Nr. 24. HbonnemcntS'Bcdlngungfn: ttbonneineiitä• Brei-»tanumeronb»! Vierleljährl. 3,iO LNI. monaiL 1,10 Ml, wochemiiöi 2ö Pfg, frei ins Hmis. Ewzelne Nurniner 5 Big. Sonntags- nammer mit illusrrieOei Sonntags- Keilage»Die Neue Weli" 10 P-a. Post- Slbonnemcm: 1.10 Mark vro Äionat. Eingetragen in die Bosi- Zeitungs- Breisliste, Unter Kreuzband nie Deutslitland und Oeslerreich> Ungarn Mark, für das übrige Ausland « Mar! vro Monat. Posiabonnements nehmen an: Belgien, Dänemark, «olland, Italien, Luxemburg. Pormga!. Riiouinieri, schweben und die Schweis kllchcilil Izglich. � f Verlinev Volksblstt. 33. IahrgavA. Die Tnfertions'Gebühr ketrigt für die jechogelpalieue n,»?» zeile oder deren Baum Po.- volitische und gewerkicNotUiche Leroo',.. und Bcrsauuninugö Ailu'tgen:-;o l-'-n. „Kleine Mnicigct)". das ietloei'ir Wort i» Psg,, zulässig Liettäe.N!,�!« Göorte), sedeS weitere Worl 10 P-z. Stellengesuche und Schlafliell-üön. zeigen das erste Wort 10 Psg.. ,ede.z wertere Vorth Psg. Worte scher is,.dual- stoben zählen für ,,wcj Worte, Auieroie sitr die nächste simnurer müüen Ins s. Uhr nachmittags in der Erveditiori abgegeben weroen. Tic ürvedi ion ist bis 7 Uhr abends gcofsn.t. Telegranwr- Abrcsie: „Sozislilkmosirsl kerlili". �entralorgan der fostaldemokratirchcn Partei Dcutfcblands. Neöaktion: SW. 68, Linöenstraße 3. Fernsprecher: Amt Morittpla«, Nr. 131»0—131»7. Sonntag, den 24. Januar 1915. Expedition: SW. 68, Linöenft?ake 3. Fernsprecher: Amt Mortt-platz. Nr. I3l»0—17,1»7. M MW MulUM»er Die WM. westlicher Kriegsschauplatz. französische Berichterstattungen. � Grosses Hauptquartier, 23. Jamiar. Amtlich.(W. ?. P t Aus Paris mird durch die Agence HavaS eine amt- liche Tarstellung der Kriegsereiguissc vom 1e>. November 1914 bis 15. Januar 1915 verbreitet. Tie Deutsche Tberste .Heeresleitung beabsichtigt nicht, in Erörterungen über eine solche Darstellung der Kriegsereigiiisse einzutreten, inöchte sie aber als Stimmungsbild aus den Kreisen der französischen Regierung der allgemeinen Kenntnis nicht vorentliolten wissen und verweist im übrigen auf stire amtlichen Bekanntmachungen in der Zeit vom 15. November 1911 bis 15. Ja- nuar 1915.'., Tic französische Mitteilung lautet: „2eit dein 15. November, dem Ende der Schlacht bei Rperst und dem völligen Mißlingen der großen deutschen Offensive gegen unseren linken Flügel, hat der Krieg den Eisarakter eines FeftungskriegeS angenommen, aber es fehlt viel, daß die von beiden Seiten erzielten Ergebnisse sich ans- wiegen. Man kann sogar sagen, daß außer einer einzigen Stelle wir allein überall, Gelände gewonnen haben, abgesehen von dieser Stelle wichen die Teutschen zurück. Tas nach- stehende Bitd gestattet, darüber zu urteilen. Tic von den Zranzasen zwischen dem Meer und der Lus erzielten Ergeh- m ist' sind: die Medereroberuu'g des ganzen linken Nservrers zwischen Knocke und Hatsas, der Vorstoß auf dem rechten llser zwischen dein Meer und St. George�', die Errichtung eines Brückenkopfes in diesem Gebiet, die Errichtung eines Brücken- kqpfes südlich von Tiriuuiden, die Einnahme von St. Ge- orgeS, des Fährinannshauses von Kortekeer, die allgemeine Tarfes VermelleS und Rotoires, die Eroberung zahlreicher deutscher Schützengröben zwischen Aix-Neulette und Carency, die teilweise Wiedereroberung von St. Laurent und Blangy bei Arras, die Einngbine von La Boissellc, die Einnahme deutscher Schützengräben in Lihons, die Einnahme von Le Ouesnoy- en Sauterre Ende Oktober, seither Fortschritt nach Osten. Ausdehnung der Befestigung unserer Front zwischen OiSne und Reims, Einnahme dent- schor Schützengräben aus dem Nouvion-Plateau. Einnahme von T-ent de Crouy, die wieder verloren gingen. Zerstörung zahlreicher deutscher Geschütze, Venninderimg unserer In- santerieverluste um vier Fünftel, dank dem Erfolge unserer Artillerie. Tie Befestigung unseres Defenstvsystcnis zwischen Reims und der Maas ist fortgeschritten, und zwar um 1 Kilo- meter im Gebiete von Prunap und um 2 Kilometer im Ge- biete von Perthes. Deutsche Gegenangriffe mißlangen, wir swritten beinahe eigen Kilometer in den Argonnen fort: im Grunewalde und im Walde von Bolante wurden zahlreiche ungltlffe zurückgeschlagen. Die Ausdehnung unserer Front uni Verdun, zahlreiche Zerstörungen deutscher Batterien zwncheu der Maas und der Schweizer Grenze, ein bedeuten- der?zortichrltt im Walde von Eonscnvove und im Walde von Avremont Aillq, Rtort Marc und Lc Petre. das Mißlingen aller deutschen Angriffe, ein Fortschritt nordöstlich von Nancy bei Loniesnil und im Walde von Parroy. der Fortschritt nördlich uiiiMiidlich von Sanones in dem ganzen Gebiete von L an de Sapt, die Einnahme von Tete de Viohi, die Mar- knsti bcoerncht, und von Tete de Faur, das völlige Mißlingen d�lliticher Gegenangriffe, die Einnahme von Aspach und von Steinbach und der Hohen östlich davon. Ter Fortschritt gegen Münster, �en n heim und Altkirch. Tie von den Teutschen zwischen dem Meer und der Lys erzielten Erfolge sind die Zerstörung der Hallen, der Kathedrale und des Svitals von silyern, d?c Zerstörung der sstadt Nieuvort und des Bades Nieuport, zwischen Lyo und Oise, die Beschießung von Ar- mcntjeres. Bethune und Arras. zwischen Oise und Reims, die Beschießung von Souyir und-oissons. die Wiederein- nähme der Höhe 132 bei Tent de Erouy und ein Gelände- gewinn von zwölshttiidert bis achtzehnhundert Meter nörd- lich von Soisfons, Zwischen Reims und Maas Fortschritt von 300 Meter in den Argonnen, nahe des Baches von Moerissons auf einer Front von 800 Meter: zwischen Maas und der Schweizer Grenze: Beschießung einer Kirche in Nancy und eines Spitales rn Thann. Insgesamt ein allgemeiner, an einigen Stellen sehr merklicher Fortschritt unserer Truppen und ein allgemeines Zurückweichen des Feindes, außer nordwestlich Soisfons. Dies ist die Bilanz der letzten zwei Monate. Zur Er- ist hinzuzufügen, daß erstens die deutsche Offensive rn Polen seit einem Monat angehalten hat und zweitens die russische Offensive in Galizien und den Karpathen andauert. drittens die türkische Kankasusarmece großenteils vernichtet rst, viertens Deutschlands Hilfsquellen an Ossiziersbestä irden Die NeZöung öes Großen Hauptquartiers Amtlich. Großes Houptquarkier, den 23. Januar 1913.(W. T. B.) Westlicher Kriegsschauplatz. Feindliche Flieger warfen gestern ohne Erfolg bei Gent und Zeebrügge Bomben ob. Zwischen Souain und Perthes, nördlich des Lagers von Chalons, griff der Feind gestern nachmittag an, der Angriff brach in unserem Feuer zusammen, der Feind flüchtete in seine Gräben zurück. Im Argonnerwalde eroberten unsere Truppen westlich Fontaine la Mitte eine feindliche (Stellung, machten drei Offiziere und 245 Mann zu Gefangenen und erbeuteten vier Maschinengewehre. Nordwestlich Ponk-a-Mousson wurden zwei französische Angriffe unker schweren Verlusten für den Feind abgeschlagen. Bei den Kämpfen zur Zurückgewinnung unserer Gräben wurden dem Feinde seit dem 21. Januar 7 Geschütze und ein Maschinengewehr abgenommen. Bei Wisembach wurden Alpenjäger zurückgeworfen. Mehrere nächkli6)e Angriffe des Feindes auf Harlmannsweilerkovf blieben erfolglos. Oestlicher Kriegss6)aup!ah. In Ostpreußen nichts Neues. Im nördlichen Polen in Gegend Przasnysz wurde ein unbedutender russischer Angriff abgewiesen. Aus Blinno und Gojsk wurden die Russen herausgeworfen: schwächere auf Szpita! Goruy vorgehende russische Abteilungen wurden zum Rückzüge gezwungen. Unsere Angriffe gegen den Sucha-Abschnitt schreiten fort, in Gegend Rawa und westlich Chenciny lebhafte Artilleriekämpfe. Oberste Heeresleitung. * Von den in obiger Meldung genannten Orten liegen Fontaine la Mitie 3 Kilometer nordöstlich von Vienne le Ckateau am' West- rande des Argonnerwaldes, Wisembach im ilcberial westlich Marlirch und eiwa 12 Kilometer östlich St. Die-Blinno und Gojsl zwischen Lipno und Sierpc, nordöstlich WloSlowel, Tzpital Gorny dicht nörd- tich von WloSlawel, Chensiny südwestlich KielcS, östlich Czcnstochau. � 4- * Der österreichische Generalswbsbericht. Wir», 23. Iaiuiar. Amtlich wird verlautbart: 23. Januar: In P v l c n, W c st g a I i z i e�n und den Karpathen kcinc wcsentlichcn Ercignissc. Stellenweise Geschützkampf, sonst lltuhc. Tie wiederholten russischen Angriffe ans unsere Stellnn- gen in der südlichen L u k vw i u a endeten gestern niit einer Wicdercrobcrung von K i r l i b a b a und der die Stadt beherrschenden Höhen durch unsere Truppen. Die Russen zogen sich unter schweren Verlusten zurück. Tic Versuche des Gegners, über Jakobcnp und Kirlibaba weiter Raum zn ge- Winnen, sind daher vollkommen gescheitert. Der Stellvertreter des Chefs des Gcneralstabs. von Hocfcr, Feldmarschalleutnant. erschöpft sind(durchschnittlich zwölf Offiziere pro Regiment) und es künftig Hilssniittel. in den Effektivbeständen mir auf Kosten der bestehenden Einheiten wird entwickeln können, sünftens die Armeen iwr Verbündeten dagegen die Möglich- keit, sich zu verstärken, noch in beachtenswertem Maß besitzen. Man kann deshalb behaupten, daß es Franchreich und seinen Bundesgenossen genügt, warten zu können, um den vollen Er- folg zu erzielen. Man muß diesen Erfolg mit unermüdlicher Geduld vorbereiten. Tie deutsche Offensive ist gebrochen, die deutsche Defensive wird es ebenfalls werden. l Generalstabschef v. Zalkenhapn � über öen Krieg. Ein Vertreter der amerikanischen„Associated Preß" lmiie im deutschen Hcmpiquarlier eine Nnterrcdmig mit General v. Fallen- Hayn. Dabei erklärte unser Gencralstabschef: „Ter Krieg kann, was Deutschland anbetrifft, unbestimmte Zeit dauern. Ich sehe nichts, was uns zwingen könnte, den Kampf einzustellen. Falls wir untergehen, wird es imt Ehren geschehen, kämpfend bis zum letzten S cki ü tz e n g r a b c n und zum letzten M a n u." T er General fügte hinzu, daß es unrichtig sei, die deutschen Spe- rationen iu Flandern als einen Versuch zum Durchbrnch nach Calais zu deuten. Im Gegenteil, jene Phase des Feldzuges war die Folge eines Versuches der F ranz o s e n n n d Briten, sich nach Norden einen Weg zu bahnen. den rechten deutschen Flügel zn umfassen, Antwerpen zu entsetzen und die Deutschen zum Rückzüge aus Belgien zu zwingen. Jener Plan mißlang. General Ioffrcs Offensive wurde im Dezember befohlen, aber die Deutschen behaupteten nicht mir ihre Linie, sondern gewannen sogar Gelände. Hinüchtlich der englischen Truppen erklärte General v. Falkenhann:„Tie Engländer sind, gute Kämpfer und ich habe alle Achtung vor ihnen, aber eine Armee ohne die nötige» Offiziere isi kaum eine Armee. Wir sind stark genug, sie zu schlagen und mit blutigen Köpfen zurückMverfe». Wir sind auk einen Landungsversuch in Belgien vorbereitet, und je früher er statt- findet, um so besser." Die britische Blockierung, fügte der General hinzu, übe tatsächlich keinerlei Einfluß auf die Kupferverschiffungen; sie sei ein schwerer Schlag für Amerika, aber für Teutschland voll- kommen gleichgültig. * Berlin, 23. Januar.(W. T. B.) Aus dem vom„S t a n d a r d" im Auszug verbreiteten Interview mit dem Gene r a! von Kalken Hayn werden uns von Herrn Seymour Brach üoimei. dem Berliner Vertreter der„Associated Press" noch folgende Einzelheiten zur Verfügung gestellt i Der deutsche Generat stabschef war voll ruhiger Zuocisich!. „Mehr von einer derartigen Offensive" saglc cr mit Bezug auf den neuen Angriffsfeldzug der Verbündeten—„kann uns nur willkommen sein. Wir sind völlig vorbereitet für jeglichen Lau- dungsvcrsuch in Belgien. Je eher er tommt, desto besser." General v. Falkcnhayn, die wichtigste Zelle im.virnzeiitrunr des Heeres, genannt der„Generalstab", und der Mann, der, väch't dem Kaiser, für die deutsche Strategie in dem großen europäische, i Kriege verantwortlich ist, ist ein noch verhältnismäßig junger Mann für einen Oberführer— der jüngste aller Slabscheis der curopäi- scheu Armeen, mit großer Fähigkeit für schwere geistige Arbeit, so unerläßlich, um den enormen Apparat des deutschen Hoeres in diesem Kriege zu leiten. Er sitzt an seinem Schreibtisch in dem alten französischen RegicrungSgebäude, welches den deiilicheu Großen Generalstab Pom Morgengrauen bis fpät in die Rächt K- herdcrgt; ein unaufhörlicher Strom von Offizieren mit Meldungen und Plänen, die seiner Etufcheitumg benötigen, belagert und vre- läßt das kleine viereckige Konferenzzimmer, dessen Tisch den ganzen Tag über mit Karten überlade» ist. Exzellenz, Faltenhaiin de- kleidet die Doppelftellnng eines Kriegsministers und Ehen des Generalftabs.(Das Interview hat am Iii. Januar stattgefunden. D. Red.) Er hat wenig Zeit für Erholung oder Bewegung und schläft im Hauptquartier, mit seiner Hand sozusagen iininee am Steuerradc der großen Maschine: und doch ist seine schlanke Figur so aufrecht und seine ganze Art so geschmeidig und drahtig wie an dem Tage, als er blitzartig vor die Welt trat mit seiner nnvergeß- lichen Vertretung des deutschen Heeres im Reichstag.„Dies ist von unserer Seite kein Angriffskrieg," sagte General v. Falten- Hayn, indem cr die Ursachen des Krieges erörterte,„nicht dir Krieg, herbeigeführt durch irgendeine„Militärlaftc" oder„Militär- Partei", sondern ein Krieg der Selbstverteidigung, Als Soldat kann ich natürlich nicht über die politischen Elemente der Hrsaclu n des Feldzugs reden, avcr vom militärischen Standpunkt lmird: er uns durch die russische Mobilmachung anigezwungen. Angesichts deren konnten wir nichts anderes tun, als uns seriigmachen. Rußland war durch Seine Majestät und durch unseren Botschaiter beraten und gewarnt worden, daß, wenn Rußland mobilisiere, vir zur Selbstverteidigung eine allgemeine Mobilmachung aiibneliwu und alle Schritte tun müßten, um unsere nationale Existenz pr schützen. Trotzdem mobilisierte Rußland weiter, während es seine diplomatischen Verhandlungen führte. Wenn ein Mann zn einer Aussprache mit einem schußbereiten Gewehr in Jlqr Zimmer kommt, kann man von Ihnen kaum verlangen, daß Sic. etie Sie nach ihm' eigenen Waffe greifen, zuwarten, bis er den Finger am Abzug trüuum und auf Sie anschlägt.* „ITitfcre gegenwärtige Lage ist ausgezeichnet. Wir haben keine Ursache uns zu bcttagen. Ter Krieg wurde von uns auf beiden Fronten in Feindesland getragen, und dort sind mir noch nach fünf Fcldzugsmonaten. Unsere Truppen sind guten Geistes und guter Verfassung und unsere jetzigen Linien sind sehr stark. Ter Vorteil ijt vis jetzt ganz auf unserer Seite."„Wenn unser erster Vor- marsch aus Poris", sagte er als Antwort auf eine andere Frage, „ganz und in jeder Hinsicht erfolgreich gewesen wäre, würde man ihn als einen äußerst brillanten Schachzug anerkannt haben. Wie es steht, ist es bewunderswcrt. Ich kann das ganz freimütig sagen. da ich nichts mit dem Entwurf des Feldzugsplanes zu tun hatte, aber man kann nicht erwarten, einen Krieg durchzufechten, ohne irgendwelche Rückschläge, und als wir zurückgingen, schwenkten wir auf unsere gegenwärtige Attionslinie, in der wir durchaus erfolg- reich gewesen sind. Es ist unrecht, die Operationen in Flandern als einen Versuch unsererseits zu betrachten. Calais zu erreichen und die Verbündeten Armeen zu überflügeln. Fm Gegenteil, diese Fetdzugsphase ist das Ergebnis eines Versuchs von französischer und britischer Seite, ihren Nordweg zu forcieren, um uns von der See zu trennen, unsere rechte Flanke und Schulter zu gewinnen, Antwerpen wieder zu nehmen und uns zu nötigen, uns aus Belgien zurückzuziehen. Ihr Plan war verfehlt, unser Gegenschachzug da- gegen erfolgreich. Sie haben uns nicht überflügelt und flankiert und wir sind heute noch da." „Wie steht es denn mit der groß ausposaunten allgemeinen Offensive und Kitcheners neuer Armee?" „Tie Offensive", antwortete General v. Falkenhahn,„sollte nach General Joffres Tagesbefehl am 17. Dezember einsetzen. Bis jetzt haben wir keine Veranlassung, mit ihren Resultaten unzu- frieden zu sein. Ich kann die genaue Darstellung nicht geben, aber bis jetzt hat sie diese Offensivbewegung außerordentlich große Ver- lustc gekostet. Wir haben nicht nur unsere Linien mit Erfolg gehalten, sondern haben sogar noch Boden gewonnen. Weitere solche Offensiven können uns nur willkommen sein." „Was Kitcheners neue Armee anbetrifft— die Engländer sind gute Kämpfer— allen Respekt vor ihnen—, aber eine Armee ohne die nötigen Offiziere und Unteroffiziere ist keine rechte Armee, nach heutigen Begriffen. Sie können ihre Leute herüberschicken, um uns anzugreifen, aber ich denke, wir sind stark genug, ihnen eins auszuwischen und sie mit blutigen Köpfen zurückzuwerfen. Tie geplante Landung in Belgien? Wir sind ganz bereit zu jedem Versuch nach dieser Richtung. Je eher er kommt, desto besser." Es lag nichts UeberhebendeS in General v. Falkcnhayns Art, als er diese Eröffnung machte; im Gegenteil ein Ton ruhigen. selbstsicheren Vertrauens in die Bereitschaft der deutschen Armee und ihrer Geschicklichkeit, sich in jeder Situation zurechtzufinden. „Was für Wirkung auf die deutsche Kriegsführung hat die englische Blockade und Konterbandekontrolle ausgeübt?" wurde General v. Falkcnhayn gefragt. „Praktisch gar keine. Nahrungsmittel haben wir genug. Haben Sie in Deutschland irgendeine Knappheit bemerkt? Wir haben in einigen Artikeln hauszuhalten und müssen mit unserem Weizen- verbrauch sparsam umgehen, aber unser„Kriegsbrot"(mit Bezug auf das Brot, welches aus der vorgeschriebenen Mischung von Roggen und Kartoffelmehl mit Weizenmehl hergestellt wird), ist auch sckmackhaft und nahrhaft, wie das normale Weizenbrot. Das Problem der Ernährung der belgischen und polnischen Zivilbevölke- rung, wie auch in den besetzten Teilen Frankreichs, besonders solcher Städte, wie Lille oder Lodz, bereitet einige Schwierigkeiten, aber für uns selbst haben wir genug." „Was die Sperrung für Kupfer anbetrifft," lachte General v. Falkenhayn,„so haben wir freilich kein Kupfer unter der Erde. Das ist wahr. Aber über der Erde haben wir mehr als genug für alle unsere militärischen Erfordernisse. Sollten unsere greifbaren Bestände erswöpft fein, so brauchen wir nur auf die cknormen Mengen bearbeiteten Kupfers in Deutschland zurückzugreifen. Z. B. in unseren Hochspannungskabeln haben wir für den Augen- blick den Bedarf für ein paar Jahre gedeckt. Die englische Be- vorwundung der Kupferverschiffung scheint mir ein schwerer Schlag zu sein für Amerika, aber für uns bedeutet es nichts.