52. Nr. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Breis pränumerande: Vierteljährl. 3,30 m, monatl. 1,10 wöchentlich 25 Big. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Bfg. Sonntags nummer mit illustrierter Somtags Beilage„ Die Neue Belt" 10 a. Bost Abonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetrage in die Bost Zeitungs Breisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2,50 Mart, für das übrige Ausland 4 Mark pro Monat. Postabonnements rehmen an: Belgien, Dänemark, Holland, Italien, Luremburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz Ericheint täglich. Vorwärts Berliner Volksblaff. 32. Jahrgang. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Kolonel, geile oder deren Raum 60 Bfg., für bolitische und gewerkschaftliche Vereins. und Versammlungs- Anzeigen 30 Bfg. ,, Kleine Anzeigen", das fettgedruckte 28ort 20 fg.( zulässig 2 fettgedructe Worte), jedes weitere Wort 10 Big. Stellengesuche und Schlafstellenan zeigen das erste Wort 10 Pfg., jedes meitere Wort 5 Big. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramin- Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutfchlands. Redaktion: SW. 68, Lindenstraße 3. Fernsprecher: Amt Moritplah, Nr. 151 90-151 97. Sonntag, den 21. Februar 1915. Expedition: SW. 68, Lindenstraße 3. Fernsprecher: Amt Moritplag, Nr. 151 90-151 97. Deutsche Erfolge in den Vogesen. Die ersten Tage des verschärften Handelskrieges. Der Seekrieg. Unterseebootsangriffe auf einen französischen Dampfer. Paris, 20. Februar.( W. T. B.) Amtliche Mitteilung 18. Februar hat ein deutsches Unterseeboot um 2 Uhr wurde und jetzt von uns benutzt wird. " borherige Warnung angeschossen wurde. Die Meldung des Großen Hauptquartiers Amtlich. Großes Hauptquartier, den 20. Februar 1915.( W. T. B.) Westlicher Kriegsschauplatz. Japan und China. lischen, russischen und vor allem der amerikanischen Interessen Der gegenwärtige Völkerkrieg beschert der Welt fortgesetzt neue Ueberraschungen und zerstört rücksichtslos mit rauher Hand, die schönen politischen Illusionen, die sich in den letzten Jahren in so manchen Köpfen eingenistet haben. des Marineministeriums. In der Nacht vom 17. zum In der Champagne nördlich Perthes und Die neueste Ueberraschung ist, daß Japan, der Bundesgenosse morgens auf der Höhe von Dieppe den Dampfer Dinorah" nördlich Lesmenils griffen die Franzosen gestern der Tripelentente, der anscheinend willenlos im Schlepptau angeschoffen. Die Schotten wurden geschlossen. Der Dampfer fant mit sehr starken Kräften an. Alle Versuche des Englands trieb, nicht, wie so manche franzöſiſchen Politiker nicht, sondern erreichte Dieppe.„ Dinorah" ist ein öfter- Gegners, unsere Linien zu durchbrechen, schei- bie iezige Striegslage zu energischer Ausdehnung seiner Macht erflehten und erhofften, Trippen nach Europa sendet, sondern reichischer Dampfer, der bei Ausbruch des Krieges beschlagnahmt terfen. An einigen kleinen Stellen gelang es und seiner Handelsbeziehungen in China auszunuken fucht: Paris, 20. Februar.( W. T. B.) Amtlich. Der Dampfer ihm, in unsere vordersten Gräben einzudringen. ein Bestreben, dessen Durchführung nur auf Kosten der eng. Dinorah" ist um 12 Uhr mittags im Hafen von Dieppe ein- Dort wird noch gekämpft; im übrigen wurde der möglich ist. getroffen, wo er besichtigt und ausgebeffert werden wird. Gegner unter schweren Verlusten zurückgewor- Japan fordert der Times" zufolge mit der ihm eigenen Das Schiff mar 20 Meilen vom Hafen entfernt, als es ohne fen. Auch nördlich Verdun wurde ein französi- Anspruchslosigkeit, daß China fünftig feinen Teil der chinesischen Küste und keine chinesische Insel einer fremden Macht Die Wirkung des Unterseebootskrieges. fcher Angriff abgeschlagen. abtritt oder verpachtet. Ferner verlangt Japan sämtliche Bei Combres machten die Franzosen nach Bergwerksrechte in der Mongolei, wo feine Eisenbahnen ohne Kopenhagen, 20, Februar.( W. T. B.) Laut„ National heftiger Artillerievorbereitung erneute Vor- feine Zustimmung gebaut werden sollen, die Verlängerung norwegischer Dampfer nach England abgegangen; die Schwierigstöße, der Kampf ist noch im Gange. feiten mit der Mannschaft des Dampfers Fjord" dauern fort. In den Vogesen nahmen wir die feindliche Kopenhagen, 20. Februar.( W. T. B.) Berlingske Tidende" meldet: Der Marineforrespondent des„ Daly Tele Hauptstellung auf den Höhen östlich Sulzern in graph" schreibt, Lloyds Bureau in London sei von Schiffs- einer Breite von zwei Kilometern sowie den maklern angefüllt, die Verluste erwarteten, bis jetzt sei aber Reichsackerkopf westlich Münster im Sturm. fein Verlust gemeldet. Die Versicherungsprämien feien seit Um die Höhen nördlich Mühlbach wird noch geder letzten Wochen etwas erhöht; Lloyd ſei nicht geneigt, kämpft. Meßeral und Sondernach wurden nach neutralen Schiffen günstigere Bedingungen einzuräumen, als englischen, denn die öffentliche Meinung in England solle auf Kampf von uns besetzt. jede Weise beruhigt werden. Tidende" find heute drei dänische, ein schwedischer und ein Ein norwegisches Schiff torpediert? London, 20. Februar.( W. T. B.)„ Evening News" meldet aus Dover vom 19.: Der norwegische Dampfer „ Belridge" wurde heute morgen mitten im Kanal von einem deutschen Untersee boot torpediert. Das Schiff lag heute mittag nahe Deal in gefährlichem Zustand mit dem Borderteil im Wasser. Der größere Teil der Bemannung war noch an Bord. Englische Boote befinden sich in der Nähe des Schiffes. Nach einer anderen Meldung war das Schiff auf eine Mine gelaufen. Amsterdam, 20. Februar.( W. T. B.) Ein hiesiges Blatt meldet: Die letten Berichte besagen, daß der Dampfer Belridge" wieder flott ist. Das Schiff wird sich nach England begeben, um dort im Dock ausgebessert zu werden und später die Reise nach Amsterdam zu vollenden. Holland und der Unterseebootskrieg. Amsterdam, 18. Februar.( Privattelegramm des Vorwärts".) Seit 7 Uhr abends famen in Rotterdam feine Schiffe mehr an, dagegen fuhren viele, hauptsächlich englische Schiffe und zwei von der Holland- Amerika- Linie aus. die nichtgeleiteten Schiffe vergrößert würde. warten. Der von Deutschland angewiesene Weg nördlich Schottland wurde infolge der britischen Minen als äußerst unsicher erachtet. Deftlicher Kriegsschauplatz. In der Gegend nordwestlich Grodno und nördlich Suchawola ist keine wesentliche Aenderung eingetreten. der Pachtfrist für Port Arthur und die Konzession für den Bau der Bahnen Schantung bis Mukden und Kirin bis Tichangtschung auf 99 Jahre, die Uebertragung der deutschen Bribilegien in Schantung und die Konzession für den Bau einer Bahn von Tschifu oder Lungkau nach Weihsien. Schließ lich soll Ching auch anderen Mächten nicht ohne Zustimmung neuen Eisenbahn oder eines Hafens gewähren. Und damit Japans in Fukien Bergwerksbetriebe oder den Bau einer Japan Chinas wirtschaftliche Entwidelung nach Belieben seinen Zwecken dienstbar zu machen vermag, fordert es obendrein die gemeinsame Kontrolle mit China über die Eisenwerfe in Hanyang, über das Eisenbergwerk Taveh und über die Kohlenzechen Pingsiang im Yangtsetal. Nach anderen Meldungen soll Japan auch noch die bescheidene Forderung gestellt haben, daß fortan zur Reorganisation der chinesischen Armee und Flotte nur japanische Inden ostasiatischen Verhältnissen nichts anderes bedeutet, als Südöstlich Kolno ist der Feind in die Vor- truffeure verwendet werden sollen: eine Forderung, die unter stellungen von Lomza zurückgeworfen. Südlich daß die chinesische Streitmacht unter die Aufsicht des japaniMyszyniec und nordöstlich Prasznysz und öftlich schen Striegsministeriums gestellt wird. Racionz fanden Kämpfe von örtlicher Bedeutung statt. Südlich der Weichsel nichts Neues. Oberste Heeresleitung. Der österreichische Generalstabsbericht. Generalstabsbericht. Wien, 20. Februar.( W. T. B.) Amtlich wird verlautbart: 20. Februar 1915, mittags: " 1 Sicherlich hat England dem japanischen Bundesgenossen, um ihn zum Zuge nach Kiautschou zu bewegen, nicht nur den Besitz dieses Pachtlandes", sondern noch allerlei sonstige Vorteile in China, vielleicht auch in der Inselwelt des Stillen Ozeans versprochen; aber schwerlich hat es geglaubt, Japan würde nach der Eroberung von Siautschou ruhig eine ihm günstig erscheinende Kriegslage abwarten, um dann an China Forderungen zu stellen, die auch in das eng und lische Ansehen und Machtintereffe tief ein greifen. Die englische Regierung gedachte, nach bekanntem Rezept Japan lediglich für ihre Zwecke gebrauchen zu können In Russisch- Polen hielt auch gestern verstärktes doch das ist nicht die Ansicht der maßgebenden japanischen Geschüß- und Gewehrfeuer an. Um die von uns eroberten Politiker. Das Ansinnen, sich in den von England geDie Regierung empfahl den Kapitänen, bei einer Begegnung russischen Vorstellungen im Raume füdlich Tarnow und am wünschten Grenzen zu halten, hat für Japan wenig Gewicht. eines Tauchboots sofort zu stoppen und sich für die Auskunfts- Dunajec entwickelten sich heftigere Kämpfe. Gegenangriffe Es treibt seine Politik nicht um der schönen Augen Englands erteilung bereit zu halten. Von einer Geleitung der Schiffe der des Feindes wurden mehrmals blutig zurückgeschlagen. und Rußlands willen, sondern zu seinem eigenen Vorteil, Hauptlinien durch Kriegsschiffe wurde abgesehen, da die Gefahr für An der Karpath en front ist die allgemeine Situ- um seinen imperialistischen Zielen näher zu kommen als gewiegter, schlauer Rechner hat es sich für seine For Die gestrige Versammlung des Reederverbandes beschloß abusation bis in die Gegend von Wyszko w unverändert, es derungen die günstigste Gelegenheit ausgesucht. gekämpft. Mit Kiautschou und der Vorherrschaft in Schantung In Süost galizien konnte der Feind seine starken hält sich Japan für die seinen Bundesgenossen erwiesenen Der Rotterdamer Gruppenvorstand des sozialistischen Stellungen nördlich Nadworna nicht behaupten. Dem letzten Dienste nicht bezahlt. Es fordert für die seinem alten Seemannsverbandes fürchtet nichts für die Neutralen, rief entscheidenden Angriffe ausweichend zog er in der Rich Erbfeind Rußland bewiesene Ergebenheit die Ostaber die auf den britischen Schiffen beschäftigten Holländer heim. tung Stanislau ab, verfolgt von unserer Kavallerie. mandschurei und die Erklärung des Gelben Meeres zum Aus Rücksicht auf die durch die Zufuhrsperrung bedrohte Arbeiterschaft japanischen Binnensee. Nachdem es Korea annektiert hat, riet der Verband von einer Anmusterung bisher nicht ab, obzwar möchte Japan auch die daran stoßende Mandschurei sowie die die von den Reedereien, die jest Riefenprofite machen, bewilligte Provinzen Tschili und Schantung in seine Gewalt bringen, Jabresgage und 100 Gulden für die Hinterbliebenen und die Lohn- daß die holländische Regierung derart protestierte, daß um dort im Norden Chinas zur Kontinentalmacht zu werden, erhöhungen von 15-25 Proz völlig unzureichend sind. die holländische Schiffahrt ungehindert einen anderen Weg während es sich den Süden des chinesischen Reiches zur komAuch der Vorstand des Kapitäns- und Steuermannsverbandes befolgen kann als den von der Admiralität vorgeschriebenen.| merziellen Ausbeutung vorbehalten möchte. Deshalb hat beklagt die Sniderigkeit der Reedereien, deren Konzessionen mit der Der deutsche Vorwurf über die Hinnahme der britischen auch Japans Politik im letzten Jahrzehnt jeden größeren durch die kostenhalber erzwungene Fahrtschnelligkeit vergrößerten Maßregeln ist also gegenüber Holland unberechtigt; Aufstand in China unterstützt und sich jeder ZusammenGefahrssteigerung in feinem Verhältnis steht. auch was die Festnahme der Deutschen auf holländischen fassung der fast unabhängigen chinesischen Provinzen zu einem Jn Seemannstreifen wird die angekündigte Seekriegs- Unfall Schiffen betrifft. Die Regierung habe die Freilaffung festen Staatswesen entgegengestemmt; deshalb erblickt sie auch bersicherungsgesegesvorlage begrüßt. der auf„ Tubantia" und" Zeelandia" festgenommenen Deutschen in i anschikai, dem ersten Präsidenten der chinesischen durchgesezt, bezüglich anderer Deutscher schweben noch Republik, den ärgsten Feind. Denn China soll geschwächt, Verhandlungen. Ebenso verweigerte Holland jede Garantie, das die einzelnen Provinzen verbindende staatliche Band Amsterdam, 19. Februar.( Privattelegramm des daß die überführten Güter nicht für Deutschland bestimmt möglichst locker bleiben. Vorwärts") ,, Het Volt" sagt in einem Artikel: Das seien. Het Volk" sagt, die Verschiedenheit der Be- Zu anderen Zeiten hätte das Vorgehen Japans sofort holländische Weißbuch beweist, daß die erfte Erklärung handlung der holländischen Proteste in England und den schärfsten Protest Rußlands und Englands ausgelöst; des Meeresteils als Kriegsgebiet von England ausging und Deutschland sei deutlich. aber Japan hat schlau den günstigsten Zeitpunkt für seine Das holländische Weißbuch. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes von Hoefer, Feldmarschalleutnant. wegen. Pression auf China gewählt. Rußland kann zurzeit den japanischen Bestrebungen mit Waffengewalt nicht entgegen treten, und auf die Drohungen der russischen Presse werden die Japaner schwerlich großes Gewicht legen. Dasselbe gilt bis zu gewissem Grade von England. Auch dieses kann mit Gewalt nicht eingreifen, so wenig ihm die japanischen Anmosungen in seine Ralfulation passen mögen. Es wird der englischen Regierung in der jetzigen Lage kaum etwas anderes übrig bleiben, als hinter den Kulissen die diplomatische Kunst spielen zu lassen und Japan zur Wäßigung" 31 beUnd die Vereinigten Staaten von Amerika? Sie haben, als Japan seine Flottenerpedition nach Riautschon internahm, ihre Neutralität zugesagt, falls Tsingtau an China zurückgegeben, die Integrität Chinas nicht verletzt und Japan im Stillen Ozean feine Inseln in Besitz nehmen werde. Diese Bedingungen hat Japan bisher nicht erfüllt, und nun ſtreckt es ohne jede Rücksicht auf amerikanische Interessen seine Hand nach China aus. Es dürfte den ameri fonischen Politikern sehr schwer fallen, sich für oder gegen cine friegerische Auseinandersetzung mit Japan zu entscheiden, denn sie werden kaum der amerikanischen Kriegsflotte eine Ueberlegenheit über die japanische beimessen und sich auch faum darüber täuschen, daß im Kriegsfalle die Philippinen, die Hawaii- Inseln, vielleicht auch der Panamakanal zur Beute Japans werden könnten. Andererseits aber möchte der amerikanische Imperialismus in keinem Fall auf seine Herrschaftsansprüche auf den Stillen Ozean verzichten oder auch nur zeitweilig diese Ansprüche fahren lassen. Befanntlich drohte schon im Mai 1913 der Ausbruch eines Krieges zwischen der Union und Japan. Beide Teile trafen im Stillen Ozean alle Flottenvorbereitungen, doch gelang es schließlich England, noch im legten Augenblick zu vermitteln. China selbst sucht zunächst sich um eine flare Entscheidung herumzudrücken. Es erhebt gegen die japanischen Forde rungen bezüglich der Südmandschurei allerlei Einwände, erflärt sich aber zu späteren Verhandlungen über die Schantungfrage bereit. Seine Absicht ist unverkennbar, Zeit zu gewinnen. Das ist begreiflich, denn die chinesische Regierung ist für einen Krieg gegen Japan nicht gerüstet, zudem kann fie faum ihre Truppen aus den südlichen Provinzen zuriid sichen, wenn sie sich nicht dort der Gefahr des Ausbruchs ciner neuen Revolution aussehen will. Was, wenn Japan auf seine Forderungen beharrt, aus dem gefährlichen Spiel werden wird, läßt sich schwer vor. aussagen aber ausgeschlossen ist es feineswegs, daß der ölferfrieg sich schließlich noch auf China und den nördlichen Teil des Großen Ozeans ausdehnt. " Japan, China und Rußland. " führenden Macht fich dieser Flagge bedient, um seine Erbeutung durch| es immer bedarf, von einem starken Volkswillen ge= den Feind zu verhindern. Die niederländische Regierung ftit zu sein. Ohne den vermag sie nichts. Genau so wie zu ann nicht zugeben, daß auf diese Bestimmung die Anerkennung den Zeiten Bismards im Jahre 1870. Aber jezt und zunächst eines Rechtes basiert werden könne, daß britische Handelsschiffe gibt es nur ein einziges Kriegsziel, die Niederlage der Feinde, ihrerseits zu demselben Zweck die niederländische Flagge be- eine Niederlage, die, wie der Reichskanzler in der Reichstagsrede nuzten. Auch das niederländische Gesek verbietet einen Mißbrauch vom 2. Dezember sagte, uns die Sicherheit bringen muß, daß der niederländischen Flagge, aber es behandelt nicht die Ausnahme teiner mehr wagen wird, uns den Frieden zu stören, einen Fricanalog der Merchant Shipping Act, nämlich den Fall, daß die Flagge den, in dem wir deutsches Wesen und deutsche Kraft entfalten mißbraucht würde als Mittel, um dem Feinde zu entgehen. Mangels wollen als freies Volk! internationaler Vorschriften, die diese Dinge regelten, ist jeder Diesen klaren und festen Willen dürfen wir uns nicht fälschen Staat für sich befugt, Bedingungen aufzustellen, unter denen lassen durch eine Entfesselung der Diskussion über die künftigen feine Flagge benutzt werden darf. Es steht fest, daß die britische Re- tonkreten Friedensbedingungen. Wie wäre sie möglich, ohne gierung nicht stets imstande sein wird, die Benutzung der neutralen daß sofort die Parteirichtungen und die äußersten Gegensätze, von Flagge durch britische Handelsschiffe zu verhindern, aber die nieder- romantischen, zum Teil auf die mittelalterlichen Bestländische Regierung glaubt erwarten zu dürfen, daß die britische Re- grenzen des Reichs eingestellten Groberungsplänen bis zur gierung einen Mißbrauch sanktionieren wird, der die größten Genügsamkeit an dem, was wir bejizen, hervorträten und niederländische Schiffahrt den Gefahren des Krieges aussehen würde. ein verworrenes Bild des Volkswillens entstünde, mit dem wir Ueberführung der Kiautschou- Besatzung nach Japan. Frankfurt a. M., 19. Februar.( W. T. B.) Die Frankfurter Beitung" meldet aus Zofio: Amtlich wird bekannt gegeben, daß nunmehr die Icgten Kriegsgefangenen aus Zingtau in apan eingetroffen sind, so daß sich jetzt insgesamt 220 Offiziere und 4401 Mann im Lande befinden. Zwei Offiziere und 110 Mann wurden den Engländern zur Internierung in Hongkong überlassen. Westlicher Kriegsschauplah. Der französische Tagesbericht. 4 Stoalitionstrieg doppelt verwickelte Friedensgeschäft erleichtern, ja weder dem Kriegsziel näher kommen, noch das künftige in einem vielleicht neue Hemmungen und neue Gegnerschaften hervorrufen würden. Wir überwinden diesen Weltkrieg siegreich durch die einige innere Kraft aller Gedanken und Handlungen. Sie heißt es ungebrochen nach innen und nach außen zu bewahren, bis es nach möglichst schnellem und wuchtigem Niederringen der Feinde wieder Parteien und nicht bloß Deutsche geben darf. Will es das deutsche Volt wirklich anders? Sein wichtigster Teil steht draußen im Felde, um in schwerer Kampfesnot mit wuchtigem Hammerschlag die ehernen Grundlagen zu schaffen, auf denen der deutsche Friede ruhen soll. Aus zahlreichen brief= lichen und mündlichen Mitteilungen wissen wir, daß draußen int Felde mit tiefem Unmut die Stimmen vernommen werden, die schon jezt den Streit um das Fell des Bären beginnen möchten. Die Kämpfer empfinden es bitter, daß man heute schon Fahnen auf Wällen von Festungen oder Küstenplätzen aufpflanzt, die noch zu erobern sind. Und das Volk daheim? Das wirkliche Volf arbeitet und bringen? Sondern: Wie wollen wir ihn erringen? Ihm ist jeder Baris, 19. Februar.( W. T. B.) Um 3 1hr nach mittags wurde folgendes Communiqué ausgegeben: Seit gestern abend ist nichts Wichtiges zu melden. Die Nacht war ruhig. Im Tal der Aisne und im Abschnitt von Reim 3 haben ziemlich) heftige Artilleriekämpfe stattgefunden. duldet und hofft, aber es drängt nicht. Denn es weiß und fühlt, Im Gebiet von Perthes blieben alle eroberten Stellungen daß die nächste Frage nicht lautet: Was soll uns der Friede in unseren Händen. Zwischen den Argonnen und der Musketier, der in den Schüßengräben Flanderns, in den Wäldern Maas, ant pont des quatre enfants erbeuteten wir einen der Argonnen, an den polnischen Sümpfen oder auf den SchneeMinenwerfer. In den Vogesen warfen wir zwei deutsche feldern der Karpathen seine Senochen daran gibt, zunächst mehr Infanterie- Angriffe in Weißenbach und im Gebiet von Bon- wwert als die geistvollste Erörterung über die künftigen Grenzen des homme zurück. An anderen Stellen befestigten wir unsere deutschen Machtbereichs. Stellungen, indem wir planmäßig nördlich und südlich der Sudelfarm vorrückten. Die obersten Gewalten im Felde und daheim, Schwert und Feder, stimmen auch darin völlig überein, daß zwingende Gründe Paris, 20. Februar.( Amtlicher Bericht vont 19. Februar stehen, schon jetzt mit bestimmten Erklärungen über unsere der Landesverteidigung wie der Politik dem Wunsche entgegen. 11 Uhr abends): In Belgien wurde ein Angriff auf Friedensbedingungen hervorzutreten und eine öffentliche Dis unsere Schützengräben östlich pern abgewiesen. Der Feind fussion zuzulassen. Der Zeitpunkt hierzu fann nur durch die hatte fünf Kompagnien in der ersten Linie entfaltet. Bei militärischen Ereignisse bestimmt werden. Ueber das Hernach zu Roclincourt( nördlich Arras) wurde ein Angriffsversuch streiten hat erst Sinn und Wert, wenn wir in diesem notDie Romoje Wremja" berichtet, das Betinger der Deutschen aufgehalten. Das Bombardement von Reims gedrungenen Kampfe mit der Abwehr unserer Feinde am glüdOrgan Djin Bao" hobe in seinen beiden Ausgaben, der dauert an. In der Champagne im Gebiet von Souain, lichen Ende sind. Dann wird die Reichsleitung ohne Zögern ihre chinesischen und der englischen, die Erklärung veröffentlicht, Perthes und Beau Séjour unternahm der Feind während der Friedensziele aufdecken, dann sei dem freien Volk die Rede frei!" wenn England Japan freie Hand in China gebe, müsse es sich Nacht vom 18. zum 19. fünf Gegenangriffe, um zu versuchen, Die Auffassung der„ Norddeutschen Allg. 3tg." mit dem Verlust aller feiner asiatischen Bedie Schüßengräben, welche er an den Vortagen verloren romantische Eroberungspläne" gewisser Kreise. bringt zum Teil eine zutreffende Polemik gegen fisungen abfinden. Die Pekinger Zeitung BenAlle Angriffe wurden abgewiesen. Sie beruft sich auch mit Recht darauf, daß es von den asinichi Bao" spricht sich dahin aus, man müsse„ den hatte, wieder zu nehmen. Heute erzielten wir neue Fort- Kämpfern draußen sehr bitter empfunden wird, wenn die Japanern passiven Widerstand leisten und politische Kräfte Der Kampf dauert noch an. ansammeln, um in nächster Zukunft das japanische Joch mit schritte. In den Argonnen mißlangen einige von den Federhelden daheim schon Fahnen auf Küstenpläge auf cinem Schlage abzuwerfen". Deutschen in der Nacht vom 18. zum 19. versuchten Hand- pflanzen, die noch gar nicht erobert sind. Aber diese Ausstreiche. Wir zerstörten ein feindliches Blockhaus und besetzten führungen beweisen gerade die Notwendigkeit, gegen die Stelle, an der es gestanden hatte. Auf den Maa 3- Eroberungspläne Stellung nehmen zu können. In Brohöhen in Eparges wurden drei deutsche Gegenangriffe gegen ia dauernd derartige Phantastereien kolportiert, und es wäre schüren, Versammlungsreden, Stammtischgesprächen werden die Schüßengräben, welche wir am 17. Februar erobert eine wichtige Aufgabe der einflußreichen Tagespresse, hier hatten, durch unser Artilleriefeuer angehalten. Vogesen zwischen Lusse und Weißenbach im Bonhomme Nordd. Allg. 3tg." gefürchtete Auffassung Plaz greift. hatten, durch unser Artilleriefeuer angehalten. In den mäßigend, forrigierend einzugreifen, damit nicht die von der gebiet wurde der Feind, nachdem es ihm gelungen war, auf Im Ausland sind die Pläne gewiffer Alleroberer leider der Höhe 607, welche er mit einem Regiment angegriffen bereits genügend bekannt, und es kann auch dort nur gii nhatte, Fuß zu fassen, heute morgen durch einen Gegenangriff stig wirfen, wenn durch eine kritische Behandlung der Frievertrieben, welcher unsererseits mit anderthalb Kompagnien densbedingungen durch die Tagespresse ein richtigeres Bild ausgeführt wurde. Wir behaupten uns auf der Höhe trok der Volksmeinung in Deutschland entsteht. heftiger Bemühungen der Deutschen. Ein feindlicher Angriff gegen den Sattel nördlich der Sudelfarm wurde zurück geworfen. müßten. Den russischen Blättern zufolge, soll Juanschikai den Führern der zweiten chinesischen Revolution, Dr. Sunjatsen, Suonsip 1. a., Amnestie zugesagt haben, wenn sie aus der Berbannung nach Befing zurückkehrten. Als Motiv wird an gegeben, daß die politischen Parteien Chinas in Anbetracht des Vorgehens Japans einen inneren Frieden schließen Laut einer Meldung der Kijewskaja Myil" hat die japanische Regierung vor ihrem Schritt gegen China in Petersburg angefragt, wie sich Rußland verhalten würde. Sie hobe besonders hervorgehoben, daß sie keinerlei Ansprüche auf chinesische Gebietsteile erbebe, in denen Rußlands Einfluß vorherrschend sei. Auch richte sie an China fein ultima tit ni, sondern wolle mit China nur in Unterhandlungen treten. Die russische Diplomatie habe darauf geantwortet, fie babe aus der Prüfung des ihr vorgelegten Schemas der bevorstehenden japanisch- chinesischen Unterhandlungen die 1eberzeugung gewonnen, daß Rußlands Interessen nicht im geringsten beeinträchtigt würden. Deutsche Flugzeuge über Montbéliard. Baris, 20. Februar.(. T. B.) Der Temps" meldet: Die Betersburger Zeitung Denj" meldet, die russische 3 wei Zauben überflogen Donnerstag Montbéliard und Diplomatie ziveifle nicht, daß die„ llustimmigkeiten" zwischen warfen mehrere Bomben ab, die nur geringen Schaden anrichteten. Japan und China zu feinem Konflikt führen würden. Japan Infolge heftiger Beschießung machten die Tauben kehrt. nerde natürlich keinen Krieg mit, China führen wollen und iner de deshalb zu Ronzessionen bereit sein. China jedoch müsse sich fügen, da es zurzeit für einen Krieg nicht gerüstet sei. Man merkt es diesen einander midersprechenden Thesen" an, welche Beklemmungen jetzt die russische Diplomatie wegen des Vorgehens Japans verspürt. Holland über die Führung der neutralen Flagge. Einberufung der französischen Jahresklasse 1916. Lyon, 20. Februar.