Nr. 54.- 82. Jahrg. Abonnements- Bedingungen: . Abonnements Brets pränumerands: Bierteljährl 8,30 m, monatl. 1,10 R wöchentlich 25 Bfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 6 Bfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags Beilage Die Neue Welt 10 Pa. Bost Abonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in die Bost BeitungsBreisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2,50 Mart, für das übrige Ausland 4 Mart pro Monat Bostabonnements rehmen an: Belgien, Dänemark, Holland, Italien, Luxemburg, Bortugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz Ericheint täglich. • Vorwärts Berliner Volksblaff. 5 Pfennig Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene stolonel. zeile oder deren Raum 60 Pfg., für politische und gemertschaftliche Vereins. und Bersammlungs- Anzeigen 30 Pfg. ,, Kleine Hnzeigen", das fettgedruckte ort 20 Bfg.( zuläfftg 2 fettgedruckte Borte), jedes meitere Wort 10 Pfg. Stellengesuche und Schlafstellenan zeigen bas erfte Wort 10 Bfg., jedes weitere Wort 5 Bfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 68, Lindenstraße 3. Fernsprecher: Amt Morigplas, Mr. 151 90-151 97. Dienstag, den 23. Februar 1915. Expedition: SW. 68, Lindenstraße 3. Fernsprecher: Amt Moritplag, Nr. 151 90-151 97. Das materielle Ergebnis der Neun- Tage- Schlacht in Majuren. Die Meldung des Großen Hauptquartiers und noch nicht annähernd übersehbares Gerät Amtlich. Großes Hauptquartier, den 22. Februar 1915.( W. T. B.) Westlicher Kriegsschauplatz. Deftlich Ypern wurde gestern wieder ein feindlicher Schützengraben genommen. Feindliche Gegenangriffe auf die gewonnenen Stellungen blieben erfolglos. In der Champagne herrschte auch gestern verhältnismäßige Ruhe. Die Zahl der von uns in den letzten der dortigen Kämpfe gefangen genommenen Franzosen hat sich auf fünfzehn Offiziere und über tausend Mann erhöht. Die blutigen Verluste des Feindes haben sich als außergewöhnlich hoch herausgestellt. Gegen unsere Stellungen nördlich Verdun hat der Gegner gestern und heute Nacht ohne jeden Erfolg angegriffen. In den Vogesen wurden die Orte Hohrod und Stoßzweier nach Kampf genommen. Sonst nichts Wesentliches. aller Art, einschließlich Maschinengewehre. Schwere Geschütze und Munition wurden vom Feind mehrfach vergraben oder in die Seen versenkt; so sind gestern bei Lözzen und im Widminner See acht schwere Geschütze von uns ausgegraben oder aus dem Wasser geholt worden. Die zehnte russische Armee des Generals Sievers kann hiermit als völlig vernichtet angesehen werden. Neue Gefechte beginnen sich bei Grodno und nördlich Suchawola zu entwickeln. Die gemeldeten Kämpfe nordwestlich Ossowiez und Lomza sowie bei Prasznys3 nehmen ihren Fortgang. In Polen südlich der Weichsel nichts Neues. Oberste Heeresleitung. Der österreichische Generalstabsbericht. Wien, 22. Februar.( W. T. B.) Amtlich wird ver. lautbart: 22. Februar 1915 mittags:. An der Front in Russisch- Polen und West galizien Artilleriekämpfe und Geplänkel. Vereinzelte Borstöße des Feindes wurden mühelos abgewiesen. der Die Vernichtung 10. russischen Armee. Wie das Große Hauptquartier meldet, ist nunmehr die Verfolgung nach der Winterschlacht in Masuren beendet. Die Verfolgungsgefechte haben noch zu einer gewaltigen Vermehrung der Kriegsbeute beigetragen. Hat sich doch der Ge samtverlust der Russen dadurch auf über 100 000 Gefangene, mehr als 150 Geschütze und eine ungeheure Menge anderer Kriegswerkzeuge, namentlich Maschinengewehre, gesteigert. Auch schwere Geschütze und Munition, die von den flüchtenden Russen vergraben worden waren, sind aus ihrem Versteď geholt worden. Das Gesamtresultat der neuntägigen Schlacht und der sich daran anschließenden Verfolgungskämpfe faßt der amtliche Bericht in die Worte zusammen:„ Die 10. russische Armee des Generals Baron Siewers kann hiermit als völlig vernichtet angesehen werden." Fernerhin meldet der amtliche Bericht den Beginn neuer Kämpfe bei Grodno und Suchawola, bei Ossowiez und Lomza sowie bei Prasznysz. Es sind also in einer von Südwesten nach Nordosten gerichteten Front nördlich der Narew- Linie bis zum Niemen bin eine Stette neuer Gefechte entbrannt, die bon der gewaltigen deutschen Offensive in einer Ausdehnung von mehreren 100 Kilometern Beugnis ablegen. Die Kriegslage steht demnach zurzeit für die Russen feineswegs günstig. Ihre beiden Flügel, sowohl der rechte Flügel, der Ostpreußen mit Invasion bedrohte und das vor Deftlicher Kriegsschauplatz. Die Verfolgung nach der Winterschlacht in Masuren ist beendet. Bei der Säuberung der In den Karpathen zahlreiche russische Angriffe, die Wälder nordwestlich von Grodno und bei den in im westlichen Abschnitt auch während der Nacht anbauerten. den letzten Tagen gemeldeten Gefechten im alle diese Versuche, bis zu unseren Hindernislinien vorzuBobr- und Narewgebiet wurden bisher ein gehen, scheiterten unter großen Verlusten für den Feind. Kommandierender General, zwei Divisions- Südlich des Dnje str entwickeln sich die Kämpfe in kommandeure, vier andere Generale und an- größerem Umfange. Eine starke Gruppe des Feindes wurde der Weichsellinie konzentrierte Zentrum der russischen Armee nähernd vierzigtausend Mann gefangen, fünfundsiebzig Geschütze, eine noch nicht festgestellte Anzahl von Maschinengewehren, nebst vielem sonstigen Kriegsgerät erbeutet. Die Gesamtausbeute aus der Winterschlacht in Masuren steigt damit bis heute auf: 7 Generale, über 100 000 Mann, über 150 Geschütze Westlicher Kriegsschauplatz. Der französische Tagesbericht. gestern nach längerem Kampfe geworfen, 2000 Gefangene ge- gegen eine Umklammerung schütte, iſt gründlich geworfen macht, vier Geſchüße und viel Kriegsmaterial erbeutet. Die in einem offiziellen russischen Communiqué als falsch und völlig vernichtet worden. Aber auch der äußerste Südostbezeichnete Summe von 29 000 Mann Kriegsgefangenen, die flügel der Russen, der die Bukowina besetzt hatte, ist total unsere Truppen bis vor einigen Tagen in den Karpathen- zurückgeschlagen worden. kämpfen seit Ende Januar eingebracht haben, hat sich mittlerweile vergrößert und ist auf 64 Offiziere, 40 806 Mann gestiegen. Hinzu kommen 34 Maschinengewehre und neun Geschüße. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes bon Hoefer, Feldmarschalleutnant. Der Seekrieg. Versenkung eines englischen Kohlenschiffes. Belfast, 22. Februar.( Meldung des Reuterschen Bureaus.) Sonnabend nachmittag um 5 Uhr hat ein de utfches Unterseeboot in der Frischen See ein eng. lisches Kohlenschiffangehalten. Es gab der Bemannung 5 Minuten Zeit, um in die Boote zu gehen, und versenkte darauf das Fahrzeug. Die englische Flagge verschwunden. " Es wäre boreilig, aus diesen Ereignissen bündige Schlüsse für den weiteren Verlauf der Kämpfe ableiten zu wollen; um so mehr, als schon die Kämpfe der nächsten Wochen beweisen werden, welche strategische Bedeutung den errungenen großen deutschen und österreichischen Erfolgen zukommt. sollen. Ferner foll der Name des Schiffes und sein Heimatshafen in weithin sichtbaren Buchstaben angebracht werden. Nachts sind die Erkennungszeichen zu beleuchten. Die Kapitäne werden aufgefordert, fobalb fie ein Unterſeeboot ſehen, die Maschinen anzuhalten und wo möglich eine Mannschaft mit den Schiffspapieren zu dem Unterseeboot zu entfenden, um die Feststellung der Nationalität ihres Schiffes zu erleichtern. Die Beute des„ Kronprinz Wilhelm". 17 " Paris, 21. Februar.( W. T. B.) Amtlicher Kriegsbericht von 3 Uhr nachmittags. In Belgien tam es zu einigen Infanterieaktionen im Abschnitt von pern. Wir nahmen Teile eines Schüßengrabens wieder, welchen der Feind einen Augenblick besetzt hatte. Es bestätigt sich, daß Buenos Aires, 22. Februar.( Meldung des Reuterschen die Deutschen auf dem Gelände mehrere hundert Mann ließen, unsere Verluste sind wenig zahlreich. In der Champagne Bureaus.) Der deutsche Dampfer Holger" ist gestern mit den wurden alle unsere Gewinne behauptet. Zwei feindliche Passagieren und der Bemannung der englischen Dampfer Gegenangrife am Ende des gestrigen Tages mißlangen. In " Highlandbrae"( 7600 Tonnen) ,,, Potaro"( 4400 Tonnen), Kopenhagen, 22. Februau.( W. T. B.) Politiken" schreibt: den Vogesen schlugen wir drei Angriffe, cinen auf dem Heute ist hier der erste Dampfer aus England seit der und des Segelschiffes, Wilfrid", die durch den deutschen Hilfs" Hemisphere"( 3500 Tonnen), Semantha"( 2820 Tonnen) nördlichen und zwei auf dem südlichen Fechtufer zurück, wir Blockade eingetroffen. Er war am 18. Februar aus Goole abfreuzer, Kronprinz Wilhelm" zum Sinten gebracht unternahmen darauf einen Gegenangriff. Der Kampf gefahren. Er fuhr die englische Küste entlang. Der Kapitän er wurden, angekommen. Holger" konnte nicht binnen 24 Stunden dauert fort. flärte, die englische Flagge sei von der Nordsee ver Paris, 22. Februar.( W. T. B.) Amtlicher Bericht schwunden. Er habe auf der ganzen Fahrt von der englischen abreisen und wurde interniert. bon gestern abend 11 Uhr. Zwischen dem Meere und der Küste bis zu den Faröer- Inseln fein einziges Schiff unter englischer Lys fanden Artilleriefämpfe statt. Das Feuer unserer Ge- Flagge gefehen, sondern nur Kauffahrteischiffe mit neutraler Flagge. Der Dampfer Knuthenborg" von Kopenhagen erhielt neue Mannschüze war sehr wirksam. In der Champagne folgte auf fchaft und fegelte gestern nach Newcastle ab. Die Schwierigkeiten einen glänzend abgewiesenen feindlichen Angriff eine ener- bei den anderen Dampfern sind noch nicht erledigt. gische Verfogung des Feindes, die uns in den Besit sämtlicher deutscher Schüßengräben nördlich und östlich des von uns gestern eroberten Gehölzes setzte. Auf der übrigen Front Rom, 21. Februar.( Meldung der Agenzia Stefani.) Der Mawurden zwei Gegenangriffe abgewiesen. Wir machten neue rineminister hat mit Rücksicht auf die Bedingungen für die Schiffahrt London, 22. Februar.( Meldung des Neuterschen Fortschritte, besonders nördlich von emisnil, wo wir in den nordwestlichen Meeren Europas, um die Erkennbarkeit Bureaus.) Gestern abend zwischen 8 und 9 Uhr wurde ein zwei Maschinengewehre erbeuteten und etwa 100 Gefangene der italienischen Schiffe zu erleichtern, Anordnung ge- Flugzeug über Effer wahrgenommen. Eine Bombe machten. Der Feind unternahm in Eperges den siebenten troffen, daß die italienischen Handelsschiffe, die die genannten Ge- wurde abgeworfen. Sie fiel in ein Feld dicht bei Bramtree, Gegenangriff, um die von uns im Laufe zweier Tage erwässer befahren, die Flagge stets gebigt halten und außer ohne Schaden anzurichten. Eine andere Bombe schlug in den oberten Stellungen wiederzugewinnen. Dieser Gegenangriff dem auf beiden Seiten rechtwinklig in großen Ausmessungen die Garten eines Hauses bei Colchester. Das Haus wurde leicht brach ebenso, wie der vorhergehende völlig zusammen. Rationalfarben ebenso wie in der Flagge angeordnet tragen beschädigt. Niemand wurde verlegt. Maßnahmen Italiens. Bergung der Austria". Helsingborg, 22. Februar.( W. T. B.) Der deutsche Dampfer „ Austria", von Göteborg nach Stettin unterwegs, ist ge borgen worden; er hat etwas Schaden am Schiffsboden erlitten. Ein Flieger über Essex. Ein Sericht über Sie Lage in Rußland. Tcr„Bremer Bürger-Zeitung" wird geschrieben: Tie Petersburger Genossen haben Anfang Januar zwei Delegierte ins Ausland geschickt. damit sie mit den im Ausland lebenden Führern der russischen Sozialdemokratie Rücksprache nehmen sollten wegen der Haltung dein.Kriege gegenüber. Die beiden Genossen, die schon mit Martow, Trotzky, Plechanow, Lenin sich»erständigt hatten, schil- dertcn uns detailliert die Lage in Rutzlaard, die Strömungen in der Partei, die Aussichten des Kampfes gegen den Zarismus. Die ruhige, objektwc Art der Auslassungen, wie die Tatsache, das; es sich hier um einen Bericht von Männern handelt, die bis Januar mitten in der Parteiarbeit steckten, gibt den Jnformatio- neu besonderen Wert. Wir behielten in unserem Bericht die Form der Unterredung bei, weil wir nichts von uns beifügen loollten. Auf die Frage über die Haltung der russischen Ar- heiter schaft beim Kriegsausbruch erklärten die Tele- gierten:„Wir können aus eigener(hrfahrung nur von Petersburg sprechen. Auf Grund des Berichtes eines Genossen, der vor kurzem die sibirischen Städte und den Süden Russlands bereist hat, wollen wir unsere Petersburger Beobachtungen ergänzen. In Petersburg war die Partei, und Gewerkschaftsbewegung durch massenhafte Arreste am Vorabend des Krieges vollkommen desorgani- s i e r t. Die Arbeitermasse blieb ohne irgendwelche Weisungen seitens der Partei. Trotzdem waren die sozialdemo- kratischcn Arbeiter gegen den Krieg. Sie versuchten auf eigene Faust, gegen die patriotischen Demonstrationen, die von der Polizei und dem Kleinbürgertum organisiert waren. Gegen- demonstrationen zu organisieren. Sie wurden überall von der Polizei auseinandergetrieben. Von der Provinz bekamen wir ähnlich lautende Berichte. Wir lasen den Delegierten die Berichte Kummers auS der „M ctallarbeiterzeitung" vor, über die patriotische Stimmung der Petersburger Arbeiter, über die Verfolgung der deutschen Arbeiter in den Fabriken. Der jüngere Delegierte äusserte sich darüber so drastisch, dass wir seine Aeutzerung weg- lassen müssen. Der ältere griff begütigend ein.„Wir kennen Genossen Kummer nicht, er verkehrte bei seinem Aufenthalt in Petersburg in unseren Kreisen nicht. Ich will deswegen seinen Bericht nicht bewusste Verleumdung der russischen Arbeiterschaft nennen. Aber Kummer war wahrscheinlich, wie es Ausländern bei kurzem Aufenthalte in einem fremden Lande leicht passiert. nicht imstande, den schlechtangezogenen Pöbel(schmal), der von der Polizei zusammengetrieben war. von den i n d u- striellen Arbeitern zu unterscheiden, die im grossen ganzen kriegsfeindlich waren. Was die Verfolgung der deutschen Arbeiter in den Petersburger Fabri- k c n anbetrifft, so berichteten die liberalen Blätter triuin- phierend über zwei bis drei solcher Fälle. Obwohl es auf der Hand lag, dass bei der Verschiedenheit der Stufen der Entwicke- nmg verschiedener Schichten der Arbeiterschaft solche Einzelfälle nicht ausgeschlossen tvaren, gingen wir der Sache nach. Wir stellten feit, dass es sich um folgendes gehandelt hat. In den grossen Aietallfabriken gibt eS viele d e u t s ch e M e i st e r. Die Arbeiter führen mit ihnen, wie mit allen Meistern, einen Guerillakrieg. Während der Revolution haben sie sie oft auf Karren aus der Fabrik hinausgeführt. In den Jahren der Konterrevolution nah- men die Meister Rache dafür, denunzierten die aufgeklärten Ar. beiter. Diese waren demgegenüber machtlos, da die Fabriksver- tvaltung jeden, der es mit den Meistern verdarb, der Polizei auslieferte. Als der Krieg ausbrach, nützten die Arbeiter in einigen Fabriken die Situation aus und forderten die Entfernung der besonders verhaßten Meister. Nun mag man der Meinung sein, dass dies in dem Moment unterbleiben mutzte, wo gegen� die Deutschen als solche von der bürgerlichen Presse, eine arge Hetze getrieben wurde. Wir haben deswegen auch dagegen Stellung genommen. Jedenfalls handelte es sich hier nicht um den Nationalhah. sondern� um die Austragung eine» sozialen Konfliktes."") Und wie ist die Stimmung unter der Arbeiter- f ch a f t j e tz t? fragten wir.„Wir kommen mit Arbeitern mehrerer Kategorien zusammen und können bestimmt behaupten, dass mit jedem Tage die Gegnerschaft gegen den Krieg sich verschärft. Wir haben keinen einzigen Arbeiter getroffen, der sich für den Burgfrieden mit dem Zarismus aussprach. Die in einem Teil der sozialdemo- kratnchen Intelligenz herrschende Angst, die Niederlage Russlands könnte die soziale Entwickelung Nutzlands aufhalten usw. lässt die russischen Arbeiter ganz kalt. Selbst unter den früheren Anhängern Plcchanows gibt es keine Arbeiter, die den Kampf gegen den Zaris- mus einstellen möchten. Das haben wir Plechanow gesagt. Den besten Einblick in die Stimmung der Arbeiter geben die geheimen Au f r n f e, die die Arbeiter selbst— denn die sog. Partciintelligenz ist fast durchweg arretiert—, sei'» gedruckt, sei'S mit der Schreibmaschine geschrieben oder hektographiert ausgeben. Sie erscheinen in allen Jen- tren und kein einziges handelte über was anderes, als den Kampf gegen den Zarismus. Ein zweiter Be- weis: die Arbeiter lehnen die Teilnahme an den K r i e g s g e l d s a m m l n n g e n ab. Sie sagen: der Zarismus ist, iusoweit Russland in Betracht kommt, für den Krieg verantwort- lich. Möge er für die Kriegsteilnehmer sorgen, wir wolle» ihm die Arbeit nicht erleichtern. Um den Beweis des Patriotismus der Ar- beiter zu' erbringen, lassen die Fabrikverwaltungen der grossen metallurgischen Fabriken Sammellisten kursieren. Wer nicht unter- zeichnet, dem droht die Gefahr, dass er entlassen und dann zum Militärdienst eingezogen wird, denn die Metallarbeiter sind zum Teil als unabkömmlich zu Hause gelassen worden. Trotzdem haben z. B. im Petersburger„Vulkan" oWX) b i S KlOO Arbeiter nur 300 Beiträge gezeichnet. Nein, die aufgeklärten russischen Arbeiter sind Kriegs- und Zaren- seindegeblieben. Das bezieht sich nicht nur auf Petersburg. Wir haben eingehende Berichte aus den Ostseeprovinzen, wo die lettische Sozialdemokratie heldenhaft kämpft. Dasselbe besagen Berichte aus Warschan: dort gehen die Arbeiter aller sozialisti- scheu Parteien Hand in Hand." Wie stehts mit der Parteiarbeit?„Die Organisationen waren zertrümmert. Seit 2 bis 3 Monaten arbeiten wir a n ihrer Wiederherstellung. Es geht leider nur illegal. Die Arbeiter aller Richtungen schlietzen sich zu gemeinsamen Orga- uisationen zusammen. Wir gründen emstlveilen Gewerkschaftsblätter, weil politische sofort unterdrückt würden. Or- gane der Schriftsetzer und Textilarbeiter sind bereits erschienen. Andere folgen. Wir dachten auch an die Gründung politischer Blätter, aber einstweilen gelang es noch nicht." Auf die Frage nach den politischen Plänen der Partei antworteten die Genossen:„Die aktuellste Frage ist der Krieg gegen den Krieg. Wir wußten nicht, was die ausländischen Genossen vorhaben, aber wir waren der Meinung, dass alles g e- macht werden mutz, um eine Bewegung zu organi- sieren, die die Regierung nötigt, dem Kriege ein Ende zu bereiten. Wir werden den Kampf unter der Losung des Friedens ohne Annexionen führen und die demokratische Repu- blik erstreben." *) Nach uns zugegangenen Berichten bewährter russischer Padeigenosseii werden die Vorgänge auf den Petersburger Fa- bnkcn zu Beginn des Krieges ähnlich geschildert. Es wird hinzu- gefügt, dass die organisierten russischen Genossen verschiedentlich Sammlungen veranstalteten, um den aus Petersburg ausgewiesenen deutschen Arbeitern die Abreise zu«rmög- lichen oder durch Geschenke ihre Stimmung ihnen gegenüber auS- zudrücken. Um so bedauerlicher ist es in Anbetracht alle? dessen, dass die Anschuldigungen gegen die Peersburger Arbeiter in Umlauf gesetzt worden sind. Red. d..Vorw.". Wir fragten nach dem Eindruck, den dieHaltuugderSo- zialdemokratie anderer kriegführender Länder auf die russischen Sozialdemokraten gemacht habe. Die russischen Delegierten äusserten sich sehr zurückhaltend.„In Russland waren wir angewiesen auf die Berichte der bürgerlichen Presse, die auf uns einen niederdrückenden Eindruck machten. Aber wir sagten uns: wir haben keine genügende lleberficht, deswegen wollen wir keine Richter der Bruderparteien sein. Man darf sich durch Fehler der Brwd erparteien nicht von der Erfül- lung der eigenen Pflichten abhalten lassen. Nur durch die eigene Tat können wir Einfluß auf die Bruderparteien gewinnen. Wir werden den eigenen Weg des Kampfes gehen und hoffen, daß die Erfahrungen des Welt- kriegcs die Internationale gestärkt, geschlossener a u f e r st c h e n lassen werde. Sie wird in einer A t rn o- s p h ä r e verschärfter Gegensätze zu wirken haben, des- wegen hoffen wir. dass alle schädlichen Illusionen ver- schwinden werden." Das waren, kurz zusammengefaßt, die Ausführungen der De- legierten der Petersburger Arbeiter! Wir schieden von ihnen mit dem Bewußtsein, daß kein Krieg i m st a n do ist, den H ä n- den der russischen Arbeiter die alte Sturm sahne zu entreißen.._ Zur Londoner Konferenz. Aus Kreisen der russischen Sozialdemokratie lvird der..Benier Tagwacht" mitgeteilt, daß die offizielle russische Sozialdemokratie, trotzdem sie zu der Londoner Kon- ferenz nicht eingeladen wurde, beabsichtigt babe, als Vertreter des Zentralkoniitees den Genossen Ma r t o f f nach London zu senden. Der englische Konsul habe aber dem Genossen Mar- toff einen Paß verweigert, und ebenso sei es einem Vertreter der polnischen Sozialdemokratie ergangen. Um nun trotzdem der Stellungnabine des überwiegenden Teils der russischen Sozialdemokratie Ausdruck zu verleihen, ist zwischen Vertre- tern der Richtung Axelrod-Martoff und der Richtung Lenin eine Erklärung vereinbart worden, in der die Haltung der russischen Sozialdemokratie in folgender Weise umschrieben wird: „t. Das Prinzip, nach dem die Londoner Konferenz als eine Konferenz der Sozialdemokraten der alliierten Länder einberufen wurde, die durch eine provisorische Gemeinschaft verknüpft sind, widerspricht dem Wesen nach den internationalen Aufgaben des Proletariats. 2. Da? Bestreben der Regierungssozialisten der alliierten Länder, auf der oben gekennzeichneten Grundlage die einberufene Konferenz zugunsten der moralischen und politischen Unterstützung der Politik des Dreiverbandes, zur Auftechterhaltung der Jlln- sion von der sozialistischen Pflicht zur„nationalen Verteidigung" und des angeblichen Charakters des Befteiungskrieges, zur Sanktionierung der Parole Grey-Viviani-Ssasonoff vom Durch- halten bis zum Ende, versucht aufs neue einen verbrecherischen Mißbrauch der Ideen und der Autorität des internationalen So- zialismus, indem dieser die ihm feindlichen Interessen des russi- scheu, englischen und französischen Imperialismus decken soll. Die Grundaufgabe der wirklich sozialistischen Elemente der alliierten Länoer gegenüber der Londoner Konferenz besteht in der Aufdeckung üer Tendenzen dieses Krieges und in der Klar- legung gegenüber der Sozialdemokratie der„feindlichen" Länder, daß die Regierangssozialisten nicht die Meinung aller Sozialisten der alliierten Länder vertreten. 