(Er ge- brauchte einen kräftigen süddeutschen Ausdruck für Uebergleich- gültigkeit.) „Und wie lange, Eure Erzellenz, glauben Sie, mag dieser Krieg dauern, kann er dauern? Lord Kitcheners 3 Jahre?" „Er kann dauern," wiederholte der General, indem er einen Satz der Frage herausgriff,„unseretwegen unbegrenzt. Ich sehe nichts, was uns zwingen kann, dem Kriege Einhalt zu tun. Nahrungsmittel und Materialien? Wir sind voll und reichlich versehen. Unsere strategische Lage ist gut. Menschenmaterial? Ist es Ihnen bekannt, wann die Rekruten der Klasse 1915 zu den Fahnen berufen worden sind? Am 1. Oktober 1911, an dem normalen Datum. Erst gestern hatte ich mich mit dieser Frage beschäftigt. Sieht das so aus. als wenn wir irgend Mangel an Soldaten haben könnten? Heute haben>vir mehr Truppen in Berlin als jemals in Friedenszeiten. Sie haben natürlich noch ein„Training" nötig, doch werden keine Leute ohne hinreichende Vorbereitung an die Front geschickt. Begeisterung? Sie sind ja an der Front gewesen und wissen, daß da kein Abnehmen an Eifer bei den Leuten fiir ihre Tätigkeit zu bemerken ist. Nein, wir können schon ins Unbegrenzte durchhalten. Und wenn wir in diesem Kriege, in welchem Kalmücken, Kamt- fchatkancr, Turkmenen, Senegalncger, Inder, Japaner und sonst noch was herangeschleift wurden, um in des weißen Mannes Europa das sogenannte Gleichgewicht der Mächte aufrechtzuerhalten,— wenn wir in diesem Kriege, sage ich, untergehen sollten, der nur gefübrt wird, um eine Nation zu vernichten, deren Schuld darin bestebt, daß sie durch Industrie und harte Arbeit vorwärts kam und blühte, dann werden wir in Ehren untergehen, indem wir bis zum letzten Fuß breit Erde und bis zum letzten Mann kämpfen." „Und wie weit wünscht Teutschland diesen Krieg zu führen, Exzellenz? Bis die andere Seite vollkommen zerschmettert ist?" „Bis sie so besiegt find, daß die Möglichkeit einer Wiederholung dieses nichtprovozierten Angriffs auf uns für ein und allemal ausgeschaltet wird." „Was denken Sie über die neuen Aolken am Horizont, über Italien und Rumänien?" „Diese Frage sollten Sic eigentlich an den Reichskanzler oder an den Staatssekretär des Aeußcren richten." „Aber unter bestimmten Voraussetzungen könnte diese Frage doch auch von Interesse werden für den Chef des Generalstabcs." „Das ist ausgeschlossen," war die bestimmte Antwort.„Ich kann nicht glauben, daß diese zwei Staaten, welche für A Jahre mit unS durch Bande verknüpft waren, plötzlich in die Reihen unserer Feinde übergehen sollten. Ich halte das für ganz un- möglich." der französische Tagesbericht. Paris, 33. Januar.(W. T. B.) Der amtliche Bericht von gestern nachmittag 3 Uhr lautet: In Belgien de- schoß der Feind N i c u p o r t ziemlich heftig. Unsere Infanterie machlc einige Fortschritte östlich der Chaussee von Lombacrtzpde. Zwischen Iperu und der Oisc faud eine glückliche Aktiou unscrer Artillerie gegen die Schanzarbeiten, Batterien und Infanterie- aiisaniinlungeii statt. Zwischen der O i s e und den A r g o n n c n fand bei S o i s s o n s ein heftiges Bombardement statt. Im Perthes- gebiet nordwestlich Bcau Söjour griff der Feind in der Nacht vom 30. zum 31. ohne Erfolg an. Zwischen der Maas und Mosel südöstlich von S t. M i h i e l im Walde von Apre- mont erlaubte ein äußerst heftiges Bombardement nicht, die gestern eroberten deutschen Schützengräben auf eine Länge von 150 Meter zu behaupten. Nordwestlich von PontäMousson im Le-PrStrc- Walde eroberte der Feind einen Teil der Schützen- graben wieder, welche wir vorgestern erobert hatten Wir behaupten uns im Rest der Stellung. In den B o g e s e n feuerte der Feind sechs großkalibrige Granaten auf St. Die, welche keinen ernste» Schaden anrichteten. Zwischen dem Passe Bonhommc und dem Schlucht- paß fand ein Artilleriekampf statt, wobei die deutschen Batterien zum Schweige» gebracht wurden. Im Elsaß ist ein Jufantcriekamp im Gebiet des Hartman nsweilerkopfes eingeleitet, der mit äußerster Hartnäckigkeit als wirklicher illahkampf fortdauert. Bor Dammcrskirch zerstreute ui.sere Artillerie feindliche Ansammlungen. Paris, 33. Januar. fW. T. B.) Amtliche Bt e l d u n g vom 22. Januar 11 Uhr abends. Südöstlich von 9) p e r n zeigte der Feind größere Tätigkeit als in den letzten Tagen. In der ver- gangenen Nacht herrschte ein wenig iutenfives Geschütz- und Gewehr- fcucr im Gebiet des Waldes St. Mard. Eine feindliche Batterie wurde zum Schweigen gebracht. In den A r g o n n e n fanden sehr lebhafte Angriffe statt. In Fontaine Madame und an dem Marie Therese benannten Schanzwcrkc südlich von Fontaine Madame wurde der Feind nach zwei starken Gegenangriffen unserer Truppen zurück- geworfen. Beim Schanzwerk Marie Therese dauerte der Kampf den ganzen Tag an, er wurde beiderseits mit äußerster Energie geführt. Bei Anbruch der Nacht waren alle unsere Stellungen behauptet. Die vom Feinde unternommenen Nachtangriffe im Gebiete des Hart- mannsweilcrkopfrs mißlangen. Den letzten Nachrichten zu- folge dauerte der Kampf fort. verstärkte Heranziehung von Senega!- schützen. Paris, 33. Januar. kW. T. B.) Blättermeldungen zufolge ließ M i l l e r a n d vom Präsidenten P o i n c a r v ein Dekret unter- zeichnen, welches den Kriegsminister ermächtigt, die Zahl der Bataillone Senegal schützen in Marokko entsprechend den Ergebnissen der Aushebung festzusetzen. In dem Bericht, welcher das Dekret begründet, hebt Millerand hervor, Französisch- Westafrika könne eine Menge Senegalschützen stellen, die in M a- r o k k o auszubilden seien, wo fie sich am besten an das e u r o- päische Klima und europäische Kriegsweise ge- w ö h n e n könnten. In einer günstigen Jahreszeit könnten die Truppen dann nach Europa gesandt werden. Ihre endgültige Aus- bildung und die Formierung der Bataillone zu Linieiiregimentcrn sei in Frankreich in kurzer Zeit durchzuführen. Gichtische Erkrankungen infolge öes Aufenthalts in feuchten Schützengräben. Kopenhagen, 23. Januar.„Nationaltideude" nieldet aus London: Ein älterer englischer Linienoffizier, der verwundet aus dem Schützengraben nach London kam, berichtet: Unsere Soldaten leiden fürchterlich. Außer gichtischen Er- krank ungen kamen auch viele Fälle nervösen Zusammenbruchs vor. In der letzten Zeit sind Verwundungen durch Granate» weniger häufig vorgekommen. Unzweifelhaft steht aber fest, daß die Soldaien sehr unter dem Aufenthalt in den nassen Schützen- graben leiden. Deutscher Fliegerangriff auf Dünkirchen. Paris, 33. Januar.(88, T. B.)(Meldung der Agencc HavaS.) 8 bis 10 deutsche Flugzeuge haben am Vormittag des 33. Januar Tünkirchcn überflogen und etwa 80 Bomben abgeworfen. Bisher zählt man etwa 20 Opfer, darunter sieben Tote. Ein mit Waren gefüllter Schuppen fing Fcucr. Englische und französische Flieger verfolgten die deutschen Flugzeuge und zwangen eines, bei Braydunrs niederzugehen. Die beiden Jnsaffcn wurden gefangen genommen. Eine l)avas4Nelöung über die Verheerungen öer Zeppelin-Domben. Leipzig, 22. Januar.(W. T. B.) Das.Leipziger Tageblatt" meldet aus Genf vom 22. Januar: Meldungen der HavaS- Agentur auö London besagen: Die deutschen Luft kreuz er haben über 80 Bomben abgeworfen.(?) Privalberichten zufolge sind in den beschossenen Ortschaften gegen 200 Personen verletzt und über SO getöiel worden.(?) Das Blatl schreibt hierzu: Es ist bemerkenswert, daß die halbamtliche französische Telegrapben- Agentur solche für England sehr unangenehmen Nachrichten ver- breiten darf. Slinüer Zeppelin-Marm. London, 23. Januar. fgeben und alle verfügbaren Kräfte gegen Oesterreich-Ungarn konzcn- trieren.„Es wäre weit vernünftiger, die Schwierigkeiten des Ein- Marsches in Polen auszunutzen, dort nur Beobachtungstruppe u oder, wo erforderlich, Sperren gegen den deutschen Einmarsch zurückzulassen und alle Kräfte auf die Umgehung Krakaus, in der Richtung Wien und Budapest zu konzentrieren." Allerdings, bemerkt das Blatt, könnten die Deutschen den Rücken der in Oester- rcich-Ungarn einmarschierenden Armee bedrohen. Aber bei der „doppelten U ebermacht der Russen" und den schlechten Wegen könne man sich leicht vor einem„Schlag in den Rücken" sichern. In dieser Tarstellung sind die politischen Grunde, die die dem russischen Generalstab empfohlene„neue Strategie maßgebend sind, nicht genannt. Ausführlich äußert sich darüber dasselbe einflußreiche Panslawistenblatt in einem ivätercn Artikel. wobei es zugleich auch auf die Verschiedenheit der d i p! o- matischen Ziele Rußlands und seiner Vcrbüu- deten hinweist:„Während uiiscrcil Verbündeten ausschließlich die Liquidation der preußischen Hegemonie in Deutschland und des deutschen Kolonialbesitzes als politisches Ziel des Krieges vor- schwebt besteht unser Ziel weit mehr in der Liqui- dation Oesterreich-Ungarns als Deutschlands." Ist schon in dieser Formulierung da? politische Moment der neuen strategischen Aufgabe unzweideutig cntbüllt. so erfährt eS noch eine Verschärfung durch die Betrachtungen der russischen Presse über den Zusammenhang eines aktiveren Vorgehens gegen Oester- reich mit der Hineinziehung der B a l k a n st a a t e n in d e n K r i c g. Je schneller, so argumentiert die Presse, die russische Armee in Lesterreich-Ungarn eindringt, desto schneller werden Ru- m ä n i e n und Italien vor die endgültige Entscheidung ge- drängt, die auch für Bulgarien und Griechenland aus- schlaggebend sein wird. Klipp und klar wird dieses Programm von dem liberalen Professor Fürst E w g e n i j T r u b e tz k o i in den „lltusskija Wedomosti" formuliert:„Wir müssen mit den Oester- reichern ein Ende machen, um den Zersetzungsprozess Oesterreichs zu beschleunigen. Unser Generalstab mutz Rumänien, folg- lich auch Italien zwingen, sich sofort in den Krieg c i n z u in i s ch e n!" Sollten aber Rumänien und Italien in ihrer Neutralität verharren, nun, so hält ihnen der kriegerische Professor, der sonst die höchste Etbik predigt, die Alternative entgegen:„Ob unsere Nachbarn(?) sich an der Teilung(!) beteiligen oder Oc st er reich gestatten, einen Separatfrieden mit u ns zu schlichen, laut welchem es Transylvanien und Trieft behalten wird, ist eine Frage des Vorteils für sie und nicht für uns." Dies sind, soweit sich übersehen lätzt, die politischen Aufgaben, die das russische Bürgertum, bis weit in linksliberale Kreise hinein, der Strategie der russischen Heeresleitung gestellt hat. die amerikanischen Kriegslieferungen. New Aork, 23. Januar.(T. II.) Das„Journal of Commerce" schreibt, die Verbündeten hätten seit Kriegs- beginn aus der Union an Kriegsbedarf für 189 Millionen Dollar bezogen. Keine rusilschen ßrieöensabsichten. Petersburg, 23. Januar.(I. U.) Die Blätter ber- öffentlichcn folgendes halbamtliches Communiquo: Die deutschen Zeitungen haben sich in der letzten Zeit sehr häufig mit der Persönlichkeit des Grafen Witte beschäftigt. Graf Witte mutzte, wie erinnerlich, vor längerer Zeit bereits die politische Bühne verlassen und wünschte aus Gründen zugleich Person- licher Natur und aus Parteiinteresse dort wieder zu er- scheinen und hat sich in der russischen Hauptstadt zum Zentrum eines kleinen Kreises gemacht, wo man gern über die Mittel diskutiert, dem Kriege ein Ende zu niachen. In Petersburg sebfi kümmert man sich um die Tätigkeit des Grafen Witte nicht im geringsten und ebensowenig um die Reise, die er in der Presse angekündigt hat. Die Tragweite der von dem Grafen Witte gcäutzerten Friedcnspläne geht nicht über den engen Kreis seiner um ihn geschalten Freunde hinaus. Die österreichischen Deamten in Nußlanü. Wien, 23. Januar.(W. T. B.) Das„Fremdenblntt" erinnert daran, datz Graf B e r ch t o l d, als er nach Beginn des Krieges erfuhr, datz eine Anzahl österreichisch-ungarischer Be- amier in Rußland angehalten und sogar eingekerkert oder verschickt worden sei, gegen dieses brutale Vorgehen und die flagrante Verletzung des Völkerrechts durch Vermittelung der amerikanischen Regierung auf das schärfste protestierte und mit Repressalien drohte, und datz tatsächlich, eine Anzahl russischer Persönlichkeiten, die sich bei Kriegsausbruch in der Monarchie befanden, zurückgehalten wurde. Darauf ließ die russische Regierung durch die hiesige spanische Botschaft Ende Oktober dem Ministerium des Aeutzern zur Kenntnis bringen, datz sie die Repatriierung der österreichisch-ungarischen Beamten angeordnet habe. Sie verlangte gleichzeitig die Heimsendung der in Oesterreich- Ungarn zurückgehaltenen Geiseln. Trotz des über den gegenseitigen Ausrausch im Prinzip hergestellten Einverständnisses und ungeachtet fortgesetzter Bemühungen der österreichisch-ungarischen Regierung, es praktisch durchzuführen, zeigt die russische Regierung die Tendenz, die Sache hinauszuschieben. Es ist aber selbstverständlich, datz die österreichisch-nngarische Regierung mit allen verfügbaren Mitteln nach wie vor dahin wirkt, die schleunigste Repatriierung ihrer Beamten zu erlangen, und datz sie zu diesem Zwecke eventuell zu noch weiter gehenden Repressalien greifen wird. Die«-Dacid*. London, 23. Januar.(W. T. B.) Die„Times' melden aus New Aock: Die Besitzer der„Dacia" erklären, sie hätten das Schiff bei privaten Versicherungen versichert.— Der New Uorker Agent von Lloyds telegraphiert am 2l.: ES heißt, datz die.Dacia' von Galveston nach Norfolk abgefahren ist und sich auf der Fahrt innerhalb der Dreimeilenzone gehalten hat. Ter Besitzer der .Dacia', Breilung. will das Schiff auf der Fahrt begleiten. Die Teuerung in Englanü. � Amsterdam. 23. Januar. lPrivattelegramm des„Vor- wärls'). Die„Daily Citizen' veröffentlicht einen Bericht des nationalen Arbeiterkomitees über die Teuerung. Der Bericht legt dar, datz die Blockade der Ostsee und des Schwarzen Meeres die Teuerung nicht rechtfertige, da von dem vorjährigen Weizenverbrauch von 135 Millionen Tonnen, wovon 106 Millionen eingeführt seien. aus Ratzland nur 5 Millionen importiert wurden. Die Fracht von� New Jork nach Liverpool stieg seit dem Vorjahre von 6 Schilling 5 Pence auf 31 Schilling 4 Pcnce. Die argen- tinische Fracht sei mehr als versechsfacht worden. Eine Ursache der Teuerung sei auch das Abkommen mit den Schiff- kompagnien sür militärische Transporte. Die Verdrängung der deutschen Schiffe verringerte den Wettbewerb. Die seltsamste Ironie sei. daß die Teuerung der Nahrungsmittel die Frucht der Scefiege sei. Der Bericht widerlegt die Behauptung, daß die höheren Kosten des Ladediensles die Teuerung verschulden. Nur der Seemannslohn stieg infolge des Risikos um 10 Schilling monatlich. Die gesamte Kostencrhöhung macht kaum sechs Schilling per Quarler aus. Ohne schleunigste Intervention droht die Zu- nähme der Teuerung. Ein großer Teil der englischen Schiffe setzt den Verkehr zwischen den fremden Häfen fort. Die Regierung mutz 10 bis 12 Schiffe nach den Getreideländern schicken, nöligenfulls die ganze Handelsschiffahn unter Kontrolle stellen. ebenso die Eisenbahn. Der Komitccbericht stellt schließlich die Identität des Vorschlages mit der GcnossenstbaftSmeihode fest, welche in Friedenszeiieu auf der Grundlage der Freiwilligkeit den un- gerechten Zwischenprofil ausschaltet t er fordert die Arbeiterschaft und die Mittelklasse auf. den Genossenschaften beizutreten. Drohenöer Dergarbeiterstreik in Englanö. Amsterdam, 23. Januar.(Privattelegramm deS.Vorwärt s'.j Der Streik von 50 000 Westyorker Kohlengräbern scheint nnvermeidlich. Heule soll das Resultat der Abstimmung bekannt- gegeben werden. Nächste Woche wird die Kündigung eingereicht werden und 14 Tage später der Streik beginnen. Einzelne Unter- nehmer bewilligten den strittigen Minimallohn gemäß der Festsetzung des Schiedsrichters. Eine Konferenz öer ßinanzminister. Amsterdam, 23. Januar.