und meiner Bekanntmachung, bctr. die Aufhebung der Preß-, Vereins- und Versammlungsfreiheit vom 16. November 1914 de- stimme ich: Tas Erscheinen der„Wcimarischcn Volkszeitung" uud der „Eiscnachcr Volkszeitung" wird wegen der Veröffentlichung des Artikels„Des Proletariers Baterland" in der Ausgab« vom 28. Dezember 1914 für ficbe» Tage, nach näherer Bestimmung des Eroßherzvglichcn Staatsministeriums in Weimar, verboten. Ter Kommandierende General von Haugwitz, _ General der Infanterie. Stellvertr. Generalkommando XI. Armeekorps. Nr. 655. Presse-Abt. Nr. 21. Kassel, den 5. Januar 1915. Die Hoffnung unserer Feinde auf mnere Zwistigkeilen deS deutschen Volles ist zuiwanden geworden. Gegenüber den Ge- fahren von ollen Seilen hat die gesamte Bevölkerung eine groß- artige Einmütigkeit an den Tag gelegt, die auch in der Presse aller Parteien dauernd zum Ausdruck kommt. Um so schärfer tnuß jeder Versuch, die innere Einigkeit zu stören, von welcher Seite er auch kommen mag, zurückgewiesen werden. Die„Wei- mansche Volkszeitung" hat im Leitartikel ihrer Ausgabe vom 23. Dezember einen im„Vortrupp" erschienenen Aussatz von sttteii der Heimstätrenbewegung zum Ausgangspunkt einer ge- hässigen Besprechung gemacht, in der ausgeführt wird, daß „der Staat, das Vaterland"„selbst mit Kriegswcrkzeugen die Jntercsten des Kapitals zu schützen versucht",„die kapitalistische Geiellschas'."„sich nur auf Kosten ausgebeuteter, fleißiger Lohn- arbeiter erholten kann", und daß in der gegenwärtigen Gesell- schaflSordnung„Millionen in Elend, in sittlicher und geistiger Nor dahinvegetieren müssen, um einigen Zehntausenden Ueppig- keil, Wohlleben und Verschwendung zu ermöglichen". Ohne gegen die Bestrebungen aus eine �Besserung der' heimatlichen Wohn- Verhältnisse selbst irgendwie Stellung nehmen zu wollen, muß doch der Versuch, unter einseiliger Ausbeulung dieser Bestrebungen einzelne Klassen der Bevölkerung gegeneinander zu verhetzen, in unserer ernsten Zeit scharf gemrßbilligt werden. Das stell» vertretende Generalkommando bar sich daher veranlaßt gesehen, das Erscheinen der„Weimarischen Volkszeitung" und ihres Schwesterblailcs. der„Eifenacher Volkszeitung", die denselben Artikel veröffentlichl hat, aus sieben Tage zu verbieten. Der Kommandierende General. v. Haugwitz. General der Infanterie. »* » Redaktion und Verlag des„Gothaer VollsblatteS" versenden unter dem iz. d. M. folgendes Rundschreiben: ?l»lLsslich des giinzlichen Verbotes unseres Blattes laut Ber- sügiinz des kommandierenden Generals des 11. Armeekorps in Kassel bitten wir«»sere Abonnentertz die Treue, die stc dem„Volks- Uatt" st«S zehalte» habe», auch in der setzizen schwrengea Zeit] zu bewahren. Wir haben beim Reichskanzler resp. bei« Ministerium des Innern Schritte getan, um das Wirdcrcrscheincn des„Volksblatt" baldigst zu ermöglichen. politische Uebersicht. Keine Unterschästung des Auslandes. Gegen die Ueberschätzung von Schwierigkeiten, in die das gegnerische Ausland gerät, warnt mit Recht die„Deutsche Tageszeitung". Sie knüpft dabei an die Tatsache an. daß in England die Weizenpreise gestiegen sind, und schreibt: „Für uns in Teutschland muß bei der Beurteilung solcher Erscheinungen in allererster Linie der Grundsatz stehen: nichts zu überschätzen. Wir würden es für äußerst gesährlich und töricht halten, wenn aus der augenblicklichen Weizentcuerung in England und bei uns irgendwelche weitergehende Folgerungen gezogen würde», besonders in dem Sinne, daß die Kraft des britischen Volkes zum Kriegführen nun bald erlahme, daß Hungersnot eintreten könne usw. Man kennt ja aus leider recht reichen Erfahrungen heraus die Wege, welche eine wünschende Phantasie in solchen Fällen zu gehen pflegt. Von derartigen S e l b st t ä u s ch u n g e n sich fernzuhalten. ist nicht nur richtig und nützlich, sondern unseres Erachtens gerade jetzt eine der vor- nehmsten nationalen Pflichten. Die Steigerung der englischen Weizenpreise bildet ivirklich keinen Anlaß für Triumphrufe und prophetische Hinweise nach der Melodie:„Seht ihr! Aber ihr habt es ja gewollt!" usw. Solange Großbritannien frei und in vollem Umfange den Atlantischen Ozean beherrscht, über den und auf dem es seine Bevölkerung mit Nahrungsmitteln und Rohstoffen wie in FriedenSzeiren, nur unter größeren Kosten, versorgen kann, ist eS ausgeschlossen, daß wirklich schwere Folgen und Rückschläge auf diesem Gebiete eintreten können. Zeiten mehr oder minder leichter Entbehrung werden eben getragen werden." Tie sünsmonallicheu KriegScrfahrungcu sollten schließlich m allen Schichten die Erkenntnis verbreitet haben, wie töricht es ist, die gegnerischen Großstaaten in irgend einer Beziehung zu unterschätzen. Jede phantasievollc Selbst- täuschung. aller unbegründete Optimismus— darin stimmen wir der„Deutschen Tageszeitung" durchaus zu— kann nur schädigend wirken. Aufhebung des Versammlungsrechts iu Hamburg. Im„Hamburger Echo" findet sich folgende Bekanntmachung: I. In denjenigen zum Korpsbcrcich gehörenden nichtpreußischen BundcSgebietsteilen, für weiche eine derartige Anordnimg nock nicht erfolgt ist, setze ich die den Artikeln 5, 6, 27, 28, 29, 30 und 36 der Preußischen Verfassungsurkunde entsprechenden landesgcsetzlichen Bestimmungen bczw. die an deren Stelle getretenen reichsgesetzlichen Vorschriften hiermit außer Kraft. II. Die§§ 2, 5 bis 8, 9 Abs. 1, 13 und 10 des Reichs- vereinsgcsetzes vom 19. 4. 1908 werden für die Dauer des Kriegszustandes durch folgende Vorschriften ersetzt: 1. Vereine, deren Zweck oder Tätigkeit den Strafgesetzen oder den Interessen der Kriegsführung zuwiderläuft. können für die Dauer des Kriegszustandes au f gelöst werdest. Die Auflösungsverfilgung � ist nicht anfechtbar. 2. Wer eine Versammlung in. cistcm geschlossenen Raum oder unter freiem Himmel oder einen Aufzug auf öffent- lichen Straßen und Plätzen veranstalten will, hat hierzu mindestens 48 Stunden vor dem Beginn der Ver- anstaltung unter Angabe des Orts und der Zeit die Genehmigung der Polizeibehörde einzuholen. Tie Ge- nehmigung kann ohne Angabe von Gründen versagt werden. Die Entscheidung ist nicht an- fechtbar. 3. Die Polizeibehörde ist berechtigt, in jede Versamm- l u n g Beauftragte zu entsenden, die sich unter Kundgebung ihrer Eigenschaft dem Leiter oder, solange dieser nicht bestellt ist, dem Veranstalter der Versammlung zu erkennen geben müsien. Dem Beauftragten niuß ein angemessener Platz eingeräumt werden. 1. Die Beauftragten der Polizeibehörde sind außer in den Fällen des§ 14 des Reichsvereinsgesetzes befugt, unter Angabe des Grundes die Versammlung für aufgelöst zu erklären, wenn der Inhalt der Reden. Anträge. Ge- sänge oder Vorführungen den Interessen der Kriegs. führung zuwiderläuft. Tie Auslösungserklärung ist nicht anfecktbar. 5. Zuwiderhandlungen gegen diese Vorschrifteu werden nach 9b des Gesetzes für den Belagerungszustand vom 4. 6. 51 mit Gefängnis b i s zu einem Jahre bestraft, wenn die bestehenden Gesetze keine höhere Freiheitsstrafe bestimmen. Altona, den 7. Januar 1915. Der stellvertretende kommaudierende General gez. v. R o e h l. General der Artillerie. Beschlagnahme bayerischer Zeitungen. Die„München-Augsburger Abendzeitung" Nr. 11. die „Münchener Zeitung" Nr. 12 vom 11. bezw. 12. Januar wurden wegen des Artikels von Dr. Heim über„U n d u r ch- führbar keit oder Stockung unserer Lebens- mittelversorgung" beschlagnahmt, da der Artikel ge- eignet ist. nach dem Urteil des Kriegsministeriums und des Ministeriums des Innern, die Staatsinteressen schwer zu verletzen.___ Einfllch deS Krieges auf die Strafprozestreform. Schon kürzlich wurde gemeldet, daß die Reform des Straftechts durch den Krieg eine Verzögerung erleiden müsse. Als besondere Ursache der Verzögerung wurden„Wandlungen in unseren inneren politischen Verhältnissen" angegeben. Hierzu meldet nunmehr die Korrespondenz„Das Neue Reich": „Das neue Strafgesetz sollte— woraus auch' der Reichskanzler und sein Stellvertreter bei den sozialpolitischen Debatten im Reichs- tage wiederholt hingewiesen hat— auch Bestimmungen gegen den „Umsturz", das heißt, zum Schutze der Arbeitswilligen usw.. enthalten. Wie wir boren, besteht bei den Verbündeten Regierungen die Neigung, angesichts der auch von der Sozialdemokratie jetzt ge- zeigten vaterländischen Gesinnung, von der Ausnahme solcher Be- stimmungen in das neue Strafgesetzbuch abzusehen." Selbst bürgerliche Blätter sind der Ansicht, daß auch darüber hinaus die Grundsätze, nach denen die Strasprozeßreiorm aurgebaut worden ist, durch den Krieg erheblich beeinflußt worden sind. Gerechtigkeit gegen die Sozialdemokratie. In Köln am Rhein hat die öffentliche Wahl und der von der ZerstrumSmehrheit mit allen Mitteln aufrechterhallenc: Wstim- mungsmodus, der alle Wähler zur Stimmenabgabe im Herzen der Stadt zwingt, es unseren Genossen bisher unmöglich gemacht,, auch nur einen einzigen Vertreter in» Stadtparlament zu entsenden. Am Montag traten nun die Vorstände der liberalen Parteien zusammen, mit über eine Ersatzwahl in der ersten Klasse, die in den Händen der Liberalen ist, zu entscheiden. Mit folgender Begründung beantragte nun Justizrat Mannheim, von der Aufsiclliing eines Kandidaten ,ib- zusehen, sich mit der Sozialdemokratie in Verbindung zu setzen und dieser die Aufstellung eines Kandidaten zu überlassen:„Es ist ein Akt der Gerechtigkeit, dieser, großen Partei, die hier einen Vertreter in den Reichstag senden konnte, die bei Ausbruch des Krieges ihre volle Pflicht tat. auch einen Play im Stadtparlament einzuräumen. Das ist gleichzeitig ein Akt der Klugheit im Jniereffe der liberalen Sache, die in Zukunft am die Unterstützung der Sozialdemokratie bei anderen Wahlen rechnen muß und auch auf sie in einer Reihe von Kultur- und GcistcSfragcn zählen kann." Ueber diesen peinlichen Antrag entspann sich eine längere Aus- spräche, die schließlich mit seiner Ablehnung endete. Die Libe- ralen hätten, so wurde ausgeführt, keine Mandate zu verschenken; es sei Sadse der Zentrumsmehrheit, der Sozialdemokratie gegenüber gerecht zu venahren. Nach dem Kriege werde man wohl ein b c s, seres Wahlrecht in Preußen und im Stadtparla-« m e n t erhalten, das auch die Sozialdemokratie zu Wort kommen lasse. Hoffentlich hallen. diese innerpolitischen Kriegsstimmmigen unserer Liberalen auch später noch vor; als vor wenigen Wochen im Kölner Stadtparlament Gelegenheit war, die Art des gegenwärtigen. Wahl- rechts gebührend zu kennzeichnen und dem Zentrum gegenüber diesen Standpunkt der Gerechtigkeit zu vertreten, haben sie leider versagt« ReichstagSersatzwahle«. Nach der„Schlesischen Volkszeitung" stellte eine Vertrauens- männerversammlung der ZentrumSpartei für den Wahlkreis Glatz. Habelschwerdt für die ReichstagSsrfatzwahl, die demnächst für den verstorbenen Abgeordneten Sperlich stattzufinden hat, den Reichs- grasen M a g n i S- Eckersdorf auf. Ferner hat daS Zentrum für da-Z E i ch st ä t t e r Mandat deS frübercn Abgeordneten Speck den bekannten bayerischen Politiker Freiherr» v. Franken st ein. Mitglied der Kammer der Reichs- rate, aufgestellt. Die Reichstagsersatzwahl für Dr. B r a b a n d(Bv.) in Pinne» berg-Segeberg wird am 27. Februar vorgenommen. Einziger Kan- didat ist der Fortschritller Fabrikant Carstens. Warnung vor Verbreitung falscher Gerüchte. In der Provinz Ostpreußen waren in diesen Tagen wiederum«. Gerüchte von einem neuerlichen Einsall der Russen verbreitet. Darauf deutet auch folgende Bekanntmachung des Oberbürgermeisters Pohl in Tilsit, die folgenden Wortlaut bat: „Wie mir von verschiedenen Seiten mitgeteilt wird, durch- schwirren wiederum alarmierende Nachrichten die Stadt, daß drei russische Armeekorps sich im Anmarsch auf Tilsit befänden. Ich mache wiederholt darauf aufmerksam, daß die Ntrbreiter derartiger unbegründeter, beunruhigender Nachrichten sich dem aussetzen, fest- genommen und dem Kriegsgericht zugeführt zu werden." Eine Friedenskundgebung deS deutschen Partcivorstandcs Ter deutsche Parteivorstand hat dem„Labour Leadcr", dem Organ der englischen I. L. P., als Weihnachts» grüß die folgende Erklärung übermittelt: „Unsere wärmste Sympathie ist in dieser schicksalsschweren Zeit bei allen Bestrebungen, die auf eine rasche Beendigung dieses männermordendcn Völkerringens gerichtet sind. Wir hoffen, trotz der Unterbrechung, die der Verkehr zwischen den sozialistischen Vruderparteicn erlitten hat, daß der intcr- nationale Sozialismus nach diesem Kriege eine größere Wirksamlcit entfalten wird, die der Welt in Wahrheit den dauernden Frieden sichert. Ter Vorstand der Sozialdemokratischen Partei Teutschlands." Letzte Nachrichten. TaS Verhalten der T eulscheu in Nordfrankreich. Paris, 13. Januar. iW. T. B.) Der„Tcmps" veröffentlicht den Bericht eines französischen UniversitätsmitgliedcS über' den Zustand der besetzten Provinzen. Danach wird jeder Person täglich ein Pfund Mehl ausgeliefert. Alle Mühlen sind im. Gange. Ter frühere Mangel an Brot, Salz, Zucker, Kaffee, Zünd- hölzern und Tabak hat gänzlich aufgehört. Die Verhältnisse haben sich bedeutend gebessert. Uebcrall sind deutsche Wegweiser angebracht. Der Ausschank von Alkohol ist verboten. Ter Betrieb in den Schulen wird überall fortgesetzt. Die Deutschen versuchen/ die Bevölkerung in jeder Weise zufriedenzustellen und für die Bor- stellung zu gewinnen, daß ein ackerbautreibendes Frankreich und ein industrielles Teutschland natürliche Verbündete gegen das sriedenstörende England seien. Verbotene Friedensagitation. Paris, 13. Januar.