4. Von diesem Standpunkt ausgehend wäre die Boykottie- rung der Konferenz nicht zweckmäßig, da sie sonst zur antrsozia- listischen Demonstration werden könnte. Die aktive Teilnahme der revolutionären Elemente der russischen Sozialdemokratie an der Konferenz ist daher eine� Notwendigkeit, zwecks entschiedener Gegenüberstellung der Aufgaben des revolutionären Sozialismus und der unsozialistischen Bestrebungen des angeblich sozialistischen Imperialismus.... In weiteren Punkten, in denen teilweise auch gegen die sozialdemokratische Taktik anderer Länder Stellung genommen wird, wird die rasche Beendigung des Krieges unter strikter Ablehnung jeder gewaltsamen Annexion und die Wiederauf- nähme des politischen und ökonomischen Kampfes in allen Ländern gefordert. Schliesslich wird jede Verantwortung für die Aeußerungen einiger sozialdemokratischer Schriftsteller (Plechanow, Alexinskp, Maßloff u. a.) abgelehnt und erklärt, daß die sozialdemokratischen Arbeiter Rußlands nicht auf diesem Standpunkt stehen. Italienische Friedensdemonstrationen. Eine am Sonntag in Mailand stattgefundene, von etwa 6000 Personen besuchte Versammlung sprach sich scharf gegen eine Beteiligung Italiens am Kriege aus und forderte unbedingte Wahrung der Neutralität. Referent>oar der sozialistische Bürgermeister Mailands, Rechtsanwalt Caldara. Der Versuch der Kriegshetzer, diese machtvolle Demonstration zu stören, mißlang vollständig. In V e n e d i g und in T u r i n fanden ähnliche Kundgebungen statt. Das in großen Massen ausgebotene Militär fand keinen Anlaß einzuschreiten. Anders in Rom. wo die voll der Sozialdemokratie veranlatzte Kund- gebung von den Kriegstreibern derart gestört wurde, daß es zu Handgreiflichkeiten kam, die erst durch daS Eingreifen des Militärs ein Ende fanden. Eine Hetzrede Narkows. Kopenhagen, L2. Februar.(W. T.©.) ES liegt das Original der Rede des Führers der rechten Parteien Markow II in der russischen Reichsduma vor. Markow sagte:„Unserer Armee darf nicht zum Vorwurf gemacht werden, daß sie nicht die glän« zenden Siege erringt---" Hier wurde der Redner unterbrochen.(Starke Ausrufe:„Wieso erringt sie keine Siege?") „Stört mich nicht, sonst ist eS eine Provokation," erwiderte Markow. „Unserer Armee darf nicht zum Vorwurf gemacht werden, dass sie keine glänzenden Siege erringt und dass wir uns nicht so rasch auf Berlin bewegen, wie die? von jedem ehrlichen russischen Herzen gewünscht wird. Wir erringen allerdings Siege, aber keine ent- scheidenden."... Der Redner fährt fort, indem er nachzuweisen sucht, daß die Schuld an dem Versagen des Heeres die S p i o n a g e« tätigkeit der deutschen Kolonisten(I) in Russland treffe, die auf jeden Fall ihrer Güter verlustig gehen müßten, die ihnen durch die Schwachheit ftüherer russischer Herrscher übergeben worden seien. Es bleibt bei üer Iuüenunterürückung. Petersburg, 22. Februar.(W. T. B.) In der Konferenz, die vor der Eröffnung der Duma zwischen Regierung und Abgeordneten abgehalten wurde, hat der Minister des Innern laut Mitteilung der Zeitschrift„Nowi-Woichod" in bezug auf die Jndenfrage erklärt, dass die Regierung unter den obwaltenden Verhältnissen zur Besserung der Lage der Juden nichts tun könne. Ein tzilferuf für polen. Auf dem neutralen Boden der Schweiz hat sich auS hervor- ragenden Polen ohne Unterschied der Staatsangehörigkeit und zu ausschließlich philanthropischen Zwecken ein GeneralhilfS- komitee für die Kriegs leiden den in Polen gebildet, dessen Präsident, der polnische Dichter Henruk Sienkiewicz. einen warmen Aufruf veröffentlicht, in dem um Spenden gebeten wird, um den unglücklichen Bewohnern Brot und Obdach zu verschaffen. Der Sitz des polnischen GeneralhilfSkomiteeS ist Lausanne. Die Schweizer Nationalbank ist ermächtigt, Geldspenden entgegen- zunehmen. Ein Schwinöe! öer„Norning Post". Berlin, 21. Februar.(W. T. B.) Am Dezember 1914 be- richtete ein„eigener Korrespondent" der„Morning Post", einer seiner Freunde habe von einem ans M i iud e n zurückgekehrten französischen Geistlichen einen entsetzlichen Bericht über die an englischen Gefangenen daselbst verübten Grausam- k e i t e n erhalten. Die deutschen Wachtsoldaten versetzten den Eng- ländern Fusstritte in den Unterleib, schlügen sie mit ihren Gewehren so lange auf den Rücken, bis die Gewehre zerbrächen und zwängen sie. an sumpfigen Plätzen zu schlafen. So sei es gekommen, daß viele Engländer an Schwindsucht erkrankt seien und 30 von ihnen aus Verzweiflung über die ausgestandenen Qualen die Bitte aus- gesprochen hätten, man möge sie erschießen. Eine in der internationalen Gesangenenfürsorge tätige Dame sandte diesen Bericht an den Berliner Theologwprofessor D. D e i ß- mann mit der Bitte, der Sache auf den Grund zu gehen. Obwohl die Einzelheiten des Berichtes den Stempel der Unwahrheit an der Stirne trugen, wurde von der Inspektion der Gefangenenlager im Bereiche des 7. Armeekorps eine sirenge Untersuchung eingeleitet, deren Aktenstücke dem Professor Deitzmann dann im Ori- ginal vorgelegt wurden. Daraus ergab sich folgendes: Ein ftanzösi- scher Geistlicher ist aus dem Lager Minden bis jetzt nicht entlassen worden. Damit ist schon der Gewährsmann der„Morning Post" als fingiert erwiesen. Sämtlichen weissen und farbigen En ginn- dern in Minden ist der Artikel der„Morning Post" durch einen ver- eidigten Dolmetscher vorgelesen worden, und alle haben durch Namensnnterschrift erklärt, dass ihnen von deck dort behauptete»: Ding-n nicht das Mindeste bekannt sei. Bei Beantwortung der Frage nach der Bitte der 30 um Erschießung sind, wie das Protokoll ausdrücklich vermerkt, sämtliche Engländer in ein Gelächter aus- gebrochen. Befragt, ob sie irgendwelche Beschwerden sonst hätten, geben drei Engländer ganz geringfügige, von ihnen selbst als iolchc bezeichnete Einzelheiten an, die mit der von der„Morning � Post" behaupteten in keinem Zusammenbang stehen und zum Teil durck, einen mißverstandenen und darum nicht richtig ausgeführten Befcvl an einen Gefangenen veranlasst waren. Der leitende Arzt des Gefangenenlagers stellte auch seinerseits fest, dass Schwindsucht-?- fälle überhaupt noch nicht vorgekommen seien. Von den im ganzen nur 6(l) im Lazarett behadnelten Engländern seien 6 wegen Kriegswunden und Krankheiten, 1 wegen Mandelentzündung in Pflege gewesen. Taraus ergibt sich, daß der Gesundheitszustand der Engländer in Minden ein ausgezeichneter genannt werden muß. Die ganze, sehr sorgfältige Untersuchung, die durch einen im Zivilberus als Landrichter tätigen Offiziersstellvertreter geführt worden ist, ergibt somit, daß die Angaben der„Morning Po st" ohne Ausnahme erlogen find. Der ganze Fall ist ein klassisches Beispiel für die moralischen Methoden der„Morning Post". Wie sich aber jede derartige Handlung zuletzt gegen ihren Urheber wendet, so auch in diesem Falle. Daraus berechnet, die Ehre Deutschlands zu beschmutzen, hat der Artikel wohl nun den Haupterfolg gehabt, daß zahlreiche emg- lische Familien ohne jeden Grund wochenlang sich in Angst um ihre gefangenen Angehörigen verzehrt haben.(Notiz: von Professor Dr. Adolf D c i ß m a n n, genehmigt Stellvertr. Generalkommando Münster.) die Kriegsfürsorge vor öem preußischen MgeorSnetenhaufe. Am Montag ist das Plenum des Mgeordnetenhause» wieder zusammengetreten, um den Etat des Staatsministe- riuins und in Verbindung damit den Gesetzentwurf über Bei- Hilfen zu Kriegswohlfahrtsansgaben der Gemeinden und Ge- meindeverbände zu beraten. Räch dem von den Fraktionen vorbereiteten Plan er- stattete zunächst der konservative Abgeordnete Dr. Hoof ch den Bericht der Bndgetkommission über die Kapitel Volks- ernährung, Viehhaltung, Feldbestellung und Geldverkebr. Was er darüber zu sagen hatte, ist durch die Ver- öffentlichungen der Presse bereits bekannt. Wir müssen uns in unserer Kritik aus leicht ersichtlichen Gründen einer gewissen Zurückhaltung befleißigen, wir be- gnügen uns deshalb mit der Andeutung, daß wir keineswegs in allen Punkten den Ausführungen des Referenten bei- pflichten können, und daß insbesondere seine Berufung auf den Artikel von Kaliski in den„Sozialistischen Monatsheften" besser unterblieben wäre. Unser Vertreter in der Kommission hat keinen Zweifel gelassen, daß die Partei nicht hinter Kaliski stehe und daß die jetzige Lage nicht für, sondern gegen die Richtigkeit der agrarischen.Wirtschaftspolitik spricht. Von der Aeußerung des Berichterstatters, daß sich in der Kommission keine Partei ihrer vaterländischen Pflicht entzogen habe, nehmen wir mit Genugtuung Notiz, soweit es sich um die Sozialdemokratie handelt, denn unser Streben war nicht nur in der Kommission, sondern überall von Beginn des Krieges an darauf gerichtet, die Ernährung des Volkes sicherzustellen. Ebensogut wie es nach Ansicht de? Berichterstatters auf dem Gebiete der Nahrungsmittelversorgung steht, steht es nach Ansicht des zweiten Berichterstatters, des freikonservativen Abgeordneten Frhn. v. Z e d l i tz auf dem Gebiete der Kriegs- fürsorge. Seine Ausführungen erweckten den Anschein, als -ob es im ganzen Deutschen Reich keinen Angehörigen eines Kriegsteilnehmers gebe, der Grund zum klagen habe, und als ob auch die Arbeitslosen sich eines mehr als ausreichenden Schutzes erfreuen. In dieses Loblied stimmte namens aller bürgerlichen Parteien der Abg. Dr. Friedberg ein. Einen etwas anderen Ton brachten die Sozialdemokraten in die Debatte, deren Redner Genosse Hirsch zwar die Znstim- mung seiner Freunde zu dem Gesetzentwurf erklärte, im übrigen aber aus der Praxis nachwies, wieviel in bezug auf die Krnegsfürsorge noch zu tun ist, wie die Regierung br- sonders in der Nahrungsmittelfrage vielfach versagt hat und wie mangelhaft es um die Fürsorge für die Arbeitslosen be- stellt ist. Wir wollet» hoffen, daß die Fülle von Anregungen, die unser Genosse gab, nicht unbeachtet bleiben; die Behörden können daraus lernen, wo der Hebel anzusetzen ist, die Fa- Milien der Kriegsteilnehmer aber werden sich der Ucberzeu- gunst nicht verschließen können, daß sie auf die Sozialdemo- kratie in allen Lebenslagen rechnen können. Nach einstimmiger Annahme des Gesetzentwurfs über Kriegsbeihilfen wurde die weitere Beratung deS Etats auf Dienstag vertagt. Es wird dann die Frage des BelagerungS- zustandet und der Zensur zur Erörterung stehen. Politische Uebersicht. Friedensforderungen des Wehrvereind. andere mehlartige Stoffe verwendet werden. Durch diese Verord- Ende 1913. Die Schuhfabrik des Verbandes hat das erste nung wird dem augenblidlichen Bedarf der Kommunalverbände nach volle Betriebsjahr hinter sich. Sie lieferte für 781 551,98 Roggenmehl wohl wirksam gesteuert werden, da auf diese Art und Franken fertige Schuhwaren mit zirka 120 Arbeitern und bei Weise der Verwendung des Weizenmehls ein wesentlich weiterer vorübergehender Betriebseinstellung nach Kriegsausbruch. Während der Presse der Mund zur Erörterung der Spielraum gelassen ist. Es wird auch daran erinnert, daß nach§ 5 Die bezahlte Lohnsumme beträgt 181 882,15 Franken. Außer Friedensbedingungen geschlossen ist, geht die Agitation für abf. 4 der Bekanntmachung über die Bereitung von Badwaare vom der Verzinsung und Amortisierung der Anlagen mit 20 000 bestimmte Wünsche beim Friedensschluß in Versammlungen 5. Januar 1915 die Landeszentralbehörde gestatten kann, daß bei der ruhig weiter. So tagte am Sonnabend im Plenarsizungs- Bereitung von Roggenbrot das Roggenmehl bis zu 30 Gewichtssaale des Reichstags der vor drei Jahren vom General teilen durch Weizenmehl ersetzt wird... Seim gegründete Deutsche Wehrverein, wobei der Leiter der Versammlung und die beiden Redner, Geheimrat Abkommandierungen zur Frühjahrsbeftellung. Professor Adolf Wagner und Geheimrat Professor Das Generalfommando des 7. Korps hat mitgeteilt, daß be Roethe durchaus nicht mit ihren Wünschen für den absichtigt fei, die bei sämtlichen Erfazformationen befindlichen landFriedensschluß zurückhielten. Im Anschluß an die Vorträge wirtschaftlichen Arbeiter, Gutsbesitzer usw. für die Zeit vom 18. März faßte die Versammlung nach der Kreuz- Zeitung" einstimmig bis 5. April auf die landwirtschaftlichen Betriebe des Bezirks zu folgenden Beschluß: fommandieren. Es handle sich um ½ des gesamten MannschaftsDer Deutsche Behrverein, der durch die Erfahrungen bestandes. des gegenwärtigen Strieges feine bisherigen Bestrebun gen auf Stärkung der deutschen Waffenrüftung voll geredt Verstorbene Barlamentarier. fertigt sieht, erklärt, daß das deutsche Volt angesichts der Tat Der Landtagsabgeordnete für den Wahlkreis sache, daß in diesem Kriege seine ganze Zukunft auf Jahrhunderte hinaus auf dem Spiele steht, bis zum äußersten mit Guttönigsberg, Domprobst Dr. Dittrich Frauenburg ist am Sonn und Blut durchhalten muß und durchhalten wird. Unbedingt tag in Braunsberg gestorben. Er gehörte dem Zentrum an. Der frühere Reichstagsabgeordnete Gustav Adolf notwendig, um die politischen wie die nationalen, die wirtschaftlichen wie die kulturellen Lebensbedingungen des deutschen Volkes Thomsen ist am Montag in Heide bei Kiel gestorben. Er vertrat vom Jahre 1881 bis 1898 Den fünften Schleswig- Holsteinschen zu sichern, ist aber ein Friedensschluß, der den ungeheuren ge- Wahlkreis Dithmarschen- Steinburg. Er gehörte der Freifinnigen brachten Opfern entspricht und der dem deutschen Volke nicht Vereinigung an. nur finanzielle Entschädigungen, sondern auch Gebiets und Machterweiterungen innerhalb und außerhalb Europas bringt. " An den Kaiser, den Kronprinzen, General Keim und General von izmann wurden Begrüßungstelegramme abgesandt. Kartoffelnot. Vom Bund„ Neues Vaterland" wird uns geschrieben: Die Erhöhung der Kartoffelhöchstpreise ist eine Antwort auf die Bitten der Konsumenten, die wieder einmal das Wort eines alten Sozialpolitikers beweist:„ Die Regierung sieht ihre Aufgaben vom Standpunkt der Produzenten an." Franken wurde noch ein kleiner Ueberschuß erzielt. Die Schuhfabrik hat ein fritisches Betriebsjahr im Hinblick auf den Krieg hinter sich, aber sie wird sich in den wiederkehren. den Friedenszeiten gut weiter entwickeln, wie der gesamte Berband der schweizerischen Konsumvereine, die auch da während des Krieges für die gesamte Konsumentenwelt sich als sehr nüßlich, als gemeinnüßig erwiesen und bewährt haben. Lezte Nachrichten. Der Bericht des russischen Generalstabes. Petersburg, 22. Februar.( W. T. B.) Der Große Generalstab veröffentlicht folgendes Communiqué: As die Deutschen nach einer Reihe außerordentlich heftiger und hartnäckiger Angriffe, die sie unzählige Opfer kosteten, die Unmöglichkeit erkann hatten, unsere Stellung auf dem linken Weichselufer einzudrücken, schritten sie Anfang Januar dazu, einen neuen Plan ins Werf zu setzen. Nachdem sie im Innern Ein einheitliches westeuropäisches Wirtschaftsgebiet. des Landes die Formation mehrerer neuere Armeekorps bcendet hatten und sich dazu entschlossen hatten, weitere Trup uns wird geschrieben: Unsere heutige moderne Volkswirtschaft ist in immer steigendem pen von ihrer Westfront abzutransportieren, um sie gegen Maße vom Weltmarkt abhängig und ein Rückwärts auf der Bahn uns operieren zu laffen, warfen sie unter Benuzung ihres der Weltmarktswirtschaft wird es in Zukunft nicht mehr geben. außerordentlich entwickelten Eisenbahnnebes bedenZwar ist der heutige Weltmarkt fein geschlossener Organisntus, er tende Streitfräfte nach Ostpreußen und versuchten unsere hat teinen einheitlichen zentralen Willen, sondern nur Tendenzen, 10. Armee, die stark organisierte Stellungen längs der Andie sich aus den Spannungen der lebendigen volfswirtschaftlichen gerapp und der masurischen Seen besetzt hielt, zu schlagen. Sträfte der verschiedenen nationalen Bolfswirtschaften ergeben. Das Um den Erfolg dieses Planes sicherzustellen, transportierten nächste Ziel der Entwicklung wird ohne Zweifel noch nicht die die Deutschen auch einen Teil ihrer Kontingente von der Organisierung des Weltmarktes, sondern die Organisierung von Bsura- und Rawkafront auf das rechte Weichselufer. Wirtschafts gruppen sein, die sich aus der inneren Ver- Die Ansammlung der deutschen Kräfte in Ostpreußen Hunderttausende von Frauen laufen in diesen Tagen nach Star- wandtschaft der zugehörigen Wirtschaftsgebiete ergeben. Die weft- murde bereits am 4. Februar entdeckt, aber der Umfang toffeln umber. Sie erhalten feine. Weshalb? Etwa, weil die Engländer uns die Zufuhr gesperrt hätten? Nein, weil eine europäischen Staaten find in ihrer politischen, sozialen und fultu- dieser Ansammlung fonnte mit Sicherheit erst einige Tage leine Zahl von Landwirten und Großhändlern die Kartoffeln feft- rellen Struftur bereits heute vollständig aufeinander an. später festgestellt werden. Unsere Oberbefehlshaber. ent hält und weil die Regierung nicht fest zupadt, wie es zwar bezüg- gewiesen. Trotzdem zerfallen fie in 19 autonome Gebiete, die schlossen sich, da sie keine Eisenbahnen hatten, um mit lich der Getreidevorräte zulegt geschah, aber erst nachdem der ihre Märkte im Binnenverkehr gegeneinander durch Zollschranken der nötigen Schnelligkeit an der Front in Ostpreußen die und Protektionismus abschließen. Zu Anfang des 20. Jahrhunderts Kräfte zu vereinigen, die unerläßlich waren, um in gebührenHandel im Herbst, wie man schäßt, mindestens 800 Millionen Mark extra, das heißt im Verhältnis zum normalen Gebetrug der Gesamtumsatz im gegenseitigen Handel der westeuro- der Weise dem Vorstoß des Feindes standzuhalten, die obenschäftsgang, eingesackt hatte. Dasselbe Spiel wird fich päischen Länder 20 Milliarden, d. h. die Hälfte ihres Gesamthandels eripähnte Armee aus Ostpreußen gegen die Grenze und noch jetzt mit dem Fleisch wiederholen. Man spricht einerseits davon, entfiel auf den zwischenstaatlichen Handel West- weiter bis gegen den Njemen und den Bobr zurückzuführen. Schweine als Düngemittel zu verwenden, weil zu viel vorhanden würde diese 50 Proz. nicht nur wesentlich entlasten, sondern auch 10. Armee von bedeutenden feindlichen Kräften bedrängt und europas. Die Schaffung eines einheitlichen Wirtschaftsgebietes Bei dieser Bewegung des rechten Flügels wurde die „ Tägliche Rundschau" schreibt am 16. Februar von sachverständiger den inneren europäischen Gesamthandel auf eine höhere Stufe mit einer Umgebung der rechten Flanke bedroht. Sie war also Seite:" In jedem Falle darf man es als erwiesen betrachten, daß bringen, zudem wäre die wirtschaftliche Stellung dieses Gebietes zu einer schleunigen Frontänderung in der Richtung Kowno dem Zwischenhandel in der letzten Zeit wieder enorme Gewinne zuauf dem Weltmarkt eine ganz andere als vorher und könnte zu gezwungen. Diese schleunige Bewegung entblößte die Flanke gefallen find, und zwar auf Kosten der großen Masse der Ver- feiner Beherrschung führen. braucher, der die Dauerwaren an Fleisch dereinst recht teuer zu stehen kommen wird." Sie fordert auf, daß unverzüglich etwas geschehe. Aber selbst das Unverzüglichste fann noch zu spät kommen. Es gibt ein italienisches Sprichwort:„ Wer mit freiem Anlauf springt, springt gut, der Gestoßene springt immer schlecht". Die Regierung hat sich in dieser wichtigen Frage immer von den Ereignissen stoßen Tassen, anstatt sie voraus zu berechnen und danach zu handeln. sind, andererseits zeigt der Kleinhandel Preise wie nie zuvor. Die Tie Teilung des Mehrgewinns. Eine Mitteilung des Westfälischen Milchproduzentenvereins besagt: Der Milchpreis in den Orten des westfälischen Industriegebiets ist mit Ausnahme von Hamm von 20 auf 22 f. gestiegen. Die Hälfte vom Aufschlage soll den Produzenten zugute tommen, die andere den Milchhändlern. Der Gedanke einer solchen Einigung des europäischen WirtSchaftsgebietes galt den Politikern bis heute so gut als eine Utopie wie früher die zollpolitische Einigung Deutschlands als Utopie gegolten hat. Die bittere Notwendigkeit wird auch hier zeigen, daß die Schaffung größerer Organisationen keine Utopien sind und es mehren sich ja auch tatsächlich die Stimmen für solche Biele. Demisfion des luxemburgischen Minifteriums. Luxemburg, 22. Februar.( W. T. B.) Das luremburgische Ministerium, beſtehend aus Staatsminister Enschen und den Generaldirektoren mon genast, de Waha und Braun, ist heute um seine Entlaffung eingekommen. des nachfolgenden Korps, das sich infolgedessen in äußerst bedrängter Lage befand. Nur einzelne Abteilungen fonnten enttinnen. Die anderen Korps der 10. Armee, die den Feind ununterbrochen mit Heftigkeit bekämpften, wur den langsam in die ihnen befohlenen Richtungen zurüdgenommen. Dabei ergriffen sie selbst die Offensive, drängten den Feind träftig zurüd und brachten ihm furchtbare Berlufte bei, wobei sie die unglaublichen Schwierigkeiten überwanden, die durch den tiefen, alles einhüllenden Schnee entstanden nicht vorwärts kommen, der Train hatte Verspätung und waren. Die Straßen waren ungangbar, Automobile fonnten konnte oft seinen Bestimmungsort nicht erreichen. Schritt für Schritt langsam zurückweichend, hielten diejenigen unserer Korps, die den linken Flügel der 10. Armee bildeten, den Feind durch neun Tage auf einer Strede zurüd, die man geDer heilige Krieg" und Niederländisch- Indien. wöhnlich in vier Tagen durchmißt. Diese Korps wurden am Aus Amsterdam schreibt man uns: Die Bewegung, unter 19. Februar über Augustowoka zurückgenommen, aus der Bisher war bei den Versuchen, die Milchpreiserhöhung ben den Mohammedanern der niederländischen Kolonien scheint doch Kampflinie gebracht und bezogen die ihnen anbefohlenen Verbrauchern schmackhaft zu machen, nur immer davon die Rede, daß stärker zu werden, als man erwartet hatte. Sie gibt sich vor allem Bläge. Gegenwärtig entwickeln sich die Aktionen an der deufdie Erzengungskosten sehr erheblich gestiegen seien, nicht auch davon, in der Sammeltätigkeit des rasch erstarkenden Bundes, Sarikat Islam" schen Front in der Gegend von Osowie B, auf den Straßen daß der Milchhandel einer materiellen Aufbesserung bedürftig wäre. au erkennen. Wie der Java- Bode" vom 31. Dezember berichtet, wird von Romza, nach Edvobno, nördlich von Kodzidlo, auf dem Durch diese Teilung des Aufschlags bekommt die ganze Sache erst Anschluß an die türkische Vereinigung Alhilal Allahmar" gesucht, die halben Wege von Plod nach Glonst. Stellenweise sind diese einen Hilfsfonds für die durch den Krieg bedürftig gewordenen Türten Rämpfe sehr hartnädig. Rechts von der Weichsel auf der Und nicht nur dadurch. Denn der Geschäftsführer des Beſt aufzubringen sucht. Es haben sich schon im javanischen Binnenland Straße von Plock wurden österreichische Abteilungen zwischen fälischen Milchproduzentenvereins hebt in seiner Kundmachung an an verschiedenen Orten Hilfskomitees gebildet. Das genannte Blatt den deutschen Truppen entdeckt. die Mitglieder weiter hervor: In den letzten zwei Tagen machten wir ungefähr 1000 Nach den Verhandlungen des Westfälischen Milchproduzenten- äußert die Befürchtung, daß der Caritat Islam" mit dieser Altion vereins in feinen jüngst abgehaltenen Vorstandssizungen, zu denen auf einen Weg gerate, der ihn von seinem fulturellen und wirt. Deutsche zu Gefangenen. In Galizien ging der Feind am Auch in 19. und 20. Februar nach einem vorbereitenden Artillericauch Vertreter von angeschloffenen Vereinen, Mollereien und schaftlichen Programm bedenklich abseits führe. Milchhändlern anwesend waren, ist von einer weiteren Preis- anderen Kolonistenblättern findet man besorgte Hinweise auf das feuer, das äußerst heftig war, im Norden von Zakliczyn zur steigerung der Milch auf 24 Pf, vorläufig Abstand ge- Anwachsen der religiös- nationalistischen Strömung. Offensive über, wurde jedoch nach einem dreimaligen wieder* Daß die niederländischen Kolonien mit ihrer materiell und holten Angriff zurückgeschlagen. Die Kämpfe zwischen Mezo Die Milchhändler wollen unter allen Umständen darauf Begeistig verhältnismäßig hochstehenden islamitischen Bevölkerung einen laborcz und dem unteren San dauern unter fortwährendem dacht nehmen, für den nächsten Sommer den Preis von 22 Pf. guten Boden für die panislamitische Propaganda abgeben tönnten, Wechsel von Angriff und Abwehr an. Neue Angriffe der pro Liter beizubehalten.. läßt sich auch nach dem hohen Anteil bermuten, den die Javaner Deutschen gegen die Höhen von Roziovka und in der Gegend Also: gleichviel wie sich auch der Stand der Futterfaaten ge- und Malaien an der Betfahrt nach Metta haben. Nach dem Bericht von Neurozanka wurden alle zurückgeschlagen. Unsere Trupstalten mag, gleichviel wie es etwa um die Ernährung des Volkes des niederländischen Konsuls in Djeddah für das Jahr 1913-1914 pen bemächtigten sich nach erbitterten Kämpfen der Höhen im übrigen stehen mag die einmal durchgeführte Preiserhöhung ist die Zahl der Mettapilger von 88 295 auf 96 924 gestiegen. Davon füdöstlich von Dufla, nordwestlich von Lenoczow. In Südsoll beibehalten werden! Und man beachte: Produzenten und waren 34 685 Javaner und Malaien gegen 24-985 im voran- galizien befekte der Feind Stanislau. Händler gehen nicht verschiedene Wege, sondern sie gegangenen Jahr. Der fleritale Rotterdamer Maasboode" fragt, halten gemeinsame Besprechungen ab, wie die Preissteigerung am was die Regierung nun zu tun dente, da Mekka leicht ein Zentrum besten durchzuführen und zu halten sei. Der Milchhandel erhofft für die Propaganda des heiligen Strieges werden könnte. den passenden Anstrich. nommen. die Konzeffionierung und den Ausschluß mißliebiger Elemente, und er wird darin von den Produzenten nach Kräften unterstützt, die wiederum für ihre Hilfe den Gegendienst beunspruchen, daß die Milchhändler nun aber auch das Ausderreihetanzen sein lassen, mit dem sie früher noch hin und wieder die Sache der Verbraucher unterstützt haben. Die Mehlvorräte. 