Nr. 54. Erscheint täglich außer Montage. Breis pränumerando: Vierteljährlich 3,30 Mart, monatlic 1,10 mt, wöchentlich 28 Pig. frei in's Haus. Einzelne Nummer 6 Pfg. Sonntags- Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage Neue Selt" 10 Pfg. Poft- Abonnement: 8,30 Mt.pro Quartal. Unter Kreuz band: Deutschland u. DefterreichUngarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3 Mt.pr.Monat. Eingert. In der Poft- Zeitungs- Breisliste für 1894 unter Nr. 6919. Vorwärts 11. Jahrg. Infertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Bfg., für Vereins: und Beriammlungs Anzeigen 20 Pfg Inferate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in de: Expedition abgegeben werden. Die Erpedition ist an Wochentagen bis 7 Ubr Abends, an Sonne und Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Fernsprecher: 3mt I. 1508. Telegramm- Adresse: " Sozialdemokrat Berlin! Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. An die Parteigenossen! Dienstag, den 6. März 1894. Expedition: SW. 19, Benth- Straße 3. verwiesen und ehe noch ein neuer Mond ins Land ge- gilt der Weltmarktpreis. Seit Einführung der deutschen kommen, wird der Entwurf Gesetz sein. Brotzölle stieg nun für den deutschen Getreide- Exporteur Wer bezahlt die Zeche, wer bestreitet die Kosten des der Einkaufspreis um den vollen Zollsag, die ausländischen Leihkaufes"? Antwort: Das arbeitende Volt. Im Kunden konnten ihm den neuen Satz nicht bewilligen, da sie russischen Handelsvertrag steht zwar nichts davon, er er- ja fremdes Getreide zum Weltmarktpreis in Hülle und mäßigt sogar den Zoll auf den Doppelzentner russischen Fülle bekamen, und so schwand die deutsche GetreideRoggen und Weizen um 1 M. 50 Pf. Aber zu was hätten ausfuhr mit einem Schlage beinahe vollständig. Im Jahre denn die Besitzenden die Klinke der Gesetzgebung in der Hand, 1892 wurden aus Deutschland an Getreide und Hülsenfrüchten wenn sie sie nicht zum eigenen Vortheil gebrauchen würden? wenig mehr als 13 000 Tonnen ausgeführt. Wird nun morgen Aus dem russischen Handelsvertrage hätten auch für das der Identitätsnachweis aufgehoben, so erhält der Exporteur arbeitende Volk einige kleine Annehmlichkeiten herausspringen von jedem ausgeführten Doppelzentner, sagen wir z. B. können. Das durfte unter keiner Bedingung geschehen. Ein Roggen, 3,50 M. ausbezahlt; um diese ganze Summe kann Nothstand existirt ja nicht, und übermüthig" sind die er auf dem Markt in Scandinavien herabgehen und also zu Arbeiter schon mehr als genug. Was daher die rechte Hand Weltmarktpreisen verkaufen. Dazu kommt noch ein Zweites. dem Volte gab, geben mußte, das zieht allsogleich die Linke Die deutschen Getreidesorten, um welche es sich hier hauptwieder zurück und vertheilt es an die agrarischen Noth- sächlich handelt, sind von sehr guter Qualität und haben standsschreier rechts und links der Elbe. seit Jahren einen höheren Preis. Sie vertragen ferner sehr Der Jdentitätsnachweis wird aufgehoben, die preußi- gut das Mischen mit billigerem ausländischen, russischem schen Staffeltarife fallen, so heischen es die herrschenden Getreide und gerade durch den russischen Handelsvertrag Parteien, so will es die Regierung. Beide Maßregeln liegen werden die Frachtsäge nach Königsberg und Danzig unnur im Interesse der Besitzenden, der Großgrundbesiger geheuer ermäßigt. Wie der Händler so gewinnt auch der und Großkaufleute, dem Arbeiter aber vertheuern sie das Großgrundbesizer durch die neue Maßregel. Er erhält für die besseren Getreidesorten einen höheren Preis und verliert Der Gesetzentwurf über die Aufhebung des Identitäts- weniger an Fracht. Während früher das ostelbische Genachweises ist mit einer kleinen Menderung vom Bundes- treide fin Eisenbahnwaggons weit ins Land hineinrollte, rath bereits angenommen worden. Er bestimmt Fol- geht es fortan zum größten Theil zu Schiff übers gendes: Meer. Was das bedeutet, kann sich jeder selbst ausrechnen, Der Arbeiter- Weltfeiertag rückt näher und Pflicht unserer Genossen ist es, für die würdige Feier dieses Tages auch in diesem Jahre die nothwendigen Vorbereitungen zu treffen. Wir wissen zwar, daß an den meisten Orten die Genossen bereits die erforderlichen Schritte gethan haben. Um die Feier aber zu einer der Bedeutung der deutschen sozialdemokratischen Bewegung entsprechenden zu gestalten, darf kein Ort zurückbleiben, wo wir organisirte Genossen haben. Ueber die Form der Feier und ihre Bedeutung hat sich der letzte Parteitag in Köln in folgender Resolution ausgesprochen: Gemäß den Beschlüssen der Internationalen Arbeiter Rongresse von Paris( 1889), Brüssel( 1891) und Zürich ( 1893) begeht die deutsche Sozialdemokratie den 1. Mai als das Weltfest der Arbeit, gewidmet den Klassenforderungen des Proletariats, der internationalen Verbrüde rung, dem Weltfrieden. Zur würdigen Feier des 1. Mai erstreben wir die allgemeine Arbeitsruhe. Da aber deren Durchführung bei der gegenwärtigen Wirthschaftslage in Deutschland zur Zeit nicht möglich ist, so empfiehlt der Parteitag, daß nur diejenigen Arbeiter und Arbeiter Brot. Organisationen, die ohne Schädigung der Arbeiter- Juteressen dazu im Stande sind, neben den anderen Kundgebungen den 1. Mai auch durch die Arbeitsruhe feiern. Parteigenossen! Der Hinweis auf den vorstehenden Kongreßbeschluß wird genügen, daß überall die Anstalten getroffen werden, welche nothwendig erscheinen. Seitens der Parteileitung wird auch in diesem Jahre wieder eine Maifestnummer herausgegeben werden und verweisen wir auf die bezügliche Annonce der Buchhandlung des Vorwärts in Parteigenossen! Die Ehre der Partei verlangt, daß, wie bisher, auch in diesem Jahre die Maifeier ihren imposanten Charakter wahrt. heutiger Nummer. Der Partei zu Nuh, ihren Feinden zum Truh! Berlin, den 5. März 1894. Mit sozialdemokratischem Gruß Der Parteivorstand. Teihkauf. Wenn zwei deutsche Bauern einen Ochsen- oder Kuhhandel zum Abschluß gebracht haben, so wird zu guterlegt noch bestimmt, wer den sogenannten„ Leihkauf" zu zahlen hat, den Bier oder Weintrunk, der den Kauf" bindend" und das Geschäft zu einem ersprießlichen machen soll für beide Theile. Wer fünftighin an Weizen, Roggen, Hafer, Hülsen- wenn er bedenkt, daß der billigste Staffeltarif noch immer früchten und Gerste wenigstens 500 Kilogr. aus Deutschland zirka viermal höher sich stellt als die Wasserfracht. Nachausführt, erhält dafür eine Bescheinigung, welche ihm berechtigt, theil von der Aufhebung des Identitätsnachweises werden innerhalb sechs Monaten die gleiche Menge der nämlichen haben: der oftelbische Landarbeiter und der deutsche Waarengattung ohne Bollentrichtung einzuführen. gleiche Begünstigung genießen die Inhaber von Mühlen sein Getreide bezahlt wird, desto mehr wird er zu verkaufen Die Konsument überhaupt. Je besser dem Großgrundbesitzer oder Mälzereien für die Ausfuhr der von ihnen hergestellten suchen. Er wird dabei vor dem Deputat seiner Arbeiter Fabrikate. Die ausgestellten Scheine sind übertragbar und keineswegs Halt machen. Die essen den billigeren russischen werden an den bestimmten Zollstätten als Zahlungsmittel Roggen auch, und giebt's gerade einmal kein Korn, nun, auch für andere Zölle, z. B. Petroleum, Kaffee u. s. w. an- so thun es Kartoffeln. Je mehr deutsches Getreide ausgenommen. Der ganze Gesetzentwurf zielt nur nach dem geführt wird, desto mehr muß fremdes eingeführt werden; Nordosten von Deutschland, denn nur die Provinzen rechts die Nachfrage steigt und damit der Preis. Das ist für der Elbe bauen mehr Brotgetreide, als sie selbst gebrauchen. jeden klar, der kein Agrarier ist. Die Größe des Geschenkes, welches mit dem Antrage den Großgrundbesitzern des Ostens und den Großhändlern in den Hafenstädten an der Ostsee gemacht werden soll, springt sofort in die Augen, wenn wir die Verhältnisse, wie sie heute liegen, etwas näher betrachten. Seit Einführung der Getreidezölle ist der deutsche In landpreis für Getreide gleich Weltmarktpreis plus Zoll. Der deutsche Produzent erhält nicht diesen Preis, ihm werden die Frachtkosten abgezogen und der Profit des Zwischenhändlers. Deutschland hat früher große Mengen von Getreide( Roggen, Gerste, auch Weizen) an das AusNach einer viertägigen Redeschlacht im Reichstage land abgegeben und besonders in Skandinavien und Engwurde der russische Handelsvertrag an eine Kommission land willige Abnehmer gefunden. In allen diesen Ländern Feuilleton. Nachdruck verboten.] Helene. Der rothe Postmeister fuhr auf, als hätte man ihn gestochen. " Ich möchte Sie doch bitten, den Namen erst wieder ( Alle Rechte vorbehalten auszusprechen, wenn Sie Ihr Billet lösen.... Sind Sie an Ort und Stelle, sehen Sie sich nach einem Wagen um. [ 59 Unter der großen Anzahl von Fahrgelegenheiten, die am Bahnhofe die Passagiere erwarten, werden Sie ein kleines ländliches Wägelchen entdecken. Der Kutscher wird ein Büschel rother Nelken am Hute haben und Sie militärisch begrüßen. Sie werden ihn fragen: Wen erwarten Sie?" und wenn er darauf antwortet: Die Schloßfrau, dann ist die Sache in Ordnung. Dann lassen Sie Ihre Siebensachen auf den Wagen schaffen, setzen sich selbst dazu und fortin's Land hinein!" Roman in zwei Bänden von Minna Kautsky. " Bravo, Frauchen! Gleich hat sie's weg- ja, darauf fallen fie alle," lachte er.„ Na, die Aufgabe, die ich für Sie ins Auge gefaßt habe, verlangt in der That eine treue Genossin... überdies Klugheit, Geistesgegenwart, Berschwiegenheit Verschwiegenheit vor allem." " Ich werde schweigen," sie hielt ihm die Hand hin. Der kleine Mann ergriff sie und führte Helene nach dem Sopha. Er setzte sich neben sie und nahm aus seiner Brusttasche einen Bettel, den er ihr vor die Augen hielt. Quan Helene hatte aufmerksam zugehört. 21 Wohin?" fragte sie gespannt. Direkt auf Ihr Schloß. " Ich habe also ein Schloß?" " Das zweite Mittel, das die Regierung anwendet, um die über den russischen Handelsvertrag erbosten Junker sich gnädig zu stimmen, besteht in der Aufhebung der preußischen Staffeltarife für Getreide und Mühlenfabrikate. Jm Jahre 1891 hat diese selbe Regierung durch eine Verordnung diese billigen Tarife eingeführt und damit in Mitteldeutschland eine Preissteigerung des Brotes hintangehalten. Obwohl die Maßregel nur eine halbe war, die billigen Tarife gelten nur vom Osten nach dem Westen nicht auch umgekehrt, hatte sie sich doch vollständig bewährt und den Staatsbahnen einen jährlichen Ueberschuß von 5 Millionen verschafft. Jetzt treten an Stelle der niedrigen wieder die alten hohen Tarife. Warum? Weil näher, berührte leicht und wie beruhigend ihre Hand, während er ihr geheimnißvoll zublinzelte. Eine " Die Sache ist einfach und kinderleicht Schaar kampfluftiger Ritter werden sich auf Ihrem Schlosse zu einem Turnier zusammen finden als tüchtige Schloßfrau müssen Sie für ihre Unterkunft Sorge tragen. Meine Ritter find zwar genügsame Rerle, aber hungrig trotz alledem. Und wenn ihrer so 60-70 zusammen kommen und mehrere Tage verbleiben, dann braucht es schon etwas, um ihre Magen zu füllen..... Auch für den Trunk muß vorgesorgt werden, damit wir nicht ausdorren, wenn die Kämpfe hiziger werden. Und für die Nacht brauchen wir eine Lagerstatt primitiv, wenn wir uns nur ausstrecken tönnen das ge= nügt. Bekommen wir Stroh, dann werden wir es dankbar genießen." „ Genießen?" Sie verstehen mich schon." " Ja, ich verstehe Sie," sagte Helene lachend. " ganz Es war ein Verzeichniß von Lebensmitteln " Haben Sie vergessen, daß Sie die Schloßfrau sind? tität und Qualität genau angegeben... weiteres von Ueberlassen Sie sich nur getrost Ihrem Führer und„ bald" Ihr Knappe wird Ihnen getreulich helfen. Er wird einigen Küchengeräthen, namentlich Geschirr. Sie sollte grüßt Sie die herrenlose Burg". Es ist ein uraltes Staub- für den Rittersaal Tische und Bänke zimmern, und für das Alles besorgen; dann fuhr er in diktatorischer ritterschloß, mit dem ich Euer Gnaden hiermit feierlichst die Beleuchtung Sorge tragen, während Euer Gnaden in Weise fort: belehne. Abseits von der Heerstraße steht es, einsam der Küche Ihre Huld über uns walten lassen... Wollen Wenn Sie das einkaufen, werden Sie ein Häubchen auf einem Hügel, versteckt hinter Bäumen seine Hallen Sie also?" aufsetzen, ein Tuch umnehmen, oder so etwas, vielleicht sind öde und leer- unheimlich hallen die Tritte und Ja, ich will," sagte Helene fest, und ich freue mich, auch eine Schürze vorbinden, damit Sie aussehen wie eine aus dem halbverfallenen Thurm dringt zur Nachtzeit das daß Sie mich dazu aušersehen haben, ich werde mir Ihr Wirthschafterin oder so etwas... diese Stirnlöckchen da Geschrei der Käußchen und Fledermäuse..." Der phantasie- Vertrauen zu verdienen suchen." machen Sie besser fort, Sie brauchen niemanden zu be- begabte Schilderer hielt inne und firirte sie scharf und ein Geben Sie mir die Hand, der Pakt ist geschlossen." zaubern." menig boshaft ich hoffe, Sie werden sich doch nicht " Ich werde mir einen Scheitel machen- so vielleicht?" fürchten?" " Das ist gut, das macht Sie viel älter... Wenn Sie Helene lächelte. eingekauft haben, fahren Sie mit dem ganzen Krempel nach" Sie stellen mich ziemlich hart auf die Probe... nicht genannt." dem Bahnhofe und lösen ein Billet nach der Name Wenn ich nur wüßte, was ich in meinem uralten Schloffe wollte ihm nicht über die Lippen nach Winterthur", vollbringen soll." sagte er dann mit einiger Anstrengung. " Nach Winterthur," wiederholte fie. Habe ich es Ihnen nicht schon gejagt? Kochen sollen Sie. edle Herrin, nichts als kochen. Er rückte ihr " Sie haben nur Eines vergessen, lieber Onkel." Was wäre das?" " " Sie haben mir den Namen meines Schlosses noch Der rothe Postmeister drehte seinen Schnurrbart zu einer noch fühneren Spize aufwärts und lächelte höhniscy. " D, den entreißt mir Niemand." Ich muß ihn doch wissen." " Wenn die Männer des Neuen Kurses" noch nicht den brutalen Wasserstiefel des Junkers im Nacken spürten, so haben sie es den Vertretern des arbeitenden Volkes mit zu oerdanken. Uebrigens, warum ereifern wir uns denn? Auch die Männer des Neuen Kurses" sind nichts anderes als Profuristen und Geschäftsführer der herrschenden Klassen. Um sich halten zu können, schneiden sie mit der größten Gemüthsruhe Riemen aus der Haut des arbeitenden Volkes für ihre Auftraggeber, Handeln und Handeln und der Arbeiter soll ihnen den Leihkauf" bezahlen. Sie werden es nicht ewig so treiben. Usa istu batenfelbftatorb- Statifuit, welche wir neulich veröffentlichten Politische Leberlicht. die reichen Großgrundbesitzer West- und Süddeutschlands habe bestraft werden müssen. Aber die Lage, in der er dessen Lösung seit Jahren die sächsische Regierung mit ihrer feine Ronkurrenz in ihren Gebieten haben wollen, weil sie sich befunden, habe ihm ein menschliches Recht gegeben, so hellen" Polizei arbeitet und zwar zu Nuh und Frommen allein den Preis festsetzen wollen, zu welchem ihnen der zu handeln, wie er gehandelt, und er habe deshalb An- aller übrigen Regierungen in Deutschland. Wie der sächsische Industriearbeiter sein Brotgetreide abkaufen muß. Durch spruch auf mildernde Umstände". Staatsminister v. Metsch heißt der Mann bei seinen die Aufhebung der Staffeltarife wird das russische Getreide Gebeffert hat der Herr Kriegsminister mit seiner Experimenten dazu gelangt ist, das sächsische Vereinsgesetz von Süd- und Westdeutschland abgehalten und in diesen zweiten Erklärung nichts. Der Standpunkt, welchen er als ein" Juwel" zu bewundern, das haben wir schon geGegenden der Getreidepreis mit künstlichen Mitteln und, einnimmt, ist wesentlich der nämliche, wie der Standpunkt sagt. Aus diesem Juwel" und anderen ähnlichen„ Juwelen", sagen wir es rund heraus, durch die staatliche Gewalt hoch- des Militarismus gegenüber dem Duell. Das Duell ist z. B. der Unabhängigkeit der Richter" hat Herr v. Metzsch gehalten. ungefeßlich nebenbei auch„ unchristlich"- aber wer sich sich nun eine Theorie zurecht gemacht, die zur Lösung des Und zu einer solchen abermaligen doppelten und nicht duellirt, ist kein Mann von Ehre. Problems führen könnte. Die Gleichheit vor dem Gesez" direkten Schröpfung sollte das arbeitende Volk Ja und Die Selbsthilfe ist ungesetzlich, aber ein Mann von selbstverständlich! Keine andere Behandlung für SozialAmen sagen? Ehre muß unter Umständen zur Selbsthilfe greifen. Die demokraten als für andere Parteien selbstverständlich. Logik ist die gleiche die Konsequenzen sind noch viel Aber das demokratische Prinzip gilt doch auch schlimmer. Wenn die Herren Junker sich gegenseitig etwas! Das müssen die Sozialdemokraten zugeben. Das schlagen und todtschlagen, so ist das ihre Sache es ist demokratische Prinzip der Selbstverwaltung zwingt ein blutiger Unfug, der jedoch über einen gewissen Kreis uns aber, der Ortspolizei Selbständigkeit zu nicht hinausgeht. Die Proflamirung der Selbsthilfe ist geben, und es wäre gegen das demokratische Prinzip der dagegen thatsächlich, wie wir schon nach der ersten Nede Selbständigkeit der Beamten, wollten wir der Ortspolizei, des Herrn Kriegsministers hervorhoben: Die Proklamirung falls sie fraft ihres guten Rechts gegen irgend einem des allgemeinen Faust rechts, des Anarchis- Menschen, der zufällig Sozialdemokrat ist, eine Maßregel m u 3, die abwechselnd mit dem Revolver( den Herr trifft, an der Ausübung ihres Rechts hindern. Wir v. Bennigsen zur Reitpeitsche herabmildert) oder mit der sind keine Sozialdemokraten, wir bekämpfen sogar die SozialDynamitbombe arbeitet. demokraten, allein wir erkennen ihnen alle Wohlthafen Soldatenselbstmorde. In der vergleichenden Sol des Gesetzes in gleichem Maße zu wie allen anderen datenselbstmord- Statiftit, welche wir neulich veröffentlichten Parteien. Nur was dem Sozialdemokrat recht ist, ist und die seitdem auch in Reichstag zur Sprache gekommen der Polizei billig. Die Polizei hat das Recht der ist, fehlt bekanntlich die Schweiz. Merkwürdiger Weise Selbständigkeit, und springt sie mit einem Bürger, der zuist das aufgefallen, und man hat nach dem Grunde gefragt. fällig Sozialdemokrat ist, in einer Weise um, die diesem Ja, der Grund ist ein sehr guter und ein sehr einfacher: nicht behagt, so macht die Polizei von ihrem guten Recht Aus dem Reichstage. Die Proklamirung des Fauft wo es keine Soldaten giebt, ifann es auch keine Soldaten Gebrauch und wir haben kein Recht uns einzunischen. rechts, wie sie in der Sonnabendfißung vom Bundesraths- selbstmorde geben und folglich auch keine SoldatenselbstProbatum est! Die Lehre wird befolgt werden. Und tifche aus erfolgte, hat in den weitesten Kreisen doch so mord- Statistik. Die glückliche Schweiz hat keine Soldaten. die Befolgung wird schließlich auch dem vernageltſten viel Aufsehen erregt, daß fast fämmtliche Parteien hente Ihr Heer besteht aus allen wehrfähigen Söhnen des Landes, Optimisten klar machen, daß in modernen Klassenstaat die durch ihre Redner Stellung zu dieser Angelegenheit nehmen es ist ein wirkliche 3„ Volk in Waffen", d. h. so lange Gerechtigkeit nur noch ein Hohn ist. Was nur uns nüßen ließen. es die Waffen trägt und ein Volt ohne Waffen, wenn fann. Den Reigen eröffnete der Zentrumsführer Dr. Lieber. nicht im Dienst. Also ein Volt, nicht zwei Völker Wie es der Zwieschlächtigkeit dieser Partei entspricht, zeigte wie bei uns. Bei uns bildet der bewaffnete Theil des Franzosen, wenn irgend ein Klatsch oder eine Intrigue einCherchez la femme- Sudjt die Frau, sagen die ihr Reduer auch heute wieder zweierlei Gesichter. Während Volkes eine besondere für sich abgeschlossene Raste, die unter gefädelt ist. Und Caprivi übersetzt das: sucht den nun, er unseren Genossen Bebel darüber belehrte, daß in dem ganz anderen Bedingungen lebt, als das übrige das wie heißt er doch, der seit fast 4 Jahren den- Nachfolger Falle Kirchhoff es sich nicht um einen Mordversuch, sondern zivile Volk- und die Folge ist, daß es in Deutschland mit Liebenswürdigkeiten überhäuft? Neulich wurden im um einen Todtschlagsversuch handle, wollte er anderer- und den anderen Militärstaaten eine besondere Selbstmord- Kladderadatsch"( zu dessen ältesten Mitarbeitern Fürst seits doch auch wieder von dieser Art Selbsthilfe nichts Statistik für die Soldaten giebt neben der allgemeinen, Bismard gehört) zwei Reichsbeamte unter durchsichtiger wissen. während die Schweiz, die diesen Unterschied und Gegensatz Anonymität in einer Weise angegriffen, die auf kräftigen Der konservative Herr v. Manteuffel dagegen fand, daß nicht fennt, eine besondere Soldatenselbstmord Satistik Rückhalt deutete. Es wurde gesucht." Und sobald bekannt der Herr Kriegsminister ganz recht habe". Außerdem präsentirte ebenso wenig haben kann, als sie einen besonderen Soldaten- war, daß die betreffenden Beamten sich den besonderen Zorn sich der konservative Herr als Gedankenleser, der am Sonn- stand hat. abend die Gedanken schon voraus wußte, die der Minister des geheimen Staatsmanns Herbert Bismarck verdient Jetzt und Einst." So betitelt die„ Bolts- Zeitung" haben, wußte man auch, wo zu suchen war. Man klopfte heute erst aussprach. Gegen den Kriegsminister und seine Selbsthilfe- Theorie eine fleine Reminiszenz. Am 25. Mai 1870 wurde ein auf den Busch. Und siehe da, aus der alten Raketentiste ist ein Schimpfwetter hervorgeprasselt, welches die Richtigsprachen von der Linken Lenzmann, Kröber, Barth und Aufruf veröffentlicht, in dem es heißt: Bebel, während Bennigsen so reaktionär sich geberdete, daß Die Unterzeichneten drücken die heilige Uebarkeit der Annahme bestätigt. Der Stil ist der Mann. selbst Herr v. Manteuffel ihm gegenüber als ein Vorkämpfer Einst gab es eine Zeit, wo dieser Stil für genial" der Rechtsstaatsidee erschien. daß die rein wirthschaftlichen Intereffen am gedeihausposaunt ward. Und heute? Karlchen Miesnick bekäme Lich sten entwickelt und am gerechtesten geregelt werden durch den freien Austausch; Berlin, den 5. März. Denkwürdig wird der heutige Tag für den Pastor von Klado, Herrn Schall, bleiben. Dieser Herr geizt anscheinend nach den Lorbeeren des Stöcker, ist aber so ungeschickt, daß er heute mit seiner Rede über das Duell auf allen Seiten des Hauses Kopfschütteln hervorrief. Nicht nur, daß Herr Dr. Lieber seinen gescheitelten Kampfgenossen offen des avonuirte, zeigte sich das noch nicht dagewesene Schauspiel, daß, als Bebel dem Herrn Bastor gehörig heimleuchtete, faft das ganze Haus unserem Genossen zustimmte. Der arme Schall, er hatte doch nur offen ausgeplaudert, was sie alle denten, unsere Staatsstüben. Aber das war sein Verbrechen. So etwas thut man, lieber Herr Pastor, sagt es aber nicht. Das hätten sie nicht außer Acht lassen sollen. Die Erledigung des Etats wird sich doch, wenn nichts Unvorhergesehenes eintritt, vor den Osterferien ermöglichen lassen. Der Fall Kirchhoff kam heute im Reichstage noch mals zur Sprache. Der Herr Kriegsminister scheint sich inzwischen überzeugt zu haben, daß seine Ausführungen vom vorigen Sonnabend sehr bedenklicher Natur waren. Und er suchte dieselben heute abzuschwächen. Er gab zu, daß von Kirchhoff gesetzlich unrecht gehandelt habe und daß er Gar nicht nöthig. Ihr Knappe und Kutscher, den ich gleichzeitig zum Rastellan ernannt habe, wird Sie dahin bringen." Hoffentlich nicht mit verbundenen Augen?" Er hatte ein lustiges Lachen. Bewahre, die müssen Sie im Gegentheil groß aufmachen, damit Sie sehen, daß Ihnen nicht vielleicht ein preußischer Reichsspiel folge.... und nun will ich Ihnen den Mammon ausfolgen." Er feufzte. Es kostete ihm stets große Ueberwindung, Geld aus der Parteikaffe zu nehmen, aber er setzte sich tröstend hinzu:„ Das friegen wir wieder denn jeder Ritter muß zahlen... Und nun sage ich, Gott befohlen, edle Frau, und halten Sie reinen Mund." Aber, bester Dufel, das ist selbstverständlich, ich weiß ja gar nichts." Er kniff die Augen zusammen: Das ist das richtige." IX. Das Hügelland, das die Thur in raschem Lauf, dem Rhein entgegenstrebend, durchfließt, besitzt ein bewegtes, abwechslungsreiches Terrain. zeugung aus, daß die Arbeitstheilung zwischen verschiedenen Ländern den Wohlstand ebenso hebt wie die Arbeitstheilung zwischen Landesgenossen; eine schlechte Zensur. Wohlgemerkt, heut ist's derselbe Stil, dieselbe Methode und derselbe Mann. Und das war einst übermenschlich". Mie doch die Zeiten sich ändern. Und wie schließlich doch für jeden die richtige Tage gefunden wird!_ -daß die sogenannten Schutzölle, welche die internationale Arbeitstheilung hemmen, besonders schäd In Groß und Klein- Panamanien Vertrauensvoten Tich sind für Deutschland, dessen hochentwickelte Industrie in allen Zweigen schon einen bedeutenden Theil für die Regierung in Paris mit 348 gegen 63, in Rom ihres Absatzes auf dem großen Weltmarkte gefunden hat; mit 345 gegen 45 Stimmen. Dort war es Herr Dupuy, daß die Schutzölle außer ihrer allgemeinen Schädlich der Kammerpräsident, welcher die Regierung vertrat, hier feit den Stempel einer offenbaren ungerechtigkeit Crispi in Person. Dort der getreue Staatsbeamte, der an sich tragen, indem sie auferlegt und abgemessen sind in der zur Verbergung malhonetter Geldpraktiken aus öffentlichen Absicht, nicht Einnahmen für Staatszwecke, sondern erhöhte Mitteln feile, im Panamaschmuz sich wälzende Zeitungen Absatpreise zu schaffen zum Nutzen der Produzenten bezahlt,-hier der Stipendiat der italienischen Schwindelbesonderer Waarengattungen. daß also der auf uns lastende i est des Schutzzollsystems fugeln das Bolt jatt macht. Herr Dupun Perier hat also banken und Hungerdoktor, der mit Standrecht und Flintenbeseitigt werden müsse. gestern die Majorität in Paris gehabt, und Crispi gestern in Rom. Ob sie morgen eine Majorität haben werden, das wissen wir nicht und das wissen sie nicht. Wer sein Reich auf die Bombe gebaut hat und auf Bajounetten ſizt, fann jeden Augenblick in die Luft fliegen oder sonst wohin. Wie lange wird's dauern? Unterzeichnet ist der Aufruf von einer Anzahl von Gutsbesizern und Junkern, die seitdem die wildesten Agrarier geworden sind. Darunter auch Herr von Levego w, heute Präsident des Reichstages, dem jetzt ein Schutzzoli von 3,50 nicht genug ist. Das sächsische Polizeiversuchsfeld. Wie kann man die Sozialdemokraten gefeßlich behandeln und doch außer halb des Gesetzes stellen? Das ist das große Problem, an N Bei der geftrigen Stichwahl zur Deputirtenkammer siegte in Marseille der Sozialist. Nach drei Seiten wurde es von einer tiefen Schlucht Das Holz der Deckenbalten war schwarz geworden und umgeben, auf deren Grunde ein Mühlbach floß. Die steilen eine schwarze schmiedeeiserne Lampe, vom Noste zerfressen, Abhänge waren überdies mit dem stachlichsten Gestrüpp so hing schief von der Decke hernieder. Der Puß war von üppig bewachsen, daß ein Ueberfall von dieser Seite nicht den Mauern herabgefallen und zeigte graue, halb verleicht zu besorgen war. witterte Steine. Auch das Estrich war dunkel und feucht, Hingegen lag die Rückseite des Schloffes, wo die Straße und die massive Holzstiege, die aus der Halle nach dem nach Ossingen vorüber führte, völlig ungeschützt. Aber die oberen Geschoß führte, brachte kaum einen helleren Ton in Raubritter hatten an dieser Stelle die alten Bäume ge- all' diese Finsterniß. Da oben aber in den hohen, völlig schont und neue so dicht gesetzt, daß ihre Burg dahinter fahlen Räumen, mit dem stillosen, weit herausgebauten verschwand und nur das Thürmchen verrätherisch darüber Erker standen die Fenster, die nach dem Graben gingen, herporlugte. weit offen, und die aufgewirbelten Staubtheilchen tanzten, von den Sonnenstrahlen belebt, luftig durcheinander. Erst der allerneuesten Zeit war es vorbehalten, auch diese Seite durch ein Bollwerk zu decken. Die Bahn Ossingen- Winterthur hatte hier einen mäch tigen Bahndamm aufgeführt und ein Durchlaß in demselben vermittelte den Zugang zur Landstraße. Das alte Raubuest gehörte jetzt einem reichen Herrn aus Basel, der die dringendsten Reparaturen hinausschob und seinem Verfall nicht wehrte.] Hier sollten die Sigungen stattfinden und der Kastellan hatte gleich hier seine Werkstatt aufgeschlagen. In einem kleinen Kamin, dessen Mantel die Jahreszahl 1534 zeigte, hatte er Feuer angezündet, um den Leim zu wärmen, und nun hobelte und sägte er die Bretter, fügte und leimte Tische und Bänke zusammen und pfiff dabei das Lied von der rotheu Republik so eifrig und unverdrossen, als wäre er eben dabei sie aufzurichten. Helene machte sich in der Küche zu schaffen. Durch ein winziges Thürchen, man mußte fich bücken, um nicht anzustoßen, gelangte man vom Halbstock aus in dieselbe. Die massiven Mauern bildeten eine tiefe Fensternische, herabreichte. Der rothe Postmeister hatte es von ihm für die Dauer einer Woche gemiethet zum Zwecke einer DelegirtenVersammlung der Krankenkassen und deutschen Vereine Dunkle Fichtenwaldungen frönen die Hügel, während in der Schweiz", wie er vorsichtig angab. an den südlichen Abhängen reichgesegnete Weingärten fich Aber dem reichen Herrn aus Basel schien es blutwenig ausdehnen und mit stattlichen Maisfeldern abwechseln, in zu interessiren, wer die Leutchen waren und was sie mit in die links und rechts zwei Steinsige eingefügt waren, denen auf hochragenden Halmen die schweren goldigen einander vereinbaren wollten, wegtragen fonnten sie mit einem Tisch dazwischen. Der Boden zeigte start Kolben sich schaukeln. ihm nichts, denn es war nichts mehr da, und so waren ausgetretene Backsteinfliesen und einige Stufen führten Man ist aus den Bergen herausgetreten, aber wenn dem Postmeister, nachdem er eine kleine Summe erlegt hatte, zu einem mächtigen offenen Herde, dessen Mantel weit man den Blick zurückwendet, erscheint zur Linken der mächtige die Schlüssel übergeben worden. Säntis und weiterhin die langgestreckte Kette der Glarner Nun war mit einem Male in das verödete Schloß Helene packte das mitgebrachte Geschirr und die und Schwyzer Alpen, deren beschneite Häupter in der neues Leben eingezogen, eine rastlose, wohlberechnete Ge- Lebensmittel vorsorglich aus, die sich um sie herum zu wechselnden Veleuchtung des Tages erglänzen. schäftigkeit. thürmen begannen. Sie sortirte, berechnete und theilte Jnmitten dieser Landschaft, die schon das Gepräge Die schweren, Thüren und Fenster verrammelnden ein, und suchte in dieses Chaos Ordnung und Folge zu des Rheinthals trägt, unweit der wild schäumenden Thur, Bohlen waren hinweggenommen worden und Luft und Licht bringen. liegt auf einem Hügel in einsamer Lage das alte Schloß der Zutritt gewährt. Das Geschirr war staubig, es mußte gewaschen und Wyden. Eilige Schritte durchmaßen die Räume und polterten bereit gestellt, die Lebensmittel hergerichtet und gekocht Es war kein stolzer mächtiger Feudalsit, sondern über die Treppe; helle Stimmen ertönten und die Schläge werden. der prunklose, engbegrenzte Ban eines jener wegelagernden der Art und des Hammers hallten laut von den hohen Und es galt Wasser herauszuschaffen und für die Gesellen, die das Raubritterthum gleichsam als Kleingewerbe Gewölben wieder. Feuerung vorzusorgen. betrieben und hinter Büschen lauernd, sich damit be- Das schwere, eisenbeschlagene Thor, das von dem Garten gnügten, die nach Konstanz reisenden Kaufleute ein wenig in die von einer einzigen massiven Säule getragene Halle zu plündern. führte, stand weit geöffnet. Diesem ritterlichen Handwerke entsprechend, war die Lage des Schlosses dewählt. Aber das einfallende Licht vermochte das darin herrschende Dunkel kaum zu erhellen. Sie hatte in froher Geschäftigkeit ihre Nermel zurückgeschlagen, aber fie merkte bald, daß ihr Kleid für dieſe Arbeit nicht taugte. Es saß zu knapp und krachte be fräftigerent Ausgreifen in allen Nähten. ( Fortsetzung folgt.) Das Verbrecherhirn. In Frankreich wurde vor kurzem einem gewissen Savourin, der sich der unmenschlichsten Verbrechen schuldig gemacht, nach herrschender Mode der Kopf abgeschlagen. Der bekannte Anthropolog Dr. Pretan untersuchte das Hirn, und entdeckte, daß dasselbe völlig frant und anormal war. Die Gesellschaft" hat also zu ihrer Vertheidigung" einen Menschen getödtet, der in das Tollhaus gehörte. Ob Savourin sich auch als Anarchist" ausgab, wird uns nicht mitgetheilt. Vermuthlich! " " Sozialistischer Sieg auf Sizilien, das ist die Autwort der fizilianischen Sozialisten an den Standrechtsmann Crispi. Bei den letzten Gemeindewahlen haben in mehreren Ortschaften, trotz Standrecht und Preßfuebelung die soziafistischen Kandidaten gefiegt. In Nocchia bei Syrakus besteht der ganze Gemeinderath aus Sozialisten. Es geht vorwärtstroß alledem! Aus England schreibt uns unser regelmäßiger Korrespondent: Parlamentsberichte. Abgeordnetenhaus. 