( W. T. B.)" Nouvelliste" meldet aus Paris: Die Jahresklasse 1916 wird am 20. März cinberufen werden. Der türkische Krieg. Zurückgewiesener Angriff auf die Dardanellen. Wenn die„ Norddeutsche Allgemeine Zeitung schließ lich glaubt, der Zeitpunkt der Erörterung müsse mur von den militärischen Ereignissen bestimmt werden, so liegt darin unseres Erachtens ein Fehlschluß. Daner und Umfang der weiteren militärischen Ereignisse werden bei einem im ganzen siegreichen Verlauf der Operationen mie ihn Deutschland verzeichnen fann ja wesentlich durch das politische Striegsziel bestimmt werden. Die Reichsleitung verfolgt doch sicherlich schon jetzt bestimmte Friedensziele, die aufzudecken sie nicht zögern sollte. Bismard hat es jedenfalls stets abgelehnt, sich in seiner Politik völlig von militärischen Ereignissen abhängig zu machen. Im Jahre 1866 3. B. lag rein militärisch die Möglichkeit einer starken Demütigung Desterreichs vor; trotzdem hat er mit Recht einen billigen Frieden gewährt. In den Nationalliberalen Blättern" übt der Landtagsabgeordnete Dr. Bacmeister von seinem Standpunkt aus Kritif an der Verhinderung der Friedens. erörterungen. Wenn er sie damit begründet, nur die Gegner von Eroberungsplänen könnten heute frei sprechen, so könnten wir ihm eine Reihe von Fällen umgekehrter Art namhaft machen. Bacmeister schreibt u. a.: " Die Handhabung der Zensur im Deutschen Reich zwingt zu dem Schluß, daß eine Beeinflussung des deutschen Voltes versucht Amsterdam, 20. Februar.( W. T. B.) In der Sammlung diplo= matischer Aftenstücke, deren Veröffentlichung bereits gemeldet wurde, befindet sich ein Schreiben des niederländischen Mi- Konstantinopel, 20. Februar.( W. T. B.) Das Haupt- werden soll, die außerordentlich bedenklich erscheint. Es ist nisters des Aeußern an den englischen Gesandten quartier meldet noch über den Angriff der englisch- franzö- den Zeitungen, die in der Gewinnung von deutschem Neuland Sir Alan Johnstone, datiert vom 15. Februar 1915. Das fifchen Flotte auf die Dardanellen: Acht Panzerschiffe eines der Kriegziele sehen, unmöglich gemacht, eine fest umrissene Schreiben lautet: Ich habe die Ehre, den Empfang des Schreibens bombardierten sieben Stunden lang die Außenforts der Dar- und klar begründete Meinung zu äußern.... Wenn das so weiter Eurer Erzellenz vom 7. Februar zu bestätigen, in dem Sie in Beant- danellen, ohne daß diese zum Schweigen gebracht wurden. geht, dann erwachsen darüber sollte sich die Reichsregierung wortung meiner Frage die Güte hatten, mir mitzuteilen, daß Ihre Die Feinde feuerten 600 Schiisse mit großkalibrigen und Bedeutung sich noch gar nicht absehen lassen. Was die Mehrheit feiner Täuschung hingeben Gefahren, deren Größe und Regierung noch feine Proflamation über den Gebrauch 15 Zentimeter- Geschützen ab. Drei feindliche Panzer des deutschen Boltes heute über Kriegsziele und Sicherheiten für der neutralen Flagge durch britische Handelsschiffe erlassen hat, daß aber dieser Gebrauch in der Praris wurden beschädigt, davon das Admiralschiff die Zukunft dentt, das erfährt die Reichsregierung nicht in ihren als Kriegslist anerkannt sei. Der niederländischen Regierung ist es schwer. Auf türkischer Seite gab es einen Toten und Aemtern, die in dieser Hinsicht viel zu wenig Fühlung haben; das nicht unbekannt, daß Handelsschiffe einer kriegführenden Macht öfters einen Leichtverletten. erfährt sie auch nicht in den großkapitalistischen Kreisen der Reichsdie neutrale Flagge gehißt haben, um die Wachsamkeit feindlicher Hauptstadt, deren internationale Geld- und sonstigen WirtschaftsStriegsschiffe zu täuschen. Sie teilt die Ansicht der britischen Reinteressen, an sich wertvoll und berechtigt, doch nicht die Lebensgierung, daß Kriegsschiffe über rechtlich anerkannte Mittel verinteressen des deutschen Volkes sind; sie erfährt es auch nicht bei fügen müssen, um die Nationalität des verdächtigen Schiffes zu einzelnen führenden Parteipolitifern, namentlich nicht bei solchen, untersuchen. Indessen ist die Tatsache der Benutzung der Flagge Der einmütige Wunsch aller Parteien, daß möglichst die unter dem Einfluß von Parici dog men jahrzehntelang Geeines anderen Staates ohne dessen Zustimmung stets als bald die Zensurschranken mindestens zur Erörterung des dankengänge gepflegt haben, welche jetzt nicht mehr die GedankenMißbrauch zu betrachten. In Kriegszeiten nimmt dieser Miß- Striegszieles fallen mögen, veranlagt jeßt die Regierung, auch gänge ihrer eigenen Parteianhänger sind. Will die Reichsregierung brauch einen Charakter an, dessen Ernst keine Macht ignorieren fann, öffentlich gegen diese Wünsche Stellung zu nehmen. In erfahren, wie das deutsche Volf über Kriegsziele und Aufgaben der die die Pariser Erklärung unterzeichnet hat. Er kompromittiert die einem offiziösen Artikel unter der Ueberschrift: Das Ariegs. Butunft denkt, so gebe sie in dieser Hinsicht Prezneutrale Flagge, berursacht Zweifel betreffs neutraler Schiffe, die die ziel" schreibt die„ Norddeutsche Allgemeine 3ei- freiheit. Sie würde das sage ich auf Grund guter praktischer eigene Flagge führen und fest fie der Möglichkeit aus, felbft als feind- tung": Erfahrungen für sie vielleicht Erstaunliches erleben, nämlich eine liche Schiffe angesehen zu werden und gefährliche Folgen davonzu Von manchen Seiten wird es der Regierung verdacht, daß sie Einmütigkeit der öffentlichen Meinung, unter deren Drud selbst fragen: Erzellenz batten die Güte, mich an die Bestimmung der Erörterungen über die Kriegsziele in der Presse noch nicht zulaffen sozialdemokratische Blätter sehr baid gezwungen sein würden, ihre Merchant Shipping Act zu erinnern, die einen Mißbrauch der britischen will. Noch nicht. Die Zeit wird kommen, und dann wird die Ansichten über Ariegsziele entweder ganz zu verschweigen oder Flagge unter Strafe stellt, außer wenn das Handelsschiff einer krieg Reichsregierung dankbar sein, dann wird sie es bedürfen, wie sie fie sogar zu ändern.... Die Erörterung der Kriegsziele. Zur Londoner Konferenz. derartige Beschuldigungen nicht verlesen hätten, wenn Sie nicht von Ihrer Wahrheit überzeugt gewesen wären." Der gottesfürchtige Weltberbefferer hielt es nicht für nötig, selbst darauf zu antworten. Er ließ seinen Sekretär den folgenden Brief schreiben: Es gäbe nur eine Entschuldigung für die jeßige Art, dem deutschen Volfe jede Erörterung über Kriegsziele vorzuenthalten: Das wäre die Erkenntnis der Unmöglichkeit, die auf dem Paris, 20. Februar.( W. T. B.) Eine sozialistische Weg zu diesen Zielen liegenden wirtschaftlichen oder militärischen Parlamentariergruppe hat nach den Vorträgen Sem Schwierigkeiten zu überwinden. Diese Unmöglichkeit müßte ein bats, Longuets und anderer Mitglieder, welche der Londoner wandfrei festgestellt sein. Dann wäre es vielleicht oder auch sicher Konferenz beiwohnten, in Uebereinstimmung folgende Tagesklug, das Volk vor zu großen Enttäuschungen zu bewahren." ordnung angenommen: Die Gruppe billigt den in der Im Anschluß an die Zensurdebatten in der Budgetkom Londoner Konferenz angenommenen Beschlußantrag über die mission des Abgeordnetenhauses äußern sich nachträglich noch Haltung der sozialistischen Delegation. Die Gruppe stellt die einige Berliner Blätter zu der Frage der Friedenserörte- Notwendigkeit einer neuen Konferenz fest, um rungen. Der Börsen Courier" ist mit der gegen einige ihrer Kameraden besser zu unterrichten und um mögwärtigen Unterbindung der Erörterungen zufrieden. Für liche Intrigen der deutschen Diplomatie(?) die Zukunft wünscht er: zu vereiteln. Alle Sozialisten der verbündeten Länder müssen sich zusammenschließen, um den deutschen Imperialismus zu verurteilen, indem sie für die Zukunft eine inter- ständig beruhigt ist. nationale Retonstitution vorbereiten. Wohl aber hat schließlich das deutsche Volf ein gutes Recht darauf, zu gegebener Zeit bei den Friedensverhandlungen über seine Wünsche und Bedingungen öffentlich gehört zu werden. Es würde jeder Gerechtigkeit und jedem staatsbürgerlichen Recht ohn sprechen, wenn ein Volf, das solche Opfer an Gut und Blut gebracht hat, nicht auch ein Wort mitreden dürfte über die Art und Weise, wie der Friede zustande kommen soll." Die Germania" urteilt: " Kirchhofsfrieden wird. Die Haltung der italienischen Sozialdemokratie. Werter Herr! Herr Campbell bedauert, daß es ihm un möglich ist, den in Ihrem Brief enthaltenen Ersuchen nach zukommen. Die sechs Nonnen aus Mecheln sind wieder nach Belgien zurüdgekehrt( wahrscheinlich, um dort den sicheren Märtyrertod für ihr Vaterland zu sterben! D. B.), und das Verlangen nach dem Gebet für die arme Frau, die infolge von Mißhandlungen von Deutschen jetzt blind und im Sterben sein soll", wurde aus der Mitte der 8uhörerschaft erhoben." Womit das Gewissen des frommen Mannes zweifellos vollWir wollen abivarten, ob die Wachsamkeit des Genoffen Brodwah den Erfolg hat, daß Engländer, die einen Ruf zu ver lieren haben, fünftig beffer ihre Zunge wahren. Eine Richtigstellung. In Nr. 34 des„ Vorwärts" brachten wir unter dem Titel: Kriegsbekanntmachungen. Rom, 19. Februar.( W. T. B.) Die parlamentarische Gruppe der Sozialisten hat nach einer Besprechung der „ Es wäre wirklich viel erreicht, wenn fünftighin die allge internationalen Lage eine Tagesordnung Modigliani an-" Sygiene als Kriegswaffe" einen Kriegsbrief des Genossen Düwell. meinen Bestimmungen für die Handhabung der Zensur in einer Weise ausgelegt oder gemildert würden, daß die Presse, einerlei genommen, in welcher sie es heute mehr als je für ihre Pflicht Im Anfange dieses Briefes hieß es in der Schilderung der Zuerklärt, sich mit aller Kraft den einer Intervention günstigen doch jüdischer Geist und Hygiene" usw. Dieser Sak hat durch ein stände in Mlawa u. a.:„ Aber im Hause der Stadtväter herrschte welcher Richtung, in die Lage fommt, nicht nur dem im großen Strömungen zu widersetzen und sich zu jeder wirksamen Aftion technisches Bersehen eine irreführende Form erhalten; es ist nämund ganzen eindeutigen Willen des Volkes hinsichtlich des Zieles zur möglichst schleunigen Beendigung diefes Krieges Ausdrud zu geben, sondern auch die Bannerwacht Striegsge megels bereit zu halten. Sie schließt sich da im Haufe der Stadtväter herrschte doch jüdischer Geist und er des lich eine Zeile ausgefallen. In Wirklichkeit lautete der Satz:„ Aber zu halten, ohne die der vielgerühmte Burgfrieden leicht zu einem her den neuerdings auch von der Leitung der Partei und sorgte hier mehr für die Bildung, als für SauberWir begrüßen besonders mit dankbarer Genugtuung die Zu dem Exekutivkomitee der parlamentarischen Gruppe geäußerten feit und Hygiene". Wünschen auf Aufrechterhaltung der Neutralität sage, daß auch dem Volfe rechtzeitig Gelegenheit geboten werden soll, seinen Willen über den Preis des Krieges zum Aus- an, Wünschen, welche sich immer flarer als mit den Interessen drud zu bringen. Wir halten diese Zusage darum für wichtig und des proletarischen Internationalismus entdes Proletariats in Italien übereinstimmend und der Richtung bedeutungsvoll, weil sie einer der dringendsten Notwen sprechend herausstellen. digkeiten für unsere nationale Zukunftsgestaltung gerecht wird. Unser deutsches Bolf ist heute politisch reif, mindestens so reif, wie das englische.... Das Volf muß aber auch darum schon bei der Bestimmung der Friedensbedingungen gehört werden, weil feine Regierung einen Frieden schließen kann, der nicht vom Willen des ganzen Volkes getragen wird. Der Oeffentlichkeit muß das Recht in der freien Aussprache gegeben werden; die Rücksicht auf unsere Feinde dürfte uns heute nicht mehr davon abhalten, zu tun, was die Sicherstellung unserer nationalen Zukunft gebieterisch von uns verlangt." Die Kreuz- 3eitung" endlich sagt: " Die warmherzige Begeisterung, mit welcher das deutsche Bolk dem Rufe des Kaisers gefolgt ist, die mustergültige Opferwilligkeit, mit der es auch das Schwerste erträgt, die unbeugsame Pflicht treue, mit der ein jeder durch alle Mühen, Anstrengungen und Gefahren hindurch seine ganze Person für das Vaterland einsetzt, lassen die Forderung durchaus berechtigt erscheinen, daß der Friede, wenn es einmal zu Verhandlungen darüber kommen wird, nicht hinter den verschlossenen Türen der Diplomaten zusammengebraut, sondern von dem einmütigen Willen des ganzen Boltes getragen wird. Denn die Art, wie das deutsche Volk die ungeheure Laſt dieſes Krieges auf sich genommen hat, zeigt, daß es wie kein anderes reif ist für das Verſtändnis der Lebensfragen und der weltpolitischen Aufgaben, die in diesem Kriege zu lösen sind. Es empfindet das dringende Bedürfnis, und es hat einen Anspruch darauf, daß sich auch über die Ziele des Friedens in Rede und Gegenrede eine feste öffentliche Meinung herausbilden kann. Wir meinen, daß man nunmehr in der Einschränkung nicht 1 chr allzu weitgehen und den Zeitpunkt, zu dem Er Aus der französischen Kammer. Lyon, 20. Februar.( W. T. B.) Der„ Republicain" meldet aus Paris: Nach der Erklärung Vivianis trat die Rammer gestern in die Debatte über das Gesetz betreffend die Beschränkung des Alkoholausschantes ein. Die Diskussion wird heute beendet. Die Kammer nahm ferner einen Gesezantrag auf Eröffnung von Krediten an, durch welche der Regierung ermöglicht wird, die Lebensmittelversorgung der Bevölkerung zu sichern. Eine Mahnung des Papstes. Der Bedarf an Wollsachen für das Feldheer. Berlin, 20. Februar.( W. T. B.) Die außerordentlich ers freulichen Ergebnisse der Reichswollwoche werden schon in naher Zeit ihrer Bestimmung zugeführt werden können. Zwar haben die im Felde stehenden Truppen durchweg ihre etatsmäßige Ausrüstung mit Wollsachen erhalten, dennoch besteht, entgegen der manchmal auftretenden Annahme, wie aus vielfachen Zuschriften von der Front hervorgeht, noch entfernt feine Sättigung, geschweige denn llebersättigung mit Wollsachen bei allen Truppenteilen. Der häufige Ortswechsel der Truppen, die besonders ungünstige feuchte Witterung, die sich ständig wiederholenden Um- und Neubildungen von Formationen, bringen fortgesetzt einen neuen Bedarf an Wollsachen hervor, zu dessen Beseitigung der Kriegsausschuß für warme Unterkleidung ergänzend einzutreten bestrebt ist. Um nun eine rasche und zuverlässige Uebersicht über die tatsächlichen Bedürfnisse Frankfurt a. M., 20. Februar.( W. T. B.) Die Frankfurter zu gewinnen und den notwendigen Ausgleich leicht herbeiführen Zeitung" meldet aus Rom: Der Papst schickte den französischen zu fönnen, hat der Kriegsausschuß schon vor langer Zeit in der Monsignore van Neufville, bisherigen Korrespondenten der Parijer Nähe der Front verschiedene Depots eingerichtet. Im Westen sind Croig", nach Paris und London mit der Mission, den fran- St. Quentin und Gent( Felddepots), Sedan( Depot), Brüssel bereits in Tätigkeit Valenciennes( Bentraldepot), Chaunh, zösischen und einen Teil des englischen Episkopats zu bitten, den Hauptlager), an deren Spike Delegierte des Kriegsausschusses lerusanzuweisen, daß in den Kirchen beim Gottesdienst stehen, die auch von dem Kaiserlichen Kommiffar im Großen Haupt eine christlichere Sprache geführt, vor allem die Kirche quartier, Fürst zu Solms- Baruth, zu seinen Delegierten ernannt nicht zur Verhebung gegen andere Nationen mis- worden sind. Mehrere derartige Einrichtungen sind im Osten in braucht werde. Wenn feine Aenderung der bestehenden Uebel- Ausführung begriffen. Zur Erwägung steht noch, wie die im Felde stände eintrete, werde sich der Papst genötigt sehen, so sehr er verbrauchten Wollsachen, die jetzt größenteils einfach weggeworfen Frankreich als älteste Tochter der Stirche liebe, öffentlich Stellung zu werden, der Heimat wieder zugestellt und für die Auffüllung vornehmen. Der päftliche Vertrauenemann hat den Auftrag, auf das handener Lücken durch geeignete Verarbeitung nukbar gemacht musterhafte Verhalten der deutschen Bischöfe und Geistlichen hinzuweisen. werden können. Die türkischen Staatsangehörigen in Deutschland. Die amerikanischen Kriegslieferungen. Das türkische Generalkonsulat in Berlin teilt mit: Diejenigen türkischen Staatsangehörigen aller Geburtsjahrgänge Frankfurt a. M., 20. Februar.( W. T. B.) Die Frankfurter feit Anjang 1879, die feit der Mobilmachung bis auf weiteres zur örterung eine freiere Bahn gegeben wird, nicht allzu weit ging" meldet aus 2onbon: Nach einer Kabelmeldung der vergliglich auf der stangfei des staiſerlichen Generaltonjulats, Berlim, Zeitung" Verfügung hinausschieben solle. Rüdsicht auf unsere Feinde pont von den Verbündeten Aufträge für fünfzig Millionen Behrenſtr. 9/13, einzufinden. brauchen wir in dieser Frage wahrlich nicht zu nehmen; deren Dollar aus Petersburg. Entschlossenheit, alles an unsere Vernichtung zu sehen, soweit es nur in ihrer Macht liegt, steht fest. Die neutralen Mächte lassen ich gleichfalls nicht durch Worte, sondern durch die klaren Tatsachen beeinflussen; der Sieg Hindenburgs an den Masurischen Seen wirkt überzeugender für sie als irgendwelche Note oder irgendwelche rüdsichtsvolle Zurüdhaltung in Wort und Schrift. In unsere öffent liche Meinung aber glauben wir nach den Erfahrungen der letzten sechs Monate das Vertrauen seßen zu dürfen, daß sie aus sich selbst heraus dasjenige Maß halten wird, das erforderlich ist, um öden, nach außen oder innen schädlichen Streit und um auch jeden Ueberschwang zu vermeiden, der dem gewaltigen Ernst der Lage, in der wir uns auch jetzt noch befinden, nicht gerecht wird." Die Antwort der Regierung ist der eingangs zitierte Artifel der Norddeutschen". Wir hoffen daher, daß im Plenum des Abgeordnetenhauses die Wünsche aller Bar- Schreiben geschickt: tcien nochmals und eindringlicher wiederholt werden. Da ferner für alle türkischen Staatsangehörigen vom bollendeten zwanzigsten bis zum vollendeten fünfundvierzigsten Lebensjahre, soStatistik hat die Ausfuhr von Kriegsmaterial im De- neuen Vorschriften fostenlos auszustellender militärischer Dienst Der Daily Telegraph" meldet aus New York: Nach der fern sie noch in Deutschland zur Verfügung stehen dürfen, ein nach zember gegen das Vorjahr um 17 209 495 Dollar zugenommen. ausweis unbedingt erforderlich ist, 10 werden auch diese aufgefordert, Die Hauptsächlichsten Käufer waren England, Frankreich und Ruß der neuen Vorschrift sofort zu genügen. Aus der Vorgeschichte des Krieges. London, 20. Februar.( W. T. B.) Meldung des Reuterschen Hier ist ein Weißbuch veröffentlicht worden, dem zufolge Präfident Poincaré am 31. Juli 1914 einen persönlichen Appell an König Georg gerichtet hat. Poincaré erklärte, wenn Deutschland und Desterreich- Ungarn auf das Fernbleiben Englands vom Kriege rechnen könnten, so würde DesterreichUngarn unbeugfam und ein Ausgleich mit Rußland un möglich sein. Wenn aber andererseits Deutschland überzeugt wäre, daß England sich im Notfalle auf die Seite Frankreichs stellen würde, so bleibe die beste Aussicht auf eine Erhaltung des Friedens. Die letzte Aussicht auf eine friedliche Regelung hänge von der Sprache und dem Vorgehen Englands ab. land. Greuelmärchen und kein Ende. Letzte Nachrichten. Unser Londoner Storrespondent schreibt uns: Unser englisches Parteiorgan, der„ Labour Leader", hat wieder einigen hervor Ein englisches Truppen- Transportschiff ragenden Engländern, die sich nicht schämen, die albernsten Greuelmit 2000 Soldaten versenkt. märchen fritillos weiter zu verbreiten und ihnen damit den Stempel Hamburg, 20. Februar.( W. T. B.) Die ,, Hamihrer Autorität aufzudrücken, ordentlich auf die Finger geflopft. burger Nachrichten" melden aus Stockholm: Ein Dem bekannten Historifer Joseph McCabe hat der Redakteur des englischer Militärtransport von zweitausend Mann ist mitLabour Leader", Genosse A. Fenner Brodway, das folgende samt dem Transportdampfer im englischen Kanal versenkt worden. Göteborg Aftonbladet", das diese Meldung erhielt, verbürgt sich für die Zuverlässigkeit der Quelle. " Englischer Dampfer torpediert! Werter Herr! Meine Aufmerksamkeit ist auf eine Behauptung gelenkt worden, die unter Ihrem Namen im Literary Digest" vom 1. Februar erschienen ist, wonach in der Grafschaft Suffer die grausigen Stümpfe der Arme Ileiner Liverpool, 20. Februar.( W. T. B.) Der Dampfer, a mKinder zu sehen sind, von denen deutsche bant", der sich auf der Fahrt von Cardiff nach Liverpool Schwerter die Hände abgehadt haben". Da es befand, wurde auf der Höhe der Insel Anglesse a von einem mir daran gelegen ist, die Wahrheit derartiger Behauptungen zu deutschen Unterseeboot ohne Warnung torpediert. Drei Mann prüfen, möchte ich gern wissen, worauf Sie diese Behauptung der Befagung wurden bei der Explosion getötet, stüßen. Ein Gelehrter von Ihrer Eraktheit wird doch sicherlich nicht solche Beschuldigungen in die Oeffentlichkeit bringen, ohne sich von ihrer Richtigkeit überzeugt zu haben. " Worauf der eratte Gelehrte nur hervorstottern konnte: wei Mann, die über Bord sprangen, ertranten. Die übrige Besagung wurde gerettet. " Werter Herr! Die Behauptung, die ich im Die Humanité" über die Londoner Konferenz. Literary Digest" aufgestellt habe, war unAmsterdam, 20. Februar.( Privattelegramm des richtig. Sie wird in der nächsten Nummer zurückgezogen or wärts".) Die„ Humanité" sagt in einem Bericht über werden. Meine Quelle schien mir ausnehmend glaubwürdig, und die Londoner Konferenz, Rußland war vertreten durch da ich in Amerika war, war es mir nicht bekannt, daß vorher Rubanowitsch, Tschernow und einige andere für die Revolufalsche Behauptungen aufgestellt worden waren." tionäre, Mayenski für die Sozialdemokraten. Vollkommene Der König antwortete mit einem Briefe, worin er seine forschung des Herrn Mc Cabe ist. Wir wissen nicht, ob das ein Muster der eraften Geschichts- Herzlichkeit und Einvernehmen beherrschte die Debatte über Sympathien mit dem Bestreben Frankreichs, den Frieden zu die von der Subkommission Henderson, Macdonald, Vaillant, erhalten, aussprach und am Schlusse sagte, er gäbe sich noch immer und beredsamen modernistischen Kanzelredner des Londoner City witsch redigierten Resolutionen. Der zweite Brief Brodways ging an den sehr bekannten Jouhaur, Vandervelde, Zafontaine, Tschernow und Rubanodie größte Mühe mit dem russischen und dem deutschen Kaiser. Was Temple N. J. Campbell, der sich bis vor 1-2 Jahren einen Englands Haltung betreffe, so wechselten die Ereignisse so schnell, daß Sozialisten nannte. Diesem Briefwechsel verleiht der Umstand be es schwer sei, die Entwickelung vorauszusehen. Aber seine Regierung iondere Pifanterie, daß Genosse Brockway, wie wir glauben, vor auf der Konferenz nicht vertreten. werde weiterhin mit dem Botschafter Cambon offen jeden Punkt seinem Eintritt in die Redaktion des„ Labour Leader" mehrere Die Humanité" berichtet, die erste Resolution wurde ein Jabre hindurch stark unter dem persönlichen und geistigen Einfluß stimmig, bei Enthaltung einer Russenfraktion, angenommen, Campbells gestanden hat. Brodway schrieb: die zweite und dritte Resolution wurde mit absoluter EinWerter Herr Campbell! Es liegt mir sehr daran, stimmigkeit angenommen. besprechen, der für beide Nationen von Interesse sei. Notiz des Wolf- Bureaus: Der Schritt Poincarés bei dem englischen König liefert die beste Illustration dafür, daß Frankreich damit die letzten Hebel in Bewegung fette, um Deutschland durch eine Kriegsdrohung Englands diplomatisch auf die Stuie zu zwingen. Es ist vor allem bezeichnend, daß Frankreich nicht etwa Schritte in Petersburg getan hat, um den 3aren von der allgemeinen Mobilmachung abzuhalten, die in der Nacht zum selben Tage erfolgt war, sondern daß man England unter allen Umständen zum Kriege gegen Deutschland festzumachen versuchte. Bis zum 31. Juli hatte Sir Edward Grey dem französischen Botschafter Cambon gegenüber noch feine, die Regierung bindende endgültige Zusicherung über Englands Eingreifen gegeben, so weit der Minister auch dem deutschen Bots schafter gegenüber in seinen verstedten Drohungen schon gegangen war. Poincarés Brief war der letzte Trumpf im französischen Kartenspiel. dem Die offizielle russische sozialdemokratische Partei war also die Wahrheit über Greuelgeschichten festzustellen, und ich Gegen den„ Temps" polemisierend, erklärt jedoch Rewäre Ihnen deshalb dankbar, wenn Sie mich mit naudel, daß die von dem„ Temps" beanstandete, gegen die Schreiber des Briefes bekanntmachten, den Sie russischen, finnländischen und polnischen Verfolgungen profurzem von der Kanzel des City Temple testierende Resolution nicht in der Subkommission redigiert herab berlesen haben und worin behauptet wird, daß sei. Warum wundere sich der„ Temps" über den Protest, den fechs Ronnen aus Mecheln einen Mann an dem die Stonfernz auf Verlangen annahm? Wisse er nicht, daß Tor eines Hauses gelreuzigt fahen, das nachbor her in Brand gestedt wurde. Ich sehe ferner, daß ein die französische Fraktion die Publikation des Protests gegen Gebet verlangt wurde für eine verwundete Frau, die die Verurteilung Burzews seit zehn Tagen zurückhalte? Man infolge von Mißhandlungen von Deutschen jest misse sich beglückwünschen, daß die Konferenz einstimmig die blind und im Sterben fein foll. Vielleicht wäre es Fortsetzung des Krieges bis zum Sieg beschloß. Die öffent nicht zu viel verlangt, wenn ich Sie bäte, mir die Untersuchung liche einmütige Zustimmung der britischen Sektion zu diefer auch dieser Behauptung zu ermöglichen. Ich bin sicher, daß Sie Auffassung sei eine wertvolle neue Tatsache, Freireligiöfe Gemeinde Am Sonnabend, den 27. Februar 1915, abends 8 Uhr, in Obiglos Festsälen, Koppenstraße 29: Lichtbilder- Vortrag von Dr. M. Baege: ,, Die Stellung des Menschen in der Natur Vorgeführt werden u. a. Skelett von Menschen und Affen. Geschwänztes Kind. Haarkleid eines menschl. Embryo. Neandertalschädel. Fund von Java usw. usw. Eintrittspreis 20 Pf. 55/ 0* Nach dem Vortrag: Geselliges Beisammensein. Der Einberufer: A. Harndt, Pappel- Allee 15-17. Zur Linsegnung Deutscher Transportarbeiter- Verband Bezirksverwaltung Groß- Berlin. Telephon: Amt Moritplak Nr. 4747 und 2382. Delegierte zur örtlichen Generalversammlung. Mittwoch, den 17. März, abends 8%, Uhr, im großen Saal des Gewerkschaftshauses, Engelufer 15: Ordentliche Generalversammlung pro 4. Quartal 1914. Tagesordnung: 1. Mitteilungen. 