Nr. 41. 32. Jahrg. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Breis pramumerands: Vierteljährl 3,30 t, monatl. 1.10 wöchentlich 25 Big. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Bfg. Sonntags nummer mit iüustrierter Sonntags Beilage„ Die Reue Welt" 10 Ba. Bost Stbonnement: 1,10 Mart bro Monat Eingetragen in die Bost Beitungs. Breisliste. Unter Kreuzband fite Deutschland und Desterreich Ungarn 2,50 Marl, für das übrige Ausland 4 Mart pro Monat. Postabonnements nehmen an: Belgien, Dänemark, Holland, Italien, Luxemburg, Bortugal, Bumänien, Schweden und die Schweiz Ericheint täglich. • Vorwärts Berliner Volksblatt. 5 Pfennig Die Infertions Gebühr Geträgt für die sechsgespaltene Kolonelzeile oder deren Naum 60 fg., für bolitische und gewerkschaftliche Vereins imd Bersammlungs- Anzeigen 30 Big. Kleine Hnzeigen", das fettgedruckle Wort 20 Pfg.( zulässig 2 fettgedrudte Worte), jedes weitere Wort 10 Big. Stellengesuche und Schlafstellenan zeigen das erste Wort 10 Bfg., jedes weitere Wort 5 Bfg. Borte über 15 Buch staben zählen für zwei Worte. Inseraie für die nächste Rummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 68, Lindenstraße 3. Fernsprecher: Amt Moritplat, Nr. 151 90-151 97. Mittwoch, den 10. Februar 1915. Expedition: EW. 68, Lindenstraße 3. Fernsprecher: Amt Moritplag, Str. 151 90-151 97. Kriegsarbeit des Preussischen Landtags. Westlicher Kriegsschauplah. Diemeldung des Großen Hauptquartiers. Die Aufgabe des Landtages. Der französische Tagesbericht. Paris, 8. Februar.( W. T. B.) Amtlich wurde um 3 Uhr nachmittags mitgeteilt: Zwischen dem Meer und der Dise Artilleriekampf, besonders heftig in der Gegend von Guinchy, westlich von La Bassée. Südwestlich Garancy gelang uns ein Handstreich gegen einen deutschen Schüßengraben, welcher durch eine Mine zerstört wurde, und dessen Verteidiger getötet oder gefangen wurden. Ander Aisne Amtlich. Großes Hauptquartier, den 9. Februar 1915.( W. T. B.) Westlicher Kriegsschauplatz. Es ist nichts Wesentliches zu berichten. Deftlicher Kriegsschauplah. Am Dienstag trat das preußische Abgeordnetenhaus zu seiner zweiten Kriegstagung zusammen. Es versteht sich von selbst, daß nach mehr als sechs Monaten Krieg und einer feit dieser Zeit andauernden Ausschaltung der Volksvertretung alle einsichtigen Streise der Nation von dieser Parlamentstagung mehr erwarten als cine patriotische Demonstration. Es liegt auf der Hand, daß auch bei einem so schweren Striege, und gerade wegen der Schwere und ungeheuren er- gebilden, wie es das Deutsche Reich und seine Bundesstaaten Tragweite dieses Krieges, die Volksvertretung in StaatenAn der ostpreußischen Grenze wurden front in der Champagne Geschützkampf mit Unterbrechungen wiederum einige kleinere örtliche Erfolge Die Wirksamkeit unseres Feuers war an mehreren Stellen festzustellen. Weſtlich der Höhe 191, nördlich von Wassiges, rungen, sonst Lage unverändert. * Oberste Heeresleitung. * * darstellen, nicht auf die Dauer in die Rolle ciner verhinderten unsere Batterien einen Angriffsversuch. In den bloßen Kreditbewilligungsmaschine zurückgedrängt werden fonnte. So war es es speziell für die Tagung des Argonnen wurde ein feindlicher Angriff bei Fontaine Madame preußischen Landtags ganz ausgeschlossen, die neue Session abgewiesen. In Bagatelle wurde am Vormittag ein auf einige bloße Schaufizungen zu beschränken und alle die heftiger Infanteriekampf von den Deutschen eingeleitet; den Der österreichische Generalstabsbericht. wichtigen Erörterungen, die in sozialer und politischer BeIetten Nachrichten zufolge behaupten wir alle unfere Stellungen. Von den übrigen Teilen der Front ist nichts Wien, 9. Februar 1915.( W. T. B.) Amtlich wird zu melden. - Die Meldung des deutschen amtlichen Tagesverlautbart: 9. Februar 1915, mittags: berichtes, daß die Deutschen einen französischen Schützengraben südöstlich von pern erobert hätten, wird amtlich in Geschüßkampf. Abrede gestellt. In Polen und West galizien keine Veränderung; Im Waldgebirge gelang es gestern nachmittag den verbündeten Truppen, einen von den Russen hartnäckig versiehung der Krieg aufgeworfen, in die Budgetfommission zn verweisen. Von den Vertretern der verschiedensten bürgerlichen Parteien, besonders auch von konservativer Seite ist ja energisch genug ausgesprochen worden, daß das Volk ſelbſt und seine Vertreter in Barlament und Presse das unbedingte Recht für sich in Anspruch nehmen müßten, ihre Auffassung Paris, 9. Februar.( W. T. B.) Gestern abend 11 Uhrteidigten Ort nördlich des Sattels von Volovec nach mehr- ur Geltung zu bringen. Daß das preußische Parlament mit wurde amtlich mitgeteilt: In der Nacht vom 6. und tägigen Kämpfen zu nehmen. Zahlreiche Gefangene wurden 7. d. Mets. brachte der Feind drei Minenherde in a gemacht, viel Munition und Kriegsmaterial erbeutet. Boiselle vor den von uns besetzten Häusern zur Explosion. Zweieinhalb Stompagnien wurden zum Sturm gegen unsere weftlichen Abschnitt scheiterten mehrere russische Angriffe, An der übrigen Karpathenfront heftige Kämpfe. Im Stellungen vorgeworfen, konnten jedoch nicht über die durch die wobei dreihundertvierzig Gefangene und drei Maschinen- Dienstag den Etat ohne jede Erörterung an die KomExplosion gebildeten Erdtrichter hinausgelangen. Am Nach- gewehre in unsere Hände fielen. mittag des 7. d. Mts. vertrieb ein Gegenangriff, welcher von einer unserer Kompagnien ausgeführt wurde, den Feind aus den Trichtern, welche wir sofort einrichteten. Die Deutschen ließen 200 Zote auf dein Gelände. Nördlich Le Menilles Hurlus eroberten wir in der Nacht vom 7. zum 8. Februar ein Gehölz, wo der Feind sich stark verschanzt hatte. In den Argonnen In den Argonnen dauerte die bei Bagatelle eingeleitete Aktion die ganze Nacht vom 7. bis 8. d. Mits. an. Den Deutschen gelang es zuerst vorzurücken, aber bei Tagesanbruch am 8. d. Mts. hielten sie nur einige wenige Stüde unserer weiter vorgeschobenen Linie besetzt, um welche der Kampf tagsüber fortdauerte. wahrlich nicht geringerem Nachdruck diese Rechte der politischen Deffentlichkeit für sich in Anspruch nimmt, braucht nicht erst hervorgehoben zu werden. Am liebsten hätte bei alledem das Abgeordnetenhaus ant mission verwiesen. Allenfalls war man bereit, zur a ma wurde von uns besetzt. Die Verrückung in der Bukowina schreitet fort. Geschäftsordnung eine Erklärung der sozialdemoDer Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. von Hoefer, Feldmarschalleutnant. Der Seekrieg. Die Benutzung der neutralen Flagge. " kratischen Fraktion zuzulassen, aber von einer ins Einzelne gehenden Erklärung wollte man nichts wissen, um nach außen hin den Eindruck zu erwecken, als ob es keinerlei Meinungsverschiedenheiten im preußischeit Volke gebe. Das konnten und durften unsere Vertreter nicht mitmachen, sie bestanden auf der ungekürzten Abgabe ihrer Erklärung, die naturgemäß eine Gegenerklärung aller übrigen Parteien auslöste. New York, 9. Februar.( W. T. B.) Der Washingtoner Die Einleitungsrede des Finanzministers beschäftigte sich Storrespondent der Associated Pres" meldet: Obwohl die eigentlich) sehr wenig mit dem Etat. Aber gerade das war Regierung noch keinen Bericht über die Benukung der ihr Vorzug. Wen interessieren heute trockene Zahlen, die doch amerikanischen Flagge durch die Lusitania" feinen Anspruch darauf erheben können, daß sie der Wirterhalten hat, wird in amtlichen Streisen geäußert, daß lichkeit entsprechen. Eine Schäßung, die heute richtig ist, Die englischen Verluste. der Fall eine Grundlage abgeben könnte, um die ganze Frage erweist sich vielleicht morgen schon als falsch. Ob der Wunsch der Benugung neutraler Flaggen durch Handelsschiffe trieg des Finanzministers in Erfüllung geht, dem er am Schlusse London, 8. Februar.( W. T. B.) Premierminister führender Wächte aus Anlaß der deutschen Erklärung zu er- Ausdrud verlich, daß das gemeinsam auf den Schlachtfeldern Asquith hat dem Unterhause mitgeteilt, daß die Verluste örtern. Die amerikanischen Geseze enthalten keine Vorschrift, aller Rangklassen der englischen Armee auf dem die den Mißbrauch der amerikanischen Flagge durch aus- vergossene Blut zur Milderung der Schärfe des Kampfes westlichen Kriegsschauplatze bis zum 4. Februar ländische Schiffe verbietet. Es war jedoch durchweg üblich, zwischen den Parteien beitragen möge, wissen wir nicht, das ungefähr 104 000 Mann betragen hätten. daß die Regierung die Konsuln anwies, ausführlich über solche hängt nicht von uns, sondern von unseren politischen Vorkommnisse zu berichten. Gegnern und nicht zuletzt von der Regierung selbst a b. Vom vestlichen Kriegsschauplah. Wiederaufnahme der deutschen Offensive gegen Warschau? * einer neutralen Kopenhagen, 9. Februar.( W. T. B.) Politiken" schreibt in Der Rede des Finanzministers folgte die von dem Geeinem Leitartikel: England behauptet, daß der Gebrauch einer neutralen Flagge eine feststehende Prayis als Striegslist sei. Wianossen Hirsch abgegebene Erklärung der sozialdemokratischen fann nicht leugnen, daß in früheren Zeiten friegführende Mächte Fraktion, die milde in der Form, aber scharf in der Sache gegelegentlich dieses Mittel nicht nur bei Handelsschiffen, sondern sogar halten war, und gleich im Eingang flar aussprach, daß sich bei Striegsschiffen angewandt haben, um dadurch der Verfolgung zu unsere Haltung der Politik der preußischen Regierung gegenentgehen. Die Frage ist aber, ob eine derartige Praris nicht soweit über nicht geändert hat. Obwohl auch die Sozialdemokraten London, 8. Februar.( T. 11.) Nach den letzten hier vorliegenden zurückliegt, daß man sie als veraltet betrachten muß. Die Be- angesichts des Erustes des Augenblicks darauf verzichteten, schon Depeschen der Korrespondenten großer Londoner Blätter in Warschau dingungen sowohl der Seefahrt als auch des Seekriegs waren in ver- bei der ersten Lesung ihre Einzelwünsche vorzubringen, soll deutscherseits ein neuer heftiger Borstoß gegen die die Stadt schwundenen Zeiten ganz anders als jetzt. Was im 17. und 18. Jahr stellten sie doch eine Reihe programmatischer FordeWarschau schützenden russischen Stellungen unternommen worden hundert allenfalls als Kriegslist gegolten hätte und damals feinerungen auf und sprachen der Regierung ihren Tadel wegen fein. Der Kampf ist augenblicklich im Gange, man kann vom Weich üble Prägung zu baben brauchte, kann im 20. Jahrhundert außzerbilde Warschaus aus bei flarem Wetter und günstigem Winde dent- ordentlich unheilvolle, zerstörende Wirkungen ausüben. Das Aus- ihrer Harthärtigkeit in der Frage der Wahlreform aus. Die Erklärung schloß mit dem Ausdruck des Wunsches nach lich den Donner der Kanonen vernehmen. Die russischen Berichte wärtige Amt betont, daß der Gebrauch schweigen sich vorläufig noch über den Stand der Kämpfe aus, doch Flagge Teine andere Wirkung haben kann, als daß der einem gesicherten Frieden zum Heile des deutschen Volkes werden fortwährend neue Truppen aus den bei Warschau liegenden Feind gezwungen werde, vorkommende Schiffe als neutrale und der gesamten Menschheit. behandeln und bevor und Untersuchungen anzustellen, Reserven nach der Front gesendet. Auffallend ist die große Zahl au die Unmittelbar darauf erhob sich Herr v. Heydebrand, bon Savallerieregimentern, die Barschau in westlicher Richtung Beschlagnahme stattfindet. Aber auch diese Auffassung hat der im Namen aller übrigen Fraktionen in einer Erklärung burchzichen, während bisher diese Waffe auf dem Gelände vor der ihre Wurzel nur in der Vergangenheit und harmoniert nicht mehr seine Mißbilligung über das taftische Vorgehen der SozialStadt nur sehr beschränkte Verwendung gefunden hatte. Der Kampf mit der heutigen Striegsführung. Bisher schützte die neutrale Flagge demokratic ausdrückte. scheint sich äußerst blutig zu gestalten, denn bei Tag und Nacht die Schiffe des betreffenden Staates. Wenn nun England das Recht Er unterstrich damit nur die sozialdemokratische Erwerden immer neue Verwundetentransporte, in die bereits völlig behauptet, die neutrale Flagge sich zum Schuße seiner Handelsflotte überfüllten Lazarette eingeliefert. Mehrfach sind in den letzten anzueignen, so wird die Folge sein, daß es keine Grenze für die flärung. Auch seine Ansicht, daß man über die in der sozialTagen deutsche Flieger über Warschau bemerkt worden, die sich Unsicherheit und Zerstörung im Weltkrieg mehr gibt und die Ge- demokratischen Erklärung hervorgehobenen Voltsforderungen, jedoch in sehr großer Höhe hielten und sich darauf beschränkten, fahren der neutralen Schiffahrt ins Ungemessene wachsen. Unglück zu der Wahlrechtsfrage, später sprechen werde, vermochte Broklamationen in russischer und polnischer Sprache herunter zu liche Verwechselungen sind dann unvermeidlich. nur der sozialdemokratischen Forderung ein wirksames Relief werfen. zu verleihen. ( Fortfehung auf der 2. Seite.) Die zweite Lesung des Etats beginnt am Montag mit zum Explodieren gebracht werden. Dagegen seien die an der Nord- J Ferner berichtet die Humanité: Das Aftionskomitee der dem Etat des Staatsministeriums. Hierbei sollen alle all- feetüste angeſchwemmten englischen Minen schon durch das Auf- fozialistischen Verbände Frankreichs hat eine Adresse stoßen an Land explodiert. Sie seien also noch wirksam und höchst an die Regierung gerichtet mit der Aufforderung, alle Getreidegemeinen Fragen erörtert werden. gefährlich für die Schiffahrt gewesen, trotzdem sie sich vom Minen- vorräte in Frankreich zu befchlagnahmen, den Preis für feld losgerissen hatten. Offenbar müsse England schon auf alte Minenbestände zurückgreifen, oder es fümmere sich nicht um die Mehl und Getreide nach Maßgabe der legtjährigen Ernte festzusetzen, die bis zur nächsten Ernte fehlende Getreidemenge durch EinLondon, 9. Februar.( W. T. B.), Daily Expreß" völkerrechtlichen Bestimmungen des Seekrieges. Expreß" völkerrechtlichen fuhr zu decken, und auch den Mehrverbrauch in den Bäckereien zu schreibt: Die Anweisung betreffend die neutrale Flagge wird überwachen. zweifellos die öffentliche Meinung Englands sehr beunruhigen. Seit wann ist der Union Jack eine Flagge, die furchtsam niedergeholt wird? Wir leugnen nicht, daß es eine zulässige Striegslist ist, aber die Stellung Englands ist so cinzigartig, daß wir ungünstige Folgen einer derartigen Taftit befürchten. Doch haben wir soviel Zutrauen zur Admiralität und zur Flotte, daß wir uns dieser Entscheidung beugen. Der türkische Krieg. Vorhutgefechte am Suezkanal. Dasselbe Blatt meldet: Der Arbeitsausschus der fozialistischen Verbände hat einen Beschlußantrag ange nommen, durch den cr gegen die Verurteilung Burzews entrüstet protestiert; das Urteil be= Konstantinopel, 9. Februar.( W. T. B.) Das Hauptquartier weise der zivilisierten Welt, daß sich in Rußland nichts geändert habe. Er protestiert ferner gegcit hat gestern folgendes mitgeteilt: Die Vorhut unferer gegen land nichts geändert habe. Aegypten operierenden Armee hat einen erfolgreichen die Unterdrüdung franzöfifcher und russischer Erkundungsmarsch durch die Wüste gemacht, die vorgeschobenen Gewerkschaftsblätter durch die französische Behörde. Hollands Stellung zum deutsch- englischen fogar mit einigen Kompagnien Infanterie den Suezkanal Handelskriege. Amsterdam, 9. Februar 1915.( Privattelegramm des Vorwärts".) Die holländische Presse sezt die Polemik gegen die deutsche Seeerklärung fort. Das liberale Blatt Baderland" schreibt, daß die englische Erklärung über das Führen neutraler Flaggen sicherlich die Ausführung der deutschen Ankündigung erschwert, da sie die Deutschen zur Untersuchung des zu vernichtenden Schiffes nötigt. Dieser Besuch ist aber gefährlich, da England seine Kauffahrer mit Geschützen ausstatten oder ihnen Kriegsschiffe folgen lassen kann, die während der Visitierung angreifen. Auch kann sich unter den angehaltenen Schiffen leicht einmal ein Hilfs. freuzer befinden. Aber die Haltung der Vereinigten Staaten weist schon darauf hin, daß man sich die Entziehung Deutschlands von der Untersuchungspflicht nicht gefallen lassen wird. Wenn Deutschland nicht Wasser in den Wein seiner Erflärung gießt, wird es dadurch Komplikationen hervorrufen, können, die für Deutschland selbst die schlimmsten Folgen haben können. Der„ Nieuwe Courant" schreibt in einem Leitartikel, die englische Flaggenorder rechtfertigt die Auch können deutsche Bedrohung der Neutralen nicht. Posten der Engländer gegen den Kanal hin zurüdgetrieben und Beschlagnahme von deutschfreundlichen Flugschriften. Lyon, 8. Februar.( W. T. B.)„ Lyon Republicain" meldet aus " zwischen Zussum und Serapeum überschritten. Trotz des Feuers englischer Kreuzer und Panzerzüge haben unsere Truppen den Feind während des ganzen Tages beschäftigt und feine Ber- Paris: Die Polizeipräfeftur hat eine Anzahl Flugschriften teidigungsmittel in vollem Umfange aufgeklärt. Ein engliſcher befchlagnahmt, welche seit einiger Zeit den Kaufleuten des Kreuzer ist durch unser Geſchüßfeuer schwer beschädigt worden. Ballenviertels in Paris geschickt worden sind und die unter dem Unsere Vorhut wird die Fühlung mit dem Feinde aufrechterhalten Titel:„ Die Meinung der Neutralen" Auszüge aus spanischen, und den Aufklärungsdienst auf dem öftlichen Ufer des Kanals ver- holländischen und schwedischen Blättern enthalten, welche Deutschſehen, bis unsere Hauptmacht zum Angriff schreiten kann. Ein land, sein Heer und seinen Kaiser rühmen. Teil unserer Flotte hat Jalta wirksam beschossen und an einem anderen Punkte ein russisches Schiff verſentt. Australische Truppen am Suezkanal. Frankfurt a. M., 9. Februar.( W. T. B.) Die Frankfurter Beitung" meldet aus London: General Mariell teilte dem Kriegs. minister mit, daß die australischen Soldaten bei den ersten Kämpfen am Suestanal fich gut geführt hätten. Das Striegsministerium hat die Einreihung von weiteren zehn taufend australischen Soldaten beschlossen, die im April nach Aegypten transportiert werden sollen. China und Japan. Petersburg, 9. Februar. Nach einer Meldung der„ Nowoje Bremja" wurden in Smilten in Livland regierungsfeindliche Proklamationen verbreitet. Die französischen Flüchtlinge. Paris, 8. Februar.( W. T. B.) Jm Matin" macht der Minister des Innern Malvy eingehende Angaben über die Maßregeln, welche die Regierung getroffen habe, um den aus der Zone der Kriegsoperationen geflüchteten Personen zu Hilfe zu kommen. Auf Befehl der Regierung wurde die Mehrzahl der Flüchtlinge in Familien untergebracht. Die Präfetten wurden ermächtigt, zur Unterbringung der Flüchtlinge Wohnungen und Lokale zu benußen, welche Deutschen, Desterreichern oder Ungarn gehören und die Schwierigkeiten der Untersuchung für die Neutralen Frankfurt a. M., 9. Februar.( W. T. B.) Die Frant- beschlagnahmt worden sind. Hilfsbedürftige Erwachsene erhalten weder zur Meidung der betreffenden Meeresgebiete, furter Zeitung" meldet aus Mailand: Nach einer Pekinger einen Staatszuschuß von 1,25 Franten täglich, ferner noch zur Hinnahme der Vernichtung ihrer zu unrecht ver- Depesche der Rußkoje Slowo" soll Japan an fünfzig Centimes für jedes Kind unter 16 Jahren. Insgesamt bedächtigten Handelsschiffe maßgebend sein. Wir vernahmen China folgende Forderungen gestellt haben: Ber- trägt die Zahl der Flüchtlinge nahezu eine Million, von denen mehr mit Befriedigung, daß eine Konferenz des Washingtoner und längerung der Abtretung von Dalny und Port Arthur als die Hälfte die Staatshilfe in Anspruch nehmen. des holländischen Gesandten mit der Regierung der Vereinig- auf 99 Jahre, terminlose Verlängerung des Vertrages über Gegen die Zensur. ten Staaten über einen Kollektivprotest stattfand. Es würde die südmandschurische Bahn, Handelsfreiheit für Japan in uns nicht wundern, vor dem 18. Februar noch eine ein China und das Recht des Immobilienerwerbes, Einschluß Lyon, 9. Februar.( W. Z. B.)