Nr. 33. 32. Jahrg. Abonnements- Bedingungen: bonnements Breis pränumerando: Bierteljährt 3,30 Mt.. monatl. 1.10 M wöchentlich 25 Bfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 3 Big. Sonntags. nummer mit illuftrierter Sonntags. Beilage„ Die Neue Welt" 10 Ba. Boste P( bonnement: 1,10 Mart pro Monat Eingetragen in die Bost Zeitungs. Breisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2,50 Marl, für das übrige Ausland 4 Mart pro Monat. Postabonnements nehmen an: Belgien, Dänemark, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweis Ericheint täglich. Vorwärts Berliner Volksblatt. 5 Pfennig Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Solonel. geile oder deren Raum 60 fg., füt politische und gewerffchaftliche Vereins. und Bersammlungs- Anzeigen 30 Brg. Kleine Hnzeigen", das fettgebrickie 2ort 20 Big.( zulässig 2 fettgedrudte Borte), jedes weitere Wort 10 Pig. Stellengesuche und Schlaffiellenan zeigen das erste Wort 10 Bfg., jedes weitere Bort 5 Big. Borte über 15 Buchstaben zählen für zwei orie. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nacinittags in der Erbedition abgegeben werden. Die Erpedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm- Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin", Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutfchlands. Redaktion: SW. 68, Lindenstraße 3. Fernsprecher: Am: Morigplas, Nr. 151 90-151 97. Dienstag, den 2. Februar 1915. Expedition: Sw. 68, Lindenstraße 3. Fernsprecher: Amt Moritplag, Nr. 151 90-151 97. Die Unterseeboote als Waffe im Handelskriege. Die Erfolge der deutschen Die Meldung des Großen Hauptquartiers. Die neue russische Offensive. Unterseeboote. Deutsche Unterseeboote an der französischen Nordküste. Amtlich. Großzes Hauptquartier, den 1. Februar 1915.( W. T. B.) Westlicher Kriegsschauplah. Die Wiener Arbeiter- Zeitung" schreibt: Die in der englischen und französischen Presse in der fettesten Reklameschrift angekündigte neue große, endlich unwiderstehlich alles niederwerfende russische Offensive nimmt wenigstens in Ga Vom westlichen Kriegsschauplatz ist nichts zien und in der Bukowina einen gar sonderbaren Anfang. Es ist Paris, 31. Januar.( W. T. 3.) Amtlich wird gemeldet: Ein Wesentliches zu melden. deutsches Unterseeboot schoß am Sonnabendvormittag auf Höhe Cap d'Antifer den englischen Dampfer Talomaru" an und versenkte ihn. Französische Torpedoboote retteten die Besagung. Ein deutsches Unterseeboot beschoß am Dampfertaria", dieser versant nicht; er konnte unter dem Sonnabendnachmittag in denselben Gewässern den englischen Schutze franzöfifcher Torpedoboote nach Havre geschlepp: werden. ( Wiederholt, weil nur in einem Teil der gestrigen Auflage.) Die Rettung der Mannschaften. Paris, 1. Februar.( T. U.) Zu den Angriffen deutscher Unterseeboote an der französischen Küste wird noch gemeldet: Der torpedierte Dampfer Tokomaru" mar japanischer Herkunft und fuhr nur unter englischer Flagge. Seine Bemannung betrug 57 Köpfe; durch einen Fischereidampfer wurde die Mannschaft an Bord genommen. Deftlicher Kriegsschauplak. heute unseren Truppen in den Starpathen gelungen, einen bedentungsvollen Erfolg davonzutragen. Der Uzjoter Baß im Ungtal, seit dem 1. d. M. im Besitz der Russen, ist ihnen entrissen worden. Von der ostpreußischen Grenze nichts Neues. Ueber den Uzsoker Paß ist hier schon oft gehandelt worden, seine Nördlich der Weichsel in der Gegend süd- age und Bedeutung find bekannt. Hervorgehoben aber muß werden, westlich Mlawa haben wir die Russen aus eini- unter wie großen Schwierigkeiten der Erfolg zu erstreiten war. gen Ortschaften, die sie tags zuvor vor unserer Front besetzt hatten, verdrängt. In Polen südlich der Weichsel gewannen wir weiter an Boden. Südlich der Pilica haben wir unsere Angriffe erneuert. Oberste Heeresleitung. Der österreichische Generalstabsbericht. Wien, 1. Februar.( W. T. B.) Amtlich wird verlautDie Ruffen hatten die Grenzhöhen des Baffes, um eine Umgchung ihrer Stellungen in der Sohle des Talweges unmöglich zu machen. mit weitläufigen und sorgfältig ausgebauten Feldbefestigungen ver stärft. Sie hatten den Paß in eine förmliche Festung verwandelt. wenn es an sich schon schwer ist und die größten Anforderungen an forperliche Ausdauer und Kühnheit der Truppen fest, befestigte Baßstellungen umgehend anzugreifen, da ein frontaler Borstoß, der Angriff geradeaus in der Regel zur Unmöglichkeit wird, fo steigerten sich hier durch die Geländeverstärkungen der Ruffen Gefahren und Semnisse aufs äußerste. Sie wurden in einem siegreichen Angriff überwunden, und dieser bildet die bündigste Antwort auf die wilden Die Torpedierung des englischen Dampfers Jaria" cz- bart: 1. Februar mittags: Brahlereien der Dreiverbandspresse. Zugleich ist aber der Erfolg folgte Sonnabend nachmittag 1 Uhr. Es bestätigt sich, daß von der In Russisch- Polen und Westgalizien war am Uzjoter Baß die Fortsetzung mehrerer Ginzelerfolge unserer Bemannung niemand umgekommen ist, und daß es gelang, ihn gestern lebhafte Gefechtstätigkeit. Die günstigen Sichtverhält. Truppen in den öftlichen Abschnitten des Kriegsschauplates. Die langsam von einigen in der Nähe befindlichen Küstendampfern nisse, die größtenteils vorherrschten, waren die Ursache zahl- Wiedereroberung von Stirlibaba, die Abweisung der Russen bei reicher Rekognoszierungsgefechte und Plänkeleien, durch die in Jakobeny haben unsere Truppen in der Bukowina neuen Raum gemanchen Abschnitten lokale Erfolge erzielt wurden. winnen lassen. Das drückt sich selbst im russischen Generalstabsbericht aus, der erzählt, Oesterreicher- Ungarn hätten sowohl südöstlich der Eisenbahn Ungvar- Szambor als auch in der Bukowina die Offensive ergriffen. nach Havre zu schleppen. Die geretteten Mannschaften der Dampfper„ Linda Blanche" und" Ben Cruach a n" erklären, die deutigen Offiziere hätten ihnen gesagt:„ Es tut uns Teid, Ihnen beschwerlich zu fallen, wir haben jedoch den Befehl, alle englischen Schiffe, die wir treffen, zu versenken." Ein französischer Protest. Die allgemeine Situation in den Karpathen ist seit den letzten Ereignissen unverändert. Neue russische Angriffe westlich des Lupkower Sattels wurden abgewiesen. Bei cinem Gefecht im Waldgebirge verlor der Feind an Gefangenen fünf Offiziere, 800 Mann, zwei Geschütze und zwei Maschinengewehre. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs. von Hoefer, Feldmarschalleutnant. Baris, 1. Februar.( W. T. B.) Amtlich wird gemeldet: In der Bukowina hat sich nichts Wesentliches ereignet. Das Marine ministerium gibt folgende Note bekannt: Am südlichen Kriegsschauplatz ist die Lage unverIn einer gewissen Selbstachtung versenkte die deutsche ändert. Marine bisher im allgemeinen Handelsschiffe der Verbündeten erst, nachdem sie ihre Besagung aufgenommen oder ihr gestattet hatte, sich zu retten. Einen Verstoß gegen diese Regel hatte sie sich bisher nur bei dem verbrecherischen Anschlag gegen den französischen Post dampfer ruhig, so daß die Boote in der Nähe bleiben konnten, als das " Admiral Gantaume" bei Boulogne vorzuwerfen, der mit Schiff keuterte. Drei französische Fisch dampfer belgischen Frauen und Stindern besetzt von dem Torpedo eines näherten sich dann und retteten die Mannschaft. deutschen Unterseebootes getroffen wurde, aber glücklicherweise Die Ladung der Schiffe. In Westgalizien und in Russisch- Polen westlich der Weichsel hat man bisher von der russischen Offensive überhaupt nichts gemerkt, dagegen meldeten die Tagesberichte des deutschen Generalstabs seit voriger Woche über Stämpfe bei Lipno und Brya nysz gleichzeitig über Angriffe der Russen auf oftpreußischem Boden in der Gegend von Gumbinnen. Aus diesen Meldungen ist zu ersehen, daß zussische Streitkräfte von neuem gleichzeitig südlich und östlich von Ost- und Westpreußen erschienen sind. In welcher Stärke sich die nördlich der Weichsel vordringenden russischen Truppen auf der Linie von Wislavet bis Mława ausbreiten, ist aus den Nachrichten nicht zu ersehen. Auch sind alle ihre Angriffe bisher zurüdgewiesen worden. Nach den deutschen Zeitungsmeldungen aber handelt es sich um starte Streitfräfte. Die strategische Absicht ist noch nicht erkennbar. Zu dem Verdie Stüfte gewinnen fonnte, unterstützt von befreundeten Schiffen, die die Mehrzahl der Passagiere retteten. Heute London, 1. Februar.( W. T. B.) Das Reutersche Bureau juch eines neuen Angriffs auf Ostpreußen und Westpreußen, der entschloß sich die deutsche Marine, planmäßig und leichtfertig, meldet aus Le Havre: Der britische Dampfer Takomaru wiederum, wie schon dreimal vorher, von zwei Seiten zugleich unterdie Menschenrechte zu verlegen; die Offiziere erhielten den hatte 97 000 gefrorene ammel fowie Kleidungsstücke nommen wird. fönnte die Annahme verleiten, daß die Seen, der stärkste Befehl, nichts mehr zu achten und sich so aus der Liste der für flüchtige Belgier in Frankreich an Bord. natürliche Schuß der Provinz, nun gefroren seien. In der russischen Menschheit zu streichen. Deutsche Unterseeboote schossen am Der Kapitän des Fischdampfers„ Niblick" berichtete, er Bresse wurde wiederholt das Zufrieren der Majurischen Seen als Ge30. Januar ohne vorherige Warnung vier englische Handels- habe ein Behältnis mit 40 Rettungsgürteln ohne jede legenheit und Möglichkeit bezeichnet, in Ostpreußen erfolgreich vor dampfer an, davon zwei bei Havre und zwei in der Frischen Namensbezeichnung aufgefiicht. Die Zahl lasse verSee. Die ganze Welt wird sich mit Grauen gegen ein der- muten, daß das verlorene Schiff, dem die Rettungsgürtel audringen. Ebenso könnte es ſich darum handeln, deutsche Streitkräfte in Ostpreußen festzuhalten, während der eigentliche Zweck des Vorartiges, einer zivilisierten Nation unwürdiges Kriegsverfahren gehörten, von beträchtlicher Größe gewesen sei. auflehnen. London, 1. Februar.( Meldung des Reuterschen Bustoßes darin läge, wie dies auch in der deutschen Presse als Vermutung reaus.) Die caria" fam mit Staffee, 3uder und ausgesprochen wird, den linken Flügel der deutschen Stellungen westlich Dieser Protest erscheint uns schon deshalb gegenstandslos, Häuten beladen von La Plata. Die Mannschaft der Weichsel an der Bsura von der Flanke aus zu bedrohen. Die weil bisher stets die Besatzung der versentten Handelsschiffe dachte an nichts Böses, als eine Explosion deutsche Presse spricht die Erwartung aus, daß die deutsche Heeresgerettet wurde. unterhalb der Wasserlinie stattfand. Das leitung rechtzeitig die notwendigen Maßregeln ergriffen habe, um einen Schiff begann zu finfen und gab Notsignale. Franzö Versuch solcher Art zuvorzukommen. fische Torpedo boote beeilten sich, zu Hilfe zu kommen. Zwei Schlepper brachten das Schiff nach dem Hafen von Ueberlebende Matrosen. Le Havre. Verfolgung eines englischen Dampfers. Dublin, 1. Februar.( Meldung des Neuterschen Bureaus.) Der Dampfer, Leinster" verließ gestern nachmittag Holyhead; hinter dem Leuchtschiff Kish wurde er von einem deutschen Untersee boot verfolgt, das eine Meite weit hinter ihm her- London, 1. Februar.( W. T. B.) Nach einer hier vorliegenfuhr. Das Paketboot lifter" hat gestern zu gewohnter Zeit den Nachricht sind vier Matrosen von dem an der chileniKingstown mit Passagieren verlassen. Die Versicherungsgesellschaft schen Küste untergegangenen Panzerkreuzer Good Hope" von hat es nicht für notwendig gehalten, die Abreise von Schiffen aus dem Kreuzer" Canopus" auf einer Insel des Stillen Ozeans aufgefunden worden. Liverpool zu verbieten. Die versenkten Schiffe. Westlicher Kriegsschauplatz. Gegner zu unterschäßen. Es gibt im Kriege kein schlimmeres Wir möchten uns nicht gern des Fehlers schuldig machen, den Vergehen, und wir haben niemals uns in die Reihen derjenigen gestellt, die eine Wiederaufnahme offensiver Versuche der Russen für ein Ding der Unmöglichkeit erklären, die Angriffstraft des russischen Heeres als völlig gebrochen bezeichnen. Ob dem so ist, muß die Zukunft beweisen. Einstweilen kann man sich damit begnügen, daß eines der gewaltigsten Aufgebote von Menschenmassen, die jemals ein Staat im Kriege unternommen, bisher zu den denkbar geringsten Ergebnissen geführt hat. Die Verbündeten dürfen wirklich mit dem Verlauf des Kampfes im Osten zufrieden sein, der ihrer Widerstandskraft das glänzendite Zeugnis stellt. Darum tönnen wir auch die in der englischen und französischen Kopenhagen, 1. Februar.( W. T. B.) Nach einer Meldung der Presse mit so großer Bestimmtheit angekündigte Offensive mit Nationaltidende" aus Paris hat die Beschiehung einiger Ruhe abwarten. Sie soll gleichzeitig mit einein gew'aiDünkirchen 3 am Donnerstag 8% Uhr begonnen und eine Inzwischen in England angekommene Leute von der Be- Stunde angehalten. 50 Bomben sind abgeworfen worden, durch tigen Vorstoß der Franzosen und Engländer im Westen vor sich fatzung der Takomaru" jagen aus: Das Schiff lag in die viele Menschen getötet und großer Schaden angerichtet wurde. gehen; das mag sie, wiewohl solche Gleichzeitigkeit des Vorgehens Erwartung des Lotsen fast still, als eine furchtbare Explosion Der verursachte Bärm war ohrenbetäubend. Trotzdem die Bejazung im Westen und Osten den Dreiverbandsarmeen bisher fraglos. nie unter Wasser stattfand. Das Wasser drang in das Schiff. auf den Auftangriff vorbereitet war, mehrere Scheinwerfer spielten gelungen ist. Aber man mutet unserer Phantasie zu viel zu, wenn Die Leute retteten sich in die Boote und sollen und gewaltiges Sanonen- und Gewehrfeuer gegen die Flieger ge- man diese Offensive so beschreibt, als wären die Nufsen imstande, nur die Schiffspapiere mitgenommen haben. Das Wetter war richtet wurde, gelang es doch nicht, diese zu treffen. die deutschen und österreichisch- ungarischen Truppen in ihren London, 1. Februar.( W. T. B.)„ Lloyds" meldet aus Douglas, daß der Dampfer Kelcoan Garston" am 30. vorigen Monats nordwestlich Liverpool in den Grund gebohrt wurde. Die Bemannung sei durch das Küstenfahrzeug Gladys" gelandet worden. " 1 " Die Beschießung Dünkirchens. Zetzigen Stellungen durch schwächere Streitkräfte festzuHalien. nnr an einem von der russischen Armeeleitung gewählten Punkte den entscheidenden Stoß zu führen. Eingeleitet soll diese neue große tCssensive werden durch das Vorbrechen großer Kavalleriemassen. So einfach sind denn die Dinge doch nicht. Auf dem größten Teil der in Betracht kommenden Kampffront stehen einander die Verbündeten und die russischen Heere gegenüber in befestigten Stellungen, die eine Frei- hcit der Operationen in dem in der englischen und französischen Presse angenommenen Ausmaß völlig ausschließen. WaS jedoch nun gar die russische Kavallerie anlangt, so müssen über diesen alten etwas abge- nützten Schreckbegrisf ein paar Worte gesagt werden. Daß Rußland die nach Fahl stärkste Kavallerie besitzt, wenn man die Kosaken ein- rechnet, ist allerdings nicht zu leugnen. Und das ganze neunzehnte Jahrhundert hindurch bis zum Javanischen Kriege galt auch die Reiterei als eine Hauptkraft der russischen Armee. Es klangen die bekannten Worte Napoleons I. nach, der die Kosaken als un- übertresflich im Parteigängerkrieg, ungestüm angreifend und wieder spurlos verschwindend, mit den regelrechten Mitteln nicht bekämpsbar, bezeichnet hatte. Vielleicht war das schon im Jahre 1812 und 1813 eine Ueberschätzung, denn die Kosaken taten sich im Jahre 1812 erst bei dem Rückzug der Franzosen hervor, als deren Reiterei schon fast alle Pferde verloren hatte, und ihre Erfolge im Befreiungskrieg, die den Kosaken hundert Jahre nachwirkenden Ruhm verschafft haben, erklären sich mühelos aus der Tatsache, daß Napoleon damals nur wenig u»d größtenteils nur unzureichend ausgebildete Kavallerie zu Gebote stand. Schon im polnischen Aufstand 1838 leisteten die Kosaken nichts, iin Krimkrieg nicht viel mehr. DaS hinderte nicht, daß die russischen Militärschriftsteller und Generale seit dem Teutsch-Französischen Kriege in steigendem Maße die Theorie der- fochten, Rußland sei durch den Besitz von einer Viertelmillion diensttauglicher Kosaken, die sowohl als Reiter unübertrefflich wie zum Fußkampf auszubilden seien, eine Kraft außerordentlicher Uebcrlegenheit gegeben. Und obwohl diese Lehren Fadjejeffs und Rittichs in dem Russisch-Türkischen Kriege 1877/78 schmählich Schiffbruch litten und die Kosaken sich bei Plewna und der Straße nach Orhanie durch ihren Mangel an Initiative und Angriffslust geradezu mit Schande bedeckten, so lebte, kaum daß der Friede von Berlin geschlossen war, die alte Fabel mit der alten 5traft wieder auf. Schon mitten in den achtziger Jahren durften nicht nur die panslavistischen Agitationsgenerale von der Ueberschwem- mung Mitteleuropas durch die russischen Kavalleriekorps prahlen, sondern in der Phantasie der Wiener und Berliner spielte dieser düstere Spuk damals eine große Rolle. Ja, die Jagdgeschichten der russischen Militürschriftsteller von den russischen Jagd- kommandos führten sogar die Fachleute in Berlin und Wien irre, und die Ueberfluwng der deutschen und österreichischen Ostgrenzen durch Kosaken war und blieb ein verkündetes und geglaubtes Dogma. Dann kam der Krieg in Ostasien. Die Kosaken erhielten die schönste Gelegenheit, der Welt zu zeigen, daß ihr Ruf des Schreckens wohl begründet sei. 158 Sotnien standen in der ent- scheidenden Feit des Krieges gegen bloß 66 Eskadronen der ja- panischen Reiterei. Also eine mehr als doppelte Zahl. Die Ja- paner sind als Inselbewohner keine großartigen Reiter, ihr Pferde- 'chlag ist minderwertig, das vermehrte noch die natürliche Ueber- legenhcit des Gegners. Allein siehe da, die japanische Reiterei erwies sich den Kosaken an allen Punkten überlegen. Ueberall wo die Kosaken entscheidend in den Verlauf der Kriegsereignisse hätten eingreifen können, versagten sie völlig. Statt daß General Misch- tschenko am Dalu den östlichen Flügel der Russen gedeckt hätte, hüpften seine Pferdlein nutzlos an der Küste umher und die Um- gehuug der Russen gelang tadellos. Sein berühmter, aber wahr- tich nur in der Einbildung der Russen berühmter Streifzug vor der Schlacht bei Sandepu, als es sich darum handelte, den Nach- schub der bei Port Arthur freigewordenen Kräfte nach der Mand- schüret zu verhindern, verlief damit, daß Mischtschenko ziemlich weit weg von der Bahnlinie sich festsetzte, mit ungenügenden Kräften höchst ungenügende und sofort wiederhergestellte Verkehrs- siörungen hervorrief und, als ihm die japanische Infanterie in den Rücken geschickte wurde, schleunigst Reißaus nahm. In der Schlacht bei Mulden war die russische Reiterei wiederum so genial aufge- teilt, daß an dem entscheidenden rechten Flügel sie trotz ihrer Ueberzahl im allgemeinen einer japanischen überlegenen Kaval- lerietruppe gegenüberstand, der es gelang, die Bewegungen der umgehenden Armee NogiS derart zu verschleiern, daß Kuropaltin unnütze Verstärkungen nach dem gar nicht bedrohten Punkte Sin- mintun, aussendete, während indes im Rücken der gewaltigen Ka- valleriemassen zwei japanische Eskadronen die Eisenbahn bei Tieling allerdings nur flüchtig, aber die Dauer der Schlacht doch in emp- ftndlicher Weise unterbrochen. In der Aufklärung zeigten sich die Kosaken, denen schon 1877/73 Kuropatkin verächtlich Blutscheu vor- geworfen hatte, als durchaus unzureichend. Während die Japaner trotz ihrer elenden Pferde, dank der Intelligenz der Offiziere, der Findigkeit und Schlauheit der Soldaten, manche? Erhebliche in der Erkundung leisteten— die Hauptleiftung siel freilich dem glänzend durchgeführten Spionagesystem zu—, konnte man von den Ko- saken überhaupt nur eine kleine Auslese von Führern und Leuten der Patrouillen- und Jagdkommandos verwenden. Die Japaner hatten eine gleichartige Durchbildungsfähigkeit geoffenbart, dem berühmten Reitervolk der Kosaken fehlte sie dank der geistigen Plumpheit völlig. Ungeachtet dieser gar nicht mehr zu vertuschenden und von den Schriftstellern seist zugegebenen Blamagen der Kosaken im Japanischen Kriege wurde in den letzten Jahren vor unserem Kriege der Kosakenschrecken wieder aufge- wärmt. Wir haben aber gleich im Anbeginn der Kämpfe w Galizien und in Ostpreußen überall die sagenhafte Law« der Kosaken, ihre von asiatischen Reitervölkern übernommene Attacken- art, vor unseren und den deutschen Reitern hilflos auseinander- stieben gesehen. So sehr die russische Artillerie au» dem Kriege in Ostasien gelernt und so bedeutende Leistungsfähigkeit sie dar- getan hat, von den Kosaken gilt noch beute das Urteil, da? vor sechzehn Jahren Conrad v. Hötzendorf in seiner„Taktik" fällt«: „Da das Kosakengebiet nicht mehr Grenzgebiet ist, entfällt der ehedem alles rege erhaltende Grenzdienst. Als Ansässige. Be- lauer von Grund und Boden, als Schafzüchter, Fischer und Ge- wcrbctreibende verlieren die Kosaken immer mehr von ihrer Eigen- art und in natürlicher Folge gehen Pferdezucht, Pferdercichtum und Reitgcwohnheit zurück." Von dem berühmten Reitervolt ist nur eines übrig geblieben: die Nagaika, die der Kosak bei Straßen- kämpfen in den russischen Städten als treuester Polizist der Zarenmacht über den Köpfen einer demonstrierenden Menge schwingt. Aber die Nagaika kann die Schrecken einer Kosakcnofsciisive nicht erhöhen. Der französische Tagesbericht. Paris, 1. Februar.