21 Genossenschaftliches. Der strategische Rückzug der Russen. Ca eigentlich die Baris, 22. Februar.( T. U.) Ueber die Kämpfe im Ostent schreibt der Matin": Wir wohnen augenblicklich der bereits tra ditionellen, man möchte sagen, flassischen Veränderung auf dem östlichen Kriegsschauplas bei. Der Augenblid ist wieder einmal getommen, wo gut informierte, aber mißvergnügte Leute schmerzDer Verband schweizerischer Konsumvereine im Jahre 1914. erfüllte lide wechseln, sich zueinander neigen und düster zu Ueberraschend bald erfährt man aus der schweizerischen flüstern: Die Ruffen weichen in der Bukowina zurüd, sie sind aus Parteipresse einige wichtige Angaben über die Weiterentwide- Ditpreußen hinausgeworfen und auch in den Karpathen steht es Amtlich. Berlin, 22. Februar.( W. T. B.) Die Kriegs- lung des Verbandes schweizerischer Konsumvereine in den faul! Nach diesen einleitenden Worten tammt der Matin" zu folgender überraschenden Schlußfolgerung: Das alles haben wir getreidegesellschaft m. 5. S. hat auf die häufigen Anträge alles erschütternden Kriegsjahr 1914. Danach hat der Ver- schon mehrmals gehört, und wir werden es noch länger von Kommunalverbänden um Ueberlassung von Mehl durch das band im Berichtsjahre seinen Umsatz troballedem noch weiter hören, bis man plößlich mit Erstaunen bemerken wird, Wolffiche Telegraphenbureau zur Kenntnis gebracht, daß diesen An- erhöhen können, wenn auch nur um 1317 760 Franken, von daß Deutschen sind, die entschei geschlagen werden. Unfere topferen Verbündeten trägen stattzugeben nicht Aufgabe der Kriegsgetreidegesellschaft fei. 44 400 000 Franken auf 45 717 076 Franken. Im Jahre dend Die Kriegsgetreidegesellschaft macht wiederholt darauf auf 1913 hatte allerdings die Zunahme des Unisages gegenüber sind in verschiedener Hinsicht manchmal benachteiligt, ihr Eisenbahnmerksam, daß noch große Mehlvorräte im Lande vorhanden 1912 über 7 Millionen Franken betragen und ohne das Da- bahnnet ist zu schwach, und auch ihr Munitionsvorschub läßt viel find. So haben Mitglieder des Vereins deutscher Handelsmüller zwischenkommen des Krieges würde wohl das verflossene Jahr zu wünschen übrig, sie müssen infolgedessen häufig strategische Rücknach einer heute gemachten Mitteilung der Geschäftsstelle desselben einen ähnlichen bedeutenden Zuwachs gebracht haben. Die 3üge ausführen, um den Augen des Feindes ihre wahren Absichten über 10 000 Tonnen mehr zur Verfügung, die an notleidende Kom- Betriebsrechnung schließt bei 696 302,80 Franken Einnahmen Meister geworden und weichen erst, nachdem sie die Erde mit 10000 berbergen. In dieser Rückzugstaktik sind sie jedoch die wahren munalverbände abgegeben werden können. Es wird weiterhin und 345 023,99 Franken Ausgaben mit einem Ueberschuß Reichen der Deutschen übersät haben. Da sie die lleberlegenheit der daraufhin verwiefen, daß auf Grund der Bundesratsverordnung von 351 278,81 Franken( uni 51 000 Franken mehr als 1913), 3ahl besigen und außerdem den unerschütterlichen ut eines vom 18. d. Mts. die Landeszentralbehörden oder die von ihnen be- der zu Abschreibungen und Verstärkung des Reservefonds ver- Boffes, daß für seine Freiheit ficht, so sind sie des endgültigen stimmten Behörden im Falle eines dringenden wirtschaftlichen wendet wird. In das Verbandsvermögen wird eine Einlage Sieges sicher. Die Humanité" schreibt: Die Nachrichten, die wir von der Bedürfnisses gestatten lönnen, daß Mühlen Weizenmehl in von 200 000 Franken gemacht, in den Dispositionsfonds 20 000 Ditfront erhalten, sind nicht gerade die besten. Es steht jetzt fatanderer Mischung, als bisher vorgeschrieben, abgeben dürfen, daß Franken, in den Delfrederefonto 10 000 Franken und auf Ditfront erhalten, sind nicht gerade die besten. Es steht jetzt tatsächlich fest, daß sowohl in Ostpreußen wie in der Bukowina, alfo Weizenbrot aus einer Mischung hergestellt wird, die weniger als neue Rechnung werden 8607,67 Franken übertragen. Beim Norden wie im Süden ein so heftiger Drud auf die Russen auss 30 Gewichtsteile Roggenmehl unter 100 Teilen des Gesamtgewichts merkenswert sind die vorhandenen großen Warenvorräte im geübt wurde, daß sie zu einem sehr ernsthaften Rüdzug ges enthält, und daß an Stelle des Roggenmehlausages Rartoffeln oder Werte von, 3 957 794 Franfen gegen nur 2618 525 Franken zwungen wurden. Unsere Ernährung während der Kriegszeit! Heute Dienstag, den 23. Februar 1915, abends 8 Uhr: Oeffentliche Volksversammlungen Adlershof: in folgenden Lokalen: Corona- Prachtfäle, Kommandantenstraße 72. Kammersäle, Teltower Straße 1-8. Arminhallen, Kommandantenstraße 58/59. Reichenberger Hof, Reichenberger Straße 147. Graumann, Naunynstraße 29. Konzert- und Festsäle, Koppenstraße 29. Cöpenick: Charlottenburg: Mariendorf: Neukölln: Neukölln: Restaurant Ziege, Bismarckstraße 29. Stadttheater, Friedrichstraße 3. Volkshaus, Rosinenstraße 3. Restaurant Herold, Chauffeestraße 283. Karlsgarten, Karlsgartenstraße 6-10. Restaurant Felsch, Knesebeckstraße 49. Elysium, Landsberger Allee 40/41. Unions- Festfäle, Greifswalder Straße 222. Brauerei Bözow, Prenzlauer Allee. Frankes Festsäle, Badstraße 19. Pharus- Säle, Müllerstraße 142. Brauerei Patzenhofer, Turmstraße 25/26. Neukölln: Schöneberg: Wilmersdorf: Lichtenberg: Oberschöneweide: Weißensee: Eugen Brückner Friedrich Kunze Otto Büchner Emil Eichhorn Gustav Link Georg Ledebour Referenten: Eduard Bernstein Karl Koblenzer stein Radtke- Adolf Ritter Georg Schöpflin Georg Schmidt Alfred Scholz Mathilde Wurm Klara Weyl- Rudolf Wissell Emanuel Wurm Passage- Festsäle, Bergstraße 151/152. Neue Rathausfäle, Meininger Str. 8. Viktoriagarten, Wilhelmsaue 114/115. Schwarzer Adler, Frankfurter Chaussee. Wilhelminenhof, Schloßparkstraße. Schloß Weißensee. Simon KatzenFritz Faaß Wilhelm Paetzel Heinrich Schulz Emil Wutzky Luise Zietz. Hermann Georg Ucko Verband der sozialdemokratischen Wahlvereine Berlins und Umgegend. Gewerkschaftskommiffion Berlins und Umgegend. E. Ernst. 199/1 Deutscher Metallarbeiter- Verband Deutscher Holzarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. N 54, Linienftr. 83-85. Telephon: Amt Norden 185, 1239, 1987, 9714. Bureau geöffnet von 9 bis 1 Uhr und von 4 bis 7 Uhr. 8% Verwaltung Berlin. Tel.- Amt Morigplak 10623, 3578. A. Körsten. Jakels Schlafe patent Möbel Kriegswoche v. 21.- 28. Febr. 5% Kriegsrabatt. Preisliste 198 franko. Bureau: Rungestraße 30. R. Jaekel's Patent- Möbel- Fabrik Berlin, Markgrafenstraße, Ecke Kochstraße. Tel. Zentrum 9474. Mittwoch, den 24. Februar, abends 8½ Uhr: Branchen- Versammlungen: Dr. Max Goldschmidt Blumen- und Kranzbinderei Mitglieder- Versammlung der Elektromonteure und Helfer Groß- Berlins Korbmacher. Dienstag, den 23. Februar, abends 8%, Uhr, im Gewerkschaftshause, Engelufer 15: in den Muſiker- Feſtſälen, Kaiſer- Wilhelm- Str. 81( Hochzeitsfaal). Lichtbilder- Vortrag. Tagesordnung: 1. Bericht der Kommission. 2. Neuwahl des 1. und 2. Branchen Ein Befuch der Kriegsfchauplätze in Oftpreußen. letters. 3. Erfazwahl zur Agitationstommission. 4. Branchenangelegen. heiten und Verschiedenes. Chne Mitgliedsbuch kein Zutritt. Mittwoch, den 24. Februar, abends 8, Uhr, Mitglieder- Versammlung der Gold- u. Silberarbeiter und verwandten Berufsgenossen im Dresdener Garten, Dresdener Straße 48. Zagesordnung: 1. Vortrag bes Genoffen Joh. Sassenbach. 2. Berbandsund Branchenangelegenheiten. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. Donnerstag, den 25. Februar, abends 82 Uhr: Branchen- Versammlung der Drahtarbeiter fuffion. im Lokal von Bieberstein, Adalbertstraße 59. Tagesordnung: 1. Die gegenwärtige Situation in unserer Branche. 2. Dis. 3. Verschiedenes. Mitgliedsbuch legitimiert. Pünktliches und zahlreiches Erscheinen wird erwartet. 132/14 Die Ortsverwaltung. Bortragender: Kollege Ahlemeyer. Eintrittspreis: 10 Pfennig. Kistenmacher. Mittwoch, den 24. Februar, abends 8 Uhr, im Lokal ,, Andreas- Festfäle", Andreasstr. 21. Lichtbilder- Vortrag: Ein Besuch der Kriegsschauplähe in Ostpreußen. Vortragender: Rollege Ahlemeyer. Zu den Lichtbilder Vorträgen find die Frauen der Kollegen freundlichst mit eingeladen. Stellmacher. Donnerstag, den 25. Februar, abends 8 Uhr, im ,, Rosenthaler Hof", Rosenthaler Straße 11/12. Zagesordnung: 1. Stellungnahme zum Abschluß eines neuen Vertrages in ben Wagenfabriken. 2. Verbandsangelegenheiten. Kollegen! Sorgt für guten Besuch der Versammlungen. Niemand darf fehlen! Die Ortsverwaltung. 97/7 Warschauer Str. 15 wird während des Krieges durch Dr. O. Meckauer vertreten Warschauer Str. 82. Oskar Wollburg Trauer Magazin Berlin N., Brunnenstraße 56. Große Auswahl in schwarzer Konfektion; auch einz. Röcke, Blusen, Hüte etc. Anfertigung nach Maß in 12 Stunden. Aenderungen sofort. Asthma mit Hustenanfällen und starter Verschleimung findet mirtsame Hilfe durch Reichels Echte Asthmatropfen, berühmt durch ihre Wirkung Babli eiche Erfolgsberichte. Fl. 2.50. 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Rebatt: Alfred Wielevy, Neuköün. Injeratenteil verantw. Zh. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Borwärts Buchdr. u. Berlagsantali Baul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 2 Beilagen u. Unterhaltungsb Nr. 54. 32. Jahrgang. 1. Beilage des„, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Dienstag, 23. februar 1915. Die Etatberatung im Abgeordnetenhause. 99. Sizung: vom 22. Februar, nachmittags 2 Uhr. Am Ministertisch: Dr. Delbrück, Loebell, Lenze. Präsident Graf Schwerin verliest unter dem Beifall des Hauses das soeben eingetroffene Telegramm, das das Gesamt crgebnis der Winterschlacht in den Masuren meldet. Das Haus stimmt der Absendung eines Glückwunschtelegramms an den Kaiser zu. zu Ehren des verstorbenen Abg. Dr. Dittrich- Braunsberg( 3.) erhebt sich das Haus von den Sigen. Die zweite Lesung des Etats. Verhandelt wird zunächst über den Etat des Staatsministeriums und über den Gefeßentwurf, der 110 Millionen Mark an die Gemeinden und Kommunalverbände als Staatsbeihilfe zu ihren Kriegsfürsorgemaßnahmen überweisen will. Die Debatte wird in zwei Abschnitte: 1. Boltsernährung, Viehhaltung, Feldbestellung, Geldverkehr; 2. soziale Kriegsfürsorge, Belagerungszustand und Einschränkung der Preßfreiheit zerlegt. Die Volfsernährung usw. Der Berichterstatter Abg. Hoesch( f.) Staatsminister Dr. Delbrück verweist auf die schwierige Aufgabe, das bei Ausbruch des Krieges ins Stoden geratene Wirtschaftsleben neu zu beleben, welche Aufgabe nach allen Richtungen hin gelungen sei. Unser Geld- und ftellt zunächst mit Genugtuung fest, daß bei der Besprechung aller Kreditverkehr hat die Stürme der ersten Kriegswochen überstanden; wirtschaftlichen Kriegsmaßnahmen sich in der Kommission die er konsolidiert sich von Monat zu Monat und bietet die Grundlage völlige lebereinstimmung aller Parteien habe erzielen lassen. für die finanzielle Seite der Kriegsführung, wie wir sie nicht ( Bravo!) Um diese Geschlossenheit zu wahren, ist in den Kom- besser erhoffen konnten. Der Arbeitsmarkt, der sich bei Ausbruch missionsverhandlungen manchmal eine Aeußerung aus alten und des Krieges in völliger Deroute befand, liegt heute sowie in der festen Ueberzeugungen zurückgestellt worden, bis wieder andere gleichen Jahreszeit im Frieden.( Hört! hört!) Die große Masse Zeiten kommen, die die Vertretung der Grundsätze der Parteien des Volkes ist verschont geblieben von den Notständen, die sonst wieder zulassen. Ausdrücklich sei aber, um jeden zweifel zu mit einem so gewaltigen Seriege verbunden zu sein pflegen. Dazu zerstreuen, hierbei betont, daß es in diesem Hause keine Partei hat die umfassende Kriegsfürsorge der Bundesstaaten und Stomgibt, welche in der Kommissionsberatung sich der großen Aufgabe munen beigetragen. Wissenschaft und Technit, Handel und Indes Zusammenstehens und der Zusammenarbeit nicht bewußt ge- dustrie sind unablässig bemüht gewesen, neue Formen der friegswesen wäre.( Beifall.) Aus dieser Erscheinung tritt eine vater- wirtschaftlichen Rüstung zu erfinden, neue Methoden der Arbeit, ländische Pflichterfüllung hervor, die wohl geeignet ist, eine Welt wie sie der Krieg erforderte, auszuproben, neue Betriebsmittel von Feinden zu bezwingen.( Erneuter Beifall.) zu erproben. Hinsichtlich des Rohstoffmangels werden wir alle Darauf bespricht der Redner eingehend die seit Beginn des Anregungen prüfen. Im ganzen aber können wir zufrieden sein Krieges getroffenen wirtschaftlichen Kriegsmaßnahmen. Es wäre mit dem Erreichten. Der Minister spricht Dank und Bewunderung vielleicht manche Erfahrung uns erspart geblieben, wenn eine aus für das, was Handel und Industrie, Arbeitgeber und Arbeit tiefdurchdachte, in Einzelheiten eingehende wirtschaftliche Vor- nehmer aus sich heraus in unaulässigem, nie rastendem Bestreben bereitung zum Weltkriege noch während der Friedenszeit statt- auf diesem Gebiet geleistet haben.( Beifall.) Bei Besprechung der gefunden hätte.( Sehr richtig!) Daß das nicht geschehen ist, Regelung der Ernährungsfrage und der Futtermittelbeiveist aber, daß Deutschland nicht beherrscht gewesen ist von verteilung hebt der Minister hervor, daß in der Kommission Was die Art der Zuschläge für die Reichs mindest= Hazgedanken gegen eine andere Macht, und daß uns der Wunsch sehr ausgiebige Kritik an den Maßnahmen der Regierung geübt be betrifft, so würde es sich empfehlen, nach dem Muſter des ferngelegen hat, die Grenzen des Vaterlandes weiter zu stecken, worden sei. Es sei heute nicht der Ort, auf diese Kritik einzu- Reichsgesetzes vom 10. Mai 1892 betreffend Familienunterstüßun daß allein die Absicht war, den Konkurrenzkampf mit den übrigen gehen. Ich kann nur versichern, daß die Regierung es mit Dant gen bei Ginziehung in Friedenszeiten der Ehefrau 30 Proz Völkern in friedlicher Arbeit durch gesteigerte technische Leistungen empfindet, daß sie sich in dieser schwierigen Zeit über diese und jedem Kinde 10 Proz. des ortsüblichen Tagezu führen.( Zustimmung.) Wir nehmen nun aber auch den wirt- schwierigen Fragen mit der Volksvertretung hat aussprechen können ohns zu gewähren. Gegen die Mietzuschüsse läßt sich da, schaftlichen Kampf mit unseren Feinden geschlossen auf, auch hier und einesteils der schweren Verantwortung dadurch enthoben wo sie wirklich als Zuschüsse zu den Unterstützungen gegeben werklar zum Gefecht.( Beifall.) Die Kommission konnte den von der worden ist. Ich bin überzeugt, daß es uns gelingen wird, auch den, natürlich nichts einwenden. Scharfen Ladel aber verRegierung getroffenen Maßnahmen nicht in allen Einzelheiten zu diese, vielleicht schwierigste wirtschaftliche Aufgabe zu lösen. Der dient es, wenn man von der ohnehin schon knapp bemessenen Unter stimmen, nicht sowohl der Tendenz dieser Maßnahmen wegen, als Aushungerungskrieg Englands hat diesen Krieg zu einem Striegestützung einen Teil abzieht und an den Wirt abführt. wegen auseinandergehender Auffassungen über die Zweckmäßigkeit gestaltet: Volf gegen Volf, Mann gegen Mann; zu einem Striege, richtig!) Die Unterstützung für den Hauswirt darf der Unterverschiedener Maßnahmen. Die Geschlossenheit der Kommission in dem jeder, mag er draußen im Felde oder hier zu Hause sein, stügung für die familien der Kriegsteilnehmer auf keinen Fall vorbei diesen Auseinandersetzungen ist nicht ohne Eindruck auf die mag er Waffen fragen oder nicht, ohne Unterschied des Alters angehen. Der Schuß gegen Gymissionen geht nicht weit Staatsregierung geblieben. Die Kommission glaubte, daß es und Geschlechts, verpflichtet ist, sein ganzes Dasein in den Dienſt genug. Die Zwangsvollstreckung aus einem auf Räumung der richtiger gewesen wäre, des Kriegszwecks zu stellen. Die Richtschnur unseres Handelns muß unablässig die einzige Frage sein: was schadet unseren Feinden und was nüßt unserem Vaterland?( Lebhafter Beifall.) Dann wird uns der Sieg nicht entrissen werden, und wenn eine Welt gegen uns in Waffen stände.( Lebhafter Beifall.) Ansicht, daß bei der Heranschaffung von Rohmaterial und deren zusprechen. Jedenfalls müssen große Schichten des Volkes cinst Verteilung auf industrielle Werke die berufenen Vertreter von weilen auf den Genuß der Kartoffeln verzichten, entweder weil Handel und Industrie mehr als bisher herangezogen werden feine zu haben sind oder weil die Preise zu hoch sind. Hier muß die sollten. Bei Verteilung der Brotvorräte glaubte die Kommission, Regierung energisch eingreifen. Läßt sich die Beschlagnahme nicht daß bei größter Sparsamfeit im Haushalt mehr Rücksicht auf die durchführen, dann muß wenigstens der Anzeige- und Verkaufsverschiedenartigen Nahrungsbedürfnisse der Bevölkerung, vor allem zwang cingeführt( Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten) und auch auf die der schwer arbeitenden kräftigen Männer, genommen werde. Höchstpreise für Schweinefleisch festgelegt werden, damit die LandWie der Kriegsminister zu unserer Genugtuung versicherte, werde wirte keinen Anreiz mehr haben, noch weiter Kartoffeln zu verauch in der Armee weise Sparsamkeit geübt, Besondere Aner- füttern. Die Regierung muß sich ihrer schweren Verantwortung kennung zollte die Kommission unserer finanziellen Kriegsmuste- voll bewußt sein und ich darf wohl erwarten, daß sie endlich das rung, in erster Reihe der unvergleichlichen Verwaltung der Reichs- Nötige tut; an Anregungen hat es nicht gefehlt. banf. Der unbeugsame Wille des Volkes wird allen Aushungerungs- Das Reichsgesetz zicht auch den Kreis der zu unterstützenden plänen des Feindes zum Troz bis zum völligen Siege durchhalten. Personen viel zu eng. Deshalb hat die preußische Regierung ſelbſt Wer nicht berufen ist, auf dem Schlachtfelde mitzufämpfen, bleibe in einer Reihe anerkennenswerter Erlasse Abhilfe zu schaffen gesich stets bewußt, daß von ihm werftätige Beihilfe für das Water- sucht und die Unterſtützung auf die Ehefrauen von aktiven Militärland gefordert wird, indem er mit seinen Kräften Arbeit auf personen, auf Stieffinder und auf geschiedene Frauen, soweit fie wirtschaftlichem Gebiet leistet und sein Verlangen nach Genuß von dem eingezogenen Ehemann erhalten werden mußten, angeordgegenüber dem Ernst der Zeit zurückstellt.( Beifall.) net. Da aber manche Behörden sich nur an das Gesch und nicht an die Erlasse halten, ist es dringend nötig, daß diese Ausdehnung zit cinem Reichsgesetz gemacht werde. Notwendig wäre weiter, daß auch unverheiratete Kriegsteilnehmer einen gewissen Schuß erholten, und daß durch Mietebeihilfen fleine Handwerfer und Kaufleute die eingezogen wurden, davor bewahrt werden, ihre aus ihren Ersparnissen errichteten Geschäfte aufgeben zu müssen. Leider müssen die Gemeinden jetzt derartige Gesuche ablehnen. Das Reichsgesetz bedarf einer Ausdehnung, um auch hier zu genügen. Erfreulich ist, daß der Minister gegen die Praxis vicler Gemeinden eingetreten ist, die auch dort das Vorhandensein der Bedürftigkeit nicht anerkannt haben, wo an ihr nicht gezweifelt werden konnte. Troßdem die Regierung den Begriff der Bedürftigkeit mehrfach dargelegt hat, wird er von einer Reihe von Behörden so ausgelegt, daß die Bedürftigkeit nur dort gegeben sei, wo die Betreffenden bereits der Armenpflege anheim gefallen wären, und daß die Bedürftigkeit namentlich dort nicht vorhanden ist, wo etwa die Frau noch ein kleines Vermögen befißt. Das ist natürlich nicht der Maßstab, der angelegt werden darf. Man kann nicht warten, bis die Familie das Rezte veräußert hat, sondern muß sie davor schützen, daß sie in Not gerät. Wir hoffen, daß die Regierung auch hier eingreift. Der vorliegende Gesezentwurf gibt die Möglichkeit, leistungsschwachen Gemeinden beizustehen; annähernd zwei Drittel ihrer Auslagen werden ihnen in Zukunft ersetzt werden. Hoffentlich werden dadurch in der Praxis überall ausreichende Unterstützungen gesichert. Kriegsfürsorge. ein ganzes sachverständig gegliedertes System von Höchstpreisen aufzustellen und vor allem auch zu einer Ueberwachung des Konfums zu kommen. Die Regierung hatte zunächst wohl geglaubt, Dieſe lieberwachung nicht vornehmen zu brauchen, weil auf Grund ciner hoffnungsfreudigen Erntestatistik eine allzu günstige Ernteschäßung stattgefunden hatte, und weil in einer etwas weitgehenden Gründlichkeit, die nicht nur eine Eigenart der deutschen BureauAbg. Frhr. v. Zedlik( ff.) kratie, sondern der Deutschen überhaupt ist, sich erst durch eine betont in seinem Bericht, daß die Städte auf dem Gebiet der sorgsame Bestandaufnahme der Brotgetreideverbrauch am 1. De- Linderung der Kriegsnot Vorbildliches leisten. Die Selbstverzember v. 3. feſtſtellen ließ. Einmütig war die Kommission der waltung habe sich glänzend bewährt. Der Minister des Innern Ansicht, daß sie selbst bei einer glänzenden Ernte rechtzeitig zur hat das anerkannt und zugesagt, daß die Gewährung dieser StaatsBeaufsichtigung hätte schreiten sollen, da zu gewöhnlichen Zeiten mittel an keine Bedingung geknüpft werde, und daß den Gemeinden 8 Millionen Tonnen Futtermittel eingeführt zu werden pflegen. auch hier volle Bewegungsfreiheit gelassen werden soll. Man hat auch versäumt, die Produktionsmittel der Landwirtschaft in ein annäherndes Verhältnis zum Preis der Produkte zu brin Abg. Dr. Friedberg( natl.) gen. Niemand wird nach den Kriegserfahrungen gibt im Namen sämtlicher Parteien mit Ausnahme der Sozialoch verkennen, daß die landwirtschaftlichen demokraten eine Erklärung ab, in der es heißt, daß der vorAngelegenheiten nicht etwa nur einen einzelnen liegende Gefeßentwurf mit großer Freude als die Erfüllung einer Berufsstand, sondern das ganze deutsche Volk Ehrenpflicht des Staates begrüßt werde. Die Bekämpfung der betreffen. Manche der notwendigerweise durchgeführten Maß- Nahrungssorgen, des Wohnungsmangels, der Arbeitslosigkeit sei das nahmen, insbesondere die Haferbeschlagnahme, wenden sich in Ziel, das Reich, Staat und Gemeinde mit gleichem Erfolge erstreschärfster Weise gegen die Landwirtschaft. Die Kommission for- ben. Das Schwergewicht der Durchführung dieser Kriegsfürsorge derte nachdrücklich, daß bei der Beschlagnahme des Hafers ein lastet auf den Gemeinden als den ausführenden Organen. Alles, Beschlagnahmepreis festgesetzt werde, der nicht, wie der was unsere Gemeinden bisher geleistet haben, verdient uneingejest festgesezte, an Vermögenskonfiskation grenze, daß auch auf schränkte Anerkennung und wird vorbildlich sein für alle Zeiten Die Futterversorgung der Zugochsen Bedacht genommen werde. Die für deutsche Tatkraft und deutschen Opfersinn.