Nr. 36.- 32. Jahrg. Abonnements- Bedingungen: bonnements Breis prămumerands: Bierteljahr 3,30 m monatl. 1.10 toöchentlich 25 Big. frei ins Haus. Einzelne Nummer 6 Bfg. Sonntags nummer mit illustrierter Sonntags Beilage Die Neue Welt" 10 Big. Boste Abonnement: 1,10 Mart pro Monat Eingetragen in die Bost Zeitungs Breisliste. Unter Kreuzband file Deutschland und Desterreich- Ungarn 2,50 Mart, für das übrige Ausland 4 Mark pro Monat. Bostabonnements nehmen an: Belgien, Dänemark, Holland, Italien, Luxemburg, Bortugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz ericheint tägli Vorwärts Berliner Volksblaff. 5 Pfennig Die Infertions- Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Kolonel. zeile oder deren Raum 60 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Bereins und Versammlungs- Anzeigen 30 Pig. ,, Kleine Hnzeigen", das fettge cudte Wort 20 Big.( zulässig 2 fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 10 Pig. Stellengesuche und Schlafstellenan zeigen das erste Wort 10 Pfg., jedes weitere Wort 5 Bfg. Borte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Rummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Erpedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet." Telegramm- Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 68, Lindenstraße 3. Fernsprecher: Amt Moritzplatz, Nr. 151 90-151 97. Freitag, den 5. Februar 1915. Expedition: SW. 68, Lindenstraße 3. Fernsprecher: Amt Moritzplatz, Nr. 151 90-151 97. Berschärfung des Handelstrieges gegen England. Die Verhängung Die Meldung des Großen Hauptquartiers Endlich hat sie die ganze Nordsee zum Kriegsschauplat cr Amtlich. Großes Hauptquartier, den offene Meer zwischen Schottland and Norwegen wenn nicht der Unterseeboots- Blockade. 4. Februar 1915.( 23. T. 3.) Westlicher Kriegsschauplah. Amtlich. Berlin, 4. Februar.( W. T. 6.) Der„ Reichsanzeiger" veröffentlicht im amt- fanden nur Artilleriekämpfe statt. An der Front zwischen Nordsee und Reims lichen Teil folgende Bekanntmachung. flärt und der neutralen Schiffahrt die Durchfahrt durch das unmöglich gemacht, so doch aufs äußerste erschwert und gefährdet, so daß sie gewissermaßen eine Blockade neutraler Rüften und neutraler Häfen gegen alles Völkerrecht eingeführt hat. Alle diese Maßnahmen verfolgen offensichtlich den Zweck, durch völkerrechtswidrige Lahmlegung des legitimen neutralen Handels nicht nur die Kriegführung, sondern auch die Volks. abge- Wege der Aushungerung das ganze deutsche Volk der Verwirtschaft Deutschlands zu treffen und letzten Endes auf dem nichtung preiszugeben. Erneute französische Angriffe bei Perthes wurden unter Verlusten für den Feind wiesen. genommenen deutschen Personen und Gäter von der britischen 3 1. Die Gewässer ringsum Großbritan Nördlich und nordwestlich Massiges Die neutralen Mächte haben sich den Maß nien und Irland einschließlich des gesamten Truppen gestern an, stießen im Sturm über drei und ganzen gefügt; insbesondere haben sie es nicht er ( nordwestlich St. Menehould) griffen unsere nahmen der britischen Regierung im großen englischen Kanals werden hiermit als Kriegs- hintereinander liegende feindliche Grabenlinien reicht, daß die von ihren Schiffen völkerrechtswidrig weggebiet erklärt. Vom 18. Februar 1915 an durch und setzten sich in der französischen Haupt- Regierung herausgegeben worden sind. Auch haben sie sich wird jedes in diesem Kriegsgebiet angetroffene stellung in einer Breite von 2 Kilometern feft; in gewisser Richtung sogar den mit der Freiheit der Mecre feindliche Kauffahrteischiff zerstört sämtliche Gegenangriffe der Franzosen, die auch unvereinbaren englischen Maßnahmen angeschlossen, indem werden, ohne daß es immer möglich sein nachts fortgesetzt wurden, sind abgeschlagen fic, offenbar, unter dem Druck Englands, die für friedliche wird, die dabei der Besahung und den Mann gefangen und eroberten neun Maschinen- Bergebens hat die Deutsche Regierung die neutralen Mächte worden. Wir nahmen sieben Offiziere, 601 3wecke bestimmte Durchfuhr nach Deutschland auch ihrerdurch Ausfuhr- und Durchfuhrverbote verhindern. Passagieren drohenden Gefahren abgewehre, neun Geschüße kleineren Kalibers und darauf aufmerksam gemacht, daß sie sich die Frage vorlegen zuwenden. viel Material. 2. Auch neutrale Schiffe laufen im Kriegsgebiet Gefahr, da es angesichts des von der Britischen Regierung am 31. Januar angeordneten Mißbrauchs neutraler Flaggen und der Zufälligkeiten des Seekriegs nicht immer vermieden werden kann, daß die auf feindliche Schiffe berechneten Angriffe auch neutrale Schiffe treffen. 3. Die Schiffahrt nördlich um die Shetlandsinseln, in dem östlichen Gebiet der Nordsee und in einem Streifen von mindestens 30 Seemeilen Breite entlang der niederländischen Küste ist nicht gefährdet. Berlin, den 4. Februar 1915. Der Chef des Admiralstabes der Marine v. Pohl. Zur Erläuterung dieser Bekanntmachung wird den Verbündeten, den neutralen und den feindlichen Mächten die nachstehende Denkschrift mitgeteilt: Denkschrift der Kaiserlich Deutschen Regierung über Gegenmaßnahmen gegen die völkerrechtswidrigen Maßnahmen Englands zur Unterbindung des neutralen Seehandels mit Deutschland. müsse, ob sie an den von ihr bislang streng beobachteten Sonst ist nur erwähnenswert, daß in den Bestimmungen der Rondoner Erklärung noch länger festhalten Mittel- Vogesen das erste Gefecht einer Schnee- fönne, wenn Großbritannien das von ihm eingeschlagene huhtruppe gegen französische Jäger erfolgreich Verfahren fortsetzen und die neutralen Mächte alle, dieſe Neufür uns verlief. Deftlicher Kriegsschauplah. griffe gegen unsere Stellungen südlich der In Ostpreußen wurden schwache russische AnMemel abgewiesen. tralitätsverletzungen zuungunsten Deutschlands länger hinnehmen würden. Großbritannien beruft sich für seine völferrechtswidrigen Maßnahmen auf die Lebensinteressen, die für also tatsächlich Lebensinteressen von Kriegführenden als hindas Britische Reich auf dem Spiele stehen, und die neutralen Mächte scheinen sich mit theoretischen Protesten abzufinden, reichende Entschuldigung für jede Art von Kriegführung gelten zu lassen. für sich anrufen. Es sieht sich daher zu seinem Bedauern zu In Polen nördlich der Weichsel fanden im Anschluß an die gemeldeten Kavalleriekämpfe Solche Lebensinteressen muß nunmehr auch Deutschland Plänkeleien kleinerer gemischter Truppenabteilungen statt. militärischen Maßnahmen gegen England gezwungen, die das An der Bzura südlich Sochaczew brach ein biet zwischen Schottland und Norwegen als Kriegsschauplat englische Verfahren vergelten sollen. Wie England das Gerussischer Nachtangriff unter starken Verlusten bezeichnet hat, so bezeichnet Deutschland die Gewässer rings des Feindes zusammen. Unser Angriff östlich um Großbritannien und Irland mit Einschluß des gesamten Bolimow macht trotz heftiger Gegenstöße des englischen Kanals als Kriegsschauplatz und wird mit allen Feindes Fortschritte. Die Zahl der Gefangenen ihm zu Gebote stehenden Kriegsmitteln der feinderhöht sich. lichen Schiffahrt daselbst entgegentreten. Zu diesent. In den Karpathen kämpfen seit einigen Stauffahrteischiff, das sich auf den Kriegsschauplatz begibt, zu 3wed wird es vom 18. Februar 1915 an jedes feindliche Tagen deutsche Kräfte Schulter an Schulter mit zerstören suchen, ohne daß es immer möglich sein wird, die den österreichisch- ungarischen Armeen. Die ver- dabei den Personen und Gütern drohenden Gefahren abzubündeten Truppen haben in dem schwierigen und wenden. Die Neutralen werden, daher gewarnt, verschneiten Gebirgsgelände eine Reihe schöner Erfolge erzielt. 2 Oberste Heeresleitung. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs. von Hoefer, Feldmarschalleutnant. solchen Schiffen weiterhin Mannschaften, Passagiere und Waren anzuvertrauen. Sodann aber werden sie darauf aufmerksam gemacht, daß es sich auch für ihre eigenen Schiffe dringend empfiehlt, das Einlaufen in dieses Gebiet zu ver meiden. Denn wenn auch die deutschen Seestreitkräfte Anweisung haben, Gewalttätigkeiten gegen neutrale Schiffe, soweit sie als solche erkennbar sind, zu unterlassen, so kann es Soch angesichts des von der Britischen Regierung angeordneten Mißbrauchs neutraler Flaggen und der Zufälligkeiten des feindliche Schiffe berechneten Angriff zum Opfer fallen. Dabei wird ausdrücklich bemerkt, daß die Schiffahrt nördlich um die Shetlandsinseln, in dem östlichen Gebiete der Nordsee und in einem Streifen von mindestens 30 Scemeilen Breite entlang der niederländischen Küste nicht gefährdet ist. Der österreichische Generalstabsbericht. Seit Beginn des gegenwärtigen Krieges führt Groß- Wien, 4. Febrnar.( W. T. B.) A mtlich wird verlautbritannien gegen Deutschland den Handelstrieg in bart: 4. Februar 1915 mittags: einer Weise, die allen völkerrechtlichen Grund- In Polen und West galizien keine besonderen Erfähen Hohn spricht. Wohl hat die Britische Regierung cigniffe. Die Kämpfe in den Karpathen dauern mit unver- Strieges nicht immer verhütet werden, daß auch sie einem auf in mehreren Verordnungen die Londoner Seekriegs- Erklärung minderter Heftigkeit an. als für ihre Seeftreitkräfte maßgebend bezeichnet; in Wirk- Im westlichen Frontabschnitt wurden feindliche Angriffe lichkeit hat sie sich aber von dieser Erklärung in den wesent- abgewiesen. Den im mittleren Waldgebirge vordringenden lichen Bunkten losgesagt, obwohl ihre eigenen Bevollmächtigten eigenen Kolonnen gelang es auch gestern, erneut Raum zu geauf der Londoner Seefriegsrechts- Konferenz deren Be- winnen und einige hundert Gefangene zu machen. schlüsse als geltendes Völkerrecht anerkannt hatten. Die Britische Regierung hat eine Reihe von Gegenständen auf die Liste der Konterbande Konterbande gesetzt, die nicht oder doch nur sehr mittelbar für kriegerische Zwecke verwendbar sind und daher nach der Londoner Erklärung, wie Verwendung der Wegnahme unterwirft. Sie scheut sich so nach allgemein anerkannten Regeln des Völkerrechts über gar nicht, die Pariser Seerechtsdeklaration zu die Lebensinteressen Deutschlands nicht weniger als die Enghaupt nicht als Stonterbande bezeichnet werden dürfen. Sie verlegen, da ihre Seestreitkräfte von neutralen Schiffen lands berücksichtigen und dazu beitragen werden, ihre Angehat ferner den Unterschied zwischen absoluter und relativer deutsches Eigentum, das nicht Konterbande war, weg- hörigen und deren Eigentum vom Kriegsschauplatze ferns Stonterbande tatsächlich beseitigt, indem sie alle für Deutsch genommen haben. Ueber ihre eigenen Verordnungen zur Londoner zuhalten. Dies darf um so mehr erwartet werden, als land bestimmten Gegenstände relativer Konterbande ohne Erklärung hinausgehend, hat sie weiter durch ihre Seestreit- den neutralen Mächten auch daran liegen muß, den gegenRücksicht auf den Hafen, in dem sie ausgeladen werden fräfte zahlreiche wehrjähige Deutsche von neutralen Schiffen wärtigen verheerenden Krieg sobald als möglich beendigt zu sollen, und ohne Rücksicht auf ihre feindliche oder friedliche wegführen lassen und sie zu Kriegsgefangenen gemacht. sehen. 1 Die Deutsche Regierung fündigt diese Maßnahme so rechtzeitig an, daß die feindlichen wie die neutralen Schiffe Zeit behalten, ihre Dispositionen wegen Anlaufens der am Striegsschauplaze liegenden Häfen danach einzurichten. Sie darf erwarten, daß die neutralen Mächte Verkehrsstörung wegen der UnterseebootBlockade. London, 4. Februar.( W. Z. B.) Die London- NorthwesternBahngesellschaft hat alle Schiffsverbindungen zwischen Holyhead und den irischen Häfen, auch Dublin und Greenore, eingestellt. Die Schnelldampfer verfebren nicht mehr. Die City of Dublin Schiffahrtsgesellschaft, welche nach und von Liverpool, Belfast und Manchester nerfebrt, hat gestern abend ihren Dienst unterbrochen. Die Post" dampfer zwischen Stingstown und Holyhead bleiben im Verkehr, da die Regierung alles Risiko übernommen hat. Westlicher Kriegsschauplah. Der französische Tagesbericht. Der türkische Krieg. Das Landungskorps der„ Emden" bei Russische Lebensmittel für Frankreich. London, 4. Februar.( W. T. B.) ,, Daily Telegraph" meldet aus Paris vom 1. Februar: Zwischen der russischen und der französischen Regierung ist ein Vertrag abgeHodeida gelandet. schlossen worden, nach dem Rußland Frankreich 25 Millionen Pud Weizen und 6 Millionen Berlin, 4. Februar.( W. T. B.) Ueber S. M. Schiff Bub 3uder liefern soll. Der Termin der Ablieferung Ayesha" geht die Nachricht ein, daß der Kommandant, wurde auf mehrere Monate verteilt. Die französische ReKapitänleutnant von Müde, mit dem Landungskorps gierung hat sich erboten, die Lieferung im voraus zu beS. M. Schiff„ Emden" in der Nähe von Hodeida zahlen. ( Südwestküste von Arabien) eingetroffen und von den türkischen Truppen mit Begeisterung empfangen sei. Nachdem die Fahrt durch die Straße von Perim unbemerkt von den englischen und französischen Bewachungsstreitkräften gelungen war, vollzog sich die Landung an der Küste ungestört in Sicht eines französischen Gefecht bei Ismailia. Paris, 4. Februar.( W. T. B.) Amtlicher Kriegs- Panzerkreuzers. bericht von Mittwochnachmittag 3 Uhr. Vom Kampfgebiet nördlich der 2ys ist nichts zu melden. Zwischen Lys und Dise im Abschnitte von Noulettes westlich Lens brachten unsere Batterien lebhaftes Kairo, 4. Februar.( Meldung des Reuterschen Bureaus.) Gestern feindliches Artilleriefener zum Schweigen. Die Deutschen ließen auf haben die britischen Truppen eine Begegnung mit dem Feinde bei dem Ancrefluß oberhalb von Avaluy nördlich von Albert Brandsmailia gehabt. Ein Sandsturm hinderte den Feind am Vorschiffe los. Diese wurden von uns vor ihrer Explosion angehalten. rüden. Wir hatten sechs Verwundete. Unsere Artillerie erzielte fortgescht ausgezeichnete Ergebnisse im Aisnetal. Wir sind westlich der Höhe 200 bei Perthes leicht vorgerückt, wobei wir Gefangene machten und Gegenangriff zurüdwarfen. Ju den Argonnen fand gestern bci Bagatelle ein zweiter deutscher Angriff gegen 6 Uhr abends statt, der ebenso wie der Angriff um 1 1hr mittags abgewiesen wurde. An der Front auf den Maashöhen und in den Vogesen herrschte Ruhe. Im Elsaß richteten wir uns auf dem Gelände ein, das wir füdlich von Ammersweiler gewonnen haben. Paris, 4. Februar.( W. T. B.) Gestern abend um 11 Uhr wurde folgender amtliche Kriegsbericht ausgegeben: Es ist nichts zu melden außer drei deutschen Angriffen westlich Berthes und nördlich Le Mesnil les Hurlus und nördlich Massiges, welche alle abgewiesen wurden. In den Argonnen hat ein neuer Angriff bei Bagatelle in der Nacht vom 2. zum 3. Februar stattgefunden, der von unseren Truppen abgewiesen wurde. Oestlicher Kriegsschauplah. Vom südafrikanischen KriegsSchauplate. 29 Vom Burenaufstand. Kanada fordert 100 Millionen Dollar Kriegskredite. Loudon, 4. Februar.( 2. T. B.)„ Daily Telegraph" meldet aus Montreal: Das Barlament wird am nächsten Donnerstag eröffnet werden und sich ausschließlich mit Striegsangelegenheiten be schäftigen. Für die Fortführung des Krieges werden 100 Millionen Dollar gefordert werden. Was Japan von China verlangt. London, 4. Februar.( W. T. B.) Das Reutersche Bureau meldet aus Peking: Amtlich wird Schweigen über die Forde= rungen Japans bewahrt. Diese betreffen die Eisenbahn von Bungkau nach Weihfien, industrielle Konzessionen in der Mandschurei, in der südlichen Mongolei und in Schantung, Bergwerkstonzeffionen in Schantung, Kiangfi, Anhui, Fukien, die Erneuerung der Pacht von Port Arthur, sowie die Erledigung verschiedener ausstehender Fragen. Die Regierung verhält sich ruhig und vorsichtig, das Publikum ist erregt. " Amsterdam, 4. Februar.( Privattelegramm des Der Daily Telegraph" meldet ans Pretoria, 4. Februar.( Meldung des Reuterschen Bureaus.) Vorwärts".) Bier Offiziere und hundert Buren, ein Teil von Mariz' Streitefing: Die Oeffentlichkeit dringt auf ein Abkommen mit träften, haben sich bei Kakamas ergeben. Fünfhundert Mann er- England und Japan zur Klärung der verworrenen Lage. gaben fich mit Kemp. Eine amtliche Erklärung. Rekrutierungsschwierigkeiten in der Kap- Belt Die Aufliche Regierung hat es für gut befunden, Folonie. Pretoria, 4. Februar.( W. T. B.) Amtliche Meldung des Reuterschen Bureaus. Einundsiebzig tauglich befundene Männer, die fich geweigert hatten, gegen Deutsch Südwest afrita zu dienen, sind vor ein Striegsgericht gestellt worden. Lebensmittelteuerung Berlin, Februar. T. Beitung" aus dem Telegrammwechiel, der bor dem Ausbruch des gegenwärtigen Strieges zwischen Seiner Majestät dem Kaiser und dent russischen garen stattgefunden hat, ein Telegramm des letzteren vom 29. Juli zu veröffentlichen, in dem unter anderem darauf hingewiesen wird, daß es richtiger wäre, das ferbisch- österreichische Problem dem Haager Schiedsgericht zu übergeben. Es wird der Deutschen Regierung unterstellt, daß sie dieses Telegramm absichtlich nicht veröffentlicht habe, um den Versuch des Zaren, den Krieg noch unmittelbar vor seinem Ausbruch durch seinen Vorschlag zu beschwören, mit Stillschweigen zu übergeben fer l Zu dieser Unterstellung ist zunächst zu erflären, daß in das deutsche Weißbuch nur die für den Gang der Verband. Lungen ausschlaggebenden Telegramme der beiden Herricher auf genommen worden sind. Zu diesen ist das vorliegende Telegramin nicht gerechnet worden. Meldung des russischen Generalstabs. Der Große Petersburg, 4. Februar.( W. T. B.) Generalstab gab gestern abend folgendes bekannt. In und soziale Konflikte in England. Ostpreußen haben sich unsere Truppen bei dem Dorfe Groß- Medunischfen auf dem linken Ufer der Angerapp befestigt. Amfterdam, 4. Februar.