(W. T. B.) Amtlicher Bericht vom 31. Januar» 3 Uhr nachmittags. Während des ganzen 36. Ja- nuar beschränkte sich der Kampf auf nahezu der ganzen Front auf Artilleriekämpfr. Tie Kanonade war von beiden Seiten heftig. An zahlreichen Stellen hatten wir Borteile. Bor L a Basse c nahm die englische Armee alle Schützengräben, die vor- übergehend verloren waren, wieder ein. Tie Deutschen beschossen die Kirche von Fouqeviller, südlich ArraS. I» den Abschnitten Arras, Rotze, SoissonS, Reims und Perthes zerstörten unsere Balte- rien zwei feindliche Geschütze und mehrere Schanzarbriten. Eine gröftcre Anzahl Bombcnwcrfcr zerstreute mehrere Ansammlungen, BiwakS und Transporte. In den Argonnen im Gruricwalde, wo wir am 29. Januar einen leichten, bereits gemeldeten Rückzug durch- führen muhten, unternahmen die Deutschen gestern bei Fontaine Madame drei neue Angriffe, welche abgewiesen wurden. Zwischen den Argonnen und Bogcsen keine Aenderung. Wir halten nament- lich bei Badonviller das Tors Angomont besetzt, das die Deutschen besetzt zu haben behaupten. Paris, 1. Februar.(W. T. B.) Amtlicher Bericht vom 31. Januar, 11 Uhr abends. Es wird kein bemerkenswerter Zwischenfall gemeldet. Die englisihen Verstärkungen. Amsterdam, 1. Februar.(T. II.) Ter„Telegraf" meldet aus Sluis, daß man in Dpern und Umgegend über die Ankunft der großen englischen Verstärkungen außerordentlich erfreut ist. Seit langer Zeit wurde bereits an der Ausbesserung der grundlosen Wege gearbeitet; besonders ältere belgische Soldaten wurden da- mit beschäftigt. Zum Ausfiillen der Straßen wurden die Trümmer und Schutthaufen von Dvsrn benutzt. Der gepflasterte Weg wurde verbreitert und der Sairdweg wurde mit gefällten Bäumen aus- gefüllt, zwischen die Schutt und kleines Geröll geschüttet wurde. Das Ganze wurde dann mit Reisig und danach mit Erde belegt. Dies war notwendig, da jetzt beim Ausweichen die Autos bis an die Achsen in den Sumpf versanken. Ueber die Anzahl der eng- lischen Trupppen hört man allerlei Ziffern, aber wenige dürften das Richtige treffen. Allgemein ist jedoch die Bewunderung über die Ausrüstung und ihre Haltung. Die meisten dieser Truppen gehen südwärts, um die Front in Frankreich zu verstärken, während auch an den Linien bei Dpern noch eine große Anzahl eingestellt werden. Der Korrespondent erzählt Wetter, daß die Nachrichten von HungerStod in O st e n d e übertrieben sind, da eS doch an nichts fehlt, wenn auch kein Ueberfluß herrscht. Gestlicher Kriegsschauplatz. Der russische Henera!ftabsbericht. Petersburg, 1. Februar.(W. T. B.) Amtliche? Be- richt des Großen Generalstabs. In den Wäldern nördlich von Gumbinnen und P i l I k a l l e n rücken unsere Truppen unter beständigen Kämpfen an gewissen Punkten vor. Aus dem linkenWeichselufer fand ain Zft Januar in der Gegend von B o r j i m o w ein erbitterter Kampf statt. Tie Deutschen, welche dort am 29. Januar einen unserer Schützengräben eingenommen hatten, wurden von uns in der Nacht zum 39. angegriffen, und nach einem äußerst hart- näckigen Bajonettkampf warfen wir den Feind aus dem Schützengraben heraus, machten drei Ofstziere und über 69 Soldaten zu Gefangenen und erbeuteten ein Maschinen- gewehr. Im Laufe des 89. Januar versuchte der Feind von neuem, uns zum Verlassen unserer vorgeschobenen Schlitzen- grüben zu nötigen, wurde aber überall nach einem blutigen Kampfe zurückgeworfen. Nur in einer unserer Sappen ge- lang es einigen feindlichen Truppenkörpern, sich festzusetzen. Aus Gefangenenaussagen geht hervor, daß die Deutschen für ihren Angriff auf einen Teil unserer Schützengräben bei Bor- jimow am 28. Januar vier Regimenter Infanterie ins Feuer führten, von denen mehrere sehr mitgenommen wurden. In der Gegend des Dorfes V i t k o v i t s e, sechs Werst südlich Vehgrod, besetzte ein deutscher Vorposten am 39. Januar eine Anhöhe, die er jedoch, von unseren Aufklärungstruppen ange- griffen, wieder räumen mußte. Auf der ganzen Front auf dem linken Weichselufer hat unsere Artillerie durch fortgesetzte Beichießung der feindlichen Stellung merkliche Ergebnisse er- langt. Sie hat namentlich die Stellung des deutschen Vor- Postens vernichtet, Schützengräben beschädigt, die Blenden zer- stört, drei Maschine?, gewehre außer Kampf gesetzt und einen Teil der feindlichen Artillerie zum Schweigen gebracht. In den K a r p a t h e n dauern die Kämpfe aus der Front zwischen dem Dukla und dem Wyschkowpaß an. Unsere Stellung ist im allgemeinen stark. Was den linken Flügel auf der Front Nijnia— Polianka anbelangt, so rücken wir erfolg- reich vor und machen täglich Gefangene, deren Gesaintzahl wir nur allmählich ermitteln können. In der Bukowina hat sich nichts ereignet, außer unwesentlichen Zusammensioßen der Vorposten. Austausch kriegsgefan gener Sanktäts- folüaten. Kopenhagen, 1. Februar.(T. 11.) Rußland und Oesterreich-Ungarn haben ein Abkommen über den Austausch kriegs- gefangener Sanitätsabteilungen getroffen. Der türkische Krieg. Türkischer Dericht über gescheiterte russische Angriffe. Konstantinopel, 1. Februar(88. T. 85.) Di« Telegraphen- Agentur Milli erhält von ihrem Berichlerstatter in Jsckian, einer Ortschaft in Türkisch-Lazistan nächst der russischen Grenze, ein Telegramm, in dem er meldet, daß die türkischen Truppen seit einer Woche wiederholte russische Angriffe auf Norpitkoeprue und KarnuvaS zurückgewiesen haben. Trotz ihrer numerischen Uebcrlegenheit ergriffen die Russen die Flucht. Sie ließen bei ihrem letzten Angriff 218 Tote zurück. Auf der Flucht steckten sie muselmanische Dörfer in Brand und mordeten Kinder. Cnglanös Verluste. Konflantinopel, 1. Februar.(83. T. B.l Nach weiteren Privat- Nachrichten aus Bagdad betrugen die Verluste der Eng- länder in der Schlacht bei Korna am 20. Januar unge- fähr 1888 Tote. Die Moral der englischen Truppen ist erschüttert. Etliche befestigte Stellungen ausgenommen, verlaffen die Engländer seit einem Monat gleich bei Einbruch der Nacht ihre Stellungen, um die Nacht auf Schiffen zu verbringen. Den Arabern gelingt eS oft, bis zu den Zelten der Engländer zu dringen. | Das ToAesurtei! gegen öie Marokko- Deutschen. Die Nachrichten, die jetzt an Berliner unterrichteter Stelle eingerrossen sind, bestärken leider die Annahme, daß das Todesurteil an den beiden deutschen Staatsangehörigen F i ck e und Gründler in Casablanca vollzogen worden ist. Die Vollstreckung des Todesurteils an diesen des Hochverrats gegen das französische Protektorat angeklagten Deutschen muß um so größere Entrüstung erregen, als"der französische Generalresident dem amerikanischen Geschäftsträger, der sich in dankenswerter Weise sehr energisch des Falles a??- genommen hatte, versicherte, es werde gegen das Todesurteil der ersten Instanz an den Präsidenten Poincars Berufung eingelegt werden. Ob nun das Todesurteil wirklich vollzogen worden ist, wie die französischen Blätter melden, weiß man noch nicht sicher. Es ist nur bc!a?int, daß das Todesurteil ungeachtet der erwähnten Mitteilungen des Generalresidenten vollstreckt werden sollte. Es würde sich um einen um so brutaleren Justizmord handeln, als die Verfehlungen der beiden Deutschen(wenn solche überhaupt vorliegen) nur vor Kriegs- beginn begangen worden sein können, da unsere Landsleme gleich bei Ausbruch des Krieges eingesperrt wurden. �ufftanö im Npasialanü. London, 1. Februar.(W. T. B.) Das Preßburoau vsröfferit- licht folgende Meldung des Gouverneurs von Nyassaland: Unter den Eingeborenen auf dem Hochplateau von Shire zwischen Zomba und Blantyre ist ein Aufstand ausgebrochen, an dem vor allem der Augurustamm beteiligt ist. Die Aufstän- buchen griffen in der Nacht vom 23. Januar die Weißen auf der Station Magomera an, töteten drei und verwundeten einen. Drei weihe Frauen und fünf Kinder wurden mitgeschleppt, aber spälcr wieder freigelassen. Tarauf wurde ein Angriff auf das Magazin in Blantyre unternommen, wo Waffen und Munition gestohlen wurden. Ein Angriff auf Weiße fand hier nicht statt. Verschiedene Rädelsführer find bereits verhaftet und drei von diesen hingerichtet worden. Serbisch-bulgarische Differenzen. Sofia, 31. Januar.(Meldung der Agence Bulgare.) Tic häusigen Zwischenfälle, die an der serbisch-bulgarischen Grenze sich ereignen, und bei denen serbische Soldaten auf Unglück- liche mazedonische Flüchtlinge schießen, die auf bulgarischem Gebier Zuflucht suchen, rufen in der öffentlichen Meinung tiefe Er- r e g u n g hervor, deren Fortdauer besonders gefährlich erschein:. Bei den letzten Zwischenfällen dieser Art wurde eine Gruppe von Flüchtlingen, darunter eine Frau aus der Stadt Doiran, deren Mann mit seinen Söhnen schon früher nach Bul- garien ausgewanderr war, auf bulgarischem Gebiete von serbischen Soldaten in Hast genommen, die in unerhörter Weise die Grenze überschritten. Zwei Männer, die die erwähnte Frau begleiteten und zu schützen versuchten, wurden von den Soldaten gelötet. All dies wurde von dem Befehlshaber des serbischen Postens zugegeben, der die Ungesetzlichkeit des Vorgehens seiner Leute au- erkannte. Dem bulgarischen Offizier versprach er auch, die Ge- fangenen auszuliefern gegen die Verpslichwng, seinen Vorgesetzten von dem Zwischenfall nicht Berilbt zu erstatten. Nichtsdestoweniger hielt der serbische Offizier sein Versprechen nicht. Infolge dieses Zwischenfalles hat die bulgarische Regierung der serbischen Qk- sandtschaft sofort einen P r o t e st, der in e n e r g i s ch st e m Tone gehalten ist, ü b e r r r e i cht und sie wieder einmal gebelen, an hoher Stelle intervenieren zu wollen, damit die strengsten Maßnahmen getroffen würden, um ein sür alle Male den Grenzzwischenfällen ein Ende zu setzen, die, an sich schon sehr ernst. an der Grenze einen andauernden Zustand von Unruhe. Unsicherhei: und Gereiztheit erhalten. Die Regierung verlangt die AuS. lieferung der genannten Flüchtlinge, die gegen allen Brauch auf bulgarischem Gebiete sestgenommen worden sind, und exemplarischeBestrafung der Schuldigen sowie Zuerkennung von Entschädigungen für die Familien der bei dem Zwischen- fall getöteten beiden Opser. Drotsorgen in Frankreich. Paris, 1. Februar.(W. T. B.)„H u m a n i t 6" schreibt. die B r o t f r a g e beunruhige die öffentliche Meinung. In Paris selbst, wo der Getreidepreis zwischen 29 und 31 Frank schwanke, seien Maßnahmen getroffen, der Brot- Verteuerung vorzubeugen, indem die Intendantur bedeutende Getreidevorräte gekauft habe, aber in der Provinz, besonders in Südfrankreich, daS kein Getreide hervorbringe,� erhöhe sich der Gctreidepreis bereits auf 33 Frank. Die Regierung habe den Kammerausschüssen mitgeteilt, daß sie bereits fünf Millionen Hektoliter Getreide angekauft habe und weitere zwanzig Millionen Hektoliter ankaufen werde, um jedem Gc- treidemangel bis zur neuen Ernte vorzubeugen. Wirtschaftliche Maßnahme Italiens. Rom, 1. Februar.(W. T. B.) Ein Dekret vom gestrigen Tage schafft die Z ö l l e a» der Grenze auf Mehl, W e i z e n und andere Cerealien vom 1. Februar bis 38. Juni ab. Das Dekret ermächtigt den Minister der öffenllichen Arbeilen, die Ei Un bahn- tar ife bis zur Hälfte zu ermäßigen, um für Getreide und Mehl den Eisenbahnlransport zu erleichtern. Tieselbe Ermächtigung iit dem Marineminister erteilt worden, um den erwähnten TranSxoit auf den siaailich subvenlicnienen Schifiahrislinien zu erleichtern und um nötigenfalls außergewöhnliche Fahrten für diesen Zweck vor- nehmen zu lassen. Das Dekret ermächtigt auch den Minister des Innern, falls er eS für sachgemäß hält, eine Bestandaufnahme der Loger von Mehl, Weizen und anderen Cerealien anzuordnen und bindende Regeln für die B r o t b e r e i l u n g und den Verkauf von Mehl und Getreide aufzustellen. Zalsihmelöungen über(Desierreich. Wien, 1. Februar.<88. T. 83.) DaS Wiener K. K. Telegraphen- Korrespondenzbureau stellt fest, daß die Meldungen de?„Matin" über Unruhen im Süden der Monarchie von Ansang bis zu Ende auf freier Erfindung beruhen. Weder in Laibach noch in Trieft oder sonst irgendwo hat es Demonstrationen, geschweige denn Aufruhr, Brandlegungen und Plündeningen gegeben. Tic Einberufung neuer Reserven, die»brigcnS noch nicht die letzten find, haben sich, wie stets seil RriegSbeginn. in musterhafter Ordnung vollzogen. Die rumänische Bevölkerung der Monarchie bat durch Bildung eigener Legionen neue Beweise der Anhänglichkeil an die Monorchie gegeben lind konnte durch die Grausamleite, i. welche die Russen ihr gegenüber in der Bukowina verübten, wahrlich nicht beirtt werden. Die Ausführungen deS französischen Blattes gehören somit ebenso in die Kategorie der sattsam bekannten, oft genug gebrandmarkten und auch durch die Ereignisse immer wieder dementierten Lügenmeldungen, wie die Nachricht deS.Daily Chronicle", der wieder einmal seinen Lesern Märchen von Abdankungs- absichten des Kaisers Franz I o j e p h auftischt. Wirtschaftliche Maßnahmen in Gesterreich. Wien, 31. Januar.(W. T. B.) Die.Wiener Zeitung* veroffent- licht eine Ministerialvewrdnung, die die Verwendung von feinem Weizcnbackmehl und Wcizenkochmchl zur Brot- erzeug ung vollständig verbietet. Die zur Broterzeugung ver- wendete Mehlmenge darf in Zukunft nur bis zu 5» Proz. aus Weizen- .irotmehl, Weizengleichmehl oder Roggenmehl oder beliebigen Mischun- gen dieser Mehle bestehen, während der Rest aus Surrogaten bestehen mutz, als welche die Verordnung Gersten-, Mais-, Hafer-, Reis-, Kartoffelwalz-, Kartoffel-, Stärkemehl und Kartoffelbrei vorsieht. Des weiteren wird eine Beimischung von Zucker, und zwar bis 5> Vroz. des Mehlgewichts, zugelassen. Tie Verordnung beschränkt weiter die K l e i n g e b ä ck e r z e u g u n g, zu der feines Weizenback- mehk nur bis zu 50 Proz., Weizenkochmehl nur bis zu 70 Proz. des Gesamtmehlgewichts verwendet werden darf, während der übrige Teil des Gesamtgewichts der zu verarbeitenden Mehlmenge aus den angc- führten Surrogaten bestehen mutz. Die Erzeugung jeder anderen Art von Gebäck ist verboten. Die Vorschriften über Brot- und Gebäck- er zeugung gelten nicht nur für die gewerbsmäßige Erzeugung, sondern auch für die Hauswirtschaften. Zur gewerbsmäßigen Erzeugung von isiuglhupf. Kucken usw., die auf zwei Tage der Woche beschränkt wird, d-rf feines Weizenmehl ebenfalls nur bis zu 50 Proz. verwendet wer- d n. Die Verordnung, welche die ungestörte Aufrechterhaltung der Versorgung der Bevölkerung mit Weizen- und Roggenmehl bis zur nächsten Ernte bezweckt, um die Absicht unserer Feinde, uns auszu- hungern, zu vereiteln, tritt am 8. Februar 1015 in Kraft. Der Höchstpreis für den Meterzentner Kartoffelstärkemehl wird auf 50 Kronen festgesetzt. (Wiederholt, weil nur in einem Teil der gestrigen Auflage.) �rbeitermangel in Cnglanü. Unser Londoner Korrespondent schreibt uns: Seit fast sechs Monaten wird nunmehr in England die Rekrutenwerbung mit allen Künsten der Uebcrredung und der Pression betrieben. Die inglische Regierung will die deutsche Heeresleitung begreiflicher- weise über die Zahl der geworbenen und ausgebildeten Rekruten geflissentlich im Unklaren halten, wer aber nicht mit der Wahrschein- lickkeit rechnet, daß über kurz oder lang gewältige Massen englischer Soldaten kriegsbereit dastehen werden, der irrt sich. Inzwischen hat die Rekrutierung ihre unausbleiblichen wirk- schaftlichen Folgen gezeitigt. Bisher prunkte das englische Handelsministerium mit der von Monat zu Monat abnehmenden Zabl der Arbeitslosen. Nun beginnt sich aber das Bild ernstlich um- zukehren. Zwar sind die Arbeitslosen in einer ganzen Anzahl von Gewerben noch keineswegs verschwunden, dagegen zeigt sich in anderen Gewerben, und zwar den vom Gesichtspunkt der Kriegs- führung aus wichtigsten, ein st eigender Arbeitermangel, der ernstliche Beunruhigung zu verursachen beginnt. In der Not wendet man sich an den patriotischen Großmut der Arbeiter. So zum Beipiel im Kohlenbergbau. In- fr ige der großen Zahl von freiwilligen Kriegsteilnehmern unter den Bergarbeitern ist die englische Kohlenproduktion um 20 bis 30 G ,zent zurückgegangen, was sich namentlich in den großen Kriegs- ii.