„ Lyon Republicain" erschränkende deutsche Erklärung zu erhalten. Der Reichskanzler der Südost- Mandschurei und Mongolei in die Japan aus- fährt aus Paris: Der Verein der republikanischen Journa führt als Hauptgrund an, daß die Neutralen gegen die Ausschließlich vorbehaltene Interessenzone terminlose Son- listen hat in seiner gestrigen Eigung eine Tagesordnung anhungerungstaktik Englands ja auch nicht protestierten. Aber gession der Schantungbahn und der Schantungbergwerke, genommen, in der er die sofortige Abschaffung der politischen menn es zur moralischen Pflicht der neutralen Mächte ge- Hebertragung der Instruktion des chinesischen Heeres und der Benjur fordert. Die einzig berechtigte Zensur sei die militähörte, gegen alle Völkerrechtsverlegungen zu protestieren, chinesischen Warine an japanische Offiziere, die Ernennung rische Zensur, die jede Veröffentlichung der Presse im Interhann hätten fie feit Striegsbeginn mit derartigen Protesten japanischer Räte an den chinesischen Weinisterien der Finanz. esse der Nationalverteidigung prüfen könne. nach beiden Seiten hin alle Hände voll zu tun gehabt. Die Unterricht und Verkehr, Einführung der japanischen Sprache holländischen Reeder haben vor, von der Durchfahrung des in den chinesischen Schulen, welche Fremdensprachen lehren. Priegsgebiets vorläufig nicht abzusehen. Die am Freitag im In der redaktionellen Bemerkung schreibt Rußkoje Marinedepartement stattgefundene Konferenz beschloß nach Slowpo", die Aufstellung dieser Forderungen der unter der Diskutierung der Frage, ob die Kauffahrer unter Be- deutschem Einfluß stehenden chinesischen Presse zu. Sonſt Amsterdam, 9. Februar 1915.( Privattelegramm bedung fahren sollen, daß noch keine Gründe vorliegen, der würden sie einer Brotettoratserklärung Japans des Vorwärts".) Die Erregung der englischen ArRegierung eine Dienständerung vorzuschlagen. Aber abge- über China gleichkommen. Die wahren Absichten Japans beiterschaft steigt ständig. Der Präsident Runciman der gesehen von der Einigkeit der Neutralen in dieser Frage in China hätten anderen Charakter, nämlich die Ausnutzung Handelskammer wies das Verlangen der Arbeiter, einen halten wir es für höchst unwahrscheinlich, daß die deutsche Marine den durch das Verhalten der„ Emden" befestigten Ruf des politischen Augenblicks zur wirtschaftlichen Entfaltung und Arbeiterhilfsausschuß zur Vertretung der Arbeiterschaft im einer ritterlichen humanen Seemannschaft aufs Spiel jeten sur Uebernahme der deutschen Erbschaft in Schantung, wo- Komitee gegen die Anhäufung im Hafen einzuberufen, ab. gegen Rußland nichts cinzuwenden habe. werde. Die englische Minengefahr. " Russische Rekrutierung in Galizien? Von der englischen Presse wird geflissentlich die Behauptung Wien, 9. Februar.( W. T. B.) Die, Neue Freie Preise" verbreitet, daß die friedliche Schiffahrt durch deutsche Meinen ge- veröffentlicht eine Meldung des Blattes Wiadomosci Polskie" von fährdet werde. Nicht nur, daß die deutschen Minen den bölfer einem neuen eklatanten Völkerrechtsbruch, den die rechtlichen Vereinbarungen nicht entsprächen, sie würden auch aufs Gerotewohl auf hoher See und besonders auf den Handelsstraßen Russen sich zuſchchulden kommen ließen. Die Russen haben in dem der Nordsee von Deutschen ausgelegt. Diese Behauptung ist in von ihnen besetzten südöstlichen Teile Galiziens systemaallen Zeilen unrichtig. Niemand hat weniger Ursache, andere zu tische Refrutierung durchgeführt. Die Aushebung fand im beschuldigen, daß sie die Schiffahrt gefährden, wie gerade England. Dezember statt. Noch früher ordneten die Russen die Rekrutierung Es sind nicht deutsche, sondern fast ausschließlich englische in den Bezirken Stanislau, Borodezany, Nadworna und anderen Minen, die die friedliche Schiffahrt gefährden. Das weiß man Bezirken an. Der Korrespondent des„ Wiadomosci Polskie" hatte auch im Auslande, wie die nachstehenden im Monat Januar be- eine Unterredung mit russischen Gefangenen und fand unter diesen 5. Januar: Laut norwegischen Pressenachrichten sind zahlreiche Minen an der Südküste Norwegens angetrieben, von denen eine durch die norwegischen Behörden geborgen und untersucht worden ist. Nach den Ergebnissen der Untersuchung steht, wie mir an amtlicher Stelle erfahren, unzweifelhaft fest, daß es sich um englische Minen handle einen österreichischen Ruthenen aus Brody. Es stellte sich heraus, daß dieser schon zu Anfang der russischen Invasion bei der von Rußland in Galizien angeordneten Rekrutierung ausgemustert und aus gebildet, und sodann auf den galizischen Kampfplak entjendet worden war. 16. Januar: Aus Amsterdam wird gemeldet: Heute ist eine Die russischen Liberalen und der Krieg. Die Erregung unter den englischen Arbeitern. " Daily Citizen" bezeichnet das als eine Herausforderung. Sie flagt die Eisenbahnmagnaten an, daß sie durch das Voranstellen ihres Privatinteresses die Hafenanhäufung verschuldet hätten und das Problem nun auch selbst lösen sollten. Unterdeß steigt die Teuerung. Der Weizenquarter foſtete in der letzten Woche des Januar 1914: 31 Schilling, 1915: 53,3 Schilling. Die Dockarbeiter in Hull nahmen das Angebot der Unternehmer, den Stundenlohn um 1 Benny zu erhöhen, an. Die Bergarbeiter in Südwales beschlossen ein Schiedsabkommen zum 1. April auf dreimonatige Kündigung. Sie fordern Lohnerhöhung. Die englische Einfuhr im Januar betrug 67 Millionen Pfund Sterling, sie nahnt gegen 1914 also nur um 600 000 Bfund Sterling ab. Die Ausfuhr betrug 28 Millionen Pfund Sterling, ihre Abnahme gegen 1914 beträgt 191 Proz. Der Tonnengehalt der einfahrenden Schiffe betrug 21 Millionen, fiel also um 1 100 000 gegen das Vorjahr. Der Tonnengehalt der ausfahrenden Schiffe betrug nur 3 400 000 gegen 5 500 000 im Vorjahre. Geschäftschauvinisten. englische Mine im Zuidersee bei Wilringen angespült worden. 21. Januar: Aus Kristiania wird gemeldet: An Land Petersburg, 8. Februar.( W. T. B.) Der Führer der Kadetten, Liverpool, 9. Februar.( W. T. B.) Hier hat eine Ver getriebene gefährliche Seeminen an der Küste Norwegens erregen miljutow, hielt in Petersburg eine Rede über den Krieg sammlung englischer Hotel- und Restaurant. erhebliches Aufsehen. Es wird jest mitgeteilt, daß noch zwei solche und die europäische Intelligenz, in der er die Not angestellter stattgefunden, in der die Resolution angenommen in der Nähe der Stadt Haugesund an Zand getrieben wurden. wendigkeit betonte, den Strieg bis zur siegreichen Beendigung für wurde, energisch gegen die Absicht des Ministeriums des Innern zu Marinemannschaften machten eine Mine unschädlich. Es handelt sich um eine englische Verankerungsmine, die sich losgerissen hatte. Rußland durchzuführen. Als moralisches Biel betonte Miljukow, protestieren, internierte Untertanen feindlicher Staaten 21. Januar: Der Londoner Berichterstatter der Giornale daß Rußland für die Freiheit und die Befreiung der kleinen Völker freizulassen, um den Hotels zu Dienstpersonal zu verhelfen. d'Italia" meldet von Beunruhigung in englischen und französischen kämpfe. Von Finnland sprach er indessen in diesem Zusammenhange Man will an das Publikum appellieren, sich nicht von feindMarine- und Handelstreisen wegen zahlreicher treibender Minen nicht. Was den Kampf gegen die Türkei anlange, so sei es für lichen(!) Kellnern bedienen zu lassen. englischen Ursprunge, die jetzt auch im offenen Ozean anzutreffen Rußland notwendig, Konstantinopel und die Meerengen zu besigen, die Neutralisierung der Dardanellen genüge ** Es braucht wohl nicht erst ausgeführt werden, wie beschämend sind. 27. Januar: Stodholm Dagblad" gibt bekannt: Die Minen- für Rußland nicht. In der Einleitung seiner Rede betonte Miljukow, es ist, daß eine arbeitende Schicht in solcher Weise dem schäbigsten gefahr am füdlichen Teil der norwegischen Küste nimmt von Tag daß die Ilmrisse der Kriegsereignisse sich seit dem Kriegsbeginn ver. Geschäftspatriotismus anheimgefallen ist. zu Tag zu. Von allen Seiten gehen Mitteilungen über Minenfunde cin. Ein in Stavanger eingetroffener Dampfer sah zwischen schleiert hätten, und daß die Stimmung verloren gegangen Efagen und der norwegischen Stüite auf nördlichem Sturs 12-13, fei. Es sei demgegenüber notwendig, das Gefühl durch logische auf jüdlichem Kurs 7 Minen. Bei Studesnaes wurde noch eine Gründe von neuem zu stärken. Das täten die Verbündeten, das Mine, bei Egersund 3 Minen gefunden und an Land geschafft, müsse auch Rußland tun. Dampfer Stagen" beobachtete eine Mine südlich von Kristianfund, die ebenfalls der Marine übergeben wurde. Nahe der schwedischen Süste bei Hvaler ist eine Mine an den Strand getrieben. Sämtliche untersuchte Minen sind englische Kontaktminen. 30. Januar: Amsterdamer Blätter melden: Seit Beginn des Arieges wurden insgesamt 234 Minen an der holländischen Küste angespült, darunter 113 englische, 42 französische und 3 deutsche. Eine russische Anleihe in Amerika. London, 9. Februar.( W. T. B.) Die Morningpost" meldet aus Washington: Rußland erhielt von der Morgan- Gruppe eine Anleihe von 5 Millionen Pfund. Das Syndikat besteht aus 15 leitenden Bankfirmen. Der Zinsfuß beträgt etwas über 6 Pro3. Aus Vorstehendem geht hervor, daß die englischen und französischen Minen, was ihre Veranferung betrifft, höchst mangelhaft Verbannung deutscher Kolonisten. fonstruiert sein müssen. Des weiteren aber läßt die Tatsache, daß Tambow, 8. Februar.( W. 2. B.) Durch Tamboo find in den englische Minen sowohl im Atlantischen Ozean, als auch an der holländischen, der jüdnorwegischen und schwedischen Stüfte in großer letzten Tagen Tausende von deutschen Solonisten, die Anzahl festgestellt sind, darauf schließen, daß England auch auf aus Polen verbannt worden sind, nach den Gouvernements hoher See Minen ausgelegt hat. Daß die deutschen Meinen den Astrachan und Saratoff transportiert worden. höfferrechtlichen Bestimmungen entsprechen, nicht aber die engliſchen, hat übrigens vor kurzem der Chef des schwedischen Die französischen Sozialisten gegen Minendepartements, Kapitän Norman, anerkannt, der in zaristische Politik. die " Dagens Nyheter" bestätigte, daß die seinerzeit bei Torhamn und Sandhamn gelandeten Minen deutschen Ursprungs Paris, 8. Februar.( W. T. B.) Humanité" meldet: Der genau den Bestimmungen der Haager Konvention entsprachen. Sie waren nämlich durch die Loslösung von ihrer Ber- Deputierte agrofilliere wird in der Kammer einen Gesetzanferung unschädlich geworden, und konnten nicht durch Stoß, son- antrag auf Naturalisierung der Eingeborenen in den dern erst durch Bejchießung seitens schwedischer Kriegsfahrzeuge französischen Kolonien einbringen. Rückwärtsrevidierung der türkischen Verfassung. Konstantinopel, 8. Februar.( W. T. B.) Der Senat berict heute in Gegenwart des Thronfolgers, der hervorragendsten Rabinettmitglieder, vieler Abgeordneter der Kammer und eines zahlreichen Publikums über den Gesezentwurf betreffend eine Abänderung des Verfassungsgejeges, wodurch die Vorrechte der Krone wieder gestärkt und gewisse Rechte, die ben geseggebenden Störpern bei der Verfassungsänderung im Jahre 1909 gegeben worden waren, zurüdgenommen werden sollen. Ahmed Riza Bey bekämpfte den Gesezentwurf, da nach seiner Meinung für eine Abänderung der Verfassung weder cine Notwendigkeit noch ein Anlaß vorliege. Nach einer kurzen Debatte wurde der Gesetzentwurf mit 43 gegen 3 Stimmen bei einer Stimmen enthaltung angenommen. Kriegsbekanntmachungen. Erweiterter Postverkehr mit Belgien. Bon jetzt ab werden auch im Verkehr zwischen Deutschland und Antwerpen gewöhnliche und eingeschriebene offene Briefe, Postfarten, Drucksachen, Warenproben und Geschäftspapiere in deutscher und französischer Sprache, ferner Telegramme in offener Sprache zugelassen, und zwar Telegramme aus Antiverpen in deutscher und französticher, nach Antwerpen nur in deutscher Sprache. Die Karen und Tarife find dieselben wie vor dem Kriege im Verkehr mit Belgien. Feldpost und Kettenbriefe. Einen neuen Fall der mitbräuchlichen Benuzung der Feldpost, der sich zugleich als grober Unfug darstellt, bildet die Versendung jogenannter Setten briefe als Feldpostkarten. Der Absender eines solchen Kettenbriefes verpflichtet den Empfänger, einen auf der Karte angegebenen Vers oder Spruch eine gewisse Zeit hindurch täglich an einen anderen Empfänger weiterzufenden. Jeder neue Empfänger hat sich derfelben Verpflichtung zu unterziehen. Wer diesem Gebote nicht nachkommt, soll im Leben kein Glüd mehr haben; wer das Gebot aber befolgt, wird an einem bestimmten Tage eine große Freude erleben. Das Publikum wird ersucht, möglichst darauf hinzuwirken, daß derartige unsinnige Belästigungen unserer Soldaten im Felde verhindert werden. fönnen. Wirtschaftsfragen. Politische Uebersicht. Unser Parteiblatt in Gotha wiederum verboten. Das„ Gothaer Volksblatt" ist vom Oberkommando in Cassel abermals verboten worden. Zur Begründung wird angegeben: war ein höchst intereffantes Bild, als Großherzog Friedrich auf die Hünengestalt des Sozialdemokraten Geiß, der sich noc) bor vier Jahren hartnädig geweigert hatte, zu Hofe zu gehen, zuschritt und ihm in liebenswürdiger Weise die Hand reichte. Danit fam der bekannte Abgeordnete und„ Volksfreund" Redakteur Wilhelm o1b an die Reihe, mit dem sich der Landesfürst in eingehender Weise über städtische Fragen( Kolb ist ja seit einigen Jahren StadtDer Reichstags- und Landtagsabgeordnete Bod in rat) unterhielt, und dann der Abgeordnete von Pforzheim„ Genosse" Gotha hat am 18. Januar 1915 als Vorsitzender des Auf- Stodinger. Letzterer glaubte den Großherzog darauf aufmertfichtsrates der A.-G. Gothaer Volksblatt" dem Stellvertreten sam machen zu müssen, wie intereſſant in sozialistischem Sinne die den Generalkommando die mündliche und schriftliche Er- Jeztzeit sei. Auf dem Pforzheimer Rathaus stünden neben dem klärung abgegeben, daß er sich dafür verbürge, daß das einfachen Fabrikarbeiter im Rathaus der reiche Kommerzienrat, Gothaer Volksblatt" hinfort für die Dauer des Krieges den Gothaer Volksblatt" hinfort für die Dauer des Krieges den jeder habe denselben Wunsch, anläßlich der Regelung der Brot Forderungen der Gegenwart in jeder Weise Rechnung tragen und Mehlverteilung seine Brotfarte in Empfang zu nehmen. Das und nichs tun werde, was den inneren Frieden zu stören ge- fei auch ein Fortschritt zum Endziel seiner Partei, meinte Stockinger. eignet wäre. Trotz dieser Erklärung haben die dem Gothaer Schlagfertig parierte der Großherzog mit der Bemerkung:„ daß Stadtrat als Zensurbehörde eingereichten Auffäße des eben außerordentliche Zeiten auch außerordentliche Mittel heischten". Gothaer Volksblattes" erkennen lassen, daß es gar nicht eben außerordentliche Zeiten auch außerordentliche Mittel heischten". daran gedacht hat, sich nach dieser von dem Reichstags- und Auch Prinz Max von Baden, der zukünftige Thronfolger, unterhielt Landtagsabgeordneten Bock abgegebenen Erklärung zu richten. fich mit jedem Sozialdemokraten, von denen nur Genosse Adolf Geck Kennzeichnend für das Verhalten des„ Gothaer Volksblattes" am Erscheinen verhindert war. Die feierliche Eröffnung des Landtags heute früh 10 1hr vollist besonders, daß die Bekanntmachung des Stellvertretenden Generalfommandos über die Aufhebung der Artikel 5 und 6 30g fich in hergebrachter Form, nur mit dem Unterschied, daß an In allen Ländern hat der Krieg den Staat zur Regle- der preußischen Verfassungsurkunde und der entsprechenden Stelle des üblichen Fracks der Gehrod getragen wurde; lediglich die mentierung des Wirtschaftslebens veranlaßt. Am tiefsten Verfassungsbestimmungen für die thüringischen Staaten im im Felde stehenden Abgeordneten erschienen in feldgrauer Uniform. waren die Eingriffe erklärlicherweise in Deutschland, weil hier Fahnenabzuge mit der aufreizenden lleberschrift Neue Ver- Die Zeitung der Sigung in der Zweiten Stammer lag in den Händen das wirtschaftliche Leben am schwersten hätte erschüttert werden schärfungen der Kriegszustandsentrechtung" der Zensur des ersten Bizepräsidenten, des Sozialdemokraten Geiß, dem die Die Quantität der Veränderungen in Deutschland behörde eingereicht wurde und mit der Schlußbemerfung des Minister beim Kommen in freundlichster Weise die Hand zum Gruße it daher so groß, daß sie von vielen, die durch die Maß- Inhalts versehen war, daß nach Aufhebung dieser gesetzlichen boten. Letzterer revanchierte sich durch eine wirklich durch und durch uahmen überrascht worden sind, bereits als qualitative Bestimmungen kein Schutz der persönlichen Freiheit mehr be- patriotische Rede auf das deutsche Heer und besonders auf Aenderungen d. h. als ein prinzipieller Bruch mit dem bis- stehe; die Bevölkerung fei vogelfrei. Das sei das unsere braven Badener. Als Geiß seine Rede, wie üblich, mit einem herigen Wirtschaftssystem beurteilt wurden. In der Tat Sozialistengesez für die Gesamtbevölkerung als Soch auf den Landesherrn schloß, liefen zum ersten Male die fcheinen ja auch die Höchstpreisgesetzgebung und das staat- Normalzustand". Diese Ausführungen wurden von der Sozialdemokraten, unter denen sich auch der„ rote Ged" aus Offenburg, der bekannte Korrespondent des Berliner Vorwärts" und der liche Getreide- Beschlagnahmerecht mit den bisherigen Prinzipien 3ensurbehörde gestrichen. privatkapitalistischer Produktion unverträglich zu sein. Daher Ausschlaggebend für das Verbot des„ Gothaer Volfs. Leipziger Volkszeitung" befand, nicht zum Saale hinaus; fic find diese Maßnahmen von einigen Sozialdemokraten als Sieg des blattes" war ein Auffay in Nr. 4 der Unterhaltungsbeilage blieben auch nicht, wie einzelne ihrer Gesinnungsgenossen im Reichs Sozialismus über den Kapitalismus gefeiert worden. Die gleichen vom 31. Januar 1915 unter der Ueberschrift„ Die Feldmäuse tage, auf ihren Stühlen siken, sondern einmütig erhob sich die Maßnahmen werden aber von den Konservativen als eine Recht- und die Hamster", in dem in hämischer Weise zum& Iaffen gesamte sozialdemokratische Fraktion wie auf ein Kommando und fertigung der vom Bunde der Landwirte seit Jahren ver- fampf aufgereizt und auch die Person S. M. des Kaisers stimmte, man fann wohl fagen mit Begeisterung, in das dreis tretenen Wünsche( in der Richtung des Antrag Kanit) ange- und Königs angegriffen wurde. Dieser Aufsak wurde von fache hoch ein; nur der Sozialdemokrat Böttger, der als Vizefehen und hin und wieder auch als Erfüllung der Idee vom der Vorzensur, da er im unterhaltenden Teil des Blattes feldwebel der Reserve erschienen war, hielt sich verpflichtet, nicht fozialen Königtum gepriesen. Die Imperialisten wieder stand, nicht beachtet und kam so zum Abdruck. Der Reichstags- hoch, sondern dreimal hurra zu rufen." feiern diese staatlichen Eingriffe als die Anerkennung ihrer und Landtagsabgeordnete Bock ist daraufhin durch das Forderung, daß der Staat ohne Rücksicht auf Sonderwünsche Herzogl. Sächsische Staatsministerium im Auftrage des alle Kräfte im Dienst nationaler Machtbestrebungen einseßen Generalkommandos zur Aeußerung darüber aufgefordert müsse. Die Staatsbureaukratie( das Wort ohne schlechte worden, wie er das Erscheinen eines derartigen Auffages mit Eine Vorstandsfizung der Westfälischen Landwirtschaftskammer Nebenbedeutung gebraucht) d. h. die Träger der herr- demt von ihm als Abgeordneten und Ehrenmann gegebenen schenden Verwaltung sehen schließlich in schließlich in den wirtschaft- Wort vereinbare und auf welche Weise er eine öffentliche in Münster sprach sich scharf dagegen aus, daß man jetzt, nach lichen Striegsmaßnahmen den Beweis dafür, daß nur mög- Sühne geben wolle. Er hat eine ausreichende Erklärung bem den Landwirten das Getreide genommen sei, Anregungen von lichst selbständige, mit starken Machtmitteln ausgerüstete, von nicht abgegeben. Darin, daß die Zensurbehörde, der Gothaer gewiffer Seite folge und die Getreidepreise erhöhe. Eine solche der Autorität eines starken Königtums geschützte Beamten Stadtrat, den Aufsatz übersehen hat, kann eine Entschuldigung Maßnahme würde berechtigte Erbitterung in landwirtschaftlichen Kreisen erregen; sollte aber eine Erhöhung doch eintreten, so die Kraft zur Ausführung derartig einschneidender Maßnahmen nicht gefunden werden. Das Generalfommando hat sich daher veranlaßt gesehen, müsse den Landwirten der höhere Preis für das aufbringen könnten. So erleben wir das Schauspiel, daß die gleichen Maßnahmen als Sieg der widerstrebendsten politischen das Weitererscheinen des Gothaer Volfsblattes", das, wie beschlagnahmte Getreide auch nachträglich aus. Ueberzeugungen gefeiert werden. bekannt, eine Ausnahmestellung in der sonst so einmütig im gezahlt werden! Zunächst ergibt sich aus diesen vielfachen Behauptungen baterländischen Sinne wirkenden Presse einnimmt, nunmehr nur die eine Erkenntnis, daß die Form einer Maßnahme erneut zu verbieten. über ihr Wesen und ihren Inhalt recht wenig besagt. Die Einführung zum Beispiel eines Staatsmonopols bedeutet an fich noch nicht, daß ein bestimmtes Prinzip über andere den Sieg errungen hat. Denn das Monopol fann entweder den Produzenten Extraprofite verschaffen oder dem Staat als Steuerquelle dienen oder beide genannten Zwecke