( Privattelegramm des Auf dem rechten Weichseluser sind die Zusammenstöße Vorwärts".) Die englische Teuerung nimmt ständig zu. mit dem Feinde häufiger geworden. Die ernsthaftesten Zu- Seit Juli stieg der Preis des Gefrierfleisches um 28, in der Das jest nachträglich veröffentlichte Telegramm des garen bom sammenstöße haben auf der Front Lipno- Bejun stattgefunden. Provinz um 32 Proz., das Brot um 18, in der Provinz um 29. Juli lautete: Unsere Truppen erstürmten den Flecken Stempe und wiesen 14 Proz., Fisch um 51 resp. 31 Proz., Zuder um 69 resp. Dante für Dein verföhnliches und freundliches Telegramm, während die offizielle Mitteilung, die heute Dein Botschafter einen Versuch des Feindes, das Dorf Blino zu nehmen, ab, 65 Proz., Eier um 62 resp. 65 Proz., Kartoffeln um 11 resp. meinem Minister gemacht hat, in einem sehr verschiedenen Zon indem sie ihm schwere Verluste zufügten. Wir nahmen hier 22 Broz. Der soziale Konflift wird verschärft durch die Ber- gehalten war. Ich bitte Dich, diesen Unterschied zu erklären. Es einen Bataillonskommandeur, drei andere Difiziere und hundert fuche des Unternehmertums, unter dem Vorwande des iwürde richtiger sein, das österreichisch- ferbische Problem der Soldaten gefangen. Auf dem Linten Weichselufer Arbeitermangels das Achtstundengesetz außer Kraft zu sehen. Haager Konferenz zu übergeben. Ich vertraue auf Deine Weis heit und Freundschaft." ging der Kampf in der Linie Borzymow- Gunin- Bolia- Arbeiterfeindlich ist auch die ant Dienstag vom OberDas Antworttelegramm des Raisers 3 ist im deutschen Chiellowska, Scierce Bolimotosti am 2. Februar mit der gericht gefällte Entscheidung in dem Prozeß eines Geweißbuch, Anlage 23, veröffentlicht. Angesichts feines Wortlautes gleichen Straft weiter. Der Feind führte über 14 Regimenter ivertidafters gegen die„ Daily Citizen", der bedarf es gewig feiner Erklärung mehr, weshalb Kaiser Wilhelm in die vorderste Feuerlinie. Große Massen von Artillerie, auf die Rückzahlung der von seinem Verband gekauften Blatt- auf den Schiedsgerichtsvorschlag des Zaren in feiner Unte Abgesehen davon, daß darunter schwere, feuern Tag und Nacht. Einen besonders anteile im Betrage von 1000 Pfund Sterling flagte, weil wort nicht mehr eingegangen ist. tvar, hatte er anhartnäckigen Charakter nahm der Kampf in dem Dorf diese Anlage politischen Charakter trage und somit den Ge- der Vorschlag nur militärischen Vorbereitungen Rußlands gegen werkschaftsaufgaben widerspreche.„ Daily Citizen" wurde gesichts der Gumina( Gunin?) an, wo wir heftige Angriffe nach verurteilt. Das Urteil ist von unabsehbarer Tragweite, da Defterreich- Ungarn jede fachliche Bedeutung verloren. Ruß blutigem Kampje Mann gegen Mann abwiesen. Obgleich der das Blatt durch weitere Klagen auf zurückzahlung der An- des garen an Seine Majestät abging, trotz der wiederholten land hatte an dem gleichen Lage, wo das Telegramm Feind fortgesett ungeheuere Verluste erleidet, fährt er fort, teile leicht zugrunde gerichtet werden könnte. deutschen Warnungen die Mobilmachung von 13 Armeekorps gegen neue Kräfte in den Kampf zu führen. Feindliche AngriffsDesterreich- Ungarn erklärt, ohne daß eine gleiche Maßregel öfters Die englische Arbeiterpartei interpellierte Mobilmachung hatte schon am 24. Juli begonnen.) Der Nidaufer reichisch- ungarischerfeits vorhergegangen war.( Die tatsächlich e Schiedsgerichtsvorschlag eines Staates, der wegen der in Betracht tommenden Streitigkeiten seine Truppen mobilisiert und dadurch mit dem Kriege droht, konnte unmöglich als wirklich ernst und aussichts. voll angesehen werden. versuche am Nib aufer hatten keinen Erfolg. Die Rämpfe in den Karpathen entwickeln sich und nehmen einen immer hartnäckigeren Charakter an. Man hat die Anwesen. heit bedeutender deutscher Streitkräfte festgestellt. Heldentod eines deutschen Offiziers. Am 30. November 1914 war eine Offizierspatrouille unter Führung des Leutnants b. Griesheim nach Bielsk zu 3iveden der Aufklärung ausgefandt worden. Die Patrouille, bestehend aus dem Offizier, einem Unteroffizier und 14 Wiann, wurde in der Gegend von Lelice plötzlich von 40 russischen Husaren umzingelt und beschossen. Gleich zu Beginn des Scharmüßels fiel das Pferd des Leutnants v. Griesheim. Die Patrouille tehrte ohne ihn und vier Husaren zu ihrer Schwadron zurück. zu Fuß lief Leutnant v. Griesheim über gefrorenen Ader und das brechende Eis eines Grabens in ein nahegelegenes, einzelstehendes Haus. Der befehlführende ruffische Offizier fandte den deutschsprechenden Besitzer des Hauses an Leutnant v. Griesheim mit der Aufforderung, sich zu ergeben. Leutnant v. Griesheim Ichute das ab. Die Aufforderung wurde wiederholt und damit begründet, daß jeder Widerstand des einzelnen gegen eine Truppe wegen der Preissteigerung. London, 4. Februar.( W. T. B.) In der gestrigen Sigung des Unterhauses fragte Henderson( Arbeiterpartei) den Premier Was den in dem Telegramm des Kaisers von Nußland ers minister, ob er eine Erflärung darüber abgeben wolle, wie weit die hierfür aufgestellte Kabinettskommission den Preisen für wähnten Schritt des deutschen Botschafters in Petersburg, Grafen ebensmittel nachgegangen sei, was für Daten vorlägen, ob Bourtalès, beim Minister des Aeußern Sialonow betrifft, so war das eine Mitteilung des Botschafters an den Minister, worin er in ernster die Untersuchung bald beendet sei und dem Hause bald Gelegenheit Weise darauf hinuvies, daß ein weiteres Fortfahreiten russischer geboten würde, die Frage der Preise für Lebensmittel und andere Mobilmachungsmaßnahmen eine ernste Gefährdung des europäischen notwendige Gebrauchsgegenstände zu erörtern. Asquith antwortete. Friedens bedeuten würde. Diese Mitteilung, die den Charakter einer freundschaftlichen die Kommission habe der Frage ihre volle Aufmerksamkeit zuges wendet. Er fönne noch nicht sagen, wann die Arbeiten abgefchloffen Warnung trug, war in Wirklichkeit nichts anderes als eine Wieder würden. Es werde jedoch ohne Verzögerung geschehen, da die Re- bolung dessen, was der Botschafter seit dem 25. Juli in allen feinen gierung fich der Dringlichkeit der Frage bewußt sei. Henderson Unterredungen, die er mit dem Minister gehabt hatte, hervorgehoben fam später nochmals auf dasselbe Thema zu sprechen und wies auf hatte. Graf Bourtalès hatte feit dem Tage, an welchem die russische Garde die Etimmung im Lande, besonders unter den armen Leuten, hin, wurde, keine Gelegenheit vorübergehen lassen, ohne Herrn Siajonow die die gegenwärtigen Preise, welche an Hungersnotpreise grenzten, mit dem größten Ernst auf die Gefahren aller militärischen Vorbesonders hart empfänden. Er verlangte eine Erörterung der An- bereitungen hinzuweisen. Es handelte sich also bei der Mitteilung, gelegenheit zu Beginn der nächsten Woche. Asquith antwortete, die auf die das Telegramm des Baren Bezug nahm, in feiner Weise Frage solle sobald wie möglich behandelt werden. unmöglich sei. Leutnant v. Griesheim zählte die Patronen in Die französische Regierung gegen den Papst. seinem Revolver und ließ dem russischen Offizier sagen:„ Ein deutscher Offizier ergibt sich nicht; ich habe noch fünf Patronen; Amsterdam, 4. Februar.( Privattelegramm des die reichen für euch und mich." Es entspann sich darauf ein kurzes Vorwärts".) Wie der„ Daily Telegraph" berichtet, verGefecht, in dem Leutnant v. Griesheim zwei schwere Wunden davontrugs. Als der russische Offizier eintrat und den Zutodegetroffenen bot die französische Regierung die Verlesung des Papstgebets fragte, weshalb er sich nicht ergeben habe, zeigte Leutnant v. Gries- für den Frieden in den Kirchen. Einige flerifale Blätter heim auf sein Eisernes Kreuz und sagte:" Damit ergibt man sich wurden wegen ihrer Kommentare zu diesem Verbot konfis nicht." Er wurde sofort verbunden, starb aber auf dem Transport. 3iert. Der Pariser Erzbischof Amette hängte dem Gebet Der ruffische Brigadekommandeur ordnete für den deutschen einen Bassus über die Erflehung des Heils für das VaterOffizier ein Begräbnis mit militärischen Ehren an. Eine russische land an. Echwadron mit Gewehren gab ihm das letzte Geleit auf dem um eine Kundgebung, die mit dem während der ganzen Verhandlungen von Deutschland angeschlagenen verföhnlichen Zon im Widerspruch stand. Wenn der Bar fie anders aufgefaßt hat, so fann die Er tärung hierfür nur darin gefunden werden, daß der ruſſiſche Miniſter es anscheinend unterlassen hatte, feinem Kaiserlichen Herrn von der vorhergegangenen deutschen Warnung vor militärischen Rüstungen Kriegsbekanntmachungen. Feldpoftpäckchen bis 500 Gramm als dauernde Einrichtung. Berlin, 4. Februar.( W. T. B.) Wie wir hören, wird die Boftverwaltung mit Ablauf der jessigen Bädchen- Woche( 7. He bruar) die Beförderung von Feldpostbriefen nach dem Feldheer im Gewicht über 250 Gramm bis 500 Gramm nicht einstellen, Kirchhof zu Drobin. Der Ortsgeistliche hielt die Andacht. Die Die Humanité" als Sachwalter der sie in deutschen Buchstaben setzten, was auf der Erkennungsmarke Interessen feindlicher Staatsangehöriger. sondern solche Sendungen bis auf weiteres dauernd bes Ruffen schmüdten das Grab mit einem hohen Holzkreuz, auf das des Gefallenen stand: b. Griesheim Leutnant im Thür. Husaren- Negt. Nr. 12. dazu oben links, in russischer Schrift, das Datum. Beim Wiedereinzug des Regiments in Drobin am 30. Dezember fand man das Grab des jungen Offiziers. Die Richtigkeit des Berichtes bezeugen der Ortsgeistliche, der Drobiner Arzt und ein deutscher Husar, der in Drobin in Gefangenschaft geriet. Das Heldengrab des jungen gefallenen Husarenoffiziers schmrüdten in stiller Andacht am Silvestertag 1914 fcine Regiments fameraden und seine Husaren, denen er für alle Zeiten als wahrer Held und treuester Kamerad im Bedächtnis bleiben wird. fördern. Baris, 4 Februar.( W. T. B.) Die Humanité" pro Klagen über die Weihnachtspakete. testiert gegen den Mißbrauch. den einige 8 wangs. berwalter bon Gütern deutscher und öster- Amtlich. Berlin, 4. Februar.( W. T. B.) Obgleich reichisch ungarischer Staatsangehörigen in die Heeresleitung durch Mitteilung am 21. Dezember 1914 Frankreich bei der Ausübung ihres Amtes treiben. Sie führt in allen Zeitungen bekannt gegeben hat, daß die Weih. Beispiele dafür an, daß wiederholt Wohnungseinrichtungen son nacht spatete im Osten bis auf weiteres nicht Deutschen um Schleuderpreise versteigert wurden, obgleich die Ber- ausgeliefert werden könnten, fommen wegen walter wußten, daß die Befizer der Wohnungseinrichtungen bei dieser Patete unausgefekt Anfragen an das Kriegsministerium. franzöfifchen Banken Guthaben befigen, mit denen die Verwalter Es sei daher nochmals darauf hingewiesen, daß die für einen den Mietzins zahlen könnten. Gegen ein derartiges Vorgehen sei Teil der in Russisch- Polen fämpfenden Truppen aufgelieferten bereits Einspruch erhoben worden, aber bei den augenblicklich in Weihnachtspakete nur allmählich zu den Truppen vorgeführt Frankreich herrschenden Verhältnissen sei es zweifelhaft, ob ein Ein- werden fonnten und zum Teil erst jeht nach und nach zur spruch Erfolg haben würde. Aushändigung gelangen. Müssen Sie Kartoffelpreise erhöht weröen! Immer Mieder kehrt in der Beurteilung unserer Nahrung?- nnttclversorgung in Handels- und Produzentenkreiscn der Ee- danke in den Vordergrund, daß eine sparsame Einteilung und möglichstes Verlängern der Bestände nur durch hohe Preise zu erlangen ist. Es ist gelungen, diesen verkehrten Standpunkt vei der Behandlung unserer Getrcidevorräte zurückzudrängen, um das in dieser Situation allein wirkungsvolle und zweck- ! näßige Mittel in Anwendung zu bringen, Verteilung der Vorräte. Es wird sür ein Land mit 66 Millionen Ein- wohnern sehr schwierig fein, einen sicher und leicht wirkenden Vertcilungsmodus zu finden, aber auch diese �Schwierigkeit wird überwunden werden, wie manche aridere schwere Aufgaben, die künftig noch zu lösen sein werden. Höhere Preise für ein Nahrungsmittel kann einen verminderten Konsum erzielen, aber es übt diese Maßnahme ihre Wirkung nur gegenüber den Volksschichten, deren Mittel schon so beschränkt sind, daß s'.e höhere Aufwendungen nicht machen können; und wenn nicht billigere Ersatzmittel da sind, so würde das Einsetzen von Hungerrationen für diesen Teil der Bevölkerung die weitere Folge sein. Der Teil der Bevölkerung, der seinen Haushaltsetat leicht erhöhen kann, den die höhere Ausgabe nicht berührt, braucht die Einschränkung des Konsums nicht zu betreiben, für die besser situierten Volksklasscn sind höhere Preise kein Zwangsmittel. Gerade in der gegenwärtigen Zeit möchte eS aber besonders bitter empfunden werden, wenn diejenigen, die die wirtschaftliche Unbill mit besonderer schwere zu tragen haben, noch besondereDpferbringen, ihnen der Brotkorb höher gehäugt wird, der schon nicht im Ucbermatz ge- füllt war. Eine solche ungleichmäßige Behandlung der ver- schiedenen Bevölkerungsschichten muß den entschiedensten Widerspruch hervorrufen, der auch einen Widerhall finden würde in den Reihen der Millionen, die heute draußen im Schützengraben ihr Leben in die Schanze schlagen. Es muß anerkannt werden, die Regierung hat sich nicht von dem Interesse der Produzenten- und Handelswelt bei ihren letzten Maßnahmen leiten lassen, denn in diesen Kreisen ist natürlich der Anreiz zu hohen Preisen und guten Ge- Winnen schwer zu unterdrücken. Die Regierung"ist zurück- getreten von einem Mittel, das wirkungslos bleiben muß und zu einer Züchtigung der ärmeren Volksklassen ausarten konnte. Nachdem der Versuch, die Getreidepreise zu erhöhen, ver- eitelt worden ist, wendet sich das Bemühen mit besonderen! Eifer der Erhöhung der Kartoffelpreise zu. Es ist bekannt, daß besonders in Händlerkreisen ein starker Widerwille gegen die Preisbindung für Kartoffeln bestand. Man verlangte die Aufrechterhaltung der freien Konkurrenz, unter der schon eine Zeitlang der Doppelzentner Kartoffeln bis zu 12 M. und darüber hinaufgeschraubt war. Warum verlangt man nun setzt wieder die Herauffetzung der Höchstpreise oder noch besser Aufhebung der Preisfestsetzung'4 Man behauptet, daß auch 5lartoffel!l nicht in dem Bestand vorhanden swd, daß wir frei schalten und walten können. Wenn toir hier auch sparen müssen, so wäre es die höchste Zeit, die Brannt- tveinbrenncrci vollständig zu untersagen, um diese Kartoffeln für andere Zwecke zur Verfügung zu haben. Man will ferner durch die höheren Preise sür Kar- toffeln den Landwirten einen Anreiz geben, die Kartoffeln bei guten Preisen sür die menschliche Nahrung zur Verfügung zu stellen, anstatt im großen ilmfang an das Vieh zu verfüttern. Wir wissen, uns fehlen tvichtige und große Mengen von Futtermitteln, die toir in Friedenszeiten vom Ausland einführen. Für den Landwirt bleibt also nichts übrig, als das sehlende Futter durch die Verwendung von Kartoffeln zu ersetzen. Kann daran eine höhere Preissestsetzung für Kartoffeln etwas ändern? Das würde sicher in merkbarer Weise nicht eintreten. Die Viehpreise werden in nächster Zeit, wenn nicht eine Preisfestsetzung stattfindet, eine solche Steigerung er- fahren, daß die Kartoffelpreise im gleichen Tempo hinauf- geschraubt werden müßten, um die Wirkung zu erzielen, Kartoffeln nicht als Viehfutter zu benutzen. Wo soll daS hinführen? Unseren bisherigen Verbrauch an Kartoffeln hat die Produktion decken können. Es wäre aber möglich, daß die größere Verwendung in diesem Jahre uns zur Vorsicht nötigt, um nickst an diesem wichtigen Hilfsmittel für unsere Nahrungs- mittelverforgung Mangel zu leiden. Liegt diese Gefahr vor, dann heißt es auch hier die An- ordnung zu treffen, die bei der Verwendung der Getreide- Vorräte nötig war, in diesem Fall Einschränkung der Verwendung der Kartoffeln für die Vieh- f n t t e r u n g. Das wird aber nicht anders zu erreichen sein, als durch größere Abschlachtung des Aichs. Die Maßnahme ist außerordentlich� hart, empfindlich für die Landwirtschaft und auch für den Fleischkonsum, aber es gibt keinen anderen Weg, der uns zum Ziel führt. Lieber eine Verringerung des Fleisch konsmus, als ein eventueller Mangel an einem Nahrungsmittel, das der ärmeren Bevölkerung unentbehrlich ist. ,.■ 5,11, e!"" wo wir damit rechnen müssen, wahr- schemlich ist diese Befürchtung übertrieben, uns die ge- nügenden Lebensmittel fehlen können, der ärmeren Be» völkerung das ihr gehörige Nahrungsmittel, die Kartoffel, im V reife erhöhen, würde als ein schwerer schlag empfunden werden, der mit seiner ganzen Härte nur die ärmeren Volksschichten trifft. Heute wo Millionen Frauen und Kinder auf die dürft'me Unterstützung angewiesen sind, an diese sich zu wenden, ihr müßt höhere Aufwendungen machen für eure dürftigen Ansprüche ini Hau?- halt, wäre eine Härte, die auch in den maßgebenden Kreisen mit dem nötigen Verständnis gewürdigt werden sollte. Ein für allemal sollte diese Beunruhigung beseitigt werden, es liegt im Interesse einer inneren Kräftigung des Landes. Unsere wirtschaftliche Bereitstellung muß sich nicht nur bemühen, die vorhandenen Nahrungsmittel in zweckmäßiger Weise zu verteilen, sondern auch die Bevölkerung davor schützen, daß sie nicht eines Tages die Vorräte durch ihre Preishöhe der ärmeren Volksklasse als unerreichbar entrücken werden, um sie nur den Zahlungsfähigen zu offerieren. Das würz vermieden werden. In dieier ernsten Zeit müssen alle zusammenhalten, dem steht aber die Vcrpfüchtung gegenüber: Keine Maßnahmen, die wichtige Interessen einer � großen Bevölkerungsschicht aufs schwerste verletzen und die geeignet sind, die wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit zu schwachen! politische Ueberstcht. Aus der Reichstagsfraktiou. Die Fraktion hat sich gestern in eingehender Weise mit der Frage des Friedens beschäftigt. Außerdem hat sie sich mit einer Anzahl wichtiger sozialpolitischer Anregungen befaßt. In allen diesen Fragen wurde eine erfreuliche Ueberei'.t- stimmung erzielt. In den Fraktionsvorstand wurde an Stelle des aus- geschiedenen Genossen Ledebour Genosse Hoch gewählt. Als Etatsredner wurden die Genossen H a a s e und Scheide mann bestimmt. Im Anschluß an die im„Vorwärts" veröffentlichte Erklä- rung Liebknechts faßte die Fraktion folgenden Beschluß: .Die Fraktion weist die Behauplung. daß die Bewilligung der Kriegskredite den Interessen des Proletariats, dem Parteiprogramm und den Beschlüssen der internationalen Kongresse widerspricht, mit aller Entschiedenheit zurück. WaS die Berbreitung irreführender Mitteilungen an das Ausland durch Gen. Liebknecht betrifft, so wurde mehr als genug festgestellt, um den Beschluß der Fraktion zu rechtfertigen." Weiter hat die Fraktion folgenden Beschlutz gefaßt: .Die Fraktion erklärt den von Ledebour gegen die Geschäftsführung des Fraktionsvorstandes erhobenen Vorwurf der VerschlcppungS- und Bertuschungspolitik als jeder tatsächlichen Grundlage entbehrend und verurteilt sein Vorgehen aufS schärfste." Ein Zeitungsverbot. Wegen Aufnahme eines Artikels über Kardinal Mercier ist das Erscheinen des„Fränkischen VolksblatteS" vom stellvertretenden Generalkommando des zweiten bayrischen Armeekorps für drei Tage verboten worden. Erörterung der Friedensbedingunge*. Im„T a g" setzt C. Naschdan die Erörterung über die Notwendigkeit der öffentlichen Besprechung von Friedens- bcdingungen fort. Er schreibt: „ES mahren sich in den Zeitungen stetig die Acußerungen namhafter Politiker, die cS für erwünscht, ja für notwendig erachten, daß die bisher von der Zensur verhinderte oder doch eingeschränkte Besprechung der Bedingungen, unter denen Deutschland Frieden schließen könne, zugelassen werde. Ein an- gesehener Parteiführer hat in einer Zeitschrift die Besorgnis ausgesprochen, daß der jetzige Zustand sich schließlich dem eines überheizten KesielS vergleichen lassen werde, dessen Sicherheits- Ventil geschlossen, und daß dann die Möglichkeit