2. Geschäfts-, Kassen, Arbeitsnachweis- und Bibliotheksbericht pro 4. Duartal 1914. 3. Neuwahl der Bezirksverwaltung und der Revisionsfommission. 4. Neuwahl der Beschwerdekommission für den Arbeitsnachweis. 5. Erledigung etwa eingegangener Anträge. 61/5 NB. Legitimationskarte sowie Mitgliedsbuch find mitzubringen und zwecks Kontrolle resp. Abstempelung am Eingang zum Versammlungslokal vorzulegen. Ohne Karte und Mitgliedsbuch kein Zutritt. Ber über acht Wochen mit seinen Beiträgen im Rückstande ist, hat ebenfalls feinen Zutritt. Die Bezirksverwaltung. J. A.: A. Werner. Deutscher Holzarbeiter- Verband Verwaltung Berlin. Bureau: Rungestraße 30. Tel- Amt Morigplak 10623, 3578. Branchen- Versammlungen: Sonntag, den 21. Februar, nachmittags 2 Uhr, bei Bollfraß, Große Frankfurter Str. 47: Für alle im Flugzeng- n. Propellerbau beschäftigten Möbelpolierer. Tagesordnung: 1. Feststellung der Lohn- und Arbeitsbedingungen. 2. Verbands- und Branchenangelegenheiten. Korbmacher. Dienstag, den 23. Februar, abends 8%, Uhr, im Gewerkschaftshause, Engelufer 15: Lichtbilder- Vortrag. Ein Beluch der Kriegsfchauplätze in Ostpreußen. Vortragender: Rollege Ahlemeyer. Eintrittspreis: 10 Pfennig. Kistenmacher. Mittwoch, den 24. Februar, abends 8 Uhr, im Lokal ,, Andreas- Festsäle", Andreasstr. 21. Tagesordnung: Lichtbilder- Vortrag: Ein Besuch der Kriegsschaupläke in Ostpreußen. Vortragender: Rollege Ahlemeyer. Zu den Lichtbilder- Vorträgen sind die Frauen der Kollegen freundlichst mit eingeladen. Jalousiearbeiter. Mittwoch, den 24. Februar, abends 8½ Uhr, bei Boeker, Weberstr. 17. Tagesordnung: 1. Bericht des Obmannes über die Verhältnisse in der Branche. 2. Verbandsangelegenheiten. Stellmacher. Donnerstag, den 25. Februar, abends 8½ Uhr, im ,, Rosenthaler Hof", Rosenthaler Straße 11/12. Tagesordnung: 1. Stellungnahme zum Abschluß eines neuen Vertrages in den Wagenfabriken. 2. Verbandsangelegenheiten. 97/6 Kollegen! Sorgt für guten Besuch der Versammlungen. Niemand darf fehlen! Die Ortsverwaltung. Obligationen der Lodzer Fabrik- Eisenbahn- Gesellschaft. Einlösung von Coupons und verlosten Stücken. Von den auf Grund unserer Bekanntmachungen vom 30. Dezember 1914 und 27. Januar d. J. bei uns eingereichten Coupons und verlosten Stücken können nach dem Verhältnis der Gesamtbeträge der Einreichungen zu dem in unseren Händen befindlichen Guthaben der Gesellschaft 35% der eingereichten Coupons und verlosten Stücke eingelöst werden. aus260/17 Die Entgegennahme der Barbeträge und der unbezahlt bleibenden Coupons kann gegen Rückgabe der von uns gestellten Bestätigungen von jetzt ab in der Zeit von 9-12 Uhr vormittags erfolgen. Berlin den 20. Februar 1915. Frankfurt a. M.' Mendelssohn& Co. S. Bleichröder. Direktion der Disconto- Gesellschaft. Berliner Handels- Gesellschaft. Zur Konfirmation empfiehlt unter günstigsten Zahlungsbedingungen Einsegnungs- Anzüge Prüfungs- Anzüge Einsegnungs- Kleider Prüfungs- Kleider Wäsche Schuhwaren in grösster Auswahl zu billigsten Preisen KREDIT FEDER Zentrale Norden: Brunnenstr.1 Filiale Osten: Frankfurt. 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Pf. 3200 4797 83 500 . 1000 156 40 11813 9497 83 " Kassa- Konte . • . . 17 General Unkosten- Konto M. Pj. 303 15 60 9018 11 M. Bi M. Pf. " " " Per Stonto- Konto. Darlehen- Konto Waren- Konto( Bruttogewinn) Kapital- Konto. 151 61 8660 21 8968 22 443 04 9411 26 9411 26 Die Mitgliederzahl betrug am 1. Januar 1914 eingetreten .0, ausgetreten mithin beträgt die Mitgliederzahl am 31. Dezember 1914 Die Haftsumme betrug am 1. Januar 1914 abzüglich Abgang somit beläuft sich die Haftsumme auf. . Das Geschäftsguthaben wurde am 1. Januar 1914 vorgetragen mit dasselbe ermäßigte sich um. es verbleibt mithin am 31. Dezember 1914 ein Geschäftsguthaben von 18 2 16 3600,- M. 400, 3200,-M. 2716,- M. 118,65 2597,35 M. Berlin, den 14. Februar 1915. Produktiv- und Verkaufsgenossenschaft Berliner Bandagisten Eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht. Für den Vorstand: Bruno Fleischer. Heines Werke ReutersWerte 3 Bände 4 Mart Buchhandlung Vorwärts 3 Bände 4 Mart Buchhandlung Vorwärts Genossenschaft Berliner Bandagisten E. G. m. b. H. SO 16, Köpenicker Straße 98b( zwischen Neander- u. Neue Jakobstraße). Für den Aufsichtsrat: Max Brennide. Gardinenhaus Bernhard Schwartz nur: Berlin C, Wallstr. 13( Spindlershof). Gardinen, Portieren, Teppiche, anch einzeln. Rataion fofort. 102/4 Kranken- u. Sterbekaffe der Bauarbeiter Gegründet am 1. Juli 1907 von organisierten Bandagisten. in Berlin.( Buſchußtafe.)( Frühere Bauhandwerker[ 38/7] Krankenkasse.) Den Mitgliedern zur Kenntnis, daß der Aufsichtsrat fich gebildet und Empfiehlt sich allen Arbeitern und Partei- zum Vorfizenden Herrn Karl Behrend, Brehmestraße 42, vorn I, genossen zur Anfertigung von allen Arten gewählt hat. An denselben sind alle Beschwerden nach§ 14 der Satzungen Der Vorstand. Bruchbandagen, Leibbinden, Plattfußeinlagen, au richten. Geradehaltern, künstlichen Gliedern, orthopädischen Apparaten, Stützkorsetts, Suspensorien, sowie Lager von sämtlichen Artikeln zur Krankenpflege. Alle Arbeiten werden in eigener Werkstatt ausgeführt. Für Damen weibl. Bedienung. Lieferant des Verbandes der Hausarztvereine, der Krankenkassen Berlins und Vororte und der KonsumGenossenschaft Berlin und Umgegend( E. G. m. b. H.) Hamburger Rohtabak- Importhaus Hengfoẞ& Maak Filiale: Berlin N, 25 Brunnenstraße 25. Carmen- Schnitt Carmen- Einlage u. Umblatt 1,10. Schnitt, rein überseeisch 1,--. Flamme" Feuerbestattung mit allem Zubehör und Gebühren von 105 M. an. Institut: Manteuffelstr.111 Fernspr. Moritzpl. 5582. Broschüre gratis. Besoest. Nabatt.: Mirch Bielenn. Reutölln. Siasatenteil verantw. Zb. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdr. u. Verlassanstalt Baul Singer& Co. Berlin SW. Sierau 3 Beilagen u. Unterhaltungsbl Nr. 52. 32. Jahrgang. I JStilnjt i>ts„Ponnürtä" Aerlimr goMiili Sonntag, 21. kebrnar 1915. Der winterfelözug in Ostpreußen. Au? dem Grstzeu Hauprquartier wird uns geschrieben: e>eil Monaten waren unsere unter den Befehlen des Generals ti. Below in Ostpreußen stehenden Truppen aus verteidiaungsweises Verhalten angewiesen. Aus 50 Proz. Landwehr-, 22 Proz. Land- stürm- und 22 Proz. anderen Truppen zusammengesetzt, verteidigten diese Truppen die Lande östlich der Weichsel, vor allem die Provinz Ostpreußen erfolgreich gegen einen mehrfach überlegenen Feind, dessen Aärke in sechs bis acht Armeekorps anfangs Februar noch etwa rund 200 000 Mann betrug. Die nu- merifche Ueberlcgenheit der Russen war auf diesem Kriegsschauplätze eine so große, daß die deutschen Truppen starke natürliche Stellungen aufsuchen mutzten, die sich an den großen masu- rischen Seen und hinter der Angerapp-Linie an- boten. Das Land zwischen diesem Gebiet und der Grenze mutzte dem Feinde überlassen wer- den. In wiederholten Angriffen versuchte dieser sich in den Besitz der befestigten Stellungen der Deutschen zu setzen. Trotzdem er hierzu stets an .zahl überlegene' Kräfte aufbot, wurden alle seine Angriffe, die sich mit Borliebe gegen den Brücken- topf von Darkehmen und den rechten deutschen Flügel auf den Paprodtker Bergen richteten, stets abgeschlagen. Bis zur Brust in Wasser durch- wateten am ersten Wechnachtsfeiertag Teile des III. sibirischen Korps das Sumpfgelände des Nietlitzer Bruchs. Ihr Angriff wurde ebenso ab- gewiesen, wie die noch im Januar und Februar gegen den linken deutschen Flügel versuchten Offensivunternehmungen. Anfangs Februar war endlich die Zeit ge. kommen, wo frische deutsche Kräfte verfügbar wurden, um nach dem oftpreutzischen Kriegs- ichauplatz gebracht und dort zu einer umfassen- den Bewegung gegen die Russen eingesetzt zu werden. Das Ziel dieser Operation war neben dem in echter Linie cchtvebten Waffenerfolge die Säuberung deutschen Gebiets von dem russischen Eindringling, der hier schrecklich gehaust hatte. Wohl vechchleiert durch die deutschen Stellun- gen und Grenzschutztruppen und sorgfältig vor- bereitet vollzog sich in den echten Februartagen hinter den beiden deutschen Flügeln die Per- sammlung der zur Offensive bestimmten Truppen. Am 7. Februar trat der eoüdslügel zum Angriff an, etwas später setzte sich die Nordgruppe— diese aus der Gegend von Tilsit— in Bewegung. Die Erde war mit Schnee bedeckt und scharf durchfroren, alle Seen waren von dickem Eile dedeckt. Am 2. Februar war außerdem erneuter Schneefall eingetreten, der das ganze Gelände mit einer außerordentlich kchhen Schneedecke über- zog; endlich setzte unmittelbar nach diesem Schneefalle erneut Frost und mit ihm ein eisig- kalter Wind ein, der an vielen Stellen zu den närliten Schneeverwehungen führte und damit den Verkehr aus Bühnen und Straßen ganz be- sonders erschwerte, ja den Kraftwagerwerfehr gänzlich ausschloß. Die deutsche Führung hatte sich aber auf die besonderen Schwierigkeiten eines Winterfeld- zuges wohl vorbereitet. Die Truppen waren mit warmer Bekleidung ausgestattet. Tausende von Schlitten, Hunderttausende von Schlittenkufen waren bereitgestellt worden. Um an die feind- lichen Hauptkräste heranzukommen, hatte der deutsche Südflügel zuerst die 40 Kilometer tiefe Waldzone des Johannisburger Forstes und dann den Piffeck zu überschreiten, der den Ausfluß dcS Spirdingsees bildet und auf russischem Gebiete als Pissa dem Narew zustrebt, in den er zwischen tlomza und Ostrolenko mündet. Ter Feind hatte sowohl im Walde seine Verhaue angelegt als auch die Pisseck-Uebergänge besetzt und befestigt. In Johannisburg und Lialla lagerten stärkere rufst- fche Truppen, In einem der von ihnen befehlen Orte war für den Sonntagabend ein Tanzfeft angekündigt, als gerade an diesem Tage— völlig überraschend für die Truppen sowohl als die Führung— die deutsche Offensive einsetzte. In aller Stille brachen sich die beut- scheu AngrifsSkolonnen ihre Bahn und gewannen am Nachmittag Fühlung mit dem Feind. Die jungen Truppen des Generals von Litzmann erzwangen sich am Zlackzmittag u>ii> in der Nacht zum 8. bei Wrobeln den llebergang über den Pisseck. Trotz stark verschneiter Wege und heftigen Schneetreibens, das den ganzen Tag anhielt und die Bewegungen erheblich verzögerte, haben Teile dieser Truppen an diesem Tage 40 Kilometer zurückgelegt. Die kämpf- erprobten Truppen des Generals v. Falck waren an diesem Tage bis dicht an Johannisburg heranHekommen und nahmen Enopten im Sturm, wobei dem Feinde die ersten Gefangenen(2 Ofsizicrc, 420 Mann) und 2 Maschinengewehre abge- nommen wurden. Am nächsten Tage setzten die deutschen Truppen den Kampf um die Gc- winnung des Pisseck-Abschnittes fort. Tic südliche Kolonne des Generals v. Litzmann war gerade im Begriffe, bei Gehsen das östliche Fluß- user zu betreten, als sie plötzlich in ihrer rechten Flaükc vom Feind angegriffen wurde, der aus Kolno gekommen war. Sofort wandten sich die deutschen Truppen gegen diesen Gegner und warfen ihn wieder dorthin zurück, umher er ge- kommen war. 200 Gefangene, 5 Geschütze, 2 Wa- schinengavohrc, zahlreiche MunitionSwagcn und sonstiges Material blieben in der Hand der Teul- schen. während die Nachbarkolonne an diesem Tage bei Wrobeln 000 Gefangene inacküe und General Falck Johannisburg erstürmte, das von zwei russischen Regimentern verteidigt wurde. Hier verlor der Feind 2200 Gefangene, 8 Gc- fchütze und 12 Maschinengewehre. Die Pisseck-Linie war am 8. Februar in deutscher Hand. Am 9. begann der Vormarsch auf Lyck, Bialla wurde iwck an diesen Tagen von den Russen gesäubert. Wiederum fielen 300 Russen in deutsche Gefangenschast. Indessen war auch der Nordflügel nich! müßig geblieben. Die hier zum Angriff bestimmten Truppen hatten sich zunächst in den Besitz der befestigten Stellung dcS russischen rechten Flügels zu setzen, die sich von«pullen aus zum Schoreller Forst uud von dessen Nordsaum fast bis zur russischen Grenze erstreckten. Für den Angriff gegen diese Stellungen, die mit Drahthindernissen wohl per- sehen waren, war der 9. Februar in Aussicht gc- nommen. Als sich aber beim Feinde Aitzeichen rückgängiger Bewegungen bemerkbar machten, schritten die Truppen, obwohl sie zum Teil weder über ihre Maschinengewehre noch über ihre ganze Artillerie verfügicn, schon am Ziachmittag des 8. Februar zum Angriff. Am 9. Februar waren die feindlichen Stellungen genommen; der Feind ging in südöstlicher Richtung zurück. Die deutschen Truppen folgten in Gcrvaltmärschcn. Trotz der allergrößten Schlvicrigkeitcn, die diesen Märschen die Naturgewalten entgegenstellten, erreichten die deutschen Marschkolonnen am 10. die Linie Pillkallen— WladiSlawow und am 11. die große Straße Gunrbinnen— Wylkowyszki. Der rechte Flügel hatte bis zur Einnahme von Stalin- pönen fast 4000 Gefangene gemacht, 4 Maschinengewehre und 11 Munitionstvagcn ge nommen. Die Mitte zählte bei der Wegnahme von Eydtkuhnen— Wirballen und Kibarty 10 000 Gefangene, 6 genommene Geschütze, 8 Maschinengewehre und erbeutete außerdem zahl. reiche Bagagewagen— darunter allein 80 Feldküchen—, 3 Militärzüge, sonstiges zahlreiches rollendes Material, Massen von russischen Liebesgaben und— was die.Hauptsache war, einen ganzen Tagessatz Verpflegung. Beim linken Flügel endlich wurden 2100 Gefangene gemacht und 4 Geschütze genommen. Bis zum 12. Fe- bruar, an welchem Tage unsere Truppen, nunmehr schon ganz auf russischem Boden, Wiztoiiih, Kalwarja und Mariampol besetzten, hatte sich die Zahl der von den Truppen des Nordflügcls g- nommenen Geschütze auf 17 gesteigert. Tie russische 73. und 28. Division waren bis zu diesem Zeitpunkte so gut wie vernichtet, die 27. Division aufs schwerste geschädigt. Der vor der Angerapplinic und den Acsesli- gungen von Lotzen gelegene Gegner hatte in- zwischen gleichfalls den Rückzug in östlicher Riä- wie eln Jelöherrnantlitz ausfleht. Die„Friseurgehilfen-Zeitung" enthält folgenden Beitrag zu: Kulturgeschichts des 20. Jahrhunderts: Der Friseur hat beim Rasieren und Haarschneiden überaus günstige und reichliche Gelegenheit, um die verschiedensten niännlichen Gesichts- und Kopfformen zu beobachten. Tie gleiche Gelegenheit haben die Damenfriseure zur Betrachtung dieser Formen beim weib- lichen Geschlecht. Sie sind auf diese Beobachtung angewiesen, um durch die Art des Haar- und Bartschnitts der Frisur die rechte Form zu geben, die erforderliche Uebereinslinimung herbeizuführen. Nicht minder der Theaterfriseur, wenn er auch nur die einfachsten thpischen Charaktermasken icharf und sicher herausarbeiten, sie lebenswahr er- scheinen lassen will, anstatt einfach nach Schema? zu schminken. Aber die Gelegenheit zu solcher Beobachtung tut es nicht allein. Vorab gehört dazu eine gewisse Beobachtungsgabe, etwas Scharfsinn, dann aber auch bestimmte Kenntnisse, je nachdem die Beobachtung wissenschaftlichen, künstlerischen oder handwerkerlichen Ztvecken dienen soll. Es ist leicht möglich, daß wenn ein Künstler sein Modell außer in den Sitzungen mehrmals so beobachten tonnte wie der Friseur seine Kunden, wenn er den Menschen in seinen gewohnten Be- wegunaen sähe, sich sein Werk lebendiger gestalten würde. Allein die Wiedergabe der empfangenen Eindrücke scheint dem Schriftsteller kaum weniger Schwierigkeiten zu bereiten als dem Künstler oder dem Theaterfriseur. Dafür mag die folgende Schilderung als Beweis dienen, die Wilhelm S ch m i d t b o n n als Kriegs- berichterstatter des»Berliner Tageblattes" in einem Bericht der Abend- ausgäbe desselben vom Donnerstag, den 14. Januar, gegeben hat. »...Bald sitze ich unter deutschen Offizieren am Abendtisch____ Ich sehe staunend und ehrfürchtig immer wieder in diese Ge- sichte t*), jedes anders, in jedem aber diese hellen, gradansehenden Augen, aus jedem Mund die unschwankenden Stimmen, jede Stirn in der Denkarbeit von Jahrzehnten zu diesen harten, wuchl- vollen, aufgewölbten Gebilden gefügt. Das künstlerischste, möchte ich sagen. Feldherrnantlitz sieht aus dem Gesicht des Generals V. K. selbst heraus. Goethisch senkrecht und hell unter vor- gedachter Stirn stehende Augen, die heiter um sich sehen, hinter *) Tie Unterstreichungen machten wir. T. Red. der kantigen Backenknochen eingegrenzt. Das Kinn so hart, daß ich nicht das Wort Eisen gebrauchen möchte, sondern anschauend immer an das durch die Jahrlausende bleich gehärtete Holz denken mutzte, ivie man es in Museen an den erhaltenen Pfählen cäsarischer Rhein- brücken sehen kann. Wie atmet es sich gut, hier unter den Wagenden!"— Unter der großen Zahl von Berufsgenossen, die häufiger Offizier- kundschaft bedient, ist sicherlich nicht ein einziger, der mit solchen Augen einmal ein Fcldherrnantlitz gesehen hat. Mögen böse Zungen den Friseurgehilfen nachreden, daß sie die Kunden ihrer Meister nur daraufhm ansehen, ob sie Trinkgeld geben und sich zum Kauf von irgendwelchen Toiletteartikeln bewegen lassen. Gewiß, das gehört nun einmal zun, Geschäft. Doch den jungen Friseurgehilfen, der zum ersten Mal in einem besseren Geschäft seine Tätigkeit aufnimmt, den durch- schauert schon bange, ehrfurchtsvolle Erwartung, sobald er die Namen der adligen Abonnenten auf der Liste gesehen hat. Wenn dann gar erst der Chef seine Offizierkundschast empfängt, einen nach dem andern nnt einem„Habe die Ehre, Herr Baron" oder auch nur»Herr Ritt- meister",»Herr Oberleutnant", und der Gehilse sich plötzlich den Herren gegenübersteht, da wird er bis über die Lhren rot vor Ver- legenheit und muß dennoch genau aufpassen, damit er die Kunden das nächste Mal wiedererkennt, sich ihre besonderen Ansprüche merkt, und um. später das rechte Fach zu finden, worin ihre Utensilien verwahrt sind. Er steht noch völlig unter dem Banne der Uniformen, der adligen Namen und der selbstbewußten Persönlichkeiten ihrer Träger. Die Gewohnheit stumpft zwar bald ab; aber selbst wenn das Gefühl der Bewunderung in manchen Fällen durch minder edle Gefühle ver- drängt wird, so bleibt doch der Respekt. Nun haben wir ja schon off blutgefüllte Gesichter von Offizieren gesehen, mitunter gar eine leicht blutende Stelle darin, und haben auch kantige Backenknochen bemerkt. Doch wer von uns Fachleuten hätte jemals ein solches Kinn gesehen, ein Kinn, so hart wie— ja, wie denn nun?... Wir betasten jedes Kinn, fühlen, ob eS hart oder weich ist, aber ein solcher Grad der Härte ist uns kaum je zum Bewußtsein gekommen._ Freilich, wer von uns hat wohl m einem Museum schon Holz gesehen, Holz, von dem er wußte, es rührt von Pfählen her. die unter der Herrschaft römischer Cäsaren in Germanien benützt wurden, um Brücken über den Rhein zu schlagen, Holz, das sich im Laufe der Zell, fest Christi Geburt, bleich gehärtet hat. Es genügt also noch lange nicht, einen Mann anzüftarrM. den man scharf beobachten will, um sein Aussehen zu schildern. Dazu gehören historische Kenntnisse, überhaupt eine gute Bildung und nicht zuletzt reichlich Phantasie, wie sie nur den Dichtern eigen ist. Schon um nur ein Kinn, ein hartes Kinn, das man nicht einmal an- gefaßt hat, so herrlich beschreiben zu können, so klar und deutlich, dat; leoermann sofort weiß: so sieht ein F e l d h e r r n k i n n aus. Von den Barten meldet derselbe Berichterstatter t „Macht man eine solche Tür auf fwic sie in einem Schützen- graben angebracht sind), so sieht man in ein Halbdunkel, aus dem die bekannten treuen bärtigen Gesichter herauSglänzcn. Welche B ä r i c! Ich gebrauche den Ausdruck eiueS anderen, der sie F u ß s ä ck c nannte. Sie sind sonderbar eckig um das ganze Gesicht gelegt. Urwald- b ä r t c. Nur die Augen leuchten uud bewegen sich darin, llnd dann geht plötzlich unten ein breiter Spalt darin auf, man sieht weiße Zähne.... Ein neues Geschlecht, an Gesicht den germanischen Ur- völkern wieder seltsam gleich geworden." Die gezähmte Marseillaise. Der Pariser Korrespondent der klerikalen Amsterdamer„Ttsd" gibt seinem Blatt die beruhigende Mitteilung, daß die„Marseillatie jetzt zu einem Lied geworden ist. das auch ein überzeugter Katholik mit ruhigem Gewissen singen kann, da cS den„Ludergeruch der Revolution" völlig verloren hat. Noch vor einem Menschenalter. meint er, sei daS anders gewesen. Vor 1878 wurde das durlli die Kommune kompromittierte Lied sogar von den offiziellen Feierlichkeiten der Republik ausgeschlossen. 1890 erregte es bei den Katholileu ärgerliches Aufsehen, als der an die Republik„ralliirte" Kardinal L a r i g e r i e bor katholischen Studenten die Marseillaise spielen ließ. Jetzt aber ninnm kein Gläubiger mehr daran Anstoß— ja mcmche traten so- gar dafür ein, daß die Marseillaise noch dem Gottesdienst ans den Kirchenorgclu gespielt werden soll. Ein flir den Klerus be- stimmtes Blatt lveist darauf hin. daß die Melodie ohnehin größten- teils ans einem Oratorium genommen sei, also sozusacftn in der Kircke Heimatsrecht habe. Auch könne man ja eine Strophe dazu dichten, worin Gottes Segen für Frankreich ersteht toird. Dazu wäre zu bemerket!, daß die Marseillaise in Frankreich schon seit ellichcn Jahren den Eharattcr eines konservativen Liedes bekommen haue. Sie war einerseits die offizielle Hymne der bürgerlichen Republik, andererseits das Kampflied der Klerikalen, die es mit Vorliebe zur Zeit der Ordens- liquidationen und Kircheninvcnturen als ihre„FrsihcitS"-tzyimic fangen. Die Proletarier aber sangen die„Jnterualionalo". Das scheint nun freilich vorläufig suspendiert worden zu fein. Die Maiseillaise ist, im Zeichen des Burgfriedens, wieder Nationalhymne geworden. Ob nur die neue Strophe nicht die früheren, revolutionären, auffrißt? Seine Majestät der Kaiser hatte den Kämpfen unserer Truppen bei Lyd beigewohnt. Bald nach der Erstürmung hielt der Oberste Kriegsherr seinen Einzug in die masurische Hauptstadt. Es war ein soldatisches Bild von einziger Schönheit, als die aus schwerem Kampf kommenden Truppen sich um den unerwartet in ihrer Mitte crscheinenden Kaiser scharten und ihrem Stolz und ihrer Freude durch begeisterte Surrarufe und durch Singen vaterländischer Lieder einen hinreißenden Ausdruck gaben. II. tung eingeleitet. Nunmehr schritten auch die in den deutschen Be- I möglichst an die Quelle der Produzenten und deren Organisationen, Die Handhabung des Gesetzes aber liegt in den Händen der festigungen bisher zurüdgehaltenen Truppenteile, aus Landwehr die Handels- und Handwerkskammern gehen und den nicht legi- Stommunalbehörden, die ihrerseits wieder Weisungen von den und Landsturm bestehend, zum Angriffe gegen den weichenden timen, nicht sachverständigen Zwischenhandel außer Betracht lassen Landesregierungen empfangen. Wir sind die letzten, die beFeind, dessen lange Marschkolonnen von unseren Fliegern festge- solle. Auch wurde ersucht, die Auskunft über die Zuständigkeit stellt wurden. An diesem und an den nächsten Tagen tam es an der auftraggebenden Stellen zu erleichtern und für beschleunigte streiten, daß die Erlasse des preußischen Miniſters des Innern den verschiedensten Stellen zum Kampfe. Wiederum wurden zahl- Auskunft zu sorgen. Auch die Frage der Löhne der Heim- von einem gewissen Wohlwollen diftiert sind und einen sozialen reiche Gefangene gemacht. arbeiterinnen und der Einkaufspreise der Liebesgaben wurde be- Geist atmen. Aber die schönsten Erlasse nutzen nichts, wenn sie sprochen. Von einer Seite wurde auf die ganz außergewöhnliche auf dem Papier stehen bleiben. Legt die Regierung Wert darauf, Anspannung aller Kräfte bei Ausbruch des Krieges und auf die daß ihr Wunsch erfüllt und von den Kriegsteilnehmern die Dringlichkeit in Beschaffung der Heeresmaterialien aufmerksam Sorge um ihre Familien ferngehalten wird, dann sorge sie gemacht, was manches erklärte. dafür, daß alle Gemeindebehörden, insbesondere die ländlichen, Der Handelsminister erklärte, daß inzwischen das Heereslieferungswesen einer völligen Neuordnung unterworfen sei. sich auch wirklich danach richten. Der Kriegsminister habe zweds Ausschaltung derüten Maßnahmen zur Bekämpfung der ArbeitslosigIn das Kapitel der Kriegsfürsorge gehören auch die Agentenunwesens verfügt, daß Angebote auf Heereslieferungen nur noch durch die Hand der Handels- und Gewerbekammern ein- feit und in Verbindung damit die Schaffung einer gezureichen seien, die sich dabei über Branchezugehörigkeit, Leistungs- regelten Arbeitslosen unterstügung. Was wir auf Aus dem Großen Hauptquartier wird uns über die Kämpfe fähigkeit und Zuverlässigkeit des Anbietenden gutachtlich zu äußern diesem Gebiete gesehen haben, sind erst recht bescheidene Anbei Lyck in Anwesenheit Sr. Majestät des Kaisers das Folgende hätten. Bei den von der Heeresverwaltung in ständigem Gin- fänge, deren Ausbau in Verbindung mit dem Ausbau der geschrieben: Während aus der Gegend von Tilsit die Truppen des vernehmen mit dem Handelsministerium getroffenen Maßnahmen Arbeitsnachweise gerade jetzt erfolgen muß, wenn anders der Generalobersten von Eichhorn bei Schnee und Eis in Gewalt- sei zu hoffen, daß in Zukunft den in der Anfangszeit hervorge- Arbeitsmarkt bei Beendigung des Krieges vor schweren Ermärschen auf Sutvalfi und Sejny marschierten und der rechte tretenen, auch von der Staatsregierung beklagten Unzuträglich schütterungen bewahrt werden soll. Es genügt nicht, daß deutsche Heeresflügel sich über Grajewo auf Augustow Bahn keiten werde vorgebeugt werden. brach, hatte die Mitte der Truppen des Generals v. Below mehr- Der Etat des Staatsministeriums wurde be- Reich und Staat den Gemeinden Beihilfen zur Durchführung tägige Sämpfe in der Gegend von Lyck durchzuführen. Begünstigt wiIIigt. der Arbeitslosenunterstützung gewähren, es