(Privattelegramm des „Vorwärts".) Tie„TivicS" meldet aus Paris, der britische, französische uitd der r u ss i sch e F i n a n z- m i n i st e r werden in Paris eine Besprechung abhalten. Eine Lehre. Der. A v a n t i', unser Mailänder Parteiblatt, schreibt in einem geharnischten Leitartikel, datz die Erdbebenkatastrophe durch die Nichtbereilschaft der Hilfeleistungen, bestehend im Mangel an Hospitaleinrichtungen, Geniesoldaten, Aerzten, Lebensmitteln, Hilfsgeräten usw. auch geoffenbart habe, datz die militärische Bereit- schaft trotz monatelangen Geredes von Rüstungen nicht vor- banden sei. Das genannte Blatt führt sodann in bezug auf die politische Seile der furchtbaren Katastrophe weiter aus: „Dieses schreckliche Unheil, das— während noch die Provinzen Calabrien und Sizilien von den Wunden vor sechs Jahren nicht ge- nesen sind— auf den armseligsten Teil Italiens hereingebrochen ist und zu Hunderten und Tausenden seine Opfer unerbitUich und plötzlich niedermäht, ruft die Menschen in Italien zur Wirklichkeit zurück. rüttelt sie aus ihrem bösen Traum, löscht ihre verhängnisvollen Gelüste aus. Jetzt ist ein anderer Krieg zu kämpfen. Es sind feindliche Kräfte der Natur vor- banden, die unsere Existenz gefährden und unsere Zukunft bedrohen. Gegen diese Kräfte ist der Kampf schön und heldenhaft. Gedanken und Taten der zivilisierten Menschheit müssen sich diesem Kampfe zuwenden. Flüsse sind zu kanalisieren. Berge mit Wald aufzuforsten, endloses, brachliegendes Gelände fruchtbar zu machen, arme Dörfer, die eine übermenschliche unbekannte Kraft dann und wann erschüttert und zu Boden wirst, sind mit den Vorkehrungen zu versehen, die die Wisienschaft anrät: das ist die edelste und höchste Aktion, die Italien zu vollziehen hat. Hier sind die höchsten Opfer notwendig, hier kann das heiligste Heldentum gezeigt werden. In der heutigen Katastrophe ist eine grotze Lehre enthalten. Die französische Partei unü öas Kopenhagener ßrieöensprogramm. In einem Artikel der„Humanils' von I. Lovguet zu der inter- nationalen Konferenz von Kopenhagen wird der Vorschlag be- sprachen, den der Genosse Hilquitl für die Sozialdemokratie der Ver- einigten Staaten der Kopenhagener Konferenz unterbreitet hat. Dieser Vorschlag enthält sechs Bedingungen, unter denen die inter- nationale Sozialdemokratie dem Frieden zustimmen könnte: 1. Allgemeine Abrüstung; 2. die Abschaffung der Geheim- diplomatie und die Kontrolle der auswärtigen Politik durch die Parlamenle der verschiedenen Staaten; 3. keine Anneklion ohne Zustimmung der beteiligten Bevölkerung 4. obligatorisches Schiedsgericht; o. Jnternalionalisation der grossen Verkehrswege(Dardanellen, Meerenge von Gibraltar, Panama-, Suez- und Nvrd-Ostsee-Kanal usw.; die Neutraliläls- erklärung der Meere- Bekaunllilh sind die wichtigsten, die vier ersten dieser Punkte auf der Kopenhagener Konserenz in ihrer Resolution ausdrücklich aufgenommen worden. Die„Humanits' bemerkt zu diesem Vorschlag: In seinen grossen Linien ist das Programnr das aller Sozialisten. Es wird auch von den Genossen der Alliierten auf der demnächst statt- findenden Konferenz von London, auf dem die französische sozialistische Partei vertreten sein wird, in demselben Sinne akzeptiert werden, wie von dem Kopenhagener Kongretz der neutralen Sozialisten. Die Ermordung von Jaures. In der„Humanits" erhebt nach einem Bericht der„Telegraphen- Union" der sozialistische Deputierte Vaillant Widerspruch dagegen, datz der mit der Unlersuchung der Ermordung Jauros betraute Richter das Verfahren einstellen wolle, weil die Aerzre dem Mörder eine beschränkte Verantwortlichkeit zugesprochen haben. Vaillant verlangt eine öffentliche Gerichtsverhandlung, weil das Publilum darüber auf- geklärt fern wolle, ob der Mörder durch politische Gegner von JaursS zu seinem Verbrechen getrieben wurde, oder etwa durch Feinde Frankreichs, die ani Vorabend des Krieges ein Interesse daran hatten, Unruben herbeizuführen. Soweit der Bericht. Wir selbst wünschen eine rücksichtslose Aufklärung um so mehr, da die Insinuation beweist, wie trübend der Krieg auf Vaillants Urteilsfähigkeit gewirkt hat. Und schmerzlich bewegt uns wieder der Gedanke, wieviel beyer für die ganze Internationale es wäre, wenn der grotze Tote heute noch lebte und wirkte. wirtschaftsfragen in öer französischen Kammer. Paris, 23. Januar.(W. T. B.) Der KammerauSschutz für Handel und Industrie hielt am 21. Januar eine Sitzung ab. Ter Vorsitzende unterbreitete dem Ausschuß einen auSsühr- lichen Arbeitsplan, betreffend die allgemeine Lage der nationalen Industrie, Wiederherstellung der durch die Invasion zugrunde gerichteten Industrien, Schaffung neuer In- dustrien zur Herstellung von Erzeugnissen, welche bisher aus den feindlichen Ländern bezogen wurden, ferner betreffend die Or- ganisation des industriellen und kommerziellen Kredits, sowie die Einfuhr von Rohmalerialien, Feststellung des Ausfuhrhandels. Ermittelung der hauptsächlichen Absatzgebiete im Auslande und schließlich betreffend den Handel mit den Kolonien. Zum Studium der verschiedenen Fragen wurden besondere Berichterstatter ernannt. Der Ausschuß beabsichtigt, eine Anzahl Untersuchungen vorzunehmen. bevor er Entscheidungen über die einzelnen Fragen trifft. Im Kammerausschuß für öffentliche Arbeiten erklärte S e in b a t, die Frage der T r a n s p o r t v e r h ä l t n i s s e sei seit Kriegsausbruch völlig in den Händen der Militärbehörden, welchen alles Lob zu ipendcn sei. Immerhin müßten gewisse Verbesserungen erzielt werden, beispielsweise Ausnützung der Nebenlinien sür Per- sonen- und Güterbeförderung. Einige dieser Nebenlinien seien ge- iverrr und als Lagergleise benützt worden. Das Ministerium der öffentlichen Arbeiten habe in dieser Angelegenheit und zwecks Ver- besierung des Fahrplans und der Frachtenbefördcrung Schrille unternommen, welche bereits zu beachtenswerten Ergebnissen gc- führt hätten. Die Ausnutzung der Schiffahrtswege sür die Velproviantierung einiger Gebiete Frankreichs bilde den Gegen- stand eingehender Unterjuchungeu, welche bald abgeschlossen sein dürsten. wirtschaftliche Ziele. In den„Hamburger Nachrichten" wird die Frage oufgeworsen, ob sich die gegenwärtige Siiualion nicht zu einer zunächst lvirt- schafllichen Ausschliessung Persiens durch deutsche Kapitalistenlreiie ausnutzen lasse. Diese' Frage wird mit solgender Begründung bejaht: „Nachdem sich die Türkei durch die Erllärung des Heiligen Krieges offen auf unsere Seite gestellt hat. dürfen wir wohl sicher sein, daß Deutschland forlau die Türkei kulturell und handeis- politisch durchdringen wird, trotzdem, was besonders sür die Kultur zutrifft(Schulen, Missionare). Frankreich hier bisher zweifellos vor- herrschend war. Aber Frankreich und England haben für alle Zeiten in der Türkei ausgespielt. Aehnlich mutz es in P e r s i e n werden. Deutschland allein hat im Gegensatz zu den anderen Völkern sowohl bei der Türkei als auch bei Persien das größte Interesse, datz diese beiden Staaten in jeder Weise erstarken. Der Türkei haben wir diese unsere Auf- fassung zuerst durch die Erwerbung der Bagdadbahnkonzession ge- zeigt. Den Verhandlungen über die Bagdadbahn ist dann die politische Annäherung gefolgt, die mit dem jetzigen Bündnis einen vorläufigen Abschluß gesunden hat. Persien bedarf ebenso der Eisenbahnen, um aufgeschlossen zu werden,>vie seinerzeit die Türkei. Aach hier müssen wir die- selbe Politik befolgen, um Persien aus sich selbst erstarken zu lasse». Die Erzeugnisse Persiens, seien es»un solche des Bodens, der Viehzucht, der Teppichindustrie, werde» mit ungeheueren Fracht- Unkosten belastet, bis sie einen Verschiffungshasen erreichen, und ebenso verteuert gelangen die europäischen Waren in die Hände der persischen Verbraucher.... Es ist unzweifelhaft jetzt die Aufgabe für weitauZschaüelide Kauf- leute und Kapitalisten, das deutsche Interesse wahrznaehmen, und zwar so, datz mit einiger Bestimmtheit auf Erfolg zu rechnen ist. Deutschland, als Verbündeter des Kalifen, ist jetzt Trumpf in Teheran. Eine transpersische Bahn in deutschen Händen be- deutet die wirtschaftliche Ausschließung Persiens durch Deutschland. An eine solche Bahn kann das ganze Land durch Zweigliuieu au- geschlossen werden. Zum Schlutz möchten wir auf den Vortrag von Dr. Rohrbach am 1. Dezember vorigen Jahres in Hamburg verweisen: Wohin wird uns dieser Krieg führen?, in welchem Rohrbach unter anderem sagte: „Es wäre ein Fehler, wenn wir nicht schon jetzt mit den Ländern des nahen Orienis(Persien, Afghanistan) wirlschastliche Beziehungen anknüpfen würden. Bei einem Friedensschluß können wir nicht genug Faustpfänder in der Hand haben. Schon jetzt müsse man daran gehen, geeignete, mit den Verhältnissen vertraute Kaufleute nach Persien zu' senden, um dort jetzt Konzessionen zu erlverben, seien diese nun für Eisenbahnen. Bergwerke oder öhnlickic-Z. Ware England an unserer Stelle, so wären dort die kaufmännischen Kreise schon sicher seit Beginn des Krieges an der Arbeit, um sich derartig« Konzessionen zu sichern." Kriegsbekanntmachungen. Landsturmpflicht. Die Landsturmpflicht dauert bis zum vollendetm 43. Lebensjahre. Nach Erlaß des Aufrufs bis zyr Aus- losüng des Landsturms findet ein Ausscheiden aus dem Land- stürm nicht statt. ..Ter Erlaß des Aufrufs für das preußische. Äontmaent ist erfolcit in den Bezirken des I., II., 3�., VI., VIII., IX., X, XIV.,- XV., XVI., XVII,, XVIII.. XX. und XXI. Armeekorps für den ausgebildeten und unausgebildetcm-mir 1. August 1914*), in den übrigen preußischen Korpsbezirken u) für den ausgebildeten Landsturm am 13. August 191-!>, b) für den nicht ausgebiloeten Landsturm am 4. Dezember 1914*). Alle Landsturinpflichtigeu, die an den vorbezeichneten Tagen ihr 45. Lebensjabr noch nicht vollendet hatten, d. h. alle am 2. August, 16. August und 3. Dezember 1869 oder später Geboreneu sind also nicht ausgeschieden, sondern bis zur Auflösung des Landsturms wehrpflichtig. Die Auflösung wird vom Kaiser angeordnet. *) Tag der Verkündigung und der Ausgabe des Reichs-Gcsetz- blatts. Postpakete für Kriegsgefangene in Japan. Von jetzt ab können auch P o st p a k e t e an deutsche �Kriegs- und Zivilgcsangcne in Japan zur Beförderung über die Schweiz angenommen werden. Zeitungsbestellungen für Heeresangehörige. Nach den in letzter Zeit gemackiten Wahrnehmungen werden Zeitungen für Heeresangehörigc bei den Feld-' imd bei den heimlichen Postanstalten mehr und mehr nur noch sür einen Monat bestellt. Abgesehen davon, daß durch diese bedeutende Vermebrung der Bestellungen der gesamte Zeitungsvcriricb wesentlich erschwert wird, treten bei dem Verfahren leicht Unterbrechungen in der Lieferung während des MonalS- Wechsels ein, weil die Neubestellungen sür den nächsten Monat bei der oft langen Bcförderungsdauer nicht immer so recht- zeitig bei den Verlags-Postanstalten eingehen, datz sie pünktlich mit dem Beginn der Bezugszeit ausgeführt werden können. Den Aufgebern von Zeitungsbestellungen sür Heeresangehürige ist daher dringend zu empfehlen, die Zeitungen gleich sür das Vierteljahr oder für den Rest der lausenden Bezugszeit zu bestellen. Keine Jcldpaketc im Januar. Berlin, 23. Januar.MIMII!!>IlIIWIIIIlIIII>W»!W!>>II!>!l>lI>W>W Besonders preiswert! | Dam.-Glace-| | Handschuhe| lange, weiße | 95 Pf- ond 1,95| VLfdaülj der Freien MMnen Sonntag, 24. Januar nachmittags 2'/z Uhr: Deutsches Theater: Jedermann. Nachmittags L Ubr: Lolkobübne, Theater am Bülowplatz: Wenn der junge Wein blüht. S chiller-Theatcr Charlottenburg: Uriel Aaofta. 2esftng-Theater t Liliom. Ilontis Operetten- Theater: Der lachende Ehemann. Abends S'/i Uhr: Volksbühne, Theater am Bülowplatz: Götz von Berlichingen. Montag, Dienstag, Donnerstag, xreitag, Sonnabend: Die Kreuzet- jchrciber. Mittwoch: Götz von Berlichingen. fdester kiir Mmi 24. Januar: Berliner Theater ö Uhr:„Extrablätter!" Oeutsches Könstler-Th. ö Uhr: Luther. Deutsches Opernhaus, Charlottenb. :! Uhr: Der Waifenschmicd. H Uhr: Oberon. Friedrich-Wilhelmstädt. Theater. ." Uhr:.Jugend. ttasparone. C*ebr. Herrnfeld-Theater SUhr: So leben wir! Zwei leuchtende Punkte. Kleines Theater :;1/J U.: Der Hexenkessel. 8 Uhr: Jettchen Gebert. Komödlenhans 8 Uhi; Biedermeier. H essing Theater •j Uhr: Kilian,. 71/: U.: Peer Gynt. I.nstsplclhaus , U.: Oort und hitadt. ö1,, U.: KcntnautsmUndel. Uetropol-Theater 2'/a U-; Gr- Wohltätigkeitsvorstellung Woran wir denken! V!'v-: Woran wir denken! Jlontls Operetten-Theater Ii Uhr; Oer lach. Ehemann. S Uhr; Her liebe i'epi. Residenz-Theater o Uhr: Grolistadtlaft. 8 Uhr: Krümel vor Paris. Rose-Theater o Uhr: Oas Glück des Leb ens. 8 Uhr: Sein ganzes G läck. hl eh iiier Theater O. 8 Uhr; Busarenfieber. Schiller-Th, Charlottenhg. ■j Uhr; l'riei Aoosta. 8 Uhr: Der Störenfried. Thalia-Theater ." Uhr: Das Glück Im Winkel. S Uhr; KanUrad Manne. Theater am Xoliendorfpl. 31/, U.: Der Verschwender. 8'i, ü.: Immer feste drnö! Theater a. d.Weidendammerbrückc VI, U.: Verlorene Ehre. 8 Uhr: Erstaufführung: Goidgab ich für Eisen Theater des Westens 8 uhr: poienblut. o Uhr-: Die Jungtrau von Orleans. Theater in der Königgräfzer Straße 7I/jU-: Herodes und Moriamne. Tri anen Theater S'/j U.r Die Waise aus Lowood. S'i, U.: Das Elcbesucst. Volksbühne. Theater amBQIowplatz o Uhr: Wenn der junge Wein blüht. 8'/, ü.; Götz von Berlichingen. Wathalla-Theater 8'u u" Das Farmermädchen. Linisen-Theater. o llbr: Zum letztenmal: Vom Glilek vergessen.—' 8.15 llbr: Heimat. MMib? Der Slabstrompeler. urania Ta,�,:r«.'r- Abends 8 Uhr: Die Kopsen und ihre Kampfstätten. Montag 1 Uhr(Halbe Preise): Die tehse! und die masur.Seen. Abends 8 Uhr: Die Kogesen und ihre Kampfstäüen. Ausschuß für Volksunterhaltung. Heute Sonntag, 24. Januar, abends S Ubr, i. Gewerkschaftshaus; ❖<- Volkstümlicher Vortragsabend. ❖<• Mitwirkende: Fränlcin Elsa Colman, Lieder zur Laute, Herr Ewald Guiard, ernste und heitere Rezitationen. --- Berliner K onzeroTrio.--- Eröffnung 6'/, Uhr.*«* Beginn 8 Uhr. Eintrittsharten an der Kasse. 910h Heute 2 Vorstellungen 2 Januar- Spielplan. Kleine Preise. Kinder zahlen nachmittags halbe Preise! Theater Hochbahn � S � fet. fei ii fc J' R Kottbuser Str. 6 Kottbuser Tor. � x w. � V™ w r« V> Horitzpl. 14814. DA- Heute Sonntag, den 24. Jannar: Gastspiel Gastspiel Kriegszeitposse i. 4 Akt. m. Gesang v. Otto Reuttoru. M. Reichardt. Preis ÖO Pf., 75 Pf.— Beginn 8 Uhr.— Konzert 7 Uhr. 10 Pf. Steuer._ Raraehen gestattet! Zirkus Albert Schumann Sonntag, den 24. Januar: 2 Große Vorstellungen O nachm. S1;., u. abds. 7'/. Uhr. � Nachm. hat. jeder Erwachsene auf allen Sitzplätzen 1 Kind unter 12 Jahren frei, jedes weit.Kindunt. 12 Jah. rd. Hälfte i n beid. Vorstellung. ungekürzt p�~Ost und West."MtzZ in der Nachmittagsvorstellung wird in d. Schaustück nicht geschossen. In beid. Vorstellg.: Urian, Orang-Utang, als Akrobat und Billardkünstler. Weise mit seinen 5 Bären. Der fallende Mensch. Barons Ldwen- und Tigergruppe("Parodie). S&RRASANI Hente Sonntag, d. 24 Januar 3 Uhr 71/, Uhr zwei Fest-Vorstsllungen. In beiden Vorstellungen und täglich: Das NEUE PROGRAMM mit dem hochinteressanten Marine-Schauspiel: ßinjefahrliches Spiel. Nur noch wenige Tage!! Casino- Theater. lothringer Straße 37. Täglich 8 Uhr. Wieder ein neuer Schlager. Der größte Erfolg seit Befteheu: Durch Dick und Dünn. Volks-Vustspiel in 3 Akt. v. Hans Berg. Dazu erst Vati. Svez.-Kricgsaujnahm. Souutag 4 Uhr: Teutsctie Mütter. V«Izxt-l'lKStttSI'. Badstr 38. Badstr. 58. Heute Sonntag, den 24. Januar: Dei' Leierniai u. sein" Montag, den 25. Januar: Bencsiz für den Oberregvicur Baoh. 8»eh»Id und hiühne. Aasscnerösfnung 7 Uhr. Änj. 8 Uhr. ReichLhsHeu-Ilieälör. Stottiner Sänger. Zum Schluß; .„Unser m Usliar �peziaiarzt f. Haut, Hann. J-rauenteiden, nerv. Schwäche, Beinfranke jeder Art, Ehrlich Hat«> Kuren in u. Co. konz. Laborat. j BUnr- unteriuchung., Fäden u Harn usw. Fhedrichstr. 81, ÄÄ Spr. 10— 2, 5— 9, Sonn!. U— 2. Honorar mätzig, auch Zeitzahl. Separates Tamenzimmer. sVi.4,'h'"SM Dr. Romeyer Arbeiiermöbel. Die Ansstellung im Ge- vvei-kschaftshans Ist geschlossen. Die Möbel können aber tüg- lieh bis 7 Uhr abends in der Fabrik von Dibbelt& Roibe Keughofstraße 30 besichtigt weiden.* Theater F olles Coprioc- 8ht Possen-The Ater Ei Moritz wird energisch, Das Eentnantsfenstcr. Uandwehriente. Martin Rettner a. G. f Inventurverkauf! � Pelzwaren Eabrik nnd I nger von Stolas, Krawatten, Militar-PeU westen, Pelzhüten. Pelzjacken, Muffen, Pelzen, Kindergarn II. usw. Nur reelle Ware, von der einfachsten bis zur elegantnsteu. Tausende Sachen auf Lager. Auch Einzelverkauf zu billigen Preisen.— Sonntags geöffnet. F. Kalinann, Kürschner- meister, nur Kommandantenst.15 I. Etage, b. d. Beuthstraße. Tel.; Zentrum 3917. Gegr. 1894 YM GARBATY ■*'$*'' für QualiMlsrauclier i f A. i i i ' Lerantw. Redakt.: Alfred Wielepp, Neukölln. LnferatenleU verantw. Th. Glocke, Berlin. Druck u.!Lerlag! Vorwärts Buchdr-u. Verlagsanstalt AaulStngerS Co., Berlin ZW. Hierzu 2 Beilagen u.MucrhaUungsbl. %i. 24. 32. Zshrzssz. 1 Jrilap des LamSck" Ittlinct WIKsdlR Ssmltag, 24. Jess« WK. srauen-Lekabenä Lrok-Keriln: Montag, äen 25. Januar, abenös 8'/- Ahr. Politische Leberftcht. Friedenserörterungen. � Zu dem Aufsatz des Freiherrn von Zedlitz über Friedenserörterungen m der Presse äußern sich bisher nur wenige bürgerliche Organe. Aber soweit daS geschieht, unter- streichen sie die Forderung des freikonservativen Abgeord- neten, daß der Oeffentlichkeit die Möglichkeit zur Erörterung des Kriegszieles gegeben werde. Die„Tägliche Rund- schau" schreibt unter der Ueberschrift:„Woran wir denken" dazu: ..Uns allen ist es bewußt, daß wir seit Wochen und Monaten am wenigsten über das sprechen, woran wir a m meisten denken. Das sind die großen Schicksalsfragen: Wohin soll dies alles uns führen? Was erhoffen wir, was erwarten wir von der deutschen Zukunft? WaS for- dern wir von diesem Krieg? Sicherlich ist hier mit Recht eine beilsame Zucht der Zurückhaltung geboten und geübt worden. Iber es mag auch gut und nützlich sein, einmal daran zu er- inner», daß dieses Schweigen und die Zurückhaltung keiner Teil- nahmslofigkeit, sondern einem stillen, tiefinnersteu Glühen ent- springt. Es könnten sich sonst doch am Ende hier und dort falsche Lorstellungen festsetzen über den seelischen Zustand der Nation und über den Grad ihrer Entschlossenheit, die Entscheidung über die Dinge, für die ste jetzt seit Monaten und immer weiter Gut und Blut einsetzt, nicht etwa einem Kreis von handwerksmäßigen Diplomaten zu überlassen. Es ist keineswegs an dem. Die Borgeschichte und der Ausbruch dieses Krieges haben der berufsmäßige» Diplomatie alles andere als Bertrauc» eingebracht. Das darf über keinem Schweigen und Warten vergessen werden. Es ist darum ganz nützlich, wenn einmal daran erinnert wird." Die„Deutsche Tageszeitung" ist ein wenig zurückhaltender in ihrer Zustimimmg. Zu der Forderung deS Freiherrn von Zedlitz, die Regierung solle dem Landtage bindende Zusicherungen über die Zulassung von Friedens- crörterungen geben, stellt sich das konservative Blatt zwar oMehnend. Zur Erörterung der Einzelheiten von Friedensbedingungen hält die„Deutsche Tageszeitung" die Zeit noch nicht für gekommen, gibt aber weiter zu, daß„jedoch eine solche Erörterung nicht für alle Zeit unterbunden werden darf". Dagegen fordert das konservative Blatt schon jetzt die Freiheit jür allgemeine Erörterungen: »Man wird aber auch zu unterscheiden hoben zwischen den Besprechungen etwaiger Einzelheiten und zwischen allgemeinen Bemerkungen. Wenn Herr Ballin einen Flottenstützpunkt im Aermelkanal verlangt hat, wenn der Abgeordnet« Boss ermann den Wunsch äußerte, daß wir behalte» mochten, wa» unsere Waffen erobert hätten, und wen» schließlich hier angedeutet wurde, man müsse, falls Landerwerbnn- gen in Betracht kämen, daS Ziel im Auge haben und im Auge behalten, für das deutsche Bauerntum Neuland zu gewinnen, damit die Landwirtschaft imstande sei, den heimische» Bedarf auch in späteren Zeiten zu decken; so find das Andeutungen und Erörterungen, die in keiner Weise unerwünscht sei» könne»; eö sind vielmehr Selbstverständlichkeiten, die zu unterdrücke» oder zu verhindern nicht der mindeste Grund vorliegt." Für selbstverständlich halten wir es, daß die Presse sich auch negativ zu den Wünschen von Ballin usw. äußern könne und grundsätzliche Anschauungen über das Selbst- bcstimmungsrecht der Völker vertreten dürfe. Freisinn und Kriegsziele. Der fortschrittliche Abgeordnete Dr. Pach nicke hat in bcr„Hilfe" einen Aussatz über den„Ertrag des Krieges" veröffentlicht, der nun den konservativen Abgeordneten Dr. O e r t e l veranlaßt, den Fortschrittlern eine Epistel über ihre frühere Stellung zu bestimmten Friedensfragen zu lesen. Dr. Oertel schreibt: „Dr. Pachnicke fährt dann fort:„Wenn die Sozioldemo- k r a t i e an einen Frieden ohne Eroberung denke, so geschehe di-S wohl nur aus der Befürchtung heran«, daß in allzu gründlichen Verschiebungen der Keim zu neuen Kriege» liegen könnte."