einer Ex- plosion nicht abzuweisen sei. Niemand wird die Bedeutung und die Wichtigkeit der Frage verkennen.... Gewiß, der zurzeit bestehende Zustand, daß in der Oeffent- lichkeit nicht besprochen werden soll, was alle Welt bei uns bewegt, ist schwer zu ertragen, und für die, die sich eifrig mit der Zukunft unseres Landes beschäftigen, be- sonders schwer, deiul sie hegen die Besorgnis, daß unter der Fülle von Möglichkeiten, die sich, je nach dem Stand der großen Ereignisse, bieten können, auch den erfahrensten und besiberaten- sten Staatsmännern Wichtiges und Bedeutsames entgehen kann, und daß der unter Umständen wohltätige Einfluß der öffentlichen Meinung bei der Schnelligkeit der Eni- Wickelung völlig ausgeschaltet bleibt. Heut leben wir in dem Zustande, daß wir die Frage der Friedensbedingungen wie einen dunklen Familicnvorgang, wie das„Gespenst im Hause" behandeln, von dem man nur unter vier Augen redet." Allerdings hält Raschdan den Tag für die Erörterung der Friedeusbedingungen noch nicht gekommen. Als Grund dafür gibt er im Kern den an, daß bei freier Diskussion die Wünsche zu überspannt nnd phantastisch ausfallen und daniit nur Schaden anrichten würden: „Zu den Nachteilen dieser öffentlichen Darstellungen al>er ist nicht bloß die Verwirrung zu rechnen, die sie bei uns im Lande und in seiner bisherigen Geschlossenheit an- richten können, sondern auch die Wirkung auf das Aus- land. und zwar ganz besonders das neutrale Ausland. Es erscheint nicht geraten, diese Betrachtung hier weiter aus- zudehnen und in Einzelheiten einzutreten. Nur so viel möchte ich an dieser Stelle andeuten, daß unser Verhältnis zu unseren Gegnern nicht durchweg vom Standpunkte deS glücklichen lleberwinders aus betrachtet und be- urteilt werden sollte. Wir werden in diesem Kampfe den Sieg davontragen, aber wir siegen nur darum, weil jedes Kind vom ersten Tage ab bei uns erkannt hat, daß wir um unser ganzes Dasein kämpfen, und weil jeder, Soldat und Bürger, für eine höhere Sache kämpft als unsere Gegner. Aber diese unVergleich- liche, nie dagewesene Opferbereitschaft und ihre guten Erfolge dürfen uns nicht zu Uebertreibungen führen, die unsere Sache schädigen müssen.... Nicht die Be- sprechung einzelner Friedensbedingungen an sich erscheint heute bedenklich, wohl aber die Maßlosigkeit der Programme mit ihren Rückwirkungen auf In- und Ausland." Wir glauben versichern zu können, daß es an besonneneren Stimmen dagegen nicht fehlen wird; daher erscheint uns der Einwand Raschdans hinsällig. Höchstpreise für Schweine. Die Preise für Schweine sind von Markt zu Markt in ben letzten Monaten gestiegen; auf dem gestrigen Berliner Viehmarkt betrug die Höchstnotiz für den Zentner 165 M., bezahlt wurden sogar bis 112 M.; und die Annahme ist durchaus begründet, daß, wenn nichts geschieht, um Einhalt zu tun, die Schweinepreise noch iveiicr und ohne Grenze in die Höhe gehen werden. Dieser Zustand ist, wie die„Allge- meine Fleischer-Zeitung" ausführt, unerträglich und im höchsten Grade bedenklich, und die Regierung darf diesem Treiben nicht länger mit verschränkten Armen zusehen, sondern muß ihm durch Festsetzung von Höchstpreisen für Schweine einen Damm setzen. Ein innerer Grund sür das maßlose Hinaufschrauben der Schweinepreise ist nicht vorhanden; es ist lediglich eine Folge der behördlichen Auf- forderuug an die Bevölkerung, sich mit Fleischdaucr- wäre beizeiten zu versorgen, und der Nötigung der Gemeinden, ebenfalls große Mengen Fleifchdauerware für die Zeit der Knappheit einzulagern. Das Verbot der Verfütterung von Roggen und Gerste und die notwendig gewordene Abschlach- tung eines sehr beträchtlichen, nach Millionen zählenden Teiles unseres Schivcinebestandcs müßte ja eher einen Rückgang der Schweineprcise nach sich ziehen. Em weiteres unberechtigtes Steigen der Sckiweinepreise muß verhindert werden: sonst würde der Genuß des unerschwinglich teuren Schweine- flcisches für weite Schichten der Bevölkerung unmöglich werden und die Mahnung zur Einlagerimg von Dauerware keine ausreichende Verwirklichung finden können. Die Regierung gesteht jetzt selbst ein. daß sie viele Maßnahmen auf dem Ge- biete der Volkseniährung früher hätte ergreifen sollen. Möge sie in der Frage der Höchstpreise für Schweine nicht die gleiche Schuld zu bereuen haben!_ Zur Brotfrage. Die. Landeszeitung für Neusteelitz" erfährt aus angeblich zuverlässiger Duelle, daß im Bundesrat über die Einführung eines EiilheitSbroteZ für das ganze Reich Verhandlungen schweben, die jetzt zum Abschluß gelangt find. Eine Verfügung des LundeSrais sei zu erwarten._ Nahruugsmittelvorsorge durch die Stadt. Die Stadt Köln hat auf ihren 43 eigenen Hofgütern eine Ge- samtfläche von 153 Heklar mit Wintcrgemiise bepflanzt. Ferner hat sie die Grundeigentümer von Bauplätzen usw. aufgefordert, ihr das Land kostenlos zur Bewutswastung zu überlasscil. Die Ländereien werden parzellenweise an Minderbemittelte zum Anbau von Kar- toffeln und Gemüse abgegeben. Es haben sich in wenigen Tagen über 533 Bewerber für diese Parzellen gemeldet. Als Dünger stellt die Stadt den Straßenkehricht zur Verfügung. Der städtische Lebens- mittelverkaus erstreckt sich jetzt aus Kartoffeln, Heringe, Schmalz und wird demnächst auf Sauerkraut und Hülsenfrüchte ausgedehnt. Für die Verproviantierung sind bisher acht Millionen Mark auf« gewendet. Nachdem die Stadt Köln bisher die Kartoffeln nur zentnerweise verkauft hatte, gibt sie jetzt auch zehnpiundweiie zu 45 Pf. ab. um so den Aermften die Benutzung der städlischen Verkaufsstellen zu er- möglichen. Am Mittwoch war der Andrang in der Hauptmarkthalle so gewaltig, daß die Absperrvorrichtung durchbrochen und Polizei zur Aufrcchterhaltung der Ordnung herbeigerufen werden mußte. Trotzdem gelang die Wiederherstellung der Ordnung nicht, so daß der siädtffche Kartoffelverkaus für diesen Tag geschloffen werden mußte. Mehrere Frauen wurden im Gedränge ohnmächtig. Unter den Tausenden befanden sich Leute, die stundenweit aus Vororten gekommen waren und zwei Stunden gewartet hatten, um 13 Pfund Kartoffeln für 45 Pf. zu erstehen. Zentrum und„Burgfrieden". Im Reichstagswohlkreis Eichstätt, in dem eine Nachwahl stattzufinden hat, haben auf Anregung der Zentrumspartei die anderen Parteien, Liberale und Sozialdemokraten, beschloffen, von der Aufstellung eigener Kandidaten Abstand zu nehmen und den Burgfrieden streng zu wahren. Dieses Entgegenkommen hinderte die Zentrumspartei nicht, gleichwohl mit einem Wablaufruf an die Oeffentlichkeit zu treten, der sich in scharfen polemischen Wendungen gegen Andersdenkende ergeht und die religiöse Frage, wie das in ZentrumSkreiien üblich ist. zu Angriffen benutzt. Ob unter solchen Ilmständcn viel Neigung bestehen wird, auf den vom Zenrrum aus- gegangenen Borschlag, während des Krieges generell alle Wahl- kämpfe ruhen zu lassen, einzugehen, ist sehr zweifelhaft. Oberbürgermeister Adickes gestorben. Am Donnerstag früh ist in Frankfurt a. M. der frühere Ober- bürgermeister von Frankfurt Dr. Franz Adickes im Alter von 39 Jahren gestorben. Schon seit jungen Jahren stand AdickeS im kommunalen Dienst, zuerst in Dornnund, dann in Altona und seit 1891 in Frankfurt a. M. als Nachfolger Miguels, dem AdickeS als Nationalliberaler auch politisch nahestand. AdickeS war als kommunalpolitifcher Praktiker und Theoretiker außerordentlich rührig. Besonders betätigte er sich auf dem Gebiet der Gemcindsbesteuerung nnd der städtischen Bodenpolitik. In späteren Jahren verblaßten seine bürgerlich-sozialreformatorischen Ideen etwas. Mehrfach ist er auch als Kandidat für preußische Ministersessel genannt worden, hat aber nach Mitteilungen liberaler Blätter freiwillig auf einen solchen Posteu verzichtet._ Kriegssistnng der Hamburger Bürgerschaft. Auf Antrag deS Senats bewilligte die Bürgeifchafl am Mit!« woch die Niütel zur Errichtung eines verbesserten Meldewesens für einlaufende Scblffe und zum Ausbau der Hafenanlagen. Die Arbeitslosigkeit ist beträchtlich zurückgegangen. Hauptsächlich ist dies günstige Ergebnis bewirkt durch verständiges Zusammen- arbeiten der Unternehmer- und Arbeiterorganisationen und durch die vom Statistischen Bureau eingeleitete Zusammenfassung des bisher in Hamburg arg zersplitterten ArbeitSnachweisweienS. Die Fraktionen der Grundeigentums Vertreter beantragten den Erlaß der Grundsteuer für die während des Krieges nicht eingehenden Mieten. Der Antrag, der zunächst an den Senat geht, wurde sin Prinzip angenommen. Zwei Iveitere Anträge, die erst während der Sitzung eingingen und demnächst zur Bsralung kommen, sind ebenfalls durch den Krieg hervorgerufen. Ein Amrag verlangt Einführung des Schieß« Unterrichts in den oberen Klassen der FortbildungS- und höheren Schulen. Ter andere Antrag fordert Bereitstellung von Mitteln für die baldige Erbauung eines Hamburger Kriegs« invalidenheims. Bemerkenswert ist noch, daß erstmals ein Sozialdemokrat in eine Verwaltungsbehörde des Hamburger Staates gewählt wurde, was bisher die bürgerliche Mehrheit stets„prinzipiell" ablehnte. Zum Mitglied der Behörde für da» Gewerbe- und Forlbilduugs- schulwejen wurde Genosse Emil Krause erwählt. Grenzen der Humanität. Zu unserer Notiz in der Montagsausgabe werden wir gebeten, mitzuteilen, daß die Anfangsworre des kritisierten Artikels in der „Kreuz-Zeitung" lauten: „Man spricht zurzeit von der Möglichkeit, die Bevölkerung deS von Teutschland besetzten Gebietes vor den Schiecken einer Hungersnot zu vc wahren. Wir Deutschen sind die letzten, die hierzu nicht die Hand bieten würden." Unseres Erachtens wird dadurch der von uns besprochene weitere Passus nicht abgeschwächt. Er lautete: „Eine Bevölkerung zu ernähren auf Kosten der Deutschen, der die Möglichkeit absichtlich von ihrer eigenen Regierung und deren Bundesgenossen genommen wird, sich mit Hilfe der neutralen Mächte selbst zu helfen, wäre nichts weiter als ein Wahnsinn. England, dieser Freund Frankreichs und Belgiens, bildet sich ein, wir Deutsche wären diesem Wahnsinn verfallen, wenn eS jetzt, nachdem Millionen Einwohner ihrer Verbündeten in untere Hand gegeben sind, noch den Versuch macht, eine Getreide- zufuhr nach Belgien und über die Schweiz bezw. Italien nach Frankreich aus Amerika zu verhindern. Einem solchen verbreche- rischen und verräterischen Treiben gegenüber kann nicht oft und laut genug betont werden, daß kein deutscher Soldat aris Noc seinen Riemen auch nur ein Loch enger schnallen darf, ehe die von uns besetzten Gebiete dem Hungertyphus preisgegeben sind. Die Engländer allein tragen die Verammorlung dafür. Bei ihnen mögen sich die ver- raienen Freunde bedanken." Unserer Auffassung nach liegt eine Pflicht, nach Möglichkeit für Ernährung der Gefangenen und der Bevölkerung im be- setzten Feindesland zu sorgen, stets vor. Letzte Nachrichten. Unterseeboote für England. London, 4. Februar.(W. T. B.) Nach einem Bericht der „Associated Preß" werden in Kanada 23 Unterseeboote für England gebaut, wovon zehn vor diesem Herbst abgeliefert werden sollen. Aus der Partei. Eine Abwehr. Die Konsumgenossenschaftliche Rundschau" veröffentlicht in ihrer letzten Nummer( 52) des Jahres 1914 einen langen Artikel vom Redakteur dieses Blattes Dr. Aug. Müller über den Zentralverband deutscher Konsumvereine im Kriegsjahre 1914". Dieser Artikel enthielt in der Einleitung einen unmotivierten Angriff gegen bestimmte Ansichten in der sozialdemokratischen Partei. Dieser Angriff war auch in der Form äußerst verlegend. So hieß es z. B.: land- Westfalen. Dort wurde der Angriff besprochen und gegen nur zwei Stimmen folgende Resolution beschlossen: " auf seinen Abbrud, da schon seine äußere Gestaltung tendenziös an mutet. Die Stritit des Vorwärts" an diesen Vorgängen halten wir für berechtigt. Boltmann Gemüse, Die Konferenz fann sich mit der Schreibweise des Herrn Dr. Müller in der Konsumgenossenschaftlichen Rundschau" nicht Amtlicher Marktbericht der städtischen Markthallen- Direktion über einverstanden erklären. Ganz besonders entspricht der Artikel in den Großhandel in den Zentral- Martihallen.( Ohne Berbindlichkeit.) Nr. 52 in der Form nicht den Ansichten der ver- Donnerstag, den 4. Februar. Fleisch: Rindfleisch ver 50 kg, Dájen sammelten Vertreter und auch nicht der Stellung der fleisch Ia 80-90, do. Ila 73-79, do. Ila 69-72; Bullenfleisch Ia 78-83, deutschen Genossenschafter auf den Genossenschaftstagen und auf do. Ila 69-77; Stühe, fett 63-68, do. mager 53-59, do. dänische dem Internationalen Kongreß in Hamburg. Die Versammelten 50-55; Grefser 56-70, Fresser, dänische, 50-62, Bullen, dänische, 54-66; sind vielmehr der Ansicht, daß die„ Konsumgenossenschaftliche Stalbfleisch, Doppellender 125-135; Mafttälber Ia 90-105, do. IIa 65-88; Kälber ger. gen. 45-55. Hammelfleisch: Mastlämmer 90-96; Hammel Rundschau" so redigiert werden muß, daß durch das Verhalten der Ia 85-90, do. Ila 78-84; Schafe 80-85. Schweinefleisch: Schweinte deutschen Genossenschaftspresse teine Schwierigkeiten entstehen bei fette 95-106, sonstige 90-94, bän. Sauen 72-76. der Wiederaufnahme der internationalen Ver inländisches: Kartoffeln, Daberiche 50 kg 0,00; weiße Kaiserfronen Magnum bindungen nach dem Kriege. Ferner halten die anwesenden 0.00; bonum 0,00; 0,00-0,00; Borree, 0,50-1,00; Sellerie, Schod 4,00-7,00; Spinat 50 kg Vertreter die„ Nundichau" nicht für die richtige Stelle, Schock wo Herr Dr. A. Müller seine persönlichen Ansichten über 15,00-28,00; Mohrrüben 4.00-5.00; Wirsingkoht Schod 5,00--11,00; die Theorien der Sozialdemokratie zum Austrag bringen kann. Wirsingfohl 50 kg 6,50-7,00; Beißfob! Ehod 5,00-11,00, Weipfohl 50 kg 7,50-8,00; Rotfohl, Schod 5,00-11,00; Rotkohl 50 kg 6,50 bis Der Wunsch der Versammlung geht dahin, daß die„ Rundschau" 7,00; Grünkohl 50 kg 8,00-12,00; Kohlrüben 50 kg 4,50-7,00; eltower feiner Partei die Mitarbeit an der Genossenschaftsbewegung ver- Rüben 50 kg 12,00-16,00, Märkische Rüben 50 kg 4,00-12,00; leidet." Rosenloh! 50 kg 20,00-30,00, Meerrettich Schock 6,00--14,00; Petersilienwurzel Schockbund 4,00-6,00; Zwiebeln 50 kg 13,50-15,00, Die Versammlung der Berliner Gewerkschaftsfunktionäre. Rhabarber, Hamburger, Bd. 0,12-0,15. Apfelsinen: italienische 50 kg Murcia Die Elberfelder Freie Presse" übernimmt die von uns ge- 7,00-11,00, dito 200 Stüd 8,00-9,00. 300 St. 9,00-10,00, Messina BlutDiese deplazierte Polemik in der Zeit des" Burgfriedens" hat machten Bemerkungen zu der Versammlung der Berliner Gewert- 200 St..8,00-13,00, bito 300 Stüd 8,00-14,00, Messina 160 St. jetzt zu einem Protest aus Konsumvereinstreifen schaftsfunktionäre und schreibt im Anschluß daran:„ Diesen Be- 80 St. 8,50-9.00, do. 100 St. 7,00-8,75, do. 150 St. 7,00-10,00. felbft geführt. Am 24. Januar tagte in Düsseldorf eine Konferenz merfungen des Vorwärts" fügen wir hinzu, daß der Bericht über Spanische 420 St. 15,00-21,00, do. 714 St. 18,00-25,00, do. 1061 St. der Verwaltungsmitglieder des Konsumvereinsverbandes für Rheins die fragliche Versammlung auch uns zugegangen ist. Wir verzichten 24,00-36,00, do. 420 St. large 23,00-30,00. „ Wer sich jetzt Stunden ungetrübter Heiterfeit bereiten will, dem fann nur empfohlen werden, einmal nachzulesen, welche Rolle der Weltkrieg in der Phantasie der marristischen Katastrophentheoretiker gespielt hat. Alle diese angenehmen Herr schaften aus Holland, Rußland, Polen, Galizien und anderen interessanten Ländern, die seit Jahrzehnten von der deutschen Arbeiterschaft als Lehrer und Wortführer ertragen werden mußten... Zwanzig, dreißig Jahre sind die deutschen Arbeiter mit diesem Blödsinn gefüttert worden..." Dem Undenten unserer auf dem Kriegsschauplak gefallenen Genossen! Bet den Kämpfen in Rußland fiel unser Genosse, der Schloffer Fritz Drewitz Sozialdemokrat. Wahlverein Niederbarnim. Bez. Reinickendorf- Ost. Freireligiöse Gemeinde. Am 3. Februar verstarb nach kurzem Leiden unser langjähriges Vorstandsmitglied Jean Lützler 55/4 im 45. Lebensjahre. Wir werden sein Andenken stets in Ehren halten. Die Beerdigung findet am Sonntagnachmittag 3 Uhr von der Halle unseres Friedhofes, Pappelallee 15-17, aus statt. Sozialdemokratischer Wahlverein f. d. 4. Berl. Reichstagswahlkreis Stralauer Viertel. Bezirk 293. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Abteilungsführer, der Arbeiter Johann Lützler, Capriviitr. 18, gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonntag, den 7. Februar, nachmittags 3 Uhr, von der Halle des Freireligiösen Friehofes, Pappelallee, aus statt. 219/14 Um rege Beteiligung ersucht Der Vorstand. Sozialdemokratischer Wahlverein L. d. 5. Berl. Reichstagswahlkreis. Abteilung 1a. Bez. 418. Am 3. Februar verstarb nach längerem Siechtum unser Partei: genoffe Hermann Baude Elbinger Straße 44 im Alter von 44 Jahren. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet morgen Sonnabend, nachmittags 4 Uhr, vom Zentral- Friedhof Friedrichsfelde aus statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht Der Vorstand. 222/7 Deutscher Metallarheiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Schraubendreher Hermann Baude am 2. Februar an Gehirnschlag gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 6. Februar, von der nachmittags 4 Uhr, Leichenhalle des städtischen Friedhofes in Friedrichsfelde aus statt. Rege Beteiligung erwartet 131/17 Die Ortsverwaltung. Am 27. Januar verstarb auf dem Schlachtfelde im Osten an den Folgen eines Kopfschusses mein inniggeliebter Mann, der Heizer Albert Kasulke Unteroffz. im Ref.- Reg. Nr. 59. In tiefem Schmerze[ 137 Bitme Berta Kasulke. Du warst so gut und starbst so früh, Wer Dich gekannt, vergißt Dich nie. Nachruf. Am Sonntag, den 24. Januar, verstarb nach langem Leiden unser langjähriger und treuer Sanges bruder August Würdig. Wir werden sein Andenken in Ehren halten. 4A Männergesangverein Namenlos. Der Vorstand. Sozialdemokratischer Wahlverein f. d. 2. Berl. Reichstagswahlkreis. Bezirk 125. Am 3. Februar starb nach langem, schwerem Leiden unser langjähriger Genosse, der Arbeiter Wilhelm Kettel Gräjestr. 32. am Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Sonnabend, den 6. Februar, nachmittags 22 Uhr, von der Leichenhalle des Zentral- Friedhofes in Friedrichsfelde aus statt. Um rege Beteiligung bittet 221/6 Der Vorstand. Sozialdemokratischer Wahlverein Johannisthal. Den Parteigenossen zur Nachricht, daß am Dienstag, den 2. d. Mts., der Genosse Heinrich Schmitt Tapezierer, Trützschlerstr. 