>ustri«zentren, am Elyde, am Tyne, in den mittelenglischen Geas- schaften, stark fühlbar macht. Nun richtet man von allen Seiten be- wegte Appelle an die Bergarbeiter, zum Wohle des Vaterlandes der Suspendierung des Achtstundengesetzes zuzu- stimmen. Wohl gibt das Achtstundengcsetz dem Privh Council ausdrücklich die Vollmacht, im Falle eine Krieges das Gesetz zu sus- penfieren, aber man wird sich wohlweislich hüten, die SuSpendie- rung den Arbeitern aufzwingen zu wollen, sintemalen man damit den Grubenherrsn bloß das Recht gäbe, länger arbeiten zu lassen, aber die Arbeiter nicht zwingen kann, auch länger zu arbeiten. Ein anderer stark in Mitleidenschaft gezogener Beruf ist der Maschinenbau. Da schweben schon seit einiger Zeit Ver- oandlungen zwischen Unternehmern und Arbeitern, um die letzteren zu veranlassen, auch nichtqualiftzierte Arbeiter, deren Beschäftigung in den meisten Betrieben sonst die Gewerkschaft nicht zuläßt, zu gc- statten, da es an qualifizierten Kräften fehlt. Bisher ist eine Ver- ständigung noch nicht zustande gekommen. politische Ueberflcht. Landtagsfraktion und Etatsberatung. ZAas die Stellung unserer Fraktion zur Etatsberatung betrifft, so hat sie am 30. Januar einmütig beschlossen, sich für den Fall, daß die Mehrheitsparteien von einer General- debatte Abstand nehmen, bei der ersten Lesung des Etats n'if eine Erklärung zu beschränken, in der sie aufs neue ihrer Forderung nach Einführung des allgemeinen, gleichen, direkten und geheimen Wahlrechts Ausdruck verleiht und ihre Stellung zum Etat und den damit in Verbindung stehenden Fragen darlegt. Nicht verzichten kann die Fraktion auf die Erörterung wirtscboftspolitischer und sozialpolitischer Fragen, insbesondere der Frage der Kriegsfürforge, der Matznahmen zur Sicherung der Lebensmittelversorgung, die Frage des Arbettcrschutzcs und der Lage der Arbeiterklasse. Einer fach- lichen Erledigung der Geschäfte, wie sie durch den Ernst der gegenwärtigen Situation geboten ist, wird die Fraktion selbst- vorständlich nichts in den Weg legen. Sache der bürgerlichen Fraktionen, denen dieser Beschlutz mitgeteilt wird, wird es sein, ob sie unseren Genossen hier- nach einen Platz in der Budgetkommission einräumen wollen. Ter Kriegszustand im Regierungsbezirk Bromberg. Der stellvertretende Kommandierende General des H. Armeekorps hat folgende Bekanntmachung erlassen: Mit Bezug auf die Verfügungen des Kommandierenden Generals II. Armeekorps vom 31. Juli und 3. August 1914 betreffend d,e Verschärfung des Kriegszustandes be- stimme ich, und zwar unter Aushebung, insoweit entgegen- 'ehendc Vorschriften bisher bestanden, für die Kreise Gnesen, Mogilno. Wongrowitz. Witkowo, Znin, Hohensalza. Strelno, ächubin, Stadt Bromberg, Bromberg Land, Wirsitz. Stadt Schneidemühl, Kalmar i P., Ezarnikau, Filehne im Interesse der öffentlichen Sicherheit: Alle Versammlungen, mit Ausnahme der zu rein geselligen oder kirchlichen Zwecken, bedürfen meiner Genehmigung. Dieselbe ist durch Vermitte- lung der Polizeibehörde, welche zu dem Gesuch kurz Stellung zu nehmeit hat. bei mir einzuholen. Ein Zuwiderhandeln auch gegen diese Vorschrift wird gemäß K 9b des Gesetzes betreffend den Belagerungs- zustand vom 4. Juni 1831 geahndet. Stettin, den 14. Januar 1915. Ter stellvertretende Kommandierende General. �S-) F r e i h e r von Vietinghoff, General der Kavallerie z. D. Tiefe Verfügung bedeutet eine Verschärfung des bis» hcrigen Zustandes. Ein Kaiser-GebnrstagSwunsch. In Lodz ist von der Presseverwaltung deS deutschen Militärgouvernements zum Geburtstage Wilhelms II. eine „K a i s e r- Z e i t u n g des O st h e e r e s" herausgegeben worden, für die Leutnant Georg C l e i n o w verantwortlich zeichnet. In dieser Zeitung finden wir u. a. folgende Aus- führungen: ..Mögen die gelben Japse, die ihre europäische Kultur jähr- zehntelang aus dem Mark des deutschen Volkes gesogen haben, auch jetzt die Flagge der ausgehenden Sonne an die Stelle der deutschen Reichsslagge in Kiautschou gesetzt haben, mögen die Engländer und Franzosen sich streiten um die Teilung unseres Musterlandes Togo, unseren riesenstarken deutsch-afrikanischen Kolonialbesitz in Kamerun, Deutsch Tüd-Wcst und Ost-Afrika, der zusammen genommen die Größe unseres deutschen Vaterlandes ungefähr um das Fünffache übertrifft, werden sie uns deshalb nicht entfremden. Im Gegenteil, mag auch der eine oder der andere kleinere Teile unseres Besitzes in der fernen Südsee, die sowieso durch die Lage mit ihrem Export für unser deutsches Vaterland nicht in Betracht kamen, vorübergehend in fremder Hand verbleiben, ei« siegreicher Krieg,— an einem solchen zweifelt gottlob niemand in unserem deutschen Vaterland, vom ältesten Generalfeldmarschall herab bis zum jüngsten Schusterjungen,— wird uns durch den belgischen nnd französischen Kongo nnd falls Portugal seine uns feindliche Haltung weiter in di« Tat umsetzen sollte, auch durch die portugiesische Kolonie in der afrikanische» Ost- und Westküste ein deutsches Kolonialreich schaffen, wie unsere Väter, die noch lächelnd unsere ersten Kolonialanfänge bespöt- telten, sich nie hätten vorstellen können. Was aber das wich- tigste gerade an dieser nicht unwahrschein- lichen Teilung der afrikanischen Welt ist, das ist, daß wir damit den englischen' Bestrebungen der afrikanischen Alleinherr- schaft vom Kap bis Kairo den Garaus gemacht haben, denn Zwischen das heute noch englische Aegypten und Ostafrika und das burisch-englische Südafrika, legt sich dann der unendliche Gürtel unseres riesenhaften Kolonialbesitzes, vom Indischen Ozean bis zu den zentralafrikanischen Seen, und am Kongo hinab zur Atlantik. Heute noch englisch, sagen wir von Nordost- und Südafrika wer weiß, was noch wird, wenn das Dichterwort sich erfüllt:„Denn es muß am deutschen Wesen, einmal noch die Welt genesen." Eine Reichstagswahl»nd ihre Lehren. Mit 41 704 Stimmen ist am letzten Freitag Genosse S t u b b e als Nachfolger des verstorbenen Genossen Metzger im dritten H am- b u r g e r Kreis in den Reichstag gewählt worden. Diese enorme Slimmenzahl ist sür Hamburger Verhältnisse aber immer noch winzig zu nennen, sie ist nur aus dem Krieg sowie aus dem Umstand zu erklären, daß im Interesse des Burgfriedens kein bürgerlicher Gegen- kandidat aufgestellt war. Im Jahre 1912 erzielte Metzger nicht weniger als LI 444 Stimmen, d. h. beinahe die Hälfte aller Wahl- berechtigten, deren es in Hamburg 8 insgesamt 212 405 gibt, stimmten sür ihn. Die Gegenkandidaten Metzgers, der Freisinnige Braband und der Nationalliberale Albrccht erzielten damals 44 19g bezw. 21 045 Stimmen, aber natürlich kein Mandat. In den meisten Wahlkreisen des Ostens genügt schon ein Zehntel der in Hamburg von der Sozialdemokratie erreichten Slimmenzahl, um dem. der sie erhält, einen Sitz im Reichstage zu sichern. Und während die Sozialdemokratie dank der Ungleichheit der Wahlkreise eine ungenügende Vertretung erhält, erhalten die Bürgerlichen— trotz der Zchntauiende für sie abgegebenen Stimmen— überhaupt keine. Das Wahlgesetz zum Reichstag schreibt vor, daß auf je 100 000 Einwohner ein Abgeordneter kommen soll; die von diesem Gesetz vorgeschriebenen zeitweiligen Neu- einteilungen der Reichstagswahlkreise find aber nicht vorgenommen worden. Noch mehr als die Sozialdemokratie wurde aber durch das Fortbestehen der alten Wahlkreiseinteilung der Liberalismus ge- troffen. Auch mit imponierenden Stimmenzahlen, die allein schon genügt hätten, ganz Pommern oder Ostpreußen zu erobern, bleibt er in den großen Städten gegenüber der Sozialdemokrane fast überall in der Minderheit. Er hat darum an der Neueinteilung der Wahlkreise— von der demokratischen Gerechtigkeit ganz abgesehen— ein noch viel stärkeres parteipolitisches Interesse als die Sozial- demokratie. Es ist darum zu erwarten, daß, wenn nach dem Kriege vor allem auch die drückende Benachteiligung der städtischen Bevölkerung bei den Reichstagswaylen, die Ungleichheit, der ReichslagSwahlkreise beseitigt werden wird. Tic Zukunft des Internationalismus. In der e u e n Z ü r i ch e r Z e i t u n g" vom 29. Januar finden wir folgende Zuschrift eines deutschen Hochschul- lehrers in der Schweiz: „In Ihrer Nr. 97 geben Sie eine in der„Voss. Ztg." er- schienene Auslassung des Herrn Prof. Dr. Friedrich v. d. Lehen wieder, deren Leitgedanke darauf hinausläuft, die Wiederherstellung persönlicher— auch wissenichastlicker— Beziehungen mit den An- gehörigen der dem Deutschen Reiche zurzeit feindlichen Nationen sei für jeden guten Deutschen aus lange hinaus unmöglich. Diese Auslassung las ich mit großem Mißbehagen, und gewiß sehr viele meiner Landsleute denken ebenso wie ich. Die Frage, o b der Herr Kollegs durch solche Preß- erörterungen der deutschen Sache nützt, habe ich in einer nichtdeutschen Zeitung nicht zu erörtern. Aber daraus darf ich hin- weisen, daß die Auffassung desselben in weiten Kreisen der deutschen akademischen Welt nicht geteilr wird. Ein jeder von uns, der internationale Beziehungen pflegt und hochhält, empfindet die der- zeitige Abschließung der führenden Kullurnationen(zu denen freilich Rußland nicht gehört) alseinen pathologischen Zu- st a n d, dem die Rückkehr zum normalen Verhältnis baldmöglichst folgen soll. Nirgend? ober so sehr als gerode in Deutschland weiß man diese Verbindungen, diesen Auslausch geistiger Güter hoch» zuschätzen. Im Deutschen, gerade eben weil er Deutscher ist, und wenn er wirklich Deutscher sein will, steckt unvertilgbar der Gedanke der Humanität, der Weltkultur, des Weltbürger- tumS. Der Deutsche denkt auch viel zu groß, um so kleinlich zu handeln. wie Herr v. d. Seyen ihm vorzuschreiben scheint. Herr v. d. L. ist gewiß ebenso wie Schreiber dieses von der festen Hoffnung durchdrungen, daß unserem Volke der Sieg bleiben wird. Gerade dem Sieger aber liegt es ob, Haß und Streit zu vergessen und akute Gegensätze wieder auszu- gleichen. Der jetzt bestehende nationale Haß trägt akuten Charakter; daß er chronisch sein werde, ist nicht zu erwarten, am wenigsten von dem, der deutschen Geist und deutsche Art kennt." Wie müssen jene Professoren von diesem Lob über deutsche Humanität und Weltkultur berührt werden, deren Kundgebungen im In- und Auslände lebhaften Widerspruch erregte? BorratSttchebmtgea. Berlin, 1. Februar.(W. T. B.) In der heutigen Sitzung des Bundesrais wurde dem Entwurf einer Bekanntmachung über Borratserhebungen die Zustimmung erteilt. Es handelt sich um eine Verordnung, welche die früheren Bundesratsverordnungen über Vorratserhebungen vom 24. August und 15. Oktober 1914 zusammen saßt und sie nach folgenden zw« Richtungen ergänzt: Einmal wird bestimmt, daß die Auskunst über die Vorräte nicht bloß durch unmittelbare behördliche Be- tragung des Auskunstpflichtigen, sondern auch durch eine öffentlickc Bekanntmachung erfordert werden kann, und sodann werden die Strasbestimmungen dahin verschärst, daß bei vorsätzlicher Uebertretung der für die Auskunstcrteilung gegebenen Vorschriften Gefängnisstrafe bis zu sechs Monaten oder Geldstrafe bis zu 10 000 Mark verhängt werden kann und verschwiegene Vorräte im Urteil sür den Staat verfallen erklärt werden können. Die Verordnung tritt sofort in Kraft. Ein Steuerdefrandantenverein. In Badcn-Baden besteht ein Verein der Steuerdefraudanten. Diese interessante Tatsache wurde in einer Verhandlung vor dem badischen Verwaltungsgerichtshof festgestellt. Ein Rentner gab 6« der Einschätzung zum Wehrbeitrag an Kapitalvermögen 275 000 Mark mehr an, als er bis dahin versteuert hatte. Die Steuer- Verwaltung verlangte nun von dem Mann die Zahlung eines Steuernachtrags für die Zeit vom 1. April bis 81. Dezember 1013; von der Zahlung der früher defraudierten Steuer, sowie von einer Strafe blieb er infolge des GeneralpardonS verschont. Aber der Herr Rentner wollte nicht einmal jenen kleinen Nachtrag zahlen und erhob Klage beim Derwaltungsgerichtshos. Hier kamen nun merkwürdige Dinge ans Licht. Einmal versuchte der Vertreter de- Rentners für seinen Klienten Stimmung zu machen, indem er darauf hinwies, daß dieser eine sehr freigebige Hand sür das Rote Kreuz gehabt habe! Dann aber war das Interessanteste die Fest- sicllung des Vertreters der Steuerverwaltung, datzcSin Baden- Baden einen Verein oder Verband gebe,„dessen Leitung oder Geschäftsführung es sich zur Aus- gäbe mache, den Steuerdesraudanten unter seinen Mitgliedern, wenn sie den geforderte it Nachtrag nicht zahlen wollen, bei ihrem Vorgehen gegen die Steuerverwaltung zu helfen und sie zur Klageerhebung geradezu anzureizen". Zu einer Entscheidung in der Klage kam es noch nicht. Hoffen t lich fällt aber das richterliche Urteil ebenso aus, wie das moralische Urteil, das die OesfenMchkeit über diesen Verein der Steuer- desrccudanten fällen wird._ Zur Kriegstagung des badischen Landtags. Als Ergebnis der kürzlich in Karlsruhe stattgesundenen Landes- konserenz der Vertreter der sozialdemokratischen Partei, der Gc- werkschasten und Genossenschaften Badens unterbrcttcn die Landec- organisation der Sozialdemokratischen Partei Badens und die LandeZzentrale der freien Gewerkschaften Badens dem Staats- ministerium folgende Vorschläge: 1. Die Regierung wolle mit Nachdruck von den Lieferungs- verbänden verlangen, daß zur reichsgesetzlichen Unterstützung generell Zuschläge gewährt werden. Die Höhe derselben i\t, den Verhältnissen der einzelnen Bezirke anzupassen. 2. Die Gemeinden sind anzuhalten, Maßnahmen in dciu Sinne zu treffen, daß die Mietzahlung durch die Famtlieit der Kriegsteilnehmer und solcher, die durch den Krieg in Not gc- raten, regelmäßig erfolgen kann. Reicht die reich- gesetzliche Unterstützung nebst den vom Lieferungsverband gewährten. Zuschlägen zur Begleichung der Miete nicht aus, so sind seitens der Gemeinden Zuschüsse zu gewähren. 3. Allen Arbeitslosen und deren Familien sind ebenfalls Unter- stützungen in ausreichendem Maße zu gewähren. D i e Unterstützungen dürfen unter keinen Umständen als Armenunterstützung angesehen werden. 4. Denjenigen Lieferungsverbänden und Gemeinden, welcke infolge ihrer ungünstigen Finanzlage nicht imstande sind, diese erhöhten Aufwendungen mtS eigenen Mitteln zu decken, sind Staats- mittel in entsprechender Höhe zur Verfügung zu stellen. 5. Die vorhandenen Bestände an Mehl, Getreide und Kartoffeln sind staatlicherseits zu beschlagnahmen. 6. Ter Verkauf dieser Erzeugnisse ist von der Regierung den Gemeinden zu übertragen. 7. Um der Bevölkerung Badens frühzeitig genügend Brot getreide zu sichern, möge die Regierung dafür sorgen, daß solches jetzt schon durch die GctreideauskaufSgenossenschaft nach Baden kommt. 8. Für Zucker sind Höchstpreise festzusetzen, und zwar der- gestalt, daß dieselben dem Durchschnittspreis der letzten fünf Jahre gleichkommen. 9. Die Bezirksämter sind zum Vorgehen gegen alle llebcr- schreitungen der sür einzelne Waren festgesetzten Höchstpreise durck die Zwischenhändler aufzufordern. Wo die Produkte zurückgehalten werden, ist mit der Beschlagnahme derselben zwecks Verteilung durch die Gemeinden einzusetzen. 10. Vor Erlassung aller die Volksernährung, betr. Maßnahmen sind Sachverständige und Vertreter der Konsumenten zu hören. 11. Bei der Ausführung von Maßregeln zur wirtschaftlicke" Hilfe für Kriegsteilnehmer und für die Bevölkerung sind alle Kretic. insbesondere Vertreter der Arbeiterschaft, zu den Bezirks ratssitzungen und den übrigen Zweigen der Verwaltung heranzuziehen. Den Vorschlägen ist eine eingehende Begründung beigegeben. in der besonders unter Anführung zahlreicher Beispiele die Berechtigung und Notwendigkeit einer staatlichen, gesetzlichen Festlegung der in den Vorschlägen aufgestellten Forderungen nachgewiesen wird. Der Jandtagsfraktion ist außerdem weiteres, umfangreiches Material zur Vertretung der Forderung zugegangen, sie wird die Vorschläge in dem diese Woche zusammentretenden Landtag vertreten. General Villa erschossen? London, 1. Februar.(W. T. B.) Nach einem Telegramm der„Central News" aus New Jork bringt die„Tribüne" aus El P a s o die Nachricht, daß dort nichtamtlich verbreitet ist, General Villa sei an den Folgen einer Verwundung durch einen Revolverschuß gestorben. Als Täter werde der Major Fierro genannt, der seinerzeit den Engländer Benton erschossen habe._ Tie amerikanische Einwanderungsbill. Washington, 31. Januar.(W. T. B.) Das Einwand- rungskomitee des Repräsentantenhauses hat bc' schloffen, die Einwanderungsbill, gegen die Präsident Wilson sein Veto einlegte, an das Haus zurückzusenden mit der Empfehlung, sie trotz des Vetos des Präsidenten a n z u nehmen. Der Vorsitzende des Komitees glaubt, daß die Btll die erforderliche Zweidrittelmehrheit finden wird. (Wiederholt, weil nur in einem Teil der gestrigen Auflage.) Bekanntmachung. Aufnahme zur Dem Andeuten unſerer auf dem Kriegsigauptas Sicherstellung der Brotversorgung. gefallenen Genossen! Bei den Kämpfen in Belgien fiel am 6. November 1914 unser Genoffe Paul Kubitzek Eichbornstraße 40. Bei den Stämpfen in Rußland fiel am 14. Dezember 1914 unser Genosse Hermann Ramin Auguste- Viktoria- Allee 21. Bei den Kämpfen in Rußland fiel am 7. Januar 1915 unser Genosse Paul Seyfarth Antonienstraße 9. Sozialdemokrat. Wahlverein Niederbarnim. Bez. Reinickendorf- West. Sozialdemokratischer Wahlverein f. d. 4. Berl. Reichstagswahlkreis Landsberg. Viertel. Bezirk 396 1. Nachruf. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Genosse, der Fräser Rudolf Grunow Wilhelm- Stolzeftr. 34 geftorben ift. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung fand am 1. Februar in Friedrichsfelbe statt. Der Vorstand. 218/11 Sozialdemokratischer Wahlverein Neukölln. Nachruf. Am 29. Januar verstarb unsere Parteigenoffin Rosa Kinzel Stailer- Friedrich- Str. 9, 2. Bezirk. Die Beerdigung fand am Mon tag, den 1. Februar, auf dem Neuköllner Gemeinde Friedhofe ſtatt. Ehre ihrem Andenken! Am 27. Januar verstarb unser Barteigenoffe Bernhard Hanft an Dferftr. 41, 16. Brzirk. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 3. februar, nachmittags 3 Uhr, auf dem Neu fölner Gemeinde- Friedhof, Ma riendorfer Weg, statt. Ehre seinem Andenken! Um rege Beteiligung ersucht Der Vorstand. Männerchor Moabit. Den Mitgliedern zur Nachricht. daß unser lieber Sangesbruder, der Metallarbeiter Max Glogau verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Dienstag, den 2. Februar, nach mittags 1% Uhr, in Buch statt. NB. Treffpunkt der Sänger: Stettiner Bahnhof. Abfahrt: 12 Uhr 10 Minuten. Um rege Beteiligung ersucht Der Vorstand. Deutscher Metallarheiter- Verhand Verwaltungsstelle Berlin. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Dreher Albin Hascheck am 29. v. Mts. an Herzschwäche gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet hente Dienstag, den 2. Februar, nachmittags 2 Uhr, von der Reichenhalle des städtischen Fried hoses in Friedrichsfelde aus statt. Rege Beteiligung erwartet 131/11 Die Ortsverwaltung. Verb. d. Schneider, Schneiderinnen u. Wäschearbeiter Deutschlands. Filiale Berlin. Unseren Mitgliedern hiermit zur Kenntnis, daß der Kollege Reinhold Remann am 14. September im Westen bermundet und am 17. Januar verstorben ist. Ehre seinem Andenken! 165/11 Die Ortsverwaltung. Im Kampfe fürs Baterland fiel im Westen am 15. Jannar unser treues Mitglied, der Friseur Otto Moritz Fehrbelliner Str. 26.[ 18/19 Ehre seinem Andenken! Lotterievere in ,, Verl. Glück 1906", 3. 8. Zionsfirchplatz 1. Deutscher Transportarbeiter Verband. Bezirksverwaltung Groß- Berlin. Den Mitgliedern zur Nach richt, daß unser Kollege, der Hausdiener August Bevendorf am 28. b. Dis. im Alter von 41 Jahren verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Dienstag, den 2. Februar, nach mittags 4 Uhr, von der Reichen balle des Anstalts Friedhofes in Dalldorf aus ftatt. 70/14 Die Bezirksverwaltung. J Schwimmverein ,, Vorwärts" Berlin 1897. Den Mitgliedern zur Rachricht, daß unser liebe: Schwimmgenoffe Karl Reinisch Abteilung Bürwaldsage am 13. Januar bei einem Sturmangriff im Westen gefallen ist. Wir werden ihm allezeit ein ehrendes Andenken bewahren. 292/12 Der Vorstand. Hierdurch die traurige Nachricht, dag mein im Felde erfranter geliebter Mann und garter, trenforgender Bater Bernhard Hanft fowie mein Nebes Söhnchen Erich plötzlich verstorben sind. Dies zeigen tiefbetrübt an Franziska Hanft nebft Söhnchen Kurt. Die Beerbigung findet am Mittwoch, nachmittags 3%, Uhr, auf dem Neuföllner GemeindeFriedhof, am Mariendorfer Weg, ftatt. 