(W. T. B.) Der„Tcmps" ver- öffentlicht einen Erlaß an die Amtsmänner, in dem jede Agi- tation für den Frieden strengstens verboten wird.„Gewisse Personen," heißt es in dem Erlaß,„reisen umher und machm Propaganda für den Frieden." Tie Beschießung von Reims. Paris, 13. Januar. lW. X. B.) Das Bombardement von Reims wird mit äußerster Kraft fortgesetzt. Gestern sind 198 Gea-' nate« in die Stadt gefallen und haben bedeutenden'Schaden onzc- richtet.'' Em italienisches Tementi. Rom, 13. Januar. fW. T. B.) Die„Agenzia Stefani" mel- det: Man hat die Nachricht verbreitet, daß binnen kurzem in cini- gen Städten die öffentlichen Schulen geschlossen werden würden, um sie als Kasernen für die unter die Fahnen berufenen Manu- ichaften zu verwenden. Diese Nachricht entbehrt jeder Begrün- düng.. Verlustlisten. Tic Berluslliste Nr. 12! der p r a-u tz i s ch c n?l r m e c ent- )?ält Nerluste. folgender Truppen: Kaiserl. Schutztruppe für Teutsch-Ostafrika. 19. Res.-�nf.-T-iv., Aittendantpr; Gaxde-Gren.-Reg. Augusta: (Äarde-Aes.-Zägcr-Bat.; Gnrde-Schützen-Äa.: Gren.- bzw. Ans- b.pv. A'üs.-Regiment«r Nr. 1. 2, o, i. 10, 11, 12, 16, 17, 18, 20, 22, 2-!. 20, 21, 22, 33, 34, 85, 30, 37, 38. 40, 51, 56, 58, 59, 61), 62. 67, 68. 69, 72. 74. 70, 81, 87. 88, 89, 91, 93, 94. 95, 96, 97, 98, 109, III, 112, 115, 110, 117. 120, 132, 137, 138, 140, 144, 145, 146, 147, 148, 149. 150. 151, 152. 154, 155, 156, 160, 162, 162, 168, 170, 172. 173, 176; Regimenter Nr. 1 und 2 der Brigade Dousiin; Reg. Nr. 1 der Br:g. Reißwitz; Ers.-Reg. Königsberg I und II; III. Landlv.-Bat. Breslau; Res. Jnf.-Regimenter Nr. 8, II, 12, 16. 17, 18. 19, 20, 21, 22, 25. 26, 27. 30. 35. 37, 38, 46. 53. 55, 56, 76. 83, 86, 87, 90, 03, 94, III, 201, 203, 205, 213, 214, 223, 230, 237; Res.-Ers.-Anf.-Reg. Nr. 4; Landw.-Anf.-Regi- menter Nr. 1. 5, 6, 7, 41. 12, 16. 48, 20, 21, 28. 20, 40. 46. 81, 83; Brig- Erl.-Bataillone Nr. 6. 8. 13, 29. 31, 50, 76; Landw.- Brig.-Ers.-Bataillone Nr, 21. 26, 27; Landst-Bataillone Anklam. Bartenstein, I. Beutbsu i. Ob.-Schles., Braunsckuveig I, Krossen, , Frankfurt a. Gleiwitz, Görlitz. HarderSkof. Hohensalza, 1 1. Karlsruhe, Marienburg, Marienwerdcx. Mühlbausen i. Tb., Die W ü r t t e m 5 e r g i 7 cb e Äerluill iste?7r. 92 bringt Verluste der Londw-Jnf.-Regimemer Nr. 120, 121, 123, 124, 125; Aeldart.-Rcg. Nr. 29. 65; I. Pion.-Baü Nr. 13; 2. San.-Komp. Ter Schluß der Sächsischen Verluftliftc Nr. 01, deren Anhalt bereits gestern mitgeteilt wurde, wird vcrösicntlicht. Jäger-Bataillone 3, 15, 10. 20, 24; Maschinengew.-Abteiluirgen Nr. III irnd Posen; Festungs-Maschinengew.-Abteilungcn Nr. 2 "ätzen und Nr. II Sratzburg i. E. Kürassiere Nr. 2, 6, 8; Dragoner Nr. I. ö. 9. 14, 16;. Res.» Trag. Nr. 4; Husaren Nr. 2, 4, 8, 40; Res.-tzusaren Nr. 2, 9; Ulanen Nr. 4, 5; Res.-Ulanen Nr. 5; Jäger zu Prerde Nr. 5. 5. Garde-Feldari.-Reg.; 4. und 3. Garde-R«s.-Feldart.-Reg.; Feldarst-Regimenter Nr. 5, 9. 14, 17, 18, 20. 38. 41. 44, 53. 55, 57, 61, 79, 82; Res.-Feldart.. Regimenter Nr. 5, 15, 20, 22, 43, 44; Feldart. OReg. der 4. Landw.-Div. l. Gardc-Futzart.-Reg.; Futzart-Regimenter Nr. 5, 8; 3tes.- Jutzart.-Regimenter Nr. 10, 25; Landw.-Fußart.-Bat. Nr. 8, Pion.-Regimenter Nr. 18, 19, 21, 29, 31; Pion.-Bataillonc: l. Garde, II. Nr. 2. I. Nr. 5, I. Nr. 6. I. Nr. 11, II. Nr. 14, II. Nr. 45. II. und III. Nr. 16. I. Nr. 17, 1. Nr. 21. I. Nr. 26, l. Nr. 27; Ers.-Plon.-Bat. Nr. 3; 43. und 49. Res.-Pion.-Kpmp.; 2. Landst.-Pu>n.-Komp. des 14. Armeekorps. . Res.-Eisenbahn-Baukomp. Nr. 12; Etappen»iiraftwagen-Kvl. Nr. 61 der 7. Armee. Jnf-Munitions-Kol. Nr. 3 des 7. Armeekorps. San.-Komp. Nr. 2 des 1. Armeekorps; Res.-San.-Komp. Nr. 1 des 1. Reservekgrps; Kan.-Komp. Nr. 2 des 9., Nr. 3 des 16., Nr. 2 des 18. und Nr. 1 des 20. Armeekorps; Fcstungs-San.-Komp. Nr. 1 Metz; KriegS-Lazarett-Abi. des 11. Armeekorps; Feldlazarett Nr. 1 des 1., Nr. 8 des 5., Nr. 10 des 17., Nr. 11 des 20. Armee- korps; Festungs-Hauptlazarctt und Festungs-Hilfslazarett III in Königsberg i. Br.; Festungs-Lazarette Metz und I. Thorn. I. Traiir-Abt. Nr. 4; Res.-Tiv.-Brückentrain Nr. 52 des 26. RescvvekorpS. Gewerkschaftliches. verlin unü Umgegenü. Tarifbcwegung der Hutmacher. Der Verband der Hutmacbsr siebt mit dem Verband der Damen- butfabrikanten in Tarifverbandlungen. Das Ergebnis der beider- seitigen Verhandlungen ist in zwei Entwürfen niedergelegt, von denen der eine von den Arbeitern, der andere von den Unter- nehmern ausgefertigt. ES bandelt sich im wesentlichsten um Arbeits- zeit, ArbeitSvcriniitelnng, Gegenseitigkeitsverhältnis, Äündigungs- Verhältnis und Lohnfrage. Der Entwurf der Ünternebmer fand nicht die Zustimmung einer vom Verband der Hutmacher einberufenen Versammlung. Sie stellte folgende Forderungen dem gegenüber: Achtstundentag; die Arbeits- träste find, io lange solche vorhanden sind, vom Verbandsnachweis der Huimacher zu beziehen. Der Gegem'eitigkeitspasi'us wurde üderbaupt abgelehnt. Des- gleichen iprach sich die Versammlung gegen jede Äündigungsklauiel aus und stimmte dafür, daß in den Vertrag eingefügt werde mit dem Jnkrailtreten des Tarifvertrages verlieren alle abgeschlmiene» Sonderverträge ihre Gültigkeit. Zuletzt wurden noch die Zeil- und Stücklöhne entsprechend abgeändert. Deutsches Reich. Der Kriegshilfsfonds des Mctallarbeiter-Berbandes wird gespeist durch freiwillige Beiträge der Mitglieder, insbesondere auch durch den Verzicht der Verbändsangestellten auf einen Teil ihres Gehalts. Die in Arbeit stehenden Verbandsmitglieder baben leider bisher, wie das„Äorrespondenzblatt" der Generalkommission emer Bekannt- machung des Vorstandes entnimmt, nicht entfernt das geleistet, was die Verbaitdsangestellten leisteten, was ungerecht sei. Der Vorstand erklärt deswegen: „Da unter solchen Umständen eine gerechte Belastung aller Mit- glieder nach einheitlichen Grundsätzen undurchführbar ist und außer- dem aus zahlreichen Zuichrislen der örtlichen Verwaltungen hervor- geht, daß sich auch die vom Vorstand herausgegebenen Kriegsfonds- marken keiner besonderen Beliebtheit erfreuen, so besteht der Vorstand nicht mehr aus der strikten Durchführung der in Nr. 34 4914 des Verbandsorgans gemachten Vorschläge, soweit sie die Höhe der Abgabe betreffen, sondern stellt ibre Festsetzung in das Ermessen jedes einzelnen Mitgliedes ohne Rücksicht auf seine Stellung im Verband und seine Verdiensthöhe. Der geschaffene Hilfsfonds wird auch weiterhin aufrechterhalten und es werden die Mitglieder dringend gebeten, diesem Hilfsfonds nach Lage ihrer finanziellen L.istungs- fähigkeit entsprechende freiwillige Zuwendungen zukommen zu lassen. Der Vorstand glaubt die vorgenommene Llenderung um so eher durchführen zu können, als verschiedene Verwaltungssiellen die Aus- gäbe von Sammellisten an Stelle der KriegSfondsinarken wünschen und sowohl dadurch als auch in Verbindung mit einer etwas größeren Selbständigkeit der Verwafimtgsstellen ein besseres stnanzielleS Erträgnis erhoffen. Schließlich bietet aiick� die bisherige Beteiligung der Angestellten an der freiwilligen Geldsanunlung die Gewähr, das sie nicht hinler den übrigen Verbandsmitgliedern zurückstehen, so n dem ihnen mit gutem Beispiel vorangehen werden." Unterm Burgfrieden. Die die Elberfelder„Freie Presse" mitteilt, findet sich in der „Bcrgisch-Märkischen Zeitung" folgendes Inserat: Wir stellen sofort ein: Maschinenmeister, Schriftsetzer (Nichtverbändler), Buchbinder. Gest. Angebote an Weiß u. Zimmer, G. m. b. H., Geschäflsbücherfabrik, M.-Gladbach. Organisierte Buchdrucker sind von der Arbeit aus- geschlossen. Eine recht eigenartige Auffassung des„Burgfriedens". Mus Inövstne und Handel. Tic rhcimsch-westfälische Montanindustrie und der Krieg. In ihrem Bericht über die Geschäftslage der rbeinisch-westiäli- schen Montanindustrie während des.4. Vierteljahres 1914 schreibt die Fachzeitschrift„Stahl und Eisen" u. a. folgendes: Tie allgemeine Loge hat sich seit Anfang Oktober vorigen JahreS nach und nach gebessert. Der Bedarf trat in größerem Umfange hervor. Viele Werte waren und sind für Heereslieferungen stark beschäftigt. Infolge der Einstellung vieler ungeübter Arbeiter blieb die Durchschnittsleistung teilweise erbeblich unter dem Ergebnis- in Friedcnszeiten, wodurch naturgemäß die Erzeugungs- kosten wesentlich verteuert wurden. Nach den Dauererfolgen unlerer Waffen wuchs nach und nach das Vertrauen, und daß hier keine Täuschung vorliegt, beweist der Stand der Aus- führungsauflräge. Dieser genügte zwar teilweise immer noch nicht selbst für die eingeschränkten Betriebe, aber zuzüglich der eiligen Kriegsauslräge war er in Anbetracht der Zeitlags nicht unbefriebi- gend. Die erfreuliche Anpassungsfähigkeit unserer Industrie an die durch den Krieg gänzlich veränderten Verhältnisse hatte das selbst im feindlichen Ausland Bewunderung erregende Ergebnis zur Folge. daß die Beschäftigung unserer Werke bis 60 und 70 Proz. der Friedenserzeugung erreichte. Nachdem vom Oktober an die Wagenzu- und-abfuhr seitens der Eisenbahnen sich von Tag zu Tag gebessert halte, war es dem Kohlenbergbau invglich, seine gesamte Gewinnung zum Versand zu bringen, nebenbei auch die angesammelten Lagerbeständc abzustoßen, obne damit dem Bedarf voll genügen zu können. Es scheint vielmehr schon festzustehen, daß die Kohlen- sörderung, die ungefähr zwei Dlitteln der Förderung vor dm Kriege entspricht und wegen der fortgesetzten Einziehung der Mann- schasten eher niedriger als höher werden dürste, uicht ausreichen wird, die lebhafte Nachtrage zu befriedigen. Doch wird eine Not im Heiz- Material nickt eintreten, wenn die Verbraucher dazu übergehen. überall da. wo es möglich ist, für Kohlen Koks einzuschieben. Die K o ks Herstellung wird bekanntlich nicht voll verbraucht, sondern in größeren Mengen gelagert; sie muß aber auf der größtmöglichsten Höhe im Interesse unserer Landwirtschasr und Heeresverwaltung gehalten werden. Am Dienstag, früh 4 llbr, verschied»ach längerem Leiden mein lieber Mann, luiicr guter Vater, Schwieger- und Groß- oatcr, der Rcstaurateur IBsäer-t Aeißen im 56. Lebensjahre. Im Namen der Hinterbliebenen Frau Aeißen. ,. Die Einäscherung, findet. nm Freitag,' den 15. Hrnuar.'Nach- nnttägs 2 Nlsr, im Ääcinätorkum (Gerichtlwaße) statt. TIA Sozialdemoln'atisEliepWalilvereiii LI SJerLRelebstagswaliöffeis. 5. Abt. Bez. 539. Am Dienstag, den 1'2. Januar, verstarb unser Genosse, der Gastwirt Lsäert beißen Pappel-Allce 4. Ehre seinem Andenke« 1 Die Einäscherung findet am Freitag, den 15. Januar, nach- mittags 2 Uhr. im Krematorium, Gerichtstraße 37, 38, statt Um rege Beteiligung wird ersucht. 4 Abt. Bez. 549. Am INontag, den 11. d. Acts., verstarb unser Genoisc,- der Maurer kriecirick ,Iodn Schlietstannstr. 36. Ehre«einem Andenke» 1 Die Beerdigung stndet am Freitag, den 15. Januar, nach- miitags 3 Mr. von der Leichenhalle des Elias- Kirchhofes in Niederschönhaujen- Nordend aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 8 Vor Vorstand. Verband der freien Gast- nnd Sebankwine Deutsehlands. Ortsverwaltung Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, da>z der Kollege federt Aeißen Bapvelallec 3/4, Bezirk 3 verstorben ist. Ehre seinem Andenken: Die Ewäicherung liitbel am Freitag, den s 45, d.. ZT.. nach mittags 2 Uhr, im tematorium, Gcrichtstr. 37/38, statt. Um rege Beteiligimg ersucht 45/15 Die Ortsverwaltung. Verband d. Gemeinde- ii, Staatsarii. Filiale GroE-Berlin. Den Mitgliedern geben wir hiermit Nachricht vom Tode, des Kollegen Hermann Heinze Pensionär Sektion Bieb- und Schlachthof. Ehre keinem Andenken l Beerdigung' am"Donnerstag, den 14. tzanuär.' nachmittags 3 llbr.'iwf dem ZeutrakKriedhos in Friedrichssclde. Ilm rege Beteiligung bei der Bestattung des Kollegen enucht 41/5 Die Ortsverwaltung. Deutscher Bauarbeiterverband. Zwclgvcrein Berlin, Bezirk SchSneberg. Am 11. Januar Harb unser Mitglied, der Stukkateur Franz Neubauer. Ehre seinem Andenken! Tie Beerdigung iindet beule Donnerstag, nachmittags 3 Ubr. von der Halle des Matthäi- Kirchhofes smn Priesterweg), aus statt 145,42 Der Vorstand. Deutscher Boizarbeiterverband. Zahlstelle Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unier Kollege, der Töchler Kar! Welke (Charlotteirburg) im Alter van 67 Jahren verstorben ist. Ehre keinem Andenken: Die Beerdigung süldct heute Donnerstag, den 14. Januar. nachmittags 2,/2 Uhr, am dem Südwest-Friedbof in Stahnsdorf statt. 95/13 Die Ortsverwaltuug. Deutscher Iransponarheiter-Verband. Bezirksverwaltung GroB-Berlin. Ten Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege Karl Richter im Aller von 65 Jahren ver- starben ijt.._ Ehre feinem Andenken! Die Beerdigung.' stndet am DonNerstäg, den 14. d. M., nach- mittags 3 Uhr, von der Leichen- Halle des Golgatba-Kirchhofes, BarsuSstraße>ius statt � 79/1 vie Bezirksverwaltung. Fern von der Heimat starb den Heldentod in den Kämlsten in Weikrlandein mein hostnungS- voller lieber Sohn, unser guter Bruder, der Musketier psul Fuchs vom Rei.-Jnf.