Nr. 46. 5 Pfennig Abonnements- Bedingungen: Ebonnements. Preis pränumerands: Bierteljährl. 3,30 ML, monatl. 1.10 M möchentlich 25 Bfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage„ Die Neue Welt" 10 Bfg. Bost. Abonnement: 1,10 Mart pro Monat Eingetragen in die Bost Beitumgs. Breisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2,50 Mart, für das übrige. Ausland 4 Mart pro Monat. Bostabonnements nehmen an: Belgien, Dänemark, Holland, Italien, Luremburg, Portugal Rumänien, Schweden und die Schweiz Cribeint täglich. NO Montagsausgabe Vorwärts 5 Pfennig 32. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Solonel. geile oder deren Raum 60 Big.. jur politische und gewerkschaftliche Vereins. und Versammlungs- Anzeigen 30 Big. ,, Kleine Anzeigen", das fettgedrukte Bort 20 Big.( zufäffig 2 fettgebre Morte), jedes meitere Bort 10. 313. Stellengesuche und Schlafstellenan zeigen das erste Bort 10 Pig.. jedes meitere Wort 5 Bfg. Borte über 15 Buchstaben zählen für zwei Borte, Inseraie für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Erpedition abgegeben werden. Die Expedition is bis 7 Uhr abends geöffnet Telegramm Adresse: ..Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 68, Lindenstraße 3. Fernsprecher: Amt Morikplan, Nr. 151 90-151 97. Montag, den 15. Februar 1915. Expedition: SW. 68, Lindenstraße 3. Fernsprecher: Amt Morisplak, Nr. 151 90-151 97 Erfolge auf beiden Kriegsfchauplätzen. Westlicher Kriegsschauplah. Die Meldung des Großen Hauptquartiers Die„ bewährte" Wirtschaftspolitik Der französische Tagesbericht. Boris, 14. Februar.( W. Z. B.) Amtlicher Bericht bom 13. d. Mts., 3 Uhr nachmittag. 3wischen Meer und Lys beschossen die Deutschen heftig Nieuport und das Dünengebiet. Sie beschossen ebenfalls pern während der Nacht vom 11. zum 12. und die Stellungen südlich Opern mährend des Tages am 12. Wir erwiderten wirksam. Zwischen Lys und Somme ausseßende Kanonade im Arrasgebiete. Bei Carench brachten mir zwei Minenherde in fleinen feindlichen Posten zur Explosion. An der Somme zwischen Dise und Aisne und in der Champagne war die Artillerie auf beiden Seiten sehr tätig. Etwa zehn Flugzeuge überflogen das Gebiet von Verdun. Die Bomben, welche sie abwarfen, verursachten keinen Schaden. In der Stadt vom 11. zum 12. warfen wir zwei deutsche Angriffe auf unsere Schüßengräben im Caureswald( nördlich Verdun) zurüd. In Lothringen wurde der deutsche Angriff gegen unsere Posten bei Arracourt, welcher gestern abend gemeldet mar, von einer Kompagnie ausgeführt, während eine andere. ohne mehr Erfolg zu haben, versuchte, unsere Posten bei Rauzay einzunehmen. Im Elsaß beschoß der Feind unsere Stellungen, welche wir am 12. Februar im Gebiet bom Sudelfopf erobert hatten. Infolge der Einrichtung unserer Schüßengräben waren die Wirkungen dieses Bombardements unbedeutend. Amflich. Großes Hauptquartier, den 14. Februar 1915.( W. Z. B.) Westlicher Kriegsschauplatz. Unzählige Male ist während der Kriegszeit die Behauptung aufgestellt worden, nur unserer bewährten Wirtschaftspolitit jei es zu danken, daß Deutschlands Ernährung für die Zeit des Krieges gesichert ist. Auch in liberalen Blättern ist das Nordöstlich Pont a Mousson entriffen wir fritiflos, wiederholt worden. Jest erhebt die Freisin nige den Franzosen das Dorf Norron und die westlich 3eitung" erfreulicherweise gegen eine derartige Beeinfluſſung dieses Ortes gelegene Höhe 365, zwei Offiziere der öffentlichen Meinung Protest. Sie verweist darauf, daß einund 151 Mann wurden zu Gefangenen gemacht. feitige Parteischlagworte über unsere Wirtschaftspolitik Hilsen und Ober- Sengern gestürmt, 135 Ge- bis in Schule und Haus dringen. Selbst in Stursen und Vorträgen, In den Vogesen wurden die Ortschaften durch die umfassende Aufklärungsarbeit über die Notwendigkeit sparsamer Haushaltung mit allen Nahrungsmitteln unwidersprochen fangene fielen in unsere Hand. Deftlicher Kriegsschauplatz. die vor Vertretern aller Parteien veranstaltet wurden, ist ja bcfanntlich tro entgegenstehender Zusagen, von einzelnen Rednern einseitig für ein bestimmtes wirtschaftspolitisches System Stellung An und jenseits der ostpreußischen Grenze genommen worden. Demgegenüber betont die Freijinnige 3tg." nehmen unsere Operationen den erwarteten Verlauf. Wir halten den gegenwärtigen Augenblid nicht für geeignet, in eine Diskussion über die schwierigsten volfswirtschaftlichen BroIn Polen rechts der Weichsel machten bleme einzutreten. Wir beschränken uns vielmehr, nur damit unsere Truppen in Richtung Racionz Fort- päter gegen uns geltend gemacht wird, auf eine Werwahrung nicht Schweigen als Zustimmung aufgefaßt und schritte, in Polen links der Weichsel keine Ver- dagegen, daß man von unserer bewährten" Wirtschaftspolitik in änderung. Oberste Heeresleitung. Der österreichische Generalstabsbericht. Wien, den 14. Februar.( W. T. B.) Amtlich wird verlautbart. 14. Februar 1915: derselben selbstverständlichen Weise spricht wie etwa von unserem bewährten Heere oder unserer bewährten Marine... Für heute wollen wir uns mit der kurzen Ermahnung begnügen, daß man doch nicht kritiklos eine Wirtschaftspolitik rühmen soll, die uns überaus tiefe Eingriffe in die Privatwirtschaft und in die gefamten Lebensgewohnheiten nicht zu ersparen vermocht hat. Paris, 14, Februar.( W. Z. B.) Amtlicher Bericht vom 13. d. Mets., 11 1hr nachts. In Belgien einige Ueberdies hat sich gegen die Meinung, daß Deutschland im Die Situation in Russisch- Polen und West- stande sei oder in den Stand gesetzt werden könne, seine gesamie Be Artilleriekämpfe. In Laboiselle sprengten wir einen Minen- Galizien ist unverändert. Ein Teil der eigenen Ge- völkerung zugleich mit Brot und Fleisch zu versorgen, sogar ein so herd, dessen Trichter wir bejezten. Vor Dompierre( südwest fechtsfront im Abschnitt Dukla, gegen den bisher heftige unverdächtiger Zeuge wie Herr v. Oldenburg gewandt und lich Peronne) überraschte die Explosion einer unserer Minen russische Angriffe geführt wurden, ging selbst zum Angriff unsere Statistiker und Gelehrten, selbst soweit sie Schutzöllner find, bayerische Pioniere bei der Arbeit. Der Feind beschoß die über, warf den Feind, und zwar fibirische Truppen, bon pflichten ihm unumwunden bei. Wir berufen uns, statt Dutzende Dörfer Bailly und Tracyleval. Unsere schwere Artillerie traf zwei dominierenden Höhen und erstürmte eine Ortschaft bei von leicht zu beschaffenden Zitaten anzuführen, lediglich auf das den Bahnhof von Noyon in der Champagne. Im Souain Bizkoez. Gleichfalls erfolgreich war der Angriff Verbündeter bor wenigen Wochen von dem Preußischen Landesgewerbeamt her gebiet fonnte eines unserer Bataillone, welchem es gelang, in den mittleren Karpathen. Auch hier wurde dem ausgegebene Buch„ Staatsbürgerliche Belehrungen in der Kriegsfich eines Gehölzes vor unseren Schüßengräben zu bentäch- Gegner eine vielumstrittene Höhe entrissen. In den gestri- zeit", ein Wert, das nach amtlicher Anordnung jetzt beim Fortbil tigen, fich dort infolge eines Gegenangriffes durch überlegene gen Kämpfen wieder neunhundertfiebzig Gedungsschulunterricht verwandt wird. Dort schreibt der schußzöllnes Kräfte nicht behaupten, da Schneesturm der Artillerie fangene nicht gestattete, wirksam einzugreifen. Oestlicher Kriegsschauplah. Der Rückzug der Russen. In Südost- Galizien und in der Bukowina fiegreiche Gefechte. Der südwestlich Nadworna zur Deckung der Stadt haltende Feind wurde geworfen, die Höhen nördlich Delatyn erobert. Hierbei zahlreiche Gefangene gemacht. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes bon Hoefer, Feldmarschalleutnant. Bern, 18. Februar.( W.. 88.) Der Bund" hatte schon bei ber Meldung des russischen Hauptquartiers vom 11. Februar den Rüdilag herausgelesen. Er stellt fest, daß die plöglich bor. Gegend von 2nd bei Radziro und östlich von Gerpak Kämpfe brechende Offenfive in Ostpreußen die Russen über die Grenze ge- stattgefunden. In der Gegend von Lyd haben wir erfolgfegt und ihnen schwere Verluste beigebracht hat. Nach der deutschen reich die Angriffe des Feindes abgewiesen und ihm beträchtMeldung sei anzunehmen, daß die 26 000 Ruffen eingeteffelt oder liche Verluste zugefügt. Auf dem linken Ufer der Weichsel berbraucht gewesen seien und das Gewehr geftredt hätten. Jeden beschoß unsere Artillerie erfolgreich feindliche Kolonnen. falls sei der rechte Außenflügel der Ruffen arg zugerichtet und weit In den Karpathen besegten unsere Truppen beabgedrängt, teilweise sogar abgeschnitten worden. Den Russen festigte Anhöhen in der Gegend von Szwidnik sowie zwischen sei auch diese Hindenburgische Kombination und Konzentration Colloupkom und dem Oberlaufe des San, wo wir ungefähr vielleicht wiederum überraschend gekommen. Sie habe nicht nur 1000 Gefangene machten. An der Front zwischen den Bässen an der Kontaktstelle die Ruſſen zum Weichen gebracht, sondern be- von Njok und Tucholka drängten wir die Deutschen etwas einfluſſe auch die strategische Gesamtlage in ungünstigem zurück. Bei Koziowka verschanzten sich die Deutschen auf Sinne. Die Neugruppierung werde weit hinten erfolgen müssen. 