( Beifall.) Wenn Notwendigkeit der Kriegsgetreidegesellschaft hat die Kommission hier und da noch Lücken vorhanden sein sollten, so dürfen wir das wohl anerkannt; sie hat aber zugleich Bedenken über einzelne begründete Vertrauen haben, daß sie in furzer Zeit ausgefüllt sein Mängel in der Organisation betont, so namentlich, daß keine werden. Unsere tapferen Krieger dürfen das beruhigende Bewußtlandwirtschaftlichen Sachverständigen in der Leitung waren. Es sein haben, daß die, für die sie kämpfen, in der Heimat nicht notwurde auch bedauert, daß man sich nicht genügend auf die überaus leiden. So wird auch dieses Gesez dazu beitragen, der gerechten Leistungsfähigen Kommunalverwaltungen gestützt hat. Die Be- Sache Deutschlands den vollen Sieg zu erringen.( Lebhafter BeiHandlung der Kleie in den Bundesratsverordnungen bedeutet fall.) einen schweren Mißstand, der das mittlere und kleine MüllerAbg. Hirsch( Soz.): ( Schr Wohnung lautenden Urteil gegen die Ehefrau eines Kriegsteilnehmers hat der Justizminister givar für unzulässig erklärt. Das genügt nicht, es sollte eine Verfügung ergehen, wonach auch bereits die Klagen auf Räumung abzuweisen sind. Ebenso ist es not wendig, Angehörige immobiler Truppenteile, Witwen von Kriegsteilnehmern und solche Krieger zu schüßen, die als Invaliden oder Krüppel zurückkehren. Die Notlage des Hausbejizzes läßt sich nicht bestreiten, aber es geht nicht an, dem Verlangen der Hausbesitzer zu folgen und sie unmittelbar aus Mitteln des Staates oder der Gemeinden zu unterstützen, die Hausbesizer müssen vielmehr den Weg der Selbsthilfe beschreiten, sei es in Form der Gründung von Mictdarlehnskassen, sei es in Form der Gründung von Hypothekenbankvereinen für zweite Hypotheken. Die Mieteinigungsämter sollten obligatorisch gemacht und eine Räumungsklage erst dann für zus lässig erklärt werden, wenn die Parteien vor dem Mieteinigungsamt zu feinem Resultat gefommen sind.( Sehr richtig!) Die Versuche auf dem Gebiete der Arbeitslosenunterstützung stecken erst in den Anfängen. Es läßt sich nicht leugnen, daß auch Migerfolge zu verzeichnen sind, die den Widerstand der Gegner nur verstärken. Diese Mißerfolge sind aber nicht zurüdzuführen auf die Unterstüßung an sich, sondern auf die mangelnde Organisation. Wo das Genter System eingeführt ist, sind Mißstände nicht zu verzeichnen gewesen. Funktio= nieren kann die Arbeitslosenunterstüßung nur in Verbindung mit gut ausgebauten Arbeitsnachweisen, deren gejegliche Regelung eine gebotene Notwendigkeit ist.( Sehr richtig!) Unerhört ist es, daß manche Gemeinden die Unterstützung entziehen, wenn Erwerbslose sich weigern, geeignete" Arbeit zu übernehmen, und sie dadurch zwingen, sich zu Ausbeutungsobjekten herzugeben und zu Hungerlöhnen zu arbeiten.( Lebhafte Zustimmung bei den Sozialdemo fraten.) Der Ausbau der Arbeitslosenunterstützung ist um so notwendiger, weil nach Beendigung des Krieges, wenn die Hunderttausende aus dem Felde zurückkehren, mit einer großen Arbeitslosigkeit zu rechnen ist. Auf dem Gebiete der Nahrungs gewerbe vor den Zusammenbruch führen muß, wenn nicht Abhilfe Auch wir stimmen der Vorlage zu, wir hoffen sogar, daß die mittelfürsorge hat die Regierung verjagt, und geschaffen wird. Vom Konsumentenstandpunkt aus wurde Klage Staatsregierung, wenn die Notwendigkeit vorliegt, noch weitere auch die Gemeinden haben ihre Pflicht nicht erfüllt. Die Gemeingeführt, daß die Höchstpreise nicht immer innegehal Mittel für die Kriegsfürsorge fordern wird. Wir er- den werden inzwischen wohl selbst eingesehen haben, ein wie ten werden. Das lag zum Teil an einer Zwangslage der Ver- kennen durchaus an, daß die Staatsbeihilfen nicht auf eine beschwerer Fehler es war, alle sozialdemokratischen Anregungen als Täufer oder Händler, zum Teil aber auch an rechtswidriger Bestimmte Art der Kriegsfürsorge beschränkt und daß dem Begriff utopisch zurückzuweisen.( Schr richtig! bei den Sozialdemokraten.) reicherungssucht. Einmütig forderte die Stommission eine Siche Ausgaben für Kriegswohlfahrtspflege" eine weite Auslegung ge- Wir dürfen niemals vergessen, daß eine wohlausgebaute rung gegen Umgebung der Höchstpreise durch zweck- geben wird. Nach dem Gefeßentwurf wird den Maßstab für die Kriegsfürsorge für den glücklichen Ausgang des schweren Krieges, entsprechenden Ausbau der Höchstpreisgesetze. In erschreckender Bemessung der Beihilfen sowohl die Leistungsfähigkeit der Gemein- auf den wir alle mit Bestimmtheit rechnen, von nicht zu unterWeise sind die Miß stände in der Kartoffelteuerung zutage ge- den, als auch die Höhe ihrer Leistungen geben. Wir halten an schäßender Bedeutung ist. Der Minister hat immer wieder die treten. Wir werden zweifellos lernen müssen, in noch größerem diesem Grundsatz fest gegenüber einem Redner in der Kommission, Notwendigkeit betont, von den Angehörigen der im Felde StehenMaße die Kartoffeln zur Streckung des Brotgetreides und zum der nicht die Leistungen zum Maßstab nehmen wollte, so daß gerade den alles fernzuhalten, was niederdrückende Empfindungen in ihnen Ausgleich der Ernteausfälle zu konservieren. Die Regierung hat diejenigen Städte, die auf dem Gebiete der Kriegsfürsorge Hervor- auszulösen geeignet ist. Solche niederdrückenden Empfindungen daher aus Staatsmitteln die Errichtung von 240 weiteren Star- ragendes geleistet haben, nicht berücksichtigt würden. Wir rechnen werden aber leider auch heute noch, den ministeriellen Intens toffeltrocknereien zu den bestehenden 550 gefordert. Zweckmäßig darauf, daß auch Berlin nicht mit einem anderen Maßstab ge- tionen zum Troß, häufig genug ausgelöst. Um so mehr halten wäre auch eine Maßnahme gegen Verschwendung von Kartoffeln gewesen. Durch eine entsprechende Gestaltung der Höchstpreise war messen wird als andere Gemeinden.( Sehr richtig! bei den Sozial- wir es für eine dringende Notwendigkeit, daß weder die Regiegewesen. Durch eine entsprechende Gestaltung der Höchstpreise war demokraten.) Die Kriegsfürsorge selbst lägt viel zu wünschen rung noch die Gemeindekörperschaften auch nur das geringest verdie Verfütterung von Startoffeln einzuschränken. Die Eigenart der Kartoffellagerung und ihres Transportes stehen einer übrig und schuld daran sind das Reichsgesez, die mangelnde soziale fäumen, um die Kriegsfürsorge beffer und besser auszubauen. Wo Beschlagnahme der Kartoffeln im Wege. Eine gewissenhafte Ueber- Einsicht mancher Gemeindeverwaltungen und die Armut ciner es die Gemeidebehörden an dem guten Willen oder dem nötigen Reihe von Gemeinden. Die im Reichsgeseh vorgesehenen Säße für Verständnis für die Bedeutung ihrer Aufgabe fehlen lassen, da wachung ist jedoch erforderlich. Redner bespricht dann die Forderung der Abschlachtung eines die Unterstützung der Frauen und Kinder sind viel zu niedrig und sollte die Regierung unnachsichtlich einschreiten und verhindern, Teiles der Schweinebestände, die sich aber freihalten auch die Novelle vom 4. August 1914 nähert sie noch nicht entfernt daß die Kriegerfamilien mit Beitelpfennigen abgespeist werden. Meine Freunde verkennen nicht, daß in Preußen auf dem müßte von einer Uebertreibung, welche zur Vernichtung unseres an die gesteigerten Kosten der Lebenshaltung an. Gerade auf dem Gebiet der Nahrungsmittelfürsorge hat die Gebiete der Kriegsfürsorge in engerem Sinne mehr geschehen ist wertvollen Schweinebestandes führen müßte. Durch das Eingreifen der Staatsregierung sind erfreulicherweise die Sorgen der Regierung nicht das getan, was die Bevölkerung verlangt.( Sehr als in anderen Bundesstaaten. Aber das darf die Regierung und Landwirtschaft beseitigt worden, daß Mangel an Arbeitsfräften richtig! bei den Sozialdemokraten.) Das von meiner Partei in die Gemeinden nicht veranlassen, die Hände in den Schoß zu legen. für die Feldbestellung und Mangel an Stidstoffdüngemitteln ent- Verbindung mit den Gewerkschaften der Regierung bald nach Be- Nein, die Kriegsfürsorge ist ein Gebiet, auf dem stehen könne. Die Kommission hat nicht die große Bedeutung ginn des Krieges überreichte ausführliche Programm der notes feinen Stillstand geben darf, das fortgesekt des verkannt, die unsere herrliche Industrie und unser unter- wendigen Maßnahmen in Produktion und Kon- Ausbaues bedarf, bis auch der lekte Angehörige eines Striegsteil nehmungslustiger Handel für die deutsche Schlagfertig- fum ist leider nicht durchgeführt worden, schr zum nehmers von Not und der Kriegsteilnehmer selbst nach seiner keit in diesem Striege gehabt habe. Es wurde nicht überschen, daß Schaden der Bevölkerung. Jezt sehen wir, daß die Preise nicht nur Rückkehr aus dem Felde vor dem Sinken in Armut bewahrt ist. die Schnelligkeit, mit der sich fast jeder Industriezweig auf die für Brot, sondern auch für seine Erfasstoffe gewaltig gestiegen( Lebhafter Beifall bei den Sozialdemokraten.) Forderung der Zeit eingestellt hat, es ermöglichte, daß wir besser sind. Die Höchstpreise sind viel zu hoch gerüstet sind und bleiben werden als unsere Gegner, die sich an Amerika wenden müssen. Wenn auch einzelne Industrien aus und dazu kommt, daß das augenblicklich wichtigste Nahrungsmittel, Heeresaufträgen großen Gewinn gezogen haben, so sind andere die Kartoffeln, vielfach künstlich zurückgehalten werden. Von der Industriezweige in bittere Not geraten. Die Kommission war der Schuld daran sind weder die Händler, noch die Produzenten frei- l Damit schließt die Besprechung. Das Gesch über die Beihilfen zur Kriegsfürsorge wird angenommen. Fortschung der BeNächste Sizung: Dienstag 12 11hr. sprechung des Etats des Staatsministeriums; feinere Ciats. Schluß 5% Uhr. Das Kriegsziel. Der Artifel der Norddeutschen Allgemeinen Beitung" über das Kriegsziel findet in der bürgerlichen Bresse Teine gute Aufnahme. Die Kreuz- 8eitung" schreibt: " ,, Man kann auch verschiedener Meinung darüber sein, ob jezt schon der Zeitpunkt gekommen ist, die Erörterung der Kriegsziele freizugeben. Wir sind gestern dafür eingetreten, ihn nicht all zu lange mehr hinauszuschieben. Das aber möchten wir doch aussprechen, daß die Art, wie die Reichsleitung sich, wenn anders die„ Norddeutsche Allgemeine Zeitung" recht unterrichtet ist, die Regelung der Friedensfrage denkt, u. E. auf den Ausschluß der Mitwirkung des Volkes hinausläuft. Die Reichsleitung beabsichtigt, wenn unsere Feinde niedergeworfen sind, ihre Friedensziele aufzudecken. Dann soll die Bevölkerung ihre Meinung dazu sagen dürfen. Aber wird diese Meinung nicht ein wertlofer Epilog sein, wenigstens ſo weit sie über die ziele der Reichsleitung hinausgeht? Denn wie sollten unsere Diplomaten bei den Friedensverhandlungen imstande sein, mehr zu erreichen, als das von der Reichsleitung selbst für wünschenswert Erklärte? Wer aber weniger für zweck mäßig hielte, fönnte Bedenken tragen, oder sich dem Vorwurf aussetzen, indem er das ausspräche, der eigenen Regierung zugunsten der Feinde in den Rücken zu fallen. Der von der Reichsleitung in Aussicht genommene Weg liefe deshalb darauf hinaus, daß fie allein die Kriegsziele bestimmte, ohne Mitwirkung des Volkes. Wir glauben aber nicht, daß das ihre Absicht ist." Die Deutsche Tageszeitung" urteilt: M ,, Natürlich würde es verkehrt sein, wenn man schon jetzt bestimmte und ins einzelne gehende Forderungen in dieser Richtung aufstellen wollte. Aber der Hinweis auf gewisse Notwendigkeiten, die sich aus der Haltung unserer Gegner und aus dem Verlaufe und den Lehren des Krieges geradezu von selbst ergeben, beispiels, weise der u. a. von Herrn Ballin ausgesprochene Hinweis darauf, daß wir aus dem„ nassen Dreiec" Herauskommen müssen, oder der von berufenen Vertretern der deutschen Industrie in gleicher Weise wie der deutschen Landwirtschaft geäußerte Wunsch, ein Stüd Siedelungsland für unser Volt als Frucht dieses gewaltigen Ringens zu erhalten, können wirklich nicht das geringste schaden. Wir sind, wie gesagt, durchaus der Ansicht, daß jezt noch nicht die Zeit gekommen ist, das Bärenfell zu verteilen, und daß alle Aeußerungen über das Kriegsziel von Gefühl für Maß und Ver antwortlichkeit getragen sein müssen. Wir glauben aber, daß es nicht nur unschädlich, sondern auch angebracht, ja not wendig ist, die nötige Stimmung in unserem Bolte für die Zeit, in welcher es gelten wird, uns die Früchte dieses Krieges zu fichern, zulären und vorzubereiten. Es ist nur ganz selbstverständlich, daß man schon jetzt in weitesten Streisen unseres Volkes sich darüber klar zu werden sucht, zu welchen Zielen dieser Krieg uns hinführen muß, wenn er seine Opfer wert sein soll. Es ist aber auch durchaus angebracht, daß auch öffentlich der unbeugsame Wille unseres Volkes zum Ausdrud tommt, nur einen folchen Frieden zu schließen. Eine ernste Besorgnis, daß in dieser Beziehung vorzeitig zuviel gesagt werden könnte, erscheint uns der Verhältnismäßig am meisten zufrieden mit der Unterbindung Pressefreiheit ist das„ Berliner Tageblatt". Dort schreibt Theodor Wolff, der Chefredakteur: Wenn Die Norbb. Allg. Zig." spricht von der Zeit, in der die Re- I Semokraten wie als Glieder der Internationale, die immer mit gierung eines starten Voltswillens als Stüge für die Friedens- aller Leidenschaft gegen den Krieg und für den Völkerfrieden einbedingungen bedürfen wird. Diese Zeit werde gekommen sein, getreten ist, die aber niemals und für niemanden die Landes,, wenn wir in diesem notgedrungenen Kampfe mit der Abwehr preisgebung als proletarische Pflicht vorgeschrieben hat. Jeder von unserer Feinde am glücklichen Ende find". Dann werde uns hat in jenen furchtbaren Augustwochen die erdrückende Schwere die Reichsleitung ohne Zögern ihre Friedensziele auf des tragischen Konflikts empfunden, aber keiner, der nicht die prodecken, dann sei dem freien Volte die Rede frei". Für diesen letarische Politik als ein Gedankenspiel im luftleeren und vor allem Zeitpunkt erscheint aber die Frage nicht unberechtigt, ob dann menschenleeren Raume ansieht, konnte eine andere Entscheidung von„ freier Rede" noch gesprochen werden kann und nicht viel- treffen oder auch nur erwarten. Wenn von einzelnen Genossen mehr nur noch eine nachträgliche Kritik der Friedens- trotzdem an der Entscheidung der deutschen Sozialdemokraten und, bedingungen in Frage kommt, ohne eine irgendwie aus wohlgemerkt, nur an dieser, nicht etwa auch an der der Franzosen, sichtsreiche Einwirkung auf das Kriegsziel und die gemäkelt wird, so wird man das bei allem Respekt vor jeder ehrGestaltung der Friedensbedingungen. Wird der Wunsch der lichen Ueberzeugung nur entweder als Aeußerung eines naiven Budgettommission des Abgeordnetenhauses,„ daß die öffent- Doktrinarismus oder, was noch schlimmer wäre, als demagogijche liche Meinung bei den Friedensverhandlungen voll zur Geltung Ausnüßung des Grauens ansehen müssen, das angesichts des Entgebracht wird", noch erfüllt werden können? Die Auslaffungen der seßlichen, das uns der Krieg gebracht, nicht nur uns alle, sondern „ Nordd. Allg. 3tg." werden manchem nicht als eine Zustimmung auch die leidenden Massen täglich mehr beherrscht. Dieses Spiel zu der Forderung der Landtagskommission erscheinen, sondern eher wäre lange zu Ende, wenn nicht mancherlei und in diesen Zeiten als eine Ablehnung." noch mehr als sonst unvermeidliche Entgleisungen einer böswilligen Stritit erwünschten Stoff geben würden, und wenn nicht die gründ liche Abwehr ſolcher Demagogie selbst, die sich mit halben Worten begnügt, durch keinen Sinn für Verantwortung gehemmt ist und „ Es wäre wirklich nicht nüglich, jest schon, wo noch kein schließlich in die ausländische völlig urteilslose Presse flüchten fann. Unsere französischen Genossen haben die Verteidigung ihres Friedenszeichen winkt, durch eine higige Erörterung fünftiger Landes mit gewohnter Leidenschaft aufgenommen, sie haben sic Friedensbedingungen die Einigkeit zu stören, deren das deutsche Volt als eine Sache des gesamten Volfes angesehen und haben, wie das in dieser Stunde bedarf. Im rechten Augenblick wird die Regierung in einem demokratischen Lande fast selbstverständlich ist, auch die die einzelnen Probleme darlegen müssen, deren ganzen Bajammen- Verantwortung mit übernommen, indem sie zwei Mitglieder in hang heute kaum jemand zu übersehen vermag. Gegen den Re- das Ministerium delegierten. Das war aber nicht alles. spett, den sie dem Volle schuldet, würde sie verstoßen, wenn sie wir Deutschen uns redliche Mühe gaben, die Franzosen zu verin geheimen Verhandlungen irgendwelche Friedensbedingungen fest stehen, wenn wir erst recht die furchtbare Lage der belgischen Gelegen würde, bevor das Volk seine Meinung sagen kann. Auch nossen, deren unglückliches Land der Schauplatz des Entsetzlichsten nach der Wiederherstellung der Redefreiheit, in der vielleicht noch geworden war, zu begreifen suchten, so hat man es drüben an fernen Stunde der Friedensverhandlungen, wird man nicht ver- jedem Versuch, die deutschen Sozialdemokraten mit einiger Objet geffen dürfen, daß bei einer Besprechung der größten weltpolitischen tivität und Gerechtigkeit zu beurteilen, fehlen lassen. Eines der Fragen die Freiheit nur dann ſegensreich werden kann, wenn sie schlimmsten Uebel ist ja freilich, daß der Krieg alle Verbindungen mit Ernst und Gewissenhaftigkeit angewendet wird. Es ist allzu zwischen uns zerstört und uns auf zum Teil sehr trübe Quellen anleicht, mit großartigen Worten und Forderungen Beifall zu er gewiesen hat. Noch heute ist es ungemein schwer, sich die französische haschen und dann diejenigen schlapp zu nennen, die sich auf dem und englische Parteipresse zu verschaffen, und die offiziellen und Boden des Wirklichen und Möglichen vorwärts bewegen müssen nichtoffiziellen Depeschenbureaus verbreiten mit größtem Behagen und auf denen, noch für späte Geschlechter, die Laft der Nachrichten, die geeignet sind, die Sozialdemokraten der verschiede= Verantwortung liegt. Wer erzählt, daß er ein Kamel ver- nen Länder gegeneinander zu heben. Daß sie dabei vor Entschlucken wolle, hat gewöhnlich mehr Bulauf als einer, der stellungen und blanken Lügen nicht zurüdschreden, wird niemanden nur eine Biege verspeisen will, und es gibt, nicht etwa überraschen, der überlegt, daß das nicht nur zu den Methoden nur in einer bestimmten Partei, genug Leute, bie ohne moderner Kriegführung gehört, sondern daß auch die Vergiftung biel Gewissensbeschwerden bestrebt sind, mit Hilfe solcher Ver- der internationalen Beziehungen der proletarischen Parteien und heizungen ihr Lokal zu füllen. Und einstweilen muß die Regie- womöglich die Behinderung des Wiederaufbaues der Internationale rung in den besetzten Gebieten Boltspiychologie treiben und alte ein den herrschenden sowie den kapitalistischen Interessengruppen Kampfzeiten und Abneigungen vergessen, um nicht durch uns erwünschtes Nebenprodukt ist. Sich dadurch irreführen zu lassen, geeignete Verwaltungsmaßregeln den Weg zu irgendwelchen ist für erfahrene Leute unterlaubte Naivität, und es muß als ein Möglichkeiten zu berbauen." gemeinschädliches Beginnen entschieden zurückgewiesen werden, wenn man findlich- gläubig gegenüber allen Uebertreibungen und Bügen sogar des berüchtigten Matin", hingegen ohne genaue Kenntnis der bekanntesten Tatsachen des Lebens der Internationale zügellose Anklagen gegen die„ Tripelententesozialisten" erhebt, die jedes Maß übersteigen und an sich ein ebenso großer Erzeß, ein ebenso großes Vergehen gegen die in Zukunft noch mehr als je notwendige Verbindung des Proletariats sind wie die mit Recht oder Unrecht denunzierten Erzesse der anderen selbst. Wir sind der Auffassung, daß das„ Berliner Tageblatt" die Stimmung der Massen viel zu pessimistisch beurteilt. Man gebe nur wirkliche Redefreiheit, um die Konsequenzen bestimmter Kriegsfälle rückhaltlos widerlegen zu können, und auch die Massen werden die„ Kamelverschluder" als Großschreier ignorieren. beshalb kaum begründet; unfere tapferen Truppen jedenfalls find Stimmen aus der Parteipresse. die letzten, die diese Sorge brückte.' " Wenn zugleich die Möglichkeit geschaffen wird, Rede und Gegenrede über die angebliche Notwendigkeit neuen Siedelungslandes" zu pflegen, glauben auch wir nicht an den Schaden dieser Disfussion. " Die Post" fritisiert schärfer: " " Leider ist die gegenwärtig festzustellende Wahrheit bisher un erfreulich genug gewesen. Das Verhalten der Deutschen und selbstverständlich auch der österreichischen Sozialdemokratie wurde Unter dem Titel„ Hoffnungsschim mer" ber- von der französischen Parteipresse als Verrat an der Internationale öffentlichte kürzlich Genosse Dr. Viktor Adler, der bezeichnet, ohne jeden Schatten des Verständnisses dafür, daß wir Führer der österreichischen Sozialdemokratie, in der nichts anderes getan, als was die französischen Sozialisten selbst Wiener Arbeiter- Zeitung" einen Artikel, der nach den tun mußten. Bon allen französisch sprechenden Genossen war es, Beratungen in Paris und London erneute Aktualität soviel wir wissen, der einzige Vandervelde, der sowohl in einer erhält und der namentlich in seinen Schlußausführungen Rede in Amerika als wiederholt in Versammlungen, die er in England hielt, auseinanderseßte, daß die deutsche Sozialdemosehr beachtensivert erscheint. fratie, insbesondere angesichts der russischen Gefahr, am 4. August wohl nicht anders entscheiden konnte, als sie tat. Man legt Wandervelde sehr viel ungereimtes Zeug in den Mund, und er wird wohl auch manches gesagt haben, was er vor der Vernunft nicht verantworten kann und was erst recht nicht mit der Rücksicht vereinbar ist, die ihm sein Amt als Vorsitzender des Internationalen Bureaus auferlegte. Aber man begreife die Lage eines Belgiers: was, wie die deutschen Strategen erklärten, Lebensnotwendigkeit für Deutschland