-Reg. Nr. 294, im b labend en Atter von 19 Jahren. Dies zeigt tiekbetrübl an S79b Verdi stand Fuchs u. Frau, Bruno. Helene und Frida Fuchs, Gekchwikter._ Verband der Kuplerscbniiede Ikeufsehlands. Filiale Berlin. Am lt. Jmmar verstmb unser langjähriges Mitglied, der Kollege Gustav Möller im Wer von 67 Jahren an Herzschlag. Tie Beerdigung imdet am Freitag, den 15. d. MtS., nachmittags 3'/, Uhr, von der Halle des Gemeindesriedhokes in?tdlers- Hof, Hateirbergstraße, aus stall. Ferner verstarb am 12. d. MtS. unker langjähriges-Mitglied und Mitbegründer unseres Verbandes, der Kollege federt Aeißen im Wer von 56 Jahren an Herz- leiden. Die Einäscherung findet am Freitag, nachmlltagS- 2 Uhr, im Krematorium in der Eerichtswaße statt. Ehre ihrem Andenken'. Rege Beteiligung erwartet 99,'S Der Jilialvorstand. Zentral-Verhand der Töpter u. Berufsoenossen Deutschlands. Filiale O roß- Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß am 12. Januar uwer Kollege, der Töpfer Uid>vix Grün lBezirt Steglitzj im'Alter von 31 Jahren an der Lungenjchwind- sucht verstorbeu ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung süidet am Freitag, den 15. Januar, nach- mittags 3 Uhr, von der Leichen- halle des Briher Gememde-Fried- Hofes, Ebausteestraße, aus statt Um rege Beteiligung ersucht 193,2 Ter Borstand. Arbeiter- Badlabrer- Bund „Solidarität", Mitgliedschaft Berlin. In Ersilllung der traurigen Pflicht geben wir hierdurch allen Mllgliedern bekannt, daß untere Bundeogenosfin Martha Stolzenberg (7. flbletümg) im Aster von 27 Jahren vor- swrbeiistkl. Die Beerdigung findet morgen Freitag, den 15. Januar, nach- mittags 3 Ubr. von der Halle des Dankcs.Kjrchhoses in Reinicken- dorf-BZest. Blautekwaße, aus statt, Tie Ortsverwaltung. jli'beitei'-SebviiitiitivereiiiBerliD M. d. A..W.-B, Xaekrnk. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unier treues Mitglied der 4. Abteilung fiviur Pleil infolge her Strapazen aus dem westlichen KriegSschauplan am 23. Oktob. im Onslazaretl Neuen- ahr gestorben ikt Die Mitglieder werden ibm ein dauerndes'Andenken bewahren. 201/16 Der Borstand. Fern von der Heimat fiel auf dem Schlachttelde im Osten am 22. Tezember 1911 wiier innig- geliebter Sohn, guter Bruder, Enkel, Neste und Cousin Urtnr PuseheH im 21. Lebensjahre. Dies zeige» im tiefsten Schmerz an im Namen der trauernden Hinterbliebenen llrnll Puschort u. Frau als Eltern, Otto n Georg Puschert, Brüder. August u. Wanda Puschert, Groß. eitern u. Bernhardine Wittig. 8606 Ruhe tollt in fremder Erde! Heines Werke _ Am 26. November sand im Osten unser lieber Freund und Kollege, der Korrektor 8S8b Franz Wels Uilleroffizier d. N. im Rek.-Jnf.- stiegt 3, gebürtig aus Dresden, 35 Jabre alt. den Heldentod. Vir werden ibm ein dauerndes Andenken bewahren. Di« Kollegen der Buchdruikerei Deutsche Tageszeitung". Für die herzliche Teilnahme und reichen Kranzipenden bei der Be- erdigimg meiner lieben Frau tage ich biermil allen Beteiligten meinen herz- lichsten Dank." 2tA üiari RohlolT. Für die herzliche Teilnahme bei der Beerdigung meines lieben MamreS feräinanä kastian kageu wir allen Freunden, Ber- wandten mid dem Verbanoe der Zimmerer unseren besten Tank. Wve. Wilsselmine Lsstisn 671b nebst Kindern. Heute srüh um 7 Uhr verschied nach schwerem Leiden meine innig geliebte Frau. Mutier, Schwester, Schwägerin und Taille SKsi'äs XIsikss' geb.?laliler im Wer von 34 Jahren. 135A Ties zeigen tiefbellübl a» lohamiss Klaiber und Tochter Fritz»ahler und Frau. Die Beerdlgmig findet Frestag nachm.. 341.-llor von der Leichen- balle des'.. Reinickendorfer Ge- meinde-FriedhofeS aus it-llt. WWWnMUMSI WMW WMIWI>«>»»> UV III» Infolge Uiiglücksfalles starb in Rußland im Aller von 41 Jahren umer VereinSkollege, der Land- sturmnrann ilermsnn Güntker Manteuffelsw. ISO. Ehr« seinem Andenken: vle Kstglledor des 1. Berliner Folack-Verelns. . 3 Bänöc 4 matt• Nachruf. Für die vielen Beweise ausrlchtiger Teilnahme bei der Be- erdigung meines lieben ÄaimeS. mtfereS unvergeßlichen Batere, des Stereotypeurs Adolf Werlitz sage» mir allen Beteiligten auch für die reichlichen Kranzwenden unseren herzlichsten Daill. Eben'o sprechen wir dein Verein der' Stereolvveure und Gawanoplaitiker. deii Firmen H. S. Her- mann. R. Rosse, Ullstein u. Eu., August Scherl, der Linden- druckerei. dem barmidbekitzei verein der Prenzlauer-Tor-Stadt- leite für ihre Kranzspende» und Ansprachen am Grabe des Ber- ftorbeneri, sowie den Säugern und Kollegen unseren auk. richtigsten Dank aus. Im Namen aller iiekwauernden Hinterbliebenen YIM Anna Werlitz. -I18 Artur und Paul Werlitz als Söhne. Buchhandlung Vorwärts Verantw. Redakt.: Alfred Wirlepp, Neulölln. Inseratenteil verantw. Th. Glocke, Berlin. Druck u.VerIaq.-BorwärtSBuchör.u.Äerlaüsall>taIl Paul SingerLrEo., Berlin div. Hierzu 1 Beilage u. Unterhaltiingsbl. Nr. 14. 32. Jahrgang. Nonuerstag, 14. Januar l9lö. Cröbeben in Italien. Wie ein Telegramm auZ Rom meldet, wurde dort Mittwoch früh 7 Uhr 53 Minuten eine starke Erderschütterung der- spürt, die unter der Bevölkerung großen Schrecken hervorrief. Die Erschütterung hat auch die U m g e b u n g v o n R o m heimgesucht. In Neapel nahm man gegen 8 Uhr früh ein etwa 20 Sekunden andauerndes Erdbeben wahr. Die Bevölkerung war stark beunruhigt und lief auf die Straße. Das Erdbeben wurde aucb in P ozzuo li und in Monte R o t o n d o verspürt. Auch aus Caserta, Ei- vitavccchia. Gros feto und aus U m b r i e n liefen Meldungen über Erdstöße ein, die überall große Panik hervorriefen. In Rom rief das Erdbeben große Aufregung hervor, forderte aber keine Opfer an Menschenleben. Jedoch werden einige Sachschäden gemeldet. Der Bogen der alten Porta del Popow hat einen Riß erhalten. Einer der kleinen Türme des Finanz. Ministeriums ist eingestürzt, eine der Statuen an der Front von San Giovanni beim Laterait ist auf den Platz gestürzt und die Kuppel beschädigt. Die Statue auf der Antoniussäule auf der Piazza Co- lonna scheint von ihrem Platz gerückt zu sein, auch scheint sich die Säule von der Mitte an nach rechts zu neigen.' Die Erschütterung verursachte auch einigen Schaden im Vatikan. An der Basilika von Sankt Peter sind 150 Fensterscheiben in der Kuppel gesprungen aber ein weiterer Schaden wurde nicht angerichtet. Ueber die Wirkungen des Erdbebens in der Provinz Rom wird noch berichtet: In Torre Cajetani ist Schaden angerichtet, auch Menschen sollen erschlagen sein. In M a r a n o- A g o st o sind Bahnhof, Glockenturm und einige Häuser eingestürzt, auch Personen sollen zu Schaden gekommen sein. In F i l e t t i n o «Bezirk Frosinone) sind mehrere Häuser eingestürzt, die Kirche ist bc- schädigt, zwei Personen sind verletzt. In Torricello in Sabina schwere Beschädigungen, ein Toter. In Tivoli ein Toter. In Montelanico ist das Telcgraphenamt schiver beschädigt. In Gincto Romano haben einige Häuser Risse bekommen, ebenso in F a g a r o l o und F e r e n t i n o. Weitere Sachschäden, besonders an Häusern, in P a l e st r i n a und F i u g g i. In I e n n e ist der Glockenturm eingestürzt. In M o r l u p o sind einige Häuser ein- gestürzt, in V c l l e t r i einige beschädigt. Weitere Schäden.in A n t i- eoli Corrado. In Perugia wurde ein starkes Erdbeben be- o dachtet, das fünf Sekunden dauerte und eine Panik hervorrief. In E a p u a folgten sich drei Erdstöße. Tie Bevölkerung ist in Emsetzm, ebenso in Castellammare di Stabia, wo zwei heftige Stöße bemerkt wurden. In Cassino fanden zwei starke, langan dauernde Erdcrschütterungen mit unterirdischem Donner statt, in M o n t e C a- s i n o ist das Observawrium schwer beschädigt, die Kirche weniger schwer. In Pescara dauerte das Erdbeben 20 Sekunden. Die letzten Nachrichten besagten, daß ein sehr starker Erdstoß in Ä q u i l a, in C h i e t i und in Castellammare Adriatico bemerkt worden ist, der jedoch nur Sachschaden anrichtete. In Subiaco ist die Kathedrale in Gefahr; dort, sowie in Caprarola und C o r i sind einige Häuser beschädigt. Sehr schwere Schäden werden auch aus Tagliocozzo gemeldet. In S g u r g o l a Marsicana, E a p p e l l e- M a g l i a n o und E a p p a d o c i a ist die Telegraphen- Verbindung mit Avezzano unterbrochen. In Monte R o t o n d o stürzte das zweistöckige Rathans vollständig ein, ein Lehrer und ein Schüler wurden getötet, mehrere anhere Personen schwer verletzt. Einige Häuser zeigen starke Risse. In einer Kirche von Fe r in o brach eine Panik aus, wobei mehrere Personen Ouetschungen davontrugen. In Beroli stürzten mehrere Häuser ein, andere wurden stark beschädigt. Zwei Personen sind dabei um- gekommen, sechs lourden schwer, mehrere leicht verletzt. Auch in T e r a m o, A n c o n a, A v e l l i n o und E a in p o B a s s o tvurde das Erdbeben verspürt; es rief überall große Aufregung hervor, richtete aber an diesen Orten nur leichten oder keinen Schaden an. Den größten Schaden hat das Erdbeben aber in der Provinz Ehieti angerichtet. So sind in der Hauptstadt dieser Provinz zahl- reiche Häuser beschädigt worden, darunter das Telegraphenamt. In Serramonaccsca wurden ztvci Personen getötet und viele verwundet, zahlreiche Häuser stürzten ein. In Lettomanop- p e l l o kam eine Person ums Leben, mehrere wurden ver- letzt, zahlreiche Häuser sind eingestürzt oder erhielten Risse. In Musellaro wurde eine Person getötet. In San Va- l e n t i n o verunglückte eine Person tödlich, mehrere wurden verletzt. Schiver beschädigt tvurden auch die Häuser in Sora, von denen ein Teil eingestürzt ist. Viele Personen befinden sich noch unter den Trümmern und man befürchtet, daß die Opfer an M e n s ch e n l e b e n zahlreich sein werden. Auch in den Provinzen Perugia und T e r a m o sind vielfach schwere Schäden in den Ortschaften vorgekommen. Aus den Ortschaften der Provinz A q u i l a sind bis jetzt etwa 40 Todesfälle und mehrere hundert Verletzungen infolge des Erdbebens gemeldet worden. Der Präfekt sandte Truppen und Sanitätsmatcrial nach Poggio Picenze, Sassa, Tornimpartc, Cagnaiw, Asmiterno, Gagliano, Aterno und Roio. Tie Lpfcr. Rom, 13. Januar.(W. T. B.) In A n v e r s a wurden zwei Tote und drei Verletzte gezählt, in Villalago ungefähr zwanzig Tote und eine unbestimmte Anzahl von Verletzten. Tas Torf F r a t t u r a ist f a st völlig z e r st ö r t worden. Viele Bewohner wurden ge° tötet. Man glmibt, daß sich in P o p o l i und P e n t i in Opfer unter den Trümmern befinden. Tas Rettungswerk ist in Angriff genommen worden. Nachrichten aus Sora ntelden, daß das Erdbeben hier verhängnisvolle Folgen hatte. Viele Häuser sind zusammengestürzt. Tie Zahl der Opfer ist zieinlich groß. In I s o l a L i r i sollen schon z e h n T o t e und h UN d e r t f ü n fz i g Verwundete geborgen war- den sein. Truppen sind mit Zelten nach den vom Unglück betroffenen Gegenden abgegangen. /tos Groß-öerlin. Tie Bereitung der neuen Backware. Ter Handelsminister hat an die Regierungspräsidenten und den Polizeipräsidenten von Berlin folgende Bestiin- mungen gerichtet: l. Um die unbedingt notwendige sparsamere Behandlung unserer Getreidevorräte herbeizuführen, hat der Bundes- rat am ä. d. M. neben einer Verordnung über das Ausmahlen von Brotgetreide und einer Verordnung über das Verfüttern von Brotgetreide, Mehl und Brot eine Verordnung über die Bereitung der Backware erlassen. Tiefe ist durch die Bekanntmachung des Reichskanzlers vom ä. d. M. auf S. 8 des Reichsgesetzblatts veröffentlicht und tritt am 1a. d. M. in Kraft. Ta ihre Bestimmilngen in die Getvohn- heiten des Bäckerhandwerks und der Bevölkerung tief ein- schneiden, auf ihre gewissenhaste Durchführung aber großes Gewicht gelegt werden muß, ersuche ich Sie, mit allen Mitteln dahin zu streben, daß sie möglichst bald allgemein bekannt werden. Insbesondere werden zu diesem Zweck die Tages- zeitungen zu veranlassen sein, den vollen Wortlaut abzu- drucken. Die Bäcker, Konditoren und Verkäufer von Back- Ware sind anßerdeni anzuhalten, gemäß ß 16 der Bekannt- machung Heren Abdruck spätestens am 15. d. M. in ihren Verkaufs, und Bctriebsräunien auszuhängen. Solche Ab- drucke können von Carl Heymanns Verlag in Berlin W. 8, Maucrstr. 44, zu billigem Preise bezogen werden. 11. Außerdem ist es erforderlich, die Durchführung der neuen Bestimmungen von vornherein durch die Ortspolizci- behörden scharf überwachen zu lassen. Dabei ist daraus Be- dacht zu nehmen, daß in größeren Gemeinden, soweit erforderlich. zur Unterstützung der Polizeibcautten besondere Sach- verständige gemäß!s 13 der Bekanntmachung herangezogen werden. Es wird sich empfehlen, bei ihrer Bestellung die Hilfe der Handwerkskammer in Anspruch zu nehmen. Ich ermächtige Sie außerdem, auch die Gewerbeauffichts« beamten mit der gleichen Aufgabe zu beauftragen. III. Von der Befugnis, Beginn und Ende der zwölf- stündigen nächtlichen Betriebsruhe abweichend von 8 9 Abs. 1 a. a. O. festzusetzen, wollen Sie nur aus schwerwiegenden Gründen Gebrauch machen. Dabei ist unbedingt zu ver- meiden, daß es etwa durch die Verschiebung der Ruhezeit er- leichtert wird, die wohlhabenderen Bevölkerungsklassen zu der bei ihnen üblichen Frühstückszeit mit frischem Weizenbrot zu versorgen, während dessen Fertigstellung bis zu der Zeit, in der die Arbeiterbevölkcrung zu frühstücken pflegt, durch die Grenzen, die einer abweichenden Regelung in 8/9 Abs. 2 gezogen sind, ohnehin ausgeschlossen erscheint. Es kann ober zur Erreichung des Zweckes der Verordnung unter Umständen zweckmäßig sein, den Beginn der Arbeitszeit auf eine spätere Tagesstunde zu verschieben, wenn der Hauptverbrauch an Weizenbrot zu einer Zeit erfolgt, zu der bei Beginn der Ar- beitszeit um 7 Uhr schon frisches Weizenbrot geliefert werden könnte. Sollten Sie sich zu einer Festsetzung auf Grund des 8 9 Abs. 2 veranlaßt sehen, so ist eine Abschrift davon mir alsbald einzureichen. IV. Um die Durchführung des 8 �9 zu stchcrn. bestimme ich, daß alles Roggenbrot von mehr als fünfzig Gramm Ge- wicht mit der Ziffer zu bezeichnen ist, die dem Monatstage seiner Herstellung entspricht. V. Zur Vermeidung voll Mißverständnissen mache ich ans folgendes besonders aufmerksam: 1. Tie 8§ 1 bis 8, 12 bis 15 und 17 bis 21 der Be- kanntmachung vom 5. d. M. gelten nicht nur für Bäckereien und Konditoreien, sondern für alle— z. B. auch die land- und hauswirtschaftlichen— Betriebe, in denen Backware hergestellt wird. 2. Mit dem jetzt eingeführten Verbot der nächtlichen Arbeiten zur Herstellung von Backware hat die Bekannt- machnng, betr.' den Betrieb von Bäckereien und Kondito- reien, vom 4. März 1896(R.G.Bl. S. 55) einstweilen das Anwendungsgebiet verloren. 