2, nach kurzem Leiden verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 6. d. Mts., nachmittags 4 Uhr, bon der Leichenhalle des Jobannisthaler Gemeinde- Friedhofes aus statt. Um rege Beteiligung der Parteigenossen bittet Der Vorstand. Deutscher Holzarbeiterverhand. Zahlstelle Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Klavier arbeiter Wilhelm May, Schwedter Str. 48, im Alter von 61 Jahren ge= storben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 6. Februar, nachmittags 4 1hr, von der Leichen. halle des Friedhofes der Zions gemeinde in NiederschönhausenNordend aus statt. Um rege Beteiligung ersucht Die Ortsverwaltung. 96/11 Deatscher Transportarbeiter- Verband. Bezirksverwaltung Groß- Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Pader Georg Borchert bon der Firma Müller am 3. Februar 1915 im Alter von 38 Jahren verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 6. d. Mts., nachmittags 2, Uhr, von der Leichenhalle des neuen Luisen- Kirchhofes in Neukölln, Hermannstraße, aus statt. Den Mitgliedern ferner zur Nachricht, daß unser Kollege, der Arbeiter Fritz Fendler am 2. Februar im Alter bon 43 Jahren verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 6. Februar, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenballe des Markus Friedhofes in Wilhelmsberg aus statt. 70/16 = Die Bezirksverwaltung. Verh.d. Schneider, Schneiderinnen und Wäschearbeiter Deutschlands Filiale Berlin. Unseren Mitgliedern hiermit zur Nachricht, daß der Herrenmaßschneider, Kollege Gustav Blümel am 2. Februar im 55. Lebens jahre verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Freitag, den 5. Februar, nachmittags 3 Uhr, von der Halle der St. Simeons- Gemeinde in Brit, am Mariendorfer Weg, aus statt. 165/16 Die Ortsverwaltung. Köpenick. Den Genossen sowie allen Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß uns unser inniggeliebter und einziger Sohn und Bruder Willi Wurl im Alter von 11 Jahren durch Ertrinken plößlich entrissen wurde. Dies zeigen an Die trauernden Eltern und Geschwister. 145A Die Beerdigung findet heute Freitag, nachmittags 4 Uhr, vom Trauerhause Grünauer Str. 43 aus statt. 10,00-12,00, 200 t. 7,00-9,00, 300 St. 8,00-10,00. Mechaniker- Kittel Schlosser- Anzüge kaufen Sie am besten und billigsten in dem größten Spezialgeschäft von Kohnen& Jöring, Arbeits- und Berufs- Kleidung Alexanderstraße 12. Rosenthaler Straße 53. Landsberger Allee 148. Neukölln, Bergstr. 66. Zentralverband der Zimmerer Deutschlands. Zahlstelle Berlin und Umgegend. Bezirk 4. Den Berufsgenossen zur Nachricht, daß unser Mitglied Wilhelm Schwenzer am 2. Februar verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Freitag, den 5. Februar, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle der St. Andreas- Gemeinde in Wilhelmsberg aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 255/5 Der Vorstand. Verband der Sattler u.Portefeuiller Ortsverwaltung Berlin. Den Kollegen hiermit zur Mitteilung, daß unser Mitglied, der Sattler Heinrich Schmitt Berkstatt Luftverkehr verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 6. d. M., nachmittags 4 Uhr, von der Leichenballe des Gemeinde Friedhofes in Johannisthal aus statt. Zahlreiche Beteiligung erwartet 158/16 Die Ortsverwaltung. Männergesangverein Hilaritas ( Mitgl. d. D. A.-S.-B.). Auf dem östlichen Kriegsschauplatz fiel unser treuer Sangesbruder Otto Getzke Winsstraße 58. Reich an Humor! Immer gern gesehen! Er hatte nur Freunde! Ruhe sanft! Arbeiter 20A Deutscher Metallarbeiter- Verband. Verwaltungsstelle Berlin. N 54, Linienstr. 83-85. Telephon: Amt Norden 185, 1239, 1987, 9714. Bureau geöffnet von 9-1 Uhr und von 4-7 Uhr. Sonntag, den 7. Februar 1915, vormittags 10 Uhr: Fortsetzung der Branchen- Versammlung der Eisen-, Metall- u. Revolverdreher sowie Rundschleifer in Obiglos Festsälen( früher Keller), gr. Saal, Koppenstr. 29. Ohne Mitgliedsbuch fein Zutritt. Bahlreiches und pünktliches Erscheinen wird erwartet. 131/16 Verkäufe. Teppich- Thomas, Dranienſtr. 44 Die Ortsverwaltung. Verschiedenes. Patentanwalt Müller, Gitschiner spottbillig farbfehlerhafte Teppiche, straße 16. Gardinen. Vorwärtslejern 5 Prozent Extrarabatt. 10st* Vermietungen. Wohnungen. Taschenbuch für Gartenfreunde. Ein Ratgeber für die Pflege und sachgemäße Bewirtschaftung des häuslichen Zier, Gemüse- und Obstgartens von May Hesdörfer. Zweite vermehrte Auflage. Mit 137 Tertabbildungen. Preis 3,50 Mark. Expedition Bor nungen sofort billig. wärts, Lindenstraße. Singermaschine 10,00. Neander 230/ 6* straße 27, of parterre. Möbel. 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Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet morgen Sonnabend, den 6. Februar, nach mittags 2 Uhr, vom Trauerbause Schönhauser Allee 51 nach dem Gethsemane Stirchhof, Nieder: Schönhausen, statt. 47/18 Rege Beteiligung erwartet Die Ortsverwaltung. Bautifchler, Bezirk II: 6 Uhr, bei Bramer, Weidenweg 85. 6 Uhr, bei Büttner, Schwedter Cifchler, Bezirk Norden: ontag, den 8. Februar, abends Sonntag, den 7. Februar, borm. Straße 23. Tischler, Bezirk Süden: 10 Uhr, bei Gwald, Schönleinstr. 6. Tagesordnung in allen Bersammlungen: 1. Wahl der Delegierten zur Generalversammlung. 2. Neuwahl der Kommission. 3. Verbandsangelegenheiten. Achtung, Jalousiearbeiter! beitstäufe, Andreasstraße 30. Kaufgesuche. * tüchtige Straft, die alle einschlägigen Arbeiten vollkommen beherricht, reflettiert. Dagegen wird selbständige Stellung bei gutem Gehalt garantiert. Ang. m. Gehaltsanfpr. an Voigtländer& Lohmann Metallfabritations- G. m. b.§. Essen( Ruhr). 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Verantwo. Redakt.: Alfred Wielepp, Neukölln. Inseratenteil verantw. Th.Gløde, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdr. u. Verlagsanstalt filber, Glübftrumpjajche kauft Blümel, 246/3 Fritz Puppel, Grätzstr. 59 Auguit straße 19. Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 1 Beilage u. Unterhaltungsbl Hr. 36. 32. Jahrgang. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. „ Kriegssozialismus." auch bei freihändigem Verkauf erzielt haben würden. Durch die Beschlagnahme findet also weder eine Kürzung der Bodenrente noch des Handelsprofits statt. Ja, die ganze Maßnahme stellt noch nicht einmal die VerstaatIn der Frankfurter Volksstimme" finden wir den lichung des Getreide handels im eigentlichen Sinne nachstehend abgedruckten Artikel des Genossen Dr. Paul Lensch über Kriegssozialismus": " Die Freitag, 5. februar 1915. Volksernährung im Kriege. In dem„ Lehrkursus über Bolfsernährung im Kriege" sprach dar, geschweige denn eine Verstaatlichung der Boden- gestern Prof. Dr. Elzbacher über: produkte". Bei einer Monopolisierung des GetreideDedung des Fehlbetrags: handels ist der Staat der selbständige Träger aller Es ist Tatsache, daß wir einen gewaltigen Anteil unseres ErDaß es wirklich eine revolutionäre Epoche ist, die wir durch Kaufs- und Verkaufsvorgänge. Nach der jetzigen Verordnung Wolk ist aber würdig, die Wahrheit zu hören, und wir gestehen es nährungsbedarfs vom Auslande bezogen haben. Das deutsche Teben, dafür ist die Einführung des Reichsgetreidemonopols ein kontrolliert und beschränkt der Staat nur die Handelsüberwältigender Beweis. In solchen Sturmzeiten der Revolution operationen zwischen den Lieferanten und den Gemeinden be- uns flar werden, daß uns von dem, was wir bisher verbraucht daher offen ein, daß unsere Lage furchtbar ernst ist. Es muß lernen alle Klassen der Gesellschaft, und nicht zuletzt auch die herrschenden, ganz merkwürdig schnell. Vor wenigen Monaten ziehungsweise der Kriegsgetreidegesellschaft. Gemeinden und haben, an Nährwerten ein Viertel, an Eiweiß sogar ein noch galt bei ihren der Sozialismus und die mit ihm verbundene Striegsgetreidegesellschaft verkaufen ihre Vorräte dann weiter Drittel fehlen. Das klingt schlimm, ist aber nicht so schlimm. Gedankenwelt als schlechthin lächerlich, heute müssen sie im Sozia- mit entsprechenden Aufschlägen an die Abnehmer( Bäcker) und Wir müssen uns andererseits auch klar werden, daß wir ein wohllismus den einzigen Retter aus der Not der Zeit erkennen, und es die Konsumenten zahlen schließlich für Mehl und Brot einen habendes Volk waren, das einen gewissen Lugus getrieben hat und war nur eine ungewollte Kennzeichnung der Situation, als bei Preis, in dem die Bodenrente des Produzenten, der Handels- daher mehr verbrauchte, als notwendig war. Wir müssen uns nun den Verhandlungen zwischen der Reichsregierung und unseren Ge- profit der Zwischenhändler und der Kapitalprofit der Mühlen eben mehr nach der Decke streden. Allerdings übersteigen die bei noffen, die der Einführung des Getreidemonopols vorangingen, und des Bäckers voll realisiert sind. Wie da ein Kriegsbeginn bei uns erzeugten Nährwerte um ein Fünftel unseren das Scherzwort fiel: Den halben sozialistischen Staat sozialistisch geschulter Politiker behaupten kann: physiologischen Bedarf. Bei Eiweiß war der Vorrat dem Bedarf haben Sie ja schon, den ganzen tönnen Sie doch nicht gleich ver- tapitalistische Produktionsweise oder genauer Futtermitteln zur Verringerung unseres Biehbestandes führen etiva gleich. Dagegen ist aber zu beachten, daß der Mangel an langen!" Ju der Tat bedeutet und es liegt im Interese unserer Agi- gefagt, die Methode der kapitalistischen Aneignung ist zu muß und zur Berringerung der menschlichen Nahrungsmittel ge führt hat. Leider haben wir uns nicht rechtzeitig genug tation, darauf mit viel größerem Nachdrud hinzuweisen, als es fammengebrochen", bleibt uns schleierhaft. Die Behauptung, die jetzige bundesrätliche Verordnung Wir sind indessen in der Lage, die Erzeugung von Nährwerten int der Lage angepakt und 6 Monate lang in den Tag hineingelebt. bisher geschehen ist die Einführung des Getreidemonopols den größten prattischen Triumph, den bisher der Sozialismus liege auf dem halben oder ganzen Wege zum Sozialismus, Inland im nächsten Erntejahre zu steigern. Wir müssen aber den über den Kapitalismus errungen hat. Und gerade der Umstand, beruht auf einer Verwechselung sozialistischer mit fortwährenden Verlust bei dem Umwandlungsprozeß der Nahrungs daß die Regierung durch ihr allzulanges 3ögern bewies, wie blut- sozialdemokratischen Forderungen. Unser Programm mittel auf ein Mindestmaß herabdrücken. Wir brauchen feine sauer ihr dieser Schritt wurde, daß sie sich zu ihm erst verstand, enthält eine Reihe von Forderungen, die( wie z. B. ,, Weltlichkeit der Zeiden auf uns zu nehmen, sondern es ist nur nötig, daß wir unsere ols sie erkannte, daß nichts und gar nichts sonst noch helfen könnte, Schule") auch innerhalb der gegenwärtigen Gesellschaft Gewohnheiten etwas ändern. Das können wir aber mit Leichtig crhöht nur die Bedeutung dieses Triumphes. Dic tapita= listische Produktionsweise. oder genauer gesagt, die durchaus realisierbar sind und nichts spezifisch Sozialistisches feit, wenn die Einsicht vorhanden ist, daß wir nicht nur militärisch, Methode der kapitalistischen Aneignung ist zusammenge- enthalten. Ihre Berwirklichung würde daher keineswegs einen sondern auch volkswirtschaftlich den Stampf zu führen haben. Jede brochen: dieses Eingeständnis müssen jetzt angesichts der gan- Fortschritt zum" Sozialismus bedeuten. Uebrigens erhebt usfuhr von Nahrungsmitteln muß unter allen Umständen unterbleiben. Bei Kriegsbeginn machten sich Bestrebungen geltend, zen Welt die Leute machen, die sich bisher als die berufenen das Erfurter Programm eine Forderung auf Errichtung von 3uder auszuführen, da man glaubte, daß wir für die große Menge Schüber des Kapitalismus gefühlt hatten und denen jede andere Staatsmonopolen nicht. Die Partei hat sich zu einer solchen Zucker, die wir früher ausgeführt hatten, keine Verwendung haben Wirtschaftsform bisher als total unmöglich erschienen war. Das Forderung stets fritisch verhalten. Auf dem Erfurter Partei- würden. Man darf aber nicht an das einzelne Nahrungsmittel flingt fast wie Ironie und ist doch harte Wirklichkeit. tag 1891 ist ein Antrag, die Reichstagsfraktion möge die Ver- denken, sondern muß die Nähriverte als Ganzes nehmen. Deshalb Es ist überflüssig, zu sagen, daß die Veritaatlichung staatlichung des Getreidehandels fordern, durch Uebergang zur darf kein Zuder ins Ausland gehen. der Bodenprodukte, wie sie das Getreidemonopol vorsteht, Tagesordnung abgelehnt worden. Wir erwähnen das Der Redner erörtert dann die Mittel, um das vorhandene noch nicht die Verstaatlichung von Grund und Boden selber ist, wie nur im Zusammenhang mit der Frage des„ Striegsfozialis- Defizit zu vermindern, namentlich nach der Richtung der Beseiti fie das Parteiprogramm verlangt. Also Sozialismus in unserem mus", ohne aber damit uns gegen die Forderung von zweck dem, was man an Nährwerten verfüttert, bekommt man beim gung der Umwandlungsverluste bei den Nahrungsmitteln. Bon Ginne ist es noch nicht, und der Bolismund hat ja auch für die mäßigen, den Konsumenten dienstbaren Monopolen zu Schwein nur 44 Proz. als Fleisch und Fett heraus, von Eiweiß nur awungen fah, das gute Wort: Kriegssozialismus geprägt. wehren. Jedenfalls bedeutet die Einführung eines Staats- 24 Proz. Beim Schlachtrind ergibt das Futter nur 40 Proz. Fleisch Aber so mangelhaft dieser Kriegssozialismus auch ist, so wenig monopols noch nicht einen Triumph des Sozialismus über den und Fett und wir bekommen nur 20 Proz. von dem den Tieren viele Maßregeln der Negierung schamlose Spetulantengewinne Stapitalismus. Denn dann hätte der Sozialismus in Ruß- eingegebenen Eiweiß zurück. Wir müssen bedenken, daß wir verhindern konnten, einige sogar jie noch ungewollt vergrößert land und Desterreich schon gewaltige Triumphe gefeiert. 25 Millionen Schweine und 21 Millionen Kinder haben und berückhaben, so ist doch schon dieser Kriegssozialismus imstande, aus Was Sozialismus ist, sagt unser Erfurter Programm sichtigen, was da an Nährwerten verbraucht wird. Besonders zahllosen Köpfen festgefrorene Vorurteile gegen den Sozialismus sehr klar: schlimm ist es bei den Nährwerten, die auch für die menschliche megzuschmelzen. Vollkommen fertig und gepangert, wie Athene Nahrung verivendbar sind, wie Kartoffeln, Roggen, Gerste und aus dem Haupte des Zeus, wird der Sozialismus überhaupt nicht „ Nur die Verwandlung des kapitalistischen Privateigen Milch. Das Schwein hat man als unseren neunten eind in die Erscheinung treten. Er wird der kapitalistischen Gesellschaft tums an Produktionsmitteln Grund und Boden, bezeichnet. Dann verweist der Redner noch auf die Verluste bei in zäher Arbeit abgerungen werden, von einer Anerkennung zur Gruben und Bergiverfe, Rohstoffe, Werkzeuge, Maschinen, Ber- der Umwandlung von Milch in Buttermilch, bei der Fabrikation anderen wird sie sich dem Neuen, dem Werdenden, dem Grauenfehrsmittel in gesellschaftliches Eigentum, und die Umwandlung von Stärkemehl und bei der Herstellung von Alkohol. Eine wesenthaften gegenüber gezwungen sehen, und da kann man in der Tat der Warenproduktion in sozialistische, für und durch die Gesell- liche andere Hilfe ist, daß wir die Vergendung von Nahrungsnom Getreide monopol das gleiche sagen, was Marg einst schaft betriebene Produktion." mitteln vermeiden. Wie groß diese Vergendung ist, darüber macht vom Zehnstundentage jagte: es ist ein Sieg des Prinzips. Nun gibt es wenn Begriffe einen Sinn haben sollen-man sich meist gar fein flares Bild. Geheimrat Rubner hat die Der Weltkrieg, der seiner wirtschaftlichen Bedeutung nach dem Sozialismus mur in diesem, unseren Sinne, und in und da ergab sich, daß auf den Kopf jedes Einwohners pro Tag Berliner Stanalabwässer auf ihren Fettgehalt untersuchen lassen Imperialismus erst mal eine große Bresche eröffnen wird, der uns nicht in die Gefilde der Völkerverbrüderung und des ewigen keinem anderen. Jedenfalls trägt es nicht zur Klärung und 20 Gramm Speisefett tommen! Daun muß auch noch die BerFriedens, sondern zunächst in die Epoche eines wirklich weituna Erkenntnis der Gegenwart bei, wenn man andere, veraltete, geudung durch das schlechte Kartoffelschälen genannt faffenden Stapitalismus und schärfiler Selassentämpfe führen wird, unroissenschaftliche Begriffe des Sozialismus aufwärmt. Feiert werden. Durch das Schälen geht uns ein Sechstel der Skartoffel er muß mitten im gewaltigsten Sturm der Ereignisse vor dem doch in diesen Tagen selbst die alte Harmonielehre" bei verloren. Bei einem Verbrand von jährlich 14 Millionen Tonnen Sozialismus falutieren: ohne dich tomme ich nicht weiter! Sozialdemokraten ihre luftige Urständ! Die Bundesrats. Startoffeln macht das über 2 Millionen Tonnen! Beim Brot Mit vollen Recht wies die Voltsstimme" darauf hin, daß verordnung hat uns recht und schlecht und spät eine Art müssen wir uns far werden, daß das Wort unserer Väter, daß es namentlich auf dem Lande eine geradezu frevelhafte Verschwen Staatsmonopol gebracht, aber nicht den halben oder viertel Sünde ist, mit dem Btot leichtfertig umzugehen, uns in unserer bung von Getreide bei der Viehfütterung usw. stattfand, und daß Sozialismus. Es ist nicht einmal der Sieg eines neuen timmung.) Ebenso leichtsinnig sind wir mit den Obst und Zeit allzusehr aus dem Gedächtnis cutfchwunden ist( Stiltm. Sudie agrarische Bevölkerung sich als nicht fähig eriefen habe, ihre Prinzips, denn staatliche Monopole gibt es jeit langem, in Teischresten umgegangen. Wenn man all diese BergenWirtschaft und ihren Verbrauch nach allgemeinen Wohlfahrts Deutschland wenigstens Anfähe dazu( Regelung der Stali- bungen vermeidet, tönnen wir ein Zehnter bis ein Fünftel unserer rüdjidjten einzurichten. Gerade hier fommt eine besonders schwache Nähriverie als neugeschenkt betrachten. Was auf die Städte hinStelle der fapitalistischen Gesellschaft zum Vorschein. Die Pro- produktion). duktion der Lebensmittel, also die wichtigste Funktion der Gesell Etwas Neues birgt die Bundesratsverordnung aller- sichtlich der Bergeudung der Genußmittel zutrifft, trifft vielfach auf schaft, bleibt heute noch der auf dem Privatbesitz von Grund und dings, und das ist die Beschränkung des indi- das Land hinsichtlich der Verwendung der Futtermittel zu. Tas Boden beruhenden Parzellemvirtschaft überlassen, wo die An- viduellen Konsums. Die Regelung der Bedarfs. find unsere großen Silfsquellen. wendung einer entwidelten Technit von vornherein ausgeschlossen deckung wird nun in einer sozialistischen Gesellschaft wahrscheinlich den. Der Landwirtschaft erwächst die Aufgabe, für gute BodenWir müssen dafür sorgen, daß die Anbauflächen erweitert wer ist und wo der geistige Zusammenhang mit der Gesellschaft auch die Folge der Organisierung der Produktion sein. Aber bearbeitung zu sorgen froß dem Mangel an Arbeitsfräften. Sie heute noch überaus dürftig ist. Der Kapitalismus ist gezwungen, fozialistische Forderungen sind trotzdem und wohl muß weiter auch für gute Düngung sorgen und für beste Aussaat, das wichtigste Bedürfnis der Gesellschaft, die Produktion der Lebens überlegterweise