war, war Todesnotwendigkeit für Belgien und erst recht für die belgische Arbeiterklasse. Es ist in jenen Wochen, da uns das Entseßen, mit dem wir heute vertraut sind, noch neu war, auch von anderen Leuten, die weniger int Feuer standen als er, hüben und drüben, manches Törichte gesagt und geschrieben worden. Wenn wir diese Zeit der Ungeheuerlichfeiten überstanden haben werden, wird es erste Pflicht sein, einander nicht beim Wort zu nehmen. Der„ Norddeutschen Allgemeinen Zeitung" scheint der Zeitpunkt, von dem ab der angeführte Ausschuß die öffentliche Erörterung der Friedensbedingungen freigegeben wünscht, erst dann Was alle Völker, alle die Hunderte von Millionen, die unter gekommen zu sein, wenn wir mit der Abwehr unserer Feinde am dem unsagbaren Gnisehen dieses Krieges leiden, bewegt, ist der glücklichen Ende sind". Das heißt so viel: wenn es zu spät ist.. Friede. Ein dauernder Friede ist das tägliche Gebet aller, Dem gerechten Verlangen, daß, um in der Schreibweise der besagten Feder" zu bleiben, dem freien Volte die Rede frei sei, zweifellos derer, die in bewundernswertem Heldenmut dem Tode werden Absichten böswilliger Störenfriede und boshafter Fälscher und allen unerhörten Strapazen die Stirn bieten, aber nicht untergeschoben. Wir fragen dieses Blatt und erwarten eine Ant- minder derer, die schmerzvoll und fast beschämt nur mitleiden, aber wort ohne Umschweife und Ausreden: wo hat es solche Fälschungs- nicht mitkämpfen können. Wir alle wollen durchhalten; aber wir wollen nicht nur durchhalten in der Abwehr des Feindes und in absichten entdeckt? Wo ist denn in deutschen Tagesblättern auch der Erhöhung der Widerstandsfähigkeit unseres Landes und unseres nur der leise Versuch gemacht worden, den Volkswillen zu ver- Volkes bis auf den letzten Nest unserer Kraft, sondern auch durch wirren, die einige innere Kraft aller Gedanken und Handlungen" halten in jeder Bemühung, die uns dem Ende dieses grenzenlosen zu„ brechen?" Die gerügten Rebensarten der Nordd. Allg. 3tg.", die nicht Leidens für die Kulturwelt näherbringt. Darum muž jedes Anden geringsten wirklichen Untergrund haben, atmen feineswegs den zeichen, das dafür spricht, daß dieses Empfinden von Tag zu Tag Willen zum Burgfrieden, sondern er dichten sich Dinge, um allgemeiner wird, in allen Bändern und in allen Klassen sorg sich über den Unwillen Luft zu machen, daß Vertreter der freien fältig verzeichnet, geprüft und erwogen werden. Die Sozialdemokratie in Deutschland und Desterreich hat es Aber die Franzosen ließen es bei diesem Mangel an ObjektiRede" und des freien Voltes" gewagt haben, Halbweisheit von der Sorte der„ Norddeutschen Allgemeinen an dem Rufe nach dem Frieden niemals fehlen lassen, und während vität nicht bewenden, sondern auch die Besten unter ihnen führten das klassenbewußte Proletariat alle seine Entschlossenheit und eine Sprache, die mit den wildesten Chauvinisten und Revanche3eitung" für etwas vom deutschen Wesen und der deutschen Kraft" Tüchtigkeit aufwendete, um das Land vor einer Niederlage zu be- politikern wetteiferte. Sembat, der, es ist noch kein Jahr her, ein wiederum Ausdrücke des Blattes selbst- völlig Verschiedenes wahren, und zur Einschränkung der dem Kriege entspringenden Buch veröffentlichte, das wahrhaft ein Wunder des Verständnisses zu bewerten und demgegenüber u. a. darauf hinzuweisen, wie Nöte alle seine Ausdauer und Organisationserfahrung einsette, für deutsche Dinge und vor allem von mutiger Kritik des eigenen cs in den Zeiten Bismards im Jahre 1870" gewesen ist. hat es jede Gelegenheit benüßt, um neben dem Willen zum Siege Landes ist, konnte sich, wenn die Berichte nicht lügen, nicht genugWer die Geschichte der„ Norddeutschen Allgemeinen Zeitung" mit auch mit derselben Leidenschaft den Willen zum Frieden Aus- tun an leidenschaftlicher Wut gegen die Deutschen. Er und Guesde dem Abfall von Bismard kennt, dem wallt gerechter Zorn auf, brud zu geben. Es sei rühmend und dankbar festgestellt, daß die haben es nicht geleugnet, daß fie die Sozialdemokraten Italiens und in solchem Blatte das Wort Bismarck zu bernehmen, zumal in Sozialdemokraten Serbiens unter ganz besonders schwierigen Ver- Rumäniens veranlassen wollten, gegen die Neutralität ihrer Länder unferen heilig großen Tagen. Die„ Norddeutsche Allgemeine Zeitung" hat ein für allemal das Recht verwirkt, sich auf Bis- hältnissen von jeher und bis zur Stunde eine opfervolle Agitation aufzutreten und für den Krieg zu wirken, eine Tattit, die unmögmard, den unerreicht Großen, zu berufen. Wenn das geschieht, listische Partei, die Unabhängige Arbeiterpartei unter Führung Verteidigung ist. Und unser alter verehrter Vaillant, der mit march, den unerreicht Großen, zu berufen. Wenn das geschieht, für den Frieden führen. In England hat die bedeutendste sozia- lich ist für einen Sozialisten, selbst wenn er Minister der nationalen so ist das ein Mißbrauch. Wir bedauern, das gerade heute des tapferen Steir Hardie, nicht aufgehört, gegen die chauvinistischen deutscher Bildung gesättigt ist wie wenige Franzosen, schrieb Arfagen zu müssen. In der Zeit des Burgfriedens. Aber die Kriegsheber einen erbitterten Krieg zu führen, wie er in anderen, tikel von jo zügelloſer Wildheit in der" Humanité", daß dieser Norddeutsche Allgemeine Beitung" bedeutet nicht eine deutsche Partei und steht außerhalb weniger demokratischen Ländern ganz unmöglich wäre. In Ruß- Rückfall des greisen Kämpfers in alle Erzesse des jugendlichsten land haben von den im Ausland lebenden Vertretern einzelner Blanquismus mehr noch erstaunlich als empörend war. Beherrscht des Burgfriedens." Gruppen sei in diesem Zusammenhang abgesehen die offiziellen von dem Wahne, daß die Sache der Entente die Sache der DemoDiese Gedanken führt Freiherr von Zedlig in einem Vertreter der sozialdemokratischen Partei, ihre Abgeordneten in fratie und des Sozialismus sei, die Sache der Zentralmächte aber Artikel der, Post" weiter aus. v. Bedlig schreibt u. a.: der Duma, gegen den Krieg protestiert, an der Abstimmung nicht nur die der Reaktion und Völkerunterdrückung, vermochten sie es Weniger befriedigend erscheinen die Ausführungen des Auf- teilgenommen und büßen ihre heroische Haltung in den Kerkern schließlich, sich in den Glauben an zarische Manifeste und die fazes darüber, wann der Zeitpunft für den freien Meinungs- der zarischen Regierung, die ihre Immunität mit Füßen tritt; sie völferbefreiende Mission Rußlands hineinzuleben. Jedes schüchterne austausch über das Friedensziel gekommen sein wird. Auch wer warten auf ihr Urteil, das in den nächsten Tagen gesprochen Wort, das für die Ermöglichung des Friedens gesprochen wurde, sich damit abfindet, daß dieser Zeitpunkt noch nicht da sei, wird werden soll. Von den Belgiern sei nicht gesprochen, so wenig wie hat zu jener Zeit, etwa bis Weihnachten, leidenschaftliche Zurückdie schwersten Bedenken gegen den Gedanken hegen müssen, die von den Polen. Der himmelschreiende Jammer, der über Belgien weisung erfahren. Deutschland, der" Imperialismus", ein Wort, Freigebung der freien Grörterung des Friedenszieles zu ver- gekommen ist, der Kampf für die ganze Zukunft eines Voltes, das dort nicht in unserem Sinne gebraucht wird, sondern schieben, bis wir mit der Abwehr unserer Feinde am den die Polen führen, dieser Kampf, in dem alle geschichtlichen Kaiserismus" bedeutet, muß niedergeworfen werden". Dem glücklichen Ende sind". Namentlich, wenn man sich erinnert, daß Hoffnungen neben der Verzweiflung wohnen, ihr Land von Militarismus, den sie nur in Deutschland sahen, und nicht auch jener Gedanke in dem Haushaltsausschusse des Abgeordneten Millionenheeren zerstampft zu sehen, gibt Belgiern und Polen eine in Frankreich wo sie ihn bis zum Juli so tapfer bekämpftund nicht einmal in Rußland und England, muß durch die TripelHauses den Ausdruck bis zum Eintreten in die allgemeinen besondere Stellung. Friedensverhandlungen" gefunden hat. Hiergegen hat die Anders war, soviel wir wissen, bisher die Haltung der franzö- entente ein Ende gemacht werden, Deutschland gedemütigt, DefterKommission entschieden und einmütig Stellung ge- fischen Sozialisten, deren Redner und Zeitungen sich gegen jeden reich vernichtet, früher kein Friede". Das ist anders geworden. Wahrscheinlich hat der Zar ein nommen. Einschließlich derjenigen Mitglieder, welche mit der Frieden aussprachen, der nicht die völlige Niederwerfung DeutschReichsregierung die freie Erörterung des Friedensziele noch für lands und Desterreichs abschließen würde. Seit einigen Monaten großes Verdienst daran; mit einer gewissen Beschämung entdeckten verfrüht erachteten. Volle Uebereinstimmung herrschte darüber, ist nun auch da eine Aenderung eingetreten, die sich in den letzten die französischen Sozialisten, als sich die neuesten Schandtaten des daß dem freien Volkswillen zeitig genug freie Bahn Tagen zu einer Reihe von Anzeichen verdichtet hat, die hoffen zarischen Regiments gegen die Sozialisten nicht mehr verhüllen zu lassen sei, um sich für die Friedensbedingungen geltend lassen, daß sich ein gewisser Wandel in den Gedankengängen und ließen, an der Seite welches Alliierten sie kämpften, sie, die diese machen zu können, daß es dazu aber beim Beginn der allgemeinen Stimmungen der sozialistischen Gruppen der Ententestaaten zu Allianz immer bekämpft hatten als die Todsünde der Demokratie. Friedensverhandlungen zu spät ſei. entwickeln beginnt. Vor allem in Frankreich. Die französischen und dann kamen, soviel man sehen kann, aus der Masse des Mit Befriedigung wird aber die Anfündigung zu begrüßen Sozialisten haben sich von der ersten Minute des Krieges an, selbst- Proletariats, aus den politischen Organisationen einzelner Bezirfe, fein, daß die Reichsregierung mit der Freigebung der freien verständlich wie wir Sozialdemokraten alle in allen Ländern, auf Mahnungen zur Besinnung. Ein weiterer Anstoß zur Wendung Meinungsäußerung über die Friedensziele ihre eigenen den Boden der Verteidigung ihres Landes gestellt. Das war nicht tam von den Gewerkschaften, deren Aufruf wir veröffentlicht haben. Ziele aufdecken werde. Sie kann damit nach Bismards Vorbild nur ihr Recht, sondern ihre Pflicht, wie es Recht und Pflicht der Das gegenwärtig politisch Wichtige darin ist nicht eigentlich der die öffentliche Meinung in die richtigen Bahnen führen und so in deutschen Sozialdemokraten war, bei den Abstimmungen im pofitive Vorschlag, eine internationale Konferenz zur Zeit und am bezug auf das Friedensziel diefelbe Geschlossenheit zwischen Deutschen Reichstag am 4. August und 2. Dezember mit der Orte der Friedensverhandlungen einzuberufen, sondern wichtig ist Regierung und Volt sichern, die uns betreffs der Kriegführung größten Wucht und Feierlichkeit zu bekennen, daß sie, da der Krieg, das Bekenntnis zum Frieden, und trotz aller Anerkennung der auszeichnet. Nach jener Ankündigung wird man weiter auch den sie verdammen, nun einmal da, ihre volle Kraft und ihren Notwendigkeit, das Land zu verteidigen, das Fehlen jedes gehässigen vertrauen dürfen, daß die Reichsregierung über die Grund- leßten Tropfen Blut an die Verteidigung des deutschen Bodens und oder auch nur feindseligen Wortes gegen die Deutschen. Es sind Iinien der Friedensbedingungen bereits jetzt Entschluß ge- des deutschen Volkes, das als uns wertvollstes Glied die deutsche also nicht ganz ungünstige Vorzeichen, unter denen in London faßt hat und deren Ausgestaltung vorbereitet. Arbeiterklasse umfaßt, sezen. Und die sozialdemokratische Fraktion eine Konferenz von Delegierten der sozialistischen Parteien von in Berlin hat auch für uns Oesterreicher gesprochen, die das Frankreich, England, Belgien, Rußland und Serbien zusammenDie Bossische Zeitung" fürchtet ebenfalls, daß der Beit- Echidial freilich in weit weniger einfache Verhältnisse gestellt war. treten wird. Wir wollen diese Anzeichen durchaus nicht überpunkt für die Erörterung der Friedensbedingungen zu spät gewählt und denen überdies jede Möglichkeit, zu sprechen, entzogen war. schäßen, wir wissen selbst am besten und spüren es am eigenen werden könne: Wir haben also hüben wie drüben ein gutes Gewissen als Sozial- Reibe, wie dieser Krieg den Verstand der Verständigsten umnebelt, " Aus Industrie und Handel. Deutsche Kapitalsanlagen in Frankreich. das Gemit der Besten vergiftet und allen Denkenden die Gedanken Die großen Betriebe verkürzten die Arbeitszeit oder ließen nur verwirrt hat, insofern sich ihr Denten nicht einzig auf die Forde ein bestimmtes Pensum arbeiten. Die mittleren und fleinen rung des Tages beschränkt: vom eigenen Wolfe die Niederlage Unternehmer schränkten ihre Betriebe ein oder schlossen sie gänzlich. abzuwehren. Aber es gibt ein Morgen, muß es für die Menschheit Die Folge davon war ein erhebliches Anwachsen der Arbeitslosiggeben, und heiligste Pflicht ist es auch, dieses Morgen vorzubereiten. feit. In den Monaten Juni und Juli waren auf dem ArbeitsSelbstverständlich sehen sich die, die vom Frieden reden, der Ver- nachweis 55 Arbeitslose eingetragen. Im August stieg die Zahl In Frankreich ist deutsches Kapital in nicht unerheblichent leumdung aus, daß sie ihr Land in Nachteil sezen, indem sie der Arbeitslosen auf 205 und hielt sich auch im September noch Maße angelegt, besonders von der rheinisch- westfälischen EisenSchwäche verraten, und selbstverständlich hat das Wiener Organ auf der gleichen Höhe. Dann gestaltete sich der Arbeitsmarkt etwas industrie. Diese Kapitalien dienen der Beschaffung eines Bodender christlichsozialen Kriegsheber, über dessen Verantwortlichkeit für günstiger, weil der Bedarf von Tabafwaren infolge von Ankäufen produktes, das der deutschen Schwereisenindustrie sehr notwendig alles lebel man noch später einmal reden wird, sofort die franzö- durch die Heeresverwaltung und der Versendung von Liebesgaben ist der Beschaffung von Eisenerz. Es hätte daraus eine engere sischen Sozialisten gehöhnt, daß sie nun wohl" mürbe" werden. an die Truppen fortgesezt stieg. Die Zahl der Arbeitslosen nahm wirtschaftliche Beziehung zwischen Deutschland und Frankreich erSolche Reden jind nicht nur töricht, sondern auch verbrecherisch. denn auch vom Oktober an langsam ab, so daß sie sich im Dezember wachsen können, um so mehr, als Deutschland dem Nachbarstaate Die französische Hezpresse würde ihr Geschäft schlecht verstehen, noch auf 88 belief. Die Zeit der größten Arbeitslosigkeit stellte ein Produkt liefern konnte, das ihm fehlt und ihm auch so notwenn sie sich solche Aeußerungen nicht telegraphieren ließe, um sie große Anforderungen an die Unterstützungseinrichtungen des Vergegen die erwachende Vernunft auszunüßen. In Wahrheit ist die bandes. Um den Bezug für längere Zeit sicher zu stellen, wurden wendig ist Kriegsmüdigkeit" in Frankreich nicht größer als überall, und was die Unterstützungssätze, wie auch in anderen Gewerkschaften, herabDeutschland importierte im Jahre 1908 an Eisenerzen acht wir als hoffnungsvolles Vorzeichen vorsichtig und zögernd zu be- gesetzt. Troßdem mußten allein im Monat August 1300 M. Unter- Millionen Tonnen, 1909 9 Millionen, im Jahre 1910 stieg der zeichnen wagen, ist nicht ein Ausfluß des Schwächegefühls und der stüßung an Arbeitslose gezahlt werden. Die gesamte Jahres- Import auf 10 Millionen und im Jahre 1911 auf 11 Millionen verminderten Siegeszuversicht und Entschlossenheit zum Kampfe, abrechnung weist folgende Ausgaben für Unterstützungszwecke auf: Tonnen Gifeners. Die Nachfrage und das Bedürfnis nach Eiſensondern eine erste, leider noch leise Regung menschlicher Vernunft An Notleidende 4075 M., an Krante und Wöchnerinnen 2812 M., erz ist also in Deutschland ein stets wachsendes. Frankreich birgt und proletarischen Empfindens. an Arbeitslose 1652 M., in anderen Unterstüßungszweigen 232 M. in seinem Boden reiche Eisenerzlager. Im Departement MeurtheDie Mitgliederzahlen geben in ihrer Zusammenseßung ein et- Moselle erstrecken sich diese Lager auf eine Fläche von 70 000 Bild von dem Umfang der Zigaretten- und Zigarrenindustrie. Von Aus der Partei. Die sozialistische Bewegung in Argentinien. Dem russischen sozialdemokratischen Nowy Mir"( Neue Welt) in New York entnehmen wir einige interessante Daten über die Entwickelung der sozialistischen Bewegung in Argentinien. Die Werkzeugmacher haben die Kohlen. den am Jahresschluß festgestellten 1215 Mitgliedern gehören 955 Hektar und enthalten nach der Meinung der Geologen 3 Milliarden Der Zigaretten- und 260 der Zigarrenbranche an. Von den letzteren Tonnen Eisenerz. Neuerdings ist die Wiedererschließung der norfind 169 männliche und 91 weibliche Mitglieder. Die Zahl der manischen Grzlager erfolgt, die sich über die ganze Normandie bis männlichen Arbeiter ist demnach in der Zigarrenindustrie ungefähr in die Bretagne und andererseits bis vor die Tore von Paris er. doppelt so groß wie die der weiblichen Arbeitskräfte. In der streden sollen. 15 000 Hektar find bereits abbaufähig. Frankreich Bigarettenindustrie greift die Maschinenarbeit immer mehr un fich hat seine Erzproduktion innerhalb 15 Jahre vervierfachen, von Die Zahl der Handarbeiterinnen nimmt infolgedessen ab, während 4 Millionen auf 16 Millionen im Jahre 1911 steigern können. DaDie argentinische sozialistische Partei wurde im Jahre 1896 fich die Zahl der an Maschinen beschäftigten Hilfsarbeiterinnen gegen hat Frankreich Mangel an Kohlen. Zwar ist seine Kohlengegründet. Bei den in diesem Jahre stattgefundenen Wahlen er- vermehrt, die sich denn auch in steigender Zahl der Organisation förderung von 20 Millionen Tonnen im Jahre 1884 auf 41 Milliohielt sie insgesamt 134 Stimmen. In den ersten zehn Jahren ihrer anschließen. nen Tonnen 1912 gestiegen; trotzdem genügte diese Steigerung Existenz ging die Entwickelung der Partei sehr langsam vor sich. den Bedürfnissen der französischen Industrie nicht. Deutschland Die sozialistische Stimmenzahl bei den Wahlen belief sich noch 1904 auf 1257, 1906 auf 1660. Seitdem machte aber das Wachstum der versammlung am Sonntag erstatteten Jahresbericht hervorgeht wie aus dem in ihrer Branchen- steigerte seine Kohlenförderung von 15 Millionen Tonnen im Partei schnelle Fortschritte. Bei den Wahlen von 1912 erhielten in der Zeit vor dem Kriege durch einige Lohnbewegungen in ein hat im Jahre 1912 die Kohlenproduktion auf 177 Millionen Tonnen Jahre 1862 auf 79 Millionen 1895, auf 109 Millionen 1900 und die sozialistischen Kandidaten insgesamt 55 000 Stimmen. Es zelnen Betrieben Erfolge erzielt. In zwei Fällen fam es zum Streif, gelang der Partei, zwei ihrer Vertreter in das argentinische Bar- der aber wegen Eintritt des Krieges abgebrochen werden mußte. Der Sohlen emporgehoben. Es wurde Ausfuhrland für Kohlen. lament zu entsenden. Krieg hat für die Werkzeugmacher dieselben Erscheinungen geDeutschlands Koksausfuhr ging zur Hälfte nach Frankreich. Zurzeit befizt die Partei 9 Vertreter( von insgesamt 130) zeitigt wie in vielen anderen Berufszweigen: Anfangs große Ar- Im Jahre 1911 von 5 321 987 Tonnen 2055 629.)- Das deutsche in Barlament und 1 Vertreter( von insgesamt 30) im Senat. Die beitslosigkeit, dann, als die Heeresarbeiten einsetzten, eine so Kapital arbeitet nach zwei Richtungen in Frankreich. Zunächst Hälfte ihres Gehalts, die sich auf 18 800 Dollar im Jahre beläuft, günstige Konjunktur, daß es schließlich gar keine Arbeitslosen mehr teilen sich deutsche Eisenfirmen mit französischen, belgischen oder In der Hauptstadt Buenos Aires gibt die Partei ein gab. Unter dem Einfluß dieser Situation stiegen die Löhne, aber luxemburgischen Gesellschaften in den Besitz von Erzgruben. So ist auch die Arbeitszeit wurde durch Ueberstunden oft erheblich ver- die Aktiengesellschaft Gebrüder Rohling in Völklingen an der Tageblatt a Vanguardia"( Die Vorhut) heraus. Außerdem längert. Ueber den bekannten Erlaß der Feldzeugmeisterei wurde Grube von Balleroh beteiligt; die Phönigwerke, Hasper Stahlwerke, werden im Lande weitere 11 sozialistische Wochenblätter und Beit- viel geklagt, weil ihn die Unternehmer rücksichtslos in ihrem Inter- die Hoeschwerte in Dortmund haben Anteile der Gruben von Jarry schriften herausgegeben. Eines der interessantesten Gebiete der Parteitätigkeit in esse und zum Nachteil der Arbeiter ausgenutzt haben. Es wird nun und Sanch; an der Grube von Moutiers partizipiert mit einer Argentinien bildet die Genossenschaftsbewegung. abzuwarten sein, wieweit die neuerdings über die Handhabung des französischen und zwei belgischen Firmen die deutsche Firma: Vor Gclasses getroffenen Vereinbarungen Besserung schaffen können. 4 Jahren belief sich die Zahl der Parteimitglieder in den Genoffen- Die Leitung des Metallarbeiterverbandes wird, wie betont wurde, Deutsch- luremburgische Bergwerks- und Hüttenaktengeſellſchaft; au schaften auf 3000, die über ein Kapital von 3 000 000 Dollar ver- natürlich alles daran ſehen, um im Rahmen der Vereinbarung die der Grube von Conflans haben neben zwei französischen und einer Rechte der Arbeiter zu wahren. Sollte sich herausstellen, daß die belgischen Firma die Dillinger Werke Anteile; die Grube von Im Jahre 1908 schritt die Partei mit Hilfe der Genossenschaften Vereinbarung nicht geeignet ist, die an sie geknüpften Erwartungen Serronville ist im Mitbesitz einer St. Ingberter Filiale der an den Bau von billigen Arbeiterwohnhäusern. Bisher sind 212 zu erfüllen, so steht beiden Teilen der Rücktritt von der Verein- Deutsch- luxemburgische Bergwerts- und Hüttenaktiengesellschaft; an | Diese Gruben liegen alle im Erzgebiet von Französisch- Lothringen. Das rapide Wachstum der sozialistischen Partei macht sich barung frei. auf allen Gebieten des politischen und wirtschaftlichen Lebens des In dem neu erschlossenen Erzgebiet der Normandie zeigt sich hauptDie an automatischen Drehbänken beschäftigten Einrichter sächlich die andere Art deutscher Kapitalanlage: der selbständige Landes bemerkbar. arbeiten immer noch mit Hochdruck. Dem entsprechen die Lohnver: Erwerb von Erzgruben. Die Gruppe Roehling befizzt die Mine von hältnisse jedoch nicht. Die Löhne haben sich vielfach nicht erhöht Bulventeur; die Phöniggrube hat große Anfäufe in der Normandie gegenüber der Entlohnung in Friedenszeiten, auch fehlt die Einheit gemacht; die Gelsenkirchner Gruppe( Gelsenkirchner Bergwerks. lichteit. Einzelne Unternehmer sind sogar dazu übergegangen, Abzüge vorzunehmen. Hinzu kommt noch, daß die Unternehmer Aktiengesellschaft) hat nach und nach die Gruben von Saint Pierrees bekanntlich verstanden haben, die Freizügigkeit der Arbeiter zu mont, Sescey, Haute- Laye, Saint Jean, Sainte Barbe, Cousnes unterbinden, so daß es den letzteren nicht mehr möglich war, in und Villerups erworben, endlich hat die Gruppe Thyssen die Minen beffer zahlende Betriebe zu gehen. Ein neugebildeter Kriegsaus von Batillh, Jouaville und Bouligny, sowie andere Gruben in der schuß, in dem Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertreter paritätisch Normandie in Besitz. vertreten sind, wird von mun ab in alle Differenzen zwischen beiden Parteien eingreifen und eine Entscheidung treffen. Somit ist zu hoffen, daß die Auswüchse, die das Entlassungsscheinsystem gezeitigt hat, beseitigt werden und jeder Arbeiter seine Arbeitskraft zu einem angemessenen Lohn verkaufen kann. fügten. solcher Häuser erbaut worden. 