3. Tie in Nr. 1 1 der Bekanntmachung vom 4. März' 1896 vorgesehene Unterbrechung der Ruhezeit durch die Her- stellung des Vortcigs(Hefestücks. Sauerteigs) ist nach 8 9 Abs. I ber Bekanntmachung vom 5. d. M. nicht zulässig: vielmehr sind nach dieser Bestimmung vom 15. d. M. ab alle Arbeiten, die zur Bereitung der Backware dienen, von 7 Ubr abends bis 7 Uhr morgens verboten. VI. Anordnungen ans Grund von 8 4 Satz 2,§ a Abs. 4 Safe 2, 8 7, 8 9 Abs. 3 der Bekanntmachung vom 5. d. M. zu treffen, beabsichtige ich vorläufig nicht. VII. Die Nummern IV und V dieses Erlasses wollen Sie alsbald in geeigneter Weise zur Kenntnis aller Beteiligten bringen.__ Dr. S y d o w. Bekanntmachung. Berlin, 13. Januar. Auf Grund des§ 9 des Gesetzes über den Belagerungszustand vom 4. Juni 1851 wird hier- mit für das Gebiet der Stadt Berlin und der Provinz Bran- denburg bestimmt: Ter Verkauf und Vertrieb jeder Art vom B a ck w a r e. sowohl von Brot als von weißer Ware und von Kuchen, ist vor 6 Uhr früh verboten. Dieses Verbot umfaßt auch das Weiterverkaufen, das Schicken und das Austragen von Backwaren. Das Verbot tritt am 15. Januar 1915 in Kraft. Oberkommando in den Marken. Tas Kriegsfrühstück. Mit den frischen Brötchen zum Morgenkaffee dürfte es von heute ab sein Ende haben, es sei denn, daß es sich um Personen bandelt. die bis 9 oder 10 Uhr schlasen können. Die Frühstücksausträgerin. Der Lazarettunterricht für Kriegs- verstümmelte in Zreiburg i. ö. Dr. med. und phil. Burkhardt, Arzt am Vereiuslazarctt Friedrichgyinnasium, stellt uns seine Erfahrungen über die Bestrebungen zur Verfügung, den durch Verstümmelung aus ihrem Beruf Geworfenen allmählich eine neue Erwerbs- Möglichkeit zu schaffen. Diese Absicht nähert sich der von den Arbeitern und Krankenkassen seit Jahrzehnten propagierten Tendenz, den auf dem Schlachtfeld der Arbeit Verwundeten eine Erwerbsmöglichkeit zu bieten. Er schreibt u. a.: ... beschäftigten von Anfang an gerade die nicht mehr dienst- sahigen Verstümmelten in der Richtung auf ein bestimmtes Be- riifsziel, indem wir durch die Ausbildung des Kopfes die ver- loren gegangenen Gliedmaßen zu ersetzen suchten. .. B�ßzügige Anwendung der Erfahrungen der Friedens- kruppelstrsorge auf unsere Krieger durch Pros. Biesalski- .„..ff �ratff'e die wichtige Parole, den Kriegsverstüminelteii nach Möglichkeit seinem Beruf und seiner Heimat zu erhalten, ihn einem' neuen Berufe nur dann zuzuführen, wenn trotz mediko-mechanischer: und orthopädischer Behandlung und trotz geschickter künstlicher Glieder, in denen wir jetzt außerordentlich weit fortgeschritten sind,; der alte nicht mehr nutzbringend ausgeübt werden kann. Wir entgingen durch diese Parole der Gefahr, den Arbeitsmarkt nach dem Friedensschlüsse mit einem Heer von Schreibern und Bureau-. beamten zu überschwemmen, den Berufen, die jedem Verstümmelten! am nächsten liegen, und die tatsächlich auch immer zuerst ins Auge gesaßt werden. Aus diesen Erwägungen und Erfahrungen ergab sich der Plan für eine praktische Anpassung der Verstümmelten an die neuen, durch ihre Verwundung geschaffenen Bedingungen. Es handelte sich zunächst darum, festzustellen, was jeder nach zweckmäßigstei (chirurgischer und orthopädischer) Beharid'ung in seinem Berufe noch leisten könne, zweitens darum, durch Unterrricht und Ucbung den Ausfall wettzumachen oder den neuen, unter Berücksichtigung des Lebensganges und des alten, geeignetsten Beruf zu finden und zu lehren, und drittens, dem Neuorientierten eine Arbeitsstelle| zu vermitteln, die ihn zusammen mit der Pensionsbeihilfe des• Staates ernährt. Wir gründeten demgemäß in Freiburg eine �zentrale Organi- satien, deren Vorsitz und Leitung der bekannte Stäatsrechtslehrer« Geb. Rat Rosin zu übernehmen die Freundlichkeit hatte, sie gliedert sich in drei Ab'eilungen. Tie erste, von uns wirtschaftliche genannt, setzt sich aus Kennern der Berufe und Arbeitsverhältnisse zusammen.; sie wird hier gebildet von zwei Privatdozenten der Nationalökonomie und einem erfahrenen praktischen Juristen. Sie soll den Verstümmelten bei der Berufswahl beraten. Der zweiten, der stnterrichtsabteiluug, gehören die Rektoren der Handels-, Ge- werbe- nnd landwirtschaftlichen Schule an; sie bestellt die Lehr- kräftc. Die dritte bildet das Arbeitsamt mit seinem Vorstande. Tic Tätigkeit der Organisation, die zunächst vom Vereins- lazarett Friedrichgyinnasium erprobt, dann auf die_übrigeii Rote Kreuzlazarette ausgedehnt wurde, bewährt sich. Schwierigkeiten boten sich der Tätigkeit der ersten Abteilung, die damit beginnen mußte, die Verstümmelten über ihren bisherigen Berus und LebenSgang zu befragen und sie zu beraten. Ein solches Be- ginnen, auch wenn es mit allem Zartgefühl geschieht, setzt cnt- gegenkommendes Vertrauen voraus. Die besuchenden Herren klagten, daß sie oft mit gegenteiligen Gefühlen, mit Mißtrauen, empfangen wurden und nichts ausrichteten. Wir bedurften hier der Vorarbeit derjenigen Person, der der Verwundete naturgemäß das größte Vertrauen entgegenbringt: des Arztes, der durch ver- ständnisvolles Eingehen auf schmerzen und sorgen während einer Reihe von Tagen sich solches Vertrauen verdient hat. Den Zwecken der wirtschaftlichen Kommission wurde am besten vorgearbeitet, wenn der Arzt, der bei den schweren, verstümmelnden Berwun- düngen doch täglich erhebliche Zeit reinigend und verbindend mit dem.Krieger sich beschäftigen muh, diese Gelegenheit benutzte, sich ganz langsam, über Tage verteilt, in Lebensgang und-weise zu versenken und ihm die Frage an ihn,»in Rat und Hilfe bei Zukunftsentschlüssen als ganz selbstverständlich nahezulegen. Reckt oft findet dann der Arzt selbst schon den erlösenden Rat; er wird ihn mit psychologischem Feingefühl dem Patienten nicht direkt sagen, sondern suggerieren, als hätte ihn jener als eigenen selbst gefunden. Fehlt dem Arzt die nötige Kenntnis der Berufe, so iit sein Patient wenigstens so vorbereitet, daß er das Mitglied der wirtschaftlichen Kommission als einen- Helfer und Freund des Arztes wie diesen selbst empfängt. Ter mit tätiger Mitwirkung des behandelnden Arztes gefaßte Entschluß trägt, da er� auf dem treibenden Gefühl des Vertrauens gefaßt wurde, seinen Sezzeu noch weit über den Anfang hinaus; er stützt die ganze Arbeitszeit. Konnten wir der idealen Hilfe des Arztes bei der Neuorientie- rung der Verstümmelten nicht entraten, so suchten wir ihm die zeitraubende Beantwortung langer Fragebogen zu ersparen. Wir begriffen es, daß ähnliche Unternehmungen an andern Orten daran scheiterten, daß die Aerzte die grundlegenden, bis zu hundert! Fragen zählenden Bogen nicht ausfüllten. Dazu haben die� Aerzte keine Zeit. Die uns viel wichtiger erscheinende individuell seelische Bearbeitung des Patienten werden sie bereitwillig übernehmen. weil sie ohne Zeitverlust gelegentlich geschehen kann. Unser Fragebogen, deren Muster wir an Interessenten gern versenden, enthält nur vier Fragen zur Beantwortung! 1. Ver- letzung(deutsch) und voraussichtliche Folgen; 2. eigene Absichten des Verletzten; 3. bis wann voraussichtlich im Lazarett? 4. Ausgeh- fähig oder bettlägerig?— Was die Organisation weiter zu wissen nötig hat(Berus, und letzter Arbeitgeber, Familienverhältnisse, Vermögen) erfragt sie später selbst. Die Hauptaufgabe der wirtschaftlichen Abteilung ist, daS Ge- wünschte mit dem Möglichen und Nützlichen in Einklang zu bringen. Sie schon setzt sich unter Umständen mit dem Arbeitgeber in Ver- bindung. um den Verstümmelten vielleicht seine frühere Arbeits- stelle zu sickern, wozu nach Umfragen bei staatlichen und privaten Betrieben zu schließen, weitestes Entgegenkommen erwartet werden kann. Tie Lchrabteilung teilt den gemeldeten Krieger dann ent- weder der Handelsschule(Maschinen-, Schön- und Kurzschrift, Buch- führung, kaufmännisches Rechnen'« zu oder der Gewerbeschule mit ihren Werkstätten für alle Handwerke oder der Landwirtschafts- schule. Sämtliche Lehrkräfte stellten sich dankenswert unentgeltlich in den Dienst der guten Sache. Der Magistrat von Freiburg ge- nehmigte die Benutzung seiner Schulräume und Werkstätten. Das Arbeitsamt endlich, mit Herrn Vorstand Lauer an der Spitze, hat die Unterbringung der Ausgebildeten übernommcn. Wie wertvoll die wirtschaftliche Kommission in Verbindung mit dem behandelnden Arzt wirken kann, dafür seien sechs Verstümmelte aiifgesührt, die obne Beratung sämtlich„Schreiber" geworden wären. t. ISjähriger Kriegsfreiwilliger. Wegen Abschuß des linken Armes ist der frühere Berus als Zahntechniker unmöglich. Er erzählt dem Arzte, daß er kurze Zeit ein Lehrerseminar besucht. aber dann aus Leichtsinn verlassen halte. Der junge begabte Mann wird hier bis zum Herbst für die dritte Seminarklaffe bor- bereitet und wird in 3% Jahren Lehrer sein. 2. 24jähriger Tapezierer. Abschuß in der Mitte des linken Oberschenkels. Zeichnet schön, iodaß ibn sein Meister schon als Lehrling Dekorationen entwerfen ließ. Wird an der Gewerbeschule als Tckorationszcichncr ausgebildet. Sein Meister will ihn als solchen einstellen. 3. Motorboolführcr aus Hamburg. Verlust des rechten Armes. Hatte Bücher und Andenken bei seinen Fahrten in Kommission. Lernt Englisch und erhält dann eine Stelle als Buch- und Andenken- Verkäufer auf Auslanddampfer. 4. Bäckergeselle. Zermalmung des linken Fußes. Lernt Buch- führung und kaufmännisches Rechnen und führt dann den Ge- trcidehandel und die Bäckerei seines verstorbenen Schwagers fort. 5. Bürstenmacher. Schußlähmung des linken Armes. Lernt Französisch und kaufmännische Buchführung, um Buchhalter im Kolonialwarengeschäft seines Schwagers in Genf werden zu können. 6. Landwirt. 23 Jahre. Verlust des ganzen rechten Armes. Wird sich mit seinem Bruder in die Bewirtschaftung des elterlichen Anwesens teilen, so daß er das kaufmännische im wesentlichen übernimmt. Wird in landwirtschaftlichen und kaufmännischen Fächern unterrichtet und im linkshändigen Schreiben. Da nun durch geeignete künstliche Glieder und mechanische Vorrrichtungen eine große Zabl Verstümmelter zur Ausübung ihres alten Berufes ohne weiteres befähigt wird(unser Steinmetz mit zwei künstlichen Beinen wird z. B. seinen Berns voll aus- üben können), muß die Zahl derer verhältnismäßig gering sein, deren Orientierung Schwierigkeit bereitet, trotz der setz: schon großen Zahl Verstümmelter. Für sie dürften dann die Verlegen- heitsstellcn als Beschließer, Führer usw. vorbehalten bleiben und genügen. Wir glauben, nachdem sich die Tätigkeit unserer Organisation bewährt hat, ähnliche Einrichtungen für alle Städte mit größeren Lazaretten empfehlen zu sollen. Da aus Gründen zweckmäßigster medizinischer Behandlung die Schwerverwundeten wohl mehr und mehr ausschließlich in größere, mit allen' Einrichtungen der Cht- die in aller Frühe schon auf den Beinen sein mußte, in borläufij, ausrangiert; sie wird abwarten müssen, in welchem Ilmfange das Publikum die Backware sich im Laufe des Tages oder des Abends ins Haus bringen lassen will, um eS am anderen Tage alt zu ge- uießen. Piele Frauen werden versuckcn, das alte Gebäck auf ivanner Herdplatte etwas frisch zu gestalten und von der Bekömmlichkeit der neuen Backware wird eS abhängen, ob man bei derselben bleibt oder sich ganz dem Brotgenuß zuwendet. Die Bäckermeister versuchen, dem neuen Zustand sich anzupassen. Die Bäckermeister des Westens haben beschlossen, in Rücksicht auf ihr Publikum des Morgens kein Frühstück austragen zu lasten. sich vielmehr auf die Abendstunden zu beschränken, wo die Ware noch frisch ist. Dem in Berlin'W beliebten Knüppel soll der Todes- stoß versetzt werden. Man macht dort den Versuch, eine S-Piennig- Semmel einzuführen; es besteht dort aber die Ansicht, daß in einigen Wochen ein Einheirsgebäck von der Regierung vorgeschrieben werden dürfte. Was niemand bedauern dürfte, ist, daß die vielen Kinder, die des Morgens beim Austragen von Backwaren beschäftigt wurden, endlich ihre verdiente Ruhe bekommen werden. Herstellung von Aleischkonserven. Tie Herstellung von Fleischkonserven im Haushalt stößt auf große Schwierigkeiten. Es sind hierzu besondere Apparate und zahlreiche Kunstgriffe erforderlich, oa andernfalls längere Haltbarkeit und absolut keimfreie Fleischkonserven nicht er- sielt werden können. Teshalb können hier nur besonders eingerichtete Betriebe den gestellten Anforderungen sich ge- wachsen zeigen. In Berlin bestehen eine Reihe solcher großen Konservenfabriken. Eine große Anlage ist vor einiger Zeit in den Räumen des ehemaligen Frauenastils in der Kolbergcr Straße errichtet worden, nachdem die hier nächtigenden Frauen in einer Abteilung des angrenzenden Männerasyls in der Wiesenstraße Unterkunft gesunden haben. Tie Anlage besteht aus einer Reihe miteinander ver- bundener Einzelräume. Man betritt zunächst die luftige Fleischhalle, in der das Fleisch in ganzen Vierteln an eisernen Ständern aufgehängt ist. Von hier aus gelangt man in die Entbeinungsräume, in denen das Fleisch