bisher nur auf die Regelung der Produktion Die wichtigste Aufgabe unserer Landwirtschaft im Augenblid ist mittel, einer Gesellschaftsklasse zu überlassen, der Wissen und Mittel fehlen, um die Errungenschaften der Technik voll auszu- bezogen worden, weil darin allein Besen und Stern einer aber, dafür zu sorgen, daß unser Biehstand erheblich eingenuben und die Ergiebigkeit des Bodens auf die erreichbar höchste neuen Gesellschaft ruhen werden und nur so eine gesell- schränkt wird, und solche Tiere, die Nahrungsmittelfonkurrenten Stufe zu bringen. Und gerade hier rächten sich die Mängel schaftliche Wandlung erzielt werden kann. Die Beschränkung des Menschen sind, au schlachten. Aufgaben auf Nebengebieten Stapitalismus am schärften und wandten sich am deutlichsten gegen der individuellen Bedarfsdeckung tritt notwendigerweise in wären die Einschränkung der Brennerei, Brauerei ibn selber. Gerade das Verjagen der ländlichen Bevölkerung in jeder belagerten Festung ein. Aber solche Notstands- usw. Die Industrie kann viel tun, indem sie möglichst viel Stofs erzeugt, wobei das wertvolle Ammoniak geliefert wird, ipeiter mug jozialer Voraussicht und allgemeiner Wohlfahrtspflege bei der Ber- aftionen haben nichts mit Sozialismus gu tun. die Industrie für die Stonservierung unserer Obst- und Gemüsewendung des Brotgetreides hat am meisten mit zur Einführung Deutschland ist gegenwärtig etwa in der Situation einer bestände sorgen. Große Aufgaben haben aber auch die Nondes Getreidemonopols beigetragen. Ohne dieses soziale Versagen belagerten Festung und daher die Stonjumbeschränkung fumenten, insbesondere in der Stadt. Ihre größic Aufgabe hätten wir den sozialistischen Triumph nicht erlebt. für Brot. Der Sieg eines sozialistischen Prinzips müßte ist, weniger tierische und mehr pflanzliche Nahrungsmittel zu fid) Freilich handelt es sich bei alledem nur um Kriegsfozialismus. Doch gerade von der Arbeiterschaft begrüßt werden. Aber zu nehmen. Auch für eine Steigerung des Zuderverbrauchs müſſen Das Wort kennzeichnet deutlich genug den provisorischen Charatter aller Maßregeln, die augenblidlich im Intereffe wir zweifeln sehr, ob die Tatsache, daß pro Stopf in der wir sorgen, der in Amerila noch einmal so start ist wie bei uns der Allgemeinheit getroffen werden. Ch irgend etwas und wieviel Woche nur 4 Pfund Brot verbraucht werden dürfen, bei den und in England noch erheblich größer. Vieles haben die staatlichen Maßnahmen schon erzielt, mandjes fann aber noch geschehen. Es von diesem Striegsjozialismus den Krieg überdauern wird, das Arbeiterfrauen auf uneingeschränkte Zustimmung gestoßen ist. ist auch nicht richtig, daß niedrige( 3) Höchstpreise für Startoffeln bängt von Falloren ab, die jetzt noch unübersehbar sind. In erster Das, was sich in Zukunft für die sozialdemokratische festgesezt wurden.(?) Das bedeutet eine Gefahr, da der Landginie allerdings wird es von den politischen Machtverhältnissen der Agitation wird verwenden lassen, liegt darin, daß eine staat virt dadurch in Versuchung gerät, bei der großen Futternot Aars Barteien und der Klassen nach dem Kriege abhängen. Je stärker liche Regelung komplizierter ökonomischer Vorgänge möglich toffeln zu verfüttern. die Arbeiterklasse ihre Organisationen, die gewerkschaftlichen wie ist. Bisher hat man auf gegnerischer Seite oft behauptet, Die politischen, durch den Krieg hindurchbringt, je traftvoller fie fidy so großer Drganisationsapparat lasse sich nicht schaffen ist, Aussicht, von dem provisorischen Kriegssozialismus unserer Tage und zweckmäßig in Funktion halten. Die Reichsverteilungswertvolle Teile hintberguretien in die Tage der Zufunft. Auch stelle und die Kommunen werden zeigen, daß bei gutem in Zukunft werden die politischen Fragen in der Hauptsache Macht- Willen derartige Aufgaben lösbar sind, was ja auch schon fragen bleiben, und noch nie war es für die deutsche Arbeitertiasse durch die Tatsache der einheitlichen Bewegung und Ver so wichtig, fich träftige Machtpositionen aufzuwerfen für ihre aufünftigen lassentämpfe, wie eben jetzt. Tritt sie an die gewaltigen Entscheidungen, die uns die Tage des Friedens bringen werSen, mit gerriffener Front, dann ist sie geschlagen, bevor der Stampf beginnt. Nie tat ihr Einheit und Geschlossenheit mehr not, Denn jekt. nach dem Kriege auszubauen in der Lage, il, deits mehr hat sie in jo her ration hatten. Stimmen aus der Parteipresse. wird. In einer überaus start besuchten Mitgliederversammlung des Sozialdemokratischen Vereins für den 1. Hamburger Wahltreis sprach am Freitagabend Reichstagsabgeordneter Scheidemann. pflegung von Millionenheeren bewiesen wird. Der Fortschritt Lie Haltung, die unsere Reichstagsfraktion am 4. Auguſt eingenom der Bundesratsverordnung liegt lediglich darin, daß eine der men, und die Erklärung, mit der sie ihre Haltung begründete, jei artige Drganisierung nun für die Zivilbevölkerung- wenn von der erdrückenden Mehrheit der Parteigenwoſſen gebilligt und im auch nur im militärischen Interesse vorgenommen Bolle mit Genugtuung begrüßt worden. Daran könnte heute nicht der geringste Zweifel mehr bestehen. Selbst in Bremen, wo er Wenn wir Wert darauf legen, den eigentlichen Charakter der ebenfalls start besuchten Versammlung gefunden. Aber eine arm Abend vorher gesprochen, habe er dafür die Zustimmung Soweit der Artikel des Genossen Lensch. Da ähnliche der Bundesratsverordnung flarzulegen, so geschieht das gerade andere Haltung sei für eine Boltspartei auch gar nicht möglich geAusführungen auch in anderen Parteiorganen gemacht worden im Interesse unserer Agitation. Es ist leicht möglich, daß weien, wenn wir uns nicht mit unserer ganzen bisherigen Zäligteit sind und wohl weiter erscheinen werden, halten wir es für von übelwollenden Leuten später die unangenehmen Begleit- in Widerspruch seßen wollten. Wir sind niemals Feinde des Vaternotwendig, furz auf die Frage einzugehen, inwieweit die erscheinungen der allerdings notwendigen Regelung dem landes oder Gegner seiner Verteidigung gewesen, sondern haben uns Bundesratsverordnung vom 25. Januar sozialistische oder halb- Prinzip des Sozialismus in die Schuhe geschoben werden stets gegen den Vorwurf der Baterlandslosigkeit entschieden gewebrt. fozialistische Fortschritte bringt. und damit gerade gegen sozialistische Forderungen agitiert wir machten also mit der Bewilligung der Sciegstredite nur wahr, Bergegenwärtigen wir uns den Inhalt der Bundesrats- werden wird, obgleich natürlich der Sozialismus nie und was wir immer gefagt haben. Es gibt nun freilich Dogmatiker, die verordnung. Nachdem in den ersten sechs Striegsmonaten mit nimmer für die mit dem Striege notwendig verbundenen Un- anderer Meinung sind. Einer von ihnen, Banneloel, hat in der ausländischen Presse darüber Mitteilungen gemacht, was in der Brotgetreide eine noch ärgere Spekulation als in Friedens bequemlichkeiten verantwortlich gemacht werden kann. deutschen Reichstagsfraktion vor dem 4. August vorgegangen ist. Nur wenn man die Bundesratsverordnung als eine Aber was er und andere, größtenteils anonymi, in der ausländischen zeiten getrieben worden war, entschloß sich die Regierung zu einer Beschlagnahme aller Getreide- und Mehlvorräte. itaatliche Striegsmaßregel erkannt, der wir natür- Bresse den deutschen Arbeitern empfohlen haben, ist für uns nimi Die llebernahme durch die zur Beschlagnahme berechtigten lich ebenso zustimmen, wie etwa einer ausreichenden einmal diskutabel. Soweit es geeignet ist, falsche Meinungen über Gemeinden und Kriegsgetreide- Gesellschaft erfolgt zu den seit Hinterbliebenenfürsorge, wird man der Entstehung von die Stimmung des deutschen Boltes zu verbreiten, müssen wir es sechs Monaten hochgetriebenen Marktpreisen oder zu Illusionen vorbeugen, die für die Arbeiterbewegung ge- energisch zurücweisen. Unter dem Sozialistengejek haben wir den ebenfalls unnötig hoch festgesetzten Höchstpreisen. Die fährlich werden könnten. Produzenten und Händler, denen die Vorräte abgenommen werden, erhalten demnach etwa den gleichen Preis, den siel Leute, die sich in ähnlicher Weise gegen unsere Sache verjündigten. Spiel genannt. Was heute von einzelnen getrieben wird, iit nichts anderes als Spikelarbeit. Die Partei wird sich dagegen zu wehren wiffen. Wir müssen es aber auch ablehnen, uns in erlaubten, unsere Truppen in den Laufgräben schleunigst in Bedarfswaren fast jeder gewünschten Art und Zahl zu versorgen. Die eingesessenen Arbeiter, die zurückgeblieben waren, halfen willig gegen Hergabe von Mehl und Brot, das er auch in einnigen Betrieben herstellte. Kraft und Licht lieferte die wiederhergestellte elektrische Zentrale, wie auch die deutschen Laufgräben zum Teil elektrische Zentrale, wie auch die deutschen Laufgräben zum Teil mit elektrischer Beleuchtung versorgt sind. Während wir somit diesseits der Laufgräben aus den feindlichen Vorräten schöpfen können, ist die französische Armee zum weitaus größten Teil ihrer Fabrikationsstätten beraubt, und das Land muß nach französischen Zeitungsberichten seine Feldspaten, seine Oefen und dergleichen von seinem Lundesgenossen England oder, wenn dessen Hilfsmittel auch nicht ausreichen, von den Vereinigten Staaten von Nordamerika beziehen. Zukunft noch über unsere praktische Tätigkeit von Leuten belehren Einfluß geltend, um die betreffenden Meister zur Erfüllung ihrer unserm Befih, so daß es mit der Koblenibersorgung Frankreichs zu lassen, die vor lauter Theorie den Blick für die Bedürfnisse Verpflichtungen anzuhalten. Der Innungsvorstand wurde durch schlimm aussieht, zumal England mur mangelhaft und zu einem unferes eigenen Volkes verloren haben. Der deutsche Arbeiter hat ein Schreiben vom 17. August ersucht, seine Mitglieder aufzufor- Preise liefert, der etwa um 24 Franken für die Tonne höher ist. hohe Achtung vor großer Gelehrsamkeit, gleichviel woher sie kommt, dern, daß sie nicht die durch den Krieg geschaffene Notlage zuun- Von der maschinenbauenden Industrie Frankreichs, wenn aber die Gelehrten uns nur Snüppel zwischen die Beine gunsten der Gesellen ausnußen. Auf dies Schreiben hat die Ver- die sich mit der Herstellung von Lokomotiven und Eisenbahnwagen werfen wollen, pfeifen wir auf sie.( Lebhafter Beifall.) bandsleitung jedoch keine Antwort erhalten. Dagegen berichtete die Genosse Scheidemann ging dann näher auf den Begriff Volk Innungszeitung, Obermeister Schmidt habe in einer Vorstands- beschäftigt, haben wir den größten Teil in Händen; nur ein Werk und Vaterland ein. Wer der verschrobenen Idee huldige, daß, um sizung über das Schreiben des Verbandes gesprochen und erklärt, in Belfort gehört noch den Franzosen. Noch ungünstiger sieht es für den internationalen Sozialismus zu verwirklichen, alle Nationen die Löhne seien nicht im Sinken, sondern im Steigen begriffen, der die Fabrikation schmiedeeiserner Röhren aus, für die die neuen fich auflösen müßten in einem großen Völkergemisch, der brauche Vorstand werde den Verbandsmitgliedern gestatten, den Arbeits- Werke in Aulnoye- Montbard, Louvroil, Valenciennes, Solemnes und nur nach Amerika zu gehen. Dort seien alle möglichen Völker nachweis der Innung zu benußen. Dieser Arbeitsnachweis hatte Hautmont, in denen zum Teil nach Mannesmann, zum Teil nach durcheinandergewürfelt. Und was ist die Folge? Der Kapitalis- allerdings einen Mangel an solchen Gehilfen, die bereit gewesen dem Briedeverfahren gearbeitet wird, alle im Besetzungsgebiet liegen, mus herrscht so ungehemmt wie nirgendwo in der Welt, und die wären, in Kost und Logis bei schlechten Löhnen zu arbeiten. Um Arbeiterbewegung ist schwächer als bei uns. Ganz falsch ist auch diesem" Mangel" abzuhelfen, wollte die Innung die Gemeinde- ſo daß die Franzosen beim Bezug von Röhren ebenfalls ihre englischen die Auffassung, als ob wir durch unser Verhalten nun eine Re- behörden veranlassen, die Bäckerlehrlinge vom Besuch der Fort- und amerikanischen Freunde in Nahrung sehen müssen. Die wohlgierungspartei geworden seien. Wir haben mit der Regierung bildungsschule zu befreien, damit sie in der Arbeit länger ausge- gefüllten Vorräte der Walzwerke, Gießereien und anderer Fabriken heute so viel und so wenig zu tun wie vor dem Krieg. Wir nutzt werden könnten. Ferner wurden Behörden und Vereine erarbeiten mit ihr zusammen, um die durch den Krieg erzeugte Not sucht, die Bäckergesellen allgemein von den Unterstüßungen auszuzu lindern, wir versuchen unseren Einfluß geltend zu machen, um schließen, da ein Mangel an Arbeitskräften bestehe. Infolgedessen unnötige Härten der Zensur usw. zu beseitigen, und merkwürdiger- gab der Vorstand des Nationalen Frauendienstes die Weisung, weise werden wir zu diesem angeblichen„ Kuhhandel" zumeist durch Bäckergesellen nicht zu unterstüßen. Die Verbandsleitung wies dasolche Parteiblätter veranlaßt, die sich für die radikalſten halten. gegen nach, daß zu jener Zeit im paritätischen Arbeitsnachweis Was wir getan haben und was wir weiter tun werden, das geschieht gegen 300 arbeitslose Bäcker eingeschrieben waren, und daß jede genicht der Regierung zuliebe, sondern das tun wir für uns, für das meldete Stelle, wenn annehmbare Arbeitsbedingungen geboten Volt. Wir erwarten daher auch keine Gegenleistung der Regierung wurden, drei- bis viermal besetzt werden konnte. Als Lohndrücker dafür. Wir wissen, daß wir nach dem Kriege wie vorher fämpfen wollten sich die Verbandsmitglieder natürlich nicht gebrauchen lassen. müssen, und wollen keine Belohnung für Wohlverhalten, denn wir Von den Berliner Mitgliedern des Verbandes sind mehr als haben, wie alle anderen, nur unsere Pflicht getan. 1300 zum Militär eingezogen. In Wirklichkeit ist die Zahl noch Genosse Scheidemann wandte sich weiter der Frage zu, die er größer, denn es haben sich nicht alle Eingezogenen abgemeldet. In fürzlich in einem Leitartikel des" Scho" behandelte. Durchfolge dieses Abganges, sowie des völligen Stilliegens der Kondihalten! Das muß jezt die Parole sein. Wenn der Reichskanzler toreien, Pfefferkuchen- und Zuckerwarenfabriken in der ersten das gleiche Wort gebrauchte, so brauchen wir daran keinen Anstoß Kriegszeit entging dem Verband ein großer Teil der Einnahmen an Ueber Englands Eisenindustrie erfahren wir, daß seit dem zu nehmen. Es gibt keinen besseren Ausdruck für das, was jetzt Beiträgen. Die Lücken, welche der Krieg in die Reihen der Funknotwendig und allein möglich ist. Es hat auch niemand sagen tionäre gerissen hatte, wurden bald wieder ausgefüllt. Die Agita- Ausbruch des Krieges einige Hochöfen mehr in Betrieb gekommen fönnen, was wir denn anders tun sollten. Die Stimmen, die aus tion wurde mit dem Erfolg betrieben, daß während des Krieges bis fein sollen. Andererseits hört man, daß die Beschaffung von Rohdem Ausland zu uns gedrungen und ihren Ursprung anscheinend in zum Jahresschluß 299 neue Mitglieder aufgenommen wurden. An stoffen, und zwar von Kohle wegen Mangels an Bergleiten und Deutschland haben, sind so unsinnig, daß ernste Menschen sich nicht Beiträgen wurde mehr geleistet, als der Zahl der vorhandenen Mit- Ausständen, und von Eisenerz, namentlich zu Hämatitroheisen, damit zu befassen brauchen. Niemand in Deutschland kann Deutsch- glieder entsprechend erwartet werden konnte. So konnte man von wegen geringer Zufuhr aus dem Auslande, immer schwieriger lands Niederlage wünschen. Und wenn nun in Frankreich und der Erhebung eines Extrabeitrages Abstand nehmen und trotzdem England als Kriegsziel die Seeherrschaft dieser Länder, die Nieder- in den Monaten September bis Dezember außer den sonstigen wird. Der Schiffbau ſoll gut beschäftigt sein, die gesamte Eisenwerfung und Verkleinerung Deutschlands gefordert wird, dann Unterstützungen 13 130 Mt. an die Familien der Kriegsteilnehmer industrie soll fieberhaft für den Kriegsbedarf Englands müssen wir eben durchhalten, bis dieses Ziel unserer Feinde ver- zahlen. Mit einem großen Teil der im Felde stehenden Mitglieder und Frankreichs arbeiten, ohne dem Bedürfnis genügen zu können. eitelt ist.( Beifall.) Wir können nicht wünschen, daß das Opfer steht die Verbandsleitung in enger Fühlung. Sie bekommen ihre In den Vereinigten Staaten von Amerika hatic man cbenso unferer fämpfenden Brüder umsonst gebracht, daß das Blut so Fachzeitung, und den Vertrauensleuten sendet der Verband auch wie in England darauf gerechnet, Deutschland einen großen Teil bieler Söhne unseres Landes vergebens geflossen sein soll. Wir den Vorwärts" nach. seines Außenhandels abzunehmen, namentlich in den füdamerikanidürfen nichts tun, was ihren Mut, ihre Widerstandskraft lähmen Neben den Einflüssen des Krieges sind die sonstigen Ereignisse fönnte. Das deutsche Volt hat bis jetzt in seiner Ernährung unter im Verbande vor geringer Bedeutung. Vom paritätischen Arbeits- schen Staaten. Die Rechnung war falsch, nicht nur doct, sondern diesem fürchterlichen Krieg noch nicht so zu leiden gehabt wie nachweis sagt der Bericht, daß ein ziemlich erheblicher Rückgang der auch in Nordamerika selbst liegen Handel und Wandel sehr danieder, andere Völker. Wenn es jetzt mit der Ernährungsfrage infolge der Vermittelungen zu verzeichnen ist. Das erklärt sich aus dem und man muß schon um sechs Jahre zurüdgehen, um auf eine Aushungerungspläne Englands auch für uns ernster wird, so wollen Kampf, den sowohl die Bäderinnungen als auch der Vorstand des ebenso niedrige Roheisenerzeugung zu fommen wie gegenwärtig. wir uns ohne Murren in die harte Notwendigkeit fügen. Wohl Zentralvereins für den Arbeitsnachweis gegen denselben führt. Im Die Eisenbahnen in Nordamerika haben keine Einnahmen, und wäre es besser gewesen, wenn die Regierung früher die Maßregeln paritätischen Arbeitsnachweis wurden im Laufe des Jahres 2868 die zwischenstaatliche Kommission mußte zu ihrer Aufbesserung die ergriffen hätte, die unsere Partei und die Gewerkschaften schon im Arbeitsuchende eingeschrieben. Von den 2704 gemeldeten festen Frachttarife erhöhen. August vorschlugen, aber es wäre töricht, nun, wo diese Maßregeln Stellen wurden 2481 besetzt. Aushilfsarbeiten wurden für 39 611 zur Sicherung der Ernährung endlich gekommen sind, sie als ver- Aushilfstage vergeben zu einem Tagelohn von 5,50 Mt. Am spätet abzulehnen. Wir müssen im Gegenteil alles tun, um sie so Schluß des Jahres waren noch 165 Arbeitslose eingeschrieben. wirksam wie möglich durchführen zu helfen.( Lebhafte Zustimmung.) Die Mitgliederzahl ist von 5306 am Jahresanfang auf 3383 Ueber die Zukunft, so führte Scheidemann zum Schluß aus, am Jahresschluß zurückgegangen. Diese Anzahl besteht aus 2921 machen wir uns gar keine Illusionen. Es gibt Schwarzjeher, die Bädern, 151 Konditoren, 148 männlichen und 134 weiblichen Mitbehaupten, dem deutschen Bolie werde es nach diesem Kriege nicht gliedern in Schokolade- und Zuckerwarenfabriken, 10 Hilfsarbeitern anders ergehen als nach 1813. Darauf habe er, Redner, zu er- in Bäckereien und 19 Lehrlingen. widern: Es wird unzweifelhaft wieder so kommen, wenn die Quertreiber die Oberhand bekommen.