... Nur nebenbei möge daran erinnert werden, daß früher auch ein Parteigenosse de« Herrn Dr. Pachnicke öffentlich dargelegt bat. Deutichland dürfe bei dem Friedensschlüsse nicht an Ge- bietserweiterungeu denken. Der Herr ist aber von allen Leiten, auch von seinen Parteigenofleu, so kräftig abgeschüttelt worden, daß er seinen Standpunkt wohl aufgegeben hat oder doch sich jedenfalls hüten wird, ihn von neuem öffentlich zu vertreten... Was der Führer der Fortschrittlichen VollSpartei weiter über unsere Rüstung und unsere moralische Widerstandskraft sagt, möge hier übergangen werden. Nur die Sätze möchten wir noch wieder- geben, mit denen er seine Darlegungen schließt: .Käme ein Friede ohne solche Frucht, ohne großen politisch- wirtschaftlichen Gewinn, so könnte die zurückbleibende Spannung, kompliziert durch ostafiatisch-amerikanische Schwierigkeiten, sehr leichl zu einer vielleicht noch verschärften Wiederholung des jetzigen Krieges führen. Die bisher gebrachten ungeheuren Opfer wären vergebens gewesen; noch größere würden uns auferlegt. Das wird überall verstanden, bis ins letzte deutsche und österreichischungarische Dorf. Daher die Enlschloffenheit zum Ausharren, da- her trotz aller Trauer um Gefallene und Verwundere das ein- mütige Verlangen nicht nach einem frühen, sondern nach einem sicheren, ehrenvollen, ertragreichen Frieden. Der richtige Zeiwunlt zum Verhandeln läßt sich nur von denen finde», in deren Händen alle Fäden zusammenlaufen." E» gereicht uns zu besonderer Befriedigung, daß e« der Führer der Fortlchriltliche» Volkspartei ist, der sich mit solcher Wärm« und Entschiedenheit zu solchen Anschauungen bekennt. Wenn sonst von anderer Seite ähnliche Gedanken ausgesprochen wurden, so wurden sie bisweilen, nicht von Herrn Dr. Pachnicke, aber von anderen Anhängern seiner Partei, als Ausgeburten des sogenannten Chauvinismus bezeichnet, und zwar nicht nur in einer weit zmückliegenden Zeit, sondern noch vor kurzem. Man darf wohl annehmen, daß Dr. Pachnicke sich nicht so deutlich und so scharf ausgesprochen haben würde, wenn er nicht der Ueberzeugung wäre, daß er die Mehrheit, die überwiegende Mehr- heil, ja vielleicht seine ganze Partei hinter sich habe. Mit diesen von ihm dargelegten Auffassungen stimmt aber nicht nur die Fort- schrittliche Bolkspartei, sondern das ganze völkisch empfindende deutsche Voll, vermutlich bis tief in die Reihen der Sozial- demolratie, Lberein." _ In unseren Augen ist allerdings der Tadel über die frühere Haltung der Fortschrittler ein Lob. Die.�Köuigsberger Volkszeitnug" verböte«. Der Gouverneur von Königsberg hat unser dortiges Parteiblatt, die„VolEzeitung", auf die Dauer von 10 Tagen verboten.____ llSiedererscheiue« des„Gothaer Volksblattes". Nach neuntägigem verbot ist unser Gothoer Parteiblatt am 25. d. M. zum ersten Male wieder erschienen. An der Spitze de? in anderem Format herausgebrachten Blatte« befindet sich folgende Erklärung: Als Vorsitzender deS AufflchlSrateS der Aktiengesellschaft.Gothaer Volksblatt" erkläre ich: Die NichtVorlegung zweier Suffätze dei.Volksblattes" zur Vor- Prüfung ist ohne Wissen und Willen der Leiter der Zeitung, lediglich durch daS Versehen eines Angestellten er- folgt. Ich verbürge mich dafür, daß daS.Gothaer Bolksblatt" hinfort für die Dauer des Krieges den Forderungen der Gegenwart in jeder Weise Rechnung tragen und nichts tun wird, was den inneren Frieden zu stören geeignet wäre. Kassel, den 18. Januar 1915. gez. ffitlh. Bock, Reichstags- und Landtagsabgeordneter. Differenzen über die Höchstpreisfrage. Auf recht eigenartige Vorgänge bei der Regelung der Lebensmittelversorgung macht die„Frankfurter Zei- tung" aufmerksam. Sie schreibt: Inzwischen erleben wir da» wenig erquickliche Schauspiel, daß der Streit um die sogenannte Höchstpreisftage, die in Wirk- lichkeit gar keine Frage mehr sein dürste, in sonderbaren Formen fortgeführt wird. Kaum ist neulich in einer offiziös be- dienten Berliner Korrespondenz eine Auslassung erschienen, die mit schlagenden Argumenten nachwies, warum die Regierung im Interesse der konsumierenden Massen die Getreidepreise nicht einfach nach den Friedensgesetzen von Angebot und Nachftage aus eine beliebige Höhe ansteigen lassen durfte, sondern sie durch Festsetzung von Höchstpreisen regulieren mußte— so erscheint sofort in der„Kölnischen Zeitung", ähnlich wie kurz vorher in einigen Berliner Blättern, ein Gegenartikel, der sich darauf ver- steift, daß nicht in der Preis-, sondern in der Vorratsftage das ernsteste Problem in der ganzen Ernährungsfrage im weiteren Verlaufe dieses Krieges liege und daß hohe Preise das beste Er- ziehungSmittel zum Sparen seien. Es steht uns jetzt nicht der Sinn zum Polemisieren. Aber es ist notwendig, auf diese Er- örteruugen hinzuweisen, weil man weiß, daß die gleiche Di- vergenz auch zwischen den beiden hauptbetei- ligte» Ressort», dem Reichsamt des Innere» und dem preußischeuHandelsministerium schwebt— von der dritten beteiligten Zentralstelle, dem preußischen Landwirt- schaftSministerium, von dem man sehr gerne entschiedene Maß- regeln, vor allem für die Verminderung der Schweinebestände hören würde, erfährt die Oeffentlichkeit sehr wenig— und weil man annehmen muß, daß es zu einem guten Teil diese Divergenz fft. die die Maßnahmen der Regierung s« sehr verzögert und abschwächt. Wir meinen, man sollte sich nachgerade klar machen, daß alle diese Erörterungen über die Höchstpreise lediglich den einen Effekt haben, die verderbliche Zu- rückHaltung von Vorräten zu fördern, weil sie in gewinnsüchtigen Besitzer» immer wieder die Hoffnung lebendig halten, daß sie bei längerem Zuwarten doch noch höhere Preise erhalten könnten. Und man sollte sich endlich auf die einzig richtige Synthese einigen, daß man Preis und Vorrat regulieren muß und daß, nach- dem die Höchstpreise festgesetzt waren, für die Vorratsregulierung allerdings»och immer nicht das, was ausreichend wäre, ge- schehen ist." Wenn die maßgebenden RegieruugSin stanzen sich nicht klar und einig sind über die im Jntereffe der Lebens- mittelversorgung notwendigen Maßnahmen, nimmt es aller- dings kein wunder, daß die Beschlüffe den Charakter unzu- länglicher Kompromisse an der Stirn tragen. Aus welchen Beweggründen von bestimmter maßgebender Seite„gebremst" wird, ergibt sich aus einem Artikel der„Sächsischen Staatszeitung", des amtlichen Organs der sächsischen Regierung. Darin heißt es u. a.: .ES ist sehr bequem,»ach Höchstpreisen für Mehl zu rufen, ad« wa» würde sich«geben, wollte man diesem Rufe Folge leiste»? Jede Unternehmungslust de» Handel» würde lahmgelegt, da» Eindringen von Mehl au» dem Auslande un- möglich werde« und sogar»och Material über die Grenze fließen."(!) Es wird dann weiter noch ausgeführt, daß es jetzt nicht mehrdaraufankomme,obdiePreisehochoder niedrig wären, sondern darauf, daß überhaupt Material vorhanden ist. Gehen die Preise für die wichtigsten Lebens- mittel immer mehr in die Höhe, so dürfte nichts weiter übrig bleiben, als die Unterstützungssätze für die Krie- gerfamilien und Arbeitslosen wesentlich zu erhöhen._ Denn eine noch größere Unterernährung würde sich gerade hinsichtlich der späteren Wehrfähigkeit des Volkes schwer rächen. � Auch gegenüber den Fleischpreisen nimmt der Artikel einen gleichen Standpunkt ein. Es wird geraten, den hohen Bestand an Schweinen durch zahlreichere Schlachtungen herabzudrücken, um an Futter zu sparen. Das Publikum aber solle für spätere Zeiten bestellen, damit sich die Aufbe- Wahrung der Fleischwaren durch den Fleischer lohnt. Nach diesen Darlegungen heißt es wörtlich: „Wenn infolge reger Nachfrage die Preise steigen, so wollen wir uns darüber nicht beklage», denn die Vieh- Halter werden durch die steigenden Preise ermuntert werden." Es ist ganz sicher, daß weite Kreise des Volkes die in der „Sächsischen Staatszeitnng" geäußerten Ansichten nicht teilen und die Rücksicht auf die Interessen der„privaten Initiative" in der jetzigen Zeit nicht begreifen. Bundesratsbeschlüsse. Der„Reichsanzeiger" veröffentlicht eine Reihe von Be- kanntmackningeii des Reichskanzlers, die die Höchstpreisgesetze, das Versütterungsverbot von Brotgetreide von neuem ergänzen. Eine andere Bekanntmachung verbietet das Füttern von Hafer an anderes Vieh als Pferde. Weiter findet sich ein BundeSratsbeschluß über die Sicherstellung des Hafer- bedarss für das Heer. Der Bedarf deS Heeres bis zur nächsten Ernte wird auf 1'/, Millionen Tonnen Hafer ge- schätzt. Dem entsprechend sind die einzelnen Bundesstaaten zur Lieferung je nach ihrem Ernteerträge verpflichtet. Schließ- lich wird das Füttern der Tiere aus Viehmärkten und Viehhöfen durch BundeSratsbeschluß geregelt. Tie schouuugsbedürfttge Landwirtschaft. In der.Deutscheu Tageszeitung" lesen wir eine sehr bewegliche Klage aus der Feder von Dr. Oertel über die schonungsbedürftige Landwirtschaft: Die Brotesser mögen nicht vergessen, daß den Land- Wirten viel Schwereres zugemutet wird. Was sie sonst zur Fütterung und Erhallung ihres Viehes uotwendigerwcise ver- wandt haben, daraus sollen sie jetzt verzichten; die Sorge, wie sie den Viehbestand unter diesen Umständen erhalten sollen, lasier zentnerschwer auf ihnen. Leider ist nichts geschehen, um durch die von uns geforderten Maßnahmen einen wenn auch nur teilweisen Ersatz der Futtermittel zu ermöglichen. Wie schwer die Land- Wirte unter diesen Verhältnissen leiden, davon kann sich nur der einen Begriff machen, der mitten in den Dingen steht. Ei- freulicherweise hat sich neuerdings auch in den Kreise» der Ver- braucher und der Wissenschaft die Ansicht durchgerungen, daß die Landwirtschast dringend der Schonung bedarf, nicht nur ihretwegen, sondern damit auch über die Ernte hinaus die Ausbungerungsabsichten Englands vereilelt werden. ES ist'S, was der Ernst der Zeil von uns heischt. Die Landwirte sind bereit, zu opfern, was geopfert werden muß. Sie haben aber die Pflicht, nicht nur für heute und morgen, sondern auch für die spätere Zukunft zu sorgen, und die Erfüllung dieser Pflicht muß erleichtert und ermöglicht werden." Wir verkennen nicht, daß viele Landwirte durch den Mangel an Futtermitteln in eine schwierige Situation kommen können. Aber wie die allgemeine Lage selbst von Leuten gekennzeichnet wird, die den landwirtschaftlichen Kreisen sehr nahestehen, geht aus den Ausführungen des L a n d r a t s im Kreise Randow-Greifenhagen auf einer landwirtschaftlichen VereinSversammlung hervor. Er warnte dort mit besonderem Nachdruck vor der Verheimlichung vorhandener Vorräte und meinte dann weiter: Getreidedrückeb erger gebe es eine ganze Anzahl, wie er sich erst kürzlich bei der Zusammenbringung von 18 000 Zentnern Hafer habe überzeugen müifen. Es seien da ganz unerhörte Betrugs- versuche gemacht worden; ein solcher Besitzer, der trotz Verwarnung noch zu verheimlichen gesucht habe, sitze bereits hinter Schloß und Riegel. Redner be- dauerte, solche Ausführungen machen zu müssen und bat, man möge ihm die Sache nicht so schwer machen. Zum Schluß wandte er sich noch gegen die vielfach noch geübte Ber- fütteruug von Roggen au daS Vieh und forderte zur Sparsamkeit und zur Aufrichtigkeit auf. So die Ausführungen eines Landrats. Wie schlimm e» Landwitte treiben, das beweist auch die folgende Anweisung des gleichen Landrats an die ihm nachgeordueten Behörden: .Die Herren Bürgermeister. Gemeindevorsteher und Guts- vorsteher weise ich hiermit an, mit allem Nachdruck dafür Sorge zu tragen, daß in ihrem Bezirk keine Vorrät« an Weizen und Roggen, sei es absichtlich, sei eS unabsichtlich, den Zwangs« anläufen entzogen werden. Den Besitzern ist bekannt zu geben, daß sämtliche Wirtschaften demnächst revi- d i e r t werden müssen und daß gemäß§ 5 des Gesetzes betreffend Höchstpreise mit Gefängnis bis zu einem Jahre oder mit Geld- strafe bis zu zehntausend Mark bestraft wird, wer Vorräte an Gegenständen, für die Höchstpreise festgesetzt sind, dem zu- ständigen Beamten gegenüber verheimlicht. Werden Vorräte von den Besitzern vor der Revision nachträglich angemeldet, so erfolgt kein strafrechtliches Einschreiten. Die nachträglichen Anmeldungen sind mir aber unverzüglich mitzuteilen, damit der Ankauf erfolgen kann. Die Namen der Besitzer, die den gesetzlichen Bestim- mungen zuwiderhandeln und sich damit am Vaterlande versündigen. werden von mir im Kreisblatt veröffentlicht werden." Freisinnige Kandidatur zum Landtag. Im Landtagswahlkreise Lissa in Posen haben die Freffinnigen an Stelle des verstorbenen Abg. Wolf den Oberbürgermeister von Kattowitz O.-S., Pohl mann, aufgestellt. Oberbürgermeister Pohlmann, dessen Wirkungskreis früher in Pose» war, ist bisher politisch nicht hervorgetreten. Bei der ReichStagswahl 1912 be- absichtigte man mit Unterstützung auS RegierungSkreiseu Herrn Pohlmann gegen Polen und Sozialdemokraten als deutsck-bürger- lichen Saminclkandidaten im Wahlkreise Kattowitz-Zabrze aufzu- stellen. Die Verhandlungen scheitetten damals an du Uneinigkeit der einzelnen in Betracht kommenden Gruppen. Da da« Mandat Lissa als unbestrittener FreisinnSbefitz angesehen wird, kann die Wahl PohlmannS als gesichert gelten. Ruhe in Portugal. Lissabon, 23. Januar.(Meldung des Reutcrschen VnreauS.) In Portugal herrscht wieder Ruhe. Der Zustand in Lissabon ist normal._ Nüstnngskredite in Amerika. Washington, 23. Januar. Das Repräsentanten- Haus hat einen Kredit von 101 Millionen Dollar für die Armee bewilligt. Tie Lage in Mexiko. Washington, 23. Januar.(W. T. B.) Staatssekretär Bryan hat au» der Stadt Mexiko ein Telegramm vom 20. d. M. erhalten. daß die Anhänger L i l l a s nach Norden abrückten und die Direktion der Siaatseisenbahnen sich jetzt in Chihuahua befinde. Aus Veracruz wird gemeldet, daß General O b r e g o u sich mit einer großen Truppenmacht in der Nähe der Hauptstadt aufhalte. Man erwarte, daß er sie bald besetzen werde. Verlegung der australischen Hauptstadt. Meldourne, 23. Januar.(Meldung deS Reurerschen BureauS.s Die Hauptstadt der Vereinigten Staaten von Australien ist von Melbourne nach Sidney verlegt worden. Die Ver- legung verfolgt den Zweck, die Regierung mit den Erfordernissen aller Staaten Australiens vertraut zu machen; sie ist nur vorüber- gehend.