Nr. 26. 32. Jahrg. Abonnements- Bedingungen: 2bonnements Breis pränumerands: Bierteljährl 830 ML, monatl 1.10 L möchentlich 25 Big.. frei ins Haus Einzelne Nummer 5 Bfg Sonntags nummer mit illuftrierter Sonntags Beilage„ Die Neue Welt 10 Ba. Bost bonnement: 1,10 Marf pro Monat Eingetragen in die Boft Zeitungs Breisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2,50 Mart, für das übrige Ausland 4 Mart pro Monat. Bostabonnements nehmen ant: Belgien, Dänemarf, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz Crichelat täglich. Vorwärts ё Berliner Volksblatt. 5 Pfennig Die Infertions- Gebühr beträgt für die jedsgefbaltene Kolonel zeile oder deren Raum 60 Pig., für bolttische und geroerfschaftliche Bereins und Bersammlungs- Anzeigen 30 Big. ,, Kleine Hnzeigen", das feltgedrudie Wort 20 Big.( guläffig 2 fettgebrucie Worte), jedes weitere Wort 10 Pig. Stellengesuche Schlafftellenan zeigen das erste Bort 10 Bfg., jedes weitere Wort 5 Vig. Borte über 15 Buch fiaben zählen für groei Worte. Inserate für die nächste Summer müssen bis 5 1hr nachmittags in der Expedition abgegeben werden Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. und Telegramm Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 68, Lindenstraße 3. Fernsprecher: Amt Morigplatz, Nr. 151 90-151 97. Dienstag, den 26. Januar 1915. Expedition: SW. 68, Lindenstraße 3. Fernsprecher: Amt Moritzplatz, Nr. 151 90-151 97. Der Verlauf der Seefchlacht in der Tordfee. Die englische Darstellung. Die Meldung des Großen Hauptquartiers. Sicherung der Nahrungsmittel. Amtlich. Großes Hauptquartier, den London, 24. Januar.( W. T. B.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Die Admiralität meldet, daß der 25. Januar 1915. Angriff der deutschen Flotte in der Nordsee bereitelt worden sei. Der deutsche Kreuzer ,, Blücher" sei in den Grund gebohrt, zwei andere Westlicher Kriegsschauplatz. In Gegend Nieuport und Vpern fanden deutsche Kreuzer seien schwer beschädigt worden. Artilleriekämpfe statt. Südwestlich Berry- auKein englisches Schiff sei gesunken. Bac ging uns ein vor einigen Tagen den Fran30sen entrissener Graben verloren. London, 25. Januar.( W. Z. B.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Die Admiraliät berichtet vom 24. Januar: Heute früh bemerkte ein englisches Geschwader, be stehend aus Schlachtkreuzern und Leichten Kreuzern unter dem Befehl des Vizeadmirals Beatty, und einer Flotille von Torpedobootszerstörern unter dem Befehl des Kommodors Tyrrwhitt, vier deutsche Schlachttreuzer, mehrere Leichte Kreuzer und eine Anzahl Zerstörer, die einen westlichen Kurs verfolgten und sich Feind kehrte sofort um, als er unsere Schiffe erblickte, wurde Während gestern nördlich des Lagers von Chalons nur Artilleriekampf stattfand, kam es heute dort auch zu Infanteriegefechten, die noch andauern. Jm Argonnerwald nördlich Verdun und nördlich Toul lebhafte Artillerietätigkeit. offenbar nach der englischen Küste begeben wollten. Der weilerkopf wurden sämtlich abgeschlagen, die Die französischen Angriffe auf Hartmannsaber verfolgt, und um 9.30 Uhr famen die Schlachtfreuzer ,, Lion", Kämpfe im Walde sind für die Franzosen sehr " Tiger"," Prinzes Royal",„ New Zealand" und verlustreich, nicht weniger als 400 französische " Indomitable" in ein Gefecht mit den deutschen Kreuzern Jäger wurden tot aufgefunden. Die Zahl der " Deriflinger"," Sendlik"," Moltke" und" französischen Gefangenen erhöht sich. der bereits vorher aus der Feuerlinie gelommen war. Zwei andere deutsche Schlachtfreuzer wurden ernstlich beschä digt, fonnten jedoch ihre Fahrt fortsehen und ein Gebiet erreichen, wo die Anwesenheit von deutschen Unterseebooten Deftlicher Kriegsschauplatz. Der Bundesrat hat in seiner gestrigen Sigung endlich wenigstens etwas von dem getan, was von einem großen Teil der Presse und insbesondere auch von der Sozialdemokratie gefordert wurde, nachdem sich die Regelung durch Höchstpreise allein als völlig ungenügend erwiesen hatte, um die Berforgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln und die Schonung unserer Vorräte zu gewährleisten. Das Wesentliche in den Bundesratsverordnungen besteht in der Beschlagnahme der im Reich vorhandenen Vorräte an Brotgetreide und We hi sowie in der Einrichtung einer Reichsverteilungsstelle, die für die richtige Verteilung der vorhandenen Vorräte zu jorgen haben wird, damit das Keich vor jeder Gefahr der Aushungerung bis zur nächsten Ernte geschützt werde. Weniger weit gehend scheint die Maßnahme zur Sicherstellung des Fleischborrates zu sein, und hier scheint sich die Regierung wesentlich darauf beschränken zu wollen, den Städten die Pflicht aufzuerlegen, für die genügende Herstellung von der Verordnungen abwarten müssen, uni ein sicheres Urteil über die zweckmäßigkeit der Maßnahmen fällen zu können. Dauerware zu sorgen. Im übrigen wird man den Wortlaut Ueber die Verordnungen gibt Wolffs Bureau folgende Uebersicht: heutigen Sizung eine Verordnung über die Regelung des Berlin, 25. Januar.( mtlich.) Der Bundesrat hat in seiner Verkehrs mit Brotgetreide und Mehl sowie ente Verordnung über die Sicherstellung von Fleischborräten beschlossen. Die Verordnung über die Regelung des Ver= fehrs mit Brotgetreide und Mehl bringt mit dem In Ostpreußen Artilleriekampf auf der und Minen die weitere Berfolgung unmöglich Front Löhen- östlich Gumbinnen und nördlich. Beginn des 1. Februar 1915 eine Beschlagnahme der im machte. Lein englisches Schiff ist verloren ge: gangen. Die Berlufte an Menschen sind leicht. Zion", der die Der Feind wurde durch unser Feuer gezwungen, Reich vorhandenen Vorräte you Weizen und Roggen, Schlachtlinie anführte, hatte nur elf Berwundete und feinen Toten. einzelne Stellungen südöstlich Gumbinnen zu sowie von Weizen, Roggen, Safers, und GerstenBon der Besagung des Kreuzers Blücher", die räumen. Nordöstlich Gumbinnen wurden feind- meh L. Gewisse Ausnahmen von der Beschlagnahme, insbesondere 885& ipfe start war, find 123 Mann gerettet worden. liche Angriffe unter schweren Verlusten für die Russen abgeschlagen. 3m nördlichen Polen keine Veränderung. Destlich der Pilica ereignete sich nichts Oberste Heeresleitung. Nach der Darstellung, die die englische Admiralität von der Seeschlacht gibt, waren daran auf englischer Seite fünf große Schlachtfreuzer beteiligt, denen vier deutsche Panzer- Wesentliches. freuzer gegenüberstanden. Von den vier deutschen Kreuzern besaßen jedoch nur drei den Gefechtswert moderner Schlachtschiffe, während der vierte,„ Blücher", sowohl an Tonnage als auch an Artillerie als vollwertiges modernes Schlachtschiff nicht angesehen werden konnte. Die beiderseitige Gefechtsstärke ergibt sich aus folgender Gegenüberstellung. Von den englischen Kreuzern nahmen an der Schlacht teil: Wasserverdrängung Schwere Artillerie 8 34,3 cm 8 34,3, H Jahr des Stapellaufs 2gon* 1909 igre" 1913 in Zonnen 26 770 28 960 Brinces Royal". 1909 26 770 8 34,3 „ Neu Seeland" 1911 19 100 Indomitabel". 1907 17 530 1908 15 800 1910 23 000 1912 25 000 1913 26 600 10 28 10 28 8 30,5 " P Ihnen standen auf deutscher Seite gegenüber: Blücher* Moltfe Seydlik" Derfflinger" $ 30,5 → 12 21 cm Das Stärkeverhältnis der englischen zur deutschen Flotte betrug also etwa 5:31. Bei aller Tapferkeit und Bravour des deutschen Geschwaders war eine Niederkämpfung des englischen Geschwaders daher nicht gut zu erwarten. Der österreichische Generalstabsbericht. Wien, 25. Januar.( W. T. B.) Amtlich wird verlaut bart: 25. Jannar 1915: In Polen und Galizien keine wesentlichen Ereiquiffe. Nur an der Nida hat lebhafter Geschützkampf stattgefunden. Die zur Wiedergewinnung der von uns eroberten StelLungen im oberen Ung Tale und bei Vezers; alla angefesten russischen Gegenangriffe wurden blu tig abgewiesen. Ein Versuch des Gegners, bei Rapailowa durchzubringen, mißlang vollkommen. Der Feind zog sich über die Zielona zurück. Die Kämpfe der lesten zwei Tage brachten uns in den Karpathen 1050 Gefangene ein. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs. von Hoefer, Feldmarschalleutnant. mehrere Schiffe, die sich jetzt im Dod von Gibraltar befinden, erhebliche Beschädigungen erlitten. Außer dem gesunkenen englischen Schlachtkreuzer dürfte sich später auch noch der Berlust von zwei englischen Torpedobootszer störern nachweisen lassen. Ob die englischen Verluste wirklich nicht größer gewesen sind, als sie von der englischen Admiralität angegeben wurden, ist mehr als zweifelhaft. Denn nach Mitteilungen von wohl unterrichteter Stelle muß nochmals auf Daß auch sonst die englische Flotte nicht ohne erhebliche den amtlichen deutschen Bericht hingewiesen werden, wo- Beschädigungen davongekommen ist, läßt sich aus den Beobnach auch einer der englischen Schlachtfreuzer achtungen des bereits erwähnten Luftschiffes schließen, das untergegangen ist. Ein Torpedoboot hat ihn, nach- 3. B. die Zerstörung von Masten und Schornsteinen gesehen dem er bereits schwer durch Geschüßfeuer gelitten hatte und hat, so daß auch ein erheblicherer Menschenverlust auf englischer auf der Seite lag, durch zwei Torpedoschüsse zum Sinken ge- Seite angenommen werden muß. bracht. Der Untergang dieses englischen Schlachtkreuzers ist nicht nur von den am Stampf beteiligten Schiffen, sondern auch von einem in der Nähe des Kampfplates befindlichen deutschen Luftschiff beobachtet worden. " Nach den bis jetzt vorliegenden Meldungen hat sich der Stampf auf zwei Linien abgespielt, die sich in östlicher Kursrichtung befanden. Der Streuzer Blücher" hatte wegen Maschinenhavarie zurückbleiben müssen. Kurz vor seinem Daß die englische Admiralität den Untergang ihres Untergang wurde eine Detonation beobachtet. Seine überKreuzers verheimlicht, würde nur auf der gleichen Linie lebenden Mannschaften wurden von leichten englischen stehen mit der Verheimlichung des Unterganges des„ Au- Streitkräften aufgenommen, die sich hinter der deutschen dacious", an dessen Vernichtung kein Zweifel möglich ist. Front befanden. Ebenso haben z. B. in der Seeschlacht bei den Falklandinseln " räte, sind vorgesehen. Infolge der Beschlagnahme ist( mit einzelfür die zusammen einen Doppelzentner nicht übersteigenden Vornen Ausnahmen) die Vornahme von Veränderungen an den beschlagnahmten Gegenständen verboten und jede rechtsgeschäftliche Verfügung über sie nichtig. Die erwähnten Ausnahmen betreffen das in landwirtschaftlichen Betrieben zur Ernährung der Angehörigen der Wirtschaft und des Gesindes, sowie der Naturalberechtigten erforderliche Brotgetreide in bestimmter Höhe, sowie das Saatgut, ferner find gewisse Ausnahmen vorgeschen für Händler und Handelsmühlen, Bäder und Konditoren in beschränktem Umfange. Zur Durchführnug der Beschlagnahme ist eine Anzeigepflicht vorgesehen, der bis zum 5. Februar zu genügen ist. Das Eigentum an den beschlagnahmten Vorräten soll durch die Enteignungsanordnung der zuständigen Behörde auf die Bcrson übergehen, zu deren Gunsten die Beschlagnahme erfolgt ist. Die Verordnung legt sodann den Mühlen die Verpflichtung zur Vermahlung des ihnen zugewiesenen Getreides auf und regelt im einzelnen den Wahlverkehr. Für die Negelung des Verbrauchs wird eine Reichsverteilungsstelle errichtet, die die Aufgabe hat, mit Hilfe der Kriegs- Getreide- Gesellschaft für die Verteilung der vorhandenen Vorräte über das Reich für die Zeit bis zur nächsten Ernie zu sorgen. Auf Getreide oder Mehl, das nach dem 31. Januar 1915 aus dem Auslande eingeführt wird, erstreckt sich die Verordnung nicht. Auf vom Ausland eingeführtes Getreide finden auch die Höchstpreise keine Anwendung. Die Abgabe von Weizen-, Roggen, Hafer- und Gerstenmehl im geschäftlichen Verfehr in der Zeit vont Beginn des 26. Januar bis zum Ablauf des 31. Januar 1915 ist verboten. Geschäfte, deren Inhaber sich in Befolgung der ihnen obliegenden Pflichten unzuverlässig zeigen, tönnen geschlossen werden. Die Verordnung über die Sicherstellung von Fleischvorräten legt der Städten und Landgemeinden mit mehr als 5000 Einwohnern die Verpflichtung auf, zur Versorgung der Bevölkerung mit Fleisch einen Vorraian Dauerwaren gu beschaffen und ihre Aufbewahrung sicherzustellen. Zur Erfüllung dieser Verpflichtung kann den Gemeinden oder einem Dritten das Eigentum an Schweinen übertragen werden. Die Verordnung tritt sofort in Kraft. * Eine Kundgebung des Staatsministeriums. Berlin, 25. Januar.( 2. T. B.) Das Staatsministe= rium erläßt folgende Bekanntmachung betreffend die Sc ihlagnahme des Brotgetreides: Durch Beschluß des Bundesrats vom heutigen Tage ist die Beschlagnahme aller Mehlvorräte für das gefamte Reichsgebiet angeordnet worden. In Privatzentner und außer Saatgut nur solche Vorräte, die in landwirtbesitz verbleiben außer kleineren Mengen unter einem Doppelschaftlichen Betrieben zur Ernährung der in ihnen beschäftigten Personen erforderlich sind. Das gesamte Brotmehl wird auf die Kommunalverbände nach dem Verhältnis der zujnuar 1915 die Abgabe von Weizen, Roggen, Hafer- und Gerstens, Strantenwärter und alte Frauen, auch der amerikanische Konsul verberforgenden Bevölkerung verteilt werden; die Kommunal mehl im geschäftlichen Verkehr verboten. Ein Zuwiderhandeln wundet worden sind. verbände werden den Verkauf der ihnen überwiesenen Vorräte an gegen dieses Verbot ist unter hohe Strafe gestellt. ihre zu versorgenden Einwohner so regeln, daß jedermann eine entsprechende Menge von Brot und Mehl erwerben kann, und daß andererseits die Vorräte bis zur nächsten Ernte im Hochsommer voll ausreichen. In der ersten Uebergangszeit werden sich Unregelmäßigkeiten in der Brotversorgung naturgemäß nicht ganz vermeiden lassen, sie werden aber bald und sicher überwunden werden. Nicht verboten sind nur Lieferungen an Behörden, öffentliche und gemeinnützige Anstalten, Händler, Bäcker und Konditoren. Westlicher Kriegsschauplatz. # London, 25. Januar.( W. T. B.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Die Admiralität bestätigt den deutschen 2uftangriff auf Dünkirchen und sagt: Es ist kein besonderer Schaden angerichtet worden; eine Bombe fiel vor das amerikanische Konsulat und zertrümmerte alle Fenster und Möbel. Zusammenstoß zwischen englischen und deutschen Fliegern. T. Gestlicher Kriegsschauplatz. Der französische Tagesbericht. Daß die angeordnete Maßnahme weit tiefer in das wirtschaft- Paris, 25. Januar.( W. T. B.) Amtlicher Beliche Leben unseres Voltes eingreift, als alle anderen bisher vom richt von gestern 3 Uhr nachmittags. Jm Gebiet Bundesrat während des Krieges getroffenen wirtschaftlichen An- von Nieuport 2ombartzyde bereitete der Feind ordnungen, unterliegt keinem Zweifel. Sie ist aber geboten, um durch heftige Beschießung der von uns eroberten neuen London, 25. Januar.( W. Z. B.) Meldung des Reuterichen eine ausreichende und gleichmäßige Ernährung unseres Volfes mit Stellung einen Angriff vor, den er nicht ausführen fonnte, Bureaus. Die Admiralität teilt mit: Zwei britische Flieger Brotgetreide bis zum Erdrusch der neuen Ernte sicherzustellen, denn unsere Artilleric zerstreute die Infanterie- haben am Sonnabend 3eebrügge besucht. Bei einem vorher und ist damit eine staatliche und nationale Rebensnotwendigkeit. Die bisherigen Maßnahmen haben sich nicht als ausreichend er ansaminlungen, welche mit aufgepflanztem Bajonett sich gebenden Aufklärungefluge wurde ein Flieger von sieben miesen, einen sparsamen Verbrauch unserer an sich zwar durchaus zum Sturm anſchickten. Um pern Artillerie. beutiden Flugzeugen umzingelt, entfam aber, wenit ausreichenden, aber doch immerhin beschränkten Brotgetreidevor- tämpfe von veränderlicher Intensität. Bei Butoire auch leicht verwundet, ſezte seinen Flug fort und löste seine Aufgabe. räte zu gewährleisten; insbesondere haben sie nicht vermocht, eine nahe Vermelles swang unsere Artillerie den Feind, Verfütterung des Brotgetreides wirksam zu verhindern. Zur Er- einen vorgeschobenen Schüßengraben zu räumen. Im Aisnetal reichung dieses Zieles blieben nur zwei Wege: entweder eine zerstörten oder brachten unsere Batterien mehrere deutsche Die amtliche Petersburger Meldung. ganz außerordentliche Erhöhung der Brotgetreidepreise, deren Geschütze zum Schweigen, zwangen feindliche Flieger, Kehrt zu starker Druck den Verbrauch eingeschränkt und namentlich die VerPetersburg, 25. Januar.( W. T. B.) Bericht des fütberung ausgeschlossen hätte, oder die Beschlagnahme aller Brot- machen, zerstörten Schanzarbeiten bei Soupir und Heurtebije. getreidevorräte und ihre Berteilung an die Stommunalverbände Bei Berry- au- Bac, Höhe 108, eroberte unsere Infanterie Großen Generalstabes: Auf dem rechten Ufer der nach dem Verhältnis der zu ernährenden Bevölkerung. Um dem einen Schüßengraben. Zwischen Aisne und Argonnen unteren Weichsel fanden am 28. Januar unbedeutende Zudeutschen Volte in der Kriegszeit eine weitgehende Verteuerung in den Abschnitten Prunay, Souain, den Abschnitten Prunay, Souain, Perthes, Beau sammenstöße an der Front von dem Marktflecken Nadzanowo des Brotes zu ersparen, haben die Bundesregierungen sich für den Sejour, Massiges, nördlich Ville- sur- Tourbe unterhält unsere bis zum Fluß hin statt. Auf dem linken Weichselufer zweiten Weg entschieden. Artillerie andauernd wirksames Feuer auf die feindlichen herrschte verhältnismäßige Ruhe außer in der Gegend von Die getroffene Maßnahme gibt uns die Sicher Schanzarbeiten. In den Argonnen, im Gebiet Saint Borzymow und Gunimi, wo die Deutschen sich bald durch heit. daß der Plan unserer Feinde, Deutschland aus- Hubert und Fontaine- Madame dauert der In- offenen Angriff, bald mit der Sappe unseren Stellungen zu auhungern, vereitelt ist; sie gewährleistet uns eine aus- fanteriekampf in einem Stück vorgeschobenen Schüßengrabens nähern versuchten. Sie wurden aber durch unser Feuer aufreichende Broternährung bis zur neuen Gente; sie macht unser fort, welcher mehrere Male gewonnen und verloren und gehalten und gezwungen, sich unter Verlusten zurückzuziehen. Z Zwischen Galizien an der Front von Jaslista bis südöstlich der Die unbedingt notwendige genaue und zuverlässige Ausführung endlich seit 48 Stunden wiedererobert worden ist. der Bundesratsverordnung wird an die Staats- und Kommunal. Ma as und Vogesen verhinderte dichter Nebel alle Ope- Eisenbahn Ujgorod- Sambor nahmen die Desterreicher am behörden, insbesondere auch an die bewährten Organe unserer rationen. Im Elsaß im Gebiete des Hartmannsweiler- 22. und 23. Januar die Offensive auf, die besonders in der Selbstverwaltung große Anforderungen stellen. Wir hegen das topfes rüdten wir auf unserer Rechten vor tros äußerster Gegend von Jaslista heftig war, wo der Feind unsere StelVertrauen zu den Behörden aller Verwaltungen und zu jedem ein Schwierigkeiten, welche das Gelände bietet. Bei Stein lungen mit Artillerie beschoß und Abteilungen, die mehr als zelnen Beamten, daß fie fich, auch soweit sie nicht vermöge ihres bach hatte der Feind durch einen Angriff, welcher von Uffholz eine Division Infanterie betrugen, mit Unterstützung von Amtes zur Mitwirkung berufen sind, mit allen Kräften für die Durchführung der großen Aufgabe einsehen und der Bevölkerung ausging und durch heftige Beschießung vorbereitet war, einen Artillerie in Tätigkeit setzte. Dennoch fügte unser Feuer dem mit Rat und Tat zur Seite stehen werden. Der willigen Mitarbeit unserer Schüßengräben eingenommen, der aber in heftigem Feinde große Verluste zu und hielt sein Vorrüden auf. In der Bukowina, an der Grenze bei Waleputna, 20 Werst aller Kreise unseres Volkes und seiner wirtschaftlichen Organi- Gegenangriff wiedererobert wurde. sationen sind wir gewiß. Jeder einzelne wird sich vor Augen halten, Paris, 25. Januar.