28. Sigung vom 5. März 1894: 12 Uhr.. Am Regierungstische: Graf zu Eulenburg, Miquel, von Heyden. Auf der Tagesordnung fleht die Berathung des folgenden Antrages der Abgg. Ba ch em u. Gen.: = wollen wir, sobald die Wirkungen der Steuerreform sich gezeigt haben, aber nicht verfrüht, und wir wollen fein Partei Wahlgefet; gegenüber der 2000 m. Klausel, die das Zentrum früher beantragt hat, werden wir uns mit den Konservativen verbinden. Wir brauchen für die Aenderung des Wahlrechts keine Stimmung zu machen und deshalb lehnen wir den Antrag ab. ( Buftimmung bei den Nationalliberalen.) Abg. Porsch( 3.): Der wesentliche Inhalt des Antrages ist eigentlich durch die Erklärung des Ministerpräsidenten er" Das Haus der Abgeordneten wolle beschließen: Die König- ledigt. Es geht ein gewaltiger Zug gegen den Besitz durch die liche Staatsregierung zu ersuchen, dem Abgeordnetenhause bald- Bevölkerung, und die Gesetzgebung muß es verhindern, daß der möglichst, zunächst für alle Städte von mehr als 10 000 Ein Besitz durch die falsche Gestaltung des Wahlrechts als noch gewohnern, statistische Mittheilungen über die Ergebnisse des Wahl- waltiger erscheint, als er ist. verfahrens nach Erlaß des Aenderungen des Wahlverfahrens be- Abg. v. Jedlių( Ft.): Der Antrag ist durch die Erklärung treffenden Gesetzes vom 29. Juni 1893 zu machen, welche sowohl des Ministers eigentlich erledigt. Wenn wir für den Antrag bezüglich der Wahlen zum Abgeordnetenhause, als bezüglich der ftimmen, so wollen wir uns dadurch nicht für irgend eine Reform Gemeindewahlen, soweit bei diesen das Dreiklaffenwahl- System gilt, des Wahlgefeßes engagiren; wir wollen nur, daß das Dreiklassenunter Vergleichung mit den entsprechenden Zahlen bei früheren Wahlgefeß aufrecht erhalten wird unter den nothwendigen VerWahlen den Einfluß ersehen lassen, den die neuere Wahl- und besserungen. Steuergesetzgebung auf die Vertheilung der Wähler in die ver schieden Wahlklassen ausgeübt hat." Abg. Parifins( Frf. Vp.): Ich kann nur wünschen, daß die für die nächsten Tage in Aussicht genommene Beröffentlichung der statistischen Arbeiten durch den Antrag nicht gehindert wird. Abg. Bachem( 3.): Das zur Verabschiedung gelangte WahlWie die Blätter berichten, ist der Klub Autonomie" ein- gefez enthielt auch nicht die Spur einer Reform, einer Vergegangen, das Haus soll zu einem einfachen Wohnhause her befferung der durch die Steuerreform eingetretenen Verschiebung Abg. v. Eynern erklärt nach Streichung der Worte„ baldgerichtet werden. Ich bin weder in diesem noch in einem des Wahlrechts. Es wäre wohl angebracht, wenn der Minister des möglichst u. s. w." daß der Antrag so harmlos fei, daß die anderen der hiesigen anarchistischen und halbanarchistischen Innern ausführen wollte, inwiefern er in dem Gesetze eine Reform er Nationalliberalen aus Wohlwollen für das Zentrum denselben Klubs gewesen, habe daher auch keine Gelegenheit gehabt, fennt. Es wird schwere Kämpfe fosten, zu einer Reform des Wahl- annehmen würden. Martial Bourdin persönlich kennen zu lernen. Daß er nicht gefeges zu kommen; aber wir wollen Stimmung machen, wir Der Antrag wird darauf einstimmig angenommen. Darauf wird die zweite Berathung des Staatshaushaltsaus Noth" zu Sprengattentaten geschritten, widerlegt auch der wollen die Schäden des Systems nachweisen, ohne lagitatorisch Echreiber des Briefes in Nr. 50 des Vorwärts" nicht. Bour: vorzugehen, blos durch die Aufdeckung der Thatsachen. Das Etats für 1894/95 fortgesetzt und zwar beim Etat der Staatsdin's Bruder sagte vor der Todtenjury aus, daß der Ver- Wahlgefeh, wie es besteht, hat nur einen provisorischen Charakter; schuldenverwaltung. storbene unregelmäßig gearbeitet, aber stets, wenn er ihn besucht, die Verfassung verspricht ein definitives Wahlgefey, um welches Finanzminister Miquel: Die Ausgabe von 1942 500. Geld bei sich gehabt habe, was wiederum nicht ausschließt, daß man nicht herumkommen wird, nachdem eine Steuerreform durch zur Verzinsung der im Laufe des Etatsjahres neu aufzunehmenden derfelbe am Abend vor der Jahrt nach Greenwich ohne Gelb geführt ist, die doch die Gewähr einer gewiffen Daner in sich Anleihebeträge wird wahrscheinlich zum großen Theile erspart gewesen sein mag. Im Gegentheil halte ich meine Lesart mit trägt. Die Statistit, soweit man sie jetzt hat aufstellen tönnen, werden, da wir nicht die Aufnahme in diesem Kalenderjahre Der des Echreibers des genannten Briefes für sehr wohl ver- zeigt überall große Verschiebungen; die Wählerzahl in der ersten beabsichtigen. Der Grund liegt darin, daß mir infolge der Berder des Schreibers des genannten Briefes für sehr wohl ver- und zweiten Klasse ist zurückgegangen, die Zahl der Wähler mehrung der Eisenbahn- Einnahmen, die um 35 Millionen Mark einbar. Auch er erblickt in Bourdin's Vorhaben keine durch britter Klasse ist ganz erheblich gestiegen. Redner beruft sich gestiegen sind( hört! lints), beträchtliche verfügbare Mittel haben. Noth bedingte Handlung, sondern scheint Bourdin als das auf seine Beobachtung in den rheinischen Städten, aber auch für die Gebühren für Eintragungen in das Staats- Schuldbuch Opfer eigenen Leichtsinns und das Werkzeug unbekannt ge- anderweit sind aus den Städten dieselben Ergebnisse gemeldet. ist eine Mehreinnahme von 13 150 M. eingesetzt worden, weil bliebener Anstifter zu betrachten. Wo diese Anstister zu suchen sind, ob in den Reihen be- Es zeigt sich, daß dieses Verhältniß ein durchaus unhaltbares die Eintragungen einen erfreulichen Fortgang genommen haben. zahlter Agenten gewisser Regierungen oder wo sonst, ist eine geworden ist. In Dortmund waren in der ersten Klasse 1891 Es sind am 1. Januar 1894 eingetragen gewesen 14 295 Konten 250, 1893 nur 20 Wähler, in der zweiten Klasse 1440 bezw. 660 über 848 Millionen Mark gegenüber 12 039 Konten über Frage der Konjektur. Menn es wahr ist, daß wie auch wähler. Aehnliche Nachrichten liegen auch aus anderen Landes: 687 Millionen Mark, und zwar waren eingetragen: 40400, Bourdin es auf die Sternwarte von theilen vor. Greenwich abgesehen hatte, so ist allerdings die erstere Lesart Bentrums, sondern überhaupt um die Interessen der gebildeten 4514 Konten mit 10 000-50 000., 1059 Konten mit 50000 Es handelt sich nicht blos um ein Interesse des mit Beträgen bis 4000 M., 3055 Ronten 4000 bis 10 m., die wahrscheinlichere. Erschöpfend wird man erst in späterer Theile der Nation und des Mittelstandes.( Sehr richtig! lints.) bis 100 000 m., 944 Konten mit 100 000-500 000 m., 129 Konten Zeit über die Gönner des Dynamit- Anarchismus schreiben Man sagte, bei Aunahme unserer Anträge würden Leute in die mit 500 000-1000 000 000 m. und 102 Konten über 1 Million fönnen. Welches aber immer die Absicht der Anstifter, der Effekt ist ein anderer gewesen, als sie sich hatten träumen erfte und zweite Klasse kommen, die nicht hineingehören; jetzt sind Mart. Die Entwickelung des Reichsschuldbuches ist eine ebenso aber Leute in die dritte Klaffe gekommen, die nicht dorthin gehören; erfreuliche. laffen. 3.B. sind in Berlin die höchsten Staatsbeamten in die 3.Klaffe gekommen. Mehr wie alle Prozeduren der geordneten Juftia", dürfte ett sind in den ersten beiden Klassen nur die Geldmächte ver- genehmigt, ebenso der Gtat der allgemeinen FinanzDer Etat der Staatsschulden Verwaltung wird die Demonstration des Publikums bei der Beerdigung des treten. Wir wollen mit der Besserung nicht warten, bis die verwaltung, nachdem der Finanzminister Miquel erklärt selbstgetödteten Bombenwenfers dazu beitragen, das Bomben- Mißstände sich alle sehr bemerkbar machen, wir wollen dabei hatte, daß sich bei ben- leberweisungen aus dem Reiche ein evangelium aus den Röpfen auszutreiben. Die Komödie, die in Paris unter dem Titel Untersuchung des Thatbestandes auch nicht allein die Interessen der unteren Boltsschichten wahren, Minus von 3/2 Millionen Mark ergeben werde, wovon auf die fontra Henry geführt wird, ist alles andere eher wie eine Entwünschen die Ausdehnung des Reichstagswahlrechtes auf die verbände entfallen. sondern namentlich die des Mittelstandes. Bir Staatstaffe 1 Million, 22 Millionen Mark auf die Kommunalmuthigung der Nachahmung. Anders die Demonstrationen der Landtagswahlen, aber jetzt ist es bei der Zusammensetzung des Menge bis herunter zu dem von den Anarchisten fetischartig Sauses nicht durchführbar, deswegen begnügen wir uns mit der auch die Dentschrift über die Thätigkeit derselben behandelt. Beim Etat der Ansiedlungstommission wird angebetenen Zumpenproletariat gegen die Dynamiterei. Ein dieser Berbesserung des bestehenden Wahlrechts. Wir haben uns dabei Außerdem liegt ein Antrag der Polen( Motty und Genossen) Tage erschienenes Flugblatt erklärt, wenn die Proletarier auch noch die Beschränkung auferlegt, daß wir die Statistit nur vor:" Die Staatsregierung zu ersuchen, die baldthunlichste Aufnicht rebelliren wollen, werden die Bomben in Zukunft nicht für die Städte über 10 000 Einwohner verlangt haben. Die hebung des Gesetzes vom 26. April 1886 betreffend die Beförde gegen die Ausbeuter, sondern gegen sie gerichtet werden. Das Wirkungen der neuen Steuergesetze sind zum größten Theil rung deutscher Ansiedlungen in den Provinzen Westpreußen und ist der Gipfel erlaubt ist, die äußerste schon daß sie durch " Justice" meint logische Konsequenz des Wahnsinns. erfassen fann. Man braucht nicht länger zu warten mit der Posen durch eine entsprechende Vorlage in die Wege zu leiten." Die Entlaffung Gladstone's ist von der Königin von England angenommen, und Lord Rosebery mit der Bildung des neuen Kabinets betraut worden eine Aufgabe, die er auch übernommen hat und unzweifelhaft erfüllen wird nach einem Telegramm sogar schon erfüllt haben soll. Das Parlament wurde heute mit einer furzen Thronrede geschlossen. Nächste Woche beginnt schon die neue Sigung, so daß von parlamentarischen Ferien nicht die Rede sein kann. In Brasilien scheint das Ende des Bürgerkrieges nun wirklich bevorzustehen. Bei der Präsidentenwahl wurde Moraes mit großer Mehrheit zum Präsidenten und Pereira zum Vizepräsidenten erwählt. Beide find Republikaner, und auch die Wahlen zum Kongreß sind in großer Mehrheit republikanisch ausgefallen. Am 1. Mai tritt die neue Regierung ins Amt wenn alles glatt geht. Die amerikanische Regierung dürfte jetzt wohl dafür sorgen, daß dem monarchistischen Unfug ein Ende gemacht wird. Vorsichtshalber hat Herr Peixoto den Belagerungszustand bis zum 1. Mai verlängert, wo der neue Präsident und der neue Kongreß ihre Thätigkeit antreten wenn der Belagerungszustand es nicht hindert. Geschäftssozialismus. Unser von Dr. F. Lütgenau trefflich redigirtes Parteiorgan, die Rh. Westf. Arb. Btg.", schreibt in einer der letzten Nummern: Abg. Motih empfiehlt den Antrag, weil die Aufrechterhaltung des Gesetzes die Gleichberechtigung der Polen beeinträchtige. Abg. Borsch( 3.); Das Zentrum wird, wie es das Ansiedlungsgesetz von Anfang an bekämpft hat, für die Aufhebung desselben stimmen. Abg. Sattler( ntl.): Die Ansiedlungskommission rettet bankerotte Landwirthe von dem Untergange, verbessert ihren Besitz und fördert die Ansiedlung von kleinen Landwirthen. Begreiflich wäre es, wenn andere Provinzen auch die Einrichtung solcher Kommissionen verlangten, die Klagen der Polen sind unbegründet. Ab. Parifius( frs. Bp.): Wir haben das Gesetz bekämpft ( Buruf bei den Nationalliberalen: Leider!) und haben uns dessen gefreut. Wir stimmen, da die Handhabung des Gesetzes keinen Anlaß zum Lobe giebt, für den Antrag der Polen. Abg. v. Jazdzewski: Die Ungerechtigkeit liegt darin, daß man den Polen nicht gestattet, von den Gütern der Ansiedlungstommission Rolonistenstellen zu erwerben. Die Polen können ihre nationalen Ideen nicht aufgeben, sie müssen sich deshalb gegen alle Germanisirungsmaßregeln wehren. Untersuchung. Es ist auch schließlich keine Beit zu verlieren. Es könnten Seiten kommen, in denen es nicht mehr möglich ist, ein Dreillaffen- Wahlgesetz zu machen.( Beifall im Zentrum.) Abg. v. Puttkamer Plauth( t.): Die Polen stellen sich hier ist bereit, dem Antrage zu entsprechen, soweit es sich ohne große aus Anlaß der hundertjährigen Kosziuskofeier in den Blättern Ministerpräsident Graf zu Eulenburg: Die Staatsregierung als ruhige Staatsbürger dar, während man draußen im Lande Aufwendung von Zeit und Roften ermöglichen läßt. Diese Ein- die Wiederherstellung Bolens als das unabänderliche Programm schränkung bezieht sich auf die Vergangenheit, wo das Material bezeichnet. Das Ansiedlungsgesetz thut keinem Polen Gewalt an; lückenhaft und zum Theil garnicht mehr vorhanden ist. Es wird es vollzieht sich alles auf dem Wege der Freiwilligkeit; es handelt hoffentlich nicht zu langer Zeit bedürfen, um die Ergebnisse der sich nicht um einen Kampf gegen das Polenthum, sondern nur Wahlstatistik dem Hause vorzulegen. In den nächsten Tagen um den Schutz des Deutschthums, das der zielvollen Agitation fann vielleicht schon die Nummer der Statistischen Korrespondenz des Polenthums nicht allein Widerstand leisten kann, zumal das über die Landtagswahlen publizirt werden. Für die Gemeinde- letztere vom Osten her fortwährend Zuzug erhielt. Dagegen wahlen wird die Statistik für die Gemeinden über 10 000 Einwohner richteten sich die Ausweisungen als ein Ait der Nothwehr. Das bald fertig gestellt werden, für die andern Gemeinden nach probe- Busammengehen der Polen mit der Regierung erfüllt uns mit weisenErhebungen, weil sonst die Arbeit zu umfangreich werden würde. Mißtrauen, denn nur als Gegner sind die Polen ehrlich bei Bezüglich der Kommunalwahlen ist die Befürchtung des Vor- ihrem Programın, redners, daß in den beiden ersten Klaffen eine Abnhhme der ählerzahl eingetreten ist, richtig; aber das Maß ist doch nicht so bedeutend, wie er fürchtet. Die Zahl der Wähler erster und weiter Abtheilung ist herabgegangen in den Städten über 10000 Ginwohner auf 8,40, in den Landgemeinden mit industriellem Charakter auf 12,66, in den fleinen Städten auf 17,05 und in den Landgemeinden auf 28,89 Prozent. Daneben giebt es aber Gemeinden, in denen das Verhältniß der Wähler der ersten und zweiten Abtheilung günstiger geworden ist als früher. Die Wir fungen sind also außerordentlich verschieden, sodaß man sich wohl hüten muß, aus eklatanten Fällen ein allgemeines Urtheil abzuTeiten. Anders steht es bei den Wahlen zum Abgeordneten hause. Die Verminderung der Wähler in der ersten und zweiten Klaffe ist ebenfalls eingetreten, aber in fehr viel geringerem Maße als bei den Gemeindewahlen und die Fälle sind häufiger, wo eine Verbesserung, eingetreten ist. In den Städten Ein Standal muß es genannt werden, daß mehrere über 10 000 Einwohner sind in der ersten Klasse 2,39, in der Partei- Organe wiederum eine aus dem Verlage von Ernst zweiten 8,98 pt. der Wähler vertreten. Auf dem platten 1: Wiest hervorgegangene, angebliche sozialistische Jugendschrift" Lande verhält es sich entgegengefeßt. Die Wählerzahl ist gewarm empfehlen, die nichts Sozialistisches an sich hat und stiegen in der ersten Abtheilung von 3,89 auf 4,03 und in der obendrein sogar als fittlich bedenklich eine Warnung verdient. zweiten Klasse von 11,26 auf 13,63 pt. Für den ganzen " Haß und Liebe" heißt das Machwerk, das mit dem jelend Staat ergiebt sich also eine Verminderung nur in der motivirten Selbstmorde eines Liebespaares abschließt und ersten Klasse von 3,6 auf 3,5 pt., der zweiten durch eine eingelegte, bei den Haaren herbeigezogene Schilde- Klasse eine Vermehrung Don 10,82 auf 12,06 pt. rung unserer Klassengesellschaft mit Gewalt eine sozialistische Sie fehen also, wir sind bei der Arbeit und werden das ErgebTendenz bekommen soll. Den viel verbreiteten Wunsch niß derselben, sobald es fertig gestellt ist, mittheilen. Zu vernach einer fozialistischen Jugend- Literatur versteht Herr Wiest gessen ist aber nicht, daß wir einen großen Theil der Steuergeschäftlich vortrefflich auszunüßen, und einzelne unserer Partei reform noch vor uns haben. Es ist nicht allein die Ergänzungsblätter drucken die von Wiest beigelegten dummbreisten Re- steuer, welche noch nicht durchgeführt ist, sondern die Gemeindeflamenotizen gedankenlos ab. Da hat denn doch die bürger- steuerreform steht auch noch aus. Wir hoffen, daß nicht nur die liche Literatur hundertmal geeignetere Jugendschriften." staatliche Grund- und Gebäudesteuer fortfällt, sondern daß auch Wir können zu dieser etwas derb ausgefallenen Aeußes eine Herabminderung der Zuschläge zur Staatseinkommensteuer rung unseres Bruderorgans nur bemerken, daß an derselben stattfindet. Deshalb müssen wir noch warten, ehe wir uns ein leider nur zu viel Richtiges ist. Diese neueste sozialistische Urtheil bilden über die Abänderung des Wahlrechts. Db das Jugendschrift" nebenbei bemerkt eine elende Verballhor schon nach den Wahlen von 1895 möglich sein wird, lasse ich nung der Gottfried Kellerschen Novelle: Romeo und dahingestellt. Julia auf dem Dorfe" reiht sich den diversen wendet sich namentlich gegen eine Aenderung des Wahlrechts im Abg. v. Heydebrand( f.) erklärt sich gegen den Antrag und Schundprodukten, mit welchen spekulative Verleger in Sinne des allgemeinen direkten Wahlrechts, wodurch die GrundNachdem der Abg. v. Jazdzewski auf die Bedenken aufmerksam neuester Zeit Geschäfte in Arbeiterkreisen zu machen lage des Staates erschüttert werden würde. suchen und leider auch machen, würdig an. Wir Abg. Bachem( 3.): Wir erkennen an, daß keine Aussicht gemacht hat, welche die Verlegung evangelischer Pfarreien in bis. find überzeugt, daß feines unserer Blätter die Reklame ist gegen den Willen der Staatsregierung, des Herrenhauses her fatholische mit sich bringe, wird die Denkschrift durch Kenntnißnahme für erledigt erklärt. notiz gebracht hätte, wenn die mit Arbeiten nur allzu sehr und der Mehrheit des Abgeordnetenhauses das allgemeine Der Antag Motty wird gegen die Stimmen der Polen, überlasteten Redakteure vorher Zeit gehabt hätten, einen direkte Wahlrecht einzuführen. Deshalb ftellen wir uns auf des Zentrums und der Freifinnigen abgelehnt. Blick in das Machwerk zu werfen. Trotzdem können wir verbessern. Die Konservativen sollten zufrieden sein, daß gerade( Kultusetat.) den Boden des Dreitlassenwahlrechtes und suchen dasselbe zu Schluß 44 Uhr. Nächste Sigung Dienstag 11 Uhr. nicht umhin, an die Redaktionen unserer Parteiblätter das das Zentrum diefe Agitation in die Hand nimmt und nicht Ersuchen zu stellen, in Zukunft dieser Seite ihrer Aufgaben andere Parteien, die nicht so genügsam sind wie wir. eine größere Aufmerksamkeit zu widmen. Können wir auch Abg. v. Euern( ul.): Der Antrag ist nach der nicht verhindern, daß literarischer Schund hergestellt und Erklärung des Ministers so bedeutungslos, daß man es den Arbeitern angeboten wird, so darf unsere Parteipreffe eigentlich von den Knöpfen abzählen tann, ob man ihn A. A. Stiegel. Das Mädchen muß sechs Wochen vor sich doch nicht insofern zum Mitschuldigen machen, daß sie annehmen ſtatiſtiſche Erhebung veranstaltet werden, beafür, daß dem 1. Mai tündigen, sonst gilt der Vertrag um ein Vierteljahr wenn der den Arbeitern solche Waare redaktionell anpreist. Antrag überflüssige statistische Grhebungen verlangt, so fommen wir doch zur Ablehnung des Antrages, namentlich da der Einfluß der Steuerreform noch garnicht überall hervorgetreten ist. Wir müffen jedenfalls bis 1896 warten. Ein besseres Wahlgeset oder ablehnen soll. Abg. v. Puttkamer- Plauth nimmt die Ansiedler gegen die Vorwürfe des Vorredners in Schuß. Minister v. Heyden bestreitet, daß das in Frage stehende Gesez seinen Zweck verfehlt habe. Der Etat der Ansiedlungs- Kommission wird genehmigt. Bei der Denkschrift der Ansiedlungs- Kom mission bemängelt Abg. Szmula( 3.), daß die Leute aus Oberschlesien bei der Ansiedlung nicht zugelassen werden, weil sie als Polen angesehen werden, während die Regierung bestreitet, daß sie Polen sind. Katholiken scheine man nicht ansiedeln zu wollen, denn den 1257 Evangelischen stehen nur 130 Katholiken gegenüber. Redner führt einen Spezialfall an, in welchem ein aus dem Auslande zurückfehrender Deutscher von der Kommission hin und hergeschickt sei, ohne schließlich zur Ansiedlung zu kommen. Minister v. Heyden: Der Fall ist mir nicht bekannt. Geheime Anweisungen betreffend die Ansiedelung von Katholiken bestehen nicht. Es werden katholische und evangelische Gemeinden des Hauses. gebildet, gemischte Gemeinden werden vermieden unter Billigung Briefkaffen der Redaktion. M. M. Nein. verlängert. E. P. 1. 1. Bei der Polizei und bei der Steuerbehörde ( Magistrat). 2. Ja, wenn das Objekt 150 M. übersteigt. Franz Talzer. Die Antwort auf Ihre Frage ist längst erschienen. Sie können abhauen, was über die Grenze reicht. Für den Inhalt der Injerate über nimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Dienstag, den 6. März. Opernhaus. Falstaff. Slavische Brautwerbung. Schauspielhaus. Vasantasena. Deutsches Theater. Senator. Der Herr Berliner Theater. Aus eigenem Recht. Lessing- Theater. Madame SansGêne. Friedrich- Wilhelmßädt. Theater. Die Brautjagd. Residenz- Theater. Der Maskenball. Vermischte Anzeigen. Neues Theater. A Basso porto. Central Theater. Ein gesunder Junge. Adolph Ernst- Theater. Charley's Zante. Vorher: Die Bajazzi. Viktoria Theater. Der Südstern. Alexanderplat- Theater. Das Heirathsbureau. Hierauf: Charley's Tante. National- Theater. Die Weber. Theater Unter den Linden. Der Obersteiger. American Theater. Lumpen- Susanne, oder: Die Obdachlosen von Berlin. Wallner- Theater. Geschlossen. Wintergarten. Spezialitäten- Vorstellung. Reichshallen Theater.Spezialitäten Vorstellung. Apollo Theater. Vorstellung. Spezialitäten Kaufmann's Variété. SpezialitätenVorstellung. National- Theater. Große Frankfurterstraße 182. Sensationelle Novität: „ Die Weber". Echauspiel in 4 aften v. Carl Peters. Regie: May Samst. Raffeneröffnung 6%, Uhr. Anfang 71/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. American- Theater. Dresdener- Straße 55. Jeden Abend 81/2 Uhr: Lumpensusanne oder: Die Obdachlosen von Berlin. Parodistisch- realistisches Traumbild aus dem Müllwinkel( frei nach dem Verbrecher- Album) bearb. v. Oskar Wagner. Lumpensusanne, gen. Die Gräfin", ein schon geprüftes Mädchen " Franziska Häser. Die Bombe, Aftervermietherin im Müllwinkel des Sonnenaufgangs" Josephine Delclisseur. mit bewegter VergangenMartin Bendix. Täglich: Auftreten des Brunwald heit beften Bauchreduers d. Jektzeit H. Blank. Ferner u. a.: ,, Direktor Hippe" von Martin Bendix, sowie Eugen Bocher, Sächsischer Original- Humorist, Alfred Bender. Anfang Wochentags 12 Uhr, Sonntags 61/2 Uhr. Freitag, den 9. März 1894: Benefiz für Alfred Bender. G ratweil'sche Bierhallen Kommandantenstr.77-79. Aelt. u. größt. Etablijjem. Berl. Täglich abwechselud. Programm bei freiem Entree der ersten Wiener Damenkapelle " Dittl und Auftreten von Künstlern. Spezialitäten 1. Ranges. Täglid Auftreten ber Miss Webb, Taubenkönigin, mit ihren 24 dressirten Tauben. Sonntags Anf. 5 Uhr. Entree 30 Pf. Central- Theater. Alte Jakobstraße 30. Novität! Zum 1. Male: Novität! Ein gesunder Junge. Posse mit Gesang und Tanz in 3 Atten von Jean Kren. Gesangs Texte theilweise von Alfred Schönfeld. Musik v. Jul. Einödshofer. Anfang der Vorstellung 72 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Adolph Ernst- Theater. Charley's Tante. Adalbert Stagen gratuliren zum heutigen Wiegenfeste 2155b Sozialdemokratischer Wahlverein Die Kollegen. für den 2. Berl. Reichstags- Wahlkreis. Unserem Vater und Schwiegervater August Voigt zu seinem 50. Wiegenfest ein dreimal Sonnerndes Hoch, daß die ganze Hollmannstraße wadelt. 21456 Deine Kinder. Mittwoch, den 7. März, Abends 81/2 Uhr, in Rennefahrt's Salon, Dennewißstraße Nr. 13: Versammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag des Genossen Wilhelm Pfannkud über:„ Dient die Sowas thun wir alles aus Generosität. Sozialdemokratie dem Kulturfortschritt?" 2. Diskussion. 3. Anträge und Fragen. 373/9 Achtung, Steinarbeiter! Morir. 9; Windthorst, Zigarrengeschäft, Junkerstr. 1; Schröder, BigarrenHierdurch die traurige Nachricht, daß unser Kollege 283/11 Gustav Berthold Schwank in 3 Att. v. Brandon Thomas. am Sonnabend gestorben ist. Vorher: Tie Beerdigung findet am Dienstag, den 6. März, Nachmittags 3 Uhr, von der Hagelsbergerstr. 