__ Mus öer Uartei. Für Neutralität— gegen Tisziplinbruch. Am 17. Januar fand in Florenz eine Sitzung des Landes- Vorstandes der sozialistischen Partei Italiens statt. Derselben wohnte auch der Genosse Morgari bei, der FrationSsettetär. Dieser war in Kopenhagen zur Internationalen Konferenz erwartet wurden. Angesichts der auf der Luganocr Konferenz getroffenen Vor- cinbaning nScr Ijiclt er es für richtiger, die nach Kopen'hagen an- getretene Reise zu unterbrechen, um an der Sitzung des Partei- Vorstandes teilzunehmen. Tieselbe ermächtigte ihn, in der nächsten Zeit alle neutralen und kriegführenden Länder Europas zu be- suchen, um die Verbindungen zwischen den einzelnen sozia- kistischen Parteien Wieder anzuknüpfen und gemeinsam mit der Schweizer Partei einen internationalen sozialisti- scheu 5!ongrest der neutralen Länder vorzubereiten. Dann beschäftigte sich die Konserenz mit der Frage der Tis- z i p l i n. Diese hat in der letzten Zeit zu vielen Diskussionen An- last gegeben. Tie Besürtoorter eines bewaffneten Eingreisens Italiens in den jetzigen Krieg haben nämlich für die Propagierung ihrer Ideen Sonderorgan isatonen gebildet. Diese sind vielerorts in schärfsten Gegensatz zur Parteiorganisaton getreten. Es mustte daher eine Entscheidung darüber herbeigeführt werden, ob Genossen, welche einen Standpunkt einnehmen, der den Majori- tätsüeschlüssen der Partei schnurstracks zuwiderläuft, noch weiter Mitglied der Parteiorganisation bleiben können. Es wurde in dieser Sache der folgende Veschluß gefaßt: „Entsprechend dem von einigen Sektionen geäußerten Ver- langen betr. das weitere Verbeiben der in letzter Zeit in die kriegsbesürwortenden und interventionslüsternen Gruppen eingetretenen Genossen in der Partei, Gruppen, die seit ihrer Grün- dung gegen die Geschlossenheit und Einheit der Sozialistischen Partei Stellung genommen haben und die Vereinigungen hetero- gener Elemente gegen die intransigente Klassenaktion des sozialistischen Proletariats sind, betont er, daß die sozialdemokratische Partei eine freie politische Vereinigung ist, welche in dem Rahmen der gemeinsamen Lehre den Mitgliedern selbst die wei- teste Freiheit zur Nachprüfung, Diskussion und Kritik läßt, doch fordert sie von allen die strikteste Disziplin der Tat gegenüber den Deschlüffen der Majorität. Er stellt erneut fest, daß eine solche Disziplin, freiwillig und spontan, von der weitaus größten Mehrheit der Mitglieder akzep- tiert wird, weil sie eine der größten und in außerordentlichen Zeitumständen wie den gegenwärtigen unbedingt notwendigen Kräfte der Partei bewahrt haben. Gleichwohl erkennt sie das völlige Bürgerrecht in der Partei jener Genossen an, welche in dem jetzigen internationalen Augen- blicke eine von der Majorität abweichende Beurteilung der Dinge haben. Er hält für absolut unvereinbar mit dem Organisationsleben der Partei die Anwesenheit solcher, welche den interventions- lüsternen Gruppen beitreten, und er fordert die in diese Gruppen eingetretenen Genossen aus, aus denselben auszutreten, und die Sektionen, entschiedene Maßnahmen zu treffen gegen jene, welche sich nicht an diesen Beschlutz lolien." Die Sitzung beschäftigte sich dann mit der allgemeinen Lage und brachte dabei den entschlossenen Willen zum Ausdruck, die Agitation für die Neutralität mit aller Energie fortzusetzen. Von der Einberufung eine? besonderen Parteikongresses, die von einigen Seiten vorgeschlagen war, soll zunächst abgesehen werden. Ei» vernünftiger Standpunkt. Genosse Wilhelm D i t t m a n n, ReichstagZabgeordnetcr und leitender Redakteur der„Bergischen Arbeüerstimme", hatte kürzlich Veranlassung, der„Schwäbischen Tagwacht" in Stuttgart eine Erklärung zuzusenden. Darin kommt laut„L. V." folgende Stelle vor: „Ais Mitglied der ReichstagZsraktion, das selber für die Kriegskredite gestimmt bat, bin ich mir beimißt, daß ich meine Ab- stimmung später, wenn wieder eine rückhaltlose Aus- spräche möglich ist, vor dem Forum der Gesamtpartei zu verantworten haben werde, und daß ich vorher kein Recht habe, meinen Standpunkt als den der Partei auszugeben oder gar einen anderen Parteigenossen zu zwingen, in meinem Sinne zu reden, oder zu schreiben. Wie für mich als einzelnen, gilt das auch für die Gesamtfraktion.... Bestätigung sozialdemokratischer Stadträte. Der Regierungspräsident zu Minden hat die Wahl der sozial- demokratischen Stadtverordneten Eiters und Hosfmann zu Mit- gliedern des Magistrats von Bielefeld bestätigt. Ein sozialdemokratischer Gemeindevorsteher. In Rüdinghausen lKr. Hörde) wurde der Genosse Sieker- mann zum stellvertretenden Gemeindevorsteher gewählt. Gemeindewahlerfolg. In Berghofen lKr. Hörde) wurde cm Stelle eines im Felde gefallenen Genossen der Genosse N i g g e in a n n gewählt, obwohl dieses Mal das Zentrum(was es bei der Wahl im 3!ovem- bec nicht getan hatte) einen Gegenkandidaten aufstellte. Gewerkschaftliches. Verlin unS Umgegenö. Teucrnngszulage in de« Betrieben der Berliner Kohlcngronhändler. Zwischen dem Verband der Berliner Kohlengroßhändler und dem Deutscheu TranSporlarbeiterverband besteht seit dem Jahre 1912 ein Tarifabkommen. Nach diesem beträgt der Lohn für Kohlen- arbeiter zurzeit SO Pf. pro Stunde bei zehnstündiger Arbeitszeit. Für Kutscher ist eiu Wocheulohn von 83,50 M. vorgesehein In der Friedenszeit standen den Kohleiigroßhändleni genügend kräftige Arbeiter für diese Lohnsätze zur Verfügung. Da nun auch aus� diesen Betrieben die Mehrzahl der allen eingearbeiteten Mannschaften zu den Fahnen einberufen ist, haben sich in der Erlangung von kräftigen Arbeitern, die sich allein für die erforderlichen Arbeiten eignen, aus einigen Kobleiiplätzeii, besonders ans weiter aus der Stadt entlegenen Plätzen, einige Schivierigleiten ergeben. Teilweise hielten die neu eingestellten Arbeiter anS anderen Bernsen die Entlohnung nicht für ausreichend genug und machten sich aus diesem Grunde Wünsche ans höhere Entlohnung verlautbar. Da die Leitung des Transvortarbeiterverbandes aber an die Jnne- baltung der vertraglichen Bestimmungen gebunden ist, so konnte sie die Bestrebungen auf höhere Löhne in der verlangten Weise nicht unterstützen, Angesichts der inzwischen durch den Krieg entstandenen Teuerungsverhältnisse entschloß sich der TranSportarbetterverband in Verbindung mit den ArbeiterauSschiissen beim Verband der Kohlen» großhändler um eine Verhandlung zu ersuchen, wozu derselbe seine Bereitwilligkeit zu erkennen gab. Das Resultat dieser Verhandlung ivar, daß die Unternehmer für die Dauer des Krieges eine Tencrungs- zutage beivilligren. Arbeiter und Kutscher, die wenigstens 11 Tage hiniereinander bei ein- und derselben Kohlenfirma beschäftigt gewesen sind, erhalten einen wöchentlichen Teuerungszuschlag für solche Lohnwochen, in denen sie die ganze Woche ohne durch eigenes Verschulden ver- ursnchte Unterbrechung gearbeitet baben. Als nichtverschuldete Unterbrechung gilt Erkrankung oder Entlassung wegen Arbeitsmangels, nicht hingegen Entlassung aus irgend einem anderen Grunde oder Arbeitsniederlegung, Bei mchlverschuldeter Unterbrechung wird für die abgelaufenen Arbeitstage der anteslige Teuerungszuschlag bezablt. Der wöchentliche Tenerungözuschlag beträgt 8 M, für Arbeiter, 2 M. für Kutscher, wobei berücksichtigt ist, daß die Kutscher bereits ab l. Januar 191S eine Lohnerhöhung von 1 M. erhalten. Akkord- arbeiter erhalten keinen TeucrungSzuschlag, Bisher gewährte WohltätigkeNSunterstützungeil werden durch Zahlung des TeuerungözuschlageS nicht berührt. ' Die Lohnzahlung wird bei den Firme», deren Arbeiter und Kutscher den ausdrücklichen Wunsch hierzu aussprechen, künstig ver- suchSweise am Freitag vorgenommen. veutsches Reich. Besprechung der Bergarbeiterorganisations-Borständc. Am 20. Januar 1915 fand eine Besprechung der Vertreter der Zentralvorstände des Verbandes der Bergarbeiter Deutschlands, des ZweckvereinS christlicher Bergarbeiter, der polnischen Berussvereinigung der Bergarbeiler und des Gewerkvereins der Bergarbeiter sH.-D.) über die gegenwärtige Lage im Bergbau Deutschlands statt. Ins- besondere lourde die Frage der ausreichenden Förderung besprochen. Dabei wurde» auch verschiedene Arbeiterbeschwerden, deren Ab- stellung in der gegenwärtigen Kriegszeit im vaterländischen Jnter- esse liegt, eingehend erörtert. Um diese Beschwerden zu beseitigen, sollen von den TrganisationSvorsiändeii geeignete Schritte geinein- faur unternommen werden. Ms Groft-öerlin. das Metsverhältnis im Kriege. Udivr die Mietshilfe im Kriege wird noch lebhast ge- stritten. Tie bisherige Lösung befriedigt nirgends. Die Kriegerfamilien klagen über die Geringfügigkeit der Bei- Hilfen, die sie nötigt, aus den Unterstützungen zuzulegen oder weil sie das nicht können, den Mietsrest schuldig zu bleiben, und die Hauswirte klagen, daß sie dem Ruin entgegengehen. Dieser Tage hat im Grundbesitzerverein Südost Kommerziell- rat Haberland über das Mietsverhältnis im Kriege gesprochen und erklärt, Berlin bleibe weit hinter den Leistungen einer Reihe Vorortgemeinden zurück, was uni so unverständlicher sei, da Berlin doch einen erheblichen Teil seiner Aufwendun- gen erstattet erhalte. Die Versammlung faßte schließlich folgenden Beschluß: „Der Verein Berliner Grundeigentumer Sudost ersucht ein- mutig den Magistrat, angesichts der stetig wachsenden Rotlage des .Hausbesitzes und der Tatsache, daß die Mietsunterstützungen Berlins erheblich hinter denjenigen der Vororte zurückbleiben, so- wie in Anbetracht des llmstandes, daß die Gemeinden von Staat und Reich den größten Teil der Mietsunterstützungen zurück- erhalten, die Mietsbeihilfen auf einer Grundlage aufzubauen, die weit über das jetzige Maß hinaus den tatsächlichen Bedürs- nissen vollauf gerecht wird."' Diese Auslassungen haben den Magistrat veranlaßt, durch das Nachrichtenamt folgende Mitteilung verbreiten zu lassen: „In der Generalversammlung eines Berliner Grundbesitzer- Vereins ist zum Ausdruck gekommen, daß die Mietsunter- stützungen der Stadt Berlin hinter denjenigen der Vorort- gemeinden zurückbleiben und daß die wirksamere Gestaltung der Mietsbeihilfen um so mehr ermöglicht sei, als die preußischen Gemeinden für ihre Aufwendungen im Interesse der Kriegsfür- sorge eine Beihilfe von rund 144 Millionen Mark seitens des Staates erhalten. Daß das erstere nicht zutrifft, wird eine ge- naue Gegenüberstellung der Miets- und Famillenunterstützungs- sähe der einzelnen Gemeinden ergeben, welche seitens des Magi- strats in Vorbereitung ist. Es darf jedoch jetzt schon hervor- gehoben werden, daß nicht allein die Höhe der Mietsunter- snitzungs s ä tz e maßgebend sein kann, sondern auch ihr Verhält- nis zu der Höhe der Zuschläge, welche die Gemeinden zu den in dem Kriegsunterstützungsgesetz vorgeschriebenen Mindestsätzen zahlen, und daß ferner die mehr oder minder große Beeinträchti- gnng des Mietswesens durch den Krieg in den einzelnen Ge- meiuden, also kurz gesagt, die Höhe der M i e t s n o t in Rück- ficht zu ziehen ist. Wenn weiterhin in der Resolution des Vereins gesagt wurde, daß„die Gemeinden vom Staat und Reich den größten Teil der Mietsunterstützungen zurückerhalten", so sei be- merkt, daß eine Entschließung der Staatsregierung über die Leistung von Zuschüssen an bestimmte Gemeinden Überhaupt noch nicht vorliegt. Nach den letzten Feststellungen hat die Höhe der inl Monat Januar in Berlin gezahlten MictSunterstützungeu die Summe von 500 000 M. bereits uberschritten und damit eine be- deutende Steigerung gegenüber früheren Monaten erfahren. Dabei ist noch zu erwägen, daß die MietSuntcrstützungen nur einen Bruchteil der monatlich etwa 8 Millionen betragenden Ge- samtauSgabe für KriegSwohIsahrtSmatznahmen bilden, von welcher Summe, soweit es sich um Familienunterstützungen han- delt, der von den Unterstützungen zur Metszahlung verwandte Teil ebenfalls den Hausbesitzern zugute kommt." Mit bies-n: magistratlick�n Aeußernng dürfte die Ange- legenheit keineswegs erledigt sein. Soweit uns bestinurnt versichert wird, ist tatsächlich eine nicht unerhebliche Rück- erstattung der gemeindlichen KriegsaufNiendunaen auch für Berlin zu erwarten, wenn auch ein Verteilunasplan noch nicht hat fertiggestellt werden können, da dieser von den Gesamtunkosten der Geineinden abhängig ist. Bisher stehen nwnatlick 12 Millionen(von Reich und Staat je 6 Millionen) zur Verfügung. Aber abgesehen hiervon muß schon offen gesagt werden, daß die in Berlin geleistete Miethilfe sich mit ledern Tage unzulänglicher erweist. Das liegt zunächst an der engherzigen Auslegung, welche die Unterstützungskonrmis- Ronen den Gemeindebeschlüssen angedeihen lassen, daß jeder Pfennig Nebeneinnahme der Familien berechnet, aber die sonstige Lage der Familien zu wenig in Betracht gezogen wird und daß dabei zu sehr ortsarmenrechtliche Grenzen ge- zogen werden. Lediglich in Voraussicht einer weitherzigen Durchführung der Gemeindebeschlüsse hat die sozialdemokra- tische Fraktion für die jetzt geltenden Mietsätze gestimmt. Er zeigt sich aber immer deutlicher, daß die UnterstützungSorgane wenig den gehofften Erwartungen entsprechen und daß auch der Magistrat ruhig weiterwurstelt. Dazu kommt, daß die Sätze so minimal sind, daß trotzdem Mietlchulden der Krieger entstehen und immer mehr anwachsen. Die Maßnahme, durch Mietetnigungsämter„böswillige" Mieter dem Richter zuzu- führen, kann da nicht helfen. Hier muß durchgreifender ge- halfen werden, wenn der Krieger bei seiner Heimkehr keine Schulden vorfinden soll. Schöne Redensarten helfen da nicht. Eine gründlichere Hilf« wird beiden Teilen. Hausbesttzern und Mietern, zugute kommen. Im städtischen Unterstützungsausschuß, der sich mit der generelleil Regelung der Kriegsunterstützmig beschäftigt, wurde dieser Tage die Mietfrage von neuem diskutiert. Es soll eine Anweisung an die Unterstützungskommissionen geben dahin, daß nicht generell, wie das beute leider geschieht, Miethilfe abgelehnt werden darf, wenn die Familie einen Zuschuß von privater Seite erhält, sondern es soll die ganze Lage der Familie in Betracht gezogen werden, insbesondere auch, ob Familienmitglieder unterhalten werden müssen, wie das bei Lehrlingen vielfach zntrifst: auch die Miethöhe spielt eine Rolfe. Auch mit den Mietnachlässen soll eine etwas größere Bewegungsfreiheit gestattet werden. Erleichterung des Gasbczuges. Zwecks Erleichterung des Gasbezugs vermieten die Ber- liner städtischen Gaswerke außer Gasheizöfen nunmehr auch Apparate zum Kochen. Backen und Braten. Tie neuesten und bewährtesten Systeme stehen zur Auswahl. Die gemieteten Apparate können auch jederzeit zu Eigentum erworben wer- den, hierbei kommen die gezahlten Mietraten in Anreösumig. Nähere Auskünfte sind in allen Gasrevierinspektionen sowie im Verkaufsgeschäft der städtischen Gaswerke. Alerander- straße 14 b und im Mustersaal, Müllerstraßc 184 u, cr- hältlich._ Tic Abholung der Küchenabfällc. Die Anordnung des Oberkommandos, die sich aus die Sannn- lung der Küchenabiälle beziebt, tritt am 1. Februar in Kraft: wa? natürlich nicht ausschließt, daß auch heute schon zahlreübe Hausfrauen die zur Viehfütterung geeigneten Abfälle gewisienhast sammeln und ihren Zwecken zuführen lassen. Rationell wird das aber geschehen können, wenn für geordnete Abholung gesorgt wird. In einer Vor- standssitzung des Vereins der Berliner Molkereibesitzer ist beschlossen worden, die Stadt Berlin in 25 Abfuhrbezirke einzuteilen. Für jeden dieser Bezirke ist ein Vertrauensmann gewählt, der den in Frage kommenden Molkereibesitzern die Häuserreihen zuweist, in denen die Müllreste abzuholen sind. Der Vertrauensmann hat da- für zu sorgen, daß Unregelmäßigkeilen bei der Abholung vermieden werden. Die Tätigkeit der Hausbefitzer besteht zunächst darin, daß sie neben den vorhandenen Müllkästen besondere Behäller zur Ausnahme der vegetabilischen Mnllreste aufstellen, lieber die Form und Größe dieser Behälter bestehen zurzeit keine bestimmten Vorschriften. Hierzu können unbenutzte alte Kisten, Eimer usw. verwendet werden.__ Schkuft der städtischen Bureaus. Am Mittwoch, den 27. Januar, werden die städtischen Dienststellen mittags um 12 Uhr geschlossen im Hinblick aus die zur gleichen Zeit im Festsaale des Rathauses stattfindende Feier des Geburtstages des Kaisers. Fleischversorguug v»» Potsdam. Da zu besorgen ist, daß der Mangel an Futtergelreide alsbald zu einer wesentlichen Steigerung der Scbweinepreise führen wird, hat der Potsdamer Magistrat mit Zustimmung der Stadtverordnetenversammlung 200 000 Pfund Schweinefleislbkonserven in Blechdosen angekauft. Die Konserven sollen zunächst auf Lager genommen und späterhin zu gc- eigneter Zeit an die Bevölkerung zum Selbstkostenpreise abgegeben werden.__ Der Krieg und die Schule. Wie man vor Sckmliindem vom Krieg reden soll, das hat in den letzten Monaten die.Pädagogische Zeitung" in allerlei Be- trachtungen zu zeigen versucht. Man las in diesem Organ des Deutschen Lehrervereins auch Aeußerungen des Bedauerns und der Entrüstung darüber, daß Frankreich in der Friedenszeit den Nach- wuchs durch die Schule mit Gedanken des Hasses gegen Deutsch- land erfüllt habe. In dem Urteil über die Erziehung der französt- scheu Jugend zum Deutschenhaß stimmen wir mit der deutschen Lehrerschaft vollständig überein. Beifall werden auch wir hoffenl- lich bei ihr finden, wenn wir unseren eigenen Nachwuchs vor Aehn- lichem bewahrt sehen möchten. Aus Neukölln erfahren wir, daß in der 21. K n a b e n- G e m e i n d e s ch u l e sWeisestraße) den Schülern der Klasse IV eine in der letzten Zeit durch die Presse ge- gangene Kundgebung des Hasses, der Ernst Lissauersche. H a ß- gesang" gegen England, als Lehrstoff geboten worden ist. Der Lehrer diktierte den Schülern das Gedicht und gab ihnen auf. es für die Schule auswendig zu lernen, was dann auch geschah. So können nun die Jungen deklamieren:.Wir wollen nicht lassen von unserem Haß: wir haben nur einen Haß. Wir lieben vereint, wir hassen vereint, wir haben alle nur einen Feind: England I* Und weiter:»Wir kämpfen den Kampf mit Bronze und Stahl und schließen den Frieden irgend einmal— doch dich werden wir hassen mir langem Haß, wir werden nicht lassen von unserem Haß." Wir glauben, zum Wohle unserer Jugend und hiermit des Vaterlandes zu handeln, wenn wir auf dieses Verhalten eines Lehrers und Erziehers hinweisen. Gibt es in dieser schweren Zeit keine andere Empfindung, die man in den Kindern wecken könnte, und sollte ihnen kein anderer Gedanke näher liegen als der des Hasses? Soll der Gedanke an die Opferfteudigkeit der Volksgenossen, die draußen vor dem Feinde stehen, der Väter und Brüder, die für un§ ihr Leben einsetzen, nicht daS Empfinden cinc» deutschen Kindes ausfüllen können? Der Rationale Frauendieast hat in seiner ersten Beratungsstelle für Hausfrauen und Hausangestellte, AugLburger Str. 61 iSprechzeit von 10 bis 1 und 4 bis 6 Uhr), die Erfahrung gemacht, daß�in Frauenkreisen noch soviel Unklarheiten und Zweifel über kriegsgemäße Ernährungsweise bestehen, daß eine persönliche AuSiunftöerteilung durchaus den Wünschen des Publikums entspricht. Er sieht sich des- wegen veranlaßt, weitere Beratungsstellen in allen Stadtgegenden einzurichten. Am Montag, den 25. Januar d. I., wird zunächst Mt-Moabit 86b eine Beratungsstelle eröffnet. sSprechzeit von 5 bis 7 Uhr.) Weitere Stellen folgen in den nächsten Tagen Potsdamer Straße 127 und Prinzeffinnenstr. 