( W. T. B.) Amtlicher Bericht westlich Stimpolung, standen unsere Vorposten während des daß die gewissenhaftefte Befolgung der Anordnungen über die An- von gestern 11 Uhr abends. Heftige Beschießung des ganzen Tages im Kampfe mit der österreichischen Artilleric. gabe seiner Vorräte, über das unbedingte Unterlassen jeder Ver- Gebietes nördlich Zillebeke durch die Deutschen. Lebfütterung von Brotgetreide ufw. eine ernste und heilige Pflicht haftes Gewehrfeuer Gewehrfeuer bei Schloß Herenbag. Stein gegen das Vaterland ist, deren Verlegung ihm ganz abgesehen Infauterieangriff. Einige Granaten fielen auf Arras. GeHannover, 25. Januar.( W. T. B.) Dem Hannoverschen von der ehrenrührigen Gefängnisstrafe eine schwere sittliche eine schwere sittliche Schuld aufbürden würde. Demgegenüber muß jede Rücksicht auf wehrfeuer nördlich der Stadt. Im Gebiet von Albert schleuderte Sturier" geht aus sicherer Quelle die folgende Nachricht zu:„ Die im „ Hannoverschen Kurier" enthaltene Schilderung der Gefangennahme Lebensgewohnheiten und persönliche Interessen zurückſtehen. der Feind zahlreiche Bomben auf Roisselle, aber unsere Artillerie des Gouverneurs von Warschau durch Teile des ersten HannoverDer vaterländische Geist und der feste Wille zum zwang ihn, das Feuer einzustellen. Ziemlich lebhaftes Gewehrfeuer igen Dragoner Regiments ist Nr. 9 zutreffend. Siege, die fich in unserem Volte in dieser gewaltigen Beit in so bei Carnoy. In den Argonnen nahmen die Kämpfe Andere Truppen, weder deutsche noch österreichische, waren hiererhebender Größe offenbaren, geben uns die Gewißheit, daß jeder im Gebiet von Four de Paris ein Ende. Wir behaupteten bei nicht zur Stelle. Der angebliche L. und t. österreichisch- ungarische t. Mann und jede Frau im engeren und weiteren Waterlande auch alle unsere Stellungen außer fünfzig Meter Schüßengraben, Landsturmfeldwebel Bofinger, der den Baron v. Korff aus dent hier gern und opferfreudig ihre Schuldigkeit tun werden. Wie unsere todesmutigen Truppen draußen auf der Wahlstatt, so wollen welche vom Feinde durch große Bomben zerstört waren. Im Straftwagen geholt haben will, ist bereits als Schwindler und werden auch wir Daheimgebliebenen zu unserem Teil den Elsaß dauerte heute der Kampf in dem Gebiet von Uffholz großen Kampf um des Reiches Bestand und Ehre siegreich und des Hartmannsweilerkopfes an, wo wir längs der von den Deutschen errichteten Drahtverhaue stehen. Land auch in diesem wirtschaftlichen Kampfe unbesieglich. durchhalten. Berlin, den 25. Januar 1915. Das Staatsminifterium. bon Bethmann Hollweg. Delbrüd von Tirpitz. Beseler. von Breitenbach. Sydow. von Trott zu Solz. Frhr. von Schorlemer. Lenke. von Loebell. Kühn. ven Jagow. Wild von Hohenborn. Verbot des Mehlverkaufs. Eine Fahrt mit Hindernissen. II. MIawa, 18. Januar. Luftangriff auf Dünkirchen. Wieder eine zerstörte Legende. Die meisten Berliner Blätter haben die erdichteten Heldentaten serviert. Uns erschien jene Geschichte" von vornherein so obenteuerlich, daß wir auf ihre Wiedergabe verzichteten. des L. L. Zandsturmfeldwebels ihren Zefern in aller epischen Breite und die Kolonien. Der Krieg und die Baris, 25. Januar.( T. U.) Der Matin" veröffentlicht Ginzelheiten über die Beschießung von Dünkirchen. Danach waren mittags sechs deutige Flugzeuge über der Stadt erschienen. Empfindliche Schlappe der Engländer in Südwestafrika. Sofort fei Sturm geläutet worden und die weiße und blaue Fahne auf dem Rathause gebißt. Die Geschüße hätten ein Granatfeuer eröffnet, jedoch seien die Flugzeuge nicht getroffen worden. Sie Berlin, 25. Januar.( W. T. B.) Schwere NiederBerlin, 25. Januar.( W. 2. B.) Die soeben vom Bundesrat hätten Bomben aus 3000 Meter auf Stadt und Umgebung gebeschlossene Verordnung über die Regelung des Verkehrs mit Brot- worfen. Insgesamt hätte es 9 Zote und 16 Verwundete Tage der Engländer in Südwestafrika. Eine getreide und Mehl enthält eine Bestimmung, die schon morgen in gegeben. Der Matin" berichtet selbstverständlich auch, daß die amtliche Meldung des Gouverneurs von DeutschStraft tritt und besondere Beachtung verdient. Es ist nämlich in Bomben ausgesprochen auf Hospitäler sowie die Konsulate der Ber. Süt dwestafrika bestätigt die Niederlage der Engländer der Zeit vom Beginn des 26. Januar bis zum Ablauf des 31. Ja einigten Staaten, Uruguay und Norwegen gefallen feien, wodurch bei Sandfontein am 25. September v. J. Danach und wollte dafür der Wirtin 50 f. bezahlen. Die Frau sträubte| Unterständen noch keine Oefen haben, während die Höhlenwohnunsich, das Geld zu nehmen; es sei zu viel. In einer anderen Tee- gen, in denen unsere Soldaten hausen, durchweg geheizt find. Ers stube wiederholte sich der Vorgang. Wir hatten mehrere Tafeln freulich ist auch, daß das Aussehen der Truppen besser ist als ich es Schokolade aus dem Vorrat der Wirtin verteilt. Sie jammerte vor 2 Monaten am San festzustellen vermochte. Der Grund hierfür, über die hohe Zeche, die wir zu bezahlen hatten, 3 M. waren es! In einer anderen Wirtschaft kostete eine ganze Pfanne Kartoffel In der Stadt Mlawa wohnen fast nur Juden, ungefähr 10 000; plinsen nur 20 Pf. offenbar sind die Leute hier noch nicht darauf in dem zu Mlama gehörenden ländlichen Gebiet leben ziemlich gekommen, möglichst hohe Striegspreise zu nehmen. Die Juden genau jo biele, beinahe ausnahmslos in der Landwirtschaft tätige bilden keine einheitliche soziale Schicht; Reichtum und Armut stehen Bolen. Zwischen ihnen und den Juden besteht ein feindseliges Ver- fich gegenüber. Neben Familien, die 12 Zimmer bewohnen, gibt hältnis. Jeder gesellschaftliche Verkehr zwischen ihnen ist streng es andere, die mit den Kindern in einem Raum hausen, der zugleich herpönt. Zwei Weltanschauungen stoßen hier schroff aufeinander. auch noch Küche und Werkstatt ist. Manche Familien fönnen sich Der Jude, ob orthodor oder modern, findet in der mosaischen alle rituellen Delikatessen leisten, andere müssen mit 10 M. wöchent Religion das Ausdrudsmittel feiner Raffenzugehörigkeit; der Pole lich alles bestreiten. Dabei ist die Miete sehr teuer. Die ärmeren identifiziert seine nationalen Bestrebungen mit seinem Glauben. Juden essen in der Woche einmal Fleisch, die Wohlhabenderen Polentum und Katholizismus ist ihm ein und dasselbe! Dieser zweimal, die Reichen täglich. Das Pfund Fleisch loftet jest 30 bis Gegenjas bildet aber nur den Untergrund. Der Pole haßt den 35 Pf., in Friedenszeiten noch weniger. Die Hauptnahrung der Juden als Eindringling in fein heiliges Land und als wirtschaft- ärmeren Juden besteht aus Kartoffeln, Brot, Reis und Milch lichen Ausbeuter. Vielfach sind die geschäftlich weniger regsamen( Friedenspreis 10 f.). Selbst antisemitisch gesinnte Deutsche Bolen bei Juden verschuldet. An bestimmten Zahltagen fommen sprachen mir ihr Erstaunen über die Kultur unter der schmutzigen die Bolen in großer Menge nach Mlawa, um dem Gläubiger die Hülle dieser Juden aus. fälligen Zinsen auf den Tisch au legen. Mlawa, so ärmlich es aussieht, soll nicht wenige wohlhabende Juden zählen. Wie ich hörte, gibt es hier jüdische Händler, die ein Zimmer im Hinterhaus bewohnen, aber doch schon ein Bermögen von 30 bis 40 000 M. zusammengebracht haben. Düwell, Kriegsberichterstatter. daß seither die Angewöhnung der Soldaten an die Lebensweise des Krieges sehr fortgeschritten ist, und daß ja überdies der Stellungstrieg eine gewisse Möglichkeit schafft, die Nachwirkung schwerer Marschstrapazen rasch zu beseitigen. Wie die physische, so ist auch die moralische Kraft unserer Mannschaften völlig ungebrochen, und ich fand überall in den Schüßengräben eine erstaunliche Angriffslust, die alle früheren Voraussagen über eine erschlaffende Wirkung des Verweilens in festen Stellungen hinfällig macht. Gewig er= jehnt jeder einzelne Soldat den Frieden, und keiner ist, der sich das offen zu befennen scheute, aber diese Friedenswünsche sind keine Hemmung, sondern geradezu eine Triebskraft der Siegesbegeiste rung unserer Soldaten, da sie alle Kämpferinstintte entfesselt und au heldenhafter Aufopferung steigern. Aus allen Außerungen, die ich namentlich von Reservemännern zu hören betam, flang ein leidenschaftlicher Wille zum Siege heraus, der mir die Gewähr hot, daß die moralischen Kraftquellen unserer Völker in Waffen unversieglich find, ein Beweis dafür ist übrigens auch die Tatsache, daß der Wetteifer der Soldaten, sich hervorzutun, in feiner Weise nachgelassen hat, sich vielmehr täglich in oft überraschend fühnen Unternehmungen Ginzelner zeigt. Reise zur Front in Russisch- Polen. Einzelfällen feſtſellen. An einem sehr weit nach Worben verVon Hugo Schulz- Wien. Unreinlichkeit und Bedürfnislosigkeit sind wohl die unangenehmsten Eigenschaften dieser Juden. Ich sage dieser Juden, Senn auch in anderer Beziehung besteht zivischen ihnen und den Ich komme soeben von einer längeren Fahrt zur Front in feistigen, progigen Bourgeoisjuden mit Scheinfultur ein gewaltiger Russisch- Polen zurüd und der vornehmlichste Eindruck, der in mir Unterschied. In Melawa sieht man Persönlichkeiten, lange und haften blieb, ist der, daß bis in die kleinsten Verrichtungen des Nachhagere Gestalten, teine Didbäuche, teine schwammigen Gesichter, schubdienstes die verbündeten österreichisch- ungarischen und reichs dafür aber viele Charakterföpfe. Wenn man durch die Stadt deutschen Truppen einmütig und einverständlich zusammenwirken. wandelt, tönnte man glauben, die Bibel sei lebendig geworden und Ich hatte Gelegenheit, dieses Busammenwirken auf meinen mannig die Patriarchen hätten sich in Mlawa versammelt. Fast alle Juden fachen Kreuz- und Querfahrten aus eigener Anschauung fennen zu sprechen deutsch, polnisch und ruffisch. Dazu wird das Hebräische lernen. Schon in den Giappenräumen fonnte ich zu der Ueberfehr gepflegt. Moderne Juden find wohl faum zu finden; man ist zeugung gelangen, daß die Organisation der Truppenverpflegung, religiös orthobor. Allerdings ist für viele junge Juden der Mitus die in jeder einzelnen Phase des Krieges immer neue schwierige überwiegend doch nur Formsache, auf ihre freiheitliche Gesinnung Probleme stellt, mit anerkennenswerter Gewissenhaftigkeit und Um übt ihr Glaube feinen Einfluß aus. Im Hause unseres Quartier- ficht geleitet wird, ja daß fie in den nahezu sechs Monaten, die feit gebers, eines Großkaufmanns mit fünf erwachsenen Kindern, jah Beginn des Krieges verflossen sind, sehr erkennbare Fortschritte ich eine umfangreiche Bibliothet; sie enthielt philosophische, volfs- gemacht hat, und nun nicht nur alle Reibungen zu überwinden wirtschaftliche und literarische Werte aller Richtungen, auch die versteht, wie sie sich in dem Hin und Her dieses Krieges von selbst revolutionäre Literatur war vertreten. Ueber die Stellung der ergeben, sondern mun auch auf einer Höhe steht, wie sie höher wohl Frauen wäre mitzuteilen, daß uneheliche Mütter selten find. Aech- faum denkbar ist. Daß sie nun ihren 3wed auch tatsächlich vollauf tung in der Gemeinde und Berbannung aus der Familie würden erfüllt, fonnte ich nicht nur selbst schließen, sondern ich erfuhr es fie treffen. Wenn eine Jubin heiratet, werden ihr nach ritueller auch an der Front selbst, aus völlig unbeeinflußten Aussagen von Vorschrift die Haare abgeschnitten und sie trägt fortan eine Berüde, unzähligen Soldaten, die fich höchftens darüber beschwerten, daß den Scheitel". Wie überall find die Juden auch hier intelligent die Soft etwas eintönig sei. Mit Freude fonnte ich wahrnehmen, und fleißig: in Mlawa speziell ehrlich dazu. Wenigstens machte ich daß die im Kampfe stehenden Truppen zureichend mit Wintereinige Beobachtungen nach diefer Richtung. Wir besuchten eine sachen versehen sind, und daß die Vorsorgen hierfür in mancher Zeestube; das Glas Tee kostet 10$ f., die übliche 1½ Bf. ohne Sinsicht bei uns sogar besser find als bei den gewiß in vielen BeBreisaufschlag. Jemand schenkte einem Kinde cine Tafel Schokolade ziehungen vorbildlichen deutschen Truppen, die& B. bisher in den ich zahllosen geschobenen Bunft unserer Front besuchte ich unsere Stellungen. Die Soldaten haben sich dort in der Reserveftellung hinter den Schüßengräben eine förmliche Stadt aus Grde mit zahllosen Hütten erbaut. Es gibt da Straßen, Plätze, Brüden und förmliche Barkanlagen mitten im Nadelwald. Ich machte dann einen Spaziergang durch die Schüßengräben und gelangte dabei an eine weit vorgeschobene Stellung, die nur 180 Schritte von der feindlichen Stellung entfernt ist. Der Kampf hatte an diesem Tage den Charakter eines schivachen Gepläntels. Zeitweilig löfte fich ein Kanonenschuß. und hier und da ging wie von selbst ein Gewehr los, nur die schwere ruffische Artillerie ließ in regelmäßigen Zeitabständen eine Lage erdröhnen, um sich auf einen bestimmten Bunkt einzuschießen, wo sich übrigens bei uns weder ein Geschütz noch ein Mann befindet. Aber die Russen vermuten an jener Stelle, Gott weiß auf Grund welcher falschen Schlüsse, unsere Geschütze und schossen wie besessen darauf los. Um die russische Stellung ganz nahe zu sehen, begab ich mich unter Führung eines Hauptmanns, der mich vorher pflichtgemäß auf die Gefahr, in die ich mich unter Umständen begeben fonnte, aufmerksam gemacht hatte, in das Vorfeld bis zu einem Säuschen, wo sich eine geldwache eingeniftet hatte. Während wenige Stunden vorher ein Zugführer auf diesem Wege einen Schuß in die Bunge erhalten hatte, hatten die russischen Scharfschüßen diesmal die Gnade, mich zu übersehen, und nur mein Ueberrod erhielt eine tödliche Wunde durch den Stacheldraht. leber alles, was ich auf meiner Fahrt an interessanten Bildern gesehen habe, sowie über meine Eindrücke in den Städten Petrikau und Loda folgen ausführliche Berichte. find in dem Gefecht unter Führung des Oberstleutnants von Die französische Partei und die Kriegslieferanten. Kriegsbekanntmachungen. Regelung des Bedarfs an Wolle. Heydebred drei englische Schwadronen von unseren Truppen vernichtet worden. 15 Dffiziere, darunter ihr Führer Oberst Grant, und 200 Mann wurden gefangen und Wie wir schon kurz berichteten, befaßte sich in einer ihrer Amtlich. Berlin, 25. Januar.( W. T. B.). Das königlich zwei Geschüße erbeutet. Verluste auf unserer Seite: 2 Offiziere legten Sigungen die sozialistische Fraktion der französischen preußische Kriegsministerium Berlin hat der Vereini und 12 Mann gefallen, 25 Mann verwundet. Nach der amt- Deputiertenkammer mit den Kriegslieferanten. Der gung des Wollhandels, Leipzig, Fleischerplatz 1, den. Absatz lichen englischen Berichterstattung aus Pretoria von An- Fraktion lagen, wie die„ Humanité" mitteilt, Tatsachen vor, aller Arten Kämmlinge, Wollabfälle und untergeordneter Woll der fang Oftober waren demgegenüber die Verluste der vereinigten die darauf schließen ließen, daß, während die Nation für die forten, die sich nicht zur Herstellung von Militärtuchen und Ersatz Engländer und Südafrikaner auf nur 15 Tote, 41 Verwundete, Verteidigung des Vaterlandes Gut und Blut opfere, die wollen nur an solche Fabrikanten abgegeben werden dürfen, die den Herren Striegslieferanten und besonders die Zwischenhändler, Nachweis führen, daß sie die angeforderten Mengen nur zur Aus7 Vermißte und 35 Gefangene angegeben worden. die Gelegenheit zu ihrer Bereicherung ausnutzten. Man war führung von Heeresaufträgen benötigen. Diese Mengen dürfen der Ansicht, daß es nur ein Mittel gäbe solchen standalösen den Bedarf für den jeweiligen Heeresauftrag nicht übersteigen. Spekulationen vorzubeugen: sie in das vollste Licht der Die Festseßung der Verkaufspreise erfolgt durch eine vom Kriegs Deffentlichkeit zu stellen. Plögliche und unrechtmäßige Be- ministerium ernannte Kommission von Sachverständigen mit uns reicherung zu Striegszeiten habe es immer gegeben, aber parteiischem Ohmann. Die gesamte Tätigkeit der Vereinigung besdie Gegenwart unterscheide sich denn doch zu ihrem Vorteil Wollhandels und der Schäßungskommission untersteht, abgesehen von den vergangenen Zeiten, insofern heute solche Fälle nicht von der Ueberwachung durch die Handelskammer in Leipzig, einem Kommissar des königlich preußischen Kriegsministeriums. mehr im Dunkeln liegen, sondern durch die Organe der öffentBriefe an Zivilgefangene in Rußland. Lichen Meinung kritisiert und verdammt werden könnten. Vor Berlin, 25. Januar.( W. T. B.) Nach einer Erklärung der allen Dingen sei die Erfüllung dieser eminent patriotischen Pflicht die Aufgabe der sozialistischen Partei. Die Fraktion russischen Regierung ist den in Rußland internierten deutschen beschloß deshalb einmütig, durch ihren Sekretär, den Genossen Sivilgefangenen nunmehr der Briefverkehr durch VerHubert Rouger, folgendes Schreiben an den Kriegsminister mittlung des Striegsgefangenenbureaus beim russischen Roten Kreuz in St. Petersburg gestattet. Es empfiehlt sich, Briefe für inter [ Millerand zu richten: nierte Deutsche in Rußland unter folgender Adresse zur Post zu geben: à, la société de la croix rouge russe.( bureau central. de renseignements sur les prisonniers de guerre) à Petrograd in möglichst genauer für den deutschen Kriegsgefangenen Adresse)".- Vorstehendes bezieht sich nicht auf die Korrespondenz mit den deutschen Kriegsgefangenen in Rußland, für die die bea tannten besonderen Bestimmungen bestehen. Der türkische Krieg. Türkische Darstellung der Lage im Kaukasus. Konstantinopel, 24. Januar.