24 aus statt. Um rege Betheiligung ersucht Die Bajazzi. Parodistische Posse mit Gesang in 1 Aft von Ed. Jacobson u. Benno Jacobsen. Musik von Franz Roth. In Szene gesetzt von Adolph Ernst. Anfang 71/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Kaufmann's Variété Am Stadtbahnhof Alexanderplatz. Täglich: Spezialitäten- Vorstellung von und Konzert nur Künstlern 1. Ranges. Auftreten der Ballet- Gesellschaft Columbia( 10 Damen), Balletmeisterin Rosa Fricka. Auftreten der Elite- ParterreAkrobaten u. Pantomimentruppe Hermandez. Im Mädchen- Pensionat. Komische Pantomime mit Ballet. The Willon's, Doppel- Jongleure. Joië di Dios, Kostüm Soubrette. Geschw. Howala, Duettistinnen. G. Cordes, Gesangs- Humorist. Sonntags 6 Uhr. Anfang:{ Wochentags 8 Uhr. Entree Wochentags 50 Pf. A. Zimmermann. PassageDer Vertrauensmann. Die Zahlstellen des Vereins befinden sich bei: Lindemann, Restaurant, geschäft, Kreuzbergstr. 15; Grube, Restaurant, Mariendorferstr. 5; Südke, Restaurant, 3ossenerstr. 10; Sasse, Restaurant, Markgrafenstr. 102; Werner, Restaurant, Bülowstr. 59; Faller, Restaurant, Pallasstr. 16; Müller, Restaurant, Gräfestr. 31; Kitzing, Restaurant, Bellealliancestr. 74; Schmidt, Restaurant, Dieffenbachstr. 34. Billets zu der am 2. Osterfeiertag stattfindenden Matinee sind vom Dienstag, den 6. März, ab bei den Genossen Dochow, Mariendorferstr. 7, und Mewes, Steinmetstr. 22, sowie in allen Zahlstellen zu haben. Der Vorstand. Sozialdemokratischer Wahlverein Sonntag früh, 7½ Uhr, verſtarb plög für den 4. Berl. Reichstags- Wahlkreis. lich am Herzleiden meine innig geliebte Frau, Schwägerin und Schwiegertochter Marie Görner, geborene Abrahmowsky, im 26. Lebensjahre. Dies zeigt tiefbetrübt im Namen der Hinterbliebenen an der Ehemann C. Görner, Echankwirth, Bergstr. 43. Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 7. März, Nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Elifabeth- Kirchhofs, Ackerstraße, aus statt. Dank, 2153b Für die zahlreiche Betheiligung seitens des Wahlvereins des 6. Berliner Reichstags- Wahlkreises und dem verehrlichen Gesangverein für die erhebenden Gesänge am Grabe, sowie für die herrliche Kranzspende bei der Beerdigung 2147b unferes lieben Bruders Otto sagen wir unseren herzlichsten Dank. Gebrüder Eichler: Danksagung. Für die herzliche Theilnahme bei der Beerdigung meines lieben unvergeßlichen Mannes, des Tischlers Karl Supra, Panopticum. fage allen Freunden und Kollegen, foDie Glocke von Fr. v. Schiller. Musik von Romberg. Dargestellt in 15 lebend. Bildern. Alcazar. Dresdenerstr. 52/53( City- Passage.) Cravatten- Schulze und sämmtl. Spezialitäten. In Vorbereitung: Bummel- Fritze. Entree 15 Pf., reservirt 30 Pf. R. Winkler. Nur noch wenige Tage. Präuscherst Museum täglich von früh 9 bis 10 Abends für erwach. Herren. Dienstag u. Freitag Damentag. unwiderruflich: Schluß sonntag, den 1. April. Böhmisches Brauhaus, Landsberger Allee. Jeden Dienstag: Stettiner Sänger Anfang 8 Uhr. Entree 50 Pf. Im Vorverkauf 40 Pf. Ganz neues Programm! Donnerstag: Sanssouci. Circus Renz, Circus Renz, ( Karlstraße.) Dienstag, den 6. März cr.: Abends 714 Uhr: Auf auf zur fröhlichen Jagd! Parforce- u. Kaskadenritt. Ballet von 100 Damen. Meute von 40 Hunden. Außerdem: Das Feuerpferd Elémar, vorgef. v. Frl. Ocena Renz; b. Schulpferd Cyd, ger. von Herrn R. Renz; 3 Kegelbahnen. 6 Billards, pro die grossen Tremplinsprünge, Stunde 60 Pf. C. Koch, fr. Gambrinus. wie dem Arbeiter- Gesangverein, Nord" meinen innigsten Dant. Willive life Supra. Allen Freunden, Verwandten und Bekannten sage hierdurch für die Beweise herzlicher Theilnahme und die zahlreichen Kranzspenden bei der Bes erdigung meiner lieben Frau Florentine Berger, geb. Wellnitz, meinen tiefgefühltesten Dant. 2154b Der trauernde Gatte Gustav Berger und Kinder. Danksagung. Dienstag, den 6. März, Abends 82 Uhr, im Lokale ,, Königsbank"( Haase), Große Frankfurterstraße Nr. 117: Versammlung. Tages Ordnung: " Die 1. Bortrag des Reichstags- Abgeordneten Paul Singer über: politische Situation." 2. Diskussion. 8, Vereinsangelegenheiten. 4. Wer 492/2 fchiedenes. Den Parteigenossen, welche noch nicht Mitglieder des Wahlvereins sind, zur Nachricht, daß Neuaufnahmen ohne Einschreibegebühr in dieser Der Vorstand. Bersammlung stattfinden. Sozialdemokratischer Wahlverein für den 6. Berliner Reichstagswahlkreis. 1 Dienstag, den 6. März 1894, Abends 82 Uhr: Versammlung im, Swinemünder Gesellschaftshaus", Swinemünderstraße Nr. 35. Tages Ordnung: Der russische Handelsvertrag und die Stellungen der Parteien im Reichstage. Referent: Reichstags- Abgeordneter Genosse Schulze. Diskussion. Vereinsangelegenheiten. Verschiedenes. 490/3 Achtung! Große öffentliche Der Vorstand. Achtung! Volksversammlg. für Männer und Frauen am Mittwoch, den 7. März, Abends 8 Uhr, i ,, Weimann's Volksgarten", Badstraße Nr. 56. Zages Ordnung: = 1. Vortrag des Genossen Dr. Weyl über: Warum ist das arbeitende Volk arm? Und was muß es thun, um sich vom Joche des Kapitalismus zu befreien? 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Genossen und Genossinnen! Erscheint recht zahlreich, da es nach langen Monaten die erste große Wolksversammlung ist. 463/17 Der Einberufer: Max Wenzel. Die Versammlung findet im Einverständniß des Bertrauensmannes Waschkowsky statt. Freunden und Genoffen, die meinem Achtung Genoffen!! Mann das letzte Geleit gegeben, herzlichen Dank. Wilhelmine Figula. Castan's Panoptikum. Neu! Eine Neu! Vision: Psammenit, der lebende Mumienkopf. Berl. Bock- Brauerei Teleph.- A. III. No. 1767. Tempelhofer Berg: 55. Bock- Saison. Täglich: Gr. Militär- Concert. Kinderwagen Korbwaaren, Holwaaren; Größtes Lager Berlins. Theilzahl. gestattet. Musterb. gratis, entpfiehlt A. W. Schulz, str. 145 ( Ecke Rheinsbergerstr.) Hauptgesch. Brunnenstr. 95 vis- à- vis Humboldshain. Oberschmidt's Bierhaus, Blumenstr. 21a, 2121b Große öffentliche Versammlung der Bureau- Angestellten und verwandten Berufsgenossen am Dienstag, den 6. März 1894, Abends 8 Uhr, bei Hensel, Invalidenstraße 1, Ecke Brunnenstraße. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Genossen Millarg:„ Unternehmergewinn und ArbeitsJohn". 2. Vortrag des Kollegen Walther: In unserem Berufe gepflegte Hirsch- Duncker'sche Palliativmittelchen und die Vertretung unserer Interessen beim Unter Staatssekretär von Rottenburg". 3. Diskussion. 4. Wahlen zur Agitationskommission, Vertrauensmann und des Gewerkschafts- Delegirten. Der Einberufer. 5. Verschiedenes. W [ 466/4] Oeffentliche Versammlung aller im Tapezirer- Gewerbe beschäftigten Personen, als: Gehilfen, Näherinnen 2c. am Mittwoch, den 7. März, Abends 8 Uhr, im Lokale des Herrn Bolk, Alte Jakobftraße Nr. 75. Tages Ordnung: 1. Die wirthschaftliche Lage". Referent: Genosse Jahn. " 2. Diskussion. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Die Agitations- Kommission der Tapezirer Berlins und Umgegend. Achtung! 2151b Achtung! Chirurgische Branche. Dienstag, den 6. März, Abends s uhr, bei Seefeldt, Grenadierstraße 33: Große öffentliche Versammlung. empfehle allen Freunden u. Genossen. 485/6 38 38 Admirals- Garten. 38 Vereinszimmer von 20 bis 50 Personen, sowie Säle für Hochzeiten u. Versammlungen empf. Schönherr, Roch, 1993b Admiralstr. 38. 38 Tages Ordnung: 1. Die Angelegenheit der Firma Chr. Schmidt, Ziegelstr. 3. 2. Der erste Mai. Referent: Genosse Faber. 3. Verschiedenes. Bur Deckung der Unkosten findet Tellersammlung statt. Der Einberufer. Große öffentliche Versammlung der Mechaniker, sowie aller in elektrotechnischen und TelegraphenFabriken beschäft. Arbeiter u. Arbeiterinnen am Mittwoch, den 7. März, Abends 8 Uhr, in den ArminSallen, Kommandantenstr. 20. Tages Ordnung: aim Schluß der Riesensprang über Louisenstädt. Klubhaus, 1. 3 es möglichen? 2. Abrechnung vom Streit bei Groos& Graf. 40 Soldaten mit aufgepflanzt. SeitenSäle für Versammlungen gewehr, ausgef. v. Mr. Lavater Lee; und Festlichkeiten sind noch an verschiedenen Tagen zu haben. Ist diesem Jahre in unserer Brande den Achtstundentag durchzuführen? b. itarischen Spiele in d. Luft, ausgef Aunenstraße 16. 3. Bericht der Revisoren. 4. Abrechnung des Vertrauensmannes. 5. Neuwahl von der Troupe Daineff 2c. Saal zu Versammlungen und Ver- desselben. Restanten, welche bis zur Versammlung nicht abgerechnet haben, Mittwoch: Auf auf zur fröhl. Jagd! gnügen sowie Bereinszimmer empfiehlt werden dort bekannt gegeben. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen 5483.2* Fr. Renz, Direktor. L. Ehrenberg. ersuchen [ 232] Die Vertrauensmänner. Hierzu zwei Beilagen Verantwortlicher Redakteur: Robert Schmidt in Berlin. Druck und Verlag von Max Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. 1. Beilage zum„, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 54. Parlamentsberichte. genommen. Deutscher Reichstag. Dienstag, den 6. März 1894. " 11. Jahrg. an, wenn er sagt, alles was Herr Kirchhoff gethan, war sein zweifellos ohne Ueberlegung im Affekt geschehen. Geht aber ein gutes Recht und er befand sich im Stande der Nothwehr. Das anderer, der auch an seiner Ehre schwer gekränkt ist, mit der war nicht der Fall. Nicht jeder Verbrecher ist ein Hallunke, aber Waffe in der Hand zum Beleidiger, fordert ihn unter der 63. Sigung vom 5. März. 1894, 2 Uhr. der edelste, heldenmüthigste Vater bleibt im Falle des Generals Drohung, ihn niederzuschießen, zum Widerruf auf und führt dann Am Tische des Bundesraths: von Bötticher, von Kirchhoff ein Verbrecher. Hält man am Standpunkt des Kriegs- diese Drohung aus, so liegt zweifellos Ueberlegung vor und Marschall, Bronsart von Schellendorff. ministers fest, dann giebt man jedem, der sich zum Rächer seiner daher ein Mordversuch. Was hat Kirchhoff anders bezwecken Die Berathung des Militäretats wird fortgesetzt und Ehre macht, dasselbe Recht, so auch dem Vater, dessen Tochter wollen? Die Familie wollte ich nicht in diese unangenehmen die Debatte über das Kapitel„ Militär- Justizwesen" wieder auf- durch einen Offizier verführt ist, diesen über den Haufen zu Dinge hineinziehen, wie mein Schweigen am Sonnabend beweist. schießen. Thatsächlich befindet sich der Kriegsminister auch im Ich habe die Sache nur vom Gesichtspunkte der Militär- StrafKriegsminister Bronsart von Schellendorff: Herr Bebel Irrthum. Wenn der Wahrheitsbeweis abgelehnt ist, so liegt das prozeßordnung betrachtet; um an diesen und anderen von mir hat abfällig fritifirt, daß auch von allerhöchster Stelle dem lediglich am Staatsanwalt, der auf den beantragten Wahrheits- vorgeführten Fällen nachzuweisen, daß diese einer Aenderung beGeneral mildernde Umstände zugebilligt wurden. Das beweis teinen Werth legte. Nimmermehr dürfte der Kriegs- darf. Der Kriegsminister sagt aber: erstens fann das nicht Recht der Begnadigung und der Verleihung von Dekorationen minister, der Vertreter der höchsten Militärjustiz- Behörde, daraus gefolgert werden und zweitens hatte General Kirchhoff ist ein souveränes Recht des Königs von Preußen, über das hier das Recht der Selbstrache proklamiren. Wenn der General vollkommen Recht. Das ist aber einfach die Proklamirung des im hohen Hause keine Kontrolle geübt werden darf. Wenn trot- nun zu uns fäme, zu Herrn Bebel und mir, und uns Faustrechts, das zu der Zeit, wo noch fein geordnetes Staatsdem darüber gesprochen wird, protestire ich dagegen als gegen über den Haufen schießen wollte, würde er sich auf die und Gerichtswesen existirte, vielleicht am Blaze war, aber nicht einen Eingriff in die Rechte der Krone Preußen. Ausführungen des Kriegsministers von heute berufen können. gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Gerade ich als Sozial ( Beifall rechts.) Man beruft sich oft auf die öffent- Diese ungeheuerliche Konsequenz wollen wir denn doch nicht auf- demokrat bin hier in der wunderbaren Lage, die Institute des liche Meinung; ich berufe mich auf das öffentliche kommen lassen. Rechtsstaates gegen einen föniglich preußischen Minister in Gewissen. In diesem Prozeß wäre der General von den Kriegsminister General Brousart v. Schellendorff: Die Schuh nehmen zu müssen. Das Faustrecht ist proklamirt. Hat Geschworenen freigesprochen. Wird das Beschwerde recht geändert Ausführungen des Abg. Lieber haben mich außerordentlich sym- der Kriegsminister Recht, dann kann auch keinem Anarchisten verund zwar in allernächster Zeit, dann wird es nicht geschehen auf pathisch berührt, obwohl ich nicht in allen Punkten mit ihm ein- wehrt werden, gegen seine Richter oder gegen jemand anders Anregung des Abg. Bebel. Dieser nimmt an, die Goldaten, verstanden bin. Ich habe gar nicht gesagt, daß jeder Mensch mit der Bombe vorzugehen, dann kann gegen feinen Soldaten welche Zeugen einer Mißhandlung sind, verschweigen vor Gericht das Recht habe, zur Selbsthilfe zu greifen. Ich habe mehr eingeschritten werden, der aus demselben Grunde mit der die Wahrheit und bekennen die unwahrheit. Dann müßten sie in bezug auf den General Kirchhoff gesagt: Er hat sich Waffe auf seinen Vorgesetzten losgeht. Herr von Manteuffel ja einen Meineid leisten. Herr Bebel tennt weder unsere Ein- gegen das Gesetz vergangen und er ist verurtheilt und will nur diejenigen Ausführungen des Kriegministers am Sonnrichtungen, noch unsere ehrlichen Soldaten. Irrthümlich sind bestraft worden. Der Ausdruck, er hatte ein Recht, den abend beklatscht haben, die er heute gemacht hat! In Wirklichauch die Angaben des Herrn Bebel über den Beschwerdeweg. Mann niederzuschlagen", war nicht im juristischen Sinne feit haben Sie( rechts) ihm Beifall geklatscht, weil Sie auf dent Es ist nicht wahr, daß der Mann bestraft wird, wenn er sich gebraucht. Kein Mensch hat das Recht, jemanden niederzu- Boden stehen, der trotz aller Berufung die christliche Moral beschwert, und auch bestraft wird, wenn er sich nicht be- schlagen, sondern er muß den anderen, wenn er sich verletzt fühlt, Selbsthilfe, Duelle u. s. w. vorschreibt. Der Staat aber verbietet schwert. Näher will ich jetzt auf die Sache nicht eingehen. verklagen. Ich habe nur gesagt:" Wenn jemand von Ihnen die Selbsthilfe. Wie oft sind die Sozialdemokraten in der Lage Herr Bebel hat dann eine ganze Reihe von Mißhandlungen irgendwo in einem öffentlichen Zotal" sich befindet, und es wird gewesen, sich über die Klassenjustiz zu beschweren, aber soweit vorgeführt. Diese Mißhandlungen werden nicht in Berlin, son- seine Frau oder Tochter beleidigt und beschimpft, dann schlägt er wie der Kriegsminister geht, ist tein Sozialdemokrat gegangen; dern bei den Kommandobehörden und ordentlichen Gerichten ihn nieder, und das sage ich heute noch. Ich habe damit nur solches kann überhaupt nur geschehen in einem Militärstaate, erörtert; ich kann nicht schon jetzt darüber Auskunft geben, wie eine Thatsache fonstatiren wollen. Da müssen Sie doch einen der noch mit einem Fuße in der Barbarei steht. Sehr wunderbar weit die Angaben des Herrn Bebel und seiner Gewährsmänner Unterschied machen, das ist doch ein sehr gewaltiger Unterschied. ist, daß der Kriegsminister sich auf die Schwurgerichte bezog; richtig, entstellt oder übertrieben sind. Von der Erörterung Ich soll gesagt haben, Kirchhoff hat dazu sein gutes Recht gehabt. Die selbstverständliche Konsequenz wäre doch die Einführung der solcher Spezialfälle tann ich mir feinen Nußen versprechen. In Das ist mir nicht eingefallen, dagegen protestire ich mit aller Schwurgerichte statt des geheimen Militär- Strafverfahrens.( Heiterdem Fall Frey hat sich Herr Bebel nach eigener Erklärung geirrt; Entschiedenheit, daß meine Worte so ausgedeutet werden. Er feit links.) Der Kriegsminister erklärt, ich taste das Begnadigungsdiese Erklärung ist dankenswerth, aber erfolgt doch erst sehr spät. hat kein Recht dazu gehabt. Aber in der Presse wird es anders recht der Krone an. Ich habe nichts davon gesagt, ebenso Jm gewöhnlichen Leben wird Herr Bebel mit seiner Rechtlichkeit dargestellt, und schließlich werde ich wie ein Mensch betrachtet, wenig manches andere, was mir heute der Kriegsminister vorund Höflichkeit sofort jeden um Verzeihung bitten, dem er unab- der gar keinen gefunden Menschenverstand besitzt. wirft, obwohl er sich eine Abschrift meiner Rede aus dem amtfichtlich weh gethan. Ich weiß nicht, ob er dies auch dem Abg. v. Manteuffel( dk.): Wir haben dem Kriegsminister lichen Stenogramm hat geben lassen. Die Gnade der Krone Hauptmann Frey gegenüber gethan hat. Er ist mystifizirt Beifall gespendet, weil er dem Angriff des Abg. Bebel so ent- werden wir allerdings nie und nimmermehr in Anspruch nehmen. worden; ich finde das sehr zart ausgedrückt, denn wenn schieden entgegentrat. Menschlich geurtheilt hat General Kirchhoff( Ruf rechts: Na, na!) Die Sozialdemokraten werden ihre jemand eine solche Mittheilung bekommt, die nicht gehandelt, wie wir beide, Herr Lenzmann und ich, gehandelt haben Strafen stets auskosten. Während man vielfach in Fällen geblos unwahr, sondern eine Verleumdung eines ehren- würden. Dem Kriegsminister spreche ich noch meinen Dank dafür meiner Verbrechen Gnade walten läßt, sind noch bei allen werthen Offiziers enthält, so ist er, auf gut deutsch gesagt, aus, daß er die Rechte der Krone so energisch gewahrt hat. Amnestien die Sozialdemokraten ausgenommen gewesen, so beim gröblich belogen worden. Herr Bebel meinte hier im März Wir verwahren uns entschieden gegen die Art, wie der Ab- Regierungsantritt des jetzigen Königs von Sachsen und des vorigen Jahres, der Fall stelle sich anders dar, als es sich aus geordnete Bebel diese Prärogative auch nur bedingungsweise Kaisers Friedrich. Wir wundern uns darüber nicht, uns läßt den Militäraften ergebe; vor Gericht hat es Herr Bebel etwas angetaftet hat. Gegen die Begnadigung der Frau Prager hat das ganz gleichgiltig. Was das Beschwerberecht anbetrifft, so anders ausgedrückt. Jeht sagt Herr Bebel, er sei mystifizirt. doch das Berliner Tageblatt" nichts einzuwenden gehabt. Nach wissen wir sehr gut, daß die Beschwerdeführer davon keinen VorDer Hauptmann Frey ist schwer verleumdet, viele Leute haben den letzten Erfahrungen gehen wir an die neuesten Angaben des theil haben, daß wir ihre Beschwerden vorbringen. Aber ein einfach die Sache geglaubt, die amtlichen Aussagen des früheren Herrn Bebel über Soldatenmißhandlungen nur mit Mißtrauen Erfolg wird doch erreicht: Hört der Bundesrathstisch nicht, Kriegsministers wurden angezweifelt; jetzt hat Herr Bebel die heran. Eine ganze Anzahl davon hat sich als unerheblich oder um so deutlicher hört man draußen im Volke. Ich habe Sache zurückgenommen; allen Drei sind doch diese Vorgänge unwahr herausgestellt. Wir mißbilligen diese Mißhandlungen auch nie gesagt, daß höhere Offiziere die Mißhandnicht angenehm und ich muß die Sache hier ausbaden ein mehr als Sie; für Sie haben dieselben doch einen gewissen Reiz. lungen billigen; ich habe stets anerkannt, daß die höheren Bergnügen darüber empfinde ich auch nicht.( Heiterkeit.) Im Verhältniß zu der großen Anzahl von Soldaten, Unter- Stellen die Mißhandlungen ausgerottet wissen wollen. Welchen Vortheil solche Erörterungen also für uns haben offizieren und Offizieren sind die angeführten Mißhandlungen Aber die offiziellen Akten beweisen doch, daß auch die Offiziere sollen, verstehe ich nicht. Wir wollen die Mißhandlung aus- doch nur eine winzige Bahl, noch nicht eine Mißhandlung pro nicht genügend dem Willen der höheren Vorgesetzten nachkommen, rotten und werden es auch. Die Zahl ist ja immer noch eine Armeekorps. Das militärische Mißhandlungs- Melde- Amt, welches wie das der bekannte Erlaß des Prinzen Georg von Sachsen viel zu große, aber die Bestrebungen, diesem Uebel zu steuern, die Sozialdemokraten eingerichtet haben, bringt jedenfalls alles über die Mißhandlungen ausdrücklich von den Spruchrichtern, find nicht ganz ohne Erfolg geblieben; die Prozentzahl ergiebt zusammen, was überhaupt ermittelt werden kann. Alle diese also von Offizieren ebenso behauptet, wie der ähnliche Erlaß des ein stetiges Fallen. Aus dieser erfreulichen Thatsache glaube ich mißhandlungen bedeuten garnichts gegen die grausamen Bru Kriegsministers von Safferling in Bayern. Im Jahre 1885 hat den Schluß ziehen zu dürfen, daß wir noch weiter herunter talitäten, die bei Streits gegen diejenigen verübt worden find, General v. Manteuffel sich ganz ebenso scharf an die Offiziere tommen werden; daß wir bis auf Null kommen, will ich nicht welche weiter arbeiten wollten. Fegen Sie also zunächst vor gewendet, um ihnen zu Gemüth zu führen, daß sie durch ihr verbürgen; hätten wir ein Mittel einen Gefreiten, der Unter- Ihrer eigenen Thür!( Beifall rechts.) Beispiel auf die Unteroffiziere einwirten müßten, um das Be offizier werden soll, daraufhin zu prüfen, ob er von seiner Macht Abg. Bebel( Soz.): Jch habe es am Sonnabend sorgfältig ver- gehen von Mißhandlungen zu verhindern und unmöglich zu Mißbrauch machen wird, so würde dieses Ziel sehr schnell er mieden, die Familie des Generals Kirchhoff in diese Debatte machen. Heute führt der Kriegsminister Zahlen an, welche einen reicht werden können. Der Sinn für Mißbrauch der Gewalt hineinzuziehen, aber der Kriegsminister hat es gethan. Er mag Rückgang der Mißhandlungen durch Borgesetzte beweisen. Dieser tritt erst dann hervor, wenn dem Menschen größere Rechte es für angemessen gefunden haben, die Sache in der Weise zu Rückgang ist gerade die Folge davon, daß wir diese Erzesse Jahr und Freiheiten eingeräumt werden. Herr Bebel Der erörtern, wie es von ihm geschehen ist. Ich bin jetzt genöthigt, für Jahr unverdrossen zur Sprache bringen und stößt gegen den gesunden Menschenverstand, wenn er auch nach dieser Richtung auf die Sache einzugehen. Der in der Armee angefangen hat, hierauf zu hierauf zu achten. die Mißhandlungen sollten den Sinn Kriegsminister hat Recht mit der Voraussetzung, daß ich am Wenn mir unter der großen Menge der mitgetheilten Thatsachen für Selbständigkeit, für eigene Berantwortung beim Sonnabend nichts wider besseres Wissen gesagt habe, aber wenn hie und da einmal etwas unterläuft, was nicht zu beweisen ist; Soldaten ersticken. Das Gegentheil ist die Wahrheit. ich den Fall am Sonnabend schon so gefannt hätte wie heute, wäre wenn ich belogen worden bin, so kann das jedem passiren. Die Soldat soll unentwegt und fest bleiben gegenüber mein Urtheil höchst wahrscheinlich noch schärfer ausgefallen. Bahl der Fälle von Mißhandlungen von Streitbrechern ist eine den Verlockungen derer, die die bestehende Gesellschafts. Es ist mir wieder so wie neulich beim Fall Oppen- verschwindend kleine gegen die der Mißhandlungen in der Armee. ordnung beseitigen, Thron und Altar umstürzen wollen, die sich heimer gegangen. Da war der Kriegsminister bezüglich( Widerspruch rechts.) Daß die Sozialdemokraten die Soldaten nicht entblöden, die Soldaten zum Bruch des Fahneneides auf der Ableugnung des Verkehrs mit mir seitens Oppenheimer's zum Bruch des Fahneneides auffordern, ist eine ganz unbewiesene zufordern.( Beifall rechts, Unruhe links.) Das kann nur der vor der Straßburger Universitätsbehörde falsch berichtet und jetzt Behauptung. Wir haben jetzt unter unsern 44 Mann der ehrliche Soldat, nicht der verkommene, dem durch die Miß ist er über den Verlauf des Prozesses Kirchhoff falsch berichtet. Fraktion 13, welche Unteroffiziers- oder Feldwebelrang haben, find handlung das Ehrgefühl ausgetrieben ist. Dieser fällt jener Im Falle Oppenheimer war ich im Recht, aber die Herren auf diese vielleicht deshalb befördert worden, weil sie derartiges ge Partei als Opfer in die Hände. Die Verrohungs- Statistik weist der Tribüne, die für die Zeitungen referiren, haben den Fall so than haben oder nicht vielmehr, weil sie sich ausgezeichnet von 1882-90 in der Zivilbevölkerung ein Aufsteigen auf. Mit dargestellt, als ob ich im Unrecht geblieben wäre, und darauf hin gehalten Die Dinge gehen ganz von selbst, diefen prozentualen Zahlen müssen wir auch bei dem alljährlichen habe ich eine Anzahl Briefe bekommen des Inhalts:" Da sehen wir brauchen nur die Kunst des Wartens zu verstehen. Zuwachs der Armee rechnen. Wenn Herr Bebel die Selbstmorde Sie, wie Sie mit Ihrer Vertheidigung eines Juden hereingefallen Die Zahlen der bekannten Broschüre habe ich nicht angezweifelt, mit den Mißhandlungen in Verbindung setzt, so ist das für mich nicht sind." Nach der Erklärung des Kriegsministers am Sonnabend sondern nur angeführt, daß in den Fällen von Soldatenmehr neu. Die von Herrn Bebel angezogene statistische Broschüre hat fagte ich mir sofort, so fann der Fall nicht gelegen haben, mißhandlungen, welche zum Selbstmorde geführt haben, die ihm zu Schlüssen Gelegenheit gegeben, welche das Gegentheil von denn sonst hatte General Kirchhoff unter allen Umständen dabei intereffirten Offiziere, Aerzte u. f. w. bemüht sind, dem denjenigen sind, die alle übrigen Leute daraus gezogen haben. die Möglichkeit, die Sache weiter zu verfolgen. Im Selbstmorde andere Motive als Mißhandlungen unterzuschieben. Die Selbstmorde werden in der Armee ganz anders untersucht Briefkasten des Berliner Tageblatt" stand vor zwei Jahren Aus Furcht vor der höheren Stelle und davor, daß die öffentwie im bürgerlichen Leben. Ueber jeden Fall werden gerichtliche die Notiz: Die erwachsene Tochter eines höheren Offiziers liche Meinung über die große Zahl der Selbstmorde wegen MißErhebungen aufgenommen und ein Attenstück angelegt; von oben in Brandenburg a. H. ist seit einigen Tagen verschwunden. handlung aufgeregt werden würde, sucht man durch andere An her wird nicht dazu geholfen, die Motive der Selbstmorde zu Gleichzeitig ist der Bursche des Offiziers in der Kompagnie gaben, Furcht vor Strafen" und" Ursache unbekannt", zu täuschen. verschleiern. zurückversezt worden". Auf grund dieser Notiz, in der kein Dem sächsischen Kriegsminister bestreite ich, daß Dr. Gradnauer Abg. Lieber( 3): Namens des Zentrums erkläre ich, daß Offizier genannt war, hat das Offizierforps der Garnison eine Verlegung des§ 102 des Militär Strafgesetzbuches selbst unter uns niemand dem Kriegsminister einen Vorwurf aus der Brandenburg gegen das Berliner Tageblatt" Klage erhoben, zugegeben hat. Die Notiz hatte nach Dr. Gradnauer's Dar warmen und ritterlichen Vertheidigung eines abwesenden und und es ergingen 3 Urtheile am 8. August 1892, 11. November stellung folgenden Ursprung. Gradnauer war, nachdem er als schwer angegriffenen Kameraden macht. Wir erkennen auch die 1892 und 4. März 1893; der letzte Termin fand also volle sechs Kandidat bei den Dresdener Wahlen 15 000 sozialdemokratische tiestragische Verwickelung an, die dem General zu seinem Monate vor dem Attentat oder Mordversuch des Generals Stimmen erhalten hatte, im Bataillon Gegenstand allgemeiner Echritte getrieben hat. Auch das Gerichtsverfahren, welches Kirchhoff auf den Redakteur Harrich statt. Der Kriegsminister Aufmerksamkeit. Die Art und Weise, wie die Offiziere vielleicht infolge der Ueberbürdung in diesem Falle nicht ganz sagte, erst aus dem Erkenntniß habe Kirchhoff ersehen, daß es ihn behandelten, wirkten mehr in der Armee für die Sozialeinwandsfrei war, mag an dieser Berwickelung mit schuld sich um seine Tochter handelte. Der General soll auffallender demokratie, als seine eigenen Worte es vermochten. Gin biederer sein; endlich ist mit schuld die vorschnelle Stellung- Weise erst 7 Monate nach dem Termin Kenntniß davon Bürger wollte als fönigstreuer Mann ihn nicht ins Quartier nahme des von dem General befragten Rechtsanwalts. erhalten haben, daß es sich um seine Person handelte. nehmen. Das verbreitete sich natürlich wie ein Lauffeuer durch Jedenfalls find wir nicht in der Lage, mit Herrn Der Rechtsanwalt, der seine Sache vertrat, muß seine Interessen das ganze Regiment, es wurde vielseitig erörtert und kommentirt, Bebel von einem Mordanfall zu sprechen. Ein Recht der Selbst in der That sehr oberflächlich wahrgenommen haben, daß er ihn und also auch für die sozialdemokratische Sache gewirkt, und von hilfe und der Nothwehr in diesem Falle und überhaupt anzu- nicht in Kenntniß setzte. Der Wortlaut des letzten Erkenntnisses diesem Gesichtspunkt hat Dr. Gradnauer jene. wie ich zugebe, erfennen sind wir nicht im stande; sowohl die christliche als die hätte doch auch den Klägern zugestellt werden müssen. Aber ungeschickte Notiz veröffentlicht. Das Schlimme bei der Sache ist, menschliche Moral, als das Recht eines geordneten Staates ver- dieses zugegeben, tam ihm jezt erst zu Ohren, daß er und seine daß man, noch ehe man wußte, von wem die Notiz eigentlich bieten unter solchen Umständen zu solcher Selbsthilfe zu greifen. Tochter die Beleidigten waren, so konnte er für seine Person ausging und was darunter zu verstehen war, den Mann aus Wir verurtheilen das Vorgehen des Generals und verwahren gegen den Redakteur von neuem mit einer Klage auf grund der dem Zivilverhältniß herausriß, ihn in die Uniform steckte und uns gegen diese Ausführungen des Kriegsministers. Strafprozeß Ordnung vorgehen. Hätte er nachweisen können, ihn dem ganzen Zauber des militärgerichtlichen Verfahrens fast Abg. Lenzmann( fr. Bp.): Der Staat muß auch hier der daß der ganze Fall erst zu seiner Kenntniß gefommen sei, so 2 Monate unterwarf, ohne daß etwas gegen ihn vorlag. Die Träger der Rechtspflege werden. Ueber das Beschwerderecht wäre der Redakteur des Tageblatts nicht mit 1000 M. Geld- Berurtheilung des Unteroffiziers vom 134. Regiment in Leipzig, will der Minister mit uns nicht verhandeln. Thatsächlich un strafe weggekommen, sondern in eine ganz gehörige Gefängniß der doch auch eine schwere Gotteslästerung begangen hatte, zu richtig ist, daß das ganze Beschwerder echt dem König vorbehalten strafe genommen worden. Dieses Rechtsmittel stand dem General zwei Monaten ist ganz außerordentlich milde, die Vorgesetzten ist.