40 Schritt Entfernung von unseren Gräben. Bei Wyschkow Auch der am weitesten links befindliche russische Flügel fei auf wiesen wir hartnädige Angriffe des Feindes ab. Czernowitz zurückgeflutet, so daß auch hier eine Rüddrehung zu bemerken sei. Vor Warschau mehrten sich die Anzeichen, melche auf ein Zurüdfallen auf die letzte Defensiblinie bei den Forts als Zentralstellung deuteten. Die russische Leitung werde an einen allgemeinen Rüdzug denken müssen, um die Weichsel noch rechtzeitig zu überschreiten. Vielleicht seien die Vorbereitun gen dazu schon im Gange. Die russisch- polnischen Legionen. Zürich, 13. Februar.( W. T. B.) Der„ Neuen Zürcher Zeitung" zufolge ist der dem polnischen Adel angehörende Oberst Antonius Stanislawowitsch Reut, der bereits am russisch- japanischen Kriege teilgenommen hat, zum Kommandeur der russi Der Bericht des russischen Generalstabes. sen Bolen- Legion ernannt worden. Der Armeeführer an der russischen Südwestfront, General Iwanow, hat demselben Blatte Petersburg, 14. Februar.( W. T. B.) Der Große zufolge einen Armeebefehl erlassen, wonach die polnischen Legionen Generalstab gibt befannt: An der Front am Ni emen in Nowo Alexandrija die polnische Kommandofprache er und an der Weichsel haben westlich von Zurburg in der halten und von polnischen Offizieren geführt werden sollen. rische Professor Hermann Schumacher- Bonn:" So sehr sich die eigene Produktion unserer Landwirtschaft im Aderbau und in der unseres Volkes gewachsen." Dabei muß man noch bedenken, daß iehzucht gehoben hat, noch stärker ist der Verbrauch der Krieg zufällig in einer Zeit ausbrach, wo wir erst im Beginn der Ernte fstanden, daß also infolgedessen auch noch nicht deutsches Getreide hätte ausgeführt werden können. Zu den Eigen heiten der gegenwärtigen Wirtschaftspolitik gehört es nämlich, daß die Ausfuhr des Getreides nicht nur geduldet, nein, wie geradezu prämiiert wird. Jm Jahre 1913 wurden ungefähr 282 000 Tonnen Roggen aus Deutschland mehr ausgeführt als eingeführt. Wenn uns für den Winter und das Frühjahr 1915 eine entsprechende Menge Roggen fehlte, was dann? Auch wenn geltend gemacht wird, daß mir ja jetzt schon 95 Pround die fehlenden 5 Proz. Teicht gleichfalls noch beschaffen tönnten, zent des in Deutschland verzehrten Fleisches selbst produzieren so leugnen wir diese Tatsache nicht, machen aber darauf aufmerffam, daß ja dafür in steigendem Maße das Fleisch gleichsam in seiner Urgestalt, nämlich als Futter, eingeführt werden muß, wofür als Beispiel dienen kann, daß im Jahre 1913 an Futtergerste rund 8 081 000, an Mais 919 000 Tonnen mehr eingeführt als ausgeführt wurden. Aehnlich verhält es sich übrigens beim Getreide, wo die Düngemitteleinfuhr von Jahr zu Jahr wächst. Demtistischen Amt herausgegebene Wert.„ Die deutsche Landwirtschaft" gemäß erklärt denn auch dasim Jahre 1913 vom Kaiserlichen Stazum Schluß:„ Aehnlich wie in der gewerblichen Erzeugung Deutschland immer mehr Fertigwaren herstellt und dafür um so mehr Rohund Hilfsstoffe für die Industrie bezieht, ähnlich, wenn auch vielleicht nicht mit der gleichen Deutlichkeit, widmet sich die deutsche Landwirtschaft in steigendem Maße der Erzeugung der wichtigsten Lebensmittel für den unmittelbaren menschlichen Verbrauch und bezieht, um dies zu ermöglichen, für Ackerbau und Viehzucht Rohund Silfsstoffe in höherem Maße." teilweise mit dem, was wir selbst am 3. Februar unter dem Titel " Hochschutzzoll und Krieg" gesagt haben. Diese beachtenswerten Ausführungen deden sich inhaltlich Amerika und der Handelskrieg. Die Note an Veutschlanü. Amtlich. Berlin. 13. Februar.(SB. T. B.) Sie amerikanische Note an Deutschland h a t folgenden Wortlaut: Euere Exzellenz: Ich bin von meiner Regierung beauftragt. Euerer Exzellenz fol- gende» zu übermitteln: Sie Regierung der Vereinigten Staaten ist durch die Bekannt- machung des deutschen Admiralstabes vom 4. Februar 1915 darauf aufmerksam gemacht morden, daß die Gewässer rings um Großbritannien und Irland, einschließlich des gesamten englischen Kanals, als Kriegs- gebiet anzusehen seien, daß alle in diesen Gewässern nach dem 1 8. d. SW. angetroffenen feindlichen Kauffahrteischiffe zer- stört lverden sollen, ohne daß es immer möglich sein werde, die Be- satzungen»nd die Passagiere zu retten, und daß auch neutrale S ch i f f e in diesem Kriegsgebiet Gefahr laufen, da angesichts des Miß- brauche neutraler Flaggen, der am 31. Januar von der Britischen Re- gierung angeordnet worden sein soll, und angesichts der Zufälligkeiten des Seekrieges es nicht immer vermieden tverden könne, daß die auf feindliche Schiffe berechneten Angriffe auch neutrale Schiffe träfen. Die amerikanische Regierung erachtet es daher als ihre Pflicht, die Kaiserlich Deutsche Regierung in aufrichtiger Hochschätzung und mit den freundschaftlichsten Gefühlen, aber doch ganz offen und ernstlich auf die sehr ernsten Folgen aufmerksam zu machen, die das mit der Bekanntmachung offenbar be- absichtigte Vorgehen möglicherweise herbeiführen kann. Die Amerika- nische Regierung schätzt diese möglichen Folgen mit solcher Besorgnis ein, daß sie es unter den obwaltenden Umständen als ihr Recht, ja, auch als ihre Pflicht erachtet, die Kaiserlich Deutsche Regierung zu er- suchen, vor einem tatsächlichen Vorgehen die kritische Lage zu erwägen, die in den Beziehungen der Vereinigten Staaten zu Deutschland entstehen könnte, falls die deutschen Seestreitkräfte in Befolgung der durch die Bekanntmachung des deutschen Admiralstabes angekündigten Maßnahmen irgendein Kauffahrteischiff der Vereinigten Staaten zer- st ö r t e n oder den Tod eines amerikanischen Staats- an gehörigen verursachten. Es ist selbstverständlich nicht nötig, die deutsche Regierung daran zu erinnern, daß einer kriegführenden Nation in Bezug auf neutrale Schiffe auf hoher See lediglich das Recht der Durch- s u ch u n g zusteht, es sei denn, daß eine Bloikadeerklärung ergangen ist und die Blockade effektiv aufrecht erhalten wird. Die Regierung der Vereinigten Staaten nimmt an, daß eine Blockade im vorliegenden Fall nicht beabsichtigt ist. Eine Erklärung oder Aus- ühung des Rechts, jedes Schiff anzugreifen und zu zerstören, das ein näher umschriebenes Gebiet auf offener See befährt, ohne erst fest- gestellt zu haben, ob es einer kriegführenden Nation gehört, oder ob feine Ladung Konterbande ist, wäre eine Handlungsweise, die so sehr im Widerspruch mit allen Präzedenzen der See- kriegführung steht, daß die amerikanische Regierung kaum an- nehmen kann, daß die Kaiserlich Deutsche Regierung im vorliegenden Falle sie als möglich ins Auge faßt. Der Verdacht, daß feindliche Schiffe zu Unrecht eine neutrale Flagge führen, kann nicht eine berechtigteVermutung schaffen, dahingehend, daß alle Schiffe, die ein näher umschriebenes Gebiet durchfahren, demselben Verdacht unterliegen. Gerade um solche Fragen aufzuklären, ist nach Ansicht der amerikanischen Regierung das Recht der Durchsuchung anerkannt worden. Die amerikanische Regierung hat von der Denkschrift der Kaiser- sich Deutschen Regierung, die zugleich mit der Bekanntmachung des Admiralstabes ergangen ist, eingeheich Kenntnis genommen. Sie be- nutzt diese Gelegenheit, die Kaiserlich Deutsche Regierung mit größter Hochschätzung darauf aufmerksam zu machen, daß die Regierung der Vereinigten Staaten zu einer Kritik wegen»ich: neutraler Hallung, der such nach Ansicht der Deutschen Regierung die Regierungen gewisser anderer neutraler Staaten ausgesetzt haben, keine Veranlassung ge- geben hat. Die Regierung der Vereinigten Staaten hat keinen Maß- nahmen zugestimmt oder hat es bei keiner solchen bewenden lassen, die von den andern kriegführenden Nationen im gegenwärtigen Kriege getroffen worden sind, und die auf eine Beschränkung des Handels hin« zielen. Vielmehr hat sie in allen solchen Fällen eine Haltung einge- nommen, die ihr das Recht gibt, diese Regierungen in der richtigen Weise für alle eventuellen Wirkungen auf die amerikanische Schisfahrt verantwortlich zu machen, welche durch die bestehenden Grund- sähe des Völkerrechts nicht gerechtfertigt sind. Daher erachtet sich die amerikanische Regierung im vorliegenden Falle mit gutem Gewissen, auf Grund anerkannter Prinzipien für berechtigt, die in der Note an- gedeutete Haltung einzunehmen: falls die Kommandanten deutscher Kriegsschiffe auf Grund der