1014b Infolge Brustschuffes fiel in Bolen unser lieber Sohn und Bruder, der Jäger Karl Emrich Jäger- Bataillon Rr. 2. Die tranernbe Mutter 10135 nebst Geschwistern. Er wurde im Dorfe in cinem Garten von seinen Kameraden mit militärischen Ehren bestattet. Den Tod fürs Baterland fand am 22. Januar bei den Kämpfen in Flandern unser lieber Sohn und Bruder, der Gürtler Bernhard Schrader ist Alter von zwanzig Jahren. Freiwillig bat er sich seinem Baterlande geopfert. 40 In tiefem Schmerz Familie Karl Schrader Stigaer Str. 100. Danksagung. Sierdurch sagen wir allen Freunden, fannten und Kollegen für die Teil. nahme und die Strangipenben bei der Beerbigung meines lieben Mannes und Baters den herzlichsten Dant. 50 Frau Auguste Kernke nebft Kindern. Inventurverkauf! Pelzwaren VON Fabrik und Lager Stolas, Krawatten, Militär- Peizwesten, Pelzhüten, Pelzjacken, Muffen, Pelzen, Kindergarnit. usw. Nur reelle Ware, von der einfachsten bis zur elegantesten. Tausende Sachen auf Lager. Auch Einzelverkauf zu billigen Preisen. Sonntags geöffnet. F. Kalmann, Kürschnermeister, nur Kommandantenst.15 Nach der Berordnung des Bundesrats vom 25. d. Mts. findet am 1. Jebruar eine Aufnahme der Getreide- und Mehlvorräte statt. Sicherung unserer Brotversorgung. Gin jeder fennt die Absicht unserer Feinde, uns auszuhungern. Dieser Plan wird an unserer Straft und an unserem Willen zerschellen. Rebens mittel find genügend vorhanden, wenn in verständiger Wirtschaft hausgehalten wird. Steiner braucht zn darben, aber jeder hat die Pflicht, den früher reichlichen Verbrauch auf das Notwendige zu beschränken. Das für jede Haushaltung bestimmte Erhebungsformular ist beim Haus daher die Herstellung von Badwaren vom 1. Februar 1915 ab auf drei Die Bekanntmachung des Bundesrats vom 25. Januar 1915 begrenzt befizer oder Hausverwalter zu entnehmen und vom Haushaltungsvorstande Biertel der bisherigen Menge. bis zum 5. Februar auszufüllen. Die Eintragungen müssen nach Zentnern Dem lann und muß fich jeder einzelne in erfolgen. Fehlende Formulare sind beim zuständigen Bezirksvorsteher zu seinem Berbrauch anpassen. An Brot und Mehl find für die Ernährung beschaffen. Diejenigen Haushaltungsvorstände, die das Formular am 1. oder einer Bersen in der Woche keinesfalls mehr als 2 Kilogramm ant 2. Februar ausgefüllt haben, fönnen es beim Hausbesizer oder beim erforderlich. Wie die Erfahrung lehrt, fann man sich auch häufig mit einer Hausverwalter wieder abgeben, von dem es am 3. oder 4. Februar abgeholt geringeren Menge begnügen. Es stehen uns ja neben dem Brot auch virb. Alle anderen Haushaltungsvorstände haben das Formular bis zum andere bidige Lebensmittel, insbesondere Startoffeln, zur Verfügung. Aus 5. Februar_portofrei an das Statistische Amt der Stadt Berlin, Post- geleglichem und vaterländischem Gebot trifft daber jeden die Pflicht, über strage 16 III, einzusenden. Die Aufnahme erfolgt zur vollständigen Sicherstellung der Brotversorgung. das Höchstmag von 2 Kilogramm Brot und Mehl unter feinen Umständen Die forgfältigste Ausfüllung ist daber eine unabweisliche, vaterländische hinauszugehen, wohl aber mit weniger auszufommen, wenn dies zu seinem pflicht, welcher jeder nachzukommen hat. Wer die geforderten Anzeigen Unterhalt genügt. Bon denen besonders, deren Lebenshaltung die ausnicht in der gesetzten Frist beantwortet, oder wer wissentlich un reichende Ernährung mit anderen Nahrungsmitteln geftattet, muß unbedingt richtige oder unvollständige Angaben macht, wird mit Gefängnis erwartet werden, daß sie ihren Brotverbrauch um so starter vermindern. bis zu 6 Monaten oder mit Geldstrafe bis zu 1500 M. bestraft. Es tritt ferner die Fortnahme der bei der Anzeige nicht an gegebenen Vorräte ohne Entschädigung ein. Ein Anzeigepflichtiger, ber am 1. Dezember 1914 Borräte verschwiegen hat, bleibt straffrei, wenn er fte jest richtig angibt. Swierigkeiten werden sich im Anfang laum vermeiden lassen. Wir wenden uns an den vaterländischen Sinn und das Verständnis unserer Mitbürger mit der Bitte, fich willig den nachfolgenden Anordnungen, die das allgemeine BoB gebietet, zu fügen. Reiner dränge zu den Verkaufs. ftellen; feinen Wochenbedarf kaufe jeder nach und nach an den einzelnen Berlin, ben 30. Januar 1915. Magistrat der Königlichen Haupt- und Residenzstadt Berlin. Zagen ein. gez. Wermuth. Deutscher Metallarbeiter- Verband. Verwaltungsstelle Berlin. N 54, Linienstr. 83-85. Telephon: Amt Norden 185, 1259, 1987, 9714. Bureau geöffnet von 9-1 Uhr und von 4-7 Uhr. Donnerstag, den 4. Februar 1915, abends 8½ Uhr: Versammlung der in den Wagen- und Karofferiebetrieben beschäftigten Kollegen in Boekers Festsälen, Weberstr. 17. Zagesordnung: 1. Die Arbeitsverhältnisse in den Wagenbetrieben. 2. Distuffion. 3. Berschiedenes. Die Kollegen der Betriebe, in denen Arbeit für die Heeresverwaltung hergestellt wird, sind hiermit besonders eingeladen. Zur Regelung des Brot- und Mehlverbrauchs wird gemäß§ 36 der Bekanntmachung vom 25. Januar 1915 mit Genehmigung der Aussichts. behörbe folgenbes angeordnet: § 1. Die Entnahme von Brot und Mehl ist nur mit der Beschränkung zulässig, daß auf den Kopf der Bevölkerung an Roggen, und Beizenbrot sowie Roggen, Weizen, Hafer- und Gerstenmehl, und zwar Brot und Mehl insgesamt, für die mit Montag, den 1. Februar 1915, und jedem weiteren Montag beginnende Kalender. woche höchstens 2 Kilogramm entfallen. Dies gilt ohne Rücksicht darauf, in welchem Gemeindebezirk die Entnahme erfolgt. § 2. Für Gast- und Schankwirtschaften wird die Entnahme von Brot und Mehl dahin beschränkt, daß auf die einzelne Wirtschaft ant Roggen und Weizenbrot sowie Roggen, Weizen, Hafer- und Gerstenmehl, und zwar Brot and Mehl insgesamt, für die mit Montag, den 1. Februar 1915, und jedem weiteren Montag beginnende Kalenderwoche höchstens das Siebenfache der Menge ent fällt, die brei Bierteilen des durchschnittlichen Tagesverbrauchs vom 1. bis einschließlich 15. Januar 1915 entspricht. §3. Für Brot werden folgende Einheitsgewichte vorgeschrieben: 1. Für Weizenbrot 75 Gramm. Dies gilt nicht für Zwiebad; er ift nach Gewicht zu verfarfen. 2. Für Roggenbrot ein oder einundeinhalb oder zwei Kilogramm. § 4. Suchen darf an Roggen- und Weizenmehl insgesamt nicht mehr als 10 Broz. des Kuchengewichts enthalten. Achtung! 5. Zuwiderhandlungen werden gemäß§ 44 der Bekanntmachung vom Achtung Bauanschläger! Achtung! Donnerstag, den 4. Februar 1915, abends 8 Uhr: Branchen- Versammlung im Gewerkschaftshause( Saal 3), Engelufer 15. Tagesordnung: 1. Berbands- und Branchenangelegenheiten. 2. Diskussion. 3. Bers fchiedenes. Bahlreichen Besuch erwartet 181/12 Die Ortsverwaltung. Berlin SO. 16. Engel- Ufer 5. H.& P. Uder, Haupt- Niederlage der k. k. österr. 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Hönii, Müllerfir. 34a de Utrechter Str., Raden Geöffnet von 9-2 und von 4-7 Uhr. Rosenthaler und Oranienburger Vorstadt: A. Bolgaft 92attstraße 9. Geöffnet von 9-2 und von 4-7 lthr. Gesundbrunnen: Fisher, Bastianf. 6, Laden. Geöffnet von 9-9 mb von 4-7 Uhr. Schönhanser Vorstadt: Stari Mars, Greifenhagener Str. 22. Geöffnet von 9-2 und von 4-7 Uhr. adlershof: Star!@awaralofe, Bismardstr. 28. Geöffnet von 7 Uhr morgens bis 8 Uhr abends. Alt- Glienicke: Wilhelm Dürre, Köpenider Str. 6. Hann schulenweg:.ornig, Marienthaler Str. 13, I. Bernau, Röntgental, Zepernick, Schönow, Schönbrück und Buch: Hemrich Broie, Mühlenstr. 5, Laden. Boknsdort, Falkenberg und Falkenhorst: Paut Gensch, Kohnsdort, Genossenschaftshaus Varadies". Charlottenburg: Guitap harnberg, Sejenheimer Str. 1. Ge. öffnet von 9-2 und von 4-7 Uhr. Eichwalde, Schmöckwitz: star male, Bismarditt. 4 Erkner, Nen- Zittau: Emil Swang, Scharnweberftr. 10. Fredersdorf- Petershagen, Eggersdorf: Uffenwaffer, Friedenan, Steglitz, Südende, Groß- Lichterfelde, Lankwitz: h. Bernice, Afenftr. 5 in Steglig. Geöffnet von 11-1, und von 4-7 Uhr. Friedrichshagen, Fichtenau, Rahnsdorf, Schöneiche, KI.- Schönebeck: Gm Bertmann, Friedrichshagen, Rope trider Straße 18. Petershagen. Geöffnet vont morgens 7 Uhr bis abends 8 Uhr. Lichtenberg I, Friedrichsfelde, Hohenschönhausen: Otto Seitel, Bartenbergftrage 1( Raben). Geöffnet von 8-2 und son 4-7 Uhr. Lichtenberg II, Rammelsburg. Stralau:. Roien franz, Ali- Borbagen 56. Geöffnet von 11-12 und von 4-7 Uhr. Mahlsdorf, Kaulsdorf, Biesdort:.esberg, Rauis dorf, Ferdinandstraße 17. Mariendorf: Auguft Leip, Chauffeeftr. 29. Marienfelde: Emil 3 einert, Berliner Str. 114 II. Aenenhagen. Hoppegarten: Gustav Bergmann, Königsalce Ede Gartenstraße. Neukölln: einrim, Redarftr. 2, im Laden. Geöffnet von 9-2 imd von 4-7 Ubr; Neuköln. Briz: Nohr, Siegfriedstraße 28/29. Geöffnet son 9-2 und von-7 Uhr. Nieder- Schoneweide: Wilhelm Unruh, Brüdenstr. 10, II. Nowawes: Wilhelm 3appe, Lutherite. 2. Ober- Schöneweide: Alfred Bader, Wilhelminenhofstr. 17, Laden. Geöffnet von 7 Uhr morgens bis 8 Uhr abends. Pankow, Niederschönhausen, Nordend, Frz.- Buchholz, Blankenburg: igmann, Mühlenstr. 30. Geöffnet bon 11-14, und von 4-7 Uhr. Reinickendorf Ost, Wilhelmsrah und Schönholz: 3. Gurih. Provingitr. 56, Laden. Geöffnet v. 11-1, 4-7 Uhr Schenkendort b. Königs- Wusterhausen: Chr. antichte, Dorfstr. 10 Schöneberg: Wilhelm Bäumier, Martin Lutherstr. 69, im Raven. Geöffnet von 9-2 und von 4-7 Uhr. Spandan, Nonnendamm, Staaken, Seegefeld und Falkenhagen: toppen, Breitestr. 64. Geöffnet von 8 Uhr morgens bis 8 Uhr abends. Tegel, Borsigwalde, Wittenau, Waidmannslust, hermsdorf, Hohen Neuendorf, Birkenwerder, Freie Scholle u. Reinickendorf. West: Baul stiena it, Borjigwalde, Häujchftrage 10. Geöffnet von 11-1, 1. von 4-7 Uhr. Teltow: Wilhelm Bonow, Teltow, Berliner Str. 16. Tempelhof: Joh. Strohn, Borussiaftr. 62. Treptow: Rob. ramenz, Kiefholzstraße 412, 2aben. Geöffnet von 7 Uhr morgens bis 8 Uhr abends. Weisensee, Heinersdorf: R. Furmann, Scbanstr. 105, part, Geöffnet von 11-1, immo von 4-7 Uhr. Wilmersdorf, Halensee, Schmargendorf: Paul Schubert, Wilycumsaue 27. Zeuthen, Miersdorf: Ernst süttig. Zeuthen, Miersdorfer Str. 14, Zossen: Ratuschet, Marttur. 5. Grünau: Franz Klein, Friedrichstr. 10. Johannisthal, Rudow: Mar Sonichur, Bartstr. 23 Karlshorst: Dolar Schaerichmidt, Augufte- Bittoria- Str. 18. königs- Wusterhausen, Wildan. Niederlenme: Friedrich Sämtliche Parteillteratur fotoie alle wissenschaftlichen Berfe werden geliefert Baumann, Bahnhofft. 2, Eingang Berhower Straße. Sonntags sind die Ausgabestellen geschlossen. Verantw. Redaft: Alfred Wielebb, Neubun. Inseratenieil verantw. 26. Oldis, venith. Studa. Beklag: Bordarts Buchdr. u. Veringsumftan Patil Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 1 Beilage u. Unterhaltungsbl, 1. Etage, b. d. Beuthstraße. Tel.: Zentrum 3917. Gegr. 1894 . Nr. 33. 32. Jahrgang. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Die Aufgaben der Kriegsgetreidegesellschaft. Uns wird geschrieben: Die der Kriegsgetreide- Gesellschaft anfangs nur zugedachte Aufgabe, zwei Millionen Tonnen Brotgetreide einzulagern und als eisernen Bestand über das Frühjahr hinaus bis zum Sommer aufzubewahren, stellte die Kriegsgetreidegesellschaft vor ein Problem, das der Geschäftsführung zu lösen anfangs kaum möglich erschien. Unter den heute geltenden Zollgesehen ist der Anbau deutschen Brotgetreides ganz gewaltig gesteigert worden. Ein nicht unerheblicher Teil deutschen Roggens pflegt von der Landwirtschaft verfüttert zu werden; große Mengen von dem verhältnismäßig hohen Feuchtigkeitsgehalt aufweisenden deutschen Brotgetreide pflegen während des Winters und im Frühjahr nach dem Auslande vermittels des Einfuhrscheinwesens abzuströmen und im Sommer durch trockneres, unter einer heißeren Sonne erzeugtes ausländisches Getreide ersetzt zu werden. Diese natürlichen Vorgänge wurden durch den Krieg jäh unterbrochen. Die im Inlande befindlichen Mengen Brotgetreide müssen im wesentlich größeren Maße zur direkten Ernährung der Bevölkerung herangezogen werden. Was Tausende und aber Tausende von Einzelwirtschaften sonst besorgen und sogar vielfach wegen des damit verbundenen Risikos des Verderbens ablehnen, nämlich das deutsche Brotgetreide über das Frühjahr hinaus und vor allen Dingen über die gefährliche Reimzeit hinaus zu konservieren, follte nun plötzlich eine einzelne Organisation leisten. Eine Organisation, welche diese Aufgabe hätte erfüllen sollen, würde zu ihrem Ausbau in Friedenszeiten langer Zeit bedurft haben. Jetzt ini Kriege, wo die besten Kräfte im Felde stehen, in wenigen Wochen; eine solche Organisation zu schaffen, erschien undenkbar. Dazu kam die schwierige Aufgabe, Getreide aus Hunderttausenden von Eingelwirtschaften herauszuziehen, auf seine Beschaffenheit zu prüfen, abzunehmen usiv. Um aller dieser Schwierigkeiten Herr zu werden, versuchte die Geschäftsführung der Kriegsgetreide- Gesellschaft einen Teil jener Kräfte heranzuziehen, welche in normaler Friedenszeit die Funktionen der Fortbewegung des Getreides vom Erzeuger bis zum Verbraucher besorgen. Den durch den Krieg hervorgerufenen, oben angedeuteten veränderten Verhältnissen Rechnung tragend, mußte die Arbeit unter die einzelnen Erwerbsgruppen teilweise nach anderer Richtung verteilt werden. Um bei einem derartigen Geschäftsverkehr mit Tausenden und aber Tausenden in einem Geschäftszweig, der in sich den Keim zu den weitgehendsten Differenzen birgt, nicht in ungezählte Rechtsstreitigkeiten zu kommen, war es vor allen Dingen notwendig, den sich voraussichtlich entwickelnden Geschäftsverkehr in bestimmte Regeln zu bringen. Die erste Aufgabe der Geschäftsführung war deshalb, diese Regeln aufzustellen, was nicht ganz leicht war, da es sich, wie oben erwähnt, um eine ganz neue Geschäftseinteilung in der Mitwirkung der in Betracht kommenden Berufsstände handelte und für die zu schaffenden Verträge keinerlei Vorbilder vorhanden waren. Dazu kam noch, daß inzwischen wiederholt neue gesetzliche Bestimmun gen geschaffen wurden, daß ferner, um überhaupt der Gesellschaft Die Aussicht zu eröffnen, das ihr anfangs zugedachte Programmt zu erfüllen, ihr das Enteignungsrecht verliehen, wurde und auch diese neuen geschlichen Bestimmungen alle bei Schaffung der betr. Verträge berücksichtigt werden mußten. Auf diese Weise entstanden eine Reihe sowohl nach ihrer juristischen wie wirtschaftlichen Seite hin recht komplizierter Verträge mit Landwirten, Müllern, Kommissionären( als welche sowohl Händler wie auch landwirtschaftliche Genossenschaften in Aussicht genommen sind), Lagerbesitzern usiv 2agerräume, über das ganze Reich verteilt, wurden inzwischen für Millionen von Tonnen in einer Weise gesichert, daß die weitgrößte Möglichkeit für eine sach- und fachgemäße BehandTung des Getreides gewährleistet erscheint. Bei der umfangreichen Arbeit, die ohnedies der Gesellschaft Bevorstand, hoffte die Geschäftsleitung, ihren Geschäftsverkehr nur auf Mühlen größeren und mittleren Umfanges beschränken zu können. Da ursprünglich die Kriegsgetreide- Gesellschaft nur einen Teil des Getreides an sich ziehen sollte, hoffte sie, daß die kleineren Mühlenbetriebe, die in enger Beziehung zur Landwirtschaft und ihrer Nachbarschaft stehen, sich das Mahlgut aus den Mengen, welche die Kriegsgetreide- Gesellschaft nicht aufnahm, beschaffen würden. Aber auch die kleineren Mühlenbetriebe empfinden das Bedürfnis, Mahlgut für den Sommer gesichert zu erhalten, und traten an dic Kriegsgetreide- Gesellschaft mit der Bitte heran, den Geschäftsverfehr mit ihnen aufzunehmen. Da es unmöglich war, mit den Tausenden von Kleinmühlen direkt zu verkehren, wurde, um auch diesen berechtigten Wünschen nachzukommen, ein Mittelweg ge= funden und ein besonderer Vertrag ausgearbeitet, wonach kleinere Betriebe unter gemeinsamer Führung einer Mühle sich an die Kriegsgetreide- Gesellschaft anzuschließen in der Lage sind. Durch diese in wochenlanger Arbeit geschaffene Organisation ist die Hoffnung vorhanden, daß die durch die Bundesratsverordnung vom 25. Januar erfolgte vollständige Beschlagnahme allen Ge= treides, die plötzlich ja das gesamte Wirtschaftsleben, soweit es die Bewegung des Getreides vom Erzeuger bis zum Verbraucher anbelangt, zum Stillstand bringt, ohne allzu große Störungen vor fich geht. Ganz werden sich solche Störungen und Reibungen wohl nicht vermeiden lassen. Durch die von der Kriegsgetreide- Gesellschaft geleisteten Organisationsarbeiten hatte die Reichsregierung wenigstens sofort eine Stelle für die ungeheure Aufgabe, das gesamte Getreide im Reich zu bewegen und zu verteilen. Dienstag, 2. februar 1915. Eine solche hat, betrug in den letzten Tagen der Posteingang durchschnittlich Eine Durchbrechung des im Gesetz vom 4. August für den 1200-1500 Briefe pro Tag, während der Postausgang sich an- Kriegsteilnehmer geschaffenen Schußes ist also auch materiell nicht nähernd auf 1800 Briefe stellte, abgesehen von den ungeheuren zu rechtfertigen. Will man, wie der Rundschauer der„ Deutschen Mengen von Drucksachen, zu deren Fortschaffung sogar mehrfach Juristenzeitung" meint, nur den zahlungs fähigen KriegsMöbelwagen benutzt wurden. Der tägliche Telegrammverkehr hat teilnehmer treffen, der trok vorhandener Mittel ſich der Verheute schon an ein- und ausgehenden Depeschen 600 Telegramme seiner Verpflichtung entzieht, so hätte dies in pro Tag erreicht. Die Reichsdruckerei war, obgleich sie andere Ber- ordnung oder richtiger in einer Novelle zum Schutzgesetz liner Druckereien zur Mitarbeit heranzog, bisher nicht in der flaren, unzweideutigen Ausdruck finden müſſen. Lage, die von der Kriegsgetreide- Gesellschaft bestellten Drucksachen Novelle hätte freilich auch Lücken nach den Richtungen zu schnell genug zu liefern. Die Kriegsgetreide- Gesellschaft hat heute verschließen, in denen es nicht weit genug geht. So hebt der Aufbereits ein Beamtenpersonal von über 200 Angestellten, faz des Senatspräsidenten Ring mit Recht hervor, das Gesetz vom die in annähernd 50 Räumen untergebracht sind. 4. August 1914 geht nicht einmal weit genug, insofern es bei Prozessen der Ehefrau, die ihre Angelegenheiter ganz den Händen des verkehrsgewandteren Mannes anvertraut hat, versagt." er einige Male auf den Amtsgerichten Berhandlungen gegen Frauen von Kriegsteilnehmern beigewohnt hat, wird das Urteil als völlig zutreffend anerkennen müssen. Alle diese Ziffern sind aber noch nicht maßgebend für die demnächst zu bewältigende Arbeit, die in ungeheurem Maße anwachsen wird, wenn am 1. Februar die allgemeine Beschlagnahme eintritt und damit das ganze Reichsgebiet in Bearbeitung genommen wird. Daß bei einer solchen, plötzlich unter den schwierigsten Verhältnissen aus der Erde gestampften Organisation Stockungen nicht immer ausbleiben, erscheint unvermeidilch. Die Kriegsgetreide- Gesellschaft wäre der Presse dankbar, wenn sie alle Behörden und sonstigen Stellen auf die Schwierig feiten, die in der Aufgabe der Gesellschaft, die sicherlich eine der größten wirtschaftlichen Organisationen der Welt ist, liegen, hinweist, damit alle diese Kreise eine gewisse Nachsicht bei der Beurteilung über die Geschäftstätigkeit der Kriegsgetreide- Gesellschaft gelten lassen. Zur Bundesratsverordnung vom 14. Januar. In der Deutschen Juristen- Zeitung" wird die Bundesrats verordnung vom 14. Januar 1915 besprochen, durch die bestimmt ist, es könne im Gegensatz zu dem Gesez betreffend den Schutz der Kriegsteilnehmer, um, offenbaren Unbilligkeiten" vorzubeugen, dem an der Wahrnehmung seiner Rechte behinderten Kriegsteilnehmer ohne und gegen seinen Willen ein Vertreter bestellt und dann das Verfahren fortgefest, statt ausgesetzt werden. Es wird dort die Frage der Zulässig feit jener Bundesratsverordnung nicht berührt. Und doch ist sie eine mindestens außerordentlich zweifelhafte. Materiell wird in der Rundschau der„ Juristen- Zeitung" hervorgehoben, fie solle nur offenbaren Unbilligfeiten" vorbeugen " Der zahlungsfähige und sei nur zu deren Verhütung zulässig". Kriegsteilnehmer soll sich seiner Stellung nicht bedienen, um sich der Erfüllung seiner Verpflichtungen trotz vorhandener Mittel zu entziehen.