( Stürmischer Beifall.) Aber er habe auch die feſte Zuversicht, daß das deutsche Volt, daß insbesondere die deutschen Arbeiter es sich nicht gefallen lassen, daß Derartige Dummheiten gemacht werden. Einig, wie wir in den Krieg gezogen sind, wollen wir wieder daraus hervorgehen, um dann den neuen Kampf für die freiheitliche Entwickelung Deutschlands im Innern ebenso geschlossen und einmütig aufnehmen 3 fönnen.( Langanhaltender, starter Beifall.) Unser Leipziger Parteiblatt schreibt dazu im Anschluß an den Bericht: Wir wollen auf eine eingehende Betrachtung dieser Rede verzichten. Nur einige furze Bemerkungen müssen wir machen. Mit der unanfechtbaren Feststellung, der niemand widersprechen wird, daß die deutschen Sozialdemokraten keine Vaterlandsfeinde sind und niemand von uns die Niederlage Deutschlands wünschen kann, ist zur Lösung der von Scheidemann besprochenen Fragen herzlich wenig getan. Für sehr unglücklich halten wir die Ausführungen Scheidemanns über die Spigel" und gegen die Theoretiker. Ueber die Berechtigung mancher Säße, die über die deutsche Sozialdemokratie nach dem Ausland geschrieben wurden, kann man sehr abfällig urteilen; aber deswegen hat niemand das Recht, die Verfasser als Spitel zu verdächtigen. Der Spizel will der Partei schaden, will ihren Feinden nüßen. Daß die betreffenden Genossen das wollen, wird Scheidemann selbst nicht zu behaupten wagen. Der Gebrauch des übel berufenen Wortes ist deshalb eine Leichtfertigteit, wenn nicht Schlimmeres. Eine unbequeme Theorie endlich überwindet man nicht durch wohlfeile verächtliche Reden über die Theoretiker, durch Reden, die sehr verdächtig nach der Glorifizierung der schwieligen Faust schmecken, sondern nur durch sachliche Widerlegung. Recht unangebracht ist die Redewendung von dem„ sogenannten" Kuhhandel, zu dem gerade Blätter, die sich für besonders radikal halten, den Parteivorstand nötigen sollen. Genosse Scheidemann fönnte schon wissen, weshalb die Blätter der anderen Richtung nicht in diese Verlegenheit kommen können. Billig ist auch die Polemit gegen jene, die ein Aufgehen aller Nationen in ein unterschiedsloses Bölfergemisch fordern. Wir wissen nicht, ob es solche Säuze in der deutschen Sozialdemokratie gibt, sie sind uns jedenfalls noch nicht vorgekommen. Gibt es fie, so iverden sie so gering an Zahl sein, daß es wirklich nicht nötig war, Parteivorstandskanonen auf sie abzufeuern. Sehr schlimm ist der Ausfall am Schluß gegen die„ Quertreiber". Aber wir verstehen ihn er ist die Rückversicherung der Genossen, die sich mit allerlei schönen Hoffnungen für die Zukunft tragen. Erfüllen sie sich nicht, so ist nicht die Art dieser Hoffnungen, so ist nicht der falsche Blid ihr Träger, sondern dann sind die bösen Quertreiber" die Schuldigen. Ein bequemes Rezept. Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. Der Kassenbericht verzeichnet eine Einnahme von 152 549 Mt., eine Ausgabe von 137 270 Mt. und einen Bestand von 15 279 Mt. Für Unterſtüßungszwecke wurden ausgegeben: an Arbeitsloſe 37 528 Mt., an Kranke 23 301 M., an Reisende 327 Mt., an Kriegerfamilien 13 130 Mt., an Streifende 5551 Mt., Sterbegeld 755 Mt., Umzugsbeihilfe 140 Mk. Die Gesamtsumme der Unterstübungen beträgt 80 732 Mt. Zum Schluß betont der Bericht, daß die ungeheure Mehrzahl der hiergebliebenen Mitglieder treu zur Organisation steht. Nur ein kleiner Teil hat den Verband verlassen. Die beim Beginn des Krieges gehegte Befürchtung, bei längerer Kriegsdauer werde die Organisation moralisch und finanziell zusammenbrechen, hat sich als unzutreffend erwiesen. In unserem Besetzungsgebiet in Rußland liegt zwar auch etwas Eiſenindustrie von etwa 25 Proz. der russischen Kohlenförderung. Mit der Kohlenförderung soll es daher in Rußland auch schlecht aussehen, zumal der Eisenbahnbetrieb sehr mangelhaft sein soll. Da die Zufuhr nach Rußland fast gesperrt ist, so ist Geschüß- und Munitionsmangel erklärlich. Was Belgien betrifft, so ist dort die Eisenindustrie durch die kriegerischen Ereignisse lahm gelegt. Belgien bezog seine Eisenerze von außerhalb und schickte etwa 75 Prozent seiner eigenen Fabritate ebenfalls in das Ausland. Es ist daher keine Aussicht, unter den heute obwaltenden Verhältnissen die Eisenindustrie in irgendeinem Umfange aufzunehmen, obwohl die deutsche Verwaltung sonst in anerkenenswerter Weise bestrebt ist, die industrielle Tätigkeit wieder zu beleben. Mit der Kohlenförderung ist es in erfreulichem Maße gelungen, indem fast die Hälfte der gewöhnlichen Förderung wieder erreicht ist. Zur Anleihe des Dreiverbandes. Die„ Frankfurter Zeitung" meldet aus Kopenhagen:„ Politiken" Die Lage der Berliner Hutmacher war im vorigen Jahre eine erfährt aus Paris: Die Verhandlungen der Finanzminister der äußerst betrübende. Im Anfang war es eine niedergehende Kon- Dreiverbandsmächte werden besonders die Einführung eines junktur, die lähmend auf den Arbeitsmarkt einwirkte. Als dann normalen Rubelkurses und die Erleichterung der Zahlungen Mitte des Jahres in der Filz- und Klebehutbranche eine lebhaftere Beschäftigung eintrat, zerstörte der Kriegsausbruch mit einem der Kupons der russischen Anleihe in Frankreich betreffen. Auch Schlage alle Hoffnungen. Mit Ausnahme eines einzigen waren die Möglichkeit einer lebhafteren Handelsbeziehung zwischen RußNach der Pariser zunächst alle Betriebe geschlossen und neun Zehntel der Verbands- land und Frankreich soll erörtert werden. mitglieder ohne Arbeit. Durch Aufnahme der Helmfabrikation ist Konferenz reist der russische Finanzminister nach London, wo die dann allmählich eine Besserung eingetreten. Natürlich hat der ge- Frage einer Rollettivanleihe der Dreiverbandsmächte bewaltige Umfang der Arbeitslosigkeit die Kasse stark in Anspruch ge- handelt werden soll. nommen. Arbeitslose wurden 1613 mit 49 524 Tagen gezählt. Sie erhielten 23 168 M. Unterstützung aus der Verbandskasse und 8066 Mark aus städtischen Mitteln. Die allgemeine Lage hat auch ihren Einfluß auf die Mitgliederzahl geltend gemacht. Die Zahl ging Die Frankfurter Zeitung" erfährt aus London: Die Er Der argentinische Satz ist von 1115 auf 918 zurüd, wobei allerdings noch 98 zum Heeresdienst höhung der Frachtsäge hält an. Einberufene zu berücksichtigen sind. jetzt 70, vor Ausbruch des Krieges 12% Schilling. Die Steinholzleger nahmen in einer am Mittwoch abgehaltenen Versammlung die Wahlen zur Kontrollkommission sowie zur Schlich tungskommission vor. Es wurden ferner Mißstände besprochen, die vielfach bestehen. Unter anderm halten einige Firmen die tariflichen Bestimmungen nicht ein. Auch wird der Nachweis des öftern umgangen. Einzelne Redner wünschten, daß das Schiedsamt des Gewerbegerichts angerufen werde, damit es eingreife und auch hier im Interesse des Burgfriedens vermittle. Von 115 organisierten Steinholzlegern und Helfern sind bis jetzt 46 zum Militär eingezogen worden. Deutsches Reich. Erhöhung der Frachtsähe. Soziales. Gehalt oder Geschenk für Kriegsteilnehmer? Mit dieser für die jebige Zeit wichtigen Rechtsfrage hatte fich die 1. Kammer des Berliner Kaufmannsgerichts zu beschäftigen. Es handelte sich in dem zur Entscheidung gekommenen Fall um einen Reisenden 2., der vor Kriegsausbruch bei der beklagten Die Aussperrung in der Altenburger Seidenhut- und Klapphut- Firma May Abel ein Monatsgehalt von 350 M. bezog. Als sich industrie ist aufgehoben. Durch Verhandlungen, angebahnt und ge- bei Beginn des Krieges der Kläger zum Heeresdienst stellte, wurde führt von dem Vertreter der Gewerbeinspektion ist die Aussperrung ihm für die Kriegszeit eine monatliche Zahlung von 200 m. auf der Grundlage folgender Vereinbarung aufgehoben worden: schriftlich zugesichert. Die ersten Monate erfolgten auch regelDie Arbeit wird ohne Vertrag und Kündigung aufgenommen. Für mäßig die Zahlungen an die zurüdgebliebene Ehefrau, dann stellte die Lohn- und Arbeitsbedingungen gelten auf unbestimmte Zeit fie jedoch die Firma ein. In der Verhandlung vor dem Kaufdie Bestimmungen des abgelaufenen Tarifvertrags. Jeder Lohn- mannsgericht machte die Beklagte geltend, daß es sich hier nur um abzug unterbleibt. Es sind das dieselben Forderungen, die von den Ausgesperrten gestellt; aber bisher von den Fabrikanten abgelehnt worden waren. Aus Industrie und Handel. Die Berliner Bäcker und Konditoren im Jahre 1914. Der Krieg und die Eisenindustrie. : Der soeben herausgegebene Jahresbericht der Berliner VerAuf dem deutschen Eisenhüttentag in Düsseldorf berichtete waltung des Zentralverbandes der Bäcker und Konditoren sagt unter anderem: Der Krieg hat die Verhältnisse im Bädergewerbe Dr. Schrödter über die Wirkung des Krieges auf die Eisenindustrie. über den Haufen geworfen. Die Organisation war mit den Vor- Nach der„ Köln. Ztg." berichtete er u. a. folgendes: Was zunächst bereitungen einer Lohnbewegung für 1915 beschäftigt. Die Streits Frankreich anbetrifft, so liegen zurzeit im deutschen Besetzungsin zwei Berliner Großbädereien hatten kein Ergebnis. Mit gebiet Teile von zehn französischen Departements mit insgesamt anderen Großbetrieben wurden Tarifverhandlungen angebahnt, denen der Ausbruch des Krieges ein jähes Ende bereitete. An den 2 100 000 hektar und 3255 000 Einwohnern, und damit sind ersten Tagen der Mobilmachung wurden 700 Mitglieder zum Heere 68,8 Proz der Gesamtkohlenförderung, 78,3 Pro3. vom Koks, 90 Proz. vom Eisenerz, 85,7 Proz. vom einberufen. Dadurch entstand ein augenblicklicher Mangel an Arbeitskräften. Doch bald änderte sich die Situation. Gelernte Roheisen, 76 Proz. vom Rohstoff( darunter 95,3 Proz. vom Bäcker, die in anderen, durch den Kriegsausbruch stillgelegten Er- Thomasstahl, 76,9 Proz. vom Stahlguß) und nicht weniger als werbszweigen beschäftigt waren, strömten dem Bädergewerbe 100 Proz. von Röhren in unserm Besiz. Redner schilderte wieder zu. Dadurch wurde nicht nur der Mangel an Arbeitskräften in sehr anziehender Weise die Bedeutung dieses Beſitzes und das, beseitigt, sondern es trat ein ueberangebot ein, so daß die Zahl der was er auf den Werken selbst beobachtet und festgestellt hat. Die arbeitslosen Bäckergesellen bedeutend stieg. Diese Situation nuzten Eisenerzförderung liegt bis auf ganz wenige Felder viele Bäckermeister aus, um die Arbeitsbedingungen zu verschlechtern. Insbesondere verweigerten sie den freien Tag, die Be- innerhalb unseres Waffenbereichs, und dasselbe gilt von der ganzen zahlung der Ueberstunden und glaubten, die Tarifbedingungen all- Industrie, die sich von der belgischen Grenze bis zur Nordküste hingemein aufheben zu können. Die Verbandsleitung machte ihren zieht. Von den Kohlenfeldern ist ein erheblicher Teil in eine Schenkung, nicht um Gehalt handeln könne. Ein Gehalt sebe immer eine Gegenleistung voraus, eine solche liege hier aber nicht vor. Eine Schenkung bedürfe indessen zu ihrer Gültigkeit gemäß§ 518 des Bürgerlichen Gesetzbuchs der gerichtlichen oder notariellen Beurkundung, die im vorliegenden Falle nicht erfolgt sei. Als die Firma im August dem Kläger das Versprechen machte, habe sie damit gerechnet, daß der Krieg in einigen Monaten beendet sein werde. Troß dieser Einwände verurteilte das Kaufmannsgericht die Beklagte, an die Ehefrau des im Felde stehenden Klägers monata lich 200 M. bis zur Beendigung des Krieges, längstens jedoch bis zum Schluß dieses Jahres, dem Ablauf des Anstellungsvertrages, zu zahlen. Wenn selbst eine Schenkung vorläge, so heißt es be= gründend, so würde doch gemäß§ 518 Absatz 2 des Bürgerlichen dung durch die bereits erfolgten Zahlungen ausgeglichen sein. Gesetzbuchs das Fehlen der notariellen oder gerichtlichen BeurkunEs fönne aber von einer Echentung gar keine Rede sein, Beklagte wollte sich vielmehr die Kraft des Klägers über den Krieg hinaus für ihr Unternehmen erhalten. Eingegangene Druckschriften. Die De Heft 18 der„ Neuen Zeit“ vom 5. Februar 1915 hat folgenden InDie Wirkungen balt: Stimmungen und Meinungen. Von Gustav Edstein. motratifierung der Diplomatie. Bon Eduard Bernstein. bes Strieges in der Glas- und Borzellanindustrie. Bon Emil Girbig. Feuilleton: Die Kriegslyrik der ersten Wochen. Von Frik Elsner. Verlustlisten. Die Verlust liste Nr. 141 der preußischen Armee enthält Verluste folgender Truppen: Generalkommando des VII. Armeekorps, Feldgendarmeries Stab der Garde- Ers.- Div. und der 99. Inf.- Brigade. 1. und 3. Garde- Reg. und 2. Garde- Res.- Reg. Lehr- Inf.- Reg. Trupp. Philharmonisches Konzert. nisse der in der weiten Umgebung Berlins verstreuten Gärt- jekt leidet das Gastwirtsgewerbe besonders schwer; der nereien. Dazwischen rattern die Handkarren der Käufer, Hufe Konsum ist stark zurückgegangen, viele fleine Restaurateure flappern, Menschen wimmeln, und im Schein der Laternen haben ihre Läden schließen müssen und haben ihre sauer entwickelt sich ein lebhaftes Kommen und Gehen. Kränze ersparten Groschen verloren, viele andere vegetieren nur und werden abgeladen, um vielleicht noch am selben Tage den Sarg sind mit ihren Mieten start im Rückstande. Eine Bierpreiseines entschlafenen Erdenbewohners zu schmücken. Kasten und erhöhung würde den Konsum weiter verringern und weitere Körbe mit Topfblumen und Gewächsen wandern in die Halle. Existenzen fordern. Es sind Protestversammlungen der GastDort harren fie tagsüber des Käufers. Alpenveilchen schließen wirte in Aussicht genommen. mit der bescheidenen Erika enge Freundschaft, das Immergrün Grenadier- bezw. Infanterie- bezw. Füsilier- Regimenter Nr. 1, läßt seine frischen Triebe wie Frauenhaar über den Topf 2, 3, 4, 6, 7, 9, 10, 11, 12, 23( fiche Komb. Ers.- Bat. d. Inf.- Reg. herabhängen, Farnkräuter suchen es in Stolz und Würde den Mr. 23/63), 24, 35, 37, 39, 40, 41, 42, 43, 44, 46, 49, 51, 55, 60, Palmen gleichzutun, die in den verschiedensten Artgenossen findet am Freitag, den 12. Februar, abends 8 Uhr, in den Das nächste Volkskonzert des Philharmonischen Orchesters 62, 63, 64, 65, 66, 71, 75, 78, 79, 80, 84, 85, 87, 88, 93, 95, 97, 99, vertreten sind. Der Gummibaum rect sich wie ein preußischer Stammersälen, Teltower Str. 1-4, statt. Der Eintrittspreis 110, 111, 112, 114, 115, 117, 128, 129, 132, 135, 145, 147, 148, Flügelmann empor und zwischen diesen großen Brüdern und zu den sehr empfehlenswerten Konzerten ist auf nur 30 Pf. 149, 150, 151, 152, 154, 156, 158, 166, 167, 170, 176; Inf- Reg. Nr. 1 und 2 der Brigade Doussin; Ref.- Inf.- Regimenter Nr. 1, 2, Schweſtern verkrümeln sich die kleinen Kaktusse mit ihrem festgesetzt und werden Interessenten darauf aufmerksam ge5, 18, 23, 27, 28, 30, 31, 32, 36, 39, 40, 46, 48, 61, 63( siehe auch feindseligen Stachelkleid. Komb. Ers.- Bat. d. Inf.- Reg. Nr. 23/63), 64, 65, 66, 72, 80, 82, Daneben aber taucht, vom grellen Schein der elektrischen macht, sich baldigst mit Billetts zu versehen. Solche sind zu 83, 86, 91, 93, 94, 99, 130, 201, 205, 207, 214, 215, 217, 218, 219, Birnen übergossen, ein Meer von Blumen auf, ein entzücken- Zimmer 13, ebenso im Zigarrenladen bei Horsch, Engelufer 15. haben bei der Gewerkschaftskommission, Engeluser 15 I, 222, 227, 229, 230, 231, 232, 233, 234, 236; Rei- Inf.- Reg. des Farbenspiel, prangend und lockend in seltsamer Buntheit. Der Verkauf in der Gewerkschaftskommission findet vormittags Zimmer 13, ebenso im Zigarrenladen bei Horsch, Engelufer 15. Nr. 2; Landw.- Inf.- Regimenter Nr. 2, 3, 4, 5, 10, 13, 24, 26, 27, Neben dem blaßbläulichen Flieder die sensible Mimose, hier Der Verkauf in der Gewerkschaftskommission findet vormittags Inf.- Regimenter Nr. 23/63; Brig.- Erf.- Bataillone Nr. 26, 34, 43, riten und brennende Amarillen, und weiterhin in fröhlicher 39, 40, 46, 48, 61, 62, 65, 66, 83, 110, 116; Stomb. Ers.- Bat. der ein violetter Teppich von Veilchen, dort gelbherzige Margue- bon 9-12 Uhr und nachmittags von 4-7 Uhr, außer Sonnabends nachmittags statt. 83; Landw.- Brig.- Ers.- Bat. Nr. 47; Landsturm- Bataillone Allenstein I( siehe Landsturm- Halb- Bataillon Wehlau), Gera, II. Neu- Abwechselung leuchtende Narzissen, rote Kamelien, die Dumas streliß, Samter, Schrimm 1; Halb- Bataillon Wehlau; Jäger- rührselige Kokotte so sehr geliebt, Nelken, rot wie Blut und Bataillone Nr. 4, 5, 6, 10; Res- Jäger- Bataillone Nr. 5, 11, 15, 18 weiß wie Schnee, glühende Tulpen in friedlicher Eintracht mit ( siehe Festungs- Maschinengewehrzug Nr. 35 und Feldluftschiffer- blauen Hyazinthen, schneeige Azaleen neben zarten Vergiß Abteilung des XXIII. Reserveforps), 22; Garde- Maschinengew.- meinnicht und lieblichen Maiglöckchen. Alle überragend aber Abteilung Nr. 1; Reserve Festungs- Maschinengewehr- Abteilung an Wuchs und Duft und Schönheit die königliche Rose! Rosen Nr. 2; Festungs- Maschinengewehrzug Nr. 35. wie Herzblut, Rosen im keuschesten Weiß, Rosen, so gelb wie der Neid, Rosen so rot wie die Biese einer Generalshose. Und Blumen und Rosen und Laub und Grün hier in der weiten, dämmerigen Halle, zwischen Gemüse und Kartoffeln und Fisch und Fleisch und Gott weiß was noch allem im grau- trüben Wintermorgen, mutet wie ein wundersam traumhaftes Märchen an. 3. Garde- Ulanen; Kürassiere Nr. 7; Dragoner Nr. 4, 6( siehe Nav.- Reg. v. Günther und v. Bettendorff), 17, 24; Qusaren Nr. 15, 16; Ulanen Nr. 5, 6( siehe Kav.- Neg. v. Günther), 11, 16; Jäger zu Pferde Nr. 13; Regimenter v. Bettendorff und v. Günfher. 1. Garde- Reserve- und 6. Garde- Feldart.- Reg.; Feldart.- Regimenter Nr. 2, 5, 10, 14, 15, 16, 20, 36, 38, 42, 45, 46, 50, 52, 57, 69; Nes.- Feldart.- Regimenter Nr. 11, 14, 43; 2. überplanmäßige Landwehr- Batterie des XI. Armeekorps. 2. Garde- Fußart.- Reg.; Fußart.- Regimenter Nr. 3, 13; Ref.Fußart.- Reg. Nr. 11; Mörser- Reg. Nr. 12. Bion.- Regimenter Nr. 19, 23, 25, 29; Pion.- Bataillone: I. Garde, Garde- Erjak; II. Nr. 1, 1. Nr. 2, II. Nr. 3, 1. Mr. 6, I. Garde, Garde- Erjak; II. Nr. 1, 1. Nr. 2, II. Nr. 3, 1. Nr. 6, I. Nr. 8, I. Nr. 14, II. Nr. 16, I. Nr. 17, I. Nr. 21. I. Nr. 27, I. Nr. 28; Pion.- Grs.- Bataillone Nr. 5, 21, und III. Nr. 28; PionAbteilung der 2. Kav.- Div. Feldluftschiffer- Abteilung bes XXIII. Reserveforps; Feldfliegertruppe. Stuhm. 3. Park- Komp. des Abschnitts III der Festung Breslau; Armierungsfolonne Nr. 47. Feldlazarett Nr. 12 des Garde- Reservekorps; geldlazarett Nr. 1 der Garde- Ers.- Div.; Res- Lazarette Frankenstein und Train- Abt. Nr. 9; Proviant- Kolonne Nr. 6 des XI. Armeekorps; Fuhrpark- Kolonne Nr. 13 des XVII. Armeekorps; GhappenFuhrpark- Kolonne Nr. 8; Feldbäckerei- Kolonne Nr. 25. des XXV. Reserveforps. Die bayerische Verlustliste Nr. 148 meldet Verluste des 3., 9., 12., 17., 20., 21., 22. Inf.