20 Pf. tralität. Parteiliteratur. Die Internationalität und der Krieg. Von Karl Kautsin. Sonderabdruck aus der„ Neuen Zeit" mit einem Vorwort. Verlag Buchhandlung Vorwärts, Berlin. Preis 50 Pf., Vereinsausgabe Aus dem Inhalt erwähnen wir: Internationalität und NeuParteidifferenzen im Kriege: a) von 1854-1866; b) das Jahr 1870; c) nach 1870. Gegensäße des Friedens und Gegensätze des Krieges. Die Einigkeit der Internationale seit dem Burentrieg. Die Schwierigkeiten der jezigen Situation. Die Schrecken der Invasion. Die Gefährdung der Internationale. Die Grenzen der Internationale. Die Schrift ist durch alle Buchhandlungen zu beziehen. Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. Deutsches Reich. Aber nicht nur in Eraminen ist deutsches Kapital in größerem Maße angelegt, sondern auch große Industriewerke befinden sich in deutschen Händen. So hat die Thyssengruppe Hochofenanlagen und Stahlwerte bei Caen in der Normandie errichtet, wo das in eigenen Gruben gewonnene Grz gleich verarbeitet wird. Die Geljenfirchner Gruppe hat die Hüttenwerke von Aubrives und Villerupt erworben, die hauptsächlich Eisenröhren und Gußträger fabrizieren. In diesen Werfen stedt ein Kapital von 6750 000 Franken; seit sie sich in deutschem Besitz befinden, hat sich die Produktion um 26 Bros. erhöht. Man ersieht aus diesen wenigen Angaben, welch bedeutende wirtschaftliche Beziehungen Frankreich und Deutschland zueinander haben. Aus der Frauenbewegung. an die Mütter, ihre Lohnkürzungen in der Binnenschiffahrt. Uumittelbar nach Ausbruch des Krieges sahen die Behörden fich veranlaßt, die Bemannungsvorschriften für Binnenschiffe teilweise zu ändern, da sich herausstellte, daß die Zahl der zum HeeresDie Bildhauer Berlins im Jahre 1914. dienst herangezogenen Mannschaften eine sehr hohe war; weit über In einer am Donnerstag abgehaltenen Generalversammlung der 50 Proz. des Mannschaftsbestandes dürften zum Kriegsdienst ein Berliner Verwaltung des Zentralvereins der Bildhauer wurde der gezogen sein. Als dann der Landsturm aufgerufen wurde, erhielt Jahresbericht erstattet, dem wir folgendes entnehmen: Ende 1913 Die Binnenschiffahrt die Vergünstigung, daß die landsturmpflichJahresbericht erstattet, dem wir folgendes entnehmen: Ende 1913 tigen Binnenschiffer bis zum 31. Dezember 1914 zurückgestellt und Anfang 1914 herrschte unter den Berliner Bildhauern eine große wurden. Jetzt ist dieser Zeitpunkt vorbei und weitere Schiffsmann Arbeitslosigkeit, deren Folgen die Organisation durch lokale Extra- schaften sind eingezogen. In den Preßorganen der Schiffahrtsunterstützungen an die längere Zeit arbeitslosen und ausgesteuerten unternehmungen wie auch in den Organen der Schiffahrtvereine Die Frauen und die Presse. Stollegen zu mildern suchte. Später befierte sich die Konjunktur, je wird darauf verwiesen, daß, sobald die Schiffahrt voll aufgenommen Genosjinnen! Kürzlich verbreitete die Parteiprese einen Be doch nicht in der Modellbranche. Diese hatte fortgesezt unter starter wird was in den nächsten Tagen geschehen kann, ein erheblicher richt über Frauenversammlungen, die während des Krieges stattArbeitslosigkeit zu leiden. Die Holzbildhauer traten, veranlaßt durch Mannschaftsmangel sich bemerkbar machen würde. gefunden haben. die in ihrer Branche eingetretene gute Konjunktur, in eine Bewegung Man sollte nun annehmen, daß die Schiffahrtsgesellschaften Darin war nachdrücklichst hervorgehoben, we I che Pflichten ein, welche die Verkürzung der Arbeitszeit und die Erhöhung der bestrebt sein würden, sich mit dem übrigbleibenden Teil der Mann- den Frauen durch den Krieg erwachsen find: Löhne zum Ziel hatte. Im Juni kam es aus diesem Anlaß zum schaften so zu stellen, daß diese ihre Berufsarbeit fortseßen und sich Pflichten gegen die Familie, gegen die Gesamtheit und gegen Streif, der aber beim Ausbruch des Krieges abgebrochen werden nicht andere Arbeitsgelegenheit juchen würden. Leider muß das die Partei. mußte, weil die Arbeit plöglich vollständig stodte und die Betriebe Gegenteil konstatiert werden. Auf der Elbe ist es die Vereinigte In einer Anzahl Feld post briefe von Genoffen aus den wegen Arbeitsmangel meist geschlossen wurden. Nachdem der Krieg Elbeschiffahrtsgesellschaften- Aktiengesellschaft, die den wirtschaftlichen Schüßengräben, die ich darauf erhielt, erstatteten dieſe ihren lebbegonnen hatte, sorgte die Organisation in erster Linie für die begonnen hatte, sorgte die Organisation in erster Linie für die Unterstützung der Arbeitslofen, die auch befriedigend durchgeführt Burgfrieden besonders eigenartig auslegt. Bis zum Kriegsbeginn haften Dank für alles im Bericht Gesagte. erhielten die Bootsleute 120 M. Monatslohn, ein Teil der Mann- Ausdrücklich wurde ausgesprochen, ihr Dank gelte nicht nur werden konnte. Ferner wurde dahin gewirkt, daß die Betriebe, welche schaften, die der Betriebsorganisation angehörten, erhielten den der Tatsache, daß unsere Genossinnen in den Hilfsaktionen den noch Beschäftigung hatten, die Arbeitszeit verkürzten, damit den Arbeitslosen nach Möglichkeit Arbeit und Verdienst geboten werde. Zohn voll ausgezahlt, der andere Teil nur 115 M., die restlichen Kriegerfrauen mit Rat und Tat zur Seite stehen, sondern ebenso 5 M. wurden am Schiffahrtsschluß gezahlt. Bei Beginn des Krieges sehr dem mahnenden Ruf Die infolge des Kriegsausbruches sehr start angeschwollene Zahl hörte der Unterschied auf, es wurden allgemein 115 M. gezahlt. Alle Familien vor Verrohung und Völkerbah zu bewahren, dafür aber der Arbeitslosen hat sich dauernd vermindert. auf vermehrte Arbeitsgelegenheit im Bildhauerberuf zurückzuführen, Restsumme zu erhalten. Es kam aber anders. Die Firma weigerte wach und lebendig zu erhalten, und der spornenden Aufforderung, Das ist aber nicht Bootsleute waren der festen Ueberzeugung, am Schiffahrtsschluß die um so mehr den Geist der Menschlichkeit und treuer Solidarität sondern die arbeitslosen Bildhauer fanden Beschäftigung in den verschiedenen Zweigen der Kriegsindustrie sowie als Aushelfer bei ich zu zahlen. Und erst als die Mannschaften den Klageweg be- ihr Bestes zu leisten, um Organisationen und Presse der Partei zu fördern. Es ist ein herrliches Grlebnis, der Post und bei der Straßenbahn. In den neuen Berufszweigen schritten, bequembe sie sich dazu. In diesem Jahre will die V. E. G. aber grundsäßlich den auf das erhebend auf uns alle wirkt, zu sehen, wie unsere Genossen haben die Bildhauer, nachdem sie 3-4 Wochen sich eingearbeitet der ganzen Elbe üblichen Monatslohn auf 115 M. herabjeßen, fie im Felde, umlauert vom Tod in mancherlei Gestalt, inmitten des hatten, etwa ebensoviel verdient wie im Bildhauerberuf. Ausgenommen ist hierbei die Beschäftigung bei der Post und der nimmt also eine Lohnkürzung von 5 M. pro Monat vor. Dieses feindlichen Kugelregens, den verschiedenartigsten Strapazen fast Straßenbahn, wo die Löhne erheblich niedriger sind. Die Zahl Vorgehen ist um so ungerechter, als ja vielfach die Bemannung erliegend, den größten Entbehrungen ausgeseßt, unter riesenhafter der Arbeitslosen betrug am Jahresschluß 119 und ist bis jetzt auf 61 reduziert ist und auch sonst von den Mannschaften eine erhöhte Ar- Nervenspannung und ungeheurem seelischem Druce, in bewundebeitsleistung verlangt wird. Die Unternehmer wollen nach dem rungswürdiger Liebe und Treue an der Partei und ihren Ginzurückgegangen. Von den Ausgaben der Kasse entfallen 98 635 M. auf Unterstügungen. Davon kommt auf Streifunter- Brinzip: Mehr Arbeit, aber weniger Lohn! arbeiten lassen. Viele richtungen hängen, wie sie mit sorgender Seele alle Parteivorgänge stügung 70 042 M., Arbeitslosenunterstützung 23 178 M., Stranken- Mannschaften der Elbe weigern sich unter diesen Verhältnissen verfolgen und dankbaren Herzens sich jeder Parteiförderung freuen. Das ist ein Heldentum, welches die allgemein anerkannte glänzende unterſtügung 2746 M., Ausgesteuertenunterstügung 1443 M., andere Dienst zu tun und suchen sich Landbeschäftigung. Unterstützungszweige 1226. Die Mitgliederzahl belief sich zu Auf der Oder ist es die Schlesische Dampfer- Kompagnie, die triegerische Tapferteit unserer Feldgrauen noch übergipfelt. Genossinnen, wird dies heldenhafte Geschehen auch auf Euch Anfang des Jahres auf 776, sie war am Jahresschluß auf 601 Lohnfürzungen von 3 bis 8 M. mit Beginn dieses Jahres einführt. zurückgegangen. Der Rückgang erklärt sich in der Hauptsache da- Die Firma zahlte für Steuerleute bis Jahresschluß 128 M., jetzt in der wünschenswerten Weise wirken? Wird es Euch anfeuern, durch, daß 143 Mitglieder zum Heere einberufen wurden. fallen wieder frühere Lohnsäße in Kraft treten von 120 und 125 M. nun auch tapfer und unermüdlich im Dienste der Partei Man bedenke, daß dies Löhne für Schiffs führer sind, die die rastlos zu arbeiten, um den Organisationen und der Verantwortung für Schiff und Ladung haben und für Schaden mit Verbreitung unserer Pressc freudig Eure ganze Kraft zu weihen? Die Berliner Tabakarbeiter im Jahre 1914. ihrem Vermögen haften müssen. Auch dieses Verhalten hat viele Ich hoffe und erwarte es! Der in der Mitgliederversammlung der Zahlstelle Berlin des Cdermannschaften veranlaßt, anderweitig Beschäftigung zu suchen. Deutschen Tabatarbeiterverbandes erstattete Jahresbericht fagt Durch das Vorgehen zwei folch großer Reedereien wird die geunter anderem: Der Geschäftsgang der Berliner Zigaretten- samte Binnenschiffahrt geschädigt, denn kein Mensch kann es den industrie war in den Monaten vor dem Kriege nicht ungünstig. Mannschaften verübeln, wenn sie sich weigern, sich bei den heutigen Heute sind noch viele Striegerfrauen und noch viele männliche Die Zigarettenindustrie breitet sich in Berlin immer mehr aus. Rebensmittelpreisen Sohnkürzungen gefallen zu lassen und wenn sie Arbeiter Nichtleser der Parteizeitung; fie müssen aufgesucht und Dagegen geht die Zigarrenindustrie immer mehr zurüd, sowohl darum versuchen, anderweitig lohnendere Beschäftigung zu finden. an ihre Pflicht gemahnt werden. Dem Manne sagt, daß ein stolzer, selbstbewußter Arbeiter in der Zahl der Betriebe als auch in der Zahl der beschäftigten Allerdings in Unternehmerkreisen ist man anderer Meinung. Man Arbeiter. Es gibt in der Zigarrenindustrie in Berlin faft nur will, wie uns befannt ist, an die Militärbehörden herantreten und natürlich die Arbeiterpresse, die seine Interessen vertritt, noch Kleinbetriebe mit 1 bis 2 Arbeitern und solche, wo der Inhaber versuchen, die Mannschaften zwangsweise zur Schiffsarbeit zu lesen muß; sagt ihm, wie die Genossen in den Schüßengräben allein arbeitet. Der Mangel an Arbeitsgelegenheit veranlaßt die zwingen. Auf dieses Vorgehen der Unternehmer hinzuweisen ist darüber denken. Wir müßten ja elendige Feiglinge und pflichtvergessene Mitglieder unserer großen politischen Gemeinschaft, der Partei, sein, wenn es anders wäre. gesunden und kräftigen Zigarrenmacher, in anderen Industrie- notwendig und wichtig, weil sehr bald in Unternehmerkreisen Der Kriegerfrau erzählt, wie die Arbeitsbrüder im Felde, also zweigen Beschäftigung zu suchen, während nur die förperlich Stimmen laut werden dürften, die über Mangel an schiffahrts- auch ihr Mann, hungern nach der sozialdemokratischen Presse, wie schwachen Personen in der Zigarrenindustrie bleiben und sich müh- kundigen Personal klagen werden. Dann möge man sich erinnern, jeder Fetzen Bapier" gelesen wird, wie die Männer sich gegenseitig fam durchschlagen. Mit dem Ausbruch des Krieges trat in der daß die Lohnfürzungen der Unternehmer an diesem Zustande voll Stolz erzählen, wenn ihre Frauen Mitglied der Partei und Zigarren und in der Zigarettenindustrie eine starke Stodung cin. schuldig sind." wenn fie für die Nachfendung der Parteizeitung Gorge tragen Bagt ihr, daß fie felbft bie Jozialdemokratische Zeitung abonnieren) und lesen, und wenn gelesen, ihrem Mann als Feldpostbrief nachsenden soll. Die Versendung macht ihr dann also durchaus keine weiteren Infosten und beide, Mann und Frau, sind durch das Lesen ihrer Parteizeitung um so inniger miteinander verbunden. Leichtes sein, daß jede von Euch mindestens eine der Kriegerfrauen vermögens auf einem Auge nicht so sehr ins Gewicht(?), zumal im Laufe der Jahre eine Gewöhnung eingetreten sei. Er halte cine Rente von 20 Proz. für durchaus ausreichend und wohlwollend.(!)" dienen, jedoch vergeblich. Nach einer langen Zeit des Hungerns wurde sie schließlich von der Verzweiflung gepackt. Sie öffnete des Nachts heimlich die Gashähne, um mit ihrem Kinde in den Tod zu gehen. Hausbewohner, die durch den Gasgeruch aufmerksam Die Verletzte ist nunmehr 77 Sahre alt geworden, geworden waren, benachrichtigten die Polizei, welche die Tür einnach allgemeinen Erfahrungen auf dem allgemeinen Arbeits- schlug und Mutter und Kind zum Glück noch lebend antraf. Beide markt als verbraucht anzusehen, und trotzdem hält das Ober- wurden mit dem Sauerstoffapparat behandelt und kamen bald wieder zum Bewußtsein. Diese Verzweiflungstat hatte zur versicherungsamt eine eingetretene Gewöhnung für vorliegend. Folge, daß die Angeklagte unter dem Verdachte des Mordverfuchs Hiermit hat sich dasselbe u. E. auch mit der Entscheidung verhaftet wurde. Tas Gericht hob aber dann selbst den Haftbefehl des Reichsversicherungsamtes in Widerspruch gesetzt. Leider auf. Zu der Verhandlung vor den Geschworenen ist vom Rechtsist es nicht möglich, die Entscheidung des Oberversicherungs- amwalt Dr. Frey der behandelnde Arzt der Angeklagten geladen amtes anzufechten, da nach den neueren Bestimmungen der worden, der bekunden soll, daß die seit Jahren an Nervenschwäche Bei der Erfüllung dieser Aufgaben brauchen wir Stärfe Reichsversicherungsordnung§ 1700 3iffer 8 wegen Neu- leidende H. die Tat offenbar in einer durch Not und Verzweiflung und Geschlossenheit der Organisation und festsetzung von Dauerrenten der Refurs ausgeschlossen ist. hervorgerufenen geistigen Verwirrung begangen habe. Stärke und Schlagfertigkeit der Presse. Eine außerordentliche Freude würden damit die Kriegerfrauen ihren Männern machen. Und Euch Genoſſinnen wird es doch ein Eurer Nachbarschaft, Eures Bekanntenkreises zum Abonnement und Versand der Parteipresse veranlaßt. Die Partei hat große gewaltige Aufgaben zu erfüllen; während des Krieges, beim Abschluß des Friedens, und nach dem Friedensschluß auf allen Gebieten des öffentlichen Lebens. Genossinnen! arbeitet deshalb unter Hingabe und Fleiß mit daran, daß diese Vorausseßungen für die Lösung der geschichtlichen Aufgaben der Sozialdemokratie erhalten und immer mehr geschaffen werden. Das Bewußtsein treuer Pflichterfüllung, der Danf unserer Genoffen in den Schüßengräben und der Gesampartei wird reichlicher Lohn für Eure Mühen sein. Luise 3icks. Soziales. Gewöhnung an Unfallfolgen bei einer 77jährigen Greisin. Die Arbeiterin G. erfitt, im 67. Lebensjahre stehend, einen Betriebsunfall, bestehend in einer schweren Verlegung der Hornhaut des linken Auges. Für die Folgen dieses Unfalles wurde zunächst eine Rente von 50 Proz. durch die Brandenburgische landwirtschaftliche Berufsgenossenschaft festgesetzt, die dann im April 1906 auf 30 Proz. herabgesetzt wurde. Im Juni 1909 wurde von der Genossenschaft ein weiterer Versuch, die Rente auf 20 Proz. herabzusetzen, gentacht. Das Schiedsgericht für Arbeiterversicherung für den Regierungsbezirk Potsdam gab dem Verlangen der Genossenschaft statt, während das Reichsversicherngsamt der Verletzten die Rente wieder zusprach. In der Entscheidung des Reichsversicherungsamtes vom Jahre 1910 heißt es: „ Es kann aber bei dem Umstande, daß die bejahrte Klägerin nur bei einer ungewöhnlichen und gezwungenen Kopfhaltung mit dem verletzten linken Auge etwas zu sehen vermag, auch eine weitere Gewöhnung und Anpassung an den Zustand nicht als ausreichend erwiesen angesehen werden." Troß dieser Entscheidung und Begründung ruhte die Genossenschaft nicht und nahm im September 1914 eine abermalige Herabseßung der Rente auf 20 Proz. vor. Diesmal aber mit besserem Erfolge. Die Berufung der Verletzten wurde dieser Tage vom Oberversicherungsamt Potsdam zu rüdgewiesen. In der Begründung heißt es: Nach dem ärztlichen Gutachten ist der anatomische Befund derselbe wie früher. Beim landwirtschaftlichen Arbeiten falle der Verlust des SehBei den Kämpfen im Osten sind folgende Kollegen gefallen: Graveur Alfred Jaehn Eriat Reservist, am 30. Januar. Mechaniker Oskar Kramer Gefreiter der Reserve. am 31. Januar. Arbeiter Karl Kurth Unteroffizier der Reserve. 1148b Wir werden denselben ein ehrendes u. dauerndes Andenken bewahren. Die Kollegen der Gesellschaft für drahtlose Telegraphie m. b. H.( Telefunken). Am 8. Februar fiel in Rußland nach treuer Pflichterfüllung, von Anfang des Krieges im Westen und Dsten, unser lang. 682 jähriger Regelbruder Leopold Caccia Unteroffizier im Reserve- Infanterie- Regiment Nr. 48, 12. Stonipagnie. Ehre seinem Andenken. Die Regelbrüder des Klubs„ Schwarzer Punkt". Sozialdemokratischer Wahlverein f. d. 6. Berl. Reichstagswahlkreis. 14. Abt. Bez. 698. Am Sonnabend, den 20. Februar, verstarb an feinen im Felde. er haltenen Bunden unser Genosse, dez Mechanifer Otto Goile Beusselstraße 39. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Dienstag, den 23. Februar, nachmittags 3, Uhr, auf dem Garnison- Kirchhof in der Hasenbeide ftatt. 262/14 Um rege Beteiligung ersucht Der Vorstand. Hierdurch die traurige Nach richt, daß mein lieber Mann und guter Vater, der Buzer Wilhelm Schröder am Sonnabend, im 45. Lebensjahre, nach furzem Leiden sanft 11476 entschlafen ist. Im tiefsten Schmerz Witwe Elise Schröder nebst Tochter. am Die Beerdigung findet Mittwochnachmittag 3 Uhr, von der Kapelle des GethsemaneKirchhojes aus statt. Alzu früh und fert von seinen Rieben starb den Heldentod in Rußland mein lieber Mann, unser guter Sohn, Bruder u. Schwager, Der Reservist Theodor Richtsteig 141A im Alter von 27 Jahren. Ich hab ein schönes furzes Glid besessen, Jetzt schlummert es auf ewig unvergessen. Ruhe sanft: Deutscher Holzarbeiterverband. Zahlstelle Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Maschinenarbeiter Franz Wenzel Melchiorstraße 13 im Alter vor 36 Jahren gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 24. Februar, nach mittags 3 11hr, von der Leichenhalle des Friedhofes der ThomasGemeinde aus statt. 97/8 Die Ortsverwaltung. Schwimmverein Vorwärts" Berlin 1897. Den Mitgliedern die fief betrübende Nachricht, daß unser lieber und braver Schwimmgenoffe Fritz Rex ( Abteilung Schillingsbrüde) am 5. Februar im Alter 24 Jahren auf dem westlichen Kriegsschauplatz gefallen ist. bon Wir werden ihm allezeit ein ehrendes Andenken bewahren. 293/2 Der Vorstand. Am 23. Dezember 1914 fiel im Diten unser langjähriger lieber Kollege, der Wehrmann Otto Zesch im Alter von 36 Jahren. 572 Ehre seinem Andenken! Die Schleifer der Firma Baer& Stein. Aus dem Gewerbegericht. Die Fortsetzung des Lehrverhältnisses, im Falle, daß ausschließlich Kriegsmaterial angefertigt wird, kann dem Lehrling nur unter der Voraussetzung zugemutet werden, daß keine genügenden Aufträge auf solche Materialien zu erlangen sind, auf welche sich das Lehrverhältnis bezieht. Diesen Standpunkt hat die Handwerksfammer in einem Gutachten vertreten, das gestern in einer Verhandlung vor der Kammer 5 des Gewerbegerichts zur Verlesung fam. Ein Lehrling der Firma Groß u. Co., Maschinenbauanstalt, hatte auf Veranlassung seines Vaters das Lehrverhältnis gelöst, weil seine Ausbildung gröblich vernachlässigt und er an dem Besuch der Fortbildungsschule oftmals verhindert wurde. Das Gutachten der Handwerkskammer bestätigte die Auffassung des Klägers, der die Lösung des Lehrverhältnisses als zu Recht erfolgt durch Urteil festgestellt haben wollte. Im Betrieb war seit Mai kein Meister vorhanden. Der Firmeninhaber ist nicht technisch ausgebildet. Die Anfertigung von Kriegsmaterial sei wahrscheinlich lediglich aus dem Grunde aufgenommen, weil es überaus gewinnbringend sei. Dagegen müsse gesagt werden, daß sehr wohl Aufträge auf elettrische Maschinen zu erlangen gewesen wären, wenn sich der Beklagte darum bemüht hätte. Unter diesen Umständen ging der Beklagte vergleichsweise auf die Klageforderung ein und gab sich zufrieden, daß ihm rund 10 M. freiwillig gezahlte Stranfenfassenbeträge vom klägerischen Lehrling zurüderstattet würden. Gerichtszeitung. Eine Verzweiflungstat. Gin Opfer der zu Kriegsbeginn erfolgten massenhaften Entlassungen von Angestellten ist die ledige Arbeiterin Anna Hoppe geworden, die sich in der demnächst unter Vorsiz des Landgerichtsdirektors Banjura beginnenden Schwurgerichtsperiode des Landgerichts III wegen einer von ihr verübten Verzweiflungstat zu verantworten haben wird. Die Angeklagte ist Mutter eines zehnjährigen Knaben, für den sie stets allein gesorgt hatte. Sie galt als eine stille, fleißige Arbeiterin, die sich ehrlich durchs Leben schlug. Anfang August v. J. wurde sie plöblich entlassen, da ihr Arbeitgeber keine Aufträge mehr erhielt. Sie versuchte auf alle mögliche Weise, für sich und ihr Kind den Lebensunterhalt zu ver= Zentral- Kranken- u. Sterhekasse der deutschen Wagenhauer. E. V. Berlin 6. Am Freitag, den 19. Februar, starb unser Mitglied Richard Schulze am im Alter von 40 Jahren. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Dienstag, den 23. Februar, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenballe des Philippus- Apostel- Kirch hofes aus nach dem städtischen Friedboje in der Müllerstraße, Ede Seestraße, statt. Um rege Beteiligung ersucht 259/1 Die Ortsverwaltung. Allzu früh und fern von seinen Rieben fiel als Opfer des Beltfrieges am 13. Februar, kurz vor seinem 27. Geburtstage, mein über alles geliebter, unvergeßlicher Mann, meines Söhnchens guter Vater, der Ersatz- Reservist Wilhelm Hennig ( Inf. Reg. Nr. 24, 7. Stompagnie) infolge emner in Frankreich erlittenen Granatberlegung. Dies zeigt mit schmerzerfülltem Herzen an Gertrud Hennig geb. Born, Faldensteinstr. 31. Ich hab ein schönes furzes Glüd besessen, Jetzt schlummert es auf ewig un vergessen. Ruhe fanft in fremder Erde! Verh.d. Schneider, Schneiderinnen und Wäschearbeiter Deutschlands Filiale Berlin. Unseren Mitgliedern hiermit zur Nachricht, daß die Kollegin ( Branche Damenkonfektion) Luise Sachs am 20. Februar im 49. Lebens. jahre verstorben ist. Ehre ihrem Andenken! Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 24. Februar, nach mittags 3 11hr, von der Halle des Gemeinde- Friedhofes Friedrichsfelde aus statt. 