genügt auch nicht, durch die natürliche Verteidigungsfähigkeit der masurischen Seen Zum Schluß warf der Vorsitzende einen Rückblick auf daß sie leitende Grundsäge aufstellen, sondern das Ziel muß setzte sich der Feind in den künstlich verstärkten und größtenteils die neuntägigen Verhandlungen, die sich ausgezeichnet hätten durch auch darauf gerichtet sein, diesen Zweig der Fürsorge genau mit Drahthindernissen versehenen Engen hartnädig zur Wehr. Hier die strenge Sachlichkeit, mit der man in die schwierigen Fragen so wie die Fürsorge für Stranke, Invalide und Unfallverletzte wollte er sich um jeden Preis behaupten, um der Masse seiner Armee der Kriegslage einzudringen bemüht gewesen sei, durch volle Offendie Durchführung des Rückzuges auf Suwalki und Augustow zu heit der Aussprache mit der Staatsregierung und ganz besonders auf eine gefeßliche Grundlage zu stellen. Die Anfänge, die ermöglichen. Der Feind, der hier seine besten sibirische durch die Einigkeit der ganzen Kommission. Diese Einigkeit habe die Nöte des Krieges gezeitigt haben, bedürfen der Fortund systematischen WeiterTruppen entfaltet hatte, die unter einer energischen Führung mit sich gezeigt in dem Geiste, der die ganzen Verhandlungen getragen führung, der organischen anerkennungswerter Energie fochten, fühlte sich so start, daß er habe man könne wohl sagen: es hat keine Parteien gegeben entwicklung, es müssen Garantien geschaffen werden, damit an einzelnen Stellen aus den Engen der masurischen Seen zum und in dem Ergebnis der Verhandlungen. In einem alle Er- das, was jetzt erreicht ist, mag es auch noch so wenig sein, Angriffe vorgegangen war und befestigte Stellungen bezogen hatte, wartungen übertreffenden Maße sei volle Einmütigkeit hervor nicht wieder verloren geht. die mehrere Kilometer über den Lycker See in westlicher Richtung getreten über das, was die Stunde erfordert. Dank der Arbeit vorgeschoben waren. Die deutschen Truppen hatten diese der beiden Berichterstatter sei es auch gelungen, diese Ansichten und Stellungen am 12. Februar genommen; der Feind war auf die Wünsche in gedrängte und übersichtliche Form zu bringen und so Seenengen zurückgegangen. Er hielt nunmehr einerseits das Ge- der Staatsregierung zu übermitteln. Es dürfe der Zuversicht Auslände, das sich zwischen dem Laszmiaden- See und dem Dorfe brud gegeben werden, daß sie bei der Staatsregierung volle BeWoszcellen und Lyder See. Für die deutsche Führung fam es achtung und Berücksichtigung finden. Regierung und Volk seien Wos czellen und Lycker See. Für die deutsche Führung fam es einig in dem Willen und der Entschlossenheit, den Krieg bis zum darauf an, den Zugang zur Stadt Lyd von Norden her zu öffnen. lebten auch zu Ende zu führen zum Wohle des Deutschen Reichs Die Besißnahme des Dorfes Woszczellen mußte dabei von aus- und des preußischen Baterlandes. schlaggebender Bedeutung sein. Die zu diesem Angriff ausersehene Truppe bestand aus Landwehr und dem Füsilier- Regiment Nr. 33, während die Truppen der Generale v. Fald und Butlar die Engen ſelbſt angriffen. Diese Kämpfe um Lyd spielten sich vor den Augen selbst angriffen. Diese Kämpfe um Lyd spielten sich vor den Augen des Allerhöchsten Kriegsherrn ab. Seine Majestät der Kaiser war am 13. Februar in Lößen eingetroffen, um zunächst jene Stellungen zu besichtigen, die seine Truppen vorwiegend Landsturm und Landwehr in ununterbrochenen drei Monate langen Kämpfen erfolgreich verteidigt hatten. Am Nachmittag traf Seine Majestät dann auf der Höhe westlich des Dorfes Grabnick ein, an dessen OstEtats. Auch die Frage der Handhabung des Belagerungsustandes und der Zensur wird in dieser oder jener Form im Plenum erörtert werden. Zum mindesten wird der Berichterstatter der Kommission darüber referieren; ob und was für eine Debatte sich daran fnüpft, wissen wir nicht, aber es darf angenommen werden, daß das Abgeordnetenhaus, entsprechend den Anregungen der Kommission, einmütig eine mildere und einheitliche Praxis fordern wird. Es folgte die Beratung des Etats des Ministeriums der ausDes langen und breiten wird zweifellos über st wärtigen Angelegenheiten, in Verbindung damit die Besprechung der Behandlung deutscher Kriegsgefangener im preußen gesprochen werden. Den schwer heimgesuchten Auswärtigen Amts wurden die Verhältnisse der Zivil- und Kriegs- werden, daß die gesetzgebenden Körperschaften bereit sind, Auslande. Seitens der Kommission und eines Vertreters des Bewohnern dieser Provinz muß die Ueberzeugung beigebracht gefangenen im Auslande besprochen, eine ausführliche Bericht alles zu tun was möglich ist, um ihr Los zu mildern. erstattung darüber aber der Plenarberatung vorbehalten. So wird es dem Plenum an Beratungsstoff nicht fehlen. Der Etat des Ministeriums der auswärtigen Ange- Daß die Debatten sich in sachlichen und ruhigen Bahnen Legenheiten wurde bewilligt, ebenso eine Reihe kleinerer bewegen, dürfen wir um so mehr voraussehen, als die ParBeim Etat der landwirtschaftlichen Verwaltung wurde eine teien und die Regierung sichtlich bemüht sind, alles zu verausgang die deutschen Geschüße donnerten, während die Infanterie Reihe von Fragen besprochen, wie Beschaffung von Torf, Förderung meiden, was zur Verschärfung der Gegensätze beitragen bci lebhaftem Gewehr- und Maschinengewehrfeuer im fort- der Schafzucht, Kultivierung der Oedflächen, bei der zurzeit etwa fönnte. schreitenden Angriffe gegen Woszczellen lag. Mit gespannter Auf- 70 000 Gefangene beschäftigt werden, Zuführung von Kaltblutmerksamkeit verfolgte der Allerhöchste Kriegsherr, an dessen Auf- pferden aus Belgien, Heranziehung von Gefangenen, auch in stellungsort die Kaiserstandarte gehigt war, die einzelnen Phasen kleineren Trupps, zu landwirtschaftlichen Arbeiten, Oeffnung der des Kampfes bis zur einbrechenden Dunkelheit. Beichter Regen Wälder zum Eintreiben von Vieh und, Gewinnung von Streu, riefelte vom Himmel- die strenge Kälte der letzten Tage hatte bessere Einrichtung von Dungstätten und endlich der Rübenbau. sich in Tauwetter verwandelt als der Feuerkampf allmählich zu letterem teilte der Landwirtschaftsminister mit, daß die Eineinschlief. Nur um die Enge von Woszczellen wurde noch weiter schränkung des Rübenbaus um 25 Proz. in Aussicht stehe. gekämpft und diese am Abend vom Füsilier- Regiment 33 erstürmt. Kurz vor der Abfahrt nach Lözen, wo der Hofzug des Kaisers stand, konnte die Meldung von diesem Erfolge, der mit der Gefangennahme von 300 Russen geendet hatte, überbracht werden. Indessen verkündeten die Feuerbrände am nächtlichen Himmel, daß die Russen rüdgängige Bewegungen eingeleitet hatten, bei denen sie bekanntlich die Ortschaften, die sie hinter sich lassen, der Flamme übergeben. Am Morgen des 14. Februar wurde der Kampf um die Seenengen bei Lyd so lange fortgesetzt, bis diese vom Feinde geräumt wurden. Seine Majestät hatte schon am Morgen, diesmal östlich Grabnic, Aufstellung. Auf Russisch sprach Der Etat der landwirtschaftlichen Verwaltung wurde bewilligt. Im Laufe der Verhandlungen war ein Telegramm des Oberpräsidenten der Provinz Ostpreußen v. Batodi eingetroffen, in dem derselbe im Namen der Provinz Ostpreußen der Kommission herzlich dankt für das den Sorgen und Wünschen der Provinz bekundete warmherzige Verständnis. Nächste Sigung Dienstag, den 23. Februar. Politische Uebersicht. Die Schuldigen. Zu Beginn des Strieges übertönte die Parole„ Kampf gegen den Barismus" alle gewissenhaften Untersuchungen über die Ursachen und Urheber dieses Bölkerbrandes. In einem auffällig plötzlichen Wechsel wurde dann in der Preſſe fast aller Parteien als der Hauptschuldige England bezeichnet. Ueber die Ursachen dieses Frontwechsels wird man nach dem Striege reden können. Immerhin gibt es schon jetzt einige vernünftige Personen und Zeitungen, die ruhig die Motive für die Beteiligung Englands an diesem Kriege aufzudecken suchen. In gewissen Kreisent glaubt man aber darin eine Gefahr sehen zu müssen und so erklärt z. B. die Hamburger Ortsgruppe des Aner Gefangene an und erfundigte sich nach deren näherer Heimat. Die zweite Lesung des Etats. deutschen Berbandes ut. a.: Auf die Meldung, daß Lyck genommen sei, eilte der Kaiser nach dieser Stadt vor, in welche gerade die siegreichen Truppen Am Montag beginnt im preußischen AbgeordnetenEin „ Wir weisen daher pflichtgemäß angesichts des von England ruchlos heraufbeschworenen Krieges, angesichts seiner ruchlosen Kampfesweisen gegen alles, was" Deutsch" heißt, die Versuche einiger hamburgischer Professoren, Englands Schuld am Kriege abzuschwächen und in dem jezigen Zeitpunkt der Deffentlichkeit für später ein Bündnis zwischen Deutschland und England zu empfehlen, mit Entrüstung zurüd." Glücklicherweise hängt die Möglichkeit späterer Bündnisse nicht von fünstlich angefachten Antipathien ab, sondern von den realen Bedürfnissen des Volkes. Bei der engen wirtschaftlichen Verknüpfung beider Völker in Friedenszeiten läge ein Bund zwischen England und Deutschland sicher im Interesse wichtiger Volksschichten beider Neue Bundesratsverordnungen. ( Hanseatische und mecklenburgische Landwehr sowie die 33er hause die zweite Lesung des Etats im Plenum, nachdem Füsiliere) von Westen her einmarschierten. Während diese Truppen an ihrem Kaiser vorbeizogen, betraten auch von Süden die Budgetkommission sich einundeinehalbe Woche lang über her deutsche Soldaten die befreite Stadt. Es waren die Truppen die wichtigsten schwebenden Fragen unterhalten hat. der Generale von Fald und v. Butlar. Die Stadt Lyd war mit eigenartiges Vorgehen, bedingt durch den Kriegszustand und durchziehenden und sich sammelnden Truppen aller Waffen an- berechtigt, soweit es sich darum handelt, Debatten zu vergefüllt, deutsche Soldaten noch im Begriff, die Häuser nach ver- meiden, die Preußen und mit ihm Deutschland vor dem sprengten Russen abzusuchen und schwarz- weiß- rote Fahnen zum Feinde bloßstellen könnten, aber unberechtigt, soweit daZeichen des Sieges auszuhängen, als auf dem Markiplake Seine durch dem Volke Auskunft vorenthalten wird über Dinge, die Majestät eintraf, um dessen Person sich die Truppen formierten seinen Lebensnerv berühren. Noch bedenklicher wird diese Als der Kaiser den Kraftwagen verließ, wurde er mit drei Praris dadurch, daß die Mitglieder des Hauses, gleichviel ob Länder. donnernden Hurras begrüßt. Die Soldaten umringten und umjubelten ihn und stimmten dann die Lieder Heil Dir im Sieger- fie der Kommission angehören oder ob sie ihren Verhandlungen franz" und" Deutschland, Deutschland über alles" an. Es war nur als Zuhörer beigewohnt haben, zum Stillschweigen vereine tiefergreifende welthistorische Szene. Die Größe des Augen- pflichtet sind, und auch der Presse ein von einem Sonder- Der Reichsanzeiger" veröffentlicht einige Bundesratsbeschlüsse, blide fam allen zum Bewußtsein, die Truppe schien alle aus- ausschuß abgefaßter offizieller Bericht zugegangen ist. Ist deren Hauptinhalt teilweise bereits bekannt gegeben worden ist. gehaltenen Strapazen gänzlich vergessen zu haben. Hinter den auch an dem, was im Bericht steht, an sich nichts auszusetzen, Durch Beschluß des Bundesrats vom 19. Februar ist eine Ver= Reihen der um ihren Kaiser gescharten Soldaten standen Hunderte so fehlen doch wichtige Punkte, die die Deffentlichkeit leb- teilungsstelle für Rohzu der eingerichtet worden. Diese von russischen Gefangenen mit ihren phantastischen vielgestalteten haft interessieren und deren Bekanntgabe in feiner Weise das befindet sich Berlin W. 9, Köthener Straße 38. Zum ReichskomKopfbedeckungen und ebenso verschiedenen Gesichtszügen, die Völker- Wohl des Staates zu gefährden geeignet wäre. missar bei der Verteilungsstelle wurde der Vortragende Rat im stämme ganz Asiens repräsentierend. Der Kaiser kommandierte Welchen Verlauf die Debatten im Plenum nehmen werden, Reichsamt des Innern, Geheimer Regierungsrat Flach, ernannt. Stillgestanden" und hielt eine furze, martige Ansprache an Die Verteilungsstelle bestimmt, welche Mengen von den einzelnen feine" lautlos ihn umstehenden Soldaten. Hinter dem Kaiser ragte läßt sich im voraus nicht sagen. Das eine aber steht fest, Rohzuderfabriken an die einzelnen Verbrauchszuderfabriken zu als Ruine die ziegelrote im Ordensstil erbaute Kirche auf, deren daß es dem Wesen des Parlamentarismus widersprechen liefern sind, sowie den Zeitpunkt der Lieferung nach Maßgabe der mächtiger Kirchturm völlig ausgebrannt und deren Dachstuhl zer- würde, wenn auch das Plenum lediglich die Berichte aus der vom Reichskanzler erteilten Geschäftsanweisung. Mit Genehmi stört war. Die Häuserreihen rechts und links Seiner Majestät Stommission entgegennehmen und jede Erörterung darüber gung der Verteilungsstelle darf bis auf weiteres sperrfreier Rohivaren bis auf die Grundmauern niedergebrannt, verkohlende vermeiden wollte. Gerade in dieser Zeit, wo das Volk Opfer zuder an Verbrauchszuckerfabriken und Raffinerien verkauft und Balken ragten gen Himmel. Inmitten dieses Bildes der Ber- in ungeahntem Maße bringt, ist es Pflicht der Volts- geliefert und dürfen Kontingente übertragen werden. fiörung war nur eines erhalten geblieben: das Kriegerdenkmal vertreter, das Sprachrohr der Wünsche und Beschwerden der Der Bundesrat hat weiter seine Bekanntmachung über die Vers für die Gefallenen des Feldzuges 1870/71, geschmückt mit dem Wähler abzugeben. Daß man sich dabei der durch den Ernst Landeszentralbehörden oder die von ihnen bestimmten Behörden wendung von Bro'tgetreide dahingehend abgeändert: Dic Friedensengel und dem Eisernen Kreuz. Nachdem der Kaiser seine Ansprache beendet hatte, 30g er noch der Lage gebotenen Zurückhaltung befleißigt, darf als selbst- können vorübergehend im Falle eines dringenden wirtschaftlichen Bedürfnisses gestatten, daß Mühlen Weizenmehl in anderer verschiedene mit dem Eisernen Kreuz 1. Klasse geschmückte Offiziere verständlich vorausgesetzt werden. Mischung abgeben, als in der Bekanntmachung vom 5. Januar vorins Gespräch. Dann richtete er anerkennende Worte an das Füsilier- Regiment Nr. 33, ein ostpreußisches Regiment, das sich in geschrieben worden ist, und daß Weizenmehl in einer Mischung verdiesem Kriege ganz besonders ausgezeichnet und auch schon große wendet werden kann, die weniger als 30 Gewichtsteile Roggenmehl Verluste ertragen hat. Zwischen den Häuserreihen der zerschoffenen unter hundert Teilen des Gesamtgewichts enthält, sowie daß anstelle Stadt mit ihren ausgeplünderten Läden hindurcheilend, fuhr dann des Roggenmehlzusages Kartoffeln oder andere mehlhaltige Stoffe Seine Majestät noch nach Sybba weiter, wo er Teile feines verwendet werden. pommerschen Grenadier- Regiments begrüßte, auf welche Ansprache der Kommandeur Graf Rantau dankend erividerte. Die der verfolgenden Truppen gelangten an diesem Tage noch über Lyd hinaus. Am 15. Februar war fein Ruffe mehr auf deutschem Boden. Oft preußen war vom Feinde befreit. Die Budgetkommission W. Z. B. Bei der Vormacht, die Preußen in Deutschland einnimmt, hat nicht nur das preußische, sondern das gesamte deutsche Volk das Recht, Aufklärung zu erhalten. Ist es doch ein offenes Geheimnis, daß z. B. alle Maßnahmen, die die Reichsregierung auf dem Gebiete der Nahrungsmittelversorgung getroffen hat, auf Anträge zurückzuführen sind, die die preußische Regierung im Bundesrat gestellt hat, und ist doch die Hand Mehlsorten wie Reisstärkemehl, Maisstärkemehl, Mandiokamehl und Tapiokamehl werden zur Geifenfüllung verwendet. Im Interhabung des Belagerungszustandes und der Zensur effe möglichster Erhaltung aller der menschlichen Ernährung dienender Presse mangels eines entsprechenden Reichsgesetzes den Stoffe erschienen es daher erforderlich, die Verwendung jeder Art abgesehen von Bayern überall in Deutschland auf Be- Mehl bei der Seifenfabrikation zu unterbinden. Der Bundesrat stimmungen eines alten preußischen Gesetzes begründet! hat daher eine Verordnung erlassen, durch die die Verwendung von Vor allem gilt es, sich der berechtigten Interessen der Mehl jeder Art zur gewerbsmäßigen Herstellung von Seife verFamilien der Kriegsteilnehmer anzunehmen und für eine boten wird. Der wissentliche Verkauf von verbotswidrig hergefoziale Gestaltung der Kriegsfürsorge ein- ftellter Seife ist ebenfalls unter Strafe gestellt worden. zutreten. Gelegenheit dazu bietet die Beratung des Gesetzdes Abgeordnetenhauses. entours betreffend Beihilfen für Zwecke der KriegswohlfahrtsBerlin, den 20. Februar.( W. T. B.) Zwei Ruffen zum Tode verurteilt. pflege, dessen einstimmige Annahme keinem Zweifel unterliegt. Der Schneider Viktor Fidura und der Unteroffizier Stanislaus Die preußische Regierung hat durch ihre Forderung von Marchardt, zwei Russen, standen im Solde des Spionagebureaus Die verstärkte Budgetkommission des Abgeordnetenhauses jette 110 Millionen Mark für den genannten Zweck die völlige Un- von Warschau, als sie fürzlich an der Grenze bei Dobrzyn von den heute die Beratung des Etats des Staatsministeriums zulänglichkeit des Reichsgesetzes anerkannt, und auch der Minister Deutschen verhaftet wurden. Beide waren beauftragt, die Gegend bei der Frage der Vergebung der Kriegslieferungen des Innern hat durch wiederholte Erlasse bekundet, daß die von Bromberg und Hohensalza auszuspionieren. Sie standen nunHierzu brachte ein. Abgeordneter Mängel zur Sprache, die gefeßliche Striegsfürsorge ungenügend ist. Die Reform des Gefeßes mehr vor einem Feldfriegsgericht wegen Kriegsverrats und Spionage. sich bei der Organisation und Vergebung von Heereslieferungen fann natürlich nicht Sache des Landtages sein, das ist Auf- Das Gericht verurteilte die Angeklagten nach§ 90 Abjaz 5 Reichsergeben hätten. Daran knüpfte sich eine längere Erörterung. gabe des Reichstags, und unsere Reichstagsfraktion hat ja auch strafgeseges in Verbindung mit§ 58 Absatz 1 des MilitärstrafMehrere Abgeordnete betonten mit dem ersten Redner, daß man bereits eine Reihe von Anträgen nach dieser Richtung gestellt. gesetzbuches zum Tode. Das Urteil ist kurz darauf vollstreckt worden. fort. Der Erzbischof von Posen- Gnesen, Dr. Likowski, ist am Sonn-| Da die Kriegssteuer erst im Jahre 1916, auf jeden Fall erst nach abend in Posen verstorben. Rote Kranzschleifen verboten. Der Breslauer Polizeipräsident ist von unserem Parteisekretär Genossen Müller angefragt worden, wie er sich jetzt zu den Kränzen mit roten Schleifen stellt. Die Antwort lautet: Wie auch durch die Rechtsprechung anerkannt ist, find sozialdemokratische Leichenbegängnisse, bei denen Kränze mit auffallenden roten Schleifen im Trauerzuge getragen werden, hier als genehmigungspflichtige öffentliche Aufzüge anzusehen(§§ 7 und 9 ReichsVereinsgesetz). Ich bin daher nach wie vor gefeßlich verpflichtet, gegen solche eiwa: ohne ortspolizeiliche Genehmigung stattfindende, als strafbare Handlungen sich darstellende Veranstaltungen einzuschreiten. J. V.( gez.): Salomon. In Breslau bleibt's also: Kränze mit roten Schleifen sind verboten. Die schweizerische Kriegssteuee. Aus der Schweiz wird uns geschrieben: Ganz ungleich schneller als in der Frage der sozialen Gesezgebung, also von gesetzgeberischen Maßnahmen zum Schuße der Arbeiter, arbeitete der schweizerische Bundesrat in Angelegenheiten, da es sich um die Interessen der befizenden und herrschenden Klassen oder auch nur um solche des Bundes selbst im besonderen handelt. So ist der Gedanke der Erhebung einer Kriegssteuer kaum aufgetaucht und schon liegt der Entwurf für einen bezüglichen neuen Artikel zur Aufnahme in die Bundesverfassung nebst eingehender Begründung vor. Der vorgeschlagene neue Verfassungsartikel 42 gibt dem Bund das Recht, zur teilweisen Deckung der Kosten des Truppenaufgebots während des europäischen Krieges eine einmalige direkte Kriegssteuer auf Vermögen und Erwerb der natürlichen und juristischen Personen zu erheben. Die natürlichen Personen haben für eine Vermögen von nicht mehr als 10000 Frank und für einen Erwerb von nicht mehr als 2500 Frank teine Steuer zu entrichten. Für Witwen ohne Erwerb mit Kindern unter 16 Jahren erhöht sich der steuerfreie Betrag auf 30 000 Frant. Der Steuersatz ist bei den natürlichen Personen progressiv und beträgt 1 bis 15 bom Tausend des Reinvermögens und 1½ bis 8 vom Hundert des Reincrwerbs. Bei den Aktiengesellschaften und Kommanditgesellschaften richtet sich der Steuersatz nach der Dividende und beträgt 2 bis 10 vom Tausend des einfachen Aktienkapitals, des Reservefonds und anderer Rückstellungen und 2 bis 2½ vom Tausend des nicht einbezahlten Aktienkapitals. Bei den Genossenschaften( einschließlich der Konsumvereine) beträgt der Steuersatz 8 vom Hundert des Reinertrages. Der Bezug der Kriegssteuer erfolgt in mindestens gwei Naten durch die Kantone, die der eingehenden Steuerbeträge an den Bund abzuliefern haben und für ihre eigenen Zwede behalten dürfen. Die weiteren Vorschriften soll die BundesversammJung endgültig aufstellen. Der neue Verfassungsartikel ist dem Volle zur Abstimmung zu unterbreiten und er tritt wieder außer Kraft, wenn die Kriegssteuer erhoben ist. Bemerkenswert an diesem bundesrätlichen Entwurf zu einem Verfassungsartikel ist die Aufnahme von Einzelheiten" Grundjäßen" für die gesetzgeberische Ausführung des Verfassungsartikels und die Ausschaltung der Volksabstimmung über das Gesetz, das vielmehr die Bundesversammlung endgültig foll festjeßen können Dieses Vorgehen bedeutet eine Zurüddrängung der Demokratie. Beendigung des europäischen Krieges, erhoben werden soll, kann man nicht mit einem Mangel an Zeit" den undemokratischen Vorschlag begründen. Bei der Zusammensetzung der Bundesversamm lung erscheint die parlamentarische Annahme des bundesrätlichen Vorschlages gesichert. In der ausführlichen Begründung seines Vorschlages hat der Bundesrat eine Steuerstala aufgestellt, die mit 10 000 bis 15 000 Frank beginnt und weiter um je 5000 Frank bis 10 000 Frant, dann um je 10 000 Frank, weiter um je 20 000 Frank, über 1 Million um je 50 000 Frank und dann von 1½ Millionen ab um je 100 000 Frank Vermögen steigt und die Steuersätze von 10 Frank bis 52 500 Frank für 3 600 000 Frank ansteigen läßt, die entsprechend noch weiter fortgesetzt werden. Die Einkommensteuer beginnt mit 2500 bis 2700 Frank und steigt dann um je 10 000 Frank für Ginkommen von 200 000 Frant. Der niedrigste Steuersatz beträgt 12,50 Frant, für 210 000 Frank 16 000 Frank usw. Aus Industrie und Handel. Der Kurs der Staatsrenten. Rückgang des österreichischen Außenhandels. Wien, 20. Februar.( W. T. B.) Nach dem statistischen Ausweis des Handelsministeriums über den Außenhandel des österreichisch- ungarischen Zollgebiets betrug im November 1914 die Einfuhr 127,5 Millionen, die Ausfuhr 122,6 Millionen Kronen; d. h. 173,3 bezw. 124,7 Millionen Kronen gegen das Vorjahr weniger. In dem Zeitraum Januar- November 1914 betrug die Einfuhr 2617,2, die Ausfuhr 1891,3 Millionen Kronen; d. H. 460,7 bezw. 625,1 Millionen Kronen gegen das Vorjahr weniger. Soziales. Der prügelnde Lehrchef. " Gegen den Spitzenhändler Wormann, mit dem sich schon wiederholt das Berliner Kaufmannsgericht zu beschäftigen hatte, sollte Das Gesamtergebnis der Kriegssteuer soll 78 bis 83 Millionen gestern vor der 3. Kammer erneut verhandelt werden. Es handelte sich Frank betragen, wovon 56 bis 57 Millionen auf die Vermögens- in diesem Falle um die Klage des Vaters eines Lehrlings D., der von steuer und 5 bis 5½ Millionen auf die Einkommensteuer der natür-. dauernd gemißhandelt sein will. Wie der Vater behauptet, habe und 2 bis 2½ Millionen auf die Genossenschaften entfallen würden. zur Folge hatte. Der Beklagte erwiderte auf die Ausführungen des lichen Personen, 15 bis 18 Millionen auf die Aktiengesellschaften herrn gestanden, was schließlich die Entstehung eines Nervenleidens der Junge in ständiger Furcht vor den Mißhandlungen seines LehrVaters, daß er als Lehrherr das Recht zur Züchtigung habe. Die weitere Verhandlung ergab dann, daß der Beklagte sehr häufig verreist ist und in seiner Abwesenheit sein Geschäft fast ausschließlich von Lehrlingen führen läßt. Die dem Lehrling D. vorgeworfenen Vergehen" verdankten ihr Entstehen eben der mangelnden Beaufsichtigung Die Norddeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt: der Lehrlinge. Als dann der Beklagte seine Prügelpädagogik mit den Die Londoner Börse ist in Karnevalsstimmung. Sie hat sich Worten verteidigte:„ Ohne Prügel gehts bei den Lehrlingen nicht!", den Scherz geleistet, seit Kriegsausbruch die deutsche dreiprozentige bemächtigte sich der Beisiger, und nicht zum wenigsten der PrinzipalsReichsanleihe zum ersten Male wieder zu handeln, und zwar, wie beisiber, eine gewiß berechtigte Empörung. Bei dieser Gelegenheit 76 vor Kriegsausbruch. Das Vergnügen ist billig; denn bekanntlich des Lehrherrn, die dem Herrn nicht angenehm in die Chren geklungen die Cityblätter triumphierend verkünden, zu 55, 54 und 53½ gegen machte das Kollegium dem Beklagten Vorhaltungen über die Pflichten sind die englisch gestempelten Stücke von dem Handel in Deutsch- haben mögen. Aus Anlaß dieser Vorhaltungen stellte W. vor Eintritt land ausgeschlossen. Aber in ernsten Zeiten weiß man auch kleine in die erneute Verhandlung den Antrag auf„ Ablehnung des VorFreuden zu schäßen, und so leistet sich die„ Morning Post" einen sikenden und des Herrn Beisitzers mit dem graumelierten Bart". stolzen Artikel, in dem sie beweist, daß Deutschlands Staatskredit Das Kaufmannsgericht gab dem Beklagten auf, seinen Abseit Kriegsausbruch um 23 Proz. gesunken ist, derjenige Frank- lehnungsantrag binnen drei Tagen schriftlich zu substanzieren. reichs nur um 13 Proz, derjenige Englands gar nur um 6½ Proz. er kann da noch an Deutschlands finanzieller Bertrümmerung zweifeln! aus. Seit dem Beginn der großen Weltkrise ist die KursentwideBei Lichte hesehen, nimmt sich das Bild allerdings etwas anders lung der maßgebenden Staatspapiere der drei Länder, gemessen nicht an eigens aufgeführtem Karnevalshandel, sondern an den ernsthaften Umsätzen der Hauptmärkte: 20. Juli 18. Febr. Rückgang 1914 1915 75,80 70,25 5,55 75,75 68,50 7,25 3 Proz. Reichsanleihe, Berlin 2½ Proz. Konsols, London 3 Broz. französische Rente, Paris 81,25 68,75 12,50 gehalten als der französische, sondern auch besser als der englische. Deutschlands Staatskredit hat sich also nicht nur ungleich besser Dabei ist der Londoner Kurs für englische Konsols ein von der Regierung vorgeschriebener Mindestkurs. Wer öffentlich billiger handelt, wird eingesperrt. Dabei wird in der City, die das business ernst nimmt, heftig für eine Herabjebung der Mindestkurse agitiert. Die Regierung allerdings leistet noch Widerstand, ivas nach den gewiß unverdächtigen Times" vom 15. Februar dern unzweifelhaft die Entwickelung des Geschäfts in Werten, deren vielfach bedauert wird, denn die gegenwärtigen Mindestkurse hinwirklicher Marktwert merklich niedriger ist als der figierte Mindestkurs". Aus dem Gewerbegericht. Fechner u. Jung beschäftigte gestern die Kammer 4 des GewerbeEine Kollektivklage von zwölf Korbflechtern gegen die Firma gerichts. Der Beklagte Fechner war von der Militärbehörde mit der Anfertigung von 3000 Geschoßkörben beauftragt worden. Um den Auftrag ausführen zu können, benötigte er 2500 M., deshalb assoziierte er sich mit dem zweiten Beklagten. Sie schlossen einen Teilhabervertrag, in dem sich Jung verpflichtete, die genannte Summe einzuzahlen, die dann zur Deckung der Unkosten, Miete und auch der Löhne dienen sollte. Als es dann zwischen Beiden zu ernsten Diffe= halten. Sie legten die Arbeit nieder, nachdem sie an zwei Tagen verrenzen fam, fonnten die Arbeiter ihren verdienten Lohn nicht ergeblich versucht hatten, zu ihrem Gelde zu kommen. Der Beklagte Fechner erkannte an, den Betrag schuldig zu sein. Da er aber mittellos ist, lag den Klägern natürlich daran, auch Jung mit verurteilt zu sehen. Dieser aber bestritt seine Passivlegitimation. Er behauptete, nur stiller" Teilhaber zu sein, der wohl im Betrag von 2500 W. hafte, darüber hinaus jedoch nicht. " geschlossenen Vertrages für die Löhne mitverhaftet sei. Unter den Das Gericht verurteilte aber auch ihn, da er auf Grund des abDifferenzen der Firmeninhaber dürfen die Arbeiter keinen Schaden erleiden. AZ Blusen Röcke u. Die mod, Passe! in Verbindung mit den mod. Falten. Aeusserst kleidsam und in Anbetracht der guten blauen Ware sehr vorteilhaft zu nur 8.25 Praktischer Rock aus guter blauer Ware mit allen Merkmalen der herrschenden Mode nur 10.25 Mod. Sattelform mit aparten Falten in prima blauer Ware, sehr elegant wirkend nur 14.00 Seidenbluse hübsche Form in verschiedenen mod. 