von Knochen und Sehnen befreit und danach in aus Transportwagen stehenden Mulden zu den Zerkleinerungsmaschinen geführt wird. Tiefe Maschinen haben jede eine stündliche Leistungsfäbigkcit von reichlich 2000 Kilo. Das zerkleinerte Fleisch wird als- dann nochmals einer Sichtung ans etwaige nnbrauckchare Ab- gänge unterworfen und kommt nun nach vorhergehender Mengung mit Salz und Aüchengewürzen zu den Dosierungstischen, wo eS in die vorher sauber gereinigten Tosen ein- gewogen wird. Am Kopfeiwe jedes Tisches werden die Dosen mit Deckeln versehen und durch automatische Maschinen luftdicht verschlossen. In eisernen durchlochten Körben, die durch Flaschenzüge in Autoklaven eingebracht werden, setzt man nun die Dosen genügende Zeit strömenden Dämpfen aus. Nach dieser Sterilisierung fährt man die Körbe in große Kühl- tanks und kühlt die Dosen aus zirka 3o Grad Celsius ab. In Holzkästen führt man die Dosen dann in die Bruträume, in denen sie bei einer Temperatur von 37— 38 Grad Eelsius mindestens 36 Stunden verbleibem Die nicht keimfreien Tosen treiben hier auf und werden entfernt. Die sterilen Dosen werden in kalte Räume gebracht und nach einigen Tagen der Beobachtung versandsertig gemacht. Aus die hygienische Seite ist das größte Gewicht gelegt. Es ist selbst ein Kronkenzimmer für vorkomniende Unglücksfälle vor- handen. Tie Herstellung derartiger Fleischkonserven zur Ver- sorgung von Armee und Bevölkerung auf Vorrat erscheint als das geeignete Mittel, einem zukünftigen Fleischmangel vorzubeugen. Arbeitermangel im Fuhrwesen. Unter dieser und ähnlicher Ueberschrift wurde ain Sonnabend und Sonntag in der Tagespreise über den zurzeit sich bemerkbar »rächenden Mangel von geeigneten Arbeitskräften für die Kohlen- Handelsbetriebe und in dem Betriebe der Alüllabfuhrgesellschaft»Tie rurgie, Röntgentechnik, Orthopädie usw. ausgerüstete Kranken- Häuser überführt werden, die sämtlich in größeren Städten liegen, dürfte die Besorgung der Lehrkräfte keine sorge machen. Für die Zusammensetzung der wirtschaftlichen Kommission bilder die unsere keine Schablone, so gut sie arbeitet; es werden sich andern- orts aus anderen ständen ebenfalls geeignete Berater finden lassen. dann der enllassungssähige_ nicht abgeschlossen ist, leicht in seiner Heimat wettergebildet werden kann. Wir empfehlen deshalb in eurer darum in einer der Ver- stümmeltenfürsorge gewidmeten Sitzung des Grb. Ministeriums des Znnern in Karlsruhe, die durch einen Vortrag von Professor B i e s a l s k i- Berlin eingeleitei wurde, gleiche Organisationen wie in Freiburg in allen geeigneten Orten des Landes, ja des Reiche?, erstehen zu lassen. Die von Exzellenz v. Bodman geleitete Ver- sammlung erachtete die Freiburger Vorschläge für zweckmäßig und einfach genug, sie auch anderweit mit Aussicht auf Erfolg zu verwirklichen. Tie Gründung der einzelnen Organisationen überuimmi am besten das Rote Kreuz des betreffenden Ortes; diese Form wurde in der erwähnten Sitzung im Erh. Ministerium des Innern ,u Karlsruhe als gedeihlichste erkannt und war auch hier in Freiburg gewählt. Sie wird mit den Organisationen der Krüppel- süriorge aus innerer Verlvandtschafi und nicht zum ivenigsten aus Zweckmaßigkeitsgründen Fühlung suchen; denn ihre Ersahrungen sind es, die uns jetzt wesentlich zugute kommen, ihre 57 mir Werk- slätten für alle Berufe ausgestatleten Heime stehen, wie Professor Biesalski verkündete, unseren Kriegskrüppeln offen. Es werden also auch Henen, die während ihres Heilungsverlaufes im Lazarett sich noch nicht auf ein späteres Berussleveii einstellen und ein- arbeiten konnten, Stätten bleiben, die dies ergänzen. Uns sollen sie die Vorbilder sein, in dem, was sie durch liebevolles Eingehen aus das Vorhandene und planmäßiges, beharrliches Ausbilden des- selben in früher ungeahnter Weise erreicht haben; sie sollen uns immer von neuem anregen und befruchten. lind wenn durch die von uns befürworteten Organisationen zur Fürsorge für Kriegs- verstümmelte außer den Aerzten noch recht weite Kreise zur Arbeit für die unmittelbaren Kriegssolgen herangezogen werden, so ist auch dies ein erfreuliches Ergebnis, das die Helfer selbst warm nni'ug empfinden. Den», was gibt es für die Daheimgebftebenen ibönereS zu tun, als Wunden zu heilen, und die Eingliederung b. i durch Kriegsverstümmelungen aus ihrem Beriste geworrenen in das pulsierende und arbeitende Leven des Friedens ist auch Wundheilung, nicht weniger dankenswert als die körperliche. Der Grundgedanke, dessen praktische Ausführungsver- suche Dr. Burkhardt hier beschreibt,� ist gewiß anerkennens- und nachahmenswert. Eine andere Frage ist Die. ob es nicht ratsam erscheint, die Organisation nicht dem Roten Kreuz, sondern den Arbeiterorganisatioiieu und den Krankenkassen zu übertragen oder sie wenigstens nfit. heranzuziehen. Dieser Weg dürste'für praktische Erfolge der geeignetste sein. \ Mirtschastsgenossenschaft Berliner Grundbesitzer" öerichiet. Auch der „Vorwärts" halte hiervon Notiz genommen mit dem Bemerken, daß dieser Mangel an Kräiten in bestimmten Betrieben nicht als Be weis daftir dienen dürfe, daß viele Leute Unterstützung bekommen die es nicht bedürftig sind und deshalb wohl keine Arbeit annehmen Hierzu wird uns noch geschrieben. Es kann nicht in Abrede gestellt werden, daß in verschiedenen Verkehrsbetrieben zurzeit ein Mangel an geeigneten brauchbaren kräftigen Arbeitern sich be merkbar gemacht hat, aber es muß doch betont werden, daß von einem nicht genügenden Angebot von Arbeitern auch in diesen Beirieben im allgemeinen nicht gesprochen werden kwm. Besonders trifft dies bei der Winschafisgenossenschast Berliner Grundbesitzer zu. Die Ge- sollschaft sucht jetzt alle Tage durch Anschläge an den Säulen und durch Zeilungsinserate Arbeitskräfte. Auf diesen Bekanntmachungen hin melden sich jeden Morgen eine große Anzahl von Ar- beitslosen. Am Montag, den 11. d. M., war das An- gebot von Arbeitskräften auf dem Depot Mühlen- straße ein besonders großes. Unter den sich Meldende.� befinden sich auch Leute in besserer Kleidung. Mag auch der immerhin annehmbare Lohn, den die Gesellschaft nach den dort be- stehenden Tarifverträgen zahlt, dazu dienen, daß sich die Arbeiislosen tu so großer Zahl bei ihr melden, so ist das doch auch ein Beweis dafür, daß im allgemeinen von einer Arbeitsscheu der Stellenlosen nicht die Rede sein kann. Bedauerlicherweise find von den sich meldenden Leuten nur verschwindend weitige für die hier verlangte Arbeit kräftig genug. Täglich werden frühmorgens neue Leute ein- gestellt. Viele hören, nachdem sie zwei oder drei Kästen mit Müll in den Wagen geschafft haben, wieder auf, andere versuchen es einen halben, auch einen Tag und stellen dann die Arbeit wieder ein, weil die körper liche Anstrengung, welche das Tragen und Hantieren mit den schweren Müllkästen erfordert, über ihre Kräfte hinausgeht. Man vergegenwärtige sich, welches Maß von Körperkräfte erforderlich ist, um diese Arbeit leisten zu können. Ter Rauminhalt der Müllkästen ist auf 200 Liter bemessen. Ein solch eiserner Kasten wiegt schon leer 97—99 Pfund, also beinähe 1 Zentner. Zur Winterzeit beträgt das Gewicht eines solcher Kästen, wenn er mit Müll vollgefüllt ist, zirka drei Zentner. In Grundstücken mit Fabriken oder sonstigen industriellen Betrieben so- wie Dampfheizungen, Restaurants usw. kommt es vor, daß die an- gefüllten Müllkästen ein Gewicht von 5— 6 Zentner erreichen, be sonders dann, wenn außer dem Hausmüll noch schlacken und anderer schwerer Unrat mit in die Kästen geschüttet wird, was eigentlich nicht zulässig sein soll, aber immerhin täglich geschieht. Da nun aus den meisten Grundstücken die Müllkästen auf den letzten Hofraum oder auch in Kcllergängen aufgestellt find, so kann man sich einen Be- griff davon machen, wie schwer es für die Arbeiter ist und was für Körperkrast dazu gehört, solche schivcre Kästen in sogenannte Trage- rieme von den Grundstücken bis hinaus auf die Straße zum Fuhr- werk zu tragen. Hinzu kommt noch das Hinaufheben solcher Lasten und Auskippen in die Patentwagen. Dies letztere erfordert neben der anzuwendenden Kräfte auch noch eine besondere Geschicklichkeit. Durch ungeschicktes Anheben eines der beiden Arbester kann sehr leicht sein Nebenmann verunglücken und schweren Schaden an der Gesundheit nehmen. Das Arbestspensum ist pro Tag für die Mehr- zahl der Fuhrtverke aus drei Touren bemessen mst einer Kaftenzahl von 135, welche zu laden sind. Es soll nicht unerwähnt bleiben, daß nicht jeder Müllkasten das oben erwähnt« Gewicht erreicht und daß sich in den Sommerntonaten die Arbeit nicht so schwer gestastet, weil die Müllmengen aus den Grundstücken nicht so groß und die Kästen weniger geftillt sind. Vor dem Kriege war es der Gesellschaft gelungen, einen ent- sprechend kräftigen Arbeiterstamm gegen annehmbare Löhne heranzuziehen, welche diese Arbeiten zu leisten imstande waren und sich durch Gewohnhest und gegenseitiges geschicktes Zusammenarbeiten die Arbeit erleichterten. Da nun diese kräftigen Mannschaften der Gesellschaft durch die Einberufung zu den Fahnen zum allergrößten Test genommen wurden, ist dieselbe bezüglich der Aufrechlerhaltung ihres Betriebes aus große Schwierigkeiten gestoßen. Diese Schwierigkeiten werden sich fiir die Dauer des Krieges wohl kaum beseitigen lassen, wenn nicht die Ge- sellschast dazu übergeht, eine Erleichterung der bisherigen Arbeits- Methode in irgendeiner Weise herbeizuführen. Auch für den Kohlen- großhandelsbetrieb trifft zu, daß für die Arbeit, die zu leiste» ist, kräftige Leute erforderlich sein müssen; wenn die Arbeit auch nicht ganz so schiocr ist wie bei der Müllabsuhr, immerhin ist das Ab- tragen von Kohlen, wenn Treppen zu steigen sind, eine anstrengende Tätigkeit, die viele Arbeiter mit dem besten Willen nicht zu leisten im- stand« sind. Was bezweckt die ReichswoUwoche? In der Zeit vorn 18. bis 24. Januar wird im Reiche eine Wollwoche veranstaltet. Es sollen alle entbehrlichen wollenen und baumwollenen Sachen(Herren- und Frauen- kleidung, auch Unterkleidung und Tuche usw.) gesammelt, des- infiziert und durch Heimarbeiterinnen zu Decken für unsere im Osten kämpfenden, unter erheblicher Kälte leidenden braven Truppen verarbeitet werden. Tamit soll zweierlei erreicht werden: einmal werden unsere Truppen vor der Kälte geschützt und dann werden zugleich zahlreiche Heimarbeiterinnen beschäftigt. Für Berlin ist die Durchführung dieser Wollwoche in die Hand des Berliner Roten Kreuzes gelegt. Die Bezirksvorsteher Berlins werden die Sammlung übernehmen. Die Sachen sollen in Pakete verschnürt und an den Hauswart abgegeben werden. Die Abholung soll durch Hilfskräfte des Jung- dcutschlandbundes erfolgen und zwar nach besonderen in der Nähe gelegenen Sammelstellen, von wo aus wiederum Spedi- teure die Sachen abholen._ Kriegsfürsorge in Berlin und Bororten. Unter diesem Titel ist jetzt vom Verlag Buchhandlung Vorwärts ein Bückilein zum Preise von 30 Ps. herausgegeben worden. Be- arbeitet ist dasselbe im Auftrage des Verbandes sozialdemokratischer Wablveretne Berlins und Umgegend von Paul Hirsch. Aus dem In- halt heben wir hervor: Familienunterstützungen und Mietunter- stützungen, Unterstützungen der Familien der zu den Fahnen ein- beruienen städtischen Arbeiier, Kreditfürsorge, MieteinigungSämter, Unterstützung an erwerbslose Nichtkriegsteilnebmer und deren Familien, Nahrungsmittelversorgung. Schulspeisungen und Krankenfürsorge. Außerdem werden in einem Anhang die Fragen: Räumungsklagen gegen Familien von Ktiegsteilnehmern und Erhebung der Steuern von Kriegsteilnehmern behandelt. Die Bcrkchrsbcschränkungrn, die, wie gemeldet, von morgen ab ans den Berliner Stadt-, Ring-, und Vorortbahnen eintreten werden, haben ihren Grund darin, daß die ausfallenden Züge in der letzten Zeit nur sehr spärlich benutzt wurden. Der Berussverkehr wird übrigens durch die Einschrärmmge» nicht berührt, denn in den Früh- stunden bis 9 Uhr. in der Mittagszeit bis gegen I'/z llhr und abends zwischen 5 und 8 Uhr werden die Züge auf allen Stadt- und Bor- ortstrecken fahrplanmäßig verkehren. Sammlunge» fiir n»tl eidende Ostpreußen veranstaltet ein noch unbekannter Betrüger, der sich für einen Kaufmann Adalbert Meper aus Berlin ausgab und von verschiedenen Staatsanwaltschaften ge- sucht wird.„Meyer", der bei den Sammlungen gefälschte Urkunden vorwies, wurde schon einmal in Dannigkow sestgenommen, verstand es jedoch, uiiteriveg? wieder zu entweichen. Ter Betrüger ist ein Mann in der Mitte der dreißiger Fahre, hat ein schmales Gesicht und einen dunkleit, englisch gesiutzlen Schnurrbarl und trägt einen Sakkoanzug, eine Sportmütze mu Schnalle und einen Stehkragen mit umgelegten Ecken.