§ 117 des Gesetzes legt ein ganz bestimmtes Beschwerderecht zu, er hat aber davon keinen Gebrauch gemacht, sondern statt kommen eben immer sehr glimpflich weg, während die geringsten gesetzlich fest. Der Fall Kirchhoff hat für mich ein ganz anderes dessen geht er zu seinem Rechtsanwalt, der ihm wunder- Versehen der gemeinen Soldaten drakonisch geahndet werden. Interesse als für Herrn Bebel. Menschlich kann ich dessen That barerweise fagt, es lasse sich dabei nichts mehr thun, Gs bedarf nicht bloß der Aenderung der Strafprozeß- Ordnung, erklären und entschuldigen; ich selbst wäre auch im stande, und schießt auf den Redakteur, den er aber zufälliger sondern auch des barbarischen Strafgesetzbuches.( Beifall bei den nicht erschießt. Ob Mordjeden über den Haufen zu schießen wie einen tollen Hund weise oder Todtschlags- Sozialdemokraten.) will ich den Rechtskundigen überlassen. oder zu Tode zu peitschen, der auch nur irgendwie meine versuch, Kriegsminister Brousart von Schellendorff: Es hat sich Tochter antastete, aber ich würde dann die Konsequenzen Daß der Fall so aufzufassen ist, beweist folgende Aeußerung eines in einer ganzen Reihe von Fällen herausgestellt, daß die Sachen dieser Handlungsweise auf mich nehmen; ich habe ein Staatsanwalts in einem andern Prozesse vor dem Schwurgericht: anders lagen, wie die Herren Sozialdemokraten sie hier darBerbrechen begangen und muß dafür bestraft werden. Wenn ein Mann in seiner Ehre schwer beleidigt ist und greist gestellt haben, aber wir fönnen doch nicht jeden einzelnen Fall Deshalb greife ich auch nicht Kirchhoff, sondern den Kriegsminister zur Waffe und schießt den Beleidiger nieder, so ist die That hier aftenmäßig richtig stellen. Herr Bebel scheint zu glauben, uns unterschiebt, Der gern " man Um 3/46 Uhr wird die Fortsetzung der Berathung auf Dienstag 2 Uhr vertagt. Außerdem zweite Lesung des Gefeyzentwurfes betr. den Schuh der Brieftauben. Lokales: Die konsequente Polizei. befinden. Des weiteren wird die Pferdebahnverwaltung angegangen, sich dadurch ein gutes Wert zu leisten, daß sie einen Theil der ihr durch die Gunst des Wetters in den Schooß geworfenen Summe sur Verwendung einer Invaliden- und Pensionskasse daß ich die Deffentlichkeit scheue, ich denke aber gerade so wie| bürgerlichen Gericht freigesprochen worden. Aber dann derjenige noch wahlberechtigt, der sich zur ratenweisen Rüd Se. tgl. Hoheit der Prinz Georg von Sachsen, und wir denken hätte nicht die Geheimnißkrämerei bestanden, welche alle erstattung der Kurkosten bereit erklärt, wenn er auch die Zahlungen Alle so in der Armee. In bezug auf die Gnadenatte habe ich Welt in dieser Sache in Erregung erhalten hat. Man hörte nicht am verabredeten Termin geleistet hat. den Abg. Bebel wohl falsch verstanden. Dasselbe ist ihm auch lange Zeit nichts von der Sache, bis man auf einmal erfuhr, mir gegenüber passirt. Ich habe gesagt, der Soldat müsse un- daß der General zu 9 Monaten Festung verurtheilt, aber nach entwegt bleiben gegenüber den Verlockungen einer Partei 14 Tagen begnadigt sei. Die öffentliche Verhandlung der Sache natürlich außerhalb dieses Hauses die sich nicht entblödet hätte bewirkt, daß das allgemeine Urtheil darüber ein anderes habe, Soldaten zum Bruch des Fahneneides zu verleiten. war. Was im Zivilleben recht ist, muß im Militärleben billig Den Berliner Milch: Ich sagte, eine Partei außerhalb dieses Hauses, weil sein. Allerdings scheint man wieder mehr und mehr auf den händlern ist es vom Polizeipräsidium gestattet worden, an Sonnmir nicht bekannt ist, daß ein Mitglied dieses Hauses z. B. alten Standpunkt zurückzukommen.( Zwischenruf bei den National- und Festtagen auch während des Gottesdienstes Milch abzuladen. Gedichte, Broschüren und alle möglichen Aufrufe in die Kasernen liberalen.) Ja, auf Sie kann man sich in keinem Punkte ver- Die Erlaubniß ist ertheilt worden, weil die Eisenbahnen ebenschmuggelt.( Unruhe links.) Ich bin bereit, dem Abg. Bebel lassen, der Name Fraktion Drehscheibe sagt ja genug." Bahllos" falls während der Stunden des Gottesdienstes nicht feiern und einen solchen Aufruf zur Verfügung zu stellen, ich behaupte ja fann man die Mißhandlungen bei Streits doch nicht nennen. Milchladungen heranbringen. Neuerdings sind nun die Kutscher, nicht, daß er ihn verfaßt hat( Buruf des Abg. Liebknecht: vielleicht In der Bestrafung wegen Bergehen gegen die Person die die Milch während der Gottesdienststunden bis zur Ablade ein Spitzel! Oh! und Lachen rechts). Den historischen Verlauf marschiren nicht die industriellen Provinzen wie Rheinland, stelle gefahren haben, mit Strafbefehlen bedacht worden. Die des Prozesses Kirchhoff wird Ihnen mein Kommiffar mittheilen. Westfalen und das Königreich Sachsen an der Spike, Milchhändler wollen dagegen Einspruch erheben, da das polizei In bezug auf den Dr. Oppenheimer habe ich nur feststellen sondern die konservativen Provinzen Pommern, Ost- und lich eingeräumte Abladen werthlos fein würde, wenn nicht die wollen, daß er jede Verbindung mit der sozialdemokratischen Westpreußen; diese weisen die größte Prozentzahl der Anfuhr vorangehen darf. Partei feierlich abgeleugnet hat. Ich habe nur gedacht, daß diese Bestrafungen wegen Körperverletzung auf. Bei der un- Von der Pferdebahn. Auf ein außerordentlich günstiges Ableugnung sich indirekt auch auf Herrn Bebel bezog und ich geheuren Aufregung so großer Maffen bei Streits sind Aus: Geschäftsjahr, jo lautet eine durch die Presse gehende Notiz, habe diese Ableugnung nicht schön gefunden, da Dr. Oppen schreitungen ganz erklärlich und mindestens so entschuldbar, wie dürfte die Berliner Pferdebahn Verwaltung zurückblicken. Der heimer Herrn Bebel auf dem Bahnhof in Straßburg empfangen der Fall Kirchhoff von Ihnen entschuldigt wird. Wenn ein schneearme Winter hat der Kasse dieses Unternehmens Hunderthat( Beifall rechts). Familienvater sieht, wie die Industrie prosperirt und die Aktio- tausende erspart, die sonst für die Schneebeseitigung von den Wirklicher Geh. Kriegsrath Seidenspinner giebt eine atten- näre, die gar nichts thun und das ganze Jahr faullenzen, ihre Geleisen und für die Reinhaltung derselben aus der Geschäftsmäßige Darstellung des Vorfalles, aus welcher hervorgeht, daß Koupons abschneiden, während die Arbeiter allein die schwere tasse gezahlt werden mußten und auch sonstige, sehr kostspielige der General Kirchhoff thatsächlich bis zum Morgen des Tages, Arbeit haben, ist es da wunderbar, wenn die Arbeiter da auch Folgeerscheinungen, welche Schneefall auf den Pferdebahnbetrieb wo ihm das zweite Erkenntniß zuging, von dem Umstande, daß durch Streits eine Besserung herbeiführen wollen und bei der äußert, sind in diesem Jahre garnicht eingetreten; hierher gehört fich die ganze Beschuldigung gegen seine Familie richtete, nichts Erregung auch Ausschreitungen vorkommen? Unsere deutschen namentlich der infolge stärkerer Anstrengung regelmäßig bei gewußt hat. Gerichte haben sich, weil der§ 153 der Strafprozeß- Ordnung nicht Schnee- und gleichzeitigem Frostwetter eintretende Verbrauch von Abg. v. Bennigsen hält mit dem Abg. von Manteuffel die ausreicht zur Bestrafung solcher Ausschreitungen, dazu her- Bjerden, von denen viele infolge der Ueberanstrengung im Fälle der Brutalität, die bei Streits gegen friedliche Arbeiter gegeben, den§ 110 so zu interpretiren, wie er niemals bisher Werthe heruntergehen oder ganz unbrauchbar werden. Auch an und Familienväter von den Streifenden verübt wurden, für viel interpretirt worden ist. Die meisten Juristen halten diese Inter: Streumaterial zur Beseitigung der Glätte auf den Straßenbedenklicher und gefährlicher als die Mißhandlungen beim pretation für falsch. Nur mit Hilfe dieser Interpretation hat dämmen ist erheblich infolge günstiger Witterung gespart, ebenso Militär. Die zahlreichen Erkenntnisse der Gerichte gegen die man die Anzahl derjenigen vergrößern können, die wegen solcher durch Fortfall der Salzbestreuung auf gewissen Strecken der Verüber dieser Brutalität bewiesen es. Im übrigen sei der Mißhandlungen bestraft sind. Kriegsminister bei der Lage des Falles vollauf gerechtfertigt in Damit schließt die Debatte. Die Resolution betr. die Ver- Geleise. Außerdem sparte die Verwaltung an Beamtengehältern dadurch, daß einige Hundert ihrer älteren seinem Vorgehen, wenn er auch am Sonnabend vielleicht zu öffentlichung einer Statistik über die von den Militärgerichten Schaffner, die sich bereits in höheren Gehaltsklassen befanden, weit gegangen sei. Herr Bebel habe in seiner Darstellung abgeurtheilten Straffachen wird mit großer Mehrheit angenommen. zur Schuhmannschaft übergingen und durch neue Kräfte des Falles auch eine Form gewählt, die für den unglücklichen Das Kapitel, Militärjustizwesen" wird unverändert bewilligt, General Kirchhoff ebenfalls verletzend fein mußte. Wenn jemand desgleichen ohne Debatte die Kapitel:„ Höhere Truppenbefehls: ersetzt wurden, die sich noch in den unteren Gehaltsklaffen zum Stock oder zur Neitpeitsche gegriffen hätte, um einen Ver- haber, Gouverneure, Kommandanten und Plazmajore, Adjuleumder zu züchtigen und hätte ihn gehörig verbauen; das Urtheil tantur- Offiziere, Generalstab und Landesvermessungswesen, Inwürde gelautet haben: Schade um die Hiebe, die vorbei ge- genieur- und Pioniertorps". gangen sind.( Heiterkeit.) Ein Zivilgericht hätte mindestens auch mildernde Umstände angenommen, von einem Mordanfall zu sprechen, hat Herr Bebel nicht die geringste Veranlassung. Die Die Pferdebahnverwaltung fann unseres Erachtens zu diesem Manier, auch den gemeinsten Klatsch im Interesse der SenFesselungsvorschlag der braven bürgerlichen Jdeologen überlegen sation zu verwenden, verschwinde doch allmälig aus der anlächeln und ihm mit dem schlagenden Hinweis begegnen, daß die ständigen Presse. Im Uebrigen sei es ja zu wünschen, daß die amerikanische Sitte der Selbsthilfe mit Revolvern nicht bei uns Schaffung einer solchen Pensionskasse durchaus überflüssig sei. Wozu eine derartige Humanität, wenn die glücklichen Ver Eingang finde.( Beifall bei den Nationalliberalen.). Abg. Barth( Frs. Vg.): Die moralische und rechtliche Be XIII. Rommiffion. Deutsch russischer Handel 3 hältnisse es so fügen, daß die ältern Schaffner der Regel den Uebergang gut dem gewiß nicht besonders trachtung des Vorganges ist doch bis jetzt zu kurz gekommen. Dertrag. Sigung vom Montag, den 5. März. Es entspinnt nach Wir sind hier im Reichstage die oberste Vertretung des Nechts- sich zunächst eine Debatte darüber, ob die Protokolle gedruckt angenehmen Schuhmannsberuf dem ferneren Wirken für die gefühls der Nation; von diesem Gesichtspunkte aus haben die werden sollen oder nicht. Mit großer Mehrheit wird beschlossen, Pferdebahngesellschaft trok erhöhten Gehaltes vorziehen Erklärungen des Kriegsministers die Sache nur verwirrt. Auch die Protokolle nicht zu brucken. Die Mehrheit ging von dem und so jüngeren, billigeren Arbeitskräften die vielversprechende Bahn heute noch hat er den Standpunkt vertreten, daß jeder andere Standpunkt aus, daß die Drudlegung die Frist zur Annahme freimachen? Und im Uebrigen wird die Pferdebahnverwaltung, da die Anfänge einer Organisotion unter den Arbeitern vor Mensch im gegebenen Falle ebenso gehandelt haben würde wie verlängere. Die Verhandlung beginnt mit Artikel 19, betreffend die Jahresfrist eilig niedergetreten worden sind, es sich ohne besondere der General Kirchhoff. Der Anarchismus stellt sich außerhalb beiderseitigen Tarife, wonach die russischen Eisenbahn- Taris- Schwierigkeit schwarz auf weiß von ihren Angestellten jederzeit der bestehenden Rechtsordnung; wer den Rechtsstaat anerkennt, säge tach muß sich der Rechtsordnung beugen, sei es auch in einzelnen fäße nach Riga und Libau auch für die Eisenbahnen nach bescheinigen lassen können, daß sie sich vollkommen wohl fühlen Königsberg, Danzig und Memel gelten sollen. Hierzu und es nur schmerzlich bedauern müßten, wenn die Ueberschüsse Falle noch so schwer. Sehr leicht tönnte von nun an in hunderten, ja tausenden von Fällen der einzelne liegt ein Antrag von Graf Mirbach vor, dahingehend: daß die dieses Winters nicht für die armen geplagten Aktionäre versich für so schwer verletzt halten, daß er gegen Ge- usischen Eisenbahn- Tarissäge nur für die überseeische Ausfuhr wendet würden. Also keine falsche Sentimentalität! russischen Getreides über die Häfen von Memel, Billau, setz und Recht zur Selbsthilfe nach Selbsthilfe nach seinem fubjektiven Königsberg, Danzig in Anwendung kommen, um einer größeren Am Sonnabend ist durch den Kaiser im Palais des Fürsten Jo so, hoh do, hoh do! Wir lesen in der Tagespresse: Ermessen greift. Eine einzige Ausnahme zulassen heißt die ganze Einfuhr russischen Getreides in das deutsche Inland vorzu- Bles der Herzog Johann Albrecht von Mecklenburg in den Rechtsordnung stürzen. Zur Frage der Selbstmord Statistik beugen. wünscht Redner auch eine genauere Untersuchung der sämmtlichen „ Orden vom Weißen Hirsche Sankti Huberti" aufgenommen Ein weiterer Antrag Hammerstein und Genossen geht dahin, worden. Diese Aufnahme erfolgt unter folgender Zeremonie: Fälle des Selbstmordversuchs. Abg. Schall( dk.) weist die Angriffe, die Abg. Bebel auch daß die russischen Tariffäße für Getreide, Flachs und Hanf Bei Beginn der Feier verliest der Kanzler das Aufnahmegesuch bei dieser Gelegenheit wieder gegen das Christenthum der Kon- nach Königsberg, Danzig. Memel nur für die Ausfuhr gelten sollen. und richtet an den Aufzunehmenden die Frage, ob er geloben servativen erhoben habe, entschieden zurück. Die Sozialdemos und Ostdeutschlands gelangt mit einer Tarifberechnung, woraus wolle, sich so zu halten, wie es die Statuten fraten feien allerdings darauf aus, das Heiligthum des Fahnenguten Jäger verlangen. Nachdem die Antwort ist:„ Ich gegeben gelobe es!" wird der Aufnahmeeides bei den Angehörigen der Armee zu verunglimpfen. In der hervorgeht, daß erst bei einer Entfernung von 1200 Kilometer heutigen Zeit, welche für die Heiligkeit des Eides nicht mehr das der russische Tarif niedriger sei, als der deutsche. In längerer begehrende durch" Ertheilung der drei„ Pjunde" zu einem Ritter volle Verständniß habe, müsse man doppelt rüchaltlos gegen Rede weist der Regierungsvertreter, Freiherr v. Tiehlmann, geschlagen. Durch den Großmeister erfolgt der Ritterschlag solche Bestrebungen anfämpfen. Vom christlichen Standpunkt nach, daß deutscherseits eine Absperrung russischen Getreides nach unter dem Nuf:" Jo, so, hoh, do, hoh, do!" Bei dem ersten nicht entschuldbar, aber doch begreiflich sei es, wenn noch hin Riga und Kronstadt der Ausfuhr der Ostsee ausgeschlossen sei, da Rußlands Linien über Libau, Pfund auf dem Rücken des Knieenden sagt der Großmeister: ebenso günstig seien, Das ist vor S. M. den König!", bei dem zweiten:„ Das ist und wieder zum Duell, zu dieser Selbsthilfe gegriffen würde. wie Königsberg und ( Zwischenruf links). Auch der Krieg sei vom christlichen Stand- die nahen Ausfuhrlinien über Doesſſa 2c. in Frage. G3 ſei für vor Ritter, Reuter und Knecht!", und bei dem dritten:„ Gebt punkt aus berechtigt und der Krieg von 1870 sei ein leuchtender uns von großem Vortheil, wenn auch unsere Disseehäfen an der acht, das ist das edle Jägerrecht!" Alle Anwesenden zufen Beleg dafür. Bon dem Gnadenrechte habe auch mancher von russischen Blusfuhr in betracht kommen. Nach einer mehr als darauf:" Jo, so, hoh, do, hob, ofer Rann man sich einen geistvolleren Zeitvertreib denten, wie Abg. Kröber( Vp.): In ganz Süddeutschland hat der breistündigen Debatte wird der Zusatzantrag Mirbach gegen er hier aus dem„ Orden vom Weißen Hirschen Sankti Huberti" 7 Etimmen und der Antrag Hammerstein gegen 8 Stimmen abFall Kirchhoff ein ganz außerordentlich peinliches Aufberichtet wird? sehen gemacht, als eine grobe Ausschreitung des Mili- gelehnt. Der Artikel 19 wird dann mit 16 gegen 8 Stimmen mit" Jo, so, hoh, do, hoh, do" von den bürgerlichen Blättern wie dieser angenommen. tarismus; andererseits wird durch die Art, Fall vertheidigt worden ist, dieses peinliche Aufsehen nur noch vermehrt werden. Auf dem Felde der Mißhandlungen ist es ja in neuerer Zeit etwas besser geworden; von oben herunter Parlamentarisches. fämen auch Parteinachrichten. für ihre Betriebsbeamten anlege. einem Don Ein Versammlungsverbot, das wohl bei mehr als einem Parteigenossen bedenkliches Kopfschütteln erregen dürfte, hat die Polizei am Sonnabend erlassen. Von den Arbeitern der chirurgischen Branche war nach dem Lokal von Brüning, Rosenwird ja alles mögliche gethan. Wenn jeder Unteroffizier, der Aufgelöste Versammlung. Die am Sonntag Abend in thalerstr. 12, zum legten Sonntag Vormittag eine öffentliche Verfich derartige Ausschreitungen zu Schulden fommen läßt, zum Dresden stattgefundene Frauen- Versammlung, welche fammlung einberufen worden, in der Beschluß über die Stellung Gemeinen zweiter Klaffe degradirt würde, wenn auch die von ca. 3000 Personen besucht war und in welcher Genosse zur Maifeier gefaßt werden sollte. Zum Erstaunen des Offiziere, die es dulden, bestraft würden, so würde sehr bald Bebe I sprechen sollte, wurde aufgelöst, weil eine Genossin in Einberufers befand sich auf der Anmeldebescheinigung die Mihhandlung auf ein Minimum reduzirt werden. Dem der Diskussion, in die man sofort eingetreten war, die Religion aber die Verfügung, daß die Versammlung nicht nicht abe Kriegsminister bin ich dankbar, daß er eine baldige Reform des kritisirte. gehalten werden dürfe, weil das Lokal den Anforderungen für Militär- Strafprozesses in Aussicht gestellt hat. öffentliche Versammlungen nicht entspreche. Der 2 Meter 20 Benti meter breite Eingang foll um 80 Bentimeter zu schmal sein. Es sei bemerkt, daß das Lokal, in dem bisher Vereinsversammlungen ungehindert stattfinden konnten, nur zwei Säle enthält, welche für 300 refp. 150 Personen Raum bieten. Wer es bisher noch nicht wußte, der weiß jetzt doch, was es mit dem Unterschied zwischen öffentlichen und nichtöffentlichen Versammlungen auf sich hat. Abg. Lieber( 3.): Wir verwerfen das Duell ohne jedes Bourgeois- Juftiz. Der arbeiter findet in der Bourgeois Aber bei Militärs und Bürgerlichen absolut. Wenn der Kriegs- Republik so wenig fein Recht wie in der Monarchie. Das minister heute erklärt, nicht gemeint zu haben, was man am schweizerische Bundesgericht in Lausanne hat den Refurs der Sonnabend aus seinen Worten über das Recht der Noth- wegen Theilnahme am Berner Krawall Angeklagten( Wassilieff wehr u. f. w. heraushören konnte, so hätte er nicht gleichzeitig und Genossen) gegen die Ueberweisung ihrer Strafsache an die sagen sollen, daß ich seinen Ausführungen irgend eine besondere Bernischen Gerichte abgewiesen. Die Ankläger werden also zu Kriegsminister Broufart von Schellendorff erklärt, nicht gleich die Richter sein. Nuance verliehen hätte. im Geringsten dem Abg. Lieber einen Vorwurf haben machen zu wollen. und . Polizeiliches, Gerichtliches 2e. Kommunales. als auch Fünf Bahnarbeiter fanden am Montag Morgen einen furchtbaren Tod. Am Savignyplake, zwischen den Haltestellen Abg. Bebel( Soz.): Herr Schall erklärt, die christ-- Genosse anger, Chemnib, bat am 1. d. M. seine Charlottenburg und Zoologrische Garten befinden sich vier Ge liche Theorie verbiete das Duell, in der Praxis aber viermonatliche Gefängnißstrafe. die ihm wegen Beleidigung leise, und zwar eins für die Fern- und Vorortzüge der Richtung sei es hier und da noch in Gebrauch. Obwohl Obwohl das des Polizeidirektors zudiktirt wurde, in Hoheneck angetreten. Charlottenburg- 3oologischer Garten, ein zweites für dieselbe Duell durch die Gesetze verboten ist, findet sich ein christlicher Art von Zügen der entgegengesetzten Richtung, ein drittes für Geistlicher, der es vertheidigt. Herr Schall spricht von dem Stadtbahnzüge von Charlottenburg, und ein viertes für solche goldenen Zeitalter, das wir erstreben, in dem ea fein Duell gebe. nach Charlottenburg. Gestern Morgen hatte eine Kolonne von Er nimmt also doch an, daß, wenn unsere Bestrebungen ver8 Arbeitern auf dem zweiten Geleise zu thun: 7 von ihnen wirklicht sind, das Duell überflüssig ist. Mit solchen Anschauungen Bei den Verhandlungen des Etats- Ausschusses der unterstopften Echienen und Schwellen, der achte war mit einem muß Herr Schall nothwendigerweise zu einem Bertheidiger, nicht Stadtverordneten- Versammlung ersuchte der Stadtverordnete Horn ausgerüstet, um bei Heranbrausen der Züge Warnungs zum Antläger der Sozialdemokratie werden. Er hat ferner eine Bruhns den Magiftrat, eine Heorganisation der städtischen zeichen ertönen zu laffen. Um 7 Uhr 6 Minuten fuhr nun auf lange und breite Vorlesung über den Fahneneid gehalten, den Volksbibliotheken herbeizuführen und namentlich den Kreisen, dem ersten Geleise der Vorortzug nach Ertner von Charlotten ich herabgesetzt haben soll. Ueber die letztere Unterstellung bin für welche die Einrichtungen geschaffen sind, die Gelegen- burg ab. As er den Savignyplatz überfuhr, ließ ich sehr erstaunt. Ich habe am Sonnabend ausgesprochen, heit zur Entnahme von Büchern zu erleichtern. Es würde der Dieser, Maschinenführer Dampf ab. daß mit Fortfall des Fahneneides die Schlagfertigkeit sich auch empfehlen, das einzuführen, was andere Städte der Rauch aus dem Schornstein sentten sich zur Erde, nämlich fodaß das Geringste ver- auf diesem Gebiete längst eingeführt haben, nicht Disziplin der Armee Dampfwolte völlig lieren werde; aber gegen die Heiligkeit des Fahneneides Lesezimmer einzurichten. Der Ausschuß forderte in einer Re- gehüllt waren und der Aufseher das Heranfahren anderer Züge oom chriftlichen Standpunkt aus habe ich keine Silbe gefprochen. folution den Magistrat auf, die Organisation der Boltsbibliotheken nicht wahrnehmen konnte. Nun waren sechs Arbeiter dem auss Herr Schall hat wieder einmal hier gegen Windmühlen gefochten. einer Revision zu unterziehen. Beim Armenetat brachte Singer strömenden heißen Dampf dadurch ausgewichen, daß fie auf das Der Hornist Wenn ich das Gnadenrecht der Krone angegriffen habe, hat es die Verfügung der Armendirektion zur Sprache, nach der diejenigen dritte( Stadtbahn-) Geleise übergetreten waren. Herr von Manteuffel mit Erwähnung der Frau Dr. Prager auch Wähler, die in einem städtischen Krankenhause verpflegt wurden, des war aber in den Rauchwolken geblieben und konnte den von gethan. Beiläufig sind wir an der Begnadigung derselben nicht Wahlrechts beraubt sind, wenn sie nicht innerhalb vier Wochen Charlottenburg nach Stralau- Rummelsburg sich bewegenden Zug schuld. Wir stehen der Frau Dr. Prager nicht so nahe, wie die nach der erfolgten Aufnahme in einer solchen Anstalt die Kur nicht bemerken. Als dieser an ihm vorbeifaufte, hörte er ein Gesellschaftstreife um Herrn von Manteuffel( Heiterfeit.) Herrn tosten zurückerstatteten. Er wies nach, daß diese Praris mit Rnistern und Knattern, als wenn die Räder über dürre BaumJon Bennigsen möchte ich den Rath geben, sich, wenn er gegen früher gefaßten Beschlüssen im Widerspruch stände und bezeichnete zweige hinweggingen. In diesem Augenblick kreuzte ein dritter Als sich der auf der Strecke nich polemisiren will, nicht auf unvollständige und ungenaue eine derartige Handlungsweise als inhuman. Der Ausschuß Bug nach Westend die Stelle. Beitungsberichte zu stüßen. Er hat zu seinen Ausführungen machte diese Ansicht zu der feinigen und wird ter Stadt liegende Rauch verzogen hatte, zeigte sich ein schreckliches Bild. gegen mich gar keine Veranlassung gehabt. Ich selbst habe für verordneten- Versammlung eine Resolution unterbreiten, nach der Im dritten Geleife lagen fünf fürchterlich verstümmelte Leichen. mildernde Umstände für Herrn General Kirchhoff plädirt. Aller die Inanspruchnahme eines städtischen Krankenhauses, seitens Der einen war der Kopf abgetrennt, einer anderen Arme und pings wollte ich mit Borbringung des Falles auf die Ver- eines Wählers oder seiner Familienangehörigen überhaupt nicht Beine abgefahren, mehrere waren zu unförmlichen Fleischklumpen verflichkeit der bestehenden Militär Strafprozeß Ordnung als Armenunterstützung angesehen wird, und deshalb auch zermalmt. Zwischen den zweiten und dritten Geleise Tag der hinweisen. Vielleicht wäre Herr Kirchhoff Don einem nicht das Wahlrecht ausschließt; sun wenigstens ist aber 31 Jahre alte Arbeiter Sichard Rappel aus der Thurmfir. 12 gu = 8 die Arbeiter in eine jekt noch weniger zu ein und Berlin, der noch schwache Lebenszeichen von sich gab und linken Arm. Ein zweiter Schuß, den die Unglückliche auf sich der Rechtsanwalt möge einem Verwandten, dem in der Blumenvom sofort unterrichteten 4. Charlottenburger Polizeirevier nach abgab, verletzte sie nur leicht am Kopf. Die Verwundete wurde straße 67 a wohnenden Kaufmann Emil Johannes, von seinem dem dortigen Krantenhause gebracht wurde. Todt sind der von der inzwischen herbeigerufenen Polizei mittels Krantenwagens des Buchthäusters, Vermögen 3000 Mart auszahlen. Um ganz 68 Jahre alte Arbeiter Eduard Schulz, Ackerstraße 132; der 25- nach der Charitee geschafft. sicher zu gehen, richtete der Rechtsanwalt nach der jährige Reinhold Gohlke aus Charlottenburg, Nettelbeckstraße 24; Blumenstraße 67a ein Schreiben, durch das er den Emil der 34jährige Arbeiter Otto Schmidt, Krummestraße 26 zu Char- Arge Beläftigungen hatte am Montag ein junges Mäd: Johannes zu einer Unterredung einlud, ohne ihren Zweck zu lottenburg; der 46 Jahre alte Arbeiter v. Koskorowsky aus der chen auf der Fahrt von Liegniz nach Berlin zu erdulden. In nennen. Schon am folgenden Tage stellte sich ihm ein älterer Birkenstraße 70 und der 21 jährige Arbeiter Franz Brossart, der stark besetzten Abtheilung wurde sie ohne die geringste Ver- Herr als Emil Johannes vor. Dieser tannte offenbar die VerLehrterstraße 14/15. Die zerstreut umherliegenden Körpertheile anlassung von einem jungen Menschen plößlich mit unfläthigen hältnisse des Zuchthäuslers genau. Er wußte von dessen Erwurden auf Veranlassung der Polizei zusammengetragen und Worten überhäuft. Gleichzeitig schlug er auf sie ein und riß frankung und von der Höhe seines Vermögens die genauesten theils mit Decken, theils mit Kies überdeckt, um dadurch den ihr den Ohrring ab. Auf dem Schlesischen Bahnhof wurde er Angaben zu machen und erklärte auch, daß er von dem Zuchtvorüberfahrenden Reisenden den schauervollen Anblick einiger der Polizei übergeben, wo er sich als stud. jur. D. bezeichnete. Häusler 3000 Mart erhalten solle und deshalb schon von Halle maßen zu entziehen. Während diese traurige Arbeit verrichtet Eine Aufklärung über sein Verhalten konnte nicht erzielt wer aus an den Rechtsanwalt gewiesen sei. Unter solchen Umständen wurde, sprang plößlich die Ehefrau des getödteten Arbeiters Otto ben, weil er so aufgeregt war und tobte, daß mit ihm nicht ver- trug der Anwalt kein Bedenken, die 3000 Mart zu zahlen, und Schmidt, zu der die Schauerkunde gedrungen war, auf den Bahn- handelt werden konnte. Es fonnte nicht festgestellt werden, ob nachdem dies geschehen war, benachrichtigte er den Zuchthäusler Förper und konnte nur mit Gewalt von den Ueberresten ihres er betrunken oder geistesgestört war. von der Auszahlung, worauf aus Salle die Nachricht tam, daß Mannes hinweggeführt werden. Da der Leichenwagen zur Fort Aus der Nixdorfer Gemeindevertretung. In der die Sache in Ordnung sei. Am 8. August 1892 erhielt der Anschaffung der Körpertheile nicht ausreichte, so wurde von letzten Sigung erstattete der Vorsitzende, Gemeindevorsteher walt einen zweiten Brief, durch den er wiederum dem Führherrn Gleichfeld, der den Wagen stellt, ein Boddin, einen Bericht über die Gemeinde Kranken- ersucht wurde, dem Emil Johannes 4000 Mart großer Möbelwagen zur Stelle geschafft. Auf diesem standen anstalt. Der Anwalt trug Erwähnt sei, daß die mit der Krankenanstalt zahlen. und 5 Särge, in die die Opfer der Katastrophe gebettet wurden. verbundene Desinfektionsanstalt jeden Donnerstag auch für das Bedenken den zahlte wiederum, Betrag Etwa um 9 Uhr setzte sich der Zug nach dem Friedhof in West- Publikum zur Verfügung steht. Rektor Glöckner erstattet einen auch jezt unterrichtete er den Buchthäusler von der erfolgten end in Bewegung, wo die Särge in der Leichenhalle vorläufig Bericht über die Fortbildungsschule, die nach jeder Richtung Zahlung. Nun aber langte aus dem Zuchthaus Halle ein Brief Aufstellung fanden.