miteinander verbinden oder schließlich den Konsumenten Schutz vor Aus dem Titel:„ Der Burgfrieden in der Ziegelei Holz" ist das Erheutung schaffen. Die Tatsache der einheitlichen Rege- scheinen der Pfälzischen Post" in Ludwigshafen von der Tung eines Produktionsgebietes fagt noch nichts Militärbehörde in Landau auf 3 Tage verboten worden, und zwar darüber, wem diese Regelung vor allem zugute kommt. für den 9., 10. und 11. Februar. Gegen dieses Verbot ist Beschwerde Die Tatsache der staatlichen Monopolisierung irgend eines wirtschaftlichen Gebietes fann ebensogut zum Staatstapitalismus" als zum„ Staatssozialismus" führen. Die Frage des staatlichen Monopols ist durch den Strieg unzweifelhaft in ein neues Stadium getreten. Schon In einem Artikel, überschrieben, Der Knebel Churchills", bevor dem Kriege wurden Pläne erwogen, neue Steuerbedürfnisse schäftigt sich die Kölnische Zeitung" mit der von England Beabnicht durch Einkommen- und Vermögenssteuern zu decken, sichtigten Aushungerung Deutschlands und kommt zu folgendem sondern durch Einführung von Monopolen zu befriedigen. Schluß: Das Petroleummonopol war der erste fertige Entwurf, andere follten folgen. Die Vermehrung der Staatsausgaben durch und nach dem Striege wird die Regierung dazu veranlassen, diese Pläne aufzunehmen. Dann wird wie bei dem Petroleummonopolgesehentwurf der Kampf der politischen Parteien um die Ausgestaltung der Monopole entbrennen. Die Frage wird dann also nicht lauten: Monopol oder nicht?", sondern ob das Monopol dem Interesse der Konsumenten, der Produzenten oder des Steuersädels dienen soll. Der Kommandierende General. gez. b. aug wiş, General der Infanterie." Berbot der Pfälzischen Post". " P Begen eines am 29. Janitar 1915 erschienenen Artikels mit " erhoben worden. Bedenkliche Drohung. Wünsche von Landwirten. Zn weiteren Beschlüssen wurden Einfuhrprämien für Futterstoffc fowie Höchstpreise für sie und künstliche Düngemittel gefordert. Ferner wurde eine Einschränkung des Zuderrübenbaues auf etwa ztvei Drittel der üblichen Fläche beantragt. Teybu Kriegsfürsorge in Hamburg. Die Hamburger Bürgerschaft genehmigte einen Senatsantrag auf Einſegung einer Behörde für Kriegsversorgung, die nad) ihrem Ermessen Lebensmittel, Futtermittel und sonstige Bedarf burgs beschaffen und abgeben soll, mit der Abänderung, daß dieje gegenstände zur Sicherstellung der Versorgung HamAufgabe nicht einer Behörde, sondern einer Kommission von je zwei Mitgliedern des Senats und der Bürgerschaft sowie einem vom Senat zu ernennenden Mitglied übertragen werden soll, und stellte ihr ziv ölf Millionen Mark für diesen Zweck zur Verfügung. Zum Mitglied der Kommission wurde auch ein Mitglied der sozialdemokratischen Fraktion gewählt. Ferner wurde ein Betrag von sechs Millionen Mark für die staatliche Mehlversorgung bewilligt. Verurteilte französische Kriegsgefangene.. „ Jedenfalls bleibt uns nichts anderes übrig, als uns bis zum äußersten zu verteidigen, wobei Churchill und Genossen ihre Hungertheorie nicht bis ans Ende in die Praris ausgedehnt Das Kriegsgericht der Landwehrinspektion München verhaben. Bir haben 600 000 Striegsgefangene, die von uns besetzten uricilte die französischen Kriegsgefangenen Sorporal Leon Foffen feindlichen Landesteile werden von elf Millionen Franzosen und und Soldat Rouis Henon vom ersten französischen Kolonial Belgiern bewohnt. Wenn es nun wirklich ans Verhungern ginge, infanterie- Regiment, die am 9. Dezember aus dem Kriege so sei es doch selbstverständlich, daß die Reihe zunächst an jene gefangenendepot Puchheim entflohen und einige Tage später von Angehörigen der uns feindlichen Staaten fäme. Wegen Ver- der Grenzwache Lindau angehalten und zurüdgeliefert wurden, hungerns mache sich aber fein Mensch im Deutschen Reiche wegen erfchiverter unerlaubter Entfernung im Felde ersteren zu neun Monaten, letzteren zu acht Monaten Gefängnis. Die Frage des staatlichen Monovols ist um so brennender Sorge." geworden, als heute bereits in ausgedehntem Maße private Stein Mensch im Deutschen Reiche fann natürlich im Ernste baran Monopolverbände das wirtschaftliche Leben beherrschen. Mit denken, die englischen Aushungerungspläne den in unserer Gewalt der Entwicklung der unter Kontrolle des Finanzkapitals befindlichen Gefangenen entgelten zu lassen. Gegenteilige Ansichten, stehenden Großindustrie hat das Prinzip der freien Son- auch wenn sie mit einem gewissen Vorbehalt angedeutet werden, furrenz in feinen Formen eine Umgestaltung erfahren. find nur geeignet, zu unliebfamen Kommentaren herauszufordern. Die Kartelle und Syndikate heben die Konkurrenz, von der Wie würde sich auch die„ töln. 3tg." zu einer Androhung Englands die Abnehmer auf dem Markt profitieren konnten, auf. Sie äußern, England werde bei wirksamer Durchführung des vom unterwerfen sich die Konsumenten des Inlandes, wobei ihnen deutschen Admiralstab angekündigten Unterseebootkampfes die in den der Abschluß des heimischen Marktes gegen die ausländische englischen Konzentrationslagern befindlichen Deutschen zuerst dem Konkurrenz durch die Schutzölle zu Hilfe tommt. Hungertode überliefern! Verlängerung der Mandatsdauer? Wieder ein Helden- Schwindel. Durch die gesamte Presse gingen in den letzten Wochen Nachrichten über angebliche Selbentaten Elementarschülers Alfons Koerberle aus Kolmarele, der unter anderem behauptete, zwei deutschen Offizieren bei Saarburg das Leben gerettet zu haben, auf der Flucht aus französischer Gefangenschaft acht Gewehre erbeutet zu haben, dem Staiser vorgestellt und zum Gefreiten befördert zu sein, und dem angeblich eröffnet sein sollte, daß für ihn die Verleihung des Eisernen Kreuzes erster und zweiter Klasse in Aussicht genommen sei. Wie dem Wolffschen Telegraphenbureau von unterrichteter Seite mitgeteilt wird, haben sich die Darstellungen und Behauptungen des Knaben als Erfindung herausgestellt. Letzte Nachrichten. Die Monopolgewinne, die nur zum Teil in der Stetigkeit und Höhe der Dividenden kartellierter Unternehmen zum Ausdruck fommen, erregen aber den Appetit der nach Steuerquellen Die weimarische Regierung beabsichtigt, für die weima fuchenden Staaten. Ist einmal die freie Stonkurrenz im alten rischen Landtagsabgeordneten eine neunjährige ManSinne des Wortes durch die wirtschaftliche Ent- batsdauer einzuführen. Es soll die Wahlzeit der Abwickelung überholt, so liegt cs nahe, die leber- geordneten um eine volle Finanzperiode, also von sechs auf führung der Monopole in Staatseigentum und in Staatseigentum und damit neun Jahre verlängert werden. Diese Ausführungen machte die Ueberleitung der Monopolgewinne in die Staats- in einer von den rechtsstehenden Parteien einberufenen kassen zu fordern. Der Staatssozialismus erlebt dadurch eine Bürgermeisterversammlung, wo Stellung zu der am 16. März Gegen die englische Zensur. zweite Auflage, aber er hat jetzt noch weniger als früher mit angesetzten Landtagserfazwahl im Wahlkreise Apolda Land Sozialismus zu tun. Damals, als Wort und Begriff ent- genommen wurde, der konservative Landtagsabgeordnete Reich. Amsterdam, 9. Februar 1915.( Privattelegramm standen, handelte es sich darum, die Konsumenten gegen die muth. Nach seinen Ausführungen muß angenommen werden, des Borwärts".) Die Dubliner Polizei beschlagnahmte bei der freien Konkurrenz entstehende Uebermacht der Stärksten daß die Regierung sich wegen der Verlängerung der Wahl- am Sonnabend an Bord die ankommende Gesamtauflage des wirksam zu schützen. Jezt wird beabsichtigt, das ungleiche periode mit den rechtsstehenden Parteien ins Einvernehmen Glasgower Worker". Im Unterhaus legte King eine Verhältnis zwischen Privatmonopol und Konsument dadurch gesetzt hat, denn der konservative Abgeordnete betonte, daß Resolution vor, in der erklärt wird, daß die einschränkende zu verewigen und zu sanktionieren, daß der Staat an die dafür auch eine Mehrheit im Landtage sei. Es scheint uns Aktion des Pressebureaus gegen die Kriegsberichterstattung Stelle des privaten Monopols tritt. Ohne Verminderung der doch sehr fraglich, daß die weimarische Regierung solchen ein nicht von klaren Prinzipien diftiert sei und daher be Preise, Verbesserung der Löhne und sonstigen Arbeitsseitigen Wünschen sich zugängig gezeigt haben sollte. bedingungen bedeutete eine solche Ueberführung weder einen Vorteil für die Konsumenten noch für die in jenen Industrien Einstellung des überseeischen Telegraphenverkehrs beschäftigten Arbeiter. Geschieht die Ablösung des privaten in England. Eigentums außerdem noch zu dem jezigen Werte", so beIn einem Karlsruher Briefe der Cannstatter Zeitung" findet Rotterdam, 9. Februar 1915.( T. 11.) Seit gestern abend deutet das die Zusicherung einer Rente in Höhe des Monopol9 Uhr hat London kein einziges Telegramm mehr durchgelassen. gewinns für alle Zeiten an die früheren Besizer. Uebernahme sich nach der„ Kreuz- Zeitung" folgende Schilderung: „ Einen würdigen Auftakt der Kriegstagung des Landtages Die Vermutung liegt nahe, daß Regierungsdepeschen mit Amerifa der Monopole in Besitz und Verwaltung des Staates wird bildete gestern abend ein Empfang der Volksvertreter im Schloß. das Kabel ganz in Anspruch nahmen. Eine andere Vermutung also noch nicht ohne weiteres bedeuten Übernahme in Besitz um 5 Uhr wurden die Mitglieder der Ersten Kammer vom Groß- läßt die Auffassung zu, daß die Regierung den Verkehr im Zuund zum Vorteil der Allgemeinheit. herzog und der Großherzogin begrüßt, um 9 1hr abends stellten sich fammenhang mit den Truppentransporten einstellte, damit feine die Boltsvertreter ein, und zwar zum ersten Male vollzählig. Es Nachrichten nach Deutschland gelangen, Sozialdemokraten im badischen Landtag. unruhigend wirke. Theater für Mittwoch, 10. Februar: Theater des Westens Berliner Theater 8. Uhr: ,, Extrablätter!" 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Am Ministertisch: Delbrück, Loebell, Lenze, Beseler, Breitenbach, Sydow, Schorlemer. Haus und Tribünen sind überfüllt. Etwa 70 Abgeordnete sind in Uniform erschienen. nommenen Kriegswohlfahrtszwecke gezahlt werden sollen. Die wichtigste Aufgabe der Regierung ist die Sorge für die Ernährung Einführung des allgemeinen, gleichen, geheimen und direkten Wahlrechts ohne auch nur ein Wort des Entgegenkommens zu sprechen. Inzwischen sind mehr als drei weitere Monate de schwersten Opfer des gesamten Volkes verstrichen; der dringend erforderliche Wahlrechtsreformentwurf ist nicht vorgelegt, ja nicht einmal angekündigt worden. Um so mehr müssen wir fordern, daß die Regierung wenigstens in der gegenwärtigen Tagung diese wichtigste aller innerpolitischen Aufgaben erfüllt. ( Beifall bei den Sozialdemokraten.) Staatshaushalt zur Laft. Der Stat mußte von der Annahme ausgehen, als ob der Krieg bereits am 1. April beendet wäre, nur so sind wir imstande, uns an die Einnahmen und Ausgaben des Vorjahres anzulehnen. Die Mindereinnahmen sind nicht durch Defizit- bilden. In der Sizung vom 22. Oftober v. J. haben wir unser Bedauern ausgesprochen, daß nicht einmal in diesen Tagen, da anleihen, sondern durch Abstriche an den anderen Ausgaben gedeckt. Zur Geldbeschaffung soll die Staatsregierung ermächtigt werden, das ganze Volk und vor allem die breiten Massen der Bevölkerung Präsident Graf Schwerin- Löwik: die schwersten Opfer an Gut und Blut bringen, die Regierung ihre Schahanweisungen bis zum Betrag von 1500 Millionen Mark Seit unserem letzten Zusammensein haben unsere herrlichen auszugeben, damit sie die liquiden Mittel für alle aus Anlaß des Pflicht erfüllt hat, das Dreitlassenwahlsystem durch das Truppen neuen Ruhm an ihre Fahnen geheftet und mit einer unbergleichlichen Tapferkeit und Hartnädigkeit heldenhaft die Krieges nötigen Aktionen zur Verfügung hat. Der Finanzminister allgemeine, gleiche, geheime und direkte Wahl und Hartnäckigkeit heldenhaft die zählt nun die bereits bekannten, zur Unterstüßung der Flüchtlinge recht zu ersehen, das vom Volte seit langem in unzweideutig schwersten Strapazen eines erbitterten Winterfeldzuges ertragen. in Ost- und Westpreußen getroffenen Maßnahmen auf und verster Weise gefordert wird. Die Regierung hat den 22. Oktober ( Bravo!) Sie haben nicht nur auch weiter unser Land vor größe weist auf die Forderung von 110 Millionen Mart, aus denen den vorübergehen lassen, ren feindlichen Einbrüchen bewahrt, sondern neue Siege in Dit vom Reich unterstützten leistungsschwachen Gemeinden Staatsund West errungen.( Stürmischer Beifall.) Die ungeheuerlichen Opfer dieses gewaltigen Krieges werden noch weiter steigen, denn beihilfen für die von ihnen in dankenswerter Weise auf sich ge= wir sind noch lange nicht am Ziele.( Sehr richtig!) Aber wir müssen, toste es was es wolle, bis zu einem bollen Siege durchhalten, der diese großen Opfer lohnt.( Stürmischer Beifall.) Erst heute weiß unser ganzes Volt, wie dieser Krieg von unseren Feinden planmäßig als Vernichtungskrieg gegen uns vorbereitet worden ist.( Zustimmung.) Mögen unsere Feinde um Rebanche, um die allein gebietende Beherrschung des Weltmeeres, um geschäftliche Vorteile oder um größere Machterweiterung fämpfen, oder mögen sie nicht einmal wissen, um was sie eigentlich kämpfen( Zustimmung), wir kämpfen um unser Dasein, um Sein oder Nichtsein, um unsere ganze wirtschaftliche kulturelle und nationale Zukunft.( Lebhafter Beifall.) Deshalb erscheint uns auch kein Opfer in diesem Kampfe zu groß.( 3Zustimmung.) Die bevorstehenden Beratungen um die verfassungsmäßige Aufstellung des Etats für 1915 werden ebenfalls von dem einmütigen Willen beherrscht sein, alle Sonderwünsche und parteipolitischen Rücksichten den großen gemeinsamen vaterländischen Präsident Graf Schwerin- Löwib gedenkt der seit der letzten Sizung verstorbenen Mitglieder des Hauses, vor allem des in den Kämpfen im Osten gefallenen Abgeordneten Meyer- Tawellningken( tons.). Auf der Tagesordnung steht die erste Lesung des Etats. Finanzminister Dr. Leuke hält die Einleitungsrede: Bei der letzten Etatsberatung dachte noch niemand daran, daß sich die Verhältnisse so bald ändern würden, daß Rußland, Frankreich und England uns gemeinsam überfallen würden, um uns zu vernichten und uns den Garaus zu machen. Niemals ist ein friedliches Volk schmählicher überfallen worden als das unsere, aber auch niemals haben sich unsere Feinde so verrechnet wie diesmal.( Bustimmung.) Nicht Rußlands, Frankreichs und Englands Heere befinden sich als Sieger in unferem Lande, sondern unsere Truppen stehen siegreich im Feindesland.( Zustimmung.) Unsere wadere Flotte sorgt dafür, daß England unsere Küsten nicht anzugreifen wagt.( Beifall.) Die Kriegslage hat sich so gestaltet, daß die Gesetze des Welthandels mehr von uns als von unseren Gegnern diftiert werden.( Sehr wahr!) Niemand bei uns ist nicht fest überzeugt, daß wir siegen wollen und siegen werden, so große Opfer der Krieg auch erfordert.( Zustimmung.) ( Zustimmung.) Auch der Etat wird durch den Strieg nicht unbeträchtlich beeinträchtigt. Das Wirtschaftsjahr 1913 schloß noch unter friedlichen Verhältnissen, dank günstiger Einnahmen mit einem Ueberschuß von 115 Millionen ab, sodaß eine außer ordentliche Tilgung der Staatsschulden um 24 Millionen stattfinden fonnte. Auf eine derartig günstige Entwickelung im Laufe dieses Jahres ist natürlich nicht zu rechnen, denn die Einnahmen werden geringer und die Ausgaben größer sein. Als der Krieg ausbrach, schien das ganze Wirtschaftsleben mit einem Ruck stillzustehen. Es drohten sich Kreditschwierigkeiten zu entwickeln, die so schlimm waren, daß alle Unternehmungen dadurch unterbunden worden wären. Die Aussicht auf eine Arbeitslosigkeit von geradezu riesigem Umfang mit all ihren Folgen, Not und Elend, erschien als drohendes Gespenst am Horizont. Zu unserem Heil haben wir diese schwere Krisis glücklich überwunden. Es ist dem Bundesrat gelungen, das Wirtschaftsleben allmählich wieder in Gang zu sehen. Namentlich die Abstandnahme von einem Moratorium durch die unseres Volkes. Deutschland ist darauf angewiesen, sich aus der eigenen Ernte und den vorhandenen Vorräten zu ernähren. Zu unserem Glück ist unter dem Schuße der seit vielen Jahren betriebenen Wirtschaftspolitik unsere Landwirtschaft so leistungsfähig geworden, daß sie durchaus imstande ist, unser ganzes Land mit Brot und Fleisch zu versorgen.( Bravo!) Es kommt vor allem darauf an, daß mit dem Brotgetreide haushälterisch umgegangen wird. Dann reicht es für die Menschen vollständig aus. Dagegen müßten unsere zahlreichen Vieh bestände, vor allem an Schweinen, wesentlich vermindert werden, da für sie nicht das erforderliche Kraftfutter vorhanden ist. Damit das vorhandene Vieh richtig verwendet wird, hat der Bundesrat die Gemeinden zur Anschaffung von Fleisch- Dauerwaren verpflichtet, und auf Veranlassung des Landwirtschaftsministers ist den Städten zur Durchführung dieser Maßregel ein Wechselkredit eröffnet worden. Die bedeutendste Maßnahme war die Begründung und Beteiligung des Staates an der Kriegsgetreidegesellschaft. Bevor fie jedoch ihre Tätigkeit aufnahm, gelangte der Bundesrat zu der Ueberzeugung, daß ohne Beschlagnahme der Getreidevorräte nicht zum Ziel zu kommen ist. Hierdurch erhielt diese Gesellschaft die Aufgabe, die beschlagnahmten Vorräte zu übernehmen und zu verwalten. Diese Aufgabe fann nur dann einem gedeihlichen Ende zugeführt werden, wenn alle Personen, die bis dahin bei der Brotversorgung beteiligt waren, nach Möglichkeit mit herangezogen werden und wenn das ganze Volt den guten Willen hat, mitzuwirken und das vaterländische Unternehmen nach Möglichkeit zu fördern.( Sehr richtig!) Die Lage ist ernst genug. England darf uns nicht aushungern und so zu einem Frieden zwingen, den es mit seinen Waffen sonst niemals erzwingen fönnte.( Lebhafte RuStimmung.) Dies unverrückbare Ziel muß einem jeden über alle Schwierigkeiten, Härten und Unbequemlichkeiten hinweghelfen, die mit der Beschlagnahme des Getreides und der Brotversorgung der bunden sein werden. Hier handelt es sich nicht um den einzelnen, ( Lebhafter Leifall.) Der synode sondern um das Vaterland. Aushungerungsplan Englands muß vereitelt werden.( Lebhafter Beifall.) Wir dürfen die Hoffnung hegen, daß wir den Feind niederzwingen und daß unser Vaterland unversehrt erhalten bleibt als Hort der Bildung und Kultur, der Pflichterfüllung und treuen Arbeit.( Stürmischer Beifall.) Wenn dann, wie ich hoffe, zugleich auch die inneren Gegenfäße durch das gemeinsam vergossene Blut ihre Schärfe verlieren, dann wird sich der Krieg schließlich noch als ein Segen erweisen und sich auch an uns das alte Bibelwort erfüllen: Ihr gedachtet es böse mit uns zu machen, aber Gott gedachte es gut zu machen.( Stürmischer Beifall.) Abg. v. Pappenheim beantragt, den Etat ohne weiteres der Budgetfommission zu überweisen. Die Erklärung der Sozialdemokraten. Abg Hirsch( Soz.): Am 22. Oktober v. J.. sprachen wir die Hoffnung und den heißen Wunsch aus, daß der entschliche Krieg, in dem sich die Völker zerfleischen, ein baldiges Ende finden möge. Diese Hoffnung hat sich zu unserer Trauer noch nicht erfüllt. Wir wissen aber, daß dieser Krieg in keinem der beteiligten Länder vom Volke gewollt ist; daß seine Beendi die Zuversicht, daß die Friedensstimmen in allen kriegführenden ung überall vom Bolke ersehnt wird. Wir hegen die Zuversicht, daß die Friedensstimmen in allen kriegführenden Ländern von Tag zu Tag zahlreicher werden, sich bei den maßgebenden Stellen Geltung verschaffen, und daß unter dem Einfluß des Friedenswillens, insbesondere der Arbeiterklasse aller Länder, ein baldiger gesicherter Frieden zum Heile des deutschen Volkes und der gesamten Menschheit zustande kommen möge. Der Ueberweisung des Etats und der mit ihm in Verbindung stehenden Gefeßentwürfe an die verstärkte Budgetkommission stim men wir zu.( Lebhafte Zustimmung bei den Sozialgemokraten.) Abg. v. Heydebrand( kons.): Im Auftrage der übrigen Parteien des Hauses habe ich Folgendes zu erklären: Auch wir haben Wünsche, Klagen und Beschwerden, wie das der Zusammensetzung des Hauses entspricht, von in sich verschiedener Art, und wir behalten uns vor, diese Beschwerden zur Sprache zu bringen, zu der Zeit und an dem Ort, wo das nach unserer Meinung passend sein wird, in der Kommission, die die Beratung dieser Vorlage übernehmen wird und eventuell auch im Plenum. Aber dieser Augenblid jetzt ist zur Vorbringung derartiger Klagen und Wünsche nicht geeignet.