16. Sodann find die Einrichtung von Beratungsstellen in der Gegend des Wedding und deZ Alexander- Platzes in Aussicht genommen. Eine» verhängnisvollen Ausgang hat noch Mitteilung des „Spandauer Anzeigers" ein Streit gehabt, der fich vor etwa vier- zehn Tagen auf einem Fabrikgrundstück in den Weinbergen ab- gespielt hat. ES waren zwei Fuhrwerke mit Blechplatten ein- getroffen; die Pferde vermochten aber auf dem vom Regen ans- geweichten unbefestigten Wege nach der Fabrik die Wagen nicht sortzubewogen. Der Portier, der dies wahrnahm, ersuchte nun einen Kutscher der Fabrik, ein paar Pferde des Unteruehmens als Vorspann herzugeben. Dies lehnte der Kutscher jedoch ab und rief dem Portier zu, er habe ihm gar nichts zu sagen. Darüber entstand nun ein heftiger Streit zwischen beiden und schließlich ergriff der Kutscher einen dicken Knüppel und schlug seinen Gegner damit über den Kopf, so daß der Getroffene sofort zusammenbrach. Er erhob fich zwar wieder und ging halb betäubt noch eine Weile um- her. Bald mußte er sich aber zu Bett begeben und der hinzu- gerufene Arzt stellte eine schwere Verletzung des Schädelknochens in unmittelbarer Nähe der Schläfe fest. Der Mißhandelte wurde darauf nach dem städtischen Krankenhause übergeführt, wo gestern sein Tod eingetreten ist. Die Leiche ist beschlagnahmt und die An- gelegenheit der Staatsanwaltschaft angezeigt worden. Auslegung der Gemeiudewählerlisteu. Die Wählerlisten für die Gemeindevertreterwablen liegen!n den Ge- meinden der Kreise Niederbarnim und Teltow-BeeSkow nur noch in der nächsten Woche bis einschließlich den 86. Januar in den Gemeindcburcaus zur Emfichtnahme aus. Deshalb müssen alle diejenigen, welche die Liften bisher noch nicht ringeschen haben, die kurze Frist benutzen, um das Ber» säumte nachzuholen. Wahlberechtigt ist jeder selbständige Gemeindeangebörige. welcher W-O rr\ ir*. r. ei. r« ivnvtmvc« rM» ihn entfallenden Gemeindeabgaben bezahlt hat und außerdem») entweder ein WohichaiiS in dem Eememdebezick besttzt, oder b) von semem gesamten innerhalb des Gemeindebezirls belegenen Hausbcntz einen Jahoes betrag von mindestens 8 M. an Grund- und Gebäudesteuer entrichtet, oder o) zur �taatSeinkommensteuer veranlagt ist oder zu den Gcmemdeabgaben»ach einem Jahreseinkommen von mebr als 660 M. Hera, ige, ogrn wird. ZUS selbständig ivird nach vollendetem 24. uebciisjahrc ieder betrachtet. welcher einen eigenen Hausstand hat. Chambregarnisien sinO wahlberechtigt: Schlafburschen ist das Wahlrecht abgesprochen worden. Besonders fe« darauf htngewtefen. daß man zur Ausübung des Gc- membewahlrechtS— im Gegensatz zu den Städten— nicht Preuße zu sein braucbi. ES ist nur erforderlich, daß mau die deutsche Reichs- cmgehörigkeit Brin. Die Gcmeindewählerliften für daS Jafir 1915 liegen im Cm- wohnermeldeamt, Ehausscostraß« 50, von Sst, Uhr vormittags bi» 3»« Uhr nachmlltaoS Wochentag«, ComwSeni« nur 5a 8 Wk m«. Sonntag» von 10— 12 Uhr vormittags. Lankwitz. Die Gemeindewihlerliste Legt im Rathause(Ttmoohuer- Meldeamt) auS. Genofle Wilhelm Richter, Kaiser-Wilhelm-straße SS, ist mis Wunsch bereit, die Einsichtnahme sür die WahlvereinZmitgsteder zu Ix sorgen. Arbeiterbikdungsschule. Heute Sonntag, den 24. Januar, abends 7 Uhr: Zweiter Lichtbildervortrag des Genosien Bruno Borchardt über.Das Licht als himmlischer Sendbote". Schullokal: Lindenstr. 3, IV. Hof rechts 3 Tr.. Die Teilnehmer haben das Recht zur Benutzung der Bibliothek, die von 6 bis 7 Uhr geöffnet ist.__ Kinderveranstaltungen in Steglitz. An jedem Mittwoch, nachmittags von 3—6 Uhr, finden im Jugendheim, Stmepholsir 59, S P i e l st u n d e n sür schulpflichtige Kinder statt. An der- selben Stelle werden an jedem Donnerstag, nachmittags von 5— 7 Uhr, nur sür schulpflichtige Mädchen Handarbeitsstunden abdchalten. Der Grenadier Alfred Archut von der 6. Kompagnie des Reserve- Jnfanterie-Regiments Nr. 201 wird seit dem Sturm auf Dixmuiden am 21. Oktober vermifft. Nachricht von Kameraden oder An- gehörigen von Bermitzten, die an demselben Sturm reilnahmen, erbittet Wilh. Knospe, Berlin-Siemensstadt, Verwaltungsgebäude (A. K). Gerichtszeitung. Eine gemeingefährliche Schlächterei. llnglaubliche Schmutzereien aus einem lv�etzgereibetriebe kamen in einer Verliandlung vor der Strafkammer 11 des Altonaer Landgerichts zur Sprache. Wegen Vergehens gegen das Nahrungsmittelgesetz waren an- geklagt der Schlächtermeister Friedrich Nissen und dessen Ehefrau, die am Kreuzweg in Altona eine Schweinemetzgerei mit Ladengeschäft betrieben. Das Geschäft ging auf den Namen der Frau. Jni Juli u. I. erkrankten eine Anzahl Personen nach dem Genüsse von Fleisch, das aus dem Geschäft von Nissen bezogen worden war. Einer der Erkrankten, ein junger Handlungsgehilse, starb schon nach wenigen Tagen im Krankenhause. Die Sektion der Leiche ergab, daß das ge- noffene Fleisch Paratyphusbazillen enthalten hatte. Aus Anlaß der Vergiftungsaffäre wurde eine zweimalige Durchsuchung der Nissen- scheu Geschäftsräume angeordnet. Bei diesen Durchsuchungen wurden unglaubliche Feststellungen gemacht. Die Geschäftsräume befanden sich in grilfstor llnsaubrrkcit. Im Betriebe war kaum eine gesunde Wurst oder ein gesundes Stück Fleisch vorhanden. Fast die ganze Ware war verdorben und roch rkelhart. Die Änoblcmchwurst war so stark mit Knoblauch durchsetzt, daß dessen Geruch den Gestank des ver- dorbenen Fleisches fast paralysierte. Im Abfallraum, der direkt neben dem Laden lag, tummelten sich auf dem übelriechenden Abfall un- zählige Maden herum. Dicht neben der Tür, die zum Laden führte, befand sich der Abort. Eine große Menge verdorbener Wurst wurde im Bett versteckt gefunden. Man entdeckte auch einen von Nissen gc- schriebenen Brief, in dem er sich erbot, seuchcnkrankc Schweine in be- liebiger Zahl anzukaufen. Die bakteriologische Untersuchung der be- schlagnahucken Fleisch- und Wurstwaren ergab daö Vorhandensein von kolossalen Mengen von Kotbazillcn, was darauf schließen ließ, daß ver- dorbenes Fleisch in die Wurst verarbeitet wurde. Das Gericht ver- urteilte den Ehemann Nissen zu einem Jahre Gefängnis, die Fran zu vier Monaten Gefängnis. Außerdem wurden beiden die bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von fünf und drei Jahren aberkannt. Der Ehemann Nissen wurde wegen Fluchtverdachts sofort verhaftet. Beleidigung der Zollderwaltung. Nach dreitägiger Verhandlung ist gestern der Prozeß gegen den Regierungsrat a. D., jetzigen Rechts- anwalt G ladisch, wegen Beleidigung von Beamten der Zollverwaltung und des Finanzministeriums zu Ende ge- gangen. Gegenstand der Anklage war die von dem Angeklagten veröffeni- lichte Broschüre:.Die preußische Zollverwaltung und meine Pen- sionienuig". In ihr sollen schwere Beleidigungen enthalten sein. Aus Grund der sehr umfangreichen Beweismisnahme gelangte die Straf- kammer in Uebereinstimmung mit dem Staatsanwalt zu der lieber- zeugung, daß alle in der Broschüre enthaltenen Vorwürfe objektiv teil- weise umvahr, teilweise entstellt oder erheblich übertrieben sind. Die Bebauptungcn enthalten schlvere Kränkungen und außerordentlich schwere Beleidigungen der betreffenden Beamten. Der schütz des 193 stehe dem Angeklagten nicht zur Seite, die ganze Broschüre sei der Ausfluß seines Hasses, der ihn zu maßlosen Ausdrücken verleitet babe und eine niedrige Tenkungsweisc bekunde. Der Gerichtshof habe bei der Schwere der Beleidigungen eine Geldstrafe nicht sür aus- reichend erachtet, sondern den Angeklagten zu.'i Monaten Gefängnis omirnst. Ten beleidigten Beamten wurde die PublikationSbcsuguis zugesprochen. Mus Industrie und Kandel. Die Lage im Kohlenbergbau. Das Rheinisch-WesffÄische Kohlensyndikat berichtet über die Marktlage im Dezember: Das Ergebnis des Berichtsmonats ist im Kohlen- und Brikett- absatz etwas ungünstiger als das des Vormonats. Die Nachftage bat dagegen keine Abschwächung erfahren. Sie blieb lebhaft und konnte in vollem Umfange nicht befriedigt werden. Das Zurückgehen des Absatzes ist lediglich auf geringere Förderleistungen der Zechen infolge fortgesetzter Verringerung der vetegsthast« zurMznfShr«. Der KokSabsatz weist eine Steigerung auf. Im Vergleich zum Vormonat, der em Biertel-ArbeitStag weniger als der Berichtsmonat hatte, stellt sich daS Absatzergebnis im einzelnen wie folgt: Der rechnungsmäßige Absatz ist in der Gesamtmenge um 131 047 Tonnen, im arbeitstäglichen Durchschnitt um 3,85 Proz. ge- fallen. Der Gesamtabsatz in Kohlen ist in der Gesamtmenge um 295 287 Tonnen, also im arbeitstäglichen Durchschnitt um ö,34 Proz. gefallen. Der Koks absatz fiir Rechnung des Syndikats ist m der Gesamtmenge um 87 251 Tonnen, im arbeitstäglichen Durchschnitt um 8,64 Proz. gestiegen. Der Absatz in Briketts ist in der Ge- samtmenge �um 4243 Tonnen, im arbeitstäglichen Durchschnitt um 2,2 Proz. gefallen. Die Förderung ist in der Gesamtmenge um 92 993 Tonnen, im arbeitstäglichen Durchschnitt um 2,62 Proz. gefallen. Brennereien und Krieg. Der Auffichtsrat der Norddeutschen Spritwerke in Hamburg hat beschlossen, nach Abschreibungen in vorjähriger Höhe die Verteilung einer Dividende von 16 Proz. wie im Borjahr vorzuschlagen. Meine Nachrichten. Eisenbahnkatastrophe in Frankreich. Der„Progrös de Lyon" meldet aus Paris: Nach Be- richten von am Nordbahnhof eingetroffenen Reisenden sind am Vormittag des 20. Januar zwei Eisenbahnzüge bei einem Tunnel in der?!ähe von Boulogne zusammengestoßen. Mehrere Reisende seien getötet und eine große Anzahl verletzt worden. Ein„Kriegskorrespondent". Die holländische Stadt S l u i s nahe der belgischen Grenze ist in den letzten Monaten ein Zentrum sür allerlei Kriegsnachrichten geworden. Wie ein Teil dieser Kriegsnachrichlen entsteht, darüber geben Mitteilungen, die der»Nordd. Allg. Ztg." von guter Seile aus Holland zugehen, folgende interessante Auskunft: Die holländische Zeitung.De Tijd", die sich durch besonders feindselige Nachrichten aus Belgien auszeichnet, hat einen.Oorlogskorrespondent M.", der seit Wochen in Sluis sitzt. Obwohl er sich nicht von Ort und Stelle rührt, gibt er seiner Zeitung Nachrichten aus Brüssel, bald aus Antwerpen oder Brügge oder Gent, je nachdem es ihm paßt. Er sängt gelegentlich ein Gerücht»n SluiS auf und verläßt sich im übrigen auf seine Phantasie. Die so entstandenen Kriegs- Nachrichten werden vom Publikum in Unkenntnis ihrer Entstehung gläubig gelesen und tragen viel zur Vergiftung der Stimmung bei. Folgenschwere Explosionen. In der Abteilung Rheinau der Fabrik von Heinrich Lanz erfolgte am Freitagmittag eine Explosion. Ein Ingenieur namens Heinde! blieb tot, einige Personen wurden verletzt, darunter ein Mann schwer. Auf der Höhe von La Paz an der mexikanischen Küste fand auf dem amerikanischen Kreuzer.San Diego" eine Kessel- e x p l o s i o n statt, der v i e r M a n n zum Opfer fielen. Renn sind verletzt worden._ Eine Petroleumguelle in Spanien? Wie die spanische Zeitung.El Mundo" meldet, sprang während der Bohrarbeiten im Steinkohlengebiet von G i j o n plötzlich eine Säule von heißer Flüssigkeit zu großer Höhe auf und entzündete sich alsbald. Man glaubt, daß es sich um eine Petroleum- quelle handelt._ parteweranftaltungen. Schöneberg. Die fällige WahIvereinSverfamniIung findet nicht orn 26, Januar, sondern erst am 2. Februar stall. Vortrag des Gen. Zubeil. Pankow. Dienstag, den 26. Januar, abends öst, Uhr, im Restaurant „Zum Kurfürsten", Pankow, Berliner SN. 102: Mitgliederversammlung. Vortrag des Gen. Dr. Dunckcr. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. Steglitz. Dienstag, den 26. Januar, abends pünktlich st, 9 Uhr: Mitgliederversammlung des Wahlvcreins bei Schellhase, Ahornstr. 15a. Vortrag des Reichstagsabgeordneten Zubeil. Niederschönhausen-Nordeud. Dienstag, den 26. Januar, abends Lst, Uhr, im„Schwarzen Adler"(Inhaber Reltig), Blankcnburger Str. 4: Mitgliederversammlung. Vortrag des Landtagsabgeordneten Genosien Konrad Haenisch. Tegcl-Borsigwalde. Die Generalversammlung deS Verein» Jugendheim sur Tegel irnd Borsigwalde findet Donnerstag, den LS. Januar, abends Sst. Uhr, im Restaurant Mefserknecht, Tegel, Schlieperstr. 64, statt. Tagesordnung: 1. Bericht des Vorstandes. 2. Kassenbericht. 3. Neuwahl des Vorsitzende». 4. Neuwahl des Kassierers. 5. Verschiedenes. Die Wichtigkeit der Tagesordnung erfordert zahlreichen Besuch der Versammkung. Tempelhof-Diartendorf. Jugendsektion. Heute Führung im Mnierrm für Naturkunde, Jnvalidenstr. 43. Treffpunkt'1,1 Uhr vor dem Museum.— Dienstag, den 26. Januar, abends Sst, Uhr, im Lokal von Benschea, Chausseestr. 27. 2. Vortrag deS Genossen Döring. Frtedrichshagen. Wir verweisen aus die am Montag, den 25. Januar, abends Sst, Uhr, im Restaurant Eiskeller, Friedrichstr. 96/37, stattfindende Versammlung, in der über die landwirlschailliche Ausnutzung des örtlichen Oedlandcs gesprochen werden soll. ES ist Pflicht aller Wenossen, diese Ver- -ammlung zu besuchen, damit unsere Interessen wirksam wahrgenommen werden können. Lankiviu. Sonntag, den 31. Januar, nachmittag? st, 3 Uhr: Mit. gliederversoimnlung bei Ziegl, Ecke Sehdlitz- und Kaiser-Wilhelm-Strassc. Tagesordnung: Bortrag des Genossen Zubeil. Irauenleseabenüe. Montag, de» LS. Januar, abeubS Sst, Uhtt t Erster Wahlkreis. 1.— 4. Abt. bei Weihnacht, Grünstr. 2t. Vortrag des Genossen Gültler über»Die Konsumgenossenschastcn währeni» des Krieges". Zweiter Wahlkreis. In folgenden Lokalen: Wiemer, Bülowstr. 58. Saß, Hornstr. 2, Fröhlich, Blücherftr. 56, Ecke Fontanestraße, Löhrisch, Mark- grafenstr. 73. Dritter Wahlkreis. 1., 2. und 5. Abt. bei TiniuZ, Ritterstr. 123.— 3., 4., 6. und 7. Abt. bei Hennig, Alexandrinenstr. 44— Ref.: Redakteur Gen. Meher.— 8., 9. und 10. Abt. bei Hoffmann, Spreehof-Kankine. Wusterbausener Str. 16. Res.: Genossin Knappe. Vierter Wahlkreis. In nachstehenden Lokalen: 1. Reichenberger Hos, Reichenberger ir-tr. 147. Vortrag der Genossin Bobm-Schuch über: „Krieg und Erziehung". 2. Süd-Ost, Waiden, arstr. 75. Bortrag der Ge- nolsin Fahrenwald. 3. Bocker, Weberstr. 17. Vortrag der Genossin Klingler. 4. Andreas- Festiälc, Andreasstr 21. Bortrag der Genossin G. Franke. 5. EomeniuS-Festsäle, Memeler skr. 67. Vortrag der Genossin Zeuner. 6. Prachtsäle des Ostens, Franliurter Allee 151/152. Lichtbildervortrag:„Eine Reise durch die Baltanstaaten". Vortragender: Genvsse A. Wieloch. 7. Elhsium, Landsberger Allee 40. Vortrag deS Genossen Barenthin über„Krieg und Sozialdemokratie". Baumlchulenweg. Bei Erbe, Baumschulenstr. 13. Gen. Oerter spricht über„Belgien vor und im Kriege". Charlottenburg. Gemeinsamer Leleabend im Volkshaus, Rosinen- straße 3. Vortrag über„Arbeiler-Kindcrhorte". Lichtenderg. 1. Viertel bei Rienecker, Simon-Dach-Itr. 39. Res.: Gen. A. Richter. 2. Viertel bei Schultz. Kronprinzenstr. 47. Res.: Gen. Ritter. 3. und 4. Viertel bei Blume, Alt-Boxhagen 56. Res.: Genossin M. Arendsee. 5. Viertel bei Haase, Wagner-, Ecke Guntherstraße. Ref.: Gen. A. John.— In diesen funs Bezirken wird über das Thema„Jugend und Krieg" gesprochen.— 6. Viertel bei Hoffmann, Möllendorsstr. 53/54, Res.: Gen. Schulz über„Frauen und Chrislenlum". Nicder-Schöneweidc. Im Restaurant Bengsch, Britzer Str. 17. Re- ferenlm: Genossin Duncker. Schöneberg. Bezirk la bei Händel, Vorbergstr. 11. Res. Gen. Rint- dors:„Die Frauen und der Krieg".— Bez. 1b bei Milde, Nollend orf- straße 16. Ref. Gen. Tiedtle:„Sozialismus und Patriotismus".— Bez. 2a bei Schulz. Apostel-Paulus-Straße.— Bez. 2b bei Winde, Mühlen- straße 8a.— Bez. 3 bei Wandte. Bahnstr. 25.— Bez. 4 bei Häuser, Königsweg 42.— Bez. 5 bei Lehmann, Sedanstr. 58.— Bez. 6 bei GramS, EberSstraße.— Bez. 7 bei Krause, Rubensstraße, Ecke, BegaS- straße.— Bez. S bei Ende, Sachsendamm 43. Tegel. Im Jugendheim, Bahnhofstr. 15. Tempelhof. Bei Becker, Berliner Str. 86/87. Referenttn: Genosst» Sehner-Neukölln. Mittwoch, den 37. Januar, avendS Sst, llhr i Britz-Buckow. Bei Becker, Chausseestr. 97. Vortrag der Genossin Baader. Borstgwalde-WIttenau. In den Borsigwalder Festsälen. Vortrag der Genossin Martha Arendsee. Donnerstag, den 38. Januar, abends Sst, Uhr: Reinickendorf-West. Im Jugendhcini, Wachholderstr. 44. Bortrag der Genossin Kätc Dunckcr über:„Krieg und Kultur". Iugenöveranftaltungen. Schöneberg. Heute Sonntag, den 24. Januar: Besichtigung des Märkischen Museums. Treffpunkt 9 Uhr voimittagS: Kaiser-Wühclm-Platz. Tcmpelhof-Mariendorf. Heule: Zwei Museumssührungen. l. Nationalgalcrie. Treffpunkt: st, 11 Uhr vor dem Heim, st,12 Uhr vor dem Museum. II. Märlisches Museum. Treffpunkt: st.9 Uhr vor dem Heim, 10 Uhr vor dem Museum.— Abends 6 Uhr: Helne-Abend. Bor- trag(Kollege Echaarjchmidt), Sologesang lKollegin Therese Breit), Chor- gcsang(Jugendheimchor), Rezitationen(Jugendliche). Vlllgrwetne Kranken- und Sterbekasse der Metallarbeiter (B. o. G.) Hamburg. Filiale Berlin 8. Sonntag, 24. Januar, Mitgliederversammlung bei Voigt, Badstr. 58(kleiner Saal). Briefkasten üer Redaktion. Die iuristifch« Sprechstunde findet für Abonnenten Lindenstr. 3, IT. Hof rechts, parterre, am Montag bis Freitag von 4 b>S 7 Uhr, am Eonnabend von 5 bis 6 Uhr statt. Jeder für den B r i e f t a st e n bestimmten Anfrag« ist ein Buchstabe und eine Laht als Merlzsichen beizufügen, vrtefiicha Antwort wird nicht erteilt. Anfragen, denen leine AbonnementSouitlung beigefügt ist, werden nicht beantwortet. Eilige Fragen trage man in der Sprechstunde vor. B ertrüge, Schriftstücke und dergleichen dring« man i» die Sbrechstunde mit. P. M. 3441. Darüber sind uns Mitteilungen noch nicht zugegangen. — L. M. 3. 1. Lagergeld kann verlangt werden. 2. Anspruch aus Miete besteht nicht.— 1919 P. Eine Berusuna erscheint uns nicht sehr aus- sichtsooll. sie ivaren zum Abzug des Wassergeldes nicht ohne wettere? berechtigt.— R. D. 91. Wegen Fnßleidens nur landsturmpflichtig.— B. B 16. Ja.— Z. 49, Wegen Hcrzkranfheil zurückgestellt.— K. 6. Die Svargelder haben keinen Einfluß aus die Unterstützung.— P« B. 39. 1. Wenn mindestens 200 Marlen geklebt sind. 2. Lassen Sie den Antrag möglichst durch den Arzt selbst stellen. 3. Wissen wir nicht.— F. B. 9994» 1. Ja. 2. Seit Ansang Dezember auf unbestimmte Zeit. 3. Ja.— W. 89. Kommen Sie doch mit Ihren vielen Fragen lieber m die Sprechslunde. — Sprembcrq. Den Mut muß schon der junge Mann aufwenden. Die Aussicht aus Urlaub crschcinl uns sehr gering. Der Bräuttgam soll die Vaterschaft anerkennen und sich zum Unterhalt verpflichten, dann erhält die Mutter Unterstützung sür das Kind.— Einsam 68. Sie habe» Anspruch auf Kriegsuntcrstützung, aber keine Ansprüche bei der Invalidenversicherung. — H. 39. Geringe Hauterkrankung, fclddicnftsähig.— W. Ä. 59. Wissen wir nicht, enlscheidet die Militärbehörde.— S. 39. Ohne Kenntnis des Schreibens können wir die Frage nicht beantworten.— 399 B. Sie haben Anspruch auf ärztliche Hilseleistung und Krankengeld.— G. G. 81. Wegen vorübergehender Untauglichkcit der Ersatzreserve überwiesen.— I. Ja. — F. I. 1. 1. Aus diese Frage dürfen wir jetzt nicht ausführlicher ein- gehen. 2. Ja, schon das bestehende Landsturmgesetz lägt da» zu. 3. Dar- über entscheidet der untersuchende Militärarzr. Es ist aber möglich, daß diele Gebrechen zu einer Zurückstellung sühren.— R. ft. Unserer Meinung nach haben sie zwei Jahre zu dienen. WetteranSstchteu für das mittlere Norddeutfichiand bis Moutagmittag: Vorwiegend trübe, nebelig und im Süden etwas stärlere, sonst meist geringe Niederschläge, hauptsächlich Schnee: später von Nordwesten nach Südosten fortschreitende Aufheiterung und Abkühlung. Verlustlisten. Die LeÄustlists Nr. 133 der preußischen Armte enthält Verluste folgender Truppen: Generalgouvernement Brüssel. 5. Garde-Rcg.; 1. Garde-Ersatz-Neg.; Garde-Grenadier-Regi- menter Alexander und Nr. 5; Garde-Füsilicr-Ncg.; Garde-Res.-Jäger- Bataillon; Grenadier- bzlo. Infanterie- bzw. Aüsilier-Regimenter Nr. I. 2. 3, 4, 5, 6, 7, II. 16, 17. 18, 25, 27, 28, 32, 33, 34, 35, 38, 37. 38, 40, 41, 43, 44, 45, 46, 48, 53, 54, 55, 60, 61, 67, 68, 69, 75, 76, 77, 81, 84, 86, 97, 98, HO, 112, 129, 141, 142, 158, 159, 162, 164, 165, 169, 171; Ersad-Reg. Königsberg I; Res.-Inf.-Regimenter Str. 1, 2, 3, 6, 7, 11, 16, 17, 19, 22, 25, 27, 29, 30, 31, 38, 39, 40, 48, 60, 61, 66. 67, 70, 74, 75, 82, 83, 84, 86, 88, 204, 205, 206, 208, 214, 224, 228, 229, 236, 237, 238, 240; Landwehr-Jnf.-Regimenter Nr. 1, 3, 4, 6, 10, 16, 19, 22, 23, 25, 29, 30, 31, 32, 37, 39, 40, 47, 48, 75, 76, 77, 110; Brigade-Ersatz-Bataillone Nr. 15, 33; Landsturm-Bataillone Bartenstein, Glogau II, l. Heidelberg, Rastenburg, Rawitsch l; Res.» Iäger-Bataillone Nr. 15, 21; 1. Ersatz-Maschinengewchr-Komp. des XVI. Armeekorps; Feld-Maschinengewehr-Zug Nr. 1, 5, 32. Kürassiere Nr. 5; Grenadiere zu Pferde Nr. 3; Dragoner Nr. 13, 16; Res.-Dragoner Nr. 8; Husaren Nr. 6, 8, 13; Res.-Husaren Nr. 6; Ulanen Nr. 2; Jäger zu Pferde Nr. 10; Res.-Jäger zu Pferde Nr. 1; Feldkavallerie-Reo. Nr. 1 des VI. Armeekorps; 2. Landwehr- Eskadron des X. Armeekorps. Feldart-Regimenter Nr. 3, 14, 23, 34, 35, 36, 37, 47, 52, 55, 56, 62, 69, 70. 71, 82, 83, 81; Nes.-Feldart.-Regimenter Nr. I, 36, 44, 46, 49. 1. und 2. Garde-Fußart.-Reg.; Fuhart.-Regimenter Str. 7, 9; Res. frußart.-Regimenter Nr. 7, 9, 10, 14. Pionier-Regimenter Nr. 19, 20, 23, 29, 31; Pionier-Bataillone: Tl. Nr. 1, II. Nr. 4, I. Nr. 5, II. Nr. 8, I. Nr. 10, I. und II. Nr. 11, 1. Landwehr-Pionier-Komp, des XIV. Armeekorps. Feld-Luftschiffer-Abt. des XXIII. Reservekorps; Feldflieger- truppe; Feld-Wetterstation Nr. 10 der 7. Armee. Munitionskolonnen-Abt. Nr. II des XX. Armeekorps; Res.-Inf.- Munitionskolonne Nr. 51 des XXV. Reservekorps; Munitionskolonne Nr. 12 des V. Armeekorps. Landsturm-Srbeiter-Komp. Berlin II. Resi-Sanitäts-Komp. Nr. 15 des I, Reservekorps; Freiwillige Krankenpflege(Rotes Kreuz). Korps-Brückentram des XVI. Armeekorbs. Kriegsbekleidungsamt des XVI. Armeekorps. Die bayerische Verlustliste Nr. 141 bringt Verluste des 4., 6., 10.. 11., IL.. 14.. 16., 19., 21., 23. Jnf.-Reg.: Ref.-Jnf.-Reg. Nr. 3, 4, 8, 11, 13, 15 und 21; Landwehr-Jnf.-Reg. Nr. 1, 15; Brig.-Ersatz- Bataillone Nr. 2, 10; 1. Feldart.-Reg.; 2., 5., 6., 8. und 9. Feldart.- Regiment. Der Schluß der sächsischen Verlustliste Nr. 97, deren Inhalt bereits gestern mitgeteilt wurde, wird veröffentlicht. Soziales. Tic untergeschobenen Aeituugsexemplare. Tio Festsetzung der Höhe einer Vertragsstrafe wegen Unterschiebung von Zeitungen im Bahnhofsbuchhandel hatte die 5. Kammer des Berliner Kaufmannsgerichts zu bestimmen. Ein Verkäufer� Bruno R. batte für die Babnhofsbuckhandlung von Stilke einen istand auf einem Berliner Vorortbahnhof zu ver- walten. Bei Ausübung dieser Tätigkeit ließ er sich folgenden Ver- trauensbruch zuschulden kommen: Das Abendblatt einer Berliner Zeitung traf von der Zentrale der Buchhandlung erst gegen 145 Uhr auf dem Vorortbahnhof ein. R. setzte sich nun mit einem Händler in Verbindung, der durch direkte Besorgung eher in den Besitz der Abend- ausgaben kam, nahm diesem ein Teil der Zeitungen ab und verkaufte sie am Stand fiir eigene Rechnung. Wenn dann vom Hauptgeschäft die Exemplare eintrafen, waren die Hauptabnehmer versorgt, und der Buchhandlung war der Verkauf und damit der Verdienst entgangen. Bei einer unerwarteten Revision ergab sich ein nachweisbarer Schaden von 23 M. Diese Summe will sich der Kläger von der Kaution von 100 M. auch abziehen lassen. Die Beklagte beziffert aber den wut- maßlichen Schaden bedeutend höher. Wenn bei einer einzigen Re- Vision, so meint die Beklagte, sich schon ein derartiger Verlust ergeben habe, wie groß müsse erst die Einbuße für die Firma in den ändert- halb Monaten der Tätigkeit des Klägers sein. Die Buchhandlung will auf alle Fälle die Kaution von 100 M. behalten. In dem Bertrag ist für jeden einzelnen Fall einer Untreue eine Konventionalstrafe von 100 M. festgesetzt. Der Bruder des Klägers macht für diesen geltend, daß es sich um einen lOjährigen jungen Mann handele, der in seiner Jugendlichkeit sich der Tragweite seiner Handlungen wohl noch nicht bewußt war. Das Kailfmanilsgericht liest indenen diese Entschuldigung nicht gelten. Auch der minderjährige Angestellte ist für seine Handlungen im Rahmen des Dienstverhälwisses voll verantwortlich. Die Konventional- strafe von 100 M. erscheine dem Gericht jedoch zu hoch, den Betrag von 50 M. sehe das Gericht als angemessen an. Der Kläger bekomm: demnach von semer Kaution noch 50 M. zurück. Tic pünktliche Zahlung als Vergleichsbedingung. Eine interessante Vergleichsanfechtung beschäftiate gestern die 3. Straskamnrer des Berliner Kaufmannsgerichts. Ein Lagerist W. hatie gegen seinen früheren Prinzipal, den Destillateur K., eine Forderung von 350 M. geltend gemacht. Beide einigten sich dann aber auf der Grundlage einer Zahlung von 150 Dl. Im Vergleiche bedang sich der Angestellte ausdrücklich„pünktliche Bahlung des Betrages'" aus. Diese Bedingung wurde jedoch vom Ar- beitgeber nicht erfüllt. 75 M. wurden zwar bald gezahlt, die rest- lichen 75 M. mußten erst durch den Gerichtsvollzieher betgetrieben werden. Trotzdem so der im Vergleich festgesetzte Betrag beigetrieben war, hielt sich der Gehilfe an den Vergleich nicht für gebunden und Nagte auf Zahlung des Restes seiner Forderung. DaS KauftnannS' gericht hielt den Widerruf deS Vergleiches auch für berechtigt. Nach- dem Beklagter eins wichtige Bedingung des Vergleiches, nämsich die pünktliche Zahlung der Vergleichssumme, nicht innegehalten, ist auch Kläger nicht mehr daran gebunden und kann aufs'neue seine Rest. forderung geltend machen. Dritter Wahlkreis. Dienstag, den 26. Januar 1915, abends B'/s Uhr (pünktlich): Mitglieder- Verfammliing te den Armlntaallen, Kommand antenstr. 58/59. Vortrag de» Handelsredaktenr» Genossen vr. Ernst Meyer über „Wirtschaftliche u. politische Verhältnisse der Baikanländer." MilgliedSbuch als Ausweis vorzeigen.— Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. Sonntag, den 7. Februar 1915, abends 5'/, Uhr, im großen Saal des Gewerkschastshauses, Engelufer 16: I�lcdtbiläervol'tfsx:„kiläer vom KatKsii." Text und Aufnahmen vom Genossen Legte». Eintritt 20 Pf. Karten bei allen Funktionären. Recht zahlreiches Erscheinen der Mtglleder zu beiden Veranstaltungen erwarten 209/3» Vorstand und BildungSansschusi. Verwaltunc Berlin. 25 Jahre Oergolder-Örganitation. t: Kollege Späthe.— 2. Bericht der Kommission.— Mitglieder-Nersammlungen llergolder. Montag, den 25. Januar, abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshause, Engelufer 14/15 Saal 1. Tagesordnung: 1. Referent:... 3. Wahle».— 4. Braucheuavgelegenheiteu. rr*.<....,_ Montag, de» 26. Januar, abends 8 Uhr, KOchcnmobcltiraHer: bei Brulke. Weidenweg 52. Tagesordnung: 1. Wahl der Delegierten zur General-Wer- sammlung. 2. Branchenangelegenheiten. Circbler, Bezirk Neukölln. Send«'' V/, b�r f6' un�kw .Jdeal-Pafiage-, Setchfelstr. 8. Tagesordnung: 1. VerbandSangelegenheiten. t Wahl der Delegierte» zur Seneral-Versammlung. 3. Wahl der BeziriSkommisston. �löbelpolierer, Bezirk Often. SltnMa88«/�euh�" fafb« »Fürstenberger Festsöle»�, Frankfurter Allee 10«. Tagesordnung: 1. Wahl der Delegierten zur General- Ver- sammlung. 2. Verbands- und Branchenangelegenhesten. 8cHrmrnacher und öebirmnäberinnen. , abend» 8 Uhr. bei Stein, An der Stralauer Brücke 3. ' Tagesordnung: 1. Bericht der Kommission und Neuwahl der- selben. 2. Branchenangelegenheiten. -ry.«... Dienstag, den 2«. Januar, abends 8 Uhr, im IxiUnniäCner:„Andreasgarten", AndreaSstr. 26. Tagesordnung: 1. Jahresbericht. 2. Neuwahl der Branchenkommission und der Delegierten zur Seneral-Versammlung. 3. Ver- bands- und Branchenangelegenheiten. JVJurikinrtrumentenarbeiter. Im".,"!' uhr,�im°Lokal „Südost", Waldcmarstr. 75. Tagesordnung: 1. Tätigkeitsbericht der Kommission. 2. Neu- wähl derselben. 3. Wahl der Delegierten zur General- Versammlung. ry j i Mittwoch, den 27. Januar, abends 8 Uhr, m Hermels JjOuenieger: Vcretushaus, Holzmarktftr. 21. Tagesordnung: 1. Bericht der Kommission. 2. Wahl der Delegierten zur Gencral-Versammlung. 3. Branchenangelegenheiten. f>6/2 Die Ort* Verwaltung. Ml liier I ZablsteUe Berlin. Bureau: Engeluser 14/15, Part.— Telephon: Amt Moritzplatz Nr. 8430. Mittwoch, den 87. Januar 1915, abends 8'/, Uhr. bei Boeker, Wcberstraste 17: General- Versammlung. Tagesordnung: 1. Geschäfts- und Kassenbericht vom 4. Quartal und Erstattung des Jahresberichts pro 1914. 2. Neuwahl der Lrtsverwaltung und der Beschwerde- lommission. 3. Die Lohndrückerei von leiten der Zwischenmeistcr in der Wilitärlcdereffektenindustric. 4. Verschiedenes. 170/3 SV Mitgliedsbuch legitimiert.-MW XL. BilletlS zum Besuch der Sternwarte in Treptow a 30 Pf. find wieder im Bureau zu haben. Die Ortsverwal tnn». Verwaltungsstelle Berlin. N 54, linienstr. 83-85. Telephon: Amt Norde« 185, 1233. 1»87, 9714. Bureau geöffnet von 3— 1 Uhr und von 4— 7 Uhr. Dienstag, den 29. Januar 1915, abends 8'/, Uhr: Sranehen- Versammlung der Sisentnfibel-, Sehwarzbleeh- und JUöbelschloPranehe im Gewerks chaftshaus e, Engelnfer 15, Saal 1. Tagesordnung: 1. Die Organifationsverhältuifse während des Krieges. 2. Jahresbericht für 1914. 3. Neuwahl der Branchenkommission. 4. Verschiedenes. BV Ohne Mitgliedsbuch kein Antritt."MW Dienstag, de» 2«. Januar 1915, abends 8>/z Uhr: Versammlung sämtlich er l« dc« Illiilliigg- ßclncbeil beschästizir« Schmicdrgrscllc« in Bökers Festsäleu, Weberstrahe 17. Tagesordnung: 1. Stellungnahme zur Kündigung des Tarifes. 2. Verschiedenes. Zahlreiches und pünktliches Erscheinen wird erwartet. liiletallarbeiter-IlotialialenSei' 1915 Stück 60 Ps., find im Bureau und bei den BezirkSkasfierer« zo Halen. 130/20 Die Ortsverwaltunjf. Verband der Schneider, Schneiderinnen und Wäschearbeiter Deutschlands. Sebastianstr. 87/38. Filiale Berlin. Tel. Amt Mpl. 9737. Zuschneider u. Zuschneiderinnen! Dirnstag, de» S6. Januar er., abends 8'/, Uhr, bei Schulz. KönigSgraben 2: ÜM- Versammlung"WW Tagesordnung: 1. Die Lohn- und Zlrbcitsbedingungen der mit Militärarbeit beschäftigten Kollegen und Kolleginnen. 2. Branchenangelegenheiten. 3. Verschiedenes. Da die Verhältnisse zum Teil sehr schlechte sind, erwarten wir be- stimmtes und vollzähliges Erscheinen sämtlicher Kollegen und Kolleginnen. 165/11 Bio Konimlsslon. Drntslhcr Arbtiier-Wsndkrbiind „Die Naturfreunde" (Ortsgruppe Berlin). Heute Tonntag, den 24. Januar 1915, i» den Pharnsfäle«, Müllerstraste 142: „Die Ciineburger Ifjeide" Bortrag mit Lichtbildern, gehalten von de» Genossen Ostrovski. KONZERT der musikalischen Abteilung unter Leiwng ihres Dirigenten Herrn st Voepadl. - Eiulasjkarte 30 Pfennig. � Saalöffnung 5>/. Uhr. Ansang Punkt 7 Uhr. SV Einlastkartcn find zu haben in der Geschäftsstelle, Fritz Kruse, Mariannenstraste 11, Blankenstci«, Schillingstratze 17/18, Hehse. Boyenstraßc 13, Horsch, Engewjer, und in den Pharussälcn. 2/2» J. A.: t'rltr. BIrnse. OQGGMMMHKiNKMOOBMG* Kranken-Önterstiitzungs- düiI 88- Arbeiter Berlins mul önigeseDl Nur auf diesem Wege ist eS mir möglich, meinen herzlichsten Dank für die große Aufmerksamkeit zu meinem 25 jährigen Jubiläum als 1. Vorsitzender dieses VerewS auSzu« sprechen. 37/13 K. A. Qadegast, Berlin N, 20, Soliäner Straße 75. SteiMasseovereiii Berll no Friedenau. Sonntag, den 21. Februar 1915, vormittags 10 Uhr: ouQerordentlicbe Generalversaramlöng im Restaurant«labe. Friedenau, Handje rystr. 61. Tagesordnung: 1. Slntrag der Generalversamm- lung vom Ii). Januar auf Auf- lösung des Bereins. 2. Wahl der Liquidatoren. 232/3 Um zablreicheS Erscheinen ersucht Her Voratand. H. M ü l ler. E. Reiche. i. Baer ßällStrJßpri�Aüee Herren- und Knaben- Moden, Berufskleidung. Elegante Paletots, Ulster, Joppen in jeder Preislage. Gr. Stafflager z.«leg. Maßanfertigung SV Billigste, feste Preise. Spezialhans für solide seppiche ' Prachtatäcke 6.—. lO— SO.— bl» 800.— Hark J Portieren, Mübelstoffe.Scblaf- 1 decken, Gardinen, Stepp- : decken, Wolldecken(mrs Feld) Em» lelevre Berlin S Ofanienstr. 1S8 iSpezialkataiog ko8,e'"o""d portofrei. ILnrSekqtekebrt Dr. �Ikreä �otiiscditck Shirurg, Niere»., Blaienieiden. 1— 2, 5— 6, Potsdamer Str. 94. S50 M. stluzahlnng o«. Oertaufe m. baureis. G arten grundftcke. Lichleurade-Bln., g.Lage, Pr. 10000 M., auch gctestt, an 2 gleichzeit. Käui. umständehalber sofort» A. 2. 23. Post Strausberg I. Baebkühranz, Stenersaeden, llanz, Akkord. Gesobüttsaul- siebt, erst« kok. M.Siiderderg. Sohmidistr. 41, Amt Mpl, 13319 auch auswärts._ Zahlstelle Berlin. Montag, den 25. Januar 1915, abends 7 Uhr, im Saal 4 des Gewerkschaftshauses: Mitglieder- Versammlung aller mit Milillirarbtittil btschästigitn Ksllkzen und Kullkginntu. Tagesordnung: 1. Rückblick auf das Jahr 1914. Referent: Kollege E. Brückner, Arbeitersekrctär. 2. Stunden- und Akkord- löhne für Militärarbeiten. 3. Verschiedenes. Montag, den 25. Januar, abends 8 Uhr: üfsneken• Versammlung der Kartonbranche int Saal 3 des Gcwerkschaftshauses, Engelufer 15.. Tagesordnung: 1. Unsere Aufgaben in der Kriegszeit. Referent: R. Würzberge r. 2. Branchenangelegenheiten. Zahlreichen Beiuch erwarte! St/g_ Die Ortaverwaltang. IL It.; 81. Würzderger. Deutscher Textilarbeiter-Verband. Andreasstr. 17. Donnerstag, den 28. Januar 1915, abends S1/. Uhr, im Saal 3 des Gewcrkschaftshauses: General- Versammlung. Tagesordnung: 1. Kassenbericht vom 4. Quartal 1911. bericht von 1914. 3. Diskussion. Vollzähliges Erscheine» erwartet l Jahres« 195/14 Der Borstand. Verantwortlicher Redakteur: Alfred Wiclepp. Neukölln. Für de» Inseratenteil verautw.: Th. Glocke. Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstall Paul Singer St Co. Berlin SW, Ar. 24. 32. Mryavs. 2. Kkilagr des JomSrtf Knlim NÄsblM Zsmäly,?4. Zlmsv!?!?. Sämtlicher Marktbericht der städtischen Marktballen-DireMon über den Großhandel in den Zenn�al-Mortldallen� st-chne Verbindlichkeit.) Sonnabend/ den LS. Januar. Fleisch: Rindfleisch pei öli icx, Ochsen- fleisch la 80— 90, do. äa 73— 80, So. lila 69—73; Bullen fleisch Ta 76— 82, dv. IIa 69—76; tilühe, sott 67— 68, do. mager 50— 58, do. dänische 50—58; Fresser 55— 68, Fresser, dänische, t0— 50, Bullen, dänijkbe, 56— 68; Kalbfleisch, Dopvcllender 125— 135; Maslkälber la 95— 105, do. IIa 65— 80; Kälber gcr. gen. 15—55. Hammelfleisch: Mostlämmer 90— 95; Hammel la 82—90, do. IIa 76—81; Schafe 76—82. Schweinefleisch: Schweine seile 86 92, sonstige 82-86, dän. Sauen 00—00,— Gemüse, inländisches: Kartoffeln, Daberfche 50 bx 0,00; weiße Kaiserkronen 0.00; Magnum boiiinu 0,00; Wöstmann 0,00— 0,00; Porree, Schock 0,70—1,00; Sellerie, Schock 3,00—6,00; Vpinat 50 kg 7,00—20,00; Mohrrüben 2,75— 1,00; Wirsingkobl Schock 4,00—10,00; Wirfingkobl 50 ks? 5X)0—6,00; Weißkohl Schock 3,00—8,00, Weißkohl 50 kg 4,50—5,50; Rottohl, Schock 4,00—10,00; Rotkohl 50 kg 3,50 bis 6,00; Grünkohl 50 kg 6,00—10,00; Kohlrüben 50 kg 3,50—6,00; Teltow« Rübe» 50 kg 12,00—16,00, Märkische Rüben 50 kg 3,00—10,00 Rosenkohl 50 kg 25,00—35,00, Meerrettich Schock 6,00—14,00; Peterstlienwnrzcl schockbund 1,00—3,00; Zwiebeln 50 kg 12,00— 13,00. Abselsinen: italienische 50 kg 10,00—11,00, dito 200 Stück 8,00—9,00. 300 St. 9,00—10,00, Murcia 200 St. 8,00—13,00, dito 300 Stück 8,00—14,00, Messina 160 St. 11,00—12,00, 200 St. 7,00-11,00, 300 St. 8,00-11,00. Messina Blut. 80 St. 9.00, do, 100 St. 7,00-8,75, ©i©:©:©:©:©:©:©:©:©:©:®:®. 0» W InvenliftfOerkauf bietet während dieser ganzen Woche eine ganz besonders WM dunstige Gelegenheit zu enorm biliigen Einkäufen n c ttäselie und Kcschestoife! Hemöentuch SO cm breit....... Stück 20 Meter 6-40 Fertige Bettbezüge Deckbettn.zwelKiesen.Gamitut 3.35 Damast- Bezüge Deckbett u. iweiKisscn, fertig genäht 5.7 5 Deckbettin'ett rot 06 rosa-rot gestreikt. fertig genäht 3,35 Weisse Bettlaken Bettbreite......... gesäumt 1.10 Gerstenkornhanötücher gesäumtu.gebänd.VjDtrd. 1 95 Stubenhanöfücher Dreiigew ,gcs.u geb&nd.';,Dud. 195 Damenhemöen mit Spitze oder Langette...... 95 PI- Damenbeinkleiöer m» Langette........... 90 pl PhantasiehemÖen breiter Stickerei........ 1.10 Achselhemöen mit Stickerei �ind Hohlsaum...... 1.48 Kniebeinkleiöer mit Seidenbanddurchzug....... 1.48 Weisse Untertaillen mit Stickerei.......... 48 pl Grosse Posten onKstBußte Wüsche und einzelne Exemplare Damen- und Herren-Hemden, Xachtjacken, Beinkleider, Unterröcke, Kinderwäsche usw. wv Bedeutend unter Preis! Zuüi Seihsloiissiiciioni Veloursblusen mit Satin-Krawatte......... 