__ Mietbeihilfe in Wcificnsce. Die KriegSkommission hat beschlossen mit rückwirkender Kraft vom 1. Dezember 1914 ab Beihilfen zur Miete an die Frauen von Kriegsteilnehmern und an erwerbslose Angestellte, Arbeiter, kleine Gewerbetreibende und Angehörige freier Berufe zu gewähren, die mit dem Hauswirt oder dessen Stellvertreter einen Mietvertrag ab- geschlossen haben. Den alleinstehenden Frauen der Kriegsteilnehmer werden gleich geachtet Verwandte, die mit einem unverbeiraleteu üriegsieilnebmer einen gemeinschaftlichen Haushalt geführt haben. Für die Äriegersamilien ist das monatliche Extsienzminimum solgendet- maßen festgesetzt: Für eine alleinstehende Frau auf 24.00 M. ,,„ Frau mit 1 Kind„ 32,00„ „»„„ 2 Kindern„ 40,00„ » ,, ,,»3„„ 4b, 00» »»»» 4»» 52,00„ »»» ,, o»» 58,00» AlS Beihilfe zur Miete ist pro Monat vorgesehen: Für Frauen ohne Kinder höchstens 15.00 M. »» mit 1 Kind„ 12.50„ „»„2 Kindern„ 10,00„ »»»2 ,, ,, i ,50 ,, »»» 4 ,,» 5,00„ In ollen Fällen erfolgt die Gewährung nur bis zur Hälfte der tatsächlichen Miete, und wenn der Vermieter sich zu einem den Ver- hältnissen des Mieters entsprechenden Mielnachlaß versteht. Tie Zahlung erfolgt grundsätzlich an den Vermieter. Diesem steht auch daS Recht zu, unmittelbare Zahlung aus den 100 Proz. KreiSzuschlag zu beantragen. Ist das oer Fall, dann dürfen die Zahlungen aus dieser Unietstützung nur bei Frauen mit 4 Kindern mit höchstens 10 M., bei Frauen mit 5 Kindern mit höchstens 15 M. und bei Frauen mit mehr als 5 Kindern mit höchstens 20 M., aber wieder nur bis zur Hälfte der tatsächlichen Wohnunasmiele stattfinden. Beträgt der Kreis, Uschlag weniger als 100 Pro,., so sind diese direlten Zahlungen entsprechend niedriger zu bemessen. Erwerbslose können die Miibeihilte erhalten, wenn sie durch den Krieg unverschuldet in Not geraten sind, und während der letzten vier Wochen vor Stellung deS Antrages Erwerbs- und Arbeitslosen- Unterstützung erhalten haben. Bei mehr als 500 M. Wohnungsmiete fällt die Beihilfe fort, die nur bis zur Höhe von 50 Proz. der Miete und bi§ zum Höchsibelrage von monatlich 15 M, gewährt wird. Voraussetzung für die Zahlung ist auch hier wieder, daß ein Miet- Nachlaß stattfindet und der Vermieter eine schriftliche Verpflichtung eingeht, den Mieter während der Dauer der Zahlung der Beihilfe wohnen zu lassen. Die Verweigerung der Uebernabme einer an- gemessenen Arbeit schließt die Gewährung einer Beihilfe aus. Die Anträge wegen der Beihilfe sind mündlich oder schriftlich unter Bor- legung des Mietvertrages an das Wohlfahrtsamt, Piftoriusslr. 24. zu richten. Die Prüfung derselben erfolgt durch die Bezirks- vorsteher. Unfälle im Straßenverkehr. Zu einem Zusammenstoß zwischen einer Kraftdroschke und einem Wagen der Berliner Paketfahrt-Gescllschaft kam eS in der Dienstag Nacht in der Belle-Alliance-Straße, gegenüber der Dragoner- kaserne. Gegen 2 Uhr bestiegen der Vcrsicherungsdirektor Alfred Weymann und dessen Frau eine Kraftdroschke, um nach Hause zu fahren. Als der Wagen durch die Belle-Alliance-Straße fuhr, kam gerade aus der Teltower Straße her ein Fuhrwerk der Paketfahri- Gesellschaft. An der Ecke stießen beide Fahrzeuge so heftig zusammen daß sowohl der Kraftwagen wie der Wagen der Paketfahrt-Gesell> schafl arg beschädigt wurden. Das Verdeck des Kraftwagens ging dabei ganz in Stücke. Aber weder sein Führer, der Chauffeur, noch der Kutscher des Wagens erlitten Verletzungen. Tagegen erlitten die Eheleute nicht unerhebliche Verletzungen.— Von einem Straßen- bahnwagen überfahren wurde am Dienstag in der Königstraße eine noch unbekannte Frau von etwa 45 Jahren. Beim Ueberschreiten des Fahrdammes vor dem Grundstück Nr. 32 geriet sie unter einen Wagen und zog sich außer anderen Verletzungen eine Gehirn- erschütterung zu. Besinnungslos wurde die Verunglückte nach dem Krankenhaus am Friedrichshain gebracht. Die Bibliothek der Arbeitcrdildungsschulc ist heute. Donnerstag, von 8—0 Uhr abends geöffnet. Sie befindet sich Lindenstraße 3, IV. Hoi rechts, 3 Treppen. Wer ist der Tote? Im städtischen Obdach schwer erkrankt und bald darauf im Krankenhause am Friedrichshain gestorben ist ciu unbekannter Mann von etwa 55 Jahren. Papiere, die über die Persönlichkeit des Toten Aufschluß geben könnten, fand man nicht bei ihm. Der Unbekannte ist 1,67 Meter groß, hat einen roten melierten Vollbart und Narben an den Unterschenkeln und trug einen dunklen Uebcrzieher, ein graues Jackett, eine duniclgraue Hose und chwarze Schnürschuhe. Durchgeheitde Pferde in der Walierstratze zu Neukölln veranlaßteu vorgestern das Gerücht von einem Fuhrwerksdiebstahl. In Wirklich- keit hatten die Pferde während der Zeit, in der der Führer eine Wirtschast aufgesucht hatte, einen Ausflug nach Britz unternoinineit, wo die Ausreißer dann gestellt wurden. Vermißter Krieger. Der Soldat Wilhelur Kögler der 3. Komp. des 1. Reserve-Jnfanterie-Regimems Nr. 1 wird seit dem 20. August vermißt. Um Auskunft bittet Friedrich Hartwig, Köpenick, Joachim- straße 1._ Soziales. Der Große Generalstab als Kronzeuge für öen Alkohol? Unter den mancherlei Mitteln, bereit man sich von interessierter Seite jetzt bedient, um mittelbar und u»mittelbar den Alkoholverbrauch tut deutschen Heere zu steigern, tritt neuerdings auch die Berufung aus den Großen Generalstab auf. der den günstigen Gesundheitszustand der deutschen Truppen 1870 71 an- geblich aus der wohltätigen Wirkung des Alkohols erklärt habe. Diese Behauptung wurde zuerst kurz vor Beginn des jetzigen Krieges laut, in einem„Fides" gezeichneten Leitartikel in„Schutz und Trutz, Wochenblatt wider die Uebergriffe in der Abstinenz- beivegung". Nr. 31 vom 29. Juli 1911, und zwar unter scheinbar genauer Anführung des General stabswerkes über den Krieg 870/71, das bekanntlich unter Moltkes Leitung entstand und mit Recht das höchste Ansehen genießt.„Das Generalstabswert"— so ägte das Blatt—„gibt ferner in Band 5,«eite 1313 u. a. als Hauptergebnis des Santtäisdienites an. daß im Verhältnis zu der jedesmaligen Etats- und Heeresnärke die Summe der 1870/71 an Krankheiten und Seuchen Gestorbenen nur die Hälfte jener von 1866 betrug." Und nun wurde sogar eine Stelle in Anführung? zeichen so dargeboten, daß der harmlose Leser darin nur d' eigenen Worte des Generalftabs sehen konnte:„Daß an diesem o erfreulichen Ergebnis der vorbeugenden Wirkung des Alkohols. namentlich dcs Rotweins, ein sebr erhebliches Verdienst gebührt, ist kein Zweifel. Die Wirkung von Leibbesckuocrden bei Biwacks, aus nassem Lehmboden und im Regen, nach dem Genüsse von frisch geschlachtetem Fleisch, oder bei Wochen und Monate anhalten- der Verzehrung von Hammelfleisch, wie woHtuend wirken da warmer Rotwein und Kaffee(fol). Auch die extremsten Alkohol- gegner würden sich in solchen Lebenslagen zum Alkohol bekehren, ja bekehren müssen." Ein Einblick in den � angeführten Band selbst lehrt, daß eS sich dabei um nichts anderes handelt, als um eine höchst erstaunliche Verdrehung des Sachverhaltes, die öffent- lich bloßgelegt zu werden verdient. Wie verhält es sich in Wahr- heit in der Quelle? Im Kapitel..Verpflegung" findet sich eine kurze Stelle, welche lautet sS. 1457):..Der bei Metz herrschende Wassermangel mächte sich fortgesetzt fühlbar, doch wurde durch regelmäßige Verausgabung der vorgefundenen reichen Weinvorräte und später durch Erhöhung der Kaffeeportion sowie Berabfolgung von Branntlpein und Glühwein für die Vorposten nachteiligen Folgen vorzubeugen versucht." Sie bezieht sich, wie ersichtlich, nur auf die Einschließungsarmec vor M e tz, und die Verausgabung von geistigen Getränken ist ausdrücklich mit dem dort speziell herrschenden Wassermangel begnindet, im übrigen die Erhöhung der Äaneeportionen gleichfalls ausdrücklich erwähnt, lieber den Erfolg dieser Maßnahmen ist nichts gesagt, sondern nur, daß man damit»nachteiligen Folgen vorzubeugen suchte". Auf einem ganz anderen Blatte, nicht bloß buchstäblich, sondern auch sachlich — nämlich nicht weniger als 26 Seilen weiter hinten, in einem anderen Kapitel— steht die Angabe über die..Ergebnisse des Sanitätsdienstes" an Kranken und Verwundeten:»Faßt man die während des Krieges erzielten Heilergebnisse ins Auge, so sind dieselben im großen und ganzen als überaus günstige zu bezeichnen.... Im Verhältnis zu der jedesmaligen Feldzugs- dauer und Heeresstärke erreichte die Summe der 1870/71 an Krankheiten und Seuchen Gestorbenen nur die Hälfte derjenigen von 1866." Diese Ergebnisse sind vom Generalstabswerke mit der vorher angeführten Bemerkung auch nicht in den leisesten Zu- sammenhang gebracht. Tie Irreführung ist durchsichtig genug, ober wer ist in der Lage oder nimmt sich die Mühe, das General- stabswerk selbst zur Prüfung heranzuziehen?! lind so hat sie Glück gehabt, denn neuerdings trat sie sogar in recht auffälliger Weise in einer sehr airgesehenen Berliner Zeitung auf, in einem Aufsatze„Der Alkohol im Felde", den Dr. Josef Neumann, Berlin, der Generalsekretär des Verbandes deutscher Spiritus- und Spiriluas-�interessenten. aar 7. Dezember dort veröffentlichte, und der von da aus m viele andere Zeitungen übergegangen ist. Man vergleiche nur den darin enthaltenen, und zwar durch Sperr- druck hervorgehobenen Satz:„Zusammenfasseich sagt das preußische Generalstabswerk(Band V, Seite 1487 und 1ö13), daß dem Alkohol und seinen wohltätigen Wirkungen die Hebung des Gesundheitszustandes der Truppen 1870/71 gegenüber 1866 und 1864(von letzterem ist in dem Zusammenhang überhaupt nicht die Rede) zuzuschreiben sei." Angesichts dieser Vorgänge kann man nur sagen, daß hier ein grober Mißbrauch mit der Autorität des Großen Generalstabs getrieben wird, gegen den im Interesse der Wahrheit und des Vaterlandes energisch Verwahrung eingelegt werden muß. Äöilneu Angehörige feindlicher Staaten ohne Entgelt entlassen werden? In auffallendem Gegensatz zu der zutreffenden gewerbe- und kaufmannsgerichtlichen Rechtsprechung steht das erste landgerichtliche Berufungsurteil, das jetzt in der Frage der Zulässtgkeit der sofortigen Entlassung von Angestellten, die Angehörige eines feindlichen Staates sind, vorliegt. Das Berliner Gewerbegericht hatte die sofortige Entlassung eines russischen Musikers, der in der Kapelle eines großen Berliner Kaffeehauses mitwirkte, für unberechtigt gehalten. Gegen das ihn verurteilende Erkenntnis legte der Kaffeehausbesitzer Berufung beim Landgericht ein. Der Russe erhob den Eintvaud, er lebe schon zehn Jähre in Teutschland und sei eigentlich gar nicht „Russe", sondern„Jude". Dessenungeachtet kam das Landgericht zur Aufhebung des gewerbcgerichtlichen Urteils und wies den Kläger mit feiner Forderung"auf Gehaltszahlung bis Ablauf der Vertragsfrist ab. In der Begründung vertritt das Berufungsgericht folgenden Standpunkt: Tie russische Staatsangehörigkeit des Klägers sei wohl als wichtiger Entlaffungsgrund zu erachten. Das Glaubensbekenntnis komme dabei gar nicht in Betracht; maß- gebend seien nicht die ethnographischen Ergebnisse, über die Ab- stammung des Angestellten, sondern einzig und allein seine staats- zugebörigkeit. Es bestünde für den Katseehausbesitzcr, wie über- baupt für jeden Besitzer eines öfscntlichen Lokals, die Gefahr ernster Zwischenfälle, wenn er in der Zeit des Kriegszustandes mit Ruß- land einen russischen Musiker in seinem Lokal mitwirken ließe. Aus diesem Grunde könne man dem Besitzer des Unternehmens nicht zumuten, sich dieser Gefahr auszusetzen. Es ist bedauerlich, dasi in dieser Frage nicht das Reichs- gericht angerufen werden kann. Es unterliegt nach der vom Reichsgericht noch in letzter Zeit betätigten Auffassung für uns keinem Zweifel, daß es das landgerichtliche Urteil als mit dem Recht unvereinbar anfgeboben und das Gewerbe- gerichtsurteil wieder hergestellt hätte.?!och vor wenigen Tagen hat das Reichsgericht mit aller Entschiedenheit in einem Urheberrechtsstreit gegenüber dem Versuch, den Kriegs- ausbruch als Vorwand zum Vertragsbruch zu benutzen, er- klärt, daß die deutschen Gesetze und die mit dem Ausland ab- geschlossenen zivilrechtlich-staatsrechtlichen Verträge in vollem Umfange für Ausländer auch iu Kriegszeiten gelten. Es widerspreche deutschem Rechtsbewußtsein, den einzelnen Fremden wegen des Krieges, den er nicht verschuldet, anders zu behandeln als in Friedenszeiten. Gewiß wird man dem Landgericht darin recht geben können, daß der Kaffeehaus- besitzer mit Rücksicht auf sein Publikum den russischen Mu- iiker nicht auftreten lassen konnte, ohne Gäste zu verlieren. Aber ist das ein Grund, dem Musiker das Gehalt vor- zuenthalten? Ten Russen hatte der Aoffeehausbesitzer doch angenommen, um Publikum anzulocken, das nach Musik durch Ausländer verlaugte. Ten Vorteil, den diese Ge- schmacksrichtung seiner Gäste ihm im Frieoen einbrachte, hat der Besitzer gehabt. Und soll er nun, nachdem die Geschmacks- richtung sich gewendet, nicht auch den Nachteil haben, viel- mehr den Nachteil voll dem schuldlosen Musiker aufzupacken? Das behagt nicht dem Recht. Von der Höhe der Kulturauf- fassung, daß Recht Recht bleiben muß, werden hoffentlich trotz des landgerichtlichen Fehlurteils die Gewerbe- und släuf- mannsgerichte sich nicht abdrängen lassen. Weihnachtsgeschenke. Gewährtes Weihnachtsgeschenk darf nachträglich nicht vom Lohn gekürzt werden. Gegen diesen Grundsatz wird alljähr- lich von vielen verstoßen. Eine Verkäuferin des Schlächtermeisters Neubauer hatte als Weihnachtsgeschenk 10 M. erhalten. Am 28. Dezember wurde sie arbeitsunfähig krank und daraufhin entlassen. Bei der Schluß- abrechnung behielt der Beklagte die gespendeten 10 M. ein. Er wollte diesen rechtswidrigen Abzug mit der Behauptung recht- rechtfertigen, er habe das Geld nicht für geleistete, sondern für zu erwartende Dienste gegeben. Auf diese Basis folgte ihm das Gewerbegericht in seiner gestrigen Sitzung jedoch nicht; auf Zureden zahlte er den Betrag ohne vorherigen Schiedsspruch heraus. Gerichtszeitung. Laßt das Kannegießern? Welche Vorsicht in öffentlichen Beförderungsinstituten bei der Mitteilung über falsche oder wahre Kriegserlcbmsse angebracht ist, zeigte eine Verhandlung, die gestern von der 3. Strafkammer des Landgerichts I unter Vorsitz des Land- gerichtsdirektors Unger verhandelt wurde, und die zu einer Verurteilung zu 2 fahren Gefängnis führte. Der wegen Beleidigung des deutschen Heeres und der Berliner PZolizei angeklagte Kürschner Artur Euch hat als Landwehrmann bis zum Qkiober in Rußland im Felde gestanden und ist dann wegen Gelenkrheumatismus und Nervenerschütterung aus dem Heeresdienste entlassen worden. Am 0. November fuhr er in einem Autobus durch die Chauffeestratze, als ein älterer Mann, der soeben aus Rußland nach Deutschland heimgekehrt war, den Wagen bestieg und alsbald mit einem Fahrgast ein Gespräch über russische Zu- stände begann und dabei sein Bedanern über die Behandlung der deutschen Gefangenen in Rußland ausdrückte. Der Angeklagte mischte sich in das Gespräch, trat dem Erzähler in einigen Punkten entgegen, betonte, daß er selbst in Rußland im Felde gestanden habe und machte über das deutsche Heer einige Aeußerungen, die schwere Beleidigungen darstellten. Einem in demselben Wagen sitzenden Kriegsfreiwilligen Hensch, der in Belgien verwunder worden ist und jetzt nach seiner' Genesung bald wieder an die Front geht, ging diese Verunglimpfung deutscher Soldaten denn doch so sehr wider den Strich, daß er den Kürschner festnehmen ließ med für seine Beförderung nach der Polizeiwache sorgte. Dort geriet der Ange- klagte in solche Erregung, daß er auch gegen die Berliner Polizei schwere Beleidigungen ausstieß. Vor Gericht zeigte der Angeklagte große Reue über sein Ver- halten, für das er, wie er versicherte, selbst gar keine Erklärung babe. Seine Behauptung, daß er unter den Jkachwirkungcn des Alkohols gestanden haben müsse, als er so unsinniges Zeug ge- schwatzt, wurde durch die Beweisaufnahme nicht bestätigt.� Der Verteidiger ließ einen als Zeugen geladenen Schutzmann bestätigen, daß dieser den Angeklagten, der sich beim Militär tadellos geführt, nicht anders als einen guten Patrioten kennen gelernt habe. Ein Antrag des Verteidigers, den(Angeklagten auf seinen Geisteszustand untersuchen zu lassen, wurde abgelehnt. Staatsanwalt Hilscher beantragte eine Gesamtstrafe von 2 Jahren Gefängnis, auf die das Gericht auch erkannte, da es Pflicht sei, die Ehre des deutschen Heeres gegen solche frivolen Verunglimpfungen ehrloser Menschen mit allem Nachdruck zu wahren. So hat der Alkohol und törichtie Wichtigtuerei recht arge Folgen gezeitigt._ Quecksilbervergiftung auf einem Postamt. Das Reichsgericht hat am Dienstag in einem Schadenersatz- anspruch eines Postbeamten, dessen Gesundheit durch Queck- silberdämpfe auf dein Postamt zu Maimheiui beeinträchtigt war, das den Reichsfiskus verurteilende Erkenntnis bestätigt. Der Kläger St. war nach bestandenem Assistenteneramen im Jahre 1003 auf dem Telegraphenamt in Mannheim tätig. Inner- halb des schalterraums, der von dem für das Publikum bestimmten Raum durch eine leichte Wand getrennt ist, befand sich in der Nähe seines Platzes die Rohrvostanlage, die in den Jahren 1004 bis 1008 durch Gabelkontakte, die in Quecksilbernäpfchei» tauchten, in Gang gesetzt wurde. Kläger behauptet nun, daß jedesmal bei der Her- irellüng der Verbindung und dem Eintauchen der Gabel in das Quecksilber kleine Quecksilberteilchen verspritzten und verdunsteten, so daß der mangelhaft ventilierte Raum fast immer mit Queck- silberdünsten angefüllt war. Durch diesen gesundheitsschädlichen Aufenthalt sei er erheblich in der Gesundheit beeinträchtigt worden; zuerst habe er gar nicht gewußt, weshalb er, der sich bisher guter Gesundheit erfreut habe, fortwährend krank sei, erst nach einer näheren Untersuchung haben ihm die Äerzte mitgeteilt, daß er an Quecksilbervergiftung leide. Kläger stützt seine Ansprüche auf § 618 B.G.B, und führt zur Begründung näher aus. daß den beklagten Fiskus ein Verschulden treffe, da den AussichtSbeamten deS Beklagren die gesundheitsschädlichen Verhältnisse hätten auffallen müssen, zumal auf dem Amt öfters Beamte erkrankt feien. Als Schadenersatz forderre er Vergütung der Heilungskosten, dann die Differenz zwischen Pension und Gehalt bis zum 68. Lebensjahre. Mit diesen Ansprüchen drang der Kläger bei dem Landgericht und dem Qberlandesgericht Karlsruhe durch. Das QberlandeS- gericht sieht durch da» ärztliche Gutachten als erwiesen an, daß die Erkrankung des Klägers auf chronischer Quecksilbervergiftung be- ruht, die nur in dem Postamt verursacht sein kann, da andere Krankbeitssymptome auf Grund des Gutachtens ausgeschlossen sind. Im weiteren führt das Qberlandesgericht aus, daß der Kläger auch den Beweis für das erforderliche Verschulden des Beklagten erbracht habe, und da ein vertragliches Verschulden vorliege, sei auch der Entlaitungsbeweis nacki"§ 831 B.G.B, schlechthin aus- geschlossen. Außerdem fei auch anzunehmen, daß der betreffende Zustand dem Vorstand des Mannheimer Telegraphenamts und den Aiifsichtsbeamten bekannt gewesen ist. Diese Kenntnis habe die unabtveisliche Pflicht eingeschlossen, für die Abstellung des gesund- heitsschädlichen ZustandeS zu sorgen. Denn bereits im Jahre 1007 seien ähnliche Erkrankungen im gleichen Raum« aufgetreten; daraus mußten die Auflichtsbeamten erkennen, daß eS sich nur um Quecksilbervergiftungen handeln konnte, zum mindesten waren sie verpflichtet, einen medizinischen Sachverständigen anzuhören, der die Ursache der Erkrankungen festgestellt haben würde. Auch das Reichsgericht gab dem Kläger recht. Poesie und Strafgesetz. Zwei Gedichte des unter dem Namen Ä l a b u n d be- könnt gewordenen Schriftstellers Alfred H e n s ch k e in München lagen einer Anklage wegen Verbreitung unzüchtiger Schriften zugrunde, welche gestern die 1. Strafkammer des Landgerichts I beschäftigte. Gegenstand der Anklage bildeten zwei Gedichte von Klabund, die seinerzeit im„Pan" erschienen waren und schon zu der Ver- urteilung des Herausgebers dieser Zeitschrift, Dr. Alfred Kerr, geführt batten. Gegen Klabund konnte damals nicht verbandelt werden, da er sich in der Schweiz aufhielt. Von Rechtsanwalt Dr. Klee wurden dem Gericht Gutachten von Frank Wedekind, Dr. Max Halbe, Richard Delnnel u. a. vorgelegt, welche fast über- einstimmend dahin gingen, daß 5llabund ein aufsteigendes junges Talent sei, dessen Gedichte, meist stark naturalistischer Art, jedoch ein hohes künstlerisches Können an den Tag legen.— Die Strafkammer kam jedoch zu der Ueberzeugung, daß Klabund in diesen beiden Gedichten doch etwas über die Grenze des Künstlerischen gegangen sei und verurteilte den Angeklagten zu 56 M. Geldstrafe. Mus öer Zrauenbewegung. Frauen-Solidarität. Einen Brief der englischen Prolelarierinnen an die deutschen sozialistischen Frauen hat Genossin Zietz wie folgt beantwortet: An den Internationalen Frauenrat derSozialiften und Arbeiter-Organisalionen Großbritanniens. LiebeGenossinnen! Ihre Kundgebung ist in der gesamten deutschen Parteipresse zum Abdruck gekommen und hat als Ausdruck internationaler Solidarität und des gemeinsamen Gefühls aller sozialistischer Frauen der Welt bei uns lebhaftesten Widerhall gefunden. Ihnen dafür zu danken, ist mir ein besonderes Bedürfnis. Sie dürfen die Versicherung entgegennehmen, daß in dem grauenvollen Ringen dieses furchtbaren Weltkrieges die sozialdemokratischen Frauen Deutschlands stärker als je die Verpflichtung fühlen, für die Ver- wirklichung der großen sozialistischen Ziele zu kämpfen und damit der Menschheit für die Zukunft die Leiden zu ersparen, deren schaudernde Zeugen wir alle sind. Wir fühlen uns eins mit Ihnen in dem heißen Wunsch, daß möglichst bald die Zeit kommen möge, in der die Segnungen des Friedens sichergestellt und wir wieder gemeinsam an dem erhabenen Kulturwerk der Menschheilsverbrüderung arbeiten können. In alter sozialistischer Treue sende ich Ihnen die herzlichsten Grüße der deutschen Genossinnen. Luis v Z t c tz. kleine Nachrichten. das zugeürückte Mge. In den Inseratenteilen der großen Berliner Blätter wuchern die Schlingpflanzen des großen Militärlicferungsgcschästs. Die Gründer- zeit, die dem Kriege von 1870/7t folgte, scheint diesmal vorweg- genommen zu sein. Je lauter die Kanonen donnern, desto üppiger blüht der prosttable Handel. Die Vermittler von Militärlieferungen begnügen sich jetzt nicht mehr damit, in Worten anzudeuten, daß sie durch AuSnützung ihrer Beziehungen den Lieferanten hohe und nicht ganz saubere Gewinne zuschanzen können, sie nehmen jetzt auch schon zur An- deutung ihres dunklen Gewerbes den Stift des Zeichners zu Hilfe. Im Morgenblatt des„Berliner Tageblatt" vom 12. Januar finden wir ein derartiges Inserat, das ein Dokument profitlüsterner Scham- losigkeit darstellt. Der Text ist noch verhältnismäßig harmlos. Er lautet: Heereslieferungen aller Art vermittelt unter günstigen Bedingungen ein Herr, der beste Beziehungen zu den in Frage kommenden Be hördenhat. Gest, möglichst ausführliche Angab, unter„J. N. 3148" an Rudolf Mosse, Berlin LIV. Event. Ausstellungsräume vorhanden. Links von diesem Text sieht man das glattrasierte schlaue Händlergesicht eines Herrn von unverkennbarer Abstammung. Der Mund verzieht sich zu eincni unverschämten breiten Grinsen, das linke Auge blinzelt pfifstg nach oben, das rechteist zugedrückt! Der Vermerk„Eigentumsrecht", der dem Bilde beigedruckt ist, läßt darauf schließen, daß der Mann, der die besten Beziehungen zu den in Frage kommenden Behörden hat, sich den Musterschutz für seine Reklame gesichert hat, die er dauernd im Zeichen des zugedrückten Auges zu führen gedenkt. ES ist zu wünschen, daß die Oefientlichkeit kein Auge zudrückt. sondern beide Augen offen hält, damit dem ungeuerlichen Skandal, der sich hier in einem besonders bösartigen Anzeichen bemerkbar macht, schnellstens ein Ende bereitet wird. Schiffskatastrophcn. Wie aus Stockholm gemeldet wird, ist wieder ein schwedischer Dampfer aus der durch die englische Admiralität vorgeschriebenen Nordseeroute verunglückt. Diesmal handelt eS sich um den Malmöer Kohlendampfer. A n n a G r e t e der mit 20 M a n n Besatzung verschollen ist. Am Strande von O st i a sank Dienstag morgen bei heftigenr Sturm der 2000 Tonnen haltende Dampfer„Concordia" mit einer Ladung Getreide. Die Besatzung wurde bis auf drei Mann gerettet._____ Titzungstage der Ttadt- und Gemeindevertretungen. Marieudorf. Donnerstag, den 14.. Januar, nachmittags 5 Uhr, in der Aula des Resormrealgymnasiums, Kaiserstr. lS/Zl. Diese Sitzungen sind össentlich. Jeder Gemeindeangehörige ist be« rechtigt, ihnen als Zuhörer beizuwohnen. öriefkasten öer Redaktion. Die juristische Sprechstunde findet für Abonnenten Lindensir. 3, IV. Hof rechts, parterre, am Moiuag bis Freitag von t bis 7 Nur, am Sonnabend von ö bis K Uhr statt. Jeder für den B rieslasten üestimmten Anfrage ist ein Buchstabe und eine Zahl als Merkzeichen beizusügen. Briefliche Antwort wird nicht erteilt. Anfragen, denen keine WonnementzguitMiig beigefügt ist, werden nicht beaistwortet. Eilige Fragen trage man in der Sprechstunde bor. B ertrage, Schriftstnckr und dergleichen bringe man in die Sprechstunde mit. Qvma. Das Pilichtteil beträgt die Halste vom Werte des gesetzlichen Erbteils.— E. I. 13.!. Wegen chroniichen ihcrüenlcidcnS nur land- sturmpflichtig. 2. und 3. Ja.— D. lt. Ohne Kenntnis des Verficherungs- antrages können wir die Frage nicht beantworten. Wenden Sie sich doch an die Versicherung.— H. W. 53. Die Steuerbehörde nimmt sicher an. daß Ihr Einkommen unter 3000 M. beträgt. Sie haben deshalb keine Verpflichtung, das Formular zur Selbstemichätzung einzufordern.— A. 8. 3». Die Frau sollte sich beschwerdeflibrend an den Magistrat wendet?.— M. H. 82. Unserer Meinung nach haben Sie Anspruch aus den jetzigen tsteller. — E. W. 18. Nein.— P. lOO. itie haben Anspruch auf Gehalt bis 31. Januar lglö. Melden Sie dem Konkursverivalter Ihre Förderung als bevorrechtigt an.— B. C. 66. Wenn das Gericht diese Bestimmung ge- troffen hat, so müssen Sie sich danach richten.— P. Sch. 35. Kann noch einberufen werden. Amtlicher Marktbericht der städtischen Markthallell-Direktion über den Großhandel in den Zentral-Markthalleu.«Ohne Verbindlichkeit.) Mittwoch, den 13. Januar. Fleisch: Rindfleisch pcl SO Ka-. Ochsen» fleisch la 86-06, do. IIa 79-85, do. lila 74-78; Bullenfleisch In 84—90, do. IIa 74—83; Kühe, fett 66—70, do. mager 44—38; Fresser 65—76, Fresser, dänische. 53— 57, Bullen, dänische, 58— 70; Kalbfleisch: Doppellender 135—145; Mastkälber la 100—110, do. IIa 75—85; Kälber ger. gen. 45-öS. Hammelfleisch: Mastlämmer 93—100; Hammel la 81—92. do. IIa 78—83; Schafe 82—88. Schweine» fleisch: Schwebte fette 84—90, sonstige 75—83.— Gemüse. inländisches! Kartoffeln, Dabersche 50 kg 3,75; weiße Kaiserkronen 3.50; Magnum bonum 3,75; Wolstiiann 3,50—3,75; Vorree, Schock 0,70—1,00; Sellerie. Schock 3,50—7,00; Spinat 50 kg 12,00—23,00; Mohrrüben 2,75—4,00; Wirfingkohl Schock 4,00—10,00; Wirsingkohl 50 kc 5,00—6,00; Wcißlod! Schock 3,00—8,00, Weißkohl 50 kg 4,00— 5,00; Rolfolst, Schock 4,00—10,00: Roitöhl 50 kg 3.00 bis 5,00; Grünkohl 50 kg 6,00—7.00; Kohlrüben 50 kg 3,50—6,00; Oeltower Rüben 50 kg 12,00— 16,00, Märkische Rüben 50 kg 3,00—10,00; Rosenkobl 50 kg 30,00—35,00, Meerrettich Schock 6.00—14,00, Vetersilienwurzel Schockbund 1.00—3,00; Zwiebeln 50 ke: 12.00—13,00. itlpselsinen: italienische 50 kg 10,00—12,00, dito 200 Stück 8,00—11,00. 300 St 9.00—11.00. Murcia 200 St 8.00-13,00. dito 300 Stück 6,00-14,00, Messina 160 St 11,00-12,00, 200 St 9,00-11,00, 300 St. 8,50—11,00. Messina Blut- 60 St. 9,00, do. 100 St. 8,50- 9,50, do. 150 St. 10,00. Wettcraussichten für das mittlere Norddcutfchlaud bis Freitagmittag: Ein wenig wärmer, im Südosten zunächst noch vielfach bester, sonst vorwiegend trübe mit öster wiederholten, im Westen und an der Küste vielfach starken Niederschlägen. Von einer größeren Färberei RilteideuischlandS werden vinigv tüchtige zuverlässige Kleiderfärber in dauernde Stellung gesucht, die selbständig nach Muster «ärben können. Bewerbungen mit Angabe der bisherigen Tätig- lest und Lohnansprüchen erbeten unter ZI. 3 an die Expedition dieses Blattes. m guter Hysflihrimg liefert VORWÄRTS B�didnickerei y.¥eriegsansftegt lleriin SW. 68- Li�dSe�sirasse 3 liieatErliiriöierslagJiJaiuaf; Berliner Theater �„ExlFabläUer!" J>eutsclics Känstler-Th. v Uhr: Lulher. Deutsches Opernhaus, Charlotfsnb. 7 i:hr: Loliengriö. Friedrich-Wilhelmstädt. Theater. s"iU; Casparßue. Gebr. Ilcrrnfeld-Thcater 8Uhr: So jeden wir! Zwei leuchtende Punkte. Kleinem Theater 8 Uhr; Ernsie Sehwänke. K<»iuö(iieniian!S 8 Ulu: Biedermeier. I/essins-Theater 7 u: Königskiiider. liustsplclhan» b>u u: Leulnanlsmliadei. Tfetropol-Theatcr 8 Uhr-: Woran wir denken! Tlontis Operetten-Theater äUhr: Der liebe Pepi. Residenz-Theater 8 ülir: Krümel vor Paris. Rose-Theater 8Uhr: Sein ganzes Glück. Sehillor-Theatcr O. «' � Der Seeräuber. Hehlller-Th. C'harlottenbg. 8 Uhr: Nora. Thalia-Theater 8U!ir:Kara,rad Mäuue. Theater am Sfollendorlpl. 8 7 U: Immer feste druff! Theater a. d.Weidendammerbrücke SdöIT.; ßjg(JgujsQhß �gsj�g. Theater in der Königgrätzer Straße 8 L!ir: Königin Cliristine. Theater des Westens 8 Uhr: Polenbiul, Trianon Theater 8"< u: Das Liebesnest. Volksbühne. TheateramBülowplatz 81/1 u-: Götz von Berlichingen, Walhalla-Theater H'u u-: Die Förster-Christi. URANIA Ta3�r- 4 Uhr CHalbe Preise): Die Weielisel uiiil die mm.M Abends 8 Uhr: Auf den Schlachts feldern Ostpreußens. Hörsaal 8 Uhr: Dr. W. B o r n d t: Krieg Im Tierstaat. I niser Theater. 8.15U.; l>as große Ringen. Freitag: Der Stabstrompeter. Sonnabd. 4 Uhi: Kin dervorstellg. Frau Holle. Zirkus Älb. Seliumaani Donnerstag. 14. Januar, Auf. TV-Uhr; Gala-Vorstellung. mit ausgewähltem Programm. I. a.: Neu! Der fallende Mensch, j Weises 5 dressierte Orginal rad- fabrende u. rollschuhlauf, Pären. Urian.d.einz. männl. Orang-Utang, als Akrobat. Baron's urkomische Tiger- u. töwengruppc i Parodie).| Gebr. Ernst u. Oskar Schumann, i Um, Uhr: Um i)1!, Uhr:| Ost und West Gr. patriot. Schaustück aus der I Gegenwart in 4 Akten I u. der phänomenalen Schluß- j apotheose. Casmo-Theater. Lothringer«trage 37. Täglich 8 Uhr. Wieder ein neuer Schlager. Ter grögte Erfolg seit Bestehen: Dureü Dick und Dünn. Nolks-Lusllpiel in 3 All. v. Hans Berg. Tazn erftklnfs. Sbcz.-KriegSaiisnahm. Sonntag 4 Uhr: Trntiche Mutter. 8MKI8IN1 Beduinen, Oerwische. Mobren, Araber, Türken, Schlangen täuzerlnnen, Haremsfrauen usw. wirken mit in der entzückenden inorgenländischen Schau SAUKASAXIS: �ata yff Organa welche tägL in. d. übrig. Hiesen- rrammzoi�iffühnm Theater' Felics Caprice Sil Possen-Theater 8% Roritz tvird energisch. Das Feutnantsfenstcr. Fandwehrleute. Martin Kellner a. G. Reiehshallen-Tlieaier. Slettiner Sänger. Zum Schlug: Unser Oskar" Ansang 8 Uhr. Militärpcrsonen und deren An» gehörigen voll- kommen freier Zutritt zu den � Stet!. Sängern. flobert Sieidl sowie der ißP" glänzende tpfi •lannar■ Spielplan. Kleine Preise! Spezialarzt Dr. med. Wockenfuß, Friedrichstr. 125,(Oranienb. Tor). j für Syphilis. Harn- u Frauenleiden— Ehrllch-Hata-Kur(Dauer 12 Tage) Blutuntersuchung. Schnelle, sichere schmerzlose Heilung ohne Berufs- Störung. Teilzahlung.* Spr. 11—2 u. 5— 8, Sonnt. 9—10 Voigt-Theater. Hpezlalarzt I, Haut-, Harn-, Tyrnucnleidcn, nerv. Schwäche, Veinkranke jeder An. Vöhrlich Hat.,- Kuren in u. Co. konz. Laboral, j «lut- unleriuchung.. Fäden i. Harn usw. Friedrichstr. 81, Äir«m «pt. 10— 2, 5—9, Sonnl. 11—2. Honorar mäsiig, auch Teüzahi. 'Separates Tauieiizimmer. Öl, liWMs 3 Ziusnahmetage Tonnerstag, Freitag, Sonnabend Gelier?ll« Ferner offeriere billiglt: Knochcnfteisch. Backenffeisch, Herz Niere», Lunge, Talg. Kvnsum-Pieisckere! Zenlral-Halle, Reihe 10, Stände ö8-k2. V/sdding-Marklhalle, Stände 8 u. 9. Andreas-Markthalle. Stände 15«. 10. Arbeiter- Bildungsschule Berlin Lehrplan für das!. Quartal 1915. Kurse im Schullokal Lindenstr 3, IV. Hof, rechts III. Honntag: Xatnrwissenschaftliche Elnzelrorträge mit Lichtbildern. Sonntag, den 17. Januar 1915: Gestalt und Bewegung der Erde. Sonntag, den 24. Januar 1915; Das Licht als himmlischer Sendbote. Sonntag, den 31. Januar 1915: Die Sonne. Vortragender: Dr. Bruno Borohardt. Sonntag, den 7. Februar 1915; Die Triebkräfte der Eni. Wickelung in der Natur. Sonntag, den 14. Februar 1915: Die Entstehung der Hand. Sonntag, den 21. Februar 1915; Menschwerdung. Vortragende: IC ä t e D u n o k e r. Mionntag: Zeitalter der Weltliteratur. Eine Einführung. (5 Einzelvorträge.) Sonntag, den 28. Februar 1915; Was ist Weltliteratur? Sonntag, den 7, März 1915; Weltliteratur der antiken Zeit. Sonntag, den 14. März 1915: Weltliteratur der Rcnaissancezeit. Sonntag, den 21. Marz 1915: Weltliteratur des 18. Jahrhunderts. Sonntag, den 28. März 1915: Weltliteratur der neuesten Zeit. Vortragender: Dr. Franz Diederich. EinlriUspreis 10 Pf. pro Vortrag. Anfang immer 7 Uhr, Ende gegen 9 Uhr abends. Rontag: Finanzwissenschaft(Steuer- und Zollpolitik). Die Aufgaben der Finanzwirtschaft. Die Geschichte der Besteuerung. Form und Wirkung der Steuern. Die Steuersysteme in Reich, Staat, und Gemeinde. Die Monopole. Die Handelspolitik. Die Finanzpolitik des Reiches. Acht Vorträge. Erster Vortrag am Montag, den I. Febrnar 1915. Vortragender: E m a n u o 1 Wurm. Dienstag; Kriegsgeschichte(II. Teil). Niederwerfungsstrategie gegen Ermattungsstrategie.— Schützen- und Kolonnentaktik gegen Lineartaktik.— Volksheer gegen Söldnerheer.— Die militärischen Reformen in Preußen.— Napoleons Untergang.— Die Freiheitskämpfe der dreißiger und vierziger Johro des 19. Jahrhunderts.— Die Eroberung Algiers durch die Franzosen und andere koloniale Kriege.— Die Balkan- kriege in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts.— Der nord- amerikanische Sezessionskrieg und seine Lehren.— Der Krieg von 1 859.— Die Reorganisation der preußischen Armee.— Die Feldzüge von 1861. 1866 und 1870/71 und deren militärische Folgen.— Der Ausbau der stehenden Heere mit allgemeiner Wehrpflicht.— Der russisch-türkische Krieg 1877/78.— Die Epoche der Kolonialkriege.— Der russisch-japanische Krieg.— Die Balkankriege 1912/13.— Der gegenwärtige Weltkrieg und seine strategischen, taktischen und organisatorischen Formen. Acht Vorträge. Erster Vortrag am Dienstag, den 2. Februar 1915. Vortragender: ErnstDäumig. Donnerstag: Jahre. Die Weltwirtschaft der letzten fünfzig 1. Englische Weltwirtschaft und englisches Industriemonopol 1850—1870. 2. Die Erschütterung des englischen Monopols durch den aufkommenden Kapitalismus des Kontinents, besonders in Deutschland. 3. Die Umwälzungen durch die Weltwirtschaft auf agrarischem Gebiete; die internationale Lebensmittelkonkurrenz; Amerikas Aufstieg. 4. Die moderne Kolonialpolitik und die Jagd auf die Rohstoffgebiete. 5. Die soziale Klassenbildung; das Erwachen des Proletariats. 6. Die Konzentration des Kapitals; das Finanzkapital. 7. Die nationalisierenden Wirkungen der Weltwirtschaft; das Erwachen der geschichtslosen Nationen. 8. Der Weltkrieg als vorläufiges Resultat der Weltwirtschaft, Rückblick und Ausblick. Acht Vorträge. Erster Vortrag am Donnerstag, den 4. Februar 1915. Vortragender: Dr. Paul Lensch. Sonnabend: Die Internationale RoUtlk der- letzten fünfzig; Jahre. 1. Die europäischen Staaten, ihre inneren Verhältnisse und auswärtigen Beziehungen um die Mitte des vorigen Jahrhunderts. 2. Der Kampf um die nationale Einheit in Italien und Deutschland und seine Folgen. Kräfteverschiebungen. 3, Rußlands Balkanpolitik. Das Ringen um die Herrschaft im Mittelmeer. Neugruppierung der europäischen Mächte. 4. Innere Wandlungen auf politischem und wirtschaftlichem Gebiet. Organisation und Einfluß der Arbeiterklasse. Die alte und die neue Internationale. 5. Russisch-französische Annäherung. Der Wettlanf um die wirtschaftliche Weltmacht. Deutschlands Anteilnahme. Rüstungen. Friedensversicherungen. Konflikte. 6. Amerika und die europäischen Staaten. China. Japan. Kleinasien. 7. Die Balkanfiage. Zuspitzung der Gegensätze. Die politische Lage zu Beginn des Weltkrieges. 8. Weltpolitische Wünsche und Hoffnungen. Die Stellung der Arbeiterklasse. Acht Vorträge. Erster Vortrag am Sonnabend, den 6. Februar 1915. Vortragender: Emil Eichhorn. Die Vorträge beginnen an den Wochentagen stets um S'/s Uhr abends. Schluß gegen 10 Uhr. Kurse außerhalb des Schullokals. Freitag: Die wisaenKchaftlichen Grandlagen der modernen Arbeiterbcwegnng. 1. Die Bedeutung der Wissenschaft, für die Arbeiterbewegung (Wissenschaftlicher Sozialialiwnus). Die Wissenschaft von der gesellschaftlichen Entwiokelung(Materialistische Geschichtsauffassung'. 2. Die Entwiokelung der Arbeit bis zum Kapitalismus (Wirtschaftsgeschichte). 3. Das Wesen des Kapitalismus(Volkswirtschaftliche Grundbegriffe). 4. Das Proletariat(Statistisches). 5. Großkapitalismus und Iiuperialismus, 6. Kräfte und Wege des proletarischen Entwicklungskampfes. Das sozialistische Endziel. Sechs Vorträge. Erster Vortrag am Freitag, den 5. Februar 1915, abends 8V-3 Uhr. Vortragender; Dr. Hormann Duncker. Der Kursus findet im Lokal von Heinrich, Gr. Frankfurter Str. 30, statt. Für diesen Kursus haben die im 4. und 5. Wahlkreis zum Vorverkauf gelangenden Berechtigungskarten Gültigkeit Vorortkursus in Lichtenberg. Sonntag: Wirtschaftsgeschichte. Von der Urzeit bis zum Kapitalismus. 1. Die Arbeit als Grundlage jeder Form von Wirtschaft, ja jedes menschlichen Daseins. 2. Der Urkommunismus der Horde und der späteren Markgenossenschaft. 3. Das Wirtschaftsleben der auf Sklavenarbeit beruhenden antiken Gesellschaft. 4. Die Wirtschaft der mittelalterlichen Grundherrschaften. 5. Die Ent- Wickelung der mittelalterlichen Städte und des städtischen Handwerks. 6. Kapitalistische Produktion durch Kooperation, Manufaktur, Maschinen. 7. Das Wesen des Kapitalismus. 8. Der Imperialismus und die Tendenzen zum Sozialismus. Acht Vorträge. Erster Vorfrag am Sonntag, den 31. Jannar, vormittags 10 Uhr. Vortragender: Wilhelm Reimes. Der Kursus findet im Cafe Bellevue, Lichtenberg, Hanptsfr. 2, statt- Für diesen Kursus haben die In Lichtenberg und den benachbarten Bezirken des Kreises Niederbarnim zum Vorverkauf gelangenden Berechtigungskarten Gültigkeit. Das Unterrichtsgeld beträgt für jeden Kursus 0,50 M. Es ist spätestens am zweiten Vortragsabend zu entrichten. Die Anmeldungen erfolgen nur im Schullokal am ersten Unterrichtstage.— Die reichhaltige Bibliothek Ist an den Unterrichtsabenden geätlnet, und zwar wochentags von 71/»— B'/a Uhr, Sonntags von 6—7 Uhr abends.— Alle Zuschriften sind zu richten an den BezIrksbildungsausschuB Grell Berlin, Berlin SW. 68, Lindenstralle 3. 6,11 Jlobrroboitfnuf flinienftrage 27* �»hrradgesuch. ftragc 42. -chrader, Weber ojl* Badstr. 58. Badstr. 58. Morgen Freitag, den 15. Januar: „Das Geheimnis der alten Mamsell" oder Hall und Liebe. Schauspiel in 3 Abt., 5 Akt. u.l VorsP.: ,,Die Gaukfers Tochter". Jlaifcncröffmutg 7 Uhr, Ans. 8 Uhr----------------------------------------,_____________— �--___— m_ ' Kerantwortlicher iflecalteui: Afjrey lüiiclepp, Neukölln. Für den Jnjeratentetl verantw.: Th. Glocke. Berlin. Druck u.Verlag:VorwärtBBuchdruckcrei u. iuerlagsunjtctlt Paul Singer& ßo, Berlin SW. Allgkumne Kranlikii-«.Sterbekafft der MetMalbeitkr. - B. n. G. Hamburg.-■■ irtitgliedcr-Dcriammlungcn der Filialen finden statt: Berlin 1; Sonntag. den 17. Januar, vorm. 10 Uhr, in Habels Brauerei. Bcrgmannstr. 5—7. Re?Iin ä: Montag, de» 18. Jannar, abends 8'/. Uhr, bei Sifflach, Ziitierslr. 121. Berlin 3: Sonnabend, den Iß. Januar, abends S1/. Uhr, bei Kayser. Reichcnberger Str. 154. Berlin F: Sonnabend, den 16. Januar, abends S1/, Uhr. Slnbreoästr. 26. Berlin 5: Sonnabend, den 16. Januar, abends KV Uhr, bei Thiel, Rückerstr. 7. Berlin 6: Sonntag, den 17. Januar, vormittags 10 Uhr, bei Mertens, Bernauer Str. 82. Berlin 8: Sonntag, den 34. Januar, vormittags 10 Uhr, bei Botgt, Badstr. 58, kleiner Saal Berlin ß: Sonntag, fern 17. Januar, vormittags 10 Uhr, Berüchingensti. 14. Berlin 10: Sonntag, de» 17. Jannar, vormittags 10 Uhr, bei Faber, Stcphanstr. 11. Berlin 13: Sonntag, den 17. Januar, vormittags 10 Uhr, bei Hcinke, Kopenhagener Str. 67. dtarlottendnrg: Sonnabend, den 16. Jannar» abends 8'/. Uhr, im UolkShauS, Rosinenstratzc. dchtenlierg I: Sonnabend, den 16. Januar, abends S1/. Uhr, bei Hl n>», Frankfurter Chaussee 116. I,lel»tenl>erg II; Sonntag, den 17. Jannar, vormittags 10 Uhr, bei Hlume, A!l-Borhagcn 56. JIaßl«J«rk: Sonnabend, den 33. Januar, abends 8'/. Uhr, bei E. Anders, Bahnhosslr. 34— 37. A'euhölln: Sonnabend, den 16. Jannar. abends S'/., Uhr, bei Tappert, Steinmetzstr 114. Xietler.8eliönewel«le: Sonnabend, den 16. Januar, abends 9 Uhr. bei Pamp, Wilbeiminenhosstr. 43. Bo«entllaI: Sonnabend, den 16. Januar, abends 8';. Uhr, bei Barth, Viktoriastr. 7. Steglitz: Sonnabend, den 16. Januar, abends S'i. Uhr, bei CTIcmciit, Düppelftr 7. Tegel: Sonnabend, den 16. Januar, abends 8','. Uhr, bei Sorrer, Schlieperstr. 80. Tempelhof: Sonnabend, den 16. Januar, abends 81;, Uhr, bei Bcnfchect in Mariendorf, Chauffeestr. 27 Wilänn: Sonntag, fern 17. Jannar, vormittags 10 Uhr, bei Kodaneck, Wildaucr Hof. 130,7 Kleine Anzeigen. Verkäufe.[ j Unterricht. 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