( W.T.B.) In einer Besprechung der militärischen Lage im Rautasus stellt, Tanin" fest, daß die russischen Communiqés falsch oder übertrieben gewesen seien. Der Versuch der Nussen, den linken Flügel der türkischen Armee in der Gegend östlich von Olth zu umgehen, sei vor der außerordentlichen Tapferkeit der türkischen Truppen gescheitert. Diefe hätten den Boden, den sie auf russischem Gebiet besetzten, nicht aufgegeben. Sie hätten nur aus taftischen Gründen einige Punkte ohne irgendwelche Bedeutung verlaffen. Die russischen Verluste seit Beginn des Feldzuges feien mehr als doppelt so groß wie die türkischen. Der Gesundheitszustand und die Ordnung in der türkischen Armee seien vorzüglich. Russische Gefangene in Anatolien. Konstantinopel, 25. Januar.( W. T. B.) Aus Erfingjan in Anatolien wird gemeldet, daß dort ein Zug ruffischer Gefangener, bestehend aus 32 Offizieren und 2400 Mann, eingetroffen sei. Nach ihren Aussagen haben die fürzlich nach dem Rautaius gebrachten Truppen aus Turkestan in der letzten Zeit so schwere Verluste erlitten, daß zahlreiche Kompagnien nur noch 20 Mann stark sind. „ Herr Kriegsminister! Der sozialistischen Kammerfraktion wurde in ihrer heutigen Sigung eine Anzahl Tatsachen über Heereslieferungen vorgelegt, durch die die Fraktion peinlich über rascht wurde. Diese Vorkommnisse sollen der Heeresfommission durch deren sozialistische Mitglieder unterbreitet werden. Die Frattion hat einstimmig beschlossen, an Sie das Ersuchen zu richten, im Staatsanzeiger"( Journal Offiziel) die vollständige Liste der Kriegslieferanten zu veröffentlichen mit genauer Angabe der Adressen, des Berufs der Lieferanten, dem Nachweis der beteiligten Fabriken, Werkstätten usw., sowie mit einer Uebersicht über Art und Umfang der dem Einzelnen anver trauten Lieferungen. Ich wäre Ihnen verbunden, Herr Minister, wenn Sie mich Benachrichtigen wollten, welche Folge Sie diesem Ersuchen geben wollten. Hochachtungsvoll Hubert Rouger, Sekretär. Kanadische Kavallerie für Aegyptent. Seditimamanifé" ihre Mitteilung. Herr Jezt habe, schließt London, 25. Januar.( W. T. B.) Die Times" melden aus Toronto: In Westkanada werden Reiterregimenter Weillerand, der Kriegsminister, das Wort. gebildet, die zusammen mit der britischen und australischen Kavallerie in Aegypten Dienst tun sollen. Der gestörte Burgfrieden in Frankreich. Politische Uebersicht. Wieder ein Zeitungsverbot. " Unser Parteiblatt in Danzig, die Volkswacht", ist vom Festungskommandanten bis auf weiteres verboten worden. Das preußische Wahlrecht. In der Welt am Montag" beschäftigt sich Herr v. Gerlach mit der bevorstehenden Tagung des preußischen Landtags. Trotz der Schweigsamkeit, die sich die Parteien auferlegen wollen, bürfe eine Frage nicht unberührt bleiben: die des Ich meine, ich will lieber einem Grenadier, der jetzt mit dem Militär- Ehrenkreuz von der Schlacht von Königgräß zurüdtommt, das allgemeine, direkte Wahlrecht einräumen, als von irgendeinem beliebigen Krämer in der Rosengasse zwei Wahlmänner ernennen laffen. So stehe ich zu dieser Frage; und ich füge hinzu, meine Herren, die allgemeine Wehrpflicht haben wir, das allgemeine Wahlrecht ist in Preußen das notwendigste politische Korrelat der allgemeinen Wehrpflicht." Neue Zwangsmaßnahmen. Der Heilige Krieg in Marokko. Die Humanité" flagt jetzt fast täglich über die Rücksichtslosigkeit, preußischen Wahlrechts. Debatten darüber seien natürlich zu Konstantinopel, 24. Januar. Taswir- i- Eftiar" womit die Parteien der politischen Reaktion die Parole der„ union bermeiden, aber der Ministerpräsident habe die Pflicht, die veröffentlicht von dem marokkanischen Häuptling sacrée". Der heiligen Einigkeit, wie Viviani die Einstellung aller Erklärung abzugeben, daß die preußische Regierung es nach Abdul Malik einen dritten Brief, der aus Casablanca inneren politischen Kämpfe pathetisch genannt hat, verlegen. Daß Friedensschluß für ihre erste Aufgabe halten wird, die Kon( arabisch): Dur- ul- Beida) hier eingetroffen ist. In dem vom die französischen Arbeiter nicht nur auf dem politischen Gebiet im fequenzen des Krieges auf die Neugestaltung des preußischen 26. Muharrem( 14. Dezember) datierten Brief schreibt Abdul Zeichen des Burgfriedens benachteiligt werden, geht aus dem Be- Wahlrechts zu ziehen. Gerlach erinnert daran, daß nach BeMalik, der sich Emir von Marokko unterzeichnet, es sei ihm richt über die am 10. d. Mts. abgehaltene Generalversammlung der endigung des Krieges von 1866 der konservative Führer, Genach fünfzehntägigem Rampfe gelungen, ez einzu- mechaniter Union hervor. Die Tätigkeit der Gewerkschaft ist heimrat Wagener, erklärt hat: nehmen. Die Bevölkerung habe die marokkanischen natürlich durch die Unterstützungsaktion start in Anspruch genommen. Krieger mit großer Begeisterung und lebhafter Rührung Die Familien der Mobilisierten haben 22 500 Fr. erhalten. In den empfangen. Die Moscheen seien mit Gläubigen gefüllt ge ersten drei Kriegsmonaten wurden gegen 8000 Fr. an Arbeitswesen, die Dankgebete verrichteten. Die Franzosen hätten lofe ausgezahlt. Seither hat die Arbeitslosigkeit stark versucht, auf der Flucht die Lebensmittel und Munitions- abgenommen.- Von einer Beitragserhöhung wurde abgesehen, es depots zu verbrennen, was ihnen aber nicht gelungen sei. bleibt bei freiwilligen Sammlungen für den Unterstützungsfonds. Den Maroffanern sei reiche Beute in die Hände gefallen. Die Verlustliste der Union ist bisher nicht groß: 7 Tote, 35 VerObwohl sie gegen die Franzosen in der Ebene zu kämpfen wundete, 5 Verschwundene, 12 Gefangene. Bezeichnend ist, daß das gehabt hätten, seien ihre Verlufte unbedeutend gewesen, Gewertschaftsorgan nur die Liste der Toten veröffent während die Franzöfen 3500 Plann an Toten und Ge licht hat. Der Grund liegt im Verhalten ber unter fangenen sowie zahlreiche Verwundete verloren hätten. nehmerschaft, das befürchten läßt, daß die Bekanntgabe der Unter dem erbeuteten Kriegsmaterial hätten sich mehrere anderen Namen zur Anlegung einer schwarzen Liste Maschinengewehre und neun Geſchüße, darunter drei große dienen fönnte. Die Diskussion brachte klagen von allen Seiten mit beträchtlichem Staliber, alle in friegstüchtigem Zustande, über die Ausbeutung und die Unterdrüdung durch die Unternehmer, außerdem eine Menge Waffen und zwei Sanitätsabteilungen beren mächtigste, im berüchtigten Comité des Forges( Hüttenfomitee) befunden. Die Bevölkerung der wiedererobezten Gebiete vereinigten, jetzt eine außerordentliche Macht in den Händen haben schließe sich den unter Abdul Malit fämpfenden Streitkräften a. Nach der Einnahme von Fez habe in der großen Moschee mit großem Gepränge die Verlesung des Fetwas stattgefunden, in dem namens des Sultans und des Khalifen der Heilige Strieg verfündet wird. Abdul Malik habe eine begeisterte Ansprache gehalten, in der er sagte, da der Khalif den Heiligen Strieg verfündet habe, hätten alle Gläubigen die Pflicht, daran teilzunehmen. Die Maroffaner sollten tämpfen, um ihr Land den Franzosen wieder zu entreißen, die sich dessen ungerechter weise bemächtigt hätten. Vom südafrikanischen KriegsSchauplate. Neues Gefecht mit Maritz. Eine deutschfreundliche Kundgebung Eine Korrespondenz, der offiziöse Beziehungen nachgejagt werden. weist darauf hin, daß die Schweinepreise gerade in den Augenblick bedenklich steigen, in dem man den Konsumenten den guten at gibt, sich mit Dauerware zu versorgen. Dann heißt es in der Norré spondenz: Wie soll die ärmere Bevölkerung bei solchen Preisen sich noch mit Fleischnahrung versorgen, obwohl gerade gegenwärtig das Schweinefleisch bei dem außerordentlichen Ueberfluß an Schweinen ein allen Kreisen zugängliches Nahrungsmittel sein könnte? Wenn Aufklärungen und Ermahnungen auf dem so wichtigen Gebiet der Lebensmittelversorgung gegenwärtig anscheinend vollkommen verjagen, Dann bleiben 3wangsmaßregeln der einzige Aus weg. Was foeben für das Bädergewerbe durch die erlassenen BadPrag, 25. Januar.( W. T. B.) Das heutige Mittagsblatt des beschränkungen notwendig geworden ist, wird unzweifelhaft schon in iozialdemokratischen„ Pravo Lidu" veröffentlicht einen telegraphischen fürzester Zeit sich für das Schlächtergewerbe als unerläßlich Bericht aus Sofia vom 24., wonach dort unter dem Vorsige erweisen. So bedauerlich es ist, daß gerade in dieser Zeit, wo ein welcher über 5000 Bersonen teilnahmen. Begeistert begrüßt, sprach fichen Schwierigkeiten des Kriegszustandes erforderlich ist, immer neue irkoffs eine große Boltsversammlung stattfand, an Zusammenarbeiten aller Kreise zur Ueberwindung der wirtschaftsprachlichen der deutsche sozialdemokratische Publizist Parvus gegen den 3a 3wangsmaßregeln zur Regelung des Verbrauchs unentbehrlicher rismus. Die Versammlung war vollkommen mit dem Standpunkte Nahrungsmittel notwendig sind, so kann doch auf sie nicht ver der deutschen Sozialdemokratie einverstanden. Die von zichtet werden, wenn die Einsicht aller Kreise sie nicht entbehrlich den Rednern zum Ausdruck gelangte Anschauung, mit der sich die macht." in Sofia. Versammlung einverstanden erklärte, ging dahin, daß Deutsch- Das Berliner Tageblatt" bemerkt hierzu: land für die europäische demokratische Sache" Wir fürchten sehr, daß man die Sache am falschen Ende tämpfe und daß ein deutscher Sieg die anpact. Es ist vielleicht bequem, an irgendeinem Punkte des Proeinzige Garantie für die Selbständigkeit duktionsprozesses, in diesem Fall bei Bädern und Schlächtern, mit Pretoria, 25. Januar.( W. T. B.) Das Reutersche Bureau und nationale Entwidelung der Baltaustaaten 3wangsmaßnahmen einzugreifen; aber man übersieht, daß diese Ge meldet amflich: Der Feind hat mit 1200 Mann und 4 Kanonen fei. Die Versammlung sprach sich weiter für den An- werbe nach unten von den Produzenten, nach oben von den Konjuunter dem Befehl der Kommandanten Kemp und Mariz einen Anschluß der Balkanstaaten an die Zentralmächte sowie für die menten abhängen. Deshalb wird es nichts helfen; wenn man ohne griff auf Upington unternommen. Er wurde zurückgeschlagen Selbständigkeit und Freiheit der Utrainer, der Polen Zwangsmaßregeln auf dem Gebiete der Brot- und Fleischversorgung und ließ 12 Tote, 33 Verwundete und 96 Gefangene zurüd. Die und der Bewohner des Se autasus aus. Engländer hatten 3 Tote und 22 Verwundete. Die Wirren in Portugal. London, 25. Januar. Das Reutersche Bureau meldet aus Bigo von gestern: Reisende aus Portuga I versichern, daß die Lage ungewöhnlich ernst sei. Dreihundert Offiziere hälten den Degen abgegeben zum Zeichen ihrer Solidarität mit dem Aufstande. Sie beschuldigten die Kameraden und weigerten sich, die Kaserne zu verlassen, wo sie sich als in Arrest befindlich betrachteten. Es geschehe dies als Brotest gegen den Kriegsminister, der früher Monarchist gewesen und jekt zur republikanischen Partei übergegangen sei. Während des Ministerrates erklärte der Kriegs minister, er sei entschlossen, 3 urüdzutreten. ( Anm. d. Red. Kritoff ist der Führer der fog. engen Sozia liften Bulgariens; Parvus der bekannte russische Schriftsteller, der wegen seiner sozialdemokratischen Betätigung seinerzeit aus verfchiebenen deutschen Städten ausgewiesen wurde.) Chopin und die Russen. Nachrichtenbureau brachte folgende Meldung, die ihren Weg auch in Berlin, 25. Januar.( W. T. B.) Das amtliche Petersburger neutrale Blätter gefunden hat: „ In der Kirche zu Brodtoff( foll heißen Brochow bei Sochaczew), dem Taufort des Komponisten Chopin, sollen die Deutschen eine dort befindliche Bronzetafel entfernt haben, die an dies Ereignis erinnerte. Ferner beschuldigt man fie, die alte katholische Kirche angestedt zu haben." Diese ganze Nachricht ist zweifellos zu dem Zwecke erfunden, die polnische Bevölkerung gegen die deutschen Soldaten aufzu Ein französisch- japanisches Einvernehmen. ftacheln. Die neuere Chopinliteratur nennt teine Bronzetafel in M nicht auskommen zu können glaubt, dann muß man auch den Mut haben, am Anfang zu beginnen, nämlich bei der Landwirtschaft; sonst stößt man mit der Stange in undurchsichtigen Nebel." Kommunale Fleischversorgung. Dem Beispiel anderer schlesischer Gemeinden folgend haben jezt auch die Städte Beutben und Myslowig erhebliche Summen, nämlich 200 000 rejp. 150 000 M. zur Anschaffung von Vorräten an Fleisch und Speck bewilligt. Tie Blieferung der Küchenabfälle hat es ermöglicht, den Beſtand Borkehrungen großen Stils hat die Stadt Karlsruhe getroffen. der städtischen Schweine- Mastanstalt von 300 auf 500 Stück zu er höhen. Die Dauerware wird im Schlachthof aufbewahrt und foll bei eintretender Fleischnappheit an die minderbemittelte Bevölkerung zum Selbstkostenpreis abgegeben werden. Letzte Nachrichten. Die Ueberlebenden des„ Blücher". London, 25. Januar.( W. T. B.)( Meldung des Reuterschen Bureaus.) 50 Mann von der Besatzung des Banzerfreuzers Blücher", von denen 23 verwundet find, sind heute früh in eith gelandet worden. Die Ver mundeten sind in ein Lasarett übergeführt worden, die anderen wurden nach Schloß Edinburg gebracht. Beschädigung englischer Schlachtschiffe. Laut Mitteilung der Japan Times", des offiziellen der Kirche in Brochow, berichtet aber wohl von einem eisernen Drgans der japanischen Regierung, nähern sich die Verhandlungen Obelisten, ber 1894 unter unfreundlichem Verhalten ruifischer Beder japanischen Regierung mit der franzöfifchen zweds Erweiterung hörden dem Komponisten in dessen bei Brochow belegenen Geburtsdes bestehenden Vertrages über den Handel und die Schiffahrt ihrem ort Wola Zelazowa errichtet wurde. Abschluß. Die obenerwähnte russische Lügenmeldung in Verbindung mit Die Erweiterung dieses Vertrages war schon im Jahre 1912 dem liebevollen von Delcassé und Grey eingegebenen Interesse für, angeregt worden, aber damals kamen die Verhandlungen nicht zum polnische Denkmäler hat gerade in diesem Sonderfalle einen mert Abschluß. Die französische Regierung fürchtete, daß weitere Ver- würdigen Beigeschmad. Begrüßt doch Chopin in seinem Tagebuch günstigungen an Japan dessen Stellung in Indio- China bie 1881 in Warschau einrüdenden Russen als Barbaren, Amsterdam, 25. Januar.( W. T. B.)" Allgemeen Handelsstärken und damit die Interessen Frankreichs im fernen Diten be- vor denen weder Haus noch Kirche, weder wehrlose Frauen, noch blad" meldet aus Ymuiden: Der Kapitän des Fischdampfers einträchtigen würden. Jest jedoch spricht der japanische Offiziofus felbft Tote in den Gräbern sicher seien. Empört ruft er aus: DErita", der sich am Sonntag nicht weit von der Seeschlacht entdie le berzeugung aus, die Verhandlungen mit Frankreich würden in Gott, wartest Du noch? Ist das Maß der Moskowiter Morde noch fernt befand, erzählt, daß wei englische Schiffe ge Anbetracht der„ beränderten Sachlage" zu einem( für Japan!) günftigen nicht voll und reif für Deine Nadje? Oder bist Du gar selbst ein troffen wurden, das eine mittschiffs und das andere am AchterAbschluß gelangen. Mostowiter?" ded. Dem Undenten unserer auf dem Kriegsschauplak gefallenen Genossen! Am 13. Januar 1915 starb im Razarett zu Preuß. Stargard der Arbeiter 260/9 Gustav Meyer. Sozialdemokr. Wahlverein Niederbarnim. Bezirk Berlin- Buchholz. Am 8. Dezember fiel bei einem Sturmangriff in Rußland der Schloffer 194/18 Heinrich Lange Wohlgemuthstraße 28( Bez. 4). Sozialdemokr. Wahlverein Treptow- Baumschulenweg. Sozialdemokratischer Wahlverein I. d. 6. Berl. Reichstagswahlkreis. 17. Abt. Bez. 808. Am Sonntag, den 24. Januar, verstarb unser Genosse, der Schloffer Franz Voigt Bankstr. 24. Ehre seinem Andenken! Die Einäscherung findet am Donnerstag, den 28. d. M., nachmittags 2 Uhr, im Krematorium, Gerichtstr. 38/39, statt. Um rege Beteiligung ersucht 235/19 Der Vorstand. Deutscher Transportarbeiter- Verband. Bezirksverwaltung Groß- Berlin. Den Mitgliedern zur Nach richt, daß unser Kollege, der Arbeiter Franz Sching am 21. b. Mis. im Alter von 44 Jahren verstorben ist. am Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Dienstag, den 26. 6. Mts., nachmittags 32 Uhr, von der Leichen halle des Bartholomäus Kirchhofes, Weißensee, Falkenberger Chaussee, aus statt. Den Mitgliedern ferner zur Nachricht, daß unser Kollege, der Arbeiter Gerhard Sievers von der Firma Hasse u. Brede am 22. d. Mts. im Alter von 48 Jahren verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Dienstag, den 26. b. Mts., nach mittags 38 Uhr, von der Leichenhalle des städtischen Friedhofes in der Müller, Ede Seestraße 43/45, aus statt. 70/10 Die Bezirksverwaltung. Als Opfer des Weltkrieges fiel am 8. Dezember 1914 in Rugland mein geliebter Mann, Sohn, Schwiegersohn, Bruder und Schwager, der Reservist Heinrich Lange, Inf. Reg. Nr. 64, 12. Stomp. In tiefem Schmerz 18A Witwe Martha Lange geb. Rahn. Baumschulenweg, BohlgemuthStraße 28. Mein teures Lieb' im Massengrab, Bir wollten beide glüdlich sein, Dod grausam griff das Schicksal ein, Nahm mir mein Liebstes auf der Erden, Das Blei, bas Dich zu Tode traf, Berreißt daheim viel Herzen. Run liegst Du still im Feld begraben, Stein Flehn und Beinen gibt Dich mir zurüd. Dem Auge fern, dem Herzen emig nah! Sozialdemokratischer Wahlverein f. d. 5. Berl. Reichstagswahlkreis. ( Abteilung Ib.) Am 20. Januar starb an ben Folgen eines Unfalls unser Mitglied, der Genosse Max Victor Carmen- Sylva- Str. 56. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Dienstag, den 26. Januar, nachmittags 3 Ubr, auf dem Bartholomäus Kirchhof in Weißenfee, Faltenberger Chaussee, statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht 222/5 Der Vorstand. In den Kämpfen in Frankreich fiel am 1. Dezember unjer lieber Sollege, der Schloffer. Otto Hoffmann aus Köpenid. Sein tollegialisches Berhalten gegen andere sichert ihm ein dauerndes Andenken. Ruhe sanft in Feindesland. Seine Kollegen der Schlosserei Abteilung Jf. I. A. E.-G. Kabelwert, Oberspree. Verband d. Gemeinde- u.Staatsarb Filiale Groß- Berlin. Den Mitgliedern geben wi hiermit Nachricht vom Tode des Kollegen Hermann Maluche bom Gaswer! Lichtenberg. Ehre seinem Andenken! Beerdigung am Dienstag, den 26. Januar, nachmittags 3 Uhr, von der Halle des Nummels. burger Friedhofes, Lüdstraße, aus. Um rege Beteiligung bei der Bestattung des Kollegen ersucht 41/12 Die Ortsverwaltung Zentral- Kranken- u. Begräbniskasse für Textilarbeiter etc. Oertliche Verwaltung Berlin. Hierdurch geben wir bekannt, daß am 21. Januar unser Mitglied, der WeberEmil Krüger verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Dienstag, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des Gethsemane Kirchhofes in NiederschönhausenNordend aus statt. 