- Reg.; Res.- Inf.- Regimenter Nr. 7, 10, 11, 12, 14, 15; Landw.- Inf.- Regimenter Nr. 1, 3, 12; Ers.- Inf.- Reg. Nr. 1; 2. Chevaurlegers- Reg. Regensburg; Res.Kav.- Reg. Nr. 1; Res.- Fußart.- Reg. Nr. 1; Pion.- Reg.; 1. Pion.Bataillon, 2., 3. Pion.- Bat.; 2. Landw.- Pion.- Komp. des I. Armeeforps; 2. Landw.- Pion.- Komp. des II. Armeekorps; Ersatz- SanitätsKompagnie. Berichtigungen früherer Verlustlisten. Aber wie es so ist im Leben: auch die schönsten Träume werden grausam zerstört. Rauhe Hände greifen in den Blumentraum, mit brutaler Geschäftsmäßigkeit wird gefeilscht und gehandelt um die süßen Kinder Floras, viele nehmen ihren Weg in Körbe und erwachen im Laden oder auf der Straße wieder. Dann allerdings sind sie so weit, daß sie aus Objekten des Geschäfts Subjekte der Freude werden! Undurchdringlicher Nebel. Ermission einer Kriegerwitwe. Kriegerfrauen wegen Mieteschulden zu ermittieren, ist unzulässig. Dieser Schuh hört leider auf, wenn der Mann fällt und die Kriegerfrau zur Kriegerwitwe wird. Allen Kriegerwitwen, die Miete schuldig bleiben, kann der folgende vor dem Amtsgericht Berlin- Mitte zur Entscheidung gebrachte Fall als Lehre dienen. Rooke wurde im August als Landwehrmann eingezogen. Seine Der im Hause Demminer Str. 26 wohnende Brauer Paul Frau zahlte- anders als viele Kriegerfrauen für Auguſt, September, Oktober die Miete voll mit je 27 M. Für November gab sie zunächst nur 20 M., und sie stellte dann bei der Steuertasse einen Antrag auf Mieteunterstüßung. Diese Beihilfe wurde der kinderlosen Frau von der Unterstüßungskommission versagt. Ueber den Grund steht in dem ablehnenden Bescheid nichts. Die Sauseigentümerin, Frau Lanner, hatte sich geweigert, in die gewünschte Mieteermäßigung zu willigen. Die Mieterin sei in der Lage, den vollen Betrag herzugeben, meinte sie. Frau Looke blieb wieder nur 20 M. Als dann ihr Mann im Felde erkrankte und weiter die restierenden 7.M. schuldig und zahlte auch im Dezember nach Jnsterburg ins Lazarett gebracht wurde, fuhr sie dorthin. Da sie lange als Krankenpflegerin tätig gewesen war, gestattete man ihr, sich an der Pflege ihres Mannes zu beteiligen. Am WeihGestern morgen legte sich ein undurchdringlicher Nebel in nachtsheiligabend starb er. Sie ließ auf ihre Kosten die Leiche die Straßen der Stadt. Man konnte buchstäblich kaum die nach Berlin bringen. Am Tage nach der Beerdigung ersuchte die Hand vor den Augen sehen. Die Ueberschreitung des Fahr- Hauswirtin die Witwe, zu ihr zu kommen. Frau Looke lehnte dammes war mit Lebensgefahr verbunden, da die ankommen- ab, sie sei jetzt nicht imstande, die Mieteangelegenheit zu besprechen. den Fuhrwerke nicht zu sehen waren. Die Straßenbahnführer Am 2. Januar übersandte sie der Wirtin wieder nur 20 M. für flingelten fortgesetzt, um Unglück zu verhüten, kamen aber Miete. Am Abend desselben Tages kam von dem Rechtsanwalt auch nur langsam vorwärts. Die Witterung war so recht zu der Hauswirtin ein Brief, der sofortige Zahlung der restierenden Hals- und Nasenkrankheiten angetan. Erst gegen 10 Uhr, als 3 x7= 21 M., sowie für die Zukunft pünktliche Mietezahlung die Sonne höher stieg, wichen langsam die Nebelschwaden und forderte. Anderenfalls sei, so wurde gedroht, Räumungsflage zu mittags herrschte das schönste Wetter. gewärtigen. Weil Frau Looke die 21 M. nicht sofort zahlte, wurde am 7. Januar Klage auf Zahlung dieses Mietsrestes und auf Räumung der Wohnung eingereicht. Im Termin am 15. Januar entschied das Gericht, die 21 M. seien in drei Raten von je 7 M. am 1. Februar, am 1. März und am 1. April zu zahlen, die Wohnung aber sei am 1. Februar zu räumen. Frau 2. sah sich nach einem anderen Quartier um und bereitete den Umzug vor tam am 29. Januar ein Brief, durch den die Hauseigentümerin wegen des Mietsrestes ihr Pfandrecht geltend machte. Auftrage" der Eigentümerin schrieb ihr Rechtsanwalt, daß die Mieterin auf Grund des Vermieterpfandrechtes die Mitnahme eines Kleiderspindes sowie des Teppichs und der Wanduhr untersagt werde und daß Zuwiderhandlung strafbar sei. Infolgedessen verzichtete die Mieteschuldnerin auf die ihr vom Gericht bewilligten Zahlungsfristen für die zweite und dritte Rate des Mietsrestes und bezahlte am 31. Januar sogleich alle drei Raten. Gegen die Mitnahme aller Sachen wurde dann nichts mehr eingewendet. Müllkutscher gesucht! An den Plakatsäulen prangen rote Platate, wonach die Wirt fchaftsgenossenschaft Müllkutscher und Mitfahrer sucht. Erst jetzt wird auch weiteren Kreisen flar, welch' nüßliche Tätigkeit der Mülltutscher zu verrichten hat; es zeigt sich aber auch, daß diese Arbeit durchaus verstanden sein will, wenn sie so flappen soll, wie das die Genossenschaft verlangt. Wie es ungeübten Arbeitern dabei ergehen tann, das zeigt folgende Bufchrift: Die sächsische Verlustliste Nr. 103 enthält Verluste der Inf. Regimenter Nr. 100, 106, 107, 133, 139, 178, 181; Ref.- Inf. Regimenter Nr. 104, 241, 244, 245; Landw.- Inf.- Regimenter Nr. 107, 133; Landft.- Inf.- Bataillone 1. Dresden, 2. Dresden, 1. LeipDa immer noch an den Anschlagsäulen von der Berliner Wirtschaftszig, Birna; Brig.- Ers.- Bat. Nr. 63; Erf.- Bataillone, Ref.- Reg. genossenschaft Leute zum Müllfahren gesucht werden, meldete auch ich mich, Nr. 104, Landw.- Regimenter Nr. 107, 133; Ref.- Jäger- Bat. Nr. 12; und wurde auch eingestellt. Ich sowohl als auch der Kutscher waren Fußart.- Reg. Nr. 12; Res- Fußart.- Bat. Nr. 19; Pionier- Batail- neue Leute. Wir erhielten als erstes eine Tour zugewiesen, auf lone I. Nr. 12, II. Nr. 12, I. Nr. 22, II. Nr. 22; Etappen- Flug- welcher bereits seit 3-4 Wochen kein Müll abgeholt worden war, so zeugpark Nr. 3, Flieger- Bat. Nr. 1; Sanitätskomp. 1, XII. Armee- daß statt 2 vollen Kästen fast durchweg 5-6, stellenweise noch mehr forps; Sanitätstomp, 1, XIX. Armeekorps; Schwere Proviantfolonne Nr. 2, XII. Armeekorps; Feldlazarette 2, 12, XIX. ArmeeNachrichten aus unvollständigen, feindlichen Gefangenenlisten. Die württembergische Verlustliste Nr. 108 veröffent licht Verluste des Juf- und Landw.- Inf.- Reg. Nr. 120; Inf. und Res- Inf.- Reg. Nr. 121; Füs.- Reg. Nr. 122; Gren.- Reg. Nr. 123; Landw. Inf.- Reg. Nr. 125; Inf.- Reg. Nr. 127; Res.- Inf.Reg. Nr. 247; Dragoner- Reg. Nr. 25; Feldart.- Reg. Nr. 65; I. und II. Pion. Bat. Nr. 13; Etappen- Kraftwagen- Park Nr. 7. Verluste durch Krankheiten usw. forps. Aus Groß- Berlin. In der Blumenhalle. da ,, Namens und im abzuholen waren. Es ist ohne weiteres flar, daß eine derartige Das ist mit dürren Worten der kahle Sachverhalt. Er zeigt, Tour 2-3 oder noch mehr Touren entspricht, wenn regelmäßig ab- daß dem Gesetz eine Ergänzung not tut. Sie muß gefordert wergeholt worden ist. Bei fast ununterbrochenem 12stündigem Arbeiten den, auch wenn man von dem vorliegenden Fall, in dem die Frau ( eine Pause von ca. 1 Stunde abgerechnet), schafften wir also nur diese schließlich die 21 M. aufbringen konnte, absehen will. Mit welchen eine Tour. Da dieser Tag gerade ein Sonnabend war, erhielten wir Empfindungen die um die 21 M. verklagte und zur Räumung am Abend gleich unseren Lohn und zwar der Kutscher 1,95 M. und verurteilte Kriegerwitwe aus der Wohnung schied, läßt sich denken. i 1,75 M., weil wir ja nur eine Tour geschafft hatten. Auf Ein- Am zweiten Tage nach ihrem Auszug aus dem Heim, das vor wendungen ließ man sich nicht ein, und wir verlangten beide unsere sechs Monaten der Gatte verlassen hatte, um im Dienste des Papiere, denn man kann es zwei starken Männern, welche Vaterlandes sein Leben dranzusetzen, wurde ihr noch ein Schreiben 112 Stunde schwer gearbeitet haben, nicht verargen, wenn seiner Kompagnie übersandt. Es enthielt das Eiserne Kreuz, das fie für solch einen Hungerlohn nicht weiter arbeiten wollen. Wenn die Gesellschaft auf solch billige Weise das wochenlang nicht abgeholte Müll fortschaffen läßt, ist es kein Wunder, wenn sich schwer Leute finden, die die Arbett länger machen als einen Tag. Daß dieser Fall nicht vereinzelt dasteht, dürfte der Umstand beweisen, daß wir in Straßen, die nicht zu unserer„ Tour" gehörten, von Portiers und dergl. Trinkgeld bis zu einer Mart angeboten erhielten, wenn wir die vollen Müllfästen mitnähmen, was wir jedoch ablehnten." ihm nach seinem Tode am Geburtstag des Kaisers für sein tapferes Verhalten vor dem Feinde" verliehen worden war. Das Schreiben bedauerte, daß man dem von Vorgeseßten und Kameraden hochgeschäßten Krieger die Auszeichnung nicht mehr habe auf die Brust heften können. auf die Brust heften können. Reklamesoldaten. Schöne Blumen, meine Herren!" Wer kennt nicht diesen Ruf, der tagtäglich bis in die späte Nacht in den HauptverMit welcher Würdelosigkeit und Geschäftsmache sich die Reklame fehrsadern Berlins erflingt! Frauen sind es meist, die ihn ausstoßen, Frauen mit vom Wetter gebeizten Gesichern. Sie Nach dem uns vorliegenden Vertrag sollen die Leute drei Fuhren auf den Krieg gestürzt hat, ist aus den verschiedensten Anlässen schon bilden eine der charakteristischsten Noten im Weltstadtgetriebe. mit 135 Käften schaffen, wofür der tarifliche Lohn von 41 M. für wiederholt gerügt worden. Alle möglichen Handelsartikel werden Was wäre zum Beispiel der Potsdamer Plaz ohne die Stutscher und 38 M. für Schaffner gezahlt wird. Diese Leistung durch die Reklame in eine auch noch so entfernte Beziehung zum Blumenverkäufer! Prachtvoll leuchten die Kinder Floras aus wird von den eingearbeiteten Arbeitern auch gefchafft. Es zeigt sich Striegsdienst gebracht. Wo der Inseratentert zu dürftig und nicht den Körben hervor, ob es regnet, ob es schneit, ob der Himmel also, daß es durchaus nicht so leicht ist, Müllkutscher und Mitfahrer 8ugfräftig genug ist, muß ein der Phantasie entsprungenes Kriegsbild grau ist oder dunkel. Die Blumen lachen und leuchten. Sie bei der Wirtschaftsgenossenschaft zu spielen, zumal die Arbeit auch nachhelfen. Solche Kriegsbilder mit dem zugehörigen Text, auch in blühen und glühen und zwingen den Vorübergehenden erhebliche Körperkräfte erfordert. Wenn die Genossenschaft unter kommandos in den Provinzen verboten worden. Dieses Schicksal Form von Zeitungsbeilagen, sind jetzt von mehreren Generalwenn auch nicht immer zum Kauf, so doch zu einem freund- diesen Umständen nicht genügend Leute erhält, so ist das verständlich, traf auch Gesundheitsartikel, die durch Schüßengrabenbilder leichter berechtigt aber keineswegs zu der Behauptung, die Arbeiter wollten angepriesen werden sollten. nicht arbeiten. lichen bewundernden Blick. Blumen auf der Straße, Blumen in den Läden, Blumen bei Begräbnissen, Blumen allüberall! Kennst Du das Land, wo die Blumen blühen? Dumme Frage! Bei uns werden sie gezüchtet, wo denn sonst. Ach nein, das ist ein Irrtum! Fremde sind's zumeist, um mit Heine zu reden, die uns Duft und Farbe und Freude bringen. Bis vor kurzem waren es zum großen Teil sogar Feinde, Franzosen, die uns die föstlichen Grüße Floras gleich in ganzen Waggonladungen sandten und die Regierung hat erst jest wieder Maßnahmen getroffen, um zu verhindern, daß die Franzosen uns neben Kugeln und Granaten auch noch mit Blumen beglücken. Zweimal täglich kamen in Friedenszeiten die duftenden Kinder als Expreßgut aus dem südlichen Frankreich und aus Italien. Nunmehr sind Schwierigkeiten eingetreten, da es zweifelhaft war, ob alle aus Italien bezogenen Blumen auch wirklich von dort stammten und nicht etwa von Frankreich herübergeschmuggelt wurden. Gegen eine bedenklichere Mode, nämlich gegen die Einkleidung Schulpflichtiger Kinder in vorschriftsmäßig" gearbeitetes Feldgrau, Die Bezahlung der Backware in Gastwirtschaften. wendet sich die„ Vossische Zeitung". Es erscheine geboten, das GeDurch die neuen Bestimmungen über Einschränkung der wissen der Mütter zu schärfen und dieser wenig passenden Brotherstellung dürfte auch in den Gastwirtschaften Brot- Schaustellung ein Ende zu bereiten. Jeder Mißbrauch feldfnappheit eintreten. Verschiedene Gastwirtsvereine haben sich grauer Nachahmung stelle uns selbst nur ein schlechtes Zeugnis über entschlossen, in den nächsten Tagen ein Plakat mit folgendem die Reifheit unserer Erziehung aus. Feldgrau gehöre den Soldaten, Text auszuhängen: ,, An die Gäst e. " Die mit dem 1. Februar 1915 in Kraft getretene neue Verordnung, die für die Gast- und Speisewirtschaften den Verbrauch an Backware auf 34 des früheren durchschnittlichen Tagesverbrauchs festsetzt, bat die Gastwirte leider gezwungen, um dieser Bestimmung gerecht werden zu können, für alle den Gästen zu den Speisen berabfolgte Backware Bezahlung zu fordern. Wir bitten die berehrten Gäste, in Würdigung des Ernstes der Zeit diesem notwendigen Beschluffe wohlwollendes Verständnis entgegenzubringen." Vom Sonnabend, den 6. Februar, ab soll die Bezahlung gefordert werden. Gegen die Erhöhung der Bierpreise. aber nicht den Kindern. Diese Betrachtungen erhalten noch dadurch eine schärfere Beleuchtung, daß Kinder mit feldgrauen Offiziersmänteln, betreßten Uniformröcken, Helmen und Ledergamaschen sogar in die Schule fommen, wo die Aufmerksamkeit der Schüler nun auch noch durch das Betrachten der bunten Uniformen abgelenkt wird. Todessprung vom Automobil. Chauffee abgespielt. Der Führer eines Automobils der SchwarzEin rätselhafter Vorgang hat sich auf der Königswusterhausener Immerhin: Blumen sind auch so noch in Hülle und Fülle borhanden, und die Stadt Berlin braucht ihre Blumenbestände fopff- Werke hatte auf der Fahrt nach Berlin den 32jährigen Kutscher nicht zu„ strecken". Nach wie vor versorgen sich Händler und Hermann Neumann, der gleichfalls in der erwähnten Fabrik beHändlerinnen mit dieser lieblichen Ware, die sie aus der schäftigt war, getroffen und ihn auf seinen Wunsch mit auf den Markthalle in der Lindenstraße beziehen. Die Brauereien gehen mit der Absicht um, in Rücksicht Kraftwagen genommen. Als das Auto in schnellem Tempo die Frühmorgens, wenn die Sterne noch am winterlichen auf die Verteuerung der Rohprodukte eine Erhöhung der Chaussee nach Wildau zu dahinraste, sprang N. in der Nähe des Himmel blinkeri, beginnt dort ein emfiges Treiben. Wagen Bierpreise vorzunehmen. Die Gastwirte regen sich und erklären Alten Schüßenhauses plötzlich während der Fahrt herunter und blieb langen nach stundenlanger Fahrt an und bringen die Erzeug- sich mit aller Entschiedenheit gegen jede Preiserhöhung. Schon tot auf dem Fahrdamm liegen. Ob der Vorgang als ein Unglücks. Ein Mietsschwindler. Ein raffinierter Mietsschwindler treibt seit einiger Zeit in den westlichen Stadtteilen sowie in den angrenzenden Nachbarorten fein Univefen. Der Gauner operiert in folgender Weise: Unter der Vorgabe, ein möbliertes Zimmer mieten zu wollen, läßt er sich bei Vermieterinnen die einzelnen Räume zeigen. Er mietet dann auch, und während nun die Wirtin damit beschäftigt ist, die Personalien des neuen Mieters aufzuschreiben, bittet der Fremde um eine Kleinigkeit. Sobald dann die wirtin das Zimmer verlassen hat, stedt der Uns bekannte schnell wertvolle Gegenstände, die er in der Eile erreichen Tann, zu sich. Viit dem Versprechen, in einer halben Stunde wieder zurück zu sein, empfiehlt sich darauf der Schwindler. Leider zu jvät bemerken die bestohlenen Birtinnen stets den Verlust der gestohlenen Gegenstände. Eine fall zu betrachten ist, oder ob 9. vielleicht aus einem anderen] Aerzte Deutschlands( Leipziger Verband) getragen werde, wohl| lich son der Artillerie jedes Stalibers befeuert würde und die oben. Grunde aus dem bahinrafenden Kraftwagen herausgefprungen ist, aber, daß den Beklagten die Rücksicht auf seine frante Mutter zum befindliche Stompagnie schon große Verluste erlitten habe. Die bedarf noch der Aufklärung. Vertragsbruch bestimmt habe. Wahrheit wurde uns dann durch die im Graben liegenden toten und Das Landgericht Berlin ermäßigte die Strafe auf 2000 M. schwerverivundeten Kameraden nur zu sehr bestätigt. Am 18., früh Vom Kammergericht ist der Beklagte dagegen zur Zahlung der 8% Uhr, jette dann auch ein von uns noch nie gehörtes und vollen Vertragsstrafe von 12 000 W. verurteilt worden. Entscheidung ist vom Reichsgericht am 17. November 1914 durch feuer ein. Hunderte von Granaten wurden uns von ungezählten Diese bis dahin für unmöglich gehaltenes artilleric= Zurüdweisung der Revision des Beklagten bestätigt worden. In Batterien zu gleicher Zeit stundenlang herübergeschleudert. seinen Entscheidungsgründen führt der höchste Gerichtshof aus: Rettung für uns war nur möglich, indem wir uns mehrere unNach§ 343 des Bürgerlichen Geschbuchs ist bei Beurteilung der bestrichene Stellen suchten und dort zusammengeballt auf einem Angemessenheit der Vertragsstrafe jedes berechtigte Jntereffe des Haufen am Erdboden hockten. Trotz diesem mörderischen Feuer Gläubigers in Betracht zu ziehen. Die Ausführung des Kammer- litt die Wachsamfeit in feiner Weise und die Schießgerichts, daß und inwiefern ein„ ganz außerordentliches Interesse" charten waren ständig befeht. Wir tamen durch unsere Vorsicht des Klägers an der Vertragserfüllung durch den Beklagten be- auch mit nur sechs Mann Verlust nach zwei Tagen zur Ablösung, Vertragsbruch den Schaden wirklich verursacht hat, ist gleichgültig, die Stellung zu beziehen. Das Artilleriefeuer dauerte Tug für standen habe, läßt einen Rechtsirctum nicht erkennen. Ob der um nunmehr jeden zweiten Tag wieder auf zwei oder vier Tage wenn nach der Sachlage ein solcher Schaden, sei es auch nicht Tag von früh bis abend in dieser Stärke an und wurde während gerade in derselben Höhe, möglicherweise entstehen konnte. Bei der Nacht durch scharfes Infanteriefeuer ersetzt. Die Verluste Prüfung der Angemessenheit der Strafe muß auch ins Gewicht häuften sich. Bei Tage wurden die Gräben völlig eingeschossen und fallen, daß der Beklagte den Vertragsbruch vorfäßlich herbeigeführt in jeder Nacht durch die Pioniere wieder vorgerichtet, eine äußerst und sich seinen Vertragspflichten äußerst willkürlich entzogen hat. fchwierige Arbeit, im Dunkel und unter schwerem Feuer, jedoch es 3u erwägen sind auch die Vorteile, die er durch den Vertragsbruch gelang. erlangt hat, insbesondere die Wiederherstellung des durch seinen Am 29. Dezember schwieg plöslich auffallenderweise die feind Ehrenwortsbruch gegenüber dem Leipziger Verbande gestörten fiche Artillerie und wir sahen uns verwundert um, war das doch Verhältnisses. Handelt es sich darum, ob die verwirkte Strafe etwas ganz Ungewöhnliches. Nachmittags 3 hr ertönte plötzlich als unverhältnismäßig hoch herabgesetzt werden soll, so steht die eine schredenerregende Detonation. Der Schüßen Rücksicht auf die Interessen des Gläubigers in erster Reihe. Die graben und die Ruhestände sausten förmlich hin und her, gingen wirtschaftliche Lage des Schuldners kann in Rechnung gezogen Bann nach unten und oben, wie wenn die ganze Höhe aus Gummi werden, sie ist aber niemals ausschlaggebend. Für die wirtschaft- wäre, und darauf trat eine direkte Finsternis ein. Die Höhe war liche Lage des Schuldners, soweit sie bei Prüfung der Herab- durch eine von den Franzosen gelegte Mine in die Luft gesprengt fegungsnotwendigkeit von Einfluß sein tann, ist natürlich von worden. Doch Glück bei allem. Wir hatten 1 Toten, 3 Verwuneinen leistungsfähigen Dritten abzuwälzen vermag. Der Anspruchtet werden konnten. Die sofort alarmierten Pioniere soder größten Bedeutung, ob er traft Rechtsanspruch die Strafe auf dete und 21 Berschüttete, die heil wieder herausgearbei= auf Befreiung von der Strafschuld oder auf Ersatz der bezahlten wie die Sanitätsfompagnie fanden keine Beschäftigung, und das Strafe ist ein Recht, das die wirtschaftliche Lage des Schuldners war das beste. Die Wirkung auf die Nerven kann sich niemand verbessert, sein Vermögen vermehrt. Es unterliegt keinem Be vorstellen, man muß es mit erlebt haben, und es möge uns beschieden benken, diesen Anspruch dem Vermögen des Schuldners hinzuzu sein, es das zweite Mal nicht durchmachen zu müssen. Die Fran rechnen. Dies muß zumal dann gelten, wenn der Dritte den zosen hatten sich aber auch ins eigene Fleisch geschnitten, batte Bertragsbruch veranlaßt und etwaige Bedenken des Schuldners ihr Schübengraben doch mehr als das Doppelte gegen die Vertragsverletzung durch das Versprechen des Eintretens wie der unsre gelitten, da die Mine zu kurz gelegt war. für die Vertragsstrafe zerstreut hat. Die Berücksichtigung des Um- Kurz nach der Explosion sandte unsere Fußartillerie 7 Stüd standes, daß der Leipziger Verband sich dem Beklagten gegenüber, 21- gentimeter- Granaten direkt in den französischen Schüßengraben wie unstreitig ist, verpflichtet hat, die Strafe zu tragen, wird da- und die Wirkung war fürchterlich. Es gab bei den Franzosen nur nach allein dem Sinne und den Anforderungen des§ 343 des noch ein Schmerzgeftöhne. Die beste Wirkung jedoch war, daß das Bürgerlichen Gesetzbuchs gerecht.