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Abends 8, Uhr: Boltsbühne, Theater am Bülowplak: Die Kreuzelschreiber. Mittwoch: An allen anderen Zagen: Conte Erichsen. Theater für Sonntag, 21. Februar: Berliner Theater 8 Thr: Extrablätter!" 99 Deutsches Künstler- Theater 7, 7 U.: Peer Gynt. Deutsches Opernhaus, Charlottenb. 3 Uhr: Fra Diavolo. 7 Uhr: Lohengrin. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. 3 Uhr: Gasparone. 8 Uhr: Die Fledermaus. Gebr. Herrnfeld- Theater 8 U.: Die Orientreise. Metropol- Theater 7%, U.: Woran wir denken! Montis Operetten- Theater 3 Uhr: Der lach. Ehemann. 8 Uhr: Der liebe Pepl. National- Theater 8.10 U.: Wenn d. Landsturm kommt Residenz- Theater Theater des Westens 8 Uhr: Rund um die Liebe Zirkus Alb. Schumann 3 Uhr: Prinz Friedrich v. Homburg. Theater in der Königgrätzer Straße 3 U.: Die 5 Frankfurter Uhr: Hedda Gabler. Trianon- Theater 8% U.: Die Walse aus Lowood. 8 U.: Das Liebesnest. Volksbühne.Theater am Bülowplatz 3 Uhr: Die Kreuzelschreiber. 8% U.: Sönke Erichsen. Walhalla- Theater 8 Uhr: Die Waise aus Lowood. 8 Uhr: Krümel vor Paris. URANIA Taubenstr. 48/49. Abends 8 Uhr: Auf d. Schlachtfeldern Ostpreußens Montag 4 Uhr( Halbe Preise): 3 Uhr: Das Glück im Winkel Auf d. Schlachtfeldern Ostpreußens 8 Ubr: Die Schöne vom Strand. Rose- Theater 3 Uhr: Muttersegen. 8 Uhr: Else vom Erlenhof. Schiller- Theater 0. 8 Uhr: Uriel Acosta. Schiller- Th. Charlottenbg. 3 Uhr: Die Hermannschlacht. 3 Uhr: Johannisfeuer. 8 Uhr: Familie Plaschek. Thalia- Theater Helbring contra Helbring. Kleines Theater 8% U: Jettchen Gebert. 8 Uhr: Der kategorische Imperativ. Die Ehre. 8 Uhr: Kam'rad Männe. Theater am Nollendorfpl. 3, U.: Der Graf v. Luxemburg. 8%, U.: Immer feste druft! Montag 8 Uhr: Die Vogesen und ihre Kampfstätten. Reichshallen- Theater. Stettiner Sänger. Weihnachtsabend im Schützengraben bon Megsel. Anfang 7%, Uhr. Sonntag, den 21. Februar: 2 Große Vorstellungen 2 nachm. 3, u. abds. 7, Uhr. 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Vaillant vergleicht den Krieg, den Frankreich jetzt führt, mit den Revolutionskriegen von 1793, wo die Heere der Republik die bürger- lichen Errungenschaften von 1789 nach Osten trugen. Vaillant über- sieht nur, daß 1793 das Bürgertum in Frankreich nach einer sieg- reichen Revolution zur herrschenden Klasse geworden war, während von einer Herrschaft des Proletariats in Frankreich nicht im ent- ferntesten die Rede ist. Sicher ist es nicht ausgeschlossen, daß, wenn das Proletariat in einem Land die Herrschast erobert, sich das Schauspiel von 1792 wiederholt, und auch der siegreiche Sozialismus gezwungen sein kann, sich in Kriegen gegen die kapitalistische Reaktion in den feindlichen Nachbarländern zu behaupten. Aber wer wird den Eintritt von Guesde und Sembat in das Ätinisterium als einen Sieg des Sozialismus an- sehen wollen? Sie glaubten, wie es aus dem Manifest der Partei deut- lich wird, in der Not des Landes mithelfen zu müssen, sie traten ein in ein Ministerium der nationalen Verteidigung. Für Vaillant wird aus diesem Ministerium, in den« auch zwei Sozialisten sitzen, unversehens ein Ministerium des Sozialismus und damit allen Illusionen die Bahn geebnet. Der Trugschluß wird sofort klar, wenn man sich zum Be- wutztsein bringt, daß Kriegspolitik nur die Politik herrschender Klassen sein kann, dag man die West nicht mit dem Sozialismus beglücken kann, bevor man ihn im eigenen Land hat. Ten französischen Genossen ist die Erkenntnis von Iaures ver- lorengegangcn, der sagte:„Die Erfahrung hat uns gelehrt, daß man der Freiheit eher schadet als nützt, lvenn man sie mit der Waffe in der Hand hinauszutragen sucht."' Aber wenn es sogar wahr wäre, daß der preußische Militarismus der wesentlichste Hort der europäischen Reaktion sei und Frankreich witklich den Eroberungskrieg für die Demokratie führt, wäre es dann wirklich im Interesse des Sozialismus, daß die französische Sozial- demokratie diesen Krieg als ihren Krieg führt? Präziser gefragte Ist es vom Standpunkt der Internationale möglich, daß sich die französischen Genossen ans eigene Faust in einen Krieg gegen den preußi- scheu Militarismus begeben, daß sie sich anmaßen, ohne Zustimmung der Internationale diesen Eroberungskrieg zu fördern, daß sie, vom Standpunkt der Internationale aus gesehen, geradezu einen Frank- tircurkrieg' organisieren? sicher ist es keineswegs prinzipiell ausgeschlossen, daß der Krieg als Methode für ein Ziel der proletarischen Politik anerkannt werde und die alte Internationale hat ihn auch als Methode anerkannt.' Aber die Poraussetzung, daß eine Kricgspolitik von Sozialisten geführt werde, ist, daß diese Kriegspolitik von der Internationale anerkannt sei. Und da lvird es wobl niemaitd aus der Welt geben, auch niemand in Frankreich, der die Behauptung wagen würde, daß in der neuen Internationale irgend wer jemals zur Führung eines Erobernngs- kneges für die Demokratie ermächtigt worden sei. Das niederdrückende Bewußtsein, das während dieses Krieges große Teile des Proletariats ergriff, das Bcivußtsein, daß die Sozialisten aller Länder nicht mehr gemeinsam wollen können, stammt nicht zum wenigsten daher, daß die Parteien der einzelnen Länder sich das Recht anmaßten, auf eigene Faust an Eroberungskriegen für die Demokratie Europas mitzuwirken. Da diese Eroberungskriege nicht nur verschiedene, sondern unverein- bare Ziele hatten, mußten, sie zur Sprengung der Internationale führen. Wenn die Internationale möglich sein soll, dann muß sie vor allem klar iverden, ob und welche Eroberungskriege für die Demokratie in ibrem Rahmen möglich sind. Die alte Internationale haste auf ihrem Programm den Kampf gegen Rußland, der„ein Teil des allgemeinen Kampfes für die Emanzipation der arbeitenden Klassen" sei." Die neue Internationale hat kein Programm fiir den Fall des Krieges auf- gestellt und sie wird wohl schtverlich ein positives aufstellen können. Denn in der Zeit der alten Internationale war nur der Eroberungskrieg für die Dcinokratic in Frage, und da konnten sich die Völker des Westens, in denen einzig das Proletariat eine wesentliche Rolle spielte, wohl auf eine Kriegslosung einigen. In der neuen Internationale ist es anders. Schon 1879 stellte sich Engels auf den Standpunkt, daß es sich für die Deutschen um „einen Kampf um die nationale Existenz" handle', und er vertrat den- selben Standpunkt im Jahre 1891 bezüglich eines künftigen Krieges, in den Deutschland verwickelt werde.' Und ebenso wie Engels betonten Bebel in Teutschland und Iaures in Frankreich den Gesichtspunkt der Notwendigkeit des' Verteidigungskrieges. Wenn man aber die Be- rechtigung des Verteidigungskrieges in die erste Linie stellt, und das ist in diesem Krieg in Deutschland wie in Frankreich mit gleicher Ent- ' Die Nachricht, die Ende Dezember durch das Wolffsche Bureau verbreitet wurde, daß die französische sozialistische Kammerfraktion in ihrem Manifest� vom 25. Dezember gesagt habe:„Frankreich kämpfe dafür, daß Elsatz-Lothringen zu seinem wahren Vaterland zurück- kehre", beruht bloß auf einer„Verdeutlichung" in der Ucbcrsetzung. Der Wonlaut in jenem Manifest hieß:„Nous luttons pour' quo los proviiicos armexees, il y a quarante-quatre ans, contre leur volonte, reviennent librement a leur patrie d'election. Nous luttons, pour. quo le droit des peuples a disposer d'eux-mßnios soit cette kois reconu de tous." Diese Sähe ent'prechen also, wenn man sie unvoreingenommen auffaßt, vollständig dem Stand- Punkt, den Scmbat bereits in der Versammlung vom 2. August 1911 eingenommen und den auch Vaillant immer wieder in der„Humanite" betont hat, so zum Beispiel in folgenden Ausführungen:„In der Tat wollen wir dem vvni deutschen Jod, befreiten Elsaß-Lothringcn die freie Entsckieidung über sein Schicksal überlassen und wollen die will- kürlichen Annerioncn, die die verbrecherische Verstümmelung Frank- reichS 1879 zur Folge hatten, keineswegs im umgekehrten Sinn wieder- bolen. Tie Annexionen und gewaltsamen Eroberungen sind die stän- digen Duellen internationaler Konflikte und des Wachstums des Im- perialisinns und Militarismus." Die Deutung, die jenem Manifest vom 25. Dezember zu geben versucht wurde,'daß die französischen Sozialisten nun sogar dem Revanchetaumel erlegen seien, ist also glück- licherwcise nicht richtig. * Iaures,„Die neue Armee", Seite 19. 6 Vergleiche Heinrich Weber„Ter Krieg und der Sozialismus", Kampf, VI. Jahrg., Seite 97 ff. ° So hieß es in der Inauguraladresse(l891>. Später wurde dieser Satz nid)t mehr wiederholt, im Gegenteil beschloß der internationale Kongreß von Lausanne Vl8(37>, der Friedensliga beizutreten, und der- jenig- von Brüssel k1868> erklärte in seiner Resolution gegen den Krieg,„daß er nur den Despotismus stärkt, die Freiheit erstickt", und empfahl für den Fall des Ausbruches eines Krieges die Niederlcgung der Arbeit.(Spätere Kongresse haben diesen Beschluß wieder außer Kraft gesetzt. Tie Red. d.„V.") 7 Briefwechsel zwischen Friedrich Engels und Karl Marx. 4. Band, Seite 139. S Friedrich Engels:„Ter Sozialismus in Deutschland. Neue Zeit. X. Jahrgang. I. Band, Seite 585 und 588. schiedenheit geschehen, dann ist es wohl kaum denkbar, daß sich die Internationale auf einen Eroberungskrieg für die Demokratie einige.' Denn welch gute Absichten immer die französisckzen Sozialisten mit der Besiegung des preußischen Militarismus haben mögen, das deutsche Proletariat kann den Sieg dieses Befreiungsfeldzuges nicht wünschen, weil er ja in Widerspruch steht zu der von ihm anerkannten Not- wendigkeit des Schutzes seiner nationalen Existenz. So sehr die deut- schen Sozialdemokraten die Ilmgestaltung des preußischen Militär- shstems wünschen mögen, sie können die Erringung dieses Zieles auf diesem Wege, durch die Dkethode des Krieges, nicht zulassen." Aber ebenso wie Deutschland macht Frankreich das Recht der Sicherung seiner nationalen Existenz geltend. Frankreich wäre— das hat der Krieg auf das klarste ertviesen— isoliert nicht imstande, einer Niederlage zu entgehen. Der Bund mit dem russischen Zaren mag allen freiheitlichen Elementen Frankreichs höchst unsympathisch sein, aber sie könnten den Kampf für die Demokratie Europas, gegen den Zarismus, heute nur führen, wenn sie ihre nationale Existenz aufs Spiel setzen wollten. Indem sie die Verteidigung ihres Landes zur obersten Richtschnur erheben, sind sie gezwungen, auf den Krieg gegen den Zaren zu verzichten. Und ebenso wie die deutschen Sozialdemokraten das Recht haben, im Namen der internationalen Solidarität von den französischen zu verlangen, daß sie nicht auf eigene Faust einen Krieg„gegen den preußischen Militarismus" fuhren, ebenso und mit gleichem Recht können die Sozialisten Frankreichs ein analoges Ansinnen an die Deutschlands stellen. D'e internationale Solidarität wäre nur ge- wahrt worden, wenn keine sozialistische Partei auf eigene Faust den Eroberungskrieg für die Demokratie als Kriegsparole ausgegeben hätte. Vielleicht gelingt es der Internationale einmal, einen derartigen Eroberungskrieg für die Demokratie in ihr Programm aufzunehmen. Dann, aber nur dann wird er möglich sein, ohne den Charakter eines Franktireurkrieges anzunehmen, ohne ein Attentat darzustellen gegen die internationale Solidarität. Tie Tatsache des ErstarkenS des Proletariats hat den Gesichts- Punkt der Sicherung der nationalen Existenz immer stärker in den Vordergrund geschoben und damit einen Gegensatz geschaffen, der der alten Internationale unbekannt war: den Gegensatz zwischen dem Recht auf Landesverteidigung, das die Internationale allen Völkern gleichermaßen zuerkennt, und den Eroberungskriegen für die Demo- kratie. In der Ueberwindung dieses Gegensatzes, der in der Haltung der französischen Sozialdemokratie in seiner ganzen Bedeutung hervor- tritt, scheint uns die Vorbedingung für den Neuaufbau der Jntcr- nationale zu liegen. Ob dieser Gegensatz anders zu überwinden ist als durch einen Verzicht auf alle Eroberungskriege für die Demokratie, kann nur die Zukunft lehren. Bis zum Kriege voit 1879 war der Schwerpunkt der Arbeiter- bewegung in Frankreich, dann ging er. wie Marx richtig voraus- gesehen, nach Deutschland über. Ini�Jahrc 1891 konnte Engels" mit Recht'sagen, daß sich die deutsche Sozialdemokratie„eine stelle er- obert habe wie keine andere sozialistische Partei der Welt" und daß sie„im Interesse der europäischen Revolution" ihre Position zu bc- baupten habe auch gegen den äußeren Feind. Die französischen Sozia- listen haben heute noch immer das Bewußtsein, daß der Borrang, den die bürgerliche Revolution Frankreich in Europa gab, ungeschmälert weiterbestehe. Die deutschen Sozialisten glauben, daß sich die Situa- tion seit Anfang der neunziger Jahre nicht geändert habe. Aber die Internationale hat sich in allen ihren Teilen gewaltig entwickelt, so daß die Worte, die Engels 1891 an jene russischen Sozialisten rich- tcte, die glaubten, den direkten Sprung vom Bauernkommunismus zum Sozialismus machen zu können, heute die Sozialisten aller Länder auf sich beziehen können:„Mit diesen Leuten rechten wir nickit, wenn sie ihr... Volk hielten für das auserwählte Volk der sozialen Revolution. Aber ihre Illusion brauchen wir deshalb nicht zu teilen. Die Zeit der auserwähltcn Völker ist für immer vorbei."" Die Sozialdemokraten in der Duma. In Ergänzung unserer Mitteilung über die Ablehnung deS Etats durch die sozialdemokratische Dumafraktion sei noch nachgetragen, daß laut Meldung russischer Blätter auch die„Arbeitsgruppe", die Vertreterin der radikalen kleinbürgerlichen und bäuerlichen Elemente, nicht für den Etat gestimmt hat. Ihre Haltung unterschied sich nur insofern von der der sozialdemokratischen Fraktion, als diese gegen den Etat stimmte, während die Arbeitsgruppe sich nach ent- sprechender Begründung der Stimme enthielt. Es ist übrigens interessant, daß während die Reden und De- klarationen der Vertreter der sozialdemokratischen Fraktion und der „Arbeitsgruppe" in der Sitzung vom 9. Februar auf Veranlassung des Dumapräsidenten unterdrückt wurden, die Erklärung des(jetzt aus der Fraktion ausgeschlossenen) Abgeordneten M a n j k o w im amtlichen Bericht wiedergegeben ist. Diese Erklärung lautete: „Ich betrachte es als meine Pflicht, zu erklären, daß ich mich dem Schlußabsatz der Deklaration der sozialdemokratischen Fraktion (über die Notwendigkeit einer Propaganda für die Beendigung des Krieges. D, Red.) nicht anschließen kann. Ich erkläre, daß " Von der Taktik der Polen und anderer Nationen, die sich selbst unter Fremdherrschaft befinden, sprechen wir hier nicht, da es ein be- sonderes Problem darstellt. Der„Befreiungskrieg" stellt eine kompli- zierte Synthese dar: er ist gleichzeitig ein Eroberungskrieg für die Demokratie und Verteidigungskrieg gegen die Bedrücker im eigenen Land. Ja, er kann, wie dies Bernstein beim Balkankrieg tatsächliä) tat, sogar unschwer als Revolution gedeutet Iverden. 10 Diesen Standpunkt vertrat auch Bebel 1889 im„Sozialdemokral". .... Allerdings lassen sich auch Aeußerungen Bebels anführen, die dieser widersprechen. Aber dann spricht er nur von den objektiven Wirkungen der Ereignisse und nicht von der Stellung, die die Partei im Kriege einnimmt. So.... in seinen Memoiren(Band I, Seite 169) bei Besprechung des Krieges von 1866:„Meine Ansicht ist, daß für ein ! Volk, das sich in einem unfreien Zustand befindet, eine kriegerische ! Niederlage seiner inneren Entwickelung eher förderlickt als hinderlich sst. Siege machen eine dem Volk gegenüberstehende Regierung hoch- niütig und anspruchsvoll. Niederlagen zwingen sie, sich dem Volk zu nähern und seine Sympathie zu gewinnen. Das lehrt uns 1896/97 für Preußen, 1866 fiir Oesterreich, 1879 für Frankreich, die Nieder- läge Rußlands im Kriege mit Japan 1991. Die russische Revolution wäre ohne jene Niederlage nicht gekommen, ja, sie wäre durch einen Sieg des ZarentumS auf lange Jahre unmöglich gewesen, lind ist die Revolution aud) niedergesdtlagen worden, das alte Rußland ist � nicht mehr, so wenig wie das alte Preußen von 1817 noch nach 1819 � bestand. Umgekehrt zeigt uns die Geschichte, daß, als das preußische ! Volk unter Darbringung gewaltiger Opfer an Gut und Blut Napoleons Fremdherrsdiaft gestürzt und die Dynastie aus der Patsche gerettet, letztere alle schönen Versprechungen vergessen hatte, die sie in der Stunde der Gefahr dem Volk gemacht. Es mutzte erst nach langer Reaktionszeit' das Jahr 1818 kommen, damit das Volk sich eroberte, was man ihm jahrzehntelang vorenthalten hatte.... 11 Engels:„Der Sozialismus in Deutschland."„Neue Zeit". Jahrgang 19 Band 1, Seite 585 und 556. 77 Engels: Nachwort zu„Soziales aus Rußland">1891), ent- halten in„Internationales aus dem Volksstaat", Seite 71. ich den Krieg für einen Eroberungskrieg Deutschlands halte und der Ansicht bin, daß im Interesse der endgültigen Vernichtung des Militarismus das Wort„Friede" nicht gebraucht werden darf, bc- vor das deutsche Junkertum besiegt ist." Es ist charakteristisch, daß diese Erklärung nur auf der Rechten und im Zentrum der Duma Beifall fand. Selbst für die russischen liberalen Parteien war diese Leiftttug denn doch zu stark. In der zweiten Sitzung der Duma vom 19. Febru«, in der über den Etat abgestimmt««erde, gab Genosse i« Namen der Fraktion folgende Srlflärung ab: „Der durch die Regiernngspolitik im Lande geschaffene AuZ- nahmezustand, der besonders kraß in der Verhaftung der sünf sozialdemokratischen Dumaabgeordneten zum Ausdruck gekommen ist, zwingt gegen den Etat zu stimmen. Im Namen der sozialdemokratischen Fraktion stelle ich fest, daß wir in der ersten Sitzung der Duma keine Interpellation wegen der Verhastung der Abgeordneten einbringen konnten, weil die„Fraktion der Volksfreiheit"(Äadettenfraktivn) es ablehnte, uns die fehlenden Unterschriften zu geben." In derselben Sitzung gab der Abg. Dszubins ki iin Namen der„Arbeitsgruppe" eine Erklärung ab, in der er darauf hinwies, daß die Mittel des Volkes sich auch jetzt in den Händen einer un- verantlichen Regierung befinden, die nicht nur die inneren Streitigkeiten nicht vergessen habe, sondern Zwietracht und Haß säe. Indem die Regierung jede Acußerung der Selbsttätigkeit unterdrücke, schwäche und untergrabe sie die Kräfte des Volkes. In einem Augenblick, wo die Völkerschaften Rußlands mit besonderer Aufmerksamkeit behandelt werden müßten, fahre die Regierung nicht nur in ihren früheren Verfolgungen fort, sondern mache das Leben der rechtlosen Juden direkt unerträglich und unterdrücke nach wie vor die Ukrainer, die Fi Unländer und andere Völker- schaften. Auf wirtschaftlichem Gebiet seien die mit dem Krieg ver- knüpften Milliardenausgaben nicht in den Etat eingestellt und können deshalb nicht Gegenstand der Beratung in der Duma sein. Alle neu eingeführten Steuern seien auf Grund des Art. 87, ohne vorherige Zustimmung der Duma, festgesetzt worden. Hierbei falle die ganze Last dieser Steuern vorzugsweise auf die breiten Massen der Bauern und Arbeiter. Hingegen sei eine Einkommensteuer bis- her nicht eingeführt worden. Auf diese Weise beruht das Steuer- system zurzeit auf die äußerste Belastung der werktätigen Bevölkc- rung. Bei der Einschränkung des Ausgabenetats habe die Regierung hauptsächlich die Ausgaben für produktive und kulturelle Zwecke reduziert, während sie die unproduktiven Ausgaben— für Administration, Gefängnisse und Polizei— fast in demselben Um- fange beibehalten habe. In Anbetracht alles dessen sehe sich die „Arbeitsgruppe" gezwungen, sich bei der Abstimmung über den Etat der Stimme zu enthalten. Nach dieser Erklärung des offiziellen Redners der„Arbeits- gruppe" erklärte das Mitglied derselben, Abg. Kerensky, er persönlich iverde mit Genehmigung seiner Fraktion gegen den Etat stimmen. Es stimmten demnach gegen den Etat sechs Sozialdemokraten(5 Sozialdemokraten find bekanntlich verhaftet) und 1 Mitglied der„Arbeitsgruppe", während die übrigen 13 Mit- glieder dieser Gruppe und das frühere Mitglied der sozialdemokra- tischen Fraktion M a n j k o w sich der Stimme enthielten. In der Abendsitzung der Duma vom 19. Februar, mit der die „Session" abschloß, kant es Nock) zu folgendem Eingreifen unserer Fraktion. ES wurde von bürgerlicher Seite u. a. beantragt, daß bei dem Ministerium des Aeußern eine Unters uchungskom- Mission eingesetzt werde zur Prüfung„der Verletzungen der internationalen Regeln und Bräudjc des Krieges durch die Deutschen, Oesterreicher und Türken". Gegen diesen Antrag wandte sich im Namen der sozialdemokratischen Fraktion Genosse Tschenkeli:„Wir haben— erklärte er— prinzipiell natürlich nichts dagegen, daß eine solche Kommission eingesetzt wird. Sie muß aber unseres Er- achtens international sein, wenn sie ihre Aufgabe würdig er- füllen und die Verletzungen des internationalen Rechts überall feststellen will, unabhängig davon, wer sich auch diese Verletzungen hatte zu schulden kommen lassen. Die Antragsteller wissen sehr gut, daß Uebergriffe nicht allein von Deutschland und Oesterreich be- gangen wurden. Bei uns hat man es nicht gern, in öffentlicher Sitzung über Greuel zu sprechen. Ihr habt außerhalb dieses Saales Euere besondere Sitzung veranstaltet, und hier spielt sich im Verlauf von drei Tagen keine Sitzung ab, sondern ganz was anderes...." „Das gehört nicht zur Sache", unterbricht den Redner der Duma- Präsident Rodsjankv. Man muß nicht vergessen— fuhr Genosse Tschenkeli fort— daß Verletzungen des Völkerrechts eine Begleiterscheinung des Krieges sind. Darauf haben wir bereits in unserer Er- klärung in der ersten Dumasiyitnz hingewiesen. Diese Verletzungen werden sie aus der Welt schaffen nicht durch eine Unter- suchungskommission, sondern durch die Ein- st e l l u n g..." Der Schluß der Rede unseres Genoffen fiel dem Zensor zum Opfer. Ahm /lusschluß Manjkows. Ueber den Ausschluß des Abg. M a n j k o w aus der sozial- demokratischen Dumairaktion liegen außer seiner Erklärung in der Dumajitzung vom 9. Februar, die ihm den Beifall der Nationalisten und Oktobristen eintrug, nachstehende Veröffentlichungen vor: Die Zeitung„Ketsch" meldete in ihrer Nummer vom 11. Februar:„Die sozialdemokratische Fraktion der Reichsduma bc- schloß, den Abg. Manjkow als aus dem Bestände der Fraktion aus- geschieden zu betrachten." In der Nummer vom 12. veröffentlicht dasselbe Blatt folgende Erklärung Manjkvws: „In der Sitzung der sozialdemokratischen Fraktion vom 8. Februar, auf der die Deklaration angenommen wurde, opponierte ich gegen den letzten Punkt über den Frieden und blieb in der Minderheit. Am Morgen des 9. Februar, vor der Sitzung der Duma, erklärte ich meinen bisherigen Fraktionsgenossen, in Anbetracht der Wichtigkeit des jetzigen Augenblicks und der Mcinungsverschieden- beit in den sozialdemolratischen Kreisen hinsichtlich des Krieges hielte ich es nicht für möglich, meine abweichende Meinung zu verschweigen, wie auch mich der Mehrheit zu unterwerfen und gegen den Etat zu stimmen, sondern ich hielte es für richtig, mich der Stimme zu enthalten. Nachdem die Fraktion in meiner Abwesenheit über meine Er- klärung beraten halte, wurde mir eröffnet, wenn ich mich dem Be- schluß der Mehrheit nicht fügen und m e ine abweichende Meinung von der Dumatribüne verkünden würde, würde ich als aus der Fraltion ausgeschieden betrachtet werden." Genosse Wolfgang Heine schreibt im„ Volksblatt für Anhalt": " " Der Vorwärts" und die Leipziger Volkszeitung" fritisieren mein Heft„ Gegen die Quertreiber". Daß sie sich über die Schärfe meiner Bolemit aufhalten, ist nicht überraschend. Liebknecht sprach ven Schmutzblättern der Generalfommission", weil ein Genosse es vagte, unsere Zeitungen mit rein sachlichen, wahrheitsgemäßen Abdrücken von Artikeln der ausländischen Presse zu versehen, was allerdings die fatale Folge hat, daß die Genossen in Deutschland die Stimmung der englischen und französischen Sozialisten und die Hezereien von Bannekoek und Parabellum gegen uns kennen lernen. Liebknecht, Borchardt und Frau Luxemburg beleidigten und verhöhnten die Reichstagsfraktion aufs gröblichste. Dafür haben der " Vorwärts" und die Leipziger Volkszeitung" kein Wort der Kritik. Wenn ich aber das Kind beim richtigen Namen nenne, so geht ein zimperliches Geschrei über die persönliche Art der Polemik los. Diese Methode kenne ich, seit ich die Ehre habe, die Interessen der Partei gegen diese Seite zu vertreten. " 1 seiner in Frage kommenden Aeußerungen im Wortlaut einschließlich 15. Februar dieses Jahres bei Lösung des Armiedergegeben. Die für mich entscheidende Erklärung beitsverhältnisses feinen Schein erhalten haben und heute des Kauttys findet sich in seinem Artikel Die Sozialdemokratie im Kriege"( Nr. 1 der Neuen Zeit" vom 2. Oftober 1914, Seite 7) und Scheines noch bedürfen, um Arbeit zu bekommen, werden erlautet: sucht, sich umgehend zu melden. Denselben wird ohne weiteres Kommt es tros aller Bemühungen der Sozialdemokratie ein Schein ausgestellt. zu einem Kriege, dann muß sich eben jede Nation ihrer Haut Alle nach dem 15. Februar 1915 eingetretenen Beschwerdeivehren, so gut sie kann. Daraus folgt für die Sozialdemokratie aller Nationen das gleiche Recht oder die gleiche Pflicht, an dieser fälle werden auf Grund obiger Vereinbarung erledigt. Verteidigung teilzunehmen, keine darf der anderen daraus einen J. A.: Deutscher Metallarbeiterverband Vorwurf machen." Ortsverwaltung Berlin. Berlin und Umgegend. Dieser Satz ist so klar und eindeutig, daß er gar nicht mißverstanden werden kann. Aus der hier von ihm niedergelegten Anschauung hat der Genosse Kautsky ja auch in den Tagen um den 4. August herum die allein folgerichtigen Konsequenzen gezogen; er war damals bekanntlich durchaus kein grundsäglicher Gegner Neue Bestimmungen des Gardekorps über die Arbeitsder Kreditbewilligung. löhne für die Militärschneiderei. Im übrigen möchte ich die Genossen darauf verweisen, die Artikel Kautskys selbst zu lesen, und zwar mache ich außer auf Jn Nr. 342 vom 15. Dezember haben wir die Macherlöhne und den schon genannten Artikel besonders aufmerksam auf den Bedingungen veröffentlicht, zu denen das Kriegsbekleidungsamt des Ebenso steht es mit der Klage der Leipziger Volkszeitung" über Kautskyschen Aufsatz:„ Die Internationalität und der Krieg" Gardekorps Schneideranfertigungen vergibt. Zu diesen Löhnen und die Gefährdung der Parteieinheit". Gerade um diese zu retten, habe( Neue Zeit", Nr. 8 vom 27. November 1914). Auch an Kautskys Bedingungen gibt das Amt neuerdings eine Anzahl Veränderungen ich geschrieben. Es ist doch ein starkes Stüd: Die ganze große Masse bekannte Unterredung mit dem holländischen Genossen Troelstra bekannt. der Partei ist tatsächlich einig in dem Willen zur Baterlandsverteidi- darf ich erinnern. Biffer 6a und 6b in der Nr. 342 des„ Vorwärts" vorigen Jahres gung. Da kommen die Quertreiber, beschimpfen das als Chauvi= Das„ Verbrechen", das ich und so mancher andere Genosse veröffentlichten Auftragsbedingungen des genannten Amtes ist dahin nismus, Imperialismus, Berrat an der Inter- bom linken Flügel der Partei begangen haben, besteht nur darin, zu verstehen, nationale, Feigheit und was sonst noch alles. Und mun ich daß wir, wenn vielfach auch erst nach anfänglichem Zögern, kondie Partei dagegen in Schutz nehme, bin ich der Störer der Ginig- fequent den Weg zu Ende gegangen sind, den Genoffe Kautsky uns gewiesen hat. Wenn er selbst, unter dem für ihn besonders furchtbaren Eindruck des Zusammenbruchs der Internationale, inzwischen an seiner Wegweisung irre geworden ist, so ist das menschlich durchaus zu verstehen. Doch kann das für uns andere natürlich fein Anlaß sein, auch unsere Anschauungen rüdwärts zu revidieren. Konrad Haenisch. " feit". Intereffant aber ist ein Satz des Vorwärts". Dieser knüpft daran an, daß ich empfohlen habe, den Quertreibern die Frage entgegenzuhalten: Wollt Ihr, daß die Partei vor der Welt die Verantwortung dafür trüge, wenn Deutschland geschlagen, zerstüdelt und seines Handels beraubt würde oder wollt Ihr die deutschen Arbeiter davor schützen? Der„ Bortvärts" nennt dies einen Kampf gegen Windmühlenflügel", meint also offenbar, daß ein Parteigenosse diese Pflicht zum Schuße des Vaterlandes und feines wirtschaftlichen Lebens bestreite. Sehr gut! Wenn mein Vorstoß weiter keine Wirkung gehabt Gewerkschaftliches. An alle in der Metallindustrie daß für Unternehmergewinn sowie für die gesamte Tätigkeit der Vermittelung( Tätigkeit der Unternehmer und der Zwischenmeister) 25 Proz., auf die eigentliche bandwerksmäßige Arbeit( Einrimten, Nähen, Bügeln usw.) dagegen 75 Proz. der vom genannten Amt gezahlten Macherlöhne entfallen. Wenn an der Arbeitsausführung mehrere Arbeiter teilgenommen haben, so müssen sie zusammen die 75 Proz. erhalten. Wenn die vom Amt unmittelbar beauftragte Stelle die Schneideranfertigung nicht unmittelbar an die einzelnen Arbeiter ausgibt, sondern zwischen sich und diese Arbeiter Zwischenstellen einschaltet, fo haben sich sämtliche, zwischen dem Amt und den letzten Arbeitern vorhandenen Stellen in die genannten 25 Broz. zu teilen. Jede dieser Stellen ist verpflichtet, die nächstfolgende Stelle darauf hinzu weisen, daß die legten Arbeiter 75 Prog. erhalten müssen. Geschieht beitern zu wenig gezahlten Lohnes haftbar, welche nicht einwandfrei nachweisen kann, daß sie der folgenden Stelle in einer jeden Zweifel ausschließenden Weise den genannten Hinweis gemacht hat. hätte, als das 8entralorgan zu diesem Bekenntnis herauszufordern, Groß- Berlins beschäftigten Arbeiter und dies nicht, so ist diejenige Stelle für die Nachzahlung des den Arso wäre er schon dadurch allein gerechtfertigt. Steht der Vorwärts" auf diesem Standpunkt, so haben wir ja einen Boden der Verständigung. Dann muß man die Bewilligung der Striegskredite und die Haltung des größten Teils der Parteipresse gutheißen, mindestens, wenn man die Gefahr für Deutschland nicht beArbeiterinnen! Zur Beseitigung der Schwierigkeiten, die sich durch das Zwischen dem Arbeitgeberverband für das Damenschneidergewerbe Deutschlands und dem Verbande der Echneider, Schneide Vereinbarung zustande gekommen: streitet. Dieſe aber abzuleugnen, ist doch kaum mehr möglich. Jeden- Schreiben der Feldzeugmeisterei vom 15. Januar 1915 ergeben rinnen und Wäschearbeiter Deutschlands, Filiale Berlin, ist folgende falls müssen dann alle Tiraden der Quertreiber, daß wir die internationalen Ideale preisgegeben hätten, und der Internationale nicht unter die Augen treten tönnten( Liebknecht), daß wir das Joch des Imperialismus auf uns genommen hätten( Liebknecht), daß wir schmachvoll zusammengebrochen wären und die Genoffen verlassen hätten( Luremburg), daß die Führer den Kopf verloren hätten ( Mehring), daß wir geflohen wären, unt öfter noch zu fliehen ( Borchardt) usw. usw., auch nach Meinung des Vortvärts" sinnlos sein, denn wir haben eben gehandelt zum Schuße des nach unserer Meinung gefährdeten Vaterlandes. Ich wundere mich nur darüber, daß der Bortvärts" es nicht im Interesse der Partei findet, diese ungerechten Vorwürfe und die noch biel tolleren Angriffe der Parabellum, Trokky und der französischen Bresse zurückzuweisen. Daß diese Angreifer, die den Parteifrieden brechen, nicht genügend replizieren können, darf doch uns, die Angegriffenen, wozu auch die vom„ Vorwärts" vertretene Ansicht gehört, nicht mundtot machen. Ich will aber darüber mit dem" Borwärts" nicht rechten, so wenig mie über die Frage, ob die Aeußerungen, die ich in meinem Auffah teils wiedergegeben, teils angedeutet habe, wirklich nur als Windmühlen" zu bezeichnen find. Sie sind Wahrheit! Das eine aber gebe ich dem Vorwärts" zu: Sobald man an das wirklich vorhandene warme vaterländische Gefühl der deutschen Arbeiter, auch der Berliner und an ihr wohlverstandenes Interesse appelliert, müssen alle hochtönenden Worte, die ich zitiert habe, muß vor allem die theoretische Tüftelei Liebknechts, die feindliche Invasion sei cin Risiko" des Staates und dürfe für die Handlungsweise des Sozialdemokraten nicht in Betracht kommen, wie hohle Schemen in nichts zerfließen! Deshalb eben führe ich diesen Kampf im Interesse der Sozialdemokratie Berlin, 14. 2. 15. Wolfgang eine Wir können trotz dieser Ausführungen des Genossen Heine fein Wort von der Kritik zurücknehmen, die wir an seiner Broschüre, ihrer Aufmachung, der Gruppierung der Tatsachen und ihrer Tonart geübt haben. Wir bleiben der Ansicht, daß durch überhigte Bolemit, persönliche Herablegung und Anzweiflung des ehrlichen Willens anderer Parteigenossen", der Erzielung der Geschlossenheit der Partei der allerschlechteste Dienst geleistet wird. Auch bleiben wir bei der Auffassung, daß es nichts weniger als fair ist, Personen mit aller Rücksichtslosigkeit und unter Anziehung aus dem Zusammenhang geriffener Zitate zu bekämpfen, die sich zurzeit nicht zur Wehr sehen können. Mag sich immerbin eine Anzahl dieser Quertreiber" in Form und Inhalt ihrer Angriffe gegen die Fraktionsmehrheit arg vergriffen haben, so rechtfertigt das noch nicht ein Verfahren und eine Tonart gegen die Gesamtheit der " Quertreiber", die Heine selbst bei diesen so herb tabelt. Außer dem übersieht Heine auch völlig, daß diese Auslassungen der„ Duertreiber zum Teil nur die Antwort auf gröbliche Invektiven darstellten, die man ihnen selbst an den Kopf geworfen hatte. Heine verübelt es dem, Vorwärts", daß er diese Angriffe der„ Duer treiber" gleichfalls nicht scharf zurüdgewiesen habe. Er vergißt dabei völlig, daß der Vorwärts" nicht in der Lage war, fich zugleich mit dem fachlichen Inhalt dieser Kritik auseinandersezen zu können. Der Vorwärts" hätte eben auch nur einzelne Säge herausgreifen fönnen, ein Verfahren, das er gerade für irreführend und illoyal hält. Zudem lagen doch die Dinge so, daß die Quertreiber meist nur in ausländischen Blättern zu Worte famen, die der Masse der deutschen Parteigenossen so gut wie gar nicht zu Geficht fommen, während die Auffassung der Fraktionsmehrheit von zahlreichen Parteiblättern tagtäglich verfochten werden konnte. Da war es wirklich keine Todsünde des Vorwärts", diese Unterstellungen, die sich sowohl der Wiedergabe wie der angemessenen Stritif unter den bekannten Umständen entzogen, einfach zu ignorieren. haben, ist folgende Einrichtung getroffen worden: Kriegsausschuß für die Metallbetriebe Groß- Berlins. Von der Feldzeugmeisterei ist unter dem 11. Januar dieses Jahres ein Rundschreiben an die mit Kriegsarbeit beschäftigten Firmen gerichtet worden. Die darin vorgeschriebenen Maßnahmen haben zu Schwierigfeiten geführt, zu deren Beseitigung heute zwischen Vertretern des Verbandes Berliner Metallindustrieller einerseits und Vertretern des Deutschen Metallarbeiter- Berbandes, gleichzeitig namens des Gewerkvereins der Maschinenbau- und Metallarbeiter H.-D., Chriftlichen Metallarbeiter- Berbandes, Deutschen Holzarbeiter- Berbandes, Fabrikarbeiter- Berbandes, Transportarbeiter- Berbandes, Berbandes der Maler und Lackierer. Berbandes der Kupferschmiede und des Berbandes der Maschinisten und Heizer andererseits im Beisein eines Vertreters der Feldzeugmeisterei folgendes vereinbart wurde: 1. Bei Lösung des Arbeitsverhältnisses erhält der Arbeiter neben dem Abgangsschein einen besonderen Schein, auf Grund deffen er ein neues Arbeitsverhältnis eingehen kann. Arbeiter, die von den im Verzeichnis der Feldzeugmeisterei aufgeführten Firmen kommen, dürfen nur eingestellt werden, wenn sie diesen Schein vorweisen. 2. Der Schein muß dem Arbeiter beim Abgang sofort ausgestellt werden, falls die Entlassung durch die Firma erfolgt. Bei Berweigerung des Scheins in diesem Falle ist die Firma schadenerfaßpflichtig. 3. Erfolgt die Lösung des Arbeitsverhältnisses durch den Arbeiter mit Zustimmung des Arbeitgebers, so ist dem Arbeiter ebenfalls der Schein sofort bei Lösung des Arbeitsverhältnisses auszuhändigen. 4. Beabsichtigt der Arbeiter, das Arbeitsverhältnis zu lösen, und ist der Arbeitgeber damit nicht einverstanden, so kann er die Ausstellung des Scheins verweigern. 5. Zur Schlichtung aller durch Verweigerung des Scheines entstehender Streitigkeiten, insbesondere Lohndifferenzen, wird unter dem Namen Kriegsausschuß für die Metallbetriebe Groß- Berlins" ein Ausschuß gebildet, der aus je drei Arbeitgeber und drei Arbeitnehmerbertretern besteht. Die Arbeitgeberbertreter werden von dem Verband Berliner Metallindustrieller, die ArbeitnehmerBertreter von dem Deutschen Metallarbeiterverband bestellt. Die Feldzeugmeisterei hat sich bereit erklärt, bei den Sigungen fich bertreten zu lassen. 6. Der Ausschuß tritt nur dann in Tätigkeit, wenn es nicht gelungen ist, die Streitigkeiten innerhalb des Betriebes beizulegen. Teilakkordlöhne für die einzelnen Arbeiten bei gleichzeitiger Heimund Werkstattarbeit. Infanterie Landsturm mantel Aermel mit Riegel Spiegel. mantel DR. M. Einrichten Taschen( beim Infanteriemantel mit Streifen annähen) -, 30 -, 30 <-, 50 -50 Vorderteile, Kantenmachen( beim Land Sturmmantel mit Futtermachen und hereinmachen) 40 Dto. ohne Vorderteile einbügeln , 80 Rüdenteil mit Gurt und Schliz ohne Riegel. -, 30 -, 40 Zusammensezen , 10 , 20 . <-, 70 -, 15 85 , 25 -, 60 , 70 Bügeln, mit Borderteilen einbügeln Ausfertigen, Staffieren, Riegel, Halen und Desen Anöpfe annähen -, 70 -, 80 1,58 <-, 20 -, 20 Gardeligen find extra zu bezahlen. ) Einschließlich Hakenöffnung in der Seite. Litewken. Stragen machen, einschließlich bügeln und Spange ohne Knöpfe annähen Stragen aufießen und Kanten steppen. Aermel einfegen mit Achselfutter auf Heften. Snopflöcher Bügeln Einrichten Taschen • 1111 111111 11 48 2448 O Re JJJJ JJ J J J J J J 88 88 88 888 å -30*) -, 50 -, 40 , 60 25 Zusammensetzen mit Schoßtaschen Futter machen mit verdedter Leiste Rante machen und Futter einfegen. Hafen einsegen und Taschenriegel Aermel machen. Knopflöcher Kragen machen einschließlich bügeln und Spange Kragen auffegen und Kante steppen Aermel einfegen -, 25 50 -, 20 -, 80 , 25 • -, 60 -, 65 -, 15 Bügeln • Ausfertigen, Staffieren, Riegel, Saten und Desen Knöpfe annähen Berlin, den 7. Januar 1915. Arbeitgeberverband für das Damenschneidergewerbe Deutschlands. gez. Emil Drews. Berband der Schneider, Schneiderinnen und Bäschearbeiter Deutschlands, Filiale Berlin. gez. Fr. Kunze. Für die Waffenröde ist eine Lohnerhöhung eingetreten, die auch 7. Der Ausschuß ist berechtigt, seinerseits Scheine auszustellen. bier eine andere Verteilung der Arbeitslöhne bei Zeilafford herbei führte. Bis zur Entscheidung durch den Ausschuß. der bei vorliegenden Streitfällen mindestens wöchentlich einmal tagt, ist der Arbeiter nicht befugt, die Arbeit zu verlassen, wenn er auf die Ausstellung eines Scheines durch den Ausschuß rechnet. 8. Jeder Arbeiter fann zur Verhandlung vor dem Ausschuß einen Vertrauensmann hinzuziehen. 9. Auf Arbeiterinnen finden diese Bestimmungen teine Anwendung. Scheine werden für diese weder ausgestellt noch beim Eintritt verlangt. Berlin, ben 19. Februar 1915. Gerichtszeitung. Spekulation auf die Wohltätigkeit. Eine niedrige Spekulation auf den Wohltätigkeitssinn hat der frühere Kaufmann Adolf Liedtke betrieben, welcher sich gestern unter der Anklage des Betruges und der schweren Urkundenfälschung vor der 3. Straffammer des Landgerichts III zu verantworten hatte Der Angeklagte, der einst bessere Tage gesehen hatte, war eine Beitlang Dagegen, daß Heine seine Auffassung mit Nachdruck vertritt, der oben angeführten Vereinbarung liegen, ist bestimmt Geldern 30 Proz. und außerdem das Fahrgeld ersetzt, welches allein Zur Erledigung etwaiger Beschwerden, die im Rahmen von der Bethabara- und Beth- Glim- Stiftung in Weißensee als Kollettensammler beschäftigt worden. Er erhielt von den gesammelten haben und hatten wir nicht das geringste einzuwenden. Berübelt haben wir ihm lediglich die illoyale Art, den„ Duertreibern falsche haben wir ihm lediglich die illoyale Art, den„ Quertreibern" falsche worden, daß Beschwerdeführer sich entweder an das Bureau 5 M. pro Woche ausmachte. Da er gewöhnlich nach Abzug feiner und unlautere Motive zu unterstellen und allerlei unkontrollierbare des Deutschen Metallarbeiterverbandes, Berlin, Linienſtr. 83/85, Provision und des Fahrgeldes nur etwa 5 M. ablieferte, so machte er Gerüchte zu verbreiten, was jede Diskussion vergiften und auf ein oder an das Bureau des Verbandes Berliner Metallunerquickliches Niveau herabziehen muß. Aus der Partei. Erwiderung. den, möchte ich mich zurzeit mit dem Genossen Kautsth in eine industrieller, Berlin, Wusterhausener Str. 15/16, wenden. Jm Bureau des Deutschen Metallarbeiterverbandes werden Beschwerden im Zimmer 14 entgegengenommen. Da tatsächlich das beste Geschäft bei dieser Sammlung. Als er wegen berschiedener Vorkommnisse entlassen wurde, stellte fich der Angeklagte felbst ein Sammelbuch her und stempelte es mit einem Stempel ab, den er sich extra hatte anfertigen lassen. Vor Gericht kam der Angeflagte mit der sonderbaren Ausrede, er habe fich diesen Stempel nicht für das Sammelbuch anfertigen lassen, sondern für einen von ihm erfundenen patentierten Frühstücsbeutel, dem er den Schußnamen Bethabara" habe geben wollen. Mit diesem gefälschten Sammel buch ging der Angeklagte dann in den Häusern herum und erhielt, da er gut zu reden verstand, auch reichliche Beträge, mit denen er sich ein vergnügtes Leben machte. Erst nachdem der Angeklagte diesen Schwindel über ein Jahr betrieben hatte, wurde seinem gemeinschäd lichen Treiben durch die Aufmerksamkeit eines Schußmannes ein Ende bereitet. Der Staatsanwalt hielt den Angeklagten, der vor der Polizei ein Geständnis abgelegt hatte, jest aber alles bestritt, für völlig überführt und beantragte eine Gefängnisstrafe von 10 Monaten, da der Angeklagte eine recht niedrige Spekulation auf den Wohltätigkeitsweder Arbeitgeberorganisation noch Arbeitnehmerorganisation auf diesem Gebiet praktische Erfahrung haben, Auf die Richtigstellung" des Genossen Kautsky, die der Bor- ist das Ganze ein Versuch, dessen Gelingen zum großen Teil wärts" am Freitag abbrudte, bitte ich mir folgende kurze Erwide- bom beiderseitigen guten Willen abhängt. rung zu gestatten: Aus Gründen, die jedermann einleuchten wer- Am guten Willen unsererseits darf es nicht fehlen. Es längere Bolemit über die Kriegsfrage nicht einlaffen; gerade er ist ist deshalb Pflicht unserer Kollegen, entsprechend den gein der Bolemit weniger unbehindert als ich und darauf habe ich troffenen Vereinbarungen zu verfahren, dazu gehört vor allen felbstverständlich Rücksicht zu nehmen. Deshalb nur ein paar ganz Dingen, daß unsere Kollegen unter feinen Umständen die Inappe Bemerkungen! In meinen beiden am 5. und 6. Februar im„ Hamburger Echo" Arbeit früher aufgeben, als bis der Ausschuß gesprochen hat. erschienenen Artikeln Zur Klärung unserer Parteidebatten" habe Alle Arbeiter und Arbeiterinnen, die auf Grund des finn des Publikums betrieben habe. Das Urteil lautete auf 7 Monate ich den Genossen Kautsty nicht nur genannt, sondern ich habe einige Schreibens der Feldzeugmeisterei vom 11. Januar 1915 bis Gefängnis, Höchstpreise für Sped vor dem Reichsgericht. Briefkasten der Redaktion. Unter der Wirkung des Gesezes bom 4. August 1914 hatte auch der Landrat für den Landkreis Dortmund Höchstpreise für Sped fest- reats, parterre, am Montag bis Freitag bon 4 bis 7 Uhr, am Sonnabend Die juristische Sprechstunde findet für Abonnenten Lindenstr. 3, IV. Sot gesezt und bestimmt, daß geräucherter Sped nicht über 90 Pf. das von 5 bis 6 Uhr statt. Jeder für den Brieftast en bestimmten Anfrage Pfund zu verkaufen ist. Trotzdem forderte der vom Landgericht Dort ist ein Buchstabe unb eine Bahl als Merkzeichen beizufügen. Briefliche Anfragen, denen keine Abonnements quittung mund zu 20 M. Geldstrafe verurteilte Kaufmann Wilhelm Semmler Antwort wird nicht erteilt. beigefügt ist, werben nicht beantwortet. Eilige Fragen trage man in der für das Pfund Speck weiterhin 1,10 M. Auf die Anklage führte S. Sprechstunde vor. Verträge, Schriftstücke und vergleichen bringe man in die Sprechstunde mit. aus, daß bei Speck stets der Delikateßspeď von gewöhnlichem unterschieden worden sei; was er für 1,10 m. verkauft habe, sei Delikateßspeck gewesen, den vom Landrat festgesetzten Höchstpreis habe er nur auf den gewöhnlichen Speck bezogen. Das Gericht erkannte diese Entschuldigung nicht an, sondern führte aus, daß die Höchstpreise für die betreffende Ware allgemein respektiert werden müssen, solange der Gesetgeber oder die Behörde keine Ausnahmen zum Ausdruck bringe. Die vom Angeklagten gegen dieses Urteil eingelegte Revision ist vom Reichsgericht verworfen worden.( 5 D, 19/ 15.- 19. 2. 15.) driftliche Reklamation wird wenig Erfolg haben; meifen Sie bei der er neuten Musterung auf Ihre förperlichen Fehler hin. H. 2. 137. 1. Wenden Sie sich unter Darlegung des Sachverhalts an die Landesdirektion der Provinz Brandenburg, Mathaikirchstr. 21/22. 2. Stellen Sie Antrag auf Rente an den Bezirksfeldwebel. 3. 600 M. jährlich, dazu für jedes Kind 168 M. Von der Landesversicherungsanstalt befommen Sie für die Kinder Waisenrente, für sich Witwenrente, wenn Sie selbst invalid G. S. 1. In ein sind. 4. Ja, die tann in Wegfall tommen. zelnen Fällen ist unseres Wissens eine solche Einziehung schon erfolgt. Hermsdorf 36. Sie müssen die Versicherung weiter zahlen, sonst flagt die Versicherungsgesellschaft und wird wohl auch bei Ihnen so viel zu E. S. 100. 1. u. 2. Beides dürfte auf denjenigen in New York zu pfänden vorfinden, um ihren Anspruch befriedigen zu können. R. R. 28. treffen. B. O. 75. Um dieses sachgemäß zu bewerkstelligen und vor Die Versicherung werden Sie zahlen müssen. A. H. Wenn Sie Dr dre Berderben zu bewahren, wenden Sie sich doch lieber an einen Fachmann. bekommen, müssen Sie sich noch stellen. Auf Wiedersehen. Die R cnte A. H. April. 1. An der Apostelfirche 9. 2. Unter Darlegung der läuft weiter. Der Sohn soll eine Vollmacht ausstellen, damit Sie die näheren Umstände erhalten Sie auch darüber dort ebenfalls beste Auskunft. Rente abheben können. F. P. 9. 1. Das entscheidet der Militärarzt. F. O. 73. 1. Taschenbuch für Gartenfreunde für 3,50 M., zu haben 2. Nein. 3. Wenn sie aus der Kirche austritt, ja. Gin Antrag auf Natura bet Ihrem Zeitungsspediteur. 2. Finden Sie unter Düngeftoffe" im lisation wird kaum Erfolg haben. 2. F. 200. Die erhaltenen 100. S. V. Nein. tönnen ihr auf das Erbteil angerechnet werden. Ein weiterer Anspruch 2. Band des Berliner Udregbuches im 4. Teil, Seite 95. B. 98. 1. Ein Duplilat müssen Sie vom Zivilvorfizenden der Ersag an das Erbteil erscheint uns zweifelhaft. Nein. A. F. 7a. Lommission berlangen. 2. Nein. Reklame 34. Eine nachträgliche Zur grossen Fabrik Stefan Esders d vormals H.Weltmann Berlin C, Kaiser- Wilhelm- Strasse 55, Ecke Spandauer Strasse 35 Vollständige Ausstattungen zur Einsegnung! Kleider Grosse Auswahl letzter Neuheiten in Popeline, Volle and Serge schwarz und weiss, M. 9.50, 13.50, 17., 2228. 33. 39. 44.Schwarze Sammet- Kleider M. 28.- 33.-, 39.-, 44.-, 55.Handschuhe, Glacé M. 1.50, 1.90 Hemden ㅁ Kragen Reelle billige Preise! Anzüge modernste Form, 1- u. 2- reihig. aus blauem und schwarsem Cheviot und Kammgarn, M. 10.-, 15.50, 17, 20.-, 22, 25.50, 28. 30.33.-, 35.-, 39, 44.48. 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Tanksagung. 1140h Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und die zahlreichen Stranzspenden bei der Beerdigung meiner lieben Frau, unserer herzensguten Mutter Frida Mummert fagen wir allen Berwandten, Freunden und Bekannten, sowie dem Stohlenhändlerverein Norden", der werten Kundschaft und dem Männergesangberein Hilaritas" herzlichen Dant P. Mummert nebst Sindern, Oberberger Str. 19. Kranken- u. Sterbe- Zuschußkasse der Wäsche- und Krawatten- Zuschneider und verw. Berufe Berlins u. Umgegend ( fr. E.§. 45). Sonnabend, den 27. Februar, abends 8, Uhr, im Heinen Saale der Brauerei Julius Bötzow, Prenzlauer Allee: General- Versammlung. Tagesordnung: 1. Borlegung des Jahresberichts und Entlastungserteilung. 2. Bericht des Borstandes. 3. Festsetzung der Entschädigung des Vorstandes und Ausschusses(§ 18, Abs. 1). 4. Bahl der nach§ 15, Abs. 2 der Sagung, ausscheidenden Vorstandsmitglieder und zwar des 2. Vorfizenden, des 2. Staffierers und des 2. Schrift. führers. 5. Neuwahl des Ausschusses (§ 16, 25f. 1). 6. Erledigung event. eingelaufener Anträge. 7. Berschiedenes. 165/20 Ausgabe des Jahresberichts für 1914. Mitgliedsbuch legitimiert. Der Vorstand. 3..: Dstar Salajewsty, NO 55, Prenzlauer Afee 199. Bekanntmachung. Am 18. März d. Js. wird die Be triebskrankentasse der Stadtgemeinde Berlin von Alexanderstraße 39/40 nach Landsberger Straße 43/47, Ecke Katharinen und LandwehrStraße 25/29, 1. Stock, berlegt. Der Eingang zum Kassen lofal befindet sich Landwehrstraße 25/29. Wegen dieses Umzuges bleibt die Staffe vom 17. bis 19. März 1915 geschlossen. 280/ 12* Der Vorstand der Betriebskrankenkasse der Stadtgemeinde Berlin. gez.: v. Schulz. Spezialarzt $ f. Haut, Harn, Frauenleiden, nerv. Schwäche, Beinkrante jeder Art, Ehrlich Hata Kuren in 11. Co. fonz. Laborat. f Bluts untersuchung., Fäden i. Harn ust. Dr. Homeyer Friedrichstr. 81, gegenüber Panoptikum Spr. 10-2, 5-9, Somnt. 11-2. Honorar mäßig, auch Teilzahl. Separates Damenzimmer. Damenhüte modern umpressen 1,50. Migge, Schönhauser Allee 146a B ΒΣ ΕΣ Todes- Anzeigen Deutsch. Metallarbeiter- Verband Scied Dem Undenten unserer auf dem Kriegsschauplaz gefallenen Genoffen! Im Lazarett in Belgien starb der Maurer Wilhelm Jehs Höchstestr. 18. Bezirk 381. Am 16. November starb im Lazarett in Kulm der Arbeiter Rudolf Siewert Gadiner Str. 5. Bezirk 332. Am 16. Februar fiel in Frankreich der Arbeiter Rudolf Schieche Cotheniusstr. 19. Bezirk 407. Am 22. Dezember starb im Lazarett in Thorn infolge einer Berwundung, der Former Paul Jurkschat Liebigstr. 39. Bezirk 350. Am 13. Februar starb im Lazarett in Frankreich infolge einer Verwundung der Molkereibesizer 219/20 Fritz Hoffmann Manteuffelstr. 52. Bezirk 157. Sozialdemokr. Wahlverein f. d. 4. Berliner Reichstagswahlkr. Am 30. September verstarb im Lazarett zu Mons, infolge eines am 23. September erhaltenen Bauchschusses, der Schildermaler Johannes Kuhnke Bionskirchstr. 55. 2. Abt. Bez. 496. Bei den Kämpfen im Westen fiel der Werkzeugmacher Rudolf Hoffmann Zionstirchstr. 1. 2. Abt. Bez. 496. Am 10. Januar fiel in der Schlacht im Westen der Bäder Anton Majewski Lychener Str. 12. 5. Abt. Bez. 540a. 3m Dltober fiel in den Kämpfen in Rußland der Standaufseher Otto Felsch Senefelderstr. 10. 4. Abt. Bez. 544. Am 29. Dezember 1914 fiel in Polen der Dreher Karl Böttiger Kopenhagener Str. 7. 7. Abt. Bez. 577. Desgleichen am 5. Januar der Schlosser Wilhelm Teichmann Kopenhagener Str. 6. 7. Abt. Bez. 577. Am 26. Dezember verstarb im Lazarett in Südpolen, infolge einer Verwundung, der Arbeiter Emil Grasse Soldiner Str. 35. 19. Abt. Bez. 829. Am 10. Februar fiel in den Kämpfen in Ostpreußen, durch Herzschuß, der Schlosser 262/12 Paul Beitsch Dudenarder Str. 2. 20. Abt. Bez. 788. Sozialdemokr. Wahlverein f. d. 6. Berliner Reichstagswahlkr. Im Westen gefallen der Mechanifer 246/19 16/9 Hans Petermann Emser Str. 99. 14. Bezirk. Sozialdemokratischer Wahlverein Neukölln. Am 4. Februar 1915 fiel im Often unser Mitglied Eugen Puschewski Bezirk 10. Sozialdemokrat. Wahlverein Berlin- Schöneberg. Auf dem Schlachtfelde gefallen Johann Stösser Frankfurter Allee 73. 12/5 Sozialdemokrat. Kreis- Wahlverein Niederbarnim, Bez. Lichtenberg. Im Dften fiel am 14. Januar unser Genosse 190/13 Paul Grund Sozialdemokr. Wahlverein Zeuthen und Umgegend. Deutscher Transportarbeiter- Verband 61/4 Bezirk Groß- Berlin. Folgende Kollegen sind im Felde gefallen: Erich Beich, Lagerarbeiter. Otto Dausel, Lagerarbeiter. August Fellmann, Arbeitskutscher. Wilhelm Fender, Jndustriearbeiter. Albert Kemp, Industriearbeiter. Friedrich Kohls, Juduftricarbeiter. Emil Kölln, Fensterputzer. Otto Lange, Geschäftsdiener. Franz Podzun, Geschäftskutscher. Wilhelm Rossius, Juduftriearbeiter. Richard Ulitzka, Geschäftsdiener. Joseph Walke, Geschäftskutscher. Walter Weider, Hochbahnangestellter. Ehre ihrem Andenken! Die Bezirksleitung. Verwaltungsstelle Berlin. Es starben folgende Mitglieder im Felde: Herbert Noak, Metallarbeiter geb. 29. 11. 86 zu schipkan. Max Busch, Schloffer geb. 29. 12. 79 zu Dannewit. Leopold Caceia, Metallarbeiter geb. 23. 1. 83 zu Allenstein. Heinrich Neumann, Gleftr.- Monteur geb. 18. 9. 83 zu Charlottenburg. Ferd. Jonas, Metallarbeiter geb. 18. 6. 88 zu Berlin. Otto Jänsch, Metallarbeiter geb. 19. 1. 88 zu Rothenburg. Karl Langner, Chauffeur geb. 9. 8. 85 zu Mährengasse. Richard Stieger, Rohrleger geb. 11. 10. 84 zu Magdeburg. Hans Petermann, Mechaniker geb. 6. 1. 79 zu Dresden. Berthold Wuschnitz, Schloffer geb. 28. 3. 87 zu Neuhaus. Johann Gomoll, Maschinist geb. 27. 2. 86 zu Berlin. Otto Buchholz, Klempner geb. 5. 3. 89 zu Rummelsburg. Otto Peper, Schloffer geb. 3. 4. 90 zu Weißensee. Willi Zieske, Schloffer geb. 13. 9. 91 zu Berlin. Gustav Riedel, Schloffer geb. 24. 11. 82 zu Gersdorf. Paul Jurkschat, Former geb. 6. 3. 83 zu Friedrichsberg. Adolf Klingbeil, Schmied geb. 19. 5. 86 zu Naczynewo. Reinhold Fick, Metallschleifer geb. 27. 7. 78 zu Kruglanken. Louis Kühner, Schloffer 132/13 geb. 16. 12. 84 zu Frankenhain. Ehre ihrem Andenken! Die Ortsverwaltung. Deutscher Holzarbeiter- Verband 97/5 Zahlstelle Berlin. Im Felde gefallen sind folgende Mitglieder: Paul Berg, Tischler, 42 Jahre alt, im Kampf gegen Frankreich. Adolf Bothe, Tischler, 84 Jahre alt, im Gefecht in Frankreich. Max Barthel, Boliere r, 24 Jahre alt, im Kampf gegen Frankreich. Otto Voiges, Tischler, Berlin- Lichterfelde, bei den Kämpfen im Westen. Ehre ihrem Andenken! Die Ortsverwaltung. Verband der Gemeinde- u. Staatsarbeiter Filiale Groß- Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß folgende Kollegen auf dem Schlachtfelde gefallen sind: 33/2 Adolf Müller, Gasanstalt Danziger Str. Emil Goltz, Röhrensystem. Wir werden ihnen ein ehrendes Andenken bewahren. Die Ortsverwaltung. Den Heldentod fürs Vaterland starb am 8. Februar in Rußland mein innigstgeliebter Mann, unser guter Bater, Sohn, Bruder, Schwiegersohn, Schwager und Onlel, der Gefreite Johann Stößer 3. Landsturm- Bataillon, 9. Komp. Dieses zeigen an in tiefstem Schmerz Berta Stößer geb. Ilius nebst Kindern. Lichtenberg, Jungstraße 44. Du zogst hinaus in Feindesland, Für deutsches Recht zu streiten, Du mußtest dort fürs Vaterland Den Heldentod erleiden. Die Freude Deiner Wiederkehr War nicht vergönnt den Deinen, Und mögen fie auch noch so sehr Ihr Liebstes nun beweinen. Nun ruhe sanft im Heldengrab, Befreit von allen Schmerzen Die Liebe, bie Dich hier umgab, Rebt fort in unsern Herzen. Nuhe sanft! 12A Am Donnerstag, den 18. Febr.. entschlief nach langer, schwerem Leiden unser langjähriges Mitglied und Sangesbruder Julius Döring im 62. Lebensjahre. Gesangverein 4A „ Seegerscher Männerchor 1890 Berlin". Die Beerdigung findet am Dienstag, den 23. Februar, nachmittags 5 Uhr, von der Leichenhalle des St. Georgenkirchhofes, Landsberger Allee, aus statt. Freie Turnerschaft Bruchmühle ( M. d. A.-T.-B.) Am 7. Februar fiel durch Kopfschuß im Westen unser Turngenoffe, der Kriegsfreiwillige, Pionier 185/17 Willi Zimmek im 18. Lebensjahre. Wir verlieren in ihm ein cifriges Mitglied und werden ihm ein dauerndes Andenken bewahren. Sozialdemokratischer Wahlverein f. d. 6. Berl. Reichstagswahlkreis. 20. Abt. Bez. 747. Am Sonnabend, 20. Februar, verstarb unser Genosse, der Schankwirt Richard Schulze am Antonstr. 6. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Dienstag, den 23. Februar, nachmittags 3 Ubr, von der Leichenballe des Philippus Apostel- Kirchhofes aus nach dem städtischen Friedhose in der Müllerstraße, Ece Seestraße, statt. Im rege Beteiligung ersucht 262/11 Der Vorstand. Deutscher Transportarbeiter- Verband. Bezirksverwaltung Groß- Berlin. Den Mitgliedern zur Nach richt, daß unser Kollege, der Arbeiter Julius Wandrey am 18. d. Mts. im Alter von 55 Jahren verstorben ist. Die Beerdigung findet am Montag, den 22. Februar, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenballe des Himmelfahrts- Kirchhofes, Niederschönhausen- Nordend, aus statt. Den Mitgliedern ferner zur Nachricht, daß unser Kollege Rudolf Riedel im Alter von 58 Jahren ver storben ist. am Die Beerdigung findet Montag, den 22. Februar, nachmittags 13 11hr, auf dem städtischen Anstalts Friedhof in Buch bei Berlin, Schwanebeder Chaussee, statt. Ehre ihrem Andenken! 61/6 Die Bezirksverwaltung. Hierdurch allen Freunden und Bekannten zur Nachricht, daß ich nach langeni, bangem Hoffen die niederschmetternde Gewißbeit er: hielt, daß mein über alles geliebter Miann, unser guter Vater und Schwager, der Wehrmann Albert Wolf Grenadier- Reg. Nr. 3, 11. Komp., am 30. November, früh 5 Uhr, im Feldlazarett zusmalin( Rußland) an einem am 28. November er haltenen Brustschuß gestorben ist. Kein Wort gibt's, solchem Schmerz Ausdrud zu geben. Frau Klara Wolf geb. Graul nebst Kindern Lotte, Albert und Fredi. Bohnsdorf bei Grünau, Privatstr. 14. Ich fann's nicht fassen, fann es nicht ermessen, Daß Du geschieden bist so schnell von mir. Für mich gibt's niemals ein Vergessen, Du bleibest mir. Ruhe sanft in fremder Erde Allzu früh und fern von seinen Lieben starb als Doser des Weltfrieges am 24. Dezember im Feldlazarett zu Ruzki( Rußland) infolge eines Kopfichusses mein lieber, unvergeßlicher Mann, unser guter Sohn, Bruder, Schwager undOnkel, 1124b der Wehrmann Otto Schulze Ref.- Inf.- Regt. Nr. 48, 2. Komp. im blühenden Alter von 35 Jahren. Im tiefen Schmerz Jda Schulze geb. Böhm, Woldenberger Str. 26, Julius Schulze nebst Frau ( als Eltern) Hermann Schulze nebst Frau, Ernst Zahrt( zurzeit in Felde) nebst Frau als Schwester. Du gingst von uns mit schwerem Herzen Und hoffteft auf ein Wiedersehn; Doch größer sind jezt unsere Schmerzen, Da dieses nicht mehr fann geschehn. Er war so gut und starb so früh, Wer ibn gekannt, vergißt ihn nie. Du gutes Herz, rub' still in Frieden, Ewig beweint von Deinen Lieben. Rube sanft im Feindesland. Viel zu früh und jern von feinen Lieben starb am 26. Dezember 1914 infolge seiner schweren Verwundung in Südpolen mein herzlich geliebter Mann, der liebe, gute, treusorgende Vater unseres einzigen Kindes, der Unteroffizier Emil Grasse Landw.- Inf.- Reg. 48, 3. Stomp., 68A im 39. Lebensjahr. Im tiefsten Schmerz die trostlofe Gattin Emma Grasse und Sobn Georg. Du sankst dahin, wie Rosen finten, Wenn sie in vollster Blüte steh'n. Mir heiße, bitt're Tränen fließen, Daß Du so mußtest von mir geh'n. Wer hätte das von Dir gedacht, Daß Du so früh zur Ruh' ge bracht. Ruhe sanit in fremder Erde, Allzu früh und fern von seinen Lieben starb am 5. Februar im Westen den Heldentod mein lieber Sohn, unser guter Bruder, Schwager und Dnkel, der Unter offizier 141A Fritz Rex Inf. Regiment 155, 3. Stomp., im 24. Lebensjahre. Dies zeigen betrübt an Witwe Anna Reggeb. Kattner. Wilhelm Ner Berta Rer geb. Gerber. Frik Lange. Johanna Lange geb. Reg. Otto Reg. Alfred Rex. Er war so jung und starb zu früh, Vergessen werden wir ihn nie. Leicht sei ihm die fremde Erde! Stralauer Plaz 3. Allzu früh und fern von seinen Lieben starb den Heldentod fürs Vaterland am 10. Februar 1915 bei einem Sturmangriff nach furzer, sehr glüdlicher Ehe mein über alles geliebter, herzensguter Mann, der treusorgende Bater seines einzigen Sohnes, unser Sohn, Bruder, Schwiegersohn und Schwager, der Wehrmann Paul Beitsch ( Landw.- Inf.- Negt 18, 13. Komp.) im blühenden Alter von zweiunddreißig Jahren. 34A Dies zeigt an im Namen aller Hinterbliebenen die schwergeprüfte Gattin Frau Johanna Beitsch, Dudenarder Str. 2. Ich hab' ein schönes, furzes Glüd besessen, Jezt schlummert es auf ewig unvergessen. Ruhe sanft! Den Heldentod fürs Vaterland starb am 2. Februar im Osten unser lieber, unvergeßlicher, hoffnungsvoller Sohn und Bruder, der friegsfreiwillige Grenadier Kurt Wilsdorf 65A im Alter von 19 Jahren. Die tiefbetrübten Eltern Franz u. Auguste Wilsdorf, Geschwister Erwin und Meta Wilsdorf. Tempelhof 1915. Am 19. Februar, abends 11 Uhr, entschlief fanft nach schwerem Leiden mein braber, unvergeßlicher, lieber Sohn, unser guter Bruder, Schwager und Dntel Erich Wedemeyer im Alter von 30 Jahren. Um stilles Beileid bitten in tiefem Schmerz Die trauernden Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet am 23. Februar, nachmittags 2%, Uhr, von der Halle des städtischen Friedhofes in Friedrichsfelde aus statt. Verband der freien Gast- und Schankwirte Deutschlands. Zahlstelle Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, day die Frau des Kollegen geb. Szotek, Agnes, Knak Lichtenberger Str. 6, Bezirk 3, verstorben ist. Ehre ihrem Andenken! Die Beerdigung findet am Dienstag, den 23. d. M., nach mittags 3 Uhr, von der Halle des städtischen Friedhoses in Friedrichsfelde aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 45/20 Die Ortsverwaltung. Allen Freunden und Bekannten hierdurch die traurige Nachricht, daß meine liebe Frau und gute Mutter 11416 Agnes Szotek geb. Knak, am 19. Februar nach längerem Leiden im 36. Lebensjahre ver schieden ist. Dies zeigt tiefbetrübt an Stanislaus Szotek, Berlin, Lichtenberger Straße 6. Die Beerdigung findet Diens tag, nachmittags 3, Uhr, von der Halle des Zentral- Friedhojes in Friedrichsfelde aus ftatt Allen Berwandten, Freunden und Belannten zur Nachricht, daß am 18. Februar nach langem, schwerem Leiden meine inniggeliebte und unvergeßliche Frau, berzensgute Mutter, Schwester, Schwägerin, Tante und Schwiegertochter Anna Viere geb. Weise im 46. Lebensjahre entschlafen ist. Dies zeigen schmerzerfüllt an im Namen der Hinterbliebenen Otto Viere nebst Kindern. Die Beerdigung findet am Montag, den 22. Februar, nach, mittags 3 Uhr, von der Leichen halle des Zentral- Friedhofes in Friedrichsfelde aus statt 141A Berantwortlicher Redakteur: Alfrey Wielepp, Neukölln. Für den Inseratenteil verantio.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruderei u. Berlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Nr. 52. 32. Jahrgang. 3. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Montag, den den 22. Februar: Frauen- Cefeabend für Unsere Ernährung während des Krieges. geheul. Gar manches der treuen Tiere wird den Herrn niemals wiedersehen. Bielleicht kam der Hund zu cinem guten Befiznachfolger oder in die Tierpension, wo er massenhaft Leidensgefährten findet und lernen soll, daß geteilter Schmerz auch im Zierleben halber Schmerz ist. Es ist ein wunderbares Stück Tierpsychologie, das sich in diesen Asylen der Die wichtigste Frage, welche jetzt uns Daheimgebliebene Bierfüßler beobachten läßt. Die intelligentesten, empfindberührt, ist die Ernährungsfrage. Es ist bekannt, daß infolge samsten Hunde kommen nur schwer über die Trennung hinder Erschwerung der Einfuhr eine Snappheit an bestimmten meg, heulen zum Steinerweichen oder winseln still vor sich Lebensmitteln besteht, die durch hohe Preise für die unbe- hin, verschmähen tagelang selbst die Nahrung und nehmen mittelte Bevölkerung besonders erhöht wird. Daneben gibt es sie erst wieder, wenn die Tiernatur ihr Recht fordert. Beandere Lebensmittel, bei denen dieser Umstand weniger start fonders alte Tiere, die verwöhnt waren, können sich selten in Erscheinung tritt. Behördliche Maßnahmen gehen dahin, der neuen Umgebung anpassen, flappen schnell zusammen eine gerechtere Verteilung bestimmter Lebensmittel vorzu- und müssen als unnük durch einen schmerzlosen Kopfschuh dem zu Zwed, bis zur nächsten Ernte getötet werden. Die dem Tierfreund inhumane Tötung durch den Brotvorräten zu reichen. Um weite Kreise Gift oder Gase wird meist nicht mehr angewendet. Das mag der Bevölkerung mit diesen Maßnahmen und den im Sinne des Tierschutzes und der Vermeidung von TierGründen, die hierzu geführt haben, vertraut zu machen, haben quälereien ebenso vernünftig sein, wie die„ Bestattung" von schon verschiedentlich Versammlungen stattgefunden. malen Trauerempfinden zuwider ist. Kötern und anderen Viechern auf Tierfriedhöfen" dem nornehmen mit Am tommenden Dienstag, den 23. Februar, finden in Groß- Berlin 24 Versammlungen statt, die von dem Verbande der Wahlvereine und der Berliner Gewerkschaftskommission ein berufen sind und die sich ebenfalls mit der Ernährung während des Strieges beschäftigen werden. Bei dem großen Interesse, das die Ernährungsfrage in Anspruch nimmt, dürften die Versammlungen auf einen regen Besuch rechnen können. Die Versammlungen finden statt in folgenden Lokalen: In Berlin. Corona Prachtsäle, Kommandantenstr. 72; ammersäte, Teltower Str. 1-3; Arminhallen, Kommandantenstr. 58/59; Reichenberger Hof, Reichenberger Str. 147; Graumann, Naunynstr. 29; Stonzert- und Festsäle, Stoppenstr. 29; Elysium, Landsberger Allee 40/41; nion Festsäle, Greifswalder Str. 222; Brauerei Bögow, Prenzlauer Allee; Frantes Festsäle, Badstr. 19; Pharus Säle, Müllerstr. 142; Brauerei Pazenhofer, Turmstr. 25/26. In den Vororten. Adlershof: Restaurant Ziege, Bismarckstr. 29. Stöpenick: Stadttheater, Friedrichstr. 3. Charlottenburg: Voltshaus, Rosinenſtr. 3. Mariendorf: Restaurant Herold, Chausseestr. 283. Neukölln: Starlsgarten, Karlsgartenstr. 6-10; Restaurant Felsch, Knesebecstr. 49; Passagefestsäle, Bergstr. 151/52. Schöneberg: Neue Rathausfäle, Meininger Str. 8. Schöneberg: Neue Rathausfäle, Meininger Str. 8. Wilmersdorf: Vittoriagarten, Wilhelmsaue 114/15. Lichtenberg: Schwarzer Adler, Frankfurter Chaussee. Oberschöne weide: Wilhelminenhof, Schloßparfstr. Weißensee: Schloß Weißensee. Verlustlisten. So weit wie in Paris, wo nach unkontrollierbaren Beitungsberichten Hunderte hungriger Hunde herrenlos auf den Straßen herumlaufen sollen, sind wir ja noch nicht und werden wohl nicht dahin fommen. Aber nicht wenige Tierhalter haben unter dem 3mange der Kriegsmonate auch bei uns sich ihres vierbeiniges Hausfreundes auf irgendeine Weise entledigen müssen, weil er ein unnüber Fresser geworden ist. Gern tat es gewiß niemand, Not kennt kein Gebot. Wenn den Menschen die Sorge um die eigene Ernährung drückt, bleibt für das Tier, das keinen besonderen 3wed erfüllt, immer weniger übrig. Im belagerten Paris 1871 haben die größten Feinschmecker, als ihnen der Hunger im Magen saß, sogar mit Kazenbraten und Rattenragout borlieb nehmen müssen. Den Pferden ist der Strieg nicht minder in die Knochen gefahren. Ihre Reihen werden dezimiert, wo die Schlachten toben. Jede Pferdefraft hat dort jetzt ungeheuren Wert, und um die gefallenen Gäule reißt sich in den Kriegsgegenden die ärmere Bevölkerung, wenn sie nichts anderes zu beißen hat. In Berlin könnten die recht zahlreichen Noßschlächtereien bei der enormen Steigerung der Fleischpreise jetzt ein gutes Geschäft machen, wenn es nicht an Schlachtpferden stark mangelte. Die brauchbarsten, kräftigsten Gäule sind natürlich für das Militär ausgehoben worden, die zurückgebliebenen und selbst die dürrsten Krippensezer" haben doppelten Wert erhalten. Man bringt sie erst zum Roßschlächter, wenn die legte Spur von Kraft ausgepumpt ist. Sonst haben die Roßschlächtereien um diese Jahreszeit erhebliche Angebote von Winter hat das Angebot verringert, die Nachfrage erhöht. gestürzten, unbrauchbar gewordenen Pferden. Der milde Selbst die Preise für Pferdedelikatessen haben daher etwas angezogen. Brotkarten. Von Montag früh erhält niemand in den Bäderläden oder in sonstigen Läden Groß- Berlins Brot und Getreidemehl, menn er nicht seine Brotkarte vorweist und den entsprechenden Die Verlustliste Nr. 155 der preußischen Armee enthält Abschnitt trennen läßt. Verluste folgender Truppen: Generalfommande des I. Reservcforps. Stab der 1. Rej.- Division und der 17. Landw.nf.- Brigade; 1., 2. und 3. Garde- Neg.; 2. Garde- Ersatz- Reg.; Garde- GrenadierRegimenter Franz, Augusta und Nr. 5, Garde- Füjilier- Reg.; Grenadier- bzw. Infanterie- bzw. Füsilier- Regimenter Nr. 1, 3, 13, 16, 17, 20, 21, 22, 25, 26, 37, 45, 46, 48, 60, 61, 67, 68, 72, 73, 74, 75, 79, 85, 86, 87, 89, 92, 93, 98, 99, 109, 110, 111, 112, 113, 117, 142, 113, 148, 149, 156, 159, 161, 162, 163, 168; Reg. Seller; Ersatz- Inf.- Reg. Nr. 28; Rej.- Inf.- Regimenter Nr. 5, 6, 11, 13, 20, 21, 22, 30, 32, 49, 61, 64, 66, 68, 69, 71, 72, 73, 74, 75, 80, 81, 118, 203, 204, 205, 207, 208, 210, 228, 268; Res.- ErjabRegimenter Nr. 3, 4; Landwehr- Inf.- Regimenter Nr. 6, 20, 22, 37, 39, 47, 51, 73, 77, 78, 118; Landwehr- Ersatz- Bat. Kulm; Brig. Erjaz- Bataillone Nr. 5, 11, 16, 25, 29, 32, 39, 56, 80; Landsturm Bataillone II Allenstein, I Cassel, Frankfurt a. O., Neusalz a. O., 2. Rastatt. I Saarbrüden, II iljit, 4. Trier; Jäger- Bataillone Mr. 8, 11, 14; Nei.- Jäger- Bataillone Nr. 6, 10, 11, 17, 23, 24; Maschinengewehr- Abt. Nr. 5; Festungs- Maschinengewehr- Abt. Coln 8b; 2. Gray- Maschinengewehr- Stomp. des VIII. Armeetocps. Schwere Rej.- Reiter Nr. 1; Husaren Nr. 1, 2. Feldart.- Regimenter Nr. 72, 82. Fußart.- Reg. Nr. 3. Sonntag, 21. februar 1915. Groß- Berlin. I. Jn feiner Speisewirtschaft darf rein Brot allein verkauft werden. Dieses Recht besitzen nur die Broterzeuger und Zwischenhändler. II. Das Brot, welches ein Gast zu einer Speise verlangt ( Schwarz- oder Weißbrot), muß besonders bezahlt werden, und für das gelieferte Brotgewicht( 25, 50, 75 oder 100 Gramm) ist die Brotmarke vom Gast entgegenzunehmen. Ohne Marke darf Brot nur an Durchreisende gegen Bezahlung abgegeben werden, aber diese Menge Brot darf im ganzen pro Tag nur höchstens 1/20 des Brotkonsums am vergangenen Tage betragen. III. Butterbrot, belegte Stullen, belegte Weißbrötchen fönnen wie bisher verkauft werden, doch muß der Gast für das erhaltene Brotgewicht die Brotmarken hergeben. IV. Die nach Ziffer II und III in der Woche eingenommenen Brotmarken sind, nach dem Gewichtsaufdruck fortiert, sorgfältig zu sammeln, und jede Sorte in einem Kuvert zu verschlichen, auf dem die Anzahl der eingeschlossenen Marken nebst Unterschrift des Geschäftsinhabers oder Stellvertreters stehen muß. Diese gesammelten Marken müssen am Montagfrith der folgenden Woche gegen Quittung, welche auf der Rückseite der Wochenabrechnung ausgefertigt wird, dem Lieferanten ausgehändigt werden. Weigerung des Vertriebs der Brotkarten. rechtzeitigen Zustellung der Brotkarten haben sich die Mieter an die Der Magistrat von Charlottenburg teilt uns mit:„ Wegen der Hausbefizer zu wenden. Insbesondere muß die Stadt Charlotten burg jede Verantwortung für die nicht rechtzeitige Zustellung der Brotkarten in denjenigen Fällen ablehnen, in denen die Hausbefizer oder ihre Vertreter die Annahme der Brottarten verweigert haben, was bedauerlicherweise in einer Reihe von Fällen geschehen iſi." Unter dieser unerhörten Weigerung einzelner Hausbesitzer, fich in den Dienst des Allgemeinwohls zu stellen, dürfen die betreffenden Mieter auf keinen Fall leiden. Sollten die Betreffenden auf ihrem Standpunkt verharren, dann würde es sich zunächst mal empfehlen, ihre Namen der Deffentlichkeit preiszugeben. Bis zur Umkehr ihrer Meinung muß aber Sorge getragen werden. daß die Mieter anderswo ihre Brotfarten in Empfang nehmen können. Aschinger- Kriegsbrot. Die neue Gestaltung der Dinge in der Ernährungsfrage und die bevorstehende Einführung der Brotmarke hat die Aichingergesellschaft auf den Gedanken gebracht, Brötchen und Brot herzustellen, die ohne Brotmarte abgegeben werden können. Das ist ihr auch gelungen. Sie hat ein Brot herstellen laffen, das weder aus Weizen, noch aus Roggen, noch aus Hafer- oder Gerstenmehl besteht. Nur diese vier Mehlsorten sind beschlagnahmt und jede aus diesen Mehlen hergestellte Badware tann von Montag an nur noch gegen BrotBrötchen besteht aus feiner der genannten Mehlarten und kann marke verkauft werden. Das Aschinger- Kriegsbrot ohne Brotmarke abgegeben werden. Brot wic Für die Aschingergesellschaft bedeutet diese Lösung der Brötchen frage die Eristenzmöglichkeit. Die Zusammensetzung des Brotes und der Brötchen ist Aschingergeheimnis; allem Anschein nach wird bas Gebäd aus Neismehl und Kartoffeln hergestellt. Die Schwimmhalle des Volksbades Deunewigstraße ist vom 22. Februar bis einschließlich 6. März zweds Vornahme baulicher Bezug von Hafer. Die Berliner Brotkarten und wohl auch die der meisten Ausbefferungsarbeiten geschlossen. Nachbarorte sind jekt sämtlich in die Hände der Hausbesizer gelangt. Den Hausbesizern liegt es ob, die Karten sofort ( nicht etwa erst am Montag) den sämtlichen Mietern( HausDer Magistrat gibt bekannt: Nachdem durch die ministerielle haltungsvorständen) einzuhändigen, und zwar für jedes Mit- Ausführungsanweisung zur Bundesratsverordnung, betreffend die glied des Haushalts zwei Karten, eine rot gestrichene für die Regelung des Verkehrs mit Hafer, deren Ausführung für den KomWoche vom 22. bis 28. Februar und eine blau gestrichene für munalverband Berlin dem Magistrat übertragen ist, hat sich in den die Woche vom 1. bis 7. März. Der Empfang der Brot- mündlich an diesen gewandt, um Hafer oder wenigstens Auskunft legten Tagen eine große Anzahl von Personen teils schriftlich, teils farten muß durch Quittung des Haushaltungsvorstandes be- über eine Bezugsmöglichkeit zu erhalten. stätigt werden. Bei der aus der großen Zahl von Pferdehaltern erklärlichen Wer bis spätestens Sonntag früh seine Karten nicht er. Menge von Anträgen ist es run dem Magistrat nicht möglich, jedem Antrage sofort stattzugeben. Auf jeden Fall ergibt sich für den halten hat, wende sich ohne Verzug an den Hausbesiker Antragsteller ein erheblicher Zeitverlust, zumal häufig Rüdfragen und und, wenn er von ihm keine erhalten kann, an seine Brot- behördliche Bescheinigungen erforderlich werden. tommission. Die Amtsstelle der Brotkommission erfährt er Um nun den Geschäftsverkehr nach Möglichkeit zu erleichtern von den Anschlagsäulen, vom Hausbesitzer und auf alle Fälle wie es fich bei Lage der Sache ermöglichen läßt, au ſeiner Beund jedem, der Hafer dringend gebraucht, wenigstens so schnell bom nächsten Bezirksvorsteher oder Polizeirevier. schaffung zu verhelfen, wird jedem in Berlin ansässigen Halter von Pferden oder sonstigen Einhufern empfohlen, sobald er nicht die für seine Tiere zulässigen Hafervorräte befigt, folgendes Verfahren einzuhalten: Die Brotkommissionen sind am Sonntag von 9-12 und von 5-7 Uhr, am Montag und an den folgenden Tagen von bon 8-12 und 5-19 Uhr geöffnet. Bionier- Regimenter Nr. 23, 31; 1. Garde- Pionier- Eat.; Pionier- Bataillone: II. Nr. 2; Pionier- Versuchs- Komp.; 44. Rej.Jede Verlegung der Brotkartenvorschriften, besonders auch Pionier- Komp.; 1. Landwehr- Pionier- Stomp. des XIV. Armeekorps. jede Hergabe und Entnahme von Brot und Mehl ohne BrotTelegraphen- Bataillon Nr. 6; Fernsprech- Abteilung des tarte, führt Freiheitsstrafe oder Geldbuße nach sich. VI. Reserveforps; Feldluftschiffer- Abt. Nr. 2 und FeldluftschifferAbteilung des XXIII. Reserveforps; Feldfliegertruppe; StappenKraftwagenkolonne Nr. 25 der 1. Armee und Etappen- Kraftwagenfolonne Nr. 48. Art.- Munitionsfolonne Nr. 5 des Gardekorps; Res.- Art.- Munttionsfolonne Nr. 65 des XXV. Reserveforps. Festungs- Bautompagnien Nr. 23a und 28; Armierungs- Bat. Mr. 19; Arbeiter- Stomp. Nr. 98; I. Arbeiter- Komp. Mülhausen i. E.; Arbeiter- Kolonne Nr. 1. Train- Abt. Nr. 1; Rej.