Annahme, daß die Flagge der Vereinigten Staaten nicht in gutem Glauben geführt werde, handeln sollten und auf hoher See ein amerikanisches Schiff oder das Leben amerikanischer Staat sangehöriger der- nichten sollten, so würde die Regierung der Ver- einigten Staaten in dieser Handlung schwerlich etwas anderes als eine unentschuldbare Verletzung neutraler Rechte erblicken können, die kaum in Ein- klang zu bringen sein würde mit den sreundschaft- lichen Beziehungen, die jetzt glücklicherweise zwischen den beiden Regierungen bestehen. Sollte eine solche beklagenswerte Situation entstehen, so würde sich die Regierung der Vereinigten Staaten, wie die Kaiserlich Deutsche Regierung wohl verstehen wird, genötigt sehen, die Kaiser- l i ch Deutsche Regierung für solche Handlungen ihrer Marine behörden streng verantwortlich zu inachen und alle Schritts zu tun, die zum Schutze amerikanischen Lebens und Eigentums und zur Sicherung des vollen Genusses der anerkannten Rechte aus hoher See für die Amerikaner erforderlich sind. In Anbetracht dieser Erwägungen, die die Regierung der Ver- einigten Staaten mit der größten Hochschätzung und in dem ernstlichen Bestreben vorbringt, irgendwelche Mßverstä rdaisse zu vermeiden, und zu verhindern, daß Umstände entstehen, die sogar einen Schatten aus den Verkehr der beiden Regierun- gen werfen könnten, spricht die amerikanische Regierung die zuver- sichtliche Hoffnung und Erwartung aus, daß die Kaiserlich Deutsche Regierung die Versicherung geben kann und will, daß amerikanische Staatsbürger und ihre Schiffe anders als im Wege der Durchsuchung durch deutsche Seestreitkräfte, selbst ig dem in der Bekanntmachung des deut- schen Admiralstabes näher bezeichneten Gebiet, nicht belästigt werden sollen. Zur Information der Kaiserlichen Regierung wird hinzugefügt, daß der Regierung Seiner Britannischen Majestät bezüglich des onge- rechtfertigten Gebrauchs der amerikanischen Flagge zum Schutze briti- scher Schiffe Vorstellungen gemacht worden sind. Ich benutze diesen Anlaß, Euere Exzellenz erneut meiner aus- gezeichneten Hochachtung zu versichern. goz. James W. Gerard. Sr. Exzellenz Herr v. Jagow. Staatssekretär des Auswärtigen Amts. Notiz deß W, l. V.; Di« von der amerikanischen Regierung erbeten« Aufklärung wird, wie wir annehmen, in demselben freundlichen Tone er- folgen, indemdieamerikanischeNotegehalteni st. deutfthe Kommentare. Der„Lokal-Anzeiger" schreibt zur amerikanischen Note: „Die Neutralen haben sich den KriegSmaßnahmen Englands unterworfen und alle Fragen und Beschwerden über ihr Verhalten mit dem Eingeständnis ihrer Machllosigkeit gegenüber der Beherrscherin der Meere beantwortet. Wir waren und sind also auf uns allein angetviesen, und wir sind gezwungen und ent- schlössen, daraus alle Konsequenzen zu ziehen. Nichts anderes, als England gegen uns seit dem November praktisch durch- führt, werden wir jetzt gegen England anivenden. England hat keine Blockade gegen die deutschen Küsten angesagt, und auch wir wollen von einer Blockade der englischen Küsten nichts wissen. Aber wir werden die englischen Gewässer als Kriegsgebiet deHandeln und diese Maßnahm« mit den modernen Mitteln de« Seekrieges durchführen, die un» zu Gebot« stehen. Dieser Schritt hat aus- gesprochenermahen den Zweck, England von seiner Zufuhr nach Möglichkeit abzusperre-n, mag diese Zufuhr nun in Lebensmitteln oder Kriegsvorrat bestehen und kommen, woher sie will. Dem Faß den Boden ausgeschlagen hat schließlich der berühmt« Geheimbesehl der britischen Admiralität, der auch noch die neutralen Flaggen der ganzen Welt der englischen Kriegführung unterordnet, die neutralen Staaten zu Vasallen Englands macht. Für die Zwangs- läge, in die wir aus diese Weise durch England geraten sind, sollte man auch in Amerika einiges Verständnis zeigen. Keine»- falls aber sollte man an all diesen Tatsachen stillschweigend vor- übergehen, als hätten sie nur für die beiden unmittelbar beteiligten Länder Interesse. Das sollte man in Washington um so weniger tun, als ja selbstverständlich auf englischer Seite mit umfassenden Abwehrmatznahmen gegen unseren Unterseebootskrieg zu rechnen ist, die auch ihrerseits wiederum die neutrale Schiffahrt mit großen Unbequemlichkeiten und Gefahren bedrohen. Warum englische Kriegsmaßnahmen befolgt oder widerspruchslos hingenommen, deutsche dagegen, obwohl sie genau den gleichen Charakter tragen. und mit aller Rücksichtnahme auf die neutralen Interessen recht- zeitig angekündigt werden, als völkerrechtswidrig abgelehnt werden. dafür fehlt uns jedes Verständnis. Eine rein krämerhafte Auf- saffung und Behandlung der geioaltigen Aktion aus dem Kontinent dürfen wir lediglich den Engländern, nicht aber dem jungen, aber stolzen amerikanischen Volke zumuten, durch dessen gewaltige Ader- gänge so unendlich viel edles deutsches Blut strömt. Jedenfalls darf man nirgendwo darauf rechnen, mit einer solchen ungleichc-n Behandlung gleicher Dinge Deutschland von den klar erkannten und fest beschlossenen Zielen seiner Kriegführung abdrängen zu können. Die deutsche Regierung wird eS an einer in ebenso freundschaftlichem Ton gehaltenen Antwort an Amerika nicht fehlen lassen und alle Aufklärungen geben, deren man in Washington noch zu benötigen scheint. Jnziwschen wird der 18. Februar heran- rücken und damit endlich die Zeit des Handelns ge- kommen sein." Die„Kreuzzcitung" bemerkt zu der Note:„Es ist selbstoer- ständlich, daß unser Unterseebootskrieg in der Entschiedenheit seiner Durchführung durch die amerikanischen Vorstellungen nicht beeinträchtigt werden kann. Wenn die Not« nicht nur für Unantastbarieit der amerikanischen Schiffe, sondern auch der amerikanischen Staatsbürger eintritt, so wird sie diesen Anspruch hoffentlich nicht aufrechterhalten für diejenigen Amerikaner, die es gegenwärtig für angebracht halten, englische Schiffe zu benutzen. Reuter meldet nämlich aus Liverpool, daß die amerikanischen Passagiere, di« auf dem englischen Cunard- dampfer„Lusitania" die Heimreise antreten wollen, bei der Cunard- gesellschaft darum einkamen, daß auf der„Lusitania" die ameri- kanisch« Flagge gesetzt werde. Wenn amerikanische Bürger selber auf diese Weise für den Mißbrauch der amerikanischen Flagge zum Schutze englischer Schiffe eintreten, kann man sich in Washing ton nicht wundern, wenn die amerikanische Flagge nicht respektiert wird." Sehr scharf ist der Kommentar der„Deutsche« Tugeszeitung". Es heißt da:„Man kann sich des Eindruckes nicht erwehren, daß die Herren Wi l s o n und B r y a n im Notenverkehr mit mexikani- schen Prätendenten und Rebellensührern sich«inen Ton an- geeignet haben, der im Verkehr mit der Regierung des Deutschen Reiches nicht angemessen ist... Alle? in allem kann man also nur wiederholen: der einzige Weg zur Erhaltung der bestehenden Beziehun- gen zwischen dem Deutschen Reich und den Bereinigten Staaten bildet eine tatsächliche amerikanische Anerkennung der deutschen Kriegsgebieterklärung und die Berück- sichtigung der in ihr ausgesprochenen Warnun g." die amerikanische Note an Englanü. London, 14. Februar. lW. T. B.) In der von den Blättern veröffentlichten Note der Washingtoner Regierung an die britische Regierung heißt eS: Der gelegentliche Gebrauch der Flagge einer neutralen oder feindlichen Macht unter dem Druck einer Verfolgung, der nach Berichten der Presse als Präzedenzfall für die Rechtfertigung de» Vorgehens der britischen Negierung benutzt zu werden scheint, erscheint der Regierung der Bereinigten Staaten sehr verschieden von der au»- drücklichen Sanktionierung durch die kriegführende Regierung, daß die Handelsschiffe innerhalb getvisser Zonen der See allgemein die Flagge einer neutralen Macht führen, in Zonen. die, wie man annimmt, von feindlichen Kriegsschiffen befahren werden sollen. Die formell« Erklärung einer solchen Politik zum Zweck de» allgemeinen Mißbrauchs der Flagge einer neutralen Macht gefährdet die Schiffe der Neu- traten, die diese Gewässer besuchen, in besonderem Maße, weil sie den Verdacht wachruft, daß die Schiffe feindlicher Nationalität sind, was für eine Flagge sie auch führen mögen. Angesichts der deutschen Erklärung würde die Regierung der Bereinigten Staaten jeden allgemeinen Gebrauch der Flagge der Vereinigten Staaten durch britische Schiffe mit großer Besorgnis betrachten. Ungarische krlegsbriese. Genosse Franz Gondör, Redakteur des ungarischen Parteiblattes „Nöpszava" berichtet vom östlichen Kriegsschauplatze: r. Zehn Tose in Ruffisch-Polen. Mitte Januar zogen wir aus dem kleinen Städtchen, in dem das Kriegspreffequartier bis setzt stationiert war. Schnell er- reichte unser Zug die deutsche Grenze. Wir durchfuhren«in kleine« Stückchen deutsches Gebiet und berührten Ratibor, Sheinersin und eine ganze Anzahl kleiner Städte und Ortschaften Deutschlands. Hier n,erkt man eigentlich gar nicht, daß Krieg ist. Die Sonne des Friede»« scheint auf die Bevölkerung, die ihrer Beschäftigung ruhig nachgeht und sich so gibt, als ob Deutschland nicht mit beinahe der ganzen Welt ,m Kriege steht- Daß Krieg ist, erkennt man nur an den vielen in Trauertteidung gehüllten Frauen. Abends lü Uhr gelangten wir in Kattowitz an, wo wir über- nachteien. Kaiiowitz ist«ine herrliche, blühende deutsche Stadt. deren bell beleuchteter, reiner Bahnhof und die peinlich /auberen und schön ausgebauten Straßen mit den eleganten Häuiern und schönen Geschäftsläden förmlich überraschen, Ein kleines Städtchen ist diese« Kattowitz, das aber wie eine Großstadt jeden Komfort i» charakieristisch deutscher Art, in intimer, feiner und solider Weise bietet. Die Schaufenster der Kaufläden sind so hell beleuchtet, wie die der Waitznerstraße in Budapest, nur die Preise find mäßiger, das Leben billiger. Der Fremde wird nicht ausgewurzelt, ist un- erhörter Weise übervorteilt, und es scheint, daß hier die Leute nicht schnell reich werden und den Krieg nicht für ihre Borteile ausnützen wollen, Wenn man so durch die rejnen, ruhigen Straßen von Kattowitz schreitet, möchte man beinahe verstehen, weshalb der Deutsche„Deutschland, Teutschland über alles" singenh in den Krieg zieht,.... » Am 15. Januar, morgen« Ü Uhr, Überschriften wir die russische Grenze und kamen in dem im �Morgennebel liegenden Sosnovic« an. In der ersten russischen Station hält ein deutscher Soldat Wache, deutsche Eisenbahnen durchmessest das Gebiet, aber da« Stqtioiisgebände selbst hat den russischen Charakter beibehalten: es ist ärmlich und schmutzig. Juden in Kastans lungern auf der Straße. Ein sehr trauriges und trostloses Bild bietet diese erste rüsstiche Ortschaft Sosnovice. Aber auch hier sieht man nicht Spure» des Krieges. Die zweite Station, in die wir einfuhren, ist Bendzin. Deutsche Soldaten stehen auf Wache, aus dem Bahnkörper stehen deutsche Eisenbahnwagen, auch einen ungarischen Wagen mit der Aufschrift Mav erblicke ich, und deutsche Trainwagen in großer Anzahl. Die ganze andere als bisher beobachtete Bauart der Häuser tälft besonders aus, dort ein« schlanke Kirche, weiter davon ein indischer Tempel, Basteien usw-, ja. das ist schon eine ander« Welt, das ist Russisch-Polen. lind es kommen andere Stationen: Dom- brvwa. Das Bahnhofsgebäude ist vollgepropft mit schmutzigen pol- nischen Juden. In den Gesichtszüge» spiegelt sich ihre Armut wieder, as ob jeder von ihnen ein Bettler wäre. Bunt ist das Treiben auf der Station. Vielseitig spiegelt sich das Elend der Bevölkerung ouf den ersten Blick in dem Auge de» Beobachters. Zu rasch ist der Uebergang von den reinen schönen deutschen Städten in das Grau des russischen Elends. Einige Kilometer von hier der Glanz wirtschaftlicher Stärke eines mächtige» Staates, hier nur Armut, Schmerz und Mist. Nach dem reinen, trauten Kattowitz mit seiner sicher auftretenden und ruhigen Bevölkerung, Tombrowa mit seinen zerfallenen armseligen Hütten und den unruhigen, ver- folgten traurig drein stierenden Kaftanjuden. Das gibt zu denken und macht den Unterschied begreiflich ztoischen den deutschen und den russischen Soldaten. Die ersten Zeichen des Krieges sieht man bei Zawierrie. Das Bahnhofsgebäude ist zerschossen und liegt in Trümmern. Aus den noch rauchenden russigen Mauern wehen österreichische und deutsche Fahnen. Von hier Weiter liegt schon alles in Trümmern. Nur einige Stationsgebäude wurden verschont. Myschkow gleicht einem Schutthausen. Die Granaten haben hier furchtbare Zerstörungen angerichtet. Nachmittags gegen 1 Uhr langten wir in Czenstochau an. In der Umgebung des Bahnhofs, der pom Kriege sehr mitgenommen wurde, standen Tausende von Arbeitern in Reihen, Eßschalen»n der Haiw haltend. Sie ivarteten auf das Mittagessen. In Czenstochau sind ausschließlich deutsche Soldaten, die diese ziemlich große, interessante russisch-polnische Stadt besetzt halten. Auf dem Bahnhof wogt«in reges, buntes Leben. Die Bevölkerung besteht zum überwiegenden Teile aus polnischen Juden. Diese laufen auf der Station umher, stehen in den Hausfluren und bieten aus den breiten und geraden Straßen ihre Waren feil. Auch in Friedenszeiten wohnen tu Czenstochau- verhältnismäßig wenig Russen! meisten« nur Beamte. Diese jedoch flüchteten vor dem siegreichen Vordringen der Deutschen. ES flüchteten auch viele Polen. In ihrer vollen Zahl scheinen nur die polnischen Juden zurückgeblieben zu sein, die in großer Not darben. Czenstochau hat ein buntes Strahenleben, Camelots laufen den ganzen Tag in den Straßen auf und ab und bieten lautschreiend deutsche und hebräische Zeitungen feil, die gierig gekauft und auf der Straß« gelesen werden. Czenstochau hat auffallend breite Straßen, die aber ziemlich schmutzig und unordentlich sind. Einige künstlerisch schöne Bauten, in einem ganz besonder« eigentümlichen interessan- ten Stile erbaut, fesseln das Aug«. Czenstochau hat auch Nachtleben. Gleich cm der Bahnstation finden wir ein Cafehaus, das zugleich auch Restauration ist. Hier wird alles verkauft, hier kann man alles haben. Die Einrichtung ist farbenprächtig gehalten. Be- quem« Nischen, Tische und Sessel stehen dicht aneinandergereiht. Die Glaswände sind mit Bildern und Spiegeln reich beladen. Neben ganz primitiven Stilleben Heiligenbilder, schwimmende Schwäne, geflügelte Engel, Amoretten, kleine küssende Kinder. Landschaften reihen sich im bizarren Durcheinander. Kein Zu. sammenhang und kein Geschmack und trotzdem nimmt es den Menschen gefangen. Neben jedem Tisch steht«in« Palm«, Ein tlebnns Palmenhain, hex hei elektrischer Beleuchtung dem Czenstochauer Unterhaltungsort ein malerisches Gepräge verleiht. Müde, bleiche polnische Kellner, die noch vor einigen Monaten auf russisches Kommando Speisen und Getränke kredenzten, be- dienen die deutschen Soldaten. In Czenstochau besichtigt« ich die allerorts berühmt«„Schwarze Madonna. Da« Kloster mit seiner schönen Kirche ist geräumig. liegt aus einem weiten Platze und bat viele wertvolle Kunst- schätze, Gold- und Silbergegenstände, Glitzernde Edelsteine zieren die Wände und Säulen. Lauter Spenden bußetuender Polen, die von weit und breit hierherziehen. In einer der düsteren Kapellen befindet sich das Madonnenbtld mit dem schwarzen Antlitz, rund- herum glänzen Gold und Edelsteine. Ein unendlicher Reichtum ist hier aufgestapelt und bildet den Stolz der Polen. In der Kirche war eben Gottesdienst. Weißköpfige, kleine Greise trippelten zu den Betschemeln und«in sehr alter polnischer Geistlicher flüsterte die Gebete unter den emporragenden großen Kerzen. In stiller Andacht kniete die ganze Versammlung gläubi- ger Christen in dem Halbdunkel des Kirchenschiffes. Polnische Bauern, Stadtleute und Kinder knieten vor dem Madonnenbild und beteten für den Frieden. Arme Polen! Von der Madonna verlangen sie den Frieden, den der Zar nicht haben will.... -1° AI« wir Czenstochau verließen, kamen wir nach Klomnice. Das Stationsgebäude ist fast vollständig in Trümmer gelegt. In langen Reihen steht hier der Train der österreichisch-ungarischcn Truppen. Bauernwagen kommen an und fahren weiter, ein elvjges Hin und Her, fortwährende Bewegung und kein rechter Stillstand. Jetzt fahrt ein langer Zug in vi« Station ein. Ein Soldatenzug. Es sind lauter Ungarn. Ich frug sie natürlich wo- her und wohin des Weges. Alle antworteten fast zu gleicher Zeit: „In die Schwarmlinie!"„In den Kampf gegen die Russen!" Sie sagten das einfach, unvermittelt, als ob e« die selbst- verständlich!te Sache von der Welt wäre, in die„Schwarmlinie zu gehen. Ruhig und gelassen redeten sie von dem„Jn-die-Feuer- linie-gehen", wie von etwas nebensächlichem, von einer Werktags- anaelegenheit. Und in der fröhlichsten Laune zogen sie weiter, nicht, als ob sie morgen schon in der Feuerlinie und m Lebens- gefahr stehen müßten. Brave Soldaten! Auch wir zogen weiter. Langsam im Schneckentempo rollt der Zug. Es wird Abend. Der Zug ist nicht beleuchtet. So geht es einige Stunden in die Finsternis hinein. Da plötzlich wird es taghell um uns. Der Sonne gleich beleuchten mächtige Reslektocen die Gegend, wo Hunderte Arbeiter fleißig schafften. Riesig große Pfähle wurden gehoben und mittelst schwerer Hämmer in die Erde gerammt. Vor uns rauschte unruhig ein Fluß: die Warthal Die Warthabrücke wurde von den laufenden Russen in die Luft ge- sprengt und nun wird der Schaden wieder gut gemacht. Die Brücke war schon so weit wieder in Stand gesetzt, daß unser Zug langsam und vorsichtig hinüber fahren konnte. Die Brücke batte fei» Seitengeländer. ES war, als führen wir über ein freischweben- de« Schienenpaar und, als ob wir jede Minute in die Wartha stürze» sollte». Franz Gondör. (Jine solche Politik würde, wenn die Erklärung des deutschen Marineamt- in Kraft gesetzt wird, den britischen Schiffen keinen Schutz gewähren, wohl aber die Schiff« und das Leben amerikani- scher Bürger ernstlich und dauernd bedrohen. Die Regierung der Vereinigten Staaten erivartet deshalb, daß die britische Regierung alles tun wird, was in ihrer Macht liegt, um die Schiffe britischer Rationalität von dem fälschlichen Gebrauch der Flagge der Vereinigten Staaten in der Zone, von der die deutsche Er» llärung spricht, abzuhalten, denn eine solche Praxis würde die Schiffe der befreundeten Macht beim Befahren dieser Gewässer sehr gefährden und der britischen Regierung sogar in gewissem Maße hie Verantwortung für den Verlust anameri- konischem Leben und Schiffen im Falle eines Angriffs durch feindliche Seestreitkräfte aufbürden. /taf eine Mine geraten. London, ls. Februar. sW. T. B.) Der F r a ch t e n d a m p f e r ,.T o r q u a y" wurde gestern in sinkendem Zu st and nach Scarborough geschleppt. Der Dampfer fuhr wahrscheinlich auf eine Mine. vom österreichisch-rMschen Kriegsschauplatz. Mißbrauch üer österreichischen Uniform. Wien, 14. Februar.(W. T. B.) Das Armeeober- kommando gibt bekannt: Es hat sich schon öfter der Fall ereignet, daß russische Soldaten und selbst ganze Patrouillen sich der österreichisch-ungarischen Uniform bedienten, um kleinere Abteilungen zu über- fallen. Da dies in den letzten Monaten, namentlich vor P r z e m y s l, wiederholt vorgekommen ist und diese Völker» rechtswidrige und verächtliche Kriegslist in den Reihen des Feindes augenscheinlich beliebt zu werden begann, wurde es nötig, bekanntzumachen, daß jeder russische Soldat und Offi- zier, der in solch schmählicher Weise im Kampfe sich der Per- kleidung bedient, standrechtlich an Ort und Stelle b e h a n d e l t w i r d. In den jetzigen Kämpfen in den Kar- p a t h e n hat sich nun ereignet, daß ein ganzes russi- sches Bataillon in österreichisch-ungarischen Uniformen zum Angriff vorgegangen ist. Das Bataillon wurde zer- sprengt und größtenteils gefangen genommen. Angesichts dieser Tatsache muß öffentlich erklärt werden, daß selbst die größte Anzahl solch verkleideter Feinde, die uns in die Hände fallen, die sofortige st andrechtlicheBehandlung aller auch in Zukunft nicht hindern wird. Gefangennahme eines rustlschen Stabes. Budapest, 13. Februar.(SB. T. B.) A z E st meldet aus Bist ritz: Unsere Truppen sind in Radautz eingezogen. Ter Einzug geschah so schnell und überraschend, daß der dort sich aufhaltende russische General st ab keine Zeit hatte, zu flüchten und mit dem gesamten Bureau in Ge- fangenschaft geriet. Der kommandierende General verübte Selb st mar d. die Kämpfe in üer Bukowina. Mailand, den 14. Februar.(T. U.) Der„Corriere della Sera" meldet aus Bukarest: Nach Meldungen von der bukowinischen Grenze befestigen die Russen Czernowitz. Zwei Regimenter Infanterie und eine Batterie Artillerie sind dorthin zurückgekehrt. Die Russen scheinen zum äußersten Widerstande entschlossen zu fein. Die österreichischen Vorposten stehen am Sereth, man er- wartet dort das Eintreffen der Hauptmacht des Heeres. Die Russen befetzten das Zollamt Tzureni an der rumänischen Grenz«. Räumung von Gzernowitz. Wien, 14. Februar.(SB. T. B.) Abgeordnete auS der Buko- wina erhielten die Nachricht, daß die Nüsse» Czernowitz«eräumt haben. Der Kriegskorrespondent der«Neuen Freien Presse" meldet aus dem Kriegspressequartier, daß die anfänglich abwartende oder gar interesselose Haltung der russisch-polnischen Bevölkerung gegenüber den L e g t o n« n nach einer Mitteilung des Oberstleut- nants S i k o r S k y von der Legion nunmehr umgeschlagen sei, und daß sich immer mehr russisch« Polen d«r Legion anschlössen. Wichtig sei, daß der Umschwung der Stimmung von Warschau ausgehe. Ein östlich des Uszoker Passes kämpfender Stabsoffizier schreibt dem Kriegskorrespondenten der„Neuen Freien Presse' vom 7. Februar: Diese zwei Tage waren schauderhast, aber doch wunder, schon. Wenn es so weitergeht, wird die Prophezeiung, daß die russisch-österreichisch-ungarische Auseinandersetzung Mstte Mai im großen beendet sein werde, recht behalten. der türkische Krieg. Gine türkifche Melüung vom ägpptifchen Kriegsschauplatz. Konstantinopel, 14. Februar.(W. T. B.) Der Korrespondent der..A g e nc» T« l e g r a p h j q u« Milkt' auf dem äg p ti- sch-n Kriegsschauplätze telegraphiert: Der erste von türkischen Gruppen über den Kanal durchgeführte Rekognoszierungs- marsch hat beim Feinde augenscheinlich Panik Herporgerufen, da sich kein einziger englischer Soldat mehr in unmittelbarer Nabe des .Kanals aufhalt, geschweige denn dt« Ueberschreitung desselben versucht. Slachts hört man vom Westufer des Kanal» Gewehr- und Maschinengewehrfeuer. Tie Engländer, die noch unter dem Eindruck des ersten überraschendeii Ueberfalls stehen, gkauben überall Feinde zu sehen und schießen selbst auf Schatten. Die Dorfbewohner in der Umgebung des Kanals beten. Gott möge dem Sultan Mehmcd den Sieg verleihen. Bei den osmani- scheu Truppen herrscht unbeschreibliche Freude und Begeisterung. Der Jntendanturdienst ist bewundern? iv er t. von üer kaukasischen§ront. Konftantinopel. 14. Februar.(W. T. B.> Zuverlässige Mel° düngen aus E r z e r u m melden von der kaukasischen Front, daß der Feind fieberhaft mit der Befestigung der Laufgräben, die er angelegt hat. beschäftigt ist. Sine rufsische Patrouille, die am 9. Februar von den türkischen Vorposten gefangen genommen war- den sei, habe zuerst um Brot gebeten und dann darum, nicht mehr zur russischen Armee zurückkehren zu müssen. Moral und Gesund- heitszustand der türkischen Truppen seien sehr befriedigend. Der Vcrpflegungs- und Jntendanturdienst wickele sich in einer alles Lob verdienenden Weise ab. Konftantinopel, 14. Februar. sW. T. B.) Amtlich. Der von den R u s s e n in Trapezunt versenkte amerikanisch« Dampfer.W ashingtou" war auch Lazarettschiff. Di« von den Russen seit Beginn der Feindseligkeiten gezeigte Wildheit beweist ihre Unfähigkeit,«inen Platz unter den zivilisierten Völkern zu behaupten, wie auch die oben gekennzeichnete Barbarei ihnen die Verachtung der ganzen Welt zuziehen wird. Abreise ües griechischen Gesanüten aus Konstantinopel. Konftantinopel, 14. Februar.(W. T. B.) Der g r i e- chifche Gesandte Panas ist aus Konftantinopel a b g e r e i st. Der Sekretär und das Personal der Gesandt- schaft verbleiben in der Stadt. Die englischen Arbeiter gegen üie Teuerung. London, 14. Februar.(W. T. B.) In London. Leicester, Birmingham, Liverpool, Portsinouth, Cardiff, Bradford und anderen Orten fanden gestern Versammlungen von Gewerkschaften, Genossenschaften, sozialistischen und Frauenvereinen statt, um gegen die Teuerung der Lebensmittel und der Steinkohlen zu prote- stieren und dagegen, daß die Regierung nicht eingreift. Die von den Versaminlungen angenommenen Resolutionen for- dern das Unterhaus auf, von der Regierung bestimmte Vor- schlage zu verlangen, um eine Herabsetzung der Preise für die notwendigsten Lebensbedürfnisse zu erzielen, die für die Ar- beiterklassen Englands und Schottlands unerträglich geworden sind. Nach einem in Liverpool auS N e w F o r k eingetroffenen Bericht ist Brot dort bereits doppelt so teuer als in England. Erklärungen ües rusiischen Zinanzministers. Paris, 14. Februar.(W. T. B.) Der russische Finanz- m i n i st e r Bark hat dem„M a t i n" erklärt, die Deutschen täuschten sich, wenn sie meinten, daß der Krieg mit der militärischen Aktion beendigt sein würde. Rußland treffe vielmehr schon jetzt alle Maßregeln, um den wirtschaftlichen Kampf gegen Deutschland erbarmungslos fortzusetzen. Rußlands französische Verbün- dete würden künftig die Deutschen auf den russischen Märkten ersetzen, die Franzosen müßten die Bedürfnisse, Gewohn- heiten und kaufmännischen Gebräuche Rußlands an Ort und Stelle studieren, würden dann aber auch sicherlich jeden Schutz und jede gewünschte Hilfe finden. Dem«Echo de Paris" hat Bork erklärt, daß die von russischen Banken beim Ausbruch des Krieges bei franzö- fischen Banken eingegangenen Verbindlichkeiten fünfhundert Millionen Frank betrügen: dieser Betrag werde gemäß einem Abkommen der russischen Regierung mit der Banque de France von dieser an die französischen Banken ausgezahlt werden. Rus üem russischen Reichsrat. Petersburg, 13. Februar.(W. T. B.) In der Schluß- fitzung des Reich srats hob der Redner der Rechten G u r k o hervor, daß angesichts der großen Weltereignisse alle politischen Elemente in Rußland sich in dem Gedanken des einheitlichen großen russischen Staates pevcinigt hätten. Er sprach die Hoffnung aus, daß der gegenwärtige Krieg die jahrhundertalten Z w t st i g- leiten zwischen dem russischen und dem polnischen Volke endgültig verschwinden lassen werde. Zum Schlüsse seiner Rede sagte Gurko: Mr hoffen auch, in Konstan« t i n o p e l festen Fuß zu fassen, denn der Besitz dieser Stadt kann allein unser« wirklich« V-retnigung mit den Südslawen herbei. führen und den Einfluß des Germanismus zerstören, der jetzt bei einzelnen Teilen dieser Slawen herrscht. Wir hoffen die» um so mehr, als da» ständige Hindernis dieser Bereinigung, insbesondere der Widerstand derjenigen Staaten, die wir heute al» unsere Ver- bündeten schätzen, beseitigt ist, Fürst Galhtzin sagte: Jeder Augenblick, den wir jetzt er- leben, schafft Jahrhunderte russischer Zukunft. Es darf uns nicht verwirren, daß wir innerhalb der Grenzen unseres eigenen Landes kämpfen; denn das Schlachtfeld, auf dem wir dereinst dt« Tartaren zerschmetterten, war gleichfalls da. Wir haben im Innern des Landes gesät und werden jenseits der Grenzen ernten. Der Präsident des Staatsrates G o l u b e f f erklärte, der gegen- wärttge.Kampf festige die Macht Rußlands, dessen Bürger alle zu jedem Opfer bereit seien. DaS Land mache ungeheure Anstren- gunge», aber ebenso groß würden die Ergebnisse sein, die Rußland ein friedlickres Gedeihen, frei von allen fremden Einflüssen, sichern Würden. Der Staatssekretär verlas sodann den Ukas, durch welchen der Reichsrat bis spätestens November 1915 vertagt wird, es sei denn, daß außerordentlich« Ereignisse eintreten. Die Kohlenkrise in Italien. Turin, 13. Februar.(SB. T- B.)«Sole" schreibt: Der gestrige Mini st errat hat sich mit der Kohlenkrise beschäf- t i g t, und der Handelsminister hat sie als weit schlimmer denn die Weizenkrise bezeichnet. Deutschland habe bisher ungeheure Mengen Kohle geliefert, aber da diese weniger Heizkraft hätte, so sei sie nur für einzelne Industrien verwendbar. Die Hauptursache der Kohlennot seien die auf das dreifache gestiegenen Schiffahrts- frachten. Ein neues russisches Parteiorgan in Paris. «n Stelle des vor mehreren Wochen auf Veranlassung von Petersburg geschlossenen sozialdemokratischen Tageblattes„Golos" erscheint nun in Paris ein neues sozialdemokratisches Tageblatt „Nasche S l o w o"(Unser Wort), Im Leitartikel der ersten Nummer dieses Blattes(vom 29, Januar) gibt die Redaltion der Meinung Ausdruck, daß die Propaganda des Friedens an Umfang zunehme, Als seine Slufgabe, an der es unermüdlich arbeite» werde, bezeichnet das Blatt unserer russischen Genossen die Förderung des internationalen Zusammenschlusses der vor- geschrittenen sozialistischen Elemente aller Länder und die Ver- wirklichung der Aufgaben, die die Resolution de» Stuttgarter inter- nationalen Kongresses von 1907 den Sozialisten aller Länder auf- erlegt hat. Der Kamps unserer lettischen Genossen. Wir haben mehrfach berichtet, daß die Sozialdemokratie Lett- landS feit Beginn des Krieges einen konsequenten Kampf gegen den Krieg eingeleitet und keinen Augenblick daran gedacht hat, ihren Kampf gegen den Zarismus und die herrschenden Parteien einzustellen. Daß sie wegen dieser«unpatriotischen" Haltung von der lettischen Bourgeoisie mit den ärgsten Schmähungen bedacht wurde, versteht sich von selbst. Denn die Wortführer der lettischen Bourgeoisie hofften— abgesehen von allem anderen— aus der zurzeit eingetretenen feindlichen Stimmung der Regierung gegen- über dem bisher allmächtigen deutsch-baltischen Junkertum und feiner städtischen Gefolgschaft die größten politischen und Wirt- schaftlichen Vorteile für die lettische Bourgeoisie in Stadt und Land zu ziehen. Deshalb schrecken sie in ihrem„patriotischen" Kampf gegen die Sozialdemokratie auch vor den verwerflichsten Mitteln nicht zurück. Eine Probe möge dies bestätigen. Die in Riga er- scheinende lettische Zeitung„Dsimtenes Wehstnesi s", das Hauptorgan der lettischen Liberalen, schrieb vor einigen Wochen: „Außer den äußeren Feinden gibt es noch innere, die ins- geheim und unehrenhaft kämpfen. So kämpfen in unserer Hei- mat die mit deutschem Gelde bestochenen feindlichen Agenten und Volksverräter— bei uns nennen sie sich in der Regel Sozialdemokraten— im geheimen und voll Falschheit gegen das Vaterland und betrügen das einfache Volk... Die Sozialdemokraten fordern in ihren Flugblättern auf, nicht mit unseren Feinden, sondern mit unserer Regierung zu kämpfe»! Wie beschränkt und verbrecherisch ist doch diese Lehre! Die deutschenSozialdemokratenkämpfenjetztHand in Hand mit ihrer Regierung auf Leben und Tod für ihr Vaterland, während unsere„Roten"— diese deutschen Agenten— uns lehren, das Vaterland zu ver- raten! Es ist höchste Zeit, diese Eiterbeule aus dem gesunden Körper des Volkes herauszuschneiden!.... Unsere Pflicht ist cS, diese Leute der Regie- rung auszuliefern, damit wir nicht der Teil- nähme an ihrem Werk der Zerstörung unseres Vaterlandes angeklagt werden." Dieser Wutschrei der lettischen Bourgeoisie ist für die durch den Krieg in Ruhland heraufbeschworenen Verhältnisse so bezeich- nend, daß sich ein näheres Eingehen auf die schwierige taktische Lage unserer lettischen— wie überhaupt unserer ruffischen—> Genossen wohl erübrigt. politische Uebersicht. Weitere Bundesratsverordnunge«. Die„Voss. Ztg." will von zuständiger Seite erfahren haben, daß in allernächster Zeit eine Verordnung erlassen wird, durch die die übermäßige P r e i s st e i g e r u n g auf dem Schweinemarkt verhindert werden soll. Ebenso sei eine Bundesratsverordnung bald zu erwarten, die, den An- kündigungen des preußischen Handelsministers in der Budget- kommission des Abgeordnetenhauses entsprechend, eine starke Produktionseinschränkung für sämtliche deutschenBrauereien bestimmt. „Verfehlte Fraktionspolitik". Genosse Haenisch ersucht uns um Aufnahme folgender Erklärung: In semer Sonntagnummer weist der„Vorwärts" sehr beut» lich darauf hin, daß er m i ch für den Verfasser de» im„Hamburger Echo" erschienenen Artikels„Verfehlte Fraktionspolitik" hält. Diese Annahme des„Vorwärts" ist unrichtig. Wenn ich es für not- wendig halten sollte, etwas über die Politik der Landtagsfraktion zu schreiben, so würde ich das ganz selbstverständlich weder pseudo- nym noch anonym, sondern nur mit voller Namens» Unterschrift tun. Uebrigens kann ich versichern, daß auch kein anderes Mitglied der in der Landtagsfraktion unterlegenen Minderheit den Artikel im„Hamburger Echo" verfaßt hat. In der Sache selbst bin ich allerdings— daraus mache ich durchaus keinen Hehl— mit der Auffassui� des im„Echo" zum Worte gekommenen Kritikers im wesentlichen einver- st a n d e n, natürlich ohne mich auf jede seiner Wendungen festzu- legen. Mit dem Kritiker bin ich der Meinung, daß zur Austragung der innerpolitischen Gegensätze jetzt die denkbar ungeeignetste Zeit ist, und ich stimme ihm auch weiter darin zu, daß man der Sache des Friedens, die uns allen in gleicher Weise am Herzen liegt, keinen schlechteren Dienst leisten kann, als durch Friede nslund- gedungen, die man zum falschen Zettpunkt und am falschen Orte veranstaltet. Beispiele beweisen. Konrad Haenisch. Wir möchten zu dieser Erklärung nur zweierlei bemerken: Wenn danach auch kein Mitglied der preußischen Landtags- fraktion selbst den Artikel im„Hamburger Echo" verfaßt hat, so konnte dieser doch nur auf Grund ziemlich eingehender Informationen über die Vorgänge in den vertraulichen Frak- tionsberatungen verfaßt werden. Wir halten eine solche Bei- Hilfe für ziemlich gleichwertig mit der Abfassung selbst. Sodann konstatieren wir, daß Genosse Haenisch sich auf denselben sachlichen Standpunkt stellt wie der Ver- fasser des Artikels. Die Kritik dieses Standpunkts haben wir bereits gestern gegeben. Kämpfe in Tripolis. Rom, 14. Februar.(W. T. B.) Nichtamtlich. General T a f s o n t, der Gouverneur von Tripolitanie», tele- graphiert: Um die provokatorische Haltung der im Süden der Shote zusammengezogenen Aufständischen zu strafen, erhielt Major Maussier die Ermächtigung, gegen das Redellenlager Gaduria, etwa eine Stunde von Kasr bu hadi, das über ungefähr 600 Bewaffnete verfügt«, vorzugehen. Seine aus Italienern und Libyern zusammen- gesetzte Kolonne griff das feindliche Lager an, steckte es in Brand, und warf die Aufständischen zurück. Diese erhielten nach und nach Verstärkungen, so daß sie sich schließlich in Gruppen über eine sehr weit« Front verteilten und unsere Kolonne in einen neuen Kampf verwickelten, in dem der Feind vollständig ge- schlagen wurde, so daß er auch die neue Stellung aufgeben mußte. Unser« Kolonne konnte Kasr bur hadi erreichen, wo sie die Nacht zu- brachte. Die feindlichen Verluste sind ungeheuer, unsere betragen an Toten 20 Weiße und 4 Eingeborene, an Ver- mundeten 4 Offiziere, 64 Weiße und IL Eingeborene. Alle Ver- wundungen sind leichter Natur. Die Haltung von Offizieren und Truppen war bei Italienern und Eingeborenen bewundernswert. Die Wirre« in Mexiko. Washington, 14. Februar.(Meldung des Reuterschen Bureaus.) Amtliche Berichte aus M e x t k o besagen. Z a p a t a habe die Waffer- werke von Mexiko zerstört. Mangel an Lebensmitteln stehe bevor. Earranzas Anhänger hätten am Donnerstag Monclava besetzt. Die Streitkräfte AillaS hätten Guadalajara eingenommen. Ein neues Attentat in Indien. Amsterdam, 14. Februar.(PrivattelegrammdeS „B o r w ä r t s".) Einem Telegramm des„Daily Telegraph" aus Kalkutta zufolge wurde am Mittwochabend in Delhi in dem Moment, als die Mitglieder des Delhiklubs diesen verließen, auf ein abfahrendes Automobil eine Bombe geschleudert, die niit Kanonenpulver gefüllt war. Verletzt wurde niemand. Trotzdem das Attentat im Zen- trum der Stadt verübt worden war, ist der Täter e n t- kommen. Das Attentat fällt zusammen mit dem bereits gemeldeten Urteil des Appellgerichts in dem Ver- schwörerprozeß von Delhi, wodurch drei Todesurteile bc- stätigt wurden. Aus Groß- Berlin. Lauft nicht gleich zum Kadi. " mit einen überaus billigen Ersak fire das teure Fleisch zu Grabe eingedämmt sein, so ist es doch nicht minder eine Pflicht bieten. Die Stadt Paris hat nach den Zeitungsnach aller Erwerbstätigen, die Abonnentenzahl ihres Blattes zu ver richten für den Fall der Not und der Belagerung allein mehren. Denjenigen, die auf den Vorwärts" bisher noch nicht 600 000 Zentner Klippfische für ihre Bevölkerung getauft. abonniert haben, wird derselbe eine Woche lang gratis zur Probe Die Klippfische bilden nach dem Gutachten des Deutschen zugestellt werden. Nach Ablauf dieser Zeit werden unsere GeBiederholt ist an dieser Stelle in Friedenszeiten darauf Seefischerei- Vereins, und verschiedener anderer Autoritäten noffen die Empfänger um Aufnahme der event. Bestellung des ' hingewiesen worden, wieviel wieviel heilloser Aerger, wieviel ein vorzügliches Volfsnahrungsmittel, welches trop feiner Blattes aufsuchen. Bitternis und oft Todfeindschaft entsteht, wenn infolge wider- Billigkeit von großem Nährwert ist. Nach sachverständigem Der Vorwärts" erscheint täglich( auch Montags). In seinem licher Klatschereien und Schimpfereien der Weg zum Kadi an- Urteil hat ein Pfund getrockneten Klippfisches den Nährwert politischen Teil behandelt er alle wichtigen Tages- und Zeitfragen bon 3 Pfund Fleisch. Klippfische sind get rodnete See fozialer und politischer Natur vom Standpunkt der sozialistischen Hütet eure Klatschzunge! Das mußte der Unzahl weibfische, die vor dem Genug 36 Stunden einzu- Weltanschauung aus, soweit dies unter den gegenwärtigen lini licher und männlicher Klatschbasen schon immer zugerufen weichen sind, wodurch sie 80 Pro 3. an Gewicht geständen möglich ist. Die lokalen Vorkommnisse der Reichshauptwerden. Es ist einfach unheimlich, was jahraus jahrein die winnen. stadt und ihrer Vororte finden eingehende Berücksichtigung. gétreten wird. Beleidigungsabteilungen der Schöffengerichte nur mit der- Es mag noch besonders darauf hingewiesen werden, daß Ein reichhaltiges, gut ausgestattetes Feuilleton sowie die artigen Klagen, die in mindestens neunzig von hundert Fällen es sich empfiehlt, den Klippfisch nicht zu lange fochen zu lassen, illustrierte Sonntagsbeilage Die neue Welt" tragen dem um Bagatellen angezettelt werden, zu tun haben. Unheimlich da er sonst hart wird; um ihm den spezifischen Seefischgeruch unterhaltungsbedürfnis und der Belehrung in reichem Maße und abstoßend ist es aber auch, als Schöffe oder als zu nehmen, fügt man dem Kochwasser ein Stück Holzkohle, Rechnung. " " Zuhörer zu erleben, welcher Unrat wegen anfänglicher Pottasche oder heile Senfförner hinzu. Der Vorwärts" pflegt eine schnelle wahrheitsgetreue BerichtKleinigkeiten hier aufgewühlt wird, wie Kläger und Beklagter, Der Verkauf beginnt heute, am Montag, den erstattung von den Ereignissen auf dem Kriegsschauplas ohne jeder sich im Recht glaubend, ihr Leben gegenseitig nach An- 15. d. Mts., in den Markthallen und in Stadtgeschäften. Die Sensationsmache unter ruhiger, sachlicher Würdigung der griffsstoff durchstöbern und sich vor Gericht oft stundenlang als Verkaufsstellen sind durch Plakate kenntlich gemacht. Tatsachen. wütende Stampfhähne gegenüberstehen, bis ein Vergleich zu- Kochrezepte werden beim Verkauf an das Publikum abstande kommt oder das lockere Mundwerk mit einer Geldstrafe gegeben. gestopft werden muß. Der Verkaufspreis beträgt 40 Pfennige pro Als der Krieg fam, erscholl es bald von zahlreichen Pfund. Seiten: Zerzaust euch nicht den eigenen Pelz! Laßt den gerichtlichen Kleinfrieg um häuslichen Klatsch, um blöde Schimpfereien und andere Nichtigkeiten verstummen! Im Ringen der Völker hat man wahrhaftig an Wichtigeres zu denken. Vermehrung der Kartoffel- Verkaufsstellen in den städtischen Markthallen. Der Abonnementspreis des Vorwärts" beträgt wöchent lich 25 Pfennig, monatlich 1,10 Mark. Feuer bei der Panzer- Aktiengesellschaft. Gestern morgen gegen 6 Uhr wurde die Feuerwehr nach der Badstr. 59 gerufen, wo in einem massiven, langgestreckten einstödi= gen Schuppen der Panzer- Aftiengesellschaft ein größeres Feuer ausgebrochen war. Als die Löschzüge 21 und 24 eintrafen, stand der mittlere Teil des Schuppens schon vollständig in Flammen, mes. halb sofort mit zwei Schlauchleitungen Wasser gegeben werden mußte. Die Hiheentwickelung war überaus start und bald stürzte die Eisenkonstruktion des Daches in sich zusammen. Den Bemühungen der Löschmannschaften gelang es aber, einen Teil des Schuppens zu halten. Der Schaden ist immerhin sehr beträchtlich, da mehr als ein Dugend Geldschränke, die in dem Schuppen stonden, mehr oder weniger stark beschädigt worden sind. Außerdem sind eine Anzahl Regale, Kisten und Malerutensilien ein Raub der Flammen geworden. Die Ursache des Feuers fonnte nicht ermittelt werden. Die Feuerwehr hatte über zwei Stunden auf der Brandstelle zu tun. Durch die Explosion eines Spirituskochers hat am Sonnabend abend die acht Jahre alte Tochter Dora der Arbeiterin Wolter, Auguststr. 50 in Nomawes, erhebliche Brandwunden davongetragen. Das Kind wollte in Abwesenheit der Mutter auf dem Rochee Fisse braten, hierbei explodierte der Kocher und setzte die Aleider des Mädchens in Brand. Am ganzen Körper brennend lief die Kleine auf die Straße, wo es sofort hinzueilenden Personen gelang, die Flammen zu erstiden. Immerhin hatte das Mädchen bereits jo schwere Brandovunden erlitten, daß es nach dem Oberlin- Kreisfrankenhause gebracht werden mußte. Wie uns der Bertiner Magistrat mitteilt, werden die BerDa tam auch die Strafrechtspflege der Beleidigungsabteilungen taufsstellen für Startoffeln in den städtischen Markthallen auf seine ins Schwanken und Wanken. Die Richter gingen, weil dieser Anordnung erheblich vermehrt. Dabei ist aber bestimmt, daß an persönliche Hader um Lappalien so gar nicht in unsere schwere den einzelnen Käufer nicht mehr als 20 Pfund auf einmal abZeit hineinpaßt, zum Teil höllisch scharf vor und verurteilten, gegeben werden dürfen. Der Magistrat hat auf Grund eines lleberwo widerflage erhoben war, beide Parteien, wenn es nicht einkommens mit der Großen Berliner Straßenbahn Einrichtungen gelang, die Kläger zur Zurücknahme der Klage zu bewegen. getroffen, daß die Kartoffeln auf der Straßenbahn von den auf den Gütern gelegenen Mieten täglich in größeren Mengen in die MarktOder die Unversöhnlichsten mußten, wie wir das ja erſt fürz hallen transportiert werden. Bei den Kartoffelanfäufen der Stadt lich an einem Schulfall in einem Herrschaftsstreit mit Dienst- war von vornherein damit gerechnet worden, daß während der boten flargelegt haben, mit Moralpredigten windelweich Kälteperioden der Monate Januar und Februar eine gewisse Kar gemacht werden, bis sie das nötige Verständnis für Zeit und toffelknappheit in Berlin eintreten werde. Um dieser zu begegnen, Sache fanden. war ein großes Quantum in Berliner Kellern gelagert, das naturTrogalledem hat die Hochflut der Beleidigungsflagen, wie gemäß einer sehr sorgfältigen Behandlung bedurfte, umt die Ware aus richterlichen Kreisen bekannt wird, noch immer nicht nach- bor Verderben zu schüßen. Mehrere hundert Frauen waren mit dem täglichen Verlesen der Kartoffeln beauftragt, um die weniger gelassen. Es ist dem beteiligten Publikum schwer flarzumachen, haltbaren Früchte auszulesen und die Anstedung der übrigen zu daß eine öde Schimpferei, wie sie nun mal zu den Alltäglichkeiten verhindern. Die ausgelesenen, weniger haltbaren Kartoffeln des Lebens zu gehören scheint, die persönliche Ehre desjenigen, wurden auf die städtischen Güter gebracht, wo sie in der Vichhal der den Ehrbegriff von der richtigen Seite betrachtet, wirklich tung und den Fabrikbetrieben Verwendung fanden. Die Vorsorge nicht anzutasten vermag und daß es in der Regel das beste des Magiftrats hatte sich als richtig erwiesen und es wurde ihm ist, dem Schimpfhelden verächtlich den Rücken zu kehren, an- möglich, dem plößlich eintretenden Mangel, zu dessen Verschärfung statt womöglich in dieselbe Kerbe zu hauen und dann vor Ge- allerdings auch noch andere Ursachen beitrugen, durch Abgaben aus Dabei hatte die richt feststellen zu lassen, wer am meisten geschimpft hat. den städtischen Lagerkellern entgegenzuwirken. Anders freilich ist die Frage auch in der Jektzeit zu be- Stadt nicht nur für die menschliche Ernährung Sorge zu tragen, sondern es mußten auch bei der Futterknappheit Kartoffeln an handeln, wenn von Lästermäulern wirklich ehrenrührige Dinge einzelne Pferdehalter abgegeben werden, um deren Betrieb aufberbreitet werden. Da ist es dem Betroffenen, dessen guter rechtzuerhalten. Auch die Speiseanstalten des Roten Kreuzes Aleine Nachrichten. Die unter dem Verdacht des Gattenmordes Ruf vielleicht seinen ganzen Reichtum ausmacht, nachzufühlen, mußten versorgt werden. Bei diesem großen Andrang waren die berhaftete Frau Zeidler in Wilmersdorf. Wilhelmsaue 7, ist, nad daß er nicht auf die Reinigung seines in den Schmuß ge- auf zirka 200 000 Zentner bemessenen Vorräte in Berlin selbst bald dem eine umfangreiche Zeugenvernehmung stattgefunden hat, ous tretenen Rufes verzichtet. Leute, die so frivol mit der Ehre erschöpft. Die inzwischen eingetretene mildere Witterung macht es der Untersuchungshaft entlassen worden. Die Zeiche eines sechzig des Nächsten umspringen, fönnen sogar auch jetzt zur Ab- aber möglich, wenigstens in den wärmeren Stunden des Tages Jahre alten Mannes wurde vorgestern morgen in Pankow in der Die Leiche wurde hedie Kartoffelmieten auf den Gütern zu öffnen und die Berliner Nähe der Hoffnungskirche aufgefunden. Beim Rodeln schreckung nicht scharf genug angefaßt werden. Vorräte zu ergänzen. Naturgemäß handelt es sich aber bei der schlagnahmt und nach dem Schauhause gebracht. Die gegenwärtig übliche Gerichtspraris hat indes auch eine Vorsorge der Stadt immer nur um eine Hilfsaktion und es kann in den Müggelbergen verunglüdte die 7jährige Tochter des HausKehrseite. Zunächst können solche Elemente, die ihr Mundwerk unmöglich von ihr erwartet werden, daß sie den ganzen Berliner befizers Buchholz Böhmische Straße 15 zu Neukölln. In schwernicht im Zügel haben, leicht dazu verführt werden, straflos zu be- Konsum dedt. Wie die Stadt für die Kälteperiode des Januar verlegtem Zustande wurde die Verunglüdte ins Köpenider Die Leiche eines neugeborenen Kindes leidigen. Sie wissen ja nun, daß der Richter bestrebt ist, auf Zurüd- und Februar porforgen wollte, so ging ihr weiteres Augenmert Krankenhaus eingeliefert. nahme der Lappalienklage zu drängen. Und dann – wie oft haben darauf, größere Quanten in den Mieten für die späteren Monate wurde gestern im Tiergarten aufgefundent. Sie war in Zeitungswir es in Friedenszeiten bedauern und mißbilligen müssen, daß bor Beginn der neuen Ernte aufzubewahren. Unter der gegen papier eingewidelt. Im Hotel erschossen hat sich gestern der Leute, die irgendeine autoritative Stellung einnehmen, auch in wärtigen Nachfrage beſteht aber die Gefahr, daß die ganzen Be Militärkassenbeamte Wilhelm Röhlenbed aus der Rüdertstraße zu stände der Stadt aufgebraucht und dieser zweite Teil der städti- Hannover. Der Mann tam am 6. Februar aus Bremen hierher Bagatellfachen gleich zum Kadi liefen, oft durch Vorgesetzte schen Fürsorge dabei hinfällig wird. Dabei ist hon einer wirklichen und mietete sich in einem Hotel in der Krausenstraße ein. Dort dazu veranlaßt. Wie oft ist dadurch ein bisher vielleicht un- Kartoffeltnappheit im Lande bei den überall lagernden Vorräten wurde er gestern in seinem im dritten Stodwerk belegenen Zimmer bestrafter Mensch für ziemlich harmlose Worte, durch die sich durchaus keine Rede. Aufgabe der Regierung wird es tot aufgefunden. der Kläger beleidigt fühlte, ohne daß er nach allgemeinen fein, unverzüglich Anordnungen au treffen, um Rechtsbegriffen wirklich beleidigt war, empfindlich bestraft diese, insbesondere bei den Landwirten und Großhändlern noch worden! Ebenfalls zur Abschreckung"! lagernden Bestände in Bewegung zu sehen. Immerhin ist die Einschränkung der Beleidigungsklagen noch über den Krieg hinaus zu wünschen. Das beste Mittel ist allerdings, daß weniger Beleidigungen ausgesprochen werden. Verkauf von Klippfischen durch die Stadt Berlin. Der Magistrat hat beschlossen, die von ihm eingekauften Klippfische jetzt dem Publikum zugänglich zu machen, um daAM ZOO alast- Theater ziehung: 16., 17., 18. Februar. Täglich 8 Uhr: Der neue Schlager Deutsche Flotten- VereinsMuttchen hat's Wort! Geld- Lotterie von Otto Reutter u. Max Reichardt mit Karl Geßner, Paul Otto, Steffi Margreiter usw. Bei hohem Akkordlohn merden sofort eingestellt mehrere Schirrmeister, Schlosser und Dreher Orenstein u. Koppel- Artur Koppel Aftiengesellschaft Reparaturwerkstatt, Spandau Hamburger Straße 44. Oskar Wollburg Trauer Magazin Berlin N., Brunnenstraße 56. Große Auswahl in schwarzer Konfektion; auch einz. Röcke, Blusen, Hüte etc. Anfertigung nach Maß in 12 Stunden. Aenderungen sofort. zum Besten des Alters- und Invalidenheims. 303 030 Lose. 11 233 Geldgew.= Mark: 333330 75000 40000 20000 10000 Hauptgewinne Mark: SW. SW. Flotten Geld- Lose à M.3.30 Porto und Liste extra 30 Pig. empfehlen und versenden Lud. Müller& C Werderscher Berlin W. Markt 10 Telegr.- Adr. Glüoksmüller.p In Freien Stunden Die Wochenschrift für Arbeiterfamilien Wöchentlich 1 Heft für 10 Pf. Mit einer Agitation für den Vorwärts foll in den nächsten Tagen begonnen werden. Es wäre verfehlt, anzunehmen, daß in der gegenwärtigen Zeit die Interessen, die der Vorwärts" als das Blatt der Groß- Berliner Arbeiter stets verficht, außer acht gelassen werden können. Mag auch in dieser Zeit des Krieges die vom„ Bortvärte bisher vertretene sozialistische Arbeiterpolitik bis zu einem gewissen Wer auf Reinlichkeit hält wasche seine Kochtöpfe, Fleischbrett, Löffel, Gabeln usw. nur mit einer Auflösung von Minlos'schem Waschpulver and spüle mit reinem Wasser nach Keine kaiten Füsse mehr, wenn Sie uns. gestrickten sauss u. Straßenschuhe tragen. kein Brernend. Füße, L. Schweißfüße, t gefchwoll. Gelenke, t Krampfad., Venenentz., L.Hühneraugen, LBallen, t. Drud a. empf. hochlieg. Behen, t. Gicht, t. Rheumatismus mehr: ans fchmiegend.weich, elaftisch, ausdünftungs ähig. Garantie für fichere, dauernde Dilfe, auch in den verzweifeltften Fällen, a. abfolute Brauchbarkeit uns. geftridten Schuhwerks. Telephon Königstadt 1150. Reichhaltiges Lager in sehr warmen, mittel armen unb kühlen Stridarten, jeder itterung fonte jeder Eigenart der Füsse entsprechend. Illustr. Preisliste frei. Strickschuh- Fabrik W., Potsdamer Str. 100, ResenWinzer& Co., O., Krautstr. 52, thaler Strasse 59, NO., Grosse Frankfurter Str. 94. Nähe Martustr., SO Kottbuser Str. 21 L. Charlottenburg, Kantstr. 125, Nähe Leibnizftr., Wilmersdorf, Auguftaftr. 33, Nähe Detmolderstr. Hamburg, Kaiser- Wilhelm- St.3, Leipzig, bannitr.17-19.Breslau. Reuideftr 42, Dresden, Brunaer Str. 22. Müncher, Matmannbl.4 II, Cöln, Seuahausftr. 1. Chemnitz, oftft. 3 Die Tat eines Wahnsinnigen. Einer Meldung aus Budapest zufolge hat dort der 36 jährige Staatsanwalt Ludwig Csorba aus Kaposvar in einen Anfoil von Wahnsinn seine sechzigjährige Mutter in ihrem Hotel erdrosselt. Er begab sich sodann auf die Straße, wo er einem Bachmann das Geschehene erzählte und sich verhaften ließ. Wetteraussichten für das mittlere Norddeutschland his Dienstagmittag: Ueberall mild, im Osten zeitweise heiter, westlich der Oder vorwiegend bewölft mit öfter wiederholten, im Küstengebiete etwas stärkeren Regenfällen. Spezialarzt Dr. med. Karl Reinhardt. Prinzenstr. 64 f. Geschlechtskrankheiten, Harnleiden, Schwäche, Ehrlich- Hata- Kuren, Blutund Harn- Untersuchungen. Institute: zwischen Dresdener und Annenstraße. Sprechst. 5-7, Sonntags 10-11. 8. Potsdamer Str. 117 d. Lützowstr., Sprechst. 11-2 u. 8-10 U. abds., Sonnt. 11-1. frei in verschlossenem Kuvert. Aufklärende 48 Seiten starke Broschüre gratis und postDRUCK ARBEITEN in guter Ausführung liefert VORWÄRTS Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Berlin SW. 68 Lindenstrasse 3 verbreitenfundheitstabock! Tchnüght Goldfarbe die beste daher Deutschlands. Berantwortlicher Redakteur: Eraft Däumig, Steglis. Für den Inseratenteil verantw.: Th Glade, Berlin. Drud u Berlag: Borwärts Buchbruderei u. Berlagsanftalt Paul Singer& Co., Berlin SW.