95 PL Batistblusen mit Stickerei.............. 85 Pk. Blaugrün karierte Blusen mit samtgamitur 1 95 Reinseiöene Blusen, modern verarbeitet.. 3.70 Blaugrün karierle Kostümröcke....... 3.85 Flauschmatinees mit satinbiende......... I 45 Klot- Unterröcke warm geklittert.......... 3.50 KoStÜmrÖCke moderne StoHc, mit Knepfgarnitur. 1.50 Loöen-Capes im cm lang............... 5.45 Astrachan-Mäntel moderne Form......... 17.50 Kinöer-Flauschkitlel in j, Grössen, durchweg 95 Pf. SchwBrze und forhl$e Selüenstolle Reinseiöene Merveilleux nur schwarz. jeti mg. 90 pl Reinseiöene Taffete°ur schwarz..... jetzt Mtr. 80 pl Wasdiseiöe einfarbig und gestreift..... jetzt Mtr. 7 ö Pf. Reinseiö. Blusen-Streifen apan.Muster jetzt Mtr. 80 pl Reinseiö. Krepp-Stoffe riele Farben.. jetzt Mtr. 90 Pf. Seiöen-Serge kür Jak'ettfutter......... jetzt Mtr. 65 Pf. Reinseiöene Damassees->ur schwarz. jetzt Mtr. 1 25 Reinseiö. Schotten mit Atlasstreifen... jetzt Mir. 1 45 Reinseiöen Duchesse Gr. Sortim. Alpaka- Robpn]ede helle, mittlere und dunkle Farben, ele�, glanzreiche Qualit. 5 Meter doppeitbr. Stoff Ck nf.-Regiment 147 1 im 28. Lebensjahre. Im tiessten Schmerz: Glaser geb. Böhm Otto GiaNer nebst Frau und I Kindern Bruno Glaser, z. Z. Lazarett Wiesbaden, und Frau Gertrud geh Zöllner Paul Knobel und Frau Margarete geb. Glaser Albert Kiippen und Frau Elsa geb. Glaser 9345] Bise Böhm. Verband d.Buch-u.Steindriickepe!- Hillsarbeiter und Arbeiierinnen Deutschlands. ---- Ortsverwallung Berlin.= Am Freitag, den 22. Januar, verstarb nach langem, schwerem Kranlenlager unser Mitglied Willi Zech im Alter von 31 Jahren. Ehre seinem Andenken k Die Beerdigung findet morgen Montag, den 25. Januar, nach- mittags 4 Uhr, aus dem Emmaus- Kirchhoj in Britz statt. 28/9 Die Ortsverwaltung. Verband der Lltbonrapben, Steindruekeru. verwandten Eeriile Mitgliedschaft Berlin. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Lithograph hrnst Tschiersky ani 22. Januar an Schlaganfall geslo:ben ist. 108/9 Ehre feinem Andenken! Die Beerdigung findet am Dienstag, den 26. Januar, nach- mittags 3 Uhr. aus dem Zenlral- friedboj in Friedrichsfelde statt. Rege Beteiligung erwartet Die Verwaltung(Filiale Iii). Den Heldentod jür's Vater- | laub starb am ö. November mein iinrigstgeliebter unvergeßlicher | Mann, unser Schwiegersohn, öchwager, Lulel und Freund, j der Wehrnrann Emil Krause im Alter von 32 Jahren. In tiesftem schmerz Harte Krause geb. Kukla. Er ist dahin, den meine Seeleliebte. Der treue Gatte und mein Glück. Er ist dahin, der nie mein Herz betrübte, | Nun läßt er mich allein zurück. Wie war unser Leben voll Hoff- nung und Glück. I In der Zeit, da ich Dich noch be- sessen. I Tuhatleit ein Herz, so edel und gut | Ich lann und werde Dich nie vergessen. Allzu früh und fern von der Heimat fiel in den Kämpfen im Osten am 15. Novemver unser einziger Sohn und Bruder Wilhelm Jakob (Jns.-Reg. 146, 5. Komp.) im 23. Lebensjahr. 12A Die trauerndeu Eltern nebst Tchwefter. Du mußtest uns so früh verlassen Wir lönnen es immer noch nicht fassen. Du warst so gut. Du starbst so früh, Wir vergessen Deiner nie. In Erfüllung seiner ichmeren Pflicht fiel am 25. Dezember 1914 bei Lätzen mein lieber Mann, unser Baier, Bruder,«ohn und Schwager, der Parkettbodenleger fran� Dobrick, Wehrmann int 18. Landwehr- Jnsantlrie-Regiment. Dies zeigen im tiessten Schmerz hiermit an 15A Lidd» Dobrick. Fredi. stiuth, Erika, Kinder. Richard, Paul, Marie, Geschwister. Franz, Hermine Dobrick, Eltern. Unsere liebe Mutter und öchwiegermutter 942b ine Singiitir»eb M ist am Freilagnachmittag um '/z5 llhr sonst entschlafen. 'Wir bitten um stilles Beileid. Ber.m KW., Sickingenstraße 8. Alfred Siugnhr, Frida Singuhr geb. Sobniillt. Die Beerdigung findet Diens» lag, den 26. d. Mts., nachm. 3 Uhr, von derHalle des alten Luisenstadt- Kirchhofes, Bergmannstr. 48—56, aus statt. Verband der Steinsetzer, iPSIastereru.Berulsg. Deutschlands Filiale XenUtUln. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Steinsetzer Arnoili Becker jun. am Freitag, den 22. Januar, im Alter von 47 Jahren verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Montag, den 25, Januar, nach- mittags 4st,Uhr, von der Leichen- balle des Neuköllner Gemeinde- Friedhojs, Mariendorser Weg, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht Der Porstand. Deutscher Hoizarheiterverband. Zahlstelle Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Möbel- Polierer Vtto Krause Mauteuffelstr. 19 im Alter von 44 Jahren ver- storben ist. Ehre seinem Andenken k Die Beerdiguug findet am Dienstag, den 26. Januar, nach- mittags 3 Uhr, von der Leichen- Halle des EmmauS-Friedhoses in Britz ans statt. Um rege Beteiligung ersucht 96/3 Tie Ortsverwaltung. In trauriger Pflichterfüllung sand im Osten den Tod durch Kopfschuß unser lieber, unvergeß- licher Sohn, unser guter Bruder, Schwager. Onkel und Neste, der Gefreite im Res.-Jns.-Reg. 1 Otto Israel im 29. Lebensjahre. 5921 DieS zeigen in tiefstem Schmerz an Otto Israel and Frau. I Am 14. November starb bei den I Kämpfen im Lsten mein lieber,! unvergeßlicher Gatte, unser Sohn,| der Wehrmann Johann Schüppscheck im 33. Lebensjahre. Im tiefen Schmerz Icka Sehüppscheeli geb. Preschet und Eltern. I Reuchlinstraße 8. 2531 1 Er ist dahin, den meine Seele lieble, Mein treuer Gatte und mein ganzes Glück. Er ist dabin, der nie mein Herz betrübte, Und läßt mich hier in iiefftem l Schmerz zurück, j Ruhe sanft in Feindesland. Allen Freunden und Bekannten zur Nachricht, daß am 21. Januar, vorm. ID'/z Uhr, unsere liebe, gute Mutter' l»uise Stolle geb. Daniel nach langem, schwerem Leiden im Sllter von 65 Jahren verstorben ist, Dies zeigen tlesbetrübi an Paul Stolle, zurzeit im Felde. Max Stolle. Die Beerdigung sindet Mon- lag, deu 25. Januar, nachm. 3 Uhr, in 2Ihrenssclde statt. 4A Zlllzu früh und fern von seinen Lieben mußte aus den Schlacht-! seldern des Westens, der Pflicht> gehorchend, unler braver Kollege s �rtui- pischer sein Leben lasten. Mit ihm verlieren wir einen Kollegen, nre wir ihn besser uns in der Slrbciterbewcgung nicht wünschen konmen. Seiner werden wir ewig ge« denken. 5831 Die Kollege» der A. E.-G. sTurbine) Abt. Grösich. Am 22. November 1914 erlitt den Heldentod nach ficgreichem Sturmangrist auf feindliche Ge- schütze in Russisch. Polen unser mnigstgelicblcr einziger Sohn. Bruder, Schwager und Onkel, mein herzensguter treuer Bräuti- gam, der Unterosfizier der Reserve �Artur Krüger Res.-Jnf. Regt, Nr. 1, 7. Komp. wenige Tage vor Bollendung seines 29. Lebensjahres. 5VA Dies zeigen tiesbetrübt an EtuU Krüger und Frau, Eltern Familie üipahn Enise Hell, Braut. Lranienftr. 197, Fischcrbrücke 1. So edel, gitt und treu starbst Du zu früh, Wer Dich gekaunt, vergißt Dich nie. Alleu Verwandten und Be- lanntcn die traurige Nachricht, daß am Donnerstag mein. lieber Mann, Bater und Großvater Fritz üngefugt verstorben ist. 2031 Die trauernden Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet am Montag, den 25. Januar, nachm. >..3 Uhr, von der Leiwenhalle der Hunmelsahrls-Gemeinde, Nieder- schönhausen-Nvrdend, aus statt. Für die rege Beteiligung bei der Bestattung meines lieben Mannes Franz öentz sage allen Verwandten, Freunden und Bekannten, dem Bundesvorstand, Kreisoorstand, Turnkartell, 4. Wahl• verein sowie den Turngenossen für die trostreichen Worte am Grabe meinen besten Dank. 14IA Frau Witwe Wen» nebst Kindern. Dem Memeo onlem onl oem NlexsUmM gMmen SemW! Am 17. August siel im Osten der Kutscher JoKsnnvs Kremzow Arn Schlesischen Bahnhof 5. Bezirk 290. Am 28. November siel im Osten der Tischler Koksnt WeSzel Mirbach str. 17, Bezirk 366 II. Am 10. Januar fiel im Osten der Brauer kicksnli Kuckrow Kochhannstr. 31, Bezirk 413 I. Am 5. November fiel im Westen der Arbeiter Emii ICrause Liegnitzer Str. 17, Bezirk 205 I. Am 28. Dezember verstarb im Lazarett infolge einer Verwundung unser Bezirksführer, der Töpfer Otto Schulze Woldenbergcr Str. 26, Bezirk 383 I. Am 31. Dezember verstarb im Lazarett der Gastwirt �aul Rakel Skalitzcr Str. 16, Bezirk 154 I. 219/8 Sozialdemokr. Wahlverein f. d. 4. Berliner Reiohstagawahlkr. Am 28. Dezember fiel bei den Kämpfen in Frankreich der Rohrleger Joachim Thiel Malplaquetstr. 38, 20. Abt., Bezirk 785. In den Kämpfen im Westen fiel der Strahenbahner Willi Pollex 235/17 Waldstr. 42, 14. Abt., Bezirk 696. Sozialdemokr. Wahlverein f. d. 6. Berliner Reichstagswahlkr. Bei den Kämpfen im Osten fiel am 25. Dezember unser Genosse FVanz Dobrick Menzelstr. 2. 16/5 Sozialdemokrat. Wahlverein Berlin-SchSneberg. Am 1. Dezember im Osten gefallen Paul GrUtzmachep9 Lithograph Elfenstr. 82, 8. Bezirk. 246/8 Sozialdemokratischer Wahlvereln Neukölln. Infolge semer Verwundung im Lazarett zu Saarburg verstorben ist der Dreher Eeo Smerling Erasmus itr. 4. Bei den Slömblen im Osten gefallen ist der Lackierer Bülheim Schmidt Kantstr. 109. 251/20 Sozialdemokr. Wahlverein Charloftenburg. Als Opfer des WelikriegeS fiel am 6. Dezember bei den Kämpfen im Westen im 6. Gefecht unser Parteigenosse, der Unteroffizier iüVIaz Röchel. | 260/8 Leicht werde ihm die Erde I Sezialdem. Wahlverein Niederbarnim, Bez. Schöneiche und Umg. Sozialdemokratischer Watiiverein U. UerUeiEhstagswalilkreis. Bezirk 120. Am 22. Januar verstarb nach langem Leiden unser Mitglied �erdinsnt! Bulan Schleiermacherstr. 15 im Alter von 51 Jahren. Ehre seinem Andenken k Die Beerdigung findet morgen Montag, den 25. Januar, nach. mittags 3>/z Uhr von der Halle des Heilig«Kreuz-Kirchhofes in Maricndorf, Eifenachcr Straße, aus statt. Um rege Beteiligung bittet Der Vorstand. Heutscher Transportarbeiter- Verband. Bozirkeverwaltung Groß-Berlin, Den Mitgliedern zur Nach- richt, daß unjer Kollege, der Hausdiener Ferdinand Bulan von der Firma M. Müller, Prenzlauer Str. 19a,, am 22. d. MtS. im Alter von 50 Jahren verstorben ist. Ehre seinem Zlndenkrnl Die Beerdigung findet am Montag, den 25. d. Mt§., nach- mittags 3>/. Uhr, von der Leichen- halle deS HeUig-Kreuz-KirchhofeS, Mariendorf, Eifenachcr Straße, aus statt. Umrege Beteiligungwird ersucht. Den Mitgliedern ferner zur Nachricht, daß unser Kollege, der Mttfahrer Max Victor von der Firma Buchdr. Vorwärts ani 20. d. Mts. im Alter von 43 Jahren verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beeidigung findet am Dienstag, den 26. d. Mls., nach- mittags 3 Uhr, von der Leichen- Halle des Barlhoiomäns- Kirch. boies, Weißensee, Fallenbcrger Chanssee, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 70/9 Die Bezirkeverwaltung. !.d. 6. ßerl. Reichstagswahikreis. Am Mittwoch, den 20. Januar, verstarb unser Genosse, der Schlosser Johann Klein DrontHcimer Str. 18. Ehre seinem Andenke«! Die Beerdigung findet heute Montag, den 25. Januar, nach- mittags 3st, Uhr, von der Halle des Städtischen Friedhofes, Müllerstraße Ecke Seestraße, aus statt._ 15. Abi Bez. 721. Am Freitag, den 22. Januar, verstarb unsere Genossin Katbarina Wilke Birtenstr. 23. Ehre ihrem Andenke«! Die Beerdigung findet am Dienstag, den 26. Januar, nach- mittags 3>/z Uhr, von der Leichen- halle des Zentrai-Friedhoses in Friedrichsseide aus statt. UM rege Beteiligung ersucht 235/ l 8_ Der Vorstand. Allzu srüh und iern von seinen Lieben fiel am 30. November v. I. bejm Gefecht im Osten unser lieber Sohn und Bruder, der Grenadier Fan! Overbeck im blühenden Alter von 23 Jahren Dies zeigen in tiefstem Schmerz an 147A Joseph Overbeck nnd Frau als Eltern, Otto Overbeck(zurzeit im Felde). Frih Overbeck, Lieschen Overbeck als Geschwister, Neukölln, Berliner Sir. 84. Familie Zellmer, Neukölln. Donaustr. 117. Ruhe sanft in Feindesland! Deutsch. Metallarbeiter-Verband Verwaltungsstelle Berlin. Es starben folgende Mitglieder im Felde: Rüge DOB«er, Uhrmacher geb. 19. 2. 82 zu Herzogenweiler. Otto Güttuer, Wickler geb. 23, 11. 76 Berlin. Bruno Jäschke, Schlosser geb. 10. 10. 88 Berlin. Walter Helky Maschmenarbeiter geb. 4. 3. 87 Berlm. Otto Neumann, Schlosser geb. 3. 3. 93 Neukölln. Otto Ludwig, Klempuer geb. 5. 4. 76 Ziegenrück. Albert Ladewig, Metallarbeiter geb. 17. 10. 91 Kampe. Otto Schneider, Schlosser geb. 29. 1. 83 Friedrichsseide. Karl Stocky, Werkzeugmacher geb. 2. 2. 80 Berlin. Emil Lucht, Rohrleger geb. 1. 11. 86 Neubruck. Wilhelm Krause, Schleifer geb. 11. 8. 87 Berlin. Georg Samland, Gürtler geb. 5. 5. 84 Berlm. Emil Krause, Metallarbeiter geb. 20. 9. 82 Berlin. Willi Döring, Werkzeugmacher geb. 23. 4. 86 Berlin. Lee Schmerling, Dreh« geb. 18, 4. 84 Lauenburg. Friedrich Schulze, Helf« geb. 4. 10. 80 Stedten. Fritz Hanisch, Maschineuarbeiter geb. 26. 9. 87 Genthin. Karl Schmidt, Schlosser geb. 3. 1. 84 Gartz. Karl Hollandmoritz, geb. 20. 8- 92 Heinrichs bei Suhl. Ehre ihrem Andenken! 181/1 Die Ortsverwaltung. Filiale GroB-Berllii. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß folgende Kollegen aus dem Schlachtselde gefallen find: Hermann Beinicke, Gaswerk Tegel Albert Katzwedel, Ch-rlottenburg Rudolf Delling, Schöueberg August Richtsteig, Lichtenberg Wir werden ihnen ein ehrendes Andenken bewahren. 41/11 Die Ortsverwaltanc- I Verband d. Maler, Lackierer etc. Filiale Berlin. MS Opfer des Krieges fielen bei den Kämpfen im W e st e n der Maler Ewald Rusch«Bezirk Wedding) der Maler Hermann Rurdack«Bezirk Beite«) der Maler Georg Ruschew«Bezirk Oranienburg) der Maler Franz liuszkowski«Bezirk Norden) der Maler Otto Rosenf eld«Bezirk Nordost) der Lackierer Adolf Orhach«Sektion) Bei den Kämpfen im Osten der Maler Otto Rorowitz(Bezirk Neukölln) der Lackierer Rruno Gramm(Sektion) der Maler Richard Jtarke«Bezirk Oste») der Lackierer Otto Kutzke(Sektion) Bei den Kämpfen in Oesterreich der Maler 138/6 GallU Roth«Bezirk Nordwest) Ehre ihrem Andenken! Hie Ort» Verwaltung. ilURIIIil l!......... I■> Ii DciiWr TmihMtlirbkitkl-Nerbiliii! Bezirk Grost-Berlin. Folgende Kollegen sind im Felde gefallen: •Jobann Augustinowitz, Warenhausdiener Karl Brümmer, Industriearbeiter Franz Blutke, GeschäftSdiener Robert Gallasch, Droschkenchauffeur Reinhold Gehrke, Industriearbeiter August Görgeleit, Kohlenarbeiter Gustav Meinze, Straßenbahner Otto Knorr, GeschäftSdiener Wilhelm Kothlow, Industriearbeiter Albert Kraatz, Lagerarbeiter Paul Landsberg, Arbeitskntscher Richard Lange, Geschäftsdiener Christoph Otto, Bühnenarbeiter Artur Ritter, Speditionsarbeiter Albert Sill, Industriearbeiter Georg Schmiedicke, Radfahrer Otto Wichmann, Lagerarbeiter Ehre ihrem Andenke»! 70/8 vie Ile»!rll«leltrms. s Verband der Fabrikarbeiter Deutschlands Verwaltung Grost-Berli«. Gefallen sind folgende Mitglieder: Wilhelm Jakeh«Bezirk Lichtenberg) Paul Overbeck«Bezirk Neukölln) Konrad Blücher«Bezirk Norden) Ehre ihrem Andenken! 3/4 Die Ortsverwattung. Mitte Januar, beim Sturm nordösttich Soissons, starb unser lieber, derzensauter, unvergeß- iicher söhn, unter lieber Bruder, Schwager und Onkel, der Rekrut Franz Cierniack im blühenden Alier von 21 Jahren. Ehre feinem Andenken! Die trauernden Hinterbliebene» Joseph Cierniack u. Frau als Eitern. Hnso Peters und Frau geb. Cierniack. Joseph] Helene} als Geschwister. Klara I Elivlra als Nichte. Görlitzer Str. 44. 9/2 Er ging von uns mit schwerem Herzen Und hoffte aus ein Wiederlehn. Doch größer ist jetzt unser Leisen, Da dieses nicht mehr kann geschehn. Er war io gut, er starb so früh, Wer ihn gelaunt, vergißt ihn nie. Du gutes Herz, ruh still in Frieden, Ewig beweim von Deinen Lieben. Ruhe fanft in Feindesland! Nadil-uf. Aus dem Schlachtselde sind soigende Arbeitnehmer. Beisitzer gefallen: 292/5 Max Liehr Asphaltarbeiter, Richard Mennig Metallarbeiter. Ehre ihrem Andenken! Die Arbeitnehmer-Beisitzer des Gewerbegerichts Charlottenburg._ Verband derSattleru-PortefeuiKer Ortsverwaltung Berlin. Den Kollegen hiermit zur Nach- richl, daß unser Milgiied, der Mililärsattler Linus Stremel am 15. Ottoöer bei den Kämpfen im Osten gefallen ist. 158/4 Ehre seinem Andenken! Nachruf. Fern der Heimat fiel im Westen Mitte Dezember unser lieber Kollege 292/6 Oskar Dietrich. Wir werden ihm allezeit ein ehrenvolles Andenken bewahre». Die Akdeiter-�ugenci Bel-Hn-Sücleri. Deiiiseberlietsliarbeiier-VerbaDii Verwaltungsstelle Berlin. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Metall» arbeit er Friedrich Günther | am 21. d. Mts. an Magenleiden gestorben ist. Die Beerdigung findet am Sonntag, den 24. Januar, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenballe des alten Gemeinde- Friedhofes, Rudow« Straße, aus statt. Den Kollegen ferner zur Nach- richt, daß unfer Mitglied, der Dreher Fritz Ungetugt am 21. d. Mts. an Nierenleiden gestorben tfl. Die Beerdigung findet am Montag, den 25. Januar, nachmitiagS 21/, Uhr. von der Leichenhalle des Himmeifabrls- Kirchhofes in Nordend aus statt. Den Kollegen ferner zur Nach. richt, daß unfer MiigUed, der Schraubendreher hermann Haak am 22. d, Mts. an Lungenieiden gestorben ist. Die Beerdigung findet am Dienstag, den 26. Januar, nach- mittags 3 Uhr. von dem Trauer- baufe, Neukölln. Kaiser- Friedrich- Üraße77, aas nach dem Gemeinde- Friedho/ Mariendorfer Weg statt. Ehre ihrem Andenken: Rege Beteiligung erwartet 131/2 Die Ortsverwaltung. Deutscher ßauarbeiterverhand. Zsveijjvcrein Berlin. Bezirk SchBneberg. Am 20. Januar starb unser Mitglied Ferdinand Stresow. Ehre feinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Sonnlag, den 24. Januar,»ach- mittags 3 Uhr, von der Halle des neuen Zipostei-Kirchbofes in der Tempeihofer Straße, aus statt. 145/13 Der Vorstnnck. Allen Freunden und Belannten die traurige Nachricht, daß meine liebe Frau Käthe Wilke nach kurzem Leiden verstorben ist. Die? zeigt tiefbetrübt an August Wilke. Birkenftr. 28. Die Beerdigung finde! am Dienstag, nachmittags 3'/� Uhr, von der Halle des flädliichen Friedhofes in Friedrichsfelde aus statt.