“ Verlustlisten. Die Verlust liste Nr. 138 der preußischen Armce enthält Verluste folgender Truppen: Reitendes Feldjägerkorps. 1., 2., 4. und 5. Garde- Reg.; 1. und 2. Garde- Res.- Reg.; GardeGrenadier- Regimenter Alexander, Elisabeth, Augusta und Nr. 5; Garde- Füs.- Reg.; Garde- Schüßen- und Garde- Ref.- Schüßen- Bat. Grenadier- bzw. Infanterie- bzw. Füsilier- Reg. Nr. 1, 4, 5, 8, 9, 10, 11, 13, 14, 15, 16, 18, 19, 21, 22( siehe auch Fest.- Maschinengewehr- Abt. Nr. 4), 24, 25, 30, 32, 33, 34, 35, 37, 39, 41, 42, 44, 45, 46, 49, 50, 51, 54, 55, 58, 59, 61, 67, 70, 71, 72, 73, 74, 75, 76, 77, 78, 81, 82, 83, 84, 85, 86, 87, 89, 90, 92, 93, 96, 111, 116, 117, 118, 128, 129, 132, 135, 136, 138, 140, 141, 143, 144, 147, 148, 159, 162, 165, 168, 173, 174, 175, 176; Inf.- Reg. Nr. 1 der Brigade Doussin. Ers.- Inf.- Reg. Nr. 28. Res- Inf.- Regimenter Nr. 7, 9, 10, 11, 12, 13, 17, 18, 20, 22, 23, 25, 28, 29, 30, 35, 37, 48, 49, 52, 53, 57, 60, 68, 71, 75, 76, 81, 82, 83, 86, 87, 88, 90( siehe auch Maschinengewehr- Zug Nr. 22), 94, 98, 109, 116, 206, 207, 208, 213, 217, 218, 219, 220, 221, 222, 223, 225, 226, 227, 229, 233, 236, 240. Ref.- Ers.- Reg. Nr. 2. Landw.- Inf.- Regimenter Nr. 2, 5, 7, 8, 11, 12, 13, 18, 20, 21, 22, 24, 25, 31, 35, 39, 46, 47, 51, 61, 66, 68, 72, 74, 75, 76, 77, Landw.- Ers.- Inf.- Reg. Nr. 3. 81, 99. Kombiniertes Ers.- Batl. der Inf.- Regimenter Nr. 23/63. Brigade- Erf.- Bataillone Nr. 11, 13, 50, 76. Landw.- Brig.- Ers.- Bataillone Nr. 26, 37( fiche Landw.- Ers.Inf.- Reg. Nr. 3), 38. Eingehender befaßt sich ein Aufsatz des Senatspräsi- a. denten Ring mit der Verordnung. Im Anschluß an die offiziös verlautbarte Begründung der Verordnung hebt er als Grund zu der Berordnung hervor: " Inselwach- Bataillon Borkum. Landft.- Bataillone Coblenz II, Deutsch- Chlau I, I. Frankfurt Oder, Hannover, I. Neustrelitz, Osterode II, Posen, Waldenburg. Jäger- Bataillone Nr. 3, 4, 7, 8, 10; Ref.- Jäger- Bataillone Nr. 3, 4, 7, 24. Maschinengew.- Abt. III der Brigade v. Reißwiß und Nr. 4; Festungs- Maschinengewv.- Abt. Nr. 4; Feldmaschinengew.- Zug Nr. 13; „ Es wird geklagt, daß Kriegsteilnehmer ungeachtet Waschinengew.- Zug Nr. 22. günstiger wirtschaftlicher Lage die Zahlung un- Kavallerie: 1. Garde- lanen; Garde- Nes.- Dragoner; Kürassicre bestrittener Verbindlichkeiten, namentlich von Miets Nr. 3; Dragoner Nr. 2, 4, 13, 17, 18; Grenadiere zu Pferde Nr. 3; schulden verweigert, daß Frauen von Kriegsteilnehmern Busaren Nr. 3; Reserve- Husaren Nr. 9; Manen Nr. 9, 12, 13; trotz Weiterbezuges der Einkünfte des Mannes zwar dessen Jäger zu Pferde Nr. 13; 2. Landſt.- Est. des III. Armeekorps. Schuldner bedrängt, nicht aber dessen Gläubiger befriedigt haben. Das soll besonders in Fällen empfunden sein, in denen der Kriegsteilnehmer in seinem Heimatorte verwendet öder der benachteiligte Gläubiger selbst Kriegsteilnehmer ist." Schivierig sei für den Vorsitzenden und auch für das Gericht die Feststellung, daß„ offenbare Unbilligkeiten bei Nichtbestellung eines Vertreters oder Nichtaussetzung des Verfahrens vorliegen. Bedenklich sei der Hinweis der Begründung auf die„ polizeilichen Auskünfte". Die Stellung des dem Kriegsteilnehmer aufgezwungenen Vertreters bezeichnet Ring als eine solche, die der eines Pflegers gleicht, der auch befugt ist, den Rechtsstreit durch Vergleich, Verzicht, Anerkenntnis zu erledigen oder Widerklage zu erheben. Das sind also recht bedenkliche Rechte. Es wird hier unsere Ansicht bestätigt, daß der Kriegsteilnehmer gewissermaßen unter Vormundschaft gestellt ist und durch diese schwere, ungerechte Nachteile ihm und seiner Familie zugefügt werden können. Ring hebt noch hervor, daß die Auslegung des Begriffes" offenbare Unbilligkeit" in der Begründung und in der Verordnung leider nicht sich decken. Er schreibt: " 2 Wird die Der 5. Garde- Feldart.- Reg.; Feldart. Regimenter Nr. 2, 3, 4, 5, 9, 14, 17, 18, 22, 24, 26, 35( siehe Feldart.- Reg. Wittich), 37, 41, 47, 81, 82; Reg. Wittich; Res- Feldart.- Regimenter Nr. 1, 5, 7, 13, 25, 44; 2. Landst.- Batterie des III. Armeekorps. Fußart.- Regimenter Nr. 1, 18, 20; Res.- Fußart.- Reg. Nr. 25. I. Garde- Pion.- Batl.; Pion.- Regimenter Nr. 23, 30; Pion.Bataillone: I. Nr. 1, I. und II. Nr. 2, I. und II. Nr. 4, 1. Nr. 5, I. Nr. 6, I. und II. Nr. 8, I. und II. Nr. 9, I. Mr. 10, II. Nr. 11, I. Nr. 14, I. Nr. 15, II. Nr. 16, III. Nr. 16( Weber), I. Nr. 21, I. Nr. 26, I. Nr. 27; Pion.- Ers.- Batl. Nr. 21; 52. Res.- Pion.- Komp.; 2. Landw.- Pion.- Komp. des IV. und 2. des XV. Armeekorps. Ref.- Eisenbahn- Baufompagnien Nr. 4 und 25; Immobile Landw.- Eisenbahn- Bautomp. Nr. 1; Fernsprech- Abt. des GardeReserveforps; Feldluftschiffertruppe." Res.- Art.- Munitionsfolonne Nr. 40 des IV. Reservekorps; Art.Munitionskolonne Nr. 2 und 3 des XX. Armeekorps; Munitionskolonne Nr. 4 des Korps P. Fortifikation Met- Ost; I. Arbeiter- Batl.; Arbeiter- Komp. der 9. Armee; Arbeiter- Truppe Königsberg i. Pr. Sanitäts- Komp. Nr. 1 des V. und Nr. 2 des XIV. Armeeforps; Landw.- Feldlazarett Nr. 1 des Garde- Reservekorps; Garnison- Lazarett Gumbinnen; Kriegslazarett- Abt. II des GardeReserveforps. * * * Die Begründung hält für„ offenbar unbillig" die Aussetzung nur, wenn sie gegen Tren und Glauben in gröblichster Weise verstößt und dies sich einer unbefangenen Betrachtung der tatsächlichen Verhältnisse sofort aufdrängen muß. Das ist fast Fuhrpark- Kolonne Nr. 5 des XVII. Armecforps und Nr. 46 wörtlich dem Kommentar der R.- G.- Räte zum B. G. B.§ 319 des XXIII. Reserveforps; Reserve- Fuhrpark- Kolonne Nr. 5 der Abs. 1 entnommen. Die Begründung fügt hinzu, daß hierbei die 3. Reserve- Division; Magazin- Fuhrpark- Kolonne Nr. 50 der Interessen der Kriegsteilnehmer im Vorder- 9. Armee; Feldbäckerei- Kolonne Nr. 1' des XX. Armeekorps. grunde zu stehen hätten, denen selbst ein erheblicher Gefangenenlager om Quenzfee bei Brandenburg a. H. Nachteil des Gegners regelmäßig weichen müsse. ein so strenger Maßstab angelegt, dann erscheint Anwendung der Vorschrift nur selten möglich. Die bayerische Verlustliste Nr. 145 meldet Verluste des Wortlaut der VO. stügt solche einschränkende Beurteilung nicht: er bedingt nur, daß die Aussetzung Inf.- Leib- Reg. München; 2., 4., 5., 6., 10., 11., 12., 13., 15., 17., unbillig" sei, 5. h. wohl, daß die Verhinderung der Prozeß- 18., 19., 21., 22. Inf. Reg.; Res. Inf.- Regimenter Nr. 2, 5, 6, 7, 10, fortführung wider Treu und Glauben verstoße( vergleiche§§ 157, 11, 21; Brig.- Erf.- Batl. Nr. 12; Landst.- Inf.- Batl. Weiden; Res.Kav.- Reg. Nr. 5; 1. und 10. Feldart.- Reg.; Res.- Munitions162, 242, 320, 815( B. G. B.), und daß diese Unbilligkeit„ offen- Kolonnen- Abt. V; 2. und 3. Fußart.- Reg.; Res.- Fußart.- Reg. Nr. 1; bar" sei." Pion.- Reg.; 1. Pion.- Batl. München; 1. Landw.- Pion.- omp., Trotz aller Hoffnungen, die der Senatspräsident darauf fest, III. Armeekorps; Leichter Festungsscheinwerferzug u. A. Nr. 3, daß die neue Verordnung nur den in Wahrheit wirtschaft- 1. Reserve- Korps; Res.- Sanitäts- Komp. Nr. 6; Sanitäts- Komp. der lich starten Kriegsteilnehmer trifft" durchzieht den Aufsatz Ers.- Division; Berichtigungen früherer Verlustlisten. die unseres Erachtens voll berechtigte und sofort nach Erlaß der Verordnung von uns zum Ausdruck gebrachte Befürchtung, daß die Verordnung in manchen Fällen zum Nachteil schußbedürftiger Kriegsteilnehmerfamilien ausschlägt. Diese Befürchtung würde insbesondere dann zutreffen, wenn auf Grund der Verordnung etwa in Ermissionsprozessen dem im Felde befindlichen an Zahlung behinderten Kriegsteilnehmer ein Vertreter" bestellt würde. " " mant Die sächsische Verlustliste Nr. 101 veröffentlicht Verluste der Inf.- Regimenter Nr. 100, 106, 107, 133, 139, 177, 178, 179, 181; Res- Inf.- Regimenter Nr. 102, 103, 104, 243; Landw.- Inf.- Regimenter Nr. 106, 133; Brig.- Ers.- Bataillone Nr. 47, 48, 64, 88, 89; Jäger- Batl. Nr. 12; Ref.- Jäger Nr. 12; Maschinengew.- Abt. Nr. 8; Garde- Reiter; Karabinier- Reg.; lanen Nr. 17; Husaren Nr. 19. Die württembergische Verlustliste Nr. 105 enthält BerLufte des Gren.- Reg. Nr. 119, Stuttgart; Berichtigungen früherer Verlustlisten. Aus der Partei. Wie groß die Aufgabe aber ist, die der KriegsgetreideGesellschaft harrt, möge am folgenden Beispiel erläutert werden: Die Verordnung ist auf Drängen aus Hausbesizerkreisen Die Begründung jagt flar, Selbst wenn man annimmt, daß nach§ 26a ein größerer Teil der ergangen. daß wesent die Kommunalverbände das in ihrem Bezirk befindliche Getreide bis lich Rücksicht auf Unbilligkeiten, Unbilligkeiten, die bei Mietshaben, die herausgestellt Verordnung zur Höhe des auf sie entfallenden Bedarfsanteils in eigenem Be- streitigkeiten sich siz behalten werden, so ist doch immerhin anzunehmen, daß eine ins Leben gerufen hat. Und doch verlangen andere Menge von 3 Mill. Tonnen Protgetreide von der Kriegsgetreide- Rechtsverhältnisse viel cher eine Einschränkung des Schutzes Eine Versammlung Berliner Gewerkschaftsfunktionäre. solche nicht wvic wir Gesellschaft übernommen und bewegt werden muß. Wenn diese von Kriegsteilnehmern, wenn Am 27. Januar fand auf Einladung der Berliner Ge= will. So find Arbeit in der Zeit vom 1. Februar bis 31. März geleistet werden grundsäglich ablehnen Fälle be werkschaftskommission eine Versammlung der Berliner: sollte, so müßten für diesen Zwed bei einer täglichen zehnstündigen fannt, in denen Arbeitern die Zahlung des Lohnes verweigert war, Gewerkschaftsvorstände statt. Die Tagesordnung lautete: Warum Arbeitszeit der Striegsgetreide- Gesellschaft pro Stunde 15 Eisen- weil der Vertreter des im Felde Stehenden sich auf das Schutzgesetz müssen sich die Gewerkschaftsfunktionäre mehr bahnzüge zu 40 Waggons kaufmännisch bearbeitet werden, d. h. berief. So lehnte cin Inspektor Auszahlung der Arbeiterlöhne ab, am inneren Parteileben beteiligen? Das Referat alle vier Minuten ein Eisenbahnzug von 40 Waggons. Alle hier- weil der Gutsbesizer im Felde stand! Es bedarf aber zur Be- hatte Genosse Karl Legien, der Vorsitzende der Generalkommismit verbundenen handelstechnischen Vorgänge, wie Einkauf, Ab- seitigung dieser offenbaren Unbilligkeit keiner Durchbrechung des sion, übernommen. Zu unserem Erstaunen verschickte die„ Interrechnen, Disponieren, Einlagern usw. ist zu leisten. Schutzgesetzes vom 4. August 1914. Ein Inspektor, der so wie ge- nationale Korrespondenz" über diese interne Sigung einen ausBei der Verteilung des aus dem Brotgetreide hergestellten schildert handelt, macht sich durch Annahme der Arbeiter mit der führlichen Bericht, den einige Parteiblätter nunmehr wiederDen Hauptteil des Referats des Genossen Legien Mehls an die Kommunen erwächst nochmals eine ähnliche Arbeit. Absicht, nicht zu zahlen, des Betruges oder der Teilnahme geben. Obgleich die Kriegsgetreide- Gesellschaft bisher nur in einem Teil am Betrug schuldig. Zivilrechtlich wird er deshalb selbst für den bildeten Angriffe auf den„ Borwärts", ähnlich denen, die der preußischen Monarchie in einem beschränkten Maße gearbeitet von ihm herbeigeführten Schaden verantwortlich. in den bekannten Berhandlungen der Generalfommission, Die„ Bremer Bürger- 3eitung", die den Bericht abbrudt, glaubt darin einen Versuch sehen zu können, die Partei den Vorständen der Gewerkschaften unterzuordnen. Wir meinen, auch der bloße Schein eines solchen Versuchs würde besser vermieden werden. Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. Die Berliner Brauerei- und Mühlenarbeiter im Jahre 1914. entnehmen. find nach dem in der gleichen Nummer veröffentlichten internationalen Uebersicht Ende 1918 17 Organisationen in 14 Ländern angeschlossen gewesen, die in 365 Ortsgruppen 36 278 Mitglieder zählten. Die stärkste der Internationale angeichlossene Organisation ist die deutsche mit 154 Drtsgruppen und 16 533 Mitgliedern. Ausland. Internationale Solidarität. Aus Industrie und Handel. Anleihe und Neutralität. Des Parteivorstandes und der Preskommission gegen die Redaktion gerichtet und von Breßkommission und Zen tralvorstand als unbegründet abgewiesen worden sind. Da die Redaktion vorher nicht verständigt worden war, konnte ihr Standpunkt in der Versammlung nicht vertreten werden. Da dies auch im Blatte selbst gegenwärtig nicht geschehen kann, glauben wir von einer ausführlichen Wiedergabe der Ausführungen Legiens In der am Sonntag abgehaltenen Generalversammlung der unt so eher absehen zu können, da sie sich inhaltlich zu einem Bahlstelle Berlin des Brauerei- und Mühlenarbeiterverbandes ergroßen Teil mit den unseren Lesern bekannten Darlegungen stattete od app den Jahresbericht, dem wir folgende Angaben Die schwedische Landeszentrale der Gewerkschaften wie auch der Kloths und Scheidemanns decken. schwedische Metallarbeiterverband bewilligten je 5000 Kronen zur Zur Sache selbst möchten wir nur bemerken, daß uns diese Am Anfang des Jahres begannen die Brauereiarbeiter ihre Unterstützung der bedrängten belgischen Organisationen. Der ameriVeröffentlichungen interner Parteivorgänge gegenwärtig sehr be- Tarifbewegung, die zum Abschluß eines neuen Tarifvertrages fanische Buchdruckerverband leitete eine Sammlung ein, deren Erdenklich erscheinen und wir dagegen denselben Protest erheben wie führte. Der Vertrag mit dem Verein der Brauereien gilt für gebnis, wie die„ Bataille Syndicaliste" mitteilt, für die organisierten neulich gegen die Veröffentlichungen in ausländischen Blättern. 29 Betriebe, ferner wurde ein Vertrag geschlossen mit 14 ringfreien franzöfifchen und belgischen Buchdruckeropfer des Krieges bestimmt Betrieben, sowie mit den Bierniederlagen. Die Tarife brachten ist. Den ersten beim französischen Buchdruckerverband eingegangenen Die tätige Teilnahme der Gewerkschaftsfunktionäre am Partei- Verbesserungen der Arbeitsverhältnisse. Nach dem Abschluß der Betrag von 500 Frank überwies dieier dem von den belgiſchen Organileben ist im übrigen ein alter Wunsch aller Parteigenoffen. Auf Verträge war das tarifliche Ginigungsamt neu zu besezen. Bei fationen eingefeßten Hilfskomite. Für den gleichen Zweck sandte der der anderen Seite aber sind wir auch der Meinung, der Genosse dieser Gelegenheit gab es einen Konflikt mit dem Bund deutscher französische Buchdruckerverband, der bekanntlich die finanziell stärkste Brühl in der Versammlung Ausdruck gab, daß der größte Teil Brauergesellen, der früher eine Vertretung im Einigungsamt hatte Gewerkschaft Frankreichs ist, schon früher einen größeren Betrag an der Ausführungen Legiens vor das Forum der Partei und solche wieder beanspruchte. Da das Einigungsamt von den das Parlamentarische Komitee in England. Dieser hat mit seiner gehört hätte. verschiedenen Organisationen im Verhältnis ihrer Stärke befeht Sammlung für die belgischen Gewerkschaften noch nicht viel Erfolg wird, der Bund aber die schwächste Organisation ist, so stand ihm gehabt und jetzt aus diesem Grunde einen neuen Aufruf erlassen. teine Vertretung zu. Doch wollte man ihm zwei Ersaßmänner Das Aftionsfomitee der französischen sozialistischen Partei und zugestehen mit der Maßgabe, daß bei Klagen von Bundesmit- Gewerkschaften fandte eine erste Rate von 2000 Fr. nach Holland gliedern einer ihrer Ersaßmänner am Einigungsamt teilnehmen zur Linderung der Not in den von den Deutschen besetzten Gebieten Er wandte sich an Belgiens. foll. Der Bund war damit nicht zufrieden. das Schiedsgericht und dieses erkannte zwei Grsaßmänner zu, aber nicht die weitergehende Berechtigung zur Teilnahme bei Klagen feiner Mitglieder. Große Schwierigkeiten machte es, die neuen Partcidifferenzen in Frankfurt a. M. In zwei außerordentlichen Generalversammlungen hat sich die Bestimmungen des Tarifs überall zur Durchführung zu bringen, besonders die Bezahlung der Sonntagsarbeit für Stalleute, Frankfurter Parteiorganisation mit Maßnahmen in der Besetzung Chauffeure usw. und die Ablösung des Haustrunks. Viele Verder Redaktion des dortigen Parteiblattes beschäftigt. Nach Referaten handlungen des Einigungsamtes waren erforderlich, um den neuen Bukarest, 1. Februar.( Meldung der Agence Roumaine.) Ein. und ausgiebiger Diskussion wurde eine Resolution mit 217 gegen Bestimmungen überall Anerkennung zu verschaffen und den Ar- auf drahtlosem Wege verbreitetes Telegramm aus Lyon behauptet, 130 Stimmen angenommen, aus der trok durch das Fehlen einiger beitern die Vergünstigungen des neuen Tarifs zu sichern. Rumänien habe in London eine Anleihe von 875 MilZeilen verstümmelten Wiedergabe hervorgeht, daß die Frankfurter Mit den Mühlenbetrieben, die zum Teil in einem Vertrags- lionen Franken aufgenommen, und die Zeitungen ziehen nun Genoffen in dem Beschlusse der Prezkommission, einen weiteren verhältnis stehen, mußte mehrmals im Interesse der Arbeiter ver- daraus die ihnen erwünschten Schlußfolgerungen. Der gegen politischen Redakteur anzustellen, entgegen den Beschlüffen der Ver- handelt werden. Die auf Abschluß eines Vertrages mit der Hum- wärtige Augenblick ist nicht der geeignete, um Anleihen von frauensmännerbersammlung eine schroffe Brüstierung sehen, die boldtmühle gerichteten Verhandlungen hatten keinen Erfolg. fie unmöglich hinnehmen können. Es wird in der Anstellung eines Unmittelbar nach dem Ausbruch des. Krieges wurde ein großer Hunderten von Millionen aufnehmen zu können; aber die auftehenweiteren politischen Redakteurs der Versuch gesehen, in die Redak- Teil der Vertrauensmänner des Verbandes nebit vielen anderen erregende Nachrichten schaffende Phantasie ist fruchtbar und tion der„ Boltsstimme" Richtungsstreitigkeiten und Mighelligkeiten Mitgliedern eingezogen. Die Funktion des bewährten Vertrauens- macht aus einer Tatsache von geringster Bedeutung ein großes Gra hineinzutragen, die um jeden Preis zu verhüten sind. Um dies männersystems erlitt dadurch eine schwere Störung. Doch bald eignis. Der Ursprung der Nachricht ist folgender: Der rumänische zu verhindern, wurde beschlossen, der sofort einzuberufenden konnten die Lüden wieder ausgefüllt und die Geschäfte der Organi- Staat hat den größeren Teil seiner öffentlichen Schuld im Auslande Generalversammlung folgenden Antrag zu unterbreiten: sation in gewohnter Weise weitergeführt werden. Bis zum 31. De- und muß deshalb die Zinsen in fremdem Gelde in Deutschland, Unter Berufung auf die Erklärung der Frankfurter Dele- zember waren 1479 Mitglieder zum Heere eingezogen. 41 Wit- Frankreich, der Schweiz und selbst in England bezahlen. Für gierten auf der Bezirkskonferenz im Oktober 1909 in Frankfurt glieder sind bis jetzt auf den Schlachtfeldern gefallen. Die daheim Deutschland konnte man sich rechtzeitig mit deutschem Gelde vera. M., in der die Frankfurter Genossen sich ausdrücklich das Recht und in Arbeit gebliebenen Mitglieder sind mit wenigen Ausnahmen vorbehalten haben, über geschäftliche Angelegenheiten der„ Bolts- dem Verbande treu geblieben und erfüllen ihre Pflicht in vollem sehen, da der seit fünf Monaten durchgeführte Erport zu Lande Es ivar jedoch unmöglich, stimme" und der Uniondruckerei die von ihnen gegründet find Maße.