Ar. 50.- 32. Jahrg. ftbonnmtntS'BtdlityBiuflit nonnratenti• Breit DiittumecaskM BierttljaSrL SÄ> Mi. monatL UJO jSt, wSchemliS 25 Bfg. frei tu»$ Psg.. für hslitische und gewerkschaftliche Lereia». und Lerssunmlungt-Atizeigen P'g. Sk-tern- Hnztistn-, da- fettgedruckte 3on 30 Psg.(juläfsig llsettgedrucite Bortel jedes wettere Wort so P>g. Etellenaesuche und Schlasstellenen. »eigen da» erste Wort 10 Psg., jede» «ettere Worts Psg. Worte über t- Auch- f tdcn»Wen sür zwei Worte. Inserate r die nächste Nummer müssen bi» Uhr nachmittag» in der Expedition gdgegeben«erden. Die Expedition ijt bi» 7 Uhr abends geöffnet. Delegramm- Ildreffe: »5«»iiIüiM»llkU Ktkstg�. Zentralovq&n der rozuldcmokratifchen partet Deutfchlands. Neüaktion: Sw. HS, Linüenstraße 3. Uernsvrecher i Amt Moritzplatz, Str. IM SO— IM 97. Freitag, de« 19. Februar 1915. Expedition: SV. SS, Liaüensteaße 3. Fernsprecher: Amt Moritzplatz, Nr. lSl 90—151 97. Kriegsbeute aus den Kämpfen In Oftpreussen Zurückgeschlagene französische Angriffe.— Die Oesterreicher in Czernowitz Die Nlelöung öes Großen Hauptquartiers Amtlich. Großes Hauptquartier, den 18. Februar 1913.(W. T. B.) Westlicher Kriegsschauplatz. Die gestern gemeldeten feindlichen An- griffsversuche dauerten mit der gleichen Erfolglosigkeit an: An der Straße Arras— Lille sind die Kämpfe um ein kleines Stück unseres Grabens, in das der Feind vorgestern eingedrungen war, noch im Gange. Die Zahl der nordöstlich Reims gestern von uns gemachten Gefangenen hat sich noch erhöht. die Franzosen haben hier auch besonders starke. blutige Verluste erlitten,' sie verzichteten auf weitere Vorstöße. Zn der Champagne nördlich Perthes wird noch gekämpft. Oestlich davon sind die Franzosen unter schweren Verlusten zprstckgeschlagen: sie halten sich nur noch auf wenigen kurzen Stellen unserer vordersten Gräben. Die gestern gemeldete Zahl an Gefangenen ist auf 11 Offiziere, 783 Mann gestiegen. Zu einem vollen Mißerfolg führten auch Angriffe gegen unsere Stellungen bei Bou- reuilles-Vauquois(östlich des Argonner Waldes) und östlich Verdun. Die am 13. Februar von uns genommene Höhe 365 und der Ort Rorroy(nordöstlich Pont- a-Mousson) sind von uns nach gründlicher Zerstörung der französischen Befestigungsanlagen wieder geräumt worden. Einen Versuch, diese Stellung mit Waffengewalt wiederzugewinnen, hat der Feind nicht gemacht. Sonst nichts Wesentliches. Oestlicher Kriegsschauplatz. Bei Tauroggen und im Gebiet nordwestlich von Grodno dauern die Verfolgungsgefechte an. c hundert Maschinengewehre, drei Lazaretlzüge, Flugzeuge, hundertfünfzig gefüllte Die bei Kolno geschlagene feindliche Kolonne ist nördlich Lomza von frischen Truppen aufgenommen worden; der Feind wird erneut angegriffen. Die Kämpfe bei Plozk— Racionz sind zu unseren Gunsten entschieden; es sind bisher 3000 Gefangene gemacht. Aus Polen südlich der Weichsel nichts Neues. Die Kriegsbeute der Kämpfe an der ostpreußischen Grenze hat sich erhöht. Das bisherige Ergebnis beträgt: vierund- fechzigtausend Gefangene, einundsiebzig Ge schütze, über .�Flugzeugt___ Munikionswagen, Scheinwerfer und unzählige beladene und bespannte Fahrzeuge. Mit einer weiteren Erhöhung dieser Zahlen darf gerechnet werden. ........... Oberste Heeresleitung. ' J f? 4-* * Der österreichische Generalstabsbericht. Vir», 18. ßtcbruar. lSS. T. 23.) Amtlich wird vcr- lautbart: 18. Februar 1315, mittags: An der K a r p a t h e n f r o« t von Dukla bis gegen WhSzkow ist die Situation im allgemeinen unverändert. Auch gestern wurde nahezu überall heftig gekämpft. Tic zahl- reichen auf die Stellungen der Verbündeten versuchten An- griffe der Russen wurden unter großen Verlusten für den Gegner zurückgeschlagen. Der Feind verlor hierbei auch drei- hundertzwanzig Mann au Gefangenen. Durch die Besitznahme von Äo l o m e a ist den Russen ei« wichtiger Stützpunkt in Ostgalizien südlich des Tnjcstr entrissen. Aus der Richtung von Stanislau führte das Vor- gehen feindlicher Verstärkungen zu neuerlichen größeren Kämpfen nördlich Nadworna und nordwestlich Äolomea, die noch andauern. In der Bukowina ist der Gegner über den Pruth zurückgeworfen. Czernowitz wurde gestern nach- mittagvonunserenTruppenbesetzt. Die Russen zogen in der Richtung auf Rowosielica ab. In Russisch-Polen und Wcstgalizicu nur Gcschützkampf und Geplänkel. Der Stellvertreter des Chefs des Gencralstabes von Hoefer, Frldmarschallentuaut. Gestlicher Kriegsschauplatz. Der Gericht ües rußischen Generalstabes. Petersburg, 18. Februar.(W. T. B.) Der Bericht des Generalstabs besagt: Auf dem rechten Weichselufer dauern die Kämpfe fast in denselben Gegenden an, und zwar an einzelnen Stellen mit älcherstcr Erbitterung. In der Njemengegend sind nur feindliche Patrouillen zu bemerken. Auf dem l i n k e n W e i ch s c l u f e r keine Veränderung. In Galizien schlugen wir auf der Front Khava— Wykortsch einen Angriff unter großen Verlusten für den Feind ab. Weiter östlich suchte der Feind uns in der Gegend Laubne— Studenne anzugreifen. Wir wiesen diesen Angriff zurück. machten 10 Offiziere und mehr als 1400 Soldaten zu Ge« fangenen und nahmen drei Maschinengewehre. Auf der Front Koziuwka— Wyschkow-Paß untcrnalim der Feind eine Reihe hartnäckiger und ungestümer Angriffe, wobei er kräftig auf Wyschkow vorstteß. Ave Angriffe wurden mit großen Verlusten für den Feind abgeschlagen. Fast ein ganzes Bataillon wurde mit dem Bajonett niedergemacht, der Rest gefangen genommen. In der Bukowina keine Verände« rung. Westlicher Kriegsschauplatz. Der französische Tagesbericht. Paris, 18. Februar.(W. T. 23.) Amtlicher Bericht von gestern 3 Uhr nachmittags: Trotz heftiger Beschießung kehrten die französischen und englischen Flugzeuge, welche gestern die Gebiete von G h i st e l l e und O st e n d c bombardierten, unversehrt in unsere Linien zurück. Die belgische Artillerie beschoß wirksam Ansammlungen und Unter- stände. In der Champagne warfen wir während der Nacht zehn feindliche Gegenangriffe zurück. In den Argonnen ziemlich große Tätigkeit. Nahe Fontaine-aux- Charmes zerstörten wir ein feindliches Blockhaus und etwa hundert Meter Schützengraben. Ein deutscher Angriff zwischen Four de Paris und der Höhe 263 westlich Bourevillcs, welcher von mindestens drei Bataillonen ausgeführt wurde. war sehr heftig. Wir warfen ihn vollständig zurück, indem wir dem Feinde schwere Verluste beibrachten und Gefangene machten. Weiter östlich im Wald von Malancourt nahmen wir etwa hundert Meter Schützengräben ein. Zwischen Maas und V o g e s e n nichts zu melde». die Kriegslage. Der große Erfolg, den die deutschen Truppen in Ost- Preußen gegen die Russen erfochten haben, gewinnt täglich an Bedeutung durch die Zahl der eingebrachten Gefangenen und die Menge der eroberten Kriegsbeute. Noch dem neuesten Telegramm des Großen Hauptquartiers ist die Kriegsbeute in Ostpreußen und bei den Verfolgungskämpfen, die sich übee die Grenze hinaus erstreckten, auf 64 000 Gefangene, 71 Ge- schütze, über 100 Maschinengewehre, 150 Munittonswagen und vieles sonstiges Kriegsmaterial angewachsen. Nach der früheren Meldung bestand die russische Armee aus zirka 11 Divisionen. Nimmt man die Zahl der Gefallenen hinzu und zieht man in Betracht, daß nach der letzten Meldung auf eine weitere Erhöhung der Kriegsbeute gerechnet werden darf, so ergibt sich, daß von den ungefähr 3 russischen Armee- korps nicht mehr allzuviel, wenigstens an Menscheninaterial, übriggeblieben sein wird, wenn es auch gelungen sein mag, einen erheblichen Teil der Artigeric durch rasche Flucht auf dem gefrorenen Terrain in Sicherheit zu bringen. Es wäre also eine russische Truppe von 130000 bis 200 000 Mann außer Gefecht gesetzt worden, ein Erfolg, der auch gegenüber den Riesenzahlen der russischen Armee immer- hin beträchtlich ins Gewicht fällt. Erfreulich ist aber vor allem, daß die erneut durch die russische Invasion bedrohte Provinz Ostpreußen nunmehr für absehbare Zeit, vielleicht für immer, vyr den russischen Einfallsgelüsten gesichert fein wird. So konnte der Schlag geführt werden, der nicht nur die russische Offensive in Ostpreußen vollständig zunichte machte, sondern auch die feindliche JnvasionSarmee voll- ständig zertrümmerte. Während auf dem äußersten nördlichen Flügel die deutschen Truppen einen so erheblichen Erfolg über die Russen davontrugen, sind auch auf dem äußersten südöstlichen Flügel die deutsch-österreichischen Truppen in erfolgreichem Vor- dringen gegen die Russen begriffen, die die gesamte Buko- wina besetzt hatten und im Begriff waren, von dort nach Siebenbürgen einzudringen. Der größte Teil dieser russischen Truppen ist bereits aus der Bukowina wieder heraus- geworfen worden. Kolomea in Galizien ist entsetzt und die Räumung von Czernowitz durch die Russen bereits erfolgt. Auch in den Karpathen, das heißt auf dem ganzen südlichen Flügel, sind bekanntlich die deutsch-österreichischen Truppen in energischem Vordringen begriffen, obwohl die Russen dort starken Widerstand leisten. Welche Waffenentscheidungen sowohl im Norden als auch im Süden und Südosten, vor allem aber im Zentrum der russischen Front in der nächsten Zeit zu erwarten sind. läßt süti zurzeit nicht übersehen: das hängt zum wesentlichen von der Stärke und Kampffähigkeit der russischen Truppen ab. die in diesen Hauptstcllungen den Truppen der Verbündeten gegenüberstehen. Immerhin muß auch darauf hingewiesen werden, daß die deutschen Truppen nicht nur an der Grenze von Ostpreußen und jenseits derselben die Verfolgung gegen die Russen energisch aufgenommen haben, sondern auch bei Lomcza im Kampf mit den Russen stehen und bei Plozk— Racionz die Russen erfolgreich angegriffen haben, also bis auf eine Entfernung von zirka 60 Kilometer von Nordwesten her gegen Warschau vorgerückt sind.� Während so der Kampf im Osten in ein neues, akuteres Stadium getreten ist. stehen auch im Westen bedeutungsvolle Ereignisse bevor. Wird doch mit dem 18. Februar der Unter- secbootskrieg ernstlich begonnen werden, den Deutschland seinerzeit England angekündigt hat. Teutschland hat ja die Gewässer rings um Großbritannien und Irland säurt dem ganzen englischen Kanal als Kriegsgebiet erklärt. Es hat an- gedroht, künftig alle englischen Handelsschiffe, die sich in diesen Gewässern bewegen, zur Vergeltung für die englische Ab- schncidung der deutschen Zufuhr zu versenken. Deutschland will zwar nach Möglichkeit den Mannschaften die Gelegenheit zur Rettung gewähren: allein es hat auch angedroht, daß es nöttgenfalls ohne vorherigen Anruf die feindlichen Handels- schiffe versenken werde. Bekanntlich hat England diesem Uiüersecbootskrieg da- mit zu begegnen versucht, dag cü daS Führen der Flagge neu- trater Länder, speziell der amerikanischen Flagge, gebilligt, wo nicht direkt angeordnet, und auch den vnglischon Reedereien den Rat gegeben hat, die englischen Schiffe als Schiffe neu- tralcr Machte zu maskieren. Dadurch ist die Gefahr gegeben, daß von den deutschen Schiffen auch neutrale Schisse irrtiim- lich angegriffen werden können. Tie ameritaiiischc Regierung hat denn auch bereits in ihrer Rote an Teutschland erklärt, dag sie das deutsche Vorgehen nicht billige und eine Nicht- rcspcktierung seiner Schiffe als Anlaß zu ernstem Konflikt betrachten werde. Die deutsche Regierung hat ihrerseits in der von uns abgedruckten Note ihre Maßregel als Akt der KriegSuatwendigkeit bezeichnet und ihrem ernsten Willen Ausdruck gegeben, nach Möglichkeit Mißgriffe gegenüber neu- traten Schissen zu vermeiden. Jedenfalls bedeutet auch die Verhäugung des Untersee- bootskricgs einen ernsten Kricgsakt, dessen Tragweitc sich erst nach dem Verlauf von Wochcu und Monaten übersehen lassen wird. Neues französisches Lentlustschiff. Poris, 18. Februar. lW. T.B.)«TempS" schreibt: Das neueLen!» luft schiff„PilÄtre d e R o z i e r" unternahm gestern die erste Ausfahrt, die zwei Stunden dauerte. Während der Fahrt wurde Paris übcrflogcir. Gestrandetes deutsches Luftschiff. Berlin� 18. Februar.(W. T. B.) Wie wir erfahren, ist das Luftschiff„L 3" auf einer Erkundungsfahrt bei Südsturm infolge Motorenhavaric auf der Insel Fanö an der Westküste Iütlands niedergegangen. DaS Luftschiff ist verloren, die ganze Besatzung gerettet. Die Stärke der belgischen /lrmee. Amsterdam, 17. Februar.(Privattelcgramm des „Vorwärts".) Der belgische Deputierte Couwelaert machte in einem Interview mit dem Redakteur des„Vaterland" folgende Ausfuhrungen: Belgien bezog seine Artillerie von Krupp, welcher keine Munition mehr lieferte. Tic französische Munition war für die Kruppkanonen nicht brauchbar; jedoch machten zwei belgische Genieoffiziere eine Erfindung, die billig und rasch die Kruppkanonen für französische Kauoueiigeschosse brauchbar machte. Das belgische Heer ist in bestem Stand; die Rekruten von 1914 seien gut aus- gebildet uird'auch gut gekleidet. Soldaten über 39 Jahre feien selten. Die Rekruten find meistens Vlämen. Couwelaert schätzt das belgische Heer, unge- rechnet die Rekruten, auf 149 999 bis 199 999 Mann. Couwelaert besuchte eine französische Munitionsfabrik, in der 4999 Arbeiter, wovon zlvci Drittel Frauen sind, Tag und Nacht Granaten herstellen. Täglich werden 49 999 Granaten hergestellt, doch ist die Steigerung auf 199 999 möglich. Eine Erklärung vanderveldes. Sc Ha vre, 18. Februar.(SS. T. SS.)(Meldung der„Agcnce Havas".) StaatSminister Vaudervelde dementiert die ihm von de: auSläudi scheu Presse zugeschriebene Acußerung, die Belgier dächten' nicht daran, ihren Verbündeten auf einem Eroberungsmarschc zu folgen, sondern würden sich darauf beschränken, Belgien zurück- zuerobern. Vandervelde erklärt, er wisse, daß die strategischen SilotwendigkeUen das belgische Heer zwingen können, mit seinen Verbündeten außerhalb Belgiens zu kämpfen. Vandervelde spricht als Minister. Ob er im Namen der bclgi- sehen Sozialdemokratie spricht, ist eine ganz andere Frage. Vom österreichifth-serbifchen Kriegsschauplatz. Blbanerangriffe gegen öle Serben. Amsterdam, 17. Februar.(Privattelegramm des „Vorwärts".) Der Offizialbcricht aus Nisch meldet, daß die Albanerangriffe sich immer mehr ausbreiten. Folgende Orte feien in den Händen der Albaner; Zapod, Tolpojanu, Gla- wotfchtzo, Wrbnitza, Jour, Vranifchte. Der Telegraph zwischen Prizrcn einerseits, Jour und Vranifchte andererseits sei zerstört. Tie Albaner marschieren auf Guri und Derveute vor, besetzten Krstac und Rais. Die sich zurückziehenden Serben verloren 199 SNann und zwei Offiziere. Die Nachrichten von der Garnison Jour, welche nicht rechtzeitig retiriercn konnte, blieben auZ. Der Seekrieg. Der Stellvertretenöe Ehef öes öeutsihen Mmiralsiabes über öen Handelskrieg gegen England. In einer von amerikanischen Blättern veröffentlichten Unter- rcduug mit dem amerikanischen Marineattache, Kapitän G h c r a r d i, gab der Stellvertretende Chef des deutschen Admiralstabes, Behncke, nach einer Meldung der„Voss. Ztg." über die Lage folgende Erklärung ab: Bis jetzt hat sich Deutschland in seinem Seekriege an die Bestimmung der Londoner Deklaration gehalten. Eng- I a u d aber hat sich weder an diese Deklaration gehalten, noch an die Bestimmungen des Pariser Vertrages, der die See- kricgsführung vor der Londoner Deklaration regelte. England beab- sichtigt, indem es die Kriegsführung auf das SKirtschafts- leben ausdehnt, Deutschland durch Aushungerung zu besiegen. Deutschland versuchte auf jede Art und Weise, die Aufmerksamkeit der neutralen und aller anderen Mächte auf die Notwendigkeit zu lenken, l'iahrungsmittel für seine Zivilbevölkerung herbeizuschaffen, was unter den Kriegsregeln sein gutes Recht war. Aber alle An- strciigungcn Deutschlands blieben erfolglos. Die Sperre der Nahrungsmittel ist nunmehr so weit vorgeschritten, daß es für Teutschland notwendig geworden ist, England durch Anwen- düng von Gewalt zur Vernunft zu bringen. Deutschland weiß, daß Cuglaud durch die Anwendung von Unterseebooten in eine Lage gebracht werden kann, in der es selbst Mangel an Nahrungsmitteln leiden wird. Deutschland hat genügend Untersec- bootsstreitkräfte, um dies durchzuführen, sein nationales Leben und das Leben seiner Bevölkerung hängen davon ab, daß dieses Borgehen durchgeführt wird und Deutschland ist gezwungen, so zu handeln. Die Schwierigkeiten, die sich dieser Unter- secbootskampagne entgegenstellen, hängen zum großen Teil mit der Rücksicht zusammen, die man auf neutrale Schiffe und auf die Menschenleben an Bord aller Handelsschiffe zu nehmen wünscht, ganz gleich, ob sie neutral oder feindlich sind. Erstens: England bat, indem es seine Handelsfahczcnge mit Geschützen zur Selbstverteidigung ausrüstet, einen Plan ongc- wandt, gegen den Deutschland ernsthaft protestiert. Die V e r- Einigte n Staaten haben sich aus die Seite des britischen »taudpunites gestellt. Es ist den Unterseebooten unmöglich, sich britischen Handelsfahrzeugen zu nähern und sie zu untersuchen, ohne daß sie sich selbst dem Geschützfeuer oder einem Bombenangriff aussetzen, gegen den Unterseeboote hilflos sein würden. Ztveitcns: England hat seiner Handelsflotte den Rat gegeben, neutrale Flaggen zu hissen, den SchisfLnamen zu verdecken und die Bcmalung des Schornsteins zu ändern, um den Konse- queuzen, die ihre Nationalität mit sich bringt, zu entgehen. Dieser Plan ist entworfen worden, um Deutschland in Konflikt mit anderen Nationen zu bringen. Deutschland wünscht nicht im gering st en, amc- rikanische oder andere neutrale Schisse oder deren Ladung zu beschädigen, sobald sie nicht Kriegs- konterbaude führen. Deutschland befindet sich jedoch in der Lage, daß sein Leven davon abhängt, wenn es nicht die einzigen Mittel, die ihm zur Verfügung stehen, um sich selbst zu retten, anwendet. Es wird und muß diese Mittel anwenden. Den kommandierenden Offizieren der Untersec- booteijtdcrBcfehlerteiltwordcn,allcmöglichcn Anstrengungen zu machen, um Neutralen möglichst Rück- ficht angedeihen zu lassen. Aber trotz aller Vorsichtsmaßregeln, die ein Unterseeboot anwenden kann, ohne Gefahr zu laufen, selbst ver- nichtct zu werden, ist es dennoch möglich, daß neutrale Schiffe durch Irrtum oder unglücklichen Zufall zerstört werden können. Aus diesem Grunde ist eine energische Warnung erlassen worden. Außerdem ist die englische Küste von den Engländern selbst, um sich zu schützen, mit Minen belegt worden, und auch die Deutscheu werden Minen zum Zwecke des Angriffskrieges legen. Infolge- dessen laufen die Schiffe auch die Gefahr, auf eine Mine zu stoßen. Obwohl der deutsche Admiralstab überzeugt ist, daß die An- Wendung von Unterseebooten von großem Einfluß auf einen schnellen Friedensschluß sein wird, wünscht er doch nicht, diese zum Nachteile des neutralen Handels und des Völkerrechts auf hoher See anzuwenden. Er hat infolgedessen die Erklärung abgegeben, daß Deutschland die ganze Unterseeboot- blockadc fallen lassen wird, sobald Grotzbritan- nien erklärt, daß es sich ohne Einschränkung an die Londoner Deklaration oder auch an den Pa- riscr Vertrag halten wird, so daß die für die Zivil- bcvölkeruug notwendigen Nahrungsmittel frei nach Deutschland hin- eingebracht werden können. Dieser Vorschlag ist auf diplomatischem Wege übermittelt worden. Sollte er von England angenommen werden, so würde die Angelegenheit nicht länger eine Streitfrage zwischen Amerika und Teutschland bilden. Der stellvertretende Chef des Admiralstabs machte den Kapitän Gherardi daraus aufmerksam, daß England, als es durch seine Proklamation die Nordsee verschloß, amerikanischen Schiffen, die nach dem neutralen Holland fuhren, keine freie Fahrt gewährte, sondern sie zwang, bestimmte Routen einzuschlagen, einen englischen Lotsen au Bord zu nehmen und sich von Offizieren englischer Kriegsschiffe auf KricgSkonterbande hin durchsuchen zu lassen. Alsdann erklärte Behncke, daß Deutschland hingegen bereit sei, Amerika eine freiere und sichere Methode vor- zuschlagen. Amerikanische Schiffe, die durch den Kanal nach eng- lischen Häfen fahren, sollen von einer Anzahl amerikanischer Kriegsschiffe in irgendeinem Hafen an der- Südwestküste Irlands erwartet werden und, sobald die drahtlose Verbindung hergestellt ist, soll eines dieser Kriegsschiffe den Handelsfahrzeugen entgegenfahren und sie durch jenen Teil der englischen Gewässer bc- gleiten, die von Deutschland, das nur dem Beispiel Englands folgt, als gefährlich erklärt worden find. Nach den Regeln des internationalen Seegesetzcs seien Handelsschiffe unter Begleitung eines KriegSfahrzeugeS natürlich keiner Untersuchung unterworfen, aber das Land, dem sie angehören, seibei seiner Ehre verpflichtet, dafür zu sorgen, daß sie keine Kriegskonterbandc an Bord führe». Die amerikanischen Kriegsschiffe haben eigentümliche Masten, die den Offizieren der deutschen Marine wohl bekannt sind, und so- wohl bei Tage wie bei Sstacht würden sie und die von ihnen beglci- tctcn Fahrzeuge von den deutschen Unterseebooten respektiert werden. Für amerikanische Schiffe, die jene englischen Gewässer, die von Deutschland als gefährlich erklärt wurden, befahren wollen, sei dies eine sichere Methode, die steh von der von England in bezug auf die diesen Kanal passierenden amerikanischen Schiffe borge- schriebenen nur dadurch unterscheide, daß die amerikanischen Schiffe nicht gezwungen wären, einen britischen Hafen anzulaufen, noch einen britischen Lotsen an Bord zu nehmen oder von Offizieren eines britischen Kriegsschiffes untersucht zu werden, sondern daß es ihnen gestattet sei, unbelästigt ihr BcstimmungSziel zu erreichen, ohne einer Untersuchung unterworfen zu werden. Die kaiserlich deutsche Regierung sei durchaus bereit, der chrenwörtlichen Versichc- rung der Vereinigten Staaten zu vertrauen, daß diese Schiffe keine Kriegskonterbandc an Bord führen. * Die deutsche Antwort an Amerika. New flork, 18. Februar.(T. U.) Nach hiesiger allge- inciner Auffassung ist die Lage durch die deutsche Antwort- notc wenig verändert. Die von der amerikanischen Regierung geforderte Garantie, daß seitens England kein Mißbrauch mehr niit ihrer Flagge getrieben werde, könne kauni geleistet werden. Auch der von Teutschland vorgeschlagene Weg, die Handelsschiffe durch amerikanische Kriegsschiffe zu begleiten, Ivürde nach Auffassung verschiedener Fachleute praktisch kaum durchführbar sein. Tic öffentliche Meinung ist natürlich, wie so häufig, in zwei einander heftig bekämpfende Lager geteilt. Die von dem Dreiverband gekaufte Presse bemüht sich, die deutsche Note als schroffe Ablehnung und Herausforderung hinzustellen, während die deutschsrenndlichc im Gegenteil auf den äußerst verbindlichen Ton der Note hinweist und erklärt, daß das amerikanische Volk die eigentlich Schuldigen an der ganzen Krisis nicht in Berlin, sondern in London zu suchen hätte. Englanös /lntwort an Amerika. London, 18. Februar.(W. T.B.) Die Antwort Sir Edward Greys auf die amerikanische Note zitiert die amerikanische amtliche Handclsstatistik, um zu zeigen, daß von Baumwolle abgesehen der Krieg den Rückgang der amerikanischen Ausfuhr, der sich in der ersten Hälfte 1914 entwickelte, nicht ge- steigert, sondern tatsächlich aufgehalten habe. Dagegen sei die amerikanische Ausfuhr in Baumwolle nach Großbritannien ebenso stark wie nach anderen Ländern gefallen. SDie Antwort weist ferner darauf hin, daß die amerikanische Ausfuhr von August bis De- zember 1914 von 119 auf 246 Millionen Dollar und seither noch weiter gestiegen sei. Die allgemeine Beschwerde der amerikanischen Note sei gewesen, daS Englands Maßregeln den amerikaniscken Handel nlit neutralen Ländern ungünstig beeinflußt hätten. Die britischen Operationen zur See hätten jedenfalls Amerikas Handel mit Großbritannien und den Verbündeten nicht beeinträchtigst aber die amerikanische amtliche Statistik zeige, daß die Ausfuhr noch England und den verbündeten Staaten in den ersten vier Monaten de-- Krieges um mehr als 28 Millionen Dollar gesunken sei, wäh- rcnd die Ausfuhr nach den neutralen Ländern und Oesterreich- Ungarn um über 29 Millionen gestiegen sei. Man düfe wohl dar- aus den Schluß ziehen, daß ein wesentlicher Teil des Handels init den NcMraleu für feindliche Länder bestimmt gewesen sei. Ein Haupthindernis fiir den Handel sei jetzt der Mangel an Schiffs- räum, aber das Aufhalten der neutralen Schisse durch England habe zu diesem Mangel an Schissen weit weniger beigetragen, als die Zerstörung neutraler Schiffe durch Minen, die der Feind unter- schiedslos auf hoher See gelegt habe. Bisher seien 25 neutrale Schiffe durch Minen aus hoher See zerstört worden. Ganz abgo sehen von den Fragen des Vertragsbruchs und der Vernichtung von Menschenleben liege weit mehr Grund vor, gegen die Beein- trächtigung des harmlosen neutralen Handels durch Minen, als durch das von England ausgeübte Recht, Konterbande zu beschlog- nahmen, zu protestieren. Die Antwort beruft sich aus verschiedene Entscheidungen amerikanischer Prisengerichte, die die englische Maß- regel stützten, und zählt verschiedene Konzessionen auf, die England gemacht babe, um die llnbeguemlichkeit, die mit der Durchsuchung der Schiffsladung verbunden sei, zu mildern. Die Autwort betonst daß die englischen Prisengerichte weiten Spielraum hätten, um die Ersavansprüche Neutraler zu berücksichtigen. Ter beste Beweis für die Einsicht und die Mäßigung, mit der d�e britischen Lfsiziere ihre Pflichten erfüllten, sei, daß bisher kein Verfahren ms Schadenersatz eingeleitet worden sei. Die Antwort betont, daß eine Unter- scheidung zwischen Lebensmitteln fiir die Zivilvevölkerung und fiir Streitkräfte wegfalle, wenn der Unterschied zwischen der Zivil- bevölkerung und der bewaffneten Macht selbst wegfalle, wie es in Deutschland der Fall sei. Soviel auch für de» Konsum der Zivil- bevölkerung eingeführt werde, werde eö doch vom Militär konsu- micrt werden, wenn die militärischen Bedürfiüsse es erheischten, zumal jetzt, wo die deutsche Regierung die Kontrolle über alle Lebensmittel in Anspruch nehme. Wahrend England bemüht sei. eine Schädigung der Neutralen zu vermeiden, nötige Deutschlands Absicht, Handelsschiffe und Ladungen zu versenken, ohne deren Nationalität und Charakter festzustellen und ohne für die Sicherheit der Mannschaften zu sorgen, die britische Regierung Maß- regeln in Erwägung zu ziehen, um ihre Interessen zu schützen. Es sei unmöglich, daß, wenn einer der Kriegführenden von den Kriegs- gebrauchen ablveichc, der andere dadurch gebunden bleibe. Betreffs der Frage nach dem Recht, nicht für Streitkräfte bestimmte Lebens- mittel als Konterbande zu erklären, nimmt Grey auf die Maßregel Frankreichs in dem französisch-chinesischen Krieg 1885 Bezug, in welchem Reis als Konterbande erklärt lourdc. Er zittert weiter Bismarcks Antwort an Vertreter der Kieler Handelskammer in dieser Frage. Bismarck sagte:„Jeder Krieg hat üble Folgen sür dic Neutralen im Gefolge. Diese Hebel können, wenn eine neutrale Macht sich in die Kriegführung einmischt, sich leicht zum Nachteil der Untertanen der sich einmischenden Macht vermehren, und da- durch körmte der deutsche Handel mit viel schlverercn Verlusten belastet werden, als durch ein vorübergehendes Verbot des Reis- Handels in den chinesischen Gewässern. Die fragliche Maßregel hat den Zweck, durch Vermehrung der Schwierigkeiten für den Feind den Krieg abzukürzen, und ist eine im Kriege entschuldbare Maß- regel, wenn sie unparteiisch gegen alle neutralen Schifte angewandt wird." Grey betont besonders den letzten Satz und sagt: Die britische Regierung ist geneigt, anzunehmen, daß die deutsche Rc- gierung an jener Ansicht noch festhält. Die Maßregeln der britischen Regierung berücksichtigten nach Mögi'chkeit die neutralen Interessen. Grey schließt mit den Worten: Fch hoffe, daß, wenn die oben dargelegten Tatsachen erwogen werden, und wenn es er- hellt, daß unsere Seeopcrationen den amerikanischen Handel mit den neutralen Ländern nicht vermiirdert haben, und daß unsere Methoden mit den fundamentalen Grundsätzen des Völkerrechts übereinstimmen, der amerikanischen Regierung einleuchten wird. daß die britische Regierung bisher bestrebt ivar, ihre Rechte als kriegführende Macht mit jeder möglichen Rücksichtnahme auf die Neutralen auszuüben. Ein früherer hollänüifther Knegsnuuister über öen öeutsch-englisthen Konflikt. Amsterdam, 17. Februar.(Privattelcgramm des „Vorwärts".) Ter Exkriegsminister Staat schreibt im„Vadcr- land": Ich nehme an, daß die große Mehrheit der Engländer wenig Sympathie für die Art empfindet, wie jetzt in ihrem Namen der Untergang de» deutschen Volkes angestrebt wird. Jedenfalls haben die Neutralen jetzt unparteiisch zuzuschauen. War es zu erwarten, daß sich Deutschland ruliz aushungern lassen sollte? Sttfcmn jetzt die Neutralen mit Beschwerden kommen, die sie nach dem 2. November unterließen, so ist daS keine wahre Un- Parteilichkeit. Man beruft sich zur Rechtfertigung der Hissung von Ncutralflaggen ans Nelson. Tann darf man aber auch Deutsch- land bezüglich Belgien» nichts vorwerfen, da England zwei Jahre nach Nelsons Tod die dänische Integrität verletzte, Kopenhagen bombardierte und die Uebergabe der Dänenflottc erzlvang. Wenn England die Verletzung der belgischen Neutralität als Motiv seiner Kriegserklärung angibt, so muß eZ anerkennen, daß die Kriegs- brauche der Nelsonzeit nicht mehr anwendbar sind. Nachdem Deutschland, durch die englischen Mißregeln gezwungen, selbst zn scharfen Maßregeln übergeht, kommen große Neutralmächte und protestiereil. Ich stimme dem zu, aber man richte sich vor allem gegen den englischen Flaggenplan. Sind auch Umstände denkbar, wo dies eine erlaubte Kriegs- list ist, so ist im gegebenen Falle klar, daß der Neutralhandcl Ee- fahr läuft. Wer die Britenmatzrcgel hinnimmt, der nehme auch die deutsche Maßregel hin. Jedenfalls fordert die Unparteilichkeit, daß ein Protest nach beiden Seiten gleich kräftig sei. Im übrigen lasse man sich» gesagt sein: zwei fechten da auf Tod und Leben, man bleibe aus dem Wege, wenn man nicht getroffen werden will. Ein üänifches Statt über öen Unterseeboots-Krieg. Kopenhagen, 18. Februar.(23. T. 58.) ,.E k st ra b la d c t" schreibt: Wie sehr man m England über die„d e u t s ch e D r o b- u n g" spotten mag, so hat sie doch in der gesamten übrigen Welt ganz bedeutende Wirkungen gehabt. Es heißt nun, daß die Deutschen ganz England mit Spvengminen umgeben wollen. Kann man über die Beherrscherin des MeereS mehr spotten? Wenn dies möglich ist, so ist der 18. Februar der englischen Weltherrschaft letzter Tag. Dir deutschen Blockadeplmte enthalten nichts Heber- raschendes. Der Hauptpunkt des Planes ist die Umlegung der Jitfeln mit Minen und eine Stütze dafür der energische Kampf der Unterseeboote gegen die englische Handelsflotte. Man ver- suchte auf der englischen Seite die Gefahr zn mildern durch da» Ucbcrmalen der Schiffe mit neutralen Farben. Gegenüber den Minen hilft das ja nichts, und nach der Erklärung der deutschen Admiralität wird es auch gegen die Unterseeboote wenig nützen. Man muß anerkennen, wenn die Deutschen einen AushungerungS- krieg gegen Cmgland führen, so wäre eine Kriegführung, die eng- lischt Schiffe mit so plumpen Kniffen wie das Nebermalen der Schornsteine und Seiten durchschlüpfen ließe, geradezu lächerlich. Von deutscher Seite soll die Aushebung der Blockade angeboten tvopden sein, wenn England die. Einführung von Lebensmitteln für die deutsche Bevölkerung zulasse. ES ist kaum glaubhaft, daß die deutsche Diplomatie mit dieser Möglichkeit rechnet. England hqt ja vorderhand keine anderen Waffen gegen Deutschland mehr als den Aushungerungsplan, und diese Waffe sollte es— wohl gar auS humanen Gründen— niederlegen? ES ist ja offenkundige Tatsache, daß England den Aushungerungsplan begann. Jetzt griff Deutschland den Gedanken auf, und keine Rücksichten, sondern nur die Machtverhältnisse werden jetzt den Sieg oder Tod Eng- lands entscheiden. Auch die Note der nordischen Mächte kann daran nichts ändern. Erhöhung öer englischen Marinebesahung auf 250000 Mann. London, 18. Februar.(W. T. B.) Das U n t e r h a u S bat die von der Admiralität geforderte Kopfzahl von 250 000 Mann für die Marine mit der entsprechenden Besoldung an- genommen. Der Kommandant des„Hlucher� gestorben. London, 18. Februar.(23. T. B.) Nach einer Meldung der„Daily Mail" ist der Kapitän des Schlacht- kreuzers„Blücher" in Edinburg einer Lungen- entzündung erlegen. Die Suögetkommijfion öcs Mgeorönetenhauses. Bcrlim den 18. Februar 191S.(W. T. B.) Zu Beginn der heutigen Sitzung der verstärkten HauShaltskommif- fion des Abgeordnetenhauses wies der Borsitzende auf den jeht erst in seiner ganzen Größe zu übersehenden Sieg im Oste» lxiu und teilte mit, daß der Präsident Graf Schwerin gestern noch den Generalfeldmarschall v. Hindenburg namens des Abgeord- netenhauseS telegraphisch beglücklvünscht habe. Heute morgen sei nun ein gestern nachmittag nach Königsberg gerichtetes Telegramm Sc. Maß des Kaisers und Königs über die volle Befreiung Ost- Preußens bekannt geworden, das verheißungsvoll zusammenfalle mit der voraussichtlich.heute noch beginnenden Beratung der Äom- Mission über Ostpreußens Lage. Ter Borsitzende erbat und erhielt aus diesem. Anlasse die Ermächtigung, folgendes Tele- gramm an des Kaisers und Königs Majestät zu richten: „An des Kaisers und Königs Majestät. Die verstärkte Haus- Haltskommission des Hauses der Abgeordneten beginnt in ihrer Kriegstagung die Beratung der besonderen Lage Ostpreußens unter dem erhebenden Eindrucke Euer Majestät gestrigen landesväter- tichen Wortes: Unser liebes Ostpreußen vom Feinde frei. Sie ist der festen Zuversicht, daß der unter Euer Majestät Augen erfochtene glän.iende Sieg für unsere ostpreußischen Brüder der Ausgangs- puiirt zum Wiederaufbau ihrer Heimat loerden wird, und gelobt namens des ganzen Abgeordnetenhauses, Euer Majestät Regie- rung freudig und opferwillig zu unterstützen, damit Ostpreußen au» der Zeit schwerer Bedrängms sich schöner als je erheben möge. gez.: Winckler, Vorsitzender." Die Besprechung des dritten Punktes des Beratungsplanes, Belagerungszustand und Beschränkung der Pressfreiheit wurde beendet. In der Besprechung hatten sowohl Vertreter der Staats- regierung als auch Vertreter aller Parteien. das Wort ergriffen. Der Berichterstatter faßte in seinem Schlußwort die Ergebnisse der Verhandlung dahin zusammen: 1. Nach den Erfahrungen während des Kriegszustandes, erscheint. nach Friedensschluß der Erlaß des im Art. 68 der Reichsverfassung vorgesehenen Rcichsgesetzes über die Erklärung des Kriegszustandes angezeigt. Während des Krieges erscheint eine gesetzgeberische Aktion iu diesem Sinne ausgeschlossen. 2. Tie Generalkommandos sind an die bestehenden Gesetze und Verordnungen gebunden, soweit dieselben nicht durch das Gesetz betreffend den Belagerungszustand selbst, aufgehoben sind. 3. Die Kgl. Staatsregiernng soll für Vergangenheit und Zu- kunft da, wo von diesem Grundsatze abgewichen sein sollte, zugunsten der Betroffenen bei den Militärbehörden vermittelnd eintreten. 1. Die Zensur soll über die Bedürfnisse der Landesverteidigung und die Wahrung des inneren Friedens nicht hinausgehen; vor allem muß sie gleichmäßig ausgeübt werden. ä. Für die öffentliche Erörieruug der Friedensbcdingungen ist festzubalten, daß sie so rechtzeitig freigegeben wird, daß die öffentliche Meinung bei den Friedensverhandlungen voll zur Geltung gebracht werden kann, und ferner, daß alle Richtungen gleichmäßig das Recht zur Meinungsäußerung haben sollen. Der Berichterstatter stellte dann ohne Widerspruch fest, daß in der Kommission volle Heberet n st immung darüber herrscht, der Königlichen Staatsregierung die Erwartung auszusprechen, daß sie bei dem Reiche nach Friedensschluß die Vor- bereitung dcS im Artikel 68 der Reichsverfassnng vorgesehenen Ge- fetzeS über die Erklärung des Kriegszustandes anregen, zurzeit aber dafür sorgen werde, daß 1. die Kovimandobebörden nicht Anordnungen erlassen, welche den gültigen Gesetzesbestimmungen widersprechen, 2. die Zensur nicht über die volle Wahrung der Interessen der Landesverteidigung und des inneren Friedens hinausgeht, 3. die gleichmäßige Handhabung der Zensur in allen Kom- mandobezirken sichergestellt wird. Sodann schritt die Kommission zur Erörterung: 1. der Bekanntmachung des Stellvertreters des Reichskanzlers vom 13. 2. 1015 über die Regelung des Verkehrs mit Hafer usw., 2. der Bekanntmachung des Stellvertreters des Reichstanzlers von? 15. 2. 1015 über die Höchstpreise für Speisckartoffcln. Ein Redner äußerte Bedenken bezüglich der Ausdehnung der Beschlagnabme auf Mengkorn aus Hafer und Gerste durch die Ber- vrdnung des Bundesrats vom 13. 2. d. I.; dadurch werde die ohne- bin gespannte Lage des Futtermittelmarktes erheblich verstärkt und die Produktion der landwirtschaftlichen Erzeugnisse für die kom- wende Ernte erschwert. Es empfehle sich, das Mengkorn wieder freizugeben. Ein anderer Abgeordneter verlangte, daß der Enteig- nungspreis für Hafer dem Preise der Ersatzfuttermittel' angepaßt würde, das bedinge eine Erböhung dieses Preises um 100 Mark, also um n o ch 50 Mark pro Tonne über die Preise der Verordnung vorn 13. Februar hinaus. Ter Landwirtschaftsmini st er erwiderte, gegenüber den Bedürfnissen der Heeresverwaltung könne bedauerlicherweise der Wunsch der Landwirte nach einer größeren Haferration nicht erfüllt werden. Bei den vorhandenen geringen Hafervorrätcn müßte sich die Beschlagnahme der Bundesratsverordnung vom 13. d. M. auch auf das Mengkorn erstrecken, in dem lediglich Hafer oder Gerste enthalten sei. Hoffentlich werde aber die endgültige Feststellung der Futtermengen einen günstigeren Bestand ergeben, als es zurzeit den Anschein habe. Mehrere Abgeordnete warnten vor den Folgen der Futlermittelentziehung in bezug aus die Vorbereitung der künftigen Ernte. Tie Zugochsen könnten nach der Beschlagnalnne des Meng- korus kaüm durchgehalten werden. Jedenfalls verdienten die Land- wirte, die Mcngkorn bauten, besondere Berücksichtigung bei der Verteilung von Futtermitteln. Mehrere Redner empfahlen Erhöhung de» HaferpreifeS um 125 Mari. Ein Abgeordneter meinte, daß die besondere Berück- sichtigung der Wirtschaften, in denen Mengkorn gebaut werde, praktisch nicht durchführbar fei. Es sei abzuwarten, welches Er- gcbnis die Feststellung der Hafervorräte, die am 5. Februar statt- gefunden habe, zeitigen werde. Tie Landwirtschaft sei� nach Kräften zu stützen, aber entscheiden dürste allein das StaatSinter- esse und die Rücksicht auf das Gemeinwohl. Ter Berichterstatter stellte iu seinem Schlußwort fest, daß über den Grundsatz Einstimmigkeit herrsche, daß der Hafer» Höchstpreis so anzusetzen sei, daß er zum Ankaufe von Ersatzfutter- Mitteln genüge. Zu der Bekanntmachung vom 15. Februar führte ein Abgeordneter aus, es fehle darin die Festsetzung von Groß- und Kleinhandelspreisen. Der Vizepräsident des Staatsmini st criums er- klärte, die einstimmigen Ansichten der Kommission hätten bei den letzten Bupdesratsbeschlüssen nicht mehr berücksichtigt werden können. Die Festsetzung von Groß- und Kleinhandelspreisen' für Kartoffeln müsse den örtlicbeil Behörden überlassen bleiben. Er gab eine Heber- steht über das Verhältnis zwischen Produzenten- und Großhandels- preisen bei Kartoffeln, die zeigten, daß die Handelspreise teilweise niedriger, teilweise höher gewesen seien, als die beabsichtigten Höchst- preise. Eine Zentralisation iu der Festsetzung der Handelshöchstpreise sei praktisch nicht durchführbar, da die BezugSbezirkc zu verschieden- artig seien. Ter Berichterstatter erklärte als seine Meinung, daß eine Anweisung an die einzelnen Verwaltungsbehörden, innerhalb ihrer Bezirke Höchst Handels preise festzusetzen, genügen werde. ES sei auch Rücksicht auf die Kartofseltrocknuiigsfabriken geboten; diese könnten die Höchstpreise � unter den setzigen'Verhältnissen nicht zahlen. Im Gegensatz zu den Ausführungen des Regierungsvertreters verlangte ein Abgeordneter eine nach Rayons eingeteilte zentrale Festsetzung der Handelspreise für Kartoffeln. Ein anderer Abgeordneter bedauerte die Erhöhung der K a r t o s f e l h ö ch st p r c i s c. Die neuen Preise überstiegen das Notwendige und erschwerten die Ernährung der Bevölkerung. Letzten Endes werde nichts übrig bleiben, als die Kartoffeln zu beschlagnahmen und die Verteilung derselben zu organisieren. Hierauf erwiderte der Vizepräsident deS Staats- Ministeriums, daß die Beschlagnahme der Kartoffeln erwogen worden wäre, sich aber als unausführbar ertviesen hätte. Ein Abgeordneter meinte, daß man die Konsumenten darüber auf- klären müsse, daß die hohen Preise der Kartoffeln nicht den Land- Wirten zuzuschreiben seien, sondern den Händlern. Die Erhöhung der Höchstpreise um 1,75 M. pro Zeniner scheine ihm zu hoch. Der Vizepräsident des istaatsministeriums sagte Aufklärung im Sinne des Vorredners zu.'Er erwiderte, daß der Hauptzweck des erhöhten KartoffechöchsipreifcS die Verhinderung des Vcrfiitterns von Kartoffeln sei, weil andernfalls die Kartoffel das billigste Futtermittel würde und auf diese Weise über kurz oder lang ein Mangel an 5tartoffeln überhaupt eintreten würde. Ein Abgeordneter hielt für nötig, Höchstpreise für Brot und Mehl festzusetzen. Er bat ferner die Regierung, dafür zu sorgen, daß von den Händlern die festgesetzten Höchstpreise innegehalten würden. Die Händler handelten ganz willkürlich. Ter H a n d e l s m i n i st e r bat, ihm alle die Fälle, in denen Hebertretungen der Höchstpreise durch Händler stattfänden, zur Kennt- nis zu geben, damit eingeschritten werden könne. Der Vizepräsident des Staatsministeriums fügte hinzu, daß die Frage der Höchstpreise für Brot und Mehl sich erübrige, nachdem die Verteilung der Nahrungsmittel auf Grund der Beschlag- nähme den Kommunen übertragen sei. Die Verhandlungen der Kommission hatten von 11 Uhr vormittags bis 6'A tlhr abends gedauert; die Kommission konnte daher in die Be- ratung über Ostpreußen nicht eintreten;, sie wird morgen be- ginnen.- Die russische Sozialöemokratie gegen öen Krieg. Tic russischen Sozialdemokraten lassen sich durch keine Verfolgungen und Gefahren davon abbringen, bis zum Ende tapfer und unerschrocken ihre Politik der äußersten Opposition durchzuführen. Unser Stockholmer Parteiblatt„Sozialdemo- kraten" veröffentlicht, wie die„Voss. Ztg." berichtet, die Er- klärung, die der sozialdemokratische Abgeordnete Tsch cid z e am 9. Februar in der D u m a gegen die Regierung abgegeben hat und die in allen offiziellen Berichten über die Sitzung unterdrückt worden war, um nach außen hin den Schein völliger Uebereinstimmung in der Duma zu erwecken. Die Erklärung lautete: Schon bei Kriegsausbruch hatte die sozialdemokratische Partei ausgesprochen, daß sie zu der Regierung kein Ver- trauen hegen lönne, und die sechs Monate, die seitdem ver- gangen sind, haben gezeigt, daß sie r i ch t i g g e u r t e i I t hatte- Die überall fürchterlichen Folgen des Krieges sind in Rußland durch die Politik der Regierung verschärft worden. Diese begann sofort den Versuch, durch reaktionäre Maßnahmen ihre untergrabene Stellung zu befestigen. Wie gewöhnlich- ging es über die fremden Nationalitäten her. Während man den Polen Versprechungen machte, wurde der Druck gegen Finnland noch härter, wurden die Juden verfolgt, und sogar in dem bcsetzlen Galizicn griff man gegen die K l e i n r u s s e n ein. In anderen Ländern tut man alles, um den Notstand zu lindern, den der Krieg hervorruft. In Ruß» land dagegen werden die sozialdemokratischen Versammlungen, die den Norsianv erörtern wollen, gesprengt und die Blätter der Sozial- demokratie unterdrückt. Den Höhepunkt dieser Verfolgungen bildet die Verhaftung der fün f D u in a m i t g l i e d e r und ihrer Genossen. Wir prote st irren vor ganz Europa gegen diese V e r f o l g n n g. Die Regierung wendet sich nur an die Duma, weil sie überzeugt ist, alles nach ihrem Willen zu bckoinmcu. Die Kriegs» a n l e i h e durch Papiergeldausgabe und die Vermehrung der i n» direkten Steuern ist durch HkaS vorgenommen worden und wird nicht vorgelegt. Die Sozialdemokratie wird wie bisher zum Kampf für Rußlands innere Freiheit ausrufen. Im übrigen will die Fraktion erklären, daß sie in Heberein- stimmung mit den Auslassungen auf der Kopenhagener Konferenz sobald wie möglich beginnen wird, für die Beendigung de» Krieges zu. arbeiten und sür einen Friede», der den Willen sämtlicher iu de» Krieg hineingezogener Nationen ausdrückt. „Sozialdemokraten" fügt hinzu:.'Selbstverständlich wurde diese Rede mit erbitterten Protesten der Rechten' ausgenommen, der es übrigens doch nicht gelungen war, die bürgerliche Opposition zur vollständigen Erdrosselung der Redefreiheit zu veranlassen und die«Sozialdemokraten nicht zu Worte kommen zu lassen. Am nächsten Tage, als es sich um die Budgetbewilligung handelte, erklärte der Sozialdemokrat T u l i a k o f f, daß die innere Politik der Regierung und die Ausnahmestellung, in die die Partei, dadurch versetzt sei, es daß die Partei dieser Regierung jedes Budget verweigert. In der Ludgetkommisfion hatte Tscheidze vorher dieselben Gesichtspunkte entwickelt. Hinzugefügt sei, daß die Wiedergabe bieser Erklärungen von der russischen Zensur verboten wurde. Ein Versuch. der. Sozialdemokraten, eine Interpellation wegen der Ber- Haftung ihrer fünf Parteimitglieder einzubringen, wozu die Unterschriften von dreißig Abgeordneten erforderlich sind, scheiterte an der Weigerung der Kadetten(!) mitzntun. die ftanzösijche presse gegen Guesöe unö Sembat. Paris, 18. Februar.(W. T. B.) Die Beschlüsse des LondonerSozialistenkongresses erregen in der ganzen Presse mit Ausnahme der sozialistischen einen wahren Eni- rüstungs stürm. Schon die Aeutzerungen Sembats und GueSdeS, daß die Völker frei über sich verfügen müßten, und daß die französischen Sozialisten nach dem Kriege den deutschen Sozialisten die Hand reichen wollen, werden scharf angegriffen mit dem Hinweis, daß Elsaß-Lothringen ein integrierender Bestandteil Frankreichs sei und nicht zu wählen habe. Besonders aber werden Scmbat und GueZdc angegriffen, weil sie als Vertreter der ftanzösischen Regierung gegen das russische Regime zu protestieren wagten. Ach schärfsten äußert sich„Liberte", welche bereits gestern angedeutet hatte, daß Scmbat und Guesde im Ministerium nicht am rechten Platze seien.„Liberte" schreibt: Daß.zwei französische Mi- nister an dem Kongreß teilnahmen und dadurch die französische Regierung und das Land verpflichteten, das werde die öffentliche Meinung nicht zulassen und deswegen sofortige Remedur sorder». Sollten zwei französische Minister ungestraft eine derartige un-- erhürte Haltung einnehmen können? Wenn die Regierung und das Staatsoberhaupt sich von ihnen nicht trennen würden, so be- deute dies, daß sie ihre Haltung gutheißen. „Figaro" erklärt, man müsse annehmen, daß die Regierung das Abenteuer der beiden sozialistischen Minister bedauere. Front- reich lebe in einer Zeit, in der man die öffentliche Meinung nicht verwirren dürfe. Eine Erklärung von hoher Stelle gegen diese gefährliche Irrfahrt scheine nicht überflüssig. „Republique Franeaise" schreibt, es sei unerträglich, daß zwei Minister sich Protesten gegen die Unterdrückung der Finnländer und der russischen Juden in Polen angeschlossen hätten. Die französische Regierung dürfe zurzeit die russische Regierung nicht zensurieren. Sembat und Guesde hätten sich vielleicht als gute Sozialisten betragen, ans jeden Fall aber hätten sie gezeigt, daß sie mittelmäßige Patrioten und unerträgliche Minister seien. Ihre D e m i s s l o n sei kaum eine hinreichende Genugtuung. „L i b r e Parole" richtet die Anfrage an die Regierung, ob sie nicht das Bedürfnis fühle, kundzugeben, daß das„Ministe- rium der heiligen Einigkeit" mit Guesde und Sembat nicht solida- risch sei. „H u m a n i t e" schreibt, die sozialistischen Minister hätten nur ihre Pflicht erfüllt, wenn. sie auf die Gefahr aufmerksam machen, welche ein verbündetes Land laufe, wenn es eine Politik durchführe, welche moralische Waffen in die Hände des Landes gebe. Man müsse sich beglückwünschen, daß die Londoner Konferenz einstimmig erklärte, daß der Krieg bis zum e n d- lichen Siege durchgeführt werden müsse. Das sei 1�: Tatsache, auf welche das Hauptgewicht zu legen sei. „L anlerne" erklärt, nur den Gegnern der Sozialisten sei eS eingefallen, daß, Sembat und Guesde auf dem' Kongreß etwas anderes vertraten, als eine politische Partei in einer Parteiver- sammlung. Daß der Sozialismus durch den Krieg nicht vernichtet wurde, das sei für Reaktionäre und Nationalisten ein Anlaß zu höchster Verblüffung. �Kampf bis zum Enüe/ Paris, 18. Februar.(Meldung der„Agence Havas'.) Tw sozialistischen Parlamentarier traten Mittwochnach- mittag zusammen. Der Londoner Antrag, in dem die Sozialisten der verbündeten Mächte den Willen aussprachen, den Kampf bis ans Ende fortzusetzen, fand einstimmige Annahme. die englische Arbeiterpartei gegen üie russische verfolgungspolitik. Amsterdam, 18. Februar.(Pribattelegramm des „ V o r w ä r t§".)„Cytizen" berichtet, daß Henderson. der Vorsitzende der Arbeiterpartei, sich beim Auswärtigen Amt für die russischen Gewerkschaftler verwandt habe. G r c y erwiderte, er habe die Sache erwogen, fühle aber die 11 n Möglichkeit einer Aktion, da sie die innere Verwaltung und die Justiz des verbündeten Landes betreffe und die Diskussion einer so delikaten Frage in der jetzigen Zeit untunlich sei.■' Ein unglaublicher ßreispruch! Moska», 18. Februar.(W. T. B.) Die Teilhaber an den Zerstörungen der deutschen Läden in Moskau wurden freigesprochen. Sir Roger Easement. An der Spitze der„Nordd. Allgem. Zeitung" teilt daS Auswärtige Amt mit:„Sir Roger Easement hat dem Staats- sekrelär des Auswärtigen Amtes eine Abschrift seines an Sir Edward Grey gerichteten Brieses, der den gegen Sir Roger geplanten An- schlag des britischen Gesandten Findlay in Christiania zum Gegen- stände hat, übermittelt. Außerdem hat Sir Roger Easement dem Auswärtigen Amte die Originale der in seinem Besitz befind- lichen, auf diesen Anschlag bezüglichen Dokumente vorgelegt. An der Richtigkeit der so ungeheuerlichen Anschuldigungen gegen die Agenten der britischen Regierung ist daher nicht mehr zu zweifeln." Herr Easement selbst erklärt, daß er nächsten» nach Ehristiania fahren und der norwegischen Regierung die dokumentarischen Beweise für seine Behauptungen vorlegen wrrde. Letzte Nachrichten. Einstellung der schwedischen Schiffahrt nach England. Frankfurt a. M., 18. Februar.(23. T. B.) Tie„Frank- fnrter Zeitung" meldet aus Stockholm vom 17. Februar: Im Schisfahrtsverkehr zwischen Schweden und England tritt in- folge der morgen beginnenden Blockade der englischen Inseln eine Stockung ein, die einem, wenigstens vorläufig, völligen Stillstand gleichkommt. Von den schwedischen Heimatshäfen wird in den nächsten Tagen kein Schitf mehr nach England abgehen. Den Kapitänen der in englischen Häfen liegenden Schiffe haben die hiesigen Reeder tclegraphisch anheimgestellt, ob sie die Heimreife noch wagen.'' HrottommWonslijk. 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 Stadtbezirk 1. 2. 3. 4. 5 6. 7. 8. 9. 10 11. 12. 13. 14 15. 16. 17. 18. 19. 20 22. 23. 24. 25 26. 27. 28 21. 29, 30 31, 32. 33 34. 36. 86 37, 88. 39 40. 41. 42 43. 44. 45 46, 47�. 47 B 48 A, 48 B 49. 56 B 50, 51, 52, 53 55. 66 A. 57 54. 58, 69, 72 60, 61A. 61 B 62,«. 64 A 64 B, 65, 68 66A, 67 70, 71 Vorsitzender ieschäftsraum 73, 75A 66 B, 75B 74. 77 76 A, 76 B 760. 78 B 78 A, 780 79, 80, 81 82, 83, 84 85, 86, 88, 80 87. 90, 92 91, 93, 94, 95, 96 97, 98, 99 100, 101, 102 103, 104, 105 106, 108B 107 A, 107B 108A, 109 HO, III 112A. 112B 113A, 113B 114, 115, 116 117, 118, 119, 120 121, 122, 123, 124, 125 126, 127, 128, 129 130, 181, 132, 183 134, 135, 136 137, 138, 139 140, 141, 142, 148, 144 145, 146, 147 148, 149, 150 151, 162 154, 165, 166 153, 157, 168, 169 160, 161 162, 165, 164 163, 166 167A, 167B, 177E 1670, 167V. 167E 168, 169, 170 171, 172, 178 174, 176A, 176B 176, 1770 177B, 177V. ITTT 177A, 178B 178A/178C, 179A 179B, 1790 180A, 180B 1800, 180V 1810, 181K 181B, 181V, 181E, 181J 181A, 181V. ISIS 182, 183, 197 184, 185, 186, 187 188, 195, 196 181? 189A. 190V 189B. 1890 189E, 190B, 1900, 190E 190A, 190G, 193D, 193G 192A, 192B, 193B, 193E 189?, 1930 190? 191 193? Rektor Schünemann Lehrer Bertbel Bez.-Vorst. Sperling Rektor Mojewski Gundlach, Kuiiftdrechsler, Mauerstr. 90 Rektor Uebel Rektor Mürbe Meschelsohn, Kaufmann, Königin-Äugusta-Str. 51 Rektor Sachse Rektor John Führer, Kauimann, Lützow- strotze 106 Rektor Bergschmidt Rektor Glaser Rektor Gast Rektor Schwägermann Rektor Seidel Rektor Brüggeman» Rektor Matog Lehrer Kaiprick, Möckern- stratze 73s, Rektor Feltzin Rektor Sckulz VI Rektor Höft Rektor Depsne II Armen«KommissionS» steher Paul Engel Rektor Schlichting Rektor Kiefchke Vor Rektor Zickermann Rentier Morig Rektor TrinkauS Rentier Wilh. Schültge Bez.-Borst. Ziesch Zahnarzt Wilm. Jungmann Rektor Gladhorn Rektor Salbach Rektor Guder Rektor Schneider I Rektor Ulbricht Rektor Euler Rektor Herzog I Rektor Strecker Rektor Schulz IV Rektor Kaeker Rektor Bertram Hauptlebrer Martini Rektor Krüger II Rektor Kuboth Direktor Schuster Rektor Engel Rektor Paeplow Rektor Posner Rektor Wenzel Rektor Rieck Rektor A. Krüger Hauptlehrer Rennicke Rektor Diemer Rektor Rölhe Rektor Schmidt VIII, Distel- meyerstr. 6 Rektor Hackenberg Rektor Welz Rektor Lebmann II Rektor Kobs Rektor Graniza Rektor Böie Rektor Müller II Lehrer Wetzel Rektor Babczinsky Hauptlehrer Erber Rektor Kröger Rektor Nürnberg Rektor Sonntag Rektor Behrend II Lehrer E, Schulze Rektor Sommer Rektor Neugebauer Rektor Stahnke Polizeiwachtmeisier a. D. Herz. Kollnowstr. 24 Rektor Koehnen Rektor Dr. Roedler Rektor Blauert Rektor Dr. Schlink Rektor Meyer Rektor Lange Rektor KirbiS Lehrer Collatz Rektor Hennig Rektor Scholz I Rettor Karnowski Hinter der Garnisonkirche 2, Konferenzzimmer Niederwallstr. 6/7, Hos I, Klassenzimmer. Unter den Linden 59. Mohrenstr. 41, Volksbibliothek. Zimmerstr. 90. Gewerbegericht. Wilhelmstr. 117. Withelmstr. 117. Königiii-Augusta-Str,26, ReichSversicherungsamt Derfflingerstr. 18a, 2. Eingang. Genthmer Str. 4, Konferenzzimmer. Städtische Lesehalle. Lützowslr. 109/110 1. Steinmetzstr. 79. Winterfcldtstr. 16, Klassenzimmer. Part. Culmstr. 15, Zimmer 38 Part. Culmstr. 15. Konferenzzimmer. Tempelbofer Ufer 20, Tempelhoier User 20. Konferenzzimmer 1. Tempelhofer Ufer 2, 2. Eingang, Hof, Zimme, 2 Hagelberger Str. 34. Gneisenaustr. 7. Zimmer 11. Gneiienaustr. 7. Konferenzzimmer. Bergmannstr. 28/29, Konferenzzimmer. Barulher Str. 20. Bibliothekszimmer und Klassen zimmer links. Wilmsstr. 10. St S tadtbezirk Bergmannstr. 60/65, Konferenzzimmer. WilmSstr. 10, Konferenzzimmer der 28.(St- meindeschule. Dieffenbachstr. 60, Volksbibliothek. Graefeitr. 85/88. Dieffenbachstr. 51, Klassenzimmer 4, parterre. Reichenberger Str. 1831-. Bethanienufer 8. Hof. Skalitzer Str. 136 I. Britzer Str. 17/18, Lehrmitielzimmer. Reichenberger Str. 44/45, Zimmer 13, part. Mariannenufer la. II, Amtszimmer. Mameuffelstr. 7, Seitenfl. part. r. MuSkauer Str. 53, Lehrerzimmer. Görlitzer Str. 51. Konserenzzimmer der 191. Ge< meindeschule. Görlitzer Ufer 2. Konserenzzimmer. Skaliger Str. 55, Jugendklubzimmer. Reichenberger Str. 131, Konferenzzimmer. Reichenberger Str. 67/70, Part. Glogauer Str. 12/16, Zimmer 13. Brandenburgstr. 78/79. Alte Jakobstr. 127, Hof Quergeb. Wassertorstr. 31. Konferenzzimmer. Alte Jakobstr. 33—35, Waisenhaus. Slalli chreiberstr. 54. Amtszimmer. Schniidstr. 16, Konferenzzimmer. Schmidstr. 33 parteuc. Köpenicker Str. 125, Konferenzzimmer. Kl. Frankfurter Str. 6. Konferenzzimmer. Markusstr. 49, Zimmer 17. Blumenstr. 77, Konferenzzimmer. Strausberger Sir. 8/9, Zimmer 7. Friedenstr. 31, Konferenzzimmer. Pufendorferstratze<181. Gemeindeschul«), Zimmer 20. Krautstr. 43 II. Mühlenstr. 49/50. Klassenzimmer parterre. Naglerstr. 3. Zimmer 18 I. Gotzlerstr. 61, Lehrerzimmer. Langestr. 76, Hof links parterre, Zimmer 12. Koppenstr. 84. Konferenzzimmer. Fruchtstr. 38. Bromberger Str. 13/14. 98. Gemeindeschule, Zimmer 25 L Memeler Str. 24/25 parterre, Zimmer 4. Warschauer Str. 12, Hilfsschule 4. Liltauer Str. 18, Konferenzzimmer. Tilsiter Str. 4/5, Eingang Mädchenschule part., Zimmer 1. Tilsiler Str. 4/5, Konferenzzimmer. Eckertstr. 16. Samariterstr.20, 264. Gemeindeschule, ZimmerS. Samariterstr. 19/20. Konferenzzimmer. Rigaer Str. 82. Hortraum. Zellestr. 12, Lehrerinnenzimmer. Landsberger Str. 55 I. Friedenstr, 16, Konferenzzimmer der 33. Ge- meindeschule. Georgenkirchstr. 2, Hof links part., Konferenz- zimmer. Thorner Str. 50, Schulhaus part. rechts. Petersburger Platz 3. Hof I. Stratzmannstr. 6, Konferenzzimmer. Hausburgstr. 20 part., Zimmer 13. Elbinger Str. 4. Seitenflügel part. Naugarder Str. 5. 307. Gemeindeschule. Danziger Str. 62a, Baracke 13. Mittelzimmer. Cbristburger Str. 14. Zimmer 6. Bötzowstr. 40 II. Konferenzzimmer der 257. Ge- meindeschule. 88 89 90 91 92 93 94 95 96 97 98 99 100 101 102 103 104 105 106 107 108 109 110 III 112 113 114 115 116 117 118 119 120 121 122 123 124 125 126 127 128 129 130 131 132 133 134 135 136 137 138 139 140 141 142 143 144 145 146 147 148 149 150 151 162 153 189V. 193H 193 A. 194B 194A. 194V, 199 198, 202 207, 210, 213 215, 218. 221, 224, 229, 233, 235, 237, 240, 200, 201 203, 204, 206. 206 208, 209 211, 212 214, 227 216. 217 219, 220 222, 223, 225 226. 228 230. 231, 232 234 236, 251 238, 289 241, 242B Vorfitzender Ges chäftsr aum 242A 243A. 244 243B. 246V 242C, 247E 246B, 246C 246A, 247A 247B, 247C, 247V 248A.248B,248C,248D 249A, 249B 249V, 249V 249E, 249? 250B, 250E 250V, 250D 245, 250A 252, 253 254A, 2540 254B. 26 1A 254V. 254E 255, 256, 257 258, 259 260, 261B 2610, 362, 264 263, 265, 266 267, 268, 269 270, 271 272, 273, 274A 274B, 277 275, 276, 278 279, 280, 281, 282 283, 284A. 285 284B. 284V 286, 287 A 2S7B, 287V, 288B 288 A, 289 290B, 290V 290A, 292A 29 1A, 292V 29 1B, 291V 293B, 293A 293B, 293V, 293V 294A, 294B 295, 296 297, 298A, 298B 299, 300 301, 302 303 A, 303B 304, 305 306, 307 308A, 308B 154 308V. 308D 156 308E, 309 156 310A, 310B, 310V 157 310V. 310E, 311V 158 311 A, 31 1B 159 311V, 312 160 313, 314V 161 314A, 314B 162 314V. 315 163 316, 317 164 318, 319 165 320A, 320V 166 320B, 322 167 168 169 170 321A, 32 1B, 328A 323B. 324 325A, 325B, S26D 326A, 326B, 3260 Rettor Rietdorf Rektor Lutzenberger Lehrer Grotzman« Rettor Galling Lehrer Theise Rektor Peine Rektor Simon I Rektor Höher Rektor Sperling Direktor Ohmsted« Rektor Kastner Reklor Döring Lehrer Beulner Reklor Legal Rektor Henstorf Reklor Kurth Rekior Hagemann Rektor Rektor Reklor Reklor Rekior Reklor Reklor Reklor Bandt Grützner Heinemann Herzog II Habn II Preuhner Gillert Schwermer Rektor Suppe Rettor Schnellenbach Rektor Höhne Rektor Pfuhl Rektor Rektor Rektor Rektor Rektor Rektor Reklor Rettor Schwalenberg Freitag Weidenbammer Kahlenberg Rupnow Traulwein Andretz Fischer III Rektor SzymanSki Rektor Wurm Reklor Blum Rektor Fiicher I Rektor Brut« Rektor Schwarz II Rektor Krüger Vlll Rekior Wulk Rektor Stiller GeneraldirektorJ. Fried richs Rektor Schwarz I Reklor Loewentraut Rektor Meitze Rektor Bühring Rektor Beyer Rettor Timm Lehrer Krusemark Rektor Gramberg Nektar Kruber Rektor Meinke Rektor William Rektor Reinke Rektor Brunzlow Lehrer Bock. Perleberger Stratze 23 Reklor Nowka Rektor Matuschke Lehrer Böller, Sprengel- stratze 23 Rektor Monke Rettor Heilmann Rektor Windeck Rettor Trettin Reltor Kunstmann Rektor Nisch Rektor Kahle Reklor Hoffman« IV Rektor Troll Rektor Buchholz Rekior Lange Rekor Wieck Reklor Dittschlag Rektor Hirschberg Rektor Ullrich Rektor Wienecke I Rektor Sporleder Lehrer Volkmann Rektor Helbig Berlin, den 18. Februar 1918. Pasteurstr. 5 parterre. Amtszimmer. Heinersdorfer Str. 18. Konferenzzimmer der 58. Gemeindeschule. Heinersdorfer Str. 18, Konserenzzimmer der 95. Gemeindcschule. Georgenkirchplatz 18, Lehrmittelzimmer. Hirienstr. 4. 9, Gemeindeschule, parterre links. Gipsstr. 23a, Konferenzzimmer. Glpsstr. 23a, Zimmer der 8. Gemeindeschule. Koppenplay 12, parterre links. Auguslstr. 67/8. Weitzenburger Str. 3, Hof 1 Treppe. Zehdenicker Str. 17. Zehdenicker Str. 18, Zimmer 1. Ruppiner Str. 47, Konferenzzimmer. Swwedter Str. 234, Lehrerzimmer. Ruppiner Str. 4L, Konferenzzimmer. Prenzlauer Allee 227/8, Erdgeichotz Zimmer 40. ■Christburger Str. 7, Konferenzzimmer der 239. Gemeindeichule. Danziger Str. 23. Zimmer 4. Overberger Str. 57, Zimmer 10, pari, links. Pappelallee 30 31. parterre, Konferenzzimmer. Danziger Str. 23. Zimmer 2. Greifenhagener Str. 58 59. Pappelallee 31. parterre. Senefelderstr. 6, Konferenzzimmer. Scherenbergstr. 6, Konferenzzimmer der 286. Ge« meindeschule. Schönhauser Allee 103, Lehrzimmer II. Jbsenstr. 17. Lebrerinnenzimmer. Driesener Str. 22. Konferenzzimmer der 275. Gemeindeichule. Sonnenburger Str, 20, Konferenzzimmer der 274. Gemeindeichule. Sonnenburger Str. 20. Konferenzzimmer. EberSwalder Str. 10, Konferenzzimmer. Demminer Str. 27. Putbuser Str. 22. Zimmer 49 I. Watlstr. 16. Lebrerinnenzimmer. Graunstr. 11. Klassenzimmer. Elisabclhkirchstr. 19, Konferenzzimmer. Strelitzer Str. 41a/42. Eing,: Knabenschule, parterre Zimmer 33. Straliunder Str. 54, Zimmer 3. Ackerstr. 67, Zimmer 3 parterre. Dernauer Str. 89-90, Konferenzzimmer. Gartenstr. 107 B. parterre. Hannoversche Str. 20 II, Amtszimmer der Knabenschule. Scharnhorststr, 12, Konferenzzimmer. Pflugstr. 12, Zimmer 10. Grenzstr. 8. Vorzimmer zum Amtszimmer. Albrechtstr. 20, Konferenzzimmer d. Mädchenfch. Kronprinzenufer 18. Bochumer Str. 8, Zimmer 218. Gerbardtstr. 4/5. Alt-Moabit 23. Bochumer Str. 8, Konferenzzimmer der 263. Gemeindeschule. Lebetzöwslr. 26. Konferenzzimmer der 199, Ge- meindeschule, Waldenserstr. 20/21. 254. Gemeindeschule. Zim. 7. Rostocker Str.-32. Konferenzzimmer der 222, Ge- meindeschule. Rostocker Str. 32. Konferenzzimmer der 216. Ge« meindeschule. Wielesstr. 53/54. SimenSstr, 20. Aurmstr. 75 1, Zimmer 4. Bremer Str. 13/17. Amtszimmer. Ouiyowstr. 115. AmtSzinuner. Stephanstr. 2, Realschule. Tunnstr. 86. Stephqnstr. 3...« Scharnhorststr. 12, Konferenzzimmer der 48. Ge« meindeschule. Ravensstr. 12. Zimmer 12. Knabenschule. Müllerstr. 158/159, Zimmer 6» der 39. Ge« meindeschule. Tegeler Str. 18/20. Zimmer 89. Ostender Str. 40. Lütticher Str. 47/48. Lütticher Str. 8, Seitenflügel I r. Müllerstr. 48. Konferenzzimmer. Schöningstr. 17. Zimmer 50 II. Schulstr. 100. Lehrerzimmer der Knabenschule. Seestr. 84. Baracke 10. Antoiiftr. 10/11. Plontagenstr, 15. Pankstr. 20/22, Rebenraum der Turnhalle. Bötlgerstr. 17. Zimmer 18 bei Eing. I. Zimmer 18. Prinzenollee 8. Zimmer 30, Konferenzzimmer der 97. Gemeindeschul«. Christianiastr. 4/6. Prtnzenallee 62/64. Konferenzzimmer. Schulstr, 100, Lehrerzimmer der 77. Gemeinde« schule. Zechliner Str. 4. Magiftrat öer Königliche« tzaupt» unö Resiüenzftaüt. «erwuch. «ieraniw.St-dakt.! Alfred Viele»». Neukölln. Jnf-r-t-nt-il verantw. Th, Siecke. Berlin. Druck«■ Be-lag:«orwä-t-Wchdr, u.V-rlagzan-.l-l- Paul«inger t Hierzu 2 Be. lasen �llatertzelt.�,«. Nr. 50. 32. Jahrgang. I. öfitat des Jotmcus" Kerlim MM. lrritag, lO. ltdraar!N5. Die Soziaiöemokratie Frankreichs unö öer Krieg. Im Febniarheft bei.Kampf", dcr aillge- zcichactca Monatsschrift bcr bcutsch-ojtirreichischcn Sozia tdcmokralie, veröffentlicht Fritz Adler unter diesem Titel einen Artikel, der jetzt Aktualität besitzt und vielfach mit unseren Auffassungen übereinstimmt. l. Im August waren die kriegführenden Staaten voneinander beinaae avsolut isoliert. Auch in den späteren Monaten des Äriegel war die gegenseitige Kenntnis der öffentlichen Meinung auf ein Mini- mum reduziert, da ja in jedem der kriegführenden Staaten nur solche Äachrichteu zur Verbreitung kommen konnte», die seinen Krieg-zintcrcsscn entsprachen. Tie Völker waren voneinander gc- trennt, als wohnten sie auf verschiedenen Planeten, und in jedem Vai? entstand die Kriegsstimmung ans Grund einer anderen Per- spektive in der Auffassung der Tatsachen. Die französischen Arbeiter hatten ebenso wie die deutschen das unumstößliche Bewußtsein, die Angegriffenen zu sein und einen reinen Verteidigungskrieg zu führen. Einem künftigen Historiker wird sich eine äußerst inter- essantc Arbeit bieten, wenn er vergleichen wird, wie in den vcr- schiedencn Ländern mit geradezu vollkommener Parallelität aus verschiedener Gruppierung und Auffassung der Tatsachen die abso- Int gleiche EntWickelung der Kriegspsvchologic hervorgeht. Während in Deutschland die ganze öffentliche Meinung in den ersten August- tagen von den Nachrichten über die Mobilisierung in Riißlaud bc- herrscht war, spielen diese Tatsache» in Frankreich gar keine Rolle. Dagegen waren dort bereits am 2. August alle Zeitungen von der Nachricht dcS Einmarsches der Deutschen in das neutrale Luxem- liurg beherrscht, eine Tatsache, die in Deutschland erst drei Tage fpäler aus der Rede des llieichskanzlers bekannt wurde. Noch mlgcnfälligcr ist der ParallclismuS in den falschen Gerüchten, die zur Verbreitung kamen. Während die Zeitungen in Deutschland inid Oesterreich am.'i. August die Meldung brachten, daß französische Flieger Bomben auf Nürnberg abgeworfen, findet sich in den fran- höfischen Zeitungen desselben Tages dieselbe Nachricht bezüglich Lunevilles, wo der Bombenwurf von deutschen Fliegern unter- rwinmen ivordcn sein soll. Beide Nachricbten ivirktcn anßerordcnt- lich aufregend, erwiesen sich aber später als falsch. Auch die Räch- richten über die Haltung und das Schicksal der sozialistischen Par- teien jenseits der Grenzen weisen dieselbe Achnlichtcit auf. In Frankreich tvar das Gerücht verbreitet, daß die deutsche Regierung die gesamte sozialdemokratische Presse unterdrückt, alle Vereine aufgelöst habe und die Arbeiterklasse im schärfsten Gegensatz zum Krieg stehe. Umgekehrt tvar in Deutschland und Oesterreich— ganz abgesehen von den Hoffnungen auf die Revolution in Rußland— am 2. August sogar ©Cnirflt tierfrreifpf. hin. lÖrmnrhiinrr OfrmvöS Tirthf die über Frankreich. Bon einem Gegensatz gegen die Regierung aus Anlaß der Ermordung des großen sozialistischen Führers war keine Rede, im Gegenteil, der Ministerpräsident Vwiani geleitete die Witwe des Dahingeschiedenen während der ganzen Traucrkundgebling und war der erste unter den Rednern, die bei derselben sprachen. Während in Deutschland und Oesterreich die Annahme gemacht wurde, daß, wenn der Mörder kein Söldling der Monarchisten sei. er unbedingt ein Werk- zeug der russischen Kriegsstister sein müsse, löste der Mord in Frank- reich tatsächlich keinen Gegensatz zu den Kriegsiutercjscn des Landes ans, ja wurde sogar schließlich der absurde Gedanke angedeulct, daß der Landesfeind der Anstifter zur Beseitigung des großen Friedens- apostelS gewesen sei. Es wurden in Frankreich nur solche Tatsachen und Gerüchte bekanntgegeben, und jede Tatsache tvieder nur in solcher Beleuchtung, daß als einziger Eindruck übrig blieb, daß Frankreich in einem von Deutschland aufgezwungenen Verteidigungskrieg stehe, ein Eindruck, der auf das höchste gesteigert wurde durch die Nachrichten über die Ereignisse in Belgien. ..Wenn man die Politik der Arbeiterklasse eines Landcs in jener kritischen Zeit werten will, dann kann man nicht ausgehen von der Perspektive, in der die Tatsachen in anderen Ländern gesehen wurden, ja man kann auch nicht ausgehen von den Tatsachen, wie sie sich später bei kritischer Prüfung objektiv ergeben, sondern man mutz die Entstellung berücksichtigen, die sie entsprechend der Isoliertheit der ein- zctuen Länder und deren Kriczspolitik erfahren mußten. Erst heute, nachdem nns die„Humanite" aus der ganzen Kriegszeit zugänglich ist, können wir versuchen, ein Bild der EntWickelung der Stimmungen und Anschauungen des französischen Sozialismus zu gewinnen. Dieses Bild wird keineswegs ein abschließendes sein können, da wir natur- gemäß über viele interne Vorgänge in der Partei nicht unterrichtet sein können. Aber eines steht schon heute fest: die Sozialdemokratie in Frankreich stellte während der Kriegszeit im guten wie im bösen ein absolut petreucs Spiegelbild der Sozialdemokratie in Deutschland dar. Die gleiche Entschiedenheit in der Vatcrlandsvcrteidiguug. der gleiche Gedanke, im Krieg für die Demokratie Europas zu stehen, die gleiche Opferwilligkeit, die gleiche Taktik, die gleichen Hoffnungen und die gleichen Illusionen. Die deutschen und die französischen Sozialisten haben einander nichts vorzuwerfen, was sie sich nicht selbst vorwerfen könnten. Tic Methode der Selbstkritik ist auch die einzige, die die Gc- fahr ausschließt, anstatt die Lebeusmöglichkeitcu der Internationale zu fördern, den Krieg in sie zu tragen. Erfreulicherweise macht sich dieser Prozeß der Selbstbesinnung auch in Frankreich schon bciiicrkbar, er- bebt sicb eine immer stärker werdende Opposition, insbesondere gegen die Tendenzen, die durch Vaillant repräsentiert sind, über die wir im folgenden noch zu sprechen haben werden. Nicht um zu richten, sondern uin zu lernen. Denn gerade eines der Hauptprobleme, die der Krieg dem Sozialismus stellt, tritt in Frankreich in einer Durchsichtigkeit aus, wie kaum in einem anderen Lande. »• Am 16. Juli stimmte der Sozialistische Kongreß in Paris darüber ab, welche Porschläge er der Internationale bezüglich des Verhaltens im Kriegsfalle machen wolle. Acht Tage später war der europäische Krieg zur unmittelbaren Gefahr geworden und nach weiteren zehn Tagen der Krieg an Frankreich erklärt. Vkan muß diese Zusammen- drängung der Ereignisse in der Zeit sich ins Gedächtnis rufen, um die ganze dramatische Wucht des Geschehens jener Tage zu erfassen. Zlvar ist es nicht riclitig. daß die französische Sozialdemokratie ans jenem Pariser Kongreß den Generalstreik ini Kriegsfall als ihre Taktik bc- schlössen hätte', aber der Pariser Kongreß war vollständig vom Gc- danken der intcrnationalcn Solidarität der Arbeiterklasse beherrscht und aller Wille gerichtet am den Kampf gegen jene Klassen, deren Interessen zum Kriege treiben. Dieser Geist der internationalen Solidarität des Proletariats hat in Frankreich trotz der größten Hemmnisse inimer festeren Fuß gefaßt. Er batte nicht nur zu kämpfen mit den Delirien der revanchelüsternen Soldateska und dem Chauvi- nismns der monarchistischen Konterrevolutionäre, sondern er mußte sich auch mit den stärksten revolutionären Traditionen in den eigenen Reihe» auseinandersetzen, die alle mit dem Patriotismus verknüpft sind. Für die Franzosen ist die Geschichte der Revolution geradezu die Geschichte Frankreichs. 1789 ebenso wie 1848 ist Frankreich der Herd, von dem das Feuer der Umwälzung seinen Ausgang nimmt. Aber noch mehr. Die Verteidigung Frankreichs gegen den äußeren Feind ist die Verteidigung der Sache der Revolution. Im Juli 1792 erläßt das Parlament einstimmig den Aufruf:„Zahlreiche Truppen nähern sich unseren Grenzen. Alle Feinde der Freiheit bewaffnen sich gegen unsere.Konstitution. Bürger! Das Vaterland ist in Gefahr!" Und derselbe Ruf„Das Vaterland ist in Gefahr!" ertönte im September 1879. Napoleon III.>var gestürzt, die Republik ausgerufen und die siegreichen Deutschen standen vor Paris. Da nahm der rcvo- lutionärc Sozialist Blanqur die alte Losung„l.z patric en danger" wieder ans. Die Verteidigung von Paris, die Verteidigung des Landes gegen den äußeren Feind, das war die Verteidigung der wieder- eroberten Republik. So knüpft in Frankreich die Landesverteidigung, die dort zusam- ' Der Vorwurf, der immer wieder gegen unsere französischen Ge- Nossen erhoben wird— wie dies auch wieder von Wolfgang Heine in den„Sozialistischen Monatsheften" vom 21. Jänner 1915 geschieht—, daß sie„mit sehr viel großen Worten" vom Generalstreik geredet hatten, aber nicht einmal daran gedacht hätten, ihn zu verwirklichen, beruht ans einer ungenauen Kenntnis der Tatsachen. Die Resolution Jaures-Vaillant, die der Pariser Kongreß annahm, band den General- streik ausdrücklich an die Bedingung, daß er„gleichzeitig und inter- national" organisiert werde. Nur wenn die anderen Länder zu- gestimmt hätten, wären die Franzosen zum Generalstreik verpflichtet gewesen. Die Marxistische Minderheit unter der Führung von Gucsde und Eompere-Morel, die ausdrücklich die präzisere Fassung der neuen Resolution gegenüber früheren Formulierungen anerkannte, wandte sich dennoch gegen sie. da deren„praktische Verwirklichung nur die Niederlage desjenigen Landcs, dessen Proletariat am besten organisiert ist und am treuesten an den Beschlüssen der Internationale festhält, zum Vorteil des Landes, das am wenigsten sozialistisch organisiert ist, herbeiführen kann". mcnfällt mit der Vcricidignng der Nation, an die närkiien revolü- tionären und proletarischen Traditionen an. Der Patriotismus ist in der französischen sozialistischen Partei bis heute ein stets lebendiges Element geblieben und wurde auch dadurch nicht beeinträchtigt, daß die Republik sich immer mehr in ihrer kapitalistischen Nacktheit offenbarte. Allerdings wurde bei James ebenso wie bei den anderen Sozia- listen Frankreichs gegenüber allen unklaren Illusionen immer den:- licher der Gedanke herausgearbeitet, daß die Landesverteidigung zwar eine unabwendbare Notwendigkeit für das Proletariat sei, die Sieges- Hoffnungen des Sozialismus sich dagegen nicht ans den Krieg stützen können, sondern nur aus den Klassenkampf und daß daher alle Energie einzusetzen sei für die Erhaltung des Friedens. Eine der wichtigsten Leitgedanken der Friedenspolitik von Iaurös war, das ganze System der Armee einzig ans die Bedürfnisse der Landesverteidigung auszubauen und Eroberungskriegen durch dieses Armeesystem selbst vorzubeugen. In seinem großen Werke„Tie neue Armee" formuliert er sein Problem geradezu folgendermaßen:„Wie kann man für Frankreich und die unsichere Welt, die es umgibt, die Fricdeitsmöglichkeitcn bis zum äußersten steigern? Und wenn trotz seiner Bemühungen und trotz seines Willens, den Frieden zu wahren, das Land angegriffen wird, wir sind dann am besten dsc Aussichten auf Rettung, die Mittel zum Siege zu vermehren?" Seine lieber- zcugung, die immer wieder in seinem Werke hervortritt, ist, daß„dö Organisation der nationalen Verteidigung und die Organisation dcS internationalen Friedens solidarisch verbunden sind". Die Organisicrung der Landesverteidigung erscheint James als ebenso wichtige Vorbedingung für die Erhaltung des Friedens wie die Vorbereitungen des internationalen Generalstreiks. Auch am Pariser Kongreß im Juli betont er noch in seinem Referat für den General- streit im Kriegsfall, daß„die Resolutionen der früheren Kongresse mit gleichem Gewirfrt den Kampf gegen den Imperialismus und gegen den Krieg wie den Schutz der Unabhängigkeit jedes Landes fordern". Wir haben hier nicht zu untersuchen, ob nickt in der Praxis im Ucbcrgangsstadinm vom Generalstreik zun: Kampf für den Schutz der Unabhängigkeit des Landes sich recht erhebliche Schwierigkeiten ergeben könnten, wir konstatieren nur, daß in der französischen Partei die beiden Tendenzen, Kampf für die Erhaltung des Friedens mit allen Mitteln und bedingungslose Einsetzung aller Kräfte für die Landes- Verteidigung, wenn der Krieg nicht zu verhindern ist, nebeneinander gleich lebendig lebten. und ...... hatte, Gustave Hcrve, hat sich schon lange vor dem Krieg zu den Ge- danken der Mehrheit der Partei bekehrt. Die Partei anerkannte die Notwendigkeit der Verteidigung des Landes gegen feindliche Angrisse in einem solchen Grad, daß sie bei Ausbruch Ns Kriege? ohne weiteres den Patriotismus und den Sozialismus als Größen gleicher Ordnung ansah. Immer wieder während des Krieges wurde der Satz wiederholt, den Vaillant in der Versammlung am 2. August ausgesprochen, daß die Sozialisten gleichermaßen ihre patriotische Pflicht wie ihr» sozialistische Pflicht erfüllen werden. politische Uebersicht. Tas KriegAziel. Der Hauptvorstand dcsVcreinsDcutscher Eisen- und Stahl-Jndustriellcr hat ans Anregung decj Abgeordneten Dr. Beniner folgenden Beschlutzantrag angenommen: Für den Fall einer siegreichen Beendigung des Krieges, die bon der deutschen Eisenindustrie mit voller Zuversicht ei- wartet wird, darf nur ein Frieden geschlossen werden, der in ganzem Ilmfange den unermetzlichen Opsen, entspricht, die Deutschlands Volk tvährend des Krieges gebracht hat und noch täglich bringt. Zu diesem Zweck dürfen: 1. die Friedensverhandlungen nicht den Diplomaten allein überlassen bleiben; mutz der Frieden eine Vermehrung der deutschen See- gcltung und eine Erweiterung der Siedet un g S- gebiete für die deutschen Kolonien bringen; _ 3. müssen bezüglich der Gestaltung der Z o l l v c r h ä l t- nissc in einem größeren Deutschland die Vertretungen Sie Eisendahnen im Kriege. Von Richard Gädke. In knappen Worten schildert die deutsche Felddienstordnung die Ausgabe der Eisenbahnen ini Kriege: Sie„haben für die gc- iömte Kriegführung entscheidende Bedeutung. Sic sind von größter Wichtigkeit für die Mobilmachung, den Aufmarsch und die Er Haltung der c-chlagfcrtigkeit des Heeres. Sic crmögiichcn Vcr lchicbiiug von Heeresteilen während der Operationen." .ims klingt so schlicht und einfach, so kühl und sachlich, daß man laum ahnt, welche unendliche Fülle von Arbeit, welche Un« summe von Vorbereitung und Organisation, welche heroischen An- strengungen zur Erfüllung der Forderungen notwendig sind, die hier an die Eisenbahnen gestellt werden. In der Tat aber haben die deutschen Eisenbahnen an allen Erfolgen, die unsere Heere bisher erreicht haben, ihren ivohlgcmcssencn Anteil, ohne sie wäre Meie.megnihrung überhaupt nicht möglich gewesen. Nebenbei mache ich oarauf aufmerksam, daß die bei ibrer Anlage ausgegebenen Rleiensummeil nicht nutzlos für den Krieg gebrachte Opfer dar- vrj;' cjr'1"i„ beinahe noch höherer Weise dem frlcdlichen �.cben de» Volics dienen, da» glücklicherweise die Regel bildet. Wie sie unicre kriegerische Kraft verzehnfacht haben, so bilden st- zugleich e, mm wichtigen Teil unseres Nationalvermögens, da? starke Nuckgrat u..,ercr Wirtschaft und...i.'ercr Finanzen. Man wird leiten eine io g.uckliche Vercinigung kriegerischen und fricd- lichen Nutzens finden.' 1 Die Verwendung der Bahnen zu Kriegszwecken ist zum ersten Male im Kriege ldo9 zwischen Franzosen und Oesrerrcickern in größerem Maßstäbe erfolgt; hier auch wurde» sie zum ersten Male zur strategischen Verschiebung eines Heeresteilö verwandt- aller- dings mehr zufällig als ein glücklicher Einfall der sranzösischen Kriegführung. Der erste General, der ihre Bcdcutuiia voll er- ihre Bedentuna voll er- ersten, durch rilcraciimc Atomen ermorocnen Ersparnissc in Aktien der Berlin-Magdeburger Bahn anlegte— imd damit übrigens ein recht gutes Geschäft machte. Im deutschen BundeSkrieg von 1866 wurde die anfängliche Versammlung des Heeres gegen die sächsisch-österreichische Grenze geradezu von der Lage der Eisen- bahnlinien abhängig gemacht. Sie begegnete bekanntlich ernstem Tadel innerhalb deS Heeres selbst und führte zu einer Belehrung Moltkes durch den General v. Steinmetz, die freilich mit kübler Ironie abgefertigt wurde. Im Fcldzuge von 1870 gestattete unsere wohl vorbereitete Mobilmachung und unser gut ausgevantcs Eisen- bahimed, unseren Aufmarsch an die Grenze zu verlegen und die Vorhand der lriegerischcn Beivegungeil an uns zu reißen, die uns wahrend des ganzen Verlaufes dcS Fcldzugcs nicht wieder verloren später wurden dann bei der weiteren Entwickclnng des Eisen- biii,'«wcscnS die strategischen Gesichtspunkte von vornherein berück- sichtigt. Man richtete den Aufmarsch nicht mehr nach den vor- handenen Bahnen, sondern baute diese nach den Bedürfnissen der voraussichtlichen Kriegsschauplätze ans. Ost wurden auch einzelne �strecken gebaut, deren Wert für das Wirtschaftsleben gering, um so größer aber für die rasche Heranschaffung unserer Truppen in die Grenzgebiete waren. So legte man z. B. die Berlin-Wetzlar- Metzer Bahn, die..Kanonenbahn", an:>md Ostpreußen erhielt allmählich ein dichtes Bahnnetz. Dasselbe gilt auch von Elsaß- Lothringen und zum Teil für die Rhcinprovinz. cscit langer Zeit sehen loir hier eine vorausschauende Fürsorge, die mit dem An- schwellen unserer Streitkräfte sich fortwährend steigerte und nun- mehr ihre Früchte trägt. In, Vertrauen auf dieses dickte, unseren Kriegspläncn cnt- sprechend angelegte Bahnnetz und im gleichen Vertrauen aus die geschickte Vordercitiing und den glatten Verlauf der Mobilmachung konnten wir Ende Juli dcs vergangenen Iabrcs mit der Erklärung des Kriegszustandes bis zum letzten Augenblick warten und unfern Gegnern ruhig einen Vorsprung gewähren. Allerdings hatte auch Frankreich sein Eisenbahnnetz loescntlich vervollkommnet, und selbst Rußland in seinen westlichen Provinzen die Jahre seit dem japani- scheu Kriege zum besseren Ausbau der Bahiien benutzt. An Zabl und Leistungsfähigkeit der Linien aber kamen sie uns nicht gleich. Oblvohl es keinem Zweifel unterliegt, daß beide Staaten-tlva 8 Tage vor uns mit ihren Vorbereitungen begannen sffaiizösischc Reserveofffzicre wurden z. B. um diese Zeit bereits nach Hause beordert), sind wir schließlich doch schneller als sie schlagfertig geworden. Schon diese Leistung unserer Bahnen bei der Samm- lung unserer Millionen von Ergänzungsmannschastcu und von Hunderttauscndcn von Pferden waren schlechthin bewunderuugs- würdig; sie setzten mit dem ersten Tage, fast mit der ersten Stunde der Mobilmachung ein, ohne den Fricdensvcrlehr vollkommen zu hemmen. Weit größer aber ist ihre Bedeutung für den Aufmarsch ge- worden. Die überwältigend rasche Versammlung unseres Riesen Heeres an der Wcstgrcnze ist eine Glanzleistung, ivie sie die Welt noch»ickt gesessen hat. Hier hat die organisatoriscke Begabung des deutschen Boltes, aber auch die Pflichttreue und Gewissenhaftigkeit, die volle Hingabe seiner Offiziere und Beamten Triumpbe ge- fcierl. Hier ersubren unsere Feinde ibre erste große Enttäuschung: ioic standen eher bereit als sie! Allerdings kam hinzu die schnelle Ueberrcmiilng der belgischen Grenzfestungen»nd das atemlose Vor- Wartsstürmen unserer Armeelorps. Natürlich sind d-ie �Leistungen der Bahnen nur bei strenger Zentralisierung deS gesamten Militär-Eisenbahnwesens möglich; sie vollzieht sich im Frieden in der Eiscnbahn-Abteilung deS Großen Generalstabs: im Kriege liegt sie in der Hand dcs Esscfs des F c ld e i s e n b a h n w e s c u S. Uebrigenl pflegt der Chef der E i sen b a h n- A b te i l u n g im Frieden diesen Posten im Kriege zu übernehmen. Monatelang kennen die Offiziere der Eisen- bahn-Abteilung nur wenig Ruhe und Erholung, sie arbeiten stellen- weise bis tief in die Nacht hinein. Dafür braucht der Chef beim Beginn der Mobilmachung nur ans den Knopf zu drücken, und alles wickelt sich programmäßig und fast ohne Rückfragen ab. Jedenfalls werden Rückfragen sehr ungern gesehen, weil man mit Recht an die umsichtige und vcrantworlliche Selbsttätigkeit der ein- zclnen die denkbar höchsten Anforderungen stellt. Die Mittler zwischen den militärischen Zentralbehörden und den Bahnverwoh- tungen bilden die L i n i e n k o m in andantnrcn, die am Sib, der letzteren die Erfüllung der militärischen Anforderungen regeln und deren Ausftihrnng überwachen. Auf dem Kriegsschauplatz selbst aber und von einer bcstimintcn, jedesmal bestimmten Linie an. geben auch Verwaltung und Bclr?crc in den ausschließlichcn Dienst der Militärbehörden über, denen hier- für unsere Eisenbahnregimenter unterstcsscn, deren Rahmen sich bei der Mobilmachung natürlich außerordentlich erweitert. Ihnen liegt auch die Ansbesserung zerstörter Bahnen, die Wiederherstellung oder der Ersatz von Eisenbahnbrücken, die An- läge neuer Strecken ob. Also auch aus persönlichem Gebiete sehen wir eine ausgedelnite und bis ins einzelne verzweigte und gc- regelte Organisaiion vor unS. Illach vollzogenem Aufmarsch sollen die Bahnen nicht nur den Fricdciisverkchr zugunsten niisercs Wittschastslebens in möglichst großem Umfange wieder aufnehmen, sondern zugleich dem Heere den für seine Echlagfertigkeit unaufhörlich erforderlichen Eckicß- bedarf, die Lebensmittel, Ausrüstungsstücke, den Ersatz an Mann- schaffe», Pferde», Geschützen, Gewehren zuführen. Man mackt sich meist teineii Begriff davon, ivas das bei Heeren von 1'>, von 2. von 2% Millionen Menschen und mehr als einer halben Million Pferden bedeutet. Eolcke Heere können aus längere Zeit überhaupt nicht mehr vom Lande leben; das Magazinsystem und die Zufuhr aus der Heimat treten wieder in ihre Rechte. Tas erfordert eine» ungemein ausgedehnten und kompftziertcn Avparat. Der Magen des Heeres— Magen im weitesten Sinuc genommen — entscheidet über den Erfolg des Krieges ebenso wie seine Beine und seine militärische Tüchtigkeit; an der Magensrage sind oft die gläuzeiidsteii Ilnternehmuiigeii großer Fctdhcrrn gescheitert. Das deutsche Heer unseres Krieges siebt in dieser Bezictning sebr boch da; und mir wollen uns in diesem Urteil nickt dadurch ln irren lassen, daß einzelne Truppenteile zu einzelnen Zeilen haben darven und selbst Hunger» müssen. Unvermeidliche Ucvel eines cnergisck geführten Krieges, die mir in den Kons genommen werden müssen! Wir dürfen uns damit tröste», daß sie sich noch nie in so geringem Maße verbreiteten Ivie diesmal, inid daß unsere Feinde, besonde: Z auf dem östlichen Kriegsschauplätze, unter ihnen viel mehr haben leiden müssen. Mehrere Zchntauscndc von Russen haben sich allein aus Hunger ergeben. Ich behalte einem anderen Artikel die Verwendung der Eisen- bahnen zu strategischen Zwecken der Verschiebung von Hecrestcilen oder, wie man richtiger sagen muß, dem Hin- und Hcrlverfcn ganzer großer Heere von einem Kriegsschauplätze zum andern vor. Wir alle haben es erlebt und erleben cS täglich von neuem, daß ans diesem Geviete die wirksamsten und glänzendsten Leistungen unserer Eisenbahnen liegen. Tie Aussicht ans den schließlichen großen Erfolg beruht nicht zum geringsten Teile' auf dieser ab ii»d an genialen Verwendung unseres dichten Bahnnetzcs.?!m ein Generalstass. der dieses Instrument handhabt, wie ein großer Künstler seine Flöte, vermag dem Fcldhcrrn die Ausführimg seine, Pläne zu gewährleisten. Ser deutschen Erwerbsstände in ausgiebiger Weise gehört werden. Ter ersten Forderung kann mau nur allgemein z u- st i m ni e n. WaS Punkt o anbetrifft, so darf dabei nicht f er* gessen werden, dag den wichtigste il ErwerbSstand die deutsche Arbeiterschaft bildet. In der zweiten Forde- rung ist unsere ablehnende Stellungnahme bekannt. Gegenüber den Wünschen von Dr. S t r e s e m a n n und W a ch h o r st de W e n t c nach einem„größeren" Deutschland bemerkt das„Berliner Tageblatt": ..Daß der Krieg, wenn er siegreich zu Ende geführt sein wird, nicht resultatlos verlausen dürfe, ist die allgemeine llebcrzeugung. schwieriger ist c-Z schon, zu entscheiden, wie das„größere Deutsch- land" aussehen solle. All solche rednerischen Wendungen, wie die Abgeordneten Stresemann und Wachhorst de Wente sie vorgebracht haben, werden ja immer in einer Versammlung Beifall finden, ober wir glauben, daß große Politik nur mit ruhiger, alle Seilen eines Problems in Betracht ziehender Ueberlegung und nicht mit Schlaglvorten geniacht werden tann. Das lv i ch t i g st e Kriegs ziel ist die Umgestaltung der politischen Situativ und, damit verbunden, die dauernde Sicherung des Friedens. Bei den einzelnen, im übrigen sehr verschiedenartigen Wünschen, die sich auf ein„größeres Deutschland" beziehen, wird vor allem ge wissenhast, in genauer Kenntnis der Sachlage, zu prüfen sein, ob ihre Verwirklichung diesem Ziele dienen würde." Zur Brotversorgung. Berlin, 18. Februar.o..ders m.t dem Hinweis darauf, daß das Generalkommando des VIl. Armeekorps eine Bestrasung für angebracht erachte. Das Gericht verurteilte den Gcnoffc.i Wcitlamp zu einem Di« Gefängnis mit der Begründung, dag die Verbreitung der Mitteilungen" durch VerlraucwSmanncr als eine öffentliche an- ttcfefeca tocrben«üffe. Die ATtttt fofftett boa iat JBägRdÄnt weitergegeben werden(?), wodurch fte einer unbeschränkten Anzahl twn Leuten zugängig wurden. Eine solche Art der Agitation sei unzulässig! DaL habe 25. auch gewußt und deshalb die Mil> tcilungcvv der Zensur nicht vorgelegt. Wir glauben larnn, daß daS Reichsgericht dieses Urteil bestehen lassen wird. ld'an Kol und die holländische Tozialdcmokratie. Aus Holland geht uns diese Erklärung zu: In einigen deutschen Parteizeituugen finden wir die. Bebauptung, der holländische Genosse van.et o l. der in der französischen Parlaments- fraktion eine antidentschc Rede hielt, sei Mitglied des holländischen Parteivorsta ndcS. Das ist unrichtig. Pan Kol ist Senator und einer der Vertreter der holländischen Partei im Jntcruationalen Sozialistischen Bureau, gehörte aber nie dem Parteivoriiand an. Dcsbalb iit es auch unrichtig, die hoiländuche Partei für die Aeußc- ru ngen van Kols verantwortlich zu machen. Das holländische Zcntvalorgan der Partei,»Het Volk, hat ebenso nachdrücklich gegen die Worte v-an Kols vrotesliert, wie seinerzeit gegen die Glück- wünsche, die Genosse Pliegcn an den früheren Metzcr Abgeordneten Weill richtete. Die hollandische Parteileitung steht nach wie vor aus dem Standpunkt der striktesten Neutralität, den sie wiederholt mit aller nur wünschenSwcricu Deutlichkeit bekundet hat. Gewerksthastliches. öerlia unü Umgegend. Forderungen der«chmiedc. Die bei den ImmngSineistern bcschänigren Schmiede hatten kürzlich die Kündigung ihres Tarifs beschlofsen. Die Branchen- kommisfion hat nun gemeinsam mit dem Gefellcnausschuß einen neuen Tarifentwuri ausgearbeitet, dein die Branchenverianlinluiig am Mittwoch zustimmte. Ter Enlwurf wird dem ZnnungSvorstande eingereicht werden. Hin sichtlich der Arbeitszeit enthält der Entwurf keine Aenderuug des alten Tarifs, der die neunstündige Arbeits- zeit vorsieht. Dagegen wird eine Erhöhung der bis- herigen Lohnsätze gefordert.� Im Entwurf werden folgende Mindestlöhnc ausgestellt: lschirrmeister 86 Pf., Feilbank- und Beschlagschmiede"75 Pf., Stock- und Beschlagschmiede 70 Pf., Stockgelellen 65 Pf. pro Stunde. Für Ueberstunden, die nur in dringendsten Notfällen zulässig sind, soll ein Ausschlag von 20 Pf. gezahlt werden. Ferner wird im Entwurf gefordert, daß der ArbeilSnachweiS gemeinsam von der Innung und vom Deutschen Metallarbeiterverband unterhalten und verwallet wird. Die Aufsicht über den Arbeitsnachweis soll die SchlichtnngSloniinission führen, die auch für die Streitigkeiten aus dein Tarifverträge zuständig sein soll. Der Tarif soll aus zwei Jahre abgeschlossen werden. Tic Autogcnschwcisscr haben infolge der jetzigen sehr günstigen Konjunktur einige Aenderungcn in ihren Arbeitsverhältnissen erfahren, hauptsächlich handelt es sich um die Ausbreitung der Akkordarbeit und die Einführung weiblicher Arbeitskräfte. Früher war Akkordarbeit nur in einigen Heineren Betrieben üblich. In letzter Zeit hat sie sich auch aus die Großbetriebe, namentlich die Ftugzcug- werkstätten, ausgedehnt, so daß jetzt etwa die Hälfte aller Autogenschweißer in Akkord arbeiten. Wenn tüchtige Arbeiter bei besonderer Anstrengung gute Akkordverdicnste erzielen, dann kommt es vor, daß Abzüge gemacht werden und daß ihnen die bekannte Berftigung der Feldzeugnicisicret entgegengehalten wird, um sie an einer wirksamen Vertretung ihrer Interessen zu hindern. Zweifellos treiben manche Unternehmer Mißbrauch mit dieser Verfügung. Einem solchen Zustand könnte nur durch Austlebmig der Verfügung ein Ende gemacht werden. — Di? Einführung weiblicher Arbeitskräfte in der Autogenschweißerei wird von der Flugzeugsabrik Albatros betrieben. Weit gegenwärtig ein gewisser Mangel an Autogenschweißern herrscht, so hat die Firma Albatros eine Lehrwerkstatt eingerichtet, wo männliche und weibliche Arbeitskräfte als Schweißer angelernt werden. Beim Antritt des Lehrverhältniffcs müssen sich die Betreffenden vertraglich verpflichten, sechs Monalc bei der Firma Albatros zu folgenden Bediiigmigcu zu arbeiten: Während der sechs Wochen daueritdeu Lehrzeit erhalten die ra&mSc�ax Arbeft» änest Swndsnkoh» vo« 38 Pst,» dar dermt folgenden sechs Wochen 76 Pf. und in der ferneren Zeit 75 Pf. Die weiblichen Arbeitskräfte erhalten in den gleichen Zeiträumen 25, t6, 56 Pf. Stundenlohn. Wer vor Ablauf von sechs Monaten fem Ar- deitsverhältnis bei der Firma aufgibt, bat ein Lehrgeld von 160 M. zu zahlen. Als isichcrhcit für diesen Fall behält die Firma von jedem Wochcnlohn der Ardeiter 7,56 M.. der Arbeiterinnen 5 M. zurück. Ueber die Anzahl der Arbeitskräfte, welche auf diese Weise in den Berus neu eingeführt und nach Fertigstellung der Kriegsarbciten als Ucberzählige den Arbcitsmarkt belasten werden, wurden in einer Per- sammlung der Autogenschweißer verschiedene Angaben geinacht. Gegen die Heranziehung weiblicher Arbeitskräfte hat man an sich nichts ein- zuwenden, doch wurde bemerkt, daß die tochweißerei eine ungesunde Arbeit sei und sich deshalb für Frauen nicht recht cianc. Wenn over trotzdem weibliche Arbeitskräfte angelernt und im Beruf beschäftigt werden, dann müsse man verlanaen, daß sie dieselben Löhne erhalten wie die männlichen i-chweißer. Tie Gefahr einer Lohndrückcrci dürjc mau nicht aufloinmen lassen. deutsches Reich. Streik in der ttöuigshütte in Qbersch.'efien- Am 16. Februar früh legten 16 Heizer im Maschinenbetriebe des Eisenwalzwerks der Äönigshütte plötzlich die Arbeit nieder. Bis- ber hatten die Heizer einen Stundenlohn von 29 Ps. bei täglich elftründiger Arbeitszeit. Außerdem bekamen sie. eine täglicbe Prämie von 40 Pf. für stündiges Holl, halten der vorgeschriebenen Dampfspannung. Diese Prämie sollte nun teilweise fortfallen. Sie sollte um 16 bis 16 Pf. gekürzt werden. Die Ausständigen verlangten einen Tagelohn von 1 MI. unter Fortfall der Prämie. Nachdem ihnen eine vorläufige Stnndenlohnerhöhung um 1 Pf. zugesichert wurde, nahmen sie die Arbeit wieder ans, beharren aber mis ihrer Forderung, für die sie bis zum 19. Februar definitiven Bescheid verlangen. Zu gleicher Zeit stellte auch die Belegschaft des Bandagen- wcrkes Lohnforderungen und gab dieser Forderung durch Arbeits- einstcllung Nachdruck. A.WERTHEIM G. M. B. H. Leipziger Str. Königstr. Soweit Vorrat: Rosenthaler Str. Moritzplatz Wurst Harte Zervelatwurst Pfd 2.20 Piockwurst..... Pfund 1.80 Landleberwurst.. Pfund 1.10 Jagdwurst...... Pfund 1.20 Rotwurst.. Pfund 1.10 80 Pf. Schinkenstücke.. Pfund 1.70 Schinken in Dosen netto ein- gewogenes Gewicht.. Pfund 2 M, Aufschnittfleisch in Dosen....... 5 Pfund 6.25 Häncherwaren Kieler Bücklinge 3 Stück............. 25 PL Kieler Bücklinge Z Stück............ 10 Pf. Makrel-Bücklinge2Stück25 Pf. Ostsee-Sprotten. Pfund 48 Pf. Ostsee-Sprotten 46 Pf. Goldfische...... stück 1 5 Pf. Ger. Aal Pfd. 1.20 1.50 1.60 Matjes-Heringe stück..... 10 15 20 25 Pf. Sardellen...... Pfund 80 Pf. Extra billiges Fleisch Rinderkamm... Gehacktes......»...SS.,. Gulasch.......... 65 Fehinppe 7 5 Kalbskeule>. SS Kalbsrücken"""»TiSS-,, Kalbskamm....«... 75 Kalbsbrust...... 75 Rinderbrust.....,««.75.,. 5pltse 2,.....,...90». Rinderfilet".'.rr�üSO... Roastbeef �.75 Schmorfleisch SO Schweinekoteletts.,..1«. *«nweineKcii«iVTi Pfund VV pf. Schuft............ Pfund SO Pf. Kaninchen gefrorene, gestrem 70 bis 90 Pf. Geflügel Brathühner stuck 1.55 bis 3.60 Suppenhühner st 2.30 bis 3.60 Scnneehühner... stück 1.30 Birkwild... Stück 1.75 2.25 kasanen.. Stack 2.40 u. 3.60 •••••sssees Suppentauben... stuck 65 Pf. Frische grüne Heringe 18 Mandel Pfennig Fische Lebende Lausitzer Karpfen Pfund............. 75 Pf. Lebende Hechte. Pfund 98 Pf. Lebende Schleie Pfund 95 Pf. Lebende Plötzen Pfund 50 Pf. Seemuscheln... 5 Pfund 55 Pf. Obst Gemfise Sellerie....... Knonc 5 7 Pf. Rosenkohl...... Pfund 26 Pf. Rapunzen- Salat Pfund 33 Pf. Chicoree....... Pfund 28 Pf. Meerrettich. Stange 5 u 10 Pf. Kranzfeigen.... Pfund 40 Pf. Traubenrosinen. Pfund 1 m. Blutapfelsinen DK. 40 50 Pf. Apfelsinen... du. 35 45 Pf. Mandarinen.... Pfund 35 Pf. Datteln....... Karton 65 PL Kalif orn. Aepfel Pfund.......... 40 50 Pf. Bittere Orangen. du. 85 PL Butter- Käse Tisch- und Tafelbutter Pfund.,....... 1.48 1.56 Vj-Pfund-Pakete.... 74 78 Pf. Landbutier..... Pfund 1.38 Limburger Kase Pfund 68 pl Hollander Käse.. Pfund 60 Pf. Harzer Kiste, 100 Stück.. 2,65 Camembert..... Stack 32 Pf. Holl. Bienenhonig Pfd. 80 pr. gniwuuiimuiuiiuii!ui»wniiHuuuiniinBimiiinniiiuiM«imin:uumnimainüiu;i!!JUCj;;imaimBmmMnMnpM �_ Souchong-MeJange II. Pfund 2.40 Souchong-Melange IV rund 3B20 Souchong- Melange III Pfund 2.80 Souchong-Melange V Pfund 2.00 � � Ceylon-Tee........... Pfund 3b60 Grus-Tee................. Pfund 2 m. Die inserierten Artikel sind von der Zusendung Theater für Freilag, 18. Februar: Berliner Theator 8Vhr;„Extrablätter!" Dcutscbes Opernbaus, CharloUcnb. 8-jhr: xjefianfi. rriedrich*WilheIinstad(, Tbcatcr. 8''hr: Gasparone. <;obr. Hcrrnfeld-Thcater 8 � Familie Plasehek. Helbring contra Helbring. Kleine» Theater 8 Uhr; Komische Oper 6101 Gold gab ich für Eisen. Komödicohaob 8 � Biedermeier. liC»9»iiijg.Xheutcr 8 Lhr: 2 2-5. I.Uklapielhai,� 8'/, U.: Die Orlentrciac. Souut. o'/, L.; Das Leulnantsmundel. Uetropol-Theater 8Uhr: Woran wir denken! HontlM Operetten-Theater 8üllr Der liebe Pepl. Vatlonal-Thenter 8.10 U.: Kehldena-Theater SLhr: Die Schöne vom Strand. RoMoThcatcr 8 Vllr: Else vom Erienhof �«•hiller-Thcatep O« 8 Lhx: Der Seeräuber. Krhiller-Th. Charlottenbjr. 8 Uhr: Die Xenverintthltcn. .fkmphltrj on. Thalia-Theater 8ühr Kam'rad Manne. Theater am Xollendorfpl. 8'/, G.: Immer feitte druft! Sonnt. 3'/-G.: DerGraf*. Luxemburg. Theater de« Weatcn« 8 Uhr: Rund um die Liebe Theater in der KöniggräUcr Straße 8 Uhr; Rausch. Tri an on-Theater � u: Das Liebesnest. Volksbübnc.lhcatcrani Bülowplafr 8'/' u-: Die Kreuzelschreiber. W alhalla Theater s l ilr Krümel vor Paris. URANIA TaubenslraBe 48,49. 4 Uhr{Halbe PreUcj: Auf i.SchlaEbt!elilErn Ostpreußens Abc-ndö 8 U hr; Dr. T r u. u b: Krieg und Kullur. Voigt-Theater. Badstr 58. Badstr. 58. Heute Freitag, den 19. Februar: , Fallt, die zmeitt Frau" Schauspiet in 5 Akt. n. b. gleichnamigen ErzähU o. E. Marlitt a. d.{Sartenlande. Knsseucrihnimg 7 Ahr. Ans. 8 Uhr. �okunnu Terwin venr.Dc-ur-.Tion'lüeater.HsrUn, �akod tiedtke V. Ue-,->in�-Then{er. Burli». In; Landwehrmann und Pikarde Zeitbüil von Otto Keutter. Serene Nord mit ihren Wasaorn-uipbea, Rosa Felsegg mit ihren. Aoroplun, Else Berna Operettensängerin sowie der hervomigondo Februar-Spielplan. vm- Kleine Preise. Theater Felics Cepriee SV» Posaen-Theaicr 8� Sprechstunde. Ein nngciiehmcr Herr. Martin Kettner a. C. Zirkus Alb. Schumann Freitag, 19. Febr., Anf. i','- Uhr; Gr. Extra■ Vorutellung. Besonders hervorruheben: .ärfur Saxon-Trio die stärksten Männer der Welt mit ihrer lebenden Automobilbrücke. lO Reiter- Akrobaten. Weises 5 rollschuhlaufende und radfahrende Bären. ücbr.Urnst n. Oskar Scbumann. Um O'/, Uhr: Um 9'/, Uhr: Ost und West. GroUes patriot]äch.Schau.stück aus der Gegen.varb in 4 Akten. il Ecke MüUer- u.SellerstraUo Erstaufführung f I Kenng Torten I Das Ende vom Lied X>r»m». Reichshailen-Tbeater. Stettiner Sänger. Znul Schluß; Weihnachtsabend im Schützengraben Ansang 8 IlHr. Militärveisanen und deren An, gebärigen stall- kämmen freier Zulritt zu den ie,tetl. Sangern. Gssino-Itieawi'. r!stlhr!»g«r Straxe 67. Täglich 8 Ilde. ettr Nur noch bis? onnerStaz-WWU den gZ. b. M.: Dured dielt und dlinn. Zrellag. UO. Febrnar; eerftausfubrung des neuen t.'usllptclichlagcrs; � Der Herr Hiommerxteiirat. e;onnt. 4 Uljc; Durch Klippen u. Wellen ( am Zu« Palast-Theater Täglich 8 Uhr; „Muttchen hat's Wort!" ) BjjS?! Todes-Anzeigen r ii- m 1216 Sera Mnlen raifetec auf Sera MMWW gefoKenen(Sesofien! Ln Rußland fiel»ni 4. Februar Julius IComfalski Malzdalenenstr. 10. Sluf dem Schlachtfeldc gefallen der Heizer Herraasui Hoppe Kaulstr. Sozialdemokrat. Kreis-Wahlverein Niederbarnim, Bez. Lichtenberg. Neukölln. W a ch r u f. ?tnt I.j. Februar verstarb uii[cr[ Parteigenosse Emil Prieba Wanztickstr. Ol. 00 Vezirt. <9hrc seinem Andenken l ?!c Beerdigung findet beule j Freilag. den 19. Februar, nach- millagü l! ilbr, vom neuen.Xnlobi- kirchhos, Hermaniistragc, aus statt. � Ter Vorstand. BeBaBBaHBnBnHnanE5¥ _jraiH)ia-a!s«rwrMirTMTMT!aaieujgi_. iFrauen-Slerbekasse dep Zen(ral-j | Krankenkasse der deutschen Wagenbauer. Neukölln 1. Nachruf. flm 13. Februar starben unsere I Mitglieder Fr«» Pauiine Labinski und Frau Luise Bowilz. Ehre ihrem Andenken! 038/00 Die Qrtsverwaltung. illach langem, schwerem Ocidcn I \ entschlief gestern mein lieber! Mann, unser guter Balcr, Schwiegervater und Großvalcr, \ der ehemalige Gastwirt Lseinricb Köbler Ilm G3. Lcbcnöjahxe. 1120b Uin stillet! Beileid bitten Pauiine Köhler geb. Schubert. Familie<-e«»rLr>'el«ell. Familie Kurl Winkel. Familie JL<'ranz liürger. j Die Beerdigung findet am| Zonntag, den Ol. Februar, nnch- j mittags I llfir. van der Halle I des neuen Falobi-ilirchhoses, Neu- s lölln, Herniannstraßc, aus statt. Vei«gllungss!kl!ö Berlin. N 54, Linienstr. 83-85. Tclepbon: Amt Norden 183. 1239. 1987, 9711. Bureau geöffnet von 9—1 Uhr und von-1— 7 lihr. Achtung l Achtung! Rohrleger und Helfer. Tountag, den Äl. Februar 1915, vormittags 10 Uhr: Branchen- Versammlung im großen Saale des GewerkschaftShauscS, Engclufcr 15. Tagesordnung: l. Bortrag des Stollegcu f�rit? LgrI. 2. Diskussion. 3. Bcrbands- und Branchenaugelegcnheite». 4. Berschiedenes. Mitgliedsbuch legitimiert!———~ Sonntag, den 5J1. Februar 1915, vormittags 10 Uhr: Versammlung oller au autoulatischeu Drehbänken beschäftigten Einrichter im GcwerkschaftShausc, Engelufer V6, Saal I. Tagesordnung: 1. Die gegenwärtige Soge der Ginrichtcr. 2. Diskussion. 3. Nci Wahl dcZ Vertreters zur Agttationskommission. l. Verschiedenes. • Ohne Mitgliedsbuch kein Zntritt!>> Allzu srüh und fern von seinen I Lieben starb den Heldentod fürs I Vaterland am 3. Februar in 1 Rußland unser lieber Sohn. | Bruder u. Schwager, der Reservist Paul Majewski Reserve-Jnsanterie-Rgl. Ar. 3 im blühenden Alter von 27 Jahren. öle trauernden Hinterbliebenen; Max Majewski u. Frau als Sltern. Martha llöring geb. Majewski. Ernst llöring als Schwager, zur- zeit im Felde. Marie Majewskil Otto Majewski, als Geschwister. Willi Majewski J Hans Stanzig. Wie schwer war Dir das Scheiden Von uns, geliebtes Herz. Weißt nicht, was wir jetzt leiden SJ In tiefem, großem Schmerz. Wir baten alle Tage: Ach. lehre bald zurülll Doch jetzt nur eine Klage, Vorbei ist unser Glück. Kurz war unsere Freude, Ties ist unser Schmerz; Drum schlummre sanft. Du treu geliebtes Herz. Du warft so gut. Du starbst so früh, Wer Dich gekannt, vergißtDich nie! Ruhe sanft in Feinde-Zlalid! Hndemrein„Vorwärts". Am 7. Februar siel im Westen unser lieber Sporlsgcnosse tiaas petermsna. Wir werden dem. so srüh Heim- gegangenen ein ehrendes An- denken bewahren. 293/1 Der Vorstand. Verband der Tapezierer Filiale Berlin. An 17. Dezember 1911 fiel aus dem Schlachlselde im Westen unser langjähriges Mitglied I Willi UhBitiann. Ehre seinem Andenken: 1 179/8 Die Lrtsverwaltung. Sonntag, den iil. Februar 1915, vormittags 10 Uhr: Branchen- Versammlung der Werkzeugmacher, Werkzeugschleifer, Einrichter sowie aller als Zigarettenmasch inensichrer beschäftigten Kollegen in de:» Musiker-Fcftsälcn, Kaiser-Wilhetm-Straßc 31(großer Saal). Tagesordnung: 1. Bericht der Agitationskommisfion. 2. Neuwahl des Branchen- leilers und der Agilattonslolmnission. 3. Verbands- und Branchen- ' angelcgcnhettcii. 4. Verschiedenes. Ohne Mitgliedsbuch kein Zntrltt! Sonntag, den eil. Februar 1915, vormittags 10 Uhr: Versammlung derMetallschleifer, Galvaniseure, Hilfsarbeiter und Arbeiterinnen in den Arminhallen, diommandantcustraße 58/59. Tagesordnung: 1. Vortrag des Kollegen Wilhelm Sierlng über:„Oer Uinflaß des Kriege» auf die gewerksehaftlieho Tätigkeit.'* 2. Diskussion. 3. Branchenangelegenbeiten. — Mitgliedsbuch legitimiert!• Zahlreichen Besuch obiger Vcrsamuilungcu erwartet 132/11 Die Orts Verwaltung. ZenSralverbandlerLederarbeiter und Arbeiterinnen Deutschlands. Filiale Berlin 1 Sonntag, den 21. Februar 1915, vormittag 10 Uhr, bei Schmidt, Prinzenallcc 3a: Versammlung.~9® Her Iii Tcrwaltiing Berlin. iel.-Amt Moritzvlatz 10023, 3378. Bureau: blungcstraße 39. Um zahlreiches Erscheinen ersucht 133/11 Oer Verstand. Am Mittwoch verschied infolge SchlagansallS ganz unerwarlet meine liebe Tochter, Schwägerin und Tanle, die Witwe Unna Fiedler geb. Hoffmann, Buttmannstr. 29, im'Atter von 92 Jahren. Die? zeigen mit der Bitte um stilles Beileid an llle trauernden Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet Sonn- abend, nachmittags 3'/. Ilbr. von der Ocichenhallc der Philipp- Apostel. Gemeinde nach dem Siädiischcn Friedhos, Scestrage, aus statt. 1119b in guter Muskükrung VORWKRTS Buehdrucherei und Verlag SW.S8 Undenstraße 3 �nchhaudluug vorwärts Lindenstraste 3. 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Wie schnell sich doch die Wertschätzungen ändern können! Dft genug- kann-iiian'S im Leben' erfahren und besonders der jetzige Krieg hat in dieser Hinsicht geradezu überraschende Resultate gezeitigt. So steht es heute niit der schlichten Knollenfrucht. Wie hat man einst über sie gcurteilt. Sie sollte bloj; den Bauch füllen, keine Kraft haben und manche sprachen ihr rundweg jeden Rälpiocrt ab.„Aber nicht so viel Kartoffeln!" Im Restaurant, in der Familie und sonstwo konnte man diesen Angstruf vernehme». TaS heißt, natürlich nur dort, wo'genügend andere Speisen als Ersatz zu haben waren. Auf dem Speisezettel der Minderbemittelten nahm die Kartoffel die erste Stellung ein. Hier war sie ausschlag- gebend. Hier macht sich auch die Kartoffclnot jetzt am stärksten fühlbar. Die Gründe, warum ein Kartoffel- manget besteht, sind an anderer Stelle schon eingehend gewürdigt worden. Jedenfalls fehlt es aber an„Erdäpfeln" ini Augenblick und da, wo welche zu kaufen sind, oder wo die Sage geht, es sollten mal welche zu haben gewesen sein, treffen Hausfraucn mit Kiepen und Körben und Netzen und Taschen ei», um zu kaufen. Ja, Kuchen; Keine Schale ist hier zu bekommen. Die gehänselte Hausmutter jammert, "Ober fort muß sie wieder, muß weiter fort!" So gehl* von Geschäft zu Geschäft, von Halle zu Halle. Nennt man die schlimmsten Schmerzen, so wirb auch die Kartoffel genannt. Eine Zeitlang hatten es sich gewissenlose Händler zunutze gemacht und mit allerlei verschlagenen Tricks gearbeitet, um die Höchstpreise zu umgehen. Dies wird wohl aufhören, nachdem dieser Tage ein solcher Gemütsmensch zu 1(X1 Marl Strafe verknackt worden ist. „Viel zu wenig, füsilieren hätten sc ihn sollen", sagt ein alter M'ann neben mir. Tie andern nicken beistimmend, „Sone Gemeinheit." Es ist in einer Markthalle, gegen Abend. Die Käufer stehen Spalier vor einem Kartoffelsland. Kch recke mich hoch, um hineinsehen zn können. „Hier ist nischt mehr, allenS schon weg!" ruft der Inhaber.. „So is et iiiinier", klagt ein mageres Weiblein und hüllt sich fester in ihr Ilmschlagetuch.„Iln et hat doch so villc je- jeben, wo sind se denn, die Villen Kartoffeln." „Tel sind die Spekulanten, die nicken noch»ich raus. weil sc denken, sie kriegen später mehr dafor," klärt der alte Mann die Umstehenden auf. „Ick habe heute Kohlrüben ohne Kartoffeln kochen müssen," erzählt eine junge Frau. ,,Na, ick habe jestern noch zivcc Fund von meiner Tochter bekommen, aber was is dct bei fünf hungrigen Mäulern." So fließt die Unierhaltimg weiter,»nd sie stehen und harren und merken kaum, daß der Lorrat immer kleiner wird, so daß die Hintenstchendcn wahrscheinlich wieder leer ausgehen werden. •ims ist der Kartoffelkrieg, den sicherUal niemand vorausgeahnt hat. � Der Wert der Kartoffel ist erkannt, auch für die. die sich wnst»m völkswirtschastlichc Dinge nicht kümmern. Jetzt müssen sie s, es greift an den Magen und den Geld-. ,.'.'aicht geworden Völker ein. Es ist übrigens eine heitere Ironie, daß es gerade ein Engländer war. der sich um die Verbreitung der Kartoffel verdient gemacht hat, die jetzt berufen ist, den Aushimgerungs- plan Englands zn durchkreuzen. In der ersten Strophe eines altes Volksliedes, das die Kartoffel besingt, heißt cö; „Franz Dralc hieß der brave Mann. Der vor dreihundert Jahren AuS England nach Amerika Als Kapitän gefahrc». Laut an, juchhe, Kartoffeln in der Schall." usw. Hoffen wir, daß wir auch bald der Kartoffel zujubeln können, wenn sie in riesigen Mengen auf dem Berliner Markt erscheint! Ter Kartoffclkauf. Der Andrang zu den Ständen des städtischen KartoffelverkaufZ in den Markihallcn war auch gestern außervrdcntlich stark. Noch immer hielten die Händler mit dem Verkauf ihrer Kartoffeln zurück, weil sie vielfach die Festsetzung der Preise im Detailhandel er- warteicn, um höhere Preise zu erzielen. Diese Festsetzungen sind nun ersvlgt und man muß abwarten, ob nun die Kartoffeln ans den Markt kommen. In den Hallen waren die ttarioffelstäudc belagert. In Reih und Glied mußten die Käuferinnen antreten, bis die Reihe an die einzelne kam. Der Magistrat hat sich veranlaßt gesehen, die Preise auch für die städlischen Kartoffeln zu erhöhen, um den Sturm auf seine Bestände möglichst zu verhindern. Der Magistrat gibt infolgedessen bekannt: „Der städtische Kartoffelverkauf erhöht in Rücksicht auf die von dem Oberkommando erlassene Verordnung über die Höchstpreise von heute ab seine Preise in folgender Weiset Es kosten ö Pfund 25 Pfennig, ... 19„ 18„ ., 20„ 93 Dieser Preis bleibt erheblich hinter den vom Oberkommando festgesetzten Höchstpreisen zurück. Andererseits sah sich der Magistrat außerstande, die bishcrigeu niedrigen Preise aus recht zu erhalten, wollte er nichl angesichts der im freien Handel eingetretenen Preiserhöhung Gefahr laufen, daß die gesamten von der Stadt eingekaustcu Kartoffelmengm in allerkürzester Zeit ausverkauft sind. Zu den städtischen Kartoffeleiiikäufcn drängt sich nickt nur das Berliner Publikum, sondern aiiS weit entfernten Orten erschienen die Käufer in Scharen, um bei der überall vorhandenen Knappheit und den außerordentlick billigen Preisen der Stadt Berlin sich hier mit Kartoffeln zu. versorgen.- Wenn vorgeschrieben, war,- daß an einen Käufer nur höckstenS 20 Pfund abgegeben werden sollten, so nm- ging man diese Bestimmimg dadurch, daß gleickzeiiig drei bis vier Personen aus derselben Familie erschienen, um so in den Besitz einer größeren Menge Kartoffeln zu gelangen. Es muß der Stadt Verwaltung aber daran liegen, größere Kartoffelbeständc zu be- halten, um ttr,Z?itetr vielleicht wiedcreintretender Mappheit, ans- helfend eintreten zu können." Tic Brotkartc. Vom 22. Februar ab wird Bror und Mehl nur gegen eine Brotmarke verabfolgi. Ohne Brotmarke gibt es kein Brot. Die Brotmarken werden setzt ausgegeben und zwar durch den Hauswirt bez. dessen Verwalter ans Grund des kürzlich aufgenvminenen Personenstandes. Der Magistrat warnt erneut, mehr Brotmarken zu verlangen als Personen im Haushalt sind. Er teilt mit: „Dem Vernehmen nack ist an ciiizeliien Stellen bei Ansilähme der Hallslisten, die die Grundlage für die Regelung des Brot Verbrauchs bilden, den ausdrücklichen Vorschriften der MagistraiSverordiiung entgegen gehandelt wordeil; Einmal sind in die Listen auch Personen ausgenommen worden, die nicht innerhalb der HauShalNiiig die Nacht ziibriilgen. sodann haben auck Frauen von Kriegsteilnehmern die Eintragung ibrer Männer veranlaßt. Solcke Verstöße stellen sich als eine"schwere Verfehlung dar, die nack Ji 44 der VundesratSbekanntmachung mit Gefängnisstrafe bis 6 Monaten bedroht ist. Es muß daraus bin- gewiesen lverden. daß, sobald die erste Auszählung erfolgt ist, der- artige Unigehungeir unfehlbar entdeckt werden, niid daß dann unbedingt auch die Bestrafung eingeleüet werden wird. EZ bedarf wohl'leiner Ausfübrnng. daß, wer auf diese Weise die Maßnahme der Brotfürsorge zu vereiteln sucht, verwerflich handelt." Tie Brvtkvmiiiissioncii. Berlin ist in 170 Bezirke ciligctciit. Für jeden Bezirk ist eine Brolkommission gebildet, deren Aufgaben wir kürzlich dargelegt haben. Den Vorsitz in der Brotkoimnission führt ein Rektor. Alle in der Brotfrage bezüglichen Angelegenheiten— für Verläufcr wie Konsumenten— werden von der Brotkommission erledigt. Im Inseratenteil unserer heutigen Ausgabe befinden sich die Adressen der Brotkommissionen, und weisen wir unsere Leser besonders darauf hin._ Gegen die Durchbrechung von geschlossenen militärischen Wagenkolonnen durch Ttrasicnsahrzeugc veröffentlicht der Polizeipräsident folgende Verfügung: Das Immobile Krastwagendepoi Nr. 8 Berlin-Schöneberg hat während des Krieges in verstärktem Maße den Truppen Kraftwagen zuzuführen. Tie Wagen fahren in Kolonnen vom Depot zur Bah», wo sie verladen werden. Bciin Fahren in der Kolonne haben sich zahlreiche Unfälle ereignet. Ich bringe daber meine Ackanntinachung vom 12. Februar 1910 hiermit in Erinnerung» ivelche lautet: „Es ist iii der letzten Zeit mehrfach vorgekommen, daß militärische Laii- und Personenkraftwagenkoloniien an Wcgc- krcnzungen in der Stadt von anderen Straßeiifahrzeugcn durchbrochen und dadurch in Gefahr.. oder Unordnung gebracht worden sind.,., Derartige Wagenkolonnen, die an der meist grauen Farbe der Fahrzeuge und an ihrer militärischen Besetzung mit Kraft- fahrtruppcn unschwer als zusammenhäiigende militärische Organisation zu erkennen sind, stehen-unter dem Schutze des 8 33 der Siraßenordnung vom 31. Dezeiiiber 1899, nach dem u. a. geschlossen marschierenden(und sinngemäß auch fahrenden oder reitenden) Mititärabtcilungcn sowuhl. von vorfahrenden als von entgegentomiiieiidcn Fuhrwerken überall vollständig Raum zu geben ist und, falls dies die Ocrtlichkcit nicht gestattet, so lange! gewartet werden muß, bis jene vorüber sind. J Eine Durchbrechung derartiger militärischer Wagenkolonnen ist also unzulässig und strafbar. Dies bringe ich zur Verhütung weiterer Unzuträglichkeiien und Bestrafungen hierdurch zur öffentlichen Kenntnis." Maßnahmen zur Durchführung der Lebensmittel« Versorgung. Die C h n r l o t t e n b n r g e r Stadivcrordiictenbersamnclnng bewilligte am Mittwoch die Summe von 33 090 M. für Feststellung der Mehlvorrätc und für Brotmarkenausgabe. Nach vorläustgcr Schätzung soll diese Summe für den genannten Zweck bis zum 31. August reichen. Wie der Bürgermeister M a i e r mitteilte, sind Nahrungsmitlel genügend vorhanden, doch sei ein haushälterisches Umgehen dringend erforderlick. Stadlrat Gottstein ergänzte die Aussührimgen des Bürgermeisters durch eine Schilderung der Orga- nisatio», die voraussichtlich in erster Zeit auf Schwierigleiten stoßen werde. Es sei nicht ausgeschlossen, daß die erste Verteilung der Brotkarten nicht so glatt von statten gehe. In solchen Fällen müßten stch die Hausbesitzer vorläufig gegenseitig aushelfen. Der Vertreter des Magistrats betonle ausdrücklich, daß die-Schwierigkeiten nicht auf Mangel an Brot oder Mehl zurückzuführen seien, sondern nur organisatorischer Art sind. Auch der Rartoffelmangel, über den in den letzten Tagen gellagt worden sei, werde bald behoben sein. Es handle sich hier nicht um einen dauernden Mangel an den wichtigsten Nahrungsmitteln, sondern um Schwierigleiten in der Zu- fuhr nach Berlin. Die Stadt habe große Einkäufe an Kartoffeln gemacht und werde in Zukunft weitere Käufe abschließen, so daß keinerlei Stockung in der Abgabe von Kartoffeln eintrete. Weiter beschloß die Versammlung die Einsetzung eines Ausschusses zur Prüfung der Frage, ob nach den Vorschlägen des Ma- giftrats die SäuglingSklinik vom 1. April ab nicht mehr unterstützt werden soll. Der Magistrat überweist schon jetzt keine Säuglinge mehr an diese Klinik, ein Vorgehen, das in den Kreisen der Stadt» verordneten große und peinliche Ueberraschung hervorgerufen hat. Wirtschafttichc Maßnahme» in Nowawcs. Die Gemeinde gab vor kurzem bekannt, daß Gemeinde- angehörige Brachland gedüngt und bearbeitet unentgeltlich zum Anbau von Kartoffeln nsiv.- erhalten köimei!. Da die beabsichtigte Düngung und Bearbeitung des Bodens aber große Kosten ver- ursacht, so sieht sich die Gemeinde veranlaßt, eine Pachtgebühr von 3 4 Pf. pro Onadralmeter zu erheben. Es wird infolgedessen jedem Bewerber freigestellt,, von seinem Pachtvertrag zurnckznlreten. Der Schmalz- und Speckverkauf im Laden Uorck- und Blücherstratzeuecke findet von jetzt ab nur noch an drei Tagen in der Woche statt, und zwar Dienstags, Freitags und Sonnabends. Für die Abgabe von Waren sind folgende Bedingungen festgesetzt: 1. Die Geldbeträge für die gekauften Waren sind abgezäblt zu cnt- richten. 2. An Kinder findet der Verkauf nicht statt. 3. Die Waren werden mir an hiesige Einwohner abgegeben. Beim Kauf ist als Ausweis die letzte Sleuerqnittung vorzulegen. Am 22. Februar tritt auch für die Gemeinde NowaweS die Ver- ordnung des Oberbefehlshabers in, den Marken in Kraft, wonach R c st e und Abfälle des Haushalts, die zur Viehfütterung verwendet werden können, vom übrigen Müll getrennt zu sammelu sind. Die Brotmarken sollen am 1. März zur Einfuhrung kommen. Ilm genaue Ilnierlaneit zu erhalten, sind dieser Tage den Hauseigentümern bezw.-Verwaltern Listen zugestellt worden, die bis zum 18. d. Mts. im Zimmer 3 des Rathauses abgegeben werden tuitsfett.■ S3;,ir'?r r-v X .... I....,----•.... �..•- Hie Wählerlisten fiir die bcvorstehendcwG.entÄtdevertrcierwahlen in deii Bezirken 2 und 4 lieget! im Singerschen Lokal, Priestersiri 31, zur Einsicht aus. Frnucn als Stiasifiirriiiiger. Nach den Vorschtägen der Depv- tatiou für das Straßenreiiiiguiigsivescii hat der Potsdamer Magi- strat beschlossen, tünftightti bei Eintritt von Schneefall und Glatteis arbeitslose Frauen zum Saiidstreuen und Schneeschanfciu zu ver- wenden. Die Francii erhalten als Tageslolm 2 M. Zunächst handelt es sich um etiicii Versuch, der, falls er sich bewährt, zu einer ständigen Eiurichtiiiig führen lvird solange Mangel, au mäitnlichcit Arbeitskräften he r r sch t. HanssrauenbcratungSstelle in Lichterfeldc. Die Gemeinde Lichterfetde eröffnete am 18. Februar die erste .Hausfrauenberatungsstelle für den tvenlichen OrtStcil in der Karl- straße l— 2 im Laden der cheiualigen Theaterkasse von A. Wertheint. Vormittags von.10— 1 und nachmittags von 4— 6 Uhr wird 2Iu?« kunft in allen die Kriegskiiche betreffenden Fragen erteilt. Vor- mittag? durch die Gettossiit Marie Kunert. Ein falscher Kriminalbeamicr treibt seit einigelt Tagen seilt litt- Wesen. Er sucht die von' Frauen und Mädchen geleiteten Zweig- geschäfte von Großhaiidlungen in der Regel zu einer Zeit aus, in der keine Kunden anwesend sind und stellt sich der Leiterin als Kriminalbeamter vor. Der Beamte erklärt aus Grund eines Haft« bcfchls die Dame festnehmen zu müssen, weil sie unter dem dringenden Verdacht der Verausgabuitg von falschen Geldscheinen stehe. Die Leiterinnen beteuern mit gutem Gewissen ihre Unschuld und ihre Vorstelluttgen erweichen denit auch endlich den„Beamten" so weil, daß er voii der sofortigen Verhaftung absieht tmd sich damit begnügt, die Kasse durchzusehen tmd die„falschen Scheine" zu bc- schlagnahinett. Für gefälscht erklärt er so ziemlich alles, was er an Papiergeld vorfindet. Der Schwindler ist etwa 85 Jahre alt, mittelgroß und schlank gewachsen und sieht bleich und verlebt aus. Nnvorsichtigkeit mit der Dchusiwaffe. Bei einem bedauerlichen Vorgang hat der 34 Jahre alte Kauf- mann Paul Röhl aus Steglitz sein Leben eingebüßt. Der Bruder des R., der sich gegenwärtig im Felde befindet, besitzt in der Schloß- straße 107 in Steglitz ein Restauraitt, in dem er während seiner Abwesenheit von Paul Röhl vertreten wurde. Mittwoch abend kehrten tiichrcre junge Leute, unter ihnen auch einige Ersatz- reservisieit.� in die Gastwirtschaft ein. Int Laufe des Gesprächs holte der Schlosser Karl P. eine Nepetierpistole hervor und legte in scherz« Halter Weise auf den in der Nähe siehendeit Tischlermeister Sch. an. Sch. verbat sich dies, warauf P. die Waffe, ebenfalls wieder im Scherz, auf den Vertreter des Gastwirts anlegte. Im nächsten Augenblick krachte ein Schuß und Röhl brach infolge eines Schusses über dem rechten Auge leblos zusammen. Auf dem Transport nach dein Krankenhanse erlag R. der Schußverletzung. Der unborsichtige Täler wurde verhaftet. Kleine Nachrichten. Infolge eines Herzschlages verstarb in Weißensee, Berliner-Allec, der Kaufmann P. Stock ans Marien- darf.— In dem Fließgraben bei Luiden verg wurde die Leiche de? Rekruten A. Hahn vom Kaiscr-Alexaiider-Gardc-Grenadier- Regiment anfgefuudcn. Allem Anschein nach ist H. in eine in Schwer. mutsanfall in den Tod gegangen.— DaS Opfer eines Straßen- Unfalls ist der Gerichtsvollzieher Max Gorsch aus der Kochhann- straßc 41 geworden, der am Dienstag in der Kniprodestraße van einem Straßenbahnwagen angefahren und nmgestotzen wurde. Er erlitt eine Gehirnerschütterung und wurde nach dem Krcmkenhause Am Friedrichshai» gebracht, wo er am Mittwoch gestorben ist.— Vor dem Hause Belle-Alliance Straße 3 versuchte am Miltwoch- vormittag Fräulein Anna von Pay kurz vor einem hcrairitaheitdeu Slraßenbahitwagett der Linie 82 das Gleis zu überschreiten. Fräuicin v. P. wurde umgestoßen, glücklicherweffc aber vo» da *55u|iijj iWihrta imfgefmTjMt. S?ef bcm Sturz rrtitt bic iuttge T?mc! eine Kopfwunde und Rippenquetschungen. Tie Verunglückte wurde lwt» dem Krankenhaus Am Friedrichshaiu gebracht. Ein anderer Unfall ereignete sich nachmittags in der Potsdamer Straße. Turt trat pur dem Hause ü» Herr Wilhelm Thomas unmittelbar vor einem in der Richtung nach Friedenau fahrenden Straßenbahn- wagen der Linie till auf die Schienen nud wurde umgesiußen. Er erlitt eine Gehirnerschütterung und fand im nahen Elisabeth- Krankenhause Aufnahme.— An der Oftbahnbrücke wollte Herr Karl Macke kurz vor einem in der Richtung»ach Friedrichsfelde der- kehrenden Stratzenbahnivageu der Linie lill das Gleis überschreiten, wurde jedoch, da der Führer den Waggon nicht mehr zum Stehen bringen konnte, umgestoßen. Er geriet unter den Vorderperron, wurde aber von der Schutzvorrichtung aufgefangen. M. trug eine Zersplitterung des linken Ellenbogens und eine Kopswunde davon und mutzte imch dem Krankenhaus Friedrichshain geschafft werden. — In der Reinickendorfer Straße betrat unmittelbar vor einem beraunahenden StraßcnbahiN vagen der Linie W der schwerhörige Paul Liese das Gleis und wurde umgestoßen. Er erlitt eine Ans- reirtung des rechten Armes, eine Cmelickmilg des Beckens und eine Wunde über dem rechten Angc. Ter Vernnglückte erhielt auf der nabrn Unfallstation die erste ärztliche Hilfe und fand dann im nächsten Krankenhaus Aufnahme. Hermißt wird der Gefreite der Landwehr Kurt Kuapc von der 8. Kompagnie des Refcrve-Fnfanterieregiments 59. Derselbe soll am 30. November 1911 bei Topolno verwundet worden sein und ist seitdem unauffindbar. Nachrichten erbittet Frau Berta Kuapc, Ucbanstraße 29. An die Bildungsausschüffe und Qrganisationsvorständc. In den letzten Tagen kam ein Zirkulär des Bezirks- fitldungsauSschusses zum Versand, der Sl n r e g n n g c n für Einzelvorträgc enthält. Körperschaften, die das . Zirkulär nicht erhalten haben oder eine größere Anzahl de- nötigen, mögen sich melden. Zeugen gesucht. Auf dem Hose der Andreaswnrtthallc wurde am Mittwochabend gegen ösh Uhr aus der auf den Kartofselverkauf wartenden Menschenmenge ein Mann sistiert, Per sich für das Borgehen eines Schutzmanncs gegen wartende Frauen Zeugen notieren wollte. Personen, die den Porgang mit angesehen haben, werden ersucht, ihre Adresse an Gustav'Studzics, Lichtenberg, Kuorr. Promenade ,3, Hof parterre, einzusenden. Soziales. Schuh sür Wöchucrilliun. Die sozialdemokrattsche Fraktion des Reichstages hat eine Reihe Anträge gestellt, die eine Ausdehnung der Kriegs- sürforge fordern. Soweit es sich um den Schutz der Wöchnerinnen handelt, wird eine Erweiterung dieses Schutzes beantragt auch für diejenigen, deren Ehemänner erwerbslos sind. Inbegriffen sollen auch die Wöchnerinnen sein, die unehelich gebären, wie das auch bom Bund für Mutterschutz in einer Eingabe beantragt ist. Masscnklagcn wegen Gchaltshcrabsehuug. Der letzte Sitzungstag der!!. Kammer des Berliner Kaufmannsgerichts' war fast ausschließlich der Erledigung von Massenklagen gewidmet, die in der Kürzung von Gehalt und nachträglicher Kündigung der Angestellten ihren Ur- sprang haben. Die Verklagten sind in ollen drei Fällen größere Kaufhäuser, nämlich die Firmen Leopold Gadiel, A. Iandors und Co. und Fr. Hahn. Dem Personal wurde in allen Fällen das Monatsgehalt bei Ausbruch des Krieges gekürzt, wobei die Angestellten, lvie sie übereinstimmend erklärten, von der selbstverständlicheil Annahme ausgingen, daß sie für ihr Entgegenkommen als Gegemvcrt die Sicherheit haben, bis über den Krieg behalten zu werden. In allen zur Klage stehenden Fällen sahen sich die Gehilfen in dieser Annahme getäuscht. Es wurde ihnen nach einigen Monaten gekündigt, aus diesem Grunde verlangen sie sämtlich die Differenz zwischen ihrem ursprünglichen und dem ermäßigten Gehalt nachgezahlt.— Der Fall Gadicl lag insofern etwas anders als die' Fälle der anderen Firmen, als die Gehalts- ermäßigung unter ganz besonderen Umständen zustande kam. Der Inhaber der Firma, Leopold G., rief am 3. August sein ganzes Personal zusammen und führte den Angestellten eine theatralische Szene vor, die zu der allgemein herrschenden patriotischen Stimmung schlecht paßte. Er erklärte dem Personal, er werde bald eingezogen werden und sei ein ruinierter Mann. Händeringend und in Tränen ausbrechend beteuerte er dem meist ans Damen bestehenden Personal, sein Geschäft sei durch den Krieg vollkommen ruiniert, und er legte ihm nahe, doch auf alle Ansprüche lieber freiwillig zn verzichten Diese Szene rührte die angestellten Damen so, daß 16 Damen sofort freiwillig austraten und keine Ansprüche stellten. Ter Rest war mit einer erheblichen Gchaltsmiitderung einver- stcurden. Hierzu gehörten auch die Klägerinnen. Im De- zember wurde ihnen gekündigt, weshalfi sie die nachgelassenen Beträge der vorhergegangene» Monate zurückfordern. Wie der Vertreter der Klägerinnen in der Verhandlung ausführte, ist die pathetische Prophezeiung des Prinzipals, sein Geschäft sei ruiniert, kcineslvegs in Erfüllung gegangen. Beklagter hat ein umfangreiches Engrosgeschäft gemacht und die Angestellten haben oft U e b e r a r b e i t verrichten müssen, um die Arbeitsmsnge zu bewältigen. Die Angestellten haben sogar ihre Tischzeit opfern müssen und seien dann nach be- cndcter Saison� einfach auf die Straße gesetzt worden. Der neue Gehaltsiniirderuugsvcrtrag sei darum wegen arglistiger Täuschuirg anzufechten. Das Kaufmannsgericht verurteilte die betlagtc Firma antragsgemäß in den zur Klage stehenden Fällen.— In ähnlicher Weise erfolgte auch in de» die Firmen Jandorf nnd Fr. Hahn betreffenden Fällen die Verurteilung zur Nachzahlung der gekürzten Beträge. Die Kammer stellte sich auf den Standpunkt, daß auch ohne ausdrückliche Vereinbarung angenommen werden müsse, daß bei der Gehaltsherabsetzung das Durchhalten während des Krieges als übereinstimmender Vertragswillc onzunehmen sei. Ter nbgelctintc Beisitzer. Die Aespvgms der Befangeubeit eines Richters muß vpn der betreffenden Partei noch wabrcnd der Verhandlung der Streitsache geäußert werden: ein spaterer Antrag auf Ablehnung eines Richters kann, wie sich in der gestrigen Verhandlung der dritten Kammer des Berliner Äaufmaunsgerichts ergab, nicht mehr e»!. gegengelwmmen werden. Ter Inhaber der Firma Fr. Hahn vcr- bandelte in einem gegen ifiu anhängig gemachten Prozeß, ohne gegen da» Richterkollegium Einwendungen zu erheben. Erst als während der Beratung der Vorsitzende zufällig aus einen Augenblick den Gerichtssaal betrat, äußerte der Beklagte Zweifel an der Ünbefangenheit des einen Beisitzers. Bevor dtr Vorsitzende das Urteil verkündete, wollte der Prinzipal den Antrag auf Ablehnung de» Beisitzers stellen, Ter Antrag wurde aber voni Vcrhandlnngs- leiter als zu ivät gestellt zurückgewiesen. Der Antrag müsse spä- während der..Verhandlung gestellt werden, Serichtszeitung. llntcrschlagungru bei den städtischen Gaswerken. Unterschlagungen in 193L Einzelfällen wurden dem bei den städtischen Gaswerken angestellt gewesenen Bureauschrciber Paul Zeitz zur Last gelegt, gegen den gestern die(j. Stvaftammer des Landgerichts I zu verhandeln hatte. Tie Anklage lautete außer- dein noch auf schwere Urkundenfälschung.— Der 29 jährige Äugc- klagte war im Jahre 1994 bei der L. Reviergasinspektion in der Etisabethstraße als Arbeiter augeitcllt worden. Ta er sich geschickt und anstellig zeigte, wurde er bald mit verschiedenen Arbeiten im Kontor beschäftigt, die er zur vollste» Zufriedenheit seiner Vorgesetzten ausführte. Mit der Zeit hatte er sich in eine Art Per- Irauensposteu hineingearbeitet: so schenkte ihm der Revicriuspektoc Rcichwagcu u. a. das Vertrauen, die aus den Müuzgasmcsseru stamuieuden Geldbüchfen selbständig öffiicu zu können und die Beträge in die Koutrollbüchcr eintragen zu lassen. Wie sich später herausstellte, Ixittr der Angeklagte dieses Vertrauen fast von Ansang an mißbraucht. Er entnahm den Büchsen Beträge von einer bis zwanzig Mark und fälschte dann, da diese Ilntcrschtaguugeu sonst sehr leicht eindeckt worden wären, bei den Eintragungen in die Bücher die Zahlen, welche die Menge des verbrauchten Gases angaben. Wie sich aus den Büchern ergab, iatte der Ängetlagie in 1938 Einzelfällen die Summe von 7739 M. sich angeeignet.— Vor Gericht wies Rechtsanwalt Dr. Eoßmanu als Verteidiger des Angeklagten als strafmildernd darauf hin, lwß der bisher mibe- scholtene Angeklagte sich stets sehr gut gcführthabe und lediglich, da fast jede Kontrolle fehlte, der Verführung erlegen sei.'Das Gericht verurteilte den Angeklagten wegen fortgesetzter tluler- ichlaguiig und schveccr Urkundenfälschung zu vier Mmiatcn Gefängnis. Zu einem Stelldichein torpulcntcr Tarnen laut cS gestern in dem Sitzungssaal der 1. Straftammer des Landgerichts III, vor welcher sich die Korscttnäherin Lina Wrdler geb. Schmiedel wegen Unterschlagung und Betruges zu verantworten hatte.— Die Angeklagte ist wegen ähnlicher Schwindeleien schon viermal vorbestraft, darunter dreimal mit längeren Gefängnisstrafen. Auch in der Mehrzahl der jetzt zur Anklage stehenden Fälle mar die Angeklagte in der Weise vorgegangen, daß sie in der diolle einer Korsettreisenden bei mehreren Frauen erschien nnd sich Beträge von 3 nnd 5 M. ols Anzahlung geben ließ, um damit auf Nimmcrwiedecschcn zu verschwinden. In einigen Fällen lieferte die Angeklagte auch Korsetts, so n. a. für eine zirka 269 Pfund schwere Dame ein kleines Backfischlorsett. Unter der Vor- spiegelmig, in der Köpemckcr Straße ein Korse ttgeschäft croffnen zu wollen, entlockte die Aiigetlagke einer Frau Strobett die Summe von 1979 M.— Der Staatsanwalt beantragte eine Gefängnis- strafe von II- Jahren, während Rechtsanwalt Dr. Frey in den meisten Fällen aus Rcchtsgründen die Freisprechung für geboten hielt. Das Gericht kam auch nur wegen je eines Betrugs- und kluterschkagungsfalleS zu einer Verurteilung der Angeklagten, im übrigen erfolgte. Freisprechung. Das Urteil lautete'mit Rücksicht auf die Vorstrafen der Angeklagten auf neim Monate Gefängnis. Ms Anöustne unö Handel. Tic ncuc Kriegsanleihe. Nach Angabe der„Bert. Pol. 5!achr." soll die neue Kriegs- anlcihc nicht erst in der ersten Hälft? des März, sondern bereits in den letzten Tagen des laufenden Monats amtlich ausgeschrieben werden. Die neue Anleihe werde sich durch den höheren Ausgabe- preis und durch die längere Bemessung der Zeichnungsfrist von der ersten Kriegsanleihe unterscheiden. Sonst ist die Wiederkehr des fünfprozentigen Typus als sicher anzusehen. Wie die genannte offiziöse Korrespondenz airnimmt, werde sich der JeichnungsprciS in der Mitte zwischen Nennwert und ZcichnllngSpreis der ersten Anleihe(97,39 bzw. 97,59 M.) halten. Erhöhte Preise für Rohwalzdraht. Unter den Drahtwalztoerken ist eine Einigung dahin zustande geloinnien, künftighin Rohwalzdroht nicht mehr unter einein Preis von 115 Mark abzugeben. Da die Herstellungskosien ungefähr denen von Stabeisen entsprechen, für das die Preise neuerdings von 112,59 und 115 auf 117,59 und 129 M. erhöh: worden sind, so ist mit einer weiteren Preiserhöhung sür Rohwalzdraht zurechnen. Teuerung in Rußland. Nach den Feststellungen der städtischen Untersuchungskonmüssion sind seit Beginn des Krieges in Petersburg die Warenpreise wie folgt gestiegen: Salz um 57 Pvoz., Roggenmehl um 18 Proz., Hirse um 21 Proz., Buchweizengrütze um 51 Proz.. Butter um 39 Proz., Fleisch dritter Sorte nur 26 Proz.. Milch um 25 Proz,, Zucker um 11 Proz., Heu und Hafer um 12—23 Proz. In Moskau sind die Preissteigerungen noch viel schärfere. Scyingarew bemerkt dazu in einem Artikel in der„Rsctsch": Tic Lebensm ittelteueru ng verschlingt einen großen Teil der Einnahmen der Bevölkerung, die während der Kriegszcit ohnehin schon erschüttert sind. Stcigcruug der Bierpreisr. Tie Malzprodultion Ijat zur Schonung der Vorräte an Gerste eine Einschränkung von 49 Proz. erfahren. Diesen Umstand wollen die Brauereien dazu benutzen, die Konsumenten gaiyz gehörig zu schröpfen. Tie Berliner Brauereien wollen den Hektoliter Bier um nicht weniger als gleich um 6 M. verteuern. Das würde bedeuten, daß im Klenchaiwel der Liter Bier um 19 Pf. verteuert wird. Um zu verhüten, daß die Konsumenten sich mehr dem aus Böhmen eingeführten Bier zmoenden, verlangen die Brauereien gleichzeitig eine Erhöhung des Zolles auf Bier. Wie die hohen Dividenden der Großbrauereien beweisen, hat die Bierbrauerei bis jetzt noch immer ihren Aktionär ernährt. Tie Maßnahmen aus Anlaß des Krieges haben ohne Zweifel tief nnd fühlbar in das wirtschaftliche Leben eingegriffen, aber alle Beteiligten haben sich damit abfinden müssen. Kleine Nachrichten. Ein falscher Lüttichsturmer. Mit großem Raffinement hat der Schausteller Brodmann die Rolle eines tapferen Kriegers gespielt, bis sein Schwindel schließlich aufgedeckt wurde. Er war wegen seiner vielen Vorstrafen als Soldat 2. Klasse eingestellt worden, mußte aber entlassen werden. da er krank wurde. Der Anordnung, sich im Lazarett von Osnabrück zu stellen, kam er nicht nach. Er machte sich zunächst eigenmächtig zum Feldwebel, indem er sich die Gradabzcichen auf seine Uniform nähte. Dann verschaffte er sich die Eisernen Kreuze erster und zweiter Klasse sowie andere Ordensauszeichnungen und begann nun eine Schwindeltournee durch das rheinische Jndustrierevier. Wo der tapfere Feldwebel hinkam, wurde er hochgefeiert. eS wurden ihm Geld und alle möglichen Liebesgaben in die Hand gedruckt, und die Gastwirte machten sich ein Vergnügen daraus, ihn umsonst aufzunehmen, zumal er den Gästen äußerst intercssantc Kriegs- erlebnisse schildern konnte. So wollte er mit wenigen Leuten ein Fort von Lüttich gestürmt und auf diesem die deutsche Fahne gehißt haben: dafür habe er das Eiserne Kreuz erster Klasse erhalten Schließlich kam doch ein Zweifclsüchtigcr, der genauere Räch» forschungen nach dein kühnen Feldwebel anstellte und dabei die Wahrheit ans Tageslicht brachte. Das Kriegsgericht verurteilte den Schwindler zu z w c i I a h r e u sechs Monaten Zuchthaus, 699 M. Geldstrafe und Ausstoßung aus dem Heere. Explosion in einer französischen Sprengstofifabrik. Pariser Meldung zufolge fand in der Sprengstofffabrik von E h e d d e bei Versuchen mit einer Putvcrmiichung eine Explosion statt. Dos Gebäude ist ziemlich schwer beschädigt, mehrere Personen wurden getötet. Die Herstellung der Sprengstoffe erleidet keine Unterbrechung. Ter Ruuipf eines Mannes gefunden. In Erfurt wurde aus dem Gerasluß ein in Wolldecken verpackter Rumpf eines Mannes gezogen, dein Kopf und Gliedmaßen fehlten. Es wird ein schweres Verbrechen vermutet, das vor einigen Wochen außerhalb Erfurts verübt worden ist. Feuer in einer Jjuckcrfabrit. Einer Meldung aus Danzig zufolge brach gestern früh ein großes Feuer im Trockenschnitzelraum der Zuckerfabrik Pranst aus. Die Danziger Feuerwehr sandte eine Tampfspritze ab. Nach mittags in Danzig eingetroffenen Meldungen ist der größte Teil der Fabrik abgebrannt; es stehen nur noch das Kesselhaus und die Zucker- lagerschnppen. Ter Schaden, der zum größten Teil durch Äer- sicherung gedeckt ist, beträgt nach Schätzung der Direktion etiva zwei Millionen Mark. Explosion in einer Gasanstalt. Nach einer Meldung aus Königsberg ereignete sich gestern Donnerstag vornunag in der Gasanstalt der Gemeinde Judiktcn bei Königsberg beim Ausbessern eines Kessels infolge von Eni- zündung von Benzol einer Lötlampe eine heftigeExplosion. Der Betriebsleiter und ein Vorarbeiter wurden getötet, drei andere Arbeiter schwer verletzt. Ucbcr cincn sonderbaren Briefschmuggcl wird aus London folgendes gemeldet: In Folkestone würde der Italiener PaSeol S a n t o r o zu zwei Pfund Sterling Geldstrafe verurteilt, iveil er Briefe zwischen den Sohlen seiner Stiefel einzuschmuggeln versuchte. Der Angeklagte sagte aus, die Briese seien für eine englische Firma. Er habe sie vor den Deutschen vcr- borgen, als er Brüssel verließ. Parteiveranstaltungen. Neukälk». Zu der am Sonntag, den Zt. d. M., abends 7'/. Mir, ftattsinöenden Theatervorstellung„Der Biherpciz" von Hauptmann sind Billetts bei den Fuiiktioiiärcn und den b etannten Stellen zu haben. jlugenöveranstaltungen. Stegiit! Friedenau. Freitag, den 19. Februar, abenoS 8 Uhr; Vortrag über„Die Bekämpfung der Swundlitcratur-. Sonn- tag, den Zl. Februar: Zeughausbesuch. Trestvunkt: III, Uhr vor- mittags im„Heim". Nachmittags: Beteiligung an dem von Tcmpelho'-Aariciidorf veranstalteten Elternabend. Trestvunkt um 5", Uhr im„Jugendheim", Knicvhosftr. 59. Montag, den 22. Februar: Lescadend. Mittwoch, den 24. Februar: Spielabcnd. Freitag, den 2S. Februar: Mädchenabend mit Vortrag abends 8 Ilbr im„Heim". Britz-Buckow. Sonnlag, den 21. Februar. 61/, Uhr im Heim: T-" trag des Herrn Dr. Hanauer. Thema:„Vom Wasser. Ein Vortrag mit Versuchen". Reinickendorf-West. Sonntag, den 2t. Februar, findet eine Wanderpartie nach Birlcnwerder— Grabowiee Natt. Trestpun It früh 7 Uhr Bahn- hos Eichbornstraße. Fahrgeld 59 Ps. Liederbücher nicht vergessen. Eingegangene Druckschristen. Von der„Gleirfcbeit". Zcitschrij! sür die Interesse» der Arbcilcciniien ist uns soeben die Nr. 11 dcS 25. Jahrganges zugegangen. Aus dem Inhalt dieser Rümmer heben wir hervor: Woraus es ankommt.— Nricg und Bollsernührung.vraiieilversaiimilungeii in der Schweiz.— Aus der Partei.— Gewerlschastlichc Rundschau.— Notizenteil: Fürsorge für Mutter und Kind.— Sozialistische Frauenbewegung im Ausland.— Für den Frieden.— Frauenstimmrccht.— Tic Frau in öjjenUichcn Zlcmtern. — Verschiedenes. Mit den Beilage»: Für unsere Mütter und Haussravcn und Für» n s c r e K i n d e r. Die..Gleichheit" erscheint alle tt Tage einmal. Preis der Numiiier 19 Ps. Durch die Post bezogen beträgt der Aboiniementspreis vierteljährlich ohne Bestellgeld 55 Ps.; unter Kreuzband 85 Ps. Jahrcsabonneuiciit 2,60 Mark. .Heft 20 der„Oleum Zeit- vorn 19. Februar dat jolgcndcn Juholl: Gusiao Bang. Van Marinus Kristcnsen i Kopenhagen!.— Die'Agrarfrage in England. Von I. Kottgen.— ElcktrizitätSnioiiobol. Von'Adolf Braun. kSchluß.)— Vorn Wirtschasts markt. Von Heinrich Cunow.-- Eine Richtigstellung. Von K. Kauislv.— Literarische Rundschau: Heinrich Schulz: Dr. 91. Miltner, Die politischen Ideen und die politische Arbeit Diesterwegs. —&. Eckslein: Tho Uonblo Edgo of Labors Sword. Vom Walircn Jacob ist soeben die t. Rummer w 32. Jahrganges erschienen. Der Preis der Nummer ist 10 Pf. Probcnuurmcrn sind jederzeit durch den Verlag I. H. W. Die? Nachf. G. m. b. H. j» Stuttgart sowie roa allen Buchhandlungen und Kolporteuren zu bezichen. Sriefkaften üer Redaktion. Tie suristisct,- Sprcchslundc findet für Aboimcnt-Ii Lindeostk. 3. IT Hof rechts, varterre. am Montag bis Freitag von i vis 7 Uhr, am Sonnabend von 5 bis 6 um statt. L-der für den-3 c i c f I a(t e n bestimmten Anfruge if( ein Buchstabe und eine Zahl als Merkzeichen beizufügen. Sricfli.tie Anüvort tvird nicht erteilt. Anfragen, denen keine Aboiulementsauittuna beigefügt ist. werden nicht beantwortet. Eilige gingen trage man in der Sprechslunde vor. Verträge, Schrift, lüile und dergleichen bringe man in dir SPrechftunde mit. DI. H. 18, Wenden Sc sich um nähere Auskunst an die Prüsungs stelle für Einjährig- Freiwillige, Berlin X., JnvaUdenstratze 52. z" E'!t> Wir find der Ansicht, daß Nachzahlung criolgen mug.— Z«• 4- Die Frau fall die'Nachzahlung vcrlaiigcii und zunächst Antrag bei der Gemeindeverwaltung stelleit— Wiedersehe». 1. u. 2. Sic Müssen die Kirchensteuer zahlen. Z. N. 72. Gegen den Abzug von der Kriegsunterstützung muß Beschwerde eingetegt werden. Die Kurtosten für das Kind müssen der Frau gestundet werden.— 2k. S. 00. Wenn der Schuldner nicht im Felde steht, können Sie pfänden lasten.— B. 2sj. 3:{. Die Willenserklärung zur Einäscherung der Leiche viug durch eine Person, die ein östentliches Siegel führt, beglaubigt werden.— Ol* 78. Tie �orbennia auf(behalt MUZ beim dianlur�verwalter a!6 bevorrechtigte Forderung angemeldet werden. Auch das Darlehen muß als Forderung angemeldet werden.— S.>- Anspruch auf vstwaiidenrenle besteht, wenn niindcslcns üü-st Marlen gctlebt und.— B. 100.» Beim Landgericht. Dle Berusiltigssirit ist aber vier Wochelt nach Zustellung des»rtells verstrichen. 2. 19 M. kömicn Jbnett monatlich vom Lohn gepfändet werden. — T. 35. Tic Klage gegen den Bater ist aussichtslos'. �®. 34. Unserer Mcmung nach ist die Firma zur Nachzadkmg des Schall,, ver. pflichtet. Neichen Sie Klage ein.-- H. 69.«enn die h-rau in diesem Falle nicht die Znflimunmg ihres Mannes hak.>9 der Kauf ungüllig.— P R. Tie Zeichen kennen wir inchk.—» ,c Unterstützung wird Ihnen d-'-wegen nicht gekürzt werden.— C. S». 2. Treiben Sic die Schuld durch Zahlmigsbeiehl cm.— K1I. p. 17. Stellen Sic'Antrag bei der Steuerlaste.— 20. T.>. k. Mmlermig kann erfolgen. 2. und 3. Sa.-- Ä. 10. Es ist nicht üblich, eine Bescheinigung sich darüber aus- stellen zu lasten. Im Streitfälle würden Sie durch Eid den Beweis sührcn. BSettcrauöiiehtc»«ür das mittlere Rordbeutschland bis Snunabrndmittag: Ueberall Ulüo, größtenteils bcmöUt. dazioischcn zeit- weise Ausbeitcrunq; im Südosten nur vereinzelte, in den übrigen Gegeade» zahlreiche leichte Pegenfällc.