( Aktenzeichen: III. 268/14.) mörderische Feuer der französischen Artillerie fofort nachließ und nie wieder die Stärte der vorhergehenden Tage erreicht hat. Keine 5 Minuten nach der Sprengung herrschte wieder die größte Ord. nung im Schüßengraben. Alles stand an den Beobachtungsständen. boten wurde, fann man nicht schildern. Man müßte StahlWas hier von den Mannschaften geleistet und den Nerven_gefeile als Nerven haben, sollte man solche Tage und Stun den öfter durchleben. Eine Kriegsschwindlerin hat einen alten Herrn um 50 000 M. bestohlen. Sie erzählte, daß sich ihre Angehörigen im Auslande befänden und sie nun allein not und mittellos zurückgeblieben sei. Der Herr nahm die Verlassene bei sich auf, machte aber nach einigen Tagen die Entdeckung, daß sein Schüßling verschwunden war und mit ihm für 50 000 W. Gold- und Samudfachen seiner verstorbenen Fran. Kürzlich gelang es nun, die Schwindlerin auf dem PotsDamer Play zu verhaften. Ileber den Verbleib der gestohlenen Wertsachen, sowie über ihren Namen und Aufenthaltsort verweigert jie hartnäckig jede Aussage. Ein Kind verbrannt. In Abwesenheit der Mutter Tam Mittwoch abend die dreijährige Tochter Erna des wärters Schwendy von der Tierärztlichen Hochschule in der Philippstr. 13 dem Herdfeuer zu nabe, so daß die leider des Kindes Feuer fingen. Als die Mutter surüdfehrte, war das fleine Mädchen fchon am ganzen Körper schwer verbrannt, so daß es sterbend in die Charité eingeliefert wurde. Im Streit erstochen. In der Nacht zum Donnerstag hat die Frau des Maurers Julius Heitler in der Wilhelmsaue 7 zu Wilmersdorf ihren Mann mit einem Messer erstochen. Die Tat ist die Folge einer unglücklichen Che. Der Mann, ein Trunkenbold, fam wie immer betrunken nach Hause und bedrohte seine Frau mit einem Beil und einem Taschenmesser. Die Frau ergriff zu ihrer Verteidigung ein anderes Meffer und erwiderte seine Augriffe durch drei Stiche, von denen einer das Herz traf. Der Arzt der Rettunge wache konnte nur noch den Tod feststellen. Die Frau wurde ver haftet. Straßenunfall. Beim Abspringen von einem fahrenden Straßen bahnwagen ist am Mittwoch Herr Otto Trebin verunglückt. Er sprang vor dem Hause Rosenthaler Str. 59 vom Hinterperron eines Straßenbahnwagens der Linie 36 ab, fiel und schlug mit dem Kopf so heftig auf das Straßenpflaster auf, daß er eine Gehirnerschütte rung erlitt. Der Berunglückte wurde nach dem St. HedwigsKrankenhause gebracht. Einsturz eines Schulhauses. Erst clf Jahre Zuchthaus- dann freigesprochen. Einen Kriegsgerichtsspruch, der auf elf Jahre Zuchthaus lautete, hat das Dortmunder Oberkriegsgericht umgestoßen. Das Gericht der Landwehrinspekton hatte die erwähnte Strafe dem Reservisten See Bler, einem geborenen Elsässer, auferlegt, weil er sich des Kriegsverrats schuldig gemacht haben sollte. Bor dem Oberfriegsgericht erklärte der Angeschuldigte, daß er sich zur Zeit der Kriegserklärung in Frankreich befunden und keine andere Möglichkeit gehabt habe, nach Deutschland zu fommen, als sich in französische Infolge eines heftigen Sturmes ist das Schulhaus in der itaSinkender Kahn. Die Berliner Feuerwehr hatte am Mittwoch- uniform steden zu lassen. Er habe von Anfang an die Absicht ge- lienischen Ortschaft Saint Jean de Nimel, in dem sich 30 Kinder abend an der Tiergartenschleuse zu tun, wo ein Kahn led geworden Angeflagte als eberläufer von deutschen Truppen gefangen mehrere fchwer verlegt. Das muß ja ein wahrer Prachtau habt, den Franzosen davonzulaufen. Tatsache ist, daß der Tatsache ist, daß der befanden, eingestürzt. Ein Kind wurde getötet und war. Die Wehr pumpte das eingedrungene Waffer heraus und genommen worden ist. Das Oberfriegsgericht hielt die Angaben genommen worden ist. Das Oberkriegsgericht hielt die Angaben mehrere schwer verlegt. des Angeklagten zum mindesten für nicht widerlegt und sprach ihn bau gewesen sein! daher frei. reparierte das Leck. Kleine Nachrichten. Wenn man Damenhüte verschenken will. Verfuchte Bestechung eines Generalintendanten verhalf der Oberst leutnants witwe Cziffra und der Kaufmannsgattin Ornstein in Wien zu 5 Monaten schweren, beziehungsweise 2 Monaten einfachen Sterlers. Der Händler Ornstein wollte von dem Nest einer ihm übertragenen großen Heerestieferung entbunden sein, weil die Breise inzwischen so geftiegen waren, daß er mit Berlust hätte arbeiten müssen. Das Angebot eines Damenhuts mit Reiherfedern für seine Frau sollte den Sektionschef Jarzebedi, Borstand der Intendanturabteilung im Striegsministerium, bestechen!... Die Juternationale der Profitgier. Deutscher Arbeiter- Sängerbund( Gau Berlin). In der Generalversammlung vom 31. Januar gedachte der Vorfizende vor Eintritt in die Tagesordnung der im letzten Jahre verstorbenen, sowie der im Felde gefallenen Sangeebrüder. Die Zahl der letteren beträgt, fotveit dies dem Borstande bekannt ist, bis jetzt 24. In seinem Kassenbericht wies der Staffierer an der Hand der vorliegenAdvokat und Kaldannenmacher. den Statistik nach, wie verheerend der Krieg auch in den Neihen unferes Gaues gewirkt habe. leber 20 Bereine hätten sich vertagen Unter dieser Ueberschrift gibt die Magdeburger Bolfsitimme" bezw. auflösen müssen, weil der größte Teil der Sangesbrüber zu folgendes lustiges Erlebnis wieder, das Pierre Mille im Temps" den Fahnen einberufen worden sei. Nach kurzer Debaite erzählt: wurde dem Staffierer Entlastung erteilt und gleichzeitig eine Mille trifft auf der Straße einen Soldaten zweiler Klasse in Sommission gewählt, Die einen Weg finden soll, an einer abgerissenen und beschmutten Uniform, der ihm sehr bekannt gesichts der ungünstigen Zeitverhältnisse die Verwaltungsgeschäfte vorkommt. Nichtig! Das ist ein alter Studienfreund und bedeubereinfachen und zu verbilligen. Die beiden vorliegenden tender Rechtsgelehrter, der als angesehener Advokat in Paris wirtte. Anträge: 1. den Beitrag für weibliche Mitglieder um 10 Pf. zu er- Er gehört bereits dem zweiten Aufgebot der Territorialarmee an Aus Nom wird uns geschrieben: Man fage nicht daß jede höhen, 2. die Bezirksübungsstunden abzuschaffen, wurden nach furzer und ist in einem Alter, in dem man im Falle eines Strieges eigent eußerung internationalen Geistes tot sei! hat man doch dieser Sebatte abgelehnt. Die hierauf folgende Vorstandswahl hatte lich nur noch nach Maßgabe seines Berufs rerwendet werden soll. folgendes Resultat: Wilh. Bolz, 1. Vorfigender; Jul. Klabre, 2. Bor Wie fommt der Mann in die Uniform? Mille spricht ihn an und Tage in Mailand eine internationale Agentur ausgehoben, in fihender; Jul. Steffens, 1. Rassierer; Sarl Brzibilla, 2. Kaffierer; begrüßt ihn mit den Worten:" Du hast Dich also freiwillig ge- der sich ein Deutscher, ein Engländer und ein Franzose Otto Engel, 1. Schriftführer; Paul Schneider, 2. Schriftführer; meldet? Das ist aber schön und großherzig von Dir."" Ich?" ant- innig vereint hatten, um die Ausfuhr von Waren zu betreiben, Frau A. Destreich, Beisigerin. inter Punkt Verschiedenes gab der wortet der andere in einem friedlichen und traurigen Tone. Durch deren Erport verboten ist. Der Deutsche sorgte für die Bedürfnisic Borsigende bekannt, daß am 21. Februar eine Ausschußßigung mit aus nicht. Ich bekam aber eine Gestellungsorder, daß ich mich am Deutschlands, der Engländer für die Englands, und der Franzose enschließender Nebungsstunde in Obiglos Festfälen, Koppenstraße, dritten oder vierten Tage der Mobilmachung melden müßte. Ich für die Franzosen. Der Reinertrag wurde geteilt, und die drei stattfindet, in welcher die Wahl der Revisoren und Kontrolleure er glaubte, man würde mich als Kriegsgerichtsrat anstellen wollen; stompagnons wiefen einander die betreffenden Geschäfte an. Leider jolgt. Ferner teilte er mit, daß sich die Wereine„ Allegro" und aber auch wenn man mich noch ein paar Wochen ausgebildet und ist das Idyll nun durch die Polizei gestört worden, die einem Anafreon" verschmolzen haben. Mit dem Liebe Ford Foleson" dann zur Front geschicht hätte, wäre ich zufrieden gewefen. aber großen Transport von Lastautomobilen, der für Frankreich bestimmt wurde die Generalversammlung geschlossen. was geschah? Man schickte mich nach Villette ins Schlachthaus. Ein Hauptmann nahm dort meinen Paz, schlug in einem großen war, rechtzeitig auf die Spur gekommen ist. Register nach und fragte:„ Dubourg, Louis- Amédée, Klasse 88, 256, Mitglieder der neuen Internationale verhaftet. 5. Kompagnie. Sind Sie dieser Dubourg? Mann nach der Kalbaunenmacherei!" Auf der Treptow Sternwerte finden folgende Vorträge Statt: Stalbaunenmacher, wenn Du nichts dagegen haft. Das Schlachthaus Am Sonnabend, den 6. Februar, um 5 Uhr: Aus unseren liegt bekanntlich vom Justizpalast ziemlich weit entfernt, und ich Kolonien"; am Sonntag, den 7. Februar, um 5 Uhr: Sitten und hatte bisher versäumt, diese Sehenswürdigkeit fennen zu lernen. Gebräuche fremder Böller", um 7 Uhr: Wit Dzeandampfer von Meine Arbeit wurde mir daher nicht leicht, denn ich hatte von der Bremnes nach New York"; am Mittwoch, den 10. Februar, um 5 Uhr: richtigen Herstellung der Kaldaunen feine Ahnung. Ich gab mir die Europäische und erotische Jagden". Am Dienstag, den 9. Februar, größte Mühe, aber der Sergeant schnauzte mich furchtbar an, und abends 7 Uhr, spricht Direftor Dr. F. S. Archenhold über: Die eines Tages jagte er zu mir:" In was für einem Schweinestall hajt Sternbilder und Anleitung zu ihrer Auffindung" unter Vorführung Du eigentlich bisher gearbeitet, mein Junge?" Diese Ungerechtig zahlreicher Lichtbilder. Nach dem Vortrag werden auf der Plattform feit empörte mich und ich wagte zu erwidern: ch habe niemals des Institutes Nebungen im Aufsuchen der Sternbilder vorgenommen. in einent Schweinestall gearbeitet, Herr Sergeant."" Na, was hast Mittwoch, den 10. Februar, abends 8 1hr, hält Herr Mag Nentwich Du denn als Zivilist getrieben?" schrie er nun wütend. Eine aneinen Lichtbildervortrag über:„ Erdbeben und die Bultane Italiens". ständige Wurst hast Du sicher nie gemacht." Allerdings nicht," antMit dem großen Fernrohr wird der Saturn beobachtet. wortete ich mit möglichster Sanftmut, ich bin immer Advokat gcwesen." „ Auffällige Lohunngleichheiten" lautet die Ueberschrift der in Nr. 35 veröffentlichten Notiz. Ein Druckfehler hatte daraus Auffällige Löhnungsgleichheiten" gemacht. = Ter Botanische Garien zu Dahlem ist am Sonntag, den 7. Februar, von 11 lihr vormittags bis 4 1hr nachmittage dem all gemeinen Besuch geöffnet. Kinder unter 10 Jahren haben auch in Begleitung Erwachsener feinen Zutritt. Die nächste Märchenvorlesung in der Resehalle der Gesellschaft für ethische Kultur, Rungestr. 25, findet am Sonntag, den 7. Februar, von bis 15 statt. Eintritt frei, auch für Erwachsene. Gerichtszeitung. Bürgschaft des Leipziger Verbandes" ist kein Milderungsgrund. In einer jetzt veröffentlichten Entscheidung des Reichsgerichts wendet sich dies gegen die Anschauung, daß eine von sinem Arzt einer Strankenkasse gegenüber verwirkte Vertragsstrafe herabzusetzen sei, weil in Wahrheit der„ Leipziger Verband" die Strafe zu zahlen habe. Führen Sie den Und so wurde ich So wurden die drei Parteiveranstaltungen. Bierter Wahlkreis. Sonnabend, den 6. Februar, abends 81, Uhr, findet in Boeters Festsälen", Weberstraße 17, ein großer Lichtbilder. bortrag statt:" Die Kunstschätze in Belgien und im nördlichen Frantreich". Bortragender: Genosse H. Müller. Neukölln. Die Jugendsettion beteiligt sich an der am lommenben Sonntag bei Bartsch, Hermannstraße 49, stattfindenden Feier anläßlich des gehnjährigen Bestehens der freien Jugendbewegung Neuton. Jugendveranstaltungen. Bris- Budow. Sonntag, den 7. Februar: Wanderung nach Stegefeld- Heiligenfce- Regel. Fahrgelb 60 Bf. Treffen 7 Uhr Germaniapromenade. Deden, Proviant, Liederbücher mitbringen. meinem Advokatenberuf nicht schlecht gengt. Dem Sergeanten aber Die anderen Schlächter- Soldaten hatten mich schon vorher mit war es zuviel, daß ich auch ihm gegenüber so etwas zu behaupten wagte. Das ist eine unverschämte Lüge," sagte er.„ Nur Schlächter Briefkasten der Redaktion. von Beruf sind zu Weilitärdiensten nach dent Schlachthaus abfom- Die juristische Sprechstunde findet für Abonnenten Sindenstr. 3, 17. Sof mandiert worden" Man studierte nun meinen Militärpaß und rechts, parterre, am Montag bis Freitag von 4 bis 7 Uhr, am Sonnabend meine Papiere, und da stand denn zu lesen:„ Magister der schönen bon 5 bis 6 hr statt. Jeder für den Brieftast en bestimmten Anfrage Wissenschaften und Künste, gute Kenntnisse der Mujit, Dottor beider ist ein Buchstabe und eine Bahl als Mertzeichen betzufügen. Briefliche Rechte, Schwimmer, hat bei der Revision des Code Tripier Antwort with nicht erteilt. Anfragen, denen feine Abonnements quittung mitgearbeitet."( Tripier heißen auf französisch die Stalbaunen- beigefügt ist, werden nicht beantwortet. Eilige Fragen trage man in der macher; es ist aber auch zugleich der Name eines großen Rechts. Sprechstunde vor. Berträge, Schriftstücke and dergleichen bringe man in die gelehrten, der ein noch heute maßgebendes Gefehbuch verfaßt hat.) predstunde mit. " Tripier! Da haben wirs ja," rief der Sergeant. Was willst Du benn eigentlich?" Ich konnte noch so viel antworten, daß das keine Kaldaunen, sondern ein Gesetzbuch sei. Man schenkte mir teinen Glauben, und so mache ich denn weiter Kalda unen, und habe es darin zien lich weit gebracht. Wenn Du mal nach dem Kriege zu mir fommit, will ich Dir von mir eigenhändig verfertigte Fleischwaren vorschen." 1 2. 280. Ja, Sie millien beantragen, Shren Sohn aus der Fürsorge zu entlassen. G. 3. 60. 1. und 2. Nein, erbeben Sie eventuell BeC. 2. 27. Sie tönnen bie Miete night einbehalten und auch werbe. nicht ausziehen. B. D. Urbanstraße. Bann der Jahrgang 1915 cin gezogen wird, wissen wir night. zum Unterhalt der Schwiegermutter nicht verpflichtet. R. P. 2. 15. Der Schwiegerjohn ist P. 2. 10. Die firma mug Entschädigung gewähren dem Durchschnittsverdienst des Ar beiters entsprechend. 40. 1. Nein. 2. Ja. 3. 2. 36. Die Klage ist beim Schöffengericht des Bezirks, in dem der Beklagle wohnt, cingit legen. Die Stosten tönnen wir vorher nicht abschätzen. Auch Kriegsfreiwillige haben Anspruch auf Striegsrente. In der Leipziger Volkszeitung" finden wir folgende Schil. chronischen Rerpentes mur landfturmpilidlig E. K. Da der Hauswirt einen städtischen Mietszuschuß bekommt, muß er mit der von Ihnen gezahlten Summe einverstanden feinz. B. G. in R. 1. Beantragen Sie von Ihrem Wohnort aus, daß Sie sich dort stellen können. 2. Tragen Sie Ihren Wunsch bei der Stellung vor. 3. Melden Sie Ihren Schadenersa banspruch beim Auswärtigen Amt an. 2. G. 4. Im allgemeinen gelten diese Wertpapiere als sicher. Ein Kampfbild aus dem Westen. Opern, d. 16, 1. 15. Nein. W. E 20. 2. 18. Begen Schönwalde 100. Ein praktischer Arzt war vom Krankenkassenverband Bocholt für die Zeit von 1910 bis 1918 als Kassenarzt gegen 10 000 2. Jahresgehalt angestellt worden, trat jedoch die Stellung nicht an. derung: Der Krankenkassenverband verlangte deshalb von dem Arzt die im Bertrage auf Verweigerung der Erfüllung angedrohte Vertrags- Am 16. Dezember nachmittags wurden wir an der Vertinic, Strafe von 12 000 M. Dieser Anspruch ist rechtskräftig dem wo wir in Reserve lagen, alarmiert und mußten hierher abrücken. Grunde nach für berechtigt erklärt worden. Der beklagte Arzt Am 17. nadjmittags rüdten wir zur Verteidigungsstellung auf eine begehrte nunmehr Herabsehung der Strafe auf einen angemessenen heißumstrittene Höhe, etwa 1½ Stilometer vor Opern aus und beBetrag und machte geltend, durch den Vertragsbruch sei der zogen Schützengräben, Schon das Einrücken in die Stellung ging flagende Stassenverband weder wirtschaftlich noch anderweit ge- unter einem mörderischen Artillerie- und Infanteriefeuer vor sich, schädigt. Bei Beurteilung der Strafhöhe dürfe nicht in Betracht wir hatten jedoch Glück und erreichten unsern Plas ohne Verluste. gezogen werden, daß die Strafe tatsächlich von dem Verband der Oben angekommen, wurde uns die Mitteilung, daß die Höhe schredVerantwortlicher Redakteur: Alfred Wiclepp, Neukölln. Für den Inseratenteil berantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchoruderei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Wetteraussichten für das mittlere Norddeutschland bis Sonnabendmittag: Meist troden und vielfach beiter, jedoch zeitweise neblig. Im Norboften etwas strengere Rtälte, in den übrigen Gegenden häufiger Nachtfrost.