- Nachdem der Krieg ausgebrochen war, erwarteten die dessen Beschaffung erleichterte. zu bestimmen, werden der Frankfurter Parteivorstand, die Angehörigen der eingezogenen Mitglieder materielle Unterstüßung Franken zu erhalten trotz des hohen angebotenen Preises. Indeſſen Frankfurter Mitglieder der Preßkommission, sowie die Gesell- vom Verband. Das konnte der Verband nicht allgemein gewähren, verlangten die Besizer von Kupons in Frankreich, der Schweiz und schafter der Uniondruckerei und der„ Boltsstimme" beauftragt, denn feine Gewerkschaft ist auf solche Unterstüßungen eingerichtet. Belgien sowie die sie vertretenden Banken dringend Bezahlung der unter zuziehung auswärtiger Streisvertretungen die Verwaltung Doch gewährt der Verband Unterstübung in solchen Fällen, wo Stupons in Franken und wiesen die Bezahlung in Mark unbedingt des Pregunternehmens in die Hand zu nehmen. weder Unternehmer noch Gemeinden Zuschüsse an die Angehörigen zurüd. So häuften sich die Kupons von zwei Fälligkeitsterminen an, Außerdem wurde noch mit 204 gegen 135 Stimmen dem folgen seiner im Felde stehenden Mitglieder geben. Für Berlin fommen und die Beschwerden wurden immer zahlreicher. Angesichts dieser Lage Den Amendement zugestimmt: derartige Fälle nicht in Frage, wohl aber für eine Reihe kleiner Die Generalversammlung erklärt ausdrücklich, daß mit diesem Orte in Reiche. Im übrigen hat der Verband, ohne die Beiträge hat das Finanzministerium Shazzi cheine in ausländischer Beschluß die Mandate der Frankfurter Delegierten zur bisherigen zu erhöhen oder Extrabeiträge zu erheben, seine bisherigen Unter- ahrung ausgegeben und sie mehreren Banken angeboten, von Bregtommission erloschen sind. ftüßungen in vollem Umfange beibehalten. Außerdem ist den Fa- denen es einigen gelang, fie im Auslande unterzubringen und so milien der Kriegsteilnehmer eine Weihnachtsspende ausgezahlt dem Staat die Franken zu beschaffen, die er brachte. Gegenwärtig worden. Für diesen Zaved wurden in Berlin 20 483 M. und im werden die Kupons in Frankreich und der Schweiz sowie alle in gesamten Verband 140 000 M. ausgegeben. Außerdem hat die Ver- Franken zu zahlenden Kupons regelmäßig bezahlt. Dies ist der bandstaje 60 000 M. Sterbegeld an Kriegerwitwen gezahlt. Auch Ursprung der sensationellen Nachricht von den Hunderten von die Lokalfasse konnte ihre Arbeitslosenunterstützung in gewohnter millionen. Wir find gegenwärtig mit nur etwa zehn zufrieden. Weise weiterzahlen, nachdem die Mitglieder zu diesem Zweck eine entsprechende Beitragserhöhung bewilligt hatten. Die Arbeitslosen erhielten ebenfalls eine besondere Weihnachtszuivendung. Die Arbeitslosigkeit war im ersten Halbjahr ziemlich stark. Sie ist aber soweit zurückgegangen, daß man in manchen Gruppen von einem gewissen Mangel an Arbeitskräften reden kann. Besonders ist das bei den gelernten Brauern der Fall. Anfang September wurden 154 Arbeitslose festgestellt. Die Zahl verminderte sich ständig. Sie betrug am Schluß des Jahres 48 und in der ersten Woche des Januar 21. Daraufhin erlassen die Kreisvorstände, Reichstagsabgeordneten und Kandidaten der vier Reichstagswahlkreise Friedberg- Büdingen, Hanau- Gelnhausen- Orb, Höchst- Homburg- Usingen und Biebrich Wiesbaden nun folgende Erklärung: Die jebigen Sabungen der Preßkommission sind gemäß den Bestimmungen unseres Parteistatuts auf der sechsten Konferenz des Agitationsbezirks Frankfurt a. M. im Jahre 1908 zu Wiesbaden angenommen und rechtskräftig geworden. Sie bestehen daher auch jetzt noch zu Recht, und können gemäß unserem Parteistatut nur auf einer Konferenz unseres Agitationsbezirks geändert werden. Daran ändert die Resolution der Generalversammlung des sozialdemokratischen Vereins Frankfurt a. M. nichts. Nach den Satzungen der Preßkommission hat die Kommission den ganzen technischen und kaufmännischen Betrieb der Volksstimme" und der Union- Druckerei, sowie die redaktionelle Leitung des Blattes zu überwachen und dafür zu sorgen, daß sämtliche Geschäfte und der redaktionelle Teil im Sinne und Interesse der Bartei besorgt werden. Dieses Recht werden wir mit allen Mitteln wahren, die uns unser Parteistatut an die Hand gibt. Dic Chemnitzer Volksstimme" und die Zensur. Wir lesen in der Chemnizer Volksstimme" folgende Notiz: Der übliche Tert. Die Kassenverhältnisse sind durchaus günstig. Die Abrechnung für die Hauptkasse zeigt in Ginnahme und Ausgabe die Summe von 107 361 M. Die Lokalkaffe hat 48 674. eingenommen, 48 767 M. ausgegeben, also eine Mehrausgabe von 93 M., doch beträgt ihr Vermögen 63 481 M. Für Unterstüßungen wurden aus der Haupt- und Bokalkasse zusammen ausgegeben an Kranke 34 377 M., an Arbeitslose 25 247 M., an Reisende 272 M., Sterbegeld 9661 M., Kriegsunterstüßung 1060 M., außerordentliche Unterftübung 3078 M. Die Mitgliederzahl, die sich Ende 1913 auf 5041 belief, war Das Generalfommando des 10. Armeekorps macht bekannt: „ Nachdem die Geschäftsinhaber des„ Volksfreund" in Braun- bis Ende 1914 auf 3435 zurückgegangen, was mit Ausnahme eines schweig die erforderlichen Zusicherungen zur Vermeidung einer fleinen Teils auf den Abgang zum Militär zurückzuführen ist. Wiederholung von Verstößen gegen die bestehenden Bestimmungen Im allgemeinen ist die Lage des Verbandes derart, daß er getrost und zur Wahrung des Burgfriedens gegeben haben, ist das Wieder- der Zukunft entgegengehen kann. erscheinen des Blattes vom 30. Januar 1915 ab von mir gestattet worden. Der Kontmandierende General. gez. v. Linde- Suden." Dazu erlaubt sich die„ Volksstimme" diese Bemerkung:„ Wir haben schon wiederholt ausgesprochen, daß wenn ein Barteiblatt diese Zusicherungen zu geben entschlossen ist, es besser die Dinge nicht erst bis zum Verbot treibt." Eine Landeskonferenz der Parteivertreter Württembergs. fand amt 31. Januar in Stuttgart statt. Dazu waren neben den Mitgliedern des Landesvorstandes und des Landesausschusses die Bertreter der Kreisbereine, die Abgeordneten und die Redakteure der Parteipresse eingeladen, im ganzen 45 Genossen. Genosse Fischer berichtete über die Tätigkeit des Landes Horstandes während der letzten Monate. Genosse BIos vertrat den Standpunkt der Reichstagsfraktion in der Frage der Bewilligung der Kriegskredite, und Genosse Keil gab Bericht über die Beratungen des Parteiausschusses. Eine mehrstündige Diskussion, in deren Mittelpunkt die Aenderung in der Redaktion, der„ Tagwacht" stand, schloß sich an. Das Ergebnis war, daß folgende Entschließung gegen eine Stimme angenommen wurde: Die Konferenz spricht ihr volles Einverständnis mit der Die MaßHaltung der Reichstagsfraktion zum Kriege aus. nahmen des Landesvorstandes zur Verhinderung der Zerstörung ber württembergischen Parteiorganisation waren nach der UeberDas bekanntzeugung der Konferenz dringend notwendig. gewordene Vorgehen der Separatisten in Stuttgart legt dem Landesvorstand die Pflicht auf, in Gemeinschaft mit dem Kreisvorstand ein geordnetes fachliches Zusammenarbeiten aller auf dem Boden der Gesamtpartei und der Landesorganisation stehenden Parteigenossen sicher zu stellen. Die vorliegenden Au 3= schlußanträge gegen die Parteizerstörer in Stuttgart find ohne Verzug durchzuführen." Gegen letteren Saz, über den gesondert abgestimmt wurde, erhoben sich drei Stimmen. Gegen eine Stimme wurde ferner folgende Resolution ange mommen: " Die Konferenz erklärt ihr volles Einverständnis mit der jckigen Haltung der Schwäbischen Tagwacht" und wünscht aus drüdlich, daß sie auch weiterhin in dem gleichen Sinne redigiert wird." Ein Abgeordneter von Lemberg gestorben. In Karwin in Oesterreich- Schlesien starb der polnische Genosse Josef Hudet, der seit 7 Jahren einer der Abgeordneten Lembergs im Parlament zu Wien war. Er war auch Gemeinderat der polnischen Hauptstadt und von Beruf zuerst Buchdrucker, dann Leiter der Bemberger Bezirkskrantenkale. Für die Puker war das vergangene Jahr ein sehr ungünstiges, besonders in den ersten 4 Monaten. Um die Agitation unter den Berufsgenossen zu fördern, wurden Bautenversammlungen abge halten. Eine Reihe von Differenzen mit Unternehmern sind auch im letzten Jahre vorgekonnten. Die Verbandsleitung hat auch eine Bautenkontrolle abgehalten, über deren Ergebnis der Vorsitzende in einer Versammlung am Sonntag berichtete. Das Bier wird teurer. Die Berliner Großbrauereien erklären genötigt zu sein, die Bierpreise zu erhöhen. Sie begründen das mit der Preissteigerung der Gerste. Außerdem sei alles, was sonst noch in den Brauereien gebraucht werde, so z. B. das Futter für die Pferde, erheblich teurer geworden. Wenn man die hohen Dividenden betrachtet, die von den Berliner Großbrauereien auch noch nach dem Ausbruch des Krieges an die Aktionäre gezahlt wurden, dann wird man an einen Notstand nur schwer glauben können. Soziales. Weihnachtsgratifikation. Um Gewährung der üblichen Weihnachtsgratififation flagte gestern vor dem Gewerbegericht ein früherer Verkäufer gegen die Großdestillation von Thiedemann. Dem Kläger sind in den vorhergehenden drei Jahren steigende gulegt 100 M. gezahlt worden. Im verGratififationen gangenen Jahre wurde er am 15. Dezember ordnungsgemäß entlaffen und ihm die Gratifikation vorenthalten. Deshalb fordert er nun 100 m. Der Beklagte wendete ein, der Kläger sei nicht entlaffen, fondern habe selbst aufgehört und folglich seinen Anspruch verscherzt. Er könne aber auch nur ein Drittel der verlangten Summe beanspruchen, denn im Juni bereits sei allgemein bekanntgegeben, daß bei dem Sinken der Einnahmen unter eine bestimmte Grenze, eine derartige Kürzung eintrete. Die lettere Behauptung hat sich als richtig erwiesen. Dagegen hat der Kläger durch Eid bekräftigt, daß er entlassen worden sei. Im Juni wurden Verhandlungen mit den Unternehmern wegen Einführung eines Tarifs gepflogen. Ein solcher bestand im Buger Dieser Sachlage entsprechend sprach das Gericht dem Kläger geiperbe bis dahin noch nicht. Durch den Ausbruch des Krieges sind diese Vorarbeiten abgebrochen worden. Die Puher wurden 33,33 M. zu. Es erkannte demnach zutreffenderweise den Anspruch von der durch den Krieg eingebrochenen Krise mit am stärksten dem Grunde nach als berechtigt an, mußte aber die Ankündigung betroffen. Puber sind zirfa 500 in Berlin zum Militär einberufen der Firma über die Herabschung berücksichtigen. worden. Deutsches Reich. Aus der gewerkschaftlichen Internationale der Lithographen und Steindrucker. Steinbruder und verwandten Berufe, das feinen Siz in Berlin hat, Das Sekretariat des Internationalen Bundes der Lithographen, veröffentlicht in der legten Nummer der von ihm herausgegebenen Vierteljahreszeitschrift einen Aufruf an die dem Bunde angeschlossenen Landesorganisationen, worin gesagt wird: in find. Konditorei und religiöses Gefühl. Das Oberverwaltungsgericht lehnte jetzt den Versuch der Hildesheimer Polizeiverwaltung ab, die Inschriften„ Domfonditorei" und" Café Dom" zu verbieten, weil sie das religiöse Gefühl verletzten. Der Cafétier Hartmann in Hildesheim hatte in der Gegend des Hildesheimer Doms ein Café eingerichtet und links und rechis von einer Reklamelaterne, die ein Bild des Doms zeigte, Schilder anbringen lassen, deren Aufschriften lauteten:" Café Dom" und Die gegentvärtige Kriegslage, in die die Mehrzahl unserer Domkonditorei". Durch eine Verfügung untersagie die Polizeiinternationalen Verbände ohne eigene Schuld mit hineingezogen verwaltung die Beibehaltung der Schilder. Sie nahm Anstoß, wurde, hat auch eine starte Einschränkung unserer internationalen duran, daß die Aufschriften mit dem, religiösen Zweden dienenden Verbindung erwirkt. Die uns angefchloffenen Landesorgani Dom in engite Beziehung gebracht würden. Diese Firmenbezeich sationen von Belgien, Deutschland, England, Finnland, Frank nungen verlebten das religiöse Gefühl neuter Aceite. Auch bcreich, Desterreich- Ungarn befinden sich in Ländern, die direkt fände sich das Haus nicht in unmittelbarer Nähe des Doms. find Daneben aber den Krieg verwickelt Der Bezirksausschus hob die Verfügung auf. faft alle uns angefchloffenen Landesorganisationen durch die Die Bolizeiverwaltung blieb bei ihrem Standpunkt und legte Striegslage stark beeinflußt. Wir halten es trotzdem für felbfiber beim Oberverwaltungsgericht Berufung ein. ständlich, daß jede internationale Berbindung und jeder schriftliche Das Oberverwaltungsgericht verwarf nun die Berufung mit Berkehr aufrecht erhalten bleibt. Alles, was irgendwie möglich folgender Begründung: Allerdings falle das religiöse sittliche Geist, soll in ungehinderter Weise weiter verfolgt werden, wie wir fühl mit unter den Begriff der öffentlichen Ordnung im Sinne auch die internationale Zeitung weiter erscheinen lassen. Es soll des§ 10, Teil II, Titel 17 des Allgemeinen Landrechts, wonach es versucht werden, soweit sich nur irgendwie die Möglichkeit ergibt, zu den Aufgaben der Polizei gehöre, die nötigen Maßnahmen zur nlles aufrecht zu erhalten; und daß hierzu alle internationalen Erhaltung der öffentlichen Ordnung und Sicherheit zu treffen. Organisationen ihr Möglichstes beitragen werden, halten wir im Also habe die Polizei an sich die Befugnis, auch das religiöse fittliche Interesse der internationalen Gegenseitigkeit für alle Länder Gefühl zu schützen. Aber, daß die Bezeichnungen" Café Dom" als einen Att der Notwendigkeit. Nur zu bald werden und" Domkonditorei" das religiöse Gefühl eines normalen MenEs seien eine wir erfahren, wie notwendig gerade dieses Zusammenarbeiten ge- fchen berleben könnten, sei nicht anzunehmen. wesen ist. Hoffen wir deshalb, daß wir über die gegenwärtige, Menge solcher und ähnlicher Bezeichnungen in anderen Städten von uns nicht gewollte Zeit im Interesse der Algemeinheit bald( Köln usw.) vorhanden; ebenso gebe es welche in Hildesheim. Das hinwegkommen, wie wir auch inzwischen die denkbar möglichste beweise, daß das Publikum im allgemeinen nichts davon wissen Verbindung aufrecht erhalten müssen." wolle, daß fie verleßend wirkten. Der Bezirksausschuß habe darum Dem Internationalen Bunde der Lithographen und Steindrucker mit Recht die Verfügung außer Kraft gesetzt. Macherlöhne für die vom KriegsBekleidungsamt des Gardekorps vergebenen Schneideranfertigungen. fchädigung zahlt der Magiftrat für jede Dienstschicht 3 M. prof mangelhaften sozialen Einrichtungen beim Bau des Berliner Person. Westhafens bermieden werden." Ehe die Aufsichtspersonen ihre Posten bezogen, wurden sie Soweit die Klagen der Hafenarbeiter. Wenn wir recht unterdurch kurze Vorträge im Gewerkschaftshause über ihre richtet sind, hat die Hafenverwaltung Beschlüsse gefaßt, die den Funktionen genau unterrichtet. Ihre Aufgabe ist, sich in un- Wünschen der Arbeiter gerecht werden. Es handelt sich nur noch auffälliger Weise in der Nähe der Bäckerläden aufzuhalten, um die Ausführung. Und da muß man schon sagen, daß etwas Das Gewerbegericht zu Berlin übersendet uns folgende Be- bei starkem Andrang, wenn nötig, den Verkehr zu regeln und mehr Dampf dahinter gemacht werden sollte, als das bisher der fanntmachung: Das Kriegs- Bekleidungsamt des Gardekorps Berlin N. 5, erforderlichenfalls dem Publikum die Verordnung über den Fall gewesen ist. Wenn es sich um Leben und Gesundheit der Lehrter Straße 57, hat von jeher durch reichlich bemessene Macher- Brotverkauf zu erläutern. Das alles soll natürlich mit mög- Arbeiter handelt, muß endlich mit der Langsamkeit in der städtischen Töhne sachgemäße Auswahl der Anfertigungsstellen( vgl. nach- lichster Zurückhaltung und in entgegenkommender Weise ge- Verwaltung aufgeräumt werden. Soll denn auch dieser Winter stehende Biffer 5) entsprechende Auftragsbedingungen( vgl. nach- schehen. noch hingehen, ohne die dringlichen Abhilfemaßregeln ergriffen zu stehende Ziffer 6) häufige eingehende persönliche Nachprüfungen und Soweit bis jetzt bekannt geworden ist, haben sich keinerlei haben. nötigenfalls energisches Einschreiten mit Eifer und bestem Erfolg Störungen bemerkbar gemacht. Das Publikum scheint sich dahin gearbeitet, daß die mit seinen Schneideraufträgen mittelbar ohne weiteres den Bestimmungen der neuen Verordnung anoder unmittelbar beschäftigten Arbeitnehmer( Schneider, Nähfrauen) zupassen. angemessene Bezahlung erhalten, so daß Abweichungen hiervon bereits zu den größten Seltenheiten gehören. Diese in weiten Kreisen des Schneidergewerbes Berlins befannte soziale Fürsorge des genannten Amtes hat nun aber auch zur Folge gehabt, daß bei demselben zahlreiche Beschwerden der Arbeitnehmer über zu niedrige Schneiderlöhne eingehen. Diese Beschiverden können von diesem Amt teils überhaupt nicht erledigt werden, weil sie nicht zu ſeinem Geschäftsbereich gehören oder anonym find, teils laſſen ſie ſich nicht mit der wünschenswerten Schnelligkeit erledigen, weil sie ungenaue oder unvollständige Angaben enthalten. Das genannte Amt glaubt daher, daß nachstehende Aufklärungen nicht nur in seinem eigenen Interesse, sondern auch in demjenigen Der Beschäftigungsgrad in Berlin. Nach dem soeben erschienenen 20. Wochenbericht des Statistischen Amts der Stadt Berlin stieg dic Bom K- Brot. Gesamtzahl der versicherungspflichtigen Mitglieder von Aus dem Rathause wird berichtet: Noch immer werden 238 Stranfenfassen Groß- Berlins in der Woche vom 16. bis Klagen laut, daß in vielen Bäckereien K- Brot nicht zu erhalten zum 23. Januar von 1060 734 auf 1067 519, d. i. um 6785 ist; als Grund hierfür wird hier und da angegeben, daß nach oder 0,64 Proz. Insbesondere betrug die Zunahme beim den Erklärungen der Bäcker Kartoffelmehl nicht zu haben ist. männlichen Geschlecht 1765 oder 0,30 Proz., während sie beint Demgegenüber muß darauf hingewiesen werden, daß auch weiblichen mit 5020 oder 1,04 Proz. erheblich größer war. frische Startoffeln zum Brotbacken verwendet werden können. Die 28 Allgemeinen Drtskrankenkassen weisen im ganzen eine Sollte es also wirklich dem einzelnen Bäder nicht möglich Entwickelung um 5198 oder 0,81 Proz. auf, die 207 gesein, sich Kartoffelmehl zu beschaffen, so wird er trot- werblich gegliederten Stassen eine solche um 1470 oder an der Herstellung von K- Brot nicht behindert, da 0,36 Proz., die dadurch besonders beachtenswert ist, daß sic Da das Amt nicht berechtigt ist, in den Geschäftsbereich er angesichts des Umstandes, daß auch mit frischen Startoffeln wesentlich unter dem Einfluß des männlichen Geschlechts z= anderer Aemter, Behörden, Truppenteile usw. einzugreifen, so ein gutes Gebäck herzustellen ist, sich auf den angeblichen stande kam, bei welchem die Zunahme 1112 oder 0,39 Proz. gegen können nur solche Angaben berücksichtigt werden, welche sich auf die Mangel an Startoffeln nicht berufen kann. Uebrigens erscheint 358 oder 0,30 Proz. bei den Frauen betrug. Die Zahl der vom hiesigen Amt vergebenen Schneideranfertigungen beziehen. es sogar erwünscht, wenn die Bäcker zunächst frische Kartoffeln Versicherungspflichtigen stieg insbesondere bei der MetallBeschwerden usw., welche die von anderen Stellen( Beklei- verwenden. Es ist aber auch mit Sicherheit anzunehmen, daß und Maschinenindustrie um 1240 Männer und 305 Frauen, dungsämtern sowie sonstigen Behörden oder Truppenteilen) ber- bie Trodenfartoffel- Verwertungs- Gesellschaft, zu deren Pflichten- wodurch ein Zunahmeverhältnis von im ganzen 0,88 Prozgebenen Anfertigungen betreffen, find lediglich an diese Stellen freis die Versorgung mit Kartoffelmehl gehört, solches in gealso nicht an das Striegs- Bekleidungsamt des Gardekorps autreis der Arbeitnehmer liegen. richten. Wenn es den Beschwerdeführern nicht möglich ist, die ver gebende Stelle zu ermitteln, so können sie soweit es sich um Fälle traffer Lohndrückerei handelt diese derjenigen Königlichen Gewerbeinspektion des Landespolizeibezirks Berlin, welche für die beschuldigte Firma usw. zuständig ist, mit der Bitte um Nachprüfung und weitere Beranlassung melden.