- Eine Schuldfrage dürfte bezüglich der hin einen erfreulichen Aufschwung genommen hat, seitdem das Reinholds an, in dem dieser seinem Staunen Ausdruck gab. beiden in Frage kommenden Maschinenführer, also desjenigen, Schulgeld gänzlich aufgehoben ist. Vorzüglich wird dem ge- Ihm sei im Leben nicht eingefallen, dem Anwalt einen Auftrag der den Dampf ausströmen ließ und desjenigen, der die Arbeiter werblichen Zeichnen Augenmerk geschenkt und Deutsch, Rechnen zur Auszahlung irgendwelcher Geldsummen zu geben. Er habe überfuhr, nicht zu erörtern sein. Der erstere hat zweifellos in und Raumlehre gepflegt. Eine eigene Bibliothek wird rege in der Blumenstraße überhaupt keine Verwandten, und er sei den Zylindern zu viel Wasser gehabt und mußte daher durch von Den Schülern benutzt. Referent bedauerte leb auch nicht in dem Besitz der ersten Auszahlungsnachrichten des den Dampf die Wassertheile entfernen. Der andere hat aber haft, daß durch den Eigennutz des Unternehmerthums Anwalts gelangt, dieser müsse daher wohl einem schlauen Beentschieden die Arbeiter auf dem Geleise garnicht bemerkt, da die noch immer viele Schüler vom Besuch der Fortbildungsschule truge zum Opfer gefallen sein. Das traf in der That zu. Fernsicht durch den Dampf völlig verschleiert war. Hoffentlich abgehalten würden und war der Ansicht, daß sich die Schule Blumenstr. 67a wohnte fein Emil Johannes, sondern ein junger fördert eine genaue Untersuchung zu Tage, ob an irgend einer nur dann zur vollen Blüthe entfalten würde, wenn der Unter- Mensch hatte dort ein möblirtes Zimmer gemiethet, es aber Stelle eine Schuld vorliegt, und ob ferner derartigen Unglücks- richt ein obligatorischer werde.- Nach Fertigstellung der nicht nur das Recht Recht beansprucht, Nach Fertigstellung der nicht bezogen, sondern fällen vorgebeugt werden kann. Die Unfallstelle bietet einen ge- Echwemmtanalisation muß ein Theil des Personals der Ge- dorthin Briefe kommen zu lassen, die er dann abholen radezu schauderhaften Anblick: überall Blutlachen, Fleisch- me inde- Abfuhranstalt entlassen werden. Gine längere Debatte wolle. Der raffinirte Schwindler wäre nicht so leicht theile, kleine Massen des umhergespritzten Gehirns und Kleider rief daher die Frage hervor, ob die arbeitslos werdenden Leute entdeckt worden, wenn nicht ein neuer und fast noch dreifterer fetzen. nicht anderweitig beschäftigt werden könnten, z. B. in der Bau- Betrug versucht worden wäre. Am 18. September v. J. erhielt Fernsprechverbindung Kopenhagen- Berlin. Der Finanz: verwaltung oder Straßenreinigung. Es wurde hierbei hervor die Bankfirma Baum u. Co., Lintstr. 2, eine Depesche, sie lautete: ausschuß des Follething hat, wie ein Wolffiches Telegramm gehoben, daß dies wohl möglich sei, wenn die Unternehmer, Bitte 1000 M. gegen Anweisung zahlen. Gruß Träger." Der meldet, infolge des Antrags der deutschen Reichspost- und Tele- welche Gemeinde- Arbeiten ausführen, zur Befolgung ihres Ver- Firma fiel es sofort auf, daß dieses Telegramm durch die Thürgraphenverwaltung betreffs Herstellung einer telephonischen Vertrages angehalten würden, wonach 75 pCt. der Beschäftigten aus spalte in das Komtoir geworfen wurde, eine für Depeschen etwas bindung zwischen Dänemark und Deutschland seine Zustimmung Rirdorfer Arbeitern bestehen soll. Um aber billigere Arbeits- ungewöhnliche Art der Zustellung. Da hierdurch ein gewisser fräfte zu bekommen, werden zum großen Theil auswärtige Ar- Verdacht wach gerufen war, wurde die Schrift genauer geprüft, dazu gegeben, daß die Leitung Kopenhagen- Odenſe fo gelegt beiter herangezogen und die eigenen Bürger haben das Nachsehen. und da die Bankbeamten einige Rafuren zu bemerken glaubten, wird, daß dieselbe als Glied einer eventuellen Zeitung via Wie Arbeiter in der Rigdorfer Bauverwaltung übrigens zum fandten fie das Telegramm zum nächsten Postamt zur BegutOdense- Kolding- Hamburg- Berlin verwendet werden könnte. Theil behandelt werden, wenn sie um Arbeit anfragen, illustrirte achtung, und dort wurde es sofort als gefälscht bezeichnet. In Eine der üblichen Schäferstunden, welche die Passagiere ein Schreiben, welches Genosse Müller zur Verlesung brachte. dem Bankhause war man nun vorbereitet, und man harrte zweiter Klasse sich in der Stadtbahn trog der bekannten Verbote Danach wurde der seit 12 Jahren in Rixdorf wohnende Maurer des Boten, der die 1000 Mark abholen follte. Sehr immer noch leisten, ist einem Charlottenburger Kaufmann am Franz Martinus, Juliusstr. 24 wohnhaft, vor einigen Tagen bald stellte sich ein alter Herr eines war Adolf Lefkowsky Montag Morgen theuer zu stehen gekommen. Als der Beglückte von einem Bureaubeamten der Bauverwaltung aufs gröb- und bat um die 1000 M. für den Rechtsanwalt Träger, von den Bahnsteig seiner Station bereits verlassen hatte, bemerkte lichste beschimpft und schließlich ohne jede Veranlassung mit einer dem er auch eine natürlich falsche Legitimation vorzeigte. er, daß ihm von seiner Freundin die mit über hundert Mark Scheere(!) mishandelt. Sein Begleiter, Maurer Schulz, erhielt Der Herr wurde gebeten, einen Augenblick Play zu nehmen, und gespickte Börse gestohlen worden war. Hoffentlich ist der Mann sodann bezeichnenderweise von dem Beamten 20 Pf. zu Bier". heimlich fandte man durch einen zweiten Ausgang nach der jetzt von seiner Stadtbahnliebschaft turirt. Als der Mißhandelte im Amtsbureau Anzeige erstatten wollte, Polizei. Hiervon muß wohl Max Leftowsky Kenntniß erlangt Unbefugtes Stenographiren im Theater. Bei einer der wurde er einfach abgewiesen. Das Gleiche widerfuhr ihm bei haben; denn um seinen Vater aus der schwierigen Lage zu retten, letzten Borstellungen von" A Basso Porto" im Neuen Theater der Gendarmerie. Die Gemeindevertretung beschloß, eine strenge betrat er selbst das Bankgeschäft, ftellte sich als Kriminalereignete sich ein Vorfall, der durch seine Eigenartigkeit Er- Untersuchung des Falles einzuleiten und wenn der oben erzählte beamter vor und erklärte, er sei beauftragt, den Betrüger wähnung verdient. Im Publikum wurde bei Beginn der Auf- Thatbestand festgestellt werden sollte, die Bestrafung des be- zu verhaften. Aber zum zweiten Male wurde die Schlauführung bemerkt, daß in einer Loge des ersten Ranges ein Herr treffenden Beamten zu veranlassen. Des weiteren soll die Bau- heit des Gauners zu Schanden gemacht, denn die Bankfich eifrig Notizen machte, so daß er bald einen ganzen Stoß be- verwaltung feststellen, ob die Unternehmer ihren Vertrags- beamten wünschten zunächst die Legitimation dieses Beschriebener Blätter vor sich hatte, der mit jedem Augenblicke oder nicht. Eine Kommission wurde beauftragt, für die Arbeiter trauen wollten, und da der junge Mann eine solche nicht vorverpflichtungen bezüglich Anstellung der Arbeiter nachkommen amten" zu sehen, ehe sie ihm einen so guten Fang anvergrößer wurde. Bom Parquett aus hatte einige Zeit lang ein der Abfuhranstalt ein anderweites Unterkommen zu suchen, event. zuweisen vermochte, mußte er es sich schon gefallen laffen, ge= Herr, den das ewige Rauschen der abgelegten Papier Streifen störte, durch sein Opernglas dem seltsamen Treiben einen Theil derfelben der Pferdebahn- Direktion zur Anstellung meinfchaftlich mit seinem Vater den Weg nach Numero Sicher zugesehen; er betrat ohne viel Federlesens die Loge des felt- Arbeitern soll wegen der Schwere ihrer Thätigkeit mit Beginn Leftowsky war nämlich im Jahre 1892 bei dem Rechtsanwalt zugefchen; er betrat ohne viel Federlesens die Loge des felt u empfehlen. Den bei der Straßenreinigung beschäftigten anzutreten. Nun klärte sich auch der erste Betrug auf. May famen Schreibers und ergriff die auf der Logenbrüstung auf samen Schreibers und ergriff die auf der Logenbrüstung auf gespeicherten Blätter. Ein Blick genügte, um zu zeigen, daß der des neuen Etatsjahres eine entsprechende Lohnerhöhung bewilligt Träger als Ranglist beschäftigt gewesen, durch seine Hände waren Logeninfasse sich die Freiheit genommen hatte, das Stück A Basso werden. Bu verdanken ist dies lediglich dem Umstand, daß die Briefe des Buchthäuslers Reinhold Johannes gegangen, und Porto zu stenographiren. Der in die Loge getretene Herr, der unsere Partei auch in der Gemeinde- Vertretung ziemlich start er hatte dadurch nicht allein Kenntniß von allen Verhältnissen, fondern es war ihm auch ein Leichtes, Briefe des Rechtsjedenfalls ein materielles Interesse an dem Schicksal des anwalts an Johannes einfach nicht abgehen au laffen. Stückes hat, ergriff mit einem träftigen Rucke die losen Durch Erhängen entleibte sich in Nixdorf der 15 jährige Blätter und riß sie in fleine Stücke. Der unbefugte Barbierlehrling Friedrich Bolte. Ueber die Gründe der trau Schwierigkeiten bot es nur, Briefpapier mit dem Stempel des Buchthauses Halle zu erhalten. Der geriebene Stenograph wie es heißt, ein Schwede sprang auf rigen That konnte bisher nicht das Geringfte festgestellt werden. Gauner überwand aber auch diese durch eine geschickte und verschwand in schleunigem Tempo, so daß es nicht möglich Bu gleicher Zeit nahm sich der in der Bergstraße wohnhafte war, seine Persönlichkeit festzustellen. Da mit Schweden fein Arbeiter 3orn durch Erhängen das Leben. Hier dürften Fälschung. Daß Vater und Sohn die Thäter waren, schien somit regelrechter literarischer Vertrag existirt, scheint es sich um eine Nahrungssorgen das Motiv zu dem beklagenswerthen Schritt ge- daß beide, der Sohn als Miether des Zimmers Blumenstr. 67a, zweifellos, aber zur Gewißheit wurde der Verdacht erst dadurch, Benutzung der Stenographie zu nicht sehr lauteren Zwecken ge- wesen sein. und der Vater als Abheber des Geldes, rekognoszirt werden handelt zu haben. Polizeibericht. Als am 3. d. Mts. gegen Abend die Ehe- fonnten. Dem May Leftowsky fällt noch ein kleiner Betrug zur Mit dem Fahrstuhl verunglückt ist am Sonnabend Nachfrau des Portiers Oppermann eine zu ihrer Wohnung, in dem Last, der jedoch nicht der Erwähnung werth ist. Charakteristisch mittag gegen 3 Uhr der 28 Jahre alte Maler Reinhold Seitenflügel des Grundstücks Köpnickerstr. 23, zugehörige Kammer für die Abgefeimtheit des Verbrechers dagegen ist wieder der v. Borell aus der Elsasserstr. 12. Er war um die genannte Beit mit brennender Lampe betrat, entzündete sich das Leuchtgas, legte Punkt der Anklage wegen Widerstandes gegen die Staatsauf dem Grundstück Hausvoigteiplah 3/4 und benutte unbefugter welches aus der Leitung in die Rammer geströmt war. Durch gewalt. Als nämlich am 8. Januar d. J. Leftowsty nach einer VerWeise den Fahrstuhl, um sich hiermit nach der vierten Etage zu die Explosion entstand ein erheblicher Materialschaden, außerdem mahnung durch den Untersuchungsrichter von dem Gerichtsdiener befördern. Dort angekommen, fonnte er aus Unkenntniß den wurden sechs Personen mehr oder weniger erheblich verlegt. Thiele in seine Belle zurückgebracht werden sollte, warf er dem Aufzug nicht zum Halten bringen. Etwa in dem fünften Stock Es steht fest, daß der Portier Oppermann die Gas Beamten plöglich eine Hand voll Schnupftabat ins Gesicht, um ihn sprang Borell in seiner Angst einer Thür zu, verfehlte diese aber leitung gewaltsam geöffnet hat, der Grund dafür ist jedoch zu blenden und dann entfliehen zu können. Die Flucht wäre auch und stürzte durch den Schacht bis zum Keller hinab. Der Tod noch nicht aufgeklärt. Oppermann wurde noch vor der gelungen, wenn nicht zufällig die Thüren nach der Nathenowerwar auf der Stelle eingetrin. Explosion bewußtlos in der Kammer vorgefunden und später straße durch die Leftowsti entweichen wollte, verfchloffen gehalten nach der Charitee gebracht. Nachmittags stürzte ein Maler, gewesen wären. Die Angeklagten lügen in der dreistesten Weise. Eine Gasexplosion, die mit einer heftigen Detonation welcher in dem Hause Hausvoigteiplab 3/4 unbefugterweise den Der Gerichtshof hielt die beiden Angeklagten für vollkommen auftrat, ereignete sich am Sonnabend Abend gleich nach 1/27 Uhr Fahrstuhl zur Erreichung seiner im 4. Stock befindlichen Arbeits überführt und erkannte gegen May Leftowsky, gegen den der Köpnickerstr. 28 in der im Erdgeschoß nach dem Hofe hinaus be- ftelle benutzt hatte, aus dieser Höhe durch den Fahrstuhlschacht Staatsanwalt 10 Jahre Zuchthaus beantragt hatte, auf 7 Jahre legenen Küche des Vizewirths Oppermann. Durch den ungeheuren in den Keller hinab und starb auf der Stelle. Abends feuerte Buchthaus und 7 Jahre Ehrverluft. Dem Vater, der von seinem Luftdruck wurden zunächst fast alle Hoffenster in den unteren ein Schlosser aus seiner in der Prinzenstr. 38 belegenen Wohnung Sohne verführt worden war, wurden ebenfalls mildernde Um Stodwerten zertrümmert und drei große Schaufensterscheiben von in einem Anfall von Geistesstörung 4 Schüsse aus einem Revolver stände versagt, das Urtheil lautete gegen ihn auf 4 Jahre Zuchtden straßenwärts liegenden Geschäftsräumen einer Bäckerei und auf die Straße hinaus, glücklicherweise ohne jemanden zu verlegen. haus und 4 Jahre Ehrverlust. eines Restaurants aus ihrer Umfaſſung gedrückt und auf das In der Nacht zum 4. d. Mts. vergiftete fich ein Kaufmann Pflaster geschleudert; gleichzeitig fegte das entflammte Gas den in seiner Wohnung in der Werftstraße. Ebenfalls in der Nacht gesammten Kücheninhalt in Brand. Die Explosion erfolgte, als schoß in einem Café ein Mädchen aus einem Revolver auf einen die Frau des Oppermann die Küche mit Licht betrat. Durch Mann, der mit ihm ein Liebesverhältniß angefangen hatte, und Glassplitter sind in den überliegenden Wohnungen drei Frauen- gab dann auch auf sich einen Schuß ab. Der Mann wurde Hinze, Ealingré und Malt, sowie zwei junge Mädchen nicht getroffen, sich selbst verletzte das Mädchen nur leicht am Gertrud Maaßberg und Elise Knoppenrath verlegt worden, Oberarm. Am 4. d. M. Vormittags wurde in der Hasenhaide, die Frau des Oppermann hat erhebliche Brandverletzungen am hinter den Schießständen, ein etwa 75 Jahre alter Mann erRopfe davongetragen. Die Verwundeten wurden von den hängt vorgefunden. In der Nacht zum 5. d. M. entstand vor Samaritern der Feuerwehr verbunden und die am schwersten dem Hause Ziedstraße 20 eine Schlägerei zwischen Studenten, verletzten Personen Frau Oppermann, Frau Maltz und wobei einem derselben ein Auge schwer verletzt wurde, so daß Fräulein Knoppenrath- mittels Droschte nach Bethanien über feine Ueberführung nach der Charitee erforderlich wurde.- Im führt. Dem Brande machte die Feuerwehr mit einer Sprite Laufe des 3. und 4. d. M. fanden sechs Brände statt. rasch ein Ende. Ueber die Ursache des Unglücks verlautet einerseits, daß Oppermann, weil ihm seine Stellung als Vizewirth gekündigt worden war, die Explosion böswilligerweise ver anlaßt haben soll. Von anderer Seite wird jedoch behauptet, daß Oppermann, der in der letzten Woche zwei vergebliche Selbstmordversuche gemacht habe, fich auf diese Weise habe ums Leben bringen wollen. Er soll als Thäter verhaftet sein. 1 -Der Lieutenant a. D. Georg von Livonins wurde am Freitag Nachmittag in seiner Wohnung, Dennewißstraße 25, erschoffen aufgefunden. Die Ursache des Selbstmordes soll in verfehlten Geschäftsspekulationen zu suchen sein. vertreten ist. Gerichts- Beitung. 2018. Vermischtes, adgo " Bochum, 5. März. In der vergangenen Nacht wurden die Bewohner des östlichen Stadttheiles durch das Explodiren einer Dynamitpatrone, welche an einem Hause der Bismarckstraße niederlegt worden war, in große Aufregung versetzt. Durch die Explosion wurden 30 Fensterscheiben zertrümmert und sonstige Verwüstungen angerichtet. Menschenleben sind nicht zu beklagen. Der Thäter ist unbekannt. Sprecisaal. Die Redaktion stellt die Benutzung des Sprechsaals, foweit der Raum dafü abzugeben ist, Dem Publikum zur Besprechung von Angelegenheiten allgemeinen Interesses zur Verfügung; fie wahrt sich aber gleichzeitig dagegen, mit dem Inhalt desselben identifizirt zu werden. Ein betrogener Poet. Ein Betrug, dessen Opfer der befannte freifinnige Dichter und Rechtsanwalt Träger geworden An die Mitglieder der Ethischen Gesellschaft". war, beschäftigte am Montag die dritte Straffammer am Land- Im Inseratentheil des Vorwärts" vom Sonntag war ohne gericht 1. Den Vorsitz führte Landgerichts- Direktor Nöseler, die Wissen des Vorstandes eine außerordentliche Generalversammlung Anklage war durch Staatsanwalt Kanzow vertreten, und die am Donnerstag, den 8. d. M., bei Seefeldt, Grenadierstr. 33, be Bertheidigung hatte Rechtsanwalt Dr. Coßmann übernommen. fannt gegeben. Wir erklären, daß die betreffende GeneralAngeklagt war der Schreiber May Lefkowsky und dessen Vater, versammlung vom Vorstande nicht einberufen ist und auch keine der Kaufmann Adolf Lefkowsky. Der Kaufmann Reinhold Jo Giltigkeit für den Verein hat. Die Generalversammlung findet Ein Liebesdrama hat sich in der Nacht zum Sonntag hannes war zu einer längeren Buchthausstraße verurtheilt Sonntag, den 11. März d. I., in Gratweil's Bierhallen, gegen 2 Uhr im Café Imperial", Rosenthalerstr. 26, abgespielt worden und verbüßte diese im Buchthaus zu Halle an Kommandantensir. 79, Nachmittags 4 Uhr, statt. Ein verheiratheter Lumpazius, der 30 Jahre alte Kauf der Saale. Che er feine Strafe antrat, betraute er Der Vorstand. mann R., hatte vor kurzem die 25 jährige Schneiderin Anna M. den Rechtsanwalt Dr. Träger mit der Verwaltung tennen gelernt und derselben natürlich unter Verschweigung des feines nicht unbedeutenden Vermögens, und der RechtsUmstandes, daß er bereits verheirathet fei, die Ehe versprochen. anwalt unterhielt aus diesem Anlaß mit Johannes eine Fräulein M. hatte jedoch am Sonnabend erfahren, daß sie einem Korrespondenz. Am 27. Februar 1892 erhielt der Anwalt einen Betrüger in die Hände gefallen war, und als sie sich in dem Brief, der mit dem Stempel des Buchthauses Halle versehen war erledigt. erwähnten Lotal, wo das Paar verfehrte, ein Herz faßte und und die Unterschrift des Reinhold Johannes trug. Der Brief K. B., Fruchtstr. 32. Beides ist falsch, es heißt: ,, tomm ihren Bräutigam" nach seinen Verhältnissen befragte, gestand selbst war von einer anderen Hand geschrieben, aber da der zu mir". Uebrigens wird das Wort bei" mit dem fogen. dieser zynisch ein, daß er bereits im Besize einer Frau sei. In Anwalt wußte, daß Johannes im Buchthaus trant darniederlag. britten Falle verbunden. Es heißt: bei mir, bei den Häusern 2c. ihrer Erregung zog die Getäuschte darauf einen Revolver aus der fiel ihm dieser Umstand nicht sonderlich auf, konnte doch auch H. K. 67 n. Wenn Ihr Bruder bei seiner Erkrankung Tasche und drückte ihn auf den R. ab. Dieser schlug jedoch schnell nach Ansicht des Rechtsanwalts der Brief nur von Johannes noch berechtigtes Mitglied einer Krankenkaffe war, so muß die den Lauf der Waffe nach hoben, so daß das Geschoß sein Biel ver- fommen, da in dem Schreiben einige Fragen beantwortet waren, Krankenhaus- Verwaltung sich zunächst an die halten. Die Eltern feblen mußte. Im selben Augenblick richtete Fräulein M. den die der Anwalt in feinem letzten Schreiben an Johannes gestellt müssen das aber hinschreiben und nachweisen. War er nicht Revolver auf sich, traf aber, statt in die Herzgegend, nur den hatte. Der Hauptinhalt des Briefes war eine Bitte des Johannes, Mitglied, so haften die Eltern. Briefkaffen der Redaktion. Schäfer. Die Angelegenheit ist doch im Versammlungstheil Ja. E. T. 50. A. K. 03. Die Erben bekommen was nach Abzug der Schulden an die Armen- Direktion übrig ist. Stiefkinder erben nichts. A. 3. 1. Nein. 2. Den Frack des Kellners würden wir auch zum Handwerkzeug rechnen, es ist aber zweifelhaft. 3. Ja. 4. Jn 4 Jahren vom 31. Dezember des Jahres ab, in dem sie fällig geworden sind. Albert Otto. Wenn der Rechtsanwalt das im guten Glauben gesagt hat, und das Gegentheil werden Sie nie beweisen fönnen, steht ihm§ 193 St.-G.-B. zur Seite. A. G. Nein. M. 70. Wiederholen Sie Ihre Anfrage. E. Sp. Das Weihnachtsgeschent ist, wenn es als Geschenk B. Milfe, Louisenufer. 1. Der rückständige Tagelohn betrachtet wird, wiederruflich, wenn es ein Theil des vorfann eingeklagt werden. 2. Ebenfalls. 3. Sie können während bedungenen Lohnes war nicht. der übrigen 14 Tage Lohnarbeit verlangen oder wenn Sie in R. 2. 100. 1. Die Vereine als solche können nicht klagen. Alford arbeiten, fordern, daß Ihnen Ihr bisheriger Durchschnitts- 2. Wenn er nichts hat, müssen Sie die Gerichtskosten tragen. verdienst garantirt wird. Sie müssen das aber vor Beginn Ob sich die Sache dessen lohnt, müssen Sie selbst wissen. der Affordarbeit sagen, Wird es Ihnen nicht bewilligt, so erflären Sie, daß Sie sich Ihre Rechte vorbehalten und arbeiten Sie. Sie werden dann wohl entlassen werden können, aber dann auf Entschädigung flagen. Weshalb kommen Sie mit einer so verwickelten Sache nicht lieber in die Sprechstunde. Da erhalten Sie schneller Antwort. Frauen und Mädchen- Bildungsverein des arbeitenden Volles für Berlin und Umgegend. Vereins- Derlammlung am Mittwoch, den 7. März, Abends 8 Uhr, in den Armin- Hallen, Sommandantenstr. 20. Zages Ordnung: 1. Vortrag des Frl. Baader über:" Die technischen Umwälzungen der Neuzeit". 2. Diskussion. 3. Aufnahme neuer Mitglieder. 461/1 Um zahlreiches Erscheinen ersucht * Der Vorstand. Metzner's Korbwaaren- Fabrik, Berlin, Andreasstr. 23, Hof part., vis- à- vis d. Andreasplat Kinderwagen, größtes Lager Berlins. Muster bücher gratis. Theilzahlung gestattet. 500 Mark zahle ich Jedem, der mir nachweist, daß ich nicht das größte Kinderwagen- Lager Berlins ha be. F. Metzner. Presskohlen X beste Senftenberger Marie, 14 cm lang, 5,- Mark) dto. dto. 16 5,50 " dto. dto. 18 6,75 " " dto. " Jise, 18 6,75 PP 09 " Probefohlen gratis frei Haus. frei Reller, inkl. Fuhrlohn und Packen. Frischeisen& Co., Wienerstraße 18. Einzelne Flaschen frei Haus Berlin. Rum, 628M echt und Façon, Literflasche 1,10, 1,60, 2,10, bei 5 Fl. 10 Pf. billiger. Inhaber: Eugen Neumann& Co., Conrad Neumann, 6a. Belle- Alliance- Platz 6a. Neue Friedrichstr. 81. 609M Oranienstr. 8. 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Aus dem Gebiete der Poesie sind vertreten Rudolf Lavant mit einem formenschönen und gedankentiefen Leitgedicht; und Karl Henckel hat nach der Melodie:„ Es tönt ein Ruf von Land zu Land" ein Volkslied vom ersten Mai gedichtet, das in seinen wohlklingenden Versen am 1. Mai aus dem Munde von Hunderttausenden deutscher Arbeiter ins Land flingen wird. Aus der Feder der besten unserer Partei- Schriftsteller haben wir über die verschiedensten mit der Maifeier zusammenhängenden Gebiete ernste, belehrende Aufsäge, wie im Plauder tone des Feuilletons geschriebene Artikel erhalten, von den Illustrationen aber dürfen wir sagen, daß sie die früheren Nummern an Schönheit übertreffen. Durch frühzeitigen Beginn des Drudes haben wir auch Sorge getragen, daß die von Heinrich Scheu's Meisterhand geschnittenen Bilder tadellos sich repräsentiren. Das Titelbild, von Frit Gehrke tünstlerisch vollendet und gezeichnet, versinnbildlicht in drei prächtigen Charakterfiguren aus der Arbeiterwelt und der Welt der Arbeit den Gedanken der Aufforderung zur Maifeier Wir woll'n die Menschheit frei, Leucht' uns o Weltenmai! Herbei, herbei! Berbrecht, zerbrecht die Tyrannei." Das Vollbild, über die 4. und 5. Seite gehend, entstammt der Hand desselben Künstlers, der im Maifestblatt 1892 die mit so großem Beifall aufgenommene und in Hunderten von lebenden Bildern wiedergegebene Huldigungsgruppe gezeichnet hat. Aus der Bastille der Lohnsklaverei strömt die internationale Arbeiterschaft, durch die einzelnen Bölfertypen meister haft verkörpert, siegesbewußt zum Weltmaifeßt, im Hintergrunde sehen wir die Göttin der Freiheit, den Zeiger auf der Weltuhr der zwölften Stunde näher rücken, die den Sieg des Sozialismus verkündet: ein Warnungszeichen an die herrschende Klasse, noch in zwölfter Stunde den Forderungen zu entsprechen, für welche das internationale Proletariat am 1. Mai demonstrirt. Wir glauben also sagen zu dürfen, daß das Maifestblatt 1894 für jeden Arbeiter ein Erinnerungblatt von dauerndem Werthe sein wird. Um die Auflage des Festblattes rechtzeitig feststellen und die Besteller rechtzeitig in den Besitz der Maifestblätter sezen zu können, bitten wir die Genossen, und ihre Bestellungen bis spätestens 28. Mär zukommen lassen zu wollen. Wir beginnen mit der Versendung am 9. April. Später einlaufende Bestellungen können unsererseits nicht mehr mit der Garantie pünktlicher Lieferung aufgenommen werden, während jede bis zum 28. März eingegangene Bestellung spätestens am 24. April in den sänden der Besteller sein wird. Der Preis stellt sich wie in den letzten Jahren für das Einzel- Exemplar auf 10 Pfennige im Verkauf. In Partien liefern wir zu 5 Pfennige netto. Vorto u Lasten des Bestellers. Wir ersuchen die Parteigenossen und insbesondere die Vertrauensleute der Partei, für die verbreitung des Mai- Festblattes recht thätig zu sein und sehen zahlreichen Aufträgen baldigst entgegen. 37 billigste Einkaufs-Quelle des Süd- Ostens für Proben franko! 5150L Gold, Silber-, S., Emil Lefèvre, Oranienstraße 158. Sehr hohe Preise zahle ich für Briefmarken aus alten Briefschaften und für ganze Samm lungen. Tausch erwünscht. Große Auswahl in Briefmarken- Albums. Julius Kaim, Cigarren- Import, SW., Friedrichstr. 236. VI. 2295. Hof part. VI. 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Herr St. rechtfertigt die Nichtzahlung der genannten Summe durch Hinweis auf eine Bestimmung seiner Arbeitsordnung. Das Gericht verurtheilte ihn unter der Begründung, daß es nicht zulässig sei, dem Arbeiter den Lohn kontraktlich zu entziehen, die betreffende Bestimmung in der Arbeitsordnung sei unzulässig. Tie Näherin W. behauptet, Herr Guttfeldt, welcher Spillen (Zippelmützen) fabrizirt, sei ihr I0,eo M. schuldig geblieben, und verlangt die Berurtheilung des Herrn zur Zahlung dieser Summe. Zum Verhandlungstermin ist sie nicht erschienen. Sie wird abgewiesen, weil durch Vernehmung dreier Zeuginnen der Beweis für die Behauptungen des Beklagten. daß er Klägerin das Geld nicht schuldig sei, erbracht wird. Es wird festgestellt, daß für das Dutzend Spillen die Klägerin nach der mit ihr getroffenen Vereinbarung nicht S0 und 60 Pfg., sondern 15 Pfg. bekommen sollte; ferner, daß sie verschiedene Dutzend des nützlichen Bekleidungsgcgenstandes so gefertigt hatte, daß di* selben für den Originalpreis nachgearbeitet werden mußten. Der Schneidermeister Lau hatte„so viel zu thun", daß er seine fünfzednjährige Tochter zur Prozeßvertreterin durch regel- recht ausgestellte Vollmacht ernannte. Ter Gerichtshof war so unhöflich, das sich als„vollendete Dame" geberdende kleine' Ding nicht„für voll" anzusehen und sie nicht als Vertreterin des Papas anzuerkennen. Papa wurde durch Versäumnißurtheil verpflichtet, der klagenden jugendlichen Nähmamsell H. 1,20 M. als rückständigen Lohn für zwei Tage zu zahlen. Kammer VII. Vorsitzender: Assessor Karow. Sitzung vom 1. März. Ter Holzhändler Heene führte gegen eine Lohnent- schädigungs-Klage der Bretterträger W. und O. ein Komplott ins Feld, welches, ihn zu schädigen, die Kläger mit noch einigen anderen Trägern gegen ihn geschmiedet haben sollen. Er hätte, so ließ Beklagter sich vernehme», die Entladung eines halben Kahnes Bretter einer Kolonne, in welcher die Kläger waren, in Stundenlohn übertragen; die Vereinbarung eines Akkordes hätte in diesem Falle zu Weitläuftigkeiten geführt. Im Akkord vergeben, hätte die Arbeit„den Leuten" einen größeren Verdienst gebracht. Sie seien deshalb auf die Idee versallen, langsamer zu arbeite», damit das Geld, welches sie bei Akkordarbeit mehr bekommen hätten, von ihm, Beklagten, dem Schiffer als Liegegeld gezahlt werden sollte. Er sei thatsächlich durch das Verhallen der Kläger geschädigt worden. Die Aus- sagen mehrerer Zeugen bestimmten die Mehrheit des Gerichts- Hofes, die„Schuld" der Kläger anzunehmen und sie mit der Klage abzuweisen. Die Einführung des„Weißlackirten" im Droschkem fuhrwesen war in letzter Linie die Ursache eines Lohn-Eni s chädigungsprozesses, welchen der Droschkenkutscher M., genannt „der Rechtsanwalt", gegen den Fuhrherrn Graßnick führte. Der Beklagte stellte gegenüber den Angaben des„Rechtsanwalts" den Sachverhalt so dar, als sei derselbe„von selbst" gegangen Kläger sei nickt entlasten worden am 3. Januar, wie er angebe, sondern Beklagter habe ihm freigestellt, zu fahren, nur habe er den weißen Hut oder den„Pudel" aufsetzen und den Wagen mit Taxameter nehmen sollen, den er Ende Dezember gefahren hätte. Das habe er, wie alle Kutscher, unter der Ausrede, dann aus der Straße todtgeschlagen zu werden, verweigert. Am 1. und 2. Januar habe Beklagter dem M. gestattet, einen Wagen ohne Taxameter zu nehmen, der sonst nur im Sommer benutzt werde. Ties sei geschehen, weil er vom Kläger gewußt hätte, daß derselbe den weißen Hut nicht tragen mochte. M. bestritt entschieden, daß Graßnick ihn am 3. Januar aufgefordert hätte, mit weißem Hut oder Pudel angelhan einen Taxameter zu fahren. Als er des Morgens gekommen sei, habe der Beklagte sofort gesagt: Wir haben einen Ring geschlossen, ich kann Sie nicht weiter beschäftigen. Natür lich habe er das als Entlassung betrachtet und sei gegangen. Vierzehn Tage später habe er sich aus dem Hofe des Beklagten eingesunden, um zu sehen„wie es stehe", erst dann sei ihm vom Beklagten gesagt worden:„Sie hätten ja fahren können, Ihr Wagen sieht ja da." Am 3. Januar hätte er vielleicht doch angespannt, wenn Graßnick ihm die Be- dingung. den Taxameter und Weißlackirten betreffend, gestellt hätte. Die bezügliche Behauptung desselben entspreche nicht der Wahrheit.