( Sehr richtig! rechts.) Wo wir uns seit Monaten wieder das erstemal in der preußischen Volksvertretung zusammenfinden, wo wir feit dieser Zeit einen Krieg gegen unser preußisches und deutsches Vaterland entfesselt sehen, wie ihn die Welt noch nicht gesehen hat, einen Existenzkrieg, wie er noch nicht da war, in einer solchen Situation erwartet das preußische Volk nicht, daß wir hier einzelne Klagen und Beschwerden vorbringen.( Sehr richtig! rechts.) Das preußische Volk erwartet vielmehr, daß die preußische Volksbertretung dem großen Moment entsprechend handelt.( Lebhafter Beifall bei den übrigen Parteien.) Die jetzige Stunde verlangt von diesem Hause den Beweis, daß die Geschlossenheit des ganzen preußischen Volkes gegenüber dem wütenden Krieg, der sich gegen uns entfesselt hat, ganz dieselbe geblieben ist wie am ersten Tage des Krieges. Das verlangen auch unsere Volksgenossen im Schlachtfelde, wo man teine Klassen kennt, sondern wo man einig und geschlossen fämpft vom ersten bis zum letzten.( Beifall.) In diesem Augenblick wollen wir von Die sozialdemokratische Fraktion hält ihren grundsätzlich ab- Geschlossenheit und Einigkeit sprechen und nicht davon, was diese oder jene Klasse zu fordern oder anderen vorzuwerfen hat.( Lebgeniale, mit Hilfe der Reichsbank geschaffene Kreditorganisation lehnenden Standpunkt gegenüber der bisherigen Regierungspolitik, hafte Bustimmung rechts, im Zentrum und bei den Nationallibe( lebhafter Beifall) und nicht zuletzt die unvergleichlichen Taten die in allen wesentlichen Grundzügen unverändert geblieben ralen.) In einer Zeit, wo wir sehen, daß unsere Brüder draußen unseres Heeres und unserer Flotte haben sehr wesentlich dazu ist, aufrecht; sie verzichtet jedoch in dieser ernsten Zeit bei der zu Tausenden und aber Tausenden dem Tode gegenüberstehen, beigetragen. Allein von allen kriegführenden Staaten hat Deutsch ersten Lesung des Etats auf Erörterungen parteipolemischer Natur. unter Kämpfen und Entbehrungen, da müssen wir zeigen, daß land ein Moratorium nicht eingeführt, und so blieb der Weg Die vielfachen Wünsche und Beschwerden, zum Teil sehr dringender auch wir daheim bereit sind, Opfer zu bringen. Das preußische offen, daß Recht und Wirtschaft sich in den gewohnten Bahnen weiter entwickeln konnten und die vielen einmal geknüpften Fäden Art, die sie auch in diesem Jahre wieder zu erheben hat, wird sie Volt ist bereit, nicht bloß die kleinen Unbequemlichkeiten auf sich nicht zerrissen wurden. Der Krieg mit seinem ungeheuren Bedarf in weiterem Verlauf der Etatsberatung zur Sprache bringen. Be- zu nehmen, die bis jetzt die Kriegslage herbeigeführt hat, das ist an Waffen, Kleidung, Fahrzeugen usw. hat sich nicht bloß als sonders wird sie auf Abstellung der zahlreichen Mänge I Zerstörer, sondern zugleich als starke Quelle für Arbeitsgelegen- bringen, die sich auf den Gebieten der Kriegsfürsorge, der Verheit und Verdienst erwiesen. Dank der Anpassungsfähigkeit der forgung des Volkes mit Lebensmitteln, auf dem Felde der Industrie und der Kaufleute wurde erreicht, daß die Arbeits- Sozialpolitik und in bezug auf die Unterbindung der losigkeit ständig zurückging. Die Landwirtschaft kann ihre Ernte zu günstigen Preisen veräußern, dadurch die Schwierigkeiten und freien Meinungsäußerung in Wort und Schrift Unzukömmlichkeiten durch Wegnahme des Personals, Mangel an unter dem Belagerungszustand gezeigt haben. Benzin, überwinden und so hat das deutsche Wirtschaftsleben durch den Krieg noch keine allzu starken Wunden empfangen, und die deutsche Volkswirtschaft ist sehr wohl im stande, den jebigen Zustand noch lange Zeit zu ertragen. Dazu kommt der Vorzug, daß alles, was eingenommen und verdient wird, im Inlande bleibt.( Sehr richtig!) Die sozialdemokratische Fraktion kann es aber nicht unterlassen, schon heute und von dieser Stelle aus in der entschiedensten Weise dem Verlangen Ausdruck zu geben, daß die Regierung aus der durch den Krieg geschaffenen Situation die von den breitesten Volksmaffen geforderten unumgänglichen innerpolitischen Folgerungen zieht. Die Einwirkungen des Krieges auf den Staatshaushalt haben wir zuerst überschäßt, aber immerhin sind sie nicht unbeträchtlich. Wir fordern auf das bestimmteste vor allem eine Umkehr der ReDer Minister feiert unter großem Beifall die gewaltigen Kriegs- gierung in ihrer Politik gegenüber der Arbeiterklasse. Wir verleistungen der Eisenbahn, an deren Ausbau das Abgeordnetenhaus feinen vollen Anteil habe; die Einnahmen aus dem langen, daß dem Polizeikampf gegen die Arbeiterbewegung im Güterverkehr betragen 95 Proz. der vorjährigen Einnahmen. allgemeinen, dem Kampf gegen die Sozialdemokratie, gegen die ( Hört! hört!) Und wenn auch die Einnahmen aus dem Personen- Gewerkschaften und gegen die freie Jugendbewegung ein Ende geverkehr sich nicht so schnell entwickeln tönnen, so zeigt doch die macht wird. Gegen die politische Unterdrückung nationaler Minderganze Entwickelung, wie lebhaft unser Wirtschaftsleben wieder heiten, wie sie in der Dänen- und Polenpolitik ihren Ausdruck vorwärts geht. Der Minderertrag dürfte sich in erträglichen findet, erheben wir nach wie vor schärfsten Widerspruch. Grenzen bewegen und ist zunächst aus dem Ausgleichfonds von( Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) 333 Millionen, der sich jetzt auf das glänzendste bewährt, zu decken. Erst dann, wenn er nicht ausreicht, fällt der Minderertrag dem Aus der Partei. Indiskretionen aus der Reichstagsfraktion. Die Grundlage aller politischen Reformen aber muß die die Ausführung von Ersuchen der Regierung übernehmen dürfe, durch das Verhalten des Genossen Südekum veranlaßt worden sei. Aber nicht nur einzelne Tatsachen, sondern auch ausführlichere zum Teil recht subjektiv gefärbte Berichte finden sich in einzelnen In verschiedenen Parteizeitungen finden wir mehr oder minder Parteizeitungen. Wir halten diese Art Berichterstattung aus verzutreffende Einzelheiten aus der letzten Fraktionstagung wieder- traulichen Beratungen für einen Unfug. Andererseits besteht gegeben. So soll der Genosse Rühle dem„ Dresdener Anzeiger" ein Bedürfnis, ein gewisses Recht der Parteigenossen auf ausmitgeteilt haben, daß in der Sizung der sozialdemokratischen reichende Information. Wir hielten es deshalb für sehr angezeigt, Reichstagsfraktion, die sich mit dem Abgeordneten Liebknecht wenn der Fraktionsvorstand einen kurzen zusammenbeschäftigte, das Verhalten Liebknechts mit 58 au 33 fassenden Bericht über die lehte Fraktionstagung der Parteipreffe Stimmen als unvereinbar mit den Interessen der Partei zur Verfügung stellte. Jedenfalls würde sich in Zukunft ein solches verurteilt wurde. Die öffentliche Erklärung der Fraktion Verfahren empfehlen. gegen Liebknecht wurde in der Gesamtabstimmung mit 65 zu 26 Stimmen angenommen. Andere Parteiblätter teilten mit, daß der Beschluß der Fraktion, wonach kein Mitglied ohne Zustimmung des Vorstandes gar nichts! Das preußische Volk ist bereit, dieser Situation gegenüber jedes Opfer zu bringen!( Stürmischer Beifall rechts, int Zentrum und bei den Nationalliberalen.) Abg. Liebknecht ( Soz.): Sie haben kein Recht, im Namen des Volkes zu sprechen! Rufe rechts und bei den Nationalliberalen: Liebknecht! Ruhe! Ruhe!) Auch wir sind Freunde des Friedens, aber es darf sich nicht um einen Frieden um jeden Preis handeln, sondern um einen dauernden Frieden, der die Früchte sichert, die wir für unser preußisches Volk und Waterland erworben haben. Das ist der Frieden, den wir brauchen.( Lebhafte Zustimmung rechts, im Zentrum und bei den Nationalliberalen.) Jett handelt es sich um Kampf, um Krieg und Sieg.( Beifall bei den erwähnten Parteien.) Und was später kommt, ist eine andere Frage.. So bleibt es denn dabei: die Aufgabe dieser Stunde heißt sachliche Arbeit, Pflichterfüllung, Opfer bringen, fämpfen, siegen, einig zu= sammenstehen! Das ist es, was die Stunde von uns fordert. ( Stürmischer Beifall rechts, im Zentrum und bei den Nationalliberalen.) Da weitere Wortmeldungen nicht vorliegen, ist die er ste Lesung damit beendet und der Etat wird der Bud= gettommission überwiesen. Nächste Sizung Montag, den 15. Februar, 2 Uhr nachmittags: Zweite Lesung des Etats. Schluß: 3½ Uhr. burg gehaltene Rede kritische Bemerkungen geknüpft haben, zu denen Ihnen meine Rede selbst keinen Anlaß gegeben hätte. Ich brauche Ihnen gegenüber nicht erst nachzuweisen, daß selbst ein sonst vorzüglicher Bericht, der in sehr zusammenfassen= der Weise eine einundeinhalbstündige Rede skizziert, weder dem Redner noch dem von ihm behandelten Thema vollkommen gerecht werden kann. Deshalb find solche Berichte stets„ cum grano salis" zu genießen. Gestatten Sie mir, wenigstens an zwei Beispielen zu zeigen, daß Sie mir. Unrecht getan haben. Ich habe das Wort Spizel durchaus nicht unterschiedslos auf alle Genoffen in Anwendung gebracht, die jetzt für die ausländische Parteipresse schreiben. Ich habe mich vielmehr ausdrücklich auf die in Betracht kommenden Erklärungen des Parteivorstandes berufen, die von der gesamten Genosse Scheidemann hat der Leipziger Volkszeitung" fol- Parteipresse abgedruckt sind. Das Wort Spizzel habe ich im Angende Zuschrift gesandt: schluß an einem von mir in jener geschlossenen Mitgliederversamm„ Aus dem„ Vorwärts" habe ich ersehen, daß Sie an den Be- lung vorgetragenen ganz bestimmten Fall gebraucht. Ich richt des Hamburger Echo" über eine von mir jüngst in Ham- wies auf einen am 23. Januar in der" Berner Tagwacht" abge brudten Artikel hin, der„ Parabellum" gezeichnet war. In diesent Artikel wurde der revolutionäre Teil der deutschen Sozialdemo fratie" zu recht tōrichten handlungen aufgefordert. Unter dem Sozialistengeset," so führte ich aus, haben wir Leute, die mit solchen Aufforderungen an die Arbeiter herantraten, als Spiel bezeichnet. Jezt, im Kriege, liegt die Frage nahe, ob dieser Parabellum" nicht im Dienste einer ausländischen Regierung steht. Die Versammlung, der ich die Aeußerungen des Parabellum" vorgetragen habe, spendete mir allgemeine 8uftimmung. Dann meine Verfündigung an den Quertreibern". Ich warnte bor Jllusionen, erklärte, daß ich mich voll tommen frei davon wiffe, und wies darauf hin, daß wir erst nach dem Kriege vor die größten Aufgaben gestellt würden. Manche sagten, daß es genau so fommen werde, wie nach 1813 und 1870. Demgegenüber betonte ich, daß es gewiß wieder so tommen fönne, nämlich dann, wenn wir uns gegenseitig ger fleischten, anstatt geschlossen und einig den Rampf für eine freiheitliche Entwidelung auf zunehmen. Das erstere werde der Fall sein, wenn die Quertreiber mit ihrer Tätigkeit Erfolg haben und den geschlossenen Kampf der Arbeiterschaft dadurch vereiteln würden. Was ich unter einem Quertreiber verstehe, hatte ich deutlich genug an einem drastischen Beispiel geschildert." Die eipziger Volkszeitung" bemerkt dazu: „ Wir können zurzeit nicht feststellen, zu was für Handlungen der Genosse Barabellum in der Berner Tagwacht" vom 23. Januar aufgefordert hat, und müssen es dahingestellt sein laffen, ob die Charakterisierung, die Genosse Scheidemann dieser Aufforderung angedeihen läßt, zutrifft. Die Verwendung des Wortes Spigel will uns aber auch in diesem Zusammenhang sehr bedenklich scheinen. Daß die Darstellung, die Genoffe Scheidemann über seine Aus. führungen betreffend die Aussichten der Partei nach dem Kriege und die Quertreiber gibt, wesentlich von ber des Versammlungsberichts abweicht, vermögen wir nicht zu erkennen." Die Berforgung der Kriegsteilnehmer, ihrer Familien. und ihrer Hinterbliebenen. in Frage gestellt als auch die Leiftungsfähigkeit überhaupt 12673 weiblichen, zufammen 17 554 Mitgliedern. Da jedoch zum sehr erheblich beeinträchtigt. Militär 13 013 Mitglieder eingezogen wurden, ergibt sich noch ein Da es in dieser ernsten Zeit unbedingt nötig ist, daß Gewinn von 8799 männlichen Mitgliedern, der durch eine rege neben den großen Leistungen der im Felde stehenden Mann- Agitation während der Kriegsmonate erzielt wurde. Wenn nicht be schaften auch jede einzelne Arbeitskraft im Lande voll zur dauerlicherweise ein außerordentlicher Verlust an weiblichen MitAusnutung tommt, sieht sich die Feldzeugmeisterei veran- gliedern zu verzeichnen gewesen wäre, würde der Verband jedenfalls laßt, die Firmen Groß- Berlins, welche Kriegsaufträge er prozentual am wenigsten von allen deutschen Gewerkschaftshalten haben, zu ersuchen, Arbeiter, die bisher schon an organisationen eingebüßt haben. eingebüßt haben. Dieser Verlust ist auf Lieferungen für Heer und Flotte gearbeitet haben, in ihre die in den ersten sechs Kriegswochen erfolgte Lahmlegung Betriebe nur dann einzustellen, wenn sie neben ihrer ge- der Schokoladen und Zuderwarenbetriebe zurüdzuführen. Die wöhnlichen Abgangsbescheinigung einen schriftlichen Aus- damals herrschende Kopflosigkeit, die Ungewißheit, ob die Verbände weis ihres bisherigen Arbeitgebers darüber beibringen, daß ihre Leistungsfähigkeit würden bewahren können, wirkte gerade in ihr Austritt aus seinem Betriebe und ihr Wiedereintritt den Reihen der Arbeiterinnen am schlimmsten, und als die Betriebe in einen anderen Betrieb mit seiner Zustimmung erfolgt. wieder langsam ihre Produktion aufnahmen, waren große Scharen Um den Arbeitern Zeitverjäumnisse zu ersparen, werden nicht mehr zu bewegen, die fälligen Beiträge nachzuzahlen oder die Firmen weiter ersucht, den aus ihren Betrieben aus- gleich wieder der Organisation beizutreten. Die 17 554 Mitglieder, tretenden Arbeitern, falls dieser Austritt mit dem Einver- die dem Verbande am Jahresschluß verblieben, setzen sich nach ständnis der Firma erfolgt, sogleich beim Abgange eine dies- den verschiedenen Berufszweigen wie folgt zufammen: Bäder bezügliche Bescheinigung auszustellen. Etwaigen Unterliefe- 12 200-69,5 Prog.; gelernte Sonditoren 10536 Pro3.; Hilfsranten in Groß- Berlin ist die Befolgung der gleichen Maß- arbeiter 14488,3 Pro3.; Arbeiterinnen 2673-15,2 Pro3.; Lehrnahme ebenfalls zur Pflicht zu machen. linge 180 1 Proz. Die Feldzeugmeisterei wird die Erteilung weiterer Aufträge an sie von der genauen Befolgung dieses Ersuchens abhängig machen. Finanziell ist das Ergebnis des Jahres 1914 noch günstiger zu nennen. Außer der großen Arbeitslosigkeit in der Fabrikbranche war bis Ende des Jahres, wo die Rohstoffbeschaffung für die BädereiEs wird als selbstverständlich vorausgebetriebe anjing, größere Schwierigkeiten zu machen, von einer gesezt, daß in Fällen, in denen von den Arbei größeren Arbeitslosigkeit unter den Mitgliedern nicht viel die Rede. tern berechtigte Klagen über zu niedrige Ver- Die Organisationsleitung hatte infolgedessen auch nicht nötig, die dienste bei den Arbeitgebern erhoben werden, Unterstützung für Arbeitslose cinzuschränken. Nur die Krankendiese mit dem, dieser großen Beit entsprechen unterstützung wurde für ledige Mitglieder aufgehoben und den Gerechtigkeitsjinn. geprüft und gefür verheiratete auf die Hälfte herabgelegt. Dafür tonnie gebenenfalls abgestellt werden. aber den Familien der in Felde stehenden Kollegen ab September eine monatliche Unterstügung bon 10 Mart gezahlt werden. Trotz der hohen Unterstützungen fie beliefen gez.& rante. Generalleutnant und Feldzeugmeifter." " 1 Die hervorgehobenen Teile find in der Verfügung nicht sich insgesamt auf 300 137 M. und 87 076,25 M². für Gemaßregelte und Streitunterstützungen hatten die Hauptkaffe am Jahresschlus besonders gekennzeichnet. Wir haben es getan, weil die Be- gegenüber dem Vorjahre einen Mehrbestand bon 9127 M. und die triebe aus leicht erkennbaren Gründen ihren Arbeitern nur Rotallassen einen solchen von 2543 M. Der Gesamtbestand betrug den eingerückten Teil des Schreibens von Da es... bis in der Hauptfaffe 381 018 M., in den Lokalfaffen 80 574 M., zuUnter diesem Titel erschien soeben im Verlage der BuchhandZustimmung erfolgt" durch Anschlag bekanntgegeben, fammen 461 593 M. Die Zahl der Lohnbewegungen war taum halb so groß als im Iung Vorwärts Paul Singer G. m. b. H., Berlin, eine Broschüre, den Ichten von uns durch Sperrdruck ausgezeichneten in der alle zurzeit vorhandenen gesetzlichen Bestimmungen über die Bassus aber für sich behalten haben. Natürlich sind von der Borjahre. Die Zahl der daran beteiligten Personen war allerdings Ariegsfürsorge übersichtlich und allgemein verständlich dargelegt Organisationsleitung sofort Schritte unternommen, um die nicht viel geringer, weil im Berichtsjahre der Tarif mit den Konsum genossenschaften zur Erneuerung fam. Insgesamt wurden 45 Bes sind. Selbst Aufschlüsse über den Rechtsweg, über die Besteuerung Feldzeugmeisterei durch die Vorlage von zutreffendem Tat- wegungen an 45 Orten in 1083 Betrieben geführt. Direkt beteiligt und Pfändung fehlen nicht. Das Heft ist zu dem Preise von 30 Pf. fachenmaterial zur Zurücknahme der sehr harten Maßnahmen waren 4528 Personen. Bewegungen mit 161 Beteiligten führten erhältlich. zu bewegen. zum Streif, 41 Bewegungen mit 4346 Personen endigten mit vollem Erfolge. Der Verband hat also bis jetzt den Stürmen der Kriegszeit gut widerstanden, die größten Schwierigkeiten sind ihm allerdings erst gegen Ende des Jahres und durch die neuesten Bädereiverordnungen erwachſent, aber er hat die Zuversicht, daß die Pflichttreue ſeiner Mitglieder auch ferner durchhält. Gegenwärtig arbeitet er mit affer Kraft, um die Garantien zu schaffen, daß die Aufhebung der Nachtarbeit eine dauernde bleibt. Verlustlisten. In der Versammlung wurden diese bemerkenswerten Ausführungen durch Mitteilungen weiterer Details ergänzt, aus denen hervorging, in welch eigenartiger Weise obiges Schreiben ausgenutzt wird, um Arbeiter vor dem Wechsel Die Berlufliste Nr. 145 der preußischen Armee enthält ihrer Arbeitsstelle abzuschreden. So lag 3. B. folgendes Verlufte folgender Truppen: Schreiben vor: Berlin W., den 80. 1. 15 Lüzowstr. 6. Friz Werner Maschinen- und Werkzeugfabrik. Hierdurch bescheinige ich dem Dreher......, daß der felbe auf eigenen Wunsch, angeblich weil er die Nachtschicht, nicht bertragen fann, die Arbeit niedergelegt hat. Sonst nicht mit meiner Genehmigung. Generalfommando des 20. Armeekorps. Stab der 86. Inf.- Brig.; 3. und 5. Garde- Reg.; 2. Garde- Res. Reg.; Reg. Augusta; Garde- Füs.- Reg.; Gren. bzw. Inf. bziv. Füj.- Regimenter Nr. 1, 2, 3, 8, 9, 10, 12, 14, 15, 17, 25, 28, 29, 35, 37, 43, 49, 55, 66, 72, 74, 77, 84( siehe auch komb. Inf.. Reg. v. Weber), 96, 97, 99, 113, 116, 117, 130, 131, 132, 135, 136, 137, 142, 143, 144, 145, 146, 147, 148, 150, 151, 152, 154, 157, 158, 160, 161, 168, 169, 172, 173, 174, 175; Komb. Inf.- Reg. v. Weber; Res.- Inf- Regimenter Nr. 1, 2, 10, 15, 19, 20, 28, 36, 38, 39, 46, 65, 66, 73, 74, 76, 79, 80, 110, 130, 205, 207, 209, 216, 218, 219, 231, 236, 238; Landiv.- Inf.- Regimenter Nr. 2, 7, 9, 13, 17, 18, 20, 27, 40, 48, 73, 76, 116; Landw.- Ers-- Bat. Stulm; fährig genug sind, mit Meldeformularen zum Bezirks Brig.- Erj.- Bataillone Nr. 5, 15, 26, 29, 55; Landft.- Bataillone Allenstein I., II. Effen, II. Freiburg, Konik, I. Saarlouis; JägerBataillone Nr. 11, 14; Festungs- und Maschinengew.- Abt. Nr. 9 ( Köln). Kürajjiere Nr. 2; Gren. zu Pferde Nr. 3; Drag. Nr. 16; lanen Nr. 3, 5, 9, 15; Res.- lllanen Nr. 6; Jäger zu Pferde Nr. 8, 12. Felbart.- Regimenter Nr. 9, 11, 16, 22, 38, 42, 44, 45, 46, 53, 57, 60, 69, 70, 75, 80, 82, 84; Res.- Feldart.- Reg. Nr. 15. 2. Garde- Fußart.- Reg.; Fußart- Regimenter Nr. 3, 16, 20; Ref.- Fußart.- Regimenter Nr. 8, 15; Mörser- Reg. Nr. 12. Bion.- Regimenter Nr. 18, 19, 23, 24, 29, 80; Bion.- Bataillone: II. Mr. 4, I. Nr. 6, II. Nr. 8, II. Nr. 14, I. imb II. Nr. 16, I. Nr. 17; 51. und 55. Res.- Pion.- Komp.; 1. Landw.- Pion.- komp. des 2. und 13. Armeekorps; 2. Landw.- Pion.- Komp. des 14. Armeeforps; Schivere Minenwerfer- Abt. des 18. Referbeforps. Fernsprechabt. des 16. Armeekorps; Luftschiffer- Erf.- Abt. Ref.- Inf.- Munitionsfol. Nr. 25 des 4. Reservekorps. Festungs Bautomp. Nr. 23; Landft.- Arbeiter- Stompagnie Berlin II. Ref.- San- Komp. Nr. 43 des 22. Reserveforps; Felblazarett Nr. 5 des 20. Armeekorps; Ref.- Lazarett des 21. Armeekorps und Res.Lazarett Ostrowo. Fuhrpark- Kolonne Nr. 5 bes 10. Armeekorps. Die baherische Verlustliste Nr. 150 meldet Verluste des 1., 5., 6., 8., 9., 11., 17., 18., 19., 20. Jnf.- Regiments; Res.- Inf.Regimenter Nr. 4, 5, 6; Landw.- Inf.- Regimenter Nr. 4, 7, 10; Eri- Inf.- Regimenter Nr. 3, 4; 8. Chevaurlegers- Reg.; 2. und 8. Felbart.- Reg.; 3. Fußart- Reg.; Res.- Fußart.- Reg. Nr. 2; Vion.- Reg.; 3. Bion.