( Vgl. Adreßbuch von Berlin 1915, Zweiter Band, Teil II, Seite 57 und 112). und unbeantwortet. 2. Briefe, welche eine deutliche, genaue sowie zutreffende Unterschrift und Adresse des Schreibers nicht enthalten, werden vom hiesigen Amt als anonym betrachtet und bleiben daher unberücksichtigt Alle nichtanonmen Schreiben werden vom hiesigen Amt durchaus vertraulich behandelt, solange dieses nicht die Ueberzeugung gewonnen hat, daß die Angaben wissentlich oder leichtfertig falsche find. 3. 4. Bei allen Beschwerden über die Höhe der erhaltenen Macher Löhne ist stets anzugeben, ob diese Macherlöhne für die gesamte Anfertigung der betreffenden Bekleidungsstüde oder für welche Teil arbeiten sie gezahlt worden sind, und, soweit möglich, welche Zwischenstellen die Bermittelung dieser Arbeiten vom Amt bis zum Beschwerdeführer ausgeführt haben. Bei den an das hiesige Amt gerichteten Beschwerden ist außer dem ausdrücklich zu vermerken, daß es sich um Arbeiten handelt, die vom Kriegs- Bekleidungsamt des Gardekorps vergeben sind. 5. Das hiesige Amt vergibt seine Schneideranfertigungen, soweit sie nicht auf den eigenen Werkstätten oder bei den dem Amte zugewiesenen Strafanstalten ausgeführt werden können, an eine große Anzahl in Groß- Berlin befindlicher Anfertigungsstellen. Diese sehen sich zurzeit zusammen a) zum weitaus größten Teil aus kleinen Schneidermeistern ( selbständigen Handwerkern, die Hilfspersonal beschäftigen), b) aus mehreren gemeinnüßigen Anstalten, Notstandsunternehmungen und dergleichen, c) aus Verbänden, Innungen, Genossenschaften des Schneider. gewerbes und d) aus einigen wenigen Großfirmen des Schneidergewerbes. Die vom hiesigen Amt bezahlten Macherlöhne sind reichlich bemessen und ermöglichen daher sowohl den Arbeitgebern als auch den Arbeitnehmern bei einer gerechten Verteilung zwischen beiden Stellen einen durchaus angemessenen Verdienst. 6. Im Interesse der mit der Arbeitsausführung( Näharbeit) beschäftigten Arbeitnehmer hatte das hiesige Amt seinen Anfertigungsstellen bis etwa Ende Dezember 1914 folgendes vorgeschrieben: " Der Anfertiger verpflichtet sich, die ortsüblichen Tagelöhne ohne jeglichen Abzug mit Ausnahme der Selbstkosten der Amt zu beziehenden Nähmaterialien sowie der gesetzlichen Abzüge für Invaliden- und Krankenversicherung zu zahlen." Da es sich in verschiedenen Fällen als wünschenswert zeigte, die Verteilung der vom hiesigen Amt gezahlten Macherlöhne auf Arbeitgeber und Arbeitnehmer noch genauer zu regeln, schreibt das hiesige Amt seit etwa Anfang Januar 1915 seinen Anfertigungsstellen bis auf weiteres folgendes vor: „ Der Anfertiger verpflichtet sich, vom a) an die Arbeiter 75 Proz. des vom Bekleidungsamt gezahlten Macherlohnes ohne jeglichen Abzug zu zahlen mit Ausnahme der Selbstkosten der vom Amt zu beziehenden Nähmaterialien sowie der für den Arbeitnehmer gesetzlich vorgeschrie benen Abzüge zur Kranken- und Invalidenversicherung, b) weitere Zwischenmeister nur dann zu beschäftigen, wenn diese sich dem Anfertiger gegenüber verpflichten, ihren Arbeitern den Lohn zu a also 75 Proz. des vom Amt gezahlten MacherJohnes ohne weitere als die beiden vorgenannten Abzüge zu zahlen, und c) die Anfertigungen nicht durch Gefängnisse und Strafanstalten ausführen zu lassen." 7. Dem Amt ist die Einschaltung von Zwischenstellen zwischen die von ihm unmittelbar beaufragten Anfertigungsstellen und die lekten Arbeitnehmer unerwünscht. Wenn die vom hiesigen Amt beauftragten Anfertigungsstellen eine solche Einschaltung vornehmen, so haben sie die hierdurch entstehenden Mehrkosten selbst zu tragen, indem sie sich mit sämtlichen Zwischenstellen in die für den Arbeitgeber bestimmten 25 Prog. der vom Amt gezahlten Macherlöhne teilen. Die den Arbeitnehmern zustehenden 75 Proz.( vgl. vorstehende Ziffer 6) dürfen nicht zur Dedung der infolge Einschaltung von Zwischenstellen entstehenden Mehrkosten herangezogen werden. nügender Menge herangeschaffen wird. bedingt ist. Verhältnismäßig größer noch war die Gni wickelung u. a. in der Papier- und Lederindustrie mit+422 oder 2,87 Proz., in der chemischen Industrie mit+251 oder 1,73 Proz., bei der Holzbearbeitung usw. mit+188 oder Die Sammlung der Küchenabfälle. 1,26 Proz. Eine nennenswerte Abnahme der Zahl der BeDie Verordnung des Oberkommandierenden der Marken über die Sammlung der Küchenabfälle ist mit dem 1. Februar in Straft schäftigten ist mit 451 oder 1,89 Proz. bei der Industrie der Nahrungs- und Genußmittel festzustellen, wo sie wesentlich getreten. Im Intereſſe einer nüglichen Verwendung der Speiſereste durch das Verbot der Nachtarbeit in den Bädereien herbeiund Abfälle müssen die Hausfrauen in der Küche eine strenge geführt ist. Die noch größere Abnahme des BeschäftigungsTrennung von den Aschenreſten vornehmen und die gesammelten grades im Baugewerbe um 788 oder 7,91 Broz. ist in der Küchenabfälle in die im Hause aufgestellten Behälter werfen. richten an unsere Leser und Leserinnen das bringende Ersuchen, Hauptsache die Folge des eingetretenen Frostwetters. Aus den dem Bericht gleichfalls zu entnehmenden Anfinden können. Die Mühe ist eine fleine, der Nugen für die Angaben von 39 Verbänden der Freien Gewerkschaften über die Zahl der bei ihnen vorhandenen Arbeitslosen ergibt sich eine gemeinheit dagegen sehr groß. Abnahme von 13 410 am 18. auf 12818 am 25. Januar, d. i. um 592 oder 4,41 Proz. um 469 zeigen die Holzarbeiter, bie Metallarbeiter mit Die größte Abminderung Wir dazu beizutragen, daß die Küchenabfälle für Futterzwede Verwendung Dic anstößige" Friedhofsinschrift. Was doch die Nörgler in Striegszeiten alles hervortramen! Da regt sich in einer Buschrift an den Berliner Lokalanzeiger" jemand, der wohl iezt nichts Besseres zu tun hat, darüber auf, daß am Portal eines Berliner Friedhofes die Inschrift stehen soll:„ Wach Dir das Leben lieb und schön es gibt ja doch kein Wiedersehn!" Das ehemalige Scherlblatt gibt dem Einsender recht und meint, so etwas fönne einem gerade in dieser Zeit recht sehr auf die Nerven fallen und es gebe ja wohl noch Leute, die andere Anschauungen haben. Zunächst ist der Wortlaut der betreffenden Inschrift anders. Der Nörgler hat sie also niemals mit eigenen Augen gelesen. Es ist höchst abgeschmadt, in der Zeit des Burgfriedens diese Friedhofsinschrift in die öffentliche Erörterung zu zerren. Eine Kunsteisbahn im Friedrichshain wird auch in diesem Winter von der städtischen Barkdeputation hergestellt, und zwar auf dem großen Spielplatz an der Elbinger Straße. Der Eintrittspreis betrug im Vorjahre für Kinder bis 14 Jahren 10 Pf., für Erwachsene 25 Pf. Es ist zu wünschen, daß mit Rücksicht auf die jebige Zeit das Eintrittsgeld noch mehr ermäßigt wird und möglichst viele Freifarten für Gemeindeschulfinder ausgegeben werden. Und wie steht es mit der Anlage billiger städtischer Eisbahnen in anderen großen Parkanlagen, besonders im Humboldthain und im Schillerpark? Nur nicht so schnell! Es Eine für Berlin bedeutungsvolle Anlage ist der Berliner Oftbafen, der sich seit der Eröffnung sehr gut entwidelt hat. haben sich eine ganze Reihe Verbesserungen und technischer Vervollkommnungen notwendig gemacht, die der Anlage zugute kommen werden. Einen guten Eindruck macht auch das Arbeiterspeisehaus, das bestimmt ist, den Arbeitern als Aufenthaltsraum zu dienen, in dem sie in Wärmeschränken ihr Essen wärmen und dort auch verzehren können. Nun ist aber das Gelände des OstHafens so groß, daß den Hafen- und Speicherarbeitern bei den furzen Bausen es nur unter großem Zeitverlust möglich ist, das selbe zu erreichen. Die Arbeiter sind deshalb wie uns aus Interessentenkreisen geschrieben wird gezwungen, ihre Mahlzeiten im Speicher in ungenügend geheizten und teilweise lichtlosen dunklen Räumen einzunehmen, die nicht in entferntesten allen Beschäftigten Unterkunft gewähren. Ein großer Teil der Arbeiter muß sich deshalb innerhalb des offenen Speichers auf Säden sigend und der Zugluft ausgefekt ein Plätzchen suchen, um hier das von seinen Familienangehörigen gebrachte Mittagessen einnehmen zu können. Das Fehlen ausreichender, mit Schränken versehener und geheizter Aufenthaltsräume, ferner die ungenügende Waschgelegenheit in dem Schuppen sowohl wie im Speicher sind bereits im November 1913, also turz nach Eröffnung des Hafens, auf Grund unserer Feststellungen in der Sizung der a fendeputation zur Sprache gebracht und als be= rechtigt anerkannt worden. Die Abstellung dieser Mißstände rechtigt anerkannt worden. wurde zugesagt und sollte in aller Kürze erfolgen. 8. Das Gewerbegericht zu Berlin hat Mitte Dezember 1914 Im Juni 1914 wurde auf erneute Anregung hin die städtische in verschiedenen hiesigen Zeitungen sowohl diejenigen Bedingungen Hafendeputation nochmals auf die immer noch bestehenden Mißveröffentlicht, zu denen das hiesige Amt seine Schneideranferti- stände aufmerksam gemacht und um tunlichste Berücksichtigung der gungen vergibt, als auch diejenigen Macherlöhne, welche dieses Amt vorgetragenen Wünsche gebeten, aber es geschah nichts, um feinen Anfertigungsstellen für die einzelnen Bekleidungsstüde ge- bie als berechtigt anerkannten Migstände ab währt und welche diese Stellen ihrerseits den mit der Arbeitsausführung( Näharbeit) beschäftigten Arbeitnehmern zu bezahlen austellen. haben. Aus Groß- Berlin. Regelung des Brotverkaufs. Nahezu ein Jahr war somit vergangen, und wieder drohte der Winter einzusetzen, ohne daß für warme und genügend Raum bietende Aufenthaltsräume für die Hafen, Speicherund Kohlenarbeiter gesorgt war. 200. Demgegenüber ist eine Zunahme der Arbeitslosenzahl festzustellen u. a. bei den 6 Verbänden der Bauarbeiter unt zusammen 125, bei den Buchbindern um 65, bei den Kürschnern um 57, bei den Bäckern um 38. Hausbesitzer und Stadtverordnetenversammlung. Die Berliner Hausbefizer flagen in ihren Grundbesitzerbereinen über ungenügende Berücksichtigung ihrer Interessen im Berliner Rathause. Unseres Erachtens mit Unrecht. Schon die Städteordnung sichert dem Hausbesik ganz ungerechterweise die Hälfte der Size in der Stadtverordnetenversamm lung. Von den 144 Stadtverordneten sind etwa 100 Hausbesizer. Trotzdem werde der Hausbesizerstand im Rathause vernachlässigt, als ob nicht vor allem das Allgemeininteresse maßgebend sein sollte. Die letzte Versammlung des Bundes der Berliner Grundbesizer- Vereine am 25. Januar beschäftigte sich mit der Frage. Der Referent, Fabrikbesizer Werner, legte nach einem Bericht des„ Grundeigentum" dar: „ Die Behandlung des Hausbesizerstandes seit Beginn des Krieges wird vielen Hausbesitzern die Erkenntnis gebracht haben von der Notwendigkeit einer besseren Vertretung ihres Standes im Stadtparlament. Nicht gesunder Menschenverstand, kaufmännische oder volkswirtschaftliche Bildung und Erfahrung. sondern einzig und allein das politische Glaubensbekenntnis sei für den Einzug in das Rote Haus maßgebend. Dies müsse anders werden. Es sei daher notwendig, daß von Bundes wegen ein ständiger Ausschuß zur Vorbereitung der Stadtverordnetenwahlen eingesetzt würde, der darüber zu wachen habe, daß dem Hausbesitz eine seiner Bedeutung entsprechende Vertretung gesichert würde. In seinen weiteren Ausführungen betonte der Referent die Notwendigkeit und Zweckmäßigkeit des Ausbaues der grundbesißerlichen Organisationen Berlins, im besonderen des Berliner Bundes. Die Hausbefizer hätten sich bisher stets in der Minderheit befunden, es sei Zeit, daß sie endlich einen ihrer Bedeutung entsprechenden Einfluß ge= wännen. Nicht Bitten, sondern Forderungen müßte der Grundbesitz aufstellen, um nicht dem Untergange geweiht zu sein." Folgende Entschließung wurde angenommen: " Der Bund der Berliner Grundbesizer- Vereine hält die so fortige Einfeßung eines ständigen Ausschusses für alle mit den Berliner Stadtverordnetenwahlen zusammenhängenden Maßnahmen im Interesse des Berliner Grundbesitzes für dringend notwendig. Eine wirkungsvolle und erfolgreiche Tätigkeit dieses Ausschusses ist jedoch nur zu erwarten, wenn ihm genügende Mittel zur Verfügung gestellt werden können. Die Bundesdelegierten aller Berliner Grundbesizer- Bereine sind sich darüber einig, daß sowohl diese Mittel, als auch die außerdem nötigen Aufwendungen für eine fraftvolle Berliner Gesamtorganisation, welche für die Folge allen Erfordernissen an eine starke Interessen- und Standesvertretung gerecht werden fann, nur durch einen weiteren direkten Jahresbeitrag aller Berliner Hausbesizer an den Bund von 20 M. aufgebracht werden müssen. Die Bundesdelegierten werden ihren Vereinen sofort dahingehende Vorschläge machen und für die Verwirklichung dieses Antrags und die Durchführung der entsprechenden Maßnahmen bis zum 1. April dieses Jahres eintreten." Eine Kritik dieser Darlegungen fönnen wir uns sparen. Es genügt wohl, darauf zu verweisen, daß die Zahl der in Berlin wahlberechtigten Hausbesitzer etwa 9000 beträgt, die aber dafür in der ersten und zweiten Klasse einen erheblichen Einfluß ausüben. Lohnregulierung für die städtischen Arbeiter in Neukölln. Der Kriegswohlfahrtsausschus I beschloß, entsprechend einem Antrage der Ortsverwaltung Berlin des Gemeindearbeiterverbandes, iu Zukunft wieder Ueberstunden mit 25 Broz., Sonntagsarbeit mit 25 bezw. 50 Proz. und Feiertagsarbeit mit 100 Proz. Aufschlag zu vergüten. Bei Ausbruch des Strieges waren die Zuschläge gefallen. Veränderungen in der Lohnordnung sollen nach einem Ma gistratsbeschluß nicht erfolgen. Ein Antrag, den Familien der einberufenen städtischen Arbeiter bei Berechnung der städtischen Untertüzung die 6 M. Erhöhung der städtischen und kommunalen Unterstützung für die Wintermonate nicht in Anrechnung zu bringen, wurde abgelehnt. Abermals wurde die städtische Hafendeputation auf die une haltbaren Zustände am Osthafen hingetoiesen, worunter die dort Beschäftigten Transportarbeiter bei den Unbilden der Witterung Der Aufsichtsdienst vor den Bäckerläden, den die Gewert- und in noch erhöhtem Maße mit Eintritt der kalten Jahreszeit schaften auf Wunsch des Magistrats organisiert haben, funktioniert zu leiden hätten und um schleunige Abhilfe dringend gebeten. tadellos. Rund 1200 arbeitslose Gewerkschaftsmitglieder haben Ende Oktober wurden dann die gerügten ungenügenden sich für diesen Zweck zur Verfügung gestellt. Für jede Bäckerei, Räume von einer Kommission der Hafendeputation besichtigt, nachmit Ausnahme derjenigen im Besten, sind zwei Aufsichts- dem bereits vorher unverzüglich Abhilfe zugesagt war. Seitpersonen bestimmt, die sich derart ablösen, daß die eine am dem ist nichts geschehen, die als berechtigt anerkannten Wünsche Vormittag, die andere am Nachmittag den Dienst versieht. Der Hafen- und Transportarbeiter zu erfüllen. Aus diesen GrünDie regelmäßige Ausübung desselben bescheinigt der be- den wiederholen wir unsere Forderungen nunmehr öffentlich, datreffende Bäckermeister auf einer Kontrollkarte. Als Ent- mit die gerügten Mängel abgestellt und dieselben jenigen Kriegsteilnehmern, deren Einkommen 3000 M. oder weniger Steuererlaß in Johannisthal. Die Gemeindevertretung beschloß in ihrer letzten Eizung, den schaft erklären, Wirbelbildungen in der Mitte des Wasser. spiegels gesehen und starten unterirdischen Donner gehört zu haben. Die Quellen von schwefelhaltigem Wasser strömten stärker und nahmen eine trübe Farbe an. Ingenieure und Beamte haben sich dorthin begeben. Die Blattern in Oesterreich. Geträgt, die Gemeindeeinkommensteuer zu erlaffen. Auf Beamte, fommen hier in Frage, die Rohn und Brot fanden. Gerade die findet der Erlaß keine Anwendung. Die für das Rechnungsjahr Artisten leiden heute schier unter den Folgen des Krieges. Auch die 1914 abzuführenden Beträge zur Anfüllung der verschiedenen in der Nähe des Unternehmens gelegenen Geschäfte sind seit Beginn Sammelfonds sollen in diesem Jahre zugunsten der durch den Krieg der Vorstellungen etwas mehr belebt worden. Hoffentlich finden die geschaffenen Rotstandsunterstützung verwendet werden. Auf eine zuständigen Stellen im Polizeipräsidium einen gangbaren Weg, um Anfrage des Genossen Dühring über die Fortführung des Turn- die oben erwähnten Folgen in sozialer Beziehung noch in letzter Hallenbaues antwortete der Gemeindevorsteher, daß der mit dem im Stunde zu verhindern. Felde stehenden llnternehmer abgeschlossene Vertrag dem im Wege stehe. Nach Mitteilung des Sanitätsdepartements im österreichischen Kinderveranstaltungen in Neukölln. Mittwoch, den 3. Februar, Auch würde die Fortführung des Baues erhebliche Mehrkosten ver- Märchenvorlesungen bei Bartsch, Hermannstr. 49, und in den beiden Ministerium des Innern sind vom 17. bis 23. d. Mts. in Deſterreich ursachen. Zur Bestellung der bei Johannistal liegenden Gesellschafts- Jugendheimen. Anfang 5 lige. Eintritt frei. Donnerstag, Den 237 Menschen an den Pocken erkrankt, davon 125 in Wien. ländereien erklärte der Gemeindevorsteher, daß er noch mit der 4. Februar, Handarbeitsstunden für Mädchen, und Freitag, den Johannistaler Bodengesellschaft verhandle. Von der Rudow- 5. Februar, jür Knaben in den bekannten Lokalen. Anjang 4 Uhr. Johannisthaler Bodenbaugesellschaft am Teltowlanal liege bereits Kinder vom ersten bis vierten Bezirk gehen wieder ins Jugendheim I, die Erlaubnis zur unentgeltlichen Weberlassung von Gelände vor. 3dcalpassage. Nur ſchulpflichtige Kinder haben Zutritt. Meldungen von Refleftanten werden bei der Gemeinde im Rathaus mit der Verpflichtung zur Bestellung entgegen genommen. Wegen schwerer sittlicher Verfehlungen gegen Schülerinnen wurde von der Schöneberger Kriminalpolizei ein Oberlehrer aus der Augustastraße zu Wilmersdorf verhaftet, der seit Jahren an einer Berliner Höheren Mädchenschule angestellt ist. Er soll sich seit längeren Jahren an den Schülerinnen zweier Höheren Mädchenschulen vergangen haben. Warnung vor einem Kriegsschwindler. Als„ Offizierstellvertreter" brandschabt seit einiger Zeit ein Logisschwindler die Penfionate und Zimmervermieterinnen der westlichen Vororte. In einer Bension mietete der Gauner ein möblieries Zimmer mit Pension. Er gab an, wegen eines schweren herzleidens einige Wochen beurlaubt worden zu sein und wolle sich hier in Berlin in ärztliche Behandlung begeben. Als nach einigen Tagen der angebliche Offizierstellvertreter feine Anstalten machie, Zahlung zu leisten, schöpfte die Wirtin Verdacht und zog Erkundigungen ein. Noch vor Abschluß der Nachforschungen aber war der Mieter eines Tages plötzlich verschwunden. Bald darauf stellten sich in der Pension zahlreiche Herren ein, die die Bekanntschaft des Offizierstellvertreters gemacht hatten und die alle von dem Schwindler, der sich mehreren von ihnen gegenüber als Offizier, Gutsbesizer usw. ausgegeben hatte, um größere Beträge erleichtert worden waren. In ähnlicher Weise hat Ser falsche Offizierstellvertreter zahlreiche Zimmervermieter und Pensionatsbejizer geschädigt. Sehr erleichtert wird dem Gauner sein Gewerbe durch sein sicheres Auftreten und elegantes und verfrauenerweckendes Außere; er spricht auch fließend französisch und englisch. Bisher ist es noch nicht gelungen, den Betrüger zu ermitteln. Die Das nächste Konzert des Blüthner- Orchesters, unter Leitung seines Dirigenten, des Herrn Kapellmeisters Paul Donath, findet heute Dienstag, den 2. Februar, 844 Uhr, wie alle Dienstage, in den Bürgerjälen in Neu fölln, Bergstr. 