- Bäckerei- Kolonne Nr. 19 des I. ReserveTerps; Res.- Bäderei- Kolonne Nr. 20. Pferdejammelstelle des XX. Armeekorps. Feldzeugmeisterei. Bezirkskommando Görlih. Kriegsbekleidungsämter des I., VI. und VIII. Armeekorps. General- Militärfasse. Bewachungs- Kommando des Gefangenenlagers Langensalza. * Die würitembergische Verlustliste Nr. 121 bringt Verluste des Brig.- Erfah- Bat. Nr. 51; Landivehr- Inf.- Regimenter Nr. 119, 120, 121, 123, 125 und der Schneeschuh- Komp. Aus Groß- Berlin. Krieg und Tierschuh. Auf was nicht alles der Krieg einwirkt! Auch die Hunde merken, daß Krieg ist. Betrübt ließen sie den Kopf hängen, als Herrchen Abschied nahm und ins Feld zog. Das sonstige Freudengebell wandelte sich mit tierischem Instinkt in AngstEr wende sich, wie er dies in der Regel auch bisher getan haben wird, an einen Berliner Händler und übergebe diesem einen schriftlichen Antrag, der die Zahl seiner Pferde und die Versicherung enthält, ob und welche Hafermengen noch vorhanden sind und sich auf Ueberweisung einer zunächst für die Zeit bis 1. März ausreichenden Hafermenge richtet. Die Zahl der vorhandenen Pferde empfiehlt fich, vom Hauswirt oder, falls der Antragsteller selbst der Hauswirt ist vom Bolizeirevier bestätigen zu lassent. Die Berliner Händler können dann derartige Anträge gesammelt an den Magistrat, und zwar an das Kanalisationsbureau, 02, im Stadthause einreichen. Die Brotabgabe in Schank- und Speisewirtschaften. Für Schant und Speisewirtschaften( Restaurants, Kantinen, Speisebetriebe der Hotels und dergleichen) gilt folgendes: 1. Zum Bezuge von Brot und Mehl sind diese Wirtschaften ohne Ausweise befugt; jedoch haben sie gesondert ein Brot- und Mehlbuch zu führen, das den Bestand zu Beginn des Montags Der Magistrat wird dann bemüht sein, dem Händler zur Weiterjeder Woche, den täglichen Zu- und Abgang an Brot und Mehl sowie die Lieferanten ergibt. Am Eingang beider Bücher ist die Menge von Brot und Mehl anzugeben, auf deren Entnahme der§ 2 unserer Verordnung vom 30. Januar 1915 die einzelnen Bundesratsverordnung nur eine Bergütung für die BeförderungsWirtschaften beschränkt. 2. a) Brot allein darf an Gäste nicht abgegeben werden. b) Die Abgabe von Brot an Gäste hat unter Vorlegung der Brotkarte und gegen Abtrennung der Abschnitte zu erfolgen. Diese Einschränkung gilt nicht für die Abgabe von Brot in Höhe von 5 Proz. der am vergangenen Tage umgesetzten Brotmenge, sofern die Abgabe an Gäste erfolgt, die nicht im Besize einer Brotkarte(§ 1) sind. In Bahnhofswirtschaften darf die Abgabe von Brot ohne Vorlegung einer Brotfarte erfolgen, wenn der Gast eine für den Fernverkehr gelöste Fahrkarte vorzeigt. c) Die Abgabe von Brot an Gäste darf nur gegen besonderes Entgelt erfolgen. d) Der Inhaber der Wirtschaft ist verpflichtet, zu gestatten, daß seine Gäste auch mitgebrachtes Brot verzehren. e) Die abgetrennten Abschnitte hat der Wirt gemäß§ 8 Absatz 1 abzuliefern. Zur Beseitigung von Mißverständnissen stellen wir die Be ftimmungen für Speisewirtschaften usw. mit einigen Erläuterungen nochmals zusammen: gabe an seine Kunden die beantragte Menge Hafer zu überweisen. Die Ueberweisung wird zu dem für Berlin festgesetzten Höchstpreise und den zulässigen Zuschlägen geschehen. Dem Händler kann jedoch zurzeit bei dieser vorläufigen Regelung nach den Bestimmungen der fosten zugebilligt werden. Ein Verkauf zu einem anderen als dem seitens des Magistrats vorgeschriebenen Preise darf nicht stattfinden, insbesondere darf keine Gebühr für die Bermittelung des Verkaufs vorläufig erhoben werden. Zur Berechnung des Bedarfs wird nochmals auf die Beſtimmungen der Bundesratsverordnung hingewiesen, nach der für die Zeit bis 28. Februar cr. an jeden Einhufer( Pferd, Efel) fünf Pfund Hafer und nach diesem Zeitpunkt drei Pfund Hafer täglich höchstens verfüttert werden dürfen. Eine Ueberschreitung dieser Menge darf keinesfalls bei Bermeidung gerichtlicher Bestrafung stattfinden. Jeder Halter von Pferden oder sonstigen Einhufern, der bei diesem Sage hinreichend Futter für die Zeit bis Anfang März be ist, wird für die nächsten Tage ersucht, von Anträgen um Zuweisung von Hafer abzusehen. da seine Anträge auf Beachtung nicht rechnen fönnen und nur geeignet sind, den Geschäftsverkehr aufzuhalten. Endlich warnt der Magistrat dringend davor, bei der Antrag stellung unrichtige Angaben über die Zahl der Pferde und die noch vorhandenen Hafermengen zu machen, da in folchen Fällen strafrechtliche Verfolgung eintreten würde und hohe Strafe zu erwarten wäre. T Lebensmittelversorgung in Wittenau- Borfigwalde. Die Zentralkommission der Krankenkaffen Berlins und der Vororte sich sehr verschlimmert. Parteiveranstaltungen. Heftige Stürme an der Küfte der Bretagne. Die legte Sigung der Gemeindevertretung beschäftigte sich haupts Pariser Meldung zufolge, nimmt der Nordweststurm, weldher fächlich mit der Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln. veranstaltet auch in diesem Jahre hygienische Vorträge, die nach seit zwei Wochen an der Küste der Bretagne herrscht, an Heftigkeit Neben der Getreide und Mehlversorgung hat die Gemeinde auch stehend aufgeführt sind. Der Zutritt zu diesen Vorträgen ist unent- zu. noch größere Quantitäten von Kartoffeln und einige Tonnen Heringe geltlich. Sturm und Regen machen die Feldarbeit unmöglich. Die beschafft. Für den Einkauf von Fleischdauerwaren wurden 25 000 M. zur Verfügung gestellt. Auch frisches Schweinefleisch soll Rathauses in Berlin, Königstraße, Herr Professor Dr. H. Rofin Schiffe auf die Klippen auf. Die Lage der Küstenbevölkerung hat Am Mittwoch, den 24. Februar, spricht im Bürgersaale des Küstenschiffahrt iſt eingestellt. Bei der Insel Bak liefen mehrere beschafft und zu billigen Preisen an die ortsansässige Bevölkerung über:" Welche Herzleiden kann man vermeiden?" abgegeben werden. Die bisher bewilligten 30 000 M. für Kriegs= unterstügung sind verbraucht, es wird beschlossen, weitere 50 000 m. für diese Zwecke zu bewilligen. Für die Bewirtschaftung der von den Terraingesellschaften unentgeltlich bereit gestellten Ländereien werden 25 000 M. gefordert. Die Bewirtschaftung besorgt die Gemeinde selbst. Es fommen zirka 200-300 Morgen zur Bearbeitung, die dann an Einzelpächter verlost werden. Der Pachtpreis soll ein geringer sein. Die Verwaltung will den Pächtern mit Rat und Tat zur Seite stehen, auch will sie Frühpflanzen und Saatkartoffeln an die Pächter abgeben. Die nichtverlosten Ländereien bestellt die Gemeinde mit Getreide. Diese Vorlage fand einstimmige Annahme. Die Sanalisationsgebühr soll wie bisher mit 6 Broz. pro laufenden Meter erhoben werden. Bei dieser Gelegenheit betonte der Bürgermeister, daß eine Erhöhung der Gemeinde Einkommensteuer( 150 Prozent) nicht zu erwarten sei. Liebesgabensendung an Schmargendorfer Krieger. Die Liebesgabensammelstelle am Drte beabsichtigt, ihren im Felde stehenden Bürgern eine fleine Sendung Zigarren zu übermitteln. Es wird gebeten, die Feldadressen im Rathaus Zimmer 16/17 von 12-1 und 5-7 Uhr umgehend abzugeben. Besondere Wünsche für die im Lazarett befindlichen Angehörigen werden berücksichtigt. Mehrere schwere Straßenunfälle ereigneten sich im Laufe des gestrigen Tages. An der Ecke der Belle- Alliance- und Yorckstraße stießen ein Militärkraftwagen und ein von dem Hausdiener Franz Rabusch geführter Handwagen bei dem Versuch, einem Flaschenbierwagen auszuweichen, zusammen. Die Folge war, daß der Hausdiener zu Fall kam und eine tödliche Kopfverletzung davontrug. Die Pferde des Flaschenbierwagens, gegen die der Handwagen geschleudert worden war, rasten mit dem Wagen dem Halleschen Tor zu und stießen unterwegs gegen einen Wagen der Straßenbahnlinie 99, wobei dessen Plattform eingedrückt und zwei Fahrgäste berlegt wurden. Ein zweiter tödlicher Straßenunfall ereignete sich vor dem Hause Hannoverschestraße 15. Dort wurde gestern nachmittag das sechsjährige Töchterchen des Gefangenenaufsehers Andrick aus derselben Straße ebenfalls von einem Militärkraftwagen überfahren und getötet. Der dritte tödliche Unfall passierte gestern nachmittag an der Ecke der Linien- und Rosenthaler Straße. Dort wurde der dort auf Bosten stehende Schuhmann Gehrke bei dem Zusammenstoß zwischen einem Straßenbahnwagen und einem Arbeitsfuhrwerk zwischen beide Gefährte gequetscht und erlitt einen doppelten Schädelbruch, an dessen Folgen er furz nach der Aufnahme in einem Krankenhaus verstarb. Neuerung im Berliner Fernsprechverkehr. Im Berliner Fernsprechverkehr tritt heutigen am Tag insofern eine Aenderung ein, als im Bereich des Fernsprechamtes 7 eine größere Anzahl der Anschlüsse, die bisher nach der Vermittlungsstelle Königstadt geführt tvaren, andere Nummern erhalten. Zum Teil werden sie nach der Vermittlungsstelle Alexander" umgeschaltet. Von den Teilnehmern der Vermittlungsstellen Königstadt“ und„ Alexander" ist jetzt bei der Anmeldung der Gespräche nach anderen Aemtern zugleich auch die Nummer des Anschlusses anzugeben. Am Donnerstag, den 25. Februar, sprechen in den nachbenannten Schulaulen über:„ Ursachen und Verhütung der Schwindsucht" Herr Dr. R. Rosen in der Rigaer Str. 81/82; Herr Dr. A. Rabe in der Waldenjerstr. 20/21; Herr Dr. E. Meyer in Zweiter Wahlkreis. Wegen der am Dienstag stattfindenden öffent der Eberswalder Str. 10; Herr Dr. K. Meyer in der Skalizer lichen Versammlungen fällt die für diesen Tag angekündigte WahlvereinsStraße 55/56. versammlung aus. Am Freitag, den 26. Februar, sprechen in den folgenden Schul- Mitgliederversammlungen sind aus verschiedenen Gründen in öffentliche Sechster Wahlkreis. Die am Dienstag, den 23. Februar, geplanten aulen über:" Frauenkrankheiten und ihre Verhütung" Herr Dr. Bersammlungen umgewandelt worden. Dieielben finden in nachG. Siefart in der Tilsiter Str. 4/5; Frau Dr. Prager- Heinrich in folgenden Lokalen statt: Frankes Festsale, Badstr. 19; Pharusjäle, Müllerder Pankstr. 17; Herr Dr. Sonnenfeld in der Pasteurstr. 5; Herr straße 142; Brauerei Pakenhofer, Turmstr. 25/26; Brauerei Bökow, Dr. M. Keil in der Bergmannstr. 28/29( Marheinekeplah).( Nur Prenzlauer Allee. Alles Nähere ist an anderer Stelle bekannt gefür Frauen!) geben. Der Vorstand. Pankow. Dienstag, den 23. d. M., im Restaurant Zum Kurfürsten". Berliner Str. 102, Mitgliederversammlung. Referent: Genosse Reichstagsabgeordneter Artur Stadthagen. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. 84, Uhr: Mitgliederversammlung bei Rettig, Blankenburger Str. 4. Bor Niederschönhausen Nordend. Dienstag, den 23. Februar, abends trag des Genossen Oerter: Der Krieg und unsere nächsten Aufgaben". 8%, Uhr, findet im Lokal des Neuen Gesellschaftshauses in Treptow( an Treptow- Baumschulenweg. Dienstag, den 23. Februar, abends der Stadtbahnstation Treptow) eine Mitgliederversammlung statt, in der Genosse Fritz 8ubeil über Die Ursachen des Krieges und die Haltung der Fraktion zu den Krediten" rejerieren wird. Mitgliedsbuch legitimiert. Adlershof. Heute abend 7 Uhr findet im Lofal von Ziege, Bismard straße 29, ein Lichtbildervortrag über Bilder vom Striege" statt. Eintritt 10 in demselben Lokal wird nachmittags 3 Uhr eine Märchenvorlesung mit Lichtbildern veranstaltet. Der Eintrittspreis beträgt für Kinder und Erwachsene 10 Bf. In Briz. Gemeindeschule Bürgerstr. 23, spricht Montag, den 22. Februar, Herr Dr. E. Berger über:" Auge und Arbeit". In Charlottenburg. 12. Gemeindeschule, Sophie- CharTotten- Str. 69/70, spricht am Mittwoch, den 24. Februar, Herr Dr. K. Meyer über:" Die Entstehung und Behandlung der Lungenschwindsucht". In Cöpenid. In der Dorotheenschule, Freiheit, spricht Dienstag, den 23. Februar, Herr Dr. M. Keil über: Frauenkrankheiten und ihre Verhütung".( Nur für Frauen!) In Friedenau. Montag, den 22. Februar, Herr Dr. L. Sommerfeldt über:„ ErGymnasium am Maybachplatz, spricht nährung und Körperpflege". " In Lichtenberg. Neue Schule, Marktstr. 10/11, spricht Dienstag, den 23. Februar, Herr Dr. M. Halle über:„ Erkrankungen der oberen Luftwege". In der Gemeindeschule, Kronprinzenstraße, spricht Donnerstag, den 25. Februar, Herr Dr. A. Mode über:" Erste Hife". In Mariendorf. Gymnasium, Kaiserstr. 17/21, spricht am Donnerstag, den 25. Februar, Herr Dr. O. Abraham über: " Frauenkrankheiten und deren Verhütung".( Nur für Frauen!) In Neukölln. Albrecht Dürer- Oberrealschule, Emser Straße 134/137, spricht Freitag, den 26. Februar, Herr Dr. B. Chajes über:" Geschlechtskrankheiten und ihre Verhütung". ( Nur für Männer!) In Panko w. Gemeindeschule, Grunowstr. 17, spricht Donnerstag, den 25. Februar, Herr Dr. R. Jacobsohn über:„ Behandlung nervöser Krankheiten". In Reinickendorf- Ost. Gemeindeschule, Lindauer Straße, spricht am Mittwoch, den 24. Februar, Herr Dr. Hildesheimer über:" Berufskrankheiten des Auges". Tempelhof- Mariendorf. Die Jugendsektion beteiligt sich an dem heute um 6 Uor im Lokal von Herold, Mariendorf, Chausseestr. 283, stattfindenden Elternabend der Arbeiterjugend. Eintritt 10 Pf. Steglik. Dienstag, den 23. Febr., pünktlich 9 Uhr abends: Mitgliederversammlung des Wahlvereins bei Schellhaſe, hornstr. 15a. Vortrag des Genossen Aß mann:„ Die Kriegsmaßnahmen der Gemeinde Steglit". dorf, Balestr. 7: Gemeinsamer Zahlabend. Lichterfelde. Dienstag, den 23. d. M., abends 8 Uhr, bei WahrenPetershagen- Fredersdorf. Sonntag, den 28. Februar, abends 6 Uhr, findet im Saale der Wwe. Gronau, Fredersdorf, ein LichtbilderVortrag Bilder vom Weltkriege" statt. Eintritt 20 Pf. " Jugendveranstaltungen. Für die arbeitende Jugend Berlins finden heute Sonntagabend 1. Berlin- Moabit, Wedding und Gesundbrunnen: abends In Reinickendorf- West. Viktoria- Allee 37, spricht am Donnerstag, den 25. Februar, Herr Gemeindeschule, Auguste- lgende Kunstabende statt: Dr. J. Moses über:" Boltsernährung". In Schöneberg. In der 10./11. Gemeindeschule, FeurigSanitätsrat Dr. K. Küster über das Thema:" Die Gesundheitsstraße 57/58, spricht am Dienstag, den 23. Februar, Herr Geheimer verhältnisse im Kriege". In Steglit. Gemeindeschule, Plantagenstr. 8/9, spricht mittwoch, den 24. Februar, Herr Dr. D. Juliusburger über: „ Alkohol und Gesundheit". In Tegel. Gemeindeschule, Tresckowstr. 26/27, spricht Dienstag, den 23. Februar, Herr Dr. E. Levin über:" Geschlechtskrankheiten und ihre Folgen".( Nur für Männer!) In Tempelhof. Gemeindeschule, Friedrich- WilhelmFeuer bei Baruch u. Cie. Gestern vormittag wurde die Feuer- Straße 72/74, spricht Dienstag, den 23. Februar, Herr Dr. Alfred wehr durch mehrfachen Alarm nach der bekannten Theaterausstattungs- Bernstein über:" Lungentuberkulose und ihre Verhütung". firma von Hugo Baruch u. Cie. in der Alten Jakobstr. 133 gerufen. In Weißensee. Gemeindeschule, Wilhelmstr. 41/42, spricht Bei Ankunft der Löschzüge brannten in einem Keller Dekorations- Freitag, den 26. Februar, Herr Dr. L. Lilienthal über:„ Entstehung, teile und andere Utensilien. Durch fräftiges Wassergeben konnte die Verhütung und Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten".( Nur Gefahr bald beseitigt werden, so daß der Schaden nicht erheblich ist. für Männer!) Modurch das Feuer entstanden ist, bedarf noch der Aufklärung. Durch einen Sprung ins Wasser fand in der Nacht zum Sonn abend ein junges Mädchen am Reichstagsufer den Tod. Die Leiche konnte bisher noch nicht geborgen werden. Nach einer Karte, die man in der Handtasche des etwa 20 Jahre alten Mädchens gefunden hat, handelt es sich um eine Alice Betnarski. Arbeiterbildungsschule. Heute, Sonntag, den 21. Februar 1915, abends 7 Uhr, im Schullokal Lindenstraße 3, IV. Hof rechts, 3 Treppen: Vortrag mit Lichtbildern der Genoffin Käthe Dunder über das Thema: Menschwerdung. Jedermann hat Zutritt. Eintrittspreis 10 Pf. Der Vortrag des Kurius in Lichtenberg( Wirtschaftsgeschichte) muß heute ausfallen. Der nächste Vortrag findet am Sonntag, den 28. Februar statt. Wir bitten die Hörer, dann wieder vollzählig zu erscheinen. Kunstabend der Stadtgemeinde Neukölln. Mittwoch, den 24. d. Mts., abends 81%, Uhr, veranstaltet die Stadtgemeinde in der Aula der Realschule Boddinstr. 34-41 mit dem Künstler- Ehepaar Hans und Herta Schmid- Kayfer einen Rezitations- und Liederabend. Der Eintritt ist fostenfrei, Kindern, auch in Begleitung Erwachsener, jedoch nicht gestattet. Vermist wird der Wehrmann Wilhelm Rothert von der 7. Kompagnie des Reserve- Infanterie- Regiments Nr. 8. Derselbe soll am 10. November bei Birschoote Langemark verwundet worden sein; seitdem fehlt jedes Lebenszeichen von ihm. Nachrichten über seinen Verbleib erbittet Frau Elise Rothert, Lichtenberg, Neue Bahnhofstraße 8. Sämtliche Vorträge beginnen pünktlich abends 8 Uhr. Kleine Nachrichten. Menschlichkeit auf dem Schlachtfelde. ein Olvenstedter Wehrmann an seine Angehörigen aus Frankreich Unser Magdeburger Parteiblatt veröffentlicht einen Brief, den schreibt. Der Schreiber schildert die ersten Eindrücke, die er bei den Gefechten hatte: Wir hatten in der Schützenlinie ein Dorf vor uns, welches vom Feind besetzt war. Nachdem wir es gestürmt hatten, wurde alles nach Soldaten durchsucht, diese hatten aber schon Reißaus genommen. Es sollte nun aus einem Hause auf uns geschossen worden sein. Aus dem Hause wurde ein Mann von etwa 35 Jahren mitgenommen und vor dem Dorfe erschossen, da er es gewesen sein soll. zur Laute. Lichtbildern. 6, Uhr, in den„ Bharustalen", Müllerstr. 142: Boltslieberabend, bestehend aus Bortrag über„ das deutsche Volkslied, Gesang und Lieder walder Str. 222: Künstlerischer Abend, bestehend aus Mufit 2. Berlin- Norden: abends 5 Uhr, in den Union- Festsälen", Greifs ( Quartett), Gesang und Rezitation. 3. Berlin Ost und Nordost: abends 6 Uhr, im. Elysium Landsberger Allee 40/41: Busch abend, bestehend aus Rezitation mit Enlaßkarte 10 Pfennig( Garderobe 10 Pf.). Die arbeitende Jugend wird zu zahlreichem Besuche dieser Beranstaltungen eingeladen. Pankow Niederschönhausen. Sonntag, den 21. Februar: Besuch des Meereskunde- Museums. Treffpunkt 12%, Uhr im Jugendheim, Marimilianstr. 43a. Nachmittags 4 Uhr: Unterhaltungsabend im Jugendheim. Reinickendorf- Weft. Mittwoch, den 24. Februar, abends 8%, Uhr, spricht Genosse trämer im Jugendheim, Wachholderstr. 44, über: Wic Tempelhof- Mariendorf. Heute, abends 6 Uhr, im Lotal von Herold, Mariendorf, Chausseestr. 283: Elternabend. Konzert( Streid) quartett), Rezitationen( Herr Fuhrmann), Lieder zur Laute( Frl Gottschar). Eintritt 10 Bf. Mittwoch, den 24. Februar: Vortrag des Herrn H. Eberlein über:„ Die Befreiungskriege". wandern wir". genossenschaft". Frauenleseabende. Montag, den 22. Februar, abends 82 Uhr: Zweiter Wahlkreis. In folgenden Lokalen: Wiemers, Bülowstrake. Straße 58. Saß, Hornstr. 2. Fröhlich, Blücherstr. 56, Ede Fontane Lörisch, Markgrafenstr. 73. Dritter Kreis. 1., 2. u. 5. Abt. bei Tinius, Nitterstr. 123. Ref.: Gen. Mau. Gen. Knappe. 3., 4., 6. u. 7. Abt. bei Hennig, Alexandrinenstr. 44. Rej.: 8., 9. u. 10. Abt. bei Hoffmann, Wusterhausener Str. 16. Ref.: Gen. Brühl. Bortrag des Gen. Hensel über„ Nahrungsmittelversorgung und StonsumBaumschnlenweg. Im Restaurant von Erbe, Baumschulenstr. 14. Charlottenburg. I. Gruppe( Westend) bei Jakob, Soorstr. 36b. II. u. III. Gruppe( Rick) bei Bade, Kaiserin- Augusta Allee 52.- III. Gruppe ( Moabit) bei Ernst, Reuchlinstr. 6. IV. Gruppe bei Liedtke, Suarezstr. 4. V. u. VI. Gruppe im Volkhaus, Rosinenſtr. 3( Jugendheim). VII. Gruppe bei Thunat, Wielandstr. 4. Lankwik. Bei Gtegl, Ede Seydliß- und Kaiser- Wilhelm- Straße. Genosse Dr. Meier. Lichtenberg. 1. Viertel bei Rieneder, Simon- Dach- Str. 39. Referent Genosse Richter. - 2. Viertel bei Schulz, Kronprinzenstr. 47. Referent Genosse Ritter. 3. u. 4. Viertel bei Blume, Alt- Boghagen 56. Referent 6. Viertel bei Hoffmann, Möllendorfstr. 53/54. Referent Genosse A. Mirus. 5. Viertel bei Haase, Wagners, Ede Guntheritraße. Das zum Vortrag gelangende Thema lautet: Wirtschaftliche Folgen Jetzt ging nun von den Einwohnern, die noch da waren die meisten waren ja vorher geflüchtet das Gejammer los. Ich sehe immer noch eine Frau, die ihre drei Kinder vor das Fenster stellte, und alle weinten und klagten. Das hat einen tiefen Eindruck gemacht. Das Haus blieb dann auch verschont. Der Mann war auch mit im Feldzug. Acht Mann, darunter ich, mußten einen Wagen mit Pferd aus dem Dorfe holen. Unsere Truppen waren weitergerückt und kämpften wieder. Wir kamen wieder an das Haus, da holte die Frau gleich einen Eimer voll Milch heraus und bot sie uns zum Trinken an. Natürlich verzichteten wir auf die Milch und bedeuteten der Frau durch Zeichen, sie sollte sie ihren Kindern geben. Die Freude war dann groß bei ihnen. Die Kinder des Krieges famen zu uns heran und gaben uns die Hand. Sie hatten geglaubt, Mariendorf. Bei Beinsched, Chauffeeftr. 27. Bortrag der Genossin Ein Damenportemonnaie mit Inhalt ist Mittwoch morgen in der wir würden alles nehmen, nun haben wir ihnen noch Brot gegeben. Räthe Dunder. Brückenstraße gefunden worden. Der Verlierer fann sich beim Wir kamen dann an die Stelle, wo kurz vorher der Kampf Heitmann. Neukölln. 1., 2. und 3. Bezirk bei Brunzel, Reuterstr. 47. Rej. Gen. Portier des Hauses Köpenicker Str. 80/82 melden. Seine Uhr tobte. Viele tote und verwundete Franzosen lagen umher. Ich gab Gen. Kloth. 4., 5. und 6. Bezirk im Jdcal- stafino, Weichselstr. 8. Ref. zum Pfande gegeben hat ein Geistesfranker in einem Café in so lange Wasser aus meiner Feldflasche für die Franzosen, solange Ref. Gen. Wuzky. 7., 8., 9., 10., 11. und 12. Bezirk in den Passage- Festsalen. 13., 14., 15., 16. und 17. Bezirk bei Felsch, Knesebedder Gegend der Prenzlauer Straße für eine Schuld von 30 Bf. es reichte. straße 48. Ref. Gen. Radike.. 18., 19. und 20. Bezirk bei Tappert, SteinDie Angehörigen ersuchen um Rüdgabe an Bentert, Uferstraße 17, Ein Anblick erschütterte mich tief. Ein Franzose, der eine böse messtr. 114. Ref. Gen. Dr. Silberstein. 21., 22., 23. und 24. Bezirk im im Keller. Berloren wurde eine gelbe Brieftasche, enthaltend Wunde am Bein hatte, lag über seinem Tornister und hielt die Karlsgarten. Ref. Gen. Groger. 1 Metallarbeiterverbandsbuch, 1 Mitgliedsbuch des Sozialdemo- Photographie von seiner Frau und seinen beiden Kindern in den des Genossen Emil Schubert über: Striegsentwidelung und JugendReinickendorf: West. Im Jugendheim, Wachholderstr. 44. Bortrag fratischen Wahlvereins Niederbarnim, Bezirk Weißensee, und Händen. Ich konnte kein Wort sprechen, gab ihm stumm die Hand 1 Militärpaß. Der Verlierer bittet um Wiedergabe an Brett- und drehte mich um. schneider, Rennbahnstr. 24/25, in Weißensee. Jetzt ist man ja schon härter, da man zuviel schon sehen mußte! Märchenvorlesung. Frau Charlotte Rother liest beute ( Sonntag) um 14 Uhr in der Lesehalle der Gesellschaft für ethische Kultur, Rungestr. 25, Märchen vor. Eintritt frei, auch für Erwachsene. Die Altersriegenturner Groß- Berlins halten am Sonnabend, den 27. d. Mts., abends 8 Uhr, in der Schulturnhalle, Böckhstraße 17/20, ihren nächsten Turnabend ab. Der Gesangverein" Immergrün“, Tegel( M. d. A.S.B.), veranstaltet am Sonntag, den 21. d. Mts., abends pünktlich 7, Uhr, im Strandschloß ein Wohltätigkeitskonzert zum Besten der KinderschuhTommission. Mitwirkende: Gesangverein Männerchor, Moabit; Silcherchor, Berlin; Zukunft", Niederschönhausen; sowie das Neue Berliner TonkünstlerOrchester( F. Hollfelder). Einlaßkarten nur bei den Mitgliedern. Eisenbahners Tod. Ein Opfer seines Berufes wurde der 32 Jahre alte Hilfsbremser Hermann Becker aus Kersdorf bei Fürstenwalde. K. hatte auf dem Bahnhof in Briesen beim Rangieren von Güterwagen zu tun. Als er dabei auf ein Nebengleis trat, tam in diesem Augenblic ein Güterzug vorübergefahren. B. wurde von der Lokomotive niedergerissen und auf die Gleise geschleudert, so daß der ganze Bug über ihn hinwegging. Der Tod trat auf der Stelle ein. Die obere Oder wieder eisfrei. erziehung". Schöneberg. Bezirk I a bei Händel, Borbergstr. 4. Bortrag über „ Boltsernährung im Kriege". Bezirk IIb bei Milde, Nollendorfstr. 16. Vortrag des Gen. Küter über: Die Frauen und der Krieg." Bezirk II a bei Schulz, Apostel- Paulus- Straße 33.- Bezirk IIb bei Binde, Mühlenstr. 8 a. Bezirk III bei Wandtle, Bahnstr. 25. Bezirk IV und V bei Häuser, Stönigsweg 42. Bortrag des Genossen Tiedite. bei Strauſe, Rubensstraße, Ede Begasstraße. Bezirk VI bei Grams, Ebersstraße, Ede Tempelhofer Straße. Bezirk VII Sachsendamm 43. Bezirk VIII bei Ende, Tegel. Im Jugendheim, Bahnhofftr. 15. Borlesung aus: Sechzehn Jahre in Sibirien." Tempelhof. Bei Beder, Berliner Str. 86/87. Bortrag über:„ Der Krieg und die Frauen." Ref. Wally Zeppler. Mittwoch, den 24. Februar, abends 8, Uhr: Hermsdorf. Bei Eggebrecht, Albrechtstr. Vortrag. Die Oderstrombau- Verwaltung in Breslau teilt mit: Nachdem Waidmannsluft. Im Schweizerhaus", Dianaftr. Rezitation. die obere Oder eisfrei geworden, sollen nunmehr die Wehre auf Im Verband der Waisenpflegerinnen, Berlin, spricht am Montag, der oberen Oder wieder aufgestellt werden. Falls nicht Hochwasser Deutschlands in Offenbach a. M.( V. a. G.) Zentral- Kranken- und Begräbniskaffe für Frauen und Mädchen den 22. Februar, nachm. 5 Uhr präz., im Saale 109 des Rat- oder erneuter starker Frost eintritt, kann daher voraussichtlich stelle Berlin I. Dienstag, den 23. Februar, abends 8 Uhr: HauptBerwaltungsHauses, Eingang Jüdenstraße, III. Etage, Helene Simon über die Montag, den 22. Februar, die Schiffahrt wieder aufge- versammlung im Gewerkschaftshaus( Saal III); Engelufer 14/15: Bortrag Ernährungsfragen. des Herrn Dr. J. Sternberg über: Kriegsernährung". nommen werden. Möbel- Engros- Lager Private als Spezialitat: Bürgerliche Wohnungs- Einrichtungen Berliner Tischler uTapezierermstr 10 Jahre Garantie Albert Gleiser Alexanderplatz G.M.B.H. Berlin C. 33 Alexanderstrasse 42 in jeder Holz- und Stilart, nur erstklassiger Ausführung zu konkurrenzlos billigen Preisen. 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