195/16 Der Vorstand. Am 20. d. M. berlchied plötzlich unser werter Mitarbeiter Max Victor im Alter von 43 Jahren. Sein Andenten wird in Ehren halten Das Personal der Vorwärts- Druckerei. Die Beerdigung findet morgen Dienstag, den 26. Januar, nach mittags 3 1hr, von der Leichen Halle des Bartholomäus Kirchhofes, Weißenfee, Fallenberger Chaussee, aus statt. • Allen Freunden und Bekannten bie traurige Nachricht, daß mein inniggeliebter Mann, unser treu forgender Bater, unvergeßlicher Sohn, Schwiegersohn, Bruder, Schwager und Dnfel, der Unteroffizier der Neserve Walter Baumert am 25. Dezember in Frankreich im 30. Lebensjahre den Heldentod fand. Dies zeigen tiefbetrübt an Frau Martha Baumert nebst Tomter. Nuhe sanft in fremder Erde! Am Mittwoch, den 20. Januar, verstarb an den Folgen eines Straßenunfalls unser Mitarbeiter der Mitfahrer Max Victor im Alter von 43 Jahren. Ehre seinem Andenken! Die Hauptexpedition des Vorwärts". " Freireligiöse Gemeinde Mittwoch, den 27. Januar, abends 8 Uhr, in Alt- Berlin", Blumenstraße 10: Beschließende Versammlung. Tages- Ordnung: Statutenberatung. Verschiedenes. Mitgliedskarte ist vorzuzeigen. Jeden Sonntagvormittag 11 Uhr, Kleine Frankfurter Straße 6: Vortrag. Januar 31. Harmonium: Die Himmel rühmen( Beethoven). Herr Dr. H. Hasse:..Sittliche Kampfesgründe". Februar 7. Harmonium: Aus„ Der Troubadour"( Verdi). Herr Dr. M. Brie: Gottfried Keller. Sein Leben und seine Werke. 14. Harmonium: Abendlied( Schumann). Herr E. Daumig: Die religiösen. Strömungen in der großen englischen Revolution. 21. Harmonium: Ave verum( Mozart). Herr A. Fischer: Wissen tötet!? Ortskrankenkasse für die Gewerbe der Tischler und Pianofortearbeiter zu Berlin. Den Herren Arbeitgebern sowię den Mitgliedern zeigen wir hiermit an, daß die am 3. Dezember 1914 vom Ausschuß beschloffene Abände. rung der Sabung am 11. Januar 1915 die Genehmigung des KönigDritter Wahlkreis. 3ohngebife, Goldfachen, Silber. lachen, Blatinabfälle, familie Metale höchftzahlend. Schmelzerei Christionat, Stopenideritraße 20 a( gegenüber Manteuffelitraġel. 1/ 12* Platin, Goldsachen, Silbersachen, Bahngebisse, Stanniol 2.-, Glüb, ftrumpiasaje, Cuedfilber fauft Blume!, Auguftitraße 19. 246/ 2* Fahrradgesuch. Schrader, Weber9/ 5* ftraße 42. Fahrradaufauf Linienstraße 27. Kupfer! Meising! Auminium! Ridel ginn. 8inf, Blei, Duedjilber, Stanniolvabier, Platinaabfälle, Rabn gebisse. Sold sachen, Silberabfälle, Höchstpreise! Metalls chmelze Cohn", Brunnenstraße 25 und Neukölln, Berlinerstraße 76. Unterricht. Unterricht in der englischen Sprache. Für Anfänger und Fort Heute Dienstag, den 26. Januar 1915, abends 8 Uhr geschrittene, einzeln oder im girlel, ( pünktlich): Mitglieder- Verfammlung in den Armin hallen, Rommandantenstr. 58/59. Vortrag des Handelsredakteurs Genoffen Dr. Ernst Meyer über lichen Oberversicherungsamts. Groß Wirtschaftliche u. politische Verhältnisse der Balkanländer. Berlin erhalten hat und am 1. Februar 1915 in Kraft tritt. Die Aenderung betrifft§ 46. Der felbe bat jezt nachfolgende Fassung: Die Beiträge find bis zur bor Mitgliedsbuch als Ausweis vorzeigen. Ohne Mitgliedsbuch fein Zutritt. Sonntag, den 7. Februar 1915, abends 51, Uhr, im großen Saal des Gewerkschaftshauses, Engelufer 15: wird englijoje. Unterricht erteilt. Auch werden Uebersehungen 021gefertigt 6. Ewienty Liebknecht, Charlottenburg, Stuttgarterplatz 9. Gartenhaus III. 4482* $ Verschiedenes. Patentanwalt Müller, Gitschiner straße 16. Fleischpreise der Fleischhallen Schriftsmäßigen Abmeldung fortzu Lichtbildervortrag: ,, Bilder vom Balkan." benit: abei mit Filialen Berg zahlen. Die Beiträge werden tages weise berechnet. Der Vorstand. Emil Boeske, Vorfizender. Asthma 280/5 Julius Müller, Schriftführer. mit Sustenanfällen und starter Ber Schleimung findet wirt. same Hilfe durd Reichels Echte Asthmatropfen, berühmt durch ihre Birtung Zahlreiche Erfolgsberichte. Fl. 2.50. Otto Reichel, Berlin 43, Eisenbahnstr. 4. 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Januar 1915, abends 8, Uhr: elije Luftig, Stopenid, GrünauerMitglieder- Versammlung der Gold- und Silberarbeiter und verwandten Berufsgenossen im Dresdener Garten, Dresdener Straße 45. Tagesordnung: 1. Bortrag des Genossen Sturt Biging über Zahnpflege und Volksgefundheit". 2. Bericht und Neuwahl der Branchenfommission. 3. Verbands und Branchenangelegenheiten. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. Mittwoch, den 27. Januar 1915, abends 6 Uhr: Versammlung sämtlicher in der chirurgischen Branche beschäftigten Kolleginnen und Kollegen Achtung! in den Musiker- Festsälen, Kaiser- Wilhelm- Straße 31, nicht im Rosenthaler Hof. Zagesordnung: 1. Vortrag des Genoffen Mar Schütte. 2. Bericht der Agitations. fommission. 3. Branchenangelegenheiten und Verschiedenes. 4. Neuwah! der Kommiffion. Chne Mitgliedsbuch kein Zutritt. Zahlreiches und pünktliches Erscheinen wird erwartet. Metallarbeiter- Totizkalender 1915 Stück 60 Pf., find im Bureau und bei den Bezirks tassierern zu haben. 181/3 Verkäufe. 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Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Dienstag, 26. Jaunar 1915. borsichtiger Schonung entgegenstehender Intereffen. Eine Bollunion ist vielleicht möglich, wenn sich ein billiger Ausgleich der Interessengegensätze „ Zukunftsprobleme deutscher enge finden läßt, ſonſt lieber nicht, denn fie tönnte, wenn Politik". wesentliche Interessen darunter Schaden leiden, zum Ausgangspunkt auseinanderstehender Strömungen werden. Ueber die inneren Fragen sprach der Redner fich nur kurz aus. Er wünscht ein engeres und verständnisvolleres ZusammenLetzten Freitag hielt Professor Dr. Anschütz im Blüthner- gehen von Staatslenkern und Volt. Einem Volt, das so unerhörte faal einen Vortrag, in dem er die Frage untersuchte, wie Opfer bereitwillig auf sich genommen hat, kann man und muß man nach unserem sicher zu erwartenden Siege sich der Frieden Vertrauen schenken, indem man ihm gleiche politische Rechte gestalten solle. Er kam dabei auf die verschiedenen An- gibt. Dann wird der Staat, wie der Riese Antäus bei jeder Benegionspläne zu sprechen und führte aus: rührung mit der Mutter Erde, an innerer Kraft und Einheitlichkeit Die nationale Geschlossenheit eines unserer unserer wesentlichsten gewinnen und mit noch größerer Zuversicht als jezt jedem Anfturm politischen Güter, möchte er nicht durchbrochen sehen; von diesem der Feinde die Stirne bieten fönnen. Gesichtspunkte aus ist jede Gebietserweiterung in Wir selbst möchten zu diesen Ausführungen nur bemerken, Europa, die nicht etwa von militärischen Rüdichten daß eine solche Separatverständigung mit Rußbittiert ist, ein Schade. Selbst die russischen Ostsee- I and, die noch dazu zu einem fünftigen Bündnis gegen die provinzen haben nur etwa fünf Prozent deutscher Bevölkerung, Westmächte führen soll, nicht nur der ursprünglichen Parole und ihre Annegion würde unsere Grenze gegen Osten Kampf gegen den Barismus" zuwiderläuft, sondern auch eine militärisch geradezu unhaltbar gestalten. Bel- Dauernde Stärtung der russischen Machtgiens Bevölkerung ist, soweit sie flämisch ist etwa vier von 72 Millionen würde. gewiß germanischen Ursprungs, aber ebenso ftellung bedeuten Ebenso widerspricht die wenig deutsch wie die standinavischen Bölfer. Forderung eines Protektorates dem Prinzip des SelbstAuch die Berufung auf die frühere Zugehörigkeit dieses Gebietes bestimmungsrechts der Nationen. zum heiligen Römischen Reich deutscher Nation bedeutet nichts. Den wirtschaftlichen und militärischen Gründen, die auf einen engeren Anſchluß Belgiens an das Deutſche Reich brängen, fann durch ein Stimmen aus der Parteipresse. Protettorat Genüge geschehen: der Staat bleibt als solcher bestehen, wird aber durch Zoll- und Militärfonvention dem Deutschen Reiche unterstellt und zugleich für immer daran geIn neuerer Zeit mehren sich in der deutschen Parteipreffe die hindert, ein zweites Mal die Rolle zu spielen, die es jetzt gespielt hat. Auseinandersetzungen über die durch den Weltkrieg aufgerührter Anders steht es mit dem Erwerb von Kolonialbesig. Wir Probleme. Wir werden, um unsere Leser über die verschiedenen brauchen weniger Siedelungs- als Pflanzungstolonien, die uns die Ansichten zu orientieren, bemerkenswerte Auslassungen unter Rohstoffe liefern, die im Mutterlande nicht wachsen. Auf diesem obiger Ueberschrift im Auszug wiedergeben. Unsere eigene Gebiete muß uns der Friede nicht nur die Rückerstattung verlorener Stellung werden wir, gezwungen durch die Zeitverhältnisse, in den Gebiete, sondern wertvollen Zuwachs bringen. meisten Fällen zurückstellen müssen. Ausführlich besprach der Redner auch die polnische Frage. Von der Schaffung eines selbständigen polnischen Pufferstaates vberspricht er sich nichts. Ein solcher Staat würde vielleicht uns von Rußland trennen, aber nicht umgekehrt, er önnte einst binderverbandes, veröffentlicht in der Chemnizer VolksGenosse Emil Kloth, Vorsitzender des Deutschen Buchdie jetzige Rolle Belgiens spielen mit Rußland stim me" vom 23. Januar einen Artikel: Gegen die Frre= gegen uns, um so mehr, als ihm der Drang innewohnen führung der öffentlichen Meinung im Ausland". würde, fich das österreichische Galizien und unser Ober- Genosse Kloth wendet sich dagegen, daß in der sozialistischen Presse fchlesien, Bofen und Westpreußen anzueignen. Russisch- Polen des Auslandes Erklärungen und Artikel deutscher Parteigenossen soll bei Rußland bleiben, schon um der zu erscheinen, die demonstrativ verkünden, daß ein stets wachsender fünftigen Gestaltung unserer Beziehungen zum Teil der deutschen Arbeiterklasse mit der Reichstagsfraktion und 3arenreiche wilen. dem Parteivorstand in Sachen der Bewilligung der Kriegskredite nicht einverstanden sei. Kloth fährt dann fort:" Eine der Hauptaufgaben unserer auswärtigen Politik muß es in der Zukunft sein, führte Professor Anschütz weiter aus, aus dem Ringe, der gegen uns geschlossen dasteht, wenigstens eine Macht herauszulösen und uns für den Fall eines noch maligen Zusammenstoßes wenigstens ihre Neutralität zu sichern. England tommt hierfür nicht in Frage, ihm gilt der Kampf bis zum letzten. Frankreich trennt, so meinte der Redner, die verlegte Eitelkeit auf immer von uns. Somit bliebe nur Rußland. Es fäme darauf an, es zum endgültigen Verzicht auf seine Balkanbestrebungen zu zivingen, um so den Gegensatz zwischen Petersburg und Wien zu beseitigen und es zu veranlassen, seine Augen von Konstantinopel weg nach dem fernen Osten zu wenden, wo dann der Interessengegenjaz zu England aufs neue erwachsen muß. Gerät dann das Zarenreich in einen Kampf mit Albion, bielleicht auch mit Japan, so müsse unser Plaz an feiner Seite sein, damit so endgültig die britische Weltherrschaft niedergerungen werde. Ueber das künftige Verhältnis Deutschlands und Defterreich Ungarns zueinander meinte der Redner, daß selbstverständlich das Bündnis, das so glänzend seine Feuerprobe bestanden hat, so eng wie möglich gestaltet werden soll; aber unter Eindrücke aus dem Erdbebengebiet. Abruzzen entiteben. Rom, 21. Januar. Bald sind die Hauptmauern erhalten geblieben, und das Haus ist in sich selbst zusammengestürzt, so daß einem durch das Haustor ein Chaos von Balken, Mauerwert, phantastisch verbogenen Eisenstangen und Hausrat entgegenstarrt. Dann ist wieder das ganze Haus ein Trümmerhaufen, kaum mehr als ein Brei von Kalt und Steinen, aus dem ein Gewirr von Holzwerk oder Eisenstangen fich nach oben streckt. Dicht daneben ist nur eine Mauer des Hauses eingestürzt: die einzelnen Stockwerke sind erhalten, Bilder und Küchengerät hängt an den Wänden, man sieht in das Haus des Reichen, mit Teppichen und gepolsterten Möbeln, wie in die graue, nadte Armut. Das Erdbeben hat die Hülle jäh zerrissen, die das Heim umgab und vor fremden Blicken schüßte. Alles ist preisgegeben. Nur der Schrecken der Verwüstung wehrt der Neugier den Zutritt: hohe Mauern, die einzustürzen drohen, deren Fläche sich meist bauchartig vorivölbt, sich weit über die lotrechte Linie des unteren Mauerteils vorbauend, kegelförmige Trümmerhaufen, die abrutschen können, Dachrinnen, Bleiröhren, Eisenteile, die in der Höhe hängen und von dem orkanartigen Nordwinde hin und her geschwungen werden. " Dadurch wird die öffentliche Meinung des Auslandes irregeführt und es werden bei den gegen Deutschland im Kriege stehenden Völkern Hoffnungen erweckt, die geeignet sind, den Krieg zu verlängern und die Verständigung über einen Deutschlands Sicherheit verbürgenden Frieden zu erschweren. Deshalb muß die deutsche Arbeiterklasse sich mit Entschiedenheit gegen solche Frreführungen des Auslandes wenden. Es ist das um so notwendiger, als jene Macher der öffentlichen Meinung im Ausland sich in Deutschland selbst als die verfolgte Unschuld hinstellen, die unter den heutigen Zensurverhältnissen sich nicht verteidigen könne. Dabei wühlen sie in geheimen Konventikeln mit aller Gewalt gegen Fraktion und Parteivorstand, verbreiten Flugblätter, veröffentlichen Broschüre über Broschüre und kümmern sich nicht im mindesten darum, ob durch ihr Gebaren die Interessen der deutschen Arbeiterklasse im Inlande und Auslande aufs schwerste geschädigt werden. Der Vorwärts", das Zentralorgan der deutschen Sozialdemokratie, hätte nach meinen hausbadenen Begriffen von politischer und gewerkschaftlicher Disziplin die Aufgabe, die Beschlüsse der berufenen Vertretungen der Partei, Parteivorstand und Reichstagsfraktion, wenigstens begründen zu lassen und gegen böswillige und unverständige Angriffe zu verteidigen. Aber aus Sorge darum, das die Gegenpartei nicht deutlich genug antworten könne, läßt er feinen Berteidiger des Standpunktes von Fraktion und Parteivorstand zu Wort. Er hat über alle Genossen, die nicht zu seiner Richtung" gehören, die Präventivzensur verhängt und führt sie so streng durch, daß die Militärbehörden ihn gewiß nicht übertreffen können. Die Prezkommission des Vorwärts", die Hüterin" demokratischer Meinungsfreiheit, in der Rosa Luxemburg das Szepter schwingt, lehnt alle Beschwerden dagegen ab und verweigert für ihren Standpunkt jegliche Begründung, weil das noch nie von den Parteigenossen sonst verlangt worden ist". Welch edle Bescheidenheit von den Genossen! Möge mir die Chemnißer Volksstimme" daher gestatten, als Berliner Genoffe in ihren Spalten gegen die Quertreibereien zu protestieren. Wer die ausländische Partei- und Gewerkschaftspresse verfolgt, wird wissen, daß sie ihre Vorwürfe gegen die„ unsozialistische" Haltung der deutschen Sozialdemokratic mit Aeußerungen aus deutschen Quellen reichlich belegen kann. Was ihnen etwa noch fehlt, liefern und ergänzen die gründlichsten" Kenner und angesehensten" Führer der deutschen Sozialdemokratie, Pan n c= foet, Rosa Quremburg, Liebknecht, Klara 3ettin, Westmeyer, Parabellum, Mehring, Trobky und wie sie sonst noch heißen mögen. Zwar besißen manche diese Vertreter" der deutschen Sozialdemokratie eine recht zweifelhafte Aktivlegitimation zu dieser Vertretung, aber wenn man sich den rechten Anschein zu geben versteht, wird in dieser Welt des Scheines manches Unechte für echt genommen. Wie wird nicht Rosa Luxemburg unter Brüsz fierung der großen Mehrheit der deutschen Partei als die wahre Verkörperung des internationalen Sozialismus, der internationalen Solidarität im Auslande gefeiert, weil sie gegen die Mehrheit Stellung nimmt! Sie wird als das Muster der besten Traditionen der deutschen Partei und zugleich als fonsequente deutsche" Sozialistin hingestellt. Sie stammt aber nicht nur aus Russisch- Polen, sondern vertritt auch heute noch eine sagenhaft russisch- polnische Partei im Internationalen Sozialistischen Bureau. Während die wirklich organisierte pola nische Sozialdemokratie mit leidenschaftlichem Eifer den Kampf gegen den Barismus führt, weiß man von jener Partei mit Sicherheit nur das eine, daß Rosa Luxemburg ihr angehört, und daß viel eher der Bar aller Reußen seine Krone verlieren wird, als Rosa Luxemburg jene Vertretung in der Internationale. Freilich ist unsere Genossin auch vielseitig genug, um auf den deutschen Parteitagen als deutsche Delegiertin zu erscheinen, und es würde ihr nicht mehr Mühe machen, Franzosen, Engländer, Russen oder sonstwen mit ihrer Vertretung zu beglücken, wenn diese danach Sehnsucht trügen. Wir haben den Internationalismus stets als das friedliche Zusammenwirken der verschiedenen unabhängigen Nationen angesehen, aber nicht als eine solche Tosmopolitische Wurzellosigkeit." Nach dieser Einleitung beschäftigt sich Kloth mit zwei Artikeln von Rosa Lugemburg und Franz Mehring im„ Labour Leader", dem Organ der englischen unabhängigen Arbeiterpartei, über die Haltung der deutschen Sozialdemokratie. Kloth ist der Meinung, daß die beiden Artikel ein durchaus schiefes Bild über die Haltung der deutschen Arbeiterschaft geben und fährt dann fort: Aehnlich wie Rosa Luxemburg und Mehring informiert der Holländer Pannetoet das Ausland. Derselbe Mann, der den Gewerkschaftsangestellten das Klassenbewußtsein absprach, weil sie in ihrer gehobenen" Lebeshaltung das proletarische Empfinden verlernt hätten gleichzeitig bezog er selbst ein. piermal so großes Einkommen. firmiert jetzt noch immer, um sich das Ansehen eines Vertreters der deutschen Sozialdemokratie zu geben, als„ Anton Bannekoek- Bremen". Dabei hat er gleich zu Anfang des Krieges aus Deutschland Reißaus genommen, um dann die deutsche Sozialdemokratie, die ihn jahrelang gastfreundlich aufgenommen hatte, in der ganzen Welt anfs schwerste zu berünglimpfen. Nun ist man ihn wenigstens in Bremen auf diese Weise losgeworden. Aber genau wie seine Firma nicht zutreffend ist, ist es eine falsche Aufmachung, wenn die Auslassungen Klara Zetkins in der amerikanischen gering. Und so find diese Männer ausgewandert, nach New York| eingestürzt waren, aber jederzeit mit dem Einsturz drohten, nicht und nach Argentinien, ihre meist sehr zahlreichen Familien zurück- öffnen konnte, haben die Unglücklichen sterben müssen, ehe Hilfe fatit. laffend. Und sind zurückgekommen mit Ersparnissen, aus Hunger Heute sind wohl nur noch Leichen unter den Trümmern. Die Leute und Arbeit zusammengeschweißt, haben ein Fleckchen Erde gekauft dringen darauf, daß man zwei noch lebende Kühe rette, aber