166/1 Die Ortsverwaltung. Nachruf. Am 7. Februar starb fürs Bater land in Rußland unser lieber Freund und Raubenkolonist Georg Pohl. Sein allezeit zuvorkommender und hilfsbereiter Charafter fichern ihm ein dauerndes chrendes An denken. Die Kolonisten der Kolonie Zum ehrlichen Seemann. Damenhüte modern umpressen 1,50. Migge, Sönhauser Allee 146a. Verkäufe. Ein Artistentrio als Einbrecherbande. Zurückgehaltene und versteckte Goldstücke bildeten den Teil einer Diebesbeute, welche eine Einbrecherbande auf einem Laubenterrain in der Nähe von Siemensstadt gemacht hatte. Dieser Einbruchsdiebstahl bildete gestern den Gegenstand einer Verhandlung vor der ersten Straffammer des Landgerichts III. Angeklagt war der Artist Gustav Sohn. Der Angeklagte, der„ Schlangenmensch" ist, war mit einer Artistentruppe lange Zeit im Auslande gewesen und nach Ausbruch des Krieges wieder nach Deutschland zurückgekommen. Da er hier keine Stellung fand, hatte er sich mit zwei Kollegen, einem Reifenschlüpfer und einem Zauberkünstler, zusammengetan, mit denen er durch die Lokale zog und sich so den Lebensunterhalt verdiente. Eines Abends erschien das Artistenfleeblatt in Siemensstadt, um in den dortigen Lokalen seine Künste zu zeigen. Wie sich später ergab, hatten sie dabei gleichzeitig einer Laube einen Besuch abgestattet und in dieser eine unerwartet reiche Beute gemacht. Neben einem Bankbuch der Dresdner Bank über 700 M. fanden sie etwa 300 M. in Goldstücken vor, die der alizu ängstliche Inhaber der Laube dort versteckt hatte. Komplicen des Angeklagten wurden später abgefaßt, als sie mit dem erbeuteten Buch in einer Filiale der Dresdner Bank erschienen und das Geld abheben wollten. Während sie inzwischen schon abgeurteilt worden sind, konnte gegen den bisher unauffindbaren AnVom Rechtsanwalt geklagten erst jetzt verhandelt werden. Dr. Frey wurde als Verteidiger des Angeklagten auf die Notlage als strafmildernd hingewiesen, auch liege allenfalls nur Hehlerei vor, da eine direfte Beteiligung an dem Diesstahle nicht nachweisbar sei. Das Gericht nahm auch nur Hehlerei an und verurteilte den Angeklagten zu 2 Monaten Gefängnis. Eingegangene Druckschriften. Die beiden Münchener Bilderbogen: 1. Die Schlacht bei Tannenberg. 2. Die Liebesgabentiste. 3. Der Dauerlauf Frenchs.- 4. Die bayerischen Pro Bogen schwarz 10 Pf., farbig 20 Pf. J. C. Huber, Löwen. Diessen vor München. Meyers Volksbücher: 1689-1692. Ausgewählte Dichtungen. 1693. Aus dem Wusikwinkel. Sächsische Bon Ch. 3. Scherenberg - 1694-1696. Hjördis. Roman von Dorfgeschichten von M. Schmerler. 1914/15 in amtlichen Attenstüden. Einzelnummer 10 Pf. KriegsKristofer Janson. 1697-1698. Der Ausbruch des Weltkrieges geschichte 1914. Gefammelt und herausgegeben von E. Wolbe. 75 Pj. Bibliographisches Institut, Leipzig und Wien. 23998* 300 Mart verkaufe nageincue, Kunitstopferei Große Frankfurtermunderbare Nußbaum geschnigte strage 67. Wohnungseinrichtung, prachtvolle Küchenmöbel 65,--, direkt MöbelSteppdecken! Spottbilliges Instischlerei Lehmert, Große Hamburgerbenturangebot! Prachtvolle Simili ftraße 4. Seidene 4,35, wundervolle, doppelfeitige 7,15, 8,75. Große Tüllbettdeden 1,75. 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Berantwortlicher Redakteur: Alfred Wielepp, Neukölln. Für den Inseratenteil verantwo.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Berlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Nr. 54. 32. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Dienstag, 23. februar 1915. Verlustlisten. Die Verlustliste Nr. 156 der preußischen Armee enthält Berluste folgender Truppen: Fachkundige aus ihrer früheren Tätigkeit bei den einzelnen Kaffen, nicht unbekannt geblieben sei, daß wichtige. die Allgemeine Ortsfrankenkasse, insbesondere die Versicherten interessierende Augelegenheiten ihrer Erledigung harren. War die Antwort des Versicherungsamts eine ablehnende, so Stab der 13. Rej.- Diviſion; 2. Garde- Reg.; Garde- Füsilier- versuchte sic doch noch immerhin, sich dent. Rechtsgefühl der BeReg.; Garde- Jägerbat.; Grenadier- bezw. Infanterie- bezw. Füsi- schwerdeführer, soweit es sich um die Notwendigkeit der Mitwir lier- Reg. Nr. 11, 14, 22, 24, 29, 36, 38, 39, 40, 41, 43, 47, 57, fung der Vertreter der Versicherten handelt, anzupassen. Die Ant158, 59, 64, 67, 69, 71, 72, 73, 79, 80, 81, 86, 87, 88, 98, 111, mort des Regierungspräsidenten hat durch Form und Inhalt bei 114, 115, 129, 143, 147, 152, 158, 161, 163, 164, 168, 170, 172; den Betenten sehr verschnupft. Sie lautet: Inf. Reg. Gropp; Res.- Juf.- Reg. Nr. 1, 3, 10, 13, 16, 19, 23, 25, 29, 37, 55, 66, 71, 72, 75, 76, 80, 82, 94, 99, 111, 204, 210, 211, 213, 214, 215, 229; Landw.- Inf- Reg. Nr. 18, 27, 38, 52, 55, 72, 74, 78, 81, 84, 109, 110; Landst.- Bat. 11. Beuthen, 1. I. Breslau, Burg, Kattowiß, II. Lözen, 2. Mosbach, Soest, Striegau, Wohlau und Nr. 52; Landst.- Ersatz- Bat. Nr. 4 des 7. Armeeforps und Nr. 11, Halle a. S.; Jägerbat. Nr. 2; Res.- Jägerbat. Nr. 3 und 15; Festungs- Maschinengewehr- Formation VI Bojen. Husaren Nr. 1, 13; Jäger zu Pferde Nr. 6. Feldart.- Reg. Nr. 7, 27, 34, 35, 39, 50, 51, 60, 75, 76; Res. Feldart.- Reg. Nr. 13, 25, 36, 44; 1. Landst.- Batt. des 3. Armeekorps. Fußart. Reg. Nr. 8, 10, 13; Res- Fußart.- Reg. Nr. 8, 16; Landw.- Fußart,-Bat. Nr. 8. Pionier- Reg. Nr. 29; Pionier- Bat.: I. Garde- Bat.; Bat. II. Nr. 15; 1. Nr. 16, I. Nr. 17; Pionier- Ersatz- Bat. Nr. 9, 14; 84. un 86. Res.- Pionier- Komp.; 1. Landw.- Pionier- Komp. des 9. Armeekorps; Pionier- Abt. der 3. Kavalleriedivifion. Eisenbahn- Reg. Nr. 1; Eisenbahn- Bautomp. Nr. 27; Eisenban- Magazin- Arbeiterkomp. Nr. 3; Festungskraftwagenpark Cöln. Munitionsfolonne Nr. 6 des 15. Armeekorps. Sanitätskomp. Nr. 2 des Gardekorps und Nr. 2 des 7. Armecforps; Res.- Sanitätskomp. Nr. 19 dcs 5. Reserveforps; Lazarett Breslau; Freiwillige Krankenpflege( Rotes Kreuz). Train- Abt. Nr. 4, 5, 6 und 8; Fuhrparkkolonnen Nr. 14, 63; Magazin- Fuhrparkfolonne Nr. 42 der 8. Armice." Bezirkskommando Hirschberg. Die sächsische Berlustliste Nr. 11 bringt Verluste der. Inf.Reg. Nr. 100, 104, 107, 108, 139, 182; Res- Inf.- Reg. Nr. 102, 103, 104, 133, 244, 245; Landiv.- Inf.- Reg. Nr. 133; Brigade- ErsatzBat. r. 46, 48, 63; Landw.- Brigade- Ersatz- Bat. Nr. 47; ErsatzBat.: Res.- Juf.- Reg. Nr. 102; Res. Jägerbat. Nr. 25. Volksernährung während des Krieges. Mit diesem Thema beschäftigten sich heute abend 24 Bersammlungen, die in Groß- Berlin einberufen sind. Alle Kreise der Bevölkerung, insbesondere aber die erwerbstätige, haben an der Ernährungsfrage das stärkste Interesse, weil alle unmittelbar berührt werden. Der Inseratenteil gibt Auskunft über die Orte und Lokale, in denen Versammlungen stattfinden. Steuerreklamationen rechtzeitig einreichen! " Ihre Beschwerde weise ich als unbegründet zurück. Wie in Dem Betitionsausschuß der Berliner Stadtverordneten dem Bescheid des Königl. Versicherungsamts hervorgehoben ist, lagen in seiner letzten Sizung unter anderm mehrere Steuer konnte ein Einspruch gegen die Wahl, die am 27. Juni v. J. petitionen vor. Die Gesuchsteller baten um Erlaß von Steuern, stattgefunden hat, noch nicht erledigt werden, weil der Beschwerde- teils weil sie zur Zahlung nicht imstande seien, teils weil man sie führer zu den Fahnen einberufen ist. Selbstverständlich wird die überhaupt irrtümlich veranlagt habe. Ein Gewerbetreibender, der Eriedigung erfolgen, jobald dies möglich ist. Bevor aber eine in Berlin und auch in Neukölln je zur vollen Gemeindeeinkommens Verhandlung nicht stattgefunden hat, kann auch eine Einberufung steuer veranlagt worden war, wünschte Rückzahlung der in Berlin des Vorstandes nicht stattfinden. Ein Recht darauf, auf MitIm übrigen bemerke ich, daß uns der Einspruch vorgelegt ist und an sich zulässig erscheint.. Es muß daher bei der erwähnten Verfügung des Königl. Versicherungsamts sein Bewenden haben. In Vertretung( Unterschrift unleserlich)." Damit wissen also alle Mitglieder der Allgemeinen Ortsfrankenkasse des Kreises Niederbarnim, daß sie vorläufig auf eine Vertretung aus ihren Reihen nicht zu rechnen haben. die durch für teilung des Einspruchs oder seiner wesentlichen Gründe, steht zu viel gezahlten Steuern. Ein aus Berlin nach Schöneberg nach den Bestimmungen der Wahlordnung weder Ihnen( dem die verzogener Steuerzahler, der sich nicht bei der Berliner Beschwerde zuerst Unterzeichneten. D. B.) noch den anderen bis- Steuerbehörde abgemeldet hatte, flagte, daß er nun her gewählten Vorstandsmitgliedern zu. einen Monat auch an Berlin noch Steuern zahlen soll. Um Erlaß der Hundesteuer bat der Hundesteuer bat eine 67jährige Blätterin, Mit derselben Bitte kam eine Kriegerfran, die nach Einberufung den Strieg in pekuniäre Bedrängnis geraten ist. Ein ihres Mannes die Hundesteuer nicht mehr zahlen kann. Gemeindeschullehrer, der trotz seinem Vorrecht der Befreiung von Gemeindeeinkommensteuer irrtümlich auch zu dieser Steuer ver anlagt worden war und nicht reklamiert hatte, bat um Niederschlagung. Viel Erfolg versprechen solche an die Stadtverordneten in der Regel nicht. versammlung gerichteten Steuerpetitionen ablehnend verhalten zu sollen glaubt. Zumeist müssen aber auch Dieser Ausweg wird ja nur gewählt, wenn die Steuerhehörde sich Petitions ausschuß und Plenum der Stadtverordnetenversammlung sich den„ prinzipiellen Gründen" der Steuerbehörde anschließen und Und wenn er nicht zurückkehrt und der Krieg noch wer weiß die Ablehnung für gerechtfertigt erflären. Auch dies wie lange dauern kann, was dann? Dann wird eben die Orts- mal entschied der Ausschuß sich in fast allen Fällen dafür, Erledikrankenkasse Niederbarnim administrativ weitergeleitet! gung durch Uebergang zur Tagesordnung zu empfehlen. Der in Wir fragen im Ernst: Wie lange soll dieser Zustand der Recht- in Neukölln reklamiert und tat das auf Grund eines von dort erBerlin und in Neukölln voll veranlagte Steuerzahler hatte zunächst losigkeit vor den Toren Berlins noch andauern? Weil ein Beschwerdeführer, der zufällig im Felde steht und von seine Beschwerde stützt, diese erhoben hat, müssen nach der Meinung dem niemand, außer der Behörde, weiß, auf welche Vorgänge er der Aufsichtsbehörden die Tausende von Mitgliedern, deren Interesse an der Selbstverwaltung ungleich höher steht, solange warten, bis dieser zurückgekehrt sein wird. Nach den gesetzlichen Bestimmungen beträgt die Frist, in der haltenen Bescheides nachher auch in Berlin, aber da war es schon Beschwerde gegen die Gültigkeit von Wahlen erhoben werden kann, zu spät. Den nach Schöneberg verzogenen Steuerzahler traf felber einen Monat. Es ist ein Mangel im Gesetz, daß nicht auch die Be- die Schuld, da er seinen Wegzug hätte rechtzeitig melden müssen. hörden an eine solche Frist gebunden sind, innerhalb deren sie bei Für die 67jährige Blätterin glaubte der Ausschuß nichts tun zu Die Ortskrankenkasse für den Kreis Niederbarnim noch immer ohne geseh erstmaligen Wahlen des Ausschusses und des Vorstandes verpflichtet fönnen; der Magistratsvertreter erklärte, daß ein Schritt vom Wege mäßige Vertretung. Auf Grund der Bestimmungen der Reichsversicherungsordnung murden am 1. Januar 1913 sämtliche bis dahin bestandenen Ortskassen im Kreise Niederbarnim, mit Ausnahme der Ortskassen Lichtenberg, Pankow und Weißensee, aufgelöst und zu einer„ Allgemeinen Ortsfranfenfasse für den Kreis Niederbarnim" vereinigt. Diese an sich vernünftige und gut zu heißende Maßnahme hat für die Mitglieder der Kasse leider nicht das gebracht, was man von cincr zentralisierten Ortsfranfenfasse erwarten durfte. Bereits im Vorjahre ist von uns zu verschiedenen Malen, auf die mannigfachsten Mißstände hingewiesen worden, die sich bei der Organisierung der Auszahlung des Krankengeldes, der Behandlung der Patienten durch die Aerzte usw. ergeben haben. Eine Verbesserung dieser Zustände erhoffte man, wenn erst der durch die Mitglieder gewählte Ausschuß und Vorstand der Kasse in sirksamkeit treten werde. Aus Groß- Berlin. " sind, die Konstituierung vorzunehmen. Vom 27. Juni bis zum in diesen Dingen die unabsehbarsten Folgen nach ziehen könnte." Kriegsausbruch, volle fünf Wochen, war wirklich Zeit genug, cut- us prinzipiellen Gründen" fand auch die Kriegerfrau mit ihrent Wahlen für ungültig zu erflären. weder die Konstituierung des Vorstandes vorzunehmen oder die Gesuch keine Gnade. Nur der Gemeindeschullehrer hatte den Erfolg, daß sein Gesuch dem Magistrat zur Berücksichtigung überwiesen werden Es wird notwendig sein, daß höheren Ortes im Interesse der soll. Dieser Fall liegt insofern eigenartig, als dem Magistrat seine Versicherten und des sozialen Friedens schleunigst Abhilfe ge- irtümliche Beranlagung gar nicht zu Gesicht gekommen sein schaffen würde. soll. Sie soll einer Aufwärterin eingehändigt worden sein, die ihm dann feine Mitteilung davon machte. Da aber der Lehrer gar keine Veranlagung zur Gemeindeeinkommensteuer erwarten konnte, so ver mißte er das Veranlagungsschreiben nicht. Und sie erlangte dann Rechtskraft, ohne daß er von der ganzen Sache eine Ahnung hatte. Der höher gehängte Brotkorb. Im Ausschuß machte der Magistratsvertreter geltend: die Steuerdeputation müsse daran festhalten, zu verlangen, daß die Ein Nun hat jeder, der in Groß- Berfin über einen festen mendungen auch bei irriger Veranlagung stets Wohnsiz verfügt, ob Mann oder Frau, Greis oder Säugling, frist gemäß vorgebracht werden, da sonst in das sein täglich Brot in Papier. Es ist jedem der Millionen Veranlagungsgeschäft eine gewisse Unsicherheit und Unruhe Groß- Berliner Einwohner schwarz auf weiß verbürgt, daß hineingetragen würde". Steuerzahlern wird sich hier der er Brot erhält, wenn... ja, wenn er das nötige Kleingeld Wunsch aufdrängen, daß nicht die Steuerbehörde selber Diese Hoffnungen haben sich leider bis heute nicht erfüllt. So dazut hat und wenn der Bäcker oder Mehlhändler soviel geben durch irrtümliche Veranlagung eine bedauerliche Unsicherheit unglaublich es erscheinen mag: die Allgemeine Ortsfann, als die papierne Brotfarte zum Einkaufen berechtigt. in das Veranlagungsgeschäft hineintragen möge. Es ist eine Härte, frankenkasse für den Kreis Niederbarnim ist noch Die neugeschaffene Situation war zum Teil troß allen bitte- daß für Versehen der Steuerbehörde der Steuer bente ohne jede gesezmäßige Vertretung; ihre Ge- ren Ernstes recht ergößlich. Viele Ueberängstliche liefen vor zahler büßen soll, der nicht rechtzeitig die ihm hiergegen zur schäfte werden noch heute nicht durch die in der Reichsversicherungszeitig zum Hauswirt, ob er denn noch immer feine Brot- Verfügung stehenden Rechtsmittel angewendet hat und sie vielleicht ordnung vorgesehenen Organe der Selbstverwaltung, sondern im farten habe. Sie machten es sich gar nicht klar, daß jeder gar nicht anwenden konnte. Im Hinblick auf solche Vorkommnisse Verwaltungswege durch die kreisbehördlichen Organe wahrge einzelne, der zum Hausstand gehört, mit der Brotfarte un- fönnen wir nur allen Steuerzahlern empfehlen, Steuerveranlagungen fofort nach Empfang sorgfältig zu prüfen und nötigenfalls schleunigst Nachdem im Jahre 1913 die Wahlen der Vertreter zum Aus- bedingt bedacht werden muß. Einspruch dagegen zu erheben. schuß der Kasse immer und immer wieder hinausgeschoben worden waren, fanden dieselben endlich am 4. Januar 1914 statt. Won 40 zu wählenden Vertretern aus dem Kreise der Arbeitnehmer fielen auf die Liste der organisierten Arbeiterschaft inklusive einer am 4. Mai stattgefundenen Nachwahl 34 Vertreter. In einem Abstimmungsbezirk siegte eine gegnerische Liste nur aus Zufall, in cinem zweiten, rein ländlichen Bezirk, blieb die Liste der organifierten Arbeiterschaft in der Minderheit. Auf Grund dieses Wahl ergebnisses fand am 27. Juni 1914 die Wahl des Vorstandes statt, mit dem Resultat, daß die Liste der organisierten Arbeiterschaft gewählt wurde. Die Einberufung des Vorstandes, die erwartet wurde, blieb aus. Gegen diese wochen- und monatelange Verzögerung erHoben die Arbeitnehmervorstandsmitglieder im Monat Oftober Beschwerde beim Versicherungsamt Niederbarnim, das unter dem 7. November 1914 diesen Bescheid erteilte: nommen. Mit gewichtiger Amtsmiene, seiner neuen Würde sich voll bewußt, trug der sonst außerhalb des Monatsersten oft so unBrotzettel und die Unterschriftslisten in jede Wohnung:„ Ich nahbare Hauswirt persönlich oder der Hausverwalter die bringe Ihnen Kriegsbrot... bitte, quittieren Sie!" In die Beletage ging er. in die Dachstube und in den Keller. und so waren wir Menschenfinder unter dem Drucke der Zeit mit einem Schlage alle gleich geworden auf dem Brotpapier. An Nörglern und Luerföpfen, die dem Zwange der Not fein Verständnis entgegenbringen wollten, hat es leider nicht gefehlt. Den Hausbesitzern, die sich zum Verteilen der Starten für zu schade hielten, wird hoffentlich der Standpunkt gründlich flargemacht werden. Achtung, Wöchnerinnen! Für die Kriegerfrauen besteht bekanntlich seit dem 2. Desember 1914 eine Wöchnerinnenfürsorge, die Arzt- bezw. Hebammenhilfe, Wochengeld und Stillgeld vorsicht und von der Strankenkasse, bei welcher der Mann oder die Frau Mitglied ist, gezahlt wird. Einer Striegerfrau, die vor dem 2. Dezember 1914 entbunden hat und deshalb von der Krankenkasse noch feine Hebammenhilfe, wohl aber Wöchnerinnen- und Stillgeld erhielt, wurde von der Armenverwaltung für die letzten drei Wochen das Stillgeld gesperrt. Man verlangte von ihr, für den unentgeltlich verabfolgten Hebammenschein 15 M. zu zahlen. Inzwischen sind auch schon Doktorfragen" über die Aus- Da offenbar ein Irrtum vorlag, wendete sich die Leiterin der legung des Begriffes Nicht übertragbar" aufgetaucht. Viel sozialdemokratischen„ Wöchnerinnenhilfe" an den Herrn Bürgers Die Wünsche der Vorstandsmitglieder nach einem baldigen fach glaubt man, daß zwar nicht die Brotfarten oder einzelne meister Reicke, der auch umgehend antwortete das Stillgeld Zusammentritt des Vorstandes der Allgemeinen Ortstrantentasse Abschnitte derselben, wohl aber die eingekauften Backwaren sei freigegeben. für den Kreis Niederbarnim werden hier geteilt, zumal die auf einen anderen übertragen, ihm also geschenkt oder verSollten ähnliche Fälle vorgekommen sein, können sich die Wahrnehmung dieser Geschäfte eine erhebliche Arbeitslast und fauft werden können. Es ist, um allen Scherereien und Möq- Frauen ebenfalls an die Leiterin der Gruppe Wöchnerinnen Verantwortung aufbürdet. lichkeiten der Bestrafung zu entgehen, dringend anzuraten, hilfe", an die Genossin Luise Kähler, Engelufer 21 Die Einberufung des Vorstandes konnte bisher nicht erfolgen, feinen Zwischenhandel, sei es auch ohne jeden Preisaufschlag,( Bureau der Hausangestellter), wenden. da eine Reihe von Einsprüchen vorlagen, die jetzt bis auf einen erledigt sind. Dieſem hier noch zur Entscheidung vorliegenden zu treiben. Man soll sich aber auch in diesen schweren Tagen Einspruch wird, soweit es sich bisher übersehen läßt, die Berechti- vor unwürdigen Denunziationen aus Brotneid hüten. Manche gung nicht ganz versagt werden können, so daß es nicht ausge- Schwierigkeiten werden sich ergeben, werden hoffentlich aber schlossen erscheint, daß Neuwahlen vorzunehmen sind. überwunden werden. Eine Verhandlung über diesen Einspruch ist sehr erschwert, da der Beschwerdeführer zu den Fahnen einberufen ist. Indessen hoffe ich, daß in der Angelegenheit eine baldige Entscheidung herbeigeführt werden kann. ( Unterschrift unleserlich.) Regierungsrat. Nur gegen Brotkarte. Um einen Pfennig teurer. " Die Erhöhung der Bierpreise in den Restaurants hat bereits am Sonntag begonnen. In zahlreichen Gastwirtschaften des Zentrums, des Westens und der Friedrichstadt sind Plakate ausgehängt worden des Inhalts, daß vom 20. d. M. ab die Preise für helles Bier wie Der Magistrat gibt befannt: Trotz der unzweideutigen Be- folgt festgesezt sind: für ein gewöhnliches Glas hellen Bieres, das bisher stimmungen über den Gebrauch der Brotkarten macht sich die 10 Pf. fostete, werden fortan 11 Pf. berechnet; für das bisherige Reigung bemerkbar, für das Frühstück der gesamten Woche alle Ab: Glas Bier zu 15 Pi. beträgt der Preisaufschlag 1 Pf., für den Nun wußten die Vorstandsmitglieder wenigstens, woran fie fnitte am Anfang oder Schluß der Woche gleichzeitig abzutrennen. Schoppen zu bisher 20 Pf. werden 21 Pf. verlangt. Damit ist die waren. Auf Grund welcher Vorgänge die Wahl beanstandet wor- Ein solches Verfahren ist gesetzwidrig und strafbar. Es verlegt den Kupferwährung in den Restaurants und Bierwirtschaften in den ist, wurde ihnen nicht mitgeteilt. In der Meinung, daß ein wichtigsten Grundsatz der gesamten Regelung, daß jede Abgabe Permanenz erklärt. Schlecht kommen dabei die Kellner fort, die solcher Zustand nicht andauernd gehen könne, daß wegen der Be- und Entnahme von Brot ohne Vorlegung der Brotkarte unzulässig statt des üblichen Trinkgeldes von 5 Pf. in den allermeisten Fällen schwerde eines einzigen, dessen Wiederkommen aus dem Feldzuge ist. Dies gilt selbstverständlich auch, wenn die Backware in das sich mit dem Obolus von 4 Pf. werden begnügen müssen. obendrein doch immerhin fraglich ist, die gesamten Mitglieder der Haus geschickt wird. Soweit sich dies praktisch etwa mit den erUm dem Kriegskuchen. Kasse um ihr Selbstverwaltungsrecht geschmälert werden, wandten laffenen Vorschriften nicht durchführen läßt, müßte daher das Zusich die Vorstandsmitglieder an den Regierungspräsidenten nach tragen unterbleiben. Zwischen der Berliner Konditor- Innung und dem Verein der Potsdam mit einer weiteren Beschwerde. In dieser Beschwerde Auch wegen der belegten Brote sind Zweifel entstanden, ob selbständigen Konditoren von Berlin und Brandenburg ist eine murde erneut darauf hingewiesen, daß seit den Vorstandswahlen ihre Abgabe mur gegen Vorlegung der Brotkarte und Abtrennung heftige Auseinandersetzung entstanden wegen des Mehlzusatzes von zirka fünf Monate verstrichen wären, ohne daß die Gewählten zu von Abschnitten erfolgen darf. Die Frage ist ohne weiteres zu be- 10 Proz. zu den Kriegskuchen. Die Mitglieder der Innung wollen einer Vorstandssitzung oder zur Konstituierung des Vorstandes zu- jahen. den Beweis erbringen, daß es nicht möglich ist, alle Konditorkuchen sammenberufen worden wären. Die Beschwerdeführer erhöben Seltsamerweise haben einige Bädermeister selbst die Karte mit 10 Prog. Weizen- und Roggenmehl herzustellen, während die daher Protest dagegen, daß sie von ihren Aufgaben, die ihnen Ge- zurückgewiesen, da sie deren nicht bedürften. Sie sind hierin im Vereinsmitglieder sich bereit erklärt haben, die Bestimmungen der sez und Sazung vorschreibt, dauernd ferngehalten würden, ohne die Irrtum, denn auch für das Brot und Mehl, das sie an ihren Haus- Bundesratsverordnung zu befolgen. Gründe zu wissen, wodurch sich eine solche Maßnahme rechtfertige. halt oder an. Angestellte abgeben, sind sie verpflichtet, Brotfarten- Die Behörden hat diese Opposition der Innung peinlich berührt, Es wurde weiter darauf hingewiesen, daß den Beschwerdeführern, abschnitte abzutrennen. zumal es im Berliner Konditorgewerbe bereits zu Denunziationen wegen der Mehlmischung gekommen ist, und es wird sehr unliebfam J Der Mann war seit 25 Jahren auf einer Stelle befchäftigt. Seit arbeit hinderte ihn am Kommen. Statt seiner leitete der Kottbuser empfunden, daß der Burgfrieden von der Innung gebrochen worden einem halben Jahre mußte er wegen Strankheit feiern. Sonntag Polizeiinspektor die Versammlung. Ein ist. Die Polemik der Konditor- Innung sett um so mehr in Er morgen ging er heimlich nach dem Steller und erhängte sich. Und nun redete Herr Schriftleiter Berg los. Das gab eine staunen, as der Obermeister der Junung, Richter, in der Sigung im Straßenräuber ist in Charlottenburg aufgetreten. Als eine Frau schwere Enttäuschung. Seine Rede wurde der großen Aufgabe nicht Die Mehrzahl Handelsministerium am 2. Januar unter Vorzeigung von Torten- aus der Sophie- Charlotte- Straße auf dem Heimwege von einem Aus- gerecht. Redner verkannte zunächst sein Publikum. böden, die weniger als 10 Prozent Mehlzusatz enthielten, ausbrück- gange furz vor 10 Uhr abends ihre Wohnung beinahe erreicht hatte, der Besucherinnen bestand aus Frauen und Mädchen der Schichten entriß ihr plötzlich ein Mann die Handtasche und entkam mit der mit mittlerem und sehr kleinem Einkommen. Die Rede fing lich erklärt hatte, daß die Herstellung von Kriegskuchen mit 10 Proz. Beute. Die aus schwarzer Seide gearbeitete und graugefütterte an mit Bemerkungen gegen die englischen Wahlweiber und Mehl sehr gut möglich sei. Beuteltasche enthielt außer 20 M. Bargeld verschiedene Papiere, die ihr Amazonenforps, betonte, daß die Frau ins Haus" gehöre, streifte kurz das Volkswirtschaftliche des Ernährungsproblems, verfür die Beraubte erheblichen Wert haben. teidigte gleich nebenbei die Bauern, die die Kartoffeln zurückbehalten haben und verweilte reichlich bei der Mahnung an die- Dienst mädchen, sparsamer zu wirtschaften. Kartoffeln soll man pellen, wenn's auch nicht Seife nicht im Wasser liegen lassen, das Fett fein sei ruhig von den Tellern abfragen, mehr Kartoffeln und weniger Fleisch essen.