- Bat. Verluste infolge Krankheit. Berichtigungen früherer Verluftliften. Die sächsische Verlustliste Nr. 105 enthält Berlufte der Inf.- Regimenter Nr. 100, 102, 107, 108, 133, 139, 177, 178, 181; Ref.- Inf.- Reg. Nr. 100, 242; Landw.- Inf.- Regimenter Nr. 107, 133; Landw.- Erf.- Reg. Nr. 5; Landw.- Brig.- Erf.- Bat. Nr. 47; Jäger- Bat. Nr. 13. Feldart.- Regimenter Nr. 12, 28, 32, 64, 68, 77, 78. Fußart.- Regimenter Nr. 12, 19; Erf.- Bat. des Fußart.- Neg. Nr. 12. Bion.- Bataillone I. Nr. 12, II. Mr. 12; Ref.- Pion.- Stomp. Nr. 54. Die württembergische Verluftliste Nr. 112 veröffentlicht Verluste des Brig.- Ers.- Bat. Nr. 51; Landw.- Inf.- Regimenter Nr. 120, 121; Inf.- Reg. Nr. 125; Res- Inf.- Reg. Nr. 246. I. Erf.- Abt. des Feldart.- Reg. Nr. 29; Feldart.- Reg. Nr. 65. I. Bionier- Bat. Nr. 13. Berlufte durch Krankheiten. Gewerkschaftliches. Aufhebung der Freizügigkeit? Die vor acht Tagen abgebrochene Versammlung der Revolverdreher, über die wir am Mittwoch berichteten, fand am Sonntag ihre Fortsetzung. Im Mittelpunkt der Debatte stand eine Verfügung der Feldzeugmeisterei, die wir nachstehend im Wortlaut wiedergeben: Feldzeugmeisterei.. Berlin, den 11. Januar 1915. Stempel. Unterschrift. Arbeitszeit in Fleischereien. Durch Verfügung des Königlichen Polizei- Präsidiums ist in Fleischereien bis auf weiteres Sonntagsarbeit von 7 bis 12 Uhr vormittags erlaubt. Andere Betriebe wiederum schiden Arbeiter, die nicht will- Sonntagsarbeit beztv. Mehrarbeit verlangt wird, find die vereinkommando. So die Firma Bergmann, die ihre Arbeiter zwingt, an Feiertagen zu arbeiten, furze Zeit darauf aber den Betrieb der Inventur wegen auf mehrere Tage ruhen läßt. Die Firma Borsig verweigert den von der Feldzeugmeisterei vorgeschriebenen Schein, weil der Arbeiter bielleich noch einmal" für Kriegslieferungen in Frage kommen fönnte! Und so fort in endloser Reihe. Eine starke Er. regung trat gegen die Verfügung und vor allem gegen deren Mißbrauch durch die Unternehmer in der Versammlung unberkennbar zutage. Für diejenigen Fleischereien und Wurstfabriken, wo die Arbeitsbedingungen tariflich geregelt find, bleiben die Bestimmungen über Sonntagsarbeit selbstverständlich bestehen. In den Betrieben, wo barten Zuschläge zu zahlen. Alle Verstöße gegen die tariflichen Bereinbarungen sind sofort der Verbandsleitung zu melden. An alle Mitglieder und Fleischergesellen richten wir das dringende Ersuchen, dafür zu sorgen, daß die Sonntagsarbeit nicht über das Bedürfnis ausgedehnt wird. In den meisten Betrieben wird man die feftgefeste Beit nicht unbedingt gebrauchen. Zentralverband der Fleischer und Berufsgenossen Deutschlands. Ausland. Englische Arbeiterbewegung. Während in West- Yorkshire die Stohlenarbeiter in den Ausstand Im Verlauf der Aussprache ergriff auch Cohen das zu treten drohen, hat die englische Heeresverwaltung noch mit einem anderen Streit zu rechnen, der weit unangenehmer zu werden Wort. Er führte etwa folgendes aus: " Die Militärbehörde hat zweifellos den ernsten Willen ge- scheint. In Leeds, dem Hauptindustrieorte für Khatiftoffe, drohen habt, neben der Sicherstellung der rechtzeitigen Herstellung des 36 000 Arbeiterinnen mit dem Streit. Seit dem 18. Januar wird Militärbedarfs auch den begründeten Ansprüchen der Arbeiter bereits mit den Arbeiterinnen unterhandelt. Das hat jedoch bisher gerecht zu werden. Sie wird aber gar nicht in der Lage sein, zu feinem Resultat geführt, und am Montag wurden die Unterihre Absichten durchzuführen, weil eine Reihe Unternehmer selbst handlungen abgebrochen. Im Rathaus wird eine Massenversammlung icht während des Arieges den Arbeitern Gleichberechtigung nicht der Arbeiterinnen stattfinden, die über die Frage abstimmen soll, ob zuerkennen. Das Bestreben der Arbeiter, höhere Löhne zu erfofort der Streit stattfinden soll oder ob den Arbeitgebern noch eine reichen, ist aber gerechtfertigt durch die enorme Steigerung aller Lebensmittelpreise, aber auch durch die Tatsache, daß die Unter- und machen der englischen Intendantur jetzt schon genügend StopfFrist zu stellen ist. Die Vorräte an Khati find außerordentlich frapp nehmer glänzende Gewinne erzielen. zerbrechen. Schon im vorigen Herbst haben die Metallindustriellen untereinander ein Abkommen getroffen gehabt, Arbeiter, die aus anderen Betrieben fommen, nicht einzustellen. Da aber vielfach die Ansicht vorherrschte:" Wer das Abkommen hält, ist der Dumme", trat seine Wirkung nicht in Erscheinung. Deshalb wandte man sich an die Behörden. Durch die Verfügung wird den Arbeitern die Freizügigkeit, diefes elementarfte ihrer Rechte, genommen( Lebhaftes Sehr richtig!"). Bor ihrem Erlaß wurden Vertreter der Arbeiterschaft nicht gehört. Ich habe bei den Verhandlungen im Ministerium erklärt, daß wir auf Grund unserer Erfahrungen teine Milderung, sondern die Beseitigung dieser Verfügung wünschen. Es ist bezeich= nend für die Unternehmer, daß sie nur einen Teil der Verfügung veröffentlichten, den wichtigen Schlußpassus aber völlig wegließen. Die Firma Schwarzkopff hat fogar den Aushang schwarz- weiß- rat umrahmt, um damit besser auf ihre Arbeiter einzuwirken. Auf unsere Anregung, eine Stelle zu schaffen, bei welcher Differenzen ausgeglichen werden können, und auf mein Ersuchen, uns recht bald die Stellungnahme der Militärbehörde zur Zurücknahme der Verfügung mitzuteilen, ist bisher noch keine Antwort ergangen. Am 10. März wird der Reichstag zusammentreten und, sollte all unser Bemühen hinsichtlich der Beseitigung der Verfügung vergeblich sein, dann wird dort die Sache besprochen werden müssen. Die Maßnahmen der Unternehmer zwingen uns zu entschiedener Stellungnahme."( Stürmischer Beifall.) Zum Schluß nahm die Versammlung einmütig folgende aus ihrer Mitte gestellte Resolution an: Arbeitslosigkeit in Australien. Nach der soeben erschienenen amtlichen Statistik hat die Arbeitslosigkeit in Australien ebenfalls start zugenommen. Sie betrug am Schluß des 3. Quartals 1914 in Mitglieder zahl der be richtenden Gemertschaften Bunahme seit dem in Broz. 2. Duartal in Broz. 2,9 Arbeitslos insgesamt 23 150 2 128 9,2 0 ° 125 022 11 674 9,8 3,5 • 86 885 9 827 11,3 6,1 • 20 339 4657 2772 13,6 6,3 624 13,4 7,4 23 461 3 342 14,8 10,0 283 584 567 098 30 367 60 734 10,7 5,0 11,7 5,9 . Weftaustralien Neu- Süd- Wales. Viktoria Süd- Australien Tasmanien Queensland Australischer Staatenbund Insgesamt. . Die Unterstütung für Arbeitslose im Buchbruckerverbande besiffert sich in den bier ersten Kriegsmonaten genau auf 2005 827,55 Mart. Der November mit 279 318,30 M. erforderte die wenigsten, der September mit 633 824,15 M. die höchsten Ausgaben für diesen wed. Die von den Gauen geleisteten Zuschüsse sind hierbei nicht eingerechnet. Da die vier Parallelmonate von 1913 die Summe " Die Branchenversammlung der Eisen-, Metall- und von 646 012,70 9. erforderten, so hätte sich vom August bis NoRevolverdreher erblickt in der Verfügung der Feldzeugmeisterei bember 1914 eine Mehrausgabe von 1359 814,85 M. notwendig geeine Aufhebung jeglicher Bewegungsfreiheit auf wirtschaftlichem macht. Der Strieg hat aber eine doppelte Wirkung auf die BerGebiete. Diese Verfügung fonnte nur erlaffen werden auf bandstasse: die Ausgaben steigen gewaltig, die Einnahmen indes Grund falscher Berichte der Unternehmer. Die Versammlung weisen einen ganz bedeutenden Ausfall auf. erfucht die Ortsverwaltung, alles zu unternehmen, um eine Zurücknahme der Verfügung zu erwirken." Deutsches Reich. Jugendbewegung. Kriegsstunden in Fortbildungsschulen, Der Zentralverband der Väcker im Jahre 1914. Das Kriegsjahr 1914, das allen Drganisationen große Opfer auferlegte, hat auch dem Zentralverbande der Bäder einen beträcht Der Berliner Sofal- Anzeiger" weiß zu melden, daß der lichen Zeil feiner Mitglieder geloftet. Immerhin hat diese Drgani Handelsminister für sämtliche preußische Fortbildungsschulen und fation berhältnismäßig noch recht gut abgeschnitten, obgleich gerade ähnliche Anstalten für die Dauer des Krieges einen vertieften Nr. 1809. 1. 15. A. II. aus den Reihen ihrer männlichen Mitgliederben Bestand am aftuellen staatsbürgerlichen Unterricht" angeordnet habe. Für die Infolge der durch den Mangel an Arbeitskräften und Ende des II. Quartals in Rechnung gestellt 51,95 Proz. zu den Klassen, die dieses Lehrfach bisher nicht führten, soll die Zeit für die umfangreichen Bestellungen für Heereszwede hervorge- Fahnen einberufen wurden. Der Berband zählte zu Jahresbeginn den neuen Lehrstoff durch Kürzung anderer Fächer gerufenen Nachfrage nach Arbeitern hat der Arbeiterwechsel bei 24 095 männliche, 4659 weibliche, zusammen 28 754 Mitglieder. Am wonnen werden. Das Landesgewerbeamt habe als Hilfsmittel für diesen Spezialben mit Staatsaufträgen beschäftigten Firmen eine unge- Jahresschluß hatte er verloren 9214 männliche( 38,24 Proz.), 1986 weibliche funde Steigerung erfahren. Hierdurch wird sowohl die recht-( 42,65 Proz.), zusammen 11200( 38,95 Broz.). Sein Bestand setzte sich unterricht ein Handbuch für Lehrer herausgegeben mit einer Samm zeitige Fertigstellung der der Industrie erteilten Aufträge lam 31. Dezember 1914 also zusammen aus 14 881 männlichen, llung von Monographien, die den Krieg unter dem Gefichtspunkte 1 des Rechts, der Nationalwirtschaft, der Hygiene und der Wehrpflicht behandelten. Die berufliche Ausbildung der Lehrlinge erleidet durch den Krieg schon an sich großen Schaben. Es läge nicht im Interesse der Die Herabsehung und Aufhebung von Renten ist, abgefehen sichten. Diese wurde tatsächlich auch nur den Arbeitern ausgezahlt, von besonderen Einzelfällen, auf die Dauer von zunächst drei die am 1. Oftober des nächsten Jahres noch bei der Firma waren. Monate zu unterlassen." Dieser mit großer Selbstgefälligkeit vorgetragene Fall aus dem prafDiesem Grlaß find die Berufsgenossenschaften schon währendtischen Leben macht es begreiflich, daß man in jenen Areifen eine Bolkswirtschaft, wenn der fachliche Unterricht auch noch in den Fort- der ersten drei Monate nach Ausbruch des Krieges nicht immer folche Abneigung gegen die organisierte Arbeiterschaft hat, die ber nachgekommen; indeffen kann konstatiert werden, daß sich die Ge- Einführung eines solchen Brämiensystems so harten Widerstand ent nossenschaften im allgemeinen danach richteten. bildungsschulen eine Einschränkung erführe. Aus Industrie und Handel. Die Spirituszentrale in 1913/14. Mit einer durch den Krieg verschuldeten Verspätung von mehreren Wochen legt die Spirituszentrale jest den Bericht für das am 15. September beendete Geschäftsjahr 1913/14 vor. Die Zufuhr betrug danach im Berichtsjahr 337 Millionen Liter und der Absatz 292 Mil lionen Liter. Der Jahresdurchschnittserlös für die Brenner ist auf 51 W. 50/100 Pf. festgesezt worden. Der Geschäftsgang gestaltete fich bis Kriegsausbruch, nach dem durch die letzten Steuergeseße sehr herabgebrüdten Maßstab für Erzeugung und Verbrauch beurteilt, regelmäßig. In den ersten Kriegsmonaten August und September trot unter der Wirkung behördlicher Anordnungen und der allges meinen Versandschwierigkeiten ein Rüdschlag im Branntiveinverbrauch cin. Sichere Ziffern fehlen für diesen Zeitabschnitt, da die amilidje Statistit feit Ende August eingestellt ist. Knapp aber waren die ersten drei Monate verstrichen, als man in einzelnen Berufsgenossenschaften bemüht schien, das Ver fäumte nachzuholen und mit Rentenentziehungs- und Aufhebungsbescheiden die Verletzten beglüdte. Wenn bei einem Verletzten durch den Krieg eine Veränderung seiner wirtschaftlichen Position nicht eingetreten ist, mag man es schließlich verständlich finden, wenn versucht wird, die Geschäfte der Genossenschaften wieder in geregelte Bahnen wie vor Ausbruch des Krieges zu bringen. Durchaus zu verurteilen aber ist, wenn Genossenschaften selbst die zu den Fahnen einberufenen Berlebten nicht mit Aufhebungsbescheiden verschonen, vielmehr dem Verletzten derartige Bescheide nach dem Garnisonsort nachsenden. gegensett. Gerichtszeitung. Der eingesperrte Gläubiger. Eine Sache, die eines humoristischen Beigeschmacks nicht entbehrte, beschäftigte am Montag das Reichsgericht. Vom Landgericht Fürth ist am 26. November der Bichhändler Johann Frisch wegen Freiheitsberaubung zu 1 Woche Gefängnis verurteilt worden. Er schuldete einem gewissen M. aus einem Vichkauf 100 M., hatte aber alle Mahnungen des M., die Schuld zu begleichen, unbeachtet gelaffen. Am 24. Auguft hatte W. Bus fällig erfahren, daß der Angeflagte auf seinem Geschäftsgange Eine solche Liebesgabe dann eine Freudigkeit bei dem Kriegs- einen größeren Geldbetrag eingenommen hatte. Er wartete desWie soll er sich der Verkümmerung halb in aller Geduld auf seinen Schuldner und hatte die Genugteilnehmer nicht auslösen! tuung, ihn furg vor 10 Uhr abends auf der Straße zu erwischen. seiner Rechte crivehren? Ein solches Vorgehen von Genossenschaften ist mit dem Rund. Er begann sofort ein lebhaftes Gespräch und trat mit Frisch in erlaß des Reichsversicherungsamts schwer in Einklang zu bringen. dessen zu ebener Erde gelegene Wohnung. Seine Aufforderung, Die 100 M. zu bezahlen, lehute der Angeklagte ab. Als M. aber Der Trinkverbrauch hielt sich bis Ende Juli ettva auf der Das Reichsversicherungsamt hat ausdrücklich erklärt, daß die Auf- nicht loder lieb, erflärte Frisch, er wolle über die Sache jetzt nicht Höhe des Vorjahres. Im August verringerte sich der Absatz um hebungsbescheide auf zunächst drei Monate zu unterbleiben haben. mehr sprechen und zu Bett gehen, löschte das Licht aus und ging 8 Millionen Lifer und auch im September verblieb ein Minderbedarf Damit sollte doch ausgesprochen werden, daß an Verlegte, die nach in sein im oberen Stock belegenes Schlafzimmer, den hartnäckigen von 4 Millionen Liter. Während der Mobilmachung wurde der Trink- drei Monaten zu den Fahnen eingezogen werden, auch die Rente Gläubiger im dunkeln Zimmer zurücklassend. Die Haustüre hatte verbrauch durch die Behörden einer starken Ginschränkung unterworfen. Aehnliche Verordnungen wurden auch noch später im Innern weiter zu zahlen ist. Diese Anordnung wäre als eine durchaus des Reiches vereinzelt in Kraft gelassen. In den militärisch start soziale zu begrüßen. Vielleicht greift auch hier wiederum das besetzten Grenzbezirken, zumal in Oberschlesien und im rheinisch- west- Reichsversicherungsamt ein und erläßt ein weiteres Rundschreiben. fälischen Bergwerksgebiete, unterlag der Branntweinverlauf einer fast Die Laften, die dadurch die Genossenschaften zu tragen hätten, ununterbrochenen Sperre. fönnen nicht so hohe sein, daß sie eine Beunruhigung unserer im Felde stehenden Kriegsteilnehmer rechtfertigen könnten. Der gewerbliche Absa unterstand vom Auguft ab verschiedenartigsten Enflüssen. Die auf Ausfuhr angewiesene chemischtechnische Großindustrie schränkte ihre Bezüge ein. Auch die Nachfrage für Brennspiritus im Lande minderte sich, zum Teil infolge der Berkehrsschwierigkeiten, die sich namentlich auch durch den Mangel Der Segen bes Prämiensystems. 19 Die er, wie es im Urteile heißt, vorher verschlossen. M. rüttelte an der Haustür und rief dem Angeklagten zu, er folle ihn hinauslassen. Dieser aber rief von oben hinunter: Du kannst naus; wenn Du nicht naus fannst, dann kannst Du dableiben." Nach einiger Zeit ging dann M. wieder in das Wohnzimmer zurüd, öffnete das Fenster und sprang auf die Straße. Das Gericht hat angenommen, Saß ihn der Angeklagte widerrechtlich des Gebrauchs seiner Freiheit für einige Zeit beraubt hat. Gemäß der Rechtsprechung wurde angenommen, daß eine Freiheitsberaubung auch dann vorliegt, Die Deutsche Arbeitgeber- Zeitung" hält den gegenwärtigen enn jemand genötigt wird, ein ungewöhnliches und gefährliches an Gespannen und Arbeitskräften für die Versorgung des flachen Beitpunkt für besonders geeignet, das Prämienlohnsystem zu propa Mittel anzuwenden, um seine Freiheit wieder zu erlangen. In seiner Revision bestritt der Angeklagte, sich strafbar gemacht Randes bemerkbar machten. Anderseits entwickelte sich ein außerordentlich reger Bedarf für Heereszwede. Besonders waren die gieren. Cinem, in ihrer Nummer vom 7. Februar veröffentlichten zu haben. Er habe, als er heimtam, die Haustür wie üblich verArtikel, in welchem sich ein Ingenieur Hermann Weber über" Prat- schlossen und den Schlüssel stecken lassen. Dem unwillkommenen Pulver- und Aetherfabriken weit über das gewollte Maß beschäftigt. tische Ergebnisse mit dem Prämiensystem" ausläßt, ist eine Fußnote Besuch noch länger Gesellschaft zu leisten, habe er nicht nötig Auch die Absperrung der Benzinvorräte führte zu verstärkter Nachfrage angehängt, die auf die Wichtigkeit dieses Themas hinweist, weil jetzt gehabt. M., der durch sein Bleiben sich gewissermaßen des Haus nach affoholstartem vergällten Branntwein für motorische Zivede. Der und voraussichtlich auch für die Zukunft an die Leistungsfähigkeit friedensbruchs schuldig gemacht hat, hätte nur nötig gehabt, die gesamte getverbliche Verbrauch zeigte bis zum Juli eine leichte Steige- ber Arbeiterschaft besondere Anforderungen gestellt werden müssen". Tür aufzuschließen. Der Reichsanwalt erklärte das Urteil in rung, die aber durch den Rückschlag in den Monaten August und Sep- Es ist anzunehmen, daß die an dieser Stelle gegebenen Anregungen mehrfacher Hinsicht für bedenklich. Nicht ersichtlich sei, wann der tember mehr als aufgegehrt wird. bei den Unternehmern gesteigerte Beachtung finden werden. Gewiffe Besorgnisse, die für die bei Ausbruch des Strieges in den Vorteile des Prämienlohnsystems für den Unternehmer find ins Angeklagte die Haustür verschloffert und ob er es in der Absicht getan habe, M. einzusperren. M. sei zu ganz außergewöhnlicher sich nicht. Im ganzen sind dem Eindringen des Feindes Auge fallend, für den Arbeiter bedeutet dieses Systemt aber einen Nachtzeit bei dem Angeklagten eingetreten, und er habe, wie feft30.000 gestellt sei, das Zimmer nicht verlassen, obwohl der Angeklagte sehr zweifelhaften Gewinn. Es ist deshalb nicht überflüssig, wenn 30 000 Liter Spiritus zum Opfer gefallen. Eine merkliche Verringe ich auch die Arbeiter immer wieder mit diesem Gegenstand be- Die Verhandlung beendet wissen wollte. Wenn ein Gläubiger su rung erfuhr die Tätigkeit der Reinigungsanstalten. schäftigen. In einem Ausblid auf das neue Geschäftsjahr wird auf den so unpassender Stunde lomme, um den Schuldner zu drücken, und Der Gewährsmann der Arbeitgeber- Zeitung" gibt zunächst das Zimmer nicht verläßt, obwohl der Schuldner feine Neigung Minderertrag der diesjährigen Kartoffelernte und demgegenüber auf einige Winke für die Durchführung des Systems. Es sei nicht zweck hat, sich mit ihm noch zu unterhalten, dann sei fraglich, ob des bie weitaus erhöhte Bedeutung der Kartoffel für den Volkshaushalt die weitaus erhöhte Bedeutung der Kartoffel für den Volkshaushalt mäßig, damit bei Arbeitern zu beginnen, die schon jahrlang ein- und Schuldner verpflichtet sei, gerade zu der Beit, wo es nunmehr als Ersatz von ausländischen Getreide- und Futtermitteln verwiesen. Dieselbe Arbeit ausführen; zweckmäßiger ſei es, jüngere, intelligente dem anderen beliebt, hinaus zu wollen, die Haustür zu öffnen. Zur Schonung der Kartoffel- und Getreidevorräte und in Rücksicht Sträfte zur erstmaligen Anwendung des Prämiensystems heranzus zur Nachtzeit werde regelmäßig und von Rechts wegen die Hausauf die belangreichen Vorräte ist der Durchschnittsbrand für das kom- ziehen. Einen Hinweis auf die Qualität der für den erstmaligen für versperrt. Wenn M. die Tür verschlossen vorfand, so habe er Die im neuen Jahr vorgenommenen bedeutenden Preis- Verfuch geeigneten Arbeitskräfte gibt auch der Sah, nach welchem als verständiger Mann nachsehen müssen, ob der Schlüssel im der Widerstand besonders der organisierten Arbeiterschaft der erhöhungen begründet der Bericht wie folgt:" Die Zufuhren Hauptgrund dafür ist, daß das Prämiensystem nicht mehr durchdringt. Das Reichsgericht hielt alle dieje Bedenken für begründet, hob das Schloß steckte oder ob die Tür durch einen Riegel verschlossen war. blieben bisher noch weit unter dem hierauf gegründeten Boranschlage Der bedeutende Nuzen, den dieses System bringe, wird an der zurüd. Demgegenüber hat der Verbrauch seit Beginn des neuen Sand eines Beispiels aus der Praxis finnenfällig erläutert. In der Urteil auf und verwies die Sache an das Landgericht zurüď. Geschätfsjahres einen überaus kräftigen Aufschwung genommen. Die Dachziegelfabrikation einer Stunftsteinfabrik wurde das Brämien Nachfrage ist für Trinkzwecke, dabei nicht zum wenigsten zur Ver- system eingeführt. Bisher wurden dem Dachsteinschläger, dessen regu sorgung der Truppen im Felde, merklich gestiegen. Der gewerbliche Tärer Stundenlohn 30 Pf. betrug, für 1000 Steine ein Affordpreis Eine nächtliche Bluttat im Tiergarten, bei welcher der Berbrauch stellt fortdauernd große Ansprüche. Unter diesen Verhält- von 23 Mark gezahlt. Er brauchte für diese Arbeit in der Regel in besten Mannesalter stehende Porzellandreher nifien bedarf der Brennereibetrieb einer nachhaltigen Anregung. Der 66 bis 67 Arbeitsstunden und verdiente dabei 34 bis 35 Bf. die Stunde. Wilhelm Zemke von der Hand eines gemeingefährlichen Abschlagspreis, der ursprünglich unverändert auf 50 M., wenn auch Das Wesen des Prämiensystems besteht darin, daß für jede Arbeit Suhälters getötet worden war, beschäftigte das Schwur. mit Einrechnung einer höheren Nachzahlung, die dem Mehrwert der die zur Herstellung erforderliche Stundenzahl festgestellt, beraffor- Subälters getötet Ein Messerstecher. Kartoffeln genüge leiften sollte, belassen wurde, hat seitdem eine Erbiert" wird. Der Arbeiter erhält zunächst den Lohn für die tatsächlich gericht des Landgerichts I. Wegen Körperverlegung mit töd. höhung auf 54 Mt. erfahren. Die Verkaufspreise mußten diefer geleisteten Arbeitsstunden, auch dann, wenn er mehr Beit brauchen lichem Ausgange war der Gelegenheitsarbeiter Bruno Wyhlid Steigerung folgen und hatten außerdem die Verringerung der Gin- follte als verafforbiert worden war. In diesem Falle wird er allers angeklagt. nahmen an Betriebsauflage, die auf vergällten Brannhvein im vorigen bings bei der nächsten Gelegenheit an die Luft gesetzt werden, doch Der 28jährige Angeklagte hat seit seiner Lehrzeit nie mehr Jahre mit durchschnittlich 28 M., jezt nur mit 21 M., gewährt wird, ist es nicht zweckmäßig, diesen Gedanken bei der Propaganda für recht gearbeitet; wenn er einmal nicht gerade im Gefängnis fah, aufzubringen. Hieraus ergab sich eine zweimalige Erhöhung von das Prämiensystem offen auszusprechen. Um so weniger, als ber fo fristete er fein Leben als Dieb und zuhälter, und zwar stand 62,50 M. auf 69 M. und neuerdings auf 75 M. für Primasprit frei Arbeiter, der für diese Methode, sein Einkommen zu erhöhen, ein- er zu Dirnen in Beziehungen, die sich den Tiergarten als Feld Berlin. Auch der Preis für den großgewerblich verbrauchten ver- gefangen ist, alles aufbieten wird, mit weniger als der affordierten" gällten Branntwein wurde um 3 D., später erneut um 4 D. her Stundenzahl auszukommen. In diesem Falle winkt ihm nämlich die aufgesetzt, während Brennspiritus in Flaschen eine einmalige Steige- Prämie" in Gestalt der Hälfte des Lohnes für jede gesparte Stunde, rung um 3 f. für das Liter erfahren hat. die ihm als Zulage neben dem Stundenlohn gezahlt wird. Die Berechnungsweise läßt sich an dem Beispiel unseres Dach fteinschlägers leicht flarinachen. Ihm wurde eines Tages lategorisch" erklärt, daß er 1000 Steine in 54 Stunden herstellen müsse; zugleich wurde sein Stundenlohn auf 35 Pf. festgesetzt. Die Aussicht auf die Prämie bewirkte, daß die Arbeit sogar schon in 47% Stunde fertiggestellt war. Die Lohnberechnung stellte sich nunmehr wie folgt: Der Seehandel der Völker. Im vorigen Jahre gab der Leiter des statistischen Umtes von Antwerpen, Friedrich Betes, eine Zusammenstellung des Schiffe verkehrs in den größten Seehäfen der Welt. Sie betrifft das Jahr 1913 und erstrect fich über die Anzahl der Schiffe und ihrer Gesamttonnage: Antwerpen New York. Hamburg Rotterdam London. 6973 Schiffe mit 18 761 591 Zonnen 4 014 13 673 765 15 774 " " 13 567 918 • " " 10 208 " " 12 094 030 9152 • " B 11 043 318 Newcastle. 13 075 10 997 815 • " " Liverpool 3 543 9 353 499 ° " Colombo 3 044 9 833 322 " 19 " P Algier 6491 9 204 951 9> " 7 962 034 47 verbrauchte Arbeitsstunden a 35 f. 16,63 M. 6% gefparte Stunden a 17%% f. Brämie 1,14" zufammen 17,77 R. ihrer nächtlichen Tätigkeit ausgesucht hatten. In der Nacht zum 30. Mai v. Je. wurden die Porzellandreher Wilhelm Lemke und Müller auf der Charlottenburger Chaussee in der Nähe des Bahnhofs Tiergarten von einer Dirne angesprochen, welche den Spiznamen„ Die Charlottenburgerin" trägt. Bei den notwendigen Verhandlungen entstanden offenbar Differenzen mit dem Mädchen, bei denen plöglich der Angeflagie, der vermutlich hinter einem Strauch gestanden hatte, auf der Bildfläche erschien. Es kam zu einem Wortwechsel, bei welchem der Angeklagte ein dolchartiges Meffer hervorzog und dem 2. einen Stich in den Hals versette. Der Messerheld ergriff sofort die Flucht und ließ sich noch in derselben Nacht den Schnurrbart abrasieren, um sich uns tenntlich zu machen. Der Verletzte wurde in das nächste Stran= tenhaus geschafft; dort verstarb er kurz nach seiner Einlieferung an Verblutung. Die Geschworenen bejahten die Schuldfrage unter Bersagung mildernder Umstände. Das Urteil lautete auf 6 Jahre Zuchthaus, da der Angeklagte, wie der Vorsitzende ausführte, ein äußerst gemeingefährliches Individuum sei, vor welchem die menschliche Gesellschaft auf möglichst lange Zeit bewahrt werden müsse. Kleine Nachrichten. Ich lese keine Zeitung. Der Arbeiter hat also in 47% Stunden 17,77 Mart verdient oder pro Stunde fast 37% Bf.( genau 37,41 Bf.). Der Arbeitslohn für 1000 Biegel ipar von 23 Mart auf 17,77 Mark vermindert." Das war", heißt es in dem Auffah, ein glatter Erfolg des Prämiensystems! Der Bann war gebrochen. Die Arbeiterschaft war vernünftig genug, sich diesen Vorteil nicht entgehen zu lassen." Die Fabrikleitung hat in der Folge die notwendige Arbeitszeit für 1000 Biegel immer weiter Buenos Aires 9177 beschränkt und obwohl der Stundenlohn nach und nach bis auf 40 f. Diefen Drten folgen Marseille, Neapel, Genua, Cardiff, Gi erhöht wurde, zahlt sie jetzt als Arbeitslohn für 1000 Siegel nur braltar, Hull, Baletta auf der Insel Malta, Kobe in Japan, noch 15 Mart. In der Tat, ein Triumph des Prämienlohnsystems; es ermöglicht Southampton, Bremen, Triest, Kopenhagen usto. Peters fonnte dem Unternehmer, das letzte aus dem Arbeiter herauszuholen. Dieser nicht für alle Häfen die Zahlen von 1918 erhalten; er mußte auf wird durch die intensive Acbeitsleistung vorzeitig abgenutzt und nur die Jahre 1912, ja auf 1911 oder auf die Jahre 1912/18 zurüd zu bald ist er für die Produktion unbrauchbar. Dafür wurde ihm Daß es Menschen gibt, die grundsäglich feine Zeitung Iefent, greifen. So hatte Hongkong im Jahre 1911 einen Schiffsverkehr auch als Lohn ein Linsengericht. von 22 675 Schiffen mit einer Gesamttonnage von 11 538 429 Für den Unternehmer ist das Prämiensystem allerdings sehr pro- bestätigte eine Verhandlung am Freitagg vor dem Breslauer SchöffenTonnen aufzuweisen. Wer weiß, ob der Verkehr sich bis zum Jahre fitabel. Halten wir uns an die mitgeteilten Zahlen des Versuchs: gericht. Es handelte sich um eine biebere Bädermeisterswitwe W. 1913 in diesem Hafen nicht so gesteigert hat, daß er den Verkehr Der Lohn für 1000 Ziegel ist demnach zunächst von 23 Mart auf aus Stabelwig, die nichts davon erfahren hat, daß nach der Bundesin den größten europäischen Häfen überschritt? Lissabon hatte 17,77 Mart herabgedrückt worden. Der Unternehmer spart 5,23 Mart ratsverordnung vom 28. Oktober 1914 das Brot einen bestimmten Kartoffelmehlzusaß haben muß. Durch den Ortsgendarmen im Jahre 1911 einen Verkehr von 3191 Schiffen mit 8 122 531 Dank seiner intensiveren Anstrengung hat der Arbeiter eine Ar- wurde nun eines Tages bei der Angeklagten ein Brot beschlagTonnen, Shanghai einen solchen von 10 472 Schiffen mit 9 126 392 beit, deren Affordpreis 23 Mart betrug, in 47% Stunden fertig- nahmt, das den erforderlichen Kartoffelmehlzufatz nicht hatte. Die Tonnen; Montevideo mit 4765 Schiffen und 8 167 027 Tonnen. Auch gebracht, er hätte also pro Stunde 48,4 Pfennig verdient. Diesen Anklage wegen Verlegung der erwähnten Bundesratsverordnung diefe Häfen werden bis zum Jahre 1918 eine Steigerung ihres Bohn erhält er aber nicht, sondern nur 37,4 Pfennige. Von seinem blieb daher nicht aus. Schiffsverkehrs erfahren haben. Verdienst ist ihm also pro Stunde 10 Pfennige abgezogen worden, trotzdem macht ihm der Unternehmer weis, daß er mehr verdient habe. Denn er bekommt ja nun 37,4 Bf. ftatt früher nur 34,8 Bf. pro Stunde; in der Zeit nämlich, als er noch 66 Stunden für die Dieser gewaltige internationale Schiffs- und Handelsverkehr gleiche Arbeit brauchte. Selbst wenn man auf die Rechenmethode des gibt zugleich ein Bild von den Beziehungen der Völker in den Unternehmers eingeht, beträgt der Mehrverdienst des Arbeiters nur Zeiten des Friedens. Der Krieg hat unzweifelhaft in diese un- 6,9 Prozent, dagegen steigert er den Gewinn des Unternehmers um gebeure Störungen hineingebracht, deren Folgen zu überwinden es 22,7 Prozent! Die Arbeiterschaft, die so vernünftig" ist auf ein jahrelanger Friedensarbeit bedürfen wird. solches Geschäft einzugehen, ist ebenso vernünftig" wie der Hund in dez Fabel, der nach seinem Spiegelbild im Bach schnappt und dabei das Stüd Fleisch verliert, das er im Maule hatte. Die Dardanellen haben in den Jahren 1910 bis 1911 35 444 Schiffe mit 19 708 314 Tonnen Gehalt paffiert. Soziales. Berkümmerung von Renten der Kriegsteilnehmer. Durch Runderlag des Reichsversicherungsamts vom 10. Auguft 1914 an die Borstände der Berufsgenossenschaften sind diefelben u. a. aufgefordert worden: oder 22,7 Prozent des Arbeitslohnes. Was man Arbeitern bieten tann, die da glauben, auf dem Wege des Prämienlohnsystems ihre Lage verbessern zu können, zeigt der lehte Absatz des erwähnten Artikels in der Arbeitgeber- Zeitung". In der in ländlicher Gegend gelegenen Kunststeinfabrik, die mit dem Brämiensystem so schöne Erfahrungen gemacht hat, wurde es übel empfunden, daß sich viele Arbeiter im Sommer anderer Beschäftigung zuvandten. Um dem vorzubeugen, wurden ab 1. Oftober keine Prämien mehr ausgezahlt. Die Arbeiter wurden durch einen Revers gezwungen, auf ihren Rechtsanspruch auf die Prämie zu ver" „ Es ist faum glaublich", fagte zu ihr der Vorsigende, jedes kind weiß doch, daß Brot ohne Kartoffelmehlzusa jest nicht gebacken werden darf, und das wollen Sie nicht gewußt haben? Wirklich nicht", erividerte naiv die Frau, ich habe im Gegentcit geglaubt, daß ich mich strafbar mache, wenn ich Kartoffelmehl ins Ja, liebe Frau, Brot neintue, es wird doch davon nicht besser“. das hat alles seine Gründe", entgegnete der Richter, lesen Sie denn keine Zeitung? Darüber ist doch in den Zeitungen lang und Und nun kam die klassische Antwort: breit geschrieben worden." Ich lese überhaupt feine Zeitung." Das Gericht ahndete die Verfehlung der Angeklagten mit 6 Mark Geldstrafe. Unterschlagungen eines Polizeibeamten. Am Dienstag batte fich vor dem Potsdamer Schwurgericht der 57 Jahre alte Polizeioberaffiftent beim Magistrat in Brandenburg Der AnBaul Einbrodt wegen Amtsvergehens zu verantworten. geflagte hat feit 1904 angeblich aus Rot, in die er durch feine aus zehn Kindern bestehende Familie geraten sei, in citva 110 Fällen Portemonnaies, die er als Fundsachen aufbewahren mußte, Beträge von insgesamt etwa 250 M. entnommen. Außerdem hat er sich in vier Fällen die Stempelvorschüsse von Einbürgerungsanträgen in Höhe von 120 M. angeeignet und schließlich in drei Fällen die von Gastwirten erhobenen Gebühren von je 25 M. für die Erlangung von Konzessionen nicht eingetragen und für sich verwendet. Das Gericht verurteilte den Angeklagten unter Zubilligung mildernder Umstände zu sechs Monaten Gefängnis. Parteiveranstaltungen. Erster Wahlkreis( II. Abteilung.)( Gemeinsamer Bablabend bei Löwe, Holzgartenstr. 6. Bortrag. IV. Abteilung. Heute abend 8 Uhr in den" Coronasälen", Kommandantenstr. 72, Zahlabend. Vortrag des Genossen Redakteur Dr. Ernst Meyer. Zweiter Wahlkreis( III. Abteilung, Friedrichstadt). 3 a bIabend: Mittwoch, den 10. Februar, bei Rethmann, Wilhelmstr. 118. Zahl nacht bei Krüger, Jerufalemerstraße 63. 3ablmorgen: Donnerstag, den 11. d. M., bei Krüger: Vortrag des Genossen Elstereit über: Kriegsernährung". Guten Besuch erwartet Der Vorstand. Dritter Wahlkreis. Heute drei AbteilungsversammIungen. 1., 5., 4. Abteilung bei Gliefira, Wassertorstraße 68: Vors tagender& mil Eichhorn. 2., 8., 9. Abteilung im GewerffchaftsHause, großer Saal: Vortragender Dr. Rudolf Breiti cheid. Thema für beide Versammlungen:" Staats- und völkerrechtliche Stellung Belgiens". 3., 6., 7., 10. Abteilung bei Wilfe, Sebastianstraße 39:" Die letzten 50 Jahre wirtschaftlicher Entwicklung in Deutschland". Vortragender: Dr. H. Dunder. Charlottenburg. Heute, abends 82 Uhr, findet im Bolkshause, Rosinenstr. 3, eine Mitgliederversammlung statt, in der Gen. 8ubeil über die Bewilligung der Kriegsfredite durch unsere Reichss tagsfraktion spricht. Die 3 a hlabende finden in Charlottenburg erst am Mittwoch, den 17. Februar, statt. Wilmersdorf. Heute finden folgende Abteilungsversammlungen statt: Für 1. und 2. Bezirk bei Piche, Paulsborner, Ede Seefener Straße 54. Referent: Genosse hinrichsen. 3., 4., 5. Bezirf bei Adam, Günzelstraße 30. Referent: Ruppert. 6., 7., 8. Bez. bei Schilling, Lauenburger Str. 20. Referent: Genosse Horsch.- 9. u. 9b. Bez bei Mauer, Durlacher Straße, Ede Tübinger Straße. Referent: Gen. Lüdemann. Steglitz. Heute sinden nur Bezirksversammlungen statt, für den 8. und 9. Bezirf gemeinsam bei Behnke, Heesestr. 1, für den 11. und 12. Bezirt bei Jakob, Stephanstr. 9. Die übrigen Bezirke tagen wie immer. Weißensee. Der Zablabend fällt beute aus. Dafür Mitgliederversammlung in Enders Brauereiausschant. Berliner Allee 211/213. Vor trag des Gen. Brühl: Kriegsfieditbewilligung und Sozialdemokratie". Mitgliedsbuch legitimiert. Reinickendorf- Oft. Sonnabend, den 13., abends 8 Uhr, findet in den Hubertussälen, Provinzfir. 77/79, ein Lichtbildervortrag über Kriegsbilder aus Ostpreußen" von Rob. Schmidt statt. Billetts a 10 Pf. find auf dem beutigen Zahlabend und an der Stasse zu haben. Wittenau. Für Wittenau findet der Zahlabend nmständehalber erst Sonnabend, den 13. Februar, bei Wittchow, Oranienburger Straße, statt. Heute Mittwoch in Wittenau Handzettelverbreitung. Friedrichsfelde. Heute abend 8, Uhr gemeinschaftlicher 8ablabend bei Sudbrint. Referent: Genosse Sch went. Karlshorst. Die beutiger Zahlabende iallen aus. Oberschöneweide. peute abend 8%, lgr gemeinschaftlicher Bahlabend in Wilhelminenhof. Tagesordnung: Organisationsfragen. Die Bibliothek des Wablvereins befindet sich von jest ab beim Genossen Warnede, Wilhelminenhof 18, und wird am Freitag, den 12 d Wis., neu eröffnet. Bibliothekstunden sind Mittwoch und Freitag abends 8 bis 9 Uhr und Sonntag vormittags 10 bis 12 Uhr. Köpenick. Der Bablabend für die Dammvorstadt wird diesmal bei Rebmann, für die Altstadt bei Müller, für die Kickzvorstadt bei Bärsch und für die Kölnische Vorstadt bei Stippekohl abgehaiten. Biesdorf. Heute Zahlabend in Wilkes Schillerfälen, Königstr. 120. Vortrag des Gen. Miesbach über: Srieg und Kunst". Karlsdorf. Heute, abends pünfflich 8, Uhr, findet im Restaurant Bobey( am Bahnhof) der Zablabend statt. Reuentagen( Ostbahn). Heute abend 8%, Uhr findet der Zahlabend bei Häticher, Dottiſtr. 12, statt. Grünau. Heute abend 9 Uhr im Lokal„ Zur grünen Ede": Mitglieder: versammlung. Referat des Gen. Groger über: Mieterrechte während des Krieges". Zeuthen Miersdorf. Die Wahlvereinsversammlung findet heute abend 8 Uhr in Zeuthen bei Zillmann statt. Borsigwalde. Der heutige Zablabend für Borsigwalde und Char lottenburger Straße findet bei Woitschad, Ernststraße, statt. Jugendwehrlieder. Herausgegeben von W. Scheuren. Geb. 45 Pf. Handwerkerfragen zur Kriegszeit. 40 Pf. Wie erzieht die Schule die Jugend zum sparsamen Brotverbrauch? 40 Pf. Voltsvereinsverlag, M.- Gladbach. Aus meiner Kriegszeit. Gedichte von K. Bröger. 30 Pf., bessere Ausg. 1 M. Berlag der Fränkischen Verlagsanstalt und Buchdruckerei, Nürnberg. Englische Weltpolitik in englischer Beleuchtung. Von F. Tönnies. 1 M. J. Springer, Berlin W 9. Die Ansprüche der Soldaten und ihrer Hinterbliebenen. Führer durch die österreichische Gesetzgebung. 30 Heller. J. Brand u. Co., Wien 6. Amtlicher Marktbericht der städtischen Marktballen- Direffion über den Großhandel in den Zentral- Marktballen.( Ohne Verbindlichkeit.) Dienstag, den 9. Februar. Fleisch: Rindfleisch per 50 kg, Ochsenfleisch la 85-95, do. Ha 76-84, bo. IIIa 72-76; Bullenfletic la 78-86, do. Ila 70-78: Stübe, jett 65-73, do. mager 53-61, do. dänische 48-60; reffer 60-77, Fresser, dänische, 50-65, Bullen, dänische, 55-70; Stalbfleisch, Toppellender 125-135; Mastfälber la 90-105, do. Ila 65-88'; Stäber ger. gen. 45-55. Hammelfleisch: Mastlämmer 94-105; Hammel la 85-94, do. Ila 80-90; Schaje 82-93. Schweinefleisch: Schweine, fette 100-112, sonstige 90-98, dän. Sauen 75-78, dän. Schweine 88-90. Gemüte, inländisches: Startoffeln, Dabersche 50 kg 0,00; weiße Staiser fronen Magnum bonum 0,00; Woltmann 0,00-0,00; Borree, 0.00; Schod 0,50-1,00; Sellerie, Scod 4,00-7,00; Spinat 50 kg 15,00-28,00; Mobirüben 5,00-6,00; Wirsingkobl Echod 8,00-14,00; Wirsingkohl 50 kg 8,00-9,00; Weißtobl Echod 8,00-14,00, Webfohl 9,00; Grünkohl 50 kg 10,00-14.00; obliüben 50 kg 4,50-7,00; Tetower 50 kg 8,50-9,50; Rotfobl, Schod 8,00-15.00; Rotfobl 50 kg 7,50 bis Rüben 50 kg 12,00-16,00, Märkische Rüben 50 kg 4,00-12,00; Noienkohl 50 kg 20,00-30,00, Meerrettich Schoo 6,00--14,00; Petersilienwurzel Schockbund 4.00-6,00; Zwiebeln 50 kg 14,00-15,50, Rhabarber, Hamburger, 100 Bd. 12-15. Apfelsinen: italienische 50 kg 8,00-9,00, dito 200 Stüd 8,00-9,00. 300 St. 9,00-10,00, Murcia Treptow Baumschulenweg. Donnerstag, den 11. Februar, abends 200 St. 8,60-13,00, dito 300 Stüd 8,00-14,00, Messina 160 St. 8 Uhr, im Lofal von Strause, Kiejbolz, Ede Marienthaler Straße, in Baum 10,00-12,00, 200 t. 7,00-9,00, 300 St. 8,00-10,00. Messina Blutschulemveg: Lichtbildervortrag des Herrn Gottschar: Die geo- 80 St. 8,50-9,00, bo. 100 St. 7,00 8,75, do. 150 St. 7,00-10,00. logische Entwidlung der Mart Brandenburg". Spanische 420 St. 15,00-20,00, do. 714 St. 18,00-25,00, do. 1061 St. 24,00-30,00, do. 420 St. large 23,00-30,00. Jugendveranstaltungen. Eingegangene Druckschriften. Aus einem Tagebuch 1911. Von A. Hengeler.( 3. Mappe, 6 Bilder.) 4 M. C. Schnell, München. Oesterreichisch- ungarisches Rotbuch. Diplomatische Altenstüce. Geb. 80 Pf. Manz, Wien. Wetteraussichten für bis das mittlere Norddeutschland Mittwochmittag: Zeitweise heiter, vielfach nebelig oder wolkig. Im Wenen vereinzelt etwas Regen. In den Tagesstunden ziemlich mild, in der Nacht zum Donnerstag in den meisten Drten leichter Frost. Schele Dem Andenten unserer auf dem Kriegsschauplah 262/6 gefallenen Genossen! Am 8. Januar fiel im Westen der Kohlenhändler Gustav Henning Sparrstr. 17. 16. Abteilung. Bezirk 753. Am 19. Januar fiel auf dem östlichen Striegsschauplatz der Tischler Rudolf Peichel Wittstocker Str. 8. 14. Abteilung, Bezirk 692. Am 28. Januar fiel im Besten der Schlosser Paul Baudach Usedomstr. 12a. 10. Abteilung. Bezirk 617. Am 19. September fiel in Nordfrankreich der Mitfahrer Fritz Hammel Aderstr. 14/15. 11. Abteilung. Bezirk 603/604 Sozialdemokr. Wahlverein f. d. 6. Berliner Reichstagswahlkr. Am 28. Januar fiel auf dem östlichen Kriegsschauplag unser Genoffe, der Zimmerer 190/9 Otto Mantey Chauffeestr. 280. Bezirt 4. Sozialdemokratischer Wahlverein Mariendorf. Auf dem östlichen Kriegsschauplaze fielen der Friseur und der Arbeiter 260/16 Willi Weiß Otto Engel. Wahlkreis Niederbarnim( Bez. Oberschöneweide). Sozialdemokratischer Wahlverein I. d. 6. Berl. Reichstagswahlkreis. 17. Abt. Bez. 802. Am Sonnabend, den 6. d. M., verstarb unsere( Genossin Erna Schmidt Wiesenstr. 47. Ehre ihrem Andenken! Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 11. d. M., nach mittags 33 Uhr bott der Leichenhalle des Philippus- ApostelStirchhofes aus nach dem städtischen Friedhofe, Müller, Ede Seestraße, statt. Um rege Beteiligung ersucht 262/5 Der Vorstand. Am Sonnabend, den 6. Februar, früh 3 Uhr, entschlief sanft, nachdem sie am 20. Januar meinem Töchterchen Gerda das Leben geschenkt hatte, nach schwerem Leiden im Kindbettfieber, meine liebe, gute Frau, unsere innigstgeliebte Schwester, Schwägerin, Tante und Schwiegertochter Erna Schmidt geb. Nordmann im Alter pon 22 Jahren. Dies zeigt schmerzerfüllt an im Namen der trauernden Hinters bliebenen 10676 am Karl Schmidt. Die Beerdigung findet Donnerstag, den 11. Februar, nachmittags 384 Uhr, von der Stapelle des St. Philippus ApostelStirchhofs, Müllerstr. 44/45, aus statt. Am 16. Dezember 1914 fiel im Kampfe in Belgien mein lieber Mann, unser guter Vater, einziger Sohn, Bruder, Schwager, Onkel und Cousin, der Seewehrmann Franz Bauer im blühenden Alter von 35 Jahren. Dies zeigen an im tiefsten Schmerz Frau Anna Bauer geb. Modroschewski nebst Stindern, Eltern und Geschwistern. Kolonie Gräzwalde, Post Fichtenau. Die Gräber, die nicht Kranz noch Denimal tragen, Die einsam und verlassen liegen, ganz allein, Die schließen oft mit allen ihren Klagen Das beste Herz, den größten 143a] Dulder ein. Unsere Liebe deckt Dich zu. A. S. B. Arbeiter- SamariterBand. Kol. Rosenthal Reinickendorf. Auf dem Schlachtfelde im Osten fiel unser attives Mitglied, der Samariter Genosse Robert Stiehl. Als hilfsbereiten Nothelfer und Förderer der Solonne werden mir sein Andenken stets in Ebren 292/18 halten. Der Vorstand. Arbeiter- Wanderverein Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Genosse, der Sattler Max Preuß Köpenicker Straße 24, am Sonntag verstorben ist. Wir verlieren in dem Verstorbenen einen lieben Wandergenossen. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 11. Februar, nachmitttags 3, Uhr, von der Halle des ThomasKirchhofes in Neukölln, Hermannstraße, aus statt. 1/4 Um rege Beteiligung ersucht Der Vorstand. Den Heldentod in Flandern erlitt unser treuer Kollege Valentin Kuhn Wir verlieren in dem Verstorbenen einen braven, aufrichtigen Kollegen und Freund, welcher stets in solidarischer Weise die Gesamtinteressen der Arbeiterklasse mit uns vertreten hat. Wir rufen ihm ein Ruhe sanft nach. 25a Die organisierten Kollegen d. Gemeindearbeiter. der Gasanstalt II Charlottenburg. Verbandes Deutscher Transportarbeiter- Verband. Bezirksverwaltung Groß- Berlin Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Stellerarbeiter Otto Baer von der Firma Konsumgenossenschaft Lichtenberg am 7. Februar im Alter von 35 Jahren verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Freitag, den 12. d. Mts., nachmittags 3, Uhr, von der Leichenballe des neuen Jalobi- Kirchhojes, Neukölln, Hermannstraße, aus ſtatt. Den Mitgliedern ferner zur Nachricht, daß unser Kollege, der Schantwirt Emil Günther am 6. d. Mts. im Alter von 43 Jahren verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 10. Februar, nachmittags 2 Uhr, von der Leichen balle des Himmelfahrts- Kirchboses, Nordend, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 70/19 Die Bezirksverwaltung. Verband der Maler, Lackierer, Anstreicher usw. Filiale Berlin. Nachruf. Am 5. Februau 1915 verstarb unser Mitglied, der Maler Konrad Hempfling ( Bezirk Osten). Ehre seinem Andenken! 138/9 Die Ortsverwaltung. JiJnnigft Golefarb? Allen Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß am Sonntag nach langem, ichwerem Leiden mein inniggeliebter herzensauter Mann und treusorgender Vater, Schwie. gervater.( Broßvater, Bruder. Schwager und Onkel Gustav Döring im fast vollendeten 55. Lebensjahre sanft entschlafen ist. 1066b Dies zeigen im tiefsten Schmerze aller Hinterbliebenen an Ww. Hulda Döring geb. Vogler Bruno u. Otto Döring 8. 8t. im Felde Martha Döring Kurtchen Döring. Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 11. d. M., nachmittags 5 Uhr, von der Leichenballe des Jakobi- Kirchhofes, Her mannstraße 99/105, aus statt. Konsumgenossenschaft Berlin und Umgegend. Am 7. Februar verstarb unser Buttermeister 107/18 Otto Baer. Wir verlieren in ihm einen tüchtigen und pflichtbewußten Mitarbeiter, dem wir allezeit ein chrendes Andenken bewahren werden. Danksagung. Für die vielen Beweise berzlicher Teilnahme sowie für die reichen Kranzspenden bei der Beerdigung meiner lieben Frau, unserer guten Mutter fagen wir allen Verwandten, Freun den und Bekannten unseren herz20A lichsten Dank. Der trauernde Gatte Fritz Knöfler u. Tochter, Berlin, Laskerstr. 2. Reuters Werte 3 Bände 4 Mart Buchhandlung Vorwärts Sonntag 12-2 geöffnet. Heute- Morgen Speziatität: Weite Größen. Plüschmäntel Pelzmäntel in feinstem Sealplüsch Orenburger 80.- sonst Echte Persianer bis 176.sonst Sealbisam " " Zobelfell 99 Seal Electric " Seal Kanin " in gediegenem 40.- bis 105.Wollplüsch in MohairAstrachan 33.- sonst bis 90.je nach Qualität in gut. Krim- 49-100-500.-, 400.-, 300.-, 200.-, 100.mer- Mohair in echtem Plüsch Elegante u. einfachere . bis sonst bis 36.- 1200,-, 900.-, 800.-, 650.-, 325.Kostüme blau schwarz für heute und morgen 5 Serien farbig 75.- 50-33.- 10.- 12.kariert sonst bis 225.-, 165.-, 105.-, 65.-, 48.Schwarze Mohair- Alpakkamäntel m Seidenstick., 132, sonst b. 29 Lange schwarze Flauschmäntel 15.sonst bis 45.Holsteinische 15.- bont Lodenmäntel I. bis 48.sonst Prachtv. Ulster 15.- bis 58.( beste Stoffe) Imprägnierte Lodenkostüme sonst 20.- bis 50. Echte Gummimäntel 15.-( sonst bis 92.-) Einsegnungskleider sehr preiswert. Sonder Trauermagazin Abteilung Mohrenstraße 37 a ( Kolonnad.) nahe Jerusalemer St. Westmann II. Große Frankfurt. 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Februar, früh 8 Uhr, festgesetzt. im Laufe der nächsten Woche vorbehalten.- Arbeitskräfte tönnen J. A.: Der Betriebsleiter. [ 10635] fich melden. Kownons 1" 1 die größten wet beRömmlichste Marke Berantwortlicher Redakteur: Alfred Wielepp, Neukölln. Für den Inseratenteil verantwo.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Berlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Berlagsanstalt Baul Singer& Co., Berlin SW. Nr. 41. 32. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Mittmod, 10. febrnar 1915. Die Kämpfe im Oberelsaß Mitte und Ende Januar. 4 70 www a Fech Gebweiler G Thur Thann Alt Sennheim Thann Obo Aspach Ond Colmar MÜLHAUSEN Obo burnhaupt Ndr Ammerzo Keiler Heidweiler & Hirzbacher & Wald& Aspach Altkirch TO 10 km a L a a 1 Thur ༢ I P 3 L L Molkenrain 2 Δ 1125 a l FL Auss. T Herrenstuben a 976 Kopf L L WolfsL 21 2 a 12 a a १ 596 L L L THANN Alt Thann 10 5 Amselkop 1 2 Hartmannsweiler 956 a Kopf a Jager Tanne a. L a L 24 B L L 425 Aus dem Großen Hauptquartier wird uns geschrieben: Die Franzosen hatten gleich zu Beginn des Krieges große Anstrengungen gemacht, sich in den Besitz Elsaß- Lothringens zu setzen. Dent Anfang August von Belfort aus unternommenen Einfalle ins Oberelsaß wurde durch die Schlacht von Mülhausen ein jähes Ende bereitet, und die Offensive gegen Lothringen brach nach dem glänzenden Siege des bayerischen Stronprinzen in sich zusammen. Seit dem haben die Franzosen es nicht mehr gewagt, in Lothringen ein zufallen. Dagegen gingen sie im Oberelsaß erneut vor, als die hier eingesetzten deutschen Truppen eine anderweitige Verwendung fanden. Zum zweiten Male betraten die Franzosen vorübergehend Mülhausen und drangen nordwärts bis Ensisheim vor. Die Freude währte aber nicht lange. Durch eine erneute deutsche Offensive wurde der Gegner vertrieben, der heute nur das Weilerund Münstertal in den Vogesen und den Belfort unmittelbar gegenüberliegenden Grenzstrich in Besitz hat, während in den Nordvogesen die deutschen Truppen bis in die Höhe von Senones, also tief in französisches Gebiet vorgedrungen sind. Ende Dezember begannen die Franzosen zum dritten Male mit einer Offensive in Richtung Mülhausen. Die Stadt sollte nach Gefangenenaussagen spätestens Ende Januar endgültig in frans zösischer Hand sein. 10 a L 0 Hirzstein 571 L Steinbach Enchenberg Bh Thur 20 30 km Wattweiler Uffholz SENNHEIM W.T.B.1523. Aus Groß- Berlin. Im städtischen Vormundschaftsamt. In einer Gegend, die durch ihre winfeligen Straßen und verräucherten Häuser auf die Hilfsbedürftigkeit anzuspielen scheint, hat sich seit Jahresfrist das Vormundschaftsamt der Stadt Berlin seßhaft gemacht. Das schöne neue Mietsheim liegt in dem stattlichen Industriegebäude auf dem Geviert zwischen Landsberger, Katharinen-, Landwehr- und Liebmannstraße. Durch den Eingang II in der Landwehrstraße 25-29 kommen die Hilfesuchenden zwei Treppen hoch in einen geräumigen, einfach und nett ausgestatteten Wartesaal. Auf den langen braunen Lehnbänken haben bequent mindestens fünfzig Personen Platz. Eine fast gemütliche Fensterecke ist für Lesebedürftige reserviert. Bekannte Zeitschriften liegen zum Zeitvertreib auf. Die Wände sind reichlich bedacht mit Bekanntmachungen. Gleich rechts ist die Anmeldestube, die niemand, der schnell abgefertigt werden will, umgehen soll. Der Krieg hat der segensreichen Tätigkeit des Vormundschaftsamtes noch erhöhte Bedeutung verliehen. Aus dem Gedanken entstanden, daß von der Stadt für die vielen Tausende unehelicher Kinder durch Massenvormundschaft imt juristischen, pflegerischen und erzieherischen Sinne einheitlich gesorgt werden müsse, sind mit dem Kriege an die acht städtischen Berufsvormünder, die unter der Oberleitung eines Magistratsrats arbeiten, ganz neue Aufgaben herangetreten. Viele solcher Väter, die schon im Frieden schwer zur Erfüllung ihrer Pflichten gegen das uneheliche Kind zu bewegen sind, stehen im Felde. Bei den verlassenen Müttern ist die Not verdoppelt eingekehrt. Das Vormundschaftsamt hat es daher neben seinen zahlreichen anderen Aufgaben auch übernommen, in vielen Tausenden von Fällen die Kriegsunterstützung int Betrage von monatlich 12 M. für uneheliche Kinder sicherzustellen. In Verbindung damit steht das Bestreben, liebevolle Pflegemütter zu finden, die möglichst schon für den Betrag der Kriegsunterstützung oder gar ohne Entgelt ein Kind übernehmen, so daß der volle Arbeitsverdienst der Mutter des Kindes verbleibt. Mehrere hundert Väter wurden aus Stiftungsmitteln, Mündelvermögen oder aus dem Vermögen der Mutter gegen den Tod im Kriege versichert. Der Vermittelung von Adoptionen wird gerade auch während des Krieges, der so viele Väter unehelicher Kinder in den Tod reißt, ernsteste Beachtung gewidmet. Die Akten des Vormundschaftsamts find Romane aus der Wirklichkeit, und die Zahlen führen eine beredte Sprache, was für menschliches Leid sich hinter den Kulissen des Lebens abspielt. Schon ist das Amt mit jährlich 4000 bis 5000 neu hinzutretenden Mündeln fast die größte deutsche Berufsvormundschaft. In den Sprechstunden der Berufsvormünder, die bis auf weiteres jeden Montag und Donnerstag von 11 bis 2 Uhr abgehalten werden, holen sich jährlich 15 000 bis 20 000 Personen Rat und Hilfe. Die Summe der für die Mündel geschaffenen Vermögenswerte einschließlich der Pflichtzahlungen der Väter betrug schon im zweiten Jahre des Bestehens des Anttes( 1913) mehr als eine Million Mart und hat jetzt wohl die zweite Million erreicht. Für die Mündel katholischer Konfession ist ein katholischer Berufsvormund tätig, infolge des bekannten Beschlusses des Kammergerichts, der die Berücksichtigung des religiösen Bekenntnisses auch bei Sammelvormundschaften fordert. Seit dem Früh Unsere Truppen waren während dieser Kämpfe im Gebirge jahr 1914 werden alle Unterhaltsklagen des Amites vor zwei den allergrößten Strapazen und Entbehrungen ausgesetzt. Auf besonderen Abteilungen des Amtsgerichts Berlin- Mitte( 182 hoher Bergeshöhe kämpfend, wo tiefer Schnee lag, die Tannen und 183) an einem bestimmten Wochentage verhandelt. Diese hoch zum Himmel ragen und wo dichtes Unterholz den Ausblick auf Regelung hat das Verfahren wesentlich beschleunigt und beiwenige Meter beschränkt, tagelang ohne warme Nahrung und ohne getragen zur Herausbildung einer einheitlicheren Rechtschüßendes Obdach, hatte die Truppe Außerordentliches zu leisten.sprechung ohne schematische Behandlung. In pflegerischer Erst nachdem der Feind vertrieben war, konnte man sich einigermaßen häuslich einrichten, Wege und Sütten bauen und warmes Hinsicht wurden die zahlreichen Einrichtungen für KinderEssen bereiten. Jetzt finden wir auch Stavallerie hoch oben in den und Jugendfürsorge, deren sich die Stadt Berlin erfreut, Bergen, aber nicht etwa zu Pferde, sondern angetan mit Rudjad, immer mehr in Anspruch genommen. Die Zahl der jährlichen Bergitod und Eissporen. Stunden- ja halbe Tage lang gehen die Hausbesuche durch Helferinnen der Säuglingsfürsorgestellen Kavalleristen die längsten und gefährlichsten Patrouillen und beziffert sich auf annähernd hunderttausend, die Zahl der bringen oft die besten Meldungen. ärztlichen Vorstellungen auf rund fünfzigtausend. noch 2 Offiziere und 40 Mann gefangen genommen. An den Hirzstein waren unsere Truppen, ohne einen Schuß zu tun, herangekommen. Selbst die gefangenen Offiziere sagten aus, daß die deutschen Vorbereitungen zur Wegnahme der Höhenstellungen vortrefflich gewesen seien. Die Einführung der Brotkarte. Nachdem der französische Verfuch, über Sennheim auf MülIn der Bevölkerung sollte es noch weit mehr bekannt hausen durchzustoßen, an dem Widerstande der Deutschen ge- werden, daß das Vormundschaftsamt der Stadt Berlin in scheitert war, unternahm der Feind am 27. Januar einen Durch allen vormundschaftlichen Angelegenheiten Rat und Ausbruchsversuch an anderer Stelle. Er hatte sich also Kaisers GeWie aus den Tagesberichten der Obersten Heeresleitung be- burtstag für seine Angriffe ausgewählt. Ein höherer Stab war funft erteilt. Selbst private, Witterberatungsstellen" fennen fannt ist, wurde zwischen dem 27. Dezember und 8. Januar um den gerade in der Kirche, wo der Festgottesdienst abgehalten wurde, kaum den Wirkungskreis des Amtes und seine soziale BeLesiz der Höhe 425 westlich Sennheim Tag für Tag erbittert ge- als um 11 Uhr vormittags von dem Nachbarverbande die Meldung deutung. fämpft. Die Franzosen kamen jedoch über diese Höhe nicht hinaus. einlief, daß ein feindlicher Angriff in Richtung Ammerzweiler Dagegen gelang es den deutschen Truppen, Gelände zu gewinnen. erfolgt sei und um artilleristische Unterstützung gebeten wurde. Bis Ende Dezember hatten sich auf dem in 956 Meter Höhe, Kaum war diese zugesagt, so wurde auch innerhalb des eigenen fajt 700 Meter über dem Rheintale gelegenen dicht bewaldeten Abschnittes des betreffenden Truppenverbandes ein französischer Um die Brotkarte zur Einführung bringen zu können, Hartmannsweilertopfe, einem beliebten, geologisch und botanisch Infanterieangriff gegen einen vorgeschobenen Bosten am Rhein muß ein großer Apparat in Anspruch genommen werden. Zuinteressanten Ausflugspunkte nur deutsche und französische Wachen Rhonetanal gemeldet. Die in schwierigem, weil sehr unübersicht- nächst sollen die Hausbesiker bezw. die Verwalter der Häuser befunden, die einander beobachtend gegenüber lagen. Die Deutlichen Gelände stehende deutsche Feldwache wurde von einer weit eine genaue Aufnahme des Personenstandes herbeiführen, schen hielten den östlichen, die Franzosen den westlichen Teil des überlegenen feindlichen Truppenmacht überrannt. Gleichzeitig welche die Grundlage für die Verteilung der Brotkarten sein Stopfes besetzt. Inzwischen hatten die Franzosen eine Reihe von erfolgte ein dritter französischer Angriff in Nichtung auf Aspach. soll. Zu diesem Zwecke hat der Magistrat an die Hausbesitzer Alpenjägerbataillonen in die Südvogesen entsandt und auf dem Dieser Angriff sowie jener auf Ammerzweiler wurden bis auf folgendes Zirkular versandt: Hartmannsweilerkopf eine ganze Alpenjägerkompagnie vorge- Sturmentfernung durchgeführt, brachen dann aber unter schweren schoben, die sich dort eine festungsartige Stellung schuf, die ellipsen- Berlusten für den Feind zusammen. Dagegen begann der bis an förmig den höchsten Punkt umschloß. Die Höhe des Molkenrain den Kanal vorgedrungene Feind sich dort einzurichten, indem er die ( 1125 Meter), zu der man vom Hartmannsweilerfopf über die deutsche Feldwachstellung umbaute, mitgebrachte Pfähle einschlug, Jägertanne( Sattelpunkt) gelangt, wurde ebenso wie der Belchen Drahtrollen entfaltete, auch Maschinengewehre auf Bäumen sogleich französischerseits start besetzt. in Stellung brachte. Die ersten deutschen Borstöße gegen die Ringburg auf dem Der deutsche Führer hatte mittlerweile den Gegenangriff beHartmannsweilerkopf scheiterten an der Stärke jener Stellung. fohlen, zu dem, weil die Reserven weiter ab standen, Teile der Auch mußte die dem Flachland entstammende Angriffstruppe erst zunächst zur Hand befindlichen Abschnittsreserven eingesetzt wurden. die Schliche des im Gebirge erfahrenen Gegners kennen und be- Eine Landwehr- und eine Landsturmkompagnie waren es, die sich kämpfen lernen, der, mit schwarzen Ziegenfellen behangen oder um 4 Uhr nachmittags dem Feinde entgegenwarfen, um ihm die mit Tannenreisig bedeckt, die Gipfel der schneebedeckten Tannen verloren gegangene Stellung zu entreißen. Um 7 Uhr abends war bestieg und von dort aus, in Körben ſizend, aus seinen Verstecken die Stellung wiederum in deutscher Hand. Die Sieger, Landwehr auf unsere Soldaten herabschoß. Bald hatten diese die Ringfestung und Landsturm, fonnten mit berechtigtem Stolze auf die ervon außen völlig umschlossen; auch war die Jägertanne beseßt wor- beuteten Trophäen mehrere Maschinengewehre sowie auf die den, um die von Molkenrain her erwarteten französischen Entsatz- gemachten Gefangenen sehen. versuche abweisen zu können. Solche erfolgten auch mit min. Um 4 Uhr nachmittags war ein neuerlicher französischer Angriff destens einem Alpenjägerbataillon, wurden aber von unseren sich auf die deutschen Stellungen im Hirzbacher Walde erfolgt und abenergisch zur Wehr sehenden schwachen Truppen abgewiesen. Zu geschlagen worden. gleicher Zeit aus dem Ringwalle unternommene Ausfälle der Berg- Es war schon Nacht, als der Feind um 9 1hr 30 Minuten besatzung scheiterten. Inzwischen hatte man die weiter nötigen abends endlich den letzten Versuch machte, um im Hirzbacher Walde Angriffsmittel bereitgestellt, so daß am 19. Januar der Sturm die Linie der Deutschen zu durchbrechen und die Kanalstellung unternommen werden konnte. Die ersten wohlgezielten Schüsse wieder zu erobern. Alle diese Angriffe wurden abgewiesen. Am trafen den Offiziersunterstand in der Ringfejte. Zwei Offiziere nächsten Tage fand man eine große Anzahl toter Franzosen vor den wurden getötet und einer verwundet. Der letzte Offizier streďte, deutschen Steilungen. Im Gegensatz zu den bei Tage unterauf dieses Ereignis hin die Aussichtslosigkeit weiteren Wider- nommenen Angriffen waren die Nachtangriffe der Franzosen sehr standes einsehend, mit dem Rest der Bejazung die Waffen. Ein matt durchgeführt. Die deutschen Soldaten hörten im Hirzbacher Offizier und 150 Alpenjäger wurden so zu Gefangenen gemacht. Walde, wie die französischen Offiziere große Mühe hatten, ihre Zwei Tage später wurde auch der Hirzstein genommen und dort| Leute überhaupt vorwärts zu bringen. ( W. T. V.) Brotkarten! Für die Ausgabe von Brotkarten, die unmittelbar bevorsteht, soll zunächst die Zahl der ortsanwesenden Personen Berlins festgestellt werden. Im Vertrauen auf ihre wirksame, von vaterländischem Sinn getragene Unterstüßung verpflichten wir zu diesem Zwecke die Hausbesitzer Berlins oder deren Stellvertreter, in das beiliegende Verzeichnis sämtliche im Hause vorhandenen Haushaltungen und die Zahl der in jeder Haushaltung befindlichen Personen ( einschließlich Zimmerabmieter, Schlafleute, Dienstpersonals und beim Arbeitgeber wohnenden Gewerbepersonals) in Spalte 1--5 einzutragen. Nicht zu zählen sind diejenigen Personen, die voraussichtlich nicht länger als drei Tage im Haushalte anwesend sein werden sowie die eingezogenen Militärpersonen. Eine Abschrift dieser Hausliste ist zurückzubehalten. Die Eintragungen haben am Donnerstag, den 11. Februar d. Is. zu erfolgen. Die Listen sind vom 12. d. Mts. ab zur Abholung bereit zu halten. Die Richtigkeit der Eintragungen ist vom Hausbesitzer oder dessen Stellvertreter zu bescheinigen. Falls die einzelnen Bogen für die Aufnahme nicht auss reichen, sind besondere Bogen beizufügen, fehlende können bei der zuständigen Steuerannahmestelle in Empfang genommen werden. Sobald die Listen eingegangen und geprüft sind, werden den Hausbesitzern bezw. ihren Stellvertretern die Brotkarten zur Verteilung in ihrem Hause zugestellt werden. Die Ausgabe der Brotkarten erfolgt auf die Dauer von Der Zahlabend diefes Monats ist heute Mittwoch, den 10. Februar. Der Besuch des Zahlabends ist Ehrenpflicht aller Genossen und Genossinnen. mehreren Wochen. Die innerhalb dieser Zeit vorkommenden| fönigliche Eisenbahnverwaltung auf dem Bahnsteig Janno wig- 1 Organisation ihre Unterstützung ein und der städtische Zuschuß Zu- und Abgänge von Personen sind in die dafür vorgesehenen brüde anbringen ließ, behaupten, daß es diese Pflicht nicht fällt fort. Spalten der bei dem Hausbefizer verbleibenden Abschrift der erfüllte. Das ginge entschieden zu weit. Richtig ist nur, daß viele Die Liberalen beschlossen, die Vorlage einem Ausschuß zu überSaslijte einzutragen, sie sind außerdem bei der zuständigen Beschauer die Sprache dieses Thermometers nicht verstehen. Ist das weisen. Ausgabestelle für Brotkarten anzuzeigen. aber ein Beweis für seine besondere wissenschaftliche Gelehrsamkeit? Der Stadtverordnetenvorsteher- Stellvertreter Genosse MollenIn der letzten Woche der noch zu bestimmenedn Gültigkeitsdauer der ersten Brotkarten sind die neuen unter Vorlegung der berichtigten Abschrift der Hauslisten bei der zuständigen Ausgabestelle für Brotfarten einzufordern. Wer dieser Anordnung zuwiderhandelt, wird nach§ 44 der Verordnung des Bundesrats vom 25. Januar 1915 mit Gefängnis bis zu 6 Monaten oder mit Geldstrafe bis zu 1500 Marf bestraft und hat es zu verantworten, wenn die Verteilung der Brotkarten in seinem Hause nicht ordnungsmäßig erfolgt. Die Stadt Berlin foll in 170 Bezirke geteilt werden. Die Aufgabe dieser Bezirksorganisationen, in denen neben ehrenamtlichen Mitgliedern bezahlte Kräfte tätig sein sollen, besteht in der Beaufsichtigung der gesamten Konsumregelung. Die Beratungen im Schoße des Magistrats gehen ihrem Ende entgegen. Die lediglich rein technischen Schwierigkeiten, wie 3. B. die Langwierigkeit des Druces der Brotfarten find deren wöchentlich etwa 4 Millionen erforderlicher fordern noch einen kurzen Aufschub bis zum endgültigen Inkrafttreten der gesamten Brotfartenorganisation. zu haben. Die es Brotbestimmungen für Potsdam. Die Mietsunterstühung wird wie bisher behandelt. Als ich vor mehreren Jahren in schreibt uns ein Leser buhr begrüßte die neugewählten Stadtverordneten der liberalen einem strengen Winter mit dem Studium des besagten Instruments Fraktion Vater und Schiller.- Die Kinobefizer und deren begann, fand ich zunächst gar nichts Bemerkenswertes, außer der Angestellten ersuchten um Aufhebung oder Beschränkung der Kinobelanglosen Tatsache, daß es stets um etwa 5 bis 8 Grad„ nachsteuer, da der Besuch der Kinos nachgelassen habe. Genosse Küter, ging". Ich habe halberfrorene Menschen beobachtet, die alsbald betont, daß die Arbeiter mit dieser Steuer belastet würden und. wieder auftauten, nachdem sie am Bahnthermometer erkannt hatten, plädiert für Beseitigung dieser Steuer. Genossen Petersen und daß es mit der Kälte gar nicht so schlimm war, wie sie glaubten. Eichelhardt unterſtüßten dieſe Ausführungen. Die Liberelen So mächtig wirkt der Glaube und man wird daher die Eisenbahn- waren für Beibehaltung der Steuer, daher wurde die Petition gegen die Stimmen der Sozialdemokratie abgelehnt. verwaltung preisen müssen, wenn sie solchermaßen durch Suggestion Der Magistrat ersuchte, den Familien der zum Heeresdienst eindie Schrecken des Winters mildern hilft. berufenen städtischen Arbeiter den Teil des Lohnes zu gewähren, den Nach einiger Zeit kam ich dahinter, daß die Seele meines der Einberufene vor dem gekürzten Lohn bezogen hat. Genosse Studienobjektes weit komplizierter war, als mein einfacher Verstand Mohs ersucht, die Arbeiter mehr zu schützen als bisher. An den sich hatte träumen lassen. Die Differenz in der Zahl der an- Arbeiterlöhnen dürfe nicht gespart werden. Ein Antrag der gezeigten und der tatsächlichen Stältegrade veränderte sich mit jedem Sozialdemokraten, für die städtischen Arbeiter die achtstündige ArTag; bald betrug sie 6, bald 4 und bald nur noch 2 Grad und im beitszeit beizubehalten, wurde von den Liberalen abgelehnt. Ferner Frühjahr begann sogar das Bahnthermometer so richtig zu gehen, die Löhne wieder heraufzusetzen und die Zuschläge für Sonn- und wurde beantragt, die Stürzung der Arbeitszeit wieder aufzuheben, als ob es niemals die Absicht gehabt hätte, die Wirklichkeit zu for Feiertage und leberstunden wieder zu bewilligen, so daß der frühere for- die Löhne wieder heraufzusehen und die Zuſchläge für Sonn- und rigieren. Jch witterte hier ein physikalisches Phänomen, von Bustand wieder hergestellt wird." Die Versammlung stimmte dessen Erklärung ich mir unsterblichen wissenschaftlichen dem zu. Die Kartoffelversorgung in Groß- Berlin. Ruhm erhoffte und begann nun sorgfältige Aufzeich Mehrere Jahre hindurch registrierte Angesichts der notwendig gewordenen Beschränkung des Mehl- nungen zu machen. Der Potsdamer Magistrat veröffentlicht die Bekanntmadjung, und Brotverbrauches ist es außerordentlich wichtig, für eine ge- ich nebeneinander alle Schwankungen an dem Wunderinstrument und ordnete Zufuhr von Kartoffeln Sorge zu tragen. Daran mangelt einem Normalthermometer. Meterlange Tabellen entstanden, Bogen betreffend den Brot- und Mehlverkauf im Stadtfreise Potsdam. es aber in unserer Zeit sehr. Aus diesem Grunde hat der Berliner auf Bogen bedeckte sich mit graphischen Kurven und mathematischen Das wesentlichste der Verordnung umfaßt folgende Bestimmungen: Es darf nur Einheitsbrot bereitet werden und zivar Schwarzbrot Magistrat die von ihm für die Zeit der Not reservierten Kartoffeln Gleichungen und Tag und Nacht grübelte ich dem Problem nach,( Roggenbrot) im Verkaufsgewicht von 1½ Kilogramm und Weißbrot herausgegeben und zum Verkauf gestellt. Hierbei scheint ohne jedoch eine Spur zur Lösung finden zu können. Erst nach im Verkaufsgewicht von 75 Gramm. Bei Schwarzbrot muß das cr eine glückliche Hand gehabt Kar- mehrjährigem Studium entdeckte ich als Regel in der Erscheinungen Verkaufsgewicht 24 Stunden nach Fertigstellung, bei Weißbrot am toffeln waren leider nicht so sachverständig untergebracht, Flucht, daß immer in der Zeit vom 1. April bis 30. September das Tage der Fertigstellung vorhanden sein. Zwiebad ist nach Gewicht wie man das bei einer Stadt mit zahlreichen Sachverständigen Bahnthermometer richtig ging, während es in der übrigen Zeit seine zu verkaufen. Einzelnen Bädern wird die Herstellung von Das brachte mich auf den Brot für Krankenkost in anderen Gewichtsmengen gestattet. man denfe nur an die städtische Güterverwaltung hätte erivarten eigenen, unerforschlichen Wege wandelte. darf an Roggen und Weizenmehl nicht mehr können. Auch der Verkauf scheint anfänglich nicht so vor sich ge- Gedanken, daß irgendwie eine Dienstvorschrift für die Bewegungen Kuchen gangen zu sein, wie das notwendig gewesen wäre. Anstatt die Kar- tgl. preußischer Bahnthermometer existieren mußte. Wenngleich ich als 10 Prozent des Kuchengewichtes enthalten. Die Entnahme von toffeln Großhändlern in Quanten von 50, 80 und 100 Zentnern zu diese nicht fand, so stieß ich beim Nachsuchen doch darauf, daß im Mehl und Brot wird auf 2 Kilogramm Brot oder 1600 Gramin Mehl wöchentlich für den Kopf der Bevölkerung beschränkt. Vour verkaufen, wäre es angebracht gewesen, die Kartoffeln ausschließlich Eisenbahnbetrieb vom 1. Oktober bis 31. März geheizt wird, und Montag, den 15. Februar, ab darf Brot oder Mehl nur gegen Vordirekt an die Konsumenten zu verkaufen oder durch Händler zu einem damit hatte ich endlich den Faden, der zur Lösung führte, in der legung von Broimarken und in den darauf als zulässig erklärten Bestimmt festgelegten Preise. Nur teilweise ist der Verkauf im kleinen Hand. Mengen verabfolgt und gefordert werden. Die Brotmarken werden in den Markthallen erfolgt. Erst feit Ende voriger Woche ist der Engros- Einmal auf die Spur gebracht, hielt es nicht schwer, festzustellen, den Haushaltungsvorständen nach der Kopfzahl der zu ihrem Haus verkauf des Magistrats eingestellt und der Kartoffelverkauf erfolgt daß hinter der dünnen Wand des Tienstgebäudes, an der außen halt gehörigen Personen für 4 Wochen im Voraus unentgeltlich an Mehlhändlern und nur noch im fleinen in den Markthallen zu einem recht hohen Preise. das Thermometer hängt, je nach der Lufttemperatur mehr oder weniger noch zu bezeichnenden Stellen ausgehändigt. Aber auch hier kommen Klagen, daß in verschiedenen Markt- träftig gefeuert wird. Daß dadurch der Stand des Thermometers Bädern ist verboten, Brot und Mehl anders als gegen Aus. hallen der städtische Kartoffelverkauf eingestellt worden ist. Gestern beeinflußt wird, ist leider schon zu bekannt, als daß ich nun noch händigung einer auf die Gewichtsmenge lautenden Marke zu verabjolgen. Weiter wird bestimmt, daß Geschäfte, deren Inhaber oder fam es in einigen Hallen zu erregten Szenen. Nachdem die hoffen dürfte, eine neue physikalische Entdeckung gemacht zu haben. Betriebsleiter sich in der Befolgung der auferlegten Pflichten un Startoffelvorräte ausverkauft waren, wollten viele Hunderte Selbstverständlich beschränkte ich mich nicht darauf, die Ursache zuverlässig zeigen, von der Polizeidirektion geschlossen werden anderer Käufer und Käuferinnen noch Kartoffeln taufen, fonnten meiner merkwürdigen Erscheinung im allgemeinen gefunden zu können. aber feine mehr erhalten nnd machten nun ihrem Unwillen darüber haben, sondern ich ging der Wirkung im besonderen nach. Die sehr Luft. Wie die Direktion der Markthallen auf Anfrage erklärt, hat schwierige und scharfsinnige mathematische Rechnung kann hier nicht die Stadt Berlin mit der Einrichtung des Kartoffelverkaufs durchaus erklärt werden, aber die verbürgt richtige Lösung fei für den praktis nicht beabsichtigt, alle Hausfrauen Großberlins mit Startoffeln zu schen Gebrauch mitgeteilt: versorgen; es sollte fich lediglich um eine Maßnahme handeln, Man lasse sich von dem diensttuenden Beamten die Innenum die dem Ansturm nicht gewachsenen Händler zu unter temperatur im Dienstgebäude mitteilen. Von der angegebenen ftügen. Jm Anfang wurden die von der Stadt zum Verkauf Zahl zieht man zehn ab, teile den Rest durch zwei gestellten Vorräte nicht abgesetzt; erst seit einigen Tagen hebt der und füge das Ergebnis der Zahl unterm Strich zu, die das Ansturm auf die Kartoffelvorräte der Stadt an, trotzdem sie eine außen hängende Thermometer anzeigt. Mittels dieser Aniveisung Freissteigerung erfahren haben. Es kommt dazu, daß infolge des läßt sich leicht und sicher auch auf dem Bahnsteig Jannowigbrücke Frostes die Händler in den letzten Tagen keine Kartoffeln heran- die Außentemperatur richtig ermitteln. Um alle Zweifel zu be bekommen hatten und demzufolge ihre Vorräte ausverkauft waren. feitigen, könnte die Eisenbahnverwaltung vielleicht noch an einer Auch die Stadt Berlin konnte infolge desselben Umstandes nicht anderen, vor künstlicher Wärme geschützten Stelle ein zweites, richtig genügend Kartoffeln hereinbekommen, und wenn sie Ladungen bekam, gehendes Thermometer anbringen. Dann kann jeder sich sofort damangelte es an Fuhrwert, um die Kartoffeln nach den Markthallen von überzeugen, ob er richtig gerechnet hat. zu schaffen. Es soll aber Vorsorge getroffen werden, um reichlichere Borräte zum Verkauf zu stellen. Gewerkschaftliche Vereinbarungen mit Schöneberg. Die Schöneberger Stadtverordnetenversammlung stimmte am Montag den mit den Gewerkschaften vereinbarten Grundsägen für die Bewilligung von Arbeitslosenunterstüßung zu. Feuer in der Brauerei Friedrichshain. In der Nacht zum Dienstag wurde die Berliner Feuerwehr nach der Brauerei Friedrichshain gerufen. Dort stand ein Abwaschraum für Fässer, Flaschen, Bierfästen mit Flaschenabwaschmaschinen in Drei Löschzüge griffen mit großer Ausdehnung in Flammen. fieben Schlauchleitungen das Feuer wirksam an. Es gelang, den Brand auf die Abwaschräume und die Aufenthaltsräume für das dort tätige Personal zu beschränken und bald zu bewältigen. Der Betrieb der Brauerei wird in vollem Umfange aufrechterhalten. Selbstmord eines Schriftstellers. In einem Anfalle geistiger Umnachtung hat der in der Cranachstr. 55 wohnende 43jährige Schriftsteller Otto Fischer seinem Leben ein Ende gemacht.. war Am Sonntag wurde fchon seit längerer Zeit schwer nerventrant. er von einem besonders heftigen Anfall heimgesucht, unter dessent Einfluß er sich in seinem Schlafzimmer erhängte. Eisenbahnunfall. Ein aufregender Unglücksfall hat sich auf dem Bahnhof Groß- Lichterfelde- Dst zugetragen. Der Restaurateur Auguſt Bemerkenswert ist, daß eine Reihe Händler die vom OberFrenzel aus der Schmidtstraße in Lichterfelde hatte einen eintommando vorgeschriebenen Höchstpreise für Kartoffeln 10 Pfund fahrenden Zug verlassen wollen, als er vom Trittbrett abstürzte zu 35 bis 40 Pfennig für bestimmte Sorten ständig über und zwischen dies und die Bordschwelle geriet. Der Unglückliche schreiten. Vielfach werden für 10 fd. 45 bis 50 Pf. verlangt. Die Danach soll jezt der städtische Zuschus in der Regel 50 Prozent wurde eine Strede mitgeschleift, ehe der Zug zum Halten gebracht Händler riskieren die Schließung ihrer Geschäftsräume. Auf dem der gewerkschaftlichen Unterstützung betragen. Als Regelsäge der werden konnte. Er hatte sich starke Bruſtquetschungen und andere Bochenmarkt in Neuköün nahm die Polizei einer Kartoffelhändlerin, Stadt werden für männliche Personen 6 M. und für weibliche Ber- schwere innere Verlegungen zugezogen und wurde in bedenklichem die für 10 Bfb. 50 Pf. verlangte, die Ware ab und verkaufte sie zu fonen 5 M. festgesezt. Als Höchstgrenze der gemeinsamen Unter- Sustande nach dem Stubenrauch- Krankenhause gebracht. erheblich billigerem Preise. stügung erhalten männliche Personen 12 M. und weibliche PerErhängt hat sich der 21 Jahre alte Arbeiter Walter Klaß aus Es erscheint dringend erforderlich, für Beschaffung von Kartoffeln fonen 10 M. pro Woche. Die Unterſtügungen werden ohne Be- der Schwedenstr. 17a. Der junge Mann war schwer lungentrant. rücksichtigung des Familienstandes, also verheirateten und unin genügender Menge und zu annehmbaren Preisen Sorge zu tragen. verheirateten Berechtigten in gleicher Weise gezahlt. Die Aus- Gin Nervenleiden hat die 37 Jahre alte Sattlerfrau Marianne Es hat den Anschein, daß Landwirte und Großhändler Kartoffeln zahlungen, auch die des städtischen Zuschusses erfolgen durch die Michaller aus der Dderberger Str. 47 in den Tod getrieben. In zurückhalten, um eventuell höhere Preise zu erhalten. Dem sollte, Organisationen. Die Kontrolle der Arbeitslosen wird von den einem heftigen Anfalle ging sie heimlich nach dem Keller und erwie wir bereits an anderer Stelle unseres Blattes dargelegt haben, Fachorganisationen vorgenommen. Gegen die Bemühungen der hängte sich dort mit einem Stüd Leinwand. Arbeitslosen, vom städtischen Arbeitsnachweis Arbeit zu erhalten, foll durch geeignete Mittel vorgebeugt perden. seitens der Gewerkschaften nichts eingewendet werden. Anspruch auf Arbeitslosenunterstützung der Stadt hat jeder organisierte Staats Auch in den größeren Vororten des Westens macht sich der angehörige, der eine laufende Arbeitslosenunterstügung erhält und Mangel an Startoffeln bemerkbar. So wird aus Charlotten seit dem 1. Juni v. Js. in der Provinz Brandenburg oder in Berlin burg gemeldet, daß seit Sonnabend eine derartige Knappheit an wohnt. Nichtbezugsberechtigte und ausgesteuerte Mitglieder der diesem Nahrungsmittel besteht, daß es den Hausfrauen nicht möglich Organisation erhalten die Regelfäße der Stadt. ist, genügend Startoffeln zu erhalten. An der Tür einer großen Die Bemessung der Unterstügung eines Organisierten, der von Startoffelhandlung prangte ein Plakat: Ausverkauft Aehnliche einer Berufsvereinigung Arbeitslosenunterstützung bezieht, gestaltet Slagen fommen aus Schöneberg. Auch dort ist die Kalamität fich folgendermaßen: bereits so groß, daß sich die Stadtverordnetenversammlung am Montag in geheimer Sizung mit einem Dringlichkeitsantrage beschäftigte, den Magistrat zu ersuchen, dem Kartoffelmangel abzuhelfen. Die größten Klagen kommen jedoch aus Wilmersdorf. Dort sind weder bei den Händlern noch auf dem Wochenmarkt Kartoffeln zu kaufen gewesen. * Mennoniten und Kirchensteuer. In einem Rechtsstreit des Rentiers von Bederath in Berlin gegen den geschäftsführenden Ausschuß der Berliner Stadtfynode erkannte das Ober- Verwaltungsgericht dahin, daß der Kläger von der Kirchensteuer, zu der er für mehrere Jahre zugunsten der evangelischen Kirchengemeinden in Berlin herangezogen worden war, gänzlich freizu stellen sei. Es wurde ausgeführt: Die Frage, ob der Kläger als Mennonit firchensteuerpflichtig sei oder nicht, sei nicht aus dent§ 2 des Kirchensteuergesetzes зи entscheiden, sondern aus dem Mennonitengeset vom 12. Juni 1874. Und zwar sei entscheidend der§ 3, der feinen inneren Zusammenhang mit den §§ 1 und 2 desselben Gesetzes habe. Der§ 3 werde aber bom Ober Verwaltungsgericht so aufgefaßt, daß die Mennoniten keine Steuern für die evangelischen Kirchengemeinden zu zahlen hätten. 1) Mann, Regelfazz 6 M., Höchstfag 12 M. Wöchentliche Unterſtügung 2) Frau Regelsatz 5 M., Höchstsaz 10 M. Wöchentliche Unterstützung Organi sation Organi Stadt fation Gesamtjumme Stadt M. Mr. M. M. M. Gesamt summe Mr. 2, 4, 6, 5, 3, 3, 6, 3, 5, 2, 6, 4, 6, 5, 2,50 7,50 5, 2,50 7,50 6, 3, 9, 6, 9, 7, 3,50 10,50 10, 8, 4, 12, 8, 10, 9, 12, 9, 10, 2, 12, 10, 11, 1, 12, 12, 12, 11181811!! ||| 50|||| 10, 10, Bermißt wird der Wehrmann Oskar Gäbeler, Reserve- InfanterieRegiment Nr. 8, 8. Kompagnie, seit dem 10. November, nach einem Nachrichten über den Verbleib Gefecht bei Bigschoote- Langemart. desselben find an Frau F. Gäbeler, Berlin SO., Manteuffelstr. 70. zu richten. " Die Männerchüre Sänger- Abt. I" und" Norden" unter Leitung ihres Chormeisters P. Kurz veranstalteten am Sonntag, d. 7., in azarett in der Prinzenstraße( Turnhalle) ein Vokalfonzert. Das Programm bestand aus humoristischen und Volksliedern. Reicher Beifall lohnte den 85 Sängern ihre Mühe. Mit dem Wunsche, recht bald wiederzukommen, wurden die Sänger verabschiedet. Verloren wurde am Freitag in der Straßenbahn zwischen Leipziger Straße und Steglit eine braune Aftenmappe, enthaltend Briefe und Manuskripte. Der Finder wird ersucht, den Inhalt der Mappe an Frau Haase, Heylstr. 31 I, zu senden. Briefkasten der Redaktion. Die juristische Sprechstunde findet für Abonnenten Lindenstr. 3, IV. Sof rechts, parterre, am Montag bis Freitag von 4 bis 7 Uhr, am Sonnabend von 5 bis 6 1hr statt. Jeder für den Briefkasten bestimmten Anfrage Briefliche ist ein Buchstabe und eine Sahl als Merfzeichen beizufügen. Antwort wird nicht erteilt. Anfragen, denen feine Abonnementsquittung beigefügt ist, werden nicht beantwortet. Eilige Fragen trage man in ber Sprechstunde vor. Verträge, Schriftstücke und dergleichen bringe man in die Sprechstunde mit. 100. K. R. Es steht doch noch gar nicht fest, ob wirklich Lagergeld verlangt wird. Die Höhe des Lagergeldes lönnen wir auch nicht berechnen. A. B. 25. Eine Abfindung fann nur unter Zustimmung des Bor mundschaftsgerichts stattfinden. Mit der Mutter eine Abfindung allein zu nereinbaren, ist rechtsungültig. Der Vater des unehelichen Kindes ist zur Jablung von Unterhaltsgeldern verpflichtet, auch wenn die Mutter thi nicht heiraten will. Die Stadt behält sich vor, erforderlichenfalls die Bedürftigkeit nachzuprüfen und bei Verneinung derselben die Zahlung der UnterA. C. 100. Sie müssen beim Gericht die Testa stüßung einzustellen. Die Bedürftigkeit wird abgelehnt, wenn der mentseröffnung beantragen. 2.. 93. 1. Die Fran erhält StriegsC.. 17. Begen Schwerhörigkeit zurüdgestellt. Unterstüßte oder seine Frau ein gutgehendes Geschäft betreibt oder unterſtügung. 2. Ja. Sch. 41. Die ersten zwei Zeichen haben keine Bedeutung; das dritte Strankengeld bezieht. Die Organisation verpflichtet sich, über jedes. arbeitslose Mitglied eine ſtrenge Kontrolle zu führen. An jedem beißt: zurückgestellt wegen Verfürzung eines Beines. Das Bahnthermometer. zweiten Tage hat der Arbeitslose bei seinem fachlichen Arbeits- Erst wenn Sie 200 Marken geklebt haben, haben Sie Anspruch darauf. 25. J. N. Als Erbin haften Sie für die Miete. nachweis um Arbeit nachzufragen. Die Gewerkschaft übernimmt es, Eine Einkommensgrenze ist nicht feftgejest Sie werden Ihre Miets. Ein Thermometer hat bekanntlich die Pflicht, den Stand der auf ihre arbeitslosen Mitglieder dahin einzuwirken, daß sie die unterſtüßung noch weiter erhalten. - jeweils herrschenden Temperatur anzuzeigen. Es wäre eine uns angebotenen Beschäftigungen, die ihren Fähigkeiten und Körper- Sie waren zur Herausgabe der Geschenke nicht verpflichtet; eine Klage gerechte Unterstellung, wollte man von dem Thermometer, das die fräften entsprechen, annehmen. Im Beigerungsfalle stellt die erscheint uns aber aussichtslos für Sic. C. M. 100. A. Sch. 31. Minna H., Finowstraße. Nieder- Schönhansen. Nein.