147, statt. Gerichtszeitung. Eine Erinnerung an W. Wertheim. Auf die Zeit der Unterhandlungen über den Verkauf des ehemaligen Alt- Bayern"-Grundstücks in der Potsdamer Straße an Wolff Wertheim führten die Erörterungen zurück, die gestern vor der 1. Straffammer des Landgerichts 3 in einer Strafsache gegen den Grundstücksmakler Heinrich Spier stattfanden. -Parteiveranstaltungen. Zweiter Wahlkreis. Heute abend 8½½ Uhr, in den Kammersälen, Teltower Str. 1: Mitgliederversammlung. Referenten: Richard Fischer und Hugo Haase. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt.) Sugendabteilung. Mittwoch, den 3. Februar findet für die ingendlichen Genossen abends 9 Uhr im Lokal von Riebke, Planujer 76, cin Diskussionsabend statt. Bierter Wahlkreis. Am Mittwoch, den 3. Februar, abends 81, Uhr, findet in den Brachtsälen des Dstens", Frantjurter Alee 151/52, ein großer Lichtbildervortrag statt:„ Bilder vom östlichen Striegsschauplay". Vortragender ist Genosse Barenthin. Die Jugendsettion tagt am Mittwoch, den 3. Februar, abends 82 11br, in den Andreas Festsälen", Andreasitr. 21, fleiner Saal. Vors trag des Genossen Sassenbach über„ England und die Engländer". Die Genossen und Genofsinnen werden ersucht, für zahlreichen Bejuch zu agitieren, da der Referent die Dinge aus eigener Anschauung tennt. Charlottenburg. Jugendsektion. Am Mittwoch findet im Volkshause, Rosinenstr. 3, abends 8%, Uhr, ein Diskussionsabend statt. Am Sonntag, den 7. Februac, Streifzug durch den Grunewald. Treffpunkt 8 Uhr morgens Wilhelmplaz. Rückkehr mittags. Gäste will fommen. Geschäftliche Mitteilungen. Der Angeklagte hatte sich wegen versuchter Erpressung und Beleidigung des Baurats Walter zu verantworten. Die Dinge, um die es sich handelte, gehen bis auf das Jahr 1909 zurück. Damals schwebten Verhandlungen zwischen dem Baurat Walter als Die Firma F. B. Grünfeld, Leipziger Straße 20/22, bringt schon Besizer des„ Alt- Bayern"-Hauses und Herrn Wolff Wertheim in dieser Woche in ihrem Saisonensverkauf, legimoderne Sachen Wäsche aller Art für Damen und Kinder, Tisch, Haus- und Babewäsche ist wegen Verkaufs dieses Hauses zum Zwecke der Einrichtung als zu außerordentlich billigen Preisen heraus. Die Spezialität des Hauses, Warenhaus W. Wertheim. Bei diesen Unterhandlungen entwickelte in allen Lagern in den Preisen bedeutend herabgesetzt. Schlafdeden, Stores, auch der Angeklagte, ein früherer Lehrer, eine gewisse Vermittler- Handarbeiten, Etidereikleider, Seidenblusen werden teus zur Hälfte des tätigkeit. Es kam aber nicht zu einem Kaufvertrage, sondern nur Breises ausverkauft. Besonderes Interesse verdienen hinsichtlich der„ Pfund34 einem Mietvertrage bis zum Jahre 1918 und einem Options- Paketwoche"( bom 1.- 7. Februar) die Militärartikel für Feldunterkleidung vertrage mit W. Wertheim. Der Angeklagte behauptet nun unter in Flanell und Trifotagen, die in besten Qualitäten und größter Auswahl energischem Widerspruch des Baurats Walter, daß dieser ihm durchwegs Sonderangebote darstellen. Das Kaufhaus Singer u. Co., Chausseestr. 61/62, fündigt einen cines Tages gejagt habe, der auf sei abgeschlossen. Daraufhin glaubte der Angeklagte irrtümlich, die Vermittlerprovision sich großen Rejteverkauf an. Wer ist der Tote? Im städtischen Obdach wurde am Sonntag verdient zu haben und behauptet wieder unzutreffend, daß ihm früh ein unbekannter Mann von etwa 65 Jahren auf seiner Baurat Walter eine solche in Höhe von ½ Proz. von 8 Millionen Briefkasten der Redaktion. Lagerstatt tot aufgefunden. Der Unbekannte ist 1,70 Meter groß, Marf- also in Höhe von 40 000 M. zugesagt und diese Zu- Die juristische Sprechstunde findet für Abonnenten Lindenstr. 3, IV. Sof hat Glaze und grauen Vollbart. Er trug eine graugestreifte Hose, sage durch sein Ehrenwort als Offizier bekräftigt habe. Auch diese rechts, parterre, am Montag bis Freitag von 4 bis 7 Uhr, am Sonnabend eine braune Stricieste, ein graues Jadett und schwarzen Sommer Behauptung wird entschieden bestritten. Um die Summe von von 5 bis 6 Uhr statt. Jeder für den Briefkasten bestimmten Anfrage überzieher. 40 000 M. zu erhalten, unternahm der Angeklagte im Laufe der ist ein Buchstabe und eine Zahl als Mertzeichen beizufügen. Briefliche Anfragen, denen leine Abonnementsquittung Den Tod im Wasser suchte Sonntagvormittag eine noch un- Jahre verschiedene Schritte, die der jetzigen Anklage zugrunde Antwort wird nicht erteilt. Eilige Fragen trage man in der bekannte Frau von 60 Jahren, die vor dem Grundstück Planufer 38 Tagen. Schon im Jahre 1911 richtete er mehrere Briefe an Baurat beigefügt ist, werden nicht beantwortet. Verträge, Schriftstücke und dergleichen bringe man in die in den Landwehrkanal sprang. Nach einer halben Stunde wurde Walter und machte darin vergeblich seine angeblichen Provisionsansprüche geltend, indem er an den Gerechtigkeitssinn und die ihre Leiche gelandet. Offiziersehre" appellierte. Nach zweijähriger Bause folgten dann wieder Briefe desselben Inhalts mit der Forderung einer Abschlagszahlung von 1500 M. unter der Drohung einer eventuellen Anzeige an die dem Adressaten in seiner Eigenschaft als HauptStraßensperrung. Der Polizeipräsident macht bekannt, daß die mann der Landwehr vorgesetzten Militärbehörden. Als er feinen Straße am Brandenburger Ufer während der Dauer der Erfolg erzielte, machte der Angeklagte diese Drohung wahr und Herstellung des Spreetunnels der Schnellbahn Gesundbrunnen- richtete an den Obersten des Gardepionierbataillons, das BezirksNeukölln für den Fuhrwerksverkehr gesperrt wird. kommando, das Militärkabinett und die Generalordenskommission Schreiben mit schweren Beleidigungen gegen Baurat Walter. Der Angeklagte ist in einem früheren Termin auf ärztlichen Antrag zur Beobachtung seines Geisteszustandes der Anstalt Herzberge zugewiesen worden. Auf Grund dieser Beobachtung begutachtete gestern Geheimer Sanitätsrat Dr. Otto, daß der Angeflagte an einer chronischen Paranoia leide, von frankhaften Ideen beherrscht werde und sich von allen möglichen Menschen verfolgt Infolge dieses Serankheitszuund ungerecht behandelt wähne. andes habe er auch in diesem Falle wohl geglaubt, daß die falschen Behauptungen, die er aufgestellt, wahr seien. Auf Grund dieses Gutachtens mußte das Gericht unter Anwendung des§ 51 des Strafgesetzbuchs auf Freisprechung erkennen. Begen eines Dachstuhlbrandes wurde am Sonntagabend die 3. Kompagnie nach der Potsdamer Str. 4 gerufen. Die Gefahr Tonnie bald beseitigt werden. Arbeiterbildungsschule. Heute Dienstag, den 2. Februar, abends 8% Uhr, beginnt der Kursus Kriegsgeschichte" des Genossen Däumig. Schullokal: Lindenstr. 3, IV. Hof redits, 3 Treppen. Der Kursus umfaßt acht Vorträge. Eintrittsgeld 50 Pf., für Arbeitslose unentgeltlich. Die Bibliothek ist von 7-82 1hr geöffnet. Radrennen im Sportpalast. Sonntag, 31. Januar. Die zweiten Wohltätigkeitsrennen des Deutschen Rennfahrer- Verbandes brachten dem Sportpalast wieder einen guten Besuch; viele Waterlandsverteidiger in ihrer feldgrauen Uniform waren anwesend. Walter Rütt, der Vorfizende des Deutschen Rennfahrer- Verbandes, war wieder als Starter tätig. Das Verzeichnis der Rennfahrer wies 51 Namen auf, darunter viele unserer bekannten Renngrößen. Die Rennen boten viel Abwechselung; es wurde dank verschiedener ausgesetzter Brämien flott gefahren. Einige Stürze hatten zum Glück feine böse Folgen. Aus einer Fürsorgeanstalt. Ein gewaltsamer Ausbruch aus der Erziehungsanstalt Bethabara in Weißensee lag einer Anklage wegen Meuterei zugrunde, welche gestern unter Vorsiz des Landgerichtsdirektors Ehrecke die zweite Strafkammer des Landgerichts 3 beschäftigte. Sprechstunde vor. Sprechstunde mit. 8 B. C. 1. Bei irgendeiner Gestellungsorder sind Sie verpflichtet, fich melden. 2. Sühnetermin ist notwendig. Die Höhe der Strafe können wir nicht abschäßen. Marquardt. Wegen Herzkrankheit zurüdgestellt. 11. 49. Begen Herzfrankheit dienstuntauglich. 8. 153. Der ArbeitR. R. 108. geber muß für die Zeit der Gestellung den Lohn zahlen. 8. 25. Die Klage kann jederzeit Herzfrank; nur garnisondienstfähig. eingereicht werden. C. M. 23. Lobnpfändung für Alimentation ist bei diesem Einkommen immerhin noch möglich. Eine Einkommensgrenze, bis zu der eine Pfändung für diesen Zwed nicht stattfinden kann, ist nicht gesetzt. D. 74. Herzkrank; Sie fönnen aber noch eingezogen werden. ... Landsberger Straße. Benden Sie sich an das striegsministerium. B. 2. 17. Erkundigen Sie sich bei der Handwerkskammer. B. G. 159. Beantragen Sie bei der Steuerfasse Unterſtügung. St. 10. Stommen Sie mit sämtlichen Schriftstücken in dieser Angelegen2. R. 201. Sie müssen die beit in die juristische Sprechstunde. R. 11. 116. Da Sie aus dem Militärverhältnis Stirchensteuer zahlen. noch nicht völlig entlassen sind, wird die Unterstützung weiter gezahlt. G. 68. Der eingeschlagene Beschwerdeweg ist der richtige.- E. K. 100. ueber die Ulebersiedelung in ein anderes Razarett hat der Chefarzt des der Verwundete zurzeit liegt. Lazaretts zu entscheiden, in dent Spinat Amtlicher Marktbericht der städtischen Markthallen Direktion über den Großhandel in den Zentral- Markthallen.( Ohne Verbindlichkeit.) Montag, den 1. Februar. Fleisch: Rindfleisch per 50 kg, Ochsenfleisch Ia 80-90, do. Ia 78-79, do. IIIa 69-72; Bullenfleisch Ia 78-83, do. Ifa 69-77; Stübe, jett 63-68, do. mager 53-59, do. dänische 50-55; Frejser 56-69, Fresser, dänische, 42-55, Bullen, dänische, 52-64; Stalbfleisch, Doppellender 125-135; Masttälber Ia 90-100, bo. IIa 65-88; Kälber ger. gen. 45-55. Hammelfleisch: Mastlämmer 90-96; Hammel la 85-90, do. IIa 78-84; Sajaje 80-81. Schweinefleisch: Schweine Gemüse, Die nächsten Rennen finden am Sonntag, den 7. Februar, statt. fette 90-100, sonstige 80-89, dan. Sauen Eröffnungsjahren. 1000 Meter. 50, 30, 20. 5 Borläufe. inländisches: Kartoffeln, Dabersche 50 kg 0,00; weiße Kaiserkronen 0,00; bonum 0,00; Magnum Woltmann Borree, 0,00-0,00; Die Ersten bestreiten den Endlauf, die zweiten erhalten je 5 M. 1. Vor Angeklagt waren die Fürsorgezöglinge Margarete Steinert, lauf: 1. Fr. Hoffmann, 2. Behrendt. 2. Vorlauf: 1. Tech= Schock 0,50-1,00; Sellerie, Schock 4.00-7,00; 50 kg mer, 2. Strabner. 3. Vorlauf: 1. Finn, 2. Häußler. 4. Bor- Marie Gollata, Gertrud Paul, Frida Ziolkowsky und Regina 10,00-25,00; Mohrrüben 3,00-4,00; Wiringkohl Schock 5,00-11,00; Iauf: 1. Schrage, 2. S. Müller. 5. Vorlauf: 1. Amelang, Haberberg. Die fünf Mädchen waren wegen ihres Lebenswandels Wirsingtohl 50 kg 6,50-7,00; Weiglohl Schod 5,00-11,00, eipfohl 2. Schwab. Endlauf: 1. Fr. Hoffmann in 1 Min. 22. Set in der Erziehungsanstalt Bethabara in Weißensee untergebracht. 50 kg 6,50-7,00; Rotkoh!, Schod 5,00-11,00; Rotfohl 50 kg 6,50 bis 2. Finn, 2; 3. Techmer, 1 2. N. pl.: Amelang, Schrage. In den fünf Sie faßten den Plan, gewaltsam auszubrechen, und zwar wollte 7,00; Grünkohl 50 kg 6,00-10,00; Stohlrüben 50 kg 4,50-7,00; Seltomer Borläufen 23 Fahrer ausgeschieden. 50 kg 12,00-16,00, Märkische Rüben 50 kg 4,00-12,00; 50 20,00-30,00, kg Meerrettich 6,00-14,00; Schock Verfolgungsrennen. Dem fiegenden Paar 125 M. Es starten man zuerst die in der Waschanstalt tätige Helferin Marie Pratsch Rüben je ein Flieger und ein Steher zusammen. 1. Willi Arend- Albert dadurch unschädlich machen, daß man ihr Pfeffer in die Augen Rosenkohl Schipte; 2. Nettelbed- Dstar Peter, die nach 3 Min. 57 Set. geholt streute. Da jich aber das hierzu nötige Quantum Pfeffer nicht Petersilienwurzel Schodbund 1,00-3,00; wiebeln 50 kg 14,00-14,50, auftreiben ließ, wurde eine andere Methode ersonnen. Am- 11. No- pjelſinen: italienische 50 kg 8,00-11,00, dito 200 tüd 8,00-9,00. 300 St. 9,00-10,00, Murcia 200 St. 8,00-13,00, dito 300 Stüc Bauter Beifall wird dem siegenden Baar gespendet, als die Unterlegenen vember 1913 fielen die Mädchen plötzlich über die Aufseherin her, 8,00-14,00, Messina 160 St. 10,00-12,00, 200 t. 7,00-9,00, 300 St. erreicht werden. Messina Blut- 80 t. 8,50-9,00, do. 100 St. 7,00-8,75, do. zogen ihr einen Bettüberzug über den Kopf, so daß sie wehrlos 8,00-10,00. Ausscheidungsjahren. 30, 20, 10, 5 M. Den für alle war und entrissen ihr die Schlüssel. Ein Teil der Mädchen wurde 150 t. 7,00-10,00. Spanische 420 St. 15,00-21,00, do. 714 St. 18,00 Fahrer, mit Ausnahme der Preisträger der vorigen beiden Rennen. 1. c'hlik in 3 Min. 55 Sef.; 2. Häusler; 3. Stuschkow; 4. Rädlik. schon nach einigen Tagen ergriffen und später verurteilt, während bis 25,00, do. 1064 St. 24,00-36,00, do. 420 St. large 23,00-30,00. Wetteraussichten für das mittlere Norddeutschland 3m Rennen zwanzig Fahrer, von denen bei jeder Runde der letzte aus: die übrigen längere Zeit unauffindbar waren, so daß erst jetzt gegen sie verhandelt werden konnte. werden. scheidet. bis 50 Kilometer Mannschaftsfahren. 400, 300, 200, 100, Das Gericht erkannte gegen die Angeklagten Gollata und Paul Mittwochmittag: Vielfach heiter, aber noch veränderlich, ohne erheb 60, 40, 20 M. 1. Saldom- Pawfe in 1 Std. 11 Min. 42 Set.; wegen schwerer Meuterei auf die niedrigste gesetzliche Strafe von liche Niederschläge. Temperaturen um den Gefrierpunkt schwankend. 2. Hojjmann- Krupkat, 2.2.; 3. Bauer- Wittig, dicht auf; 4. Rudel- Schrage; je 1 Jahr Gefängnis und gegen die Angeklagten Steinert und 5. Finn- Strainer; 6. Stellbrint Techmer; 7. Häupler- Behliz, N. pl. Lorenz- Biolfowsky wegen einfacher Meuterei auf je 3 Monate Gefängnis. Rabe- St. Müller, Stabe; Ehlert. Behrendt, 1 Runde zurück; Aufgegeben: Müller, Bezüglich der Angeklagten Haberberg, die zur Zeit der Begehung Sozialdemokratischer Wahlverein Schwab, Nowad, Grünberg- Richter. 12 Fahrer beginnen das flott ge der Tat 18 Jahre alt war, erklärte sich die Strafkammer für unfahrene Rennen, bei dem verschiedene ausgesetzte Prämien die Fahrer anspornen, ihr Bestes zu geben. Eine Prämie von 10 M. gewinnt Finn, eine zuständig und verwies die Sache an das Schwurgericht. bon 15 M. holt sich Stellbrink vor Pawke, 30 M. gewinnt Seldom vor Techmer, die letzte Prämie von 15 Mart sichert sich Bauer. Bei dem Rennen wird ein Weltrekord für die Stunde aufgestellt, in welcher 42 Kilometer 900 Meter zurüdgelegt werden. Leider ereigneten sich in dem Rennen verschiedene Stürze; furz vor dem Schluß fielen Finn, Häußler und Techmer, so daß der Endlauf von Seldow, Hoffmann, Bauer und Rudel bestritten wurde. Krahner, Stellbrink und Behlitz fuhren zum Schluß den 5., 6. und 7. Plag unter sich aus. Glücklicherweise verliesen die Stürze glimpflich. Po Hoffentlich wird die Schwurgerichtsverhandlung volle Klarheit über die Gründe der„ Meuterei" schaffen und sich mit der Erziehungsmethode in Bethabara eingehend befassen. Kleine Nachrichten. Goldfüchse und Kinobillette. Unfall auf der Radrennbahn. Auf der Radrennbahn Was alle Mahnungen, Bekanntmachungen der Behörden und Sportpalast" in der Potsdamer Straße stürzte der Renn- Artikel der Presse nicht fertig brachten, das gelang einem Kino in fahrer Willi Röhl. Die Feuerwehr brachte ihn nach dem ElisabethKarlsruhe. Die Direktion schrieb aus, daß sie jedermann, der Krankenhaus, wo man einen Bruch des Schlüsselbeins feststellte. ein Zehn oder gwanzigmarfstüd an der Stasse abgebe, neben dem Seine Abschiedsvorstellung gab am Sonntag der Zirkus Sarras vollen Betrage in Papier oder Silber ein Freibillett für das Kino sani. Das Haus war vollkommen ausverkauft und folgte mit großem Interesse dem sehr abwechslungsreichen, sehr gute Nummern spendieren werde. Der Erfolg war ein ungeahnter. In den ersten enthaltenden Programm. Nach der großen morgenländischen Szene drei Tagen wurden nicht weniger wie 13 000 M. in Gold eintrat Direktor Hans Stosch- Sarrajani in die Manege und hielt an geliefert, die an die Reichsbank weitergegeben wurden. das Publikum eine kurze Ansprache, in der er ausführte, daß es Todessturz mit dem Flugzeuge. sein sehnlichster Wunsch gewesen sei, sich dauernd in Berlin niederzulassen. Ein rein fünstlerisch- artistisches Programm finde in der Am Sonnabend 4%, Uhr stieg auf dem Flugplage der Waggonjebigen Zeit leider wenig Antlang, und da ihm die Aufführung fabrik in Gotha der Fluglehrer Oswald Kahnt auf einem seines großen Manege- Schaustückes„ Europa in Flammen", welches in Dresden nahezu hundert ausverkaufte Aufführungen erleben weidecker zu beträchtlicher Höhe auf. Gegen 5 Uhr stürzte plöglich fonnte, nicht erlaubt werde, habe er schweren Herzens seine Gesell- das Flugzeug steil ab und begrub den Flieger unter sich, so daß schaft auflösen müssen. der Tod sofort eintrat. Ein sterbender See. Schöneberg. Heute Dienstag, den 2. Februar, abends 8%, Uhr, in den „ Neuen Rathausjälen", Meininger Straße 8: Versammlung. Tagesordnung: 1.„ Die Gründe für die Bewilligung der Kriegskredite durch die sozial demokratische Reichstagsfraktion". Referent: Reichstagsabgeordneter Zubeil. 2. Vereinsangelegenheiten. Zutritt nur gegen Mitgliedsbuch. Der Vorstand. Verband der Maler, Lackierer, Anstreicher etc. Arb-Nacht.:Gormannst.13 Bureau: Melchiorſtr. 28, bart. Filiale Berlin. Fermipr.: Norden 3791-97 Fernſpr.: Amt Morispl. Donnerstag, den 4. Februar, abends 8½ Uhr, im Gewerkschaftshause, Engelufer 15: Sektions- Versammlung der Lackierer. Tagesordnung: Man merkte es Herrn Stosch- Sarrasani an, daß er die Wahrheit sagte, wenn er behauptete, der Entschluß, seine Vorstellungen in Berlin aufzugeben, sei ihm sehr schwer geworden. Man darf trotz- Eine eigenartige Erdbebenerscheinung wird uns aus dem 1. Vortrag über„ Sozialpolitische Maßnahmen während der dem die Hoffnung noch nicht aufgeben, daß ihm in Berlin doch noch vom letzten großen Beben betroffenen italienischen Gebiet geKriegszeit". Referent: Genosse Adolf Ritter, Stadtverordneter. möglich gemacht wird, was in Dresden selbst von den höchsten meldet. Am Sonntag sank der Wasserspiegel des Sees von Paterno. 2. Distusfion. 3. Verbandsangelegenheiten. Militärbehörden zugelassen ist. In der jetzigen Zeit bedeutet der um ungefähr fünf Meter, und ein kleiner Teil des umDie Kollegen werden ersucht, zahlreich und pünktlich zu erscheinen. Mitgliedsbuch legitimiert. Fortzug oder die Aufgabe eines größeren Unternehmens die Brot- gebenden Geländes stürzte in den See; dessen gegenwärtiger DurchDie Sektionsleitung. Die Landleute der Nachbar- 135/14 Tosmachung zahlreicher Ang.stellten. Mehr wie 300 Angestellte messer ungefähr 150 Meter beträgt. Werantwortlicher Redckteur: Alfred Wielepp, Neukölln. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Berlag: Vorwärta Buchdruderei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW.