Mr. 51.- 32. Jahrg. Rbo n nemcn ts-Bcdlngu ngen: fllionnpmentä- Stets Siänumetani«! Vietteljähtl. 3�0 M?» monatt. 1,10 üRt, Wochen lltch 25 Pfg, frei ins Haus. Einzelne Rummer S P?g, Sonmags- nummer mit illintrierter Sanntags- Beilage„Die Reue Welt" 10 P«a. Post- Slbannement: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in die Post. Zeitung»- Preisliste, Unter Kreuzband sstr Deutschland und Oesterreich< Ungarn 2L0 Marl, sür das übrige Ausland 4 Mark pro Monat. Pastabonnements nebmen an: Belgien. Dänemark, Holland, Italien, Luxemburg. Portugal, Aumänien. Schweden und die Schweiz, Vlchriiil laalldj. Verlinev Volk�blnkk. ( 5 Pfennig) Die Insertion;. Ledähr betrügt für die sechsgespaltene Kalonek- geile oder deren Raum 00 Psg„ für politische und gewerkschastüche Vereins' Mid Pcrsmnmlungs.Anzeigen!») Pfg, „Aleine Anreigen", das settgedruckie Wort 20 Pfg. szuläsfig 2 fettgedr» ckte Worte), jedes weitere Wort 10 Pfg. Stelleirgesuche und Schlafstellenan. zeigen das erste Wort 10 Pfg,, icdrs weitere Wort S Pfg. Worte über löBuch- staben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nunmier müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben toerden Die Expedition ist bis,? Uhr abends geöffnet. Telegramm- Adresse: „Sczialdcinokrat üerlia". N O V) Zentralorgan der rozialdcmokratifchen Partei Deutfchlands. Neüaktion: SW. 68, Linüenftraße Z. Fernsprecher: Amt Moritsplay, Rr. täl 30—1»!, 97. Sonnabend, den 20. Februar 1915. Expedition: SM. 68, Linöenstraße 3. Fernsprecher; Amt Moritfplatz, Nr. läl gv— 1,51 S7. ttWt SkwsWM Ii! Ii AW. Geftlicher Kriegsschauplatz. Der rusiische Generalstabsbericht. Petersburg, 19. Februar.(W. T. B.) Der General- st ab des Oberbefehlshabers teilt niit: Die Kämpfe auf der Front zwischen Memel und Weichsel haben am 17. Februar fortgedauert, und ihre größte Hart- u ä ck i g k c i t in der Gegend von Augustowo soivie auf den Wegen von S i e r p e nach P l o n s k erreicht. Auf dem linken Weichselufer keinerlei Kampf. In den Karpathen wiesen wir eine Reihe hartnäckiger Angriffe der Oesterreicher auf der Front von Swidnik bis zum oberen San zurück. In den Gegenden von Koziuwka. Tuchlo, Senetschulv, W y s ch k o w und K l a o u s s e machten wir mehrere erfolg- reiche Gegenangriffe, während wir fortdauernd wiederholte deutsche Angriffe schnell zurückiviescn. In der Bukowina haben sich unsere Abteilungen über den Pruth zurückgezogen. Die österreichische presse über üie Kriegslage. Wien, 19. Febrnar.(W. T. B.) Die Blätter besprechen mit großer Genugtuung die Wiedereroberung von Czernowitz. Sie heben hierbei die Greueltaten hervor, die die Russen in der Bukoivina begangen haben. Das„Fremdenblatt* sagt: Es ist eine eigene Sache, dag in dein Augenblick, in dein die deukschen und öfterreich- ungarischen Truppen von Sieg zu Sieg schreiten, die russischen SiaalSmänner mit einer bemerkenswerten Offenheit die Eroberung Konstantinopels und der Meerengen als das eigentliche Kriegsziel Rußlands verkündet haben, Das Blatt schließt: Wenn«vir und die Deutschen aus den blutgetränkten Gefilden der Bukowina, Galiziens und Polens mit dem Aufgebot aller unserer Kräste kämpfen, dann fechten wir für die Freiheit und Unabhängigkeil der Balkanstaaten, derjenigen Balkanstaaten, die sich nicht schon früher zu selbstlosen Werkzeugen der gewalltätigen und eroberungssüchtigen Politik des Zarenreiches erniedrigt haben. Ein ruPscher �Ueberöreaünought üer Zuffl Frankfurt a. M,, 19. Februar. jW. T. B.> Die.Frankfurter Zeitung" meldet aus Petersburg: Der Stadthauptmann gibt zur Vermeidung von Beunruhigung bekannt, daß der neue Lenk- b a l I o n.Gigant", der angeblich größer als jeder Zeppelin sein soll, seine Probeflüge am 1ö. Februar begonnen habe. Westlicher Kriegsschauplatz. Der französische Tagesbericht. Nichtamtlich. Paris, 19. Februar. iW. T. B.> Ter nmt- liche Bericht vom 18. Februar, 3 Uhr nachmittags lautet: Zwischen dem Meer und der Oise nichts Neues wäh- rend der Nacht. Es bestätigt sich, daß wir einen glücklichen Hand- streich ausführten, der uns in den Bcsiü zweier Reihen feindlicher Schüvciigrabcn nördlich von Arras inordwestlich Roalincourt) selite und dem Feinde ernstliche Bcrluste beibrachte. Wir erbeuteten einen Mincuverfrr und mehrere hundert Bomben. Im Aisnctal, im Abschnitt von Reims, Artillcriekämpfe, wo wir offensichtlich die Ober- Hand gewannen. I» der Ehampngnc, im Gebiete von Perthes, wurde das ganze Gelände, das wir gestern und vorgestern rr- obcrtc», behauptet. Unter den zahlreichen Gefangenen, die wir am 1«. und 17. Februar machten, sind Ofsiziere und Soldaten des K. und 8. aktiven Armeekorps und des 8., 10. und 12. Rcservckorps. In de» Argonnen bchauplctci, wir gleichfalls im Grunewald südlich von Fontaine aux Charmes de» erzielten Gewinn. Wir machten andererseits einige Fortschritte im Gebiet von Bourcuilleö auf Höhe 2V3. Unsere Erfolge zwischen den A r g o n» c n und der Maas haben uns in den Bcsift eines Gehölzes südlich des Waldes von ChcPPY gesellt. Wir gewannen außerdem 400 Meter in der Tiefe nördlich von Malancourt, ungefähr ebenso viel südlich des Forgeswaldcs. Alle diese Gewinne wurdcn behauptet. Ans dem Gebiet zwischen der M a a S u»d den B o g e f c n ist nichts zu melden. Die Kämpfe an öer Küste. London, 19. Februar. lT. U.) Nach hier vorliegenden Blätter- Meldungen aus Flandern hat das Artilleriegesecht in den D ü n e u bei Lombartzyde mit gau� besonderer Heftig- kcit wieder begonnen. Tie Kanonade wurde von den deutschen Geschützen aufgenommen und setzte sich schließlich au der ganzen Küste bis nach Zcebrügge fort. Die Korrespondenten schließen daraus. daß die deutschen Strandbefestigungen von der englischen Floite angegriffen worden sind. lieber den französischen Stellungen westlich pon Nicuvort er- scheineii fast täglich'deiilsche- Flieger. Am vergangenen Dienstag zählie man sechs deutsche Flugzeuge innerhalb von nur vier stunden. Sie Wersen Bomben und baupisächlich kleine, spitze Pfeile hinunter. Das Wetter hat sich inzwischen wieder verschlcchlerl. Die Meldung des Großen Hauptquartiers Amtlich. Großes Hauptquartier, den 19. Februar 1915.(W. T. B.) Westlicher Kriegsschauplatz. An der Straße Arras— Lille sind die Franzosen aus dem von ihnen am 16. besetzten Teil unseres Grabens hinausgeworfen. In der Champagne gingen die Franzosen erneut zum Teil mit starken Massen vor. Ihre Angriffe brachen unter unserem Feuer völlig zusammen. Weitere hundert Gefangene blieben in unserer Hand. Die von den Franzosen am 16. d. Mts. eroberten kurzen Grabenstücke sind zum Teil von uns wiedergenommen. Bei dem gemeldeten französischen Angriff egen Boureuilles-Bauquois machten wir fünf 'iziere und vierhundertneunundsiebzig Mann unverwundet zu Gefangenen. Oestlich Berdun bei Combres wurden die Franzosen nach anfänglichen Erfolgen unter schweren Verlusten zurückgeschlagen. In den Bogesen erstürmten wir die Höhe 690 südlich Lüste und eroberten zwei Maschinengewehre.,. Oestlicher Kriegsschauplatz.• Tauroggen ist gestern von uns genommen. Die Berfolgungskämpfe nordwestlich Grodno und nördlich Suchawola stehen vor ihrem Ab- schluß. Der Kampf nordwestlich Kolno dauert noch an. Südlich Myszyniec warfen wir die Aussen aus einigen Ortschaften. In Polen nördlich der Weichsel fanden beiderseits der Wkra östlich Aacionz kleinere Zusammenstöße statt. Aus Polen südlich der Weichsel nichts Neues. Oberste Heeresleitung. ** * Der österreichische Generalsiabsbericht. Wien, 19. Februar. lW. T. B.) Amtlich wird vcr- lautbart: 19. Februar 1915, inittags: An der F r o n t i n R u s s i s ch- Pole» herrschte gestern lebhaftere Gcscchtstätigkcit, da die Russen zur Verschleierung van Bewegungen hinter der Gcscchtslinic ihr Artillerie- und Jnsanterieseurr verstärkten. Hieraus entwickelten sich in mehreren Abschnitten Gcfcchtsaktivnen, die zur Vertreibung vorgeschobener russischer Abteilungen führten. In W e st g a l iz i e n gingen Teile unserer Gcscchtssront zum Angriff über und nahmen einige Vorstellungen der fcind- lichen Schübenlinie. In ihrem Gcfcchtsabschnitt erstürmten die Tiroler Äaiscrjägcr in überraschendem Anlauf eine vom Gegner seit Wochen befestigte und mit Hindernissen umgebene Ortschaft nnd nahmen dreihundert Mann gefangen. Tic Kämpfe in den Karpathen werden mit großer Hartnäckigkeit weiter geführt. Nördlich Nadworna und Äolomca wiesen unsere Truppen Vorstöße der Nüssen unter großen Verlusten des Gegners zurück. D i c K ä m p f e nehmenanHcftigkcitzu. Am südlichen 51 r i e g s s ch a n p l a haben die Serben in letzter Zeit wiederholt offene Städte an unserer Grenze mit Geschütz beschossen. So wurdcn auf Scmli» am 1». Februar zirka hundert Schüsse aus schweren Geschützen abgegeben, hierdurch mehrere Gc- bäudc, darunter das Hauptpostamt, beschädigt, Zivilpersonen verwundet, auch zwei Kinder getötet. Am 17. wurde Mitro- vica beschossen. Das Kommando der Balkanstreitkräftc hat hierauf Belgrad durch schweres Geschütz kurze Zeit bom- bardicrrn lassen und durch einen Parlamentär den Höchst. kommandierenden verständigt, daß in Zukunft jede Beschießung einer offenen Stadt mit einem gleichen Bombardement beantwortet werden wird. Der Stellvertreter des Chefs des Gcncrakstabes von Hocfer, Feldmarschallentuant. vor 25 Jahren. Heute vor 25 Jahren, am 29. Februar 1899, erfochten die deutschen Arbeiter bei der Reichstagswahl einen Wahl- sieg, wie er glänzender nie wieder errungen ist. Die sozial- demokratischen Wahlstimmcn schnellte zu einer Höhe au, die die kühnsten Erwartungen bei weitem übertraf. Eine gleiche absolute und relative Zunahme der Stimmen ist nie wieder erreicht worden. Innerhalb 3 Jahren verdoppelte sich nahezu die Stimmcnzahl und überschritt bei weitem die erste Million. Und das trotz und zum Teil infolge des Gesetzes vom 21. Oktober 1878 „gegen die gemeingefährlichen Bestrebungen der Sozialdemo- kratic." � ■ Einen Taumel der Freude löste diese Wahl mit vollem Recht aus. 1 427 298 Stimmen lvurdcn für die unter dem Aus- nahmegesetz stehende Partei abgegeben. Bei einem Pro- portionalivahlrecht würde dieser Wählerzahl eine Zahl von 78 Abgeordneten entsprechen. Geivählt wurden infolge der großen Verschiedenheit der Wahlkreise und infolge des Zu- sammenschlusses der bürgerlichen Parteien bei den Stichwahlen nur 35 Abgeordnete, 29 in der Hauptwahl, 15 in der Stichwahl. Tie Rücksicht auf den Krieg und die durch ihn beeinflußte Stimmung zwingt zur Zurückhaltung bei der Rückschau auf die Zeit vor 23 Jahren. Tic Februarwahl 1899 war die letzte unter dem Sozia- listengesctz. Die Erfolge der Sozialdemokratie schaufelten rrsem Gesetz das Grab. Nicht nur ihm. Die Wahl führte zum Sturz des Systems Bisniarck. Zerschmettert wurde die aus der Ängst-Faschingswahl 1887 geborene nationalliberat- konservative Kartellmehrheit, die von 1887 bis 1899 229 Man- date iin Reichstag auf sich vereinigte l89 Konservative, II RcichSparteiler, 99 NationaUiberale). In dem 1890 gewählten Reichstag saßen nur 135 Anhänger der Kartellpar- teien(73 Kons., 20 Reichsp., 42 Natl.). Der Ausfall der Wahlen lvar eine Quittung auf die Verlängerung der Legis- laturperioden von 3 aus 5 Jahre, auf die Erhöhung der Ge- trcidezölle, auf die Liebesgaben für Branntweinbrenner und Zuckersieder, ans die Gestaltung der„Renten" im Alters- und Jnvalidenversicherungsgesetz und nicht zuletzt auf die Vcr- suche, das Sozialistengesetz zu verewigen. Tausenden hatte das Ausnahmegesetz schwere Wunden ge- schlagen, Millionen aber sehr wider Willen der Väter des Ge- setzes Aufklärung über die wirklichen Absichten und Ziele der Sozialdemokraten verschafft. Die Arbeiter ivaren erwacht. Die wirtschaftliche Lage hatte zu einer Reihe Streiks geführt. von denen der gewaltige Bergarbciterstreik 1889 weit über die .Kreise der Sozialdemokratie hinaus die Aufmerksamkeit ans die Lage der Arbeiter lenkte. Der internationale Arbeiterkon- greß in Paris vom 14. Juti 1899 hatte die Forderungen des Achtstundentages und des internationalen Arbeiterschutzes erhoben und den Maifeiergedanken in die Massen geworfen. Während der Wahlen erschienen die kaiserlichen Erlasse vom 4. Fe- bruar 1890. In ihnen war ans die internationalen Verhandlun- gen der Arbeiter über Arbeiterschutz hingewiesen und eine Prüfung der Gewcrbeordnungsvorschriften über die Verhält- nisse der Fabrikarbeiter verlangt.„Diese Prüfung", hieß es im Erlaß,„hat davon auszugehen, daß es eine d c r A u f g a b e n dcrStaatsgc>vaItist,dieZcit,dieDaucrund d i e A r t d e r A r b c i t s o z u r e g e I n, daß die Erhaltung der Gesundheit, die Gebote der Sittlichkeit, die Wirt- s ch a f t l i ch c n Bedürfnisse der Arbeiter nnd i h r Anspruch aus g e s e tz t ich e Gleichberechtigung gewahrt bleiben." Bismarck erhielt bald nach den Wahlen seine Entlassung. Caprivi ivnrde Reichskanzler, Berlepsch Handelsminister. Dem am 6. Mai zusammengetretenen Reichstag ging von der Regierung die Gelverbeordnungsnovelle, von der sozial- demokratischen Fraktion der zum ersten Male im Jahre 1877 eingebrachte, nun umgearbeitete Arbeitcrschutzgesetzentwurf zu. 1891 wurde die Gelverbeorduuiigsnovelle verabschiedet. sie entsprach bei weitem nicht den Forderungen der Sozia!- demokrätic und enthielt neben Arbeitcrschutzbcstimmungen gegen die Rechte der Arbeiter gerichtete Vorschriften. Die Fraktion stimmte deshalb gegen sie.� Weder Drohungen noch Zugeständnisse, weder Schein- reformen noch Ausnahmegesetze hatten die Sozialdemokratie von ihrer Uebcrzcngung abwendig machen können. Tic Wirt- schaftliche Lage, der rastlose durch das Sozialistengesetz und durch Verfolgungen gesteigerte— Aufktärungsdrang hatten den deutschen Arbeitern Klarheit in den Zilsauinicii- bang der wirtschaftlichen und politischen Dinge verschafft. Klarheit nnd Selbstbewußtsein. Mit der Unwiderstchlichkeit eines Naturprozesscs wuchs infolgedessen von Legislatur- Periode zn Legislaturperiode die Zahl der sozialdemokratische» Stimmen. Ihrem Anspruch aus gesetzliche Gleichhcrechtignng. der in dem kaisertichen Erlaß von 1890 anerkannt ist, streben sie nach. Dem Kampf um wirtschaftliche und politische Frei- hcit haben die Arbeiter unter dem Sozialistengesetz nicht per- rtrfiüdi, freudig und willig oft ichwcrc Persönliche£pfec gc- b rocht. •* Sozialüemokratie. Das Wachstum öer EL Niurdcii aögcgebcn: Bci der Dahl am 3. März 1871. 10. Januar 1874 10. Januar 1877 30..lull 1878. 07. Oltobcr 1881 28. Otuber 1884 21. Februar 1887 20. Februar 1800 15. Juni 1803. 10. Juni 1808., 10. Juni 1003.. 25. Januar 1907, 12. Januar 1912 porlamentsjubilaum. Am 20. Februar sind c5 25 Jahre, daß unsere Genossen Theodor S ch w a r tz- Lübeck, Hermann Molkcnbuhr, EmanucI 2Z u r m, Artnr Stadthagcn, tlarl Ulrich und Fritz K u n c r t dem Reichstag angehören. Mehr als 25 Jahre gehören ununterbrochen dem Reichslag lreitcr die Genossen Geyer, Stolle und v. Vollmar an. Febensmitte! für üas okkupierte Gebiet Norüfrankreichs. Bern, 19. Februar. sW. T. 93.) Die parlamentarischen Vcr lrcicr der besetzten Gegenden Nordostfranlceichs machen Anstrengungen, die dortige notleidende Bevölkerung mit Lebensmitteln zu versehen. Die Gründung einer privaten Organisation in Frankreich soll geplant sein, die mit Genehmigung der dortigen Regierung Lebensmittel durch die Schweiz befördern würde. Das Deutsche Reich hat die Jusichcrung gegeben, daß diese Waren ausschließlich für die fran- zösische Bevölkerung verwendet werden sollen. Die Beförderung der Waren an Ort und Stelle sowie die Verteilung und Ileberwachung der Verwendung wird von schweizerischen Organen übernommen werden. Die Schweiz unterstützt natürlich auch dieses Werk der Humanität nach Kräften. Starke Truppentransporte in Englanü. London, 11). Februar.(SB. T. B.) Amtlich wird mit- geteilt, daß cS in der nächsten.seit notwendig sein wird, die Bahnen in weitgehendem Maße für militärische Transporte freizuhalten. vom öfterreichisch-serbischen Kriegsschauplatz. französische Truppen für Serbien unü Sprien? Zürich, 19. Februar.(W.T.B.) Die.Reue Züricher Zeitung" schreibt über die Hilfeleistung Frankreichs für Serbien! Der Bericht des Generals Pau bewirkte, daß mau gegenwärtig Kaders zusammenstellt, die nach Serbien gehe» sollen. Ferner soll ein französisches LandungS- lorpS nach Syrien gehen. Man setzt ans das geplante Unter- nehmen in Serbien große Hossnungen, weil man glaubt, daß mau bei dem Widerstande, den man auf anderen Teilen des Kriegsschau- Platzes gefunden hat, durch Oesterreich-llngarn hindurch um so sicherer und kräftiger in das Herz Deutschlands vorstoßen könne. Gegen- wärtig werden täglich drei- bis viertausend Eng- I ä n d e r auf französischem Boden ausgeschifft. Auf die Iluterslützuug der Inder scheint man nicht mehr stark zu rechnen, da sich diese nicht an das Klima gewöhnen können. Von den dreißigtauscnd Indern, die nach Marseille gebracht worden sind, hört man gar nichts mehr. Der Seekrieg. England unü der Unterfeebootskrieg. London, 19. Februar.(W. T. B.) Die gestrigen Blätter weisen auf die Bedeutung d e S 18. Februar atS des ersten Tages der angeküudigtcir UntersecbootSblockade hin. Sie sind einig darin zu betonen, daß England sich vor den kommenden Ereignissen nicht fürchte. In der Presse werden die üblichen Vorwürfe und Schmähungen gegen Deutschland vorgebracht. Der Gcsamteindruck der Blätterstinrmcn läßt sich dahin zusammenfassen, daß die ge- leugnete Stervojität doch besteht. London, 19. Februar.(33. T. B.) Wie das HandelZamt mit- teilt, sind die Vorbereitungen dazu vollendet, daß allen auf britischen Handelsschiffen beschäftigten Personen, die infolge von Feindseligkeiten verletzt werden, E n t s ch ä d i- gung gezahlt wird. Eine rusilsche Stimme über den Unterfeebootskrieg. Die„Kiewskaja Mysl" veröffentlicht über den deutsch-englischen Unterfeebootskrieg einen Leitartikel, der in sachlicher Form, ohne ans die völkerrechtlichen Grundlagen dieser neuen Form des See- krieges einzugehen, die politischen Folgen und Aussichten dieses neuesten Stadiums dcS Weltkrieges untersucht. Ohne uns die grundsätzlichen Anschauungen des russischen Blattes zu eigen zu machen, geben wir sie als interessantes Material zu dieser Frage wieder..... „Am Februar— schreibt das Blatt— sind die großbrUanm- scheu Inseln einschließlich Irland von der deutschen Regierung unter völliger Blockade*, erklärt worden. Wie aus dein allen Staaten unterbreiteten Memorandum hervorgeht, soll dieser von Deutschland unternommene Schritt nicht nur eine formelle Ant- wort auf die englische. Erklärung über die Ausdehnung des Kriegs- gebieies auf die Nordsee sein, sondern auch die tatsächliche Jsolie- ruug der Inseln des Vereinigten Königreiches nach sich ziehen. Mit anderen Worten: Im Kampf gegen seinen unversöhnlichen Gegner beabsichtigt Deutschland, jetzt dieselbe Waffe onzuwendeu, die sckon außerordentlich schwer auf seine wirtschailliche Lage eingewirkt hat und die im Falle deS Erfolges tatsächlich die mächtigen *) Um eine Blockade in völkerrechtlichem Sinne handelt es sich bei dem deutschen Borgchen nicht, sondern um eine Erklärung als Kriegsgebiet. Tic Red. d. B. wirtschaftlichen und militärischen Kraftquellen Englands schädigen könnte. Bei der Jnscllage Englands, die eine io ungeheure Rolle im Eharaktcr und in der Richtung der britischen Weltpolitik spielt, wäre eine wirkliche Blockade des Küstengebietes gleichbedeutend mit der völligen Vernichtung der englischen Secherrschafi; sie würde auch England nicht nur vom Festland, sondern auch von der ganzen Welt abschließen. Für England, das für den Export arbeitet und vom Import lebt, wäre das eine Frage des politischen TodeS, des wirtschaftlichen Ruins und der schnell zunehmenden Volisnot. Damit aber die Blockade vollständig, das heißt wirksam, sein soll, muß sie in der ganzen Länge der blockierten Grenzen zur Geltung kommen. Nur unter dieser Bedingung können die schweren Bestimmungen der Blockade für die neutralen Staaten obligatorisch sein, lind nur bei Einhaltung dieser Bedingung wird der Staat, der die Blockade crtlärt hat, nach den bestehenden Normen des internationalen Rechts von jeder Verantwortung für den Schaden, der dritten Personen erwächst, vollkommen befreit. Wenn Deutschland jetzt nicht nur auf die Nordsee, soiüwrn auch auf den Kanal und die Atlantische Küste Englands ein Veto gelegt hat, so taucht naturgemäß die Frage aus, wie weit die zu seiner Verfügung stehenden Mittel mit seinen politischen Zielen im Einklang stehen. Großbritannien herrscht nach wie vor über die Meere und der Sieg bei den Falklandinseln wie die Abwehr des letzten Vorstoßes der deutschen Kreuzer legen Zeugnis ab, daß selbst eine so erst- klassigc Seemacht wie Deutschland nicht so leicht gegen die mächtige Flotte Englands ankäuipfcn kann. Handelte es sich bloß um die alten Methoden des Seekrieges, mußte die deutsche Blockade Eng- lands von Anbeginn an in das Gebiet der Wortdcklaration verbannt werden. Aber die Praxis des verflossenen Halbjahres hat die Befürch- tungen eines solchen Kenners der Marincfragcn wie W. Scott über den relativen Wert der großen Panzerschiff« bestätigt uni) eine neue Secgefahr in den Vordergrund gerückt— das Unterseeboot. Ueber die Rolle, die dieser neue Typ der Kampfschiffe bei der künftigen Blockade spielen soll, hat schon seinerzeit Ädmiral Tirpitz gesprochen.... Eine Unterseeflotte, ergänzt von einer Flotte auf der See und vielleicht auch von einer Luftflotte, kann bei einer entsprechenden Kombination der Kräfte dahin führen, daß die deutsch« Drohung aufhört, eine schöne Phrase zu sein, und dies um so mehr, als die deutschen Unterseeboote bereits ihre Seetüchtigkeit wie ihre Kampf- eigcnschafien gezeigt haben. Aber andererseits beweisen einige erfolgreiche Expeditionen noch nicht die Möglichkeit der Verwirklichung jenes groß angelegten Planes, mit dem der deutsche Marinestab jetzt vor die Ocffenttichkcit getreten ist. Damit die Blockade an der ganzen Kiistenlinie der großbritannischen Inseln aufrecht erhalten wird, müssen nicht nur eine ganze Reihe von Schwierigkeiten überwunden werden, sondern ist auch eine ungeheure Menge von Blockadcschiffcn erforderlich. Obgleich auf den deutschen Werften fieberhaft gearbeitet wird, und obgleich Teutschland, wie in den Zeitungen gemeldet wurde, jährlich 0 Unterseeboote deS neuesten vcrvollkommnetsten Typs bauen kann, wird eine wirkliche Blockade der englischen Küsten für Deutsch- land unmöglich sein, solange die britische Flotte unangetastet bleibt. Indessen müssen periodische erfolgreiche Strcifzügc der deutschen Unterseeboote sehr cmpfiirdliche Saiten des britischen Wirt- schaftSlebens und der britischen Politik berühren. Sic erschweren den Handel, sie erhöhen die Frachten, sie werden möglicherweise die neutralen Schiffe zwingen, die englischen Inseln zu umschiffen. Und logischerweise werden sie die Frage aufrollen: wer der cigent- liche Herr in der Nordsee sei. Die Erklärung der Blockade der englischen Küsten beschleunigt den Gang der Ereignisse. /luch üas Luftschiff ,L 4� verloren gegangen. Berlin, 19. Februar.(W. T. B.) In dem schweren Süd- st u r m, dem am 17. Februar das Luftschiff ,L 3* zum Opfer fiel, ist, wie wir erfahren, auch das Luftschiff.7-4" verloren gegangen. Es ist infolge von Motoren schaden bei Blaa- vandS-Huk in Dänemark gestrandet und später nach See zu abgetrieben. Von der Besatzung find 11 Mann gerettet, darunter der Kommandant, vier werden vermißt. Die Ge- eltetcn sind vorläufig in Barde untergebracht worden. Englische Verlufte. Im englischen Untcrhause teilte der Marineininister mit, die englische Marine habe seit Kricgsanfang folgende Verluste an Mannschaften erlitten: Getötet 348 Offiziere und 5812 Mann. verwundet 45 Offiziere und 352 Mann, vermißt 8 Offiziere und 5 Mann. AZeiter habe die Königliche Marinedivision verloren: Getötet 3 Osfiziere und 36 Mann, verwundet 4 Offiziere und 184 Mann, vermißt 7 Offiziere und 868 Mann, interniert 39 Osfiziere und 1524 Mann.— Ter Unterparlamentssekretär des Krieges teilte mit, daß bis zum Januar im englischen Heere 9 17 5 Fälle erfrorener Gliedmaßen vorgekommen seien, ungefähr zehn Prozent der Gcsamtverlustc. Die öuögetkommWon öes Mbgeorönetenhaufes. Berlin, den 19. Februar 1915.(W. T. B.) Tie heutige Sitzung des verstärkten HaushaltsauS schusses des Abge- ordneten Hauses galt den Beratungen über O st p r e u ß e n. Der Minister des Innern gab einleitend eine zusam- menhängendc Darstellung der Hilfsaktionen für die Provinz Ost- prcußrn seit der ersten russischen Invasion. Er wies hin auf den kaiserlichen Erlaß vom 27. August, der den Maßnahmen der Regie- rung zugrunde liege. Nachdem der Feind zum ersten Male auS dem Lande vertrieben war, sei man unverzüglich daran gegangen, die Kriegsschäden festzustellen, und es feien aus Staatsfonds die Mittel bereitgestellt worden, um einstweilen die Führung von Haus- halt, Wirtschaft und Gewerbebetrieb zu ermöglichen. Es sei als- dann unter dem Vorsitze des Oberpräsidenteu und unter Hinzuziehung von Vertretern der verschiedenen Erwerbsstände die Kriege- Hilfskommission für die Provinz gebildet worden. Gleichzeitig sei bestimmt worden, dotz Vorentschädigunaen anZ Staatsmitteln ge- währt wurde», unabhängig von einer vefinitiven Feststellung des Schadens n»d vorbehaltlich der späteren endgültigen Erstattung gemäß si 35 des Kriegsleistungsgesetzes. Eine große Anzahl� von lokalen KriegsyikfSauöschüssen sei gebildet worden. Eine umfang- reiche Hilfstätigkeit habe sofort nach der ersten Invasion begonnen. In 39 geschädigten Kreisen seien bisher 66 Kriegshilssauöschüsse gebildet worden. Nach dem Stande am 1. Februar seien auf 72 453 Anträge 32,7 Millionen Mark an Vorentschädigung gezahlt worden. Wärmste Anerkennung verdienten all die beteiligten Staat?- und Gemeindebeamten. Wenn auch noch nicht allen An- trägen habe entsprochen werden können, so sei doch trotz 72 453 Ent- scheidungen keine einzige Beschwerde eingelaufen. Nach der ersten Invasion seien Taufende von Ostpreußen heimatlos geworden, größer noch fei die Zahl gewesen, als der erste Rückschlag eintrat. Unter drr Leitung des Landeshauptmann?, der das Amt als Flüchilingskommiffar übernommen habe, sei der Strom her Fluch- tigen in die anderen Provinzen der Monarchie und nach Mecklen« bürg geleitet worden. Tic Flüchtlinge seien überall bereitivillig aufgenommen worden. Ter Staat zahle monatlich mehrere Millionen Mark. Es sei festzustellen, daß die Flüchtlinge überwiegend zu ihrer Zufriedenheit untergebracht seien; der Neigung, nach Berlin zu strömen, habe er geglaubt, entgegenwirken zu müssen. Auge- hörigen der sqgenaunteii freien Berufe sei durch Darlehen gehptsen worden. Der Minister schloß mit dem Ausdruck der Hoffnung, daß die große und schöne Aufgabe des Wiederaufbaues der Provinz Ost- Preußen in vollem Umfange gelingen werde. Ein 2l b g e o r d n c t e r würdigle die Verdienste des Oberpräsi- deuten und des Landeshauptmanns von Ostpreußen, durch deren Umsicht die bei der ersten Invasion der Russen beovachteteu Uebel- stände späterhin vielfach vermieden worden seien. Für eine allge- meine Zurückführung der Flüchtlinge seien die Witterungsverhäll- niffe noch ungeeignet. Dagegen müsse und werde für sofortige Bc- stellung der brachliegenden l'lecker gesorgt werden, wozu Motorpfliige hcraiizuziehen seien. Bei dem Wiederaufbau der Gebäude solle die Rücksicht auf architektonische Schönheit nicht die praktische Brauch- barkeit zurückdrängen. Tie Hauptausgabe sei. einer Entvölkerung der Provinz vorzubeugen. Auch indirekte Schäden seien zu ersetzen. Die Beamtenschaft Ostpreußens sei überlastet. Von andererScite wurde der Standpunkt der Technik und des Städtebaues betont. Die Vertreter der Technik müßten zu den Hilfskommisjionen herangezogen werden. In Anlehnung an die mittelalterliche Baukunst solle in einer zwar praktischen, aber auch heimatlich sckiöiieu Bauweise wieder aufgebaut werden unter fach- verständiger Baubcratung und Zentralisierung der Baustofsbc- schasfung. Gute Wohiigelegeuheitcn seien ein treffliches Mittel gegen die gcfürchtctc Entvölkerung. auf rungen und Schwerfälligkeiten in der Auszahlung gung, die auch Flurschäden zu umfassen habe. Für den Wieder- ausbau. der nickt verzögert werden dürfe, sei die Heranschaffuiig von Baustoffen linüichst zu erleichtern, und Holz aus den Staat;-- forsten bereitzustellen. Die Rückkehr der Flüchtlinge in ihre sruhcie Wirkungsstätte müsse energisch betrieben, ihre Lage dürfe durch Abschluß neuer Arbeitsverträge an ihren jetzigen Aufenthalt nicht ausgenützt werden. Dem Versuch der Versicherungsgesellschaften, sich dem Ersatz von Kricgsbrandschäden zu entziehen, sei entgegen- zutreten. Ter Finanz mini st er führte aus. daß die Geschädigten m Rechtsanspruch an den Staat nicht hätten. Preußen sei eingetreten, um die Geschädigten nicht in Not konimen zu kassen, aber in der Erwartung, daß das Reich später auf Grund des tz 35 des KricgsleistungsgesetzcS eintreten werde. Der von Preußen"auf- zinveudeudc Betrag sei nicht auf 400 Millionen Mark begrenzt, cS lvcrdc erforderlichenfalls über diesen Betrag hinausgegangen wer- den. durch den Nachtragsetat sei dies nicht gehindert. Tie zu Vor- entschädigungen erforderlichen Mittel seien vom Finanzressort stets unverzüglich zur Verfügung gestellt worden, entsprechend den An- trägen der Herren Ressortminister. Mit dem Wiederaufbau, soweit cs zur Fortführung der Wirtschaft erforderlich sei, müsse sofort de- gönnen werden, nur mit dem endgültigen Wiederaufbau müsse bis nach Friedensschluß gewartet werden. Tie StaatSrcgiernua gebe die Mittel zum Wiederaufbau der zerstörten Gebäude, behalte sich ober einen Rückgriff gegen die Versicherungsgesellschaften, bei denen die zerstörten Gebäude versichert seien, vor: die über diesen Rück- griff mit den Gesellschaften zu führenden Verhandlungen würden hoffentlich zu einem befriedigenden Ergebnis führen. A u S der Kam in i s s i o n wurde der ostprcußifchcn Pferde- zucht gedacht und die möglichst umfangreiche Verwendung von Kriegsgefangenen gewünscht, von anderer Seite Vorsorge für die Beichaffuna von Rachhypothekcn für innere Kolonisation und Elct- trisierung der Provinz sowie für Bereitstellung von Saatgetreide. Ein Abgeordneter erkannte die vorläufige Fürsorge für die Flüchtlinge als im allgemeinen befriedigend an. Einzelnen Klagen könne durch Mitwirkung der Ortsbehörden gesteuert werden. Er begrüßte die Zusage des Finanzministers hinsichtlich der Vor- cntschädigung und wünschte ernste Beachtung der Hypothekenregc- lung. Tie Arbeiterfrage sei schwierig, eine Beschränkung der reich-- gesetzlich zugesicherten Freizügigkeit aber zu bekämpfen. Zweck- Mäßigkeit und Schönbeit ließen sich beim?>eubau wohl vereinigen. Die Entschädigungen dürften nicht von der Unterstellung unter das Bcsitzbefestigungsgesctz abhängig gemacht werden. Mehrfach wurde die Wichtigkeit des Ostkanals betont, Ter Landwirtschaftsminister wies auf die Er- schwerung der Bcrgungsniaßnahmen der Zivilbehörden durch die Plötzlichkeit des fciirdlichcn Einbruchs hin. Besonders großer Schaden sei der Pferde- und Rindviehzuckii erwachsen, da die Ein- fälle dcr russischen Truppen srlir wertvolle Zuckigelnele getroffen hätten. Vor allein bedürfe der kleine Pfcrdczüchtcr der staatlicheu Unterstützung, iu erster Linie durch Qergavc von Stuten aus den Beständen des Heeres. Tie ostpreutzifche LandwirtscbaftSkammcr hat große Pferde- und Rinderveslände geborgen und zum Teil für die Zurückführung erhalten tonnen. Von den zerstörten To- mänen komme ein Teil zweckmäßig zur Aufteilung. Auch sonst finde die innere Kolonisation loickstige Aufgaben. Eine Haupt- sorge müsse die Erhaltung des alten Stammes der Landarbeiter sein, die leicht in den Provinzen, in denen sie untergebracht wären, zurückbleibe» könnten. Zur Sicherung der zweiten und dritten Hypotheken cmvfchlc sich ein Zusammengehen des Staates und der Kpmmunalvcrdände. Wenn auch Hypotheken nur bis zu 70 vom Hundert des VertehrSwerts bei der Bezahlung dcr Zinsen aus der Vorentschädigmig berücksichtigt würden, so.finde doch sonst keine Zurücksetzung dcr Besitzer höher verschuldeter Grundstücke bei der Vorentschädigung statt. Die Erstattung dcr Kriegsverluste solle nicht von der Bcsitzbefestigung abhängig gemacht werden. Die Elektrisierung der Provinz komme erst nach dein Friedensschluß in Betracht. Dann werde man zweckmäßig wie in der Rheinprovinz und in Westfalen vorgehen. Zur Anschaffung von Krafwflügcn seien für Ostpreußen bereits 2 Millionen bereit gestellt. Ter Oberlandstallmeister gab ergänzend Auskunft über die Art und Weise der Bergung des wertvollen Zuchtmaterials und die dabei erlittenen glücklicherweise nicht großen Verluste. Ein Mitglied der Kommission verfolgte im einzelnen den Gedanken der inneren Kolonisation Ostpreußens, wollte einen Neu- crwerb von Grund und Boden in der Provinz durch SpekuIationS- kreise unter allen Umständen verhindert sehen und verlangte weitere Stärkung des Sicherheitsgefühls. Ein weite res Mitglied betonte, daß durch die russischen Einfälle Werte zerstört worden seien, die nie mit Geld ersetzt werden könnte», hegte aber das Vertrauen, daß dort, wo mit Geld zu helfen sei, nichts gespart werde. Tie Entschädigungen dürsten frei- lich nur Zug um Zug mit dem Wiederausbau an Ort und Stelle ausgezahlt werde, damit das Ziel dcr Wiederbevölkerung der Pro- vinz erreicht werde. Von anderer Seite wurde die Zuziehung von Vertretern der Arbeiterschaft zu den Hilfskonrmissionen gewünscht und eS wurden Beschwerden gegen Untcrorgane der KriegSbilfe vorge- bracht. Die Flüchtlinge dürften in ihrer wirtschasiuchen Eni- sckstictzungSfrciheit nicht beschränkt: ein Zwang zur �,uruckxuhruug nickst ausgeübt werde». Zur vorläufigen Verrichtung der nötigen Arbeiten sollten Flüchtlinge aus allen Landesteucn herangezogen werden. Ein Redner wies nochmals auf den Nutzen dcr Ba�eratungs. stellen hin.... � �. Bon einem anderen Milglied wurde>ibm Engherzigkeit bei Abschätzung der Feuerschäden und stver Harten bei der Requisition von-Harcr geklaw. andererseits die Umsicht und Furiorge oer land- wirtsckx-fllichen Verwaltung bei Wiedcrauxrichtung der ostprcußischcn Pferdezucht warm anerkannt. Nachdem ein Abgeordneter daraus hingewiesen hatte, daß die von der Fcuersozietät festgesetzte Vorentschädigung für die vom Reiche zu gewährende endgültig- Entschädigung nicht maßgebend sei, sondern ans diese angerechnet werden würde, faßte der Aecichterstattcr int Schlußwort die völlige II eberein st immung der Staats regicrung mit der Kommission dahin zusammen, daß ohne Rücksicht auf die er- forderlichen Geldmittel das Ziel des neuen Ausbaues Ostpreußens im Sinne des königlichen Wortes erreicht werden müsse unter Be- obachtung folgender Leitsätze: Wiedervevölkerung der Provinz, Bürgschaften für eine zweck- entsprechende Perlvendung der Entschädigungen, Herbeiführung einer Buiidesrntsverorduung, die eine Auslösung der von svlücht- lingcn anderwärts geschlossenen Arbeitsverträge auf deren Antrag zuläßt. Förderung der inneren Kolonisation, insbesondere durch Aufteilung hierzu geeigneter Domänen, Wiederaufrichtung der oft- preußischen Pferde- und Viehzucht, Verbindung von Zweckmäßigkeit und Schönheit bei Errichtung neuer Gebäude, Förderung der Land- bcstellnng. Die Beratungen der Kommission ließen auf allen Veiten der ernsten, voll warmer Empfindung getragenen W i ll c u erkennen, der schwer geprüften, nun hoffentlich für immer vom Feinde befreiten Provinz zu ihrer alten Blüte zu verhelfen. Cine Erklärung Vivianis in öer Kammer. Paris, 19. Februar.(W. T. B.) In der gestrigen Sitzung der K a m in e r stellte der Deputierte Chaumet eine Anfrage an Viviani über die Tagesordnung des Londoner Sozialistenkongresses. Chaumet führte aus, die Tagesordnung habe die Leffentlichkeit um so mehr erregt, als zwei RegierungSmit- glieder an der Konferenz teilgenommen hätten. Der Redner be- dauerte sehr, daß die Minister sich nicht die Reserve auferlegten, zu welcher die Journalisten gezwungen seien. Ministerpräsident Viviani erklärte, daß die Richtlinien der Regierungspolitik unverändert seien und gegenüber den Verbündeten von gleicher Herzlichkeit wie bisher blieben. Viviani bekräftigte er- neut, daß die Verantwortung für die augenblicklichen Ereignisse Frank- reichö Feinden zur Last falle. Die Regierung wiederhole, daß sie ohne Schwäche und ohne Ermatten in Uebereinstimmung mit den Verbün- delen den Krieg bis zum Ende(einstimmiger, langanhaltender Beifall, Sembat und Guesde klatschen lebhaft), bis zur Befreiung Europas, bis zur materiellen und politischen Wiederherstellung Belgien», bis zur Wiedereinvsrleibung Elsaß-Lothringens fortsetzen werde.(Beifall auf allen Bänken.) Weim wir die Wieder- einverleibung dieser Provinzen verwirklicht haben, fuhr er fort, können wir sagen, daß sie nicht durch Eroberung, fondern durch Restitution zu uns zurückgekommen sind. Laut Vertrag vom 1. September kann die Regierung eine fried- liche Lösung nur gemeinsam mit den Verbündeten erwägen, deren Treue in diesen Prüfungen das heilige Bündnis noch enger gestaltet, jenes Bündnis, welches die Sache der Zivilisation und des Rechtes retten und Europa, ja vielleicht die ganze Welt retten wird, denn der Triumph des preußischen Militarismus wäre die Vernichtung aller Frei- heite». Nicht nur die Regierungen reden so. sondern auch die verbündeten Volker selber, welche um den gemeinsamen Gedanken geschart sind, wissen, daß der Triumph des deutschen Imperialismus der Zu- sammenbruch ihrer Freiheiten sein wird. Niemals hat die Ge- schichte ein solches Schauspiel gesehen! Viviani beschwor schließlich das Parlament, seine Pflicht zu tun, Konflikte zu vermeiden und Mißverständnisse, falls solche auftreten sollten, zu zerstreuen statt zu verschärfen.(Lebhafter Beifall.) Chaumet erklärte sich befriedigt und dankte Viviani. Im Senat befragte der konservative Senator Gaudin de Villaine ebenfalls Viviani über die Anwesenheit S e m b a t s und G u e s d e S auf dem Sozialistenkongreß in London. Er hätte gc- wünscht, daß die Regierung in einer Note an die Presie sich jeder Verantwortlichkeit enthoben hätte, und ist der Meinung, daß die Haltung der sozialistischen Minister unzulässig sei. Viviani wiederholte unter lebhaftem Beifall die Erklärung, welche er in der Kammer abgegeben hatte; damit war der Zwischenfall beigelegt. die Haltung üer L. p. Unser Londoner Korrespondent schreibt uns: Drei weitere Provinzialkonferenzen der I. L. P. haben ihre Vorberatungen zum Ostern stattfindenden Parteitag der Partei beendet und ihre dem Parteitag zu unterbreitenden Resolutionen gefaßt, und zwar die Provinzialkonferenzen von Wales, von Südost-England und von Nordost-England. Sie alle zeigen dasselbe Bild wie die früheren Provinzialkonferenzen, über die wir bereits berichtet Huben. Die lriegsfeindliche Haltung des Vorstandes derJ. L. P. und des Parteiorgans.Labour Leader" wurden durchweg mit der größten Eiiimütigkeit gutgeheißen, die Arbeiterpartei wird für die jmgoistischen Irrwege des ArbeiterorganS.Daily Citizen' an den Pranger gestellt. Daneben sind überall Resolutionen angenommen worden, die sich mehr allgemein gegen die imperialistische aus- wärtigc Politik wenden und einen Frieden ohne Erobe- r u n g c n, der den Rüstungen zu Wasser und zu Lande ein Ende macht, fordern. Besonders hervorzuheben wäre, daß sich an der Provinzialkonferenz der O st l ü st e- G r a f s ch a f t e n, von deren Bevölkerung man nach den Heimsuchungen der deutschen Kriegs- und Luftschiff« noch am ehesten eine deutschfeindliche Stimmung hätte erwarten können, kein einziges Wort gegen die kricgS- und regierungsfeindliche Politik der I. L. P. erhoben wurde. Die italienische Kammertagung. Tic italienische Kammer ist am Donnerstag zusammengetreten. CS waren Kundgebungen für und gegen den Krieg vor dem ParlamentSgebäude geplant. Da aber die Kammer und ihre Zu- gangsstraßen von starken Militäraufgeboten abgesperrt waren, wurden alle D e m o n st r a t i o n s v e r su ch e ohne Zwischenfälle im Keime unterdrückt. Dle Polizei zerstreute ferner ohne Schwierigkeiten Ansammlungen von Futuristen. Demokraten und Republikanern, die an anderen Punkten Demonstrationen versuchten. Einige Anführer, darunter der Futuristenführer Marinelti, wurden festgenommen. In der Sitzung legte Ministerpräsident S a l a n d r a einen Ge- sctzenlwurf über die Hilfeleistung für die Erdbebenkatastrophe vor. Er appellierte an die Nation, stets Vertraue>r in die Zu- ! u n f t I t a l i e n s im Herzen zu tragen, dessen Geschick nicht allein den Ruhm der Vergangenheit, sondern auch alle Hoffnungen und Ideale der Zukunft umfasie.(Langer stürmischer Bei- fall.) Der Republikaner C o l a j a n n i feierte darauf das Gedächt- nis der in den Argonnen gefallenen Garibaldi n er, die dem vaterlande den Weg nach T r i e n t und Trieft bahnten. In der Freitagsitzung stellte Abg. G i r e t t i die Frage an den Ministerpräsidenten und an den Millifter des Aeußern, welchen Protest die italienische Regierung bei der deutschen Regierung wegen der Verletzung der Neutralität Luxemburgs zu machen gedenle. die auch von der italienischen Regierung durch de» Londoner Vertrag von I8tj7 garantiert worden sei. Der Unter- staatSiekretär des Aeußern Borsarelli erklärte, angesichts deS gegenwärtigen Augenblicks halte er es für angemessen, nicht zu antworten. Hierauf begann die Kammer die Beratung deS Haushalts. Die englischen Arbeiter gegen üie Teuerung. London, 19. Februar.(W. T. B.) Von den Organi- sationen der Arbeiterpartei und der Sozialisten ist ein Komitee gebildet worden, das eine Massen- versa mnilung veranstalten soll, die für eine energische Aktion der Regierung gegen die Steigerung der Preise von Kohlen und Lebensmitteln eintreten soll. Die Massenversammlung soll am 28. Februar nachmittags am Trafalgar Square stattfinden. Ali demselben Tage sollen in allen industriellen Zentren des Landes ähnliche Demonstrationen abgehalten werden. Frankfurt a. Bt., 19. Februar. JB?•> Badstr. 26, Ecke •-"«-Cr prinxea- Allee. Fshlf fh 9, Tn Rosenthalerstr. 3. iQL'ldul ll Lü. Eckhaus Linienstr Leske �Slupecki, Schonh.-AIlcg 70 Siaserei ttltfl feinste Qualitätsbiere. S 4 ftihoiiolfp. Getränke b Abraham EaiEb. Mcssina-u.Römertrank-Kell. 1.23 Bartslsir. 8s. Fernsp. Kgst. 13708 � Beleuchtungsgegenstände ► Büttner, A., Danzigerstr. 96. @ Bde-SüMen Arkona-Qad, Anklamer-Str. 84. Ssdi-fcliilliKi.SS.. |Bäd Landsberger Str.107, GolInowstr.41,Liefer. sämtlich. Krankenk. 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Wunderlich, Bötzowstr. 38. Paul Zwarg, Landsberg. Allee 136. 4 Haus-u.Küchennerä�e� G.Geiger, Schleiferei, Müllerst. 7 Frz-Kamerowsky �LÄsqu; Bethke, Georg, NenkoIIi, Elbeatr.83, Kaiser-Fri�dr.- Str. 64, Wcientr. 183, Frlfdelsir. 23. Treptow, Griitz-S'.raße 64. Frese, Ernst 5 �'so"9 Gaege, Otto Chabru1r0jt,n Eriut lialtniaiiQ iÄ» F. Pflugmncber, Colonnenstr.48. F.V.Met Mu�Z. 4 MöbsImagaJine P.Bock, Klosterstr. 8 9, Spandau. J. Kempel, Stephanstr. 33. HSS C. Braun, Eldonaerstr. 25 Wilhelm Freier, Bouchöstr. 80. H. Friodrldi, Straß burgerstr. 43a F. Galle, Metzerstr. 38. Rud. Kiesel, Mirbachstr. 66. F. Lox, Bciforterstr. 2. A. Siebert, Weißenburger�r. 52. Iteierei IC. ,Schwe82srhof", Meierei und Milchkuranstalt. Emdener Str. 46. Tel. II 2595. Wodrich, Putbusserstr. 35. ■ä iVtcstricNfsbrak LiM s Scfiwalse iiiiiiiiiifiiim jiraMric SäSsE' ßcilmann, E. i;onn<>ws,r 55 Waschmasch. A.-G. Ol Alt Moabit j *Ll:: 98103: Ältester und grosster -, ra Milchwirtschaftlicher y! 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Otto Obst,Fl.c.WDr8tv.ElsaSatr. 70 j 4 Wilhelnis�uh ► ' ffend'.flrAKgineabarg.Kolftav.lianput.ZQ 4 Zossen Wisr«ninaus S. Coftaon. TlieaterfürSonnal]En!l,2Ö.Feliruar: Berliner Theater 31/, Uhr: Pelcrchens Mondfahrt. a Jlir:„Extrablätter!" Deatsches Künstier-Tlieafcr Vl' u: Peer Gyiit. Deufsches Opernhaus, Cbarloitcnb. 8 VhJ: Die verkaufte Braut. Friedrich-Wilhelmstädt. Theater, 8 Uhr: Figaros Hochzeit. Sonntag 8 Uhr: Gasparoae. Gebr. Hcrruf eld-Theatcr 8 � Familie piasc�k. Helbring contra Helbring. Kleines Theater 8 Uhr: HerkategoriseiieliDperativ Komische Oper 8 Uhr; Gohlgal» ich für Eisen 3J/. U.: M1B Eilioiu. Koinödienhaas 7 Uhr: Bunter Abend. Eessing-Theatcr 8 Ulir; Ein Volksfeind. Eastspiclbans B'l, U.: Die Orientreise. Sonnt 3l/4U.: Das Leufnantsmündel. Metro pol-Theater 8Ulir: Woran wir denken! Slontls Operetten-Theater suir jjer nebe Pepi. National Theater aiou-: Wedb ö.Laüilstuiikoiiiint Kesidena-Theater 8 11111: Die Schöne vom Strand. Hos« Theater 4 Uhr: Rotkäppchen. 8 Uhr: Else vom Erlcnhof. Sohiller-Theater O. 8Ulir:DesMeer8Sü.il.LielieWElleD Mchiller-Th. Charlottenbg. 3". U.: Wilhelm Teil. 8Ühr: Bora. Thalia-Theater 8Uhr:Kam'rad Manne. Theater am Kollendorf pl. 8'/, U.: Immer feste drnlt! Sonnt. S'/jU.: Oer Graf*. Luxemburg. Theater des Westens 8 � Rund um die Liebe Sonnt.SU.; PrinzFriedrich v.Homburg j Theater in der Königgrätzer Straße 8 Uhr: Hedda Gabler. Trianon-Theater 81/, U.: Das Eiebcsnest. ü1/, U.: Die Waise aus Lowood. Volksbühne.Theateram Bülowplatz 8�U:Sönke Eriehsen Walhalla-Theater " � ä filme! vor Paris. URANIA T�KW- Im wissenschaftlichen Theater: ' Abends 8 Uhr: Dr. Spethmann: Der Kanal v. difißstkl'ste Enilanils. Im Hörsaal 8 Uhr: Uro f. Dr. B. Donath: Kachrlehtcnübermittlung durch Wellen u. Strahlen. Johanna Terwin vom DeutsclienTheater,Berlin, Jakob Tiedtke v. Uessing-Theater, Berlin, in: Landwehrmann und Pikarde Zeitbild von Otto Reutter. Serene Nord mit ihren Wassernymphen, Rosa Felsegg mit ihrem Aeroplan, Else Verna Operettensängerin sowie der hervorragende Eehruar Spielplan. awr- Kleine Preise. Zirkus Albert Schumann Sonnabend, 20. Febr., Anf. 71/, Uhr: Gr Gala-Vorstellung. Artnr Naxon-Trio die stärksten Männer der Welt mit ihrer lebenden Automobilbrücke. Neu! 4 Claeres, 2 Dornen u. 2 Herren I. ihr. groß. Leistung. Welses 5 dressierte Bären u. die übrig, neuesten Spezialitäten. Um 91/.' Uhr; Um tü/, Uhr: VSKT-Ost und West.?HfJ Sonntag, den 21. Februar: O Grolle Vorstellungen>) L nachm. 3V. u. abds. 71/, Uhr.'■ Nachm. hat jod. Hrwachs. ein Kind unt. 12 Jahr. frei. jed. weit. Kind unt. 12 Jahren die Hälfte. In beid. Vorstell. Ost und West. Casino- Theater. Itoifjvinger Strotze 37. Täglich 8 Uhr. S3®~ Nur noch bis Tonnerstog NU ben 25. d. M.: vureb dick und dünn. ürcitag, 26. Februar: Erstausführung des neuen Lustspiclschlogers: Der Herr Komnx-rzlenrat. Sonnt. 4 Uhr: Durch Klippen u. Wellen Reiehshallen-Tliealer. Stettiner Sänger. Zum Schlug: Weihnadilsabeud im Schützengraben Ansang 8 Uhr. Militärperfonen und deren An> gehörigen voll» iommen freier Zutritt zu den Stell. Sängern. Theater Folics Capncc bfst Possen-Theater 8V4 Sprechstande. Ein angenehmer Herr. Martin Kellner a. G. Palast-Theater am Zoo Täglich 8 Uhr: Muttchen hat's Wort! Sonntag, 21. Febr. 3'/- Uhr: Fiachsmann als Erzieher. Kleine Preise. Tolg't-Tlieater. Badstr. 58. Badstr. 58. Morgen Sonntag, den 21. Februar: „Linne, die weite Fnut". Schauspiel in 5 Alt. n.d. gleichnamigen Erzähl, v. E. Marlitt a. d. Gartenlaube. Kafseneräffnung 7 Uhr. Ans. 8 Uhr. Spezialarzt Dr. med. W'ockenluß, Friedrichstr. 125,(Oranienb. Tor). für Syphilis. Harn- u. Frauenleiden— Ehrlich-Hata-Kur(Dauer 12 Tage) Blutuntersuchung. Schnelle, sichere schmerzlose Keilung ohne Berufsstörung. Teilzahlung.» Sprechstunden 11'/,— 2 u. 5'/,— 8. Linienstr. 83-85. Telephon: Amt Norden 185, 1233, 1387 3714. Bureau geöffnet von 3—1 Uhr und von 4-�-7 Uhr. 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Uhr: Sraneken-Versammlung aller in Metallgießereien beschäftigte» Former und Berufsgenosse» im Lokal„«iid-Ost", Waldemarstraße Nr. 75. , m-j-.„ Tagesordnung: I. Vortrag des Kollegen ZIdolf BSuichick über:„Unsere Ausgaben in der gegen, vartigeu Zeit-. 2. Diskussion. 3. Verbands- und Lranchenangelegenheiten. Ticnstag, den S3. Februar ISIS, abends 8 Uhr: Sezirks-Versanttnlutig für Triedriehshagen und Köpenick im Lokal von Ochmann, j�öpenick, Bahnhofstraße 44. Tagesordnung: I. Bericht und Stenwahl der Bczirksleitnng. 2. Verbands- angelegenheiten und Verschiedenes. - Ohne.THtglicdshuch kein Zctpifi:------— Pünktliches und zahlicicheS Erscheinen wird erwartet. Ten Kollegen von �ledei-.Sehhnhaaseii zur Kenntnis, daß ihrem Wunsche entsprechend die Zablstelle von Gapa, Elchen, trage, nach dem üofal von Johannes Greth, BlSmarekstr. d?, verlegt worden isL 13-21 1-2 Die Ortsvepsvaltnng. Verantw. Redakt.: Alfred Wieltpp. Neukölln. Lnseratenteil verantw. Th. Glocke, Terlin. Druck u-Lerlag: Vorwärts Buchdr.u.Vcrlagsänstält Daul Singers Co, Berlin SW. Hierzu 2 Beilagen».UnterhaltungsbU Ar. 51. 32. Jaliryavg. Zonnadeck, 20. fclmiat(015. die Sozialöemokratie Frankreichs unS öer Krieg. II. Ter i. August ist für die französischen Sozialisten ein Tag von ginch großer historischer Bedeutung ime für die deutschen: Am Vor- tnüüjg das Leichenbegängnis von Jaures, am Nachmittag die Kriegs- sitzung der Kammer. Am Nachmittag des 3. August hatte der deutsche Gesandte die Kriegserklärung an Frankreich übergeben. Unmittelbar im Zusani- msnhang niit der Mitteilung dieses endgültigen Bruches schreibt die „Husnamte" vom 4. August:„Tie von der Regierung, geforderten Kredite Ivcrden einstimmig bewilligt werden." Den Eindruck der Sitzung, in der diese Bewilligung ohne jede Diskussion geschah, schildert die„Humanite"(vom 5. August) in folgenden Worten: ..Welch eine Sitzung! Die alten Journalisten, die dm lä. Juli 1870 miterlebt haben, die Parlamentstagung, wo der Krieg erklärt wurde, sagen, daß kein Vergleich zwischen damals und heute möglich sei. Ter Grund ist höchst einfach: 1870 war es das Kaiserreich, das nir sein dynastisches Interesse in den Krieg zog; heute ist es die Nation, die sich verteidigt. Daraus entspringt jene Einigkeit, jene würdige und mannhaste Energie, die an die großen Szenen von 170t! crmnert. Keiner, der der gestrigen Sitzung beigewohnt hat, weder Wgc- ordnete noch Journalisten und Zuhörer werden sie jemals vergessen. Sw werden ihr ganzes Leben die Erinnerung an diese cmzigär5ge Erhebung bewahren: Tie einmütige Huldigung für Jaurhs, die glänzende Genugtuung für den großen Mitbürger, der in demselben Saal so viele Kämpfe erlebt hat; die Verlesung der Botschaft des Präsidenten; die Rede des Herrn Viviani, der die Tatsachen rc- kapituliert, die Veranlwortlichkeiten feststellt und das Urteil der Welt anruft; endlich das Ende der Sitzung, die Schlußworte des Minister- Präsidenten und des Präsidenten der Kammer, die ihrem Vertrauen aus den Sieg des Rechtes Ausdruck geben. Niemals hat es eine herrlichere Kundgebung der nationalm Einheit in einem bedrohten Lande gegeben. ES ist die republikanische Regiernngsform— gestützt durch den Sozialismus— der Frankreich dies verdankt." In der Trauerrede für JaureS, mit der die Sitzung begann nfid deren Plakatierung die Kammer einstimmig beschloß, sprach der Kam- merpräsident Teschanel, als er der Trauer gedachte, die die Gegner wie die Freunde des Toten erfülle, folgende Worte:„Aber, Mas sage. ich? Gibt es denn noch Gegner? ReinI Es gibt nur mehr Franzosen!" Die Klassensolidarität wurde am 4. August in Frankreich in den- selben Formen verkündet wie in Teutschland. Vom Gesichlspunkt der Landesverteidigung und nur von diesem erfolgte auch der Eintritt von Jules Gnesde und Marcel Sembat in das Ministerium, lieber die Motive dieses Schrittes, der in der Zeit erfolgte, als die deutsche Lssensive starte Fortschritte machte und Paris immer näher bedroht wurde, gibt das Manifest der sozialistischen Partei Rechenschast, das die..Humanitc" am 28. August veröffentlichte uni) das im.Vorwärts" vom 5. September auszugsweise wiedergegeben ist: Genossen! Ans Grund einer ordnungsgemäßen Beratung, aus Grund eines reiflich erwogenen Beschlusses hat die sozialistische Partei zwei ihrer Mitglieder, unsere Freunde Jules Gnesde und Marcel Sembat, ermächtigt, in das neue Ministerium einzutreten und hat sie dadurch zu ihren Delegierten in der Regierung der Landesverteidigung(defense nationale) gemacht. Alle Vertreter der sozialistischen Fraktion im Parlament, des permanenten Verival- tungsauSschusicL der Partei, des VerwaltungsraleS der.Humaniie" waren einig, die großen Verantwortlichkeiten, die sich jene Genossen bereit erklärten zu übernehmen, mit ihnen zu teilen. Wenn es sich nur um die Ilmbildung eines Ministeriums gc- bandest hätte, nur darum, der alten Regierung einige neue Kräfte onzugstedern. einige jener ungebrochene» Kräfte, an denen unsere Painn so. reich ist. kurz, wenn eS sich nur um die gewöhnliche Teil- nähme än einer Bourgeoisregierung gebandelt hätte, wäre weder di? Zustimmung unserer Freunde noch die unsere zu erhalten gewesen. Aber eS handelte sich heute um die Zukunft der Nation, um das Leben Frankreichs und da hat die Partei nicht gezögert. Tie Wahrheit, die man vorausgesehen hat, die wir angekündigt haben, ist offenbar geworden. Unsere Armeen haben sich, ohne ge- schwächt, ohne in ihrem inneren Gestige gelockert zu sein, für den Augenblick vor überlegenen Streitkräften zurückgezogen. Eines der reichsten und arbeitsamsten Gebiete unseres Landes ist bedroht. Tie nationale Einheit, deren Wiedererstehini g die Herzen am Beginn des Krieges stärkte, muß ihre ganze Kraft manifestieren. ES ist notwendig, daß mit jenem heldenmütigen Feuer, das in ähnlichen Stunden immer wieder in unserer Geschichte auslohte, die ganze Nation sich zur Verteidigung ihres Bodens und ihrer Freiheit erhebe. Der Eftes der Regierung erkannte, daß er, um die Nation hin- zu reißen, um sie in den Kamps zu fübren, der notwendigerweise crvittert sein wird und erbittert sein muß, der Mithilfe aller bedarf und insbesondere wohl jener, die im Kampf für die Befreiung des Proletariats und der Menfchhcit, das drückende Joch des Defpotis- imii) zu furchten haben. Er wußte wohl, daß in allen schweren stunden, 1703 ebenso wie 1870, es diese Männer» diese Sozialisten, diese �Revolutionäre waren, in die die Nation ihr Vertrauen setzte. «pontan, ohne irgendeine andere Manifestation des Volks- willens abzuwarten, ließ er den Ruf an unsere Partei ergehen und unzere Partei antivortetc: Hier! -ins ist der Geist, der unsere Freunde beim Eintritt in die Re- gierung beseelt, i-ie haben bei diesem Eintritt auch daS klare Bc- wußtsei», welches ungeheure Werk sie zu vollbringen haben. Vor allem werden sie durchsetzen, daß dem Land die Wahrheit kund �werde. «pie werden seinen Mut und seinen Willen zum Siege erhalten und steigern, indem sie ihm das volle Vertrauen zur Aufrichtigkeit der Regierung verbürgen. Die werden das Aufgebot des Volksganzen fla Icvde en inaesc) vollenden. Sie werden es so durchfuhren. Laß keine Kraft, kein guter Wille ungenützt bleibe. Sie werden die Vorräte an AusruftungSgegenständen. an Pro- viant und Waffen, die sich in unseren Lagern befinden, überprüfen. Sie werden sich bemühen, sie zu vermehren. Sie werden die Erzeugung von Munition und Waffen durch die Heranziehung aller versugbaren Kräfte von Tag zu Tag steigern. Es bedarf eines vorurteilslosen Willens, der sich einzig durch das Wohl des Landes leiten laßt, cö bedarf eines gewaltigen Aus- mm, des von Organisation, um die Verwertung der Kräfte der Nation zum Maximum zu steigern. Schließlich und vor allem, Genossen, wird die Anwesenheit un- scrcr Freunde in der Regierung für alle die Garantie sein, daß die republikanische Demokratie zum Kamps bis zum äußersten bereit ist. Wie oft hat unser großer Innres die Notwendigkeit dieses Kampfes betont, auch unter der Voraussetzung, daß unter der Attacke großer Massen anfänglich ein Zurückweichen der Franzosen statt- finde. Er wünschte, daß dieser Kamps in allen Einzecheiten vor- bereitet werde. Aber nun haben wir die Pflicht, unter allen Umstanden diesen hartnäckigen Widerstmid zu organisieren und haben sie um so mehr, als von ihm der gemeinsame Erfolg der Berbün- beten abhängt. Zu diesem Widerstand fordern unsere Freunde die Nation aus. Heute ebenso wie stüher. nach den ersten Prüfungen ebenso wie in der Begeisterung der Mobilisierung, Haien wir die Gewißheit, nicht nur für die Existenz des Vaterlandes und die Größe Frank- reichs zu kämpfen, sondern für die Freiheit, für die Republik, für die Zivilisation. Wir kämpfen dafür, daß die Welt von der erstickenden Ve- drückung des Jmperiälisilius und der Barbarei dcs Krieges befreit tverde Lud endlich den Frieden in der Achtung vor den Rechten aller genieße. Diese Ueberzeugllng werden die sozialistischen Minister aus die gesamte Regierung übertragen. Sie werden damit deren Arbeit be- leben. Sie iverden diese Ueberzengnng auf die heldenhafte Armee, in der heute die Blüte der Nation kämpft, übertragen. Durch ihre ausdauernde Arbeit, durch ihre flaminende Begeisterung werden sie gleicherinaßen das Wohl des Vaterlandes wie den Fortschritt der Menschheit sichern. Die sozialistische Fraktion im Parlament. Die perinanente Vertvaliuiigskoinmission der Partei. Der Vertvaltungsrai der„Humamte". Bei dem PntriotiSmus, der aus die Notwendigkeit der Landes- Verteidigung begrenzt ist, hatte es aber, als der Krieg wirtlich ausbrach, keineswegs sein Bewenden. So stark der Antrieb der Verteidi- gtmg dcs Landes sein mag, die Kriegsstimmung bedarf stärkerer Stimulantien. Einen tiefen Einblick in die Psychologie � des Kriegsbeginnes gibt uns Jaurcs in dem Einleitungskapitel seiner„Neuen Armee", wo er sich mit einem der bedeutendsten Militärtheoretiker Frankreichs, dem General Langlois, auseinandergesetzt. Innres' sagt: Denn wie unentbehrlich und heilig auch für General Langlois das Vaterland sein mag, die bloße oder wenn man mir den Ans- druck gestatten Unll, die ungesckilachte Vatcrlandsidce reicht ja nach seiner Meinung nicht bin, die Seelen zu entflammen und ihnen für den Kampf die Gewalt eines reißenden Stnrzbaches zu verleihen. Damit die Menschen ihre ganze Kraft hingeben, damit sie durch einen übermächtigen Ausschwung die Macbt dcs Gegners brechen, genügt nicht ibrc Zugehörigkeit zu einer historischen Einheit, genügt es Nicht, daß sie sich aus eine, wenn auch glorreiche Vergangenheit stützen. Tie Beispiele des Generals Langlois selbst lehren uns, daß umfassenden Plan zu dienen, einer großen Zukunft voll Macht oder voll Gerechtigkeit vorzuarbeiten. Ein Rausch, sei es von Ruhm oder Herrschaft, von Freiheit oder Fanatismus muß sie ans der gc- lvohnten Alltäglichreit Heransreißen und da? gewohnte Gleichgewicht der Kräfte zu ihren Gunsten verschieben. DaS Vaterland, wie es uns die Geschickte überliefert hat. ist also der Rahmest und die Unterlage, aber es ist noch nicht allein die zum Siege begeisternde Kraft. ES ist der Baustein zum Herd, der Holzstoß zum Opserseuer, aber es ist nicht die Flamme. Janres hoffte, daß der Sieg des Sozialismus,„der Sieg der Ar- beit über das Eigentum und der Sieg der Friedenspolitik über alle Angriffsideen" Frankreich jene große Idee, die im Kriege nötig ist, geben werde. Ter Sieg des Sozialismus war nicht da, das Proletariat war nicht die herrschende Klasse, aber die Kriegspolilik bedurfte der Stimu- lantien und so sehen wir, wie bei den Sozialisten der nüchterne Ge- danke der Notwendigkeit der Landesverteidigung immer mdjr in den Hintergrund tritt gegenüber der Illusion, daß mit der Sache des Krieges auch die Sache der Demokratie und des Sozialismus gefördert tverde. Schön in der Versmninlung vom L.August verkündete Vaillant, daß die Sozialisten gegenüber dem Angriff von außen ihre Pflicht erfüllen iverden„fiir das Vaterland, für die Republik und für die Revolution". Die revolutionäre Tradition wurde wieder lebendig ge- macht und, da sie als Idee nicht möglich war, als Schlagwort in den Dienst des Krieges gestellt. Aber so stark auch die Unklarheit in den Kopsen einzelner Arbeiter sckon zu Beginn des Krieges gewesen sein mag, so blieben doch die Worte von Vaillant in jener Lersaumtlmig noch isoliert, während die große Mehrzahl der führenden Sozialisten und vor allem das Zentral- organ der Partei, die„Huinanitc", im ersten Monat den Krieg dock vor allem als einen Verteidigungskrieg der Unabhängigkeit Frankreichs auffaßten. Eine Wendung trat erst anfangs September em, als die Regierung nach Bordeaux verlegt wurde und gleichzeitig ein Teil der Parteileitung und der Redaktion der„Humaiiltc" dahin übersiedelte. Vaillant übernahm die Leitung des Zentralorgans der Partei und je mehr er. der Schüler Blänquis, in den Vordergrund trat, um so mehr verstärkten sich die Illusionen, daß Frankreich im Kriege für die Demokratie Europas stehe. Dieser Eroberungskrieg für die Demokratie, wie er von Vaillant immer wieder in der„Humanitc" gepredigt wurde, scheint UNS be, sonders austlärend zu sei». Tie Franzosen führen nämlich nach Vaillant diesen Krieg gegen das„imperialistische Deutschland", wobei das Wort„Imperialismus" nicht in seiner ökonomischen Bedeutung dem preußischen Militarismus, dein preußischen Junkertum und dem preußischen LnterdrückungSsYstrm befreien. Der Sieg Frankreichs, das ist der Sieg der Demokratie über die Reaktion. Dagegen redet Vaillant recht wenig von Rußland und anerkennt in keiner Weise die Berech- tigung des Eroberuiigsznges der Demokratie gegen den Zarismus, wie ihn die deutsche Sozialdemokratie gepredigt hatte. Durch Wochen schrieb Vaillant beinahe täglich einen Artikel, der immer tvieder in ähnliche Betrachtungen auSklaiig wie der. folgende vom 8. Oktober: Niemals gab es ein herrlicheres, heroischeres Opfer, als das der Helden an unserer Front. Aber niemals noch konnte der Erfolg größer sein." bedeutet Jlllperiausiniis mmcii(inu, mc tyi Grundlage einer selbstherrlichen Demokratie gegründet ist. Wir erleben wieder die Zeit der Revolutioilskriege, aber unter unvergleichlich besseren Bedingungen, denn alle Franzosen, Bürger und Soldaren, eng vereint, wissen, daß ihre Sache die edelste ist, für die je Menschen zu den Waffen gegriffen haben, daß sie für die höchsten Interessen der Menschheit kämpfen, die ein grausamer und barbarischer Feind schändet und zu nnterjocken sucht. Der Wille, den deutschen Imperialismus zu besiegen, erfüllt sie mit dem gleichen Mut, beseelt sie mit dem gleichen Geist, der ihren Vorfahren in den Tagen der Revolution eigen war. in Valmy wie bei Erstürmung der Bastille, denn der Erfolg und das Ziel sind gleich: die Vernichtung der Tyrannei, der Triumph der Freiheit des Volkes. llud da wir wissen, daß die Landesverteidigung in sich die Not- wendigkeiten der Gegenwart mrd die Hoffnungen der Zukunft ver- einigt, da wir sicher sind, daß in� ihr auch das Wohl und die Ent- Wickelung der Republik und des Sozialismus liegen..., setzen wir alle Kräfte ein, um sie siegreich zu machen. die Notwenöigkeit öer preß- Freiheit. Ter amtliche Bericht der Budgetkommission des preußischen Abgeordnetenhauses ist nicht so aussührlich, daß er mit dem bisherigen Gebrauch, während des Krieges die Erörterung aller wichtigen Fragen in eine nichtöffentliche Kommission zu schieben, irgendwie versöhnen könnte. Besonders knapp und der Wichtigkeit der behandelten Frage keineswegs Rechnung tragend ivar jedoch der amtliche KommissionLbericht über die Erörterungen zur Preßfreiheit. :«Die neue Armee". Deutsche Ausgabe Eeite 0. Während bei den anderen Verhandlungsthemen wenigstens kurz der Inhalt jeder Diskussionsrede skizziert wurde, hörten wir diesmal nur etivas von einer„Zu- sammenfassung" durch den„Berichterstatter". Ebenso fehlte jede Andeutung darüber, ob und lv a s die Negierungsvertreter auf die Beschtverden geantwortet habe». Gerade die Lücke n des Berichts werden jene Wirkung bei den Lesern erzielen, die man augenscheinlich von einer ausführlicheren Wiedergabe der Verhandlungen be- fürchtet hat. Tie bürgerliche Presse schweigt zu Form und Inhalt LeS Berichts, tvas ja— da die in der Kommission porgebrachteu Wünsche der Presse noch nicht erfüllt sind— durchaus begreiflich ist. Rur die„ P o sl" bringt eine bei dem Resultat der Kommissionsberatuug viel zu o p t i m i st i s ch gefärbte Besprechung. Es heißt darin u. a.: „Zur Frage der Zensur, der seither während deS Krieges ge- übten Bebandluiig der öffentlichen Meinung und insbesondere der Tagespreise scheinen in den letzten beiden Sitzungen der Budger- kommijsion des preußischen Abgeordnetenhauses, soweit der an anderer Stelle peröffeiitlichte offiziöse, leider nur allzu karge und auffällig schweigsame Bericht darüber erkennen läßt, gewichtige Worte gesprochen worden zu sein. Gewichtige Worte insofern, als sie offenbar durch irgendwelche stich- haltigen Gründe f ü r die dauernde Beschränkung der Preßfreiheit und die bisherige Handhabung der Zensur nicht entkräftet iverden konnten und gewichtig Nichr minder insosenr, als sie den entschiedenen Ausdruck des einmütigeu Willens aller Parteien bedeuten... Welcher Art die Kritik gewesen ist, zu deren Dolinetsch sich die AuSschußmilglieder gemacht haben, auf welche Einzelvorgänge sie sich erstreckt hat, daS ergibt sich mm dem allseitig empfundenen Bedürfnis nach Erlaß eines e i n h e i t- lichen Reichsgesetzes über die Erklärung deS KriegSzustaiides und aus der Forderung, die preußische Regierung solle zuguusien derjenigen, die von den bestehenden gesetzlichen Bestimmungen und Verordnungen„betroffen" worden sind, bei den Militär- behörden vermittelnd eingreifen. Die gewichtigen Worte, die von den Vertretern aller Parteien über die von der gesamte n deutschen Presse als fast uuerträlilich empfundene Beschränkung der Preßfreiheit gesprochen worden sind, sollen nach dem Bericht auch die Wirkung erlösender Worie haben. Wie schon gesagt, soll bereits„zurzeit" eine Besserung, eine Erlösung eintreten: denn die Zensur soll fortab nur noch ihre Grenzen haben an der unbedingten Rücksicht auf die militärischen Notwendigkeiten und auf die Wahrung deS Burgfriedens. Aber die Erlösung soll weiter gehen: Tie öffentliche Erörterung der F r i e d e n s b e d i n g u n g e n— und das ist die Hauptsache— soll so rechtzeitig freigegeben werden, daß die öffenllicke Meinung bei den FiiedenSverhaiidlunoen voll zur Geltung gebracht werden kann, und zwar dergestalt, daß alle Richlnngen gleichmäßig daS Reckt zur Meinungsäußerung haben sollen. Den preußischen Volksvertretern gebührt Dank, daß sie sich die Forderung der Erlösung der Presse und der öffentlichen Meinung von der ihr bislang gezogene» Eindämmung sowie deS Schutzes gegen Eingriffe in die persönliche Ueberzeugungs- s r e i h e i t zu eigen gemacht, sie durchgesetzt und sich so das Verdienst erworben haben, das von ihnen unser Artikel„Eine nationale Aus- gäbe des preußiscken Landtages" erwartet hatte." Ob tvirklich alle Wünsche aller Parteien erfüllt werden, kann erst die Wirklichkeit in der Zukunft Ie>>rc".i. Dagegen stimmen wir weiteren Ausführungen der„Post" zu. daß eine Erörterung deS Kriegsziels nie und nimmer unsere Gegner stärken kann. Im Gegenteil, die Möglichkeit freier Diskussion wird gerade als ein Zeichen moralischer Stärke auch im gegnerischen Ausland gewürdigt lverden. politische Ueberßcht. Genossin Rosa Luxemburg verhaftet. Der Urlaub der Genossin Luxemburg, der ihr für den Strafantritt bis Ende März eingeräumt worden war, ist durch ihre gestrige Verhaftung abgekürzt worden. Wie die „Deutsche Tageszeitung" berichtet, ist der Grund für diese ans- fallende Maßregel darin zu suchen, daß die Genossin Lüxem- bürg Versammlungen abgehalten haben soll. Widerspenstige Bäckermeister. In Köln ist innerbalb weniger Tage gegen 450 Bäckermeister Strafantrag gestellt worden, weil sie die BundcsralSverordnungcn hinsichUich des BackvcrbotS von Weißbrot und der vorgeichriebencii Mischungen übertreten haben. Die Innung ersucht ihre Mitglieder, die zu einem großen Teile versagt hätlen, dringend, Vernunft an- zunehmen, da sonst die Stadtverwaltung viel weiter gehende Maß- nahineil treffen werde. Zur besseren Kontrolle rät die Jnnuiig den kleinen Bäckermeistern nnd den Frauen der zum Kriegsdienst ein- gczogencn, d a S Backen überhaupt einzustellen und da Brot von den größeren Betrieben zu laufe». Jeder dieser Bäcker möge da? auf ihn entfallende Quantum Mehl der bctrcsfcndcn größeren Bäckerei zur Verfügung stellen. WaS in der Kricgszcit abgelehnt wird. In 51 ö n i g S b e r g stellte in der StadtverordneteNversammluiig die j o z i a l d c m o k r a l i s ck e Fraktion den Antrag, den Magistrat zu eriuchcn, zur Förderung der Volksernährung sobald als möglich vom städtischen Terrain Ackerland zum Gemüse- und Kartofsc!- bau zu mäßigem Preise an die minderbemittelte Bevölkerung abzn- geben. Obwohl eine Reihe Großstädte das durchführen, was die sozialdemokratische Fraktion in Zlönigsberg forderte, lehnte die Königsbcrger Sladtverordnetenversaininlung den Antrag a W Der Magistrat will wohl Land zur Beackerang und Bebaunng al- geben, doch er will daS Land nicht vorbereilen mid nicht den Pächtern bei Beschaffung von Dünger und Sämereien Hilft leisten. Erst wenn die Stadt den Leuten nach dieser Richtung Unterstützung at' währt, ist aber ein größerer Erfolg auf diesem Gebiete der Rahrungs- mittelbeschaffung zu erzielen. Dagegen wurde von der Mehrheit ein Antrag aiigenominen, den Magistrat zu ersuchen, in Erwägung zu ziehen, inwieweit den Hausbesitzern, die durch Nichtzahlung der Mieten selbst in Verlegenheit gekommen sind, geholfen iverden kann. Dieser An- trag fand Aiiuahine, obwohl der Magistrat bereits seit Monaten eine weitgehende Fürsorge für die Hauswirte enifaltet. Die Kriegs- wohlsahrtsstelle ist von ihm angewiesen worden, die Frauen irr Kriegsteilnehmer zu zwingen, einen erhebliche» Teil der kommunalen Unterstützung an den Hauswirt abzuführen. Diejenige Frau, die sich weigert, Miete zu zahlen, erhält entweder gar keine kommunale Unterstützung oder der Wirt erhält direkt die ÜnterstütznnZ der Frau als Miete. Bisher find 800 000 M. für Unterstützungszwecke be- ivilligr, und der größte Teil dieser Summe ist denHauS« be sitzern zugute gekommen. Trotzdem soll der Magistrat er« wägen, wie den Grundbesitzern noch mehr geholfen werden kann. Kinder als landwirtschaftliche Arbeiter. Nicht nur in Bayern. sondern auch in den ö st l i ch e n Provinzen Preußens sollen in diesem Jahre Schulkinder in weitestem Maße zu den landwirtschaftlichen Arbeiten herangezogen iverden. Wie agrarische Zeitungen in Ostpreußen zu melden wissen, haben einzelne Schulverwaltungen schon jetzt die Orisschulinspcktoren und die Rektoren der Volksschulen ermächtigt, von der Früh« jahrsbestellung an bis zur Beendigung des Krieges, zunächst bis zum 1. November, Knaben der letzten vier, und Mädchen der letzten drei Jahrgänge auf Antrag ihrer Eltern oder deren Stellvertreter zu beurlauben. Der Urlaub wird erteilt für die Zeit, in die dringende landwirtschaftliche Arbeite», wie Feld« bestellung, Distelstechen, Heuernte, Rübenverziehen, Getreideernte, Kar« toffelernte u. dergl. fallen. Die Beurlaubung soll für einen bestimmten Zeitraum erteilt werden, kann aber nötigenfalls darüber hinaus ver« längert werden. Bei der Beurlaubung joll überhaupt der talsäch« liche Bedarf an Arbeitskräften in möglich st weit« gehender Weife berücksichtigt werden. In zweifelhaften Fällen soll mit tunlichster Beschleunigung die Entscheidung der nächst- vorgesetzten Schulaufsichtsbehörde eingeholt werden. Jngendwehr-Zwang. Der Magistrat von Walsrode sLiineburger Heide) erläßt folgende Bekanntmachung: .Die hiesigen jungen Männer im Alter von 17 bis zu 20 Jahren, die bisher ohne genügenden Grund silb nicht zur Jugendwchr ge» meldet haben, werden aufgefordert, dies sofort beim Leiter der Jugendwehr zu tun. Falls dies nicht geschieht, werden wir die Säumigen dem Königlichen LandratSaml anzeigen, wobei sie zu gewärtigen haben, daß sie sofort als ungedienter Landsturm zu Arbeitszwecken eingezogen werden. Magistrat Walsrode." Seinerzeit wurde von der Regierung ausdrücklich versichert, daß ein Zwang zum Eintritt in die militärische Jugendwehr nicht aus- geübt werden soll. Der Magistrat von Walsrode ist nun aber nicht die erste Behörde, die mit mehr oder weniger.sanftem Druck" aus die Jugendlichen einzuwirken versucht, sie dieser militärischen Jugend- wehr anzuschließen._ Bedenkliche Vorschläge. . In der„Köln. Volksztg."ei de- trug die Gesamtbiererzeugung: im Jahre 1894 fast 31 Millionen Hektoliter, 1913. 41. Mithin ist der Rückgang in der Zahl der Brauereien einge- treten, trotzdem die Biergewinnung größer geworden ist. Trr Be- arbeiter der Statistik hebt in seiner Einleitung zu der Zusa mmen- stellung der festgestellten Zahlen hervor: Ueber den Betriebsztjstand der Brauereien und den Stand der Bierbrauerei ist Neueu nicht zu berichten. Die Ueberlegenheit der großen Brauereien hini sichtlich der Betriebsmittel, Betriebseinrichtung und Güte der Erzeugnisse besteht nach wie vor, Zahl und Absatz der kleinen, zum Teil auch der mittleren Brauereien wird von Jahr zu Jahr geringen Selbstverständlich werden sich die großen Brauereien auch jetzt im Kriege mit den außergewöhnlichen Schwierigkeiten leicht er ab- finden, als es den kleinen Brauereien möglich ist. So trä,st der Krieg dazu bei, daß der Mittelstand m» so schneller durch da? Großkapital verdrängt wird. Ueberall Geschiftemacher. Eine der angesehensten Eisenexportfirme» Glasgows wird beschuldigt, an die Firma Krupp 1b 333 Tonnen Eisenerz geliefert zu haben. Vier Teilnehmer stehen unter Anklage und find gegen 43 333 Marl Bürgschaft für jeden der Beschuldigten vorläufig auf freiem Fuß belassen worden._ Freireligiöse Gemeinde. Sonntag, den 21. Februar, vorm. 3 Uhr, Pappel.Allee 15-17; Neukölln,.Jdealpassage"; Tegel,«ahnhos- slratze 15, und Ober-Schöncweide, Klarastr. 2: Freireligiöse Vorlesung. — Vormittags 11 Uhr, Kleine Franksurter Str. ö: Bortrag von Herrn A. Fischer:.Wissen tötet I— Damen und Herren als Gäste willkommen._; Wctterausfichtrn für das mittlere Morddentschlaud bis Tonntagmittag: Am Tage überall mild, östlich der Oder überwiegend bewölkt und an den meisten Orten leichte Regensälle; im Osten vielsach heiter aber veränderlich, ohne erhebllche Niederschläge. Sozialdemokratischer Wahlvereiii I.d. I ßeri. Reichstagswahlkreis. Den Mitgliedern zur Nachricht, dag unser Genosse, der Gastwirt Hemndi Köhler (Bezirk 152) gestorben ist Ehre seiuem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonntag, den 21. Februar, nach« mittags 4 Uhr, von der Leichen- balle des neuen Jalobi-Kirch- böses in Neukölln, Hermaimslrage, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht Idvi» Vomtaml. Am 17. Februar verstarb nach langen schweren Leiden unser Kollege und Mitarbeiter, der Schri tgieger ll25b Georx Mohr. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 20. Februar, nachniitlngs 4 Uhr, aus dem Tegeler Friedhofe statt. llsz Personal d. W. Woellmorschen Schriftgießerei, Berlin. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Einäscherung unserer lieben Mutter, Schwicger« unu tcr und Großmutter Wime Berta Manz sagen wir hiermit allen Beteiligten, insbesondere Herrn Wolbeck Manasse für die überaus trostreichen Worte und den erhebenden Gesang der Mit- glicdcr des Gesangvereins.Vorwärts' unsern herzlichen Dank. vie trauernden HlnlerbKebenen. Achtung'! IG— 700 Amiige sowie I getragene Zommrpaletotsn.Wer 3lloiiat«gar. 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Mrgall� 2. ßtiliijc Ks Jotmitlo" ßftlinn Zonnabeud. 20. Ltbroar 1915. Zur Kriegsunterstützung. Je länger der Krieg dauert, desto offener stellen sich die Lücken deraus, welche das Gesetz über die Unterstützung von Fa- Milien in den Dienst eingetretener Mannschaften enthält. Ter Bundesrat sucht durch Verordnung da und dort zu helfen, ober die Arbeit bleibt Flickarbeit. Am L. Februar sind neue Bestimmungen erlassen worden, die sich auf die Unterstützung der Familien der zum aktiven Heeresdienst Einberufenen beziehen und in denen auch bestimmt wird, daß die schuldlos geschiedene Ehefrau, die einen Unterhaltungsmispruch hat, unterstützt werden soll. Leider enthält auch diese Verordnung ein Lücke insofern, als die Unter- stützung der Mütter der zum Heeresdienst Eingezogenen fehlt, obwohl viele junge Leute zum großen Teil zum Unterhalt der Eltern bziv. der Mutter beigetragen haben. Aus Grund der Bundesratsverordnung hat bereits der preußische Minister des Innern am 3. Februar Ausführungs- bestimlnungcn an die Regierungspräsidenten gerichtet, aus denen hier folgendes wiedergegeben sei: „l. Stach den gesetzlichen Bestimmungen sind von der Gewäh- rung von Familienuntcrstützungen ausgeschlossen die Familien der- jenigen Mannschaften, die in Erfüllung ihrer aktiven Dienst- zeit sich befinden. In Zukunft sollen auch a n s p r u ch s- berechtigt sein die Ehefrauen und die ehelichen und den ehelich gesetzlich gleichstehenden Kindern unter 15 Jahren sowie die unehelichen Kinder derjenigen Mannschaften, die zurzeit ihre aktive Dienstpflicht erfüllen. 2. Gemäß Ziffer 2 des Runderlasses vom 2. Dezember 1914 — V. 5112— sollen den Angehörigen aller derjenigen Mann- schaften, die infolge der kriegerischen Ereignisse nicht mehr in der Lage lvaren, in die Heimat zurückzukehren, Unterstützungen gewährt werden, sofern glaubhaft gemacht wird, daß die Mann- schaflen als Gefangene im feindlichen Auslände zurückgehalten werden, wobei kein Unterschied zu machen ist, ob sie vom Feinde als Kriegs- oder Zivilgcfangene beliandelt werden. Den Angehörigen dieser Mannschaften sind in Zukunft Pflichtigen Alter stehenden männlichen Personen, die fähigen Älter stehenden männlichen Personen, die sich ini neutralen Auslände aufhalten und infolge von feind- lichen Maßnahmen nicht imstande waren, ins Inland zurückzu- kehren solvie die von den Feinden verschleppten, im wehrpflichtigen Alter stehenden Mannschaften. 3. Ter Absatz 2 Ziffer 2 des erwähnten Erlasses ist dahin zu ergänzen, daß hinter die Worte„ini Auslände" die Worte„oder in einem Schutzgebiet" einzuschalten sind. 4. Die schuldlos geschiedene Ehefrau, der nach§ 1578 des Bürgerlichen Gesetzbuchs der Mann den Unterhalt zu gewähren verpflichtet ist, ist unter den übrigen Voraussetzungen in Zukunft zu unterstützen. 5. Die nicht militärisch ausgebildeten, gewäß§ 32 Ziffer 2 der Wehrordnung wegen bürgerlicher Verhältnisse, insbesondere als die einzigen Ernäbrer hilfloser Familien, erwerbsunfähiger Elter», Großeltern und Geschwister oder nach K 99 Ziffer 2 a. a. O. zurückgestellten, aber später einberufenen Mannschaften erfüllen ihre gesetzliche aktive Dienstpflicht; die Unterstützung ihrer Angc- hörigen kann nur in der in Ziffer 1 vorgesehenen Beschränkung erfolgen. TaS gleiche gilt hinsichtlich der nicht reklamierten, beim Kriegs- ersatzgeschäft ausgehobcnen und später eingestellten militärpflich- tigen Mannschaften. t>. Diejenigen Mainischaftc», die auf Reklamation vorzeitig entlassen werden und militärisch ausgebildet sind(Wehrordnung 8 82, äc) treten gemäß§ 14 Ziffer 4 der Heerordnung zur Reserve über. Falls diese Mannschaften in den Heeresdienst eintreten, ist den Angehörigen die reichsgcsetzliche Unterstützung zu gewähren. 7. Von verschiedenen Seiten sind Zweifel darüber erhoben worden, ob bei der Prüfung der Bedürftigkeit innerhalb der in § 2 Absatz la. a. a. O. genannten Gruppe von Personen unter- schieden, d. h. die Unterstützung für die Frau versagt, für alle oder einige Kinder aber gewährt werden kann. Eine solche Unterscheidung ist nicht gerechtfertigt, da das Gesetz die Familien niindestens in der Zusammen- fassung der in§ 2 Abs. 1a a. a. O. bezeichneten Per- sonen als eine Einheit betrachtet. Für die Erstattung der nach diesen Bestimmungen gemachten Bewilligungen in Höhe der in§ 5 a. a. O. festgesetzten Mindest- sätze durch das Reich, und zwar vom 1. Januar 1915 ab wird Sorge getragen werden. Die Tatsache, daß in einzelnen Fällen Angehörige von ein- gezogenen Mannschaften von ihren Aufenthaltsgcmeinden armen- rechtlich unterstützt worden sind, gibt mir Veranlassung, bei dieser Gelegenheit erneut darauf hinzuweisen, daß ein solches Ver- fahren unt den gesetzlichen Vorschriften im Wider- s p r u ch steht. Aus dem Umstände, daß das Gesetz Mindestbeträge festgesetzt hat, kann nicht geschloffen werden, daß die Liefcrungs- verbände durch Bewilligung der Mindestbeträge weiteren Ver- pflichtungcn überhoben seien. Diese Beträge stellen lediglich eine untere Grenze dar. unter die nicht herabgcgangen werden darf und sind maßgebend für die Ersatzansprüche der Liese- rungsvcrbände an das Reich. Tie Verpflichtung, in Fällen des Bcdürfniffcs das über diese Beträge hinaus Erfarderliche zu ver- abrcichcn, besteht daneben. ES muß also unter allen Umständen jeder Familie oder sonstigen Anspruchsberechtigten, deren Be- dürftigkcit festgestellt ist. für die Tauer der Bedürftigkeit das zum angemcffencn Lebensunterhalt Erforderliche gewährt werden. Dabei ist, wie ich schon früher betont habe, jede Engherzigkeit in der Prüfung der Bedürftigkeit zu vermeiden und namentlich davon abzusehen, etwa die Grundsätze der Armenpflege anzulvenden. Wie auf der einen.seite erioartet werden muß, daß die Angehörigen der Kriegsteilnehmer ihrerseits nach Kräften bemüht sind, jede Ausbeutung der Verpflichtung der Lieferungsverbände zu ver- meiden, so muß andererseits von den letzteren niemals aus dem Auge gelassen werden, daß es sich bei Erfüllung ihrer Unter- stütznngStätigkcit darum handelt, in dem vor dem Feinde stehen- de» bisherigen Ernährer seiner Familie oder sonstigen Angehörigen die sichere Zuversicht lebendig zu erhalten, daß während seiner Abwesenheit seine Familie vor jeder Not bewahrt bleibt. Nicht gerechtfertigt erscheint sonach die Ablehnung einer Unterstützung unter Hinweis auf die Unterhaltspflicht einer anderen nach bürgerlichem Recht in Betracht kommenden, zur Erfüllung dieser Pflicht aber nicht bereiten Person oder die Nötigung zum Per- brauch gemachter Ersparnisse; bei diesen können lediglich die Zinsen in Betracht gezogen werden." Verlustlisten. Die Verlustliste Nr. 154 der preußischen Armee enthält Verluste folgender Truppen: 1., 3. und 5. Garde-Reg.; 2. Garde-Res.-Reg.; Garde-Grenadier- Regimenter Alexander, Elisabeth und Augusta; Grenadier- bzw. Infanterie- bzw. Füsilier-Regimenter Nr. 8, 11, 22, 26, 36, 35, 39, ll, 49. 56, 51, 53, 58. 62, 64, 67. 71, 72, 73. 74, 76, 78, 80, 83, 84. 86. 87. 89. 91, 93, 97. III, 116, 117, 118, 128, 136, 135, 136, 137, 144, 148, 151, 152, 159, 160, 162, 168, 169, 175, 176; Res.-Jnf.-Regi- menter Nr. 10, 1l, 19. 20, 22, 23, 24. 25. 52. 59, 71. 72, 73, 74, 79, 80. 8l. 86, 87, 109, 116, 130, 201, 202, 213, 216, 219, 22». 226, 231, 284, 235, 236, 237, 240, 261, 269, 271; Landwehr-Jnf.-Regimenter Nr. 5, 17, 18, 22, 23. 25, 29, 32, 46, 48, 51. 55, 68, 72. 75, 76. 77. 81, 84, 87, 99, 110; Landwehr-Ersatz-Regimenter Nr. 1, 2; Brigade- Ersatz-Bataillone Nr. 8, 26, 79; Landwehr-Brig.-Ersatz-Bat. Nr. 9; Landsturm-Bataillone l. Allenstein, l. Braunschweig, 2. l. Breslau, 1. und 3. Frankfurt a.£., 2. Hamburg, Neiße, Neusalz a. O., I. Ra- witsch, Sainter, 3. Schwerin, 2. II. Trier, Waldenburg, Worms und Nr. 52; Jäger-Bat. Nr. 14; FestungS-Maschinengewehr-Abt. Nr. 15. Husaren Nr. 17. I. und 6. Garde- Feldart.-Reg.; Feldart.-Regimenter Nr. I, 18, 20, 22, 53, 59, 69, 84; Res.-Feldart.-Regimenter Nr. 7, 12, 22, 68. Fußart.-Regimenter Nr. 4, 6, 10, 11, 14. Pionier-Regimenter Nr. 19, 23, 29, 31; Pionier-Bataillone: l. und II. Nr. 6, II. Nr. 8. l. Nr. 9. I. Nr. 14, II. Nr. 15, I. Nr. 16, III. Nr. 16; 52. und 84. Res.-Pionier-Komp.; 1. Landwehr-Pionier- Komp. des IV. Armeekorps; Minenwerfer-Abt. des I. Armeekorps; Fesmngs-Scheinwerfer-Abt. Lötzen. Eisenbahn-Bkagazin-Arbeiter-Komp. Nr. 2 der Etappen-Jnspektion der 3. Armee; Fernsprech-Abt. des VIll. Armeekorps; Feldflieger truppe. Art.-Munitions-Kolonne Nr. 2 der Garde-Ersatz-Division; Forti- fikation Feste Lötzen; Annierrngs-Bataillone Nr. 9 und 11; Armierungs-Komp. Nr. 20; Wegeverbesserungs-Kolonne Barry des V. Armeekorps. Sanitäts-Komp. Nr. 3 des XVI. Anneekorps; Res.-Sanitäts- Komp. Nr. 4 des IV. Reservekorps. Train-Abt. Nr. 2; Korps-Brückentrain des XVI. Armeekorps; Divisions-Brückentrain Nr. 6; Feldbäckerei-Kolonne Nr. 2 des Garde- korps; Res.-Bäckerei-Kolonnc Nr. 30 des XXV. Reservekorps. Die bayerische Verl istliste Nr. 155 bringt Verloste des Inst- Leib-Reg.; 1., 3., 7.. 8.. 10., 13., 15.. 16., 17., 19.. 21., 23. Jnf.-Reg.; Res.-Jnf.-Reg. Nr. 1, 2. 4, 5, 6. 10, 12, 13; Res.-Jäger-Bat. Nr. 1; Ersatz-Jnf.-Rcg. Nr. 1; 3., 11. Feldart.-Reg.; Nes.-Feldart.-Reg. Nr. 1. 5; Res.-Fußart.-Reg. Nr. 1; 2. Pionier-Bat. Der Schluß der sächsischen Verlustliste Nr. 120, deren Inhalt gestern mitgeteilt wurde, wird veröffentlicht. Die württembergische Verlustliste Nr. 120 entbält Ver- lustc der Jnf.-Regimentcr Nr. 120, 121; Res.-Jnf.-Regimenter Nr. 121, 248; Res.-Dragoner-Reg.; Res.-Feldart.-Reg. Rr. 26; Feldart.-Reg. Nr. 49; Res.-Feldart.-Reg. Nr. 54. /tos Groß-öerlin. Gerüchteträger. Es gibt Bazillenträger. Sie tragen die Erreger einer Krankheit in sich, sie selbst leiden nicht an der Krankheit und suhlen sich ganz wohl bei all ihren Bazillen, die üppig bei ihnen gedeihen. Andere Menschen werden von ihnen mit der Krankheit, deren Erreger sie tragen, angesteckt, siechen dahin und sterben. So gibt es auch Gerüchteträger. Sie befinden sich eben- falls sehr wohl; stecken aber voll Gerüchte: den unsinnigsten, den tollsten, den lächerlichsten, den kindischsten und den furcht- barsten. Sie übertragen diese Gerüchte auf ihre Mitmenschen und verwunden, manchmal sogar tödlich. Ich kenne eine Frau, die eine solche Gerüchteträgerin ist In Friedenszeiten war sie ein ganz harmloses Wesen. Erst der Krieg hat ihre Gefährlichkeit enthüllt. Ich gehe ihr, obwohl ich immun bin, aus dem Wege wo ich kann. Der vorige Sonntag war ein schöner Tag. Ich ging mit meiner Familie spazieren und hatte die Frau eines Freundes, der seit Monaten ini Osten und jetzt mit vor Warschau steht, gebeten, mitzukommen. Sic zittert ständig für das Leben ihres Mannes, und daS hat sie sehr mitgenommen. Der Spaziergang, die Unterhaltung tat ihr sehr gut. Sie wurde lebhafter; ihre Wangen bekamen Farbe. Schon waren wir auf dem Heimweg und ich freute mich bereits, daß alles so gut sei. Da läuft uns die Gerüchteträgcrin in die Hände. Ein Ausweichen gab's nicht mehr. Ihre erste Frage an die Frau meines Freundes war:„Hat Ihnen Ihr Mann schon geschrieben?"„Nein, seit acht Tagen nicht."„Er steht doch vor Warschau," forschte die Gerüchteträgerin.„Ja!" Nun ging es, bevor ich dazwischen kommen konnte, los: „Da ist es ja schrecklich zugegangen vor Warscbau! Ach, schreck- lich! Heute vormirtag haben sie es beim Bäcker erzählt. Die Russen" haben vor Warschau alles in die Luft gesprengt. Wenn da nur nicht ihr Mann--—" Jetzt fuhr ich grob dazwischen:„Halten Sie doch den Mund mit diesem Blödsinn. Davon ist kein Wort wahr." Tie Frau meines Freundes ist totenbleich. Ich führe sie schnell weg. Hinter uns her schallt es noch: „Beim Backer heute früh erzählt-- Ich suche die Frau meines Freundes zu beruhigen. Aber das Gerücht hat seine Wirkung getan. Sie sagt nichts; aber sie zittert am ganzen Körper. Ich weiß, sie wird eine qual- volle Nacht— sie ivird qualvolle Tage haben. Zum Glück erhielt sie am Dienstag bereits eine gute Nachricht von ihrem Manne. Aber was soll mit diesen Gerüchteträgern gemacht werden? Sie können großes Unheil anrichten; haben es bereits angerichtet. Totschlagen kann man sie nicht. Also weise man sie weit von sich, bevor sie Unglück gestiftet haben._ Tie Abhebung der Küchenabfälle. Der Magistrat teilt mit: Es ist in der letzten Zeit wiederholt festgestellt worden, daß die der Viehfütterung dienenden Küchen- abfülle, die auf den Höfen der Berliner Grundstücke gemäß der Ver- ordnung des Oberbefehlshabers gesammelt und vom HauSeigen- tümer nach dem zwischen dem Magistrat und dem Verein Berliner Molkereibesitzer geschlossenen Vertrage für letzteren bereit gestellt sind, von unbesugten Personen abgeholt und verwendet werden. Es muß darauf hingewiesen werden, daß die Abholung dieser Küchen- abfalle durch Unberechtigte eine strafbare Handlung darstellt und in Zukunft strastechtlich verfolgt werden wird. Die Hauseigentümer oder ihre Stellvertreter mögen auch gelegentlich darauf achten, daß nur der Berechtigte Küchenabfälle aus ihrem Hause abholt. Die vielleicht naheliegende Auffassung, daß eS dem Hauseigentümer gleich sein kann, wer die Abfälle abholt, wenn sie nur überhaupt vom Hofe fortkommen, ist irrig. Der Hauseigentümer ist nach der Verordnung des Oberbefehlshabers verpflichtet, auch dafür einzu- stehen, daß die Vorschriften der Verordnung befolgt werden, und er hat die Sicherheit mir dann, wenn er von einer ibm bekannten Per- sönlichkeit bezw. dem seitens des Magistrats verpflichteten Verein Berliner Molkereibesitzer die Abholung besorgen läßt. Ausgabe von Kartoffeln aus den städtischen Beständen. Der Neuköllner Magistrat teilt mit: Aus Anlaß der anderweiten Festsetzung der Kartoffelpreise durch das Oberkommando in den Marken hat sich die städtische Verwaltung veranlaßt gesehen, um eine Abschiebung der Kartoffeln nach den Nachbarbezirlen zu verhindern, den Verkaufspreis für die Kartoffeln vom Montag, den 22. d. Mts., ab von 4 M. ans 5 M. je Zentner zu erhöhen. Für den Verkauf dieser Kartoffeln im Kleinhandel sind die vom Ober- kommando festgesetzten Kleinhandelspreise maßgebend. Die Ver- pflichtung der Kartoffelhändler der Stadtgemeinde gegenüber, die Kartoffeln mit 50 Pf. je 10 Pfund zu verkaufen, ist mithin aus- gehobeir. Wir sind erstaunt über die Maßregel des Neuköllner Magistrats, der jetzt, ohne die LebenSmittelkommifsion zu hören, einfach die Preise so hoch schraubt. Der Berliner Magistrat verkauft die Kar- löffeln, wie aus der gestrigen Bekanntmachung zu ersehen, zum Preise von 48 Pf. für 10 Pfund. Es ist daher ganz unverständlich, daß der Neulöllner Magistrat die zu einem Preise von zirka 3 M. eingekauften Kartoffeln für einen derartig hohen Preis abgibt. Auch die Entschuldigung, daß Mißbrauch mit der Einrichtung getrieben worden ist, ist nicht dazu angetan, dieses Vorgehen zu billigen. Der Magistrat hätte dann vielmehr Vorsorge treffen sollen, jeden Miß- brauch auszuschließen.___ Vergebung von Ackerland in TvilmerSdorf. Der Wilmersdorfer Magistrat will das der Stadtgemeinde ge« hörige unbebaute Gelände und das ihr von verschiedenen Grund- besitzern für den geplanten Zweck zur Verfügung gestellte Land den sich bewerbenden Wilmersdorfer Bürgern unentgeltlich zur Ver- fügung stellen. Jedes Stück bat eine Größe von 400 Quadrat- nielern. Die Anlegung von Kinderipiclplätzen und eine sonstige Enl- ziehung der überwieieneii Fläche von dem beabsichtigten Zweck ist nicht gestattet. Nur eine Fläche von 10 Quadratmetern tann zur Aufstellung einer Sitzgelegenheit oder eines Geräteschuppens benutzt werden. Das Land wird nur für das Jahr 1915 zur Verfügung gestellt. Bewerber wallen sich möglichst umgehend im Bureau der Städtischen Gartenverwaltung Hilvegardstr. 4 in der Zeit von 10 bis 1 Uhr melden. Es sei hier ausdrücklich bemerkt, daß das vor- stehend bezeichnete Gelände als speziell für den Gemüsebau geeignet herausgesucht worden ist. Der bei weitem größere Teil der Frei- flächen, der für den reinen Karloffelbau als geeignet erscheint, ist der Gemeiiimitzigen Genoffeiischafl m. b. H. für landwirtschaftliche Verwertung von Baugelände sGeschäflSstelle Berlin W, Charlotteu- straße 60) zur Verwertung übergeben worden. Nähere Mitteilungen über die Verteilung dieser Flächen werden von der Genoffenschast demnächst erfolgen._ Lcbensuiittelfiirsorge in Tegel. Die Gemeindevertretung stimmte der Verpachtung der Milchhalle und Bedürfnisanstalt am Tegeler Weg gegen eine jährliche Pacht- summe von 300 M. zu. Ter allzu üppige BaumwuchS in einzelnen Straßen soll dadurch beseitigt werden, daß in drei Straßenzügen die vierte innere Baumrcihe entfernt werden soll. Zu den vom Krciie Niederbarnim eingerichteten Lazaretlziig werden 1000 M. bewilligt. Vom Assessor L a e g e l wurde in längeren Ausführungen die Ausgestaltung der wirtschaftlichen Hilfeleistungen der Ge- meinde und die Wahl einer für diese Zwecke ein- zusetzenden Kommission befürwortet. Der Kommission sollen Mittel zur Fleischversorgung, zur Bestellung der Ländereien und der Beschaffung von Saatgut zur Verfügung gestellt werden. Dem Vorschlage eine Kommission zu wählen wurde zugestimmt und von unseren Vertretern die Genossen Massa und Meyer hinein- delegiert. Die Funktionen der Kommission wurden in der nach- folgenden vertraulichen Sitzung festgestellt.— Der Pachtpreis für die der Bearbeitung zugänglich gemachten Gemeinde- und Privat- ländereien soll 12 Marl pro Morgen betragen. Die darauf reflektierenden Gemeindeniitglieder erhalten je Vi Morgen zugeteilt. Den uichtverpachteten Teil beivirtschaflei die Gemeinde selbst. Alls Wunsch werden den Pächtern auch von der Gemeinde Saatlartoffeln beschafft._ Nahrungsuiittelversorgung in Lichtenberg. Durch eine Anfrage Aigte wurde die Frage der Nahrungsmittel- Versorgung in der letzten Stadtverordnelenveisammlung aufgerollt. Die künstlich hervorgerufene Karloffelknopphcit bot den unmittelbaren Anlaß. ES war seinerzeit, kurz nach Ausbruch des Krieges, von dem Administrator des städtischen RieselgutcS eine Ernte von 50 000 Zentnern Kartoffeln in Aussicht gestellt und die Anfrage bezweckte, aus de» Beständen genügende Mengen zum Verkauf zu bringen, damit für die Einwohner LichrenbergS die Kartoffelnol beseitigt wird. Es stellte sich jedoch heraus, daß nur etwa 5—6000 Zeutncr geliefert tverden können, da der Ernteertrag erheblich hinter den Er- Wartungen zurückgeblieben ist. Die Deputation hat nun Vorkehrung getroffen, daß wöchentlich drei Waggons Kartoffeln und zwar je einer ain Montag, Mittwoch und Sonnabend zum Verlauf gestellt werden. Die Kartoffeln werden dem Marktpächter zu dem festgesetzten Höchstpreis zur Verfügung gestellt und durch diesen an die Markt- Händler mit der Verpslickituiig weitergegeben, daß auch sie sich an die Höchstverkaufspreise halten. Gegen diese unzweckmäßige Art des Vertriebs wandte sich Genosse Mirus, der serner forderte, daß die städtischen Körpersck'aflen ihren ganzen Einfluß geltend machen, um die Regierung und den Bundesrat zu veranlassen, geeignete Maßregeln anzuordnen, um die gegen die Bolisinteresien handelnden Inhaber der reichlichen Kartoffelvorräte zur Hergäbe zu zwingen.— Auf eine weitere Anfrage des Genoffen Kr ey fing teilte Stadt- fyildikus Dr. Maretzki mit, daß von der Notstandsfürsorgekomnnssion der Ankauf von 2000 Zentnern Speck zum Preise von 140000 M. und von 500 Zentnern Margarine bewirkt worden sei. Ferner stehen der Kommission 5000 Zentner Mehl zur Verfügung. Der Kriegsausschuß für Groß-Berliner Laubenkolonien hatte in einer Petition um Bereitstellung von Gelände zu landwirtschaftlicher Benutzung gebeten. Unsere Fraktion beantragte dagegen, das ge- s a in te verfügbare Gelände der Genossenschaft,' die sich unter Mitwirkung der freien Gewerkschaften und der Konsumgenossenschaft gebildet hat, zur Verfügung zu stellen. Diese Flächen sollen in Stücken von etwa'/e Morgen zum Preise von 22 bis 25 M. verpachtet werden. Diesem Antrage trat die �tadivcrordneteuversammlung einstimmig bei, nachdem auch der Magistrat sich mit dem Antrag einverslandcu erllält hatte. Die Petition der„Friedrichsberger Bank" wurde vertagt bis der Magistrat zu der Petition auf Prüfung der Bank- Verhältnisse Stellung genominen hat.— Die Polizcikosten belaufen sich auf insgesamt 295 292 M. Es sind iusolgedesieit noch 20 515 M. nachzuzahlen. Unsere Fraktion lehnte dle Zustimnmng zu den Polizeilosten ab. Mekschversorgung in Hohenschönhausen. Entgegen der Handhabung in anderen Bororten hat die Ge- meindeocrlretmig in der gestrigci�Sitzung davon Abstand genommen, geräuchertes bezw. gepökeltes Schweinefleisch oder Konserven als Tauerware anzukaufen. Boit dem im Orte vorhandenen Schweine- bestände sind so viele Tiere beschlagnahmt worden, dag die Ber- sorgung für die nächsten fünf Monate sichergestellt ist. Futter für die beschlagnahinteir Tiere ist reichlich vorhanden. Sie sollen nach Bedarf geschlachtet werden, so dag die Bevölkerung stets mit frischem Fleisch versorgt sein Ivird. Nebenher sollen geeignete Teile zu Dauerware verarbeitet werden. Die Gemeindevertretung be- willigte für diese Regelung der Fleischversorguug einen Kredit von öl) 000 M._ Lebensmittelfürsorge in Tempclhof. Am Donnerstag berichtete in der Gemeindevertretung die zur NahruiigSmittelfürsorge eingesetzte Kommission über die getroffenen Maßnahmen. Zunächst hat ein Berliner Schlächter den Auftrag erhalten, für Ll) 000 M. Schweine anzukaufen und in Kühlräumen unterzubringen. Das Fleisch soll später von hiesigen Schlächtern ver- kaust werden. Eine Reinickendorfer Konservenfabrik ist beauftragt worden, 20 000 Pfd. Konservenfleisch in ö- und I-Pfd.-Dosen zu liefern. Der Ankauf von größeren Quantitäten Speck ist mit Rück- sicht auf die dafür geforderten hohen Preise unterblieben. Aber der Ankauf und die Abgabe von Kartoffeln ist von der Kominission in den letzten Tagen durchgeführt worden. Die Kommission erhielt den Auftrag, noch weitere Fürsorge in der Beschaffung von Lebensmitteln zu treffen. 2ki der Behandlung der Frage des AuschlusieS an die Berliner N o r d- S ü d b a h n sah sich der Gemeindevorsteher verlaßt, Stellung zu nehmen gegen die Behauptung einiger Berliner Blätter, wonach dem Gemeindevorstand der Vorwurf gemacht werde, die Verhandlung mit Berlin nicht ordnungsgemäß geführt zu haben. Er müsse darauf entgegnen, daß er zu der Auf- fajsung gekommen sei, Berlin habe aus kleinlichen Motiven, aus einer gewissen Verärgerung über den Verkauf des Tempelhofer Feldes, die Verwirklichung des Anschlusses von Tcmpelhof an die Nord- i�üdbahn hinausgezögert. Berlin wollte ursprünglich die Bahn bis zum Halleschen Tor bauen und verlangte von Tempelhof, die lieber- nähme der Kosten vom Halleschen Tor bis zur Tempelhofer Grenze. Erst nach langwierigen Verhandlungen habe man sich dazu ver- standen, die Bahn bis zur Gneifenaufiraße zu bauen. Tempelhof könne aber die von ihm durch die Tieferlegung an der Gneisenaustraße entstehenden Mehrlosten nicht zahlen, es ivcrde daher verlangen, daß der Fwcckverband Groß-Berlin die Bahn baue. In der Diskussion traten sämtliche Redner der Auffassung des Gemeindevorstehers bei. tVeitcr wurde in der Debatte die ungenügenden VerkehrSgelegenheitcn durch die Große Berliner Straßenbahn einer scharfen Kritik unterzogen und verlangt, daß sich die Gemeinde mit der Errichtung einer Omnibus- linie beschäftigen solle. Neben kleineren Vorlagen nahm die Ge- meindevertretung noch Kenntnis von dein Urteil des Kreisausschusses in der Klage des Genossen B u r g e m e i st e r gegen die Gemeinde- Vertretung. Unser Genosse war im März vorigen Jahres als An- gesessener zum Gemeindeverordneten geivählt worden, sein Mandat aber kassiert worden, da die Gemeindevertretung annahm, daß Bürge- meister nur zum Schein Hausbesitzer geworden sei, um die Wahl- säbigkeit zu erlangen. Der Kreisausschuß hob die Ungültigkeitserklärung auf und die Gemeindevertretung beschloß, das Urteil an- zuerkennen. Kartoffelankauf in Potsdam. Der allgemeinen Marktlage Rücksicht tragend und auch diesen Umstand erwägend, hat der Magistrat löOO Zentner Woltmann- Kartoffeln angekauft, die er an die Obst- und Gemüsehändler und an die Mitglieder des RabatlsparvereinS zum Selbstkostenpreis ab- gibt und bei denen sie in einer Höchstmenge von 10 Pfd. für jeden Potsdamer Einwohner zum Preise von 45 Pf. erhältlich sind. Da- mit mit dieser sozialen Maßnahme kein Mißbrauch getrieben wird, erfolgt der Verkauf nur gegen Marken, die nnentgelt'lich an die Ein- Wohnerschaft verabfolgt werden. Tie Arbeit aus der Wollwoche. In icr.Hauptsamiuelstellc der Reichswollwochc, dem Krollfchen Etablissement, nimmt die Verarbeitung der ein- gelieferten Wollsachen recht erfreulichen Fortgang, sa daß Anfang nächster Woche eilt Transport von 18 000 bis 20 000 fertigen Wolldecken den Truppen der Ost- und Westarmce iibersandt iverden kann. Zurzeit sind 123 Sanitäter, Ar- beiter und Arbeiterinnen damit beschäftigt, das Ordnen und Sichten der eingelieferten Wollballen, täglich 45 bis 55, zu bewerkstelligen. Der Oberpräsident von Brandenburg hatte den Wunsch ausgesprochen, daß auch aus den der Rcichshaupt- stadt näher gelegenen brandeuburgischen Städten die dort reichlich gesammelten Wollsachen abgeholt werden sollten. Dos Rote Kreuz hat diesem Wunsche gern entsprochen und durch eigene Fuhrwerke, welche teilweise von den Spediteuren ge- stellt wurden, die zahlreichen Ballen abholen lassen. wieder zurückerstatten will. Wenn er sich dann aber nicht mehr sehen läßt, merken die Frauen, daß sie einem«chwindler zum Opfer gefallen sind. Der Gauner ist untersetzt, hat blondes Haar, einen Auflug von blonden Schnurrbart und ein blasses Gesicht. Warnung. Es wird wiederholt davor gewarnt, Mietsverträge über Räume in neu erbauten oder umgebauten Häusern für eine Zeit abzuschließen, zu der die von der Ausfertigung des RohbauabiiahmeschemS ablaufende Frist von 0 Monaten für die Gebrauchsabnahmeprüfung noch nicht verstrichen ist, da die Polizeiorgane vor Ablauf dieser Frist das Beziehen von Wohnungen nach den gesetzlichen Bestimmungen nicht dulden können. Die Polizeireviere Iverden nach wie vor auf Än- frageu aus dem Publikum über den voraussichtlichen Termin der" Beziehbarkeit von Wohnungen in neuen oder umgebauten Häusern bereitwilligst Auskunft erteilen. Eine schwere Bluttat wurde gestern früh in der Kaiser-Friedrich- Straße 4a zu Charlottcnburg verübt. Als die bei dem amerikani- scheu Staatsangehörigen Adolf Göhring beschäftigte Aufwärterin gegen lO Uhr die im ersten Stock belegene Wohnung betrat, fand sie die Zimmer mit Blut besudelt und in den zugedeckten Betten die Leichen der beiden Kinder ihres Brotherrn. Dem fünsjährigen Friedrich und seiner um ein Jahr jüngeren Schwester Ruth sind, wie sich später herausstellte, vom Vater die Kehlen durchschnitten worden. Dieser schnitt sich nach der Tat die Pulsader der linken Hand auf und öffnete den GaShahir, um sich selbst da? Leben zu nehmen. Er wurde durch einen Arzt verbunden und nach dem Krankenhaus Westend übergeführt; seine Verletzungen sind leichter Natur. Drei tödliche Kinderunfälle. Die Frau des Bürstenmachers Gröning aus der Wriezener Straße 38 ging einholen, während ihre beiden Kinder noch schliefen. Während ihrer Abwesenheit entdeckte der inzwischen erwachte fünf- jährige Sohn Gustav eine Schachtel Streichhölzer. Beim Spielen mit den Streichhölzern geriet das Bett des Kleinen in Brand. Als die Mutter kurz darauf nach Hause kehrte, erstickte sie die Flammen. Der Knabe batlc aber so schwere Brandwunden erlitten, daß er nach dem Krankenhause gebracht werden mußte, wo er bald darauf starb. DaS andere zweijährige Kind war unversehrt geblieben.— In der Voigistr. 17 fand auf dieselbe Weise das zweijährige Söhnchen Herbert des SteindruckerS Ammaim den Tod. Der Mann steht im Felde und die Mutter geht außer dem Hause arbeiten. Die Kinder stehen unterdessen unter Aufsicht der Großmutter. Während diese einkaufen gegangen war, spielten die Kinder mit Streichhölzern. Hierbei geriet das Kleid deS Jüngsten in Flammen. Die erlittenen Brandwunden waren so schwer, daß ärztliche Hilfe vergebens war. — Verbrüht ist das drei Jahre alte Söhnchen Paul des Straßen« bahnichaffnerS Kaapke aus der Lüderitzflr. 7. Während die Mutter in der Küche wusch, halte das vierjährige Söhnchen Kurt sein jüngeres Brüderchen in einen Topf mit kochendem Wasser gestoßen, der auf der Erde stand. Im Paul-Gerhard-Stift erlag das Kind bald nach der Einlieferung seinen schrecklichen Wunden. Als MagistratSbcamter spielt sich ein Schwindler auf, der es auf Frauen abgesehen hat, deren Männer im Felde stehen. Bei dreien Frauen erscheint ein etwa 25 bis.'10 Jahre alter Mann, der eine weiche Deckelmütze mit MagistratSabzeichen trägt, und kragt, ob sie schon um llirterstützuiig eingekommen seien. Er vcuprichl ihnen, alles zu regeln und will ihnen Kohlen, Milch, Brotmarken m'w. be- schaffen. Wem, er sich so„beliebt" gemacht bat, borgt er sich unter irgendeiner Vorspiegelung einige Mark, die er am nächsten Tage Gerichtszeitung. Liebesgabenräuber. Ein Feldposträuber, der sich an den für Verwundete be- stimmten Liebesgaben vergriffen hatte, ivurde gestern zu einer exemplarischen, aber mehr als gerechtfertigten Strafe verurteilt. Wegen Unterschlagung im Amte und Diebstahls war der Post- anwärter Karl Wachs vor der 3. Strafkammer des Landgerichts l angeklagt.— Der Angetlagie war als Postanwärtcr aus dem Post- amt 3 in der Französischen Straße angestellt gewesen. Verschiedene Beschwerden, die einliefen, führten zu einer scharfen Beobachtung der in Frage kommenden verdächtigen Beamten. Diese Kontrolle führte eines Tages zu der Entlarvung des jetzigen Angeklagten, der dabei abgefaßt wurde, wie er ein an einen im Lazarett liegen- den Verwundeten gerichtetes LiebeSgabenpaket eröffnet und sich den Inhalt angeeignet hatte. Tie lveitcren Feststellungen ergaben, daß Wachs auch mehrere andere Pakete geöffnet hatte.— Zur An- klage stand ferner noch ein Diebstahl, den W. in einem Warcnhause in der Leipziger Straße verübt hatte.— Der Staatsanwatt be- antragtc eine Gefängnisstrafe bon 1% Jahren. Das Gericht, unter Vorsitz des Geh. Justizrats Ungcr, ging jedoch noch über diesen Antrag mit der Begründung hinaus, daß der Angeklagte eine so vaterlandsfeindlichc. gemeine und niedrige Tat verübt habe, daß er, trotz seiner bisherigen Unbescholtenheit, die ganze Härte des Gesetzes fühlen müsse. Das Urteil lautete auf 2 Jahre Gefängnis und Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte ans die Dauer von 5 Jahren bei sofortiger Perhoftnng des Angeklagten. Ter„verwundete" Krieger. In der Rolle eines verwundeten Kriegers Hadder Kraftwagenführer Hans Herzbcrg euren recht gemeinen Schwindel verüb!. Vor der 5. Strafkammer des Landgerichts I hatte sich der schon mehrfach vorbestrafte H. unter der Anklage des Betruges im strafschärfenden Rückfalle und schwerer Urkundenfäkschung zu verantworten.— Ter Angeklagte hatte neben verschiedenen anderen, jetzt gleichfalls zur Anklage stehenden Betrügereien folgendes Schwindel- Manöver zur Ausführung gebracht. Er hatte sich irgendwoher die Uniform eines Angehörigen des Kraftsahrbataillons verschafft, außerdem hängte er seinen linken Arm in eine schwarze Binde. Borher hatte er sich eine Art Sammelliste hergestellt, welche er mit dem von ihm gcfälsckten Namen des Bataillonskommandeurs versah. In diese Liste, deren Ertrag angeblich zum Besten der Ver- Mundeten des Kraftfahrbataillons dienen sollte, trug er selbst mehrere Namen von Personen ein, die angeblich Geldbeträge gespendet hatten. Bis dieser Schwindel aufgedeckt wurde, war es dem Angeklagten schon gelungen, ctiva 10 Mark zu erbeuten.— Der Staatsanwalt beantragte eine Gefängnisstrafe von 0 Monaten. DaS Gericht verurteilte den Angeklagten mit Rücksicht auf die von ihm zu Tage gelegte niedrige Gesinnung zu 1 Jahr und 2 Nlo- natcn Gefängnis und 5 Jahren Ehrverlust. Tiebstäble auf einem städtischen Gute. Nächtliche Strcrfzüge zu dem der Stadt Berlin gehörigen Rieselgute Malchow haben eine ganze Anzahl von Personen aus- geführt, von denen als Diebe die Möbelpolierer Otto Blümcl und Max Müller, sowie der Möbelmalcr Max Scholz und der Tischler Hugo Gocvr, als Hehler der Fuhrmann RirtKird Zickert vor der Strafkammer des Landgerichts 1 1 l standen. ES handelt sich um bandenmäßig ausgeführte Diebstähle aus dem Rieselgut Malchow, wobei den Dieben in der Zeit von Mitte August bis Anfang Sep- tembor v. I. jedesmal etwa>0 Zentner Acpfcl und Birnen im Werte von etwa 500 M. zur Beute sielen. Der Polizeisergeant Oestreich hatte wiederholt Beobachtungen gemacht, die darauf hindeuteten, daß das Riesclgut Malchow unerwünschten nächtlichen Besuch erhielt und es gelang ihm schließlich auch, dieses Treiben aufzuklären. Die vereinigten Spitzbuben füllten während der Nach! das gestohlene Obst in Säcke, die von dein Angetlagtcn Zickert aus dessen Fuhrwerk noch in der Rächt von Malchow abgeholt und auf das Zickcrtsche Grundstück in Weißensee gefahren wurden. Am nächsten Morgen wurde dann das Obst von dem Wagen des Zickert an Gemüsehändler verkauft. Für jede Fuhre erhielt Zickert 10 M., während der Erlös an die bei den betresscndn, Diebstählen Mitwirkenden verteilt wurde. Rechtsanwalt Dr. Davidsohn bekämpfte mit Erfolg die Ansicht des Staatsanwalts, daß Bandendiebstahl vorliege. DaS Gericht nahm nur gemeiuschanlichc Diebstähle an und verurteilte den völlig geständigen und reumütigen Blümcl zu 6 Monaten Gefängnis svavon 4 als verbüßt angerechnet), Müller zu 9 Monaten, Scholz zu 1 Monat, Göhe zu!> Monaten und Zickert wegen einfacher Hehlerei zu 6 Monaten Gefängnis. Verbotenes Waffentragen. Durch Verordnung des Oberkommandos in den Marken vom l. Augusb lllll ist den Zivilpersonen das Tragen voll Waffen ohne polizeilichen Erlaubnisschein verboten. Wegen Verstoßes gegen diese Verordnung, die im Ilebertretungsfalle Gefängnisstrafen von l Tag bis zu 1 Jahr androht, hatte sich gestern der Maurer Otto Berthold vor der 1. Strafkammer des Landgerichts f zu verantworten. Ter Angeklagte kam am 4. Oktober, als er seinen Dienst als Wächter aus den Grundstücken der Union-Baugescllschaft in der GreisSwalder Straße versah, in Konflikt mit mehreren nächt- licherivcilc aus Weißensee zurückkehrenden jungen Männern, von denen er fälschlich annahm, daß sie ein Stück des Gruiidstückzaunes niedergerissen hätten. Er bedrohte die jungen Leute nicht nur mit einem Ochsenziemer, sondern hielt ihnen auch einen geladenen Re- volver entgegen mit der Ankündigung, daß er jeden Angreiser niederschießen würde. Die ganz zu Unrecht beschuldigten jungen Leute ließen sich dies nicht gefallen, sie beschwerten sich vielmehr bei der Polizei und da stellte sich denn heraus, daß der Angeklagte «ine Erlaubnis zum Wasfentragen überhaupt nicht eingeholt hatte. Daraus ergab sich die jetzige Anklage, gegen die der Angeklagte den Einwand erhob, daß er von der Verordnung des Oberkom- mandos nichts gewußt habe. Der Staatsanwalt ließ diesen Ein- wand nicht gelten, da in heutiger Zeit jedermann die Pflicht habe, sich um die Erlasse und Verordnungen, die ans Anlaß des Krieges ergehen, zu bekümmern. Ter Strafantrag lautete auf 1 Woche Gefängnis. Der Gerichtshof verurteilte den Angeklagten zur nie- drigsten zulässigen Strafe von 1 Tage Gefängnis. Meine Nachrichten. Strafen gegen Kriegsfchwäner. Vor dem Koblenzer Kriegsgericht stand der Generalvertreter einer Posen« Likörfabrik, der sich in einem Koblenzer Hotel abfällig über die österreichisch« Armee und einige deutsche Heerführer ge- äußert hatte. Er wurde zu vier Monaten Gefängnis verurteilt; dabei wurde noch als strafmildernd berücksichtigt, daß es sich nur um törichte WirtshauSgespräcke handle, die durch Weitergabe von Alarmnachrichten weite Kreise ängstigten, ohne daß ihnen eine deutschfeindliche Gesinnung zugrunde liege.— Ein aus der Sck-weiz gebürtiger Arbeiter hatte die deutsche Armee als„Diebesbande" be- zeichnet; die Soldaten seien Feiglinge und winkten an der Front mit dem weißen Tuch. Sicher würde der Krieg mit einer Nieder- läge der Zentralmächte enden. Wegen dieser Redereien verurteilte ihn das Koblenzer Kriegsgericht zu neun Monaten Gefängnis. „Vater hat die Tacke auf dem Tcheunenboden versteckt." Bei der Feststellung der Getreidevorräte in einem Dorfe des Kreises SSlüchtern gab, wie die„Frankfurter Volksstimme" be- richtet, ein reicher Bauer seine Getreidemenge so niedrig an, daß der Gendarm ihn auf Ehre und Gewissen nach weiteren Vorräten fragte. Der Bauer verneinte. Da fragte der Beamte den kleinen Sohn des Bauern, ob er nicht wüßte, wo der Vater noch Korn liegen habe. Und prompt antwortete der kleine Bursche in seiner Herzens- nnschuld:„Vater und Mutter haben noch viele Säcke in den Scheunenboden gesteckt." Das Bäuerlein hat eben Vorsorge ge- troffen, damit er durchhalten kann. Ein Geldbriefbeutel mit 17 OVO M. gestohlen. Die Kaiserliche Oberpost- Direktion Breslau schreibt der„Brcs- lauer VolkSwackü": Ein am 23. Januar vom Postamt Breslau I für die Bahnpost 33 im Zuge 716 Breslau— Posen ab Breslau Hauptbabnhof 2,34 noäi- mittags— gefertigter Geldbriefbeutel ist in Verlust geraten. Ob der Verlust bereits in Breslau oder später eingetreten ist. stebt nicht fest. Der Geldbriefbeutel bat zwei Geldbriefe über je 5000 M. nach Ostrowo, einen Geldbrief über 2160 M. nach Schroda, 1 Geldbrief über 3000 M. nach Skalmierzyce und 1 Geldbrief über 1538 M. nach Trachenberg enthalten. Der Inhalt der Geldbriefe bestand durchweg aus Papiergeld in den verschiedensten Sorten; darunter hat sich ein Tausendinarkschein befunden. Nach Lage der Verhält- niffe muß Diebstahl angenommen werden. Auf die Ergreifung des Diebes und die Wiedererlangung des Geldes wird eine Belohnung von 600 M. ausgesetzt. Zwei Polizeibeamte von einem Irrsinnigen erschossen. Gestern nacht schoß in der Holzschuherstraße zu Nürnberg der geisteskranke Schreiner Nathan Klöcklein mit einem Gewehr ans die Passanten. Er tötete den Polizeiwachlmeistcr Michael Bogner und den HilfSwachmann Johann Weber und ver- letzte den Wachmann Gobmann und den Pferdehändler Feherabend durch je einen Schuß am Arm. Der Täter wurde gestern früh ver- haftet._ Eine Erbschaft für die Ttadt Kassel. In der am Donnerstagabend abgehaltenen Stadtverordneten- fitzung in Kassel wurde mitgeteilt, daß die vor einigen Tagen ver- storbene Frau Sophie Henschel, die Witwe des bekannten Großindustriellen, der Stadt testamentarisch 250 000 M. zur freien Ver- fügung hinterlassen hat.____ Zusammenstost zweier Güterzüge auf dem Brenner. Wie aus Innsbruck gemeldet wird, ist gestern morgen zwischen Gossensatz und Sierzing ein Güterzug, der einen RekrutentranSport führte, in einen zweiten im Schnee steckengebliebenen Güterzug hineingefahren. Zehn Waggons entgleisten und wurden schwer be- schädigt. Nach den bisherigen Feststellungen ist eine Person t o t, 35 Personen erlitten Verletzungen. Parteiveranstaltungen. 2. KrciS. Jugendableilung. Die jugendlichen Genossen deranftolten morgen Sonntag, deri� 21. Februar, eine Wanderung: Fahrt bis Birken- wcrder,— Bricietal, Summier See, Buch. Treffpunkt pünktlich 7.8 Uhr morgens vor der Stetttner Vorortbahn. Fahrpreis 60 Bs. I. BÜadlkms. Heute Sonnabendabend 8'/, Uhr findet in Bockcrs Fcstsälen, Dcbcrstr. 17, ein Lichtbildervortrag statt; Eine Reise durch die Balkanstaate». Vortragender: Genosse H. Müller. Am Sonntag, den 28. Februar, nachmittags 5 Uhr, findet in Kellers F e st s ä I e n, K o p p c n st r. 20, ein Lieder- und Märchen- abend statt. EintritlprelS lv Pf., auch jedes Kind hat eine Emtrittska'.te für 10 Pf. zu lösen. Kinder unter 6 Jahre kein Zutritt. BZilincrsdorf. Montag, den 22. Februar, abends 87, Uhr: Mit- glledcrvcrjammlung im kleinen«aale des„Vikloriagarlcn", Wilhelm Z> aue 114/115. Tagesordnung:.Die Halbing der Reichstagsjrattion'. Rcscrcnt: Genosse Z u b c i I. öriefkasten der Reüaktion. Tie juristische Evrechslunde findet sür Abonnenten Lindenstr. S, ir. Hof rechts, parterre, am Montag vis Freitag von 4 bis 7 Uhr, am ioonnabcno von 5 bis o Uhr statt. Jeder für bcn L r i- f I a st e n bestimmten Anfrage ist ein Buchstabe und eine Zahl als Mertzeichen belzufügen. Briefliche Antwort wird nicht erteilt. Anfragen, denen leine AbonnementSauitmng h-igefugi ist, werde» nicht beantwortet. Eilige Lragen trage man in d-r Evrechstundc vor. Berirage, Schriftstücke und dergleichen bring« man in bie Tprcchsuiudc mit. K. 23. Groß-Berliner Verein sür WubnungZweseii Berlin W. Friedrich- Wilbclm-Ltr. 12, am Lützowplatz.— T. S- 10. 8,3 Millionen sür Grund- ertverd und S Millionen sür Baiiaussührungen.— G. 20. Jmvoniert mir sebr.— C. St. Ol. Ja, al« Pionier, galt jedoch als überzählig.— I. K. 55. Uns nicht bekannt. Könncii Sie jedoch wohl in gröberem Tabakgejchäft ersahrcn.— 3. Bevor dies geschieht, erfolgt össenll:»- Bekanntmachung.-- H. SO. Wenden Sie sich an das Rote Kreuz in Wien VI. Dreihuscisengasse 4. Auch an daS Rote Kreuz in Kopenhagen.- K. C. II. Wenden Sie sich an die Zentralkommiision der Krantelikasscn. .'Ilexanderilr. SS-40.— F. Ä». 300. Plivatinstituic zur Geldanlage köimeii wir grundsätzlich mcht empsehlen.— Arthur 30. lieber Holland- Höchstgewicht ein Kilo. Je 50 Gramm 5 Pf.— I. Z. 19. 1 Pfleg e- s ch w e st e r in einem Krankenhaus der Stadt Berlin zu werden, er- fordert keine besondere Kosten, aber vorherige Ausbildung Schülerinnen der Schwesternschulen am Krankenhaus Moabit und am Virchow-Kranken- hauS zahlen kein Lehrgeld, sondern erhalten noch Taschengeld, pro Monat anfangs 10 M., später 15 M. 2. u. 3. Frei gewährt wird ihnen Wohnung und Bckostigimg sowie Dienitlleidung. nur Wäsche müssen iie selber mil- bringeii. 1. Einjähriger Ausbildungskursus mit Abschlutzprüsung. Vor 5kursusbegim? schnitliche Verpflichtung, nach Ausbildung noch zioel Jahr in der sladltschcii Schweflcrnschast zu bleiben. 5. �christliche Meldung zur Ausnahme als Schülerin und persönliche Vorstellung bei der Direltion des belressenden Krankenhauses. Bedingungen: Alter nicht über 35 Jahr« und in der Regel nicht unter 20 Jahre, gute Gesundheit, ausreichende Allgemein- bildung. „ ,335. Es wird als Pflicht erachtet, das Goldgeld einzuwech'cln.— Glucklich 34. e>ie sind zum Unterhalt der Krau verpflichtet.—»♦ Vt- 83. 1. sie können aus Grund der geliebten Marken Witwenrente de- kommen, aber erst dann, loenn Sie selbst invalid sind. 2. Wenn Ihr Mann innerhalb drei Wochen nach Austritt aus der Krankenkafse oeNtorven ist, baben Sic Anspruch, sonst nicht.— R. R.. Neukölln. Es besteht kein Anspruch.- M. P. ii. Der Sohn hostet in diesem Falle iiatürllch nicht für die Schuldcn der Eller». Er mutz gegen die unberechttgle Psandung Einspruch erheben.— T. Pt. 12. Wegen Herzkraukhelt zurückgestellt.— R. Z. 88. Wegen Nervenleiden dienstuntauglich. Wenn-oie GestcllungSorder bekommen, mliisen Sie sich aber noch melden.— Landsturm ss. I.Wegen Nervenleiden landsturmpslichtig. Wegen schlechter Zahne.andslurmpflichtig. "Ii.(£. 70. Roch einer Verordnung des OberlommaiidoS tn� den Marken dürfen die Eiastwirtschaftcn erst um b uar morgen, geöffnet werden. Bei der Eigenart.4hreS Geschäftsbetriebes komiten Sie ein Gcinch um Ausnabme einreichen.-«. 105.»cgeu Krankhellen der Unterleibs. organe zurückgestellt.—«. R. Ja.- P- R. 77. 1 Wahrscheinlich nicht, enttcheidet aber der Militärarzt. 2. 24 Mark monatlich. Mictszuschuz wird gewöhnlich die.vsälsie gewähr!. Ir.,'»-4a.— PA. H. i> TeL. Lohn ist als Verlragsbiuchstrafe ernfi ehalten worden. dagegen wird nichts zu macheu sein.— 2X. C. 05. Wegen Herzkrankheit zurückgestellt.— I. KS. DaS Pflichtteil kann Ihnen mcht vorenthalten werden. — 77. Wegen Lungenleiden imd wegen Hautkrankheit zurückgestellt. Nr. Zl. 32. Jahrg. des Jotiiiirto" fäi Zödnl- 20. kebruar 1915. Jugenüveranftaltungen. Köpenick. Der Iugcndausschich�unÄ d!c OrtZgruppc Kövenhk d-S ? curiftenvereM ,Sfc veränfkalten Momaz. den Ä>L?bruar, obcttds T'/j Uhr, im Lichtspiclihratcr(Inh. Keller), Schivtzstr. 17, eine Kino- Sondervorstellung� Vorgcsührt werden u. a..Derchlesgadcir und der König!«',„Aus dem Bummel in Florida',„Die Moniblcmcdahn' usw< «öintirltSkarlen o 30 Pr lind nur noch bei den Genossen Wchlcr, Kictzer Sl raste 0, und l'toai, Grünauer Sir, J, zu haben. Eingegangene Druckschriften. Tic Tchnutenorgel und andere Kcldzugsgeschichte». Lon F. Fanobke. 80 Ps, W, G, Korn. Breslau, „Tas Forum." Hest 10. Herausgeber W. Herzog. Monatlich 1 tzest. Fuhr!. 10 M. Verlag in München, lieopoldstr. 10. KitchencrS Geheimnis. Heiteres über den Weltkrieg. Von Domingo tliriei Lentallo. Ans dem Spanischen übersert von G. Spandau, ü M., geb. 3 M. C. ScMer, Vürrelona—?esp'zi§. rage cincö Zollbündnifseö wischen Teutschland und .Ungar». Von K. Dichl. Broich, i.öv M. G. Fischer, itcna. !es Kriegsrecht. Sine Ucberficht über das Recht des Kriegs. Von F. Rosenthal. 70 S. F. Li. Gülüher u. Sohn, -�«r Frage cineS Zollbündnisses zwischen Teutschland und Destcrreich-Uugarn. Von K. Diebl. Broich. 1,50 M. JA. Fischer, stcna. Deutsches Kriegsrecht. zu'landeS. V Berlin L1V 11. Statistisches zur Wirknug dcS Reichs Fmsfgcschcs. Vom 8. April 1871. Von Dr. W- Wlnich.(Fmpsgegn. Flugschr. 8.) Reichs- verband zur Betämpsuna der Fmpsnng, Bcrlin-Schlachteusee. Kriegerrrnten. Fübrer iür KriegZinvaliden, Kriegerwitwen und Waisen. V-N S. KrOgcrr VrosS ly V!..W. Vsailn'üch U. W„ Mdeburg. Hickmanns ÄulverfällTaschenntlas löT». G.eographvch-staiisnlch cZ Rachschlagcbuch. 3,80 M. G. Frevtag u. Bernd!. Wien 7. tteber die Benunuug von Wlut als tsuioti zu«ahrnngSmittcln. Von Bros. R. Kobert.>»ch. 70 Bs.— H. Warteiilie«, Rostoch Sozialistische Monatsheft«.. 1015. S.. Hest. Herausgeber: Dr. F. Bloch. Alle 11 Tage ei» Hest. o0 Pf.— Verlag: Berlin, Potsdamer Slpaste ISIS. Kricgs-Anckdotc» und Nrtebnlnc. Heiteres«nd ErnitcS au» den: grasten Kriege. DerauSge�eben von H. Floerk« u. V. Gärtner. 2 27.. geb.■' SR. ftn. Müller. München. Kriegssegen. Bon H. Bahr.1 27.— Teutschland vor den Torrn »er BScll. Von ,J. Stiere. 28 S.— Deiphn-Leriag, München. Taschenbuch der 5srscg?slötici> Zilll/lZ. KnegSauSgabe. Heiaus. gegeben von L. Weyer, Kapitäuleulnant a. D. Geb. 5 M. Nachtrag dazu l 0 Pi.— I. F. Ledmanns Verlag. Müilfflen. Cettcrrcich nach dem Kriiege. Bon Mmiin. Bros«.«0 Pf.— ?.?Icd°nN TeSag. Mä. Unser Seelenleben im Ttölkertriege. lühischc Bcirachiungen von t'. H. Hcrbatschek. 40 S. drosch.— Komitecvcrlaa. Wien S. Giue Frage Wie irhaltni.wir der Zukunit die erhebenden Kräitc dieses Krieges! Von F. Marbod. Broich. 50 Ps. F. Springer. Berlin 77° h. Tas Freie Wort. Frankfurter:Ha!bmenu!�7christ. Pdräusgegeben von M. Henning. 11. Jahrg. Hest A/SS. Lserielj. 2?!.— Reuer Franks. Verlag, Frankjurt a. M. Fachdlatt für Hölzarbestcr. Herausgegeben vom Deutschen Holz- e.rbeucroerband...F«bNIarbcst. Erscheint am Ib. jedes Monats. Viert eist 1,20?R.— SWslverlag dco Verbandes, Bcrlkli$0. IG. Unsere groi-on Grnällruugstorpcilon. Darlegung der modernen Forichuligoergebmsse über Ernährungs- und DIälsragen von Dr. Th. Chrtsten. 1.25 M.. gcd. 1,75 M.— Holze u. Pähl. Drcödew.... Unsere Nolköer»Lhrung und die deutsche Hausfrau. Von Pros. F. Wodlmiann. 25 Pst— P. Paten,.Bevto J5iV. Ii., Teutschlands und Oesterreich. Ungarns Tchtltsalsstundc in Wort »nd Vil». Dotumrnic zum Scllkrieg, gesammelt voncschichle von C. v. Lcixncr.— 1000. Hcroldsrufe. Zeitgedichtc von E. Gtldel. Einzelnummer geh. 20 Pf.— Im Flugzeuge gegen England. Bon (J. Müllcr.Heim. II?.— Grundrist der Teutichen Literatnrgeschichtip. Von K. Oucnzcl. 25 Pf.— Born Kriegsichaupla«. Feldpustbricse und andere Bcrichle von Mitkämpfern und Augenzeugen. Band 1. 1.50 M., geb. SM-— Au der Front. Anekdoten aus dem Welkkriege. Heraus-- gegeben von Dr. I. K. RallSlav. 1,50 M, geb. 2 M. Hesie u. Becker, Leipzig. Bismarck Kiid seine)iett. Von Dr. V. Valeniin.(AuS Rawr u. Gcistesw.). 1. M.. geb. 1.25 M.-- B. E. Teubner, Leipzig. Der Weltkrieg. Nach deutscheu und scindllchcn amiltchen Berichten. Hest 1: Der Krieg im Westen. 1. Teil 1911 1 M.— Priebatsch, Breslau. HauSärrtkalettder Istlt». Nün Dl. 9k Deikoiiör. Mllmnk-n. Beeil iid HiluSäkztkalcnder llllt». Vält Dr. Ä. Dcffaucr, München. Preis IM.— Würzbura, Verlag von Kurt Kabihsch. Ein Lebensbild von Bernhard von Hiudcnburg. Von P. Hlnden- bürg. 1 M.. geb. SM.— Schuster it. Löfflet, Berlin\V. 57. Ter Bölterkrieg. Heft 17 und 18. Ehronik der Ereignisse seit dem 1. Juli 1911. Einzelhcft 30 Pf.— F tzvfsmanu, Ststltgvrt. So sollt ihr leben in der Kriegszcit Ein Wort über zeitgcmäste BiolssernähAtna von Prost M. Fastbender. 20 Ps.— Herderschc Verlags- Handlung. Frciburg i. Brcisz. ♦♦**♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦»♦♦»❖♦♦ ♦ Amtlicher Marktbericht der städtische» Markthallen-Düellion über den Grosthandel in den Fcnlral-Markthallcn. sOhnc VerbindÜchkeit.) ' ceilag. den 19. Februar. Flcilch: Rindfleisch per 50 k», Ochsen- ML"'"""" H""WM"- o. rfa 18—00; Kalbfleisch', Dvppcllektde Kälber gcr. gen. 15-55. Haminelsleijch: Wasllämmer 90— 100; Hammel >a 81—90, du. IIa 78—80: Schale 80— 90. Echwemesteisch: Schweine, seile 30—105, sonstige 82—90, däu. �aucii 72— 75, dän. Schweine 75—80.— biemüi c. iniändilches: Kartosicln. Dabcrschc 50 kar 0,00; iveiste. Kaiserkronen 0,00; jlagnnsn bontu» 0,00; Woltnrami 0,00— 0,00; Porree, Schock 0,70—1,50; Sellerie. Schock 5,00—10,00; Spinat 50 12,00—20,00; Mohrrüden 0.0>—7.50; Wirsingkohl Schock 8,00-14,00; Wirsinglohl 50 kp- 9,00—10,00; Weistkoh! Schock 8.00-.11.V0, Keisttobl ll) k� 9.00— 10.00; Roitob!, Schock 8,00—15.00: Ro'.lohl 50 kip 9,00 bis Ii', 00; Grünkohl 50 k>p 10,00—14,00: Kohlrüben 50 kg 5,00—6,00; Tcltowcr Rüben 50 kg 12,00— 10,00, Märkische Rüben 50 kg 4,00—12,00; Rosenkohl 50 kg 20,00—30.00, Meerrettich Schock 0.00—14,00; Petersilieuwurzel schockbund 1,00—6,00; Zwiebeln 50 kg 15,00—16,00. Rhabarber. Hamburger, 10» Bd. 8—14. Apseisinen: italienische 50 kg 8.00—16,00, dito 200 Stück 8,00—9,0». 300 St. 9,00—10,00, Murria 200 St. 8,00—13,00, dito m Stück 10,00—15,00, Messina 100 St. 10,00—12,50, 2M St. 8,00-13,00, 3(Xj St. 8,00—13,00. Messina BW» £0 St. 8,50—9,00, do. 100 St. 7,00-8,75, do. 150 St. 7,00— 10, W. Spanische 120 St. 18,00-30,00. do. 711 St. 22,00-28,00, do. 1061 Et. 21.00—30,00, do. 120 St. iargc 23,00— 10,00. I ♦ ♦ ♦ ♦ ♦ (Sine wichtige Neuerscheinunss! Krieg und Sozialdemokratie l ♦ ♦ ♦ ♦ Drei ZluM'e von Konrod Häenisch preis 25 Pfennig : ♦ ♦ ♦ ♦ ♦ ♦ ♦ 1 i ♦ ♦ ♦ ♦ ♦ : ♦ ♦ ♦ Die drei Abhandlungen führen folgende lleberschriften: Vie Sozialdemokratie und der Krieg Ser deussche an der Wer- natLonate/Vurgsriede u. Klaffenkampf Buchhandlung Vorwärts Lindenfiraße 5. ❖ ♦ ♦ ♦ 4» ♦ ♦ ♦ ♦ * ❖ : ♦ ♦ ♦ ♦ ♦ OnnahntcStellen für„kleine Anzeigen" Rcrlin 9!. Habniich, Ackerst;. 171. O. Karl Melle, PetcrSönrger Pia? 4. Gustav Bozei. Koppen- Ilrastc 82. 3t. Weng eis, MarluLftr 30. X«. L- Lst'chr. Jinmonuellirchstr. 12. I. Steul. Barnimilr. 12. X. A. Wolgast, Wallslraste 9. H. Fischer. Bastianstraste 6. Karl Biars, Greisenbagener Str. 22. I. Hönisch, Müllerstr. 3t». H. Bogt;!.. Lorhingilr. 37. A. �die«. Jnvalidenstr. 121. > W. Solomon Fosepti, Wilhelinshavemr«istr. 48. S2W. W. Schmidt. Bärwaldsir gg. Tachn, Hagelberger Str. 27. 8. St. Fmi, Prinzen irr. 31. H. Lehmann. Kottbufer Damm 8. 8V. Paul Boliiii. Ltltlsiyer Platz 14.35. P. Horich, Engeluser 1s. Adlershoi'. Karst Schwarzloie, Bismarckftr. 28. ttaBi»t,etini«.>ii«-(.>i;. Hornig. Marientbaler Str. 13, 1. Pant Kirnast. Rinrschstr. 10. tltilii-lorrellllnug. Gustav Slsinrnberg, Scsenbeimer Str. 1. k'i'ie lniSau« 27. C\\k illustrierte Wochenschrift„In Freien Stunden" bringt X I auch im Kriege ihren Lesern fesselnden Lnterhaltungs- l) i stoff. Die weltgeschichtlich hochbedeutsame Zeit, in der /\/ wir leben, zwingt mehr als je dazu, den seichten, nicht«- sagenden Leseschund aus Ardeiterkreisen zu verbannen und das 'Augenmerk auch in der ilnterhaltungSlektilre auf große Dinge zu richten. Ansere Wochenschrift„In Freien Stunden" dient diesem Ziel, indem sie, klnfanz Januar beginnend, veröffentlicht: Llm die Freiheit Geschlchllicher l�oman aus dem deutschen Vausmkfleae von-1525 von Robert Schwetchel Die größte deutsche Bau ernerhebung hat in diesem Roman ihre Kmstlerische DaMllung gefunden. Der Verfasser führt uns gleich im Anfang m eine höchst lebendige, charakteristische Szene, die schlagend ossenbarr, um was es in diesen verzwei- selten Kämpfen der Bauern ging; um die Befreiung von den drückendekl FeudaUasten. um einen gerechten Anteil an Grund und Boden, Wsid und Fischfang und kirchliche Freiheit. Das Auftreten Luthers gab der längst vorhandenen Anzuftieden- heit einen mächtigen Aufschwung und verschaffte dem politischen und wirtschaftlichen Kämpf eine religiöse Grundlage; denn das Evangelium sah in allen Menschen Brüder und wandte sieb hauptsächlich an die Mühseligen und Beladenen. Darüber hinaus sahen Weiterblickende das Äeil in der Errich- lung eines nationaldeutschen, chnst'ichen Reiches— ein Am- stand, der im Einblick auf den Weltkrieg der Gegenwart von besonderem Interesse ist. Schweiche! beginnt mit dem Aufstande in Rothenburg und führt uns dann mit sicherer Äand durch die wesentlichsten Er- eignissc und Kämpfe jener großen Zeit. Nicht etwa in trockener Änfzähirmz der Tatsachen, sondern, wie es sich vvn einem In Kreien Stunden erscheint wöchenilich als 24 Seiten starkes.Heft zum preise von 40 Pfennig. Jedes Hest bringt außer den Romanen Aufsähe(zum Teil auch illustnertj und Notizen an« allen Wissensgebieten, Skizzen oder kurze Erzählungen, sowie Scherz und Satire. Der ünterzeichnete bestellt bei der Buchhandlung �Vorwärts, Berlin S>W. 6S Ondenstraße 3 „In Freien Stunden" aebil eüiw ötartS-ffunf; Senate zum Ttctse ton 10 Pfemiig wctlfentliil) stet in* �«u* Name:_______ Ort und Wohnung:________________________________________________ Diesen Vektellichew nimmt auch«er Zeilungsdote rnlgezen. Kunstwerk von selbst versteht, durch Widerspiegelung jener Zeit in den Seelen der Menschen. Da treten uns ebensowohl die einfachen Repräsentanten der großen Masse, wie die ge- schichtlichen Führer jener großen Bewegung entgegen. Da klingt eine Liebesgeschicht« in Kampf und Streit hinein, und Poesie vereinigt sied mit Historie, um unsjene weltbedeutendcn Ereignisse menschlich näherzubringen. Alles in Allem: Dies starke Werk eines ManneS, der mit ücrz und Tat stets auf Seite des schaffenden Volkes stand, muß das brennende Interesse jedes Arbeiters, jeder Arbeiterin finden. Wer den Roman schon kennt— man kann ihn gern zweimal lesen!— hat hier Gelegenheit, sich eine illustrierte Ausgabe für wenig Geld zuzulegen, denn das Werk wurde von Prof. Damberger- München mit künstlerischen Bildern geschmückt. Neben dem Kauptroman bieten wir unfern Lesern zunächst Sewastopol Zlvvelle von£«0 Tolstoi In dieser höchst zeitgemäßen Novelle führt uns der be- rühmte russische Dichter in die Zeit des Krimkrieges, da die vereinigten Armeen der Franzosen, Engländer, Türken und Sardinier den ersten Kriegshafen der russischen Flotte im Schwanen Meer einschlössen und eroberten. Der Verfasser befand sich als junger Offizier in der Festung und schildert aus eigener Anschauung tiefergreifcnd Leben, Leiden und Kämpfe der Verleidiger, ihren Mut und ihr Verzagen, ihre Tugenden und Laster. Er beschönigt nichts, er verschweigt nichts.— Da Sewastopol auch im gegenwärtigen Kriege eine bedeutende Rolle spielt, Käsen der russischen und Angriffsobjekt der tür- tischen Flotte ist, werden die meisterhasten Schilderungen Tolstois mit außergcwöhnlicheut Interesse gelesen werden. Kriegspflichten! heiligste Pflicht üer Arbeiter in diesen ernsten Seiten ist es, den von ihnen selbst geschaffenen Organisationen die Treue zu bewahren. Ein jeder organisierte Arbeiter fülle in den Organisationen die durch den Krieg geriffenen Lücken aus; werbe nach besten Kräften für die Arbeiterorganisationen! haltet Treue, tretet ein in Sie sozialdemokratischen Wahlvereine, werdet Abonnenten des„vorwärts*. Beitrittserklärungen zu den Wahlvereinen werden entgegengenommen im berliner Verbandsbureau, Herlin Sw HS, Lindenstraße S, 3. Hof, slufg. lV, 3 Tr. Hestellungen auf den„Vorwärts� nehmen die Hauptexpedition, Herlin Sw öS, Lindenstraße I, sowie alle Malexpeditionen entgegen. Berliner Stra&e 53 IVfilllcftllll gegenüber Rathaus Von jetzt ab:* Täglich abends 8 Uhr DM" Konzert."MT H.& P. Uder, SÄVI: Haupt-Niederlage der t k. österr. Tabak-Regie. Zigarren— Zigaretten— Ranclitabake. Xur für Wiederverkäufer zu Originalpreisen, Alleinverkauf der Fabrikate der Firma F. J. Dürrns St. Kreuz Größte deutscbe Raucbtabakfabrikation. 1 Jahresproduktion über 5 OOO OOO Pfd. Rauchtabake Zigaretten-Spezialität: I/Algerlenne. pintnMj mMns von Nachlibmungen des echten Kapitän-KauladakS!* JedeS Stück(Rollen oder Bündel) wird nur»erpackt und mit Ausdruck: -.KapitSn-KautabaP, gesetzlich geschützt,-> geliefert. Verkaussstellen, wo die lleinen Tabakdosen gratis zu haben sind, weist gern nach � gorl Röcker, Berlin, Grüner Weg US(Telephon: Kst. 38Slb 14 M z»äa Brikett tat fflr Ofenheliung am bastan und am billigsten! J* Allgemsln., Versoh. R. Schelltnberger, Ctli v Cmdit. Keukölln, Bergstraße 26/26. 'B&cKer- u. Konditoreien BacHeral nordsiem Inta. Gutt. 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