„ Wir essen zu viel!" Das war so der Grundton der zweiten Partie des Vortrages. Jede Frau auch die mit fleinem Einkommen solle und könne im ganzen einkaufen.(!) Die große Aufgabe der Frauen sei, als große innere Armee dafür zu wirken, daß unsere Soldaten draußen, unser Volk im Innern durchhalten und nicht vom Hunger besiegt werde. Die Brotmarken in Charlottenburg. Die Einführung der Brotmarken hat sich ohne Schwierigkeiten vollzogen. leber manche Einzelheiten herrschen noch zweifel, aber mit Hilfe der Brot Tommissionen werden diese bald beseitigt sein. So haben z. B. einige Hausbesitzer die Brotkarten nur für eine Woche an ihre Mieter abgegeben, während die Verteilung der Brotkarten sofort für die ganze Verteilungsperiode, also dieses Mal für zwei Wochen, in Qu funft für sechs Wochen zugleich stattfinden soll. Die Hausbesizer sollen also alle Wochenkarten an ihre Mieter auf einmal abgeben. Die größte Unklarheit herrschte über den Ankauf von Brot durch Restaurateure. Mehrere Bäcker haben Bedenken getragen, den Restaurationen ohne Ausweise und ohne Brotfarten Brot zu verkaufen. Diese Bedenken sind nicht gerechtfertigt. Die Wirte bes dürfen also zum Einkauf feiner Brotfarten. Es ist demgemäß auch ausdrücklich bestimmt, daß Schant- und Gastwirtschaften zum Bezuge von Brot und Mehl ohne Ausweise befugt sind. Ebenso scheint noch mehrfach Unklarheit zu herrschen über die Abgabe von Brot in Wirtschaften. In Wirtschaften darf Brot allein überhaupt nicht abgegeben werden, sondern nur Brot in Verbindung mit Speisen, z. B. Brot mit einem Fleischgericht. Das Brot muß dann besonders bezahlt und darf nur gegen Abgabe einer Brotmarte abgegeben werden. Die Grammzahl der Brotmarke muß dem Gewicht der Brotschnitte entsprechen. Versorgung mit Fleischwaren in Neukölln. Arbeiterbildungsschule. Um den Teilnehmern den Besuch der öffentlichen Versammlungen möglich zu machen, fällt heute der Vortrag des Kursus Kriegsgeschichte aus. Der nächste Vortrag findet Dienstag, den 2. März, statt. Verloren. Eine braune Handtasche, enthaltend 14 M. und Rechnungen, ist am Mittwoch auf der Fahrt Niederschöneweide ab 7.10 Uhr bis Jannowizbrüde abbanden gekommen. Abzugeben bei Spiller, Oberschöneweide, Helmholzstr. 8. im Kinderveranstaltungen in Neukölln. Dazwischen wurden noch so einige Mahnungen gestreut, es nicht Karlsgarten. Anfang 5 Uhr. Eintritt frei. Mittwoch: Märchenvorlesungen in den beiden Jugendheimen und zu machen, wie die Dame, die nach Marienbad müsse, weil sie zu Donnerstag: Arbeitstunden für Mädchen. Freitag: Arbeitsstunden für Knaben in den bekannten Lokalen. Anfang 4 Uhr. -Sonnabend: Vortrag des Genossen Schneider im Jugendheim, Nogatstr. 15. Lustiger Abend" für Kinder von 11-14 Jahren. Anfang 5 Uhr." Eintritt frei. " Radrennen im Sport- Palast am 21. Februar. fett geworden sei, und daß die jungen Mädchen nicht läpperweise Schokolade naichen, sondern das Geld für iüße Sendungen an Sol Daten aufsparen sollen. Zum Schluß ritt Herr Berg noch den Pegaius verschiedener Dichter. Schnell folgte dem Redner schwacher Beifall und- allgemeiner Aufstand. Die Zuhörerinnen eilten nur so hinaus. * Man mißverstehe uns nicht: Wir bedauern diesen Eindruck, den die Versammlung gemacht hat. Bielleicht hätte die- un Die von dem Deutschen Rennfahrerverbande veranstalteten möglich gewordene freie Aussprache manches bessern und verWohltätigkeitsrennen wiesen wieder einen sehr guten Besuch auf. tiefen fönnen. Eine neue Versammlung ist nötig. Da muß die Die weiten Räume des Sport- Palastes waren von beifallfreudigen Volfsernährungsfrage tiefer, ernster den Zuhörerinnen zu Gemüte In der gestrigen Sitzung der Lebensmittelkommission wurde Zuschauern dicht gefüllt. Das Verzeichnis der Rennfahrer wies geführt werden. Hoffentlich fommen sie wieder. Was wir da von von unseren Genossen der letzte Beschluß des Magistrats, die Kar- 45 Namen auf, von denen die bekannteren, wie Arend, Bauer, den Frauen hörten, stimmte uns in dieser Hoffnung skeptisch. toffeln an Händler für 5 M. pro Zentner und 6 M. an die Kon- Lorenz, Rütt, Saldow, Stellbrink, Wittig u. a. m., bei ihrem Erfumenten abzugeben, einer sehr heftigen Kritik unterzogen. Die scheinen mit lautem Beifall begrüßt wurden. Leider wurde das Pissoirsperre. Der Mülhaufer Voltszeitung" wird aus Zabern Kommission beschloß aber gegen die sozialdemokratischen Stimmen, Zwei- Stunden- Rennen durch einen Irrtum Rütis zerstört; der Welt- berichtet, daß dort die Pissoirsperre verfügt worden sei, weil in die Kartoffeln entsprechend dem Magistratsbeschluß zu verkaufen. meister betrachtete das Glockenzeichen für die letzten zehn Runden diesen Bedürfnisanstalten deutschfeindliche Inschriften eingefragt Zur weiteren Versorgung mit Kartoffeln wurde die Unterkommission als Zeichen für die letzte Runde des Rennens und richtete sich auf, worden waren. beauftragt, neue Ankäufe abzuschließen. Mit dem Vertrieb der neu als noch acht Runden zu fahren waren. Die Rennen nahmen folangetauften Kartoffeln wird sich die Lebensmittelfommission noch beschäftigen. Nach den letzten Beschlüssen und Anordnungen muß die Stadt Neukölln pro Kopf der Bevölkerung für 15 M. Schweinefleisch einkaufen, das würde eine Ausgabe von annähernd 4 Millionen Mark erfordern. Es wurde beschlossen, zunächst für 1 Million Mark Schweinefleisch zu bestellen. Zur Brotmarkenverteilung in Wilmersdorf. Vom Magistrat erhalten wir folgende Zuschrift: Die Brotkartenfrage in Berlin- Wilmersdorf ist magistratsieitig pünktlich geregelt. Bis Sonntagmittag sind den Hauseigentümern bziv. deren Stellvertretern die Brotkarten zum Zwecke der sofortigen Verteilung an die Mieter zugestellt. Aus den Kreisen des Publikums wird der Magistrat darauf aufmerksam gemacht, daß ein Mehlhändler versucht, mehr Brotmarken von den Kunden zu verlangen, als er nach dem Gesetz berechtigt ist. So find u. a. beansprucht worden für ein Pfund Mehl 625 Gramm Brotmarken, für 400 Gramm Mehl 500 Gramm Brotmarken und für 80 Gramm Mehl 100 Gramm Brotmarken. Das widerspricht dem Geiezz und ist strafbar. Der Magistrat wird deshalb jeden ihm zur Kenntnis kommenden Fall unverzüglich ahnden, und wird das Bublikum hierdurch nochmals darauf aufinertiam gemacht, daß jeder Bro: markeninhaber das Recht hat zu verlangen, daß ihm das gleid Quantum Mehl oder Brot geliefert wird. Lebensmittelfürsorge in Spandau. genden Verlauf: 9 und Suter; Prämienfahren. 5000 Meter( 30 Runden) 30, 20, 10, 5 M. Außerdem neun Prämien a 3 M.( jede dritte Runde eine Prämie). 1. Weblik, 2. Fr. Hoffmann, 3. Finn, 4. Bauer. Prämien gewannen: Behliz 4, Bauer 3, Hildebrandt und Wittig je 1. Vierzehn Fahrer im Rennen. Ausscheidungsfahren. 25, 15, 10, 5 M. Zwölf Fahrer beginnen das Rennen; der lezte jeder Runde scheidet aus. 1. H. Rabe, 2. Lewanow, 3. Siegmund, 4. Hänsel. Ausgeschieden: Karras, Didlenkysch, Nowotnid, Keitel, Andemann, Salugga. Zwei Stunden Mannschaftsfahren. 300, 220, 190, 160, 140, 120, 100. 1. Behrendt tuschtow 82,500 Kilometer, 2. Lorenz- Saldow/ Runde, 3. Bittig- Bauer, 4. Finn- Krahner, 5. WehlizWeise, 6. Rütt- A. Stellbrint, 7. Hoffmann- Häusler. leberrundet: W. Arned- Paul Euter, C. Müller- Kruptat, Grünberg- Bander, Arnold Rädlik, Jodisch- Kreuzel; aufgegeben: Pawfe- Stabe. Eine Prämie von 15 und 10 Mart über zehn Runden gewinnen Saldow eine Prämie von 10 Mart über fünf Runden holt sich Rütt or Bawle und eine von 20 Mark über zehn Runden gewinnt Lorenz. In der ersten Stunde werden von Bauer- Wittig 40,590 Stilometer zurüdgelegt. Dreizehn Fahrer beginnen das lange Rennen, das sich sehr abwechslungsreich und belebt durch die Stämpfe um die Prämien spannend gestaltet. Rütt fam gleich anfangs zu Fall, doch wurde er von Stellbrint abgelöst und da Rütt teine Verlegungen davongetragen, griff er bald darauf wieder ein; schlimmer erging es Lorenz, der bei einem Sturz starte Abschürfungen davontrug. Endlich nahte das Ende; man glaubte an einen Sieg von Rütt- Stelbrint, die beständig an der Spize lagen; doch in dem Endkampf von sieben Fahrern während der legten fünf Minuten, der ohne Ablösung bestritten werden mußte, g Rütt infolge eines Irrtumis bei dem Ertönen des Glockenzeichens für die lezten zehn Runden vorzeitig auf und so fiel der Sieg zur allgemeinen Enttäuschung an den Außenseiter Behrendt, ein Ergebnis, das von den Zuschauern mit lautem Pfeifen als Zeichen des Mißallens aufgenommen wurde. Arbeiter Samariterbund. Kolonne Groß- Berlin. Die männlichen sowie die weiblichen Mitglieder werden eriucht, mit ihren Taschen und Anlegung der Armbinde die öffentlichen Volksversammlungen heute zeitig zu besuchen. Kleine Nachrichten. Zur Beschaffung von Fleisch, Stonserven und Dauertvaren bewilligte die letzte Stadtverordnetenversammlung 500 000 M. anstatt der vom Magistrat beantragten 350 000 M. Bei der Debatte wurde auch lebhafte Klage über den in Spandau herrschenden Brotmangel. geführt. Oberbürgermeister Stoelge teilte mit, daß der Magistrat mit großer Mühe 500 Sad Mehl beschafft habe, um dieser Salamität zu begegnen. Um dem Arbeitermangel abzuhelfen, hat sich der Ma. gistrat an die Verwaltung des Döberiger Gefangenenlagers gewandt und um Ueberlaffung von Gefangenen für Privatbetriebe erfucht. Zur Aufbesserung der Straßenbahnerlöbne beantragte die Straßenbahndeputation, für Schaffner einen Anfangslohn von 123,20 M., steigend bis 154 M., und für Fahrer von 131,60 M., steigend bis 162,40 M. feftaufeßen. Die von der Straßenbahndeputation beans tragten Löhne übersteigen die vom Transportarbeiterverband gesanzeiger" zur Kölnischen Zeitung": machten Borschläge. Genosse Pieck führte diesen Erfolg auf die Drganisation der Arbeiterschaft zurück und beantragte außerdem auch noch eine Verkürzung der Arbeitszeit vorzunehmen. Diefer letztere Antrag wurde abgelehnt, der Antrag der Straßenbahndeputation dagegen angenommen. Rätselhafter Leichenfund. Aus der Havel, an der Südspite von Pichelswerder, wurde die Leiche einer gut gefleideten, etwa dreißigjährigen Frau gezogen, die offenbar schon unter dem Eise gelegen hatte und am Kopfe schwere Verlegungen aufwies. Um den Hals trug die Tote ein fest zugezogenes Taschentuch. Papiere führte die Tote nicht bei sich, nur eine Börse mit 57 Pf. und einen Brief. gerichtet an„ Hulda", mit der Unterschrift Kamm". Die Untersuchung ist eingeleitet. Der Herr Rechercheur". Beim ,, Kriegswohltätigkeitstee“. Ueber einen Kriegswohltätigkeitstee" berichtet der„ StadtVon einer Lawine getötet. Einer Meldung aus Lausanne zufolge sind bei einem Ausflug auf dem Col des Russes vier Skifahrer, Bankangestellte aus Lausanne, durch eine Lawine überrascht worden. Zwei von ihnen sind dabei zu Tode gekommen. Parteiveranstaltungen. Vierter Wahlkreis, Jugendfektion. Mittwoch, den 24. Februar, abends 8%, Uhr, findet in den Andreas Festsälen, Andreasstr. 21, eine Bersammlung statt. Vortrag des Landtagsabgeordneten Heinrich Ströbel über:" Heinrich Heine". Tempelhof. Die Tempelhofer Parteigenossen werden aufgefordert, an der heute abend in Mariendorf stattfindenden öffentlichen Boltsversammlung teilzunehmen. Friedenau. Die Mitgliederversammlung des Wahlvereins findet am Mittwoch, den 24. d. Mts., abends pünktlich 82 Uhr, im Kaiser- WilhelmGarten", Rheinstr. 65, statt. Auf der Tagesordnung steht unter anderem der Bericht von der Kreis- Generalversammlung. Reinickendorf- Oft. Heute, abends 8, Uhr, im Restaurant Sadau, Residenzstr. 124: Mitgliederversammlung des Wahlvereins. Vortrag des Genossen Dr. Dunder. Zehlendorf( Wannseebahn). Die Mitgliederversammlung des Wahlvereins findet nicht heute, sondern erst Dienstag, den 2. März, statt. Bortrag: Die Ernährung während des Krieges". Spandau. Die für heute, Dienstag, in Aussicht genommene Generalbersammlung des Waalvereins findet nicht statt. Frauen- Leseabende. Briz- Buckow. Mittwoch, den 24. d. M., abends 29 Uhr, bei Beder, Chausseestr. 97. Vortrag der Genossin Frau Ryneck über:" Der Arbeiter haushalt und die Lebensmittelteuerung." Sigungstage der Stadt- und Gemeindevertretungen. Oberschöneweide. Dienstag, nachmittags 5 Uhr, in der Aula des Realgymnasiums. Diese Sigungen sind öffentlich. Jeder Gemeindeangehörige ift be. rechtigt, ihnen als Zuhörer beizuwohnen. Briefkasten der Redaktion. N. Matthes. Die juristische Sprechstunde findet für Abonnenten Lindenstr. 3, IV. Ho! Es war wieder mal musikalischer Kriegs- Tee oder Künstler- rechts, parterre, am Montag bis Freitag von 4 bis 7 Uhr, am Sonnabend konzert mit Abendessen und Tombola. Autos und Wagen, wenn von 5 bis 6 Uhr statt. Jeder für den Brieftast en bestimmten Anfrage auch durch den Krieg dezimiert, ergossen allerbeste Gesellschaft in ist ein Buchstabe und eine Bahl als Mertzeichen beizufügen. Briefliche den Vorraum. Man war heiterster Laune. Die Damen wett- Antwort wird nicht erteilt. Anfragen, denen feine Abonnements quittung eiferten an Geschmack und Pracht der Toilette, um zu beweisen, beigefügt ist, werden nicht beantwortet. Eilige Fragen trage man in der daß es auch ohne Paris geht. Die Gesellschaft war augenschein Sprechstunde vor. Verträge, Schriftstücke und dergleichen bringe man in die lich unter sich. Ein paar Außenseiter drückten sich verlegen in den Sprechstunde mit. Eden herum. Ein gediegenes Musikstüd wurde gespielt, während E. Sch. 3. Speziell für diesen Zwed ist uns eine Stiftung nicht be die Unterhaltung, die von Anfang an wie ein Gebirgsbach ge- fannt. Vielleicht tönnen Sie jedoch aus allgemeinen Stiftungsfonds die Mittel flutet hatte, taum versiegte. Eine Sängerin sang von ewiger erhalten und hätten Sie sich zu diesem Zwed an die Stiftungsdeputation Liebe. Unterdes sprachen zwei Damen leise von der besten Be- des Magistrats, Poststr. 16, zu wenden. Auch die Militärprüfungsstelle, Invalidenstr. 52, fönnte eventuell Ratschläge geben. zugsquelle für Kriegsbrot. Ein Rezitator schalt auf die Eng: 1. Benden Sie sich an das Auskunftsbureau des Roten Kreuzes in länder. Ein Herr gähnte und sagte:" Käme doch erst der Tee." Wien VI, Dreihuseiſengasse 4. 2. 1400., ſteigend bis 2500 M. Außer Eine allgemeine Wurstigkeit gegenüber den Künstlern auf der dem Nebenbezüge, welche bis zur Höhe von 540 M. bei der Pensionierung Estrade griff Plaz. Man hatte ja bezahlt, und wenig verschlug angerechnet werden. F. M. 201. Das G auf den Achselflappen bees, daß die Künstler da oben nicht die geringste Entschädigung deutet Gardekorps". Ueber die verschiedenen Farben der Achselklappen für ihre Leistungen erhielten. Sie bekamen doch mindestens ihren dieser Defonomiehandwerfer fönnen wir Ihnen feine nähere Auskunft Tee. Ein allgemeines Entzücken begrüßte die Ankunft der Leibes- geben. Bulth. Ueber die Frage der Kontributionsgelder sind wir nicht unterrichtet. R. S. 29. Aus Jhren Ortsangaben lassen sich nähere erquidung. Die Damen wurden ausschließlich von der Frage, ob Feststellungen nicht machen. Sie erhalten darüber aber wohl Austunit sie in der Tombola gewonnen hätten oder nicht, in Anspruch ge- beim Zentrolnachweisbureau des Kriegsministeriums in der Dorotheenitraße nommen. Hei, wie sich die Gewinnerinnen blähten, und wie die F. M. 100. Oberiaöneweide. 1. Durch Verlegung verursachte E. 100. Die anderen mit Neid auf sie blickten. Der Rest des musikalischen Schwermut 2. Wegen Nervenkrankheit landsturmpflichtig. Programms wurde in einer angeregten Unterhaltung über Tee, Versicherung wird für den Unfall hajten müssen. Lassen Sie sich nicht so furzer Natürlich dürfen Sie Ihre Hausbesorgungen machen. Tombola und Hindenburg ertränkt. Das Rote Kreuz hatte eine and abspeisen. E. P. 1. Der Meister 23. 270. Wegen Hautkrankheit zurückgestellt. gute Einnahme. Ausgezeichnet schnitt der Wirt ab, der gegen ist nicht verpflichtet, die Differenz zwischen Krankengeld und Lohn zu zahlen. Teelieferung den Saal selbstlos zur Verfügung gestellt hatte. Die 100. F. S. Mutter und sind erben. Die Mutter soll wegen der BerficheKünstler dachten: Einmal und nie wieder, wurden aber gleich in ihren rung bei der Viktoria anfragen. 111 S. A. Von der Löhnung würde Entschlüssen wankend: ihre Namen würden ja in den Zeitungen ja Unterhaltungsgeld nicht möglich sein, zu zahlen. Besteht aber erwähnt, und vielleicht entschlösse sich doch einer von den An- ein besonderes Einkommen oder Vermögen, so fann das für den wesenden, bei ihnen Stunde zu nehmen. Sie werden ihre Haut Unterhalt des Kindes in Anspruch genommen werden. F. W. D. 11. Wegen Schwerhörigkeit dienstalso weiter zu Markte tragen. Der Wirt ist bereit, gegen Tee 35. Sie werden jedenfalls nicht mehr eingezogen. und Gebäck den Saal weiter selbstlos herzugeben. Die aller- untauglich. H. T. 11. Frau und Kind würden 36 M. monatlich Unterstüßung beste Gesellschaft wird sich auch ferner zahlreich einfinden, um erhalten und event, die Hälfte der Miete als Mietsbeihil e. Der Hauswirt bei scherzhafter Unterhaltung, Tee, Gebäck, Tombola usw. etwas muß veranlagt werden, einen Mietsnachlaß zu gewähren. Im Falle des gute Musik zu ertragen. In der Ecke saß ein Offizier, den Todes werden der Frau gewährt 400 M. Witwenrente jährlich. für das der Zufall hereingeschneit hatte und der auf dem Schlachtfeld be- sind 168 M. Aus der Invalidenversicherung eraält das Kind eine Baifenreits die zwei Eisernen Kreuze erworben hatte. Er hörte auf- rente, die Frau im Falle ihrer Invalidität eine Witwenrente. Mitglied der Ein schwerer Straßenunfall hat sich am Montagvormittag gegen merksam auf die Musik und sah mißbilligend auf das Treiben der Krankenkasse zu bleiben, empfiehlt sich, da bei Eintreten einer Verwundung 1/11 Uhr in der Aleganderstraße ereignet. Dort wollte vor dem Hause Gesellschaft. Als nach der Pause die Stimmung immer aus- Anspruch auf Krankengeld besteht. Das uneheliche Stind hat Erbansprüche F. 79. 1. Landsturm mit Waffe. 2. Lassen an den Nachlaß der Mutter. Nr. 64 der obdachlose Arbeiter August Lukas das Gleis überschreiten, gelassener wurde, ging er davon und rief kopfschüttelnd: Gie sich doch von der Firma reflamieren. Ch. H. T. 1012. Nein. wurde dabei von einem Wagen der Linie 37 umgestoßen und erlitt Summa injuria. Die Bollmacht ist unseres Erachtens ungültig einen Schädelbruch und einen Bruch des linken Unterschenkels. Der Nach diesem Bericht scheint die gegenwärtige Zeit, die allge- geworden. Für den Mietsvertrag haftet Ihr Freund, da er ihn mit unterVerunglückte erhielt auf der nächsten Unfallstation die erste ärztliche mein die große 3eit genannt wird, noch nicht überall umbil- schrieben hat. Ihr Freund müßte Ihnen Vollmacht erteilen, damit Sie durch eine Feststellungsflage seine Angelegenheit flären fönnen. Hilfe und wurde in sehr bedenklichem Zustande nach dem Friedrichs- dende Wirkung auszulösen. F. 100. Stellen Sie doch ein solches Ansuchen an die Birtin. hain geschafft. O. 1 Ja. 7. S. 99. Sie können als Erbe nur zum 1. Juli fündigen. M. H. Strajbar machen Sie sich nicht, es empfiehlt sich aber doch der Firma mitzuteilen, daß sie sich im Irrtum befindet. J. R. 12. A. B. 4. Das ist vorher schwer zut Das entscheidet der Militärarzt. jagen. Eine einfache Prozeßführung würde etwa 60-80 M. foften. Der Krieg wird von Tagedieben zu allem möglichen Schwindel benut. In Neukölln wurde ein Klempner Felig Schrader festgenommen, der Kriegerfrauen beschwindelte. Wenn die Frauen in bedrängter Lage waren, log er ihnen vor, für besondere Unterstügung forgen zu wollen, wofür der„ Herr Rechercheur" die Gunst der Frauen verlangte. Der Buriche ließ sich so leicht nicht abschreden in seinen Versuchen. Leider beschränkten sich die Frauen bisher auf die Abweisung und auf spätere Anzeige bei der Polizei, statt den Schwindler auf der Stelle festnehmen zu lassen. Erst gestern war eine Kriegerfrau entschlossen genug, dem gefährlichen Menschen eine Falle zu stellen, in die er denn auch hineinging. Die Frau ging zum Schein auf die Anträge des Rechercheurs ein, lud ihn in ihre Wohnung ein, bat ihn dort einen Augenblick auf ihre Rückkehr zu warten, weil sie noch einen dringenden Gang zu besorgen habe, und fehrte dann mit einem Schußmann zurück, der ihn festnahm. Unter den Rädern der Straßenbahn. Kleine Nachrichten. Einen unheimlichen Fund machte Sonntag abend die Pförtnerfrau des Hauses Thomasiusstr. 2. Als sie abends das Treppenlicht anzündete, entdeckte sie im Seitenflügel auf dem Treppenflur des zweiten Stocks ein Paket, das die Leiche eines neugeborenen Knaben barg, die in blaues und braunes Backpapier ein geichnürt war. Aus Furcht vor Arbeitsunfähigkeit hat ein 61 Jahre alter Maschinenformer aus der Usedomstraße 17 Hand an sich gelegt. Alamaut!" Eine Enttäuschung. Unser Kottbuser Parteiblatt, die„ Märkische Bolfsstimme", bringt in ihrer Sonntagsnummer folgendes Stimmungsbild über eine dort stattgehabte Versammlung: " 1. und 2. Nein. Bei Kolkwitz im großen Saale eine Riesenversammlung von Frauen. Das Vortragsthema reizte sie alle: Ueber die KriegsWetteraussichten für das mittlere Norddeutschland bis pflichten der Frauen und Mädchen" wollte man reden. Der Ober- Mittwochmittag: Seitweise nebelig, sonst vielfach heiter, ohne erhebliche bürgermeister von Kottbus wollte die Versammlung leiten. Berufs- Niederschläge; Temperaturen wenig verändert.