— Der Buchhalter Putz sagt aus, fünf Kutschern habe er am 3. Januar gesagt, sie könnten nur anspannen, wenn sie Taxameter fahren wollten. Sie hätten das abgelehnt, unter ihnen sei jedenfalls auch der Kläger gewesen. Der Stallmann Schulze, ebenfalls als Zeuge vernommen, äußert, M. habe in der letzten Zeit im alten Jahre simmer Taxameter gefahren. Schon vor Neujahr habe er ihm, dem Zeugen, in Ausgsicht gestellt, daß er nach Einführung des„weißen Hutes" auf keinen Fall einen Taxameter nehme. Der Kläger schiebt dem Beklagten den Eid zu. Derselbe beschwört, es sei nicht wahr, datz er zum Kläger am 3. Januar gesagt habe: Wir haben einen Ring gebildet und daraufhin darf ich Sie nicht mehr anspannen lassen; vielmehr sei wahr, daß ihm freigestellt wurde, weiter zu fahren, Freie Volksbühne. Mit dem am Sonntag Nachmittrg im„ L e f s i n g- Theater" gegebenen Drama„S o d o m s E n d e" hat der Verein„Freie Volksbühne" seinen Mitgliedern nunmehr alle dramatischen Schöpfungen Suder manu's vorgeführt. Alle drei Stücke,„Die Ehre",„Die Heimath" und zetzt„Sodoms Ende", haben bei diesem sast ausschließlich der Arbeiterklasse an- gehörenden Publikum Anklang und Beifall gesunden, und alle drei sind vorher lange Zeit hindurch im„Lessingtheater", dessen Abendpublikum zum größten Theile der besitzenden Klasse an» gehört oder wenigstens zu ihr hält, gern gesehene Zugstücke gewesen. Ueber das letztere muß man sich viel mehr wundern, als über das erster?. Sudcrmann unterscheidet sich nämlich von manch' anderem Lieblingsdichter der Bourgeoisie dadurch, daß er den Muth hat, diese ihn bewundernde Bourgeoisie so darzustellen, wie er ije sieht. Und wenn er sie auch nicht in allen Punkten so siehi?wie sie ist, so erfaßt und zeigt er von den Schäden dieser Gesellschaftsschicht doch immer noch mehr, als ihr eigentlich lieb sein sollte. In„Sodoms Ende" verfährt Suderniann mit der Bour- geoisie am unglimpflichsten.„Sodoms Ende" ist der Titel eines den Untergang des biblischen Sodom darstellenden, preis- gekrönten Gemäldes des noch jugendlichen Malers Willy Janikow. Das Bild, welches sofort überall das größte Aufsehen erregt hat, ist von Adah Bacczinowski. der Frau eines emporgekommenen Börsenjobbers, angekauft worden, und aus diesem Anlaß ist der plötzlich berühmt gewordene, aus der jetzt verarmten Familie eines biederen, ehemaligen Guts- besitzcrs stammende Künstler in Frau Adahs schlüpfrige Salons gerathen, die einem moderne» Sodom gleichen, Willy Janikow wird von der stark sinnlich veranlagten, leidenschaftlichen Frau uiii strickt, wird zu ihrem Geliebten und verliert sich und seine künstlerische Schaffenskrast in hohlem, geistlosen Getändel. Um nicht dauernd einem unthätigen Schmarotzerdasein zu verfallen wenn er die polizeilicherseits vorgeschriebene Kopfbedeckung tragen und seinen Taxameter nehmen wolle. Der Gerichtshof hielt durch den Eid für erwiesen, daß es dem Kläger freigestellt war, weiter zu arbeiten, daß er also nicht entlassen wurde. Dem- gemäß wnrde er abgewiesen.— Interessant aus der Verhandlung ist noch die Mittheilung des Herrn Graßnick, daß er durch den „Taxameterstreik" 2000 M. verloren habe. Er besaß zur Zeit 11 Droschken mit Kontrollaparaten. Ist der Gendarm, Landjäger w. eine Behörde? Wenn Jemand wegen falscher Anschuldigung verurtheilt werden soll, so ist es erforderlich, daß er seine Anschuldigung bei einer Be- Hörde angebracht hat. Häufig werden nun solche Anzeigen bei dem Gendarm angebracht, und es fragt sich, ob derselbe als Behörde im Sinne des Strafgesetzes anzusehen ist. Der 3. und der 2. Strafsenat des Reichsgerichts haben in dieser Beziehung Entscheidungen gefällt, die sich direkt entgegenstehen. Der 2. Strafsenat hat in zwei Urtheilen ausgesprochen, daß in einer Anzeige bei einem untergeordneten Organe der Polizeibehörde eine Anzeige bei einer Behörde gesunden werden kann, indem er anscheinend davon ausging, daß das untergeordnete Organ als ein Organ die Behörde selbst repräsentire. Der 3. Straf- senat hat ausgesprochen, daß der Gendarm keine Behörde sei und daß eine bei ihm gemachte Anzeige als eine bei einer Be Hörde gemachte nicht anzusehen sei und daß, um wegen falscher Anschuldigung verurtheilen zu können, erst festgestellt werden müsse, daß die Anzeige von dem Gendarm oder Polizei beamten an die vorgesetzte Behörde weitergegeben worden sei. Eine Fundgeschichte. Auf einem Zaun an der Frank- furter Chaussee fand der Arbeiter Friedrich Krolow eines Tages ein Jaquet. Salonfähig war dasselbe keineswegs, sondern im Gegentheil augenscheinlich werthlos. Deshalb fand K. auch kein Gehör für seine Fundsache, als er dieselbe auf dem Polizeirevier-Bureau ablieferte. Das von Schmutz-, Fett- und Kalkflecken aller Art starrende Fundobjekt ward zur polizei- lichen Verwahrung nicht angenommen, sondern dem glücklichen Finder gerathen:„Legen sie es man wieder dahin!" Zum Fort werfen erschien das Jacket dem p. Krolow noch nicht geeignet. Er vervollständigte damit seinen eigenen sehr defekten Anzug und erschien mit dem Kleidungsstück am nächsten Tage im Lokal des Schankwirths Arndt in Friedrichsberg. Zufällig befand sich hier der Verlierer des Jaquels, ein Kutscher, dieser machte dem Wirth die Mittheilung, daß Krolow ein gestohlenes Jacket trage. Von den anwesenden Gästen war Krolow aufgefordert, den Fund wieder herauszugeben. Da Letzterer bezweifelt wurde, erfolgte eine Anzeige bei der Behörde wegen Diebstahls. Das Schöffengericht hatte das Hauptverfahren wegen Unterschlagung gegen den bisher unbescholtenen Krolow beschlossen, jedoch auf Freisprechung erkennen müssen, da die Am gäbe des Angeklagten glaubwürdig erschien, wonach ihm der Polizei- Wachtmeister bei Anmeldung der Fundsache gesagt, daß er das Jacket als werthlos mit nach Hause nehmen könne. Der unglückliche Finder kam indessen noch nicht zur Ruhe, denn gegen das freisprechende Urtheil hatte die Staatsanwaltschaft Berufung eingelegt mit der Begründung: die Angabe des Angeklagten sei nicht erwiesen. Vor der zweiten Strafkammer des Landgerichts II ward die Fundgeschichte endgiltig zu gunsten des Angeklagten erledigt. Aus der Beweisausnahme ging klar hervor, daß Krolow aus den Aeußerungen der Polizeideamten entnehmen durfte, er könne das Jaquet beHallen. Dies beruhte allerdings ans einer falschen Auffassung des Angeklagte». Der Staatsanwalt erklärte darauf, daß er die Berufung zurücknehme. Eine traurige HeirathSgcschichte erzählte eine junge Frau, welche Sonnabend vor der 130. Abtheilung des Schöffengerichts gegen ihren Ehemann, den Maler Farr, als Zeugin aufzutreten hatte. Farr war beschuldigt, seine Ehefrau wiederholt mit dem Ver- brechen des Todtschlags bedroht zu haben. Im vorigen Frühjahr arbeitete Farr als Gehülfe in Stargardt. Er wohnte bei einer Wittwe, mit deren Tochter er sich verlobte. Die Trauung hatte stattgefunden und die Hochzeitsgesellschast saß fröhlich beim Mahle. Da sei der Angeklagte— wie die Zeugin erzählte plötzlich ohne jede Veranlassung aufgesprungen, sei nach der Küche gerannt, habe sich mit einem Beile bewaffnet und sei dann wieder in den Saal gestürzt, mit der Drohung, seine ihm soeben an- getrauteFrau niederschlagenzu wollen. Die erschrecktenGäste seien aus der Wohnung geflüchtet, die Verwandten der junge» Frau hätten den Rasenden mit Muhe beruhigt, die Zeugin sei aber noch an demselben Abend nach der Wohnung ihrer Mutter zurückgekehrt. Sie habe gehört, daß ihr Mann am folgenden Tage Stargardt ohne Abschied verlaffen habe. Zufällig hätten sie sich nach Monaten wieder in einem Wagenabtheil der Berliner Ring bahn wiedergetroffen. Bei ihrem Anblick sei der Angeklagte wieder wie rasend geworden, er habe sich auf sie stürzen wollen, die Fahrgäste hätten sie aber geschützt. Der Angeklagte müsse erfahren haben, daß sie hier eine Stellung angenommen habe, denn die Begegnungen hätten sich wiederholt und jedesmal habe der Angeklagte sie mit dem Tode bedroht. Schließlich habe sie die Hilfe der Polizei in An- spruch nehme» müssen. Sie sei sich einer unrechten Handlung und gänzlich zu verlumpen, will er sich von Adah losreißen. Aber Adah, welche„glücklich sein will", wie sie sagt,„und wenn nicht anders, mit Gewalt", giebt ihr Opfer nicht los. Sie will den sich von ihr abwendenden Liebhaber mit ihrer Nichte K i t t y verkuppeln, damit er ihr nahe und so vielleicht dauernd in ihrem Netze bleibt. Unfähig, sich aus seiner Ohnmacht auf- zuraffen, erliegt Willy ohne ernsthaften Widerstand und hält um Kitty an. Wider Erwarten findet er, daß das Mädchen, das ihm schon halb verdorben schien, sich in der Umgebung der Frau Adah doch noch einen tüchtigen Kern bewahrt hat. Er klammert sich jetzt an Kitty, wie an seine Retterin. Durch sie hofft er, anders als Frau Adah es ge- dacht, aus seinem Faullenzer- und Sklavenlebcn loszu- kommen und sich wiederzugewinnen. Er bedarf jetzt doppelt einer solchen Stütze und Hilfe; denn eben erst hat er eine schwere Schuld aus sich geladen, die ihn vollends an sich selbst ver- zweifeln machte. Er hat K l ä r ch e n, das Kind seines ehe- maligen Lebrers, das bei Frau Janikow als Pflegetochter wohnt, verführt. Aber Kitty stößt seine Hand zurück, als sie die Fäden des von Adah und, wie sie meint, auch von Willy gesponnene» Netzes durchschaut, das über sie geworfen werden soll. Sie flieht aus dem Hause der Tante. Willy folgt ihr und führt die nach stundenlangem Umherirren müde und willenlos Gewordene in das Atelier, das ihm Adah eingerichtet hat, damit es ihr selbst künstig als ein behaglich sicheres Nest für ihre Zusammenkünfte mit ihm diene. Und Kilty, durch Willy und ihre Liebe zu ihm besiegt, willigt ein, als sein Weib bei ihm zu bleiben. Willy's Lebcnsmuth kehrt zurück, aber das neue Glück, das er sich an Kitly's Seite von der Zukunft erhofft, wird durch die an Klärchen begangene und bei aller Hoffnungsjreudigkeit schwer auf ihm lastende That zerstört. In derselben Nacht, in der er Kitty in /ein Atelier führt, hat sich 5tlärchen vor seinem Hause er- trankt. Der Leichnam wird in seine Wohnung gebracht, Willy wird von einem Blutsturz befallen und stirbt. Willy Janikow ist ein Opfer der kapitalistischen Gesellschafts- ordnung. Er geht an der Gunst der besitzenden Klasse künstlerisch zu Grunde, wie andere Künstler an der Ungunst und Gleichgiltigkeit gegenüber ihrem Manne nicht bewußt und könne sich sein sonder» bares Verhalten nicht erklären. Der Angeklagte, der im Ter- mine einen ganz vernünftigen Eindruck machte, konnte auch keinen Grund für sein Verhalten angeben, er meinte, er müsse nicht recht im Kopse sein. Der Gerichtshof beschloß, ihn in Haft zu nehmen, damit er auf seinen Geisteszustand untersucht werden könne. Wege» Ehebruchs kann ein rechtsgiltiger Strafantrag gegen den schuldigen Ehegatten und dessen Mitschuldigen erst dann gestellt werden, wenn die Ehe durch richterliches Erkenntniß gelöst und das Ehescheidung aussprechende Urtheil rechts- kräftig geworden ist. Mit dieser authentischen Auslegung des§ 172 des St.-G.-B. hatte sich das Landgiericht zu H ä m- b u r g in Widerspruch gesetzt, als es am 27. Oktober v. I. den Barbier Heinr. Wilh. Louis Rudolph und die Friederike Wittenberg daselbst wegen Ehebruchs zu je einem Monat Gefängniß verurtheilte. Beide Angeklagten haben den Ehebruch eingestanden. Aber der Strafantrag ist seitens der Ehefrau des Rudolph gegen die Schuldigen zu einer Zeit gestellt worden, zu welcher zwar ihre Ehe gerichtlich gelöst war, das die Scheidung aussprechende Urtheil jedoch noch keine Rechtskrasl erlangt hatte; und nach Ablauf dieser einmonatlichen Frist hat sie den Strafantrag nicht wiederholt. Infolge dessen legte die Staatsanwaltschaft zu gunsten der Angeklagten Revision ein; und im Einklang mit dem Antrage des Sieichsanwaltes hob der III. Strafsenat des Reichsgerichts das Urtheil auf und er- kannte auf E i n st e l l u n g des Verfahrens, weil es an einem rechtsgiltigen Strasantrage fehle, der nur nach eingetretener Rechtskraft des die Ehescheidung aussprechenden Urtheils gestellt werden dürfe. ReichsgerichtS-Entscheidnngen. Das heimliche,«nberech- tigte Mitfahren auf dem Trittbrett eines in einen E i s e n b a h n z u g eingestellten Personenwagens in der Absicht, sich so eine unentgeltliche Beförderung zu verschaffen, ist, nach einem Urlheil des Reichsgerichts, IV. Strafsenats, vom 20. Oktober 1803 als Betrug zu bestrafen. — In Beziehung auf§ 127 der Reichs-Gewerbe-Ordnung: „Der Lehrling ist der väterlichen Zucht, des Lehrherrn unterworfen" hat das Reichsgericht, IV. Strafsenat, durch Urtheil vom 24. Oktober 1803 ausgesprochen, daß im Gebiete des preußischen Allgemeinem Land- rechts nur der Gesundheit des Lehrlings unschädliche Zwangs- maßregeln zu gebrauchen sind. Schläge, insbesondere sog. K o p f st ü ck e, die die Gesundheit schädigen können, sind als Ueberschreitungen des Zuchtrechts, eintretenden Falles als fahr- lässige Körperverletzung zu bestrafen. Ein Rechtsanwalt ist nach einem Beschluß des Reichs- gerichts, IV. Zivilsenats, vom 2. November 1803, zur Ver- Weigerung des Zeugnisses nicht nur über die ihm in dieser seiner Eigenschaft von der Partei gemachten M i t- theilungen, sondern-überhaupt über alle Thatsachen berechtigt, die von ihm innerhalb der ihm übertragenen Geschäfts- führung wahrgenommen worden sind. Soziale LteberlMN. An die Bureau-Angestellten und verwandten Berufs- genossen. Kollegen! Die Arbeiter aller Branchen organisiren sich, um geschlossen gegen das Ausbeutungssystem Front machen zu können. Bedenken wir nun, daß wir auch nur Arbeiter sind. und schaffen wir uns eine große Organisation, durch welche wir in der Lage sind, einen Lohn zu erkämpfen, rvornit wir ein menschenwürdiges Dasein sühren können. Die überaus lange Arbeitszeit muß aushören, es muß der Lehrlingszüchterei schars entgegengearbeitet werden, auch haben wir als Menschen eine anständige Behandlung zu verlangen. Kollegen! Es liegt nur in unserer Hand, diese Mißstände zu beseitigen, organisiren wir uns nur. Heute Abend>/-0 Uhr findet bei H e n s e l, Jnvalidenstr. l, eine öffentliche Versammlung statt(siehe Inserat) und ist das Erscheinen aller Kollegen unbedingt erforderlich. Der Einberufer. Robert Kunkel. Achtung» Töpfer! Wir bringen den Kollegen hiermit zur Kenntniß, daß die Lohndifferenzen bei den Töpfermeistern Herm. Graf und Wolf beigelegt sind. Bei der Firma Titel(Aktiengesellschaft) ist, da dieselbe sich noch nicht erklärt hat, der Zuzug streng fernzuhalten. I. A.: Richard Topf, Gipsstr. 3. Die Weistgerber der Firma C. Pohl mann, Glace- leder-Fabrik in Oranienburg sind am 26. Februar in Streik getreten; sie verlangen eine Lohnerhöhung von lA/s pCt. und zehnstündige Arbeitszeit. Vor zwei Jahren war den Arbeitern ein Lohnabzug von 18 pCt. gemacht und auch elfstündige Arbeits- zeit eingeführt worden. Der seiner Zeit hiergegen geführte Ab- wehrstreik siel zu Ungunsten der Streikenden aus, da es damals dieser Klasse wirthschaftlich und damit gleichfalls künstlerisch zu Grunde gegangen sind. Das Mäcenatenthum, in welchem sich die Bourgeoisie de» Künstlern gegenüber gefällt, geht nicht immer von so niedrigen Motiven aus, wie bei Frau Adah, aber es wirkt auf den Künstler immer in derselben Weise entnervend. Die sittliche Verkommenheit dieser sich als Gönner undFördercr der Kunst geberdenden Gesellschaft, wie sie sich in„Sodoms Ende" zeigt, grenzt ans Fabelhafte. Wer das Leben in den Salons solcher Parvenüs nicht kennt, fühlt sich vielleicht versucht, zu hoffen, daß der Dichter doch wohl übertrieben habe. Aber Sudermann lebt in und mit dieser Gesellschafisschicht und hat Gelegenheit genug, sie zu studiren. Es ist auch aus Anlaß der Erstaufführung des Stückes im„Lessing-Theater" die Behauptung, daß das vom Dichter entworfene Bild in der Zeichnung verzerrt und zu grell in den Farben sei, nur ver- einzelt aufgestellt worden. Es bleibt also nichts anderes übrig, als an die Lebenswahrheit der Schilderung zu glauben. Die Aufführung vom Sonntag bot dadurch ein erhöhtes Jnter- esse, daß den Mitgliedern der„Fveien Volksbühne" wieder einmal Gelegenheit gegebe» wurde, Emanuel Reicher zu sehen. Er gab den Willy Janikow. Es wollte uns jedoch scheinen, als ob das rücksichtslos realistische Spiel dieses bewunderungswürdigen Künstlers nicht auf allen Seiten die verdiente Anerkennung fand. Die Frau Adah der M a r i a R e i s e n h o f e r war ein Weib von dämonischer Leidenschaftlichkeit. Unter den übrigen Mit- wirkenden zeichnete sich Luise von P ö l l n i tz(als Willy's Mutter) aus. Von der Aufnahme, die ihr Spiel bei einem Theile, zum Glück dem kleinsten Theile der Zuhörer fand, ist Aehnliches zu sagen, wie bei Reicher. Solche dem Leben ab- gelauschte Gestalten, wie diese alte Frau Janikow der Pöllnitz, können nur richtig gewürdigt werden, wenn man etwas anderes ins Theater mitbringt als nur de» Wunsch, sich über jede durch eigene Schuld falsch aufgefaßte Bewegung und jeden miß- verstandenen Ton zu amüsiren. Es ist ein gutes Zeichen für den bildenden Einfluß, den die„Freie Volksbühne" auch in dieser Hinsicht ausübt, daß solche Ungehörigkeiten von den ernsteren Mitgliedern sofort unterdrückt werden. Lr. der Firma gelang, durch Heranziehung Indifferenter die streikenden Arbeiter zu ersetzen. Nun ist der Lohnkampf mit doppelter Energie aufgenommen und sind die Streikenden willens, die Arbeit nicht früher aufzunehmen, bis die gestellten Forderungen bewilligt sind. Sämmtliqie Streikenden gehören dem deutschen Lederarbeiter- Verband-rn. Vor Zuzug nach Oranienburg swird gewarnt. Alle Arbeiterblätter werden um Zlbdruck gebeten. D i e L o h n k o m mi ssi o n der streikenden Weißgerber zu Oranienburg. I. A.: G. Krüger, Bahnhofstr. 10 IU. Tr. Achtung, Galanterie-Maler l Die Kollegen bei der Firma C r y n s junior, Dieffenbachstr. 36, befinden sich in Diffe- renzen mit ihrem Prinzipal wegen Verkürzung der Arbeitszeit und bessere Arbeitsverhältnisse. Vor Zuzug wird ge- warnt. Hermann Rosenthal, Adalbertstr. 16, 2 Tr. An die Maler, Lmfirer nud Anstreicher in Berlin und Umgegend! Kollegen i Im Jahre 1889 hatten wir in einen mehrere Wochen andauernden Lohnkampfe gegen den Kapitalismus, gegen die Unterdrückung des Uuternehmerthums geführt. Trotzdem mit äußerster Erbitterung auf unserer Seite gekämpft wurde, war es uns doch nicht möglich, Sieg auf der ganzen Linie zu verzeichnen. Wie steht es nun aber mit den Errungenschaften von 1389? Mit Ausnahme von einigen kleineren Werkstätten, wo die Forde- rungen bis heute hochgehalten sind, ist durch die Gleichgittigkeit und den Jndisserentismus der Kollegen alles wieder verloren gegangen und nicht nur dieses, noch viel erbärmlicher sind die Zustände wie vor 1389. Kollegen! Wollt Ihr noch länger in dieser Gleichgiltigkeit verharren? WolltJhrnochlängerstumpf und träge in Eurer elenden Lage dahinsiechen, bis Ihr ganz erdrückt seid? Nein und abermals nein! Das dürft Ihr nicht, könnt Ihr nicht wollen, schon um Eurer Kinder, Eurer Familie halber nicht. Gerade aus dem Verhalten des Unternehmerthums ergiebt sich für uns die Lehre, daß wir Arbeiter uns als eine Klasse zu be- trachten haben. Organisiren wir uns in den seinzelnen Werk- stätten, d. h. bestimmen wir einen Kollegen als Werkstatt-Dele- girten. Derselbe tritt mit dem Vertrauensmann in Verbindung, um Sammelmarken h 10 Pf. alle Woche umzusetzen und über eventuelle Maßnahmen der Bewegung zu berathen u. f. w. Wir wenden uns daher jetzt nachdrücklichst an die Kollegen der großen Werkstätten, wie Bodenstein, Richter, Sabotta, Lange(Elsasser- straße), Sonnenburg u. Vorsheim, Vorras u. Kowalski u. f. w. Gerade diese Kollegen haben das Solidaritätsgefühl im Lohn- kämpfe vollständig mißachtet. Sie leisteten dem Unternehmer- thum bewußt oder unbewußt vortreffliche Dienste gegen ihre eigenen sich im Kampfe befindenden Arbeitsbrüder. Unterzeichneter ersucht nun die Kollegen, speziell in den oben- genannten Werkstätten, sich zu organisiren, einen Werkstatts- Delegirten zu ernennen, der mit Unterzeichnetem in Verbindung tritt, den Vertrieb der 10 Pf.-Marken für den Unterstützungs- fonds zum Lohnkainpfe übernimmt. Das Geld für die umgesetzten Marken ist alle Woche abzuliefern, worüber die Delegirten Quittungen erhalten. Rücksprache über eventuell zu ergreifende Maßregeln und Entnahme von Marken für den Unterstützungsfonds sind vom Donnerstag, den 8. März, Abends 8 Uhr ab, alle Abende und Sonntags, Vormittags 10—12 Uhr, vom Vertrauensmann im Restaurant A. S p a a r, Skalitzerstraße 123, in Empfang zu nehmen. A« die Maler und Anstreicher! Die Kollegen werden gebeten, darauf zu achten, daß der Zuzug nach Frank- f u r t a. M., Nordhausen, Greiz und Fürstenwalde ferngehalten wird, da die dortigen Kollegen in den Lohnkampf eintreten. Achtung! Die Schneider Stuttgarts befinden sich in einer Lohnbewegung, deren Tragweite noch nicht abzusehen ist. Da unsere Herren Arbeitgeber jetzt schon in auswärtigen Blättern aus dw Ar- beitcrsuche gehen, so bitten wir alle Kollegen, sich in solchen An- gelegenheiten nur an die unterzeichnete Kommission zu wenden. Der Zuzug nach Stuttgart ist deshalb streng fernzuhalten. Alle Arbeiterblätter werden um Abdruck gebeten. Die Lohnkomnrission der Schneider Stuttgarts. Adresse: Gasthaus zum Hirsch(Hirschfir. 14). In Keula bei Muskau(Schlesien) legten die o r m er der Eisenhütten die Arbeit nieder, weil ihnen eine edeutende Lohnredultion angekündigt worden war. Zuzug ist fernzuhalten. Ein größerer Streik der Schäftcarbeiter steht in Budapest zu erwarte». Die Gesellen haben ihre Forderunge» an die Meister eingereicht; sind dieselben bis 10 Tage vor Ostern nicht bewilligt, so beabsichtige» dieselbe», die Ar- bett niederzulegen. Die Forderungen sind unter anderem: Ab- schaffung der Akkordarbeit, Verkürzung der Arbeitszeit aus 10 Stunden, Einführung eines Minimallohnes u. s. w. In VervierS, Belgien, stehen zirka 300 Schuhmacher im Streik, um eine Lohnerhöhung von 2S pCt. zu erkämpfen, die ihnen nach und nach abgezogen worden ist. Dem Bericht für 1393 über die Ausführung des Schweizer Fabrikgesetzes, der soeben erschienen ist, ent> nehmen wir, daß im Jahre 1893 320 Etablissements mit 4390 Arbeitern unter das Fabrikgesetz gestellt und daß ISS Etablissements mit 2369 Arbeitern aus dem Verzeichniß der Fabriken gestrichen wurden. Es hat somit im letzten Jahr eine Vermehrung der dem Gesetze unterstellten Etablissements um 16S mit 2021 Arbeitern zugenommen. Auf 31. Dezember 1893 waren dem Gesetze 47vg Etablissements mit 190 400 Arbeitern (am 31. Dezember 1883 2341 Etablissements) unterstellt. Die Zahl der Bewilligungen für Nacht- und Sonntagsarbeit hat sehr bedeutend abgenommen. Fette Pfründe für Milltärautvärter. Mit 7S Mark Jahresgehalt wird die Stelle eines Sakristans in der Gc> meinde Grunewald, Kreis G l a tz, ausgeboten. Vom Bewerber wird gefordert:.Gehorsam gegen die Vorgesetzten, Ehrerbietung im Gottcshause, Unbescholtenheit des Wandels, Anwesenheit und Vornahme der erforderlichen Arbeiten und Handgriffe vor, bei und nach dem Gottesdienste an allen Sonn- und Feiertagen, bei allen Funktions- und Fundationsinessen; Reinigung der Kirche, Paramente und Utensilren, Herumreichen des Klingelbeutels, Auf- rechterhaltung der polizeilichen Ordnung in der Kirche und ihren Zugäugen, auf dem Thurm« und dem Kirchhofe laut Instruktion des sürstbischöflichen Vikariats- und Tekanatsamtes vom 11. Mai 1335."— Ter Beneideuswerihe darf also auch noch den Klingel- beute! schwinge» für andere natürlich. Wie es ihm nur gelingen mag, sein Geld an den Mann zu bringen? Der Arbeiterverein zu Leipzig, der Filialen auch in allen größeren Vororten besitzt, veröffentlicht jedes Jahr einen umfang- reichen Bericht über seine Thätigkeit. Soeben ist der vom Jahre 1893 erschienen. Wir entnehmen demselben folgende auch für weitere Kreise interessante Daten: Vorträge wurden im ge- nannten Jahre 161 abgehalten, gesprochen haben 9S verschiedene Redner, verausgabt wurden für Vorträge 940 M. Unterricht wurde ertheilt in deutscher, englischer und französischer Sprache. Buchführung. Schreiben. Rechnen, Zeichnen, Stenographie und Volkswirthschafl. Für den Unterricht wurden verausgabt 972,50 M., für Männergesang bestehen 9 Abtheilungen mit 423 Mitgliedern und 7 gemischte Chöre. Verausgabt wurden für Gesang 2494,67 M. Turnabtheilungen bestanden 9 und wurden für diese verausgabt 953,75 M. Außerdem bestanden noch Ab- theilungen für Redeübung, Naturheilkunde, Zitherspicl und dramatische Abtheiluugen. Diskussionen und Besprechungen wurden an 134 Abenden abgehalten. Die Bibliothek hat sich auch in dem abgelaufenen Jahre wieder vermehrt, namentlich durch die bedeutenden Schenkungen des Konsum- Vereins Leipzig-Plagwitz. Sie besteht aus 2257 Bänden; aus- geliehen wurden im vergangenen Jahre 1922 Bände an 572 Mir- glieder. Auch das Lesezimmer ist, besonders im 1. Vereinslokal, mit fast sämmtlichen Arbeiterzeitungen ausgestattet, aber auch in den übrigen Vereinslokalen sind die nothwendigsten vorhanden. Zu diesem Bericht bemerken die„Sturmglocken", Organ für sozialdemokratische Arbeiter- und Volksbildungsvereine, in ihrer uns vorliegenden ersten Nummer: Es würde uns zu weit führen, wollten wir alle die einzelnen Abtheilungen in ihrer regen Thätigkeit verfolgen; namentlich für die Gestaltung der Arbeiterfeste sind dieselben von wesentlicher Bedeutung geworden. Allerdings niuß noch viel geschehen, damit auch nicht der einzelne vielleicht von ernster Thätigkeit abgehalten, sondern immer daran erinnert wird, daß alles, was geschieht, auch das kleinste, doch immer einen großen Zweck im Auge zu behalten hat: Stärkung der Arbeiterbewegung und Förderung der sozialen Erkenntniß. Hoffen wir, daß die Erkenntniß auch im neuen Jahre wächst. Tie Breslauer Kanalgebühr. Der zur Vorberathung der Kanalsteuer eingesetzte Sonderausschuß der Stadtverordneten- Versammlung hat diese beendet. Er empfiehlt, denjenigen Steuerzahlern, die ein Jahreseinkommen von nicht mehr als 660 M. versteuern, ein Zinimer von der Kanalgebühr frei zu lasse» und ferner von offenen Läden, Niederlagen, Werkstätten, Fabrik- und Maschinenräunien, Theatern, Restaurants, Wein-, Bier- und Vcrgnügungslokalen ohne Unterschied eine Gebühr von 10 Pf. für das Quadratmeter Grundfläche, insgesammt aber in jedem Einzelfalle nicht unter 4 M. und nicht über 1000 M. zu erheben.— Der energische Prolest der Breslauer Arbeiterschaft gegen diese indirekte und höchst ungerechte Steuer wird leider einen Ersolg nicht haben, da die große Masse des Volkes im Stadtparlament nicht vertreten ist. Die verschiedenen Protestresolutionen und Petitionen großer Volksversammlungen, an den Magistrat abgesandt, fanden dort nur eine höhnische Ausnahme. — Natürlich— Eine Bierftener wird vom I.April an auch inM.-Glad- dach erhoben werden. Die liberale Mehrheit der Stadtverordneten hat die von über 6000 Einwohnern unterzeichnete Protestpetilion unberücksichtigt gelassen. Internationale Unduldsamkeit gegen Arme. 25 aus Italien ausgewiesene Deutsche, welche per Schub durch die Schweiz transportirt worden waren, wurden kürzlich bei Schaffhausen über die Grenze spedirt. Die Leute waren jammerhaft gekleidet, zwei ohne Schuhe, einer hüpfte mit nackten Füßen über das hartgefrorene Pflaster, ein anderer war ohne Hemd. So werden die Unglücklichen aus einem Land ins andere geschleppt, ein„Kulturstaat" schiebt sie dem anderen zu. Das sind die besonderen Freuden, die der Drei- bnnd für die Armen übrig ließ. Was sollen die bedauernswerthen Opfer nun in Deutschland beginnen? Und wie mögen die deutschen Grenzbehörden die armen zerlumpten Landslente aufgenommen haben? Wird man sie gepflegt und ihre mangelhafte Kleidung ergänzt haben? Nach der allgemein herrschenden Denkweise über die Armuth, welche unser Bureau- kratismus glaubt immer noch extra bestrafen zu müssen, ist das leider zn bezweifeln. Das Ganze aber wirft ein grelles Schlag- licht auf den Werth, den die„internationalen Bündnisse" für die Arbeiter haben, so lange diese nur von den Herrschenden zu militärischen Zwecken abgeschlossen werden und" nicht aus dem Volk selbst beruhen. Blüthe« deS Submissionswesens. Bei den Anlagen, Wegebauten. Teichaushebungen u. s. w.. die in Düsseldorf vorgenommen werden, glaubte der Höchstfordernde 28 400 M. verlangen zu müssen, während der Miudestfvrdernde für 14 600 die Arbeiten auezuführen sich erbot. Liegt hierbei dem Einen ein Rechnungsfehler vor, oder versteht es der Andere so aus- gezeichnet, den Arbeiter auszupressen bis aufs Blut, daß er es um die Hälfte billiger machen kann? Das Baden eine Todsünde. Gegen das gemeinsame Baden der Frauen und Mädchen in der W ü r z b u r g« r Schwimm- anstalt donnerte ein fanatischer Auguftinermönch von der Kanzel herab. Pater Nikolaus sagte, daß das Bild der Mutter Gottes «uf dem Schloßthurm gerade in die Volks-Badeanstalt herab- sehen müsse, wo sich die Frauen ohne Scham baden. Das Baden sei eine Todsünde. Auf eine Beschwerde hin rügte das bischöfliche Ordinariat dem Eiferer sein Vorgehen. Schließlich hat das sanatische Pfäfflein gar nicht so unrecht und mancher Bourgeois wird ihm Beifall zollen. Zum Waschen und Baden braucht man Zeit und diese kostbare Zeit geht der Produktion verloren. Das Gefährlichste dabei ist, daß das„dumme Volt" mit der Zeit das Baden als ein Bedürfniß empfindet und daran festhält. Unsere Herreu Kleinmeister wollen sich bekanntlich das Privileg der Lehrlingsaus— bildung erhalten. Wie Versinkende klaminern sie sich an diesen Strohhalm, um ihren Untergang auf- zuhalten. Ihr Bestreben, ihre Lehrlinge in allen möglichen Dingen zu unierrichten, ist oft ein sehr weitgehendes, wie kürzlich eine Verhandlung vor dem Münchener Gewerbegerichl ze,gte. Der Thatbestand war folgender: Der Vater eines Schneider- lehrlings hatte gegen den Lehrherrn seines Sohnes Klage auf Lösung des Lehrvertrages angestrengt und machte geltend, daß der Meister den Lehrling schlecht unterrichtet habe. Derselbe habe auch die einer Magd zukommenden Arbeiten verrichten und die KinderZdes Meisters spazieren führen müssen. Der Lehr- ling habe sogar einige Mal wegen dieser Arbeiten die Fort- bildungsschule versäumt. Da der Meister die Richtigkeil dieser Angaben zugeben mußte, hob daS Gewerbegericht in'Gemäßheit des Klage-AntrageS den Lehrvertrag auf. wobei der Vorsitzende eS als gänzlich unzulässig erklärte, daß ein Lehrling zu häus- lichen Arbeiten herangezogen werde. Auch mußte, da der Lehrvertrag aufgehoben. daS ganze bezahlte Lehrgeld zurück- erstattet werden. Eine große Reform im Postwefen wird aus Krefeld und Düsseldorf gemeldet. Dort haben die weiblichen Telephonisten dunkelblaue Blouscn mit blanken Messtngknöpscn und rothcn Litzen bekommen. Und da erdreisten sich die Sozial- demokraten im Reichstag noch zu behaupten, daß für die Post- beamten Ursache zur Unzufriedenheit vorhanden sei. Die neuen, schneidig uniformirten Telephonistinnen werden nun wohl ein Einsehen haben und die Protestresolutionen ihrer männlichen Kollegen gegen die sozialdemokratischen Abgeordneten„freiwillig" mit unterzeichnen. Ist aber die holde Weiblichkeit erst aus Seite vtephan's, dann wehe seinen Widersachern. Die Gcschäftöstnlidcnbewcgung iu Englaud. Einem Bericht, den das„Sozialpolitische Zentralblatt" über die 52. Jahresversammlung der Londoner„Earln Ciosing Asso- ciation", deren Ziel bekanntlich aus einen früheren Schluß der Ladengeschäfte hinausläuft, veröffentlicht, entnehmen wir folgende Einzelheiten: Im vergangenen Jahre gelang es, 1210 Laden- besitzer zu einer freiwilligen Verringerung der Ladenstunde» zu veranlassen. In den letzten drei Jahren hat die Gesellschaft 6576 Laoeninhaber zur Einführung einer früheren Sperrstunde bewogen, was ungefähr 100 000 Angestellten zu Gute kam. Uebrigens liegt jetzt dem Parlamente ein diesbezüglicher Gesetz- enlwurf vor. Ein«eueS Kartell dürste in Kürze in England ins Leben treten. Die Kohlenbergwerks-Besitzer von D u r h a m de- absichtigen sich nach Art der rheinisch-westfälischen Zecheubesitzer zu kartelliren, um die Uebel der„unorganisirten und unein- geschränkten Konkurrenz" zu beseitigen. Dem Kartell treten un- gefähr 9/io der Besitzer des Durhamer Bezirks bei. Preissteigerungen sollen nicht beabsichtigt sein(?). Aehnliche Kartelle sind auch in anderen Kohlengebieten Englands geplant. Znm Achtstundentag. Die Verfügung des englischen Kriegs- Ministeriums, die 3 stündige Arbeitszeit in Regierungswerkstätten betreffend, ist nunmehr in Kraft getreten. Etwa 14 000 Arbeitern kommt diese Neuerung zu gute. Die Arbeiter gehen um 8 Uhr an die Arbeit und feiern eine Stunde für die Mahlzeit. Die Werkstätten schließen um S»/4 Uhr. Sonnabends arbeiten die Leute bis 12 Uhr 40 Minuten. Voraussichtlich wird der Acht- stundentag aber in Kürze auch in den übrigen Regierungswerk- stätten eingeführt. Durch diese Maßregel werden selbstverständ- lich Hunderte von Arbeitern mehr eingestellt werden können. Und in Deutschland— entläßt man immer mehr Arbeiter aus den staatlichen Betrieben, um zu sparen.— Der Lockout der Hutmacher iu Danbnry(Eon- n e c t i c u t), über denüwir bereits zu wiederholten Malen be- richtet haben, neigt sich feinem Ende zu, leider ohne daß die Ausständigen einen vollständigen Sieg errungen haben. Nach- dem die Arbeiter acht Wochen in der Ueberzcugung, für ein- gute Sache zu kämpfen, Entbehrungen aller Art getragen hatten, fanden sich zu Beginn der neunten Woche einige Subjekte, die elend genug waren, die Reihen der Arbeiter zu ver- lassen und zu Verräthern an der gerechten Sache zu werden, darunter auch einige von den deutschen Pfaffen aufgewiegelte Deutsche. Nur ein einziger katholischer Priester besaß den Muth, seine Leute zu ermahnen, treu zur Union zu halten und„lieber als freie Menschen zu hungern, statt das Gnadenbrot der Arbeitgeber zu essen". Von den zahl- reichen Geistlichen, mit denen die Stadt überschwemmt ist, hat nur dieser es gewagt, in öffentlicher Versammlung aufzutreten und die„Aktion der Manufakturen" zu verdammen. Dieser Geistliche zeigt sich auch insofern als ein Freund der Arbeiter, als er in einer Kirche gelegentlich Vorttäge über Sozialismus hält, zu denen sich eine so große Zuhörerschaar einfindet, daß die Plätze überfüllt sind und hunderte wieder umkehren müssen. In der zehnten Woche haben die Arbeiter, durch Roth getrieben, einen Beschluß der Union herbeigeführt, wonach es ihren Mit- gliedern gestattet ist, überall Arbeit zu nehmen, wo sie solche er- halten können. Die Roth in Danbnry ist so groß, wie nie zu vor. In der von der Union eröffneten Volksküche wird jedem Hungrigen gratis eine Mahlzeit verabreicht, und es ist ein wahr- hast herzzerreißender Anblick, selbst kleine Kinder, halb zerlumpt und barfüßig, sich zu den Mahlzeiten drängen zu sehen. Von den neunzehn Fabriken, die dort bestehen, haben sich bisher sieben den Forderungen der Arbeiter gefügt, und sich in Unionsfabriken umgewandelt. Die übrigen zwölf Fabriken oder Iväopenäsnts-LIiops. wie ihre Besitzer sie nenne», haben Lohnreduktivnen von 50 pCt.. eine sogar von 65 pCt. eintreten lassen. Hierdurch ist die Erbitterung unter den Ar- beitern so gewachsen, daß dieselben höchstwahrscheinlich von neuem die Arbeit niederlegen und die Fabriken zur Erfüllung ihrer gerechten Forderungen zwingen werden. Gegen die in jenen Fabriken ausliegenden Kontrakte. die die Arbeiter unter- schreiben müssen, hat eine von den Bürgern der Stadt einbe- rufene öffentliche Jndignationsversammlung Protest erhoben und sie als unamerikanisch verdammt. Jeder Hutmacher, der Arbeit hat, giebt 10 pCt. seines Lohnes zur Unterstützung der Arbeitslosen, deren Zahl heute, wo der Lockout bereits 12 Wochen dauert, noch überaus groß ist. Ganz besonders schlimm haben eS die Jrländer. die meist der katholischen Religion angehören und wegen der dort herrschen- den Erbitterung gegen die Katholiken, die höchstens mit dem in Deutschland bestehenden Antisemitismus zu vergleichen ist, nur sehr schwer Arbeit finden können, zumal da ein geheimer Orden. die American Protective Association, dessen Zweck es ist. den Katholizismus zu bekämpfen, seinen ganzen schädlichen Einfluß nach dieser Richtung geltend macht. Nersktttttttlungeir. Die Berliner Gewerkschaftskommission hielt am 2. März bei Ehrenberg, Annenstraße 16, eine Versammlung ab. Die Ver- lesung der Präsenzliste ergab die Anwesenheit von 69 Delegirten; als fehlend wurden registtirt die Vertreter der Bäcker, Droschken- kutscher, Dachdecker(permanent), Lackirer, Metallarbeiter(Hoff- mann), Tischler(Kühn), Stockarbeiter. Gummiarbeiter. Der erste Punkt der Tagesordnung betras: Die Besprechung über das Auf- bringen der Mittel für das Gewerkschaftsbureau. Der Ausschuß hatte, so führte der Referent F a b e r aus, dem Delegirten in voriger Sitzung mitgetheilt, welche Summe nach eingehender Ueberlegung und objektiver Schätzung von der einzelnen Gewerk- chaft hierzu aufzubringen ist. Es ist bei dieser Aufstellung in Betracht gezogen, zunächst wie viel Beschäftigte in der Branche vorhanden, im weiteren die Leistungsfähigkeit, für welche der Maßstab in den Abrechnungen der Kommission gefunden ist. Hinzu kommen noch die kürzlich angemeldeten Gewerkschaften der Schäfte- Arbeiter und Jalousie- Arbeiter, die ihrerseits vielleicht 10 M. Jahresbeitrag zu leisten hätten. Außer diesen Beiträgen müssen selbstverständlich die Sammlungen ür Streiks u. s. w. fortgesetzt werden. Redner bittet nunmehr über diese Frage einen definitiven Beschluß zu fassen. T s ch e r n i g (Kistenmacher), Hinze(Kaufleute), Krell(Getreidearbeiter) und Pohlitz(Hausdiener) halten den für ihre Gewerkschaften angesetzten Betrag für zu hoch. Stein(Holzbearbeitungssabriken) macht den Vorschlag der Selbsteinschätzung für jede einzelne Gewerk- schaft. H e r g t(Wäschebranche), Hilpert(Brauer) und A. stimmen dem Vorschlage des Ausschusses zu, während Hagen (Töpfer) namens seiner Gewerkschaft erklärt, daß dieselbe wohl für sonstige Opfer bereit sei, sich bezüglich der Aufbringung der Mittel zum Bureau selber streng ablehnend verhalte. Es habe keinen Zweck, für die unorganisirte Masse derartige Einrichtungen zu schassen; organiflrte Töpfer benützen das Bureau schwerlich. F a b e r und M i l l a r g treten diesen Ausführungen energisch entgegen. Faber bringt den Antrag ein: Die Gelder für daS Bureau dem allgemeinen Fonds zu entnehmen. Gegen diesen Antrag wenden sich Börner(Tabakarbeiter) und Jost(Buch- binder). M i l l a r g bemerkt noch zur Ausklärung, daß auch die Kosten für das Gewerbegericht u. f. w. in dieser Aufstellung enthalten sind. Bei der Abstimmung wird der Ausschuß- a n t r a g unverändert angenommen; der Antrag Faber abgelehnt. Es gelangt nunmehr der Antrag der Schlächter, betr. Boykott des Schlächtermeisters Pruchnow. Linienftr. 6n. zur Verhandlung. Schlächter Schwarze führt der Versammlung vor Augen, wie er beim Vertheilen von Handzetteln zu einer Versammlung im Dezember des vorigen Jahres imi dem Meister P. gemißhandelt und bedroht sei, und ersucht geniäß dem Beschluß der öffentlichen Schlächterversammlung vom 25. Februar durch die Boylotterklärung dem P. klar zu machen, welches Ur- theil die Arbeiterschaft über sein Verhallen fällt. K a ß I i n k e und G a ß m a n n betonen die Schwierigkeiten, welche ihnen bei der Agitation durch die Meisterschast bereitet werden; man müsse hier einnial ein Exempel statuiren. Der Vorsitzende Franke(Möbelpolier) ersucht die Angelegenheit dem Ausschuß zur Erledigung zu überweisen, der in Verbindung mit den Schlächtern die Sache untersuchen und das Resultat demnächst veröffentlichen werde. Von Seiten der Genossin Hergt, Jost und Rüdiger wird auf die Nothivendigkeil der Untersuchung verwiesen; von einer sofortigen Verhängung des Boykotts kann keine Rede sein. Der Hinweis im„Vorwärts" würde im Effekt wohl dasselbe bedeuten. Bei einem Boykott müssen alle in Be- trachl kommenden Umstände genau erwogen werden. Dem Vor- 'chlag Franke wurde zugestimmt und ist dieser Punkt somit er- ledigt.— Ter letzte Punkt der Tagesordnung betraf d a Z Ab- genommen. " ernennen, Bescheid. Freie Vereinigung der Blumen- und Puffeder- Arbeiter und Annenfir. 16: Bersammlung. Tagesordnung: 1. Wettere Vorlesung aus ftraße 71-gildungss Gauverein Berliner Bildhauer. Dienstag, den 6. März, Abends Moabiter Bitherverein. Dienstags Abends 9 Uhr bei Groth, Bremer Arbeiter- Bildungsschule. Dienstag Abend von 8%-10% Uhr. Nord= Schule, Müllerstraße 179a: Unterricht in: Kaufm. Rechnen. Korrespondenz. Oft Schule, Martus ftraße 31: Unterricht m: Deutsch( unt.). SüdostSchule, Reichenbergerſtraße 133. Unterricht in: Mathematic, im Laufe des Semesters, eintreten. halten von Agitationsversammlungen feiten31 Gäumigen vorzugehen. Zur Entlastung Buchmann's wurde ein Jtisch" find, bis gegen Morgen um hohe Summen gespielt. Beder Gewerkschaftstommission. Referent war hterzu zweiter Vertrauensmann gewählt, ebenso vollzog die Versamm weis: der Doppelmord in Lichterfelde am legten Donnerstag früh. Massini( Buchdrucker), der die Gründe, welche für diesen Antrag lung die Wahl eines Agitationsfommissions Mitgliedes. Den An der weiteren Distuffion betheiligten sich noch die Genossen sprechen, furz ins Feld führte. Schon im vorigen Jahre war Beitrag von 80 M., den die ca. 300 organisirten Steinarbeiter Liebe, Frey, Qubaich, Schulz, Belling, Labjuhn, eine derartige Agitation geplant, welche durch die Stadtverord- zu den Kosten für das Gewerkschaftsbureau leiften sollen, hielt und Megner. Der Vertrauensmann ab juhn gab bekannt, neten Wahlen unterbrochen wurde. man für entschieden zu hoch gegriffen und beschloß nur daß in 2 antwit in der 3. Abtheilung ein Nicht- Angesessener Einer stumpfen gleichgiltigen Maffe, welche apatisch zufieht, 40 Mart für diesen Zweck auszuwerfen. Für die Streifenden uud in Groß Lichterfelde ein Angesessener und zwei wie immerfort das fleine Häuflein der Organisirten alle Opfer bei Schilling wurden 50 m. bewilligt; weitere Hilfe ist in Nicht- Angefeffene ausgeloft wurden resp. zu wählen sind. Seine bringt, muß endlich der Krieg erklärt werden. Der Indifferentismus Aussicht gestellt. weitere Mittheilung, der Amtsschreiber in Lantwit habe ihn auf ist der getreufte Schildknappe des Kapitalismus, gegen ihn muß rüdsichtslos vorgegangen werden. Wer nicht mit uns ist, muß beiter und Arbeiterinnen der mechanischen aufehen, erregte in der Versammlung allgemeines Ropfschütteln. Eine große öffentliche Versammlung aller Ar höhere Weifung hin verhindert, für andere Wähler die Listen eineben als Gegner behandelt werden.( Beifall.) Redner bringt Schub fabriten tagte am 1. März in Joel's Gesellschaftshabe er immer noch feinen folgenden Antrag ein:" Der Ausschuß der Gewerkschafts- sälen, Andreasstr. 21. Filzschuharbeiter ange sprach über: fälen, Andreasstr. 21. Filzschuharbeiter ange sprach über: Die Stellungnahme Gründung Durch einstimmige Annahme einer Resolution erklärte Organisation der Arbeiter in allen Stadttheilen Berlins öffent in der Schuhindustrie Berlins und Umgegend beschäftigten Ar- fich die gutbesuchte Versammlung mit dem Referenten einverliche Versammlungen einzuberufen und für die nöthige Auf- beiter". Der letzte Streit habe gelehrt, daß auf die Dauer es folgte die Aufstellung der Kandidaten. Diese sind: an der Hierauf erklärung in denselben Sorge zu tragen. Die Berliner Gewerkschaften verpflichten sich, das Vorgehen des Ausschusses mehr konzentrirenden Kapital wirksam entgegenzutreten. Der Berndt, Maurer; als Nicht- Angesessene Albert Belling. den Branchenorganisationen nicht möglich sei, dem sich immer folgte die Aufstellung der Kandidaten. Diese sind: für Groß Lichterfelde: als Angefeffener Rar! der Gewerkschaftskommission in jeder Weise zu unterstützen." In bezug auf die praktische Durchführung der Beschlüsse bemerkt Plan einer Vereinigung aller in der Schuhindustrie beschäftigten Bau- Unternehmer, und Heinrich Lubas, Gärtnergehilfe; Millarg, daß es fich empfehlen würde, die Eintheilung des in Form eines lofen Berbandes gewinne immer mehr Anhänger. iuhn, Schriftfeher. Arbeiter und Arbeiterinnen für Berlin und Umgegend für 2antwig: als Nicht- Angefeffener Theodor LabBerliner Gewerbegerichts nach Industriegruppen zu berücksichtigen, Jett bestehen in Berlin neben den drei Filialen des Zentral ebenso Hergt, der die Agitation mittels der Handzettel für Der Vorsitzende gab noch bekannt, daß in Groß- Lichter: verbandes nach Lofulvereine der Zwider, Schäfte- Arbeiter, wirksam hält. Börner verspricht sich nicht allzuviel von dieser Filzschuharbeiter und Stepper, die nach und nach alle„ unter/ felde die Wahl am 19. März cr., Nachmittags von 5-9 Uhr, Aktion, da die Indifferenten eben in den Versammlungen einen Hut" gebracht werden müssen. Der Lokalverband sich soll der: Itattfindet, welche Zeit somit jedem Arbeiter gestattet, sich daran nicht zu finden find; zweckmäßig wäre es, einzelne Berufe, gestalt zusammensetzen, daß jede Branche( Filzschubarbeiter. ständig machen wir so' was nicht, das muß der Herr Landrath ihm selbstbei denen es besonders hapert, herauszugreifen und dort 3 wider, Schäfte Arbeiter und Handschuh. ſich Struß( Stellmacher). If chernig befürchtet, daß burch macher) in öffentlicher Versammlung je vier Delegirte feftgefekt. In nächster Zeit wird ein Flugblatt zur näheren Ererst bestimmen".( Gelächter.) Der Termin ist also noch nicht Im gleichen Sinne äußert Schäfte- Arbeiter diefe Agitation die Bewegung für das allgemeine Wahlrecht, die und zu diesem Zweck die öffentlichen Versammlungen einberufen. herausgegeben. Nach Erledigung einiger örtlicher Angelegen welche zunächst die Agitation in die Hand nehmen läuterung des Wahlmodus und zur Aufmunterung für die Wahl seitens der politischen Partei in nächster Zeit inszenirt werden. soll, in gewisser Beziehung gehemmt wird. Man muß vermeiden, Im Gegensatz zu Büttner, der sich für einen Verband in heiten erfolgte mit einem Hoch auf die Sozialdemokratie und dem baß einer Bewegung durch die andere Kräfte entzogen werden. Menzel eine Auflösung aller Vereinchen" und die Gründung der vom Referenten vorgeschlagenen Form aussprach, wünscht Gesang der Marseillaise der Schluß der Versammlung. Trittelwig( Mechaniker) hält die gewertschaftliche Agitation eines Verbandes analog dem der Berliner Metallarbeiter( Frauen für unerläßlich und stimmt dem Massini'schen Antrage zu. aufzunehmen verstoße wider das Vereinsgeseh, wenn Neigung Arbeiterinnen. Heute, Dienstag, abends präste step, bet euren bergg Temmler( Schuhmacher) befürwortet die Werkstättenagitation. bei ihnen vorhanden, sollen sie sich vielmehr selbst einen Verein Kennan's Buch über" Sibirien"; 2. Antrag betreffend Auflösung des UnterGegenüber den Tschernig'schen Ausführungen bemerkt Massini, daß die Gewerkschaften sich nicht durch die Agitation für das gründen). Der Vorstand könne fich aus einer beliebigen Anzahl füßungsfonds. Personen zusammensehen und Vertrauensmänner allgemeine Wahlrecht in ihren Organisationsbestrebungen hemmen welche nach Bedürfniß in den verschiedensten Stadttheilen, Annenftr. 16: Bersammlung. Tagesordnung: Geſchäftliches. Holzlaffen tönnen; ein Kollidiren der Interessen sei auch faum Branchenversammlungen einberufen. Im übrigen aber müsse die anzunehmen. Der Antrag wird hierauf einstimmig an öffentliche Agitation in die Hand einer Kommission gelegt werden, die sich aus allen Branchen zusammensetzt. Redner wandte sich Millarg rügt es, daß die Bäcker die Beihilfe von 150 m., auch gegen den Zentralverband, der ihnen beim Streit in den welche ihnen von der Kommission bewilligt wurde, nicht ent- Rücken gefallen" sei und sich als viel schlimmerer Feind als die sprechend verwenden. Da der Vertreter der Bäcker nicht an- Hirsch- Duncker'schen gezeigt hatte, in einem Zuge fortfahrend, Bei allen Unterrichtsfächern tönnen Schüler und Schülerinnen auch jeßt, wefend ist, soll hierüber in nächster Sitzung verhandelt werden. giebt er jedoch zu, daß die Angriffe des Zentralverbandes zum Sund der geselligen Arbeitervereine Berlins und utgegend. Der Verein deutscher Schnhmacher( Filiale 2) hielt am Theil berechtigt waren. Um den geplanten Lokalverband Ale Buſchriften, den Bund betreffend, find zu richten an B. Senter, Bergmannstraße 14, of 2 Tr. Dienftag. Musttverein Hoffnung, 19. Februar eine Versammlung ab. Nach einem Vortrag des zu verwirklichen, beabsichtigten die Zwicker" ihr Statut derartig bet Dreßler, Eisenbahnftraße 6. Geselliger Mufitdilettanten= Verein Genossen Jahn, der allseitige Zustimmung fand, erledigte die zu ändern, daß aus ihrem Verein heraus derfelbe direkt ent- Münstermann, bei Wille, Sochfir. 32a. Üebungsstunde und Aufnahme Theaterverein Freundschaft, Abends 9 Uhr beim Versammlung einige Vereinsangelegenheiten und erfolgte sodann stehen könne, doch hege er Zweifel, ob dann nicht die ganze Ge- neuer Mitglieder. Anhaltiner, Tempelhofer Ufer. Theater- Gesellschaft Liberte, Rottbuser der Schluß der Verhandlungen. schichte an dem Kaftengeift der Kollegen der übrigen Branchen, Damm 103 bei Meier.-Theaterverein Frete unft, Blumenstraße Nr. 46 bei Went, 8% Uhr. namentlich der Filzschuh- Arbeiter, zerschellen werde. - Schüßenverein Freituger, Ctaligerftr. 34 bet sente Im Fachverein der Uhrmacher und verwandten Berufs- ange gab die Erklärung ab, daß vorläufig an eine Gefangverein Alpenrose Abends 9 Uhr bei Tschentfcher, Schönlein. genossen sprach am 24. Februar Genosse Saffenbach über ftraße 25. Rauchflub Gut gesinnte Freunde, Abends 9 Uhr, bei Auflösung des " Heinrich Heine's Leben und seine Zeit". Der interessante Vor- Vortheile verdanken, zu gunsten des Zwickervereins" nicht Doberstein. Filzschuharbeiter Vereins", dem fie große müller, Georgenfirchstr. 65.- Musikverein Osiris, Mariannenstr. 32 bei trag wurde mit Beifall aufgenommen. Unter„ Verschiedenem" Vortheile verdanken, zu gunsten des Hildebrandt und Demmler Arbeiter- Sängerbund Berlins u. Umg. Alle Wenderungen im Bereins wurde ein Antrag des Kollegen Schäfer angenommen, nach gedacht werden könne. welchem in einer der nächsten Bersammlungen ein Vortrag über waren derfelben Ansicht wie Menzel, während Büttner falender find zu richten an Friedr. Kortum, Manteuffelfir. 49, v. 2 Tr. Dienstag, Abds. 9 Uhr, Uebungsstunde. Aufnahme neuer Mitglieder.-Freundschaft 1 „ die Erhaltung der Sehkraft" gewünscht wird. Des weiteren und illner dem Referenten beipflichteten. In einer Refo- bet Oswald Berliner, Brunnenſtr. 114. DIympia, Adalbertar. 8 bei Schildhorn, Usedomstr. 33 bei Mielte. lution erklärte sich die Versammlung mit der Gründung einer Eauermann. Allegro, beschloß die Bersammlung, zu der am Sonnabend, den 10. März, einheitlichen Organisation einverstanden, nahm aber von der Wrangelfir. 141, bei Schmidt. – Alpenglode, Grüner Weg 20, bet Saeger. stattfindenden Versammlung eine rege Agitation unter den der Wahl der vier Telegirten zu dem von Lange empfohlenen albfir. 8 bet Jante.-albtapelle, Reichenbergerstr. 19 bei Roscher. Ihn'scher Humor, Straußbergerfir. s bet Birt. Unversagt 2, Moabit, Organisation noch fernstehenden Kollegen zu entfalten. Der Vorsitzende, Kollege Lüderik, fordert die Anwesenden zu zahl- Berband Abstand. Die Frage foll in einer nächsten gemeinsamen Arbeiter Matbund, Nowawes, Wallstraße bei Gärtner.- Sänger reichem Besuch dieser Versammlung auf. Versammlung weiter diskutirt werden. Vor Zuzug nach Burg, tette, Rottbufer Damm 74 bei A. Hilfe. bei Winter. Alte Linde, Mariannenftr. 48 bei Gütler. Vorwärts 4, wo die Schuhmacher in drei Fabriken im Streit liegen, wurde Rathenow, Restaurant Bur Grholung bei W. Friefecte. Einigkeit 2 Die Freie Vereinigung der Zivil- Berufsmufiker hatte gewarnt. In Angelegenheit Bod Gotha resp. des Schuh- Weinstraße 11 bei Feind. Gefangverein der Böttcher Steineiche, Neue Vorwärts 8, Marwig, bet Wilhelm Mölte. fich schon in mehreren ihrer Versammlungen mit den von ihr macher Fachblattes, welches in letzter Zeit zwei Artikel mit der Friedrichstr. 20 bet teller. eingeführten Abonnements- Konzerten zu beschäftigen, so auch in Spigmarke: Warum antworten die Berliner nicht", veröffent- fraße 191 bet Boge. Hilaria, Frankfurterftr. 30 bei Haberecht.ieberba II, töpenickerBorwärts 3, Friedrichsfelde, Wilhelmstraße 10 der letzten. Die Kollegen Graß und Schonert sprachen sich lichte, foll, wie Menzel bekannt gab, seitens des Ausschusses bet Momber. Gefangverein Rothe Nelte 2, bei Rabe, Ruppiner- und Schneeglöd chen 1, Nirborf, Karlsgartenstraße in ernster Weise wider die Saumseligkeit der Mitglieder aus, der Gewerkschaftskommission in nächster Zeit eine öffent- Schönholzerstraßen- Ece. bei Silpert. Gefangverein Eintracht, Nieder- Schönweide, Restaurant welche dem Unternehmen ein zu geringes Intereffe entgegen liche Versammlung der Arbeiter Berlins einberufen werden. Streitler, Grünauerfir. Mohr'sches Doppelquartett, Neue Königstr. 73 Der Unterstellung des Herrn Menzel in jener Versammlung, bei Sahn. Gefangverein bringen. Nach mehrstündiger Debatte in dieser Sache wurde Frohsinn in Stralau, Gräflich Sängergruß, Friedrichshagen, Blant's einstimmig der Beschluß gefaßt: alle Kräfte für eine als ob wir die Schmäh- Resolutionen, die in einigen Schuhmacher- Reischach'sche Braueret. Restaurant. Epheu, Gerichtsstr. 10 bet Gebrandt. Befang tabellose und eratte Durchführung der Kon Versammlungen angenommen wurden, dem Genossen Bock überverein cho 2 9 Uhr Abends Uebungsstunde bet Reimann, Alte Schönzerte einzusehen. Dem Gastwirth Genossen J. Gnadt, senden, weisen wir auf das Entschiedenste zurück. Herr Menzel hauferftr. 42. Gesangverein Gerechtigteit Westen, Bülowoftr. 59 Gesang u. Theaterverein Acacie( gem. Chor), Beughofftr. 8 welcher zu der Versammlung geladen war, wird der Vorwurf hat gar keine Veranlassung, sich über den Vorwärts" zu be- b. Werner. bet Behlendorf. Arbeiter- Gesangverein Freiheit 2, Adlershof, Oppenstr.gemacht, in Arbeiterfreifen mit gehäffigen Aeußerungen gegen schweren, denn während des Streiks hat der Vorwärts" geradezu Gde, Grünauer Chauffee, bei Paulig. Freies£ ted 1, Friedrichsberg, Die Freie Vereinigung und deren Abonnementstonzerten, die einseitig die Intereffen der streifenden Schuhmacher gegenüber Friedrich- Karlstr. 11 bei seinede. Wacht auf Schwedterftr. 23 bei Blumenleje, Sebastianftr. 3, bei Meier. Freiheit 3, jeder Begründung entbehren, Stimmung gemacht zu haben. der Stellung Bocks vertreten. Auch die Resolution, die von der Nagels. Bernau, im Schüßenhaus. Es wird Senefelder, Landsbergerftr. 31 bet Seehausen. Ab= nach furzer Debatte, in welcher der auch Versammlung zur Annahme gelangte, bringen wir nicht zum Echo 3, Zehlendorf, Karlstr. b. Regler.- Männergesangverein Wach' Wuf, erschienene Genoffe Gnadt bas Wort ergreift, bedruck. Sie enthält wetter nichts als eine geradezu ehrabschneidende pantow, Wollantstr. 115 bet Hermann Sonntag.- Männergefangverein Eichenfchloffen, die Angelegenheit in einer Extrafigung zu erledigen persönliche Verunglimpfung des Genossen Bock. Bum persön- trans, Prenzlau, im Kaisergarten.- Männergesangverein Rottbufer bar Weddinger Harmonie, und zu dieser die betreffenden Zeugen zu laden. In betreff lichen Beschmutzen ist der Raum des" Vorwärts" nicht vor- monie, Bothstraße 8 bet Albert Möwes. Müllerftr 7. Männerchor Nord- Ost, Landsberger Allee bei Ferd. des bevorstehenden Stiftungsfestes wird der 4. Mai festgesetzt handen. In sachlichen Auseinandersehungen in dieser Angelegen- raufe. Harmonie Rirdorf, Bergftr. 120 bei Bartha( Deutsches und das Lokal Ehrenberg in Aussicht genommen. Bei den heit ist aber kaum noch etwas Neues zu bringen, noch weniger Wirthshaus). Seimatbtlänge, Köpenick, Rosenstraße bet Troppeng. Gängerfreiheit ferneren Abonnementskonzerten soll die Kellnerfrage mehr ins enthält die Resolution ein Wort in der Beziehung.( Die Re- l menrausch, Gräfeftraße 34 bet Blög. Naunynftr. 86 bei Zubeil. Arion, Wittenberge, Thurmftr. 23, Bentralhalle. Auge gefaßt werden, um so auch die Bestrebungen der Gast- daktion.) Stebesfreiheit 2, Strausberg, Wilhelmstraße, Weber's Kaffeehaus. 8u= Froh' Hoffnung( B. W.) Kulmftr. 36 bei Raumann. wirthsgehilfen zu unterstützen. unit 1, Steglis, Ahornftr. im Gambrinus. Gbelweiß 1, im Restau ietchheit, Lothringerstraße 81 bet rant Rafch, Oranienftr. 190. Sagemann. Männer- Gefangverein Wilmersdorfer Stebertafel Wilmersdorf, Berlinerstr. 40. Möller's Garten.- Gefangverein Gon= cordia, Drantenftr. 109. Der Jntereffenverein der Riftenmacher hielt am 26. Februar eine Mitgliederversammlung ab, in der Genoffe Paul Jahn in einem beifällig aufgenommenen Vortrag über die Entstehung der französischen Arbeiterassoziation" sprach. Hierauf wurden einige Beschwerden betreffs des Arbeitsnachweises erledigt. Der Mastenball findet am 17. d. M. bei Gründer, Köpnickerstr. 100 statt. W = 21 1 1 reuzberg, Lichterfelderftr. 7/8. = Gefang-, Turn- und gesellige Vereine. Dienktag. Gefangverein natreon, Abends 9-11 Uhr, bet Reßner, Annenfiraße 16.- Gefangverein Rottbufer Harmonie, Boedhsir. 8 bei Albert Möwes. Musikverein orb 8-11 ubr, 28rtezenérftr. 6, bet Gendte. Gesangverein Alpenglühen a bei Nomad, Manteuffefftr. 9. Zurnverein Gesundbrunnen. Die 1. Männer- Abtheilung turnt von Berliner Turngenoffenschaft. Die 9. Männerabtheilung turnt jeden Zurnverein 8-10 Uhr in der Turnhalle des Leffing- Gymnasiums, Bantitraže 9-10. Dienstag und Freitag in der Gemeindeschule, Blumenftr. 63 a. ite. Jeben Dienstag und Freitag, Abends 8-10 Uhr, Staltzerftr. 55–56. Turnverein Norden, jeben Dienstag Abends von 8 bis 10 Uhr in der Turnhalle, Prinzen- Allee 8. Nach dem Turnen geselliges Beisammensein im Restaurant Zum Thüringer, Prinzen- Allee 10. Theater Berein Othello 2 Abends 9 Uhr, bei Tägers, Gartenftr. 13-14. Privat- Theater- Gesellschaft Berliner Humor, Abends 9 Uhr, KöpniderPrivattheaterverein Crescendo, Abends, bei Nicolay, Elifabethtirchftr. 14. Theaterverein Wultania, Abends 9% Uhr, traße 158 het anche bei Schütte, Alte Schönhauserfir. 23-24, Sizung mit anschließendem Tanz. Theaterverein Freundestrets, Sigung Abends beſtaurant Theaterverein Morgenroth zu Friedrichsberg Razorfe, Solmsfir. 1. tagt mit Damen, Abbs. 5 Uhr im Bereinslokal bei Chriften, Friedrich Karlfir. 26. Eine öffentliche Versammlung der Gärtnergehilfen war am 1. März bei Bolz in der Alten Jakobstraße einberufen. Genosse Sansen hatte das Referat übernommen. Redner ver: stand es, in seinem interessanten Vortrage über die Stellung der Kirche zur sozialen Frage den Versammelten, an der Hand geschichtlicher Beispiele, ein charakteristisches Bild zu entwerfen, von der Stellung, die die Religion in den verschiedenen Zeitepochen eingenommen hat, gegenüber den politischen und sozialen Verhältnissen. Die Diskussion bewegte sich im Rahmen des In der öffentlichen Versammlung der Rohrleger und. Gehilfen bei Bolz in der Alten Jakobstraße hielt der Reichstags- Referats. Bum Schlusse nahm man eine Resolution an, welche abgeordnete Genoffe zu beil einen Vortrag über:" Sozialdemokratie das Einverständniß mit dem Referenten bekundete und die Anund Gewerkschaftsbewegung." Dem beifällig aufgenommenen Vortrage wesenden verpflichtete, eine rege Agitation für den Zentralverein folgte eine Distuffion, an der sich die Kollegen Karpentiel und der Gärtnergehilfen zu entfalten. Stalsky im Sinne des Referats betheiligten. Eine Resolution, die Weißenfee. Eine öffentliche Versammlung aller im Gastihr Einverständniß mit dem Referenten befundet und zum Anschluß wirthsgewerbe beschäftigten Personen tagte hier am 1. März. an die Organisation auffordert, gelangte einstimmig zur Annahme. Wie organisiren wir uns", war das Thema, über welches GeHierauf erstattete der Vertrauensmann A. Becker den Gesammt: noffe Bolter in einem recht beifällig aufgenommenen Vortrage abrechnungsbericht seiner dreijährigen Thätigkeit. Die Einnahmen sprach. In der Diskussion befürworteten die Redner gleichfalls auf Listen, Marken und die Tellersammlungen ergaben eine Gin die Unterstützung der Organisation. Sodann erledigte die Vernahme von insgesammt 480,45 m. Diefer Betrag ist an fammlung die Wahl eines Vertrauensmannes und wurde mit zugehörige Stellen abgeführt. Die Ausgaben wurden diesem Amt der Kollege Gampe betraut. Zur Unterstügung von dem Haupt- Vertrauensmann der Metallarbeiter ge- für die Agitation wurden die Kollegen Bentte und Proh beat. Für das nächste Jahr wurde der Kollege Oskar gewählt. Binzens als Vertrauensmann der Rohrleger und Gehilfen Steglitz. Eine Boltsversammlung, die hier am 1. März gewählt. Hierauf erstatteten die Gewerbegerichts Beisiger A. Becker und O. Binzens Bericht über ihre Thätigkeit. Beide fagte, beschäftigte sich mit der Stellung zu den Kommunalwahlen. Redner plädirten für eine rege Agitation, damit bei der im Herbst Das Referat hierzu hatte Genosse Jahn übernommen, der in einem stattfindenden Ergänzungswahl für die ausgelooften Beisiger beifällig aufgenommenen Vortrag eingehend die Forderungen bewieder unsere Genossen aus der Wahlurne hervorgehen. Auf gründete, die in der Gemeindevertretung zur Durchführung gefritisirte der In der Diskussion Genoffe mehrere Anfragen erfolgte ein ausführlicher Bescheid. Bum langen müssen. Schlusse wurde zu zahlreichem Besuch der am 18. März in dem Ka 3par, daß die Gemeindevertretung den Antrag auf Erfelben Lokal stattfindenden Branchenversammlung der Rohrleger richtung eines Gewerbe Schiedsgerichts abgelehnt hat. und Gehilfen aufgefordert. Kandidaten für die Wahl wurden die Genoffen Maler Krüger Bei der am Dienstag, den 27. Februar, stattgehabten und Töpfer Mittag ernannt. In seinem Schlußwort richtete Delegirtenwahl der Ortskasse der Steindrucker und der Referent nochmals die Mahnung an die Parteigenossen, recht Lithographen Berlins wurden 1898 giltige Stimmen energisch für die Wahl der aufgestellten Kandidaten einzutreten. abgegeben. Davon erhielten: 746 Stimmen In Groß- Lichterfelde fand am 4. März im Lotale des Herrn Gries eine öffentliche Versammlung statt zwecks Stellung nahme zu den bevorstehenden Gemeindevertreter- Ersaywahlen in uhr Die Steinarbeiter hielten eine gut besuchte Versammlung antwit und Groß Lichterfelde. Das Referat hielt flub Zabats blüthe, Sigung, abends 9 Uhr, Blumenftr. 19.am 4. März bei Müller Johannisstraße ab. Der Vertrauens Stadtverordneter Th. Mesner- Berlin. In der Diskussion tub Columbus, Abends 8 Uhr, bei U.' Utte, Oppelnerfir. 23. mann Buchmann verlas die Abrechnung vom Generalfonds, erregte die Mittheilung des Genossen Blätterich, daß man Rauchflub Gut geftante Freunde, Georgenfirchstr. 65 bei Müller. Rauchtlub Sumatra, Abends 8% Uhr, bei Strause, Gitschinerstr. 98. wonach die Einnahme intl. eines Bestandes von 957,92 M auch den Arbeiter Verein" um ein Scherflein zum Bau eines Stattiub intrat Abends 9 Uhr bei Grande, Laufigerstr. 50. 2030,58 M. beträgt. Eine Ausgabe war vorhanden von Denkmals für Wilhelm I. angegangen fet, allgemeine Heiterkeit. Stattiub Rother Junge, Sigung alle Dienstage nach dem 15. und 1018,35 W., fomit der jetzige Kassenbestand 1012,18 M. Der Redner hielt eine Verwendung der Baukosten dieses Denkmals Spielabend alle Dienstage von 9-11 Uhr im Restauraut Boedbftr. 7, bei Herrn Herrath. Stattlub Schnitt, abends 8% Uhr, bei Trittelwig, Büglerverein Norden. Jeden Dienstag, Abends Fachverein der Marmor- und Granitarbeiter hat einen Reft für Straßenpflasterung, befferer Beleuchtung, Wasserversorgung 2c. Genstein Kartentlub Lustige bestand von 153,25 M. dem allgemeinen Fonds bei seiner Auf- als entschieden nothwendiger. Auch die„ Lokalfrage" schnitt uhr, Gigung, Kaftanien Allee 40, im Restaurant. Während man den wenigen Wirthen, wo der Brüder, bet Restaurateur G. Rattte, Krautstraße 48. Regelflub o 13= lösung zugeführt. Bezüglich der Restanten" wurde nach Redner an. der Polizeistunde scharf muster Abends 8 Uhr, im Restaurant Hahn, Natiborstr. 18. längerer Debatte ein Antrag angenommen, die Angelegenheit Vorwärts ausliegt, in betreff bis zum 1. Mai zu vertagen, um dann energisch gegen die auf die Finger fieht, werde in anderen, wo die Wirthe patrio Friedewald 1152 " " Ber Fidele Geister, Gigung bei Beffeler, Wein- und Gollnowstraßen- Ece. Bergnügungsverein Amicitia, 8 Uhr, bei Schönnagel, Barnimftr. 47. Bergnügungsverein Nordw a cht, Abends 9 Uhr, im Lofale bei Hermerschmidt, Perlebergerfiraße 28. Geselliger Verein Brüderschaft, Abends 9 Uhr, im Restaurant Dittmann, Berlebergerftr. 9. Bergnügungs: verein Saturnalia, Abend 9 Uhr, Andreasftr. 3, Sigung.- Bergnügungsverein Fidelio, Abends s Uhr Sigung mit Damen bei Gelferr, Abends 9 Uhr, Geselliger Verein Mehr Licht, Oranienfiraße 21. Große Frankfurterstr. 138 bet Golds. Zouristentlub Wanderlust Abenos 9 Uhr, Franfectisir. und Schönhauser- Allee- Ecte.- Gefelliger Berein Regina Sigung mit Damen Oranienftr. 158 bet Schönwalder. gnügungsverein una. Gigung bei Saberecht, Große Frankfurterstraße 80, Männerchor Waldesrauschen tin Restaurant HohenFidelitas. zollern", Seydelftraße. Bergnügungsverein Berolina Abends 9 Uhr im Restaurant Broz, Annenstr. 9. Orientalischer Rauchtlub Spar- und Kreditverein, Abends 9 Uhr, Reichenbergerstraße 24, bei Schröder. Rauchflub Dämmerwolte, Böchstr. 51. Rauchflub Bruderbund. Abends 9 Uhr, bei Stabernad, Rauchflub Zeitgeist, Abends 9 Uhr bei Kaspar, Restaurant Büdterfir. 49. Rauchtlub Unverzagt bei C. Ruppin, zum Zeitgeist, Bernauerfir. 72. Blumenstraße 49. Rauchflub Portorico, Abends 9 Uhr, bei Rohmaßrangelstraße Nr. 136. Rauchflub Gemüthlichteit 2, Rauchtiub Blaue Luft, abends 9 Uhr bei Achsel, Köpeniderstraße 161.Abends 9 Uhr bei Bredlow, Bülowstr. 65. Rauchtlub Abguß, 8% Uhr, Rauchklub bei Schulze, Weberfir. 10. Abends Grüne Quaste, Münchebergerstr. 29, Restauration Schmeift. Rauchtlub Ido= rado Abends 8 Uhr bei Gayer, Ballifadenftraße Nr. 66-67. Rauch Rauch 9 Literarisches. " Die Religion der Sozialdemokratie von Dr. Zh. Arndt| Allee promenirte, feiner feit turzer Zeit von ihm getrenn Prediger an St. Petri in Berlin. Evangelifch- foziale lebenden Frau in Begleitung des Herrn Leuß begegnete, letzteren Tren bis in den Tod.( Frei nach Enoch Arden von Alf. Beitfragen II. Reihe 6. Heft. Leipzig. Fr. W. Grunow 1892. thätlich angriff und derartig verlegte, daß Herr Leuß in einem Tennyson.) Haß und Liebe.( Frei nach Romeo und Preis 50 Pf. Der Verfasser geht von der Voraussetzung Hause in Herrenhausen Hilfe suchen mußte. Wie wir weiter Julia auf dem Dorfe von Gottfr. Heller.) Der reiferen aus, daß die Sozialdemokratie sowohl den philosophischen erfahren, hat Herr Leuß gegen Herrn Dr. Schnuz Strafantrag Jugend erzählt von Theobald Werra. Verlag Ernst Wiest, als auch den ethischen Materialismus auf ihre Fahne geschrieben wegen gemeinsamen Ueberfalls und Körperverlegung gestellt. Leipzig. habe, und kann dann natürlich mit Leichtigkeit aus Schriften Nach diesen Vorgängen wird Herr Leuß wohl keine Neigung Jeder, dem das Wohl unserer Jugend am Herzen liegt, Bebel's, Dietgen's und einigen Zeitungsartikeln alles beweisen, mehr verspüren, für den vom Amte suspendirten Direktor des orge für die Verbreitung dieser Jugendschriften." So schließt was er für seine 3wede braucht. Daß man die öde Kraft- und Lebensmittel Untersuchungsamtes durch Radauversammlungen der Prospekt des Herausgebers der Sammlung illustrirter sozia Stoffmeierei Ludwig Büchner's durchaus nicht zu theilen braucht, noch ferner einzutreten, und Dr. Schnuz wird bei der nächsten liftischer Jugendschriften, zu welcher die obigen Broschüren ge- aber trotzdem den Materialismus als Forschungsmethode akzeptiren Reichstagswahl die Agitation im Wahlkreise Eschwege- Schmalhören. Wir bedauern, die vorliegenden Schriften nicht empfehlen tann, ihn sogar acceptiren muß, wenn man sich nicht in falden wohl einem anderen Freunde" des Herrn Leuß überzu können. Wohl ist es angebracht, der Arbeiterjugend die transcendente Spekulationen verirren will, hat er nicht fapirt, lassen. Herr Leuß ist natürlich ein begeisterter Bertheidiger der Perlen der klassischen Literatur zugänglich zu machen, dies darf obwohl ihm doch, nach seinen Zitaten zu schließen, Lange's aber nicht durch so plumpe und geschmacklose Nachahmungen Geschichte des Materialismus durch die Finger gelaufen ift. Heiligkeit der Ehe und ist stets bereit, das Volk vor der vorzüglicher Dichterwerke geschehen, wie es bei den uns vor- Was Herr Arndt dann seinen Lesern als Sozialdemokratie" zu Sozialdemokratie zu warnen, weil sie nach seiner Meinung die liegenden Echriften der Fall ist. Der Verfasser, Theobald bieten wagt, ist demnach auch nichts weiter als ein Zerrbild auf die freie Liebe anstrebt. Werra, hat sich seine Aufgabe, für die Kinder der Armen eine Partei und ihre Lehrmeinungen. Daneben laufen frisch fröhlich auch Literatur zu schaffen, erstaunlich leicht gemacht. Die Erzählung einige Berleumdungen mit unter. Herr Arndt schreibt:„ Eine der Haß und Liebe" ist nach der schönsten aller Seldwyler Er ersten Blutthaten der Pariser Kommune von 1871 war die Erzahlungen Gottfried Keller's angefertigt. Während Reller mit der mordung des Erzbischofs von Paris. Unsere deutschen Sozialdemo- Briefkaffen der Redaktion. Joh. Bach. Eine Weltgeschichte, wie Sie sie wünschen, Bis eine solche erschienen, halten wir Fülle seines großen Talentes in dieser schlichten, einfachen Er fraten handeln nur folgerichtig im flaren Bewußtsein ihres geschicht Preis 38 M. für die beste. zählung, die bald mit sprudelndem Humor, bald mit erschüttern- lichen Ursprunges( von der französischen Revolution her), wenn giebt es leider nicht. der Tragik abwechselt, die ganze Größe menschlicher Leiden- fie jene Bandenführer der Pariser Kommune mit dem Glorien- immer noch die von Schlosser schaften uns vor Augen führt, fehen wir in dem Machwerke schein des Martyriums schmücken." Daß der Erzbischof von Nur die drei letzten Bände derselben, welche von Jäger im Werra's nur eine faft- und traftlose Nachahmung. Der Verfaffer Paris den Versaillern wiederholt zur Auswechselung angeboten hurrahpatriotischen Sinne fortgeführt sind, taugen nichts. Huff. Spielfragen beantworten wir nicht. hat sich ängstlich bemüht mit Ausnahme einer, am Schlusse worden war, das seine angedrohte und nach dem Kriegsrecht des ersten Theiles angebrachten, ganz unnöthigen und gar nicht völlig legale Eretution erst nach der Erschießung der gefangenen Diefing. Die Mainzer Zuschußkaffe hat ihre Filiale hier in den Rahmen des Ganzen passenden Bemerkung über das Kommunards geschah, fich sogar erst nach dem Eindringen der aufgelöft. Privateigenthum den Gang der Keller'schen Hand- Versailler in Paris ereignete, alfo au einer Beit, als die Ordlung inne zu halten. In diesem Bemühen ist er fo- nung der Kommune bereits durch die Ordnungswütheriche Thiers weit gegangen, einzelne, mehr nebensächliche Stellen und Co. wieder gestört war, das genirt den Vertreter christlicher wörtlich während abzuschreiben, andererseits die Gerechtigkeitsliebe natürlich nicht im mindesten, charakterisirt aber Ix. feinen, charakterischen Echilderungen der feindlichen Bauern vollauf den Werth feines Pamphlets. and ihrer Kinder, sowie den hochpoetischen Schluß der Erzählung durch eine kurze, edige und durchaus unschöne Schilderung zu erfeten sucht. Treu bis in den Tod" ist nach derselben Echablone fabriziri; nur daß hier der Mangel an fünstlerischer Gestaltungskraft und poetischer Schönheit noch auffälliger ist, als bei der ersten Schrift. er Die Illustrationen sind zum Theil Clichee's älterer Schnitte und ohne jeden künstlerischen Werth. Wir verkennen feineswegs die Schwierigkeit, für die Jugend des Proletariats passende Schriften zu schaffen. Aber gerade dieser Schwierigkeit eingedent, müßten es die Verfaffer von Jugendschriften für die Kinder des Volfes als ihre Hauptaufgabe betrachten, das Schöne, Edle und Große in vollendet poetischer Form zum Ausdruck zu bringen. Nur so ist es möglich, auf Herz und Gemüth der Rinder zu wirken. Daß, wie es in der Ankündigung der Verlagsbuchhandlung heißt, die außergewöhnliche Nachfrage nach diesen Jugendschriften ein Beweis für ihre Gediegenheit sei, ist allerdings eine mehr wie eigenartige Logik. Die starke Ver breitung des 1. Heftes der Jugendschriften des Herrn Werra, der mit J. G. Vogt und B. August identisch sein soll, rührt von wesentlich anderen Umständen als von der Güte des Inhalts dieser von uns schon gewürdigten Schrift her. Der billige Preis, der Mangel an Schriften für die Kinder der Arbeiter, und nicht zum mindesten der Umstand, daß bedauerlicherweise die Redaktionen der Partei- und Gewerkschaftspresse sehr häufig die Waschzettel der Verlagsbuchhandlungen fritiklos abdrucken, erklärt den großen Abfat.*) Die Aufgabe der Arbeiterpresse sollte es sein, ihren Lesern nur Gutes und Schönes, und zwar selbst Geprüftes und nicht von interessirten Geschäftsmännern Gerühmtes in ihrem F. H. redaktionellen Theile zu empfehlen. Das rothe Gespenst. Sozialistische Gebanten eines Nicht Sozialdemokraten. Ein Mahnruf an die Gebildeten und Besitzenden des deutschen Volkes von Otto Prange. Stuttgart, Rob. Lub, 1894. 127 Seiten. Preis 1,50 m. ber der Eingelaufene Druckschriften. Von der Neuen Zeit"( Stuttgart, J. H. W. Die Verlag) ist soeben das 22. Heft des 12. Jahrgangs er. schienen. Aus dem Inhalt heben wir hervor: Bourgeois: Anarchistisches. Landwirthschaftliche Entwicklung und soziale Evolution. Von Dr. Paul Ernst. Die Aussichten des Sozialismus in Amerika. Ein Vortrag, gehalten von Ad. Hepner in St. Louis.( Schluß.) Der Streik als politisches Kampfmittel. Von Eduard Bernstein. Lite Notizen: Arbeiterfolonie Neurarische Rundschau. Ulrichstein. Feuilleton: Der Tod im Walde. Von Nikolaus Krauß.( Fortsehung.) sieme Periode. Tome LXI, Berlin. G. Winkelmann, OberBibliotheque Universelle et Revue Suisse. 99 me Année- Troiwallstraße 14-16. Stand der F. O., Potsdam. Das Haberfeldtreiben in Bayern ist ein Ueberbleibsel der deutschen Vehmgerichte. Die Haberer sind eine geheime Verbindung, welche eine gewisse Voltsjustiz ausüben. Abonnent in Laugendreer. Ein solcher Kammergerichtsbeschluß ist uns nicht bekannt, wahrscheinlich liegt ein Mißverständniß vor. Wir halten die Aufforderung an Sie für unberechtigt. G. W. 1. 6 Monate. 2. In 5 Jahren. Reichenmüller. Ihre ausgeklagte Forderung ist noch nicht verjährt, eine neue vollstreckbare Ausfertigung erhalten Sie nur, wenn Sie den Verlust der ersten glaubhaft machen. Beantragen Sie es schriftlich und versichern Sie den Verlust eidesstattlich. Friedrichsberg D. D. Unmittelbar gegen Sie kann der Gerichtsvollzieher nicht vorgehen, wenn aber die Gegenpartei eine besondere Klage gegen Sie erhebt, so müssen Sie die Kosten bezahlen, also bezahlen Sie lieber gleich. Für die Geldstrafe haften Sie nicht. 010. Ein Ehehinderniß ist es nicht. May 25. Nein. N. N. 1. Der Vertrag ist stempelpflichtig, aber die Stempelung ist ohne Einfluß auf die Giltigkeit. 2. Ja. 3. aber weil der Vertrag blos mündlich geschlossen ist, können Sie nur teine Entschädigung fordern. Bezahlung für die schon geleisteten Arbeiten, im übrigen aber die Wehrpflicht der Lehrer. Von G. Helmcke, Lehrer. Bielefeld und Leipzig. Verlag von Velhagen& Klasing. Sozialpolitisches Zentralblatt, herausgegeben von Dr. Heinr. Braun( Carl Heymann's Verlag in Berlin, vierteljährlich Charlottenburg 67. 1. und 2. Vermögen" umfaßt alle 2,50 M.). Die joeben efchienene Nummer 23 hat unter dem Schuldner gehörigen Gegenstände auch die der anderem folgenden Inhalt: Die sozialpolitische Bedeutung Pfändung nicht unterworfenen. Diese müssen angegeben werden, des deutsch- russischen Handelsvertrages. Von Prof. Dr. G. aleichviel wo sie sich befindea. Wenn Forderungen für rückv. Schulze- Gävernik. Nochmass die Wirkungsklausel der ständige Arbeitslose vorhanden sind auch diese. Zukünftiger Versicherungsverträge. Von Rechtsanwalt Dr. Ludwig Fuld. Wochenverdienst ist noch keine Forderung. -Ein Versicherungsgesetz für Deutschland. H. T., Zeiß. Wenn Sie sich beschweren wollen, so Naturalverpflegungs- Stationen in Deutschland.- Städtische können Sie das beim Obersten. Der junge Mann selbst müßte Arbeitsvermittlung für Fürth i. B. Gemeindewerkstätten den vorgeschriebenen Dienstweg innehalten. Prüfen Sie, ob die in London. Errichtung eines arbeitsstatistischen Amtes in Beschwerde dem jungen Manne auch nicht mehr schadet, als sie Desterreich.- Trudunfug in Oberschlesien. Achtstunden- Ihnen nüßt. tag und Stüdlohn in der englischen Textil- Industrie. T. 29. Verziehen kann sie, die Pension bleibt aber dieselbe. Handwerkerlehrlinge und Innuungen in Deutschland. Die Kochen. Derartige Fragen beantworten wir nicht. Kündigungsfristen der Handlungsgehilfen im Reichstage. H. K. Klempner, Von Dr. Mar Duard. Vertretung der Handlungsgehilfen in den Handelskammern.- Die Geschäftsftundenbewegung in England. Dermiscytes. für 15 Cents trinkt und einen Silberand Welke 10. Wenn in Ralau tein Gewerbegericht ist, müssen Sie auf Herausgabe der Sachen beim Amtsgericht lagen. Bier zehntägige Lohnentschädigung können Sie nicht fordern, aber wenn Sie nachweisen können, daß Sie nur durch das Fehlen der Papiere eine ihnen sonst sichere Stellung nicht bekommen haben, so können Sie dafür Entschädigung fordern. Für den Verfasser sind es neue Entdeckungen, wenn er bei der kritischen Analyse unferer Gegner fieht, wie hohl ihre Argumente find, und wie ihr Kampf gegen die SozialM. in H. Die Erklärung des Geistlichen genügte nicht. demokratie dem Bemühen eines Hundes gleicht, der sich in den Währungswunder. Man schreiqt der Frankfurter 3tg." Ihre Frau hätte aus der katholischen Kirche austreten oder ProSchwanz beißt"; durch eigene, unbefangene Betrachtung kommt Verfasser aus Waverly( Jowa): Im fernen Südwesten an dem Grenz. Verurtheilung einer zu gegen Rhetorik. Wir haben keine Veranlassung, Ihre Erklärung wärtigen Wirthschaftsordnung und des inhaltslosen Treibens fluffe Rio Grande liegt die amerikanische Stadt El Paso, der teftantin werden müssen. Diesmal muß noch bezahlt werden. der bürgerlichen Gesellschaft. Das verleiht der Studie mexikanischen Stadt Juarez gegenüber. Beide sind durch Brüde Brange's Ursprünglichkeit und Frische. Aber indem der Ber- verbunden. In El Paso ist der amerikanische Silber- Dollar im Sprechsaal zu veröffentlichen. Die Stritit ist durchaus nicht Rezenjenten beauftragt hat, fennt den Verleger oder die Verfaffer auch die Sozialdemokratie lediglich nach seinen persönlichen selbstverständlich 100 Cents werth, der merikanische Dollar aber persönlich, weder der Rezensent noch der Redakteur, der den Erfahrungen betrachtet und hier in seinem Urtheile durch gründ- nur 85 Gents. In Juarez herrscht das umgekehrte Verhältniß. fasser persönlich. Die Redaktion hat erst auf mehrfach geäußerten liche Kenntniß der grundlegenden Schriften des Sozialismus nicht Leider ist in beiden Städten das Kleingeld fast so rar wie in Wunsch des Verlegers und des einen Verfassers die Besprechung getrübt wird, fommt er natürlich zu grundfalschen Schlüssen über Italien. Wenn nun ein Mann in El Paso am Morgen veranlaßt. Wenn dieselbe dann nicht im Tone der Waschzettel bie Sozialdemokratie als Partei, wenn er auch die kulturelle solar in zahlung giebt, so erhält er einen mexikanischen der Herren Verleger gehalten ist, wird Halloh gerufen. BahlBedeutung des Sozialismus durchaus anerkannt. Dollar heraus. Der Mann geht dann Geschäfte halber reiche Genossen sollten sich freuen, daß der Vorwärts" endlich bei völliger Berkennung gegen die Ueberproduktion von minderwerthigen Literatur- Erdes Klaffentampfes- nennt er doch die historisch begründete nach Juarez, jenseits des Flusses, und ist unterdeffen wieder zeugnissen auftritt. Wenn auch einzelne diese Bemühungen nicht Er tritt in eine merikanische Wirthschaft, Trennung der Gesellschaft in Proletariat und Bourgeoisie durftig geworden. ein demagogisches Manöver der Sozialdemokratie(!) die trinft einen merikanischen Schnaps für 15 Cents, zahlt mit feinem 3 würdigen belieben, so wird sich die Redaktion dadurch doch P. S., Poekneck. Wenn die Katze die Beiträge annimmt, Schrift in dem Wunsche ausklingen, daß zwischen der bürger- merikanischen Dollar und erhält einen amerikanischen Dollar nicht von ihrem Wege abbringen lassen. lichen Gesellschaft und der Sozialdemokratie eine Basis der Ber- heraus. Jezt hat er für 30 Cents Schnaps getrunken und noch muß sie auch Krankengeld zahlen, ob sie verpflichtet ist, die Beis Wer hat nun den ständigung gefunden werden müsse, um die gewaltigen Erschütte- feinen Gent seines Vermögens verloren. Betriebskaffe beurtheilt werden. rungen der Gesellschaft zu vermeiden, die sonst in sicherer Aussicht Schnaps bezahlt? Für feuchtfröhliche Menschen aber ist die träge noch anzunehmen, kann nur nach Einsicht des Statuts der Berichte. Begleitschreiben ist unnöthig. ftehen. Mit welchem Muthe also auch der Verfaffer der Klaffen- Gegend ein Paradies, ein Silberdollar und gesunde Beine ge herrschaft des Kapitalismus und der Klaffenregierung entgegen- nügen, um in dulci jubilo zu leben, nur darf man hüben und tritt, hier schlägt ihn doch wieder der bürgerliche Klasseninstinkt drüben jedesmal nicht mehr vertrinken, als die Währungsfann denn in den Nacken. der Bedeutung lx. Unser Mitarbeiter hat mit seinen Bemerkungen über den Unfug, der mit Reklamenotizen der Verleger( den sogenannten Waschzetteln) in unserer Presse getrieben wird, vollkommen recht. Die meisten Leser glauben, daß die Empfehlungen von den Redaktionen herrühren, während die durch agitatorische Thätigkeit und die Aufgaben ihres Amtes überlasteten Redakteure meist außer Stande sind, die neuen Erscheinungen unserer Literatur zu verfolgen; besser wäre es, sie würden auf einen literarischen Theil überhaupt verzichten, wenn sie ihn nicht anders als mit Waschzetteln füllen tönnen. Red. d. Vorwärts". " einen differenz zwischen dem amerikanischen und dem mexikanischen Dollar beträgt. tung zu begründen. A. S., Forsterstraße. Ihr Anspruch ist nach feiner RichM. 8., Finsterwalde. Da der Vater ein Teftament ge macht hat, befigt das uneheliche Rind kein Erbrecht. Teutonisches. Eine Prügelei( urteutonischer Rampf) hat, Kabelbach. Ihre Frage ist uns unverständlich. Wenden wie dem Hann. Cour." mitgetheilt wird, am Montag Abend Sie sich einmal an Herrn Faber, Rosenstr. 28. Bahlreichen Post Unterbeamten. Es ist unmöglich, daß zwischen dem Reichstagsabgeordneten für Eschwege- Schmalkalden, Leuß, und dem früheren Direktor des Lebensmittel- Untersuchungs- wir Ihre Wünsche befriedigen; tommen doch täglich Dutzende amtes, Dr. Schnuh, in Herrenhausen stattgefunden. Herr Leuß von Einsendungen, in denen Ihre Lage geschildert und die„ von Der Grund zu den Greifswald ausgehende" Agitation tritifiirt wird. Wir haben soll dabei arg zugerichtet worden sein. Handgreiflichkeiten zwischen den beiden politischen Freunden ist unseren Standpunkt in der Angelegenheit gewahrt und das nach dem" Cour. in Familienangelegenheiten" zu suchen. Material den Abgeordneten überwiesen. Alles, was uns in dieser Hierzu wird noch mitgetheilt, daß Dr. Schnut, als er am Sache übersandt wird, abzudrucken, sind wir schon aus räumMontag Abend mit zwei hiesigen Bürgern in der Herrenhäuser lichen Gründen nicht in der Lage. Kinderwagen, größte Auswahl, auch Theilzahlung. Gneisenaustr. 115, Ecke Bellealliancestrasse Achtung! Achtung! Große öffentliche Versammlung fämmtlicher Möbeltransport- Arbeiter u. Berufsg. am Mittwoch, den 7. März, Abends 82 Uhr, in den Arminhallen", Rommandanten Straße Nr. 20. Tages- Ordnung: 1. Bortrag des Reichstags- Abgeordneten lees- Magdeburg über: Gewerkschaftliche Organisation. 2. Diskussion. 3. Berichterstattung des Delegirten der Gewerkschafts- Kommission Kollege Bachmann. 4. Verschiedenes. In anbetracht der wichtigen Tagesordnung ersucht um rege Theilnahme 463/16 Der Einberufer. Friz Drewin, Tempelhofer- Ufer 35. und chemische Waschanstalt R. Knapp, Morißstraße 10, färbt zu den billigsten Preisen in allen Farben Damenkleider, Mäntel, HerrenUeberzieher, Röcke, ganz od. getrennt, Bettdecken à Stück 1,25 M. Sämmtl. Herrenund Damengarderobe, sowie Möbelstoffe jeder Art werden chemisch gereinigt. Herren- Anzüge reinigen und bügeln 2,50 M. Färberei 5741L* F. Kalbleder aus einem Stück mit Goldtasche SRT. 1,50. FORUNDAL Album- u. Lederwaarenfabrik Don 0. Gundau Oranienr. 30, Ecke Adalbertst. empfiehlt zu Einsegnungsgeschenken ihr großes Lager aller Arten Lederwaaren und Schmucksachen. Gesangbücher von 1,25 Mt. an: fern. Cigarrentasch., Wiener Meerschaumspizen, Spazierstöcke, Brillen u. Pincenez 2c. zu d. billigst. Preisen. Hütet Euch vor gewissenlosen Kaufleuten, die Euch sagen ,,, Dies ist so gut wie" oder„ dasselbe wie" Karol Weil's Seifenextract. Es ist falsch! 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