es schit und sich ein eigenes Häuschen gebaut. Eine gewaltige Kolonisations- auch heute noch an den geeigneten Kräften. arbeit im eigenen Vaterlande haben sie geleistet, in zähem Kampfe, Bon Forme geht es nach Castelnuovo, durch irrigierte Felder, den kein Dichter besingt, sind sie des größten Elends Meister ge- in denen der Fuß bis über die Knöchel versinkt, ein einstündiger worden, haben sie etwas wie Wohlstand in die grauen Dörfer ge- Weg. Noch niemand ist dagewesen. Die Zahl der Toten ist Die Verwüstung, die das Erdbeben anrichtet, ist in allen Haupt- bracht, in hartnädiger, treuer Liebe zu der Erde, die sie trug und gering: nur zehn, bereits geborgen und der Erde übergeben. Zelte zügen von trostloser Einfömigkeit. Die Verschiedenheit der Bauart, die sie nun so schnöde betrogen hat. Was durch unsagbare Mühsal hat man sich aus Avezzano geholt; ein Soldat, der anf Urlaub bei die verschiedene Beschaffenheit des Grund und Bodens, ja selbst die und Entbehrung errungen wurde, hat eine halbe Minute ver- den Seinen weilte, hat sie aufgeschlagen. Einige zwanzig Schiver verwundete sind auf Mauleseln nach Avezzano gebracht worden, verschiedene Art des Bebens selbst ändern an dem allgemeinen Bilde nichtet. der Zerstörung so gut wie gar nichts. Dieselben Ruinen, die in Und wie die Bevölkerung dieser abruzzesischen Dörfer anders die Leichtverwundeten, sechs Kinder und ein junges Mädchen, Messina, der terrassenförmig aufsteigenden Hafenstadt mit den ist- bodenständig und markig, schlicht und tapfer, so ist auch der werden von uns zum erstenmal verbunden. Wir müssen das junge hohen Palästen, der ruchlos nachlängen Bauart, durchaus ver- landschaftliche Rahmen dieser neuen Verwüstung ganz von dem des Mädchen unter freiem Himmel bis auf die Mitte entblößen; es ist schiedenen Bodenverhältnissen ein Erdbeben vulkanischen Ursprungs Unglüds von Messina verschieden. Dort empfing uns die hoch- Januar, 1100 Meter über dem Meer und heftiger Schneesturm. mit sussultorischer Bewegung hervorgebracht hat, sehen wir durch getürmte weiße Stadt mit ihrem Kranz von Orangenbäumen, mit Die Leute sind nur darum besorgt, uns vor dem Schnee zu ein tektonisches Erdbeben mit Wellenbewegung aus den niedrigen, blauem Meer und blauem Himmel und leuchtender Sonne. Hier, Zentimeter lang, die unter dem Kalf, der von den Trümmern an schüßen. Wir finden Rißwunden der Kopfhaut, fünf und mehr mit breiten Mauern gebauten Häufern der kleinen Gebirgsorte der in den Abruzzen, ist alles grau: grau die gelsen, die vor etwa einem ihnen haften geblieben ist, ohne Eiterung vollkommen geheilt sind. Jahrhundert die Art verwüstet hat, so daß die abstürzenden Wässer den Humus wegspülten und den natten Stein freilegten, grau die man gibt uns drei Maultiere mit, die wir von unserm auf der Landstraße wartenden Karren aus mit Brot und Deden beladen. Häuser, die aus unbehauenen Steinen ohne Bewurf gebaut werden, grau die Felder, deren erste schüchterne Weizenhalme unter der Castelnuovo zurück, wohin sich noch keine andere Hilfskolonne Am nächsten Tag kehren wir mit neuem Material nach Ünzahl grauer Steine, die den Boden bedecken, kaum erkennbar sind, gefunden hat. Zwei gestern noch schwer vereiterte handflächengroße und grau der Himmel, der bleiern über der Landschaft hängt. Weißwunden sind so gut wie geheilt; die Leute lachen über unser ist nur der Schnee, der erbarmungslos niederfällt auf mehr als Erstaunen. hunderttausend obdachlose Menschen, der die bis 2500 Meter hohen schon längst fot." Diesmal hat man uns die Maultiere entgegen" Wenn wir so zart wären, wie Du denkst, wären wir Berggipfel krönt und die zahllosen Täler der Verwüstung, denen die geschickt und wir verteilen gleich unter der Anleitung eines Gewilde Pracht einer pflanzenlosen Alpenlandschaft als Hintergrund meinderates. Der Pfarrer des Fleckens ist geflohen. Nach der dient, in den Felsspalten mit weißen Streifen ziert, die der eisige Verteilung suchen wir die Leute unter den Zelten auf. Niedrige, Nordwind zusammenkehrt. Kleine Zelte, in denen man nur knieen, nicht stehen kann. Unter einem Zelte finden wir ein siebenjähriges Kind, völlig nadt, In einem vom Erdbeben getroffenen Gebiet ist es beschämend, wie man es vor fünf Tagen unter den Trümmern hervorgezogen Journalist zu sein. Nicht Ingenieur, nicht Arzt, nicht Arbeiter, hat, nur mit einem Lumpen zugedeckt, auf der feuchten Erde. Eine der die Hacke Handhaben kann: nur Journalist. Wer nur hinkommt, Rote- Kreuz- Schwester, die mich begleitet, bricht in Tränen aus. um zu gaffen, nimmt nüßlichen Leuten den Platz weg und läßt an Wir wissen nicht, ob wir die Gleichgültigkeit der andern mehr verder Ehrfurcht fehlen, die man dem Leide schuldet. Nur die helfende wünschen sollen, die das fünf Tage lang mit ansehen konnten, oder Hand hat das Recht, sich dem Unglück zu nähern. Deshalb habe ich die Bescheidenheit der dreizehnjährigen Schwester, die uns das mich einer der Hilfsaktionen angeschlossen, durch die der italienische verschwieg. Die Mutter der Kinder ist Dienstmagd in Avezzano, All das haben wir schon in Messina gesehen: gewaltiger in den Freimaurerorden für 50 000 Lire Brot, Decken und Verbandzeug der Vater ist tot. Neben der Nackten liegen drei andere notdürftig Dimensionen, mit Mauerresten und Trümmerhausen, die über| im Erdbebengebiet verteilen ließ. angezogene fleinere Kinder. Wir können nur noch das geben, zwanzig Meter hoch waren, aber ganz gleich in dem, was man die Mittelpunkt für die Aktion unserer drei Kolonnen war Taglia- was wir uns vom Leibe ziehen, denn alles ist ausgeteilt. Unter Technik der Verwüstung" nennen könnte. Wie anders ist aber die ganze Umwelt dieser Verwüstung, wie cozzo, das vom Erdbeben beschädigt, aber nicht zerstört ist. Wir einem andern Zelt finden wir zwei alte Frauen; die eine war schon famen am fünften Tage an, als bereits Privatautomobile die Ver- drei Monate vor dem Erdbeben herzleidend und bettlägerig, die anders das Stück Menschenleben und Schaffen, dem die Natur forgung der weiten Erdbebenzone begonnen hatten, und hatten andert- andere hat lange unter den Trümmern gelegen und hat eine dieſe furchtbare Wunde geschlagen hat! Die furchtbare Ebene deshalb Waggonladungen an Hilfsmaterial zu verteilen. Grundsatz war, Fraktur des Schlüsselbeins. Wir nehmen beide auf Maultieren Fucino, die feit der Austrocknung des Sees durch die Familie Tor- möglichst dahin zu gehen, wo die Automobile nicht hinkommen. Da- bis zu unserm auf der Landstraße wartenden Auto, und schicken Lonia zu den wichtigsten Zentren landwirtschaftlicher Produktion im her ging es auf einem Karren mit drei Maultieren zuerst nach sie über Tagliacozzo mit dem Zuge nach Rom. ganzen Lande gehört, war mit ihrer bedeutenditen Stadt, Avezzano, Forme, einer Fraktion von Massa d'Alba, 1100 Meter über dem Am nächsten Tage ist die Zahl der Hilfebringenden Automobile noch vor zehn Tagen ein Urbild ländlichen Wohlstandes, Fleißes und Meer, 25 Kilometer von Tagliacozzo entfernt. Alle Häuser sind un- fast beänstigend groß geworden: mehr als 2000 find im ErdbebenFriedens. Ein gewaltiges Unternehmen mit landwirtschaftlichen bewohnbar, über 2000 Menschen kampieren bei einer Temperatur gebiet. Jede Zeitung hat die ihrigen entfandt. Da in Rom billige Intensivbetrieb, mit weitberühmter Rindvich- und Pferdezucht, gab unter dem Nullpunkt unter freiem Himmel. Die Zahl der Toten Wolldecken fehlen, sind sie teils mit kostbaren Steppdecken beladen. Tausenden von Familien Arbeit. Urd die kleinen grauen Gebirgs wird auf 200 angegeben, etwa ein Rehntel der Bevölkerung. Noch Wir begegnen dem Grafen Gentiloni, dem großen Wahlmacher des dörfer, deren Häuser sich bald zu Füßer der hchen fahlen Felsen find nicht alle geborgen. Wir finden schon ein gut organisiertes Vatikans, den Automobilen der katholischen Jugend, denen des zuſammenducken, bald auf den Kuppeln der Hügel aneinander Silfskomitee der Triestiner und eines studentischen Alpenklubs vor, römischen Hochadels, vieler Automobile des Giornale d'Italia; alle drängen auf einem Gebirgszuge, der zwischen 800 und 1500 dem wir unsere Lebensmittel und Decken übergeben. Hier ist die sind mit Brotsäcken und Decken überlastet. Das Mailänder Meter hoch ist welch lange Geschichte von Kampf und Ent- eigentliche Hilfsaktion, bei der man noch Lebende retten konnte, zu Komitee hat 6000 Decken gesandt. Immer dringender tritt die behrung, von Tüchtigkeit und Aushalten könnte sie uns erzählen! spät gekommen. Man zeigt uns ein isoliert ſtehendes zweiſtöckiges Notwendigkeit zutage, die Gebirgsdörfer aufzusuchen, die nur auf Hier gehört der Boden fast überall dem Großgrundbefizer Haus, aus dem drei Menschen drei Tage und drei Nächte um Hilfe einem Maultierpfad zugänglich sind. Ein wadrer Turnlehrer und wird in Teilvacht vergeben. Man baut Weizen und Mais, auch gerufen haben: jetzt sind sie still geworden. Da es an Leitern und unserer Stolonne unternimmt ce, mit vier Maultieren und Treibern etwas Wein und Obst, aber der Boden ist targ und der Ertrag Tauen fehlt und man die Tür des Hauses, dessen Außenwände nicht auf 40 Kilometer langem Pfad drei kleine Weiler auf dem Ge. Parteipreffe als die Träftigen Worte einer Arbeiterin gegen die verräterische" Neichstagsfrattion wiedergegeben werden. Soll durch diese Borwegnahme des Typs der Zukunftsarbeiterin der Beweis für ein besonders startes proletarisches Klassenbewußtfein geliefert werden?! Bei folcher Jrreführung des Auslandes ist es nicht wunderbar, daß Liebknecht überall als Heros der deutschen Sozialdemofratie gepriesen wird, besonders bei den französischen Genossen. Aber sie machen dabei nicht die geringsten Anstalten, seiner Lehre zu folgen und der französischen Regierung die Kriegskredite zu verweigern..... Und Liebknecht läßt sich die Lorbeerfränze mit Behagen um sein Haupt flechten und findet nicht den Mut der Konsequenz, seinen Bewunderern zuzurufen, daß sie selbst gerade das Gegenteil von dem tun, was sie an ihni bewundern, ebensowenig wie die russischen Lehrmeister der deutschen Sozialdemokratie ihre hochgespannte revolutionäre Energie dort entwickeln, wo sie am dringendsten gebraucht wird, in dem despotischen Rußland." Kloth schließt seinen Artikel mit folgenden Bemerkungen: Je rascher die weitesten Kreise des Auslandes erkennen, daß die Stellung der ungeheuren Mehrheit der deutschen Arbeitertlasse feststeht und sich mit der Haltung der Reichstagsfraktion, der gesamten Gewerkschaftspresse und des weitaus größten Teiles der Parteipresse deckt, um so eher wird nach dem Frieden eine Verständigung und ein weiteres Zusammenarbeiten möglich sein. Die Vertreter der deutschen Sozialdemokratie", die jetzt die Bruderparteien des Auslandes gegen die deutsche Sozialdemotratie aufheben, leisten der Internationale einen ebenso schlechten Dienst wie der deutschen Arbeiterklasse. Das sollten fie bei einiger Ueberlegung und Gewissenhaftigkeit selbst einschen können." Die Bremer Bürgerzeitung" vom 23. Januar schreibt in einer Notiz„ Eine niedrige Berleumdung": So lange es ging, haben wir an dieser Stelle zu den VerIcumdungen geschwiegen, die man in gewissen Kreisen dem Genossen Dr. Anton Pannet ock insgeheim anzuhängen sucht. Jezt sehen wir uns gezwungen, auch hier zu reden. In ganz Deutschland wird kolportiert, Bannefoet habe zu Anfang des Krieges Deutschland verlassen, ohne gewisse petuniäre Verpflichtungen gegenüber der Partei zu erfüllen. Wer den Mann fennt, weiß, was von solchem Gerede zu halten ist; aber wie wenige kennen ihn so genau wie wir. Pannekoek befand sich, als der Krieg ausbrach, in Holland, um dort seine Ferien zu verleben. Er ist dann von dort nach Bremen gekommen, hat im Einverständnis mit der Zeitung der Parteiorganisation sein Verhältnis als Lehrer zu ihr gelöst und ist dann zu seiner Familie nach Holland zurückgekehrt, weil der Krieg ihn um einen so großen Teil seiner Einnahmen als freier Schriftsteller brachte, daß er Gefahr lief, sich hier wirtschaftlich nicht über Wasser halten zu können. Er schuldet der Partei materiell nicht das geringste; er hat sie vielmehr von einer Ausgabe entlastet, die ihr in der Striegszeit vielleicht schwer gefallen wäre und der sie sich sicher nicht hätte entziehen wollen." Der Karlsruher Voltsfreund" vom 22. Januar schreibt im Anschluß an die Erklärungen des deutschen Parteivorstandes über die Informationen der ausländischen Parteipresse durch deutsche Genossen: Wären nicht einige bisher einflußreiche Literaten die Wortführer dieser Opposition, so würde es überhaupt nicht awedmäßig sein, sich mit ihr zu beschäftigen. Nur der Umstand, daß diese Literaten Verdächtigungen und unwahr heiten in die ausländische Presse lancieren, givingt uns, da gegen Stellung zu nehmen... Den Leuten, die sich zu solchen Treibereien hergeben, mangelt es nicht nur an parteigenossischent, sondern auch sehr an nationalem Empfinden, denn sonst müßten fie begreifen, daß in der Situation, in der Deutschland sich augenblidlich befindet, ein solches Treiben in höchstem Grade verwerflich ist, zumal wenn es jeder tatsächlichen Grundlage entbehrt. Offenbar hofften sie, auf dem Umweg über das Ausland größere Erfolge zu erzielen, als es ihnen bisher in Deutschland selbst möglich war. birgskamm südlich von Tagliacozzo, 1500 Meter über dem Meere, zu versorgen. Die Verluste an Menschenleben sollen dort gering fein, aber Hunger und Kälte drohen die Obdachlosen zu töten. Wir gehen ins Gebirge nach Capadocia und Castellafiume, ivo uns die halbnackten Kinder entjeßen. Man sagt uns, daß sie nie anders bekleidet gehen, und sehen aus, wie das blühende Leben. Unser Brot ist willkommen, die Decken noch mehr, aber man fordert dringend Bretter, um Baraden zu bauen. Wenn ein großer Schneefall diese Ortschaften isoliert, ist es um die ganze Bevölferung geschehen, deren Häuser sämtlich unbewohnbar sind. Aus Industrie und Handel. Schiffsverluste im Jahre 1914. Einstweilen muß man sich mit dem Profeft gegen die Quer- gearbeitet wird, so veranlaffen sie die Fabrikanten, den Bertrag zu freibereien begnügen. Nach dem Striege aber muß mit diesen unterschreiben; mit ihnen haben wir einen Vertrag abgeschlossen, Elementen rattur gesprochen werden, wenn die deutsche So- der gilt, an den halten wir uns. Der Einfluß der anderen Fabrizialdemokratie den gewaltigen Aufgaben, die ihrer harren, ge- fanten war stärker als die Kraft, das einmal gegebene Wort zu wachsen sein soll. Man verstehe uns nicht falsch; nicht daß wir halten. Nach 1stägigem Arbeiten waren die Arbeiter und Arbeiteeine ehrliche, wohlmeinende Opposition unterdrücken wollten. rinnen wieder ausgesperrt. Die erneute Aussperrung hat die GeDarum handelt es sich nicht, denn Meinungsverschiedenheiten schlossenheit der Ausgesperrten nur noch gestärft. Es ist unbedingt hat es immer gegeben, wird und muß es immer geben, zumal notwendig, daß nach wie vor Zuzug ferngehalten wird. in einer Partei wie der Sozialdemokratie. Amein hier handelt es sich nicht mehr um bloße Meinungsverschiedenheiten, sondern darum, ob die Sozialdemokratie eine große politische Partei, mit entsprechenden Aufgaben und entsprechender Verantwortung oder eine Sette politischer Fanatiker sein soll, die von der Wirklichkeit abstrahiert und fatalistisch den Dingen ihren Lauf läßt. Wir stehen an einem WendeNach einer Berechnung der Riverpooler Versicherungspunkt der geschichtlichen Entwickelung. Die politische Aufgabe der Sozialdemokratie kann und darf tünftig nicht darin bestehen, gesellschaft waren die Seeverluste der Welt im letztent die durch den Weltkrieg abgeriffenen Fäden fortzuspinnen, son- Jahre, wenn man nur Schadenfumunen von 10 000 Pfund dern auf den durch ihn geschaffenen neuen Fundamenten Sterling und darüber in Betracht zieht, a weimal jo aufzubauen." groß wie 1913. Der Gesamtverlust wird mit 13 688 954 Pfund Sterling gegen 6 736 000 Pfund Sterling im Jahre 1913 angenommen. 1914 gingen 272 größere Schiffe gegen 176 im Jahre 1913 verloren. Der Verlust an Schiffen von mindestens 500 Tonnen betrug 1914 323, von denen 195 Fahrzeuge durch Kriegsschiffe oder Minen verlenkt wurden. Von den verlorengegangenen Schiffen waren 141 ausländische und 115 britische. * Die Ludwigshafener Pfälzische Post" veröffentlicht in ihrer Nummer vom 22. Januar unter der Ueberschrift „ Militärische Jugendvorbildung" folgende Notiz: Wie aus dem wiederholt veröffentlichten Aufrufe ersichtlich, beteiligen sich Arbeiter- Jugendausschuß und Vereinigte Turnerschaft gemeinsam an den lebungen. Die Ausbildung liegt in den Händen von Personen aus unseren Reihen. Der 3wed ist ein rein törperlicher, die jungen Leute sollen schon vor der Militärzeit mit den notwendigen einfacheren Uebungen vertraut, die Gliedmaßen gekräftigt und geschmeidig gemacht werden. Jedem jungen Manne kann also die Beteiligung empfohlen werden und es ist notwendig, daß die Anmeldung umgehend betätigt wird. Anmeldescheine find in der Buchhandlung Gerisch u. Co.( Pfälzische Post"), Magstraße 63/65, zu haben. Auch die Austräger der Arbeiterjugend" nehmen am Sonntag Anmeldungen entgegen. Wir ersuchen um recht zahlreiche Beteiligung." Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. Der Tarif der Weißgerber und Lederfärber läuft bis zum 1. März d. J., er fönnte also zu diesem Termin gefündigt werden. Mit der Frage der Kündigung batte sich fürzlich eine Mitglieder verlammlung der Filiale Berlin I des Lederarbeiterverbandes beschäftigt, aber feinen endgültigen Beschluß gefaßt. Dieser blieb einer lediglich zu diesem Zweck einberufenen Mitgliederversammlung vorbehalten, welche am Sonntag stattfand und mit allen gegen zwei Stimmen beschloß, wegen der gegenwärtigen, einer gewerkschaftlichen Altion nicht günftigen Lage von einer Kündigung des Tarifs abzuseben. Die Treibriemenfattler, die eine besondere Branche im Sattlerverbande bilden, sind gegenwärtig fast ohne Ausnahme in der Militärausrüstungsbranche beschäftigt. Für die gewerkichaftliche Betätigung in der Treibriemenbranche ist deshalb augenblicklich wenig Gelegenheit geboten. Am Sonnabend hielten die Treibriemenſattler eine Branchenversammlung ab, um den Jahresbericht ihres Obmanns entgegenzunehmen. Die Branche hatte zu Anfang des Jahres 204 Mitglieder. Am Jahresschluß betrug die Mitgliederzahl 133. Die Verminderung ist zum größten Teil darauf zurüdzuführen, daß 58 Mitglieder im Felde stehen. Die Branchenleitung ist jetzt vor allem darauf bedacht, diejenigen organisatorischen Arbeiten zu ver richten, die nötig sind, um die Interessen der Treibriemenbranche wahrzunehmen, wenn nach der Beendigung der Militärarbeiten wieder normale Arbeitsverhältnisse eintreten. Rückgang der franzöfifchen Staatseinnahmen. ... Berlinske Tidende" meldet aus Paris: Ein franzöſiScher amtlicher Bericht weist eine starke Abnahme aller Staatseinnahmen sowie einen Niedergang des Geschäftslebens nach. Gegenüber 1913 nahmen die Zolleingänge in 176 769 000 Frant, die Stempelabgaben um 43 670 500 Frank, die Registrierungsgebühren um 218 660 000 Frank, die indirekten Steuern um 151 252 000 Frank, die Bosteinnahmen um 33 998 000 Frank, die Telephoneinnahmen um 12 413 200 Frank, die Erträge aus der Zuckersteuer unt 31 400 000 Frank und die Einnahmen aus der Salzsteuer um 1522 000 Frant ab. Insgesamt beträgt der Einnahmeausfall 658 Millionen Frank. Nach dent Temps" veröffentlicht die Finanzverwaltung eine lebersicht über das Erträgnis der Steuern fir das Jahr 1914. Der Ertrag der direkten Steuern weist gegenüber dem Budgetvoranschlag einen Ausfall von 108 689 000 Frank auf. Der Ertrag der indirekten Steuern und Monopole beträgt 3224 166 900 Frant gegenüber dem Budgetvoranschlag von 3 864 934 690 Frank. Der Fehlbetrag beläuft sich gegenüber dem Budgetvoranschlag auf 640 767 790 Frant und gegenüber dem Jahre 1913 auf 657 933 100 Frank. Bahnverkehr in Russisch- Polen. Seit gestern ist der Personenverkehr Ostrowo- Lodz auf genommen worden, so daß man nun auf deutschen Bahnen von odz nach 2ille verlehren kann. Soziales. Selbsthilfe gegen Lohnabzug. Das Gericht tam zu folgendem Urteil: Der beklagte Kellerciarbeiter wird verurteilt, an die Klägerische Firma 1 Mart zu zahlen. Dem Beklagten waren 24 W. abgezogen worden, obwohl sein Lohn unterhalb der Grenze der Pfändbarkeit lag. Er konnte also sagen: ich rechne hiergegen die eintassierten Beträge auf. Da ihmi wochen lang die höhere Lohnsumme ausbezahlt wurde, ist ihm auch zu glauben, daß er der festen Ansicht war, ihm stehe dieser Betrag zu. Achtung, Hutarbeiter! Bei der Firma H. Teichner, Wallstr. 16, Der feltene Fall, daß zivilrechtliche Selbsthilfe gegen wurde ein Kollege entlassen, weil er leise vor sich hingepfiffen hatte. unberechtigten Lohnabzug stattfinden kann, beschäftigte gestern Drei mit ihm beschäftigte Stollegen erklärten, nicht weiter arbeiten das Gewerbegericht. Die Firma Kantorowicz forderte von einem Kellereiarbeiter zu wollen, wenn der Betreffende nicht wieder eingestellt würde, Nach Rücksprache des Verbandsvertreters mit dem Werkführer, der und Aushilfstutscher 25 M. Beim Arbeitsantritt wurde vereinbart, die Entlassung vorgenommen hatte, erklärte derselbe, erst die Ansicht daß für die Aushilfetage je 5 M. gezahlt würden, sollte die Bedes Chefs abwarten zu wollen. Der Chef hat sich auf den Stand- schäftigung in eine dauernde übergehen, dann werde ein Wochenlohn punkt feines Werkführers gestellt und die Wiedereinstellung ab von 24 M. gezahlt. Der lettere Fall trat ein. Es wurden aber dem gelehnt. So find nun vier Familienväter wegen solcher lächerlichen beklagten Arbeiter irrtümlich während mehrerer Wochen stets 30 M. ausbezahlt. Am Weihnachtsheiligabend, als der Frrtum bemerkt Sleinigkeit brotlos geworden. Wir ersuchen alle Kollegen, die Ruhe in diesem Betriebe nicht wurde, zog die Firma mit einem Male die zuviel gezahlten 24 M. vom verdienten Lohne ab. Der Beklagte dagegen, der sich keinen zu stören. Die Ortsverwaltung des Hut- und Filzwarenarbeiter- Verbandes. anderen Rat wußte, um zum Fest nicht völlig mittellos dazustehen, behielt von einkassierten Geldern 25 M. ein. Diese bildeten nun den An die Arbeiterschaft Groß- Berlins! Klagegegenstand. Die in den Mineralwasserfabriken, Bier, Weingroßhandlungen, Am Abend des dritten Tages ist alles verteilt. Wir gehen Großbestillationen und Effigfabriken beschäftigten Arbeitnehmer, die noch auf eine Stunde dahin, wo vor einer Woche Avezzano ſtand: in der Hauptsache in den Gastwirtſchaften, Kantinen, Kolonial- und ein Trümmerhaufen ohne Pfad, in dem es von Menschen wimmelt, Grünframgeschäften die Produkte abzuliefern haben, gehören nur die den Schult wegschaffen. Was sie an Zeichen bergen, wird zum Teil ihrer gewerkschaftlichen Organisation, dem Deutschen zunächst in eine Decke gechlagen und auf die Erde gelegt. Da sieht Transportarbeiter- Verband an man Frauenleichen, von denen nur die groben Bauernschuhe und Zur Kontrolle über die Verbandszugehörigkeit ist von der unten gedie langen Haare fichtbar sind, fleine, erbarmungswürdige Bündel: nannten Brandenleitung eine Zegitimationsfarte zur Ausgabe gedie Kinderleichen. Einem halbwüchstgen Knaben hat man nur langt, die für alle in der Getränkeindustrie beschäftigten Arbeiter das Gesicht bedecken können; geschwollene blauschwarze Hände Gültigkeit hat und jeden Monat von der Verbandsleitung abZur Förderung des Wiederaufbaues der durch den Krieg guden aus den Aermeln heraus, nicht die ruhig ins Leere ge- gestempelt wird. Die Kontrolltarte ist jedes Jahr von anderer streďten Sände anderer Toten, sondern die verkrampften Finger Farbe und diesmal rosa. Wer nicht im Besiz einer Kontrollfarte zerstörten Ortschaften in der Provinz Ostpreußen ist auf Wer nicht im Besiz einer Kontrollkarte rund des Artikels 63 der preußischen Verfassungsurkunde derer, deren Lebensfaden jäh zerreist. Aermliche weiße Sarge ist, mur ale unorganisierter betrachtet werden kann. warten und zintgefütterte Nußbaumsärge. Da in vorgenannter Branche überwiegend Sleinbetriebe in Be- für den Umfang der Provinz Ostpreußen eine königliche Vergraben, von Zeit zu Zeit nachrutschenden Trümmermassen durch tracht kommen, ist die Agitation im Hinblid auf die unbestimmte ordnung unter Verantwortlichkeit des Staatsministeriums einen schnellen Sprung entrinnend; die Arbeiter graben und ringen und ausgedehnte Arbeitszeit namentlich für die Kutscher ganz be- erlassen, die eine hygienisch vorteilhafte Bebauung bezivedt. Langsam dem Schutte die Leichen ab. Das Entsetzlichste ist, daß sonders erschwert. Wir ersuchen daher die Gewerkschafts- und Die Verordnung tritt sofort in Straft. Sie ist nach Artifel 63 man noch warme Leichen ausgräbt und noch Lebendige. Um so Barteigenoffen, so weit dieselben mit diesen Arbeitern in geschäft den Kammern zur Genehmigung vorzulegen. Die Verordnung entjehlicher, als der formlose Brei der Trümmer keinerlei Anhaltliche oder persönliche Berührung fommen, stets nach der Legitima gibt für die Beschaffenheit der unteren Schichten, die Nischen und tionskarte zu fragen, sich dieselbe vorzeigen zu laffen, sowie auf die Rüden bilden können, in denen man noch aimet und Todesqual Organisationspflicht immer wieder hinzuweisen. erleidet, in denen man die Schritte der Lebenden hört, ohne dem Besonders erwarten wir jedoch von den Mitgliedern des VerWimmern der Agonie Gehör verschaffen zu können. Das ist so bandes, daß vorstehender Hinweis genügende Beachtung findet, da entſeklich, daß unsere Ginbildungskraft versagt, daß wir die Augen mit auch die Kollegen an die Solidarität der Arbeiterschaft erinnert unserer Seele schließen und uns vorlügen: es kann ja nicht fein. Und die Soldaten Von Schloß der Orsini bleiben noch einige gewaltige Trümmer, vom Palast Torlonia nicht einmal das. Man sollte meinen, eine Riesenwalze sei über den unseligen Ort hingefahren: Balast und Hütte, Stirche und Stall find kaum als Trümmerhaufen zu unterfcheiden. Die Trümmer selbst sind gleichsam durcheinandergequirit: man hat die Balfons eines Hauses auf der entgegengefeßten Seite dieses Hauses gefunden; sie waren über das Gebäude weggeschleudert worden. werden. Deutscher Transportarbeiterverband. Bezirk Groß- Berlin. Die Branchenleiter der Kellerarbeiter und Kutscher. Deutsches Reich. lautet: Wiederaufbau in Ostpreußen. § 1. Das Gesez, betreffend die Umlegung von Grundstüden in Frankfurt a. M., vom 28. Juli 1902, und das Gesetz wegen Abände rung des§ 13 des vorbenannten Gesezes vom 8. Juli 1907 können für den Bezirk derjenigen Städte sowie derjenigen Landgemeinden mit mehr als 2000 Einwohnern, welche von der Zerstörung durch die Kriegsereignisse betroffen worden sind, durch den Oberpräsidenten unter Zustimmung des Provinzialrats eingeführt werden. § 2. Durch die Bauordnungen fann insbesondere geregelt werden: 1. die Abstufung der baulichen Ausnutzbarkeit der Grundstücke; 2. die Ausscheidung besonderer Ortsteile, Straßen und Blake, Zur Aussperrung in der Altenburger Hutindustric. für welche die Errichtung von Anlagen nicht zugelassen ist, die In der am 31. Dezember 1914 perfeft gewordenen Ausiperrung beim Betriebe durch Verbreitung übler Dünste, durch starken Rauch ist am 19. Januar eine Berichärfung eingetreten. Als die Unter- oder ungewöhnliches Geräusch Gefahren, Nachteile oder Beläſtinehmer sahen, daß ihre Maßnahme auf die Ausgesperrten feinen gungen für die Nachbarschaft oder das Publikum überhaupt herbeiEinbrud machte, machten fie Anfang Januar den Arbeitern das Anzuführen geeignet sind; 3. der Verpuz und Anstrich oder die Ausfugung der vornehmlich gebot, bis 30. Juni 1915 nach dem abgelaufenen Tarifvertrag weiter Nach Rom muß unser Auto den Weg über Rieti nehmen, der 80 Kilometer länger ist als der über den Monte Bove. Dieser ist durch das Gis unfahrbar geworden, sodaß drei Automobile oben festsitzen, die weder vorwärts noch rüdwärts tönnen. Unser Weg zu arbeiten. Die Bereitwilligkeit der Ausgesperrten und ihres Ver- Wohnzwecken dienenden Gebäude und aller von Straßen, Pläzen geht durch Jammer und Verwüstung bis nach S. Elpidio, von wo bandes, auf den Vorschlag einzugehen, beantworteten die Unter- oder anderen öffentlichen Verkehrsflächen aus sichtbaren Bauten an die Zerstörung nachläßt. Wir haben nichts mehr bei uns als nehmer mit der Erklärung: Mit dem Verband wird nicht ver- sowie die einheitliche Gestaltung des Straßenbildes. § 3. Sofern die bauliche Entwidelung es erfordert, sollen die cinen Kranfen, den wir in einem römischen Hospital abliefern... handelt, es wird nur zu den alten Löhnen gearbeitet. Die übrigen Diese einförmige Schilderung unserer Expedition mag eine Arbeitsbedingungen sollten überhaupt nicht besprochen werden. Den Bauordnungen für die Ausführung der Wohngebäude, besonders Vorstellung von der Schwierigkeit der Hilfeleistung geben. Der Gegenvorschlag der Ausgesperrten: Für die Arbeitsbedingungen hinsichtlich der Standfestigkeit und die Feuersicherheit, unterschiedzerstörten Ortschaften find mehr als hundert, zu denen teils durch gelten ohne Vertragsverlängerung die Bestimmungen des ab- liche Vorschriften geben, je nachdem sich diese auf Gebäude größeren die größte Firma oder geringeren Umfanges beziehen. Erdrutsche der Weg verlegt ist. Ueberall Schnee und Eis und gelaufenen Tarifvertrages weiter, nahm Die Geben Bauordnungen für größere Bezirke gleichzeitig BestiunObdachlose ohne Bahl, Kinder und Greise, die im Freien kampieren, 3. D. Trumpf an und unterzeichnete die Vereinbarung. Frauen, die hier gebären. Ihrer ungeheuren Widerstandskraft Arbeit wurde am 18. Januar aufgenommen. Die übrigen Fabris mungen für größere unb Hleinere Gemeinden, so sollen sie hinsichtlich banten die Leute ihre Rettung, weit mehr als dem, was die Pflicht fanten West, Carls u. Pfeiffer( Sipfert) wollen feine Vereinbarung der Höhe der Gebäude und der Geschoßzahl unterschiedliche Bestim Der mit den Arbeitern. mit Friedensschluß der Firma mungen treffen, welche die besonderen Verhältnisse der Gemeinden Der Solidarität zu tun vermag. Sie fegten es mit berücksichtigen. Der Hilfsaktion und des Verhaltens der Bevölkerung wollen Trumpf ging ihnen wider den Strich. § 4. Sofern die Verhältnisse es erfordern, sollen durch Polizeiwir in andern Artikeln gedenken. Es läßt sich manche Betrachtung allen Mitteln durch, daß Trumpf seinem Arbeitspersonal die Sie haben zu veranlassen, daß den verordnung für die Herstellung und Unterhaltung der Ortsstraßen daran knüpfen, die weit über das Interesse der bloßen Schilderung Forderung stellte: hinausgeht und Gedankenverbindungen herstellt givischen dem Erd- anderen Tag in den übrigen Fabriken die Arbeit aufgenommen wird, abgestufte Borschriften je nach deren Bestimmung( Hauptverkehrsbeben und einer andern Geißel der Menschheit: dem Kriege.. geschieht es nicht, schließe ich morgen meine Fabrit wieder. Die Ar- ftraßen, Nebenverkehrsstraßen, Wohnstraßen, Wohnwege usw.) gcD. 2.-D. beiter erklärten: Liegt ihnen daran, daß in den anderen Fabriten geben werden. Nr. 26. 32. Iahrgavg. 2. Stiltzk des„iloraiärtö" KnlimWMl DieustG, 26. Inttuar 1915. Verlustlisten. Die Verlustliste Nr. Ill-t der preußischen Armee enthält Verluste folgender Truppen: Stellvearetende Intendantur des K. Armeekorps. Stab der 48. Res.- Till.; 1., 3. u. 2. Garde-Rcg.; Garde-Gre- nadier-Reg. Franz; Garde-Füs.-Reg.; Garde-Iäg.-Bat.; Garde-Res.- Jäger-Bar. u. Garde-Res.-Schützen-Bat.; Grenadier- bzw. Infanterie- bzw. Füsllier-Regimenter Nr. 8, 9, 19. II. 19, 14, 16, 20, 24, 20, 31, 33, 35, 37, 40, 51, 59, 61, 62, 64, 66, 70. 72, 75, 76, 81, 86, 87, 97, 99, 112, 113, 115, 116, 117, 132, 110, 141, 142, 143, 145, 147, 148, 149, 150, 152, 155, 156, 158. 160, 168, 173, 175; Jnf.-Reg. Nr. 1 der Brig. Doussin; Res.-Jnf.- Regimenter Nr. 1, 2, 3. 5, 7, 8, 9, 10, 11, 12. 13. 16. 17, 18. 26. 31, 35, 37, 38. 52, 61, 65. 73, 77, 80, 86, 98. 118, 201, 203, 206, 208, 222, 235, 236, 239; Res.-Ers.- Oiegiinenter Nr. 3, 4; Landw.-Jnf.-Regimcnter Nr. 13, 19, 20, 24, 31, 33, 35. 53, 60. 76. 80. 84, 99, 116, 118; Brig.-Ers.-Bataillone Nr. 5, 8, 12, 16, 34, 43; Landsmrm-Bataillone Allenstein I u. Ill, Brieg, Burg, Frankfurt a.£., Hamburg, Äattowitz, Königsberg II, Liegnip. Saniter und Nr. 29; Jäger-Batoillone Nr. 4, 8, 14; Res.- Iäger-Bataillone Nr. 14, 15, 16, 19; Mafchinengewehrkomp. der Brigade Hoffmann. Tragoner Nr. 1, 23, 24; Res.-Trag. Nr. 2, 4; Husaren Nr. 6, 14; Ulanen Nr. 8, 11; Res.-Ulanen Nr. 6; Res.-Kavallerie-Abt. Nr. 46 des 23. Reservekorps. 1., 4., 5. u. 6. Garde-Fcldart.-Oieg.; Feldart.-Regimenter Nr. 1, 17, 21, 26, 47, 53, 54, 56, 59, 69, 72. 73, 80, 81. 82; Res.-Feldart.- Regimentcr Nr. 1, 7, 16, 52; 1. Landsturm- Feldart.-Batterie des 7. Armeekorps. 2. Garde-Res.-Fußart.-Reg.; Fußart.-Regiuwnter Nr. 5, 6, 9, 16; Landw.-Fußart.-Bataillone Nr. 6 u. 8. Bionicr-Regimentcr Nr. 19, 23, 24; Pionier-Bataillone: I.Garde, k. Nr. 2, l. Nr. 3, I. Nr. 4. I. Nr. 6, II. Nr. 8, I. Nr. 9. II. Nr. 15. I. u. II. Nr. 16, I. Nr. 21, I. Nr. 26; Ers.-Pionier-Bat. Nr. 17; Bionier-VerfuchS-Komp.z 2. Landwehr-Pionier-Komp. des 7. Armee- korps. Eisenbahn-Bat. Nr. 4; Feldfliegertruppe; Freiwilliges Automobil- korps. Bauleitung des Truvpenkommandos Tilsit; Arbeiter-Bat. Lütiich; Arntierungskomp. Ar. 47; Arbeiterabt. Nr. 12; Arbeiter-Baukomp. Nr. 15; Scbanzarbeiter-Kolonnen Nr. 6 u. 14. Garde-Rei.-Sanitätskomp. Nr. 2; Rcservelazarett Bischweiler. Etappen-Fuhrparkkolonne Nr. 3 des 9. Armeekorps; Feldbäckerci- Kolonne Nr. 2 des 15. Armeekorps; Etappen-HilfSbäckercikolonne Nr. 1. des 10. Ärnieekorps. KorpS-Broviantamt des 5. Armeekorps; Grsatz-Proviantamt Nr. 2, Hamburg. Garnisvnperwaltung Schweidnitz. Tic B a y e r i ich e Verlustliste Nr. 142 bringt Verluste des Inf.- Leib-Reg.; 2., 3.. 4.. 7.. 8.. 9.. 12., 13.. 15., 17., 21. Jnf.-Reg.; Res.- Bamberg, rcutb. Landshüt, Kenipten; 2. Ulanen-Reg.; Rel.-Kav.-Regimenter Nr. 1, 5; 3., 8., 9. Feldart.-Rcg.; Res.-Feldart.-Reg. Nr. 5; Ref.- Runinonskolonncn-Abr. Nr. 1; Res.-Art.-Munitionsiolonne Nr. 4 6; 2. u. 3. Fußart.-Rcg.; Res.-Fußart.-Reg. Nr. 1; Mobiles(tri.-Bat.; 2. Fußart.-Reg.; Pionier-Reg.; 1., 2. n. 3 Pionisr-Bat.; Ref.-Pionier. komp. Nr. 6. Tie Bayerische Verlustliste Nr. 143 enthält Verlnste des 1., 12. Fcldart.-Rcg. Nr. 100, 164; Feldart.-Regimenter Nr. 12, 32, 64, 77, 78; Rcf.-Feld- art.-Reg. Nr. 54. Tie W ü r t i c m b e r g i s ch e Verlustliste Nr. 101 enthält Verluste des Fnf.-Zteg. Nr. 125.__ Unsere Nahrungsmittel- Produktion. Der nationslliberale ReichStagsabgeordnets und Geschäftsführer des Deutschen Bauernbundes Dr. Böhme erörtert im . Deutschen Kurier" die Frage der Erweiterungömöglichkeiten der Nah- rungsmittelproduttion im Lande. Einleitend bemerkt er gegenüber der Anregung von Landwirten, im Falle notorisch schlechter Bewirt- schaftung des Landes durch einzelne Äckerwirte möge in Kriegszeiten der Staat eingreifen: ohne Frage verlange heute das Volksempfinden in solchen Fällen das Vorgehen der Staatsgewalt, seien doch schon in Friedenszeiten derartig- Wirtschaften der ganzen Um- gebung ein Dorn im Auge. Um so berechtigter scheine es tatsächlich, in einer Zeit, in der cS gilt, alle Nahrungsquellen des heimischen Bodens zu erschließen, schlechten Wirtschaftern gegenüber gewisse An- oidnungen zu treffen. Doch da die Zahl der wilden und liederlichen Wirte erfreulicherweise äußerst gering sei, so sei der Mehrertrag, der auf diese Weise der Voltsernährung zufließen würde, von geringer Bedeutung. Weit mehr sei zu halten von einem allgemeinen Ber- bot, im laufenden Jahre Brache zu lassen, obwohl auch diese sich im Laufe der Zeit bereits erheblich vermindert hatte. An zwei Mög- lichkeiten sei man aber, so sagt Tr. Böhme weiter, bisher nahezu völlig vorübergegangen. Recht wesentliche Erträge dürften zu erzielen sein durch ein staatliches Eingreifen, durch Bebauungsvor- schriften für die Luxusgärten und durch eine größere Ausnützung der sorsten für Jivecke der Landwirtschaft. Es gäbe zahlreiche Gärten, insbesondere in den Vororten unserer Städte, in denen erhebliche Flächen für den Anbau zur Verfügung gestellt werden könnten. Entweder hätten die Besitzer sich selbst zum Anbau bestimmter Gewächse zu verpflichten, oder sie wären zur Abverpachtung an geeignere Interessenten zu veranlassen, eventuell hätte die Ge- meinde den Anbau selbst in die Hand zu nehmen. Da im Gärtnerei- gewerbe ein erheblicher Arbeitsmangel und Absatzstockung vorhanden ist, wäre geeignetes Aufstchts- und Anleitimgspersonal vorhanden. Ganz allgemein wäre die Ausnutzung auch jedes kleinen Gärtchens im kommenden Jahre unter Gcmeindeaufficht zu stellen. Von einem Appell an die freiwillige Tätigkeit der Garteninhaber erwarte man wenig, der Zwang allein könne zu größeren Erfolgen führen. Noch weit größere Möglichkeiten für die Stärkung der landwirt- schaftlichen Produktion gewähre aber eine bessere Ausnutzung d e r W ä l d s r; mache doch die Fläche der deutschen Forsten und Hol- zungen nahezu 14 Millionen Hektar aus. während das gesamte Acker- und Gartenland nur 26 Millionen Hektar beträgt, so daß die Forsten eine Fläche von über 50 v. H. deS Ackerlandes betragen. Die Staats- gewalt dürfte sich aber natürlich nicht darauf beschränken, die Staats- forsten, die nur eine Minderheit dieser Flächen darstellen— so waren in Preußen 1907 nur rund 3 Millionen Hektar Staats- und Krön- forsten, IL Gemeinde forsten, aber 4,4 Privat- und Stistungsforjten vorhanden—, landwirtschaftlicher Nutzung zu erschließen. Die g e- samten Forsten müssen diesem Zwange unterworfen werden. Aus größere Schwierigkeiten dürften derartige Anregungen bei den In- habern der Privatforsten stoßen; denn sie sind in sehr zahlreichen Fällen in der Hand von sehr wohlhabenden Besitzern, die in erster Linie ihr jagdliches Interesse pflegen und eine solche Störung sehr unliebsam empfinden würden. Das Eingreifen des Staates hätte vielleicht in folgender Richtung einzusetzen: Neue Waldkulturen sind im laufenden Fahre nicht anzulegen; die in Aussicht genommene Fläche ist vielmehr in landwirtschaftliche Kultur zu nehmen, sofern es der Boden zuläßt. Grasnutzung und Slreu mutz— sofern nicht schwere Schäden für bestehende junge Kulturen entstehen— verpachtet werden. W a l d- weide ist in großem Umfange zu gewähren. Zunächst wären diese Nutzungen rechtzestig den benachbarten Gemeinden zur Verfügung zu stellen. Diese toerden dadurck) in die Lage versetzt, von der eigenen Bodenfläche mehr zum Körnerbau zu verwinden. Sofern ein Bedürfnis von Nachbargemeinden nicht vorliegen sollte, kann der Staat Vieh aufkaufen oder es seinen Domänenpächtern, eventuell anderen Landwirten, zur Verfügung stellen, die dafür die Verpflichtung über- nehmen, ihre Biehstände und die Produktion dementsprechend zu ver- größern. Es seien jedenfalls außerordentliche Möglichkeiten für eine größere Ausnutzung der Wälder vorhanden. Forstfiskalische Jnter- essen seien demgegenüber durchaus zurückzustellen und die Wider- stände der privaten Besitzer müssen dem Zwange weichen. Dr. Böhm- weist am Schluß seines Artikels darauf hin, daß viele Zufälle die Möglichkeir einer geringeren Ernte im nächsten Jahre eröffnen, wcs- halb alle Produktionsmöglichkeiten von vornherein bis zum äußersten angespannt werden müßten. Mus Groß-6erlin. Lanöwirtschastljche Verwertung von Hau- gelänöe. Eine Gesellschaft mit obigem Tiiel wurde gestern im Ministerium für Landwirtschaft begründet. Es handelt sich um eine gemeinnützige Genossenschaft zur Förderung der Volksernährung, über deren Zweck wir bereits berichtet haben. Begründer der Genossenschaft sind die Tentsche Land- wirtschaftSgesellschoit, die freien Gewerkschaften, die Konsum- genossenschast für Berlin und Umgegend, der Schutzverband für deutschen Grundbesitz, die Gewerkvereine Hirsch-Tuncker, die christlichen Gewerkschaften, eine Anzahl Terraingesell- schasten, Minisierialdirektor Brümmer, ZweckoerbandS- direktor steiniger und andere Einzelpersonen. Tie Direktion besteht anS drei Personen: Regierungsrat Dr. Hocpker, Gewerkschaftssekretär Ritter und Genossen- schastsbeamten Lamm. Ter Aussicht- rat soll aus mindestens 1ö Personen bestehen. In den ersten Aufsichtsrat wurden ge- wählt: Ministerialdirektor Brümmer als Vorsitzender, Präsi- dent van der Borght als stellvertretender Vorsitzender. Außer- dem gehören ihm an: Zweckverbandsdirektor Steiniger, Konnnerzienrat Haberland, Oekonomierat Hoesch, Reichstags- abgeordneter Körsten, Kammerherr Günther von Fraier, die Gewerkschaftsbcamten Uthes und Gruhl, die Gewerkschasts- sekretäre Riedel, Jordan und Mirus, Verbandssekretär Neu- stedt, Buchdrucker Güttlcr, die Direktoren Lande, Hirte, Sachs, Riese. Aus das Genossenschaftskapital sind bisher über 40 000 Mark gezeichnet, die Haftsumme beträgt die gleiche Höhe. Eine Verzinsung und Tividendenverteilung auf das Kapital ist nach den Satzungen ausgeschlossen. Weitere Beiträge stehen in Aussicht. Ter Betrieb ist wie folgt in Aussicht genommen: Tie landwirtschaftliche Bearbeitung der zur Verfügung stehenden Ländereien wird der gemeinnützigen Trocken- kartosfelverwertungs- Gesellschaft übertragen, welche das Pflügen, Düngen und das Legen der Saatkartoffeln unter Verzicht auf jeden Gewinn bewirkt. Alle Ländereien, welche zur� Bearbeitung gelangen, sind der neugegründeten Ge- nossenschaft sowohl von Gemeinden wie von Privaten un- entgeltlich zur Verfügung gestellt. Tie Selbstkosten pro Morgen fertig gearbeiteten und angesäten Landes stellen sich in Anbetracht der Düngung, welche die Bodenbeschasfung er- forderlich macht, im Durchschnitt aus etwa 150 M. Nach dem Gutachten der landwirtschaftlichen Sachverständigen kann mit einem Ertrag von 60 bis 80 Zentnern Kartoffeln auf den Morgen gerechnet werden. Der Sicherheit wegen ist der Turchschnittscrtrag auf nur 60 Zentner angenommen worden. Tie fertig bearbeiteten Ländereien-werden in Parzellen von Ve Morgen(30 Ouadratruten) verpachtet; der Pachtpreis ist vorläufig aus 25 M. festgesetzt. Seine Zahlung erfolgt der- art, daß 7.50 M. aus die Pachtsunimc anzuzahlen sind, und daß allwöchentlich 50 Pf. von den Pächtern abaezahlt werden. Ergibt sich ein geringerer Durchschnittskostenpreis für die Be- stellung des Landes, so vermindert sich der Preis, und es wird von Einziehung der letzten Raten Abstand genommen. Es stehen der Genossenschaft schon setzt 3000 bis 4000 Morgen gut gelegenes Gelände zur Verfügung. Ein Teil desselben befindet sich bereits unter dem Pfluge. Zur Bearbeitung gelangt nur Gelände, welches nach vorheriger Prüfung durch landwirtschaftliche Sachverständige sich als geeignet für den Kartofselbau erweist. Ueber die nicht geeigneten Grundstücke bleibt eine anderweitige Verfügung, vielleicht die unentgeltliche Zuteilung als Gemüseland vorbebalten. Pachtungen können erfolgen bei den einzelnen beteiligten Gewerkschaften und in den Verkaufsstellen der Konsumgenossenschast, die noch weitere Bekanntmachungen ergehen lassen werden. Zur Micthilfe in Berlin. Der Schnvverband für Deutschen Grundbesitz schreibt zu der ma«istratsichen Auslasinn« über die Mietbilfe: „Gegenüber der vom Berliner Nachrichtenamt bestrittenen Tatsache, daß die Mietunterstützungen Berlins hinter denjenigen der Vororte zurückbleiben, geben wir nachstehend eine Zusammen- stellung der iMietunterstützungen Berlins und einiger Berliner Bororte: Berlin macht zur Bedingung der Gewährung von Miet- Unterstützungen einen Verzicht von einem Bruchteil der Miete seitens des Hausbesitzers und gewährt dann je nach der Zahl der Kinder Minimum 5 Mark, Maximum 15 Mark Mietunter- stützung. Die Mietbeihilsen in Neukölln betragen bis zu 50 Proz. der Miete, im Höchstbetraze 18 Mark. Ein Verzicht des HauS- besitzers wird nicht verlangt. In Eharlottenburg 50 Proz. der Miete, höchstens 30 Mark pro Monat. Vorbedingung ist Verzicht des Hausbesitzers auf einen Teil der Miete. In Ausnahmefällen 35 bis 40 Mark. Tcmpelhos bis zu 50 Proz. der Miete, höchstens 30 Mark. Bei Verzicht des Hausbesitzers aus einen Teil der Miete bis 42 Mark. Während nach der neuesten Magistratsvor- läge etwa 700 000 Mark monatliche Mietbeihilsen für Berlin in Aussicht genommen waren, sind nach der Notiz des Nachrichten- anits nur 500 000 Mark gezahlt worden. In diesen 500 000 /Mar: sind übrigens noch Rückstände anS früheren Monaten enthalten, so daß die tatsächliche Mietunierstützung des letzten Monats sich auf nicht mehr als 300 000 bis 400 000 Mark beläuft. Bezüglich der 144 Millionen steht es fest, daß dieser Betrag von Reich und Staat den preußischen Gemeinden als Zuschüsse für ihre Kriege- wohlsahrtsmaßnahmen gezahlt wird. Für den Monat Jan'.'.ae steht die Zahlung von 12 Millionen Marl bevor. Die Gemeinden sind ausgefordert worden, die Rechnung über ihre Aufwendungen einzureichen, und die Verteilung erfolgt,_ nachdem die Aus- Wendungen geprüft und zusammengestellt sind. Bei der Ver- teilung sind sowohl die Summen der aufgewendeten Beträge als auch die Leistungsfähigkeit der Gemeinden berücksichtigt. Es ist nicht daran zu zweifeln, daß die Stadt Berlin, obgleich sie nur 100 Proz. Steuern erhebt, bei dieser Verteilung gebührende Br- rücksichtigung findet." Wir wollen hier nicht erörtern, ob das Verlangen des Magistrats auf einen Mietnachlaß begründet ist. Jedenfalls ist in Berlin für die Gewährung der Miethilfe ein Mietnach- laß Voraussetzung: eine besondere Unbilligkeit können wir darin nicht finden; denn schließlich ist auch das Wohnung- vermieten ein Geschäft wie iedes andere, das mit einem Risiko rechnen muß. Wesentlich aber ist doch die Höhe des Mietzuschusses für die Mieter. Und daran hapert es in Bertin. Wir verkennen nicht die großen Aufwendungen Berlins für Kriegszwecke uiw bedanern nur iimuer wieder die engherzige Auslegung der Gemeindebeschlüsse durch viele Unterstsitzungsorgane. Aber auch die Höhe der Mietsätze gibt zu Beanstandungen Anlaß selbst dann, wenn Berlin nicht in dem Maße berücksichtigt werden sollte bei der Zurückerstal- tung, wie das die obige Zuschrift annimmt. Tatsache ist, das; eingetroffen ist. was der Vertreter unserer Fraktion bei Be- ratung der Miethilfen im Rathausc darlegte, nämlich, daß die angenommenen Summen für Miethilfe nicht im entfern- testen diese Höhe erreichen werden, sondern vielfach auf dem Papier stehcubleiben werden. Das ist tatsächlich eingetroffen. Bei der Beschlußfassung im Rathause rechnete man mit einer monatlichen Ausgabe von 600 000 M.; nicht die Hälfte ist aus- gegeben worden, denn in den ini Januar ausgezahlten 500 000 M. stecken auch Novembermieten darin. Und dann. sind von der Beschlußfassung bis heute etwa 20 000 Familien zu den zu Unterstützeudeu hinzugekommen. Also die Mit:1 frage hat in Berlin noch keine befriedigende Lösung gefunden. Ter Magistrat sollte baldigst nachholen, was bisher versäumt worden ist und großzügiger helfen. Das kostbare Streichholz. Nun ist der Preis für das Paket Streichhölzer glücklich auf 40 Pfennig hinaufgeklettert, obwohl noch vor gar nicht langer Zei: die Fabrikanten erklärten, daß eine Steigerung über den Kriegspreis von 35 Pfennig hinaus so gut wie ausgeschlossen sei. Im Zeit- räum weniger Jahre haben also die Zündhölzer durch die Zündbvlz- steuer und durch den Krieg die enorme Steigerung auf das Vier- fache des alten Preises erfahl cn. So ist das zunächst noch unenl- behrliche Zündholz ein Artikel geworden, mit dessen Ver- brauch im Haushalt und anderwärts mehr denn je gespart werden mutz. Der Eriatz durch Benzinfeuerzeuge hat sich nicht überall bewährt, wenigstens nicht im Haushalt. Zudem war ja monatelang Benzin überhaupt nicht im Kleinverkauf z« haben. Trotz des hohen Preises find die meisten setzt in den Handel gebrachten Zündhölzer recht minderwertig. Die Zündmasse ist so gering aufgetragen, daß sie abspringt oder nur aufpufft und versagt. Viele Hölzer haben überhaupt keine Zündmasse oder zersplittern beim ersten Anstreichen. Manche Schachteln sind zum Teil auch mit wertlosem Abfall gefüllt. Für den hohen Preis von 40 Pf., der heute im Kleinbanshalt eine Rolle spielt, sollte man doch eine bessere Ware auch in Kriegszeilen erwarten dürfen. Der Stadtverordnete Frick, Vorstandsmitglied der Ter- liner Stadtverordnetenversammlung, ist am Sonnabend im Alter von 71 Jabren gestorben. Spende»» für die Rcichswollwoche werden, wie das Rote Kreuz von Berlin infolge zahlreicher Anfragen m'tteilt. auch noch in den nächsten Tagen in den Sammelstellen in Empfang genommen. Schutz der Soldaten vor Liebesgabenschund. Durch die Kriegßzeit sind�findige Unternehmer auf den Gedanken gekommen, allerlei schund herzustellen, der dann in tönenden Worten als hochsterwünschte Liebesgabe für die Soldaten zum Kauf angepriesen wurde. Diesem schändlichen Treiben will nun eine von rheinischen Industriellen ins Leben gerufene„Zentralstelle zur Bekämpfung minderwertiger Liebe.- gaben" mit allem Nachdruck entgegentreten. Die Zentralstelle verfolgt einmal die Verhütung der Versorgung des HeereS mit schlechten Präparaten als Liebesgaben, dann Bewahrung des kaufenden Publikums vor Uebervocteilung und schließlich Schutz der einwandfreien Jnduslriekreisc. Eine Kriegcrfrau auf der Wohnungsuche. Für Wohnungsmietsverträge, die zum 1. April 1915 ablaufen, war bei Vierteljahreskündigung der Kündigungstermin um Ende Dezember. In dieser Kriegszeit, wo wohl jeder Hauswirt die .schlechten" Mieter loS zu werden wünscht und dafür die.guten" um so fester halten möchte, haben Kündigungen mitunter einen be- sonders bitteren Beigeschmack. So mancher Kündigungsbrief, der in der Woche nach Weihnachten einem Wirt oder einem Mieter vom Postboten überbracht wurde, wird als ein sehr uner- fteulicheS Weihnachtsgeschenk empfunden worden sein. Auw ein Landwehrmann, der für die WeihnachlSwoche auf Urlaub uacy Berlin zu seiner Familie gefahren war, erhielt noch den Kündigungsbrief, ehe er wieder abreiste. Sonderbar erging es nun seiner Frau, als sie im Januar sich aus die Suche nach einer anderen Wohnung begab. Sie erzählt uns, in mehreren Häusern habe man sie als Mieterin abgelehnt, nachdem sie sich als Kriegerfrau bezeichnet hatte. Bei Verwaltern und Hauseigentümern sei ihr ganz offen gesagt worden, man habe da wegen der Mietsbeihilfe zu viel Scherereien. In einem Haufe soll sogar erklärt worden sein, lieber wolle dann der Wirt die Wohnung leer stehen lassen. Vielleicht fürchteten diese Borsichtigen nicht so sehr die„Scherereien", sondern mehr noch die Zumutung, bei Ge- Währung der' städtischen Mietsbeihilfe ihrerseits auf einen Teil der Miete zu verzichten. Wir haben hier wieder einmal ein lehr- reiches Beispiel dafür, wie bei Matzregeln zum Schutze des Schwachen nur zu oft der Starke dafür sorgt, daß»Wohltat Plage wird', Abgelehnte Ausdehnung der Kriegsfürsorge. Kreuz sofie bedürftigen Mitgliedern des Deutschen Rennfahrer- fuß, Oberarmschuß fints und einen Oberschenkelschuß. Gut ver bunden wurde M. gleich ins Feldlazarett geschafft. Er hatte zwei verbandes zugute kommen soll. Der Besuch war ein guter. verbunden. Kaum Einbruchskatastrophe auf dem Eise. Ein schieres Unglüd meldet der Telegraph aus Krakau. In Die Gemeindevertretersigung in Adlershof beschäftigte sich mit dem von unseren Genossen gestellten Antrage: Festsetzung eines Das Verzeichnis der Rennfahrer wies 43 Namen auf, darunter volle Tage und Nächte draußen vor unseren und dem feind Eristenzminimums für die Familien der Kriegsteilnehmer und für die bekannten von Appelhans, Bauer, Finn, Frik Hoffmann, lichen Schüßengraben in Sturm und Regen mit seinen Wunden die infolge des Krieges notleidenden Personen. Bei der Begrün- Kjeldsen, Krahner, Kruptat, Lorenz, Nowad, Bawke, Saidow, gelegen, ohne Essen und Trinken zu sich zu nehmen. dung des Antrages wurde vom Gen. Klodt die Notwendigkeit be- Schmittchen, Schipke, Schräge, Schwab, Sennede, Stabe. Stellbrink, glaublich klingt es, aber ich habe es selbst mitgemacht und ihn mit tont, andere Unterſtügungssäge aufzustellen, da es den Frauen mit Stefchun, Techmer, Trintwis, Wegener, Weise und Wittig. wenigen Kindern nicht möglich sei, mit der jetzt gezahlten UnterEröffnungsfahren. 1650 Meter 60, 40, 30, 20 M. stüßung auch nur notdürftig auszukommen. Herr Kruse entgegnete 3 Min. 14 Sef.; 2. Säußler, 2 2.; 2. Sennede; 4. Schrage; n. pl, Endlauf( für die ersten der fünf Vorläufe): 1. inn in darauf, daß man die Frauen durch Annahme des Antrages zur Faul- Wehliz. Häußler führt, wird aber von Finn geschlagen. In den heit herausfordern würde. Er verlangte, daß die Frauen über ihre Einkommensverhältnisse eidesstattliche Versicherungen abgeben, da die fünf Vorläufen 31 Fahrer. Frauen sonst nicht die Wahrheit sagen. Bei seinen Recherchen habe Preis von Soissons( Hauptfahren), 4590 Meter, 100, er festgestellt, daß die meisten Frauen angeben, frant zu sein. Keine 50, 30 M. Endlauf( für die Ersten und Zweiten der vier VorFrau habe Ersparnisse gemacht; dadurch stellen sich die Frauen ein läufe): 1. Fris Hoffmann in 1 Min. 29 Sef.; 2. Finn, Armutszeugnis aus, fie beweisen damit, daß sie nicht wirtschaften Länge; 3. Schrage, weit zurüd. Nicht placiert Jokisch tönnen. Und in ähnlicher Weise ging es weiter. Bom Gen. Büttner Lewannow, Schulz, Appelhans, Wehliz. wurde erwidert, daß die Frauen auf diese Beschuldigungen schon die Antwort geden würden. Trotzdem der Gemeindevorstand erst für Ueberweisung des Antrages an den Kriegsausschuß war, stimmte er doch dagegen, als von bürgerlicher Seite Ablehnung beantragt wurde. Der bis jezt bestandene Mietszuschuß soll aufgehoben und etwaige Mietsstreitigkeiten vom Kriegsausschuß mitbehandelt werden. Zu der Friedrichsberger Bankangelegenheit erhalten wir vom Genossen John aus Lichtenberg eine Erflärung, in der er betont, daß der Geschäftsordnungsantrag des Genossen Brühl( der verlangte, daß die Interessenten die Sigung verlassen sollten) ohne Zustimmung der sozialdemokratischen Fraktion gestellt worden sei, sowie daß Genosse Brühl entgegen einem Fraktionsbeschluß auf feinen Fall in der Stadtverordnetenversammlung gegen den Artikel des Genoffen John im Lichtenberger Anz." zu polemisieren, das doch getan habe. Ferner fonstatiert Genoffe John, daß er nicht zu den fünf Genossen gehört, welche entgegen einem Fraktionsbeschluß in der Stadt berordnetenversammlung votierten. Dazu möchten wir bemerken: Geschäftsordnungsanträge merden in der Regel durch den Fraktionsvorstand gestellt. Nach den vorliegenden Berichten hat zu der zweiten Richtigstellung Genosse Brühl erst dann das Wort genommen, nachdem er zu einer Entgegnung durch den Genossen John dazu genötigt wurde. Was den dritten Punts der Erklärung anbetrifft, so hatten wir zwar nicht behauptet, daß Genosse John unter den fünf Dissidenten war. Einer Kohlenoghdgasvergiftung ist am Sonntagabend ein Töchterchen des Bäders Unger in der Kaiser- Friedrich- Straße 34 zu Neukölln zum Opfer gefallen. Ein zweites Töchterchen wurde aus schwerster Lebensgefahr noch gerettet. In der Wohnung unterhalb der der Ungerschen Eheleute steht ein Ofen, dessen Abzug schadhaft sein muß. Sobald er geheizt wird, füllen sich die Räume der Ungerschen Wohnung mit Kohlendunst. Beschwerden bei dem Hauseigentümer, dem Architekten Serno, Bergstraße 144 zu Neukölln, blieben erfolglos. Gestern abend kam nun das Unglück. Die beiden Kinder der Eheleute Unger, die 1% Jahre alte Tochter Margarethe und das jüngste Kind, Hildegard, das erst 4 Jahr alt ist, wurden von dem Kohlendunst so stark vergiftet, daß die kleine Hildegard unter der Wirkung des Giftes starb, während es der Neuköllner Feuerwehr noch gelang, mit dem Sauerstoffapparat Margarethe in das Leben zurückzurufen. Die Leiche der Kleinen wurde polizeilich beschlagnahmt. Das gerettete Kind wurde einstweilen bei Nachbarn untergebracht, weil die Ungerschen Eheleute die Mohmung wegen der großen Gefahr auch für ihr Leben räumen mußten. Die Polizei übergab die Angelegenheit der Staatsanwaltschaft. In der Uniform cines Kraftwagenführers spielte ein Schwindler einem Geschäftsmann in der Friedrichstraße einen dreisten Streich. Der Mann hat auf einem Hintergrundstück größere Räume, in denen er eine Ausbesserungswerkstatt für Kraftwagen betreibt und auch Wagen unterstellt. So hatte er jetzt auch einen größeren Wagen in Berwahrung genommen, den der Eigentümer bereits an die Heeres verwaltung bertauft hat. Während der Inhaber der Räume am Sonnabend in feiner Wohnung war, erschien bei dem Werkmeister ein Mann in der Uniform der Militärkraftwagenfabrer und gab vor, daß er im Auftrage des Eigentümers den Wagen noch einmal dem Kraftwagenbataillon in der General- papestraße vorführen solle. Der Wertmeister gab ahnungslos den Wagen heraus. Als der Geschäftsinhaber nun wieder kam und den Vorgang erfuhr, schöpfte er Berdacht, fuhr gleich nach der General- Bapestraße zum Kraftwagenbataillon und traf dort Borkehrungen zur Festnahme des angeblichen Wagenführers, falls er etwa erscheinen sollte. In der Tat fuhr er später mit seinem Wagen vor, merite aber wohl, was im Gange war, ließ den Kraftwagen im Stich und ging davon. Der Eigentümer wußte von einem Auftrage ebensowenig wie die Heeresverwaltung. Der Schwindler hatte ohne Zweifel gehofft, den Wagen, der 15 000 m. wert ist, rasch an die Heeresverwaltung verkaufen zu Iönnen. Die Kriegshilfs- Kommission der jüdischen Gemeinde hat mun auch im Norden Berlins, Brunnenstr. 41, vorn 1 Treppe, ein Abendheim für alleinstehende Frauen und Mädchen eröfffnet. Es stehen zwei erleuchtete und geheizte Räume zur Verfügung. Außerdem wird Kaffee mit Stullen fowie ein warmes Abendbrot für 10 Bf. verabreicht. Es ist erwünscht, daß die Besucherinnen sich eine Näh- oder Strid arbeit mitbringen. Ausweise, die zum Eintritt berechtigen, find im II. Verwaltungsgebäude der jüdischen Gemeinde, Rosenstr. 2-4, 3immer 23, vormittags von 10-1 Uhr, zu haben. Preis von Lodz( Vorgabefahren), 1650 Meter, 50, 30, 20, 10 M. 1. Wehliz( 40 Meter Vorgabe) in 2 Min. 6% Set.; 2. Behrendt( 55 Meter); 3. Sigmund( 65 Meter); 4. Grünberg ( 95 Meter). Nicht placiert Karres( 80 Meter), Rewannow( 100 Meter), Schulz( 90 Meter Vorgabe). Preis von Antwerpen. Stundenrennen. Mannschaftsfahren nach Art der Sechstagerennen. Je zwei Fahrer bilden eine Mannschaft. 400, 300, 200, 100, 60, 40, 30 M. 1. Lorenz Stabe, 39 Kilometer 600 Meter; 2. Saldow- Pawke; 3. Stellbrink- Techmer; 4. Finn- Schrage; 5. Fr. Hoffmann- Krupkat; 6. Bauer- Wittig; 7. Appelhans Schmittchen. N. pl. Behrendt Nowack, Häußler- Wehlib, Krahner- Sennecke; aufgegeben: Schulz- Tennigkeit, Schwab- Weise. Zwölf Fahrer beginnen das Rennen, das flott gefahren und durch gelegentliche Vorstöße von Lorenz, Techmer und Appelhans belebt wird. Gine von Walter Rütt ausgesetzte Prämie von 25 Mark für die Schnellsten über die Strecke von zehn Runden gewinnt Finn vor Batte. Die Rennen verliefen ohne Unfall. Die nächste Veranstaltung findet am Sonntag, den 31. Januar, statt. des Hauses Soloniestr. 11 in einer Wohnung Feuer aus, das an den Aus der Brandchronif. Gestern früh tam im Quergebäude Möbeln, Fußboden, Balfen schnell Nahrung fand. Bei der Röschung des Brandes stürzte der Feldwebel Scheib durch die brennende Dede des Erdgeschosses in den Keller und erlitt dabei mehrere Verlegungen. Wegen eines Brandes in einem Heizraum wurde die Wehr nach dem Schlesischen Lahnhof alarmiert. Böswilligerweise wurde die Wehr nach dem Schöneberger Ufer 5/9 gerufen. Der Täter ist leider entkommen. Wohnungsbrände wurden mehrere gemeldet, u. a. aus der Bendlerstr. 13, Rydestr. 5, Simplonstr. 35. Hilflos aufgefunden wurde gestern vor dem Hause Bergmannstraße 100 ein Arbeiter Paul Dittmann, dessen Wohnung und persönliche Verhältnisse noch nicht weiter bekannt find. Er blutete start aus Nase und Ohren und hatte, wie im Krankenhause am Urban festgestellt wurde, einen Schädelbruch erlitten. Die Ursachen der Berlegung fonnten noch nicht festgestellt werden. Bertauscht wurde gestern abend in unserer juristischen Sprech= stunde ein Herrenhut und ein Spazierftod. Der Besucher, der den Irrtum begangen hat, wird gebeten, die Gegenstände zweds Umtausch einzuliefern. Vermist wird seit dem 29. Oktober 1914 der Jäger Mag Koplin vom Reserve Jäger- Bataillon 3. Kriegskameraden, die über den Verbleib des Bermißten Auskunft geben lönnen, werden gebeten, Nachricht an Frau Berta Koplin, Berlin N., Kameruner Str. 8 born I, gelangen zu laffen. Kinderveranstaltungen in Neukölln. straße 49 und in den beiden Jugendheimen. Anfang 5 Uhr. Eintritt frei. Mittwoch, den 27. Januar, Märchenvorlesung bei Bartsch, Germann Donnerstag, den 28 Januar, Handarbeitsstunden für Mädchen und Freitag, den 29. Januar, für Knaben. Anfang 4 Uhr. Nur schulpflichtige Kinder haben Zutritt. Gerichtszeitung. Selbstmordversuch im Gerichtssaal. Einen tragischen Abschluß fand eine Gerichtsverband. lung, welche gestern die 3. Straffammer des Landgerichts I unter Vorfiz des Geh. Justizrats Unger beschäftigte. Wegen Diebstahls in strafschärfendem Rückfalle war der Kaufmann Josef Wankerl angeklagt. Der aus Nürnberg stammende Angeflagte ist schon mehrfach wegen Diebstahls vorbestraft. Vor einiger Zeit fand er bei einem Kaufmann B. eine Anstellung. Anstatt sich nun bei seiner Vergangenheit glücklich zu fühlen, in der gegenwärtigen Zeit ein gesichertes Unterkommen gefunden zu haben, verfiel W. bald wieder in seine alte diebische Neigung. Seine Verfehlungen wurden entdeckt und neben der sofortigen Entlassung erfolgte die Strafanzeige. Vor Gericht war der Angeklagte geständig. Mit Rücksicht auf den Umfang der Diebstähle und den von dem Angeklagten begangenen Vertrauensbruch sowie seine Vorstrafen erkannte die Straffammer auf 1 Jahr Gefängnis. Gleichzeitig wurde wegen vorliegenden Fluchtverdachts die sofortige Verhaftung des Angeklagten beſchloſſen. Als der Angeklagte abgeführt wurde, zog er auf der vom Sizungssaal in das Untersuchungsgefängnis führende Treppe blizschnell einen Revolver hervor und jagte sich eine Kugel in die Schläfe. Die Verlegung mußte wohl nicht besonders schiver gewesen sein, denn W. konnte sich in Begleitung eines Beamten selbst in das Lazarett des Untersuchungsgefängnisses begeben. Kleine Nachrichten. Czuchow bei Bialybrock fuhren fünf Kinder des Arbeiters Demisch auf Handschlitten über einen Abhang in der Nähe eines Teiches. Die tinder fuhren aber zu schnell, konnten nicht mehr halten und stürzten sämtlich in den See. Der in der Nähe weilende Vater der Kinder, der das Unglüc sah, eilte herbei und rettete ein Kind. Bei dem Versuche, auch die anderen Kinder zu bergen, fand auch er den Tod durch Ertrinfen. Es fonnten nur noch Leichen des Demisch und seiner vier Kinder geborgen werden. die Der Triumph der Edelsozialisten. JmKunst wart" äußert sich E. Fuchs über das Thema Die Arbeiter und der Krieg" u. a. folgendermaßen: .Es gibt feine Sozialdemokraten mehr, fann man jezt öfter hören. Aber das ist ein sehr törichtes Wort und beweist nur, daß die es aussprechen, die Sozialdemokratie so wenig kennen, wie damals, als sie ihre Staatsgefährlichkeit feststellten". Es gibt jezt sogar mehr Sozialdemokraten als früher- nämlich echte Sozialdemokraten, solche, denen ihre sozialdemokratische Gesinnung ein hohes, zukunftsmächtiges Ideal ist. Wie weithin im deutschen Wolke, so ist auch im Streise dieser Partei das Kleine, Selbstsüchtige und aus Selbstsucht Bittere in den Herzen zurückgedrängt und hat feinen überwiegenden Einfluß in der Organisation verloren. Das Edle und die Edlen sind ungleich einflußreicher als früher, das heißt aber eben: die Menschen sind dort echter Sozialdemokraten geworden, als sie vorher waren.... ,, Eine sehr überflüssige Veranstaltung." Mit dieser Ueberschrift beehrt die katholische Westdeutsche Vollszeitung" die internationale Friedenstonferenz in Kopenhagen. In der gleichen Nummer aber bringt dasselbe Blatt diese Meldung: ( W. T. B.) Rom, 18. Januar. Osservatore Romano" meldet: Der Papst hat durch einen Erlaß besondere Gebete für den Frieden angeordnet, die an bestimmten Tagen verrichtet werden sollen. Ferner sollen auf Wunsch des Papstes in allen Kathedralen und Kirchen Europas am 7. Februar, in anderen Erdteilen am 21. März besondere Gottesdienste abgehalten werden.„ Osservatore Romano" veröffentlicht den Wortlaut des Erlasses und der Gebete. Parteiveranstaltungen. Dritter Wahlkreis. Heute Dienstag, den 26. Januar, abends 8%, ar pünktlich, findet in den„ Arminhallen", Kommandantenstr. 58/59, eine Mitgliederversammlung mit einem Vortrag des Handelsredakteurs Genossen Dr. Ernst Meher über Bolitische und wirtschaftliche Verhältnisse in den Balkanländern" statt. Dieser Bortrag soll die wissenschaftliche Einleitung sein zu dem am Sonntag, den 7. Februar, stattfindenden Lichtbildervortrag Bilder vom Balkan". 4. Wahlkreis. Jugendsektion. Am Mittwoch, den 27. d. M., abends 8%, Uhr, findet in den Andreas- Festjälen", Andreasstraße 21, eine Bersammlung statt. Vortrag des Reichstagsabgeordneten Heinrich Schulz. Friedenau. Die Mitgliederversammlung des Wahlvereins findet am Mittwoch, den 27. Januar, abends 8%, 11hr pünktlich, nicht wie sonst, im Der Bichtigkeit der Tagesordnung ist das Erscheinen aller Genossen cr Kaiser Wilhelm- Garten", sondern bei Klabe, Handierystr. 69, statt. Bei forderlich. Mitgliedsbuch legitimiert. Mariendorf. Der Vortrag des Genossen Döring findet am heutigen Dienstag, pünktlich 9 1hr, im Restaurant Bensched. Chausseestr. 27, statt. Die Genossen und Genoffinnen wollen vollzählig erscheinen. Frauen- Leseabende. Waidmanuslust. Mittwoch 8 11hr im Schweizerhaus, Dianaftraße: Bortrag des Genossen Hildesheim über: Acht Stunden im Kohlenbergwert". Briefkasten der Redaktion. Die juristische Sprechstunde findet für Abonnenten Lindenstr. 3. IV. Sof rechts, parterre, am Montag bis Freitag bon 4 bis 7 Uhr, am Sonnabend von 5 bis 6 Uhr statt. Jeder für den Brieftast en bestimmten Anfrage ift ein Buchstabe und eine Zahl als Merkzeichen betzufügen. Briefliche Antwort wird nicht erteilt. Anfragen, denen beigefügt ist, werden nicht beantwortet. Sprechstunde vor. Sprechstunde mit. leine Abonnements quittung Eilige Fragen trage man in der Verträge, Schriftstücke und dergleichen bringe man in die ( Ohne Berbindlichkeit.) . 200. Mit der Zusage ist der mündliche Vertrag zustande gekommen, A. 100. Wochentags von 9-7 Uhr, Sonntags von 10-2 Uhr. der ebenfalls Gültigkeit bat. F. H. 24. Beim Kriegsministerium. Sie muß für den Bertrag basten, auch fann der Birt die N. 3. 2. 1. Sie müssen unter Vorlegung des Sachen einbehalten. Atieftes auf Lösung des Vertrages flagen. 2. Die Kosten für das Attest 2. K. 87. 1. Unerhebliche Mißbildung der Brust, müssen Sie tragen. aber felddienstjähig. 2. Geringer Herzjehler, aber felddienstfähig. Potsdam 99. Ja, er tann die Zwangsversteigerung vollziehen laſſen. alle am 2. und 16. August und 5. Dezember 1869 oder später Seborenen fönnen eingezogen werden. A. G. 18. Werden Sie bei der Versicherungsgesellschait persönlich vorstellig Eilt P. R. Bersuchen Sie eine gütliche Einigung mit dem Gläubiger; hat die feinen Erfolg, so erheben Sie innerhalb der angegebenen Zeit Widerspruch gegen den Zahlungs bejebl. E. R. 19. Wegen Erkrankung der Nase nur landsturmpflichtig. Lanbiturm 100. Wann der Jahrgang des Landsturms eingezogen Der Männerchor Fichte- Georginia 1879" hatte am letzten wird, wissen wir auch nicht. 3. 3. 100. 1. und 2. Ja. 3. Etwa Sonntag zu einem Konzert( in der Königlichen Hochschule für 50 M. monatlich. A. M. 38. Die Ehefrau hat zunächst Anspruch. Mujit, Charlottenburg) geladen, dem ein guter Zwed, nämlich Es könnte in dem Falle so lommen, daß Sie beide der Unterstüßung ver materielle Unterstübung seiner im Felde stehenden sowie arbeitsInftig gehen. B. K. 21. Sie werden für beide Jahre die Steuer zahlen lofen Mitglieder zugrunde lag. Daß derlei Veranstaltungen sehr Verwundet zwischen den Schützengräben. müssen. m. C. 100. Weitere Fristverlängerungen sind nicht bewilligt. wohl mit dieser Kriegsgegenwart in Kontakt gesezt werden können, Einem Feldpostbriefe entnimmt unser Hallesches Parteiblatt fol- Bielleicht können Sie durch Antrag persönlich eine solche erwirten. ohne doch im mindesten einer leitenden rein künstlerischen Note zu gende Schilderung: Es war am 4. Dezember, als ein Gefreiter R. 46. 1. Za. 2. Aus einem vollstreabaren Urteil hat sie dieſe Ansprüche. 2. G. 100. Strampfadern, landsturmpflichtig: Ber entbehren, bezeugte das zum Vortrag gebrachte so reichhaltige als mit zwei Mann gegen den Feind auf Patrouille mußte. Das bildung eines Fuses. landsturmpflichtig. G. 2. 64. Schlechte Iebensvoll abwechselnde Programm. Beichtere Chöre bis zu den Wetter war sehr schlecht, stürmisch und regnerisch durch Zähne, aber felddienstjähig. 5. A. 109. Da der Sobn als schwierigsten waren vertreten, auch einige neue darunter, wie etwa stockfinstere Nacht frochen sie vor. In der Finsternis ver Refrut eingezogen ist, haben Sie keinen Anspruch auf Unterſtützung. Maientanz" oder„ Ständchen“. Bedenkt man aber die mancherlei foren fie fich und die Patrouille ging wieder zurück. Einer Semmnisse, die der Krieg verursachte, so muß man ob der voll- kam nicht wieder, es war ein Wehrmann namens M. Des Amtlicher Marktbericht der städtischen Marktballen- Direttion über den Großhandel in den Zentral- Markthallen. brachten Leistungen dieses jetzt nur an 70 Mitglieder starken Chors in gerechtes Staunen geraten. Der erste Tenor hat metallischen Rachmittags sieht einer durch ein Fernglas, daß eben vor dem Montag, den 25. Januar. Icif: Rindfleisch per 50 kg, DoſenBolflang. Bon sonorer Kraft und gewaltiger Tiefe ist der zweite feindlichen Schüßengraben ein brauner Fled liegt. Gleich fagten wir fleisch Ta 80-90, do. Ila 78-80, bo. IIIa 69-73; Bullenfleisch la 76-82, Bag. Beide tonalen Gegenfäße ergeben eine stimmliche Einheit uns, daß das M. sein müsse, der von den Franzosen niedergeschossen do. Ila 69-76; Stübe, jett 65-68, 30. mager 30-38, do. baniſche von seltener Art. Und Herr Th. Gervais ist ganz der Chor- fei. Am Abend desselben Tages krochen sieben Mann vor, um 50-58; Freſſer 55-68, Freffer, dänische, 50-55, Bullen, dänische, 56-68; meister, um zu sorgen, daß kein Rückschritt zu befürchten bleibt. ihn zu holen und zu beerdigen. Es war vergebens, sie konnten Stalbfleisch, Doppellender 125-135; Mastfälber Ta 95-105, do. IIa 65-80 Hammelfleisch: Mastlämmer 90-98; Hammel Schweinefleisch: Schweine Marie Goebe, die dramatische Sängerin großen Angedenkens hon einst, ließ sich wieder einmal hören. Meisterin eines edlen in der Nacht vom 5. auf den 6. Dezember stand er nun auf und fette 86-93, fonftige 82-88, dän. Sauen 00-00. inländisches: Startoffeln, Dabersche 50 kg 0,00; weiße Kaifertronen wollte zu uns rübergehen. In der finsteren Nacht verlief 0.00; Magnum bonum 0,00; Woltmann 0,00-0,00; Vortrags, cines zarten Pianissimos ist sie auch noch heute. So nun er Schod 0,70-1,00; er fich bis zu einem französischen Schüßengraben, 30 kg Sellerie, 3,00-6,00; Schoo gelang ihr denn gerade Mariä Wiegenlied" von Mar Reger ausEr rief: Ich bin doch ver- 8,00-22,00; Mohrrüben 2,75-4,00; Birsingfob! Schod 4,00-10,00; nehmend schön. Endlich wirkten mit: der Pianist Adolf Water- hielt er wieder Gewehrfeuer. Weißkobl Schod 3,00-8,00, Beizkohl Rotfohl 50 kg 3,50 bis mann, der auch die Sängerin auf einem Jbachflügel sehr wundet," doch die Franzosen verstanden das ja nicht, und Wirsingtohl 50 kg 5,00-6,00; warfen ihm noch eine Hand granate entgegen. Von einem 50 kg 4,50-5,50; Rottohl, Schod 4,00-10,00; Granatſplitter einen jungen Musikern: M. Revizki( Klavier), Klaas May- Kienast nieder. Wieder zur Besinnung gekommen, begann er wieder zu uns Rüben 50 kg 12,00-16,00. Märkische Rüben 50 kg 3,00-10,00; Meerrettich Schoo 6.00--14,00; ( Geige) und Felix Robert Mendelssohn( Violoncello) zuſammenſeßt. An starkem Talent und technischem Können fehlt es zu friechen; eben vor unseren Drahtverhau stand er auf und rief Beterfilienwurzel chodbund 1,00-3,00; Riebcin 50 kg 12,00--13,00, nach seinem Regiment. Plötzlich erhielt er wieder von Apfelsinen: italienische 50 kg 8,00-11,00, dito 200 Stud 8,00-9,00 be- ben Franzosen Feuer und bekam einen Schuß durch 300 St. 9,00-10,00, Murcia 200 St. 8,00-13,00, bito 300 Stúd sein lintes Bein. Wieder fiel er nieder und mußte den 8,00-11,00, Messina 160 St. 11,00-12.00, 200 St. 7,00-11,00, 300 St. ganzen Tag vor unserm Schüßengraben liegen bleiben. Erst an 8,00-11,00. Messina Blut 80 St. 9,00, do. 100 St. 7,00-8.75., do. diesem Abend konnte er geholt werden. Es frochen wieder 150 St. 7,00-10,00. Spanische 420 St. 17,00-25,00, do. 714 St. 20,00 Die Anhänger des Pferde- und des Radrennens müssen sich welche vor, rollten M. in feine Zeltbahn, knoteten ein Seil bis 28,00, do. 1064 St. 24,00-30,00, do. 420 St. large 23,00-30,00. für das mittlere Norddeutschland bis während der Kriegszeit bescheiden. Lediglich in Form eines Wohl- daran, und auf diese Weise fonnte er bis zum Schüßengraben tätigkeitsrennens fand am Sonntag im Sportpalast in der Bots herangezogen werden. Er wurde in einen Unterstand gelegt Mittwochmittag: Borwiegend trübe und nebelig ohne erhebliche Niederdamier Straße ein Kriegsmeeting statt, dessen Ertrag dem Roten und gleich verbunden. Der Aermite hatte einen Kopfstreif- schläge; Temperaturen um den Gefrierpunkt schwankend. Berantwortlicher Nebatteur: Alfrey Wielepp, Neukölln. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin, Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Berlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Dann bot dies Konzert noch eine merkwürdige Ueberraschung: Frau nicht so weit vorkommen, erhielten Feuer und mußten wieder um Stälber ger. gen. 45-55. tehren. M. hatte in der Nacht am 4. einen Armschuß erhalten, la 85-93, bo. Ila 78-84; chaje 80-85. nicht. Ein längeres Zusammenspiel dürfte einmal zu höchſt merklichen Totalitätsleistungen führen. Radrennen